Society 363 / 2013

Villaflora23aa

WIRTSCHAFT n POLITIK n DIPLOMATIE n WISSENSCHAFT n KULTUR n LEUTE

Seit 1945 | 68. Erscheinungsjahr | Nr. 363 | Nr. 1 | 2013 | www.society.at | Preis e 10,-

JUBILÄUMS

AUSGABE

P.B.B. GZ 03Z034905M, Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120

COVERSTORY

MOZARTHAUS VIENNA

Goethe und Mozart - Treffen

zweier Genies

LÄNDERPORTRÄT

DEUTSCHLAND

Themenschwerpunkt:

Wirtschaftsmotor Europas


Schönheit

entdecken,

kraft

erleben

systemleistung: 223 Ps, Kraftstoffverbrauch: 4,3–4,7 l/100 km , Co 2

-emissionen: 99–109 g/km. symbolfoto.

der neue Lexus is VoLLhybrid.

entdecken sie das athletische design des neuen is. spüren sie sein präzises handling.

erleben sie die Kraft des Vollhybrid-Antriebs. und genießen sie den großzügigen innenraum

mit der fahraktiven sitzposition. Am besten bei einer Probefahrt. Mehr dazu unter www.lexus.at

sind sie bereit?

ToyoTa Frey ausTria | Lexus diVision


ERLEUCHTE

DIE ZUKUNFT!

Deine Stadt hat viel Energie.

Bezahlte Anzeige

www.smartcity.wien.at

Wien spart jedes Jahr mehr Strom. Zum Beispiel

durch Sonnen energie für öffentliche Gebäude

oder modernste Beleuchtungs technologie für

Straßenlampen. Damit schonen wir Klima und

Geldbörsel. Das macht das Leben leichter – und

unsere Stadt fit für die Zukunft. Daran arbeiten

wir alle gemeinsam. Das ist Smart City Wien.

facebook.com/SmartCityWien

twitter.com/SmartCityWien


WWW.SCHNEIDERS.COM


Jubiläumsausgabe

Deutschlandschwerpunkt

society

editorial

Nach der nunmehr fünften Ausgabe

von SOCIETY mit dem Themenschwerpunkt

Deutschland habe ich

aus diesem Anlass einen Rückblick

gemacht: Das seit 1945 bestehende

Magazin mit seiner Vorgeschichte,

die Sie gerne auf www.society.at nachlesen können,

wurde von mir im Zuge der Privatisierung – das

Magazin wurde davor vom österreichischen Außenministerium

finanziert – im Jahr 1992 auf moderne,

zeitgemäße Beine gestellt und übernommen. Bei unseren

Themenschwerpunkten, die wir stets mit einer

sehr ausführlichen Recherche begleiten, durften wir

mit vielen Botschaften zusammenarbeiten.


Rückblick - Highlights

Einige wenige Höhepunkte meiner beruflichen Laufbahn habe

ich im Blattinneren durch eine Bildreportage dokumentiert: Besuche

bei Staatoberhäuptern und Regierungsmitgliedern oder

Gekrönten wie z. B. von Aserbaidschan, Mazedonien, Montenegro,

Serbien, Kasachstan, Kamerun, Tunesien, Königin Rania von

Jordanien, S.K.H. Prinz Charles, Kofi Annan, um nur einige hervorzuheben.

Sie bildeten wertvolle Kontakte für mich und das

SOCIETY Magazin. Im Kulturbereich konnte ich mit Konstantin

Wecker und Albano Carrisi eine CD Produktion initiieren und in

der Villa Flora präsentieren ebenso wie Bobby Kimball, ZZ Top,

Rico Gulda, um nur einige zu nennen, haben meine Gartenfeste

musikalisch bereichert.

In der UNO konnte ich im Rahmen meiner UN-Civic-Ambassador-Zeit

drei Jahre lang für Sonderaufgaben des Generaldirektors

mit eigenem Büro im 14. Stock aktiv für den Brückenschlag zu

Österreich wirken und im Zuge dessen Franz Klammer und Albano

Carrisi zu UNO Sonderbotschaftern vorschlagen und sie zum

Jahrestreffen der Ehrenbotschafter nach New York begleiten.


Deutschland: Wirtschaftsmotor Europas

Wir informieren Sie hier in mehr als 25 Seiten über unseren

großen Nachbarn Deutschland. Unsere Beziehungen sind „mehr

als gut“, um Deutschlands Botschafter Detlev Rünger zu zitieren.

Diese positive Aktualität haben wir auch durch ein kulturgeschichtliches

Thema untermauert:


Goethe und Mozart: Treffen zweier Genies

Das Titelblattmotiv von Goethes Tischbein-Gemälde und die

derzeitige Ausstellung im Mozarthaus zu diesem Thema ließen

uns einige weniger bekannte Zusammenhänge zwischen Goethe

und Mozart entdecken. Goethe hat Mozart in Frankfurt anlässlich

eines Konzerts in dessen Alter von sieben Jahren entdeckt und

von da an war er sein engagierter Förderer. Mehr dazu im Inhalt.


Weitere Themenschwerpunkte

Aserbaidschan, der Staatsbesuch von Präsident

Ilham Aliyev zur Eröffnung des Aserbaidschanischen

Kulturinstituts geleitet von Direktorin Dr.

Leyla Gasimova.

Ägypten: Bei einem Besuch des Tourismusministers

und Aufenthalt in Ägypten konnte ich mir

ein persönliches Bild über die aktuelle Situation

machen.

Kosovo: Die Staatsunabhängigkeit des jüngsten

Nachbarlandes konnte ich durch einen Besuch

beim Umwelt- und Kulturminister sowie dem österreichischen

Botschafter vor Ort recherchieren.

Kasachstan: Im Februar war ich Wahlbeobachterin in Astana,

wo ich den ehemaligen Botschafter in Wien Yerzhan Kazykhanov

in seiner Funktion als Außenminister besuchte. Hier ein Bericht

über die EXPO 2017 in Astana.

Kroatien: Wir feiern gemeinsam mit dem kroatischen Botschafter

Gordan Bakota den EU-Beitritt, auf den dieses Land

schon lange hingearbeitet hat.


Eigenveranstaltungen

Highlight war diesmal im Völkerkundemuseum unsere Weltpremiere

einer Martial Arts Veranstaltung, bei der wir aus China,

Japan und der DVR Korea zum Kulturverständnis Ostasiens durch

eine beachtliche Show führen konnten. Die Galaveranstaltung

im Alten Rathaus, der traditionelle Welcome-Empfang im Hotel

Imperial, der Junior Diplomats Empfang im Hotel Hilton, der Botschafterlunch

im Hotel Hilton Plaza, das Ambassadors‘ Executives

Meeting im 25hours Hotel und die private Einladung von Meister

Arik Brauer in seine Villa waren gut besuchte Veranstaltungen,

die in unserer Netzwerktätigkeit jeweilige Höhepunkte setzten.

Diversität und Green Society bleiben nach wie vor von uns beachtete

Themen. Mit „Life & Style“ wollen wir Sie auch weiterhin

verwöhnen und freuen uns schon auf viele weitere Projekte, die

wir mit Ihnen realisieren werden.

Vielen Dank allen bisherigen und zukünftigen Wegbegleitern!

Herzlich Ihre

Gerti Tauchhammer

Cover: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Goethe in der römischen Campagna, 1787, Öl auf Leinwand, 164 x 206 cm,

Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: © U. Edelmann - Städel Museum - Artothek

Society 1_2013 | 5


Inhalt

Sommer

Herbst 24

124 AfB „Arbeit für Behinderte“

Green SOCIETY

126 Green E-States

127 Freylit Umwelttechnik

128 Geplante Obsoleszenz

130 E-Roller Neuheiten

132 Strom aus Österreich

134 Zukunftsvisionen

135 Events der Wirtschaft

SOCIETY Eigenevents

20 Tunesien: Gala-Nacht im Alten

Rathaus

24 Martial Arts Show

28 6. Junior Diplomats‘

Reception

30 Botschafter Lunch im Hilton

Plaza

32 Arik Brauer Museum/

Botschafterdinner

33 Ambassadors‘ Executives

Meeting 25hours Hotel

34 Neue Botschafter im Hotel

Imperial

Fokus: Deutschland

38 Länderporträt Deutschland

44 Interview mit S.E. Detlev

Rünger

48 Interview: Botschafter Ralph

Scheide

50 Interview: Wirtschaftsdelegierter

Johann Kausl

52 Wirtschaftsüberblick Deutschland

54 Porträt: Deutsche Handelskammer

56 Deutsche Honorarkonsuln

58 Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft

60 Residenz des Botschafters

62 Highlights Veranstaltungen der

Botschaft

64 Interview: Wolfgang Hesoun von

Siemens

Diplomatie

Kosovo

66 Länderporträt Kosovo

68 Kulturminister Memli Krasniqi

70 Umweltminister Dardan Gashi

72 Österreichs Botschafter Johann

Brieger

74 Kommentar: S.E. Sabri Kiqmari

76 Wirtschaftsporträt Kosovo

77 Wirtschaftsdelegierter Christian

Miller

78 Kommentar von Hermine

Schreiberhuber

Aserbaidschan

80 Staatsbesuch: Präsident Ilham

Aliyev

62

80

84 Interview: Leyla Gasimova

86 Ausstellung „Fly to Baku“

92 EU-Beitritt: Interview mit

S.E. Gordan Bakota

94 Kasachstan: EXPO 2017

96 Analyse: Bahrain

98 ÖGAVN

99 Welcome To Austria

100 Kolumne von Monika Türk

101 Cavaliere di San Marco

102 Events der Diplomatie

Ägypten

110 Tourismusminister Hisham Zaazou

112 Interview: S.E. Khaled Shamaa

114 Cleopatra Luxury Resort

115 Ägypten Tourismus: Nabila El-

Banhawy

Wirtschaft & Diversität

116 Kommentar von Anwalt Georg

Zanger

118 Innovativste Stadt der Welt:

Medellín

119 „Green Building“ Lansky, Ganzger

+ Partner

120 Kommentar: Simon Inou

121 European Diversity & Inclusion

Congress

122 Diversity Ball

Life & Style

136 Rudolfinerhaus: Interview mit

Prof. Ernst Wolner

138 Martinhal Beach Resort &

Hotel

139 Kursalon Wien

140 Beauty Zentrum Palais Augustinerstraße/Wrap

and Roll

141 „mediclass“ Fachärztezentrum

142 Therme Laa/Hotel Moorhof

143 Parkhotel Igls

144 Jordanien – „Der Ruf der Stille“

146 Maia Luxury Resort & Spa

148 Deluxe Boutiquehotel Sans

Souci

149 Urlaub mit Kindern: Moar-

Gut

150 Art Deco Style im Hotel Bristol

152 Hotel Therme Meran

154 AWAV/ Jarosinski & Vaugoin

155 Dress for Sucess

156 Modestrecke: Kleidermanufaktur

Habsburg

160 Lifestyle-Events

Kunst & Kultur

162 Coverstory:

Mozarthaus Vienna

164 Goethe und Mozart: „Treffen

zweier Genies“

166 Wunderkindreise

168 Il Sole – Restaurant der

Musikstars

170 Porträt: Massimo Galfano

172 Elisabeth Pratscher im

Interview

174 Events der Kultur

184 SOCIETY Jubiläumsausgabe: Ein

Rückblick

Standards

5 Editorial

8 Gastautoren

10 Ambassadors‘ Caleidoscope

16 Neue Botschafter

176 Neuheiten & Stylingtipps

178 Horoskop

180 Ex Libris

182 Impressum

183 Veranstaltungstipps

186 Karikatur

Fotos: SOCIETY, Peter Lechner-Julia Wechselbaum/HBF

6 | Society 1_2013


Kleine, runde Beträge.

Jetzt beraten

lassen und

1 von 3 Reisen

gewinnen!

Mit schmucken

Ertragschancen:

FondsSparen.

Mit dem WertpapierPlan: Gemeinsam

finden wir den optimalen Fonds für

Ihre Anlageziele. Wir beraten Sie

gerne über alle Chancen und Risiken.

fondssparen.bankaustria.at

Diese Erstinformation dient Werbezwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sie kann eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Bitte beachten Sie,

dass jede Fondsanlage auch mit Risiken verbunden ist. Es gibt keine Garantien auf Erhalt des Kapitals und auf Erträge. Diese Marketingmitteilung wurde von

der UniCredit Bank Austria AG, Schottengasse 6–8, 1010 Wien, erstellt.


Gastautoren

society

Partner von SOCIETY

Wir präsentieren in jeder Ausgabe von SOCIETY zahlreiche Gastautoren,

die sich mit den unterschiedlichsten Themen aus Politik,

Lifestyle, Wirtschaft und Wissenschaft befassen.

SIMON INOU HERMINE SCHREIBERHUBER INGRID CHLADEK BARON HENRI ESTRAMANT GERHARD VON LENTNER MONIKA TÜRK

BARON HENRI ESTRAMANT ist

Rechts- sowie Protokollberater bei der

toskanischen Linie des Hauses Österreich

(Habsburg-Lothringen). Zudem arbeitet

als selbstständiger Berater für Image und

Country Branding, sowie im Handelsaustausch

zwischen Ländern und Business

Matching.

HERMINE SCHREIBERHUBER war

stellvertretende Ressortleiterin der Außenpolitik

bei der APA. Sie ist außerdem

Übersetzerin und freie Journalistin und

wirkt an politischen Reisebüchern mit.

Für die SOCIETY-Länderschwerpunkte verfasst

sie regelmäßig politische Analysen

und Hintergrundberichte. In dieser Ausgabe

analysiert sie die politische Situation

im Kosovo nach den erfolgreichen Gesprächen

zwischen Belgrad und Prishtina.

INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin

der Dresscode Company und Head von

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-Outfit,

Image, Stil und Styling. Ihr

Wissen präsentiert sie u. a. anhand von

Prominenten-Styling-Checks. Dieses Mal

wirft sie einen Blick in die Geheimnisse

der Frauenhandtasche und erklärt, was

Inhalt und Stil der Handtasche über deren

Besitzerin verrät.

Zeit in Washington und die österreichische

Community anhand des „Austrian-

American Council“ und die Einführung

des „Austria-American Day“.

GEORG ZANGER ist als selbstständiger

Rechtsanwalt seit 1975 u. a. auf Wettbewerbs-,

Urheber- und Medienrecht spezialisiert.

Er ist Autor verschiedenster Fachbücher

und Fachartikel. Er ist außerdem

Präsident der Austrian Chinese Business

Association. In seinem Artikel macht er

auf wichtige Rahmenbedingungen beim

Eingehen von Kooperationen mit chinesischen

Firmen und die richtige chinesische

„Knigge“ aufmerksam.

MONIKA KALISTA ist Leiterin der Abteilung

Kultur Gesellschaft und Generationen

beim Land Salzburg. Zuvor war sie

viele Jahre in der Präsidialabteilung des

Landes Salzburg tätig, leitete das Wissenschaftsreferat

und die Abteilung für Kultur

und Sport. Fünf Jahre war sie Leiterin

der Kulturpolitischen Sektion im Außenministerium

in Wien. Sie präsentiert in

dieser Ausgabe die Wunderkindreise im

Rahmen der Mozartwege anlässlich des

250-jährigen Jubiläums der großen Westeuropareise

von Wolfgang Amadeus Mozart.

SIMON INOU ist Soziologe und Journalist,

z. B. bei Radio Africa International.

Er engagiert sich außerdem beim Verein

M-Media, der journalistische Talente mit

Migrationshintergrund sucht und fördert.

Für seine Arbeit hat er zahlreiche

Auszeichnungen bekommen, u. a. vom

Land Steiermark und der EU. Im SOCIETY-

Kommentar befasst er sich mit dem Fußballer-Phänomen

David Alaba vom Verein

Bayern München und der Frage nach dem

richtigen Verständnis von Integration

„ohne wenn und aber“.

MEINHARD RÜDENAUER ist als Vizepräsident

von ECS/European Cultural

Services um internationalen Kulturaustausch

bemüht. Kultur- und Reisejournalismus

zählen ebenfalls zu seinem

Wirkungsbereich. Als Komponist in der

Nachfolge der Zweiten Wiener Schule ist

er in den vergangenen Jahren mit der

UNO-Symphonie „Mit den Seelen über Hiroshima“,

dem Kirchenballett „Salome im

Elend“ oder der Kinderoper „Zauberbär

und Wünschelstimme“ erfolgreich hervorgetreten.

In SOCIETY porträtiert er das

Restaurant der Musikstars – „Il Sole“ von

Aki Nuredini in der Wiener Annagasse,

das dieses Jahr sein dreißigjähriges Jubiläum

feiert.

MONIKA TÜRK lebte jahrelang

mit ihrem Ehemann, Botschafter

i.R. Helmut Türk, in

Ländern wie den USA, Deutschland

und dem Vatikan. Für

SOCIETY blickt sie zurück auf

wichtige Stationen und Begegnungen

aus dem gemeinsamen

diplomatischen Leben. In dieser

Ausgabe berichtet sie über ihre

GEORG ZANGER MONIKA KALISTA MEINHARD RÜDENAUER

GERHARD VON LENTNER

blickt für SOCIETY in die Sterne.

Der mediale Berater, Kartenleger,

Heiler und Buchautor

beschäftigt sich intensiv mit

Lebensberatung und verrät

den SOCIETY-Lesern in jeder

Ausgabe, was die Sterne in Beruf,

Liebe, Finanzen und Gesundheit

für uns bereithalten.

8 | Society 1_2013


IT’s you

VOLVO V40

CROSS COUNTRY

DIPLOMAT SALE

Erweitert Ihren Horizont

volvocars.at

Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer: Mit dem neuen Volvo

V40 Cross Country. Der kompakte Alleskönner begeistert durch

eine einzigartige Kombination aus Flexibilität, bahnbrechenden

Technikfeatures und faszinierendem Design. Spezielle Details

wie die markante Front- und Heckschürze sowie die erhöhte

Bodenfreiheit sorgen für einen athle ti schen Auftritt. Und die

erhöhte Sitzposition verschafft Ihnen einen besseren Überblick

über jedes Terrain. Doch auch in punkto Sicherheit setzt er

mit einer absoluten Weltneuheit neue Maßstäbe: dem ersten

serienmäßigen Fußgänger-Airbag. Der neue Volvo V40 Cross

Country ist eben nicht irgendein Fahrzeug, sondern für

Sie geschaffen.

Unverb. empf. Richtpreis inkl. NoVA und MwSt., Kraftstoffverbrauch: 3,8 – 8,3 l/100 km, CO 2 -Emission: 99 –194 g/km Stand: Dezember 2012; Symbolfoto.

If you are a diplomat or have tax-free status at an international organisation,

a special scheme from MVC Motors means that you can buy a premium car at

favourable prices – and gain many benefits besides.

Diplomat Sales

Vienna

1210 Wien, Brünner Straße 66

Georg Mölzer

+43 676 84 72 72 603, +43 1 277 80 5120


Ambassadors

a to z

Ambassadors' Caleidoscope

Embassies resident in Vienna

119 bilateral ambassadors are currently

representing their countries in Austria.

SOCIETY presents them with their names,

pictures and day of accreditation alphabetically

arranged according to countries.

Afghanistan

H.E. Ayoob M. Erfani

since 05.04.2013

Argentina

H.E. Rafael Mariano

Grossi

designated

Belgium

H.E. Frank Recker

since 30.06.2010

afg.emb.vie@chello.at

www.embassyofafghanistan.com

embargviena@embargviena.at

vienna@diplobel.fed.be

www.diplomatie.be/vienna

Albania

H.E. Dr. Vili

Minarolli

since 30.06.2010

Armenia

H.E. Arman

Kirakossian

since 09.11.2011

Belize

H.E. Alexander Piletsky

since 01.10.1999

albemb.vie@chello.at

armenia@armembassy.at

belizeembassy@utanet.at

Algeria

H.E. Mohamed

Benhocine

since 02.07.2012

Australia

H.E. David Gordon

Stuart

since 12.09.2012

Bolivia

Chargé d’Affaires a.i.

Ricardo Javier

Martinez Covarrubias

since 11.02.2009

office@algerische-botschaft.at

www.algerische-botschaft.at

austemb@aon.at

www.austria.embassy.gov.au

embolaustria@of-viena.at

Andorra

Chargé d’Affaires a.i.

Gemma Cano Berne

since 11.01.2012

Azerbaijan

H.E. Galib Israfilov

since 28.09.2011

Bosnia and Herzegovina

H.E. Tanja Milasinovic

Martinovic

since 19.04.2012

*)

office@ambaixada-andorra.at

vienna@mission.mfa.gov.az

www.azembassy.at

bhbotschaft@bhbotschaft.at

www.bhbotschaft.at

Angola

H.E. Maria De Jesus

Dos Reis Ferreira

since 09.11.2011

embangola-viena@embangola.at

www.embangola.at

Belarus

H.E. Valery

Voronetsky

since 09.11.2011

mail@byembassy.at

www.austria.belembassy.org

Brazil

H.E. Evandro Didonet

since 17.10.2012

mail@brasilemb.at

Foto: © YuI - Fotolia.com, HBF

10 | Society 1_2013


Ambassadors

a to z

Bulgaria

H.E. Elena Radkova

Shekerletova

since 28.03.2012

Côte d’Ivoire

H.E. Largaton

Gilbert Ouattara

since 09.11.2011

Ecuador

H.E. Juan Diego Stacey

Moreno

since 17.09.2008

amboffice@embassybulgaria.at

office@ambaciaut.org

mecaustria@chello.at

Burkina Faso

H.E. Paul Robert

Tiendrebeogo

since 28.03.2012

s.r@abfvienne.at

www.abfvienne.at

Croatia

H.E. Gordan Bakota

since 09.03.2011

croemb.bec@mvpei.hr

http://at.mfa.hr

Egypt

H.E. Khaled Abdelrahman

Abdellatif

Shamaa

since 09.11.2011

egyptembassyvienna@egyptembassyvienna.at

www.egyptembassyvienna.at

Canada

H.E. John Barrett

since 14.09.2009

Cuba

H.E. Juan Carlos

Marsan Aguilera

since 17.05.2011

El Salvador

H.E. Mario Antonio

Rivera Mora

since 09.03.2011

vienn@international.gc.ca

www.kanada.at

secembajador@ecuaustria.at

www.cubadiplomatica.cu/austria

elsalvador@embasal.at

www.rree.gob.sv

Chile

H.E. Alfredo Alejandro

Labbe Villa

since 30.06.2010

Cyprus

H.E. Costas

Papademas

since 19.04.2012

Estonia

H.E. Eve-Külli Kala

since 11.01.2010

echile.austria@minrel.gov.cl

office@cyprusembassy.at

embassy@estwien.at

www.estemb.at

China

H.E. Zhao Bin

since 12.09.2012

Czech Republic

Chargé d’Affaires Dr.

Ivana Cervenkova

since 03.02.2010

Finland

H.E. Satu Marjatta Rasi

since 14.10.2009

chinaemb_at@mfa.gov.cn

www.chinaembassy.at

vienna@embassy.mzv.cz

www.mzv.cz/vienna

sanomat.wie@formin.fi

www.finnland.at

Colombia

H.E. Freddy Jose

Padilla de Leon

since 18.10.2010

Denmark

H.E. Torben Brylle

since 27.09.2010

France

H.E. Stéphane

Gompertz

since 19.04.2012

eaustria@cancilleria.gov.co

vieamb@um.dk

www.oestrig.um.dk

secretariat.vienne-amba@diplomatie.gouv.fr

www.ambafrance-at.org

Costa Rica

H.E. Ana Teresa Dengo

Benavides

since 26.09.2006

Dominican Republic

H.E. Ramon Andres

Quinones Rodriguez

since 04.06.2007

Georgia

H.E. Konstantine

Zaldastanishvili

designated

embajadaaustria_costa.rica@chello.at

mprdoiv@yahoo.com

vienna@geomission.at

Society 1_2013 | 11


Ambassadors

a to z

Germany

H.E. Detlev Rünger

since 12.09.2012

Indonesia

H.E. Rachmat Budiman

since 17.10.2012

Jordan

Counsellor Qais Abu

Daeih

since 17.09.2012

info@wien.diplo.de

www.wien.diplo.de

unitkom@kbriwina.at

www.kbriwina.at

*)

info@jordanembassy.at

www.jordanembassy.at

Greece

H.E. Themistoklis

Dimidis

since 12.01.2012

Iran

H.E. Hassan Tajik

since 02.07.2012

Kazakhstan

H.E. Kairat

Abdrakhmanov

since 17.05.2011

gremb@griechischebotschaft.at

www.griechische-botschaft.at

public@iranembassy-wien.at

www.iran.embassy.at

embassy@kazakhstan.at

www.kazakhstan.at

Guatemala

H.E. Antonio Roberto

Castellanos Lopez

since 12.09.2012

Iraq

H.E. Dr. Surood R. Najib

Najib

since 09.12.2010

Kenya

H.E. Michael Adipo

Okoth Oyugi

since 05.04.2013

embajada@embaguate.co.at

www.embaguate.co.at

office@iraqembassy.at

*)

kenyarep-vienna@aon.at

www.kenyaembassyvienna.at/de/

Holy See

H.E. Archbishop Dr.

Peter Stephan

Zurbriggen

since 17.04.2009

Ireland

H.E. James Brennan

since 09.12.2010

Kosovo

H.E. Dr.

Sabri Kiqmari

since 14.10.2009

nuntius@nuntiatur.at

www.nuntiatur.at

vienna@dfa.ie

www.dfa.ie

embassy.austria@ks-gov.net

www.ambasada-ks.net/at/

Hungary

H.E. Vince Szalay-

Bobrovniczky

since 09.12.2010

Israel

H.E. Aviv Aharon Shir-

On

since 14.10.2009

Kuwait

H.E. Mohammad Saad

Oudah Al-Sallal

since 14.10.2009

mission.vie@mfa.gov.hu

info-sec@vienna.mfa.gov.il

www.vienna.mfa.gov.il

kuwait.embassy.vienna@speed.at

Iceland

H.E. Stefán Skjaldarson

since 14.10.2009

Italy

Minister Counsellor

Sergio Pagano

since 04.09.2009

Kyrgyzstan

H.E. Lidia

Imanalieva

since 14.09.2009

emb.vienna@mfa.is

www.iceland.is/at

*)

ambasciata.vienna@esteri.it

www.ambvienna.esteri.it

kyremb@inode.at

www.kyremb.at

India

H.E. Ramachandran

Swaminathan

since 12.09.2012

Japan

H.E. Shigeo Iwatani

since 18.10.2010

Laos

H.E. Khamkheuang

Bounteum

since 18.10.2010

indemb@eoivien.vienna.at

www.indianembassy.at

info@wi.mofa.go.jp

www.at.emb-japan.go.jp

laoembassyvienna@hotmail.com

12 | Society 1_2013


Ambassadors

a to z

Latvia

H.E. Indulis Berzins

since 14.09.2009

Malaysia

H.E. Muhammad Shahrul

Ikram bin Yaakob

since 30.06.2010

Namibia

H.E. Raphael

Nakare Dinyando

since 09.12.2010

embassy.austria@mfa.gov.lv

embassy@embassymalaysia.at

nam.emb.vienna@speed.at

www.embnamibia.at

Lebanon

H.E. Ishaya El Khoury

since 10.09.2008

Malta

H.E. Colin Scicluna

since 28.03.2012

Netherlands

H.E. Peter Paul van

Wulfften Palthe

since 12.09.2012

embassy.lebanon@inode.at

maltaembassy.vienna@gov.mt

wen@minbuza.nl

www.mfa.nl/wen

Libya

Chargé d’Affaires

Abdulla Hebrara

since 14.08.2012

Marocco

H.E. Dr. Ali El Mhamdi

since 12.01.2012

New Zealand

H.E.

Deborah Geels

since 05.04.2013

office@libyanembassyvienna.at

emb-pmissionvienna@morocco.at

nzemb@aon.at

www.nzembassy.com/austria

Liechtenstein

H.H. Maria-Pia

Kothbauer Prinzessin

v.u.z. Liechtenstein,

since 11.12.1997

Mexico

Chargé d'Affaires Carmen

Cecilia Villanueva

Bracho

since 12.12.2011

Nicaragua

H.E. Alvaro José

Robelo Gonzáles

since 11.01.2013

info@vie.llv.li

*)

embamex@embamex.or.at

embanicviena@chello.at

Lithuania

Chargé d’Affaires

Edvilas Raudonikis

since 07.08.2012

Moldova

H.E. Valeriu Chiveri

since 27.09.2010

Nigeria

H.E. Maria Oyeyinka

Laose

since 28.09.2011

amb.at@urm.lt

vienna@moldmission.at

www.austria.mfa.md

info@nigeriaembassyvienna.com

www.nigeriaembassyvienna.com

Luxembourg

H.E. Hubert Wurth

since 09.11.2011

Mongolia

H.E. Gunaajav

Batjargal

since 05.04.2013

North Korea

H.E. Kwang Sop Kim

since 18.03.1993

vienne.amb@mae.etat.lu

www.vienne.mae.lu/ge

office@embassymon.at

www.embassymon.at

d.v.r.korea.botschaft@chello.at

Macedonia

H.E. Prof. Dr.

Gjorgji Filipov

since 18.10.2010

Montenegro

H.E. Slavica Milacic

since 05.04.2013

Norway

H.E. Jan Petersen

since 14.10.2009

botschaft@makedonien.co.at

diplomat-mn@me-austria.eu

emb.vienna@mfa.no

www.norwegen.or.at

Society 1_2013 | 13


Ambassadors

a to z

Oman

H.E. Dr. Badr Mohamed

Zaher Al Hinai

since 11.12.2007

Philippines

H.E. Lourdes O.

Yparraguirre

since 30.06.2010

Saudi Arabia

H.E. Mohammed Al

Salloum

since 02.07.2012

embassy.oman@chello.at

office@philippine-embassy.at

www.philippine-embassy.at

saudiembassy@saudiembassy.at

Order of Malta

H.E. Christof Maria

Fritzen

since 11.01.2013

Poland

S.E. Artur Lorkowski

designated

Serbia

Chargé d’Affaires

Goran Bradic

since 29.12.2012

botschaft@malteser.at

www.orderofmalta.int

wieden.amb.sekretariat@msz.gov.pl

www.wien.polemb.net

embassy.vienna@mfa.rs

www.vienna.mfa.rs

Pakistan

Chargé d'Affaires Sardar

Adnan Rashid

since 12.07.2011

Portugal

H.E. Pedro Luís

Baptista Moitinho

de Almeida

since 05.04.2013

Slovakia

H.E. Juraj Machac

since 28.03.2012

*)

parepvienna@gmail.com

www.mofa.gov.pk/austria

viena@mne.pt

emb.vieden@mzv.sk

www.vienna.mfa.sk

Palestinian Territories

H.E. Dr. Zuheir Elwazer

since 28.04.2005

Qatar

H.E. Mohammed Ali

M.H. Al-Malki

since 19.04.2012

Slovenia

H.E. Aleksander

Gerzina

since 22.06.2009

palestine.mission@chello.at

botschaft@katarbotschaft.at

vdu@gov.si

Panama

H.E. Ricardo Vallarino

Perez

since 28.03.2012

Romania

H.E. Silvia Davidoiu

since 12.01.2009

South Africa

H.E. Xolisa Mfundiso

Mabhongo

since 29.04.2010

mail@empanvienna.co.at

ambromviena@ambrom.at

vienna.bilateral@dirco.gov.za

www.dirco.gov.za/vienna/

Paraguay

H.E. Dr. Horacio

Nogues Zubizarreta

since 15.02.2008

Russian Federation

H.E. Sergey Nechaev

since 29.04.2010

South Korea

H.E. Hyun Cho

since 17.05.2011

embaparviena@chello.at

info@rusemb.at

www.rusemb.at

mail@koreaemb.at

http://aut.mofat.go.kr

Peru

H.E. Antonio Javier

Alejandro Garcia

Revilla

since 14.07.2009

San Marino

H.E. Dr. Elena

Molaroni Berguido

since 17.09.2008

Spain

H.E. Alberto Carnero

Fernández

designated

embajada@embaperuaustria.at

rsmvienna@gmail.com

*)

emb.viena@maec.es

14 | Society 1_2013


Ambassadors

a to z

Sri Lanka

H.E. Aliyar Lebbe

Abdul Azeez

since 28.09.2011

Tunisia

H.E. Mohamed Samir

Koubaa

since 28.09.2011

Uruguay

H.E. Carlos Alejandro

Barros Oreiro

since 17.04.2009

embassy@srilankaembassy.at

www.srilankaembassy.at

at.vienne@aon.at

uruvien@embuy.at

Sudan

H.E. Mahmoud Hassan

Elamin

since 17.04.2009

Turkey

H.E. Ayse Sezgin

since 09.11.2011

Uzbekistan

Chargé d’Affaires a.i.

Ravshanbek

Duschanov

since 16.09.2009

sudanivienna@prioritytelecom.biz

www.sudanivienna.at

botschaft.wien@mfa.gov.tr

www.vienna.emb.mfa.gov.tr

embassy@usbekistan.at

www.usbekistan.at

Sweden

H.E. Nils Gustav Daag

since 28.09.2011

Turkmenistan

H.E. Silapberdi

Nurberdiev

since 28.09.2011

Venezuela

H.E. Alí De Jesús

Uzcategui Duque

since 06.05.2008

ambassaden.wien@foreign.ministry.se

www.swedenabroad.com

info@botschaft-turkmenistan.at

www.botschaft-turkmenistan.at

embajada@austria.gob.ve

www.austria.gob.ve

Switzerland

H.E. Urs Breiter

since 27.09.2010

Ukraine

H.E. Andrii Bereznyi

since 30.06.2010

Vietnam

H.E. Thiep Nguyen

since 17.05.2011

vie.vertretung@eda.admin.ch

www.schweizerbotschaft.at

info@ukremb.at

www.ukremb.at

office@vietnamembassy.at

www.vietnamembassy-austria.org/vi/

Syria

H.E. Bassam Sabbagh

since 29.04.2010

United Arab Emirates

H.E. Mohamad Hamad

Omran Alshamsi

since 08.01.2009

Yemen

H.E. Abdulhakim

Abdulrahman Al-

Eryani

since 27.09.2010

vienna_embassy@syrianembassy.

jet2web.at

emirates@aon.at

yemenembassy.vienna@aon.at

Tajikistan

Chargé d’Affaires

Ismatullo Nasredinov

since 09.01.2013

United Kingdom

H.E. Susan Le Jeune

d’Allegeershecque

since 12.09.2012

Zimbabwe

H.E. Tsitsi Grace

Mutandiro

since 17.01.2005

info@tajikembassy.at

www.tajikembassy.org

press@britishembassy.at

www.ukinaustria.fco.gov.uk

z.vien@chello.at

Thailand

H.R.H. Princess

Bajrakitiyabha

Mahidol

since 17.10.2012

United States

H.E. William Carlton

Eacho III

since 14.09.2009

embassy@thaivienna.at

www.thaiembassy.at

embassy@usembassy.at

www.usembassy.at

*) Nota bene: Some pictures were not

available at the time of going to press.

Society 1_2013 | 15


Diplomatie

neue Botschafter

Diplomatenkarussell | Jänner bis Mai 2013

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

Afghanistan

H.E. Ayoob M.

Erfani

Born on April 14, 1962.

Married. Four children.

Kenia

H.E. Michael

Adipo Okoth

Oyugi

Born on April 30,

1960. Married.

Malteser

Ritterorden

S.E. Christof

Maria Fritzen

Geboren am 1. Jänner

1944. Verheiratet.

Drei Kinder.

Education

• 1981: Kabul University

• 1982-1988: International Relations –

Political Science, M.A. from Moscow

State Institute for International

Relation)

Professional Career

• 1988-1991: Member, Department of

Middle East and Africa, Ministry of

Foreign Affairs

• 1991-1994: Second Secretary, Permanent

Mission of Afghanistan to the

UN, New York

• 1995-1996: First Secretary, PM of

Afghanistan to the UN, New York

• 1996-2001: First Secretary, Chief

Coordinator, Office of the Ministry

of Foreign Affairs of Afghanistan,

New York

• 2002-2003: Counsellor, Permanent

Mission of Afghanistan to the UN,

New York

• 2003-2005: Minister-Counsellor,

Permanent Mission of Afghanistan

to the UN, New York

• 2006-2007: Director-General, Department

of United Nations and International

Conferences, MFA

• 2007-2011: Deputy Permanent Representative,

Permanent Mission of

Afghanistan to the UN, New York

• 2011-2013: Director-General, Department

of UN and Int. Conferences

and Multilateral Issues, MFA

Education

• 1979-1983: BA in International Relations

and French Language

• 1985-1986: Graduate Diploma in

Latin American Studies

• 1984-1986: Post-Graduate Diploma in

Diplomacy and Int. Relations

• 1996-1997: Post-Graduate Certificate

in Multilateral Diplomacy

Professional Experience

• 1987-1992: Third, then Second Secretary,

Kenya Embassy in Paris, France

• 1993-1994: Secretariat of the Southern

Sudan Peace Negotiations

• 1992-1997: Postings at Ministry

Headquarters

• 1998-2003: Kenya Mission to the

United Nations in Geneva, Switzerland

• 2001-2003: Consul-General of Kenya

to Switzerland, First Counsellor and

Deputy Head of Mission, Kenya Mission

to the UN in Geneva

• 2003-2005: Head of International

Organizations and Conferences

Division, Head of Africa and African

Union Division, MFA

• 2005-2010: Principal Counsellor,

Deputy Head of Mission, Kenya

Embassy, Addis Ababa

• 2010-2012: Ambassador, Director of

Africa and the African Union Directorate,

MFA

Ausbildung

• 1965-1972: Studium der Rechte, Universitäten

Freiburg und Würzburg,

Deutschland

• 1971: Promotion, Universität Würzburg

• 1973: Anwaltszulassung

• 1973-1974: Master of Laws, LL.M.,

Columbia University, New York

Beruflicher Werdegang

• 1974-1980: Rechtsanwalt, Kanzlei

Cleary, Gottlieb, Steen & Hamilton,

New York u. Brüssel

• 1980-1983: Bankhaus Trinkaus &

Burkhardt, Düsseldorf

• 1983-1991: Vereins- und Westbank,

Hamburg

• 1992-2008: Deutsche Bank, Frankfurt,

Managing Director

• 2002-heute: Adjunct Faculty, University

of Virginia School of Law,

Charlottesville

• 2007-heute: Mitglied des Kuratoriums

des Malteser-Gymnasiums St.

Bernhard, Willich, Deutschland

• 2008-2011: Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats

u. Vorsitzender des Prüfungsausschusses

des Aufsichtsrates

der REpower Systems SE, Hamburg

• 2008-2012: Botschafter des Souveränen

Malteser Ritter-Ordens in

Bosnien und Herzegowina

• 2009-heute: Bucerius Law School,

Hamburg

Fotos: HBF/Lechner, Karlovits

16 | Society 1_2013


Diplomatie

neue Botschafter

Mongolei

Montenegro

Neuseeland

H.E. Gunaajav

Batjargal

H.E. Slavica

Milacic

H.E. Deborah

Geels

Born in 1966. Married.

Two daughters.

Born on January 27,

1961, in Podgorica

Education

• 1985-1990: Graduate studies, Moscow

State Institute of International

Relations, Russia

• 1995-1996: Postgraduate studies,

University of East Anglia, UK

• 2004: Trade policy course at the

World Trade Organization, Geneva,

Switzerland

Professional Experience

• 1990: Mongolian Chamber of Commerce

& Industry

• 1991: Entered Foreign Service

• 1991-1995: Ministry of Foreign Affairs

• 1997-2000: Mongolian Embassy in

the United Kingdom

• 2001-2003: Economic Affairs Officer,

Deputy Director, Department of

Multilateral Cooperation, MFA

• 2004-2006: Counsellor, Mongolian

Embassy in Vienna, Austria

• 2007-2008: Counsellor, Deputy

Director, Department of Multilateral

Cooperation, MFA

• 2009-2013: Director, Department of

Policy Planning and Research, MFA

Education

• Faculty of Economics in Podgorica

• 1992: International Economic Relations,

University of California

Professional Experience

• 1987-1990: Adviser with the Ministry

of Foreign Affairs

• 1990-1994: Senior Adviser

• 1994-1997: Deputy Foreign Minister

• 1997-2000: Deputy Minister for Foreign

Affairs and National Coordinator

for Stability Pact

• 2000-2003: Head of Montenegrin

Mission to the EU, Brussels

• 2003-2004: Minister for International

Economic Relations and European

Integration

• 2004-2006: Chief Adviser to the

Prime Minister of Montenegro

2006-2010: Ambassador, Head of

Permanent Mission of Montenegro

to the EU

• 2007-2010: Ambassador, Permanent

Representative of Montenegro to the

Organisation for the Prohibition of

Chemical Weapons (OPCW)

• 2010-2011: Chief Political Adviser to

the Prime Minister of Montenegro

• 2011-2012: State secretary for EI,

Ministry of Foreign Affairs and European

Integration

• 2012-2013: Ambassador, Ministry

of Foreign Affairs and European

Integration

Education

• Graduate in economics and political

science from the University of

Canterbury

Professional Career

• 1986: Joined Foreign Service. Held

several positions within the MFA

focusing on multilateral work, the

Pacific island, Asia and development

assistance.

• 1997-2002: Counsellor, Permanent

Mission to the UN, Geneva

• 2006-2008: Deputy Head of Mission

to Beijing.

• 2009-2012: Director of Consular Division,

MFA

Society 1_2013 | 17


Diplomatie

neue Botschafter

Diplomatenkarussell | Jänner bis Mai 2013

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

Nicaragua

H.E. Alvaro José

Robelo González

Born on January 6,

1947. Married.

Education

• 1967-1970: Doctorate in Law

• 1970-1971: Master in Economic and

Business Administration

• 1972-1974: Master in Mass Media

Communication

• 1974-1975: Master in Canon Law

Professional Career

• 1977-1979: Corporaciòn de Inversiones

Diversas, Managua

• 1980-1985: General Manager, Società

Italiana Cauzioni, Rome

• 1986-1989: Consultant in different

international firms, Rome

• 1990-1994: Instituto Italo-Latino

Americano IILA, Rome, Permanent

Representative of Nicaragua

• 1990-1994: International Fund of Agricola

Development (IFAD), Governor

for Nicaragua

• 1990-1994: World Food Programme,

Rome, Permanent Representative of

Nicaragua

• 1990-1994: Food and Agriculture

Organization (FAO), Permanent

Representative of Nicaragua

• 1990-1994: Ambassador of Nicaragua

in Italia, Greece, Yugoslavia and

Romania

• 1994-1996: West Chase Inc., President,

Panama

• 1993-1996: President, Banco Europeo

de Centro America, Managua

Portugal

H .E. Pedro Luís

Baptista Moitinho

de Almeida

Born in Lisbon on 9

January, 1951. Married.

Two daughters.

Education

• Degree in Economics from the University

of Lisbon

Professional Experience

• 1974: Joined Diplomatic Service.

• 1975: Attaché

• 1978: Third Secretary

• 1979: Second Secretary; Portuguese

Embassy in Athens, Greece

• 1984: First Secretary; Portuguese

Embassy in Praia, Cape Verde Islands

• 1989: Chief of Division of the Multilateral

Bureau

• 1990: Director of the Bureau for

Security Defense and Disarmament

• 1991: Director of the Africa Bureau,

Department of Foreign Affairs

• 1993-1997: Consul-General, Barcelona,

Spain; Counselor of Embassy

• 1997: Minister Plenipotentiary;

Deputy Head of Portuguese Delegation

in Macau

• 2000: Head of Mission of the EU

Monitors for the Balkans, Sarajevo

• 2000-2002: Head of Mission in East

Timor

• 2003: Consul-General in the Macau

Special Administrative Region;

Consul-General, Hong Kong

• 2004: Head of Mission, Macau

• 2007: Special Representative of the

Portuguese Presidency of the EU for

Strategic Dialogues

• 2008: Ambassador to Canada

Rangfolge der Chefs

diplomatischer

Missionen mit Sitz in

Wien

n Der Apostolische Nuntius – Heiliger Stuhl

Dr. Peter Stephan ZURBRIGGEN

n Korea - Demokratische Volksrepublik

S.E. Herr Kwang Sop KIM, (18.03.1993)

n Liechtenstein

I.D. Frau Maria-Pia KOTHBAUER, (Prinzessin

v.u.z.Liechtenstein) (11.12.1997)

n Belize

S.E. Herr Alexander PILETSKY, (01.10.1999)

n Simbabwe

I.E. Frau Tsitsi Grace MUTANDIRO, (17.01.2005)

n Palästinensische Gebiete

S.E. Herr Dr. Zuheir ELWAZER, (28.04.2005)

n Costa Rica

I.E. Frau Ana Teresa DENGO BENAVIDES, (26.09.2006)

n Dominikanische Republik

S.E. Herr Ramon Andres QUINONES RODRIGUEZ, (04.06.2007)

n Oman

S.E. Herr Dr. Badr Mohamed Zaher AL HINAI, (11.12.2007)

n Paraguay

S.E. Herr Dr. Horacio NOGUES ZUBIZARRETA, (15.02.2008)

n Venezuela

S.E. Herr Alí De Jesús UZCATEGUI DUQUE, (06.05.2008)

n Libanon

S.E. Herr Ishaya EL KHOURY, (10.09.2008)

n Ecuador

S.E. Herr Juan Diego STACEY MORENO, (17.09.2008)

n San Marino

I.E. Frau Dr. Elena MOLARONI BERGUIDO, (17.09.2008)

n Vereinigte Arabische Emirate

S.E. Herr Mohamad Hamad OMRAN ALSHAMSI, (08.01.2009)

n Rumänien

I.E. Frau Silvia DAVIDOIU, (12.01.2009)

n Sudan

S.E. Herr Mahmoud Hassan ELAMIN, (17.04.2009)

n Uruguay

S.E. Herr Carlos Alejandro BARROS OREIRO, (17.04.2009)

n Slowenien

S.E. Herr Aleksander GERZINA, (22.06.2009)

n Peru

S.E. Herr Antonio Javier Alejandro GARCIA REVILLA,

(14.07.2009)

n Kirgisistan

I.E. Frau Lidia IMANALIEVA,(14.09.2009)

n Lettland

S.E. Herr Indulis BERZINS, (14.09.2009)

n Kanada

S.E. Herr John BARRETT, (14.09.2009)

n Vereinigte Staaten

S.E. Herr William Carlton EACHO III, (14.09.2009)

n Finnland

I.E. Frau Satu Marjatta RASI, (14.10.2009)

n Norwegen

S.E. Herr Jan PETERSEN, (14.10.2009)

n Kuwait

S.E. Herr Mohammad Saad Oudah AL-SALLAL, (14.10.2009)

n Kosovo

S.E. Herr Dr. Sabri KIQMARI, (14.10.2009)

n Israel

Fotos: HBF/Lechner, Karlovits

18 | Society 1_2013


Diplomatie

neue Botschafter

S.E. Herr Aviv SHIR-ON, (14.10.2009)

n Island

S.E. Herr Stefán SKJALDARSON, (14.10.2009)

n Estland

I.E. Frau Eve-Külli KALA, (11.01.2010)

n Südafrika

S.E. Herr Xolisa Mfundiso MABHONGO, (29.04.2010)

n Syrien

S.E. Herr Bassam SABBAGH, (29.04.2010)

n Russische Föderation

S.E. Herr Sergey NECHAEV, (29.04.2010)

n Malaysia

S.E. Herr Muhammad Shahrul IKRAM BIN YAAKOB,

(30.06.2010)

n Belgien

S.E. Herr Frank RECKER, (30.06.2010)

n Philippinen

I.E. Frau Lourdes O. YPARRAGUIRRE, (30.06.2010)

n Albanien

S.E. Herr Dr. Vili MINAROLLI, (30.06.2010)

n Chile

S.E. Herr Alfredo Alejandro LABBE VILLA, (30.06.2010)

n Ukraine

S.E. Herr Andrii BEREZNYI, (30.06.2010)

n Moldau

S.E. Herr Valeriu CHIVERI, (27.09.2010)

n Schweiz

S.E. Herr Urs BREITER, (27.09.2010)

n Jemen

S.E. Herr Abdulhakim Abdulrahman AL-ERYANI, (27.09.2010)

n Dänemark

S.E. Herr Torben BRYLLE, (27.09.2010)

n Mazedonien

S.E. Herr Prof. Dr. Gjorgji FILIPOV, (18.10.2010)

n Japan

S.E. Herr Shigeo IWATANI, (18.10.2010)

n Kolumbien

S.E. Herr Freddy Jose PADILLA DE LEON, (18.10.2010)

n Laos

S.E. Herr Khamkheuang BOUNTEUM, (18.10.2010)

n Namibia

S.E. Herr Raphael Nakare DINYANDO, (09.12.2010)

n Irland

S.E. Herr James BRENNAN, (09.12.2010)

n Ungarn

S.E. Herr Vince SZALAY-BOBROVNICZKY, (09.12.2010)

n Irak

S.E. Herr Dr. Surood R. Najib NAJIB, (09.12.2010)

n El Salvador

S.E. Herr Mario Antonio RIVERA MORA, (09.03.2011)

n Kroatien

S.E. Herr Gordan BAKOTA, (09.03.2011)

n Kasachstan

S.E. Herr Kairat ABDRAKHMANOV, (17.05.2011)

n Korea - Republik

S.E. Herr Hyun CHO, (17.05.2011)

n Kuba

S.E. Herr Juan Carlos MARSAN AGUILERA, (17.05.2011)

n Vietnam

S.E. Herr Thiep NGUYEN, (17.05.2011)

n Nigeria

I.E. Frau Maria Oyeyinka LAOSE, (28.09.2011)

n Schweden

S.E. Herr Nils Gustav DAAG, (28.09.2011)

n Sri Lanka

S.E. Herr Aliyar Lebbe ABDUL AZEEZ, (28.09.2011)

n Turkmenistan

S.E. Herr Silapberdi NURBERDIEV, (28.09.2011)

n Aserbaidschan

S.E. Herr Galib ISRAFILOV, (28.09.2011)

n Tunesien

S.E. Herr Mohamed Samir KOUBAA, (28.09.2011)

n Ägypten

S.E. Herr Khaled Abdelrahman Abdellatif SHAMAA, (09.11.2011)

n Luxemburg

S.E. Herr Hubert WURTH, (09.11.2011)

n Côte d‘Ivoire

S.E. Herr Largaton Gilbert OUATTARA, (09.11.2011)

n Angola

I.E. Frau Maria De Jesus Dos Reis FERREIRA, (09.11.2011)

n Belarus

S.E. Herr Valery VORONETSKY, (09.11.2011)

n Armenien

S.E. Herr Arman KIRAKOSSIAN, (09.11.2011)

n Türkei

I.E. Frau Ayse SEZGIN,(09.11.2011)

n Griechenland

S.E. Herr Themistoklis DIMIDIS, (12.01.2012)

n Marokko

S.E. Herr Dr. Ali EL MHAMDI, (12.01.2012)

n Burkina Faso

S.E. Herr Paul Robert TIENDREBEOGO, (28.03.2012)

n Malta

S.E. Herr Colin SCICLUNA, (28.03.2012)

n Panama

S.E. Herr Ricardo VALLARINO PEREZ, (28.03.2012)

n Slowakei

S.E. Herr Juraj MACHAC, (28.03.2012)

n Bulgarien

I.E. Frau Elena Radkova SHEKERLETOVA, (28.03.2012)

n Bosnien und Herzegowina

I.E. Frau Tanja MILASINOVIC MARTINOVIC,(19.04.2012)

n Zypern

S.E. Herr Costas A. PAPADEMAS, (19.04.2012)

n Frankreich

S.E. Herr Stephane Laurent GOMPERTZ, (19.04.2012)

n Katar

S.E. Herr Mohammed Ali M.H. AL-MALKI, (19.04.2012)

n Algerien

S.E. Herr Mohamed BENHOCINE, (02.07.2012)

n Saudi-Arabien

S.E. Herr Mohammed AL SALLOUM, (02.07.2012)

n Iran - Islamische Republik

S.E. Herr Hassan TAJIK, (02.07.2012)

n Guatemala

S.E. Herr Antonio Roberto CASTELLANOS LOPEZ, (12.09.2012)

n Niederlande

S.E. Herr Peter Paul VAN WULFFTEN PALTHE, (12.09.2012)

n Indien

S.E. Herr Swaminathan RAMACHANDRAN, (12.09.2012)

n China

S.E. Herr Bin ZHAO, (12.09.2012)

n Vereinigtes Königreich

I.E. Frau Susan Jane LE JEUNE D‘ALLEGEERSHECQUE,

(12.09.2012)

n Deutschland

S.E. Herr Detlev RÜNGER, (12.09.2012)

n Australien

S.E. Herr David Gordon STUART, (12.09.2012)

n Brasilien

S.E. Herr Evandro DE SAMPAIO DIDONET, (17.10.2012)

n Indonesien

S.E. Herr Rachmat BUDIMAN, (17.10.2012)

n Thailand

I.K.H. Prinzessin Bajrakitiyabha MAHIDOL, (17.10.2012)

n Nicaragua

S.E. Herr Alvaro Jose ROBELO GONZALES, (11.01.2013)

n Malteser Ritterorden

S.E. Herr Christof Maria FRITZEN, (11.01.2013)

n Neuseeland

I.E. Frau Deborah Mary GEELS, (05.04.2013)

n Kenia

S.E. Herr Michael Adipo Okoth OYUGI, (05.04.2013)

n Mongolei

S.E. Herr Batjargal GUNAAJAV, (05.04.2013)

n Afghanistan

S.E. Herr Ayoob M. ERFANI, (05.04.2013)

n Montenegro

I.E. Frau Slavica MILACIC, (05.04.2013)

n Portugal

S.E. Herr Pedro Luis Baptista MOITINHO DE ALMEIDA, (05.04.2013)

n Georgien

S.E. Herr Konstantine ZALDASTANISHVILI, (designiert)

n Polen

S.E. Herr Artur LORKOWSKI, (designiert)

n Libyen

Herr Abdulla M.M. HEBRARA, Gesandter (02.02.2007), und

Geschäftsträger a.i.

n Bolivien

Herr Ricardo Javier MARTINEZ COVARRUBIAS, Gesandter –

Botschaftsrat, (11.02.2009), und Geschäftsträger a.i.

n Argentinien

S.E. Herr Rafael Mariano GROSSI, (designiert)

n Spanien

S.E. Herr Alberto CARNERO FERNÁNDEZ, (designiert)

n Usbekistan

Herr Ravshanbek DUSCHANOV, Geschäftsträger a.i.

(16.09.2009)

n Pakistan

Herr Sardar Adnan RASHID, Botschaftsrat, (12.07.2011), und

Geschäftsträger a.i.

n Mexiko

Frau Carmen Cecilia VILLANUEVA BRACHO, Gesandte

(12.12.2011), und Geschäftsträgerin a.i.

n Andorra

Frau Gemma CANO BERNE, Botschaftsrätin (11.01.2012) und

Geschäftsträgerin a.i.

n Litauen

Herr Edvilas RAUDONIKIS, Gesandter - Botschaftsrat

(07.08.2012), und Geschäftsträger a.i.

n Serbien

Herr Goran BRADIC, Botschaftsrat, (29.12.2012), und

Geschäftsträger a.i.

n Tadschikistan

Herr Ismatullo NASREDINOV, Botschafter (09.01.2013), und

Geschäftsträger a.i.

n Tschechische Republik

Frau Dr. Ivana CERVENKOVA, Gesandte - Botschaftsrätin,

(03.02.2010)

n Italien

Herr Gesandter-Botschaftsrat Sergio PAGANO (04.09.2012)

n Jordanien

Botschaftsrat Herr Qais ABU DAEIH, (17.09.2012)

Society 1_2013 | 19


Among Ashes and W

society eigenevent

TUNESISCHE GALANACHT

Adrian Hollaender, Amel Koubaa, S.E.

Samir Koubaa, Massimo Galfano, Gerti

Tauchhammer, Elisabeth Pratscher

Im Rahmen der Tunesien-Tage in Österreich lud der tunesische

Botschafter S.E. Samir Koubaa gemeinsam mit SOCIETY-

Herausgeberin Gertrud Tauchhammer zu einer Galanacht

in das Alte Rathaus in Wien ein.

Text: SOCIETY

Nach einem Cocktail-Empfang

im Barocksaal des Alten

Rathauses stand in dem ein

Stockwerk darüber gelegenen

historischen Festsaal das

Konzert am Programm. Zum Einstieg sang

die Sopranistin Elisabeth Pratscher, Preisträgerin

des Dostal-Operettenwettbewerbs

2012, die Hymnen Österreichs und Tunesiens.

Danach faszinierten original arabische

Klänge das Publikum, mit dem Perkussionisten

und Sänger Habib Samandi und dem

Oud-Spieler Juan Carlos Sungurlian.

Einen spannenden Kontrapunkt setzte

die anschließende Performance des sizilianisch-deutschen

Sängers Massimo Galfano

und Band unter dem Motto „Among Ashes

and Words“, dessen gleichnamige CD bereits

erschienen ist. Begleitet wurde er von

dem Gitarristen Moses Oliver und dem

Gesangsduo Katia Accardi und Gioacchina

Cottone.

20 | Society 1_2013

Juan Carlos Sungurlian, Elisabeth

Pratscher, Habib Samandi


Opernsängerin Elisabeth Pratscher sang die

Landeshymnen von Tunesien und Österreich

Christian Rössler (HK Tunesien-

Stmk.), Adrian Hollaender, Elisabeth

Pratscher, Franz Schmidbauer

(HK Tunesien-Bgld.)

Karl Kaltenegger mit

Begleitung („Traveller“)

(r.) Eric L. Smith (USA)

S.E. Dr. Vili Minarolli (Albanien)

mit Gattin

Schneider Zoltan Röszler

Die bilateralen Botschafter

Elisabeth Pratscher,

Martina van Holst

S.E. Samir Koubaa,

„Bierpapst“ Conrad Seidl

S.E. Arman Kirakossian (Armenien)

ords

Fotos: SOCIETY


Spezialitäten und

Ausstellung

Die Moderation übernahm Dr. Adrian

Hollaender. Unterstützt wurde die Veranstaltung

von den italienischen Spezialitätenherstellern

Caffè Normanno, Sapori

& Amori und Valformaggi e Accomando

Olio, die anschließend an das Konzert

sizilianische Spezialitäten aus biologischem

Anbau servierten. Weitere Sponsoren

waren die OMV und die Stadt Wien.

Außerdem war in den Räumlichkeiten

eine Ausstellung zu sehen mit Kalligraphien

von Abderrazak Hammouda, Gemälden

und Skulpturen von Prof. Felix Haspel,

Fotografien des tunesischen Kulturministeriums

und historischen Dokumenten

über die diplomatischen Beziehungen

zwischen Tunesien und Österreich. Die tunesische

Gala-Nacht, die dieses Jahr zum

zweiten Mal stattfand, zelebrierte die junge

Demokratie in Tunesien.

Massimo Galfano und

Gesangsduo

Katia Accardi und

Gioacchina Cottone

Stefan, Gerti und

Tanja Tauchhammer

Arabische Klänge: Habib Samandi

und Juan Carlos Sungurlian

Society 1_2013 | 21


society eigenevent

TUNESISCHE GALANACHT

Dr. Richard Schenz

(Vizepräsident WKO)

Konzert im historischen

Festsaal des Alten Rathauses

Auszug

aus der

Gästeliste

S.E. Khaled Shamaa

mit Gattin

Gerti Tauchhammer

und Massimo Galfano

S.E. Kairat ABDRAKHMANOV

(Kasachstan) · S.E. Dr. Abdulhakim

Abdulrahman AL-

ERYANI (Jemen) · Botschafterin

Olga ALGAYEROVA (UN

Slowakei) · Botschafter Ali

Khalfan A.K. AL-MANSOURI

(UN Katar) · S.E. Mohamed

AL-SALAL (Kuwait) · S.E.

James BRENNAN (Irland)

· S.E. Rachmat BUDIMAN

(Indonesien) · Prof. Dr. Ung

CHANG (IOC) · S.E. Valeriu

CHIVERI (Moldau) · I.E. Silvia

DAVIDOIU (Rumänien) · S.E.

Evandro DIDONET (Brasilien)

· S.E. Ali EL MHAMDI

(Marokko) · S.E. Dr. Zuheir

ELWAZER (Palästinensische

Gebiete) · Mirella FRAHI

(UNODC) · Botschafter Dr.

Thomas GREMINGER (UN

Schweiz) · Botschafter Andrey

KELIN (OSZE Russische

Föderation) · Generalsekretär

Dipl. Ing. Mouddar KHOUJA

(Austro-Arab Chamber of

Commerce) · S.E. Dr. Sabri

KIQMARI (Kosovo) · S.E. Dr.

Arman KIRAKOSSIAN (Armenien)

· S.E. Xolisa Mfundiso

MABHONGO (Südafrika) ·

S.E. Dr. Vili MINAROLLI (Albanien)

· I.E. Tsitsi MUTANDI-

RO (Simbabwe) · Botschafter

Eoin O‘LEARY (OSZE Irland)

· Botschafter Toshiro OZAWA

(UN Japan) · S.E. Costas

PAPADEMAS (Zypern) ·

Botschafter i.R. Konstantin

PREVEDOURAKIS · S.E.

Makram QUEISI (Jordanien)

· Vizepräsident Dr. Richard

SCHENZ (WKO) · S.E. Colin

SCICLUNA (Malta) · S.E.

Khaled SHAMAA (Ägypten) •

Botschafter Dr. Friedrich Stift

(BMEIA) · S.E. Ramachandran

SWAMINATHAN (Indien) ·

Bezirksvorsteher Adolf TIL-

LER (Bezirk Wien 19) · S.E.

Dr. Mikhail WEHBE (Liga der

Arabischen Staaten)

Die Tunesische

Freundschaftsgesellschaft,

in der Mitte

Bezirksvorsteher von

Döbling Alfred Tiller

Massimiliano Caruso

(Manager Massimo

Galfano), Antonio Milazzo

(Press and Com) vor den

Spezialitäten aus Sizilien

S.E. Makram Queisi (Jordanien),

Gerti Tauchhammer, Amel Koubaa,

S.E. Samir Koubaa, S.E. Zuheir

Elwazer (Palästina)

Botschafter Andreas Nothelle (OSZE)

und S.E. Samir Koubaa

Repräsentanten der sizilianischen

Firmen sind extra für die

Veranstaltung angereist.

Empfang im Barocksaal

des Alten Rathauses

22 | Society 1_2013


Vormittag: Golf in Monastir

Nachmittag: Besuch des Amphitheaters in El Jem

www.tunesien-info.at


society eigenevent

Martial Arts Show

Gerti Tauchhammer rollt das Gastgeschenk

von Großmeister Chen

Shi Hong für das Publikum auf.

Martial Art Show

SOCIETY lud zur Weltpremiere in das Völkerkundemuseum:

Zum ersten Mal waren in einer Martial Art Show Kampfkünstler

aus China, Japan und Nordkorea gemeinsam zu sehen.

Text: SOCIETY

Fernöstliche Kampfkunst traf auf

das österreichische Ambiente

des Völkerkundemuseums, als

Gerti Tauchhammer zu einer

Weltpremiere einlud. Zum ersten

Mal zeigten Kampfsportler aus Japan,

China und der DVR Korea die Bandbreite

asiatischer Kampfkunst dem staunenden

Publikum.

Den Auftakt machte Japan, vertreten

durch Dr. Diethard Leopold, Präsident der

Österreichisch-Japanischen Gesellschaft,

und Dr. Elisabeth Noisser vom Seishinkan

Dojo Wien, mit einer Kyudo Zeremonie

(Weg des Bogenschießens) und einer Iaido-

Demonstration (Weg des Schwertziehens).

China präsentierte Großmeister Chen Shi

Hong und seine Austrian Chinese Wushu

Association, die einen Drachentanz und

Taiji Übungen vorzeigten. Abschließend

war die DVR Korea mit dem Taekwon-Do

Demo Team von Meister Kim Chol Gyu

zu sehen. Das international bekannte

Team bewies eindrucksvoll sein Können,

bei dem unter anderem Dachziegel mit

der Hand zerbrochen und Selbstverteidigungstechniken

vorgeführt wurden. Moderator

des Abends war Florian Danner

von PULS 4.

Am Ende der Veranstaltung erhielt Professor

Chang Ung einen Pokal für sein Lebenswerk.

Er ist Mitglied des Internationalen

Olympischen Komitees und Präsident

des International Martial Art Committe.

Das ausgezeichnete asiatische Catering

kam von der Event Company Opitz & Hasil.

Fotos: SOCIETY

24 | Society 1_2013


La Hong (r.) demonstriert

Wushu mit seinem Model

Xuecheng Fan (Botschaft China),

Gerti Tauchhammer, Dr. Diethard

Leopold, S.E. Kwang Kim

S.E. Samir Koubaa

(Tunesien) und Gattin Amel

S.E. Dr. Zuheir Elwazer (Paläst.

Terr.), Suleiman Al-Herbish (OFID)

Franz Moser (Containex) mit Gattin

Journalistin

Senta Ziegler

mit Ziehkind

Dr. Heinz Bixa mit Gattin

Andreas Lenz

(Orange),

Rita Davidson

(Sporthilfe)

Dr. Hans

Georg Ender in

Begleitung

Dr. Manfred Prinz

(BHT) mit Gattin

Christine Opitz, Gerti

Tauchhammer, Maria Lahr

Irene Carreira-

Staudinger, Peter

Staudinger

Dr. Diethard Leopold

inszenierte Kyudo

Der Große Saal im

Völkerkundemuseum

Society 1_2013 | 25


society eigenevent

Martial Arts Show

Taekwon-Do Demo Team

aus der DVR Korea

Gerti Tauchhammer überreicht Professor

Chang Ung (Olympisches Komitee)

einen SOCIETY-Pokal für sein Lebenswerk,

PULS-4 Moderator Florian Danner

Auszug

aus der

Gästeliste

GD Suleiman Al-Herbish

(OFID) · Mirnesa & Mirneta

BECIROVIC (Jiu-Jitsu

Weltmeister) · Dr. Ljubo

BRAJKOVIC (Österreichisch-

Serbische Gesellschaft) ·

Julien d‘Allegeershecque

(Großbritannien) · I.E. Silvia

DAVIDOIU (Rumänien) · S.E.

Alejandro DIAZ (Mexiko)

· S.E. Mahmoud ELAMIN

(Sudan) · S.E. Dr. Zuheir

ELWAZER (Palästinensischen

Gebiete) · Xuecheng Fan

(China) · Senator Walter

J. Gerbautz (ÖAG) · Prof.

Günther Granser (Permanent

Mission of SMOM) · S.E.

Muhammad Shahrul IKRAM

BIN YAAKOB (Malaysia) ·

Mayo ITO (Japan) · I.E. Eve-

Külli KALA (Estland) · Niki

KAMBA (Griechenland) · Dr.

Andrea Kdolsky (PWC) · S.E.

Kwang KIM (DVR Korea) ·

S.E. Dr. Sabri KIQMARI (Kosovo)

· S.E. Mohamed Samir

KOUBAA (Tunesien) · Nhut

La Hong (Modedesigner) ·

Györgyi MARTIN ZANATHY

(Delegation der Europäischen

Kommission) · S.E. Dr.

Vili MINAROLLI (Albanien)

· Mag. Brigitte ÖPPINGER-

WALCHSHOFER (Austrian

Development Agency) · S.E.

Freddy PADILLA DE LEON

(Kolumbien) · S.E. Ramon

Quinones (Dom. Republik)

· Meinhard RÜDENAUER

(Komponist) · Bezirksvorsteherin

Ursula STENZEL

(Wien-Innere Stadt) · Alfred

Tombor-Tintera (Europäische

Weinritterschaft) · S.E.

Ricardo VALLARINO PEREZ

(Panama) · S.E. Valery

VORONETSKY (Belarus) ·

Dr. Manfred WEINSCHENK

(USA) · Ron WILLIS (Club für

Handelsräte)

26 | Society 1_2013

Dr. Andrea Kdolsky,

Ursula Stenzel,

Chang Ung, Gerti

Tauchhammer

Großmeister Chen Shi

Hong und Raimond

Andersen

Julien d‘Allegeershecque, G.T.,

Steven Linzell (Großbritannien)

Thomas Zeitlberger (Künstler),

Gerti Tauchhammer,

Dina Larot (Künstlerin)

Die österreichischen

Jiujitsu

Weltmeisterinnen

Mirnesa und

Mirneta Becirovic

Dr. Andrea Kdolsky (PWC),

Godofredo Geyer (Aqualine) mit

Begleitung, „Albert Einstein“-

Double mit Maria Lahr

S.E. Freddy Padilla

de Leon (Kolumbien),

S.E. Ricardo

Perez (Panama), S.E.

Ramon Quinones

(Dom. Rep.)

S.E. Sabri Kiqmari

(Kosovo) mit Gattin

Botschaftsrat

Shuangcheng Li (Mitte),

Xuecheng Fan (r.)


society eigenevent

Junior Diplomats

Kleine Nachwuchskünstlerin

Dr. Peter Frigo, Gerti Tauchhammer, Sängerin

Angelika Blum, Rose-Gabriel De La Lyre, Peter

Horak, Dina Larot mit Model, Pianistin Nigora

Makhmudova

Heide Proksch in Begleitung

Monika Dilrukshi

Welisarage

(Sri Lanka)

Gewinner

Eric L. Smith

Maximilian Habsburg-Lothringen, Yutong Ji,

Tanja Tauchhammer, Stefan Tauchhammer

Ulanbek

Dyikanbaev

(Kirgistan)

Zhaonan Zu (China), Shuangcheng

Li (China), Eric L. Smith (USA)

Selina Akello Masira (Kenia)

Bart Scheffers mit dem

Geschenkkorb von

café+co

Idrissi Sbai Idriss

(Ägypten)

Heide Schulte von

Bäuminghaus Cumes

mit dem Geschenkkorb

der Bäckerei

Dr. Ljubo

Brajkovic

(Ö-

Serbische

Gesellschaft)

Franz

Witt-Dörring

(Schoellerbank)

mit Gattin

Ibrahim

Ibrahim, Abubaker

Alhabil

(Libyen)

Annavell Herera Diaz

(Kuba) mit Begleitung

Le Thanh Hai

(Vietnam)

Georg Mündl

(Post AG), Dr.

Wolf Georg

Schärf mit

Gattin

Gerti Tauchhammer

und

Peter Horak

Auszug

aus der

Gästeliste

Simeen FARID KABULI

(Afghanistan) · Mohamed

Mahmoud Mohamed DO-

WEIDAR (Ägypten) · Arten

HANKU (Albanien) · Maja

KUGIC (Bosnien und Herzegowina)

· Plamena TODO-

ROVA (Bulgarien) · Orokia

TIENDREBEOGO SANON

(Burkina Faso) · Teresita

Marina ALVAREZ MUNOZ

(Chile) · Shuangcheng LI

(China) · Zhaonan ZU (China)

· Edgar Daniel LEAL MATTA

(Guatemala) · Khalid Hameed

Rashid AL JUBOORY (Irak) ·

Andrea Lauren KOSTASHUK

(Kanada) · Selina Akello

MASIRA (Kenia) · Annstella

Karimi NJERU (Kenia)

· Ulanbek DYIKANBAEV

(Kirgistan) · Zdenka WEBER

(Kroatien) · Annavell HER-

RERA DIAZ (Kuba) · Ibrahim

IBRAHIM (Libyen) · Abubaker

A.E. ALHABIL (Libyen) ·

Emhemed A.R. EL-RAYESS

(Libyen) · Salah S. M. ELFOR-

TI (Libyen) · Abdelrahman

S.A. ABDELHAMID (Libyen) ·

Driss DRISSI SBAI (Marokko)

· Lourdes Maria ZOZAYA

ROJAS (Mexiko) · Mariana

ROIBU (Moldau) · Grzegorz

GANCARZ (Polen) · Major

Iulian SOARE (Rumänien)

· Casandra-Maria MARINE-

SCU (Rumänien) · Gabriela

Mihaela FOLFA (Rumänien)

· Igor VOBLIKOV (Russische

Föderation) · Alexander

M SPITSYN (Russische

Föderation) · Maxim KLEPOV

(Russische Föderation) · Suzana

CESAREK (Slowenien)

· Monika Dilrukshi WELISA-

RAGE (Sri Lanka) · Nekshoh

NEMATOV (Tadschikistan) ·

Jana KHEKOVA (Tschechische

Republik) · Wissem

MOATEMRI (Tunesien) ·

Dumont K. WALKER (USA)

· Eric Lee SMITH (USA) ·

Barry F. MARKOWITZ (USA) ·

Theodor KALMBACH (USA) ·

Le Thanh HAI (Vietnam)

28 | Society 1_2013


society eigenevent

Junior Diplomats

Diplomaten aus über 30 Ländern trafen sich

bei SOCIETY‘s Junior Diplomats‘ Reception

Spring Time in Vienna

Bereits zum sechsten Mal lud SOCIETY zur Junior Diplomats‘

Reception, diesmal ins Hotel Hilton am Stadtpark.

Text: SOCIETY

Fotos: SOCIETY/Schiffl

Unter dem Motto „Spring

Time in Vienna“ wurde der

Frühlingsbeginn mit musikalischen

Darbietungen der

Sängerin Angelika Blum unter

Klavierbegleitung von Nigora Makhmudova

gefeiert. Sie interpretierte „Frühling in

Wien“ von Franz Grothe, „Im Prater blüh’n

wieder die Bäume“ von Robert Stolz und

„Wiener Blut“ von Johann Strauss.

Weiteren Grund zur Freude hatten

die Gewinner der von Schauspieler Peter

Horak moderierten Tombola. Den Hauptgewinn,

zwei Übernachtungen mit Bierbad

im Landhotel Moorhof konnte Eric L. Smith

nachhause nehmen, über den zweiten Preis,

einen Geschenkkorb von café+co, freute

sich Bart Scheffers und den dritten Gewinn,

einen Geschenkkorb der Bäckerei Felber,

nahm Heide Cumes entgegen. •

Angelika Blum sang

Wiener Lieder

Society 1_2013 | 29


society eigenevent

Botschafterlunch

Ambassadors‘ Lunch im Hilton Vienna

Plaza mit Blick über Wien

Ambassadors‘ Lunch

SOCIETY lud zum ersten Botschafterlunch über den Dächern

Wiens im Hotel Hilton Vienna Plaza.

Text: SOCIETY

An einem der ersten herrlichen

Sonnentage nach dem langen

trüben Winter lud Gerti

Tauchhammer mit Hoteldirektor

Matthias Herd zum ersten

gemeinsamen Botschafterlunch in das

Hilton Vienna Plaza am Wiener Ring. Über

den Dächern Wiens konnten die geladenen

Botschafter die wunderbare Aussicht und

das köstliche, internationale Buffet in der

Plaza Suite 1001 genießen und in entspannter

Atmosphäre konversieren. Unter den

Gästen war auch der neue Botschafter von

Kenia, S.E. Michael Adipo Okoth Oyugi.

30 | Society 1_2013


society eigenevent

Botschafterlunch

5

1

4

2

1 I.E. Mag. Elena Shekerletova (Bulgarien) 2 S.E. Khaled Shamaa (Ägypten)

3 Eintrag ins Gästebuch 4 I.E. Eve-Külli Kala (Estland), Direktor Matthias

Herd, S.E. Prof. Dr. Gjorgji Filipov (Mazedonien) 5 S.E. Kairat Abdrakhmanov

(Kasachstan) 6 S.E. Mahmoud Elamin (Sudan) 7 S.E. Costas Papademas (Zypern)

8 S.E. Dr. Abdulhakim Abdulrahman Al-Eryani (Jemen) 9 S.E. Valery

Voronetsky (Belarus) 10 S.E. Samir Koubaa (Tunesien) 11 S.E. Gordan Bakota

(Kroatien) 12 S.E. Michael Adipo Okoth Oyugi (Kenia) 13 Gerti Tauchhammer,

I.E. Ayse Sezgin (Türkei) 14 S.E. Colin Scicluna (Malta) 15 S.E. Stefán Skjaldarson

(Island) 16 S.E. Valeriu Chiveri (Moldau) 17 S.E. Khamkheuang Bounteum

(Laos) 18 Chargé d’Affaires Goran Bradic (Serbien) 19 Wunderbare Aussicht

6

7

8

3

Fotos: SOCIETY/Schiffl

Auszug

aus der

Gästeliste

S.E. Kairat ABDRAKHMANOV

(Kasachstan) · S.E. Mohammed

AL SALLOUM (Saudi

Arabien) · S.E. Dr. Abdulhakim

Abdulrahman AL-ERY-

ANI (Jemen) · S.E. Gordan

BAKOTA (Kroatien) · S.E.

Andrij BEREZNJI (Ukraine) ·

S.E. Khamkheuang BOUNTE-

UM (Laos) · Chargé d‘Affaires

a.i. Goran BRADIC (Serbien)

· S.E. Valeriu CHIVERI (Moldau)

· S.E. Mahmoud ELAMIN

(Sudan) · S.E. Prof. Dr. Gjorgji

FILIPOV (Mazedonien) · I.E.

Eve-Külli KALA (Estland) ·

S.E. Mohamed Samir KOU-

BAA (Tunesien) · S.E. Michael

Adipo Okoth OYUGI (Kenia) ·

S.E. Costas PAPADEMAS (Zypern)

· S.E. Ramon QUINO-

NES RODRIGUEZ (Dominikanischen

Republik) · S.E. Colin

SCICLUNA (Malta) · I.E. Ayse

SEZGIN (Türkei) · S.E. Khaled

SHAMAA (Ägypten) · I.E.

Mag. Elena SHEKERLETO-

VA (Bulgarien) · S.E. Stefán

SKJALDARSON (Island) ·

S.E. Valery VORONETSKY

(Belarus)

9 10

11

12 13

14

15

16

17 18

19

Society 1_2013 | 31


SOCIETY EIGENEVENT

Dinner / kultur

Dinner mit Ostasien

Die Präsentation der SOCIETY Winterausgabe

mit dem Ostasienschwerpunkt

brachte unterschiedliche asiatische

Kulturen zusammen.

Dinner im Hotel

Imperial

Gerti Tauchhammer bat die Botschafter

von Nordkorea, S.E.

Botschafter Kwang Sop KIM,

Japan, S.E. Botschafter Shigeo

IWATANI und Vertreter der Botschaft von

China (Herr Botschaftsrat Xuecheng FAN

und Botschaftsrat Shuangcheng LI) zum

Dinner ins Hotel Imperial. Neben kulinarischen

Köstlichkeiten standen auch

diplomatische Dialoge mit Prof. Chang

UNG (Präsident der Internationalen Taekwondo

Föderation und Mitglied des Internationalen

Olympischen Komitees) am

Programm. Unter den Gästen befand sich

auch Dr. Diethard Leopold, Präsident der

österreichisch-japanischen Gesellschaft,

dessen Interview in der Winterausgabe zu

lesen ist.


Die diplomatischen Vertreter

von China, Japan

und der DVR Korea

Fotos: SOCIETY/Schiffl, Privat

Künstlerikone

made in Austria

SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer

lud zu einer exklusiven, stilvollen Führung

durch Arik Brauers Privatmuseum.

S.E. Gjorgji Filipov, Gerti Tauchhammer, Arik Brauer

Bei frostigen Temperaturen wurden

so manche Herzen einiger

Kunstfans während einer privaten

Führung von Arik Brauer erwärmt.

Das künstlerische Multitalent und

Malerikone ließ es sich nicht nehmen,

den Gästen aus Diplomatie, Wirtschaft

und Kultur selbst die Hintergründe der

Entstehung seiner Werke zu erklären. Danach

wurde im Garten des Anwesens, bei

Punsch und Maroni, noch viel über Kunst

diskutiert.


Arik Brauer führte durch

das Privatmuseum

32 | Society 1_2013


society eigenevent

executives

Die Ambassador Executives mit

Gerti Tauchhammer und Roland

Eggenhofer im 25hours Hotel

Gabriela Orfei (Argentinien),

Jasmina Sadek (Schweiz)

mit Brudergdshjgd hjk

gdshkdg sjks g dshjsg sh

Lisa Buchinger und

Stefan Tauchhammer

Führung durch das

25hours Hotel

Das Motto lautete „Pizza

around the clock...“

Auszug

aus der

Gästeliste

Anne BAMU (Simbabwe) · Vladeta

CIZMIC (Serbien) · Vera FRAUN-

BAUM (Israel) · Katharina GRA-

SCHER (Südafrika) · Maria JURICA-

DELACRUZ (Sudan) · Sylvia KROISS

(Norwegen) · Bushra MATTI (VAE) ·

Jasmina SADEK (Schweiz) · Susanne

SCHMIDT-KNOBLOCH (Kanada) ·

Cristina SOSA PROTSAI (Dominikanischen

Republik) · Martina VAN

HOLST (Tunesien) · Alexia ZWITKO-

VITS (Jordanien)

Anne Bamu (Simbabwe)

Frank Kadio

(Côte d‘Ivoire)

25hours für Diplomaten

Embassy Executives der Botschaften in Wien trafen sich zum

Get-Together im 25hours Hotel.

Fotos: SOCIETY

Zum 1st Embassy Executives

Meeting lud

Gerti Tauchhammer

zusammen mit

Eventmanager Roland

Eggenhofer mehr als dreißig

Embassy Executives in ein

außergewöhnliches Umfeld. Bei

extravaganter Architektur im so

genannten „Wohnzimmer“ des

Hotels und toller Atmosphäre

genoss man italienische Köstlichkeiten

unter dem Motto „Pizza

around the clock...25hours“. •

Society 1_2013 | 33


society eigenevent

Botschafterempfang

Die neuen Exzellenzen beim Gemeinschaftsfoto

im Festsaal des Hotel Imperial

New Ambassadors‘

Reception

Das ehrenwerte Hotel Imperial am Wiener Ring war Schauplatz

der traditionellen Begrüßung der neuen Botschafter in Wien, zu

der Gerti Tauchhammer gemeinsam mit Generaldirektor Klaus

Christandl einlud.

Text: SOCIETY

Festsaal des Hotel Imperial

Mit Fanfarenklängen wurden

die neuen Botschafter

S.E. Ayoob M. Erfani

(Afghanistan), I.E. Slavica

Milacic (Montenegro), S.E.

Pedro Luis Baptista Moitinho de Almeida

(Portugal) und S.E. Michael Adipo Okoth

Oyugi (Kenia) in Österreich willkommen

geheißen. Dem nicht genug, gab es noch einen

weiteren Grund zu feiern: Das 140-jährige

Bestehen des Hauses, das 1863 als Palais

des Prinzen Philipp von Württemberg erbaut

und bei der Weltausstellung 1873 zum

Hotel Imperial wurde. Mit einer limitierten

Edition der berühmten Imperial Torte, die

als spezielle Überraschung den Gästen serviert

wurde, erinnert das Haus an 140 Jahre

Gastfreundlichkeit und Professionalität.

Solch ein Willkommensgruß ist selbst für

diplomatische Exzellenzen nicht alltäglich.

34 | Society 1_2013


society eigenevent

botschafterempfang

I.E. Slavica Milacic (Montenegro),

GD Klaus Christandl

2

Auszug

aus der

Gästeliste

Fotos: SOCIETY

Honorarkonsul Alonso

ARBOLEDA (Honorarkonsulat

von Kolumbien) · S.E.

Gordan Bakota (Botschaft

von Kroatien) · S.E. Indulis

BERZINS (Botschaft von

Lettland) · S.E. Valeriu CHI-

VERI (Botschaft von Moldau)

· Rudolf DOPPELBAUER

(Austroducks) · Honorarkonsulin

Lydia DYK (Honorarkonsulat

von Südafrika)

· S.E. Mahmoud ELAMIN

(Botschaft von Sudan) · S.E.

Gjorgji FILIPOV (Botschaft

von Mazedonien) · Univ.

Prof. Dr. Peter Frigo · Walter

J. Gerbautz (ÖAG) · Ingrid

GÖTZL (Stadt Wien - Internationale

IKT Angelegenheiten)

· Konstantin Habsburg

· Josef HÖCHTL (Öst.

Ges.f.Völkerverständigung)

· Josef HOFER (Wirtschaftskammer

Österreich) · S.E.

Shigeo IWATANI (Botschaft

von Japan) · S.E. Sabri KIQ-

MARI (Botschaft von Kosovo)

· S.E. Mohamed Samir KOU-

BAA (Botschaft von Tunesien)

· Honorarkonsul Johann

KUBU (Honorarkonsulat von

Senegal) · S.E. Alfredo A.

LABBÉ (Botschaft von Chile)

· I.E. Maria LAOSE (Botschaft

von Nigeria) · Konstanze

MANTSCH (BmeiA) ·

S.E. Juan Carlos MARSAN

AGUILERA (Botschaft von

Kuba) · Alexander MATHE

(Wiener Zeitung GmbH) · I.E.

Slavica MILACIC (Botschaft

von Montenegro) · S.E. Thiep

Nguyen (Botschaft von

Vietnam) · S.E. Michael Adipo

Okoth OYUGI (Botschaft von

Kenia) · Olga Pantic-Ficko

(Vereinigung Königreich

Serbien) · Gottfried Rieck

(Majestic Imperator) · S.E.

Mario Antonio RIVERA

MORA (Botschaft von El Salvador)

· Honorarkonsul Philip

SCHÖNTHAL (Honorarkonsulat

der Union Myanmar) ·

I.E. Elena SHEKERLETOVA

(Botschaft von Bulgarien) ·

S.E. Aviv SHIR-ON (Botschaft

von Israel) · Heinz Peter SLA-

TIN (Österreichisches Rotes

Kreuz) · Ron WILLIS (Club für

Handelsräte) · Elisabeth ZUK-

MAYERHOFER (Bundespressedienst)

1

1 Imperial Torte zum 140-jährigen Bestehen des Hotels 2 Manuel Da Silva-

Alexandre, Dagmar Reichel-Felbermayr und Gatte (KA International) 3 GD

Klaus Christandl überreicht S.E. Ayoob Erfani (Afghanistan) ein Willkommensgeschenk

4 S.E. Pedro Moitinho de Almeida (Portugal), GD Klaus Christandl

5 S.E. Sabri Kiqmari (Kosovo) 6 S.E. Shigeo Iwatani (Japan), S.E. Valeriu

Chiveri (Moldau) 7 Josef Höchtl in Begleitung, Dagmar Aigner, Gottfried Rieck

8 Patrizia Dadlik, Thomas Zeitlberger 9 HK Lydia Dyk (Südafrika) 10 Rolf

Thaler (CSC Austria), HK Volker Pichler 11 Dr. Michaela Frigo, Frau Schärf und

Begleitung 12 S.E. Mahmoud Elamin (Sudan) 13 Wilhelm Rieder 14 S.E.

Aviv Shir-On, Arnona Shir-On, Gerti Tauchhammer 15 I.E. Elena Shekerletova

(Bulgarien) 16 Die neue Mercedes E-Klasse von Wiesenthal wurde präsentiert.

6 7

9 10

11

12

13

14 15

16

3

4

8

5

Society 1_2013 | 35


DIE

INTERESSANTESTE

FESTSPIELBEGLEITUNG

ÖSTERREICHS

Lesen Sie 2 Monate die SN* und Sie erhalten außerdem 3 Ausgaben

des Magazins „Falstaff“ und den Falstaff-Restaurant-Guide, Edition

„Salzburger Festspiele“ um zusammen nur € 22,–.

Zusätzlich bieten die SN mit dem Hochglanzmagazin „PUR“

und der „Festspielbeilage“ ein hochkarätiges Entree für das

bedeutendste Kulturfestival des Landes.

Bestellen Sie jetzt unter:

Tel. +43 662 / 8373-222 oder

abo.salzburg.com

*Lieferbeginn: 19. Juli 2013

www.salzburg.com


Kulturland D

Die Skyline von Leipzig, Geburtsort von Richard

Wagner

38 | Society 1_2013


Deutschland

Länderporträt

eutschland

Mit drei runden Jubiläen rückt das Kulturreiseland

Deutschland im Jahr 2013 bedeutende Kulturgüter

in den Vordergrund.

Text: Society

Society 1_2013 | 39


Deutschland

Länderporträt

Aus der

Geschichte

• 3. Jh. v. Chr.: Das Gebiet des heutigen

Deutschland ist von Kelten und Germanen

besiedelt.

• bis 5. Jh. n. Chr.: Römische Gebiete

links des Rheines und südlich der Donau.

Römische Stadtgründungen wie

Köln, Augsburg und Worms etc.

• 2. bis 6. Jh.: Einfall germanischer

Stämme in römische Gebiete

• 768-814: Regierung Karls des Großen

• 843: Vertrag von Verdun, Teilung des

Frankenreiches in drei Herrschaftsgebiete

• 962: Krönung Ottos I. zum Kaiser des

Heiligen Römischen Reiches

• 11. bis 13. Jh.: Herrschaft der Salier und

Staufer als deutsche und italienische

Könige und Kaiser

• 14. /15. Jh.: Herrschaft der Luxemburger

und Wittelsbacher

• 1438: Die Kaiserkrone fällt an die Habsburger

(bis 1806)

• 1517: Luthers 95 Thesen, Beginn der

Reformation

• 1618-48: 30-jähriger Krieg

• 1701: Preußen wird Königreich

• 1756-63: Siebenjähriger Krieg

• 1806: Auflösung des Heiligen Römischen

Reiches

• 1815: Wiener Kongress, Stärkung

Preußens, Gründung des Deutschen

Bundes

• 1848: Liberale Revolution und Frankfurter

Nationalversammlung

• 1866: Preußen besiegt Österreich, Auflösung

des Deutschen Bundes

• 1870: Preußen besiegt Frankreich

• 1871: Gründung des Deutschen

Reiches, Wilhelm I. von Preußen wird

Kaiser

• ab 1884: Gründung deutscher Kolonien

in Afrika und Ozeanien

• 1914-18: 1. Weltkrieg

• 1918-33: Weimarer Republik

• 1933: Machtübernahme Hitlers

• 1939-45: 2. Weltkrieg

• 1945-49: Besatzungszeit durch die

Sowjetunion, USA, Großbritannien und

Frankreich

• 1949: Gründung der Bundesrepublik

Deutschland und der Deutschen Demokratischen

Republik

• 1953: Volksaufstand gegen das Regime

in der DDR

• 1955: Beitritt zur NATO; Gründung des

Warschauer Pakts

• 1957: Römische Verträge (Europäische

Wirtschaftsgemeinschaft)

• 1961: Bau der Berliner Mauer

• 1963: Freundschaftsvertrag mit Frankreich

• 1973: Eintritt beider deutscher Staaten

in die UNO

• 1989: Fall der Berliner Mauer

• 1990: Deutsche Wiedervereinigung

• 1991: Berlin wird wieder Hauptstadt

• seit 2005: Angela Merkel Bundeskanzlerin

»Ich kann den

Geist der Musik

nicht anders

fassen als in

Liebe.

«

Richard

Wagner

(1813-1883)

Westerhever Leuchtturm in Holstein

40 | Society 1_2013


Deutschland

Länderporträt

Fotos: Deutsche Zentrale für Tourismus/Fritz Mader, Panorama Fotografie Vernunft

Foto seite 38-39: Michael Bader Klein

Die deutsche Kultur zu entdecken

ist für viele Deutschlandurlauber

Hauptbeweggrund, nach

Deutschland zu reisen. Im Jahr

2013 gibt es einige Jubiläen, die

eine Kulturreise lohnen: der 200.

Geburtstag von Richard Wagner, der 200. Jahrestag

der Veröffentlichung der Märchen der Brüder

Grimm und der 150. Geburtstag eines europäischen

Universalkünstlers, Henry van de Velde,

der zahlreiche Architekturjuwele in Deutschland

geschaffen hat. Doch auch für Naturliebhaber hat

Deutschland einiges zu bieten, wie das UNESCO-

Weltnaturerbe beweist.


Auf den Spuren von Richard Wagner

Das Jahr 2013 hat Deutschland zum Richard-

Wagner-Jahr ernannt. Zum 200. Geburtstag des

bedeutenden Komponisten gibt es eine Reihe von

Veranstaltungen in den zahlreichen Orten, in denen

er wirkte. Reisende können sich mithilfe einer

interaktiven Deutschlandkarte auf die Spuren

des Künstlers begeben (www.germany.travel/wagner).

Denn Wagner war ein rastloser Geist, den es nie

lange an einem Ort hielt. Wer seinen Wirkungsstätten

nachfolgt, macht automatisch eine Reise

durch viele der schönsten Städte Deutschlands.

13 deutsche Städte sind besonders eng mit

Wagners Leben und Schaffen verbunden: Bayreuth

mit seinen Wagner-Festspielen; Dresden, wo

er zur Schule ging; Eisenach und die Wartburg,

die ihn inspirierten; Graupa bei Dresden, wo er

komponierte; Karlsruhe, wo er ein reiches Musikleben

vorfand; Leipzig, sein Geburtsort; Magdeburg,

wo ihn die Muse küsste; Meiningen, wo

er mit dem „Theaterherzog“ Georg II. diskutierte;

München, wo er auf seinen Mäzen Ludwig II. von

Bayern traf; Nürnberg, die Stadt seiner „Meistersinger“;

Weimar, wo er sich nach der Revolution

versteckt hielt; Wiesbaden, wo er an den „Meistersingern

von Nürnberg“ arbeitete; und schließlich

Würzburg, wo er sein erstes Engagement als Chordirektor

hatte.

Im Mittelpunkt der Wagner-Festivitäten stehen

die Städte Leipzig, Dresden, Eisenach, Nürn-

Wussten Sie, dass...?

…die Wagner-Oper „Der Ring des Nibelungen“ insgesamt

16 Stunden dauert? Die Uraufführung fand 1876

im eigens erbauten Bayreuther Festspielhaus statt.

…die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm

in über 160 Sprachen übersetzt wurden? Die bekanntesten

Märchen sind Hänsel und Gretel, Aschenputtel,

Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen,

Rapunzel und Frau Holle.

…es in Deutschland 6200 Museen, 820 Theaterspielstätten,

130 Berufsorchester und 8800 Bibliotheken

gibt?

…der Naturschutz in Deutschland laut Grundgesetz ein

offizielles Staatsziel ist?

Buchtipps

Ralf Grauel, Jan

Schwochow,

Robert Klanten

Deutschland verstehen

Gestalten Verlag

„Deutschland verstehen“ ist

das Buch für jeden, der wissen

will, wer die Deutschen

sind und wie sie ticken – ein

unterhaltsames Datenfeuilleton

der deutschen Gesellschaft,

Wirtschaft, Kultur

und der westlichen Welt.

Gerhard Launer

Deutschland

Frederking & Thaler

Gerhard Launer, der seine

Leidenschaft fürs Fliegen

und für die Fotografie mit

beeindruckendem Ergebnis

verknüpft, zeigt das Beste

aus seiner einzigartigen

Perspektive.

Deutschland

in der Welt

Europäische Union

Deutschland ist Gründungsmitglied

der Europäischen

Union.

Vereinte Nationen

Deutschland ist seit 1973

Vollmitglied bei den Vereinten

Nationen.

Kultur

Das Goethe-Institut ist das

Kulturinstitut der Bundesrepublik

Deutschland in 93

Ländern.

Auswärtiges Amt

Das Auswärtige Amt hat ein

Netz von 229 Auslandsvertretungen.

Weltnaturerbe Wattenmeer

an der Nordseeküste

auslandsrundfunk

Die Deutsche Welle informiert

in dreißig Sprachen in

aller Welt.

Society 1_2013 | 41


Deutschland

Länderporträt

berg und Bayreuth. Die berühmten Bayreuther

Festspiele finden von 25. Juli bis

28. August statt. Dieses Jahr gibt es u. a.

Neuinszenierungen und Aufführungen

seiner Frühwerke. Auf dem Nürnberger

Hauptmarkt, dem zentralen Platz in der

Altstadt, wird am 27. Juli die „Festwiesen“-

Szene aus den „Meistersingern von Nürnberg“

live aufgeführt werden. Bereits im

Mai, Wagners Geburtsmonat, gab es die

Richard-Wagner-Festtage in seiner Geburtsstadt

Leipzig. Unter anderem wurde

das Richard-Wagner-Museum in der Alten

Nikolaischule eröffnet. In Weimar gibt es

am 13. Juli ein Open-Air-Konzert und vom

28. August bis 15. September das Kunstfest

„pèlerinages“ zu Wagners Ehren. Mehr Infos

unter www.germany.travel/wagner.


Die Brüder Grimm

Im Dezember 2012 feierte die Erstausgabe

der weltbekannten Kinder- und

Hausmärchen der Brüder Jacob (1785-

1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859)

ihren 200. Geburtstag. Zu diesem Anlass

gibt es in der documenta-Halle in Kassel

von 27. April bis 8. September 2013 die

große Ausstellung „EXPEDITION GRIMM“,

wo u. a. zahlreiche Originale der Märchensammler

präsentiert werden. Für

Reisende ist die Deutsche Märchenstraße

zu empfehlen: Auf einer Strecke von 600

Kilometern (!) verbindet dieser Weg wesentliche

Lebens- und Wirkungsstätten

der Brüder Grimm. Sie führt von Hanau,

dem Geburtsort, bis Bremen, den Ort der

„Bremer Stadtmusikanten“. Märchenfestspiele,

Puppenspieltage und Ausstellungen

entlang der Route komplettieren das

Bayreuth: Eremitage,

Brunnen am Schloss

Fantaisie

Jubiläen berühmter

Persönlichkeiten

• Runde Geburtstage 2013

• Georg Büchner (1813-1837), Schriftsteller,

Dramatiker, Naturwissenschaftler und Revolutionär,

z. B. „Woyzeck“

• Friedrich Hebbel (1813-1863), Lyriker

und Dramatiker, z. B. „Judith“ 1840

• Karl Gerhart „Gert“ Fröbe (1913-

1988), Schauspieler, u. a. James-Bond-Film

„Goldfinger“ 1964

• Willy Brandt (1913-1992), sozialdemokratischer

Politiker, Bundeskanzler der BRD

1969-1974, Friedensnobelpreis 1971

• Herta Heuwer (1913-1999), Erfinderin der

Currywurst und der Marke „Chillup“

• Karl Lagerfeld (*1933), Modedesigner,

Fotograf, Kostümbildner

• Cornelia Froboess (*1943), Schauspielerin

und Schlagersängerin

• Herta Müller (*1953), Schriftstellerin, Literaturnobelpreis

2009, z. B. „Atemschaukel“

Veranstaltungsangebot. Mehr Infos unter

www.grimm2013.de

Die Brüder haben nicht nur Märchen

sondern auch deutsche Sagen gesammelt.

Erlebbar werden diese Sagen am „Rheinischen

Sagenweg“, der sich über 586 Kilometer

erstreckt und zu mehr als hundert

Sehenswürdigkeiten zwischen Düsseldorf

und Mainz führt. www.ferienstrassen.info


Architektur und Design

Als einer bedeutendsten Repräsentanten

der Klassischen Moderne gilt der

belgische Universalkünstler Henry van

de Velde, der 1863 in Antwerpen geboren

wurde und 1957 in Zürich starb. Er

verbrachte fast zwanzig Jahre in Deutschland

und war ein wichtiger Wegbereiter

des Bauhaus-Stils. Sein künstlerisches Repertoire

umfasste Architektur, Gemälde

und das Design von Alltagsgegenständen.

Zu den bekanntesten Bauten in Deutschland

zählen die „Villa Esche“ - das Wohnhaus

für den Fabrikanten Herbert Esche

in Chemnitz -, das Nietzsche-Archiv in

Weimar, welches er neu gestaltete, das

Schloss Lauterbach in der Nähe von Zwickau,

das Werkbund-Theater anlässlich

der Werkbundausstellung in Köln im Jahr

1914 und das Haus „Schulenburg“ in Gera.

Anlässlich seines 150. Geburtstages gibt

es in den Städten Weimar, Jena, Gera und

Chemnitz, wo er wirkte, zahlreiche Ausstellungen.

Reisende können der „Henry

van de Velde-Route“ folgen, die sich von

Paris bis Polen erstreckt. Wichtige Anlaufpunkte

in Deutschland sind neben den bereits

erwähnten Gebäuden die ehemalige

Kunstschule, heute Bauhaus-Universität

Weimar und die Villa Quisisana in Chemnitz

(www.vandevelde-route.de).

42 | Society 1_2013


Deutschland

Länderporträt

Deutschland

im Internet

Deutsche Bundeskanzlerin

www.bundeskanzlerin.de

Deutsche Bundesregierung

www.bundesregierung.de

Auswärtiges Amt

www.auswaertiges-amt.de

Deutsche Botschaft in Wien

www.wien.diplo.de

Allgemeines Webportal

www.deutschland.de

Deutsche Welle

www.dw.de

Deutsche Zentrale für

Tourismus

www.germany.travel

Goethe-Institut

www.goethe.de

Chemnitz: Villa Quisisana

Der Rattenfänger von Hameln,

Freilichtspiel

Foto: Deutsche Zentrale für Tourismus/Deutsche Märchenstrasse e.v., Bayrische

Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Chemnitzer

Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE)


UNESCO-Welterbe

Deutschland zählt 37 UNESCO-Welterbestätten.

Neben großen architektonischen Leistungen

gehören dazu auch Zeugnisse der Naturgeschichte

und außergewöhnliche Naturlandschaften. Dass

es im dicht besiedelten und hoch industrialisierten

Deutschland noch solche natürliche Refugien

gibt, mag für manche eine Überraschung sein.

In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg,

Hessen und Thüringen findet man noch zum

Teil Jahrhunderte alte ausgedehnte Buchenwälder.

Diese Buchenwaldgebiete gehören gemeinsam

mit Gebieten in der Slowakei und der Ukraine

zum grenzüberschreitenden Weltnaturerbe

„Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder

in Deutschland“ und repräsentieren

unterschiedliche Formen der Buchenwälder in

den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. In

Deutschland stellen die naturnahen Tiefland-Buchenwälder

die letzten Restbestände der großen

Facts in

Brief

Ländername: Bundesrepublik

Deutschland

Einwohner: 81,7 Mio., bevölkerungsreichstes

Land

der EU

Fläche: 357.121 km 2

Klima: gemäßigte Klimazone,

vom Golfstrom

beeinflusst

Lage: Mitteleuropa; von der

Nord- und Ostsee bis zu den

Alpen im Süden reichend

Hauptstadt: Berlin (3,4 Mio.

Einwohner)

Bevölkerung: Deutsche,

Minderheiten: Sorben,

Dänen, Sinti und Roma, Friesen;

Ausländeranteil 8,8%

Sprache: Deutsch; anerkannte

Minderheitensprachen

Niederdeutsch,

Sorbisch, Dänisch, Friesisch,

Romani

Währung: Euro

Nationalfeiertag: 3. Oktober

(Tag der Deutschen Einheit)

Staatsform: Demokratischer

parlamentarischer Bundesstaat

seit 1949; 16 Bundesländer

Staatsoberhaupt und

Regierung: Bundespräsident

Joachim Gauck (2012);

Bundeskanzlerin Dr. Angela

Merkel (2005); Außenminister

Dr. Guido Westerwelle

(2009)

Mitglied in internationalen

Organisationen: VN, EU,

NATO, OECD, OSZE, Weltbank,

IWF, G8

Buchenwälder dar, die vor tausenden von Jahren

die Hälfte Europas bedeckt haben. Sie sind Lebensraum

für 10.000 verschiedene Lebensarten.

Ein weiteres bedeutendes Weltnaturerbe ist

das Wattenmeer an der Nordseeküste, das größte

Wattenmeer der Welt. Es befindet sich in Nationalparks

in Schleswig-Holstein und Niedersachsen

und grenzüberschreitend in Schutzgebieten in

den Niederlanden. Seit 2009 ist es in die UNESCO-

Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.

Die Landschaft des Wattenmeeres wird vom

Wechsel der Gezeiten und vom Wind ständig neu

geformt. Mehrmals am Tag verändert es seine

Lage. Vielfältig ist auch die Tier- und Pflanzenwelt

wegen des enormen Nahrungsangebotes in dieser

Landschaft. Für Millionen von Zugvögeln ist das

Wattenmeer als Zwischenstopp und Rastgebiet

unverzichtbar. Bei Ebbe sind Spaziergänge am

Meeresgrund bis zu den Inseln und Halligen möglich.

Man erlebt dabei hautnah das Zusammenspiel

von Wind, Wasser und Wellen. •

Society 1_2013 | 43


deutschland

Interview

Sie sind seit September letzen

Jahres Deutscher Botschafter

in Wien. Was ist die besondere

Herausforderung,

als Botschafter für ein Land

tätig zu sein, das Beziehungen

mit Österreich unterhält, wie sie besser

und enger kaum sein könnten?

Die besondere Herausforderung besteht

vielleicht gerade darin, die ohnehin

schon hervorragenden Beziehungen noch

besser zu gestalten. Die Rahmenbedingungen

dafür sind gut. Deutschland und

Österreich sind auf das Engste miteinander

verbunden. Wir teilen eine gemeinsame

Geschichte. Wir sprechen die gleiche

Sprache – von einigen Feinheiten einmal

abgesehen. Unsere Wirtschaften sind ähnlich

strukturiert und eng verflochten. In

beiden Ländern spielt die Industrie eine

wichtige Rolle, und das ist entscheidend

wichtig für unseren wirtschaftlichen Erfolg.

Unsere Unternehmen sind innovativ,

auf den Weltmärkten konkurrenzfähig

und arbeiten hervorragend zusammen.

Deutschland ist der mit Abstand wichtigste

Handelspartner Österreichs. Rund

vierzig Prozent der österreichischen Ausfuhren

gehen nach Deutschland und

rund dreißig Prozent der Importe kommen

aus Deutschland.

In der Europäischen Union und in in-

„Noch nie so gut

wie heute“

S.E. Botschafter Detlev Rünger spricht

im Interview mit SOCIETY über die guten

deutsch-österreichischen Beziehungen,

die Rettung der Eurozone und Wege aus

der Krise.

Interview mit S.E. Botschafter Detlev Rünger

ternationalen Fragen gibt es breite Übereinstimmung

zwischen Deutschland und

Österreich. Gerade in entscheidenden Fragen

wie der Sicherung des Euro oder der

Zukunft der Europäischen Union sind die

Interessen und Positionen unserer beiden

Länder weitgehend deckungsgleich.

Ich freue mich daher, dass ich den

Herrn Bundespräsidenten Fischer mit den

Worten zitieren kann: „Die Beziehungen

zwischen Österreich und Deutschland

waren noch nie so gut wie heute“. Damit

liegt eine zentrale Aufgabe des deutschen

Botschafters in Österreich darin, seinen

Beitrag dazu zu leisten, dass der politische,

wirtschaftliche und kulturelle Austausch

zwischen unseren Ländern weiter

gepflegt und weiter vorangebracht wird.

Dies geschieht im Rahmen politischer

Besuche, durch Gespräche zwischen Regierungsvertretern

und Parlamentariern,

bei Wirtschaftsveranstaltungen und bei

Fotos: SOCIETY/Schiffl

44 | Societ 1_2013


deutschland

Interview

kulturellen Ereignissen. All dieses geschieht

ständig zwischen unseren beiden

Ländern, jeden Tag, auf hohem Niveau,

geprägt von großem Vertrauen und gegenseitigem

Respekt.

Sie waren vor Ihrer Zeit als Botschafter

in Österreich und Norwegen Leiter

des Krisenreaktionszentrums des Auswärtigen

Amtes. Wie kann man sich die

Arbeit dieser Einrichtung vorstellen?

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen

Amts in Berlin ist eine Dienstleistungseinrichtung,

wie sie in dieser

oder ähnlicher Form von jedem Auswärtigen

Dienst unterhalten wird. Sie hat

einen weit gespannten Aufgabenbereich.

Eine wichtige Aufgabe ist es sicherzustellen,

dass das Auswärtige Amt 24 Stunden

und sieben Tage die Woche erreichbar

und handlungsfähig ist. Eine weitere

wichtige Aufgabe ist die Organisation des

Bürgerservice, also der Stelle, an die man

sich als Erstkontakt mit allfälligen Fragen

an das Auswärtige Amt wenden kann.

Dazu kommt die weltweite Krisenprävention

in Zusammenarbeit mit unseren

Auslandsvertretungen. Dabei wird sichergestellt,

dass jede Auslandsvertretung für

ihr Gastland über einen örtlich angepassten

Krisenplan verfügt und auf mögliche

Problemlagen im Gastland vorbereitet ist.

Und letztlich ist das Krisenreaktionszentrum

dafür zuständig, eine koordinierende

Funktion bei Krisen im Ausland zu

übernehmen, von denen deutsche Staatsangehörige

betroffen sind. Dies umfasst

einerseits die Koordination innerhalb des

Auswärtigen Amts und mit den deutschen

Auslandsvertretungen, zum anderen mit

anderen betroffenen Stellen der Bundesregierung

wie dem Innen- oder Verkehrsministerium,

mit Polizeibehörden oder auch

mit der Wirtschaft, insbesondere dem

Tourismussektor, den großen Reiseunternehmen

und Fluggesellschaften. Hinzu

kommt die Zusammenarbeit mit Partnerregierungen,

insbesondere unter den Mitgliedstaaten

der Europäischen Union, wo

es eine enge Zusammenarbeit gibt sowie

mit den Regierungen anderer betroffener

Staaten. Was eine Krise ist, bleibt dabei

der Beurteilung im Einzelfall überlassen.

Regelmäßig jedenfalls große Naturkatastrophen,

innere Unruhen, große Unfälle

aber auch etwa Terroranschläge, wenn

deutsche Staatsangehörige betroffen sind.

Deutschland ist nach wie vor wichtigster

Handelspartner Österreichs, und

Deutschland ist wichtigstes Herkunftsland

touristischer Gäste hierzulande. Anteilsmäßig

gehen die Zahlen seit Jahren

»Bei der Verfolgung

seiner

Ziele ist

Deutschland

weder hochmütig

noch mangelt

es an Solidarität.

«

Detlev

Rünger

jedoch zurück. Worauf ist das zurückzuführen?

Beim Tourismus hat es diesen Trend

über einige Jahre gegeben. Inzwischen

scheint er gebrochen. 2012 lag die Zahl

der Übernachtungen Deutscher bei fast

fünfzig Millionen und damit um über

vier Prozent höher als im Vorjahr. 11,4 Millionen

Reisende kamen aus Deutschland.

Das sind Rekordzahlen.

Im bilateralen Handel hält Österreich

seit Jahren seine Position als siebtgrößter

Handelspartner Deutschlands. Für 2012

ist ein Minus von knapp ein Prozent zu

verzeichnen. Dies ist, wenn man die konjunkturelle

Schwäche in vielen Ländern

der EU in Betracht zieht, immer noch ein

sehr beachtliches und erfreuliches Ergebnis.

Seit 2009 stellen deutsche Staatsbürger

die Gruppe der meisten Ausländer

in Österreich und die Zahl ist stetig im

Wachsen. Weshalb sind derzeit 180.000

Deutsche nach Österreich gezogen, um

hier zu leben?

Insgesamt zählen wir sogar über

250.000 Deutsche in Österreich: 170.000

mit Erst- und 86.000 mit Zweitwohnsitz.

Umgekehrt und relativ gesehen ist übrigens

Deutschland für Österreich mit

175.000 gemeldeten Österreichern als Einwanderungsland

sogar noch populärer.

Bei den deutschen Auswanderern gehört

Österreich seit Jahren zu den vier

Hauptzielländern. Nur die Schweiz und

die Vereinigten Staaten von Amerika sind

noch beliebter. Sicher hat jeder individuelle

Gründe, warum er sich für einen Umzug

nach Österreich entscheidet. Aber die

EU-Regelungen und die gemeinsame Sprache

machen einen Wechsel im Vergleich

zu anderen Ländern besonders leicht.

Dies gilt naturgemäß sowohl für die Deutschen,

die hierher kommen, als auch für

die Österreicher, die nach Deutschland

übersiedeln. Der Hauptgrund für den Umzug

sind Arbeitsmöglichkeiten. Deutsche

Arbeitnehmer kommen nach Österreich,

wenn sie hier einen Arbeitsplatz gefunden

haben. Andere führt die Liebe hierher.

Viele Deutsche verlegen ihren Wohnsitz

nach Österreich, weil die Partnerin oder

der Partner hier lebt. Uns schließlich gibt

es auch viele Pensionisten, die hier ihren

Lebensabend verbringen. Auch deutsche

Studenten zieht es in größerer Zahl an österreichische

Universitäten.

Die Zukunft Europas hängt auch

davon ab, wie die Wirtschafts- und Finanzkrise

bewältigt wird, und wie die

politischen Institutionen verändert werden.

Deutschland zeigt als größte Volkswirtschaft

in der EU Verantwortungsbewusstsein.

Dennoch - oder gerade

deswegen? - hat das Bild der Deutschen

in Europa in jüngster Zeit einige Kratzer

abbekommen bzw. sind alte Vorurteile

wieder hochgekommen. Was sagen Sie

zu dem Vorwurf, Deutschland würde

sich als Krisenmanager gegenüber anderen

Staaten hochmütig verhalten und

nicht genug Solidarität zeigen?

Deutschland verfolgt einen umfassenden

Ansatz, um die Probleme in der Euro-

Zone zu lösen. Wettbewerbsfähigkeit ist

dabei die Voraussetzung für Wachstum

und Beschäftigung. Wir wünschen uns,

dass alle Länder in der Euro-Zone dauerhaft

wettbewerbsfähig sind. Strukturreformen

sind dazu unerlässlich.

Deutschland strebt eine Vertiefung der

Wirtschaftsunion und des Binnenmarkts

mit dem Ziel an, sowohl Wachstum als

auch Beschäftigung zu fördern. Wir wünschen

uns eine Vertiefung der Fiskalunion

zur nachhaltigen Konsolidierung der

Staatsfinanzen, eine Bankenunion zur

besseren Kontrolle systemisch relevanter

Banken, und wir streben eine Vertiefung

der politischen Union zur Legitimierung

der weitergehenden Integration an.

Bei der Verfolgung seiner Ziele ist

Deutschland weder hochmütig noch mangelt

es an Solidarität. Ziel ist ja gerade die

Erholung der wirtschaftlich geschwächten

Länder der Euro-Zone. Notwendige

wirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen

Society 1_2013 | 45


deutschland

Interview

mit den Programmländern werden zudem

nicht von Deutschland, sondern von

der EU-Kommission, der EZB und dem

IWF verhandelt. Alle wichtigen Entscheidungen

werden dabei im Konsens getroffen.

Deutschland trägt den größten Teil der

Kosten für die Euro-Stabilisierung. Dies

sind schon heute mehrere hundert Milliarden

Euro. Mit seinem Anteil von rund

11,5 Milliarden Euro am EU-Haushalt leistet

Deutschland einen sehr substantiellen

Beitrag zur Krisenüberwindung. Rund ein

Drittel dieses Betrages fließt in die Strukturförderung,

insbesondere in die wirtschaftlich

schwächeren Mitgliedstaaten

der EU.

Wir sind in der Eurozone bei der Lösung

der Staatsschuldenkrise im letzten Jahr gut

vorangekommen. Die Anpassungsprozesse

zeigen erste Erfolge. Die Währungsunion

wurde Schritt für Schritt stabilisiert. Eine

einfache, schnelle Lösung zur Überwindung

der Krise wird es jedoch nicht geben.

Für die Menschen in den betroffenen Ländern

im Süden der Eurozone ist dies eine

schwere Zeit. Die Menschen in Deutschland

und die deutsche Bundesregierung

sehen und wissen dies.

Ein besonderes Problem ist die hohe

Jugendarbeitslosigkeit in einer Reihe von

Ländern. Es ist eine Katastrophe, wenn

dreißig, vierzig oder mehr Prozent der

jungen Menschen in einem Land ohne

Chance auf einen Arbeitsplatz sind. Der

Europäische Rat hat deshalb sechs Milliarden

Euro für Programme in den nächsten

Jahren bereitgestellt. Diese Mittel müssten

von den Regierungen der betroffenen

Länder jetzt klug eingesetzt werden.

Damit die von der Finanzkrise besonders

betroffenen Länder aber eine bessere

Zukunft haben können, müssen die

eingeleiteten Reformen durchgestanden

werden. Es gibt keinen Weg, der daran

vorbeiführt.

»Wir sind in der

Eurozone bei

der Lösung der

Staatsschuldenkrise

gut vorangekommen.

«

Detlev

Rünger

Die Energiewende und der Ausstieg

aus der Kernenergie stehen ganz oben

auf der deutschen Agenda. Unlängst hat

das Burgenland verlautbart, durch Nutzung

erneuerbarer Energiequellen energieautark

geworden zu sein. Auf der anderen

Seite plant Tschechien den Ausbau

des AKW Temelin. Wie sieht die Zukunft

Europas bezüglich der Energiewende

aus, wenn man sich diese Widersprüche

vor Augen hält?

Die Energiewende kommt – früher

oder später in jedem Land. Die fossilen

Energieträger werden zu Ende gehen.

Lange bevor sie erschöpfen, werden die

Preise für Öl, Gas und Kohle deutlich steigen.

Ein wachsender CO2-Anteil in der Atmosphäre

durch das Verbrennen fossiler

Energieträger und der Klimawandel sind

eine Realität.

Die deutsche Bundesregierung hat die

Katastrophe von Fukushima zum Anlass

genommen, ihre Energiepolitik grundlegend

umzubauen. Dies wird ein langer

und schwieriger Weg, aber er muss gegangen

werden. Deutschland übernimmt

hier eine Vorreiterrolle und ich bin überzeugt,

unsere Wirtschaft und Gesellschaft

werden davon profitieren.

Heute erfolgt die Stromerzeugung

in Deutschland zu achtzig Prozent in

konventionellen Kraftwerken. In vierzig

Jahren sollen achtzig Prozent aus erneuerbaren

Energien kommen. Dabei ist

es wichtig, dass wir technologieoffen,

marktorientiert und kosteneffizient vorgehen.

Nur so können übermäßige Belastungen

der Bürger und der Unternehmen

vermieden werden. Nur so kann die

langfristige Akzeptanz der Energiewende

sichergestellt werden. Viele Aspekte müssen

dabei koordiniert werden: Der Ausbau

der erneuerbaren Energien muss mit dem

Ausbau der Stromnetze synchronisiert

werden. Fossile Kraftwerke werden für

eine zuverlässige Energieversorgung noch

lange eine wichtige Rolle spielen. Wir

müssen auf Kosteneffizienz beim Ausbau

der erneuerbaren Energien achten und

wir müssen Anreize zur Steigerung der

Energieeffizienz setzen. Bei alledem werden

wir darauf achten, dass Deutschland

auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiger

Industriestandort bleibt.

Österreich hat sich vor vielen Jahren

gegen die Kernenergie ausgesprochen.

Andere Länder verfolgen hier bisher einen

anderen Weg. Deutschland hat sich

für eine grundlegende Energiewende

entschieden und ich bin sicher, dies wird

eine Erfolgsgeschichte.

2013 ist ein Jahr der Jubiläen. Im Januar

wurde in Deutschland und Frankreich

aufwändig an den Elysée-Vertrag

erinnert. Welche Bedeutung haben fünfzig

Jahre Élysée-Vertrag für Deutschland,

Frankreich und Europa?

Fünfzig Jahre Elysée-Vertrag und

deutsch-französische Freundschaft sind

eine großartige Erfolgsgeschichte. Wie

damals vereinbart, arbeiten beide Regierungen

seither so eng und vertrauensvoll

zusammen wie kaum zwei andere. Sie

treffen sich zwei Mal im Jahr zu Regierungskonsultationen,

und der französische

Staatspräsident und die deutsche

Bundeskanzlerin treffen sich mehrmals

im Jahr – in Berlin, Paris, Brüssel oder anderswo.

Die Zusammenarbeit beschränkt sich

nicht nur auf die Regierungen. So hat das

Deutsch-Französische Jugendwerk seit

1963 über acht Millionen deutschen und

französischen Jugendlichen ermöglicht,

das jeweils andere Land kennenzulernen.

Weiterhin können seit dem Schuljahr

2006/07 Schüler beider Länder mit einem

gemeinsamen Geschichtsbuch für ihr Abitur

bzw. ihr Baccalauréat in Geschichte

46 | Societ 1_2013


deutschland

Interview

lernen und arbeiten. Über 2.000 Städte-, Regionalund

Schulpartnerschaften haben Deutsche und

Franzosen über die Jahre hinweg einander näher

gebracht. In Schulen und Kindergärten, an Hochschulen,

Forschungseinrichtungen und Betrieben

wird die Zusammenarbeit täglich aufs Neue mit

Leben gefüllt. Die Deutsch-Französische Hochschule

ermöglicht einen doppelten Abschluss in

über 140 integrierten binationalen Studiengängen.

Das besondere deutsch-französische Vertrauensverhältnis

erlaubt es uns, auch dort Kompromisse

zu schmieden, wo wir in der aktuellen

Tagespolitik, oder z.B. in der Lösung der europäischen

Schuldenkrise, zunächst einmal verschiedene

Auffassungen haben. Es gibt heute einen

deutsch-französischen Reflex, der im Laufe der

Jahre gewachsen ist: Wenn Deutschland eine europapolitisch

relevante Position formuliert, dann

stellen wir uns immer die Frage: Wo steht Frankreich

in dieser Angelegenheit? Und in Frankreich

geschieht das gleiche.

Dabei ist es ganz unbedenklich, wenn die französische

und die deutsche Regierung in manchen

Fragen unterschiedlicher Ansicht sind. Wir tauschen

uns über unsere Positionen aus, suchen

gemeinsame Schnittmengen, und wir beziehen

unsere EU-Partner mit ein. So schaffen wir es seit

Jahrzehnten, tragfähige und belastbare Lösungen

zu finden. Dass das heute eine Selbstverständlichkeit

ist, dass wir uns das gar nicht mehr anders

vorstellen können, dafür hat der Elysée-Vertrag

eine ganz wichtige Weichenstellung geliefert.

Noch ein Jubiläum: Was hat Deutschland außen-

bzw. kulturpolitisch geplant, um den 200.

Geburtstag von Richard Wagner zu würdigen?

Gertrud Tauchhammer

im Gespräch mit

S. E. Detlev Rünger

und Gattin Iris.

curriculum

vitae

D

etlev Rünger wurde

1955 in Hannover

geboren. Er ist

verheiratet und hat zwei

Kinder. Nach dem Studium

der Rechtswissenschaften

und dem Juristischen

Vorbereitungsdienst trat

er 1981 in den Auswärtigen

Dienst ein. Es folgten

dienstliche Verwendungen

in Bonn, Kairo, Quito,

Daressalam, wieder Bonn

und schließlich Canberra.

Von 2002 bis 2006 war er in

Berlin als Referatsleiter für

Humanitäre Hilfe zuständig,

anschließend drei Jahre

lang Krisenbeauftragter des

Auswärtigen Amts und von

2009 bis September 2012

Botschafter in Oslo.

In Deutschland und in Österreich wird mit

einer großen Zahl von Veranstaltungen, Ausstellungen

und Konzerten an Wagners Geburtstag erinnert.

Meine Botschaft hat, im Rahmen unseres

regelmäßigen Kulturprogramms, am Geburtstag,

dem 22. Mai, ein Konzert in den Räumen der Botschaft

veranstaltet.

Außenminister Guido Westerwelle hat die

sog. Zukunftsgruppe von zehn EU-Außenministern

ins Leben gerufen, die über Europapläne,

etwa ein bundesstaatliches Modell der EU,

nachgedacht hat und einen Bericht dazu veröffentlicht

hat. Welchen Stellenwert haben diese

Gespräche, da nicht alle Außenminister daran

teilnehmen? Was werden die Wirkungen der Arbeit

dieser Gruppe sein?

Da die Schuldenkrise auch eine politische Dimension

hat und Europa inzwischen manchmal

als Teil des Problems und nicht der Lösung empfunden

wird, muss die Europäische Union ihre

Kräfte nach innen und außen stärker bündeln.

Hierüber zu beraten und über die Krise hinaus zu

denken, ist die Aufgabe der von Bundesaußenminister

Dr. Guido Westerwelle ins Leben gerufenen

informellen Gruppe von elf europäischen Außenministern,

der auch Österreich angehört. Sie hat

konkrete Denkanstösse auf verschiedenen europäischen

Politikfeldern erarbeitet. Als informelles

und offenes Gesprächsforum gehören ihr, im Unterschied

zu Ratsformat, nicht alle Außenminister

an.

Die Außenministergruppe möchte inmitten

der notwendigen Debatte über die Zukunft Europas

den Kräften der Renationalisierung eine

proeuropäische Diskussion entgegenstellen. Denn

ohne langfristige Perspektiven kann das Vertrauen

nicht gefestigt bzw. zurückgeholt werden, das

wir kurz- und langfristig zur Überwindung der

Krise brauchen. Eine handlungsfähige, stabile

Wirtschafts- und Währungsunion ist von zentraler

Bedeutung für das Funktionieren der Europäischen

Union insgesamt. Nach Ansicht der Außenministergruppe

liegt der Schlüssel dabei im

Zusammenwirken von solidem Haushalt, Wachstumsimpulsen

und Solidarität. Dieser Pfad soll

nicht verlassen werden.

Zu den von den Außenministern erörterten

Perspektiven gehören auch Überlegungen für eine

effizientere Entscheidungsfindung, eine stärkere

demokratische Legitimierung, eine Steigerung

der Sichtbarkeit des Europäischen Parlaments sowie

eine Stärkung des Europäischen Auswärtigen

Dienstes, um nur einige Punkte zu nennen. Auch

sollen weitere Souveränitätsübertragungen auf

europäischer Ebene in Betracht gezogen werden.

Dies geht alle Mitglieder der Europäischen Union

an, auch diejenigen, die den Euro noch nicht

eingeführt haben. Reformen und weitere Beratungen

sollen daher möglichst im Kreise der 27

erfolgen. Viele der Vorschläge der Außenministergruppe

könnten im bestehenden Vertragsrahmen

verwirklicht werden.


Society 1_2013 | 47


deutschland

Interview

„Einzigartiges Potenzial

bilateraler Beziehungen“

Österreichs Botschafter in Berlin, Dr. Ralph Scheide, im Interview

für SOCIETY über die Qualität der engen Beziehungen zwischen

Österreich und Deutschland und die Herausforderungen,

die sich daraus ergeben.

Interview: SOCIETY

Was ist die Herausforderung

in Berlin als

Botschafter

tätig zu sein

– nämlich für

die Beziehungen zwischen zwei Staaten

zu arbeiten, wie sie besser und enger

kaum sein könnten?

Tatsächlich ist es so, dass die Beziehungen

zwischen Österreich und Deutschland

von einer besonderen Dichte und Qualität

gekennzeichnet sind. Österreich unterhält

mit Deutschland ausgezeichnete

Beziehungen in allen Bereichen, sei es in

der Politik, in der Wirtschaft oder in der

Kultur, sowie auch im zwischenmenschlichen

Bereich. Es leben jeweils fast eine

Viertel Million Österreicher in Deutschland

bzw. Deutsche in Österreich. Im politischen

Bereich gibt es einen regen bilateralen

Gedanken- und Besuchsaustausch

auf Ebene der Regierungschefs, der Mitglieder

der Bundesregierung, sowie auf

Landesebene. Natürlich ist es auch unsere

Aufgabe, das österreichische Außenministerium

und die Bundesregierung über die

politischen, wirtschaftlichen und anderen

Entwicklungen in Deutschland umfassend

zu informieren.

Im politischen Bereich ist insbesondere

auf die Zusammenarbeit im Rahmen

der Europäischen Union zu verweisen.

Österreich und Deutschland haben hier

oft ähnliche bzw. gleich gelagerte Interessen.

Ich denke hier beispielsweise an die

Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten

Jahre. Die Europäische Union bietet den

Vorteil einer Rechtsgemeinschaft, in der

die Zusammenarbeit auch von Ländern

unterschiedlicher Größenordnung auf

Augenhöhe erfolgt – dies betrifft insbe-

sondere auch Österreich und Deutschland.

Deutschland und Österreich sind wirtschaftlich

eng verflochten, was Export

und Investitionen betrifft. Im Tourismus

bleibt Österreich die zweitwichtigste Destination

der Deutschen, für deutsche Studenten

ist es der beliebteste ausländische

Studienort.

Diese Fakten beschreiben auch die Herausforderung

für die Arbeit der Botschaft.

Unsere Aufgabe besteht darin, an der Ausgestaltung

dieses einzigartigen Potenzials

bilateraler Beziehungen mitzuwirken

und auf neue Entwicklungen sowie neue

Möglichkeiten für eine weiter vertiefte Zusammenarbeit

hinzuweisen.

Welche Akzente setzen Sie als Botschafter

in Berlin?

Aus der Analyse dieser Entwicklungen

ergeben sich immer wieder neue Felder

der Zusammenarbeit. In vielen Fällen gelingt

es uns auch Akzente in spezifischen

Bereichen durch Veranstaltungen in unserem

schönen und modernen Botschaftsgebäude,

das 2001 vom bekannten österreichischen

Architekten Hans Hollein in

Berlin errichtet wurde, zu setzen. So z.

B. bei einer gemeinsamen Westbalkankonferenz

unter Teilnahme von AM Spindelegger,

AM Westerwelle und Ministern

der Westbalkanstaaten. Österreich und

Deutschland haben ein gemeinsames Interesse

an der wirtschaftlichen, demokratischen

und rechtsstaatlichen Entwicklung

dieser unserer Nachbarregion und

ihrer europäischen Perspektive.

Zahlreiche Veranstaltungen betreffen

auch den wirtschaftlichen Bereich, so z.

B. eine Konferenz zum Nabucco-Projekt

mit EU-Energiekommissar Öttinger sowie

kürzlich ein „Donausalon“ gemeinsam

mit der Landesvertretung Baden-Württembergs

im Rahmen der Internationalen

Tourismusbörse unter Teilnahme von

Wirtschaftskammerpräsident Christoph

Leitl.

Darüber hinaus bilden kulturelle Veranstaltungen

an unserer Botschaft und

unseres Kulturforums einen Schwerpunkt.

Ein in den letzten Jahren schon

zur Tradition gewordenes österreichisch

geprägtes Neujahrskonzert (in diesem

Jahr etwa mit Angelika Kirchschlager) erfreut

sich bei prominenten Vertretern aus

Politik, Wirtschaft und Kultur in Berlin

großer Beliebtheit.

In den letzten Jahren haben wir auch

immer den Empfang in der Botschaft zum

österreichischen Nationalfeiertag dazu

genützt, jeweils ein anderes österreichisches

Bundesland unter Teilnahme der

Landeshauptleute dem Berliner Publikum

näher zu bringen: 2011 war dies das Burgenland

aus Anlass seines 90-Jahr-Jubiläums,

im Vorjahr Niederösterreich.

Welche Veranstaltungen gibt es im

Gedenkjahr 2013 – Machtergreifung

Hitlers vor 80 Jahren und Anschluss

vor 75 Jahren?

Eine österreichische Ausstellung, die

auch in deutschen Medien viel Widerhall

gefunden hat, ist „Nacht über Österreich.

Der Anschluss 1938 – Flucht und Vertreibung“

in der Österreichischen Nationalbibliothek.

Von der Vielzahl an Berliner

Veranstaltungen möchte ich vor allem

zwei erwähnen: „Berlin 1933 – Der Weg in

die Diktatur“ in der „Topographie des Terrors“

und „Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933-

38“ im Deutschen Historischen Museum.

Generell lässt sich feststellen, dass Berlin

48 | SocietY 1 _2013


deutschland

Interview

Foto: Österreichische Botschaft in Berlin

auch eine Art Freilichtmuseum der wechselhaften

Geschichte des 20. Jahrhunderts ist. In den letzten

Jahrzehnten hat sich Berlin zu einer modernen

und sehr lebendigen Metropole entwickelt, die vor

allem jungen Menschen und Künstlern durch ein

günstiges Preisniveau attraktive Angebote macht.

Die größte Gruppe ausländischer Staatsbürger

in Österreich sind die Deutschen. Wie

sieht es in umgekehrter Richtung aus? Wie

viele Österreicher leben in Deutschland? Was

sind die Beweggründe, nach Deutschland zu

gehen?

Wie bereits erwähnt leben geschätzte 210.000

Österreicher in Deutschland, zu einem Großteil

in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch im

entfernten Berlin (10.000 Österreicher). Es gibt

zwar keine Statistiken über ihre Beweggründe,

nach Deutschland zu kommen; es dürfte sich aber

in der Mehrzahl der Fälle um berufliche (gute Karrierechancen

für unsere gut ausgebildeten Leute)

und zwischenmenschliche Gründe (viele binationale

Ehen) handeln. In der deutschen Wirtschaft

werden zahlreiche wichtige Managementpositionen

von Österreichern besetzt. In der deutschen

Wirtschaft werden zahlreiche wichtige Managementpositionen

von Österreichern besetzt. Ich

erwähne beispielsweise Peter Löscher (Vorstandsvorsitzender

Siemens), Paul Achleitner (Aufsichtsratsvorsitzender

Deutsche Bank), Wolfgang Mayrhuber

(Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa),

oder etwa Ferdinand Piëch, ein großer Pionier der

modernen Automobilindustrie.

»Die Beziehungen

zwischen

Österreich und

Deutschland

sind von einer

besonderen

Dichte und

Qualität.

«

Ralph

Scheide

curriculum

vitae

otschafter Dr. Ralph

Scheide ist am 15.

BFebruar 1951 in Wien

geboren. Nach dem Studium

der Rechtswissenschaften

an der Universität Wien

und einem Sprachstudium

an der Universität Lausanne

trat er 1975 in den diplomatischen

Dienst ein. Er war u.

a. in Moskau und Genf tätig,

war Leiter des Generalsekretariates

des Außenministeriums,

Botschafter in Ankara

(1998-2001), Abteilungsleiter

für den Nahen und

Mittleren Osten und Afrika,

und ist seit 2009 Botschafter

in Berlin. In den 1990er

Jahren war Dr. Scheide

Kabinettsvizedirektor der

Österreichischen Präsidentschaftskanzlei.

Was sind die Hauptanliegen von Österreichern,

die sich an die Botschaft wenden?

Die Botschaft ist eine Universalanlaufstelle

für unterschiedlichste Anfragen aller Art. Unsere

Generalkonsulate in Berlin und München sowie

unsere ehrenamtlichen Honorarkonsulate in elf

weiteren Städten beschäftigen sich vorrangig mit

Reisepässen, Personalausweisen und Staatsbürgerschaftsangelegenheiten,

unterstützt die Österreicher

aber auch bei Unfällen oder anderen

Problemen, wobei die Zusammenarbeit mit den

deutschen Behörden in den meisten Fällen sehr

gut funktioniert.

Außenminister Guido Westerwelle hat die

sog. „Zukunftsgruppe“ von zehn EU-Außenministern

ins Leben gerufen, die über Europapläne,

etwa ein bundesstaatliches Modell der

EU, nachdenkt. Welchen Stellenwert haben

diese Gespräche, da nicht alle Außenminister

daran teilnehmen?

Die Zukunftsgruppe hat sich im letzten Jahr

insgesamt fünf Mal zu einer vertraulichen Grundsatzdebatte

über aktuelle Herausforderungen

und die künftige Ausgestaltung der Europäischen

Union getroffen. Sie hat sich als Avantgarde verstanden,

deren Beitrag dann im größeren Rahmen

unter Einbindung aller diskutiert werden soll.

Deshalb wurde am 18. September letzten Jahres

ein öffentlicher Abschlussbericht mit Vorschlägen

vorgelegt, der in der Folge mit den europäischen

Institutionen diskutiert wurde. Der Bericht stellte

die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion

in den Mittelpunkt und forderte mehr Europa

bei Bankenaufsicht, Wirtschaftskoordinierung

und der Gestaltung nationaler Budgets zur Einhaltung

europäischer Verpflichtungen, stärkere

demokratische Kontrolle durch das Europäische

Parlament und die nationalen Parlamente, ein kohärenteres

Auftreten der Union nach außen und

eine direktere demokratische Legitimation des

Präsidenten der Europäischen Kommission, um

nur ein paar Beispiele zu nennen. Vieles davon ist

derzeit in Umsetzung begriffen. Die Ergebnisse

der Zukunftsgruppe sind in den Bericht der vier

Präsidenten zur Vollendung der Wirtschafts- und

Währungsunion für den Europäischen Rat eingeflossen

und stellen einen wesentlichen Beitrag in

der gegenwärtigen Zukunftsdebatte dar.

Deutschland und Österreich zählen bezüglich

des EU-Beitritts der Türkei zu den großen

Skeptikern. Sie haben als ehemaliger österreichischer

Botschafter in Ankara guten Einblick

in die Beziehungen zur Türkei. Welche Faktoren

sind es, die Deutschland und Österreich

gegen einen Türkei-Beitritt sprechen lassen?

Aus unserer Sicht ist die Türkei als Schnittstelle

zwischen westlicher und muslimischer Welt,

als Energiedrehscheibe und als bedeutender

Wirtschaftsakteur einer der wichtigsten strategischen

Partner der EU. Österreich befürwortet

daher eine weitere EU-Annäherung. Der Grad der

Annäherung wird aber immer von den Reformbemühungen

der Türkei selbst und von der Aufnahmefähigkeit

der Union abhängen. Zudem werden

insbesondere eine Normalisierung der Beziehungen

zur Republik Zypern und die Fortsetzung des

internen gesellschaftlichen Reformprozesses zu

einer Gleichstellung aller Teile der Gesellschaft

weitere entscheidende Voraussetzungen in den

Verhandlungen sein.


Society 1_2013 | 49


deutschland

Interview

„Der deutsche Markt ist

lebenswichtig“

Johann Kausl, der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Berlin,

über die deutschen Exporterfolge, die Verflechtung mit der

österreichischen Wirtschaft und die Haltung Deutschlands in

der Schuldenkrise.

Interview: SOCIETY

Deutschland ist Österreichs

wichtigster

Handelspartner, und

Österreich gehört zu

den zehn wichtigsten

Handelspartnern

Deutschlands. Liegt das in erster Linie

an der unmittelbaren Nachbarschaft?

Was sind die Hauptgründe dafür?

Wenige wissen, dass nicht nur für Österreichs

Wirtschaft der deutsche Markt

lebenswichtig ist, sondern auch für

Deutschland der Außenhandel mit Österreich

große Bedeutung hat. Für Deutschland

ist Österreich sechstwichtigster

Exportmarkt und zehntwichtigster Lieferant.

Noch vor zwei Jahren waren die

deutschen Exporte nach Österreich größer

als jene nach China und auch derzeit

ist das Außenhandelsvolumen zwischen

Deutschland und Österreich deutlich

größer als das Außenhandelsvolumen

Deutschlands mit Russland.

Hauptgrund ist sicher die Nachbarschaft,

da im Außenhandel grundsätzlich

die Verflechtung mit dem Quadrat der

Entfernung abnimmt, wenn nicht Sondereinflüsse

zum Tragen kommen. Bei

Deutschland gibt es noch verstärkende

Sondereinflüsse wie die fehlende Sprachbarriere,

die gleiche Geschäftskultur, ähnliches

technisches Niveau, aber auch die

starke gegenseitige Verflechtung durch

Investitionen.

Wir müssen auch zugeben, dass ein

Teil unseres Exporterfolgs nach Deutschland

den deutschen Investitionen in Österreich

zuzurechnen ist. Wenn etwa ein

großer deutscher Automobilbauer ein Motorenwerk

in Österreich baut, ist der österreichische

Erfolg für diese Warengrup-

pe bereits auf Jahre vorprogrammiert und

bedarf keiner intensiven Anbahnungsaktivitäten.

Deutschland ist wichtigster ausländischer

Direktinvestor in Österreich

mit aktuell 29,3 Milliarden Euro. Aber

auch Österreich investierte 23,4 Milliarden

Euro in Deutschland. Was ist der

Grund für die recht hohen österreichischen

Investitionen in Deutschland?

Wenn man bedenkt, dass etwa 5.000

deutsche Firmen in Österreich eine Niederlassung

haben und mehr als 2.000

österreichische Firmen zumindest mit

einem Verkaufsbüro in Deutschland präsent

sind, scheinen die Zahlen der Nationalbank

über die Investitionen sogar

etwas untertrieben. Nachdem wir gegenseitig

wichtige Partner mit einem jährlichen

Außenhandelsvolumen von neunzig

Milliarden Euro sind, ist die hohe Investitionsdichte

eine logische Folge. Außerdem

besteht ein hoher Grad an Wissen

über den jeweils anderen Wirtschaftsraum,

was die Verflechtung erleichtert

und Investitionen zu keinem Abenteuer

macht.

Deutschland ist wichtigstes Herkunftsland

touristischer Gäste hierzulande.

Anteilsmäßig gehen die Tourismus-Zahlen

seit Jahren jedoch zurück.

Worauf ist das zurückzuführen?

Ja, der deutsche Tourist ist für die österreichische

Tourismuswirtschaft von

großer Bedeutung, und es zeigt sich auch,

dass die Deutschen treue Gäste sind. Natürlich

hat die Internationalisierung und

die leichtere Erreichbarkeit neuer Ziele

in den vergangenen Jahrzehnten deutsche

Touristen auch zu anderen Zielen

gebracht, gerade in Zeiten der Instabilität

in einzelnen dieser ferneren Ziele wird

aber wieder der Österreich-Urlaub wichtiger.

So hat es im vergangenen Jahr sowohl

bei Nächtigungen als auch Ankünften aus

Deutschland wieder ein deutliches Plus

gegeben. Die Statistik zeigt, dass deutsche

Gäste „Wiederholungstäter“ sind, was einen

stabilen Zustrom deutscher Touristen

nach Österreich gewährleistet. Vielfalt

tut auch im Tourismus gut, weshalb ich

eine Verschiebung der Anteile vom Gast

Nummer 1 zu anderen Ländern für nicht

grundsätzlich schlecht halte.

Deutschland hatte im Jahr 2011 die

höchste Zahl an Erwerbstätigen seit

der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenrate

hält sich auch im Rahmen.

Was hat zu diesem Höchststand geführt?

Wirtschaftswachstum ist sicher die

Hauptursache für die guten Beschäftigungszahlen

der letzten zwanzig Jahre,

wobei Deutschland nicht nahtlos glücklich

ist, weil sich nach mehr als zwanzig

Jahren noch immer deutlich höhere Arbeitslosenzahlen

in den neuen Bundesländern

ergeben. Es gibt noch einige

Aufgaben in der Strukturpolitik. Dass die

Arbeitslosenzahl seit einiger Zeit und voraussichtlich

auch in den nächsten Jahren

unter drei Millionen liegt, ist sicher ein

Verdienst der starken deutschen produzierenden

Wirtschaft und der Exporterfolge.

Die demografische Entwicklung

Deutschlands hat sogar in den letzten

Jahren zu einer Verknappung des Arbeitskräfteangebots

geführt und in den neuen

Bundesländern fehlt oft die Generation

der „Auszubildenden“. Die Migrationsbewegung

aus Osteuropa hat weit geringere

50 | SocietY 1 _2013


deutschland

Interview

Foto: WKO

Auswirkungen als erwartet und in vielen Gebieten

herrscht Facharbeitermangel, der bei einem stärkeren

Wirtschaftsaufschwung massive Probleme

bringen könnte.

Der hohe Handelsbilanzüberschuss

Deutschlands mit über sechs Prozent sorgt

für Kritik. Kritiker sagen, die Überschüsse gehen

auf Kosten von Ländern mit schwacher

Wirtschaft. Die EU droht Deutschland sogar

ein Mahnverfahren wegen der Übersteigung

der sechs Prozent an. Wie ist die aktuelle Situation

diesbezüglich? Inwiefern ist die Kritik

berechtigt?

2012 ist Deutschland knapp an einer Strafe

wegen zu guter Performance vorbeigeschrammt.

Nachdem die Exporte in den letzten Monaten

doch etwas nachgelassen haben, dürfte die Problematik

heuer nicht wieder auftauchen. Deutschland

nimmt die Kritik an seiner zu guten Exportwirtschaft,

die etwa aus Frankreich kam, ebenso

gelassen hin, wie Kritik an der hohen Quote der

Produktion am BIP. Man ist in den letzten Jahren

bewusst nicht wie andere EU-Staaten den Weg der

Deindustrialisierung gegangen, sondern meint,

und das wurde durch die Erfolge der letzten Jahre

bewiesen, dass der produzierenden Wirtschaft ein

wichtiger Stellenwert zukommt. Wie in der Schule

die schlechten Schüler nicht die guten für ihre

Probleme verantwortlich machen können, gilt

dies auch in der Außenwirtschaft.

Deutschland hat aber auch „hausgemachte“

Faktoren, die Wirtschaft und Export derzeit stärker

bremsen, wie die Energiewende mit den hohen

Energiekosten für Konsumenten und Wirtschaft

und zuletzt deutlich höheren Abschlüssen

bei den Lohnverhandlungen diverser Wirtschaftszweige.

curriculum

vitae

M

ag. Johann Kausl

wurde am 3. Februar

1949 in Wien

geboren. Er maturierte an

der HTL für Nachrichtentechnik

und Elektronik,

absolvierte ein Studium der

Betriebswirtschaft an der

Hochschule für Welthandel

(heute WU), und ist seit

1974 für die Wirtschaftskammer

Österreich tätig. Er

war stv. Handelsdelegierter

in Frankfurt, Moskau, Tokio,

sowie Leiter der Handelsdelegationen

von Los Angeles

und Moskau. Zwischenzeitlich

war er persönlicher

Assistent der WKO-Präsidenten

Rudolf Sallinger und

Leopold Maderthaner. Seit

2010 ist er Wirtschaftsdelegierter

in Berlin.

Bis jetzt trotzt Deutschland der Bankenund

Schuldenkrise in der Europäischen Union.

Nach vier Quartalen mit Wirtschaftsrückgang

2008/09 geht es seitdem für die deutsche

Wirtschaft wieder bergauf. Weshalb ist die

deutsche Wirtschaft so stark? Was sollte man

in Europa – wirtschaftspolitisch – tun, dass

auch die anderen Staaten wieder – aus eigener

Kraft – partizipieren?

Gerade die Schuldenkrise hat der deutschen

Wirtschaft im vergangenen Jahr einige Prozent

weniger Wirtschaftswachstum gebracht als möglich

wäre, und Deutschland ist der größte Zahler

und Hafter im Rahmen der Lösung der Schuldenkrise.

Auch Deutschland würde sich wünschen,

dass das eigene Erfolgsrezept in den EU-Problemländern

zur Anwendung kommt und Deutschland

nicht nur als Sparmeister und Wachstumsbremser

gesehen wird. In vielen Bereichen versucht

Deutschland den Problemländern Unterstützung

bei der Umsetzung erfolgreicher Konzepte wie der

dualen Bildung zu geben, um langfristig positive

Effekte zu erzielen. Derzeit muss aber Deutschland

mit dem „Undank“ leben, auch wenn es, wie

schon erwähnt, größter Zahler und Hafter ist.

Deutschland will Vorbild für den Weg der europäischen

Wirtschaft aus der Krise sein, muss aber

akzeptieren, dass ein Wandel der Wirtschaft der

Krisenländer nicht rasch gehen kann und Geduld

erfordert.


Auf den Spuren des Genies

Das Reiseland Deutschland feiert 200 Jahre Richard Wagner – feiern Sie mit!

Erleben Sie das Erbe eines musikalischen Genies in Inszenierungen, Konzerten,

Ausstellungen und Events. Folgen Sie den Spuren von Richard Wagner in

Deutschlands Städten: www.germany.travel/richard-wagner

© Getty


Deutschland

Wirtschaft

Facts

Wirtschaftsdaten

Deutschland

Bedeutende

Wirtschaftssektoren

Maschinen- und Anlagenbau,

Automobilbau,

chemische und pharmazeutische

Industrie, Elektround

elektronische Industrie,

Nahrungsmittelindustrie,

Finanz-, Versicherungsdienstleister,

Verkehr, Messewesen

Wirtschaftswachstum

+0,7 % (2012)

BIP pro Kopf

32.289 EUR (2012)

BIP

2.645 Mrd. EUR (2012)

Inflation

+2,0 % (2012)

Arbeitslosigkeit

5,5 % (2012)

Auslandsverschuldung

1.322 Mrd. EUR, entspr.

82,2% des Bruttoinlandsprodukts

Exporte

1.097 Mrd. EUR (2012)

Wichtigste Exportländer

Frankreich, USA, Großbritannien,

Niederlande, China,

Österreich, Italien, Schweiz

Importe

909 Mrd. EUR (2012)

Wichtigste Importländer

Niederlande, China, Frankreich,

USA, Italien, Großbritannien,

Russland, Belgien

Aussenhandel

mit Österreich

Importe aus Österreich

37,8 Mrd. EUR (2012)

Importprodukte

Fahrzeuge, Maschinen,

Eisen/Stahl, Metallwaren

Exporte nach Österreich

49,5 Mrd. EUR

Exportprodukte

Fahrzeuge, Maschinen, Erdölerzeugnisse,

Metallwaren,

Eisen/Stahl, pharmazeutische

Erzeugnisse

Quellen: Außenwirtschaft

Austria der WKÖ

Made in

Germany

Die deutsche Wirtschaft gehört zu den wettbewerbsfähigsten

Wirtschaftsräumen auf der Welt.

Das zeigt sich in der hohen Exportquote, der

niedrigen Arbeitslosenrate und der starken Binnennachfrage.

Text: SOCIETY

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft

in der EU und die

viertgrößte Volkswirtschaft der

Welt hinter den USA, China und

Japan. Bis 2009 war Deutschland

der weltgrößte Exporteur. Mittlerweile

ist es auf Platz drei hinter China und den

USA zurückgefallen, steht aber gemessen am Export

pro Kopf der Bevölkerung nach wie vor auf

Platz eins. Deutschland ist der größte Netto-Beitragszahler

in der EU und größter Garantiegeber

im Euro-Rettungsschirm.

Die deutsche Wirtschaft zeichnet sich durch

ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten

aus. Dies erklärt die hohe Exportquote.

Produkte „Made in Germany“ tragen ein Qualitätssiegel,

das auf der ganzen Welt geschätzt wird.

Durch Innovation, Qualität und technischen Vorsprung

schafft es Deutschland, sich im Umfeld

seiner Konkurrenten zu behaupten. Deutschland

gibt 2,6 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung

aus und will diesen Wert bis 2015 auf

drei Prozent steigern. Die EU fordert von seinen

Mitgliedsländern erst ab 2020 diese Quote. Bei Patentanmeldungen

steht Deutschland weltweit auf

Platz drei hinter den Vereinigten Staaten und China

– ein weiterer Beweis für die Innovationskraft

des Landes.

Fotos: Deutsche Zentrale für Tourismus/Hans Peter Merten, Jochen Knobloch. Jochen Keute

52 | Society 1_2013


Deutschland

Wirtschaft


Starke Binnennachfrage

und Energiepolitik

Aber nicht nur der Export ist eine

große Stütze der Wirtschaft, sondern

auch die Binnennachfrage befindet sich

in Deutschland derzeit auf einem hohen

Niveau. Gründe dafür sind die relativ geringe

Arbeitslosigkeit bei knapp sieben

Prozent, ein historischer Höchststand an

Erwerbstätigen (mehr als 41 Millionen

Menschen) und steigende Reallöhne, die

den privaten Konsum beleben.

Einen zukünftigen Impuls kann sich

Deutschland aus der geänderten Energiepolitik

erhoffen. Die Energiewende zur

umweltverträglichen Energieversorgung

erfordert zum Teil neue technologische

Grundlagen, die mittels eines Energieforschungsprogrammes

unterstützt werden

– eine Chance, Know-how in diesem Bereich

zu generieren.


Deutschland und Österreich

Für Österreich ist Deutschland der

mit Abstand wichtigste Handelspartner.

Sowohl bei den Ein- als auch bei den Ausfuhren

steht für Österreich Deutschland

an der Spitze. Die österreichischen Exporte

nach Deutschland machten 2012 fast 38

Milliarden Euro aus – so viel wie die nächsten

sieben Länder zusammen genommen.

Fast vierzig Prozent der österreichischen

Importe kommen aus Deutschland. Aus

deutscher Perspektive ist Österreich der

siebtwichtigste Handelspartner, knapp

hinter dem viel größeren Italien, was die

Konkurrenzfähigkeit und den hohen technologischen

Stand österreichischer Unternehmen

unterstreicht.

Deutschland ist der größte ausländische

Investor in Österreich. Mit einem

Wert von ca. dreißig Milliarden Euro kommen

gut fünfzehn Prozent der ausländischen

Direktinvestitionen aus Deutschland.

Österreich investiert im Gegenzug

knapp 24 Milliarden Euro in Deutschland.

Über 700 österreichische Unternehmen

beschäftigten ca. 100.000 Menschen in

Deutschland. In Österreich gibt es ca.

3.800 deutsche Niederlassungen bzw. Arbeitgeber

mit 240.000 Arbeitnehmern. Im

Tourismus bleibt Österreich die zweitbeliebteste

Destination der Deutschen (6,8

Milliarden Euro).


Kultur bereichert unseren Alltag.

Vor allem, wenn sie nicht alltäglich ist.

Kunst und Kultur gehen neue Wege. Mit Unterstützung von Siemens.

Die Förderung kultureller Projekte hat eine lange

Tradition bei Siemens. Kunst und Kultur bereichern

die Gesellschaft mit neuen und innovativen Ideen.

Deshalb sind wir stolz, in zahlreichen Ländern mit

vielfältigen Initiativen und Projekten gesellschaftliche

Verantwortung zu übernehmen.

siemens.at/kultur


Deutschland

wirtschaft

Über die Mitgliedschaft bei der DHK erhält man außergewöhnliche

Einblicke in die Unternehmenslandschaft,

so zum Beispiel im Rahmen der Veranstaltung DHK vor

Ort – eine exklusive Führung für DHK Mitglieder durch

das Siemens Mobility Werk in Wien

Eine Antwort auf diese Frage

erhält, wer sich die Tagesarbeit

der 25 DHK-Mitarbeiter

anschaut. Allein 15 von ihnen

unterstützen in der

Abteilung Marketing und

Messen deutsche Unternehmen – vornehmlich

KMU – bei der Geschäftsanbahnung.

Häufig ist für diese Firmen der österreichische

Markt der erste Schritt ins

Ausland, der gleichen Sprache und der

Nähe wegen. Doch dass gerade der nahe

und gleichsprachige Alpenraum seine

Besonderheiten hat, wird für viele deutsche

Unternehmer oft zum Stolperstein:

Die Unterschiede in der Mentalität und

im Geschäftsgebaren, die oftmals erforderliche

Vor-Ort-Präsenz bei österreichischen

Kunden, die häufig unterschätzte

Ost-West-Ausdehnung Österreichs von 900

Kilometern. Und natürlich: Unterschiede

zwischen dem österreichischen und dem

deutschen Rechts- und Steuersystem.

Hier kommt die Abteilung Recht- und

Steuern ins Spiel. Ihre Mitarbeiterinnen

unterstützten im vergangenen Jahr 5.000

deutsche Unternehmen bei der Gründung

von Unternehmensniederlassungen, der

Gehaltsverrechnung für österreichische

Mitarbeiter; sie sind Fiskalvertreter für deutsche

Unternehmen, die über keine eigene

Niederlassung in Österreich verfügen, und

bieten Unterstützung an bei der Mehrwertsteuerrückerstattung.

Hierbei arbeiten die

Rechtsexperten eng mit österreichischen

Ministerien und Behörden zusammen und

können für ihre Kunden vieles häufig schon

auf dem kleinen Dienstweg erreichen.

Wachstum durch

Verbindung

90 Milliarden Euro beträgt das Außenhandelsvolumen

zwischen Österreich

und Deutschland. Ein beachtlicher Wert,

dem auch die jüngsten Krisen nicht wirklich

etwas anhaben konnten. Wozu also

braucht man dann noch die Deutsche

Handelskammer in Österreich (DHK)?

Text: DHK

links nach rechts: Prof. Dr. Dieter Hundt, Präsident der DHK, Dr. Heinz

Fischer, Bundespräsident der Republik Österreich, Dr. Peter Ramsauer,

MdB, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der

Bundesrepublik Deutschland, mit Gemahlinnen beim Opernball 2013.

Fotos: DHK in Österreich

54 | Society 1_2013


deutschland

wirtschaft


Im Einsatz für die

Wirtschaft

Aber auch für österreichische

Unternehmen hat die DHK

einiges zu bieten: So vertritt die

Handelskammer allein sechs

deutsche Messeplätze in der Alpenrepublik:

Berlin, Frankfurt,

Hannover, Karlsruhe, Offenbach

und Stuttgart. Das Team

Marketing und Messen berät

österreichische Aussteller hinsichtlich

des optimalen Messeauftritts

und begleitet jährlich

700 Unternehmen auf Messen.

Zu diesen gehören auch die

Flaggschiffe der deutschen Messewelt:

Die CeBIT in Hannover,

die weltweit größte Messe zur

Darstellung digitaler Lösungen

aus der Informations- und Kommunikationstechnik

für die

Arbeits- und Lebenswelt, und

die ITB in Berlin, die Leitmesse

der internationalen Tourismus-

Wirtschaft.

Für österreichische Messebesucher

und -aussteller vermittelt

die DHK die optimale Standplatzierung,

Einladungen zu

speziellen Messe-Veranstaltungen

sowie Eintrittskarten.

Die DHK ist jedoch weit

mehr, als nur Dienstleister

für Unternehmen. Als offizielle

Vertretung der Deutschen

Wirtschaft vertritt sie die deutschen

Wirtschaftsinteressen in

Österreich. Dass die DHK diese

übergeordnete Aufgabe erfolgreich

ausführt, ist der stabilen

Mitgliederbasis von rund 1.600

Firmen zu verdanken. Unter

den Mitgliedsunternehmen

befinden sich Industrieunter-

»Vom Großkonzern

bis

zum Kleinstunternehmen

bringen wir die

richtigen Partner

zusammen.

«

Thomas

Gindele

Geschäftsführer

nehmen, Dienstleister und Handelsunternehmen

aus nahezu

sämtlichen Branchen.

Nach außen hin vertreten

das Präsidium und der Vorstand

die DHK. Das Präsidium

setzt sich aus hochrangigen Persönlichkeiten

sowohl der deutschen

als auch der österreichischen

Wirtschaft zusammen.

Dabei ist die bilaterale Ausrichtung

der Mitgliederstruktur

die wichtigste Substanz für das

Netzwerk. Die obersten Repräsentationsaufgaben

nimmt der

Präsident der DHK wahr, Prof.

Dr. Dieter Hundt, welcher zugleich

auch Präsident der Bundesvereinigung

Deutscher Arbeitgeberverbände

ist.


Dichtes Netzwerk

Für die Mitglieder sind die

Netzwerkveranstaltungen der

DHK von großer Bedeutung. Allein

dieses Jahr bringt die Handelskammer

bei ca. 40 Anlässen

3.000 Entscheidungsträger aus

Wirtschaft und Politik beider

Länder zusammen. Oberstes Gebot

ist es, bilaterale Wirtschaftsthemen

anzusprechen und die

Entwicklung gemeinsamer Themen

auf den Weg zu bringen.

Politische Prominenz beider

Länder, hochrangige Vertreter

aus Wirtschaft und Gesellschaft

sowie ein anspruchsvolles Rahmenprogramm

sorgen dafür,

dass die Generalversammlung

der DHK einen herausragenden

Stellenwert im Wiener Festkalender

einnimmt. Im Rahmen der

diesjährigen Generalversammlung

am 21.11. präsentiert sich

das Bundesland Sachsen-Anhalt.

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff

hält die Festrede.

Außerdem ist es für die DHK,

als Repräsentanz des Freistaates

Bayern in Österreich, jedes Jahr

eine Freude, das Münchner Oktoberfest

nach Wien zu holen.

Heuer findet das Bayerische Oktoberfest

in Wien am 25.10. statt.

Zu diesem Highlight sind sowohl

DHK-Mitglieder als auch Gäste

herzlich willkommen. Tracht ist

Ehrensache.

Machen Sie sich selbst ein

Bild von der DHK und ihren

Leistungen. Für detailliere Auskünfte

stehen Ihnen die DHK

Mitarbeiter jederzeit gerne zur

Verfügung. Unter www.dhk.at

können Sie sofort Ihren direkten

Ansprechpartner für Ihre Fragen

ermitteln.

Die DHK freut sich auf

Sie!


Messen sind das Tor zur Welt, denn sie

sind Treffpunkt und Umschlagplatz für

den Austausch von Produkten, Ideen und

Know-how. Nutzen Sie die langjährige

Erfahrung der DHK Mitarbeiter für einen

erfolgreichen Messeauftritt.

Facts

Deutsche

Handelskammer

Die DHK erleichtert den

Aufbau von bilateralen

Geschäftsbedingungen

begleitet Unternehmen auf

Messen und informiert über

Recht und Steuern. Bei

Netzwerkveranstaltungen

kommen Entscheidungsträger

aus Wirtschaft und

Politik zusammen.

Kontakt

Deutsche Handelskammer

in Österreich

A-1030, Wien

Schwarzenbergplatz 5,

Top 3 / 1

Tel.:+43-(0)1-545 14 17-0

office@dhk.at

www.dhk.at

Entwicklung Außenhandelsvolumen

Deutschland - Österreich

Quelle: Statistik Austria

Eine Marktentwicklung

ist für kleine und

mittlere Unternehmen

oft eine große Herausforderung.

Die DHK

unterstützt diese Geschäftsanbahnungen.

Besonderer Beliebtheit

erfreuen sich die Firmenmessen,

bei denen

der Genuss mitunter im

Vordergrund steht.

Society 1_2013 | 55


Deutschland

honorarkonsuln

Gewachsenes

Netzwerk

Fünf deutsche Honorarkonsulate sind in Österreich Anlaufstelle

für die Anliegen von bundesdeutschen Bürgern und Treffpunkt

für die Pflege der deutsch-österreichischen Beziehungen in den

Bundesländern.

Text: SOCIETY


Innsbruck

Am 08.01.2001 wurde ich zum Honorarkonsul

der Bundesrepublik Deutschland

in Innsbruck für den Amtsbezirk

Bundesland Tirol bestellt. Zuvor hatte

Deutschland in Tirol ein Berufs-Generalkonsulat

unterhalten. Als Honorarkonsul

unterstehe ich dem deutschen Botschafter

in Österreich. Die Tätigkeit erfolgt ehrenamtlich.

Büro und Angestellte für die

konsularische Arbeit stelle ich zur Verfügung.

Die Tätigkeit umfasst vor allem die

konsularische und Notfallbetreuung von

deutschen Staatsangehörigen sowie die

Vermittlung von wirtschaftlichen und

kulturellen Kontakten. Zu den Aufgaben

zählt auch die Betreuung von hochrangigen

Besuchen aus Deutschland.

Im Jahr 2011 lebten ca. 34.000 deutsche

Staatsangehörige in Tirol, dazu kommen

die Saisonarbeitskräfte mit circa 26.000

deutschen Staatsbürgern. Weiters haben

29.000 Deutsche Zweitwohnsitze in Tirol.

Die deutschen Staatsbürger stellen damit

die stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe

in Tirol. Ca. 6000 deutsche Studenten

studieren an den Universitäten in

Tirol, im Jahr 2012 haben 22,4 Millionen

Deutsche ihren Urlaub hier verbracht.

Mein dichtes, in langjährige Arbeit

als Rechtsanwalt in Tirol gewachsenes

Netzwerk nutze ich für den deutsch-österreichischen

Austausch. So fördert das

Managementcenter Innsbruck mit dem

Rektor Dr. Andreas Altmann gemeinsam

mit mir das Zusammenleben und die

Zusammenarbeit auf allen Gebieten der

Wirtschaft und Wissenschaft mit deutschen

Universitäten. Wichtiges gesellschaftliches

und politisches Bindeglied ist

außerdem die österreichisch-bayerische

Gesellschaft mit Sitz in München. Bedeutend

sind auch Städtepartnerschaften, besonders

jene von Innsbruck mit Freiburg.

Veranstaltungen der deutschen Tourismuszentrale,

der Deutschen Handelskammer

in Österreich, der Jugendolympiade,

der Fußballeuropameisterschaft sowie

der kultureller Austausch von Künstlern

fordern immer wieder die Präsenz und

den Einsatz des Honorarkonsuls. Durch

die von mir organisierten Veranstaltungen,

insbesondere zum Tag der Deutschen

Einheit, ergeben sich viele Kontakte zwischen

hochrangigen Vertretern beider

Länder.

Ohne die wertvolle Unterstützung

meiner Mitarbeiterinnen, die vor allem

die Administrativarbeiten – wie z. B Passanträge,

Lebensbescheinigungen, Namenserklärungen,

Erbausschlagungen,

Staatsbürgerschaftsangelegenheiten – abwickeln,

wäre der Arbeitsaufwand nicht

zu bewältigen. Eine wichtige Unterstützung

gewähren auch die Landesregierung

in Tirol und ihren Behörden, die Bürgermeister/innen,

vor allem von Innsbruck

und Kitzbühel, die Bezirkshauptmannschaften

in Tirol, die Landespolizeidirektion

Tirol und die Gerichten und Staatsanwaltschaften.

Dr. Ernst Wunderbaldinger

Honorarkonsul von Deutschland

Honorarkonsul Dr. Helmut Gerlich Honorarkonsul Dr. Ernst Wunderbaldinger Honorarkonsul Dr. Wolfgang Leitner

56 | Society 1_2013


deutschland

honorarkonsuln


Bregenz

Das Honorarkonsulat in Bregenz (Schulgasse

7, 6850 Dornbirn) dient den ca. 14.000 deutschen

Staatsbürgern, die in Vorarlberg leben, als Anlaufstelle

für ihre Personal- und Staatsbürgerangelegenheiten,

z.B. für die Abgabe von Passanträgen,

Erbausschlagungen, Namensführungen und Beglaubigung

diverser Schriftstücke, unter anderem

Lebensbescheinigungen und Führungszeugnisse.

Dreimal wöchentlich besteht vormittags Parteienverkehr.

Darüber hinaus ist das Konsulat Anlaufstelle,

wenn deutsche Staatsbürger mit der österreichischen

Justiz in Konflikt geraten, z.B. in Haft

genommen werden, oder bei außergewöhnlichen

Ereignissen. Die Arbeit im Konsulat wird von den

Damen Martina Sohm, Christiane Pal und Angelina

Dür bewältigt, die den Honorarkonsul bei seinen

Aufgaben tatkräftig unterstützen.

Dr. Viktor Thurnher

Kaufmann & Thurnher Rechtsanwälte GmbH

auf, die Bundesrepublik in unserem Bundesland zu

repräsentieren und die ohnehin schon ausgezeichneten

Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern

wenn möglich noch weiter zu intensivieren!

Diese Aufgabe ist einfach, weil die Beziehungen

zwischen Deutschland und Österreich besonders

eng sind und auf einem stabilen Fundament ruhen:

Die politischen Beziehungen sind problemlos, der

Kultur- und Wissenschaftsaustausch ist intensiv und

vielfältig und besonders eng sind die wirtschaftlichen

Beziehungen.

Aber das Wichtigste sind natürlich die Menschen:

die 20.000 deutschen Staatsbürger in Oberösterreich,

die sich mit den verschiedensten Anliegen

an das Konsulat wenden! Ihnen versichere ich, dass

ich mich dieser Aufgabe nach besten Kräften widme

und dass das Konsulat in der Oberbank ihnen auch

weiterhin jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung

steht!

Dr. Franz Gasselsberger, MBA

Generaldirektor Oberbank AG


Graz

Dr. Wolfgang Leitner ist Vorstandsvorsitzender

der Andritz AG und seit 14 Jahren deutscher Honorarkonsul

für die südliche Region Österreichs. Nach

Schließung des Generalkonsulats in Graz im Jahr

1998 wurde Herr Dr. Leitner im April 1999 als Honorarkonsul

mit dem Amtsbezirk Bundesland Steiermark

bestellt. Seit Mitte 2006 wurde sein Amtsbezirk

noch um das Bundesland Kärnten erweitert.

Zu Jahresbeginn hatten über 36.000 deutsche Staatsangehörige

ihren Wohnsitz in der Steiermark und

in Kärnten. Diese Gruppe kann sich zur Erledigung

verschiedener konsularischer Amtsgeschäfte, wie

Passbeantragung, Abgabe einer Namenserklärung,

Beglaubigung einfacher Art etc. an den Honorarkonsul

wenden. Viermal wöchentlich besteht Parteienverkehr.


Linz

Seit ich 2007 zum Honorarkonsul der Bundesrepublik

Deutschland in Oberösterreich berufen

worden bin, ist mir die konsularische Tätigkeit eine

Ehre und Verpflichtung zugleich. Ich bin stolz dar-

Kontakt

Honorarkonsuln

der

Bundesrepublik

Deutschland

Honorarkonsul Dr. Viktor

Thurnher

Schulgasse 7

6850 Dornbirn

Tel. +43-(0)5572-20210

Fax +43-(0)5572-34414

Honorarkonsul Dr. Wolfgang

Leitner

Statteggerstraße 18

8045 Graz

Tel. +43-(0)316-694970

Fax +43-(0)316-690 24 25

Honorarkonsul Dr. Ernst

Wunderbaldinger

Maria-Theresien-Straße

23/2. Stock

6020 Innsbruck

Tel. +43-(0)512-570 199 0

Fax +43-(0)512-570 199 14


Salzburg

Ich bin seit 2010 Honorarkonsul der Bundesrepublik

Deutschland in Salzburg und seit 1977 im

Bankhaus Spängler tätig. Seit 2008 als Sprecher des

Vorstandes.

Besondere Unterstützung erhalte ich im konsularischen

Bereich durch Frau Andrea Trezza, die vor allem

mit Passangelegenheiten und Beglaubigungen

befasst ist. Im Bundesland Salzburg sind ca. 15.000

Deutsche wohnhaft bzw. berufstätig und können

die Dienstleistungen des Konsulats nutzen. Zur fachlichen

Expertise trägt die große Erfahrung der deutschen

Botschaft in Wien nicht unwesentlich bei.

Für das Bankhaus Spängler ist es eine große Ehre,

das Honorarkonsulat in unserem Haus am Makartplatz

zu beherbergen.

Zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober

laden der deutsche Botschafter und ich das konsularische

Corps Salzburgs, die politische Führung

von Stadt und Land sowie Unternehmer, die eine

Geschäftsverbindung mit Deutschland pflegen, zu

einem Festakt ein.

Dr. Helmut Gerlich

Bankhaus Spängler

Fotos: Privat, Andritz, Oberbank

Honorarkonsul Dr. Viktor Thurnher

Honorarkonsul Dr. Franz

Gasselsberger, MBA

c/o Oberbank

Untere Donaulände 28

4020 Linz

Tel. +43-(0)732-79 77 01

Fax +43-(0)732-795 272

Honorarkonsul Dr. Helmut

Gerlich

Schwarzstraße 16

5020 Salzburg

Tel. +43-(0)662-880 201 121

Fax +43-(0)662-880 201 129

Honorarkonsul Dr. Franz Gasselsberger, MBA

Society 1_2013 | 57


Deutschland

Kultur

»Wir sehen uns

als stille Diplomaten

in

der kulturellen

Kommunikation.

«

Heribert

Köck

Plattform für den

Gedankenaustausch

Die Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft

pflegt seit 45 Jahren die inoffiziellen Beziehungen

zwischen Deutschland und Österreich

auf hohem Niveau.

Text: Heribert Franz Köck

Facts

Österreichisch-

Deutsche Kulturgesellschaft

Die Österreichisch-Deutsche

Kulturgesellschaft

wurde 1968 gegründet.

Präsident: Emer. O. Univ.

Prof. DDr. h.c. Heribert

Franz KÖCK

Vizepräsidenten: Botschafter

Prof. Dr. h.c. Günther A.

GRANSER, Generaldirketor

Ing. Wolfgang HESOUN,

Generaldirektor Honorarkonsul

Komm.-Rat Dr. Ludwig

SCHARINGER, LAbg

Sektionschef Dr. Matthias

TSCHIRF, Rechtsanwalt

Konsul Dr. Gerhard WILD-

MOSER

Generalsekretärin:

Dr. Brigitte HOY

A-1010, Wien

Josefsplatz 6

Tel.: +43-(0)1-512 13 08

Fax.: +43-(0)1-5125629

Die Öster-

reichisch-

Deutsche

Kulturgesellschaft

wurde 1968 von Generaldirektor

Gustav

Schmidt-Birkheim und

Rechtsanwalt DDDr.

Wilhelm Müller-Fembeck

mit Bundesminister

a.D. Sektionschef

Generalsekretärin Hoy

Dr. Eduard Heilingsetzer

als erstem Präsidenten gegründet. Hauptziel

der Gesellschaft war und ist der kulturelle Austausch

zwischen Österreich und der Bundesrepublik

Deutschland. Fördernd waren schon bei der

Gründung der Gesellschaft Persönlichkeiten wie

Werner von Siemens und Herbert von Karajan.

Auf Heilingsetzer folgte 1973 EVN-Generaldirektor

Dr. Rudolf Gruber. 1977 bis 2013 wirkte Bundesratspräsident

i.R. Emer. O. Univ. Prof. Dr. Dr.

h.c.mult. Herbert Schambeck als Präsident. Seit

2013 hat der Emer. O. Univ. Prof. Dr. DDr. h.c. Heribert

Franz Köck die Funktion des Präsidenten inne.

Generalsekretärin ist Dr. Brigitte Hoy. Ehrenpräsidenten

sind Herbert Schambeck und Siemens-Generaldirektor

i.R. Dr. Walter Wolfsberger.


Neue Impulse von

Klugen Persönlichkeiten

Die ÖDK hat ihren Sitz in Wien mit Sektionen

in den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark.

Seit ihrer Gründung ist sie eine Plattform

für den Gedankenaustausch im weltanschaulichen,

kulturellen, wissenschaftlichen und politischen

Bereich auf hohem Niveau. Zu den vielen

Persönlichkeiten, die in mehr als vier Jahrzehnten

im Rahmen der Gesellschaft in Wien gesprochen

haben, gehörten deutsche Bundespräsidenten,

Bundeskanzler, Bundestagspräsidenten, Bundesminister,

und Ministerpräsidenten der Länder, EU-

Kommissare und Bundesbankpräsidenten,

Botschafter, Rundfunkintendanten,

Zeitungsherausgeber

und namhafte Vertreter

von Kultur, Wissenschaft

und Kunst.

Im ersten Halbjahr

2013 konnten wir als

Vortragende gewinnen:

für Februar den

Präsident Köck

Schriftsteller Prof.

Dietmar Grieser, für März den Deutschen Botschafter

in Österreich Detlev Rünger, für April im

Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit

der Österreichisch-Französischen Vereinigung die

Tropenmediziner Univ. Prof. DDr. Wolfgang Graninger

und Dr. Michael Ramharter, für Mai den Generalsekretär

des Zentralkomitees der deutschen

Katholiken Dr. Stefan Vesper und für Juni den Vorstandsvorsitzenden

der Siemens AG Österreich Generaldirektor

Ing. Wolfgang Hesoun. Auch für das

zweite Halbjahr 2013 haben wir bereits attraktive

Vortragende in Aussicht genommen.


Empfänge im Hotel de France

Seit mehreren Jahren finden unsere Veranstaltungen

im „Hotel de France“ am Schottenring

statt. Den einzelnen Vorträgen zu aktuellen Themen

schließt sich jeweils ein zu Ehren des Vortragenden

gegebener Empfang mit Abendessen an.

Die Abendessen bieten Gelegenheit zur Aussprache

und näherem Kennenlernen. Auf diese Weise

wurde unsere Gesellschaft auch ein Bekanntenund

Freundeskreis, der einen Beitrag mehr zu den

traditionell guten Beziehungen zwischen Österreich

und Deutschland leistet. Dies ist vor allem

im Geiste Europas von großer Bedeutung.

Die Statuten der Gesellschaft werden bei Interesse

an einer Mitgliedschaft über elektronische

Anfrage (oedk@aon.at) zugesandt.

Fotos: ÖDK


58 | Society 1_2013


der besim

ihre erste adresse für designteppiche. seit 1946

die neue kollektion “cassida”

graben 30, 1010 wien, tel.: 01/533 09 10, office@adil-besim.at, www.omar-besim.com

SOCIETY 2_2012 | 53


Deutschland

residenz

Hietzinger Villa mit

Vergangenheit

Die Residenz des

deutschen Botschafters

in Wien

Text: SOCIETY

Botschafter S.E. Detlev

Rünger mit Gattin Iris Rünger

Die Jahrhundertwende-Villa

im noblen Wiener Bezirk

Hietzing ist nicht nur ein

kleines Juwel der Architekturgeschichte,

sondern hat

auch die deutsch-europäische

Geschichte hautnah miterlebt.

1899 wurde die Villa mit den typischen

Elementen der Jahrhundertwende vom

Architekten Professor Rudolf Feldscharek

für einen reichen Wiener Geschäftsmann

errichtet. Ihre erste offizielle Funktion

erhielt sie 1978: Die DDR-Regierung erwarb

das Gebäude und richtete darin ihre

Botschaft in Österreich ein. Die ursprünglichen

repräsentativen Wohnräume wurden

grundlegend umgestaltet, Zwischenwände

wurden eingezogen und Büros

eingerichtet.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands

ging der Immobilienbestand der

ehemaligen DDR in den Besitz der Bundesrepublik

Deutschland über. 1996 wurden

die ersten Pläne gefasst, der Villa ihr ursprüngliches

Erscheinungsbild zurückzugeben

und sie als Residenz des deutschen

Botschafters zu nutzen. Die Innenräume

wurden renoviert. Ein nachträglich errichteter

Anbau wurde zu einer Freiterrasse

umgebaut und der alte Baumbestand wurde

in die Gartengestaltung integriert. Seit

1998 erstrahlt die nunmehrige Residenz in

ihrem ursprünglichen Glanz. •

Fotos: SOCIETY/Schiffl

60 | Society 1_2013


deutschland

residenz

Society 1_2013 | 61


Deutschland

events

Hervé Gaymard, S. E. Detlev Rünger,

seine Frau Iris, Gunther Krichbaum mit

Gattin, Jaques Pierre Gougeon und

Günther Gloser

Event-Highlights der

Deutschen Botschaft

Rückblick auf Highlights der Veranstaltungen der Deutschen Botschaft

in Wien: Politik, Kultur und Wirtschaft standen im Fokus.

Text: SOCIETY


Tag der Deutschen Einheit

2012

In diesem Jahr feierte die deutsche

Botschaft in Wien den Nationalfeiertag

zusammen mit dem Bundesland Baden-

Württemberg. Botschafter Detlev Rünger

und Ministerpräsident Winfried Kretschmann

begrüßten gemeinsam die Gäste.

Baden-Württemberg gehört zu den

deutschen Bundesländern, die besonders

enge Beziehungen mit Österreich pflegen.

2011 beliefen sich die baden-württembergischen

Exporte nach Österreich auf rund

9,7 Milliarden Euro (gesamte deutsche Exporte

57,7 Mrd. Euro), die Importe aus Österreich

auf 6,8 Milliarden Euro (Gesamtdeutschland

37,4 Mrd. Euro).

Eine Ausstellung in der Botschaft widmete

sich mit Präsentationen den Sektoren

Solararchitektur, Elektromobilität,

Automobilwirtschaft und Umwelttechnik,

in denen Baden-Württemberg und

Österreich besonders eng zusammenarbeiten.

Kulinarisch stand der Empfang unter

dem Motto „Maultasche trifft Wiener

Schnitzel“.

Bei freundlich herbstlichem Wetter feierten

mehr als 500 Gäste im Innenhof der

Deutschen Botschaft.


50 Jahre Elysée-Vertrag

Aus Anlass des 50. Jahrestags des

Elysée-Vertrags luden Botschafter Detlev

Rünger und sein französischer Kollege

Stéphane Gompertz am 18. Februar 2013

zu einer Podiumsdiskussion in die Deutsche

Botschaft ein. Dies war eine Folgeveranstaltung

zum gemeinsamen Empfang

beider Botschafter in der französischen

Botschaft am 22. Januar 2013.

Unter der Moderation der Chefredakteurin

und Mitherausgeberin des „Standard“,

Dr. Alexandra Föderl-Schmid,

diskutierten im voll besetzten Festsaal

der ehemalige Staatsminister und Beauftragte

für die deutsch-französische

Zusammenarbeit, Günter Gloser, der

Vorsitzende des Europaausschusses des

Deutschen Bundestags, Gunther Krichbaum;

der Abgeordnete der Assemblée

Nationale und ehemalige Minister Hervé

Gaymard, der Forschungsleiter beim Institut

für internationale und strategische

Forschung (IRIS) in Paris Prof. Jacques-

Pierre Gougeon sowie der österreichische

Historiker und Vorstand des Instituts für

Zeitgeschichte der Universität Wien Prof.

Dr. Oliver Rathkolb.

62 | Society 1_2013


deutschland

events

Die Diskutanten gingen auf die Geschichte

des Elysée-Vertrages und seine

Folgen ein und sprachen die regelmäßigen

deutsch-französischen Gipfel, das

Deutsch-Französische Jugendwerk und

das gemeinsame deutsch-französische Geschichtsbuch

an. Thematisiert wurde die

Vorbildfunktion für andere Länder sowie

die trilaterale Zusammenarbeit mit Polen

(Weimarer Dreieck). Mit zahlreichen Rückgriffen

auf ihre privaten und beruflichen

Erfahrungen in Parlament und Regierung

berichteten sie anschaulich von Etappen

und Phasen der deutsch-französischen Arbeit

am Projekt Europa.

Der Abend wurde durch deutsche und

französische Chansons abgerundet, dargeboten

von der Berliner Künstlerin Annika

Krump.


Symposium zum interreligiösen

Dialog

Am 19. April veranstaltete die Deutsche

Botschaft in Kooperation mit den Carl

Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaften

Deutschland und Österreich sowie der

kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums

für europäische und internationale

Angelegenheiten in ihrem Festsaal

ein Symposium mit dem Titel „Die Ringparabel

Lessings und der interreligiöse

Dialog heute“.

Nach einer Lesung der Parabel durch

Kammerschauspieler Peter Matic präsentierten

Vertreter der drei dort genannten

Religionen Interpretationen im Hinblick

auf unsere heutige Gesellschaft: aus jüdischer

Sicht Oberrabbiner Prof. Paul Chaim

Eisenberg, aus christlicher Sicht Univ.-

Prof. Dr. Hans-Joachim Sander sowie aus

islamischer Sicht Hamed Abdel-Samad.

Nach der Pause hielt Univ.-Prof. Dr.

Rudolf Burger einen Vortrag über die Herausforderungen

moderner Gesellschaften.

In der Podiumsdiskussion sowie in

der Fragerunde mit dem Publikum wurde

leidenschaftlich, teilweise kontrovers, oft

auf hohem theologischen bzw. religionswissenschaftlichen

Niveau und durchweg

lebendig diskutiert, mit Blick auf die Geschichte

ebenso wie auf die aktuellen Fragen

unserer heutigen Gesellschaft.


Ordensverleihung an Michael

Haneke

Am 19. Dezember 2012 überreichte

Botschafter Detlev Rünger dem Filmregisseur

und Drehbuchautor Michael Haneke

das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens

der Bundesrepublik Deutschland.

Michael Haneke schreibt seit fast vierzig

Jahren Drehbücher und führt Regie. Unter

seinen Werken sind viele international erfolgreiche

Filme wie „Die Klavierspielerin“,

„Wolfzeit“, „Caché“, „Funny Games“ und

„Das weiße Band“. Er hat zahlreiche internationale

Ehrungen und Auszeichnungen

erhalten. Für seinen Film „Liebe“ wurde

er unter anderem mit dem Oscar für den

besten fremdsprachigen Film und dem

Golden Globe für den besten nicht-englischsprachigen

Film ausgezeichnet. Botschafter

Rünger würdigte ihn als einen der

wichtigsten Vertreter des europäischen Autorenfilms,

der durch seine international

erfolgreichen, anerkannten und einflussreichen

Filme große Anerkennung und

Aufmerksamkeit für die deutschsprachi-

ge Filmkunst erworben hat. Die Laudatio

hielt der Publizist Dr. Peter Huemer. Haneke

sei der „größte lebende Filmemacher“,

der bei seinen Werken nicht nur die Regie

führe, sondern diese auch selbst schreibe.

Hanekes Werk sei nicht „grausam, sondern

zutiefst humanistisch geprägt, aber

er erspart einem nichts“.

Michael Haneke reflektierte in seiner

Dankesrede u.a. über seine Verbindungen

zu Deutschland. Er erwähnte seinen deutschen

Vater, seine Geburt in München

und seine Jahre im deutschen Fernseh-

und Theatergeschäft, wo er das Filmhandwerk

gelernt habe.


Ministerpräsident Winfried

Kretschmann, S.E. Detlev Rünger,

Prof. Dieter Hundt

S.E. Detlev Rünger,

Michael Haneke

Foto: SOCIETY/Schiffl; Deutsche Botschaft

Anschnitt der Festtagstorte

Prof. Dr. Hans-Joachim

Sander, Hamed Abdel-Samad,

Prof. Heinz Nußbaumer und

Prof. Paul Chaim Eisenberg

Society 1_2013 | 63


deutschland

Interview

»Siemens hat in

Österreich rund

12.700 Beschäftigte

und ist ein

wichtiger Wertschöpfungsund

Innovationsmotor

des

Landes.

«

Wolfgang

Hesoun

Curriculum

Vitae

Ing. Wolfgang Hesoun

ist Generaldirektor von

Siemens Österreich und

zuständig für den gesamten

19 Länder umfassenden Siemens-CEE-Raum

(inkl. Türkei

und Israel). Zuvor war er

in verschiedenen führenden

Positionen beim börsennotierten

österreichischen

Bauunternehmen PORR AG

tätig. Hesoun ist Präsident

der Industriellenvereinigung

Wien und engagiert sich für

die Integration von Menschen

mit Migrationshintergrund

als Vorstandsmitglied

des Vereins Wirtschaft für

Integration.

Intelligente Technik

Ing. Wolfgang Hesoun, Generaldirektor Siemens

Österreich, im SOCIETY-Interview über neue Entwicklungen

und „smart technologies“ der Zukunft.

Interview: SOCIETY

Siemens ist ein

deutsches Traditionsunternehmen.

Was sind die

Prioritäten in der

Firmenstrategie

für morgen?

Die Siemens AG ist ein weltweit

führendes Unternehmen

der Elektronik und Elektrotechnik.

Der Konzern ist auf den Gebieten

Industrie, Energie sowie

im Gesundheitssektor tätig und

liefert Infrastrukturlösungen,

insbesondere für Städte und urbane

Ballungsräume. Siemens

steht seit mehr als 165 Jahren

für technische Leistungsfähigkeit, Innovation,

Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität.

Wie viele Beschäftigte und welche Schwerpunkte

gibt es am Standort Österreich?

Siemens hat in Österreich rund 12.700 Beschäftigte

und ist ein wichtiger Wertschöpfungs- und

Innovationsmotor des Landes. Aufgrund unserer

langjährigen Unternehmensgeschichte und unserer

hohen Expertise im komplexen Lösungs- und

Produktgeschäft ist Siemens Österreich fest im

heimischen Wirtschafts- und Gesellschaftsgefüge

verankert.

Auf welche jüngsten Entwicklungen sind

Sie besonders stolz?

In Wien-Simmering liegt das Siemens Welt-

Headquarter für den Bereich des Schienenverkehrs.

Siemens entwickelt und produziert hier U-

Bahnen, Straßenbahnen und Reisezugwagen, wie

etwa den Hochgeschwindigkeitszug railjet der

ÖBB, den wir auch in der Tschechischen Republik

erfolgreich am Markt positionieren konnten. Vor

kurzem erhielten wir den Zuschlag für 100 Regionalzüge,

die wir an die ÖBB liefern.

Um im internationalen Wettbewerb weiter

punkten zu können, haben wir kürzlich mit der

Eröffnung der modernsten robotergesteuerten Lackieranlage

Europas in Simmering einen wichtigen

Akzent gesetzt. Siemens ist damit europaweit

der erste Hersteller, der Gesamtfahrzeuge mit Hilfe

von Robotern lackieren kann.

Können Sie zum Thema

„green society“ Ihre persönlichen

Vorstellungen nennen?

Die zwei großen Entwicklungen

– der Klimawandel

und die Endlichkeit fossiler

Ressourcen – prägen immer

wieder die Schlagzeilen. Ein

Schlüssel zur Lösung ist daher

die Ressourcen- und Energieeffizienz.

Mit notwendigen

technischen Innovationen

lassen sich große Effizienzgewinne

realisieren. So sparen

unsere Industriemotoren im

Zusammenspiel mit drehzahlveränderbarer

Antriebstechnik etwa bis zu 70 Prozent

Energie. Ebenso sind unsere hocheffizienten

Gasturbinen im Kraftwerksbereich Weltrekordhalter

beim Wirkungsgrad.

Was kann man sich unter „smart technology“

vorstellen?

Smart Cities zeichnen sich durch den Einsatz

innovativer Technologien, einen nachhaltigen Planungsansatz

und den klaren Fokus auf Ressourcenschonung

besonders für Ballungsräume aus.

Eine solche Lösung sind etwa die Elektrobusse,

die in Wien im Linienverkehr im Einsatz sind. Diese

europaweit einzigartige Lösung besticht durch

einen um ein Viertel geringeren Energiebedarf im

Vergleich zu Diesel- oder Gas-Bussen, einen minimalen

Wartungsbedarf und einen vollkommen

emissionsfreien Betrieb.

Einer unserer Forschungsschwerpunkte und

ein anderes Feld innovativer Technologien sind

intelligente Stromnetze. Hierbei geht es um das

wirtschaftliche Management der Stromversorgungsinfrastruktur,

die durch den Ausbau von

erneuerbaren Energien einen massiven Wandel

durchmacht. Unter Einbeziehung von Automatisierungskomponenten

und IT bleibt das System

beherrschbar. Erfolgreich unter Beweis gestellt haben

wir dies bereits im Salzburger Lungau. Intelligente

Technologien im Energie-, Verkehrs- und Gebäudetechnikbereich

wollen wir gemeinsam mit

der Stadt Wien auch im Stadtentwicklungsgebiet

Seestadt Aspern zur Anwendung bringen. •

Foto: Siemens

64 | Society 1_2013


Jobkarussell

Vorstandswechsel bei Boehringer Ingelheim.

deutschland

wirtschaft

Fotos: Boehringer Ingelheim /Fotografin: Marion Carniel

Mit 1. Juni 2013 übernahm

Philipp von Lattorff (45)

die Geschäftsführung des

Pharma-Unternehmens

Boehringer Ingelheim Regional

Center Vienna (RCV) von Dr. Christian

Schilling (54). Das Unternehmen ist

Zentrum für Krebsforschung sowie Biopharmazie

und verantwortlich für mehr

als dreißig Länder Mittel- und Osteuropas.

Von Lattorff hatte in den vergangenen

Jahren mehrere leitende Funktionen im

Bereich Marketing in Europa inne, zuletzt

war er für den internationalen Unternehmensbereich

Emerging Markets zuständig.


Von Wien nach Ingelheim

Dr. Christian Schilling ist seit 1. Juni

2013 Leiter des weltweiten Unternehmensbereiches

Therapeutic Areas in der Konzernzentrale

von Boehringer Ingelheim

in Deutschland. Von 2008 bis 2013 war er

Geschäftsführer des Boehringer Ingelheim

Regional Center Vienna (RCV). Davor hat

der Mediziner in verschiedenen Pharma-

Dr. Christian Schilling, Philipp von Lattorff

Entwicklungs- und Marketingfunktionen

im In- und Ausland gearbeitet und war zuletzt

für die Unternehmensstrategie und

M&A in der Konzernzentrale zuständig. •

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.

wko.at/klartext


Kosovo

Länderporträt

Facts in

Brief

Ländername: Republik

Kosovo

Einwohner: 1,8 Mio..

Fläche: 10.887 km 2 (etwas

kleiner als Oberösterreich)

Klima: kontinental

Lage: Südosteuropa; grenzt

an Serbien, Mazedonien,

Albanien und Montenegro

Geografie: gebirgig mit

fruchtbaren Beckenlandschaften;

höchster Berg:

Gjeravica (2656 m)

Hauptstadt: Prishtina

(ca. 200.000 Einwohner)

Bevölkerung: 92 % Albaner;

5,3 % Serben; 2,7 % Türken,

Bosniaken, Goraner, Roma,

Ashkali u.a.

Sprache: Albanisch, Serbisch,

Bosnisch, Türkisch

Währung: Euro (nicht in der

Währungsunion)

Religion: Muslime, orthodoxe

Christen, Katholiken

Nationalfeiertag: 17. 2.

(Unabhängigkeitstag)

Staatsform: Republik, Verfassung

aus dem Jahr 2008

Staatsoberhaupt und Regierung:

Präsidentin Atifete

Jahjaga (2011); Regierungschef

Hashim Thaci (2008);

Außenminister Enver Hoxhaj

(2011)

Mitglied in internationalen

Organisationen: Weltbank,

Internationaler Währungsfond

Aus der

Geschichte

1918: Eingliederung des Kosovo

in das „Königreich der

Serben, Kroaten und Slowenen“,

ab 1929 Jugoslawien

1945: Wiedereingliederung

des Kosovo in Jugoslawien

nach dem 2. Weltkrieg

1974: Kosovo erhält den Status

einer autonomen Provinz

1989: Aufhebung des Autonomiestatus;

Massenproteste

der albanischen Bevölkerung

1992: Ibrahim Rugova wird

zum Präsidenten gewählt

1998: Kämpfe zwischen

Serben und der Freiheitsarmee

UÇK

1999: Vertrag von Rambouillet;

NATO-Angriff auf

Serbien

ab 1999: Verwaltung des

Kosovo durch die Vereinten

Nationen (Resolution 1244)

17.02.2008: Unabhängigkeitserklärung

15.06.2008: Inkrafttreten der

neuen Verfassung

10.09.2012: Ende der

Aufsicht des internationalen

Lenkungsrates (ISG)

April 2013: Normalisierungsabkommen

mit Serbien.

Serbische Minderheit im

Nordkosovo bekommt

Selbstverwaltung.

Die Mirusha Wasserfälle im

Westen des Kosovo sind

noch naturbelassen.

Der jüngste Staat

Europas

Über die politische Situation des Kosovo wird viel

berichtet. Doch über das Land und seine Menschen

selbst ist in Europa wenig bekannt.

Text: SOCIETY

K

osovo, der jüngste Staat Europas, feiert

dieses Jahr das fünfte Jubiläum seiner

Unabhängigkeitserklärung. Knapp

die Hälfte aller Staaten der Vereinten

Nationen hat den Kosovo bisher als

eigenständigen Staat anerkannt, darunter auch

Österreich..


Land und Leute

Der Kosovo ist ein Binnenland, geprägt von

hohen Gebirgsketten und fruchtbaren Beckenlandschaften.

Teile des Landes haben alpinen

Charakter wie Österreich oder die Schweiz. Die

Einwohnerzahl des Kosovo beträgt 1,8 Millionen

Menschen. Eine halbe Million Kosovo-Albaner lebt

im Ausland, vor allem in der Schweiz, Deutschland,

Österreich und den USA. Die Bevölkerungsmehrheit

sind Albaner, die wiederum mehrheitlich

einer sunnitischen Glaubensrichtung

anhängen. Die größte Minderheit im Kosovo sind

die Serben, welche überwiegend der serbisch-orthodoxen

Kirche angehören. Die Orthodoxie hat

eine lange Geschichte im Gebiet des Kosovo.


Architektur und Küche

Das Gebiet des heutigen Kosovo stand über die

Jahrhunderte unter ständig wechselnden Einflüssen,

was besonders in der Architektur sichtbar

66 | Society 1_2013


Kosovo

Länderporträt

wird: Von den Römern sind Straßen, Aquädukte,

Tempel und Thermen erhalten. Die ersten Christen

hinterließen Kirchen und Klöster, und die

Osmanen bauten Moscheen und Badehäuser.

Eine typische Wohnform der albanischen Bevölkerung

waren die Kullen (Einzahl: Kulla), wehrhafte

Turmhäuser aus Stein, die vor feindlichen Angriffen

schützten.

Die kulinarischen Einflüsse im Kosovo sind

ebenso vielfältig. Die wichtigsten Zutaten sind

Sauerrahm, Joghurt, Paprika, Chili, Auberginen,

Oliven, Tomaten und Weißkohl. Die wichtigsten

Hauptgerichte sind Sarma (gefüllte Kohlrouladen)

und Fli, ein salziger Schichtkuchen. Pilaf, in Fett

gedünsteter Reis, ist weit verbreitet. Oft wird er

auch mit Fleisch gemischt, etwa Lammpilaf. Die

Nachspeisen Llokuma und Tumbula (Spritzgebäck)

stammen von den Osmanen. Im Kosovo gibt

es einige der schärfsten Chilisorten der Welt, die

in der Küche reichlich Verwendung finden.


Die Regionen des Kosovo

Prishtina ist die Hauptstadt und mit Abstand

größte Stadt im Kosovo. Sie liegt im fruchtbaren

Amselfeld und an wichtigen Verkehrsverbindungen.

Interessant ist die Mischung aus alter und

neuer Architektur. Im Amselfeld steht noch immer

die Türbe (Grabmal) für Sultan Murat I., der

1389 den Kosovo eroberte und in der Schlacht gefallen

ist.

Prizren ist die zweitgrößte und – wie viele behaupten

– schönste Stadt des Kosovo. Die orientalische

Altstadt ist gut erhalten, u.a. die Sinan-Pascha-Moschee

aus dem Jahr 1615 mit dem höchsten

Minarett des Balkans. Die serbische Kirche Bogorodica

Ljeviska (die Beschützerin der Schlafenden)

mit wertvollen Fresken aus dem 14. Jahrhundert

gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Haus,

in welchem 1878 die „Liga von Prizren“ gegründet

wurde, ist heute ein Museum. In den Bergen liegt

das bedeutende Skigebiet Brezovica und ganz im

Süden das sagenhafte Dragash-Tal.

Pejë/Pec im Westen ist Hauptstadt des Methohija-Feldes,

einer fruchtbaren Ebene. Die Stadt war

lange Zeit Sitz des serbisch-orthodoxen Patriarchats.

Ein architektonisches Juwel ist das Kloster

von Decani, welches ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe

zählt. Ein besonderes Naturschauspiel

bieten die Mirusha-Wasserfälle mit ihren weißen

Kalkfelsen.

Mitrovica im Norden, eine serbische Enklave,

ist derzeit wegen der politischen Situation nicht

für Reisen zu empfehlen.

Wussten Sie, dass...?

…der Kosovo den höchsten Anteil an Jugendlichen in

der Bevölkerung Europas hat? Mehr als die Hälfte der

Einwohner ist unter 25 Jahre alt.

… die junge kosovarische Schauspielerin Arta Dobroshi

dieses Jahr den „Shooting Star Award“ auf der Berlinale

erhalten hat?

… sich das heutige Gebiet des Kosovo in der Geschichte

sowohl unter illyrischer, römischer, byzantinischer,

osmanischer als auch österreichischer Herrschaft

befand?

…seit der Römerzeit im Kosovo Wein angebaut wird?


Buchtipps

Oliver Jens Schmitt

Kosovo – Kurze Geschichte

einer zentralbalkanischen

Landschaft

Böhlau Verlag

Kosovo ist der jüngste Staat

Europas und hat keine

lange staatliche Tradition.

Das Buch unternimmt eine

Sozial- und Kulturgeschichte

dieser zentralbalkanischen

Landschaft.

Peter Giefer

Kosovo – Unterwegs im

Herzen des Balkans

Trescher Verlag

Ein Reiseführer für alle, die

das Land bereisen oder

sich darüber informieren

möchten. Er möchte zum

Verständnis für ein Land

beitragen, das in Europa

weitgehend unbekannt ist.

Landschaft.

Panorama der Hauptstadt

Prishtina

Kosovo im

Internet

Portal der Republik Kosovo

www.rks-gov.net

European Union Rule of Law

Mission (EULEX)

www.eulex-kosovo.eu

Prizren

Staatssymbole

des Kosovo

Fotos: Botschaft der Republik Kosovo

Die 2008 eingeführte

Hymne der Republik Kosovo

hat den Titel „Europa“ und

stammt von dem kosovarischen

Komponisten Mendi

Mengjiqi. Sie verzichtet auf

einen Text, um Konflikte

mit den verschiedenen

Ethnien zu vermeiden. Die

Flagge des Kosovo zeigt

die Staatssilhouette in Gold

auf blauem Grund. Sechs

fünfzackige Sterne darüber

symbolisieren die Ethnien

des Landes.

Society 1_2013 | 67


kosovo

Interview

What are the main

tasks in your position

as Minister?

The Ministry

of Culture and Sports has a wide portfolio

consisting of culture, cultural heritage,

youth and sports. Apart from the daily

work at the ministry, there are 16 other

public institutions under the auspices of

the government agency as well as seven

cultural institutions and nine cultural

heritage institutions such as the national

theater, national museum, all archeological

institutions etc.

What are your main achievements so

far?

In those last two years I have been

able to increase the support for culture

successfully. We are the only ministry of

that region to rise funding for culture

progressively. Compared to two years ago,

the budget of the ministry has increased

by seventy percent, which has allowed us

to increase not only the budget for public

institutions that we support, but also

that of the independent cultural scene.

This has also made it possible to reach our

goal of presenting Kosovo culture to the

world. Last year, Kosovo has been officially

present at the international Biennale in

Venice. We are the only Balkan country

to do that. Last year we had the possibility

to present the Kosovo film industry at

the Berlinale and in Cannes. It has been a

good year in the sense that we increased

the budget for movie production by up to

fifty percent. Last year we had two really

successful short movies to win major prizes

from South Korea and Mexico. We have

been trying to support the artists. We

help them achieve what they want to. My

vision of the ministry was, that it should

serve as a facilitator in the sense that we

help them achieve what they want to realize

and in no way to impose on them what

they have to do.

You are also responsible for the sports

in Kosovo, how is progress in that field?

With the regard to sports, we have

been concentrated to increase the quality

of the athletic performance and reaching

international recognition for Kosovo

sports federations.

Is that hard?

It is very hard. When I was appointed,

there were only a few sports federations

internationally recognized. Today we have

ten Olympic sports federations approved

Walk the walk,

not talk the talk

Memli Krasniqi has been Minister of Culture

of Kosovo for two years. SOCIETY met

him to talk about culture budgeting, Olympic

sports and his music career.

68 | Societ 1_2013


Fotos: Kosovo Ministry of Culture

»We are the only

ministry of that

region to rise

funding for

culture progressively.

«

Memli

Krasniqi

and some non-Olympic as well. We hope that this

year we will be granted membership at the IOC.

We had a technical visit of the IOC and hope to

fulfill their criteria. This is very important for Kosovan

athletes; they have been isolated for so long

and not been able to participate in most international

events and competitions. We are trying to

change that, because Kosovo has a huge interest

in sports. We are the youngest country in Europe,

57 percent of our population is under thirty years

old. So our potential in sports is enormous.

What are your main aims for this year?

This year, 2013, we will continue with the public

diplomacy aspect of promoting Kosovo’s culture

in the world and Europe especially. Kosovo

was at the Berlinale film festival, which has a category

for shooting star actors. One young actress

from Kosovo, Arta Dobroshi, won the Shooting

Star Award 2013 at the Berlinale. Since we became

members of the European Film Promotion we

were able to nominate actors and we nominated

her and she won the award. We will continue with

other events such as the Biennale. The aim is to try

to promote Kosovan culture internationally. We

want to change the wrong conception of Kosovo

through art. We are supporting independent film

curriculum

vitae

emli Krasniqi was

born in Prishtina in

M 1980. He graduated

with a BA in Political Science

and Public Administration

from the Faculty of

Philosophy of the University

of Prishtina and obtained an

MSc degree in International

Relations at the London

School of Economics and

Political Science (LSE). In

the years 1999-2000 he

worked as a journalist for

the American news agency

Associated Press and in

2002 he served as a Director

for Public Relations at

the Telemedicine Centre

of Kosovo. From 2004 onwards

he has actively been

engaged in the Democratic

Party of Kosovo (PDK), initially

leading the Centre for

Political Studies. In October

2006 he was elected the

Chairman of the Democratic

Youth of Kosovo – the youth

organization of PDK that

represents its members

aged 16-30. In the 2007

parliamentary elections,

Memli Krasniqi was elected

a Member of Parliament in

the Assembly of Kosovo and

served as a member in the

Committee for Education,

Science, Culture, Youth and

Sports. In October 2008 he

was appointed a Political

Adviser to the Prime Minister

and Spokesperson of

the Government. Krasniqi

was re-elected Member of

Parliament in the Assembly

of Kosovo in the 2010 parliamentary

elections and was

appointed Minister in the

Ministry of Culture, Youth

and Sports in February

2011. For many years he was

active in the music industry

and worked in different

musical projects, mostly

as a songwriter and as a

member of the band “Ritmi i

Rrugës”. Memli Krasniqi lives

in Prishtina with his wife

Meliza and children Bora

and Mali.

projects, that will we be presented to the world.

Another goal is that the Kosovo Olympic committee

will become member of the IOC.

You are an artist yourself, and were a musician

and composer with your own band. Do you

miss that?

Of course I do, once a musician always a musician.

I am not writing as much music now but I

am trying to help out from my position as minister.

The music I have been doing in my past was

socially conscious music. The short answer would

be that I miss it.

When you compare being an artist to being a

minister, what changed in your life?

Being a minister did not come suddenly. I have

been involved in politics for a decade now and I

have been member of the Democratic Party. Honestly,

when the transition from music to politics

took place, people were not that surprised because

our lyrics were always political. One can influence

through music to a certain level, but if you really

want to change things you have to go into politics.

Through my position as Minister I can actually

implement a vision for increasing the support for

the artists and you can do this through music. My

goal is to walk the walk and not talk the talk. •

»We want to

change the

wrong conception

of Kosovo

through art.

«

Memli

Krasniqi

Society 1_2013 | 69


kosovo

Interview

Sie sind seit drei Jahren Umweltminister

des Kosovo.

Was waren die wichtigsten

Anliegen in Ihrem Ressort?

In den vergangenen Jahren

ist es in erster Linie darum gegangen,

die Gesetzeslage an die Standards der

Europäischen Union anzupassen. Das ist

teils aus eigenem Antrieb geschehen, teils

aus Vorgaben der EU. Das sind auch Vorbedingungen

für zukünftige EU-Beitrittsverhandlungen.

Was vorgegeben wurde,

haben wir auch geschafft. Die gesetzliche

Reform ist fertig.

Welche Projekte im Bereich Umweltschutz

sind bis jetzt umgesetzt worden?

Ich nenne ein paar Beispiele: Zum ersten

Mal wurden Abgasfilter in den großen

Industrieanlagen eingebaut. Nachdem die

entsprechenden Gesetze verabschiedet

wurden, sind die Industriebetriebe nun

dazu verpflichtet. Der Widerstand war

gar nicht groß, denn die Firmen haben

gewusst, dass das irgendwann kommen

wird. Sogar in den alten Kohlekraftwerken

aus den 50er Jahren wurden Filter

eingebaut, obwohl diese 2017 abgerissen

werden.

Eine weitere Maßnahme betrifft unsere

Gewässer. Im Kosovo gibt es nur wenige

und kleine Flüsse, daher sind sie

besonders wichtig. Leider wurden die

Flussbetten als Lagerstätten für Sand und

Baumaterialien missbraucht, wodurch sie

zerstört wurden. In jüngster Zeit gab es

deshalb viele Überschwemmungen. Wir

haben ein Totalverbot verhängt, bei Verstoß

gibt es Verhaftungen und Konfiszierung

der Baugeräte.

In der Müllentsorgung ist die Entscheidung

gefallen, dass wir den gesamten

Bereich privatisieren werden, weil es in

öffentlicher Hand gar nicht oder nur ganz

schlecht funktioniert. Da hoffen wir, dass

es entsprechende Investitionsinteressen

von EU-Ländern geben wird.

Mit dem gesamten Bereich meinen Sie

den Kosovo? Gibt es eine Ausschreibung?

Wir vergeben die flächendeckende Müllentsorgung

im gesamten Kosovo. Die Ausschreibung

kommt bald. Bis jetzt hatten

wir den gesetzlichen Rahmen noch nicht

bezüglich der Vorgaben über Recycling

und Müllverbrennung. Wir verlangen,

dass neunzig Prozent des Mülls recycelt

werden müssen. Wenn die Ausschreibung

publik ist, dann wird das auch über die internationalen

Medien bekannt gemacht.

Auf der Homepage des Ministeriums kann

man sich auch informieren.

Eine Einladung in

den Kosovo

Kosovos Umweltminister Dardan Gashi

spricht im SOCIETY-Interview über neue

Umweltgesetze, die Ausschreibung der

Müllentsorgung und die Errichtung eines

grenzübergreifenden Nationalparks für

Gäste in den Albanischen Alpen.

Interview: SOCIETY

Gibt es auch konkrete Gespräche zwischen

dem Kosovo und Österreich?

Es gab immer wieder Besuche aus Österreich.

Ich kann Ihnen auch ein Beispiel

einer kleinen Stadt nennen, Gjilan, in der

eine Firma aus Niederösterreich die Müllentsorgung

betreibt. Die haben sich das

selbst organisiert.

Wie wirken sich die politischen

Schwierigkeiten mit Serbien auf den Umweltbereich

aus?

Im Umweltbereich gibt es keine Hindernisse.

Aber in der Raumplanung, die

auch Teil des Ministeriums ist, haben wir

momentan ein Problem. Wir sind gerade

dabei, ein Legalisierungsgesetz der Ge-

70 | Societ 1_2013


kosovo

Interview

Fotos: Umweltministerium Kosovo

»Wir haben

100.000 Hektar

des Landes zu

Nationalparks

erklärt. Das

sind zehn Prozent

unseres

Territoriums.

«

Dardan

Gashi

bäude zu erarbeiten. Dazu mussten wir Luftaufnahmen

machen. In gewissen Teilen können wir

das aber nicht tun, denn da müsste man über

serbisches Gebiet fliegen. Die Serben erlauben das

nicht.

Wird sich an der Haltung der Serben etwas

ändern?

Langfristig wird sie sich ändern müssen. Bis Taten

folgen, wird es noch dauern. Wir hoffen, dass

es zu einer Einigung bei den Gesprächen kommt.

Wir sind bereit. Die Gespräche hätten von uns aus

schon längst positiv beendet werden können. Wir

warten darauf, was die allerletzte Entscheidung

von Belgrad sein wird. Wenn es keine Einigung

geben wird, wird es für beide Seiten nicht leichter.

Die gesamte Region leidet darunter. Der wirtschaftliche

Schaden ist groß.

Gibt es Lieblingsprojekte von Ihnen, die Sie

unbedingt realisieren wollen?

Wir haben schon etwas Besonderes geschaffen,

nämlich 100.000 Hektar des Landes zu Nationalparks

erklärt. Das klingt nach nicht viel, es sind

aber zehn Prozent des Territoriums. Das sind zwei

große Parks, einer davon ist in den Albanischen

Alpen angrenzend an Montenegro und Albanien.

Engagiert sich Österreich im Umweltschutz

in Ihrem Land?

Es gibt ein gemeinsames österreichisch-kosovarisches

Projekt mit dem ersten Bärenpark. Ein

zwölf Hektar großes Areal für 14 Bären wurde gemeinsam

mit dem Verein Vier Pfoten geschaffen.

Dort werden Bären leben, die illegal in Käfigen als

Attraktion gehalten wurden.

Wie sieht die Finanzierung von Umweltprojekten

aus?

Aus dem Budget können wir das nicht finanzieren.

Wir finanzieren wichtige Projekte zum Beispiel

mit Softloans der Deutschen Entwicklungsbank.

In Prizren wird etwa eine große Kläranlage

mit einem Investitionsvolumen von dreißig Millionen

Euro geplant.

Gibt es auch EU-geförderte Projekte?

Wegen der langen Vorlaufzeit von mehreren Jahren

gibt es bisher nichts Nennenswertes. Die größeren

Projekte sieht man frühestens in drei Jahren.

Ein Twinning Projekt zwischen dem österreichischen

Umweltbundesamt und der KEPA (Kosovo

Environmental Protection Agency) wurde kürzlich

abgeschlossen. Worum geht es dabei?

Wir planen ein zwischenstaatliches Abkommen

im Umweltbereich und haben einen Vorschlag

nach Wien geschickt. Da steht einiges darin über

Müllentsorgung, Technologietransfer, Nationalparks,

etc. Das wird ein Rahmenabkommen für die

zukünftige Zusammenarbeit.

Wie sieht es im Kosovo mit dem Trinkwasser

aus?

Die Hauptquelle von Trinkwasser sind drei große

Stauseen. Das Problem sind die Leitungen, weil

wir bis zu vierzig Prozent des Wassers verlieren.

Was ist Ihre Botschaft an die Leser von SOCIE-

TY?

Nachdem wir den Nationalpark im Westen

errichtet haben, wollen wir gemeinsam mit Montenegro

und Albanien einen internationalen Dreiländerpark

schaffen. Auch diese Länder haben dort

Nationalparks errichtet. Wir wollen grenzüberschreitende

Wanderwege und Tourismus. Das ist

eine Einladung an die Leser, hinzukommen. Es ist

eine sehr schöne, naturbelassene Gegend.


curriculum

vitae

inister Dardan Gashi

wurde am 3. Juli 1969

Mgeboren. Er studierte

Kommunikations- und

Politikwissenschaften an der

Universität Wien. Von 1990

bis 1996 arbeitete er als

Journalist für verschiedene

europäische Medien und bereiste

die Krisenregionen am

Balkan. Zur selben Zeit managte

er am Balkan Projekte

und Fact-Finding-Missions

für die International Helsinki

Federation for Human

Rights in Vienna. Ab 1996

war er als Wahlbeobachter

und offizieller Sprecher

der OSZE in Bosnien und

Herzegowina tätig. Ab 1998

war er mit den Geschehnissen

im Kosovo befasst:

Z. B. für die OSZE (Kosovo

Verification Mission, Kosovo

Mission Planning) und nach

dem Kosovokrieg für die

International Crisis Group in

Prishtina, für die United Nations

Mission in Kosovo (UN-

MIK), das United Nations International

Criminal Tribunal

for the former Yugoslavia

(ICTY) und als Berater in

Medienangelegenheiten und

Medienrecht für die OMIK

(OSCE Mission in Kosovo).

2004-05 war er Beauftragter

für Medienfreiheit der

OSZE im Kosovo. Von 2005

bis 2008 arbeitete er als

Berater von Kosovos Vizepremierminister

Lutfi Haziri.

Er war 2006-07 ebenfalls

als Berater bei den Statusverhandlungen

über den

Kosovo in Wien beteiligt.

Zwischen 2008 und 2011

arbeitete er als Consultant

und freier Schriftsteller.

2010 bis 2011 war er Vizeminister

für die Europäische

Integration im Kosovo. Seit

2011 ist er Umweltminister

des Kosovo. Er schrieb die

Bücher „Im Dienst des Diktators“

über einen nordkoreanischen

Agenten, der sich

nach Österreich absetzte,

„Albanien“, eine politische

Geschichte der Albaner, und

„Durch das Land der Hirten

und Helden“ über den Balkan

in den Jahren 1900-1912.

Society 1_2013 | 71


kosovo

Interview

Kosovo im EU-Aufwind

Bei ihrem Besuch im Kosovo traf SOCIETY Herausgeberin Gerti

Tauchhammer den österreichischen Botschafter in Prishtina

und sprach mit ihm über die Lage des jungen Staates und dessen

EU-Ambitionen.

Interview: SOCIETY

Jahre seit dem Krieg vergangen, und es

gibt immer noch keine vertraglichen Beziehungen

zwischen der EU und dem Kosovo.

Ich gehe jedoch davon aus, dass die

Grundsatzvereinbarung zwischen Kosovo

und Serbien vom 19. April zu einer neuen

Dynamik bei Anerkennungen führen

wird.

Die Bevölkerung des Kosovo lebt

isoliert. Was kann die EU hier tun?

Seit 15 Monaten gibt es nun doch sehr

positive Entwicklungen und konkrete

Fortschritte. Ein Dialog zur Visaliberalisierung

wurde aufgenommen. Der Kosovo

ist der einzige Staat am Balkan, dessen

Bürger nicht ohne Visum in die EU reisen

dürfen. Damit ist zwar kein Zugang zum

europäischen Arbeitsmarkt verbunden,

aber es fällt unter diesen Bedingungen

den kosovarischen Bürgern oft schwer,

den Weg nach Europa zu sehen. Dennoch

zählt die Bevölkerung des Kosovos zu jenen

mit der höchsten Zustimmungsrate

für eine EU-Mitgliedschaft in Europa. Ein

Angebot für Verhandlungen eines Stabilisierungs-

und Assoziierungsabkommens

wurde von der EU gemacht und soll im

Sommer, bei entsprechenden Fortschritten,

Abdouli aufgenommen mit

werden. Das wäre ein

Touhami

Staatssekretär

Quantensprung

Wolfgang Waldner

in Richtung EU.

Wie viele Jahre

sind Sie im Kosovo?

Ich bin seit

Januar 2011 im

Kosovo.

Da haben Sie ja schon einen Einblick

bekommen in die politische Situation

des Landes. Wie sehen Sie die

Situation des Kosovo hinsichtlich der

Anerkennung der Unabhängigkeit?

Es ist ein Prozess, der noch einige Zeit

dauern wird aber sich in die richtige

Richtung entwickelt. Immerhin haben

mittlerweile fast 100 Staaten den Kosovo

anerkannt. Wir haben ja nicht nur die

Herausforderung der serbischen Nicht-

Anerkennung, die wiederum die Sicherheitsratsmitglieder

Russland und China

beeinflusst und somit Fortschritte bei

der UNO blockiert, sondern auch fünf

EU-Mitglieder, die den Kosovo noch nicht

anerkannt haben: Spanien, Zypern, Griechenland,

Rumänien und die Slowakei.

Diese Länder projizieren nationale Überlegungen

mit eigenen Minderheiten in

den Kosovo hinein. Das machte es der EU

in der Vergangenheit schwer, hier größere

Fortschritte zu erzielen. Es sind jetzt 14

Seit Herbst gibt es Gespräche zwischen

Serbien und dem Kosovo. Wie

sehen Sie die Chancen für eine Verbesserung

der Beziehungen?

Man versuchte seit Oktober 2012 auf

der Ebene der Premierminister eine Lösung

zu finden. Die Gespräche wurden

von der Hohen Vertreterin Catherine Ashton

von Brüssel aus geleitet und haben

mit einem Grundsatzübereinkommen

am 19. April einen historischen Durchbruch

erzielt. Damit ist es gelungen, einen

vorläufigen Schlussstrich unter einen

hundertjährigen Konflikt zu setzen. Das

übertrifft sicherlich die kühnsten Erwar-

Foto: Österreichische Botschaft in Prishtina

72 | SocietY 1 _2013


kosovo

Interview

tungen und unterstreicht die nach wie vor gültige

Anziehungskraft des europäischen Friedensprojektes.

Nun geht es darum, in einer gemeinsamen

Anstrengung der Konfliktparteien und unter Einbeziehung

der betroffenen Bevölkerung im Nordkosovo

auch die Umsetzung voran zu treiben. Angesichts

des gezeigten politischen Engagements

der Verantwortungsträger in Prishtina und Belgrad

bin ich optimistisch.

Was den Norden des Kosovo betrifft, wo

die serbische Mehrheit den Kosovo nicht anerkennt,

zeichnet sich aber keine Lösung ab.

Was muss geschehen?

Der Kosovo hat etwa die Größe Oberösterreichs

mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern, und ein Drittel

der Einwohner des Kosovo befinden sich im Ausland

(Schweiz, Österreich, Deutschland). In diesem

kleinen Land gibt es einen kleinen Ausschnitt von

rund 50.000 Einwohnern im Norden, nördlich

der Stadt Mitrovica, der zum überwiegenden Teil

serbisch bewohnt ist. Im Süden des Kosovo leben

70.000 Serben, die sich weitgehend mit der Verwaltung

in Prishtina arrangiert haben. Solch eine

Lösung wurde nun mit der Grundsatzvereinbarung

vom 19. April auch für den Norden gefunden, die

es für die Serben akzeptabel machen soll, unter

der Verwaltung von Prishtina zu stehen und trotzdem

weitgehend sich selbst verwalten zu können.

Basierend auf dem Ahtisaari-Plan werden den

serbischen Gemeinden weitreichende autonome

Rechte zugestanden. Sie werden die Möglichkeit

haben, die Bildungs- und Gesundheitsdienste in

serbischer Sprache in Anspruch zu nehmen. Polizei

und Gerichte werden in Zukunft entsprechend der

ethnischen Zusammensetzung im Norden besetzt

werden, was bedeutet, dass auch in diesen sensiblen

Bereichen der Kontakt zu serbisch-sprachigen

Institutionen sicher gestellt wird, was für die langfristige

Akzeptanz unerlässlich ist. Dennoch muss

man sich keinen Illusionen hingeben. Das Gewinnen

der Herzen der Menschen im Norden bedarf

großer Anstrengungen und ausreichend Geduld.

Es geht im Norden des Kosovo auch um Sicherheitsgarantien…

Ein zentraler Teil der Vereinbarung vom 19.

April ist die sukzessive Ausdehnung der staatlichen

Gewalt Prishtinas auch in den Norden. Dies

betrifft vor allem die Justiz- und Sicherheitskräfte.

Hier ist ein sukzessiver Übergang von bisher

de facto aktiven serbischen Sicherheitskräften

zu Prishtina unterstellten Sicherheitskräften erforderlich.

Die internationalen Kräfte von KFOR

(inklusive eines starken österreichischen Kontingents)

und EULEX werden in dieser Übergangsphase

eine zentrale Rolle spielen müssen und sorgen

für vertrauensbildende Maßnahmen. Wie bereits

erwähnt, wird im Auswahlprozess des Sicherheitspersonals

großes Augenmerk auf eine entsprechende

ethnische Zusammensetzung gelegt werden,

die den Verhältnissen vor Ort entspricht. Das

soll Vertrauen schaffen.

»Der Kosovo

ist der einzige

Staat am Balkan,

dessen

Bürger nicht

ohne Visum in

die EU reisen

dürfen.

«

Johann

Brieger

curriculum

vitae

B

otschafter Dr. Johann

Brieger wurde am 7.

Juli 1962 geboren. Er

ist verheiratet und hat zwei

Kinder. Seit Januar 2011 ist

er österreichischer Botschafter

im Kosovo. Zuvor

war er im Außenministerium

u. a. Leiter der Abteilung für

die internationale Kooperation

im Kampf gegen

Terrorismus, Menschenhandel,

organisierte Kriminalität

etc., Leiter des Referates

für Binnenmarktfragen, und

während des österreichischen

EU-Vorsitzes Leiter

des Teams für die Arbeit mit

dem Europäischen Parlament.

Er studierte in Linz, an

der University of Toronto/

Kanada und an der Wirtschaftsuniversität

Wien.

Wer profitiert von dieser Situation?

In diesem weitgehend rechtsfreien Raum im

Norden gibt es starke Geschäftsinteressen einiger

weniger, die keine Steuern zahlen und mit der organisierten

Kriminalität zusammenarbeiten. Diese

Leute fürchten, dass ihnen die Grundlage ihres

wirtschaftlichen Erfolgs entzogen wird. Kommt

es zu der erhofften verstärkten Zusammenarbeit

zwischen kosovarischen und serbischen Institutionen,

so wird dies auch den Aktionsradius dieser

Personen stark einschränken. Ein sehr willkommener

Nebeneffekt.

Wie realistisch ist der EU-Beitritt des Kosovo?

Der Wunsch nach Europa hat die Vereinbarung

vom 19. April erst möglich gemacht. Die Menschen

im Kosovo setzen eine große Hoffnung in eine europäische

Zukunft des Landes. Es ist jedoch sicher

ein langfristiges Projekt für die nächsten zehn bis

zwanzig Jahre.

Wann hat Österreich den Kosovo anerkannt?

Österreich zählte 2008 neben Deutschland,

Frankreich oder Italien zu den ersten Anerkennern

des Kosovos.

Gibt es namhafte wirtschaftliche Interessen

aus dem Ausland oder konkrete Projekte?

Der Kosovo ist natürlich ein schwieriges Umfeld.

Österreich ist mit der Raiffeisen Bank vertreten

sowie der Uniqa und der Wiener Städtischen.

Porsche Österreich hat eine Niederlassung hier,

Xella (Ytong) Baumaterial hat eine Produktionsstätte

im Kosovo. Die KELAG investiert in Kleinwasserkraftwerke

in Decan und bemüht sich um

ein zweites Projekt mit einer Investition von rund

200 Millionen Euro, was nicht so wenig ist, wenn

man überlegt, dass der Kosovo zwischen 300 und

400 Millionen Euro an ausländischen Investitionen

im Jahr hat. Österreich liegt an vierter Stelle

bei den Investitionen.

Was ist ihr Fazit der vergangenen beiden

Jahre?

Mit der Vereinbarung vom 19. April konnte ein

solider Baustein für eine dauerhafte Befriedung

der Region unter Schirmherrschaft der EU gesetzt

werden. Die sich damit abzeichnende prinzipielle

Lösung des alles überlagernden politischen

Problems mit Serbien muss nun Kapazitäten in

anderen Bereichen freisetzen. Die größten Herausforderungen

des Kosovo liegen sicherlich im

Bemühen um mehr Rechtstaatlichkeit, wo es mit

Hilfe von EULEX mittlerweile doch erste Erfolge

gibt. Aber es gibt zu wenig Kapazitäten. Dies

wäre eine notwendige Grundvoraussetzung für

eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft und ein

Grundvertrauen der Menschen in funktionierende

Institutionen. Viel Positives ist geschehen, aber

es bedarf noch weiterer erheblicher Anstrengungen.

Ein Weg, den wir als Österreich auch weiterhin

nach Kräften unterstützen werden. •

Society 1_2013 | 73


kosovo

kommentar

Dies geschah nach einem

schwierigen Verhandlungsprozess,

der 14 Monate und

17 Runden direkter Gespräche

beanspruchte. Die

Verhandlungen fanden in Wien statt, deswegen

hat diese Stadt für mein Land eine

besondere historische Bedeutung.

Seit der Erklärung der Unabhängigkeit

wurde die Republik Kosovo von 98 Staaten

anerkannt. Wir haben 21 Botschaften auf

vier Kontinenten eröffnet. Die Republik

Kosovo ist bereits Mitglied des Internationalen

Währungsfonds, der Weltbank und

der Europäischen Bank für Wiederaufbau

und Entwicklung. Wir bedanken uns

herzlich bei der Regierung Österreichs

für die freundschaftliche Unterstützung

zur Aufnahme der Republik Kosovo in die

Europäische Bank für Wiederaufbau und

Entwicklung im Dezember letzten Jahres.

Ein besonderer Dank auch an alle Staaten,

die für unsere Mitgliedschaft abgestimmt

haben, unter anderen auch einige Staaten,

die den Kosovo noch nicht anerkannt

haben.

Unsere Kultur, Geographie und Geschichte

gehören zur demokratischen Familie

Europas. In dieser Hinsicht streben

wir die volle Mitgliedschaft in der Europäischen

Union sowie sukzessive bei der

NATO und den Vereinten Nationen an. Die

staatlichen Institutionen des Kosovo arbeiten

hart daran, diese Ziele zu erreichen.

Besonderer Dank gilt den 25 Staaten

der Internationalen Lenkungsgruppe für

den Kosovo, die unseren Weg zur vollen

Staatlichkeit viereinhalb Jahre lang unterstützend

mitverfolgt haben. Ihre Entscheidung

hier in Wien am 02. Juli letzten

Jahres, die Überwachung über die Unabhängigkeit

zu beenden, ist ein weiterer

Beweis für den Fortschritt unserer Republik

im Bereich des institutionellen und

demokratischen Strukturen-Aufbaus. Der

Kosovo hat auch eine verantwortungsvolle

Rolle bei den Verhandlungen mit der

Republik Serbien zur Lösung einiger technischer

und praktischer Probleme übernommen.

Wir sind interessiert daran, mit

unserem serbischen Nachbar die Beziehungen

zu normalisieren. Wir hoffen auf

eine ähnliche Bereitschaft auf Seiten der

Republik Serbien.

Die Beziehungen zwischen dem Kosovo

und Österreich sind sehr gut. Am 24.

Oktober 2011 gab es ein sehr erfolgreiches

Gespräch zwischen dem Premierminister

Thaçi und Bundeskanzler Faymann, wo

über die Vertiefung unserer Beziehungen

gesprochen wurde. Der Besuch des

Parlamentspräsidenten Krasniqi bei Nationalratspräsidentin

Barbara Prammer

Kosovos Weg

zur Staatlichkeit

Vor fünf Jahren, an einem historischen Tag

für mein Land, erklärten die demokratisch

gewählten Volksvertreter die Republik

Kosovo zu einem unabhängigen und

souveränen Staat.

Kommentar von Botschafter S.E. Dr. Sabri Kiqmari

im Dezember 2011 war ein weiterer Baustein

unserer zwischenstaatlichen Beziehungen.

Es war für mich eine Ehre und

Freude, Vizekanzler Michael Spindelegger

bei seinem Besuch in Pristina im September

letzten Jahres begleiten zu dürfen. Er

hielt eine ermutigende Rede vor unserem

Parlament und erhielt die Medaille für

Frieden, Demokratie und Humanismus

von unserer Staatspräsidentin Atifete

Jahjaga. Ein Besuch ihrerseits bei Bundespräsident

Heinz Fischer wird Mitte dieses

Jahres folgen.

Seit dem Beginn der bilateralen diplomatischen

Beziehungen zwischen Österreich

und dem Kosovo wurden neun

bilaterale Abkommen unterschrieben. Im

Jahr 2012 wurden zwei Abkommen unterschrieben:

S.E. Botschafter

Dr. Sabri Kiqmari

Abkommen zwischen der Regierung

der Republik Österreich und der Regierung

der Republik Kosovo über die finanzielle

Kooperation, am 12.07.2012;

Abkommen zwischen der Regierung

der Republik Österreich und der Regierung

der Republik Kosovo über Zusammenarbeit

und gegenseitige Amtshilfe in

Zollsachen, in Wien am 14.09.2012

Wir bedanken uns herzlich bei den österreichischen

Soldatinnen und Soldaten

der KFOR-Truppe im Kosovo sowie EULEX-

Beamten, die ihren Dienst im Kosovo leisten.

Einen besonderen Dank richte ich

auch an österreichische Unternehmen,

die im Kosovo investiert haben oder zu investieren

planen. Auch vielen Leuten, die

von hier aus humanitäre Aktionen geleitet

haben, gilt besonderer Dank. •

Foto: Botschaft der Republik Kosovo

74 | Society 1_2013


Windows and doors made out of wood.

Quality since 1927.

From consultancy to technical planning to delivery and assembly: For individual solutions.

Photo: Palais Carl Ludwig, Vienna

KAPO Fenster und Türen GmbH

KAPO Möbelwerkstätten GmbH

Hambuchen 478 | A-8225 Pöllau

Tel.: +43.3335.2094-0

office@kapo.co.at

www.kapo.co.at | www.nww.co.at


kosovo

Wirtschaft

Die Hauptstadt Prishtina ist auch das

Wirtschaftszentrum des Kosovo.

Facts

Wirtschaftsdaten

Kosovo

Bedeutende

Wirtschaftssektoren

Bau, Energie, Landwirtschaft

Wirtschaftswachstum

+4,7%

BIP pro Kopf

2.600 EUR

BIP

4,7 Mrd. EUR

Inflation

+8,0%

Arbeitslosigkeit

38%

Auslandsverschuldung

k.A.

Währung

Euro (nicht in der Währungsunion)

Exporte

313 Mio. EUR

Wichtigste Exportländer

EU, Albanien, Mazedonien

Importe

2,5 Mrd. EUR

Wichtigste Importländer

EU, Serbien, Mazedonien

Aussenhandel

mit Österreich

Importe aus Österreich

37,6 Mio. EUR

Importprodukte

Getränke, Maschinen

Exporte nach Österreich

6,65 Mio. EUR

Exportprodukte

Rinderhäute und –felle,

Heidelbeeren, Türen- und

Fensterbeschläge aus

Kunststoff

Quellen: AWO

Austria der WKÖ

Wirtschaft mit

Potenzial

Die Wirtschaft des Kosovo kämpft mit den Folgen

des Krieges und der Jahre langen unklaren politischen

Situation mit Serbien.

Text: SOCIETY

Zu Zeiten des Sozialismus war der

Kosovo die wirtschaftlich ärmste

Region Jugoslawiens. Die wirtschaftliche

Lage hat sich infolge

des Krieges 1999 und der nachfolgenden

politischen Schwierigkeiten

mit der Unabhängigkeit nicht wesentlich gebessert.

Das Potential für einen Aufschwung wäre

jedoch gegeben: Der Kosovo ist reich an Erz- und

Metallvorkommen wie Eisen, Kohle, Blei, Silber,

Zink, Magnesit, Chrom, Nickel und Bauxit. Auch

in Landwirtschaft und der verarbeitenden Industrie

wäre eine höhere Produktivität möglich, doch

fehlt es bislang an den notwendigen Investitionen.

Praktisch alle Investitions- und Verbrauchsgüter

müssen wegen fehlender eigener Produktion

in den Kosovo importiert werden. So ist es nicht

verwunderlich, dass der Kosovo ein gewaltiges

Handelsbilanzdefizit aufweist. Durch Privatisierungen

wird versucht, ausländische Investoren

für den Aufbau und die Wiederinbetriebnahme

der kosovarischen Industrie zu gewinnen. Gelungen

ist dies etwa beim Ferronickelproduzent Alferon

und dem Stahlwerk Llamkos, die viel zum BIP

des Landes beitragen. Der Energieversorger KEK

und das Postwesen sollen auch privatisiert werden.

Zum Verkauf stehen außerdem das Bergwerk

Trepca und das Schigebiet Brezovica.


Überweisungen aus dem Ausland

Der größte Wirtschaftssektor ist der Dienstleistungssektor

mit einem Anteil von über sechzig

Prozent. Die Industrie trägt mit 18 Prozent zum

BIP bei, und die Landwirtschaft ist mit einem

Anteil von zwölf Prozent im Vergleich zu anderen

europäischen Staaten relativ stark. Dabei ist

die landwirtschaftliche Subsistenzwirtschaft mit

sehr geringer Produktivität weit verbreitet.

Eine bedeutende Einnahmequelle des jungen

kosovarischen Staates sind die Auslandsüberweisungen

der albanischen Diaspora, vor allem aus

der Schweiz, Deutschland, Österreich und den

USA, die Schätzungen zufolge jährlich vierhundert

bis fünfhundert Millionen Euro ausmachen.

Diese Transfers helfen vielen Menschen, ihren Lebensunterhalt

zu bestreiten. Die Arbeitslosigkeit

ist mit 45 Prozent sehr hoch, bei den jungen Menschen

liegt sie sogar bei siebzig Prozent, wobei

viele Menschen im informellen Sektor beschäftigt

sind und die tatsächliche Arbeitslosigkeit niedriger

sein dürfte. Die Schattenwirtschaft des Kosovo

wird auf mindestens so groß wie die offizielle

Wirtschaft geschätzt.


Foto:s arild Vagen, Botschaft der Republik Kosovo

76 | Society 1_2013


Kosovo

Interview

Foto: WKO

„Kosovo nimmt

Sonderstellung ein“

Der österreichische Wirtschaftsdelegierte Christian

Miller über Ressourcen, Investitionen und Privatisierung

im Kosovo. Interview: Society

Wie beurteilen Sie die

wirtschaftliche Ausgangssituation

des Kosovo?

Blickt man auf die

wirtschaftliche Entwicklung

der letzten Jahre, dann nimmt der Kosovo,

gemeinsam mit Albanien und Polen eine Sonderstellung

ein. Alle drei Länder konnten selbst am

Höhepunkt der Wirtschaftskrise und auch danach

kontinuierliche Wachstumsraten aufweisen. Die

Ausgangsbasis des Kosovo ist natürlich vergleichsweise

niedrig, aber es macht doch zuversichtlich,

dass der Abstand zu den hochentwickelten mitteleuropäischen

Ländern nicht gewachsen, sondern

geschrumpft ist.

Welche Ressourcen hat der Kosovo, um sich

wirtschaftlich entwickeln zu können?

Abgesehen von der Gewinnung und Verarbeitung

von Rohstoffen, bieten der Ausbau der

Infrastruktur, die Energiewirtschaft und der

Umweltsektor ein interessantes Betätigungsfeld.

Grundsätzlich ist der Kosovo ein sehr rohstoffreiches

Land. Recherchen weisen auf Vorkommen

von Eisen, Gold, Silber, Chrom, Magnesium, Aluminium

etc. hin. Mit Ausnahme von Lignit, das

vor allem für den Betrieb des für die Stromversorgung

des gesamten Kosovo so bedeutenden Kohlekraftwerkes

verwendet wird, liegt die Ausbeute,

geschweige denn die Weiterverarbeitung, der anderen

Rohstoffe auf niedrigem Niveau. Während

des Milosevic Regimes kam es kaum zu Investitionen

und der Kosovokrieg führte zu massiven Zerstörungen.

Umso größer ist damit der Aufholbedarf

im produzierenden Sektor.

Wie entwickeln sich die österreichischen

Investitionen im Kosovo?

Die Entwicklung der österreichischen Investitionen

ist durchaus vergleichbar mit der in anderen

Ländern der Region. Ausgehend von den großen

Pionieren, die hier vor allem im Finanz- und

Versicherungswesen zu finden sind, wurde die

Präsenz ausgebaut und weitere Bereiche erschlossen.

Hervorzuheben sind neben dem Finanz- und

Versicherungswesen die Energiewirtschaft und

der Umweltsektor, Bau und Baustoffe, der Bera-

tungs- und Dienstleistungsbereich. Seit Eintreten

der Wirtschaftskrise leidet zwar die Dynamik der

Neuinvestitionen, es ist aber eindeutig bemerkbar,

dass sich die österreichischen Unternehmen

kontinuierlich den Balkan abwärts vorarbeiten

und ihre Präsenz, die in der gesamten Region sehr

wohlwollend gesehen wird, kontinuierlich steigt.

Welchen Anteil haben die Emigranten an

der wirtschaftlichen Entwicklung?

Im Unterschied zur albanischen Diaspora, die

es vor allem nach Griechenland und Italien verschlug,

profitiert der Kosovo auch weiterhin von

seinen Emigranten. Als Teil Jugoslawiens zog es

sie vor allem in die heute wirtschaftlich wesentlich

besser stehenden deutschsprachigen Länder.

Die Überweisungen der im Ausland lebenden Kosovaren

stellen einen für das Land wichtigen Wirtschaftsfaktor

dar und auch die Rückkehr der gut

ausgebildeten Landsleute ist ein Hoffnungsschimmer

für die wirtschaftliche Weiterentwicklung.

Ein weiterer nicht vernachlässigbarer Wirtschaftsfaktor

sind Infrastrukturprojekte, die u.a. mit

Mitteln der Internationalen Finanz Institutionen

realisiert werden.

Was kann man von der Privatisierung der

Wirtschaft erwarten?

Im Kosovo ist man mit dem Thema Privatisierung

eigentlich sehr pragmatisch umgegangen.

Man hat nicht mit dem Argument des „nationalen

Interesses“ versucht, sich vor dem ausländischen

Investor abzuschotten und den Einflussbereich

des Staates zu bewahren. Wie in anderen Staaten

ist es für den Erfolg eines Privatisierungsvorhabens

wesentlich einen Investor zu finden, der

langfristiges Interesse hat und bereit ist entsprechendes

Know-how – von Ausstattung bis Managementtechniken

– mit in das Land zu bringen. Gelingt

dies, ist natürlich ein wichtiger Schritt nach

vorne getan. Mit Projekten, wie der Privatisierung

des Flughafens, sowie Privatisierungen im Energie-

und Bergwerksbereich wurden bereits Schritte

gesetzt. Gegenwärtig ist die Privatisierung der

Post und Telekom in der Endphase und im Laufe

des Jahres sollen auch noch die Konzessionen für

das neue Kohlekraftwerk „Kosova e Re“ sowie das

Schigebiet Brezovica vergeben werden. •

»Für den Erfolg

eines Privatisierungsvorhabens

ist es wesentlich

einen Investor

zu finden, der

langfristiges

Interesse hat

und bereit ist,

entsprechendes

Know-How mit

in das Land zu

bringen.

«Christian

Miller

Curriculum

Vitae

Mag. Christian Miller ist seit

1990 bei der Wirtschaftskammer

Österreich tätig. Er

war stv. Handelsdelegierter

in Algier, Athen und Taipeh.

Seit 2006 ist er Handelsdelegierter,

mit der neuen

Bezeichnung Wirtschaftsdelegierter,

für Slowenien,

Albanien und den Kosovo

im Österreichischen AußenwirtschaftsCenter

Laibach.

Society 1_2013 | 77


Kosovo

Kommentar

Ein politischer

Marathonlauf

spielte sich jüngst

in Brüssel ab.

Zweijährige Kosovo-Gespräche

unter EU-Vermittlung gingen

ab März in die Intensivphase.

An ein Aufgeben war nicht

zu denken. Für die Nachfolgestaaten

des früheren Jugoslawien

stand viel auf dem Spiel.

Serbien hatte ohne Einigung

keine Aussicht auf ein Datum

für EU-Beitrittsverhandlungen,

der Kosovo keine Chance auf

eine Assoziierung mit der EU.

Die Balkan-Nachbarn wussten:

Ohne Einigung kommen wir in

Europa nicht vorwärts.

Die Zeit drängte. Weder Verhandlungspartner

noch EU-Vermittler

konnten bei ihrem Ritt

Richtung Zukunft des Nordkosovo

die Pferde wechseln. Kaum

hatte eine Verhandlung erfolglos

geendet, wurde schon die

nächste geplant, ungeachtet

aller Schuldzuweisungen. Die

EU-Außenbeauftragte Catherine

Ashton setzte immer wieder

neue Termine an. Die Gespräche

mit Pristina müssten notfalls

ohne Vermittler fortgesetzt

worden, ließ sich zuletzt

der serbische Ministerpräsident

Ivica Dacic vernehmen.

Ein Scheitern der Verhandlungen

konnte und wollte

keine Seite auf ihr Konto buchen.

Auch Europa musste

das begonnene Werk zu Ende

bringen. Großes diplomatisches

Geschick ließ den Dialog

zwischen Belgrad und Pristina

nicht abbrechen. EU-Erweiterungskommissar

Stefan Füle

stellte die Präsentation des

Fortschrittsberichts zurück. Es

galt jede Marge zu nützen. Die

Mühe lohnte sich, ein Durchbruch

wurde erzielt. Fazit: Der

Kompromiss bringt den Serben

im Kosovo ein Höchstmaß an

Autonomie. Der Weg zur EU-

Annäherung ist frei.

Kosovo-Serbien:

Verhandlungsmarathon

Serbien und der Kosovo haben sich nach zähem

Ringen unter dem EU-Schirm auf eine Normalisierung

ihrer Beziehungen geeinigt. Als Lohn winken

die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen

bzw. ein Assoziierungsabkommen mit der EU.

Analyse von Hermine Schreiberhuber

zur person

ag. Hermine Schreiberhuber

war stellver-

Ressortleiterin Mtretende

für Außenpolitik bei der Austria

Presse Agentur (APA). Ferner

verfasst sie Reportagen für Wochenzeitungen

wie „Die Furche“

und wirkt an politischen Büchern

mit.


Serbische Minderheit

im Brennpunkt

Konkret ging es im Brüsseler

„Verhandlungskrimi“ um

die Absicherung der serbischen

Bevölkerung im Nordkosovo.

Rund 40.000 Serben stellen

dort die lokale Mehrheit.

Dazu kommen in der früheren

serbischen Provinz Enklaven

mit 80.000 Serben. Serbien finanzierte

im Nordkosovo ein

Parallelsystem. Gerichte, Polizei,

Schul-, Gesundheits- und

Kommunalsektor funktionieren

nicht nach kosovarischen

Gesetzen. Dieses Parallelsystem

soll nun von einer weitreichenden

Autonomie abgelöst

werden.

Die erzielte Einigung sichert

der kleinen serbischen

Gemeinschaft im Rahmen

des jüngsten europäischen

Staates eine Autonomie, die

serbischen Einfluss auf Polizei

und Gerichte zulässt. Auf

eine Einflussnahme in Sachen

Justiz und Polizei im Nordkosovo

hatte Serbien bis zuletzt

gepocht. Andererseits kann

diese Region nun, fünf Jahre

nach der Ausrufung der

Unabhängigkeit, voll in den

Kosovo eingegliedert werden.

Der Status der kosovarischen

Streitkräfte war bis zuletzt ein

Streitpunkt gewesen.

Die speziellen Autonomierechte

für die Serben sollen

ein eigenes Parlament, einen

Präsidenten sowie eine Art Regierung

beinhalten. Ein eigener

regionaler Polizeikommandant

soll für den Norden zuständig

sein. Einen Kernpunkt des

Abkommens bildet auch die

Verpflichtung, die EU-Integrationsbemühungen

der anderen

Seite nicht zu blockieren. Die

EU und die USA erreichten ihr

Ziel, Serbien einen Rückzug

aus dem Nordkosovo ohne Prestigeverlust

zu ermöglichen.


Nationalisten

protestieren

Dass die internationale

Gemeinschaft die Beilegung

des jahrzehntelangen Streits

zwischen Serbien und dem

Kosovo begrüßt, verwundert

ebenso wenig wie Proteste der

Kosovo-Serben und Unmutsbekundungen

nationalistischer

Gruppen. Die EU würdigte die

Vereinbarung als historischen

Schritt, UNO-Generalsekretär

Ban Ki-moon sprach von einem

Meilenstein. Die NATO

will bei der Umsetzung helfen.

Die Kosovo-Serben hingegen

kündigten in der Sache ein Referendum

an.

Zuhause in Belgrad und

Pristina steht den Verhandlungspartnern,

den Regierungschefs

Ivica Dacic und

Vizepremier Alexander Vucic

auf der einen sowie Premier

Hashim Thaci auf der anderen

Seite, noch die Meisterprüfung

bevor. Mit ihrer Dialogbereitschaft

ist ihr persönliches politisches

Schicksal ist verknüpft.

Denn der zukunftweisende

Kompromiss von Brüssel wird

von führenden Regierungspolitkern,

aber nicht von allen

Oppositionsparteien im Kosovo

und in Serbien goutiert.

Gefährlich wäre es, wenn nationalistische

Gruppierungen

Auftrieb bekämen.

Faktum ist: Die Anerkennung

der Landesgrenzen war

Voraussetzung für jegliche

Verhandlungen in der EU

und die Anerkennung durch

die Vereinten Nationen. Nach

den blutigen Balkan-Kriegen

wünschen Europäer wie Amerikaner

klare Verhältnissen

in dieser Region, die berechtigterweise

ihre Zukunft in

Europa sieht. Das Europa-Parlament

hatte von Anfang an

klar gemacht: Ohne Einigung

kein Beitrittsdatum und keine

Assoziierung.

Foto: Nelson

78 | Societ 1_2013


KOSOVO

Kommentar


Wunschkatalog

Diese Voraussetzungen sind nun erfüllt.

Die EU-Kommission empfiehlt demnach in

ihrem Fortschrittsbericht mit Belgrad die

Aufnahme von Beitrittsverhandlungen

und mit Pristina die Eröffnung von Verhandlungen

über ein Stabilisierungs- und

Assoziierungsabkommen. Eine heikle politische

Klippe wurde in der Vereinbarung

umschifft. Serbien muss den Kosovo nicht

explizit anerkennen. Beide Staaten haben

aber auch konkrete Wünsche.

Dem Kosovo geht es um eine breitere

politische Anerkennung. Der Kosovo-Premier

forderte umgehend die Aufnahme

seines Landes in die UNO und in die OSZE.

Serbien konnte sich bisher auf das Vetorecht

Russlands stützen. Zur Erinnerung:

Selbst fünf EU-Staaten – Spanien, die

Slowakei, Rumänien, Griechenland und

Zypern – haben „das europäische Kind“

nicht anerkannt. Pristina hofft überdies

auf eine Liberalisierung des Visa-Regimes.


Zum Erflog verdammt

Inzwischen setzen Verhandlungsführer

ihre Politik der kleinen zähen Schritte

unbeirrt fort. Denn für die EU steht fest:

Das europäische Experiment Kosovo muss

gelingen.

In Pristina und in Belgrad stimmten

die Regierungen währenddessen dem Umsetzungsplan

zu. Die serbische Regierung

will aber sicherstellen, dass die Kosovo-

Serben auch künftig serbische Personalpapiere

benützen dürfen. Das könnte für

die im Herbst angesetzten kosovarischen

Lokalwahlen von Bedeutung sein. Die

Abhaltung dieser Lokalwahlen wird aller

Voraussicht nach zu einer Nagelprobe für

die Betreiber der Normalisierung werden.

Wenn der Norden mitmacht und nicht

wie bisher die Urnengänge boykottiert,

wäre dies ein positives Signal des neuen

Verbundes serbischer Gemeinden.

Serbiens Premier Dacic zeigte sich

pragmatisch. Selbst ein Boykott durch die

Kosovo-Serben würde die Umsetzung der

Vereinbarung nicht gefährden. Notfalls

werde die mit Pristina erzielte Nordkosovo-Regelung

auch ohne die dortige serbische

Volksgruppe umgesetzt. In einem

Interview mit dem „Kurier“ betonte Dacic:

„Die Zukunft des Balkans liegt in der EU.“

An der Kriegsvergangenheit könne man

nichts mehr ändern; es gelte, die Zukunft

zu gestalten. Allerdings müsse auch die

EU das Ihre dazu beitragen, indem sie den

EU-Skeptikern in Serbien mit einer Aufnahme

von Beitrittsverhandlungen den

Wind aus den Segeln nehme.

Auf kosovarischer Seite wollte Außenminister

Enver Hoxhaj die Tatsache, dass

Serbien den Kosovo nicht formal anerkennt,

nicht überbewertet wissen. Das in

Brüssel erzielte Abkommen sei deshalb

so wichtig für Pristina, weil Serbien darin

die Realität eines unabhängigen Kosovo,

seine Verfassung und seine Institutionen

anerkenne. Vor nationalistischen Tönen

aus Tirana warnte im Zuge der Diskussion

auch Serbiens Premier Dacic, der eine klare

Reaktion der EU dazu einforderte.

Auf die diplomatischen Investitionen

müssen wirtschaftliche folgen. Sowohl

Serbien als auch der Kosovo haben einen

Aufschwung nötig, vor allem Auslandsinvestitionen

auf politisch abgesichertem

Terrain. Der Kosovo kämpft mit hoher

Arbeitslosigkeit. Belgrad muss seine Wirtschaftsprobleme

anpacken und könnte

Finanzmittel aus Brüssel gut brauchen.

Aufgrund der Euro-Krise sind Kreditgeber

risikoscheuer geworden; das bekommt gerade

die Balkan-Region zu spüren. •

Society 1_2013 | 79


Aserbaidschan

staatsbesuch

Präsident Ilham Aliyev schreitet

die Bundesheergarde ab.

Besuch in Wien

Der Präsident der Republik Aserbaidschan llham Aliyev hat sich

in Begleitung seiner Ehefrau Mehriban Aliyeva vom 12. bis 14.

Mai zu einem offiziellen Besuch in Österreich aufgehalten.

Text: Mag. Elgun Niftaliyev und SOCAR Repräsentanz in Österreich

In der Hofburg wurde das aserbaidschanische

Staatsoberhaupt vom

Bundespräsidenten Heinz Fischer

mit militärischen Ehren empfangen.

Nach einem Zwiegespräch und Treffen

der Delegationen mit einer gemeinsamen

Pressekonferenz im Anschluss

unterzeichneten die Präsidenten eine Erklärung

über bilaterale freundschaftliche

Beziehungen und Partnerschaft.

Die unterzeichnete Erklärung unterstreicht

neben der Vertiefung wirtschaftlicher

und kultureller Zusammenarbeit

außerdem die Notwendigkeit einer

friedlichen Lösung des aserbaidschanisch-armenischen

Konflikts um Berg-

Karabach. Präsident Aliyev plädierte für

einen sofortigen Abzug der armenischen

Truppen aus diesem völkerrechtlich zu

Aserbaidschan gehörenden Gebiet und

betonte, dass der Konflikt gemäß Völkerrecht

und auf friedlichem Wege gelöst

werden müsse.

Beim Treffen mit Bundeskanzler Werner

Faymann wurden die Entwicklung

der bilateralen Beziehungen und der Ausbau

der wirtschaftlichen Zusammenarbeit

diskutiert. Während des Treffens mit

Bürgermeister Michael Häupl im Wiener

Rathaus hob Ilham Aliyev die Gemeinsamkeiten

zwischen Aserbaidschan und Österreich,

sowie auch zwischen beiden Hauptstädten

hervor und trug sich ins Goldene

Buch der Stadt Wien ein.

Unterzeichnung einer Erklärung über bilaterale Beziehungen.

Auf dem Programm des offiziellen Besuches

stand auch ein wichtiger Kulturevent:

Im ersten Wiener Gemeindebezirk

wurde das Aserbaidschanische Kulturzentrum

eröffnet. Darüber hinaus besuchten

der Staatspräsident und seine Ehegattin

im Wiener Donaupark das Denkmal des

berühmten aserbaidschanischen Komponisten

Üzeyir Hajibeyli.

Im Rahmen des offiziellen Besuches

nahm Präsident Aliyev gemeinsam mit

dem Bundespräsidenten Heinz Fischer am

österreichisch-aserbaidschanischen Wirtschaftsforum

in der Wirtschaftskammer

Österreich teil, traf sich dort auch mit

dem Präsidenten der Österreichischen

Wirtschaftskammer Christoph Leitl. Hervorzuheben

ist dabei auch das Treffen mit

OMV-Chef Gerhard Roiss, wobei die Zusammenarbeit

und zukünftige gemeinsame

Projekte im Energiebereich zwischen

Aserbaidschan und der OMV diskutiert

wurden. Außerdem fanden Gespräche mit

80 | Society 1_2013


society eigenevent

viva mayr

WKO-Präsident Christoph Leitl,

Ilham Aliyev, BP Heinz Fischer

Staatspräsident Ilham Aliyev spricht beim

Österreichisch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsforum

Pressekonferenz von

Ilham Aliyev und

Heinz Fischer

Fotos: SOCAR Representative Office in Austria

dem Präsidenten der Industriellenvereinigung

Georg Kapsch und Leitern führender

österreichischer Unternehmen statt.

Während des offiziellen Besuches

wurden zwischen österreichischer und

aserbaidschanischer Seite auch wichtige

Themen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen

wie Infrastruktur, Tourismus und

Gesundheitswesen erörtert.

Die internationalen Organisationen

in Wien standen auch im Mittelpunkt

des Programmes. In Gesprächen mit Juri

Fedotov, UNOV General Director/UNODC

Executive Director, Lassina Zerbo, designiertem

Executive Secretary der CTBTO,

Kandeh Yumkella, Generaldirektor der

UNIDO und Yukiya Amano, Generaldirektor

der IAEA, standen die Perspektive internationaler

Zusammenarbeit zwischen

Aserbaidschan und der jeweiligen Organisation

zur Diskussion.

Nach dem Besuch des Präsidenten Heydar

Aliyev im Juli 2000 war das der zweite

offizielle Besuch eines Staatsoberhaupts

aus Aserbaidschan in Österreich nach der

Wiederherstellung der Unabhängigkeit

im Jahr 1991. Im Oktober 2011 hielt sich

Bundespräsident Heinz Fischer zu einem

offiziellen Besuch – somit auch zum ersten

eines österreichischen Staatschefs – in

Aserbaidschan auf. Er lud damals Staatspräsident

Aliyev nach Österreich ein. •

Margit Fischer, Mehriban Aliyeva,

Ilham Aliyev, Heinz Fischer

Treffen mit Wiens Bürgermeister

Michael Häupl im Rathaus.

Society 1_2013 | 81


Aserbaidschan

staatsbesuch

besuch bei den internationalen

organisationen im vic in Wien

Begrüßung durch

UN Under-Secretary General,

UNOV Generaldirektor

Juri Fedotov

Gespräch mit Executive Secretary

der CTBTO Lassina Zerbo

Gespräch mit Director General

der IAEA Yukiya Amano

Treffen mit UNIDO

Director General

Kandeh Yumkella

Treffen mit

UN Under-Secretary General,

UNOV Director General

Juri Fedotov

82 | Society 1_2013


Aserbaidschan

staatsbesuch

Eröffnung des Kulturzentrums

von aserbaidschan in Wien

Enthüllung des

Zentrumschildes

Fritz Neugebauer,

Dr. Leyla Gasimova,

Mehriban Aliyeva,

Präsident Ilham Aliyev,

Botschafter Galib Israfilov

Empfang im Aserbaidschanischen

Kulturzentrum

Eröffnungsrede von

Präsident Ilham Aliyev

Verteidigungsminister von

Slowenien Roman Yakic,

Außenminister von Aserbaidschan

Elmar Mammadyarov

Direktorin

Dr. Leyla Gasimova,

Ex OGH Präsident

Dr. Johann Rzeszut

Generaldirektor der SOCAR Repräsentanz in Österreich

Gulmirza Javadov, Militärattaché der Botschaft der Republik

Aserbaidschan in Österreich Kamil Guliyev

Novruz Mammadov, Jalal Gasimov,

IT-Minister Ali Abbasov, Azer Gasimov

NABUCCO Vorstand

Mag. Reinhard Mitschek,

Vize-Präsident von SOCAR

Elschad Nassirov

Honorarkonsul der

Republik Aserbaidschan

in der Slowakei

Jalal Gasimov,

Gulmirza Javadov

Erinnerungsfoto

Society 1_2013 | 83


Aserbaidschan

Interview

Azerbaijani Culture in the

Heart of the Europe

Right across the street of the Museum of Cultural History, Azerbaijan

opened the doors of its new Azerbaijani Cultural Center

in Vienna. SOCIETY met director Leyla Gasimova and talked

to her about art, music and the commonalities of Austria and

Azerbaijan.

Interview: Gertrud Tauchhammer

Azerbaijan and Austria

have a long-standing

economic and cultural

relationship. What do

you think is the next

step in this connection?

Austria and Azerbaijan have indeed

established great bilateral relations in numerous

areas. As president of the Republic

of Azerbaijan, Ilham Aliyev remarked during

his recent state visit to Austria in May,

2013: “Austria and Azerbaijan are true

friends and partners. We have just signed

a political declaration called ‘The Declaration

of Friendship and Partnership’”. The

opening of the Azerbaijani Cultural Centre,

which is only our country’s second

Cultural Centre to be opened in Europe,

will only intensify and strengthen these

relations. With a prime location in the

heart of Vienna, our cultural centre will

host art exhibitions, concerts, language

courses, lectures, touristic presentations

and many other cultural events. We have

already started working on some projects.

As the director of this new cultural

institution can you tell us about your

next projects? Can you name a few artists

from Azerbaijan that you are going

to present to the Austrian people?

For instance, on the 31st of May a classical

concert, featuring musicians from

Austria and Azerbaijan was held at the

Vienna Konzerthaus. On June 17th there

was a presentation of the collection of stories

by the well-known Azerbaijani author

Anar, which have been translated into the

German language and published in Austria.

The annual celebration of Azerbaijani

national music in Vienna has become a

tradition. On this occasion we are planning

to organize a concert on September

18th, which is the birthday of our famous

composer, Uzeyir Hajibeyli. I would like to

mention that this year is the 100th anniversary

of the operetta “Arshin mal alan”,

which has been performed in 2006 in Vienna,

with great success. It would be great to

present this operetta to the Viennese audience.

Another big event has been planned

for autumn 2014: the exhibition of unique

handmade dolls by Elmira Abbasli.

By the way, we have also already

launched our homepage www.azculture.

at. At present we are working on its content.

Visitors will be able to find useful

information there about our centre’s

upcoming events as well as about Azerbaijan.

Moreover, you can find information

concerning the Azerbaijani language

Fotos: SOCIETY/Preiss

84 | SocietY 1 _2013


aserbaidschan

Interview

courses, which we plan to start this autumn. People

who are interested have the possibility to apply

online for these courses.

Now your second native country Austria

gave you some impressions of our culture.

What are the most commonalities between

the Austrian and the Azerbaijan culture?

Both Austria and Azerbaijan boast a rich cultural

heritage, which has strongly contributed to the

countries’ identity. One of the main similarities between

our countries is the very sensitive attitude

the historical heritage, architecture and historic

monuments. We are very pleased that our countries

showed mutual recognition to our great composers.

While Uzeyir Hajibeyli’s monument was

unveiled in Vienna in 2006, Wolfgang Amadeus

Mozart’s monument was unveiled in Baku in 2010,

with the participation of our countries’ presidents.

The Austrian culture needs no introduction.

The love for music is shared by both Azerbaijanis

and Austrians. One more characteristic of our

two countries is the constant effort to keep their

traditions alive. Tolerance for different cultures,

religions and nationalities is another similarity

between Austria and Azerbaijan.

These two countries gave the world culture distinguished

musicians.

We will do our best to present this uniqueness

of our culture to all our visitors.

Azerbaijan and Austria exhibit considerable

similarities in other respects as well. Both countries

are about the same size and have nearly the

same number of inhabitants. They have also assumed

a strategically important role in their respective

regions. While Austria is considered as a

gateway to Central and Eastern Europe, Azerbaijan

has for years now been expanding its role as a

springboard to Central Asia.

In 2010, the first embassy of Austria was established

in Baku and now the first cultural center

of Azerbaijan opened in Vienna. Why has this relationship

increased in the past few years?

There have always been special relations between

our countries. We should not forget that

»Both Austria

and Azerbaijan

boast a rich

cultural heritage,

which has

strongly contributed

to the

countries‘ identities.

«

Leyla

Gasimova

Facts

Aserbaidschanisches

Kulturzentrum

Wien

Bellariastraße 8

1010 Vienna

www.azculture.at

Azerbaijan has restored its independence just 21

years ago. Nonetheless, last year Azerbaijan celebrated

twenty years of diplomatic relations with

the Republic of Austria. Austria was also one of the

first countries, where Azerbaijan opened its embassy

in 1995. In 2000, late president Heydar Aliyev’s

state visit to Austria took place. The warm relationship

we have now has been built up throughout

the years. But of course, Azerbaijan’s rapid economic

growth in the past few years, as well as the

opening of the Austrian embassy in Baku have considerably

strengthened our relations in all areas.

It should be mentioned that the Embassy of the

Republic of Azerbaijan to Austria and, in particular,

late Ambassador Fuad Ismayilov put a lot of

efforts into this direction. Azerbaijan remains the

only country in the region, where Austria opened

its embassy. Moreover, it was opened in 2010 - at a

time, when the Austrian government was forced to

close several diplomatic missions abroad.

Azerbaijan’s rapid economic development has

also increased the interest of Austrian entrepreneurs

- Azerbaijan has become a favorable market

for them, in particular after the state visit of Dr.

Heinz Fischer and the Austrian - Azerbaijani Business

Forum in Baku in 2011. The restoration of our

capital city Baku’s main sight, the Maiden Tower as

well as the construction of the Carpet Museum is

being carried out by Austrian firms. Furthermore,

Austrian companies were involved in the construction

of the Shakhdag ski resort and the Absheron

Mariott Hotel. We are delighted that such major

projects are implemented in Azerbaijan by Austrian

companies. We are convinced that the opening

of the Azerbaijani cultural centre in Vienna, in

which president Ilham Aliyev participated himself,

will take the relations between our two countries

to a new level. We would like to express our deep

gratitude to the Heydar Aliyev Foundation and personally,

to the First Lady Ms. Mehriban for supporting

and assisting us in the establishment of this

cultural centre as well as for actively promoting

Azerbaijani culture abroad.

I sincerely hope that the Azerbaijani cultural centre

will help Austrians get to know Azerbaijani culture

better. We invite everyone to visit our centre! •

A precious doll of

Elmira Abbasli

Interior of the Azerbaijani

Cultural Center in Vienna

Society 1_2013 | 85


aserbaidschan

ausstellung

»

»Kunst

ist ein Bereich, zu

dem ich immer sensibel

war. Es freut mich sehr,

dass diese Ausstellung

talentierten Künstlern

aus Aserbaidschan ermöglicht

ihre Kunstwerke

der Welt zu präsentieren.

Natürlich

freuen wir uns, uns in

Wien aufzuhalten, in

dieser Stadt mit alter

Geschichte. Ich glaube,

Wien ist eine der

wichtigsten kulturellen

Säulen Europas..

«

Die neu in Wien akkreditierten

Diplomaten beim Junior

Diplomats‘ Oktoberfest.

Leyla Aliyeva

»Die erste demokratische Republik

im Orient wurde in

Aserbaidschan ausgerufen, die

erste Schule für Mädchen in

der muslimischen Welt hier

gegründet und die erste Oper

im Orient in Baku uraufgeführt.

Baku, die Hauptstadt

Aserbaidschans, ist die

Synthese der Moderne und

Antike.

«

Leyla Aliyeva

86 | Society 1_2013


aserbaidschan

ausstellung

Zahlreiche Besucher bei der

Eröffnung von „Fly to Baku“

Die Wanderausstellung „Fly to Baku“ mit Werken von 21 zeitgenössischen

Künstlern aus Aserbaidschan machte in Wien in der Neuen

Burg des Kunsthistorischen Museums Station.

Text: SOCIETY

Fotos: Society, Leisure.at, SOCAR Representative Office

Kunst spricht überall auf

der Welt die gleiche Sprache

und hat die Fähigkeit,

über alle Landesgrenzen

hinweg Menschen, Traditionen

und Kulturen zu verbinden“,

begrüßte die Künstlerin und Vizepräsidentin

der Heydar-Aliyev-Stiftung,

Leyla Aliyeva, die Gäste bei der Eröffnung

der Ausstellung „Fly to Baku“ in der Neuen

Burg des Kunsthistorischen Museums.

Gemeinsam mit Kurator Hervé Mikaeloff

und dem Leiter des Ausstellungswesens

des Kunsthistorischen Museums Wien,

Christian Hölzl, eröffnete Aliyeva nach

internationalen Zwischenstopps in Rom,

Moskau, Berlin, London und Paris die erfolgreiche

Wanderausstellung in Wien.

Leyla Aliyeva vor

ihrem Gemälde

„Herzschmerz“


Künstlerischer Charakter

des Landes

„Fly to Baku“ zeigte zeitgenössische

Kunst von 21 herausragenden Künstlern

aus Aserbaidschan. „Die Verknüpfung

zwischen pulsierender Moderne und tief

verwurzelter Tradition in der Kunst verbindet

Aserbaidschan und Österreich“,

zog Christian Hölzl Parallelen zwischen

den beiden Ländern. Die präsentierten

Werke sind bunt und vielfältig, reichen

von Malerei über Installationen, Video,

Fotografie bis hin zu Performances. Kurator

Hervé Mikaeloff, der u. a. auch für die

Luis Vuitton Maison in London arbeitete,

war von Anfang an überrascht von der

dynamischen Kraft der Künstlerper- ➤

Society 1_2013 | 87


aserbaidschan

ausstellung

Christa

Mayrhofer-Dukor

Timna und Arik Brauer,

Edith Leyrer

Désirée

Vasko-Juhász

(links) mit

Begleitung

Ex OGH-Präsident

Johann Rzeszut mit

Gattin (links) und

Camilla Habsburg-

Lothringen

Klaus Peter Schrammel,

Christine Jones

Georg Redlhammer, Gulmirza Javadov,

Robert Hofferer, Herr Landau

Leyla Aliyeva

Emin Mammadov und

Hervé Mikaeloff

➤ sönlichkeiten und der Energie, die von

den Kunstwerken ausgeht.

Hervé Mikaeloff verweist außerdem

darauf, dass die Kunst Aserbaidschans

den Charakter des Landes widerspiegelt.

Es zeigt sich der Einfluss sowohl der internationalen

westlichen als auch der sowjetischen

Avantgarde vom Beginn des 20.

Jahrhunderts. Ein wesentliches Merkmal

der an „Fly to Baku“ beteiligten Künstler

ist die Verarbeitung von Erinnerungen,

Erfahrungen und Visionen des Lebens in

der Hauptstadt Baku, die für die Beteiligten

Geburtsort, Heimat und Arbeitsort ist.

Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren

einem grundlegenden Wandel unterzogen,

der in den Kunstwerken reflektiert

wird.


Die Vielfalt der

aserbaidschanischen Kunst

Organisiert wurde die Ausstellung gemeinsam

von der Heydar-Aliyev-Stiftung,

dem Baku Magazin und der Botschaft

von Aserbaidschan in Wien. Als künstlerischer

Berater fungierte Emin Mammadov,

Direktor der Q Galerie in Baku. Er erklärte,

dass es sich bei „Fly to Baku“ um die

aktuell größte Ausstellung aserbaidschanischer

visueller Kunst im Ausland handelte.

Damit würden dem ausländischen

Publikum die Reaktionen der Künstler

Aserbaidschans auf die Veränderungen

im Land und damit auch das moderne Gesicht

Aserbaidschans präsentiert.

Zu den Künstlern der Ausstellung zählten

etwa Aga Ousseinov, der bereits seit

1991 in New York lebt, aber dennoch die

Verbindung zu seiner Heimat aufrecht

erhält. Seine Arbeiten – vor allem Skulpturen

– beschäftigen sich mit dem Leben

in der ehemaligen Sowjetunion, indem

sie sich über die ‚ideologische Hybris‘ in

Form von skurrilen Figuren und Maschinen

lustig machen.

Zu einer früheren Generation gehört

Mammad Mustafayev, geboren 1948, dessen

Werk stark von seinem Denken als

Architekt geprägt ist. Er stellte schon zu

Sowjetzeiten aus und wurde 2001 zum Ehrenkünstler

Aserbaidschans gekürt. Seine

Designs können als leicht und gleichzeitig

geerdet beschrieben werden. Das liegt

auch am Material, das er verwendet, zum

Beispiel Bambus, dessen Charaktereigenschaft

es ist, zugleich leicht und extrem

hart zu sein. Für „Fly to Baku“ hat er ein

Objekt mit zwei Tischlampen entworfen,

dass an die fragilen Buchregale der 1950er

Jahre und ein bizarres Modell des Universums

mit zwei Sonnen erinnert.

Von Faig Ahmed, geboren 1982, stammen

ungewöhnliche Skulpturen, die eine

Mischung aus abstrakter Kunst und traditioneller

Teppichwebkunst darstellen.

Er hat damit eine eigene Formensprache

gefunden und war bereits erfolgreich bei

der 52. Biennale in Venedig 2007 vertreten.

Im Speziellen verbindet er moderne,

abstrakte Formen und Materialien wie

Metall mit bunten und nach traditionellen

Mustern gearbeiteten Teppichen, und

drückt damit die Fortdauer alter Ideen in

der modernen Zeit aus.


88 | Society 1_2013


aserbaidschan

ausstellung

Empfang in der Hofburg

Christian Hölzl,

Hervé Mikaeloff,

Hervé Mikaeloff, Christian Leyla Aliyeva

Hölzl, Leyla Aliyeva

Botschafter Kairat

Abdrakhmanov

(Kasachstan) gratuliert

Leyla Aliyeva

Eröffnungsrede

von Christian

Hölzl (KHM)

Leyla Aliyeva mit Familien

G. Javadov und R. Aliyev

Eröffnungsrede

von Hervé

Mikaeloff

Ausstellungsort:

Neue Burg Palast

in der Hofburg

Exponate der

Ausstellung

Society 1_2013 | 89


aserbaidschan

ausstellung

„Fly to Baku“ VIP Gala-Dinner

Eröffnungsrede

CEO MOL Trade

Attila Tóth (Mitte) und

Raiffeisen Bank Team:

Peter Köck, Julia

Fürlinger, Thomas

Schirmer mit Gattin

Marco Mercuri

(Österreichisches

Parlament)

Alexey Manzhosov mit Gattin,

Botschafter Kairat Abdrakhmanov

(Kasachstan)

90 | Society 1_2013


aserbaidschan

ausstellung

Aserbaidschanische Botschaft:

Dilara Abdullayeva,

Gulshan Babashzade,

Guldana Niftaliyeva

Jamila Gazibayova, Leyla Gasimova,

Sabina Aliyeva

Leyla Aliyeva mit

SOCIETY Magazin

Senior Vice

President der

VTB-Bank

Rushan Yunisov

mit Gattin

G. Javadov, Ex General

Prokurator der Republik

Österreich W. Presslauer,

Ex OGH-Präsident

J. Rzeszut mit Gattin

C. Hübner

bedankt sich bei

der Heydar Aliyev

Stiftung für die

Veranstaltung

Seiten 80 - 91

Auf Initiative von und mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung durch SOCAR

(State Oil Company of Azerbaijan, Representative Office in Austria)

Society 1_2013 | 91


diplomatie

Interview

„Rückkehr in eine große

Familie“

Der kroatische Botschafter S.E. Gordan Bakota über den EU-

Beitritt Kroatiens als Motor für die Entwicklung der Wirtschaft

und Impuls für weitere Reformen des Landes.

Interview: SOCIETY

Was bedeutet

der EU-Beitritt

Kroatiens für

Kroatien selbst

und für die

EU?

Gleichzeitig mit der Unabhängigkeit

Kroatiens 1991 wurde der EU-Beitritt

schon damals als Hauptziel, als so genanntes

Milleniumsziel, festgelegt. Kroatien

war immer ein Teil Europas und in dem

Sinn betrachten wir unseren Beitritt als

eine Rückkehr in eine große Familie. Der

Beitritt zeigt auch, dass die europäische

Idee und die EU noch immer attraktiv für

neue Staaten sind. Trotz der Krise in der

Eurozone gibt es Staaten, die der Union

beitreten möchten. Das ist ein wichtiges

Signal für Brüssel, aber auch für unsere

Nachbarstaaten, die alle in die Europäische

Union streben. Der kroatische Erfolg

zeigt, dass sich schwierige Verhandlungen

auszahlen und dass Ziele erreichbar sind.

Kroatien ist bereit, allen anderen Staaten

in Südosteuropa auf dem Weg in die

EU zu helfen. Wir brauchen Stabilität in

unserer Nachbarschaft in Südosteuropa.

Ohne Stabilität ist kein wirtschaftlicher

Aufschwung möglich.

Was bedeutet der Beitritt in Zeiten

der Finanz- und Eurokrise? War das

der letzte Beitritt eines Staates für längere

Zeit?

Es gibt andere Staaten, die schon im

Beitrittsprozess sind wie z. B. Montenegro.

Wenn man die heutige Situation

betrachtet, dann muss man zwei Dinge

unterscheiden: Es gibt die heutige Krise

– ich würde sie eine Herausforderung

nennen – und es gibt die langfristige,

prinzipielle Politik, die eine ganz klare

Botschaft trägt, nämlich dass die Erweiterung

in Richtung Südosteuropa gehen

soll. Eine wichtige Vorbedingungen ist

aber, dass die Staaten, die in Zukunft mit

der EU verhandeln werden, alle nötigen

Voraussetzungen erfüllen. Das hat Kroatien

gemacht. Langfristig ist es absolut notwendig,

dass die Erweiterung alle Staaten

in Südosteuropa umfassen wird. Die Krise

wird nicht ewig dauern, aber die langfristige

Politik bleibt. In diesem Sinn ist Kroatien

ein starker Vorreiter für die anderen

südosteuropäischen Staaten.

Wie wirkt sich der Beitritt auf das

Visaregime aus? Russen und Türken

brauchen seit dem EU-Beitritt ein Visum.

Wird der Schengenbeitritt angestrebt?

Natürlich war es keine einfache Entscheidung,

dass unsere russischen und

türkischen Freunde, Bürger von zwei Staaten,

mit denen wir sehr gute Beziehungen

pflegen – und ich war Botschafter in der

92 | SocietY 1 _2013


diplomatie

Interview

Türkei, ich kenne das Land ganz gut – nun Visa

für die Einreise brauchen. Aber es war eine absolut

notwendige Vorbedingung, dass Kroatien sich

hier an die europäische Politik anpasst. Der Beitritt

zum Schengenraum bedeutet sehr viel für

uns und ist ein Hauptziel Kroatiens. Wir erwarten,

dass Kroatien 2015 alle nötigen Voraussetzungen

dafür erfüllen wird. Kroatien als touristisch

orientiertes Land kann vom Schengenbeitritt

profitieren. Mit Russland und der Türkei werden

wir versuchen, aus technischen Gründen, alles

zu ermöglichen, um die Visaanträge in einem guten

Prozess zu erledigen und es den Angehörigen

dieser Staaten zu ermöglichen, kroatische Visa zu

bekommen.

Was ändert sich für kroatische Bürger in

Bezug auf Reisen und am europäischen Arbeitsmarkt?

Kroatische Staatsangehörige können ab dem

EU-Beitritt ohne Visum in die Schengenzone reisen.

Am Arbeitsmarkt kann jeder EU-Mitgliedsstaat

seine eigene Politik gegenüber Kroatien gestalten.

Da gibt es Übergangsperioden mit einem

Maximum von sieben Jahren, um den Arbeitsmarkt

für kroatische Bürger zu öffnen.

Gibt es eine Entscheidung von österreichischer

Seite?

Es gibt noch kein offizielles Statement von österreichischer

Seite. Die prinzipielle österreichische

Politik z. B. mit den EU-Beitrittsländern von

2004 war eine Übergangsphase von zwei plus drei

plus zwei Jahren. Wir warten auf eine offizielle

Ankündigung. Aus meiner Sicht sind die kroatischen

Staatsangehörigen aber keine Gefahr für

den Arbeitsmarkt der anderen Staaten. Wir sind

ein relativ kleiner Staat, der schon gut integriert

ist in Zentraleuropa, beispielsweise leben 100.000

Kroaten in Österreich, die gut integriert sind.

Wie viele Mittel wird Kroatien aus den EU-

Fonds erhalten? Wofür wird das Geld in erster

Linie investiert?

S. E. Gordan Bakota mit

Gertrud Tauchhammer

»Kroatien ist ein

starker Vorreiter

für die

anderen südosteuropäischen

Staaten.

«

Gordan

Bakota

curriculum

vitae

.E. Gordan Bakota

wurde am 16. Jänner

S1967 in Zagreb geboren.

Er studierte Rechtswissenschaften

und absolvierte

die Diplomatische Akademie.

Von 1993 bis 1997 war

er in die Schweiz entsandt –

als Vizekonsul in Zürich und

Leiter der Konsularabteilung

in Bern. Später leitete er

die Konsularabteilung in

Belgrad, danach fungierte

er als Botschaftsrat an der

Botschaft in Washington.

Von 2003 bis 2005 war er

Staatssekretär im kroatischen

Außenministerium,

und von 2005 bis 2011

Botschafter in der Türkei.

Seit Februar 2011 ist er als

Botschafter in Österreich

akkreditiert. Gordan Bakota

ist verheiratet und hat zwei

Kinder.

Die EU-Fonds sind ein wichtiger Teil unserer

EU-Politik. Wir betrachten die EU-Fonds nicht

als Entwicklungshilfe sondern als ein Mittel, um

Schwung in die weiteren Reformen und den Ausbau

der wirtschaftlichen Potenziale zu bringen.

Wir werden versuchen, unsere eigenen regionalen

Projekte so anzupassen, dass wir die EU-Fonds für

diese Zwecke benützen können. Dazu ist es wichtig,

dass die Unternehmen und die regionalen

Behörden gut zusammenarbeiten. Man muss sich

nur ansehen, wie erfolgreich war das Burgenland

bei der Nutzung seiner Fondsmittel war. Für uns

ist es wichtig, aus den Erfahrungen des Burgenland

zu lernen.

Wie wird sich der Beitritt auf die Wirtschaft

auswirken?

Dazu möchte ich drei Dinge sagen: Ersten, der

Beitritt ist ein Reformprozess, der unumkehrbar

ist. Niemand erwartet, dass der Reformprozess

mit dem Beitritt aufhören wird, besonders in

den Bereichen Justiz, Verwaltung und Kampf gegen

Korruption. Wir haben viel erreicht, aber der

Prozess geht weiter. Zweitens ist der Beitritt eine

Chance für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wenn

wir diesem großen Markt beitreten, ist es eine

Herausforderung, aber auch eine Möglichkeit, die

eigenen Potenziale so anzupassen, dass kroatische

Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit erreichen,

um erfolgreich zu sein. Drittens, bei den Investitionen

werden wir bessere Möglichkeiten für

ausländische Investoren anbieten, d.h. eine bessere

Rechtssicherheit, ein besseres Investitionsklima,

eine effizientere Verwaltung, und insgesamt

eine bessere Behandlung der Investoren. Solche

Erfahrungen haben wir nach dem EU-Beitritt von

Polen, Slowakei und Tschechien gehabt. Das erwarten

wir auch für Kroatien.

Was erwarten Sie für den Tourismus?

Im Tourismus kann Kroatien viel anbieten.

Aber es gibt noch viele Möglichkeiten in diesem

Bereich. Österreichische Investoren sind herzlich

willkommen. Wir hoffen, dass die österreichischen

Investoren in größerer Zahl in unseren Tourismus

investieren und ihn verbessern. Tourismus

hat auch viel mit Kultur zu tun. Die kroatische

Botschaft in Wien und das Kulturministerium

in Kroatien werden versuchen, durch kulturelle

Veranstaltung – etwa die Sommerfestspiele in Dubrovnik,

Split und Pula – noch bessere Angebote

für unsere Touristen zu gestalten. Die Botschaft

in Wien kümmert sich ganz wesentlich darum,

die kroatische Kultur vorzustellen und die starke

Verknüpfung mit der europäischen Kultur zu präsentieren.

Was ist Ihr abschließendes Statement?

Trotz einer guten Entwicklung gibt es noch

viel Raum zur Erweiterung der Zusammenarbeit

in vielen Bereichen. Der EU-Beitritt gibt neuen

Schwung und ist in Motor für die weitere Entwicklung.

Da bin ich sehr optimistisch. •

Society 1_2013 | 93


kasachstan

expo 2017

In 2017 Astana, the capital of Kazakhstan,

will host the next EXPO

with the theme “Energy for the Future".

This exhibition will showcase

humankind’s best achievements in

green energy development. According

to the International Energy Agency

(IEA), the world will face two simultaneous

global threats in the future: a shortage

of energy resources and environmental

disasters. Kazakhstan, which gained its

independence from the Soviet Uni on in

December 1991, had adopted this theme

to its bid for the right to host EXPO 2017.


Astana triumphs over Liege

The main EXPO 2017 contender for

Astana was the Belgian city of Liege (with

the theme “Bringing People Together”),

which has experience in hosting similar

exhibitions in the past. Representatives

of 161 Member States of the International

Exhibitions Bureau (IEB) voted by secret

ballot for the 2017 Host City at their 152.

General Assembly in Paris, where Astana

was awarded an overwhelming number of

103 votes in support of its bid (44 members

voted “against”).

A large-scale exhibition such as the

EXPO 2017 has never previously been held

either in Central Asia, or in any of the

Commonwealth of Indepen dent States.

Astana’s bid was bolstered by the fact that

it has recently hosted two major international

events; firstly, on 1-2 December 2010,

the Summit of Heads of State and Governments

of OSCE Participating States – the

first such high-level meeting of the Organization’s

56 Participating States to take

place 11 years after the Istanbul Summit.

The second event, held two months later,

was the VII Asian Winter Games, which took

place in a Central Asian coun try for the first

time in history. From 31 January to 6 February

2011, Astana and Kazakhstan’s financial

centre Al maty played host to competitions

among athletes from 26 countries.

Even so, these two events pale in comparison

to hosting an EXPO if only because

conservative estimates predict that in 2017

Kazakhstan will be visited by about 5 million

people from 100 countries and about

a dozen international organizations. This

influx of EXPO 2017 visitors will prove to

be a serious test for Astana’s infrastructure

as, in compari son, the official population

of Kazakhstan’s young capital stands at

758,000 people. The Presidium of the IEB

took this fact into account to ensure that

preparatory work for the exhibition will

be held under scrutiny and with the direct

assistance of the Kazakhstan Government.

Skyline of Astana, the capital of

Kazakhstan

EXPO 2017

in Astana

Global energy shortages have obligated

world powers to seek out new alternative

methods of energy production. While the

Olympic Games separate leading athletes

from the rest of the competition, the International

Specialized Exhibition EXPO

acts as the venue for introducing the world

to new technologies and innovations.

Text: SOCIETY

94 | Society 1_2013


kasachstan

expo 2017

held in Canada in 1967 cost 283 million Canadian

dollars (178 million euro), but also resulted in international

tourism growth of 480 mil lion Canadian

dollars (303 million euro) in the same year.

Fotos: Embassy of Kazakhstan in Vienna


Kazakhstan Fund

Back in Paris, as soon as Astana was chosen as

the EXPO 2017 host city, Mr. Kairat Kelimbetov, the

Deputy Prime Minister of Kazakhstan, spoke at a

press conference where he announced the establishment

of the Kazakhstan EXPO 2017 Fund to support

energy research. The Fund, comprising more

than 62 million euro, will be used to fund scientific

research projects to develop renewable sources of

energy in more than 69 developing nations.

The financial benefits of holding the EXPO are

felt not only by the host city and country, but also

by nations choosing to put up their own exhibits

at the main event. The case of a 10-fold profit was

recorded with the Netherlands through its exhibition

pavilion at EXPO 2010 in Hannover, Germany.

After investing up to 35 million euro on their pavilion,

the Dutch economy received 350 million

euro of investments. However, this is not always

the case, as Germany learned from hosting EXPO

2000 at a loss of 1.2 billion euro. Instead of the expected

40 million people, the exhibition was visited

by only 18 million. The losses recorded by EXPO

2000 became one of the reasons why France (the

organizer of the next show) refused to hold EXPO

2004 in Seine-Saint-Denis.

It should also be kept in mind that hosting the

EXPO is not only about receiving direct economic

gain, but also other additional benefits. An EXPO

Bajterek-Tower in Astana

Info

EXPO 2017

expo 2017

Official webpage of EXPO

in Astana

www.expo2017astana.com


New Sights

Astana will gain new architectural attractions

as a result of hosting the EXPO. As a reminder, the

world-famous Crystal Palace in London's Hyde Park

was built for the exhibition in 1851, while the Eiffel

Tow er, the symbol of France, was designed by

French engineer Gustave Eiffel especially for the

Paris EXPO 1889. Astana, for its part, will also unveil

new architectural marvels in time for EXPO 2017.

World renowned architects, including Kisho

Kurokawa and Norman Foster, have designed numerous

buildings and structures in Astana, which

became Kazakhstan’s capital only in 1997 (before

that, the capital was Almaty), expanding almost

three times in size from an area of 258 to 710.2

square kilometers. Kazakhstan is expecting to attract

significant amounts of private investment

into the construction of new exhibition facilities

and the necessary infrastruc ture. The holding

of EXPO 2017 is viewed as the next evolutionary

stage in the city’s development.

Land for the construction of the fu ture EXPO

Center has already been selec ted. The total area

for the venue will comprise 113 hectares, of which

25 hectares will be allocated for the Center, and

the rest for parking, outdoor construction, and

the EXPO 2017 Village. Among other things, the

architectural objects being built for EXPO will

allow Kazakhstan and Astana in particular to become

a major internati onal exhibition and information

presentation platform in the future. It is

worth noting that the Kazakhstan Government

intends to further develop its processing industries

and has adopted a po licy of rapid industrialization.

The positive results yielded by these

State measures will introduce new industries and

lead to energy consumpti on growth. Kazakhstan’s

significant reserves of coal (3.6 percent of world

reserves) play a role in determining the country’s

energy balance.


Outlook for the future

Kazakhstan builds its energy po licies around

the notion that by 2030 the share of renewable

energy sources (RES) will increase to 11 percent

in the structure of the generating capacity of the

country. Kazakh authorities hope that with the

development of renewable energy in the world,

these technologies will become cheaper. It is symbolic

that the EXPO 2017 venue in Astana will be

powered exclusively by renewable energy sources,

effectively making Kazakhs tan’s capital a city of

the future. EXPO 2017 in Astana will showcase

world alternative energy de velopments and expand

the horizons of renewable energy in Kazakhstan

and abroad.


Society 1_2013 | 95


diplomatie

analyse

Secularism, Al Khalifa‘s

way out of internal crises

A de facto secular constitution which smoothly separates Islam

and the State might just be something worth a trial in Bahrain

to guarantee on paper equality before the law.

Text: Henri Estramant

W

estern stereotypes

of Arab society

bear little resemblance

to life in

contemporary

Bahrain. In spite

of the ubiquitous cliché in European and

North American media coverage lingering

about the nature of the kingdom’s uprising,

Bahraini society is made up of more

than a Shi’a “majority” and an oppressive

Sunni minority. The precise religious

distribution of Sunnis and Shi’a amongst

the country’s population is open to question

as the last official census wherein

religious identification was recorded took

place back in 1941. Albeit it is understood

that the bulk of Bahrain’s 1,3 million inhabitants

profess the Islamic faith, the

reality is far more intricate than that. The

realm differs quintessentially from Saudi

Arabia where social interaction takes a

form that more closely approximates that

of a purely tribal or male-lineage society,

or from Qatar where endemic society is at

the same time more homogeneous in ethnic

and religious terms and more clearly

differentiated into dominant and subordinate

classes. Whilst sharing intricate

characteristics with the other GCC states,

Bahraini society distinguishes itself by the

way in which cleavages based on ethnicity,

class position and national origin overlap

to produce a matrix of social relations

unique to the islands.


A diversified demographic

make-up

Bahrain‘s modern pluralism is to a

large extent the result of the diversified

confessional and demographic make-up

of the island-state, which has required -

even if often reluctantly - for Shi‘as, Sunnis,

Persian-Arabs - so-called Hawala - , and

other religious and ethnic minorities to

live and work together: not least to boost

the island‘s trade. The society‘s progressiveness

and openness indeed surpasses

Dubai, the emirate normally labelled in

the West as “liberal”. Politically the country‘s

leading ideologies for several decades

were Arab Nationalism and Marxism,

both of which downplayed religious affiliations

and thus favoured a good sense of

Bahraini unity.

Little attention is notwithstanding

ever given to the other half (!) of the kingdom‘s

societal structure, naturalised immigrants

and their issue, or foreign workers

without whom the Bahraini economy

would collapse. Unlike their counterparts

in other GCC countries, immigrants in

Bahrain are more easily absorbed into the

spider web of society; for the latter is not

so profoundly rooted in family lineage

as it is in Qatar, Saudi Arabia, or Kuwait.

These migrants are also eligible for welfare

benefits such as free healthcare and

education. One often overseen story of

success is the one of Bahrain‘s recently accredited

ambassador to St. James‘s Court,

Alice Thomas Saaman, who since December

2011 is King Hamad II‘s power woman

in the British capital. She is the daughter

of Syrian, Christian immigrants. An unmarried

Christian herself, she became the

Arab world‘s first woman to chair a parliament

when in 2005 she took over the lead

over Bahrain‘s Shura Council, or Upper

Consultative Council.

Yet another “bold move” from Bahrain‘s

government which went against stereotypes

was the surprising appointment

of a Jewish woman to head Bahrain‘s most

important diplomatic post in Washington

D.C. in 2008. Ambassador Houda Ezra

Ebrahim Nonoo has proven to be a skilful

diplomat, joggling many balls whilst

walking on a tightrope and facing a lot of

unsympathetic grimaces for the regime

she represents.


The Constitution

of Bahrain

Labelled as an apartheid regime, Bahrain

would do well by implementing a

secular state solution which in the longrun

might foster social cohesion by ignoring

private religious beliefs in the public

sphere whilst also guaranteeing equality

before the law, and the dismantlement of

sectarianism based upon the bifurcation

between Shi‘as and Sunnis.

The kingdom‘s 2002 constitution

stipulates in its article 2: The religion of

the State is Islam. The Islamic Shari‘a is a

principal source for legislation. Though

its article 22 also guarantees freedom of

conscience and religion, this does nothing

to change the hegemony of Islam and

Shari‘a in a country which is home to a

sizeable number of Christians, Buddhists

and Hindus as working residents amounting

to about 49.3 per cent of the overall

population. The inflexibility of an Islamic

state in Bahrain is evident when considering

that Shari‘a canon law is applied by

judges in accordance to the religious affiliations

of the individuals concerned in

a case rather than by a uniform family

or property code for all citizens and residents.

Not to speak of the fact that Shari‘a

judges tend not to be auspicious or sympathetic

to women‘s equality before the law,

even if the latter is equally enshrined in

the constitution.

A de facto secular constitution which

smoothly separates Islam and the State

might just be something worth a trial in

Bahrain. First of all, it would truly guarantee

on paper equality before the law

for Muslims regardless of their sectarian

affiliation, but likewise for non-Muslims

or non-believers. From a political point

96 | Society 1_2013


diplomatie

analyse

HM Hamad bin Isa bin Salman

Al Khalifa, King of Bahrain

of view, the ruling house could accept the currently

estranged opposition groups such as Al

Wefaq, Asalah, or the Islamic Action Party; all

of whom are disliked by the leading members of

Al Khalifa owing to their highly Islamist, Shi‘ist,

rhetoric. Whereas King Hamad II bin Isa Al Khalifa

is no Atatürk, he could pattern “secular” changes

to the constitution in the Lebanese model which

wisely renders homage to the “Most High”, and

thereby respects all religions and creeds, or the

lack thereof. Secularist policies are also likely to

boost Bahrain‘s image as an open, welcoming and

business-friendly destination. It should not be forgotten

that despite the blemish on the country‘s

reputation for the violent suppression of demonstrations

against the ruling regime, Bahrain is

home to thousands of Muslim and non-Muslim expatriates

who are glad to call Bahrain their home;

the kingdom is above all a state of tradespeople.

bahrain

facts in

brief

Country name:

Kingdom of Bahrain

Population: 1.28 mio.

Area: 760 sq km

Climate: arid; mild, pleasant

winters; very hot, humid

summers

Location: Middle East, archipelago

in the Persian Gulf,

east of Saudi Arabia

Capital: Al-Manama

(154000 inhabitants)

Religions: Muslim (Shia and

Sunni) 81.2 %, Christian 9 %,

other 9.8 %

Languages: Arabic (official),

English, Farsi, Urdu

Currency: Bahraini dinar,

1 EUR = 0.49 BHD

BIP: 26.5 bn US-$,

gain 2.8 %

Export goods: petroleum

and petroleum products,

aluminum, textiles

Export partners: Saudi Arabia

3.3 %, UAE 2.2 %, Japan

2 %, Qatar 1.9 %

Import goods: crude oil,

machinery, chemicals

Import partners: Saudi

Arabia 28.2 %, USA 10.5 %,

China 7.6 %, Brazil 6.0 %

Government type: constitutional

monarchy

Chief of state: King Hamad

bin Isa Al-Khalifa (since 6

March 1999)

Head of government: Prime

Minister Khalifa bin Salman

Al-Khalifa (since 1971)

from

history

1507: Bahrain conquered by

the Kingdom of Portugal

1602: Persians banished the

Portuguese

1783: The Sunni Al-Khalifa

family captured Bahrain

from the Persians

1820: The island became a

British protectorate

1861: Perpetual Truce of

Peace and Friendship

1895: Shubar al-Sitri tried to

overthrow Sheikh Isa bin Ali

Al Khalifa

1932: The discovery of oil

1971: Bahrain became an

independent country

1999: Sheikh Isa died and

was succeeded by his eldest

son Sheikh Hamad bin Isa

Al-Khalifa

2001: The country turned

into a constitutional monarchy

with an elected parliament

and an independent

judiciary

since 2011: A series of demonstrations,

amounting to a

sustained campaign of civil

resistance

Source: CIA Factbook, mofa.

gov.bh


Getting rid of sectarian divisions

Bahrain‘s recognition as a haven for multiculturalism

and religious tolerance has even been

recently highlighted in the French Senate. On 15

February 2013 Jean Bizet, Deputy Chairman of the

Senate‘s friendship association in charge of the

Kingdom described Bahrain as a “leading model

in religious tolerance and doctrinal freedom”.

Furthermore, a more secular, or rather a state

that focuses constitutionally on rendering homage

to the “Most High” is more likely to with time

rid the island of its sectarian divisions, which otherwise

shall continue to haunt the Al Khalifa until

they might just end up deposed by the disgruntled

Shi‘as, and the indifference of an evenly divided

Sunni élite. Whereas the Al Khalifa and its closest

tribal allies follow the Maliki School of Islamic Jurisprudence,

the members of the commercial élite

tracing their roots to the Arabian side of the Gulf

are predominantly Hanbalis. And there is yet the

so-called Hawala, who are prone to following the

Shafi‘i orientation.

The Shi‘as though a majority in terms of indigenous

population are also divided in different

camps of religious persuasions. Virtually all

are adherents of the Twelver form of Shi‘i Islam

who accept the Usuli school of legal thought, and

which is fairly politically interwoven with Iran.

Nevertheless, a sizeable number of Shi‘a accept

the less rationalistic Akhbari School with survives

only in the island as well as in regions of Southern

Iraq. Moreover, Shia‘s live side by side with

a rather ostracised group of ethnic Persians, perhaps

Bahrain‘s most marginalised minority and

the hence the most receptive for insurrections

calls from Iran. Though the bulk of the Shi‘as‘ allegiances

lie with Bahrain, it is not a fiction that

Iran would be interested in taking over the islands.

Already after the Islamic Revolution in 1979

some prominent mullahs publicly called for the

annexation of Bahrain. As a matter of fact, diplomatic

relations reached a nadir when in 1981 an

Iranian-sponsored plot to encourage an uprising

against Al Khalifa was unravelled.

These divisions and subdivisions belie the simplistic

notion of Bahrain‘s sectarianism, but provide

a portrait of a society split in a plethora of

manners even for the followers of Islam. Yet there

is also the ignored predicament of half of the

kingdom‘s population consisting of Bahrainis and

foreign citizens who do not fit in the “old” puzzle.

They might just succeed into continuing to live together

by blinding religious affiliation in a lawful

secular state.


Bahraini identity?

Unlike other Gulf States the Bahraini system of

religious tolerance has grown organically out of Bahrain’s

role as a nexus of global commerce for thousands

of years. This intrinsic trait of Bahraini society

should not be overlooked but encourage to blossom

even further to eventually elicit the importance of

belonging to either the Sunni or Shi‘a branches of

Islam, or to any religious community for matters

of public life in Bahrain. A stronger focus should

be given upon Bahraini identity and values as opposed

to religious affiliations, such movement may

also work well with the process of democratisation

as begun already in 1999 by the country‘s monarch.

It is soon forgotten that at the time even Amnesty

International hailed the reforms put into place so

swiftly by the new ruler. Friends of Bahrain would do

well by encouraging the kingdom‘s evolution from

a constitutional to a parliamentary monarchy with

a responsible government, for Bahrain is already a

young democracy, in fact besides Kuwait the only one

amongst the Gulf States.

Bahrain has been harshly criticised by the international

community for the brutal treatment the

militia and police have given to demonstrators since

protests began two years ago in the country. Several

political opponents to the kingdom’s regime are

incarcerated including the Danish-Bahraini human

rights activist Abdulhadi al-Khawaja. The latter’s

daughter Zainab al-Khawaja was also sentenced to

three months in jail as recent as 1 March 2013. •

Society 1_2013 | 97


Diplomatie

ÖGAVN

Highlights aus der

Stallburg

Mitgliedschaft

Im Rahmen des von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang

Schüssel ins Leben gerufenen „Internationalen

Clubs“ lädt die Österreichische Gesellschaft

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen

(ÖGAVN) Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft

und Gesellschaft zu Vorträgen ein.

Seit 1945

Alle Personen, die am

internationalen Geschehen

interessiert sind und zur

Stärkung der Vereinten

Nationen beitragen wollen,

können ordentliche Mitglieder

der Österreichischen

Gesellschaft für Außenpolitik

und die Vereinten

Nationen (ÖGAVN) werden.

Daneben sind Unternehmen

und andere Institutionen

eingeladen, als unterstützende

Mitglieder beizutreten.

Wenn Sie Interesse an

einer Mitgliedschaft haben,

wenden Sie sich bitte an:

Österreichische Gesellschaft

für Außenpolitik und

die Vereinten Nationen

(ÖGAVN)

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse

2/2. OG, A-1010

Wien

Tel. +43-(0)1-535 46 27

E-Mail: office@oegavn.org,

www.oegavn.org

Magazin Society

Mag. Gertrud Tauchhammer

hat mit dem Magazin

SOCIETY als offizielles

Organ schon seit 1995

fungiert und übt seitdem

mit verschiedensten Aktivitäten

den Brückenschlag

zwischen Österreich und

den Vereinten Nationen aus.

Auf Vorschlag von Altbundeskanzler

Dr. Wolfgang

Schüssel wird die Kooperation

zwischen dem Magazin

SOCIETY und der ÖGAVN

fortgesetzt. SOCIETY ist zu

hundert Prozent im Eigentum

der Tauchhammer KG/

Mag. Gertrud Tauchhammer.

Mitte Jänner gab der Generaldirektor

der International Atomic

Energy Agency (IAEA), Yukiya

Amano, unter anderem einen

umfassenden Überblick zu den

oft nicht so bekannten Aufgaben der Sonderorganisation

innerhalb des UN-Systems. So leistet die

IAEA mit ihrem Stab an technischen Experten und

entsprechender Ausrüstung beispielsweise in der

Forschung auf dem Gebiet der Nuklearmedizin

Entwicklungsarbeit in der Krebstherapie in Ländern

wie etwa Nigeria. Auch können durch die

in der Nuklearforschung gewonnen Erkenntnisse

wie in der Isotopentechnologie die Nahrungsmittelproduktion

sowie der Umweltschutz verbessert

werden.


Im Februar meint Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer

des Bundesverbands der Deutschen

Industrie e.V. (BDI), dass Europa wieder industrieller

werden muss. Für diesen Prozess könnten

u.a. Deutschland, Österreich oder die Niederlande

gute Vorbilder sein. Die Europäische Kommission

plant bereits eine sogenannte „3. Industrielle Revolution“.

Dabei soll der Anteil der Industrie am

Bruttoinlandsprodukt von heute 16% bis 2020 auf

20% wachsen. Insbesondere von der deutschen Regierung

und dem BDI wird klargestellt, dass diese

Reformen nicht durch Interventionen, sondern

durch Privatinitiativen erfolgen sollen.

Die ehem. Minister Fasslabend und Jankowitsch,

IAEA-Generaldirektor Amano, ÖGAVN-

Präsident Schüssel und Minister a.D. Pahr


Generalmajor Wolfgang Wosolsobe, mit Mai

2013 Generaldirektor des Militärstabs der EU, betonte

bei seinem Besuch in März in Wien den dringenden

Bedarf einer verstärkten internationalen

militärischen Zusammenarbeit, sowohl auf Ebene

der Konsensfindung als auch des tatsächlichen Tätigwerdens.

In diesem Zusammenhang besprach

er sowohl die Möglichkeiten, als auch Schwierigkeiten

einer Zusammenarbeit der EU mit der

NATO. Weiters behandelte er verschiedene aktuelle

Aufgaben des Militärs wie Terrorschutz, Cyber Defence

als auch den Umgang mit den Medien, insbesondere

mit der elektronischen Öffentlichkeit. So

erwähnte er Mankos in der Kommunikation nach

außen und sprach auch über Verbesserungsbedarf

bei der Information der Bevölkerung bezüglich der

Tätigkeiten des Militärs.


98 | Society 1_2013

BDI-Hauptgeschäftsführer Kerber mit

Botschafter i.R. Woschnagg

Generalmajor Wosolsobe und

General i.R. Schittenhelm


Diplomatie

Welcome to Austria

Fotos: Privat

Highlights of WA

This spring WA offered an amazing list of programmes

and events, from art seminars to Cuisine,

History and Music, as well as German conversation.

Text: SOCIETY

Castle Tour in the “Weinviertel”

Welcome to Austria” is an international

platform with

the purpose of introducing

foreign diplomats and international

civil servants to

Austrian history and culture past and present.


Castle Tour in Lower Austria

One of the highlights of the past trimester was

a day trip to Lower Austria with visits to privately

owned castles in the “Weinviertel”. The first stop

was Castle Loosdorf, which dates back to the 12 th

century. It has been in possession of the Counts of

Piatti since 1843. Countess Verena Piatti received

“WA” for a guided tour through the famous collections

of porcelain and tin soldiers. After that “WA”

paid a visit to the Hermann Nitsch Museum in Mistelbach

where a retrospective of the works of this

highly controversial artist is being shown.

An excellent luncheon at Restaurant “Linde” in

Mistelbach delighted everyone. The second castle

of the tour was Castle Ludwigstorff in Guntersdorf

near Hollabrunn, also dating back to the 12 th century,

since 1703 property of the Barons Ludwigstorff.

Paulina, the owner’s daughter, gave a wonderful

guided tour of the gardens and the house.

In the afternoon “WA” visited Castle Seefeld,

owned by Count Max Hardegg, which is famous

for its vine yards. The tour participants thoroughly

enjoyed the opportunity for a wine tasting which

was very successful.


Special guided Art Tours

Welcome to Austria offers its members special

invitations to art seminars and shows normally

not accessible to people outside the Association.

Recently, two special guided tours were offered:

“WA” had the chance to enjoy the very first preview

of the Cabinet of Art and Curiosities, the

“Kunstkammer”, at the Art History Museum,

which is the most important collection of its kind

in the world. It was recently opened in March after

ten years of restoration.

Likewise, members of “WA” had the chance to

visit the newly opened Liechtenstein city palace as

first group with an exclusive guided tour through

the splendid rooms and the picture gallery with

works of art of the Biedermeier from the Princely

Collection. This was another highly informative

“first look” at a great new Viennese attraction.


Cross-cultural Events

“Welcome to Austria” always tries to highlight

links between Austrian and foreign cultures. Thus,

the Brazilian Ambassador, H.E. Evandro de Sanpaio

Didonet, hosted a lecture at his Residence about Leopoldine,

Princess of Austria and Empress of Brazil.

The lecture was given by Gloria Kaiser, author of a

book on Empress Leopoldine. Next day, there was

a special viewing for “WA” of mineralogical and

zoological objects from Brazil related to Leopoldine

Habsburg at the Natural History Museum.

An important cross-cultural event was hosted by

H.E. Ambassador Peter van Wulffthen Palthe and

his wife Sarah in the Residence of the Netherlands

Embassy. There were two power point lectures on

the botanist Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin,

who was born in Leiden in 1727 and died in Vienna

in 1817. This was followed by a tour through the Botanical

Gardens and a luncheon in the garden of the

residence, all accompanied by the charming music

of two harpists.


Welcome

to Austria

WA “Welcome to Austria”

was founded in 1997

by Dr. Benita Ferrero-

Waldner, who was then

State Secretary for Foreign

Affairs, with the

overriding objective

of introducing foreign

diplomats and international

civil servants

assigned to Vienna and

their spouses to the Austrian

way of life. The aims of WA

are to promote the awareness

and understanding of

Austria’s rich heritage of

culture and history past and

present. WA would welcome

newly accredited diplomats

and their spouses to join the

club.


WA invites you to join:

■ You will meet many

interesting Austrians in a

relaxed atmosphere and

make new friends.

■ You will be offered a

wide choice of excellent

programmes and learn

a great deal about your

host country.

■ You will be invited to private

homes and through

WA events you will enjoy

many things which you

would not have access to

outside our Association.


THE BOARD OF

“WELCOME TO AUSTRIA”

• Dr. Benita Ferrero-Waldner

Founding President

• Foreign Minister Dr.

Michael Spindelegger –

President

• Ambassador Dr. Angelika

Saupe – 1 st Vice President

• Dr. Monika Türk – 2 nd Vice

President

• Gabrielle Schallenberg –

Honorary Vice President

• Mag. Stephan Hofstätter –

Treasurer

• Mag. Gertrud Tauchhammer

– Publicity, “Schriftführerin”

• Dr. Elisabeth Wolff – Music

• Dr. Heidelore Almoslechner

– German

• Anne Thun-Hohenstein –

History, Art

• Dr. Stefanie Winkelbauer –

Applied Arts, Cuisine

• Mag. Adelaida Calligaris –

Liaison Officer

• Ellen Spallinger – Liaison

Officer


OFFICE HOURS

Mo-Tue-Wed: 2 a.m.–5 p.m.

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.

Gabriela Znidaric, Secretary

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse

2, 1010 Vienna

Phone: +43-(0)1-535 88 36,

Fax: +43-(0)1-535 88 37

office@welcome-to-austria.org

www.welcome-to-austria.org

Visit of Castle Loosdorf

Society 1_2013 | 99


Diplomatie

Bericht

Seit langer Zeit gab es schon

zahlreiche österreichische

Gesellschaften und andere

Gruppierungen für Amerikaner

österreichischer Herkunft.

Professor Fritz Molden hatte die hervorragende

Idee, diese unter einer Dachgesellschaft

zusammenzufassen. Auf diese

Weise entstanden die „Austrian-American

Councils“, die verbesserte Möglichkeiten

schufen, tief verwurzelte kulturelle und

humanitäre Werte auf breiter Ebene zu

pflegen und an die folgenden Generationen

weiterzugeben. Diese „Councils“

bilden auch ein Forum für kulturellen,

akademischen und wirtschaftlichen Austausch

auf verschiedenen Ebenen mit

zahlreichen Veranstaltungen und auch

Unterstützung karitativer Einrichtungen.

Während unserer Zeit in den USA war

Frau Juliana Belcsak die Vorsitzende der

Dachorganisation aller „Austrian-American

Councils“ in Nordamerika. Angesichts

ihrer großen Verdienste wurde sie

im Jahre 2003 als Auslandsösterreicherin

des Jahres geehrt.

In den USA wird erwartet, dass Botschafter

auch karitative Projekte aller Art

unterstützen. Mein Mann und ich wollten

insbesondere ein Projekt mit Österreichbezug

fördern. Dies fanden wir in der SOS

Kinderdorfidee. Der Gedanke einer Förderung

der „SOS Children´s Villages USA“

wurde von den Austrian-American Councils

sehr gerne aufgenommen. Vor allem

das Austrian-American Council West in

Los Angeles unter Führung von Frau Veronika

Reinelt ist in dieser Hinsicht bis

heute sehr aktiv.


Austrian-American Day

Mein Mann hatte auch die Idee, nach

dem Vorbild anderer Länder, einen „Austrian-American

Day“ einzuführen. Er gewann

dafür die Unterstützung von Präsident

Clinton sowie der beiden Häuser des

US-Kongresses und der Parlamente der

Bundestaaten. Das Datum 26. September

wurde auf Vorschlag von Fritz Molden

gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1945

in Wien eine Konferenz von Vertretern

der neun Bundesländer stattfand, die die

Grundlage für eine Anerkennung der zuvor

nur von der Sowjetunion anerkannten

neuen österreichischen Bundesregierung

durch die USA, Großbritannien und

Frankreich schuf.

In einer Proklamation vom 26. September

1997 würdigte Präsident Clinton den

bedeutenden Beitrag von Österreichern

für Amerika, angefangen von ersten Siedlern,

die aus religiösen Gründen gezwun-

Österreicher in

den USA

Als mein Mann Anfang 1993 als österreichischer

Botschafter in die USA kam, stellten

wir mit großer Freude fest, dass es dort ein

dichtes Netz an österreichischen Klubs und

Vereinen gibt sowie auch eine bedeutende

Anzahl prominenter Österreicher.

Text von Monika Türk

gen waren ihre Heimat zu verlassen und

im Jahr 1734 in der damaligen britischen

Kolonie Georgia eintrafen. Einer von ihnen,

John Adam Treutlen, wurde 1777

zum ersten Gouverneur dieses nunmehr

unabhängigen US-Bundestaates gewählt.

In den darauf folgenden Jahrhunderten

wanderte eine große Anzahl von Österreichern

in die USA aus, darunter politisch

Verfolgte, die im Zusammenhang mit der

Revolution im Jahr 1848 fliehen mussten

sowie im 20. Jahrhundert viele jüdische

Mitbürger, die Zuflucht vor dem Hitler-

Regime suchten.

Der „Austrian-American Day“ wird

von den „Austrian-American Councils“

Dr. Helmut Türk mit Arnold

Schwarzenegger

bis heute gefeiert. Am 26. September 2012

wurde dessen 15. Wiederkehr vor allem in

Los Angeles in feierlicher Weise begangen.

Es gab und gibt zahlreiche in den USA

lebende Österreicher, die einen bedeutenden

Beitrag in kultureller, wissenschaftlicher,

wirtschaftlicher und politischer Hinsicht

leisteten und noch immer leisten.

Wir haben einige von ihnen kennen gelernt

wie zum Beispiel Arnold Schwarzenegger

und den österreichischen Starkoch

Wolfgang Puck, von dem wir in seinem

berühmten Lokal „Spago“ in Los Angeles

persönlich betreut wurden. In meinem

nächsten Beitrag werde ich Ihnen mehr zu

diesem Thema erzählen.


100 | Society 1_2013


Diplomatie

orden

Cavaliere di

San Marco

Der ehrenwerte venezianische Ritterorden

„Cavaliere di San Marco“ hat auf Initiative

von Gerti Tauchhammer eine Verbindung

zwischen dem Europäischen Weinritterorden

„Ordo Equestris Vini Europae“ und

dem St. Georgs-Orden des Hauses Habsburg-Lothringen

geschaffen.

Text: SOCIETY

Der St. Georgs-Orden mit Karl Habsburg-Lothringen (Mitte) zu

Besuch in Triest

Fotos: privat

In der alljährlich zum Festtag des

heiligen Markus stattfindenden feierlichen

Zeremonie in der Chiesa

di S. Francesco della Vigna wurde

im Vorjahr Gerti Tauchhammer als

erste Österreicherin zur Cavaliere di San

Marco konstituiert. Diesmal fungierte sie

als Patin von Konsul Alfred Tombor-Tintera,

der als erster männlicher Österreicher

ordentliches Mitglied des venezianischen

Ritterordens wurde. Mit dem Ordensspruch

„Esto Civis Fidelis“ wurde er vom

Dogen-Präsidenten des Ordens in Anwesenheit

von hochrangigen Vertretern des

Malteserritterordens und der Gäste aus Österreich

aufgenommen.

Als weiterer wichtiger Gast aus Österreich,

der in dieser Zeremonie zum Ehrenmitglied

des venezianischen Ritterordens

ernannt wurde, bei dem ebenfalls Gerti

Tauchhammer als Patin fungierte, hielt

der Prokurator des Habsburg-Lothringischen

St. Georgs-Ordens, Baron Norbert

v. Handel eine Gastrede. Der St. Georgs-

Orden feierte zwei Tage davor in Triest

den Ehrentag seines Heiligen in Anwesenheit

des Ehrenpräsidenten Erzherzog Karl

Habsburg-Lothringen.

Auf der Basis der freundschaftlichen

Beziehungen der beiden Orden wurde zunächst

Doge-Präsident Cavaliere Guiseppe

Vianello in Triest in den St. Georgs-Orden

aufgenommen. Doge-Präsident Guiseppe

Vianello und Cavaliere Diotisalvi Perin

begrüßten Karl Habsburg-Lothringen

in Triest anlässlich des Festaktes des

St. Georgs-Ordens. Doge-Präsident Giuseppe

Vianello wurde bei diesem Anlass

als Ehrenmitglied konstituiert und

Karl Habsburg-Lothringen von ihm für

nächstes Jahr zur Zeremonie des St. Markusordens

in Venedig eingeladen. Karl

Habsburg-Lothringen gab seine Zusage

im nächsten Jahr seine Ernennung zum

Ehrenpräsidenten des St. Markusordens

anzunehmen. Auf eine grenzüberschreitende,

gute Zusammenarbeit der Ritterorden

von St. Markus, Venedig, dem „Ordo

Equestris Vini Europae“, Eisenstadt, und

dem St. Georgs-Orden, Wien/Linz freuen

sich alle Cavaliere.


Society 1_2013 | 101


Diplomatie

EVENTs

Event-highlights der Diplomatie

Kasachstan: Unabhängigkeitstag

S

.E. Kairat Abdrakhmanov lud anlässlich des Unabhängigkeitstages

seines Landes zu einem Empfang in den Crystal

Room des The Ritz Carlton Vienna.

Dr. Ayad Alyasiri, Ahmed Altakkawi, Ali Almarzooqi, S.E. Mohamad Hamad Omran

Alshamsi, Senator Walter J. Gerbautz, die VAE-Vorstandsmitglieder Doris Kofler, DI

Omar Al Rawi, Prof. Dr. Theo Kanitzer und Dr. Werner Fürnsinn

Vereinigte Arabische Emirate:

Nationalfeiertag

Zahlreiche Gäste folgten der Einladung von S.E. Mohammed

Alshamsi anlässlich des 41. Nationalfeiertages der VAE im

Grand Hotel in Wien.

Kuba: Jahrestag der Revolution

Aus Anlass des 54. Jahrestages der Kubanischen Revolution

luden Botschafter S.E. Juan Carlos Marsán und Gattin zu

einer Feier in das Kubanische Kulturzentrum.

S.E. William Eacho (USA)

mit Gattin Donna, S.E. Kairat

Abdrakhmanov mit Gattin

S.E. Juan Carlos Marsán

Rumänien: Nationalfeiertag

Die Wiener Börsensäle

waren der

stimmungsvolle Hintergrund

des Nationalfeiertages

von Rumänien

und den Gastgebern I.E.

Silvia Davidoiu und Adrian

Davidoiu.

S.E. Stéphane Gompertz, S.E. Detlev Rünger,

Karikaturist Plantu/Jean Plantureux

Jubiläum: 50 Jahre Élysée-Vertrag

Zum 50. Jubiläum des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages

baten die Botschafter der beiden Länder S.E. Stéphane

Gompertz und S.E. Detlev Rünger zum Empfang in die

französische Botschaft. Der bekannte französische Karikaturist

Plantu hielt eine humorvolle Rede.

102 | Society 1_2013

Adrian Davidoiu,

I.E. Silvia Davidoiu


Diplomatie

EVENTs

Kenia: Nationalfeiertag

Chargé d‘Affaires Consolata Kiragu lud zum Empfang anlässlich

des kenianischen Nationalfeiertags in das Hilton Vienna

Am Stadtpark.

S.E. Aliyar Lebbe Abdul

Azeez, Mahira Azeez

Sri Lanka: Nationalfeiertag

Consolata Kiragu, S.E. Evandro

Didonet (Brasilien), S.E.

Khaled Shamaa (Ägypten)

S

.E. Botschafter Aliyar Lebbe

Abdul Azeez und Gattin

Mahira Azeez luden zum Nationalfeiertagsempfang

in die Botschaft.

Dr. Lasanthi Manaranjanie

verzauberte die Gäste mit

klassischer Musik aus Sri Lanka.

Dr. Lasanthi

Manaranjanie

Dachverband PAN: Antrittsbesuch

Antrittsbesuch des neuen Vorstandes des Dachverbandes

PAN bei BP Dr. Heinz Fischer.

Tenor Agim Hushi bei

seinem Vortrag

Kosovo: 5 Jahre Unabhängigkeit

Fotos: SOCIETY/Schiffl, SOCIETY/Prokofieff, SOCIETY/Klemm

Grund zum Feiern hatten Botschafter S.E. Dr. Sabri Kiqmari

und Gattin im Palais Auersperg. Operntenor Agim Hushi

und die Klaviersolistin Ardita Statovci präsentierten ein abwechslungsreiches

Programm. Am selben Tag fand mittags der

Nationalfeiertagsempfang statt, der ebenfalls ganz im Zeichen

des fünfjährigen Jubiläums stand.

Univ. Prof. Hermann Mückler, Mag. Alice Alsch-Harant, Dr. Oskar

Wawra, BP Heinz Fischer, Senator h.c. Walter J. Gerbautz, Marguerite

Machek-Vos, Mag. Karl Semlitsch, Botschafter Dr. Erwin Kubesch

Pianistin Ardita

Statovci (r.)

S.E. Dr. Sabri Kiqmari

mit Gattin

Society 1_2013 | 103


Diplomatie

EVENTs

NR a. D. Anton Gaal,

Generalsekretär Senator

Walter J. Gerbautz, Dr. Werner

Fürnsinn, Prof. Dr. Theo

Kanitzer, Dkfm. Dr. Richard

Fröhlich, Botschafter a. D. Dr.

Gerald Kriechbaum, Hubertus

Thonhauser

ÖVAEG: Vorstandssitzung

Vorstandssitzung in den Räumlichkeiten des Vizepräsidenten

der Österreich-Vereinigte Arabische Emirate Gesellschaft

und Geschäftsführers von C-Quadrat Alexander Schütz.

Die Receiving Line

Indien: Nationalfeiertag

.E. Ramachandran Swaminathan lud zum Empfang anlässlich

des 63. „Tages der Republik“ in der S Residenz.

Ali Asghar Soltanieh, S.E. Hassan Tajik

Iran: Nationalfeiertag

S

.E. Hassan Tajik, Botschafter der Islamischen Republik Iran,

und Ali Asghar Soltanieh, Ständiger Vertreter des Iran bei

den Internationalen Organisationen in Wien, luden zum Empfang

in die Botschaft.

HK Franz Schmidbauer,

S.E. Samir Koubaa

Tunesien: Neue Honorarkonsuln

Kürzlich wurden neue Honorarkonsulate von Tunesien eröffnet.

In Eisenstadt überreichte Botschafter Samir Koubaa an

Honorarkonsul Franz Schmidbauer die Ernennungsurkunde. In

Salzburg wurde DI Gernot Fleischmann zum neuen Honorarkonsul

ernannt und in Graz Herr Christian Rössler.

HK DI Gernot Fleischmann

Fotos: SOCIETY/Schiffl, SOCIETY/Klemm, SOCIETY/Tobias , SOCIETY/Prokofieff, SOCIETY/Tobias

104 | Society 1_2013


Diplomatie

EVENTs

Kuwait: Nationalfeiertag

Zum 52. Jahrestag der Unabhängigkeit und gleichzeitig 22.

Jahrestag der Befreiung lud der Botschafter von Kuwait,

S.E. Mohammad Sade Al-Sallal und Gattin zu einem Empfang

im Grand Hotel in Wien.

(vorne) Komiteemitglied Botschafter i.R.

Konstantin Prevedourakis und Prof. Heinz

Nußbaumer vom SOS Kinderdorf Hinterbrühl

S.E. Mohammad Al-Sallal

Ambassadors in Concert:

Scheckübergabe

Die Organisatoren von „Ambassadors in Concert“, die im

Zuge einer Benefizgala im Wiener Musikverein im November

2012 fleißig Spenden gesammelt haben, trafen sich zur feierlichen

Übergabe eines Schecks im Wert von 6000 Euro, der

dem SOS Kinderdorf Hinterbrühl zugutekommt.

Bulgarien : Nationalfeiertag

Die Receiving Line

I

.E. Botschafterin Mag. Elena Shekerletova lud zum bulgarischen

Nationalfeiertagsempfang in das Bulgarische Kulturinstitut

„Haus Wittgenstein“.

Malaysia: Konzert

Botschafter S.E. Dato‘ Muhammad Shahrul Ikram bin Yaakob

und Gattin luden zu einer Klavieraufführung der malaysischen

Pianistin Claudia Yang einluden.

Bolivien: Besuch des Präsidenten

P

räsident Evo Morales Ayma stattete Präsident Heinz Fischer

einen Höflichkeitsbesuch ab. Er bedankte sich für die Unterstützung

der Republik Österreich für den Vorbehalt von Bolivien

auf das Recht des Kauens von Coca-Blättern der Wiener

Konvention von 1961.

S.E. Ikram bin Yaakob

mit Gattin und Claudia

Yang

Society 1_2013 | 105


Diplomatie

EVENTs

Tunesien: Nationalfeiertag

57 Jahre Unabhängigkeit nahm sich Botschafter S.E. M. Samir Koubaa zum Anlass,

eine Feier in den Räumlichkeiten der tunesischen Botschaft in Wien Döbling zu

veranstalten.

Mexiko: Verabschiedung

S

.E. Alejandro Díaz, Botschafter von Mexiko, lud gemeinsam

mit Lydia del Rincón zu seinem Abschiedsempfang in das

Museum für Völkerkunde. Botschafter Díaz war seit Oktober

2007 Missionschef der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen

Staaten in Österreich.

Generalsekretär Dr. Johannes Kyrle (BMEIA),

Lydia del Rincón, S.E. Alejandro Díaz

S.E. Samir Koubaa mit Gattin Amel

Koubaa

Tadschikistan:

Navruz Feier

Anlässlich des Navruz Tages lud Botschafter

S.E. Ismatullo Nasredinov

zu einer Feier mit Präsentation des Buches

„The Tajik Golden Heritage“ in die

Räumlichkeiten des Unteren Belvederes.

Argentinien: Verabschiedung

Israel: Unabhängigkeitstag

S

.E. Eugenio

Maria Curia

lud mit Gattin

Graciela zu seiner

Verabschiedung

in das Hotel

Sofitel.

S.E. Eugenio Curia mit

Gattin Graciela und

Christian Koidl (ÖAG)

Botschafter S. E. Aviv Shir-On lud ins wieder eröffnete Liechtenstein

Museum mit Konzert der Jerusalem Academy of

Music and Dance.

S.E. Aviv Shir-On und

Gattin Arnona Shir-On

S.E. Ismatullo Nasredinov

Fotos: SOCIETY/Schiffl, BMEIA, SOCIETY/Klemm, SOCIETY/Fellner, SOCIETY/Fally, C.C.B., KRG Austria, SOCIETY/Gaspari, SOCIETY/Tobias

106 | Society 1_2013


Diplomatie

EVENTs

UN-Botschafter Vladimir

Voronkov, S.E. Eugenio Curia

(Argentinien)

Russland: Tag des Vaterlandsverteidigers

Kranzniederlegung bei den Grabstätten der gefallenen Soldaten

der Roten Armee auf dem Zentralfriedhof und beim

Denkmal am Schwarzenbergplatz. Anschließend fand ein Empfang

in der Botschaft der Russischen Föderation statt.

Stolze Gründergemeinschaft: C.C.B.Vorsitzender Prof. Alfred R. Tombor-

Tintera (4.v.l), sein Stellvertreter Dipl.-Ing. Gerhard Egermann (r.), U.C.C.A.

Präsident Dr. Wolfgang Breitenthaler (3.v.l.)und Generalsekretär Mag. Dr.

Peter Freissler (2.v.l.) im Kreise burgenländischer Honorarkonsuln.

Burgenland: Corps Consulaire

Elisabeth Gürtler, S.E.

Sergeij Netschajew

(Russ. Föd.)

Honorargeneralkonsul Dr.

Wolfgang Breitenthaler (l.)

gratuliert Honorarkonsul

Prof. Alfred R. Tombor-Tintera

zum Vorsitz des Corps

Consulaire Burgenland

Erstmals wurde im Burgenland

eine eigene Vereinigung der amtierenden

Honorarkonsuln gegründet.

Bei einem Treffen in der Landeshauptstadt

Eisenstadt wurde dieses

besondere Ereignis besiegelt. Mit dem

Amt des Vorsitzenden (Doyen C.C.B.)

wurde der Honorarkonsul der Slowakischen

Republik und I. Senatsconsul

der Europäischen Weinritterschaft

Prof. Alfred R. Tombor-Tintera betraut.

Anzac Day

Die Botschaften von Australien

und Neuseeland

luden zum Gedenkgottesdienst

anlässlich des ersten

Militäreinsatzes australischer

und neuseeländischer

Truppen im Ersten Weltkrieg

in die Karlskirche.

I.E. Deborah Geels

(Neuseeland)

Kurdistan: Newroz

S.E. David Gordon Stuart mit

Gattin (Australien)

Der Repräsentant der Regionalregierung

Kurdistan-Irak

in Österreich, Dr. Mustafa Ramazan,

gab anlässlich des kurdischen

Neujahrsfestes Newroz einen

Empfang im Hotel Marriott

in Wien.

Dr. Mustafa Ramazan

Society 1_2013 | 107


Diplomatie

EVENTs

Mongolei: 50 Jahre diplomatische

Beziehungen

Honorarkonsul Josef Mayer lud zum Empfang anlässlich des

diplomatischen Jubiläums.

Mag. Romuald Szoka (links), S.E. Kairat

Abdrakhmanov (Kasachstan),

Dr. Przemyslaw Grudzinski

Polen: Nationalfeiertag

Der Geschäftsträger a.i. Gesandte-Botschaftsrat Mag. Romuald

Szoka und der Leiter der Ständigen Vertretung Polens bei

den Vereinten Nationen Dr. Przemyslaw Grudzinski luden zum

polnischen Nationalfeiertagsempfang in die Botschaft in Wien

Hietzing.

Gäste von HK Josef Mayer

Südafrika: Nationalfeiertag

S

.E. Xolisa Mabhongo und seine Gattin Bongoza Mabhongo

luden in das Renaissance Hotel in Wien Landstraße.

Tunesien: Honorargeneralkonsulat

Der tunesische Präsident der verfassungsgebenden Versammlung

Mustapha Ben Jaafar überreichte an SOCIETY-

Herausgeberin Gertrud Tauchhammer die Ernennung zur Honorargeneralkonsulin

von Tunesien.

Koptische Kirche: Papst Tawadros

II. zu Besuch

Bundespräsident Heinz Fischer empfing das Oberhaupt der

koptischen Kirche, Papst Tawadros II., in der Präsidentschaftskanzlei.

Anlässlich des Wien-Besuches Seiner Heiligkeit

fand auch ein fulminanter Empfang in der Ägyptischen Botschaft

statt.

108 | Society 1_2013

Präsident Mustapha Ben

Jaafar, Gertrud Tauchhammer,

S.E. Botschafter

Samir Koubaa


Diplomatie

EVENTs

Russland: Tag des Sieges

S.E. Arman Kirakossian,

S.E. Sergej

Netschajew

Die Botschafter der Nachfolgestaaten

der UdSSR

Die Vertreter der Nachfolgestaaten

der Sowjetunion

feierten den 68. Jahrestag des

Sieges über den Nationalsozialismus

am 8. Mai. Zuvor wurden

Kränze an den Grabstätten der

gefallenen Soldaten sowie beim

Ehrendenkmal für die Befreiung

Wien am Schwarzenbergplatz

niedergelegt.

Hochrangige Militärs

beim Empfang

Finnland: Armeefeiertag

Den Armeefeiertag der finnischen Verteidigungskräfte

nahmen sich Botschafterin

I.E. Marjatta Rasi, Verteidigungsattaché Fregattenkapitän

Juha Pallaspuro und Militärberater

Fregattenkapitän Petri Ilvesaro zum Anlass, einen

Empfang in der Botschaft zu veranstalten.

Italien: Nationalfeiertag

I.E. Botschafterin

Marjatta Rasi

Fotos: SOCIETY/Schiffl, SOCIETY/Klemm, SOCIETY/Preiss, Peter Lechner/HBF

Island: Abschied des Botschafters

Seinen Abschied aus Österreich feierte Botschafter S.E. Stefan

Skjaldarson mit einem Empfang mit künstlerischer Unterhaltung

vom jazz ensemble úngút.

Botschafter S.E. Arman Kirakossian,

Botschafter Stefan Skjaldarson, Botschafter

Andrij Viktorowitsch Bereznji

Einen Hauch von

„Bella Italia“ brachten

S.E. Eugenio d‘Auria

und seine Gattin in die

stilvollen Räumlichkeiten

des Palais Metternich.

Bei italienischem

Buffet wurde der Nationalfeiertag

Italiens,

sowie Botschafter

d‘Aurias Abschied aus

Österreich im Kreise

der Vertreter der internationalen

Diplomatie

gebührend gefeiert.

Maria Rosaria Vricella d’Auria,

Viviana d’Auria, Ilaria d’Auria,

Botschafter Eugenio d‘Auria

Society 1_2013 | 109


Ägypten

Interview

“I try to send the right

message to the world”

SOCIETY interviewed Hisham Zaazou, the Egyptian Minister

for Tourism, about the effects after the revolution and new targets

in the tourism sector.

Interview: SOCIETY

How was tourism affected

after the Egyptian

revolution?

Immediately after

the Egyptian Revolution

two years ago there

were negative travel advisories by many

countries which affected our business, and

by the time the travel advisories were lifted

it took a few months. So we ended the

year 2011 by losing almost 32 percent of

our business and thirty percent of our income

compared to the big year of 2010. In

that year we received 14.7 million tourists

generating an income of 12.5 billion US-

Dollars. In 2012 we started doing some activity;

we ended the year compared to 2011

with an increase in the number of tourists

by 17.4 percent and an income of approximately

15 percent. So we reached 11.5 million

tourists in 2012 generating an income

of 10 billion US-Dollars approximately.

Is tourism one of the more important

issues for the current government?

Tourism is very important because it

contributes 11.3 percent to our GDP. Of

every Euro or Dollar generated by the

Egyptian economy, 20 cents are generated

by tourism alone. The tourism sector employs

four million people.

Has the group of customers changed

a lot after the revolution?

No, the pattern is less business, but

the same source. In 2010 we had 76 percent

visitors from Europe, both East and

West; in 2012 it was 73 percent, still about

the same. The second largest market is

the Middle East, the Arab countries and

the Gulf. About twenty percent come

from there. The remaining six or seven

percent is the rest of the world. The main

competitors for us were Turkey and other

110 | SocietY 1 _2013


ägypten

Interview

countries like the Gran Canaries, Cyprus, Greece,

Tunisia etc.

What is the main obstacle for the tourism

sector at the moment?

Unfortunately, the media is not too kind to

us and the images coming out of Cairo reflect as

if the whole of Egypt was on fire. But that is not

true. The problem is that the media is concentrating

on one square kilometre in the centre of Cairo,

compressing one million square kilometres of the

whole of Egypt into that one square kilometre. I

would say they are not too kind, that is why I am

trying to use counter-effective methods to soften,

dampen, and absorb the negative image.

What kind of methods are these?

Firstly, we decided to concentrate more on our

beach tourism in the Red Sea area and our cultural

tourism only in the South in Luxor and Aswan. Secondly,

we are trying to convince the world through

new technologies which are going now under refinement

by using webcams in the various touristic

spots to give live streams of real pictures of real

people enjoying their time in Egypt. I believe this

innovative way will help in the coming few months

to generate more business to Egypt.

But still there are many people who are afraid

of coming to Egypt. What can you tell them?

Number one, what happened in Egypt is a normal

thing after a revolution. It happened likewise

in Eastern Europe at the beginning of the 1990s.

This is a symptom of a disease that is normal after

a revolution. People were so many years suppressed;

now they are free, now there is an exaggeration

in many things. Number two: it is an

internal, domestic issue, not a foreign issue. The

foreigners and tourists are welcome to Egypt by

everybody to enjoy their time. For sure, if we get

11 million visitors in 2012, I tell the world there is

something right. If there was a real problem, nobody

would come. Who goes to a war zone area?

We are not like this.

What are your aims for 2013?

By the end of this year we will be more or less

out of the transition period and building the

country again. We are in a deep economic crisis

and we need to get back to work, to stability. Even

if there are political differences, down the road as

Egyptians we will have a general consensus about

that. Concerning tourism I have high hopes that

by the end of this year we can even increase our

numbers. We are targeting a very ambitious figure

of approximately 14 million tourists which is 25

percent more than last year. In terms of receipts

we want to generate at least between 11.5 and 12

billion US-Dollars in order to bring the figures almost

to the numbers of 2010.

What is the big strategy of the tourism in

Egypt for the coming years?

»What happened

in Egypt is a

normal thing

after a revolution.

It happened

likewise

in Eastern

Europe in the

1990s.

«

Mohamed

Hisham

curriculum

vitae

H

.E. Mohamed Hisham

Abbas Zaazou was

born in 1954. He has

over thirty years experience

in the tourism industry. He

holds a bachelor degree in

commerce from Ain Shams

University in 1980 and a certificate

for a Public Private

Partnership Program from

Harvard Kennedy School. He

began his career in the City

Bank Group for five years in

Cairo. Then he went to the

USA and worked for R&H

Tourism specializing in the

Middle East. After the First

Gulf War 1991 he returned to

Egypt and became General

Manager of Sakkara Travel

Group. Later on, he was

elected as Director General

of the Egyptian Tourism

Federation, and from 2007

to 2012 he was Assistant

Minister and then Senior

Assistant Minister of Tourism.

He also held the post of

Vice Chairman of the Business

Council of the UNWTO.

Since August 2012 he has

been Egyptian Minister of

Tourism.

To be honest, we are now like a patient who has

had an operation and is in convalescence. We cannot

make serious decisions and have to be realistic

and pragmatic. Europe continues to be our most

important market. That does not mean I am not

trying to tap on other doors. We are trying to open

other markets like South America, South East

Asia, China and Japan. The two things I work on

are: to increase the business, send the right messages

to the world, to invite people from the media

and from the travel industry to see the situation

for themselves on ground. The second element is

accessibility, e.g. increase deals with airline companies

to fly into Egypt, because a passenger on a

plane is a tourist to me. And to lift visa barriers.

But will Egypt concentrate more on cultural

tourism, green tourism or beach tourism?

The UNWTO says that 60 to 70 percent of the

traffic in the years to come until 2030 will be for

leisure tourism. A landlocked country like Austria

will depend on mountains and lakes for their business.

For a country like Egypt it will be the beaches.

My second grand plan will be for our Mediterranean

coast. It is beautiful and close to Europe

– closer than the Red Sea.

Your Tunisian colleague told me in an interview

that the Mediterranean countries

should have joint activities as a destination.

Do you agree?

I agree, but not for the short or medium haul

destinations. You can apply a joint campaign if

you are dealing with longer haul markets like

America or East Asia. Europe is very close, so Europeans

will come to a single destination, either Tunisia,

or Egypt etc. But visitors from far away will

come the long way to see more than one country.

And it would not be beach tourism, but cultural

tourism or religious tourism.

How important is the Austrian market for

you?

Austria is very important because it is in the

top ten list of the number of tourists coming to

Egypt. It is a small country but a fantastic one.

Do you know Austria?

I love Austria. I have been coming to Austria

since the 1970s and I know it by heart. I have been

travelling all over the country by car. The Heurige

I like most, particularly the ones that are not touristic,

like in Stammersdorf. I like the mountains,

the Rax, Großglockner, Kaprun, and I went to the

Opera Ball, dancing Waltz. I also enjoy Sachertorte.

Austria is different from Germany and Switzerland.

What is your summary for the readers?

If you want to help democracy and freedom, a

country that is aspiring modernity and equitability

between women and men, please support it by

coming to Egypt because when you come you help

the economy. Spend your vacation in Egypt! •

Society 1_2013 | 111


Ägypten

Interview

Which measures

does the government

take to

stimulate the

economy (apart

from tourism)?

Ever since the revolution the main

drive for the economy in Egypt has been

to stimulate the various sectors of the

economy, most importantly the type of

economic activities that directly impact

on the lives of citizens in terms of job

creation, because there is a need to satisfy

the growing demands for employment in

the country. That has been the main objective.

In this regard several new investment

projects have been launched recently,

including a new project by Samsung to

launch a new manufacturing site in the

South of Egypt with a planned job creation

of 3400 new jobs.

Which sectors of the economy are

most important?

There have been several measures to

stimulate the agricultural sector through

various incentives that the government

has applied with the regard to the diversification

of produce and to enhance the

production in special areas such as the

cultivation of wheat for instance.

In the industrial sector several projects

have been initiated to enhance more investment

and to maintain the level of investment

and economic activity.

Apart from that the service sector is

an important sector in our economy, like

banking, telecommunications, and software.

Software is quite a big industry in

Egypt. We have successfully increased our

export and services in that field.

What about the energy sector? Are

there project in the field of renewable

energy?

There has been a growing expansion

in different types of projects that are

launched in renewable energy. Recently,

there has been the launching of a project

for solar energy production in Komombo

in the South of Egypt. An international

bid will be opened for that project. This is

just one example that is being implemented

and planned in the renewable energy

sector to meet the growing demand of energy

in Egypt.

Egypt has a national plan of changing

the energy mix towards more sustainability

and efficiency. There is a national

strategy developed to increase the share of

renewable energy share in electricity generation

to twenty per cent by 2020.

A moment of

national debate

Ambassador of Egypt, H.E. Khaled Shamaa,

about life after the revolution and why he is

optimistic about the transition of his country

into a real democracy.

Interview: SOCIETY

Which kind of renewable energy is

most feasible in Egypt?

Solar and wind. Along the Red Sea

coast we have a large concentration of

wind energy plants near Zafarana. There

are plans to expand that in other areas in

the country. We also need to think creatively.

For example, just as the sun and the

magnificent sea coasts attract the tourists

to the Red Sea, they can be the main

sources to generate the energy needed to

operate the facilities at this area, in an

eco-friendly approach.

Are there any co-operations with Austrian

companies?

There is quite a good amount of cooperation

with Austrian companies but we

are also looking for cooperation with other

companies that are interested in that

area, and of course Austrian companies

have a good level of expertise and there

Foto: Heeresbild- und Filmstelle

112 | Societ 1_2013


Ägypten

Interview

are some very specialized and well-placed companies

that can cooperate with us. We are open to

any approach by these companies to discuss possible

projects in the wind and solar energy sector.

Why should foreign companies invest in

Egypt?

Egypt is quite a huge market in the region. It is

a market of over ninety million inhabitants. The

profit margins and possibilities are there, that

is why many companies have started or are considering

investing in projects in Egypt. Moreover,

Egypt has always been a leader when it comes to

introducing new technologies in the region, not

only in consumer products, but mainly with infrastructure

projects, such as the underground

transportation system which was established and

opened to the public in Egypt starting 1987.

Does the Embassy organize business trips for

interested companies?

We are working on that with the economic

chamber. Maybe in the second half of the year it

will be materializing.

What is the trade balance between Austria

and Egypt?

It is increasing annually and reached in 2012

around 270 million Euros. However, what we

look more to than the trade balance is cooperation

in projects, what we seek more is the implementation

of specific projects. As I said, the

whole philosophy behind our developmental

policy is to have a policy that is translated into

concrete projects that have a direct impact on

the population.

The transition to democracy is a very difficult

task. Do you see that as part of the democratization

process?

Democracy is an important development and

it is a process. The first element of that process

is dialogue and that is being undertaken by all

sectors of society in Egypt now. It is very healthy;

there is open dialogue about all issues in government

regarding any topic. This is a moment of

national debate in Egypt, which can sometimes

be a heated debate, but people are engaging with

each other and hopefully they will be reaching solutions

and formulas that are for the better and

for the interest of the Egyptian people.

»The demands of

the revolution

are equality,

freedom and

social justice.

«

Khaled

Shamaa

curriculum

vitae

.E. Ambassador

Khaled Shamaa was

Hborn on 15 January

1964 and was working as

Assistant Deputy Foreign

Minister for Disarmament

Affairs at the Egyptian

Ministry for Foreign Affairs.

He previously served at

Egyptian Embassies and/

or Permanent Missions in

Brasilia, Pretoria and New

York and is fluent in English,

French and Portuguese. He

holds a Bachelor degree

in Engineering from Cairo

University and a Masters Degree

in International Affairs

from George Washington

University. He is married

and father of two girls and

one boy.

Will Egypt be successful in the democratization

process? What is your prophecy?

Egypt is among the oldest – if not the oldest

– states in the world as a state. Through this extensive

history it has learnt lessons. Eventually,

whatever hiccups and heated debates there might

be, at the end of the day there will be a successful

formula that encompasses everybody in the country,

that really meets the needs and requirements

of the Egyptian people.

Democracy is about citizenship, every single

Egyptian having his needs met and also contributing

through his responsibilities in the betterment

and advancement of his country. This is the

main notion behind it.

Many things have changed in daily life. For

the better?

That is true, many things have changed, and

there will be even more changes because this is

the nature of transition. Everybody is working for

the sake of that transition to make it a transition

to better conditions for everybody. The demands

of the revolution in equality, freedom and social

justice are met through those changes and also

this transitional phase. This is how things are being

worked towards now. It is to meet these three

demands of the Egyptian people.

Are you optimistic about that transition?

Definitely.

What is the security situation now?

Security is part of that transitional phase and

security nowadays is definitely a lot better than in

the direct aftermath of the revolution. Things are

gradually moving in the right direction, including

security. One other element is that security challenges

are global and I have great faith in the capability

of our security forces to meet the challenges

they encounter.

Is there a security threat?

The sense of revolution and the sense of freedom

have to be counterbalanced by civic duties of

citizens. Eventually that relationship between the

citizen and the police officer has to be worked out

in a coherent manner that strengthens the rule of

law in the country in general.

For thirty years Egypt’s foreign policy has

been shaped by two positions: to be a partner

of the United States and to be part of the Arab

Muslim world. What kinds of changes have taken

place since the revolution in 2011? In which

direction will Egypt go?

That is a good question. Definitely our primary

focus will be on addressing the immediate developmental

challenges. Meeting these challenges

will require intensifying our cooperation with the

whole world. Of course, of prominence here are

the areas of direct interest for Egypt based on location,

i. e. of course Africa, and our immediate

neighbourhood which is the Arab world.

But more important will become the Mediterranean

Region, i.e. our endeavour to enhance our

relations with the EU and with the Mediterranean

countries and opening up new avenues of cooperation

with them.

And apart from the direct spheres of Egypt’s relations,

we are strengthening even further our relations

with Asia, which represents the new power

house for the global economy, as well as with our

partners in Lain America. We are also enhancing

further our strategic relations with the United

States and the Russian Federation. •

Society 1_2013 | 113


ägypten

reise

Luxuriös

entspannen

Türkisblaues Meer und prächtige Blüten, so

präsentiert sich das Cleopatra Luxury Resort in

Makady Bay.

Text von SOCIETY

Kontakt

Cleopatra Luxury Hotels &

Resorts

Tel.: +49-(0)7221/9968272

Fax:+49-(0)7221/9968276

info@cleopatra-resorts.de

www.cleopatra-resorts.de

Nur dreißig Kilometer von Hurghada

entfernt und mit direkter Standlage

bietet die Clubanlage sichere Unterhaltungs-

und Entspannungsmöglichkeiten

im Land der Pharaonen.

Relaxen am Pool oder doch lieber Action bei

sportlichen Aktivitäten, jeder findet in Cleopatra

Luxury Resort die Möglichkeit zum Abschalten

vom Alltag. Der endlose Sandstrand lädt zu Spaziergängen

am azurblauen Wasser ein. Die intakte

Unterwasserwelt des Roten Meeres bietet vor

allem Tauchern und Schnorchlern spektakuläre

Einblicke. In 446 modern eingerichteten Zimmern

übernachten Gäste in Reihenbungalows und Villen

im gehobenen Stil.


Pharaonische Schönheit

Im Wellness- und Spacenter kann man sich mit

Massagen, physiotherapeutischen-und kosmetischen

Anwendungen vollends der eigenen Schönheit

widmen, ganz wie die namensgebende Cleopatra

vor tausenden Jahren. Die Auswahl reicht

dabei von indischen Ayurveda-Behandlungen bis

hin zu hawaiianischen Lumi-Lumi Massagen.


Gaumenfreuden

Für den verwöhnten Gaumen bietet das Resort

gleich mehrere Möglichkeiten: Zur Wahl stehen

ein Buffetrestaurant mit Live-Cooking Stationen

und Außenterrasse und ein á-la-carte-Spezialitätenrestaurant

abends. Besonders zum empfehlen

sind die frischen Fisch-und Meeresfrüchtekreationen

des Chefkochs. Einen gemütlichen Drink

kann man an der Pool, - Lobby, -Strand oder

Sportbar zu sich nehmen, wobei man die Wahl

zwischen fruchtigen Cocktails und erfrischenden

Getränken hat.

Glasklares Meereswasser, exzellente Speisen

und wohltuende Schönheitsanwendungen, so

lässt es sich wunderbar urlauben.

Fotos: Hasselkus pr

114 | Society 1_2013


ägypten

interview

Nabila El-Banhawy

Fotos: Ägyptisches Fremdenverkehrsamt

Der Tempel von Luxor

Willkommene

Neuerungen

Im SOCIETY-Interview spricht Nabila El-Banhawy

vom Ägyptischen Fremdenverkehrsamt in Wien

über neue Destinationen in Mittelägypten und die

Verbesserung der Werbeaktivitäten.

Interview: SOCIETY

Wie geht es dem Tourismus

in Ägypten nach den Ereignissen

des „Arabischen

Frühlings“?

Österreich war im Juli

2012 in der Top Ten-Liste der Ägypten-Touristen.

Es gab ein Plus in der Höhe von 14,3 Prozent im

Vergleich zu 2011. Danach wurde ein Plus von

11,2 Prozent bei den Ankünften im August 2012

verzeichnet, und eine Steigerung von 16,8 Prozent

bei den Nächtigungen. Die Besucherzahlen

von Jänner bis September 2012 insgesamt zeigten

einen Anstieg von 9,6 Prozent gegenüber demselben

Zeitraum im Jahr 2011. Doch selbst im

September lag Österreich am achten Platz der

Top Ten-Liste der Nächtigungen. Dieser positive

Trend setzte sich auch im Jänner 2013 fort. Die

Nächtigungszahlen der Österreicher stiegen wieder

um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wie sicher sind die Urlaubsorte im Nildelta

und am Roten Meer?

Die Bade- und Wassersportfreude am Roten

Meer konnte immer ungestört genossen werden.

Die Auslastung am Roten Meer war 74 Prozent. Urlauber

aus der ganzen Welt haben sich schon lange

gewünscht, den Nil als Ganzes befahren zu können.

Jahrzehnte lang war das nicht möglich, und es ist

eine sehr willkommene Neuerung, dass nun wieder

Mittelägypten zu besichtigen ist, und ganze Generationen

neue Landstriche und Altertümer entdecken

können. Die Resonanz ist sehr erfreulich.

Welche Schwerpunkte setzt der Ägypten-

Tourismus 2013/14?

Alle touristischen Sehenswürdigkeiten sind wie

immer geöffnet. Neben weiteren Restaurierungen

und Verbesserungen der Umgebung der berühmten

altertümlichen Bauwerke plant das ägyptische Fremdenverkehrsamt

eine neue Strategie für die weltweite

Vermarktung des Tourismuslandes Ägypten.

Tourismusminister Zaazou will seine Pläne durch

neue Programme durchsetzen, welche vor allem die

Werbe- und PR-Kampagnen betreffen. Diese neuen

Pläne werden unter Kontrolle von Experten aus der

Branche ausgeführt.

Wir veranstalten Werbeaktivitäten, um die örtlichen

Reiseveranstalter zu unterstützen. Wir werden

z. B. an internationalen Tourismusmessen teilnehmen,

uns an Roadshows beteiligen und FAM-Trips

organisieren (Anm.: „familiarization trips“ für Reiseveranstalter).


Kurzbiographie

B

otschaftsrätin Nabila

El-Banhawy wurde

in Kairo geboren und

ist dort aufgewachsen. Sie

studierte an der Al-Alsun

Fakultät der Ain Shams

Universität und schloss mit

einem Bachelor Degree für

Tourismus ab. Sie arbeitete

zuerst im Büro des

Chairman der Egyptian

Tourism Authority, danach

als Assistentin des Direktors

des Ägyptischen Fremdenverkehrsamts

von Deutschland

in Frankfurt/Main.

Später wurde sie Direktorin

für die internationalen

Fremdenverkehrsämter in

Kairo. Schließlich Ernennung

zur Botschaftsrätin und

Direktorin des Ägyptischen

Fremdenverkehrsamts für

Österreich, Slowakei, Ungarn

und Slowenien in Wien.

Info: Ägyptisches Fremdenverkehrsamt

Tel: +43-(0)1-587 66 33

E-Mail: aegypten@chello.at

Ägypten ist auch bei Wellness-

Urlauben eine beliebte Destination

Society 1_2013 | 115


wirtschaft

Recht

Kolumne

Kooperationen in China

Für Kooperationen mit chinesischen Unternehmen

empfiehlt es sich, die rechtlichen Rahmenbedingungen

genau zu prüfen und die Besonderheiten

der chinesischen „Knigge“ zu beachten.

Text von Georg Zanger

Die VR China lädt ausländische

Unternehmer im

Rahmen ihres Investitionskatalogs

vor allem

dazu ein, im Bereich von

„grüner Wirtschaft“, alternative

Energie, Umwelttechnologie

und Biotech zu investieren.

Bevor man sich entschließt, Kooperationen

mit chinesischen Unternehmen

einzugehen, empfiehlt es sich, die rechtlichen

Rahmenbedingungen kennen zu lernen.

Auch die Besonderheiten und Knigge

im Geschäftsverkehr mit chinesischen

Unternehmen soll man schon am Anfang

beachten.

Dass die Mehrzahl ausländischer Investitionen

von 1980 bis 1990 in der VR

China nicht gewinnbringend waren, hat

gerade dort ihre Ursachen gehabt: Verständigungsmängel

im Vorfeld, vor allem

bewirkt durch Sprachbarrieren und

Kulturunterschiede.


Welcher Weg wäre

der beste?

Das klassische „joint venture“ ist schon

lange nicht mehr die einzige Form der

möglichen Beteiligung am chinesischen

Markt. Oft steht am Beginn einer gesellschaftlichen

Zusammenarbeit mit einem

chinesischen Unternehmen die Gründung

einer eigenen ausländischen Gesellschaft

in der VR China (foreign invested

enterprises), an der sich dann chinesische

Unternehmen beteiligen können. Zum

Unterschied zur Fusion erspart man sich

dabei die genaue Prüfung vorbestehender

Schulden, Risiken und anderer Probleme

des Zielunternehmens. Beteiligt man sich

hingegen an einem chinesischen Unternehmen,

muss man die sog. due diligence

(Prüfung aller bestehenden Verträge und

Bilanzen) ernst nehmen.

Xerum Das simporerem Fusionsrecht hil expe est, odis in sima China plaborro

eine dolupit, Vielzahl solecerum von ipsusdae Normen quiducimi, geregelt, die

ist durch

corestibus bedauerlicher eicipitibus et eos Weise noch nicht harmonisiert

wurden. Neben dem Gesellschaftsrecht

gibt es Sondervorschriften für das

M&A Geschäft, ein Recht für Fusion und

Aufspaltung, das Gesetz zur Gründung

von Unternehmen mit Auslandskapital

und eine Vielzahl von Ausführungsregeln.

Das gesamte Rechtswesen hat sich in

den letzten Jahren stark verändert. Kein

Wunder, dass auch die Judikatur noch

unsicher ist und nicht nur diese, sondern

auch die Verwaltung in verschiedenen Distrikten

unterschiedlich sein kann.

Für Unternehmen, die in China registriert

sind, gilt grundsätzlich chinesisches

Recht. Für Vertragsstreitigkeiten aus dem

Gesellschaftsverhältnis ist dieses Recht

unabdingbar. Schiedsklauseln sind zwar

grundsätzlich zulässig, ausländisches

Recht kann aber nur im Verhältnis zu ausländischen

Unternehmen und daraus entstehenden

Streitigkeiten zugrunde gelegt

werden.


Genaue Informationen

einholen

Um die Überprüfung eines chinesischen

Unternehmens (due diligence) vornehmen

zu können, bedarf es einer Ver-

Dr. Georg Zanger,

ist seit 1975 selbstständiger

Rechtsanwalt in

Wien mit Spezialgebiet

Wettbewerbsrecht. Er

ist außerdem Präsident

der Austrian Chinese

Business Association.

www.zanger-bewegt.at

trauensperson vor Ort, die gut vernetzt

ist. Schon die Prüfung des Gründungsdokuments

des Vertragspartners, seine Gewerbeberechtigung,

seine Firmenstempel

(„Company“- und „Contractchop“), und

die Hierarchie im Unternehmen zu erforschen,

bereitet Ausländern Schwierigkeiten.

Zu beachten ist weiters, dass es Grundeigentum

an Gebäuden nur auf Zeit gibt

und am Land Pachtverträge vorherrschen.

Zur Prüfung der Finanzlage des Unternehmens

gehört die Kontrolle aller Bankund

Privatkredite in RMB und Fremdwährung

und sonst aushaftenden finanziellen

Verpflichtungen, wie Bürgschaften etc. Geprüft

werden muss, ob das Unternehmen

seiner Steuerpflicht nachgekommen ist.

Es ist wichtig, alle Details des Zielunternehmens,

vor allem seine interne Organisation,

zu erfahren. Dazu gehören auch

bestehende Verträge mit Vorständen und

leitenden Mitarbeitern. Alle Patent-, Urheber-

und Markenrechte müssen erfragt

werden.

Es ist schließlich von Bedeutung, ob die

geistigen Eigentumsrechte im Unternehmen

geschaffen und registriert oder bloß

Lizenzen daran erworben wurden, und ob

umgekehrt dritten Firmen Verwertungsrechte

an den eigenen Urheberrechten

eingeräumt wurden.

Besonders wichtig ist es schließlich zu

erfahren, welche Rechtsstreitigkeiten, Verwaltungsverfahren

und allenfalls Strafverfahren

anhängig sind, um die Gefahren,

die daraus drohen, abschätzen zu können.

Vergisst man nicht, seinem Verhandlungspartner

„Gesicht zu geben“, ihm respektvoll

gegenüber zu treten und keine

Handlungen zu setzen, die dieser so verstehen

könnte, dass er sein „Gesicht verloren“

hat, steht einem erfolgreichen Wirtschaften

nichts im Wege!

116 | SocietY 1_2013


kultur

film

727 Tage ohne den Liebsten

Liebe kann Grenzen überwinden – und manchmal muss sie es auch.

Anja Salomonowitz lässt in „727 Tage ohne Karamo“ Menschen zu

Wort kommen, deren Partnerschaft die Gesetzeslage im Weg steht.

So unterschiedlich die teilnehmenden

Paare und ihre Geschichten

auch sind, so haben sie immer

gewisse Gemeinsamkeiten: Nach

dem Entschluss, den Bund fürs

Leben einzugehen, folgen zermürbende

administrative Prozeduren. Gesetzliche

Vorgaben greifen grundlegend in den Verlauf

binationaler Lebensgemeinschaften

ein. Individuelle Schicksale formen sich

zu einer Art kollektiv erzählten Liebesgeschichte.

Damit zeigt der Film kein Einzelschicksal,

kein intimes Portrait eines

Individuums, sondern präsentiert einen

globaleren, allgemeinmenschlicheren

Charakter. Ohne Mitleidskino machen zu

wollen, bleiben die meist nüchtern erzählten

Schicksale berührend.

Info

Premiere

Votivkino

Do., 05.09.2013, 19:00 Uhr

Währinger Straße 12, 1090 Wien

www.votivkino.at


wirtschaft

international

Sensationeller Blick auf die nächtliche

Metropole in Kolumbien.

Innovatives

Business

Der unaufhaltsame Wandel einer Stadt, die in

den 1980er Jahren unter der Drogenmafia des

Medellín-Kartells litt, und 2012 zur innovativsten

Stadt der Welt gewählt wurde.

Metrocable: Modernes Transportmittel

für Medellín

Plaza Botero

INFO

Medellín

wurde bereits 1616 von den Spaniern

gegründet. Die Stadt liegt

auf rund 1500 Metern Seehöhe

im Nordwesten Kolumbiens.

www.medellin.gov.co.

Text: SOCIETY

Medellín ist aufgrund eines

vor zwei Jahrzehnten

begonnenen Transformationsprozesses

auf einem

steten Weg des Wandels.

Die zweitgrößte Stadt Kolumbiens

wurde kürzlich vom Urban Land

Institute (ULI) zur innovativsten Stadt 2012

erkoren, vor Städten wie New York oder Tel

Aviv. Die Wahl wurde anhand von acht Kriterien

wie Umwelt, Kultur, Technologie, Mobilität

etc. entschieden.


Neue Infrastrukturen

Der 2,4 Millionen-Einwohner-Stadt wurde vor

allem durch die Stärkung der Bildung, der Kultur

und der städtischen Neubelebung diese Auszeichnung

zuteil. Medellín errichtete unter anderem

öffentliche Bibliotheken, Parks und Schulen in

den sozial benachteiligten Gebieten und startete

eine Reihe von Transport-Initiativen, die diese

Gebiete mit den Industrie- und Handelszentren

verbindet. Diese Neuerungen stimulieren nicht

nur weitere Investitionen, sondern fördern auch

eine Angleichung der sozialen Unterschiede und

sind zudem nachhaltig im Bereich Umwelt. „Medellín

verfügt unter anderem über einen strategischen

Warenbestand. Es ist eine Stadt, die hart

arbeitet, um der Welt von ihrem eindrucksvollen

Tourismus-Angebot und ihren Fähigkeiten in der

Industrieproduktion zu überzeugen und um den

ausländischen Kapitalanlegern die großen Möglichkeiten

aufzuzeigen, die sich hier für sie ergeben

können“, so Maria Claudia Lacouture, Präsidentin

von Proexport Colombia.


Wirtschaft

Die Metropole hat achtzig Hochschuleinrichtungen,

die zwischen 2001 und 2011 mehr als 51.300

Studenten im Management, 19.100 in Rechtswissenschaften,

13.800 in öffentlicher Buchhaltung

und 12.000 in Systemtechnik, Ingenieurskunst

und verwandten Feldern ausbildeten. Außerdem

setzt Medellín auf Zweisprachigkeit und investiert

ungefähr dreißig Millionen US-Dollar, um 1.500

Englischlehrer und 1.000 Studenten vor 2015 bilingual

auszubilden. In der Industriehauptstadt Kolumbiens

sind Neuerung, Unternehmerschaft und

langjährige Exporttradition wichtige Schlüsselthemen.

47,9 Prozent der Exporte entfallen dabei auf

Produkte wie Bananen, Fahrzeuge und die Bekleidungsindustrie,

in der Kolumbien aufgrund neuer

technologischer Entwicklungen – z. B. Mikrofasern

und biologische Fasern – führend ist. •

Fotos: Proexport Colombia

118 | Society 1_2013


LGP setzt grünes

Zeichen

Die international ausgerichtete Kanzlei LANSKY,

GANZGER + partner (LGP) zeigt ökologisches Bewusstsein

und hat Ende letzten Jahres ein „Green

Building“ bezogen.

wirtschaft

recht

Text: Alexander Egger

Fotos: Lansky, Ganzger + Partner

Als Green Building bezeichnet man

ein Gebäude, das bestimmte Bedingungen

zum Thema Nachhaltigkeit

erfüllt. Dazu gehören vor allem die

effiziente Nutzung von Ressourcen

wie Energie und Wasser und die Reduzierung

negativer Effekte auf die Umwelt, insbesondere

durch Abfall und Umweltverschmutzung. Ein

Green Building wirkt sich somit auch positiv auf

die Gesundheit der Gebäudenutzer aus, was wiederum

den Arbeitgebern zugutekommt.


Ästhetik und Funktionalität

Das Gebäude in der Biberstraße in Wien, das

LGP im Dezember 2012 bezogen hat, ist ein typischer

Gründerzeitbau mit über 3.000 m 2 Nutzfläche,

der nach den Bedürfnissen der Kanzlei

umgebaut und saniert wurde. Trotz der Auflagen

des Denkmalschutzes für die Außenfassade ist es

gelungen, die Anforderungen an einen modernen

Kanzleibetrieb mit den Bedingungen für Nachhaltigkeit

zu vereinen, und das mit einem HWB von

nur 15.0 kWh/m 3 !

An der Straßenseite konnten die typischen

Holzkastenfenster – natürlich saniert und abgedichtet

– und damit der Charme des Altbaus bei-

behalten werden. Im Inneren hingegen herrscht

die Moderne. Eine großzügig und flexibel gestaltete

Conference Area mit Elektronik auf dem

neuesten Stand setzt sich in einem Eventbereich

fort, zu dem auch eine Dachterrasse gehört. Dies

ermöglicht es der Kanzlei, nicht nur Besprechungen

jeder Größenordnung, sondern auch Veranstaltungen

aller Art hausintern durchzuführen

– auf dem hohen Niveau, das den Ansprüchen der

internationalen Klientel entspricht.

In den Bereichen Baustoffe + Konstruktion sowie

Gesundheit + Komfort konnte jeweils die höchste

der von der Österreichischen Gesellschaft für

Nachhaltiges Bauen zu vergebenden Punktezahl

erreicht werden. Bei der Sanierung wurden umweltzertifizierte

Bauprodukte eingesetzt, wodurch

klimaschädliche Substanzen vermieden werden

konnten. Die Lüftungsanlage arbeitet mit Wärmerückgewinnung

und Kühlung über eine Kühldecke.


EU-Schwerpunkt

2005 hat die EU ein sogenanntes Green Building

Programm entwickelt, welches durch „Information,

Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung der

Marktteilnehmer vorhandene wirtschaftliche Effizienzpotenziale

bei Dienstleistungsgebäuden“ darstellen

und ausschöpfen will. An diesem Programm

kann man entweder als Partner – diese Möglichkeit

steht Gebäudeeigentümern offen – oder als Unterstützer

– das betrifft in erster Linie die verschiedenen

Bereiche der Haustechnik – teilnehmen. In Österreich

wird das Programm durch die Österreichische

Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen gemanagt. Das

neue Bürogebäude von LGP ist sowohl von der EU als

Green Building anerkannt als auch von klima:aktiv

ausgezeichnet worden.

Der Umzug in das neue Green Building machte

aus einer Not – die alten Räumlichkeiten der Kanzlei

waren deren rasanten Expansion nicht gewachsen

– eine Tugend. LANSKY, GANZGER + partner widmet

sich neben EU-Themen verstärkt dem Thema

Corporate Social Responsibility und hat mit diesen

Rahmenbedingungen ein erstes Zeichen gesetzt. •

kontakt

LANSKY, GANZGER

+ partner

Biberstraße 5

1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-533 3330

E-mail: office@lansky.at

www.lansky.at

Society 1_2013 | 119


diversität

kommentar

Kolumne

Die Sowohl-alsauch-Generation

Der österreichische Fußballstar David Alaba

spricht nie von Integration. Das ist die zweite Generation,

die wir verdienen.

Text von Simon Inou*

David Alaba ist noch kein

globaler Star wie Michael

Jackson oder Barack

Obama. Aber auf drei

Kontinenten ist er ein

Phänomen geworden. In

Österreich gehört er zu einer Generation,

die sich nicht nur mit Österreich identifiziert,

sondern mit allen Nationen, aus

denen seine Familien stammen.

In Europa wird er, nach seinem Sieg in

der Champions League, viel gefeiert. Lob

aus österreichischen Print und Online

Medien kommt von überall. „David Alaba

greift nach den Sternen“ schreiben die

Salzburger Nachrichten, „David Alaba erklimmt

den europäischen Fußballthron“

ist im Kurier zu lesen, „David Alaba ist

auf Europas Fußballthron angekommen“

titelte Die Presse (1), „Alaba schreibt ÖFB

Fußballgeschichte“ war auf orf.at zu lesen.


Star auf den Philippinen

und in Nigeria

In Asien ist er auf philippinischen

Newsportalen zu sehen und genießt

schon einen Star-Status. So titelt GMA

News Online (2), eine bekannte philippinische

News Seite, „At 20, David Alaba may

already be best footballer ever with Filipino

blood“. Eine große philippinische Mediengruppe,

inquirier.net, titelt auf der

Homepage ihrer Sportkolumne „Filipino-

Nigerian a Bayern Vital Cog“ (3).

Im afrikanischen Nigeria wird auch

über den Sieg des jungen Mannes gejubelt

und Journalisten fragen sich, warum er

nicht für Nigeria spielt. David Alaba antwortet

in der „Saturday Tribune“ (4), dass

er für Nigeria spielen wollte, aber der nigerianische

Fußballbund kein Interesse

hatte. Anfang Mai dieses Jahres äußerte

sich Stephen Keshi, Fußball-Nationaltrainer

simporerem von Nigeria hil expe und est, odis Afrikameister sima pla-

in ei-

Xerum

borro nem dolupit, Interview solecerum ipsusdae mit „The quiducimi, Nation“, einer

corestibus der größten eicipitibus et Tageszeitungen eos

des Landes,

„I wish I had Alaba“ (5) (Ich wünschte, ich

hätte Alaba).

Nach dem Sieg jubelte Alaba mit einem

T-Shirt, auf dem JESUS stand. Aus diesem

Grund wird er auf vielen christlichen

Internetseiten bejubelt. Die einen sehen

ihn als Jungen mit soliden Werten, die

nicht verschwiegen werden. Und das in

einer Zeit, in der Religion bei vielen jungen

Menschen nicht willkommen ist. In

der repräsentativen Jugendstudie „Jugend

Trend Monitor 2012“ (6) haben Kirche und

Religion nur für 4,6 Prozent der Befragten

noch einen hohen Stellenwert. Ein Engagement

im religiösen Bereich schließt die

Mehrheit (71,7 Prozent) aus.


Drei Länder - Eine Flagge

Ein wichtiges Alaba Zeichen, worüber

wenige hier im Lande berichtet haben, ist

die kreative Fahne, die Alaba beim Feiern

um sich hatte. Eine Fahne mit je einem

Drittel der Fahnen von den jeweiligen Ländern

seiner Herkunft. An beiden Enden

die Fahnen von den Philippinen und Nigeria.

In der Mitte die Fahne Österreichs.

Die aktuelle Integrationspolitik im Lande

zwingt uns, in einer „entweder - oder“ De-

Simon Inou hat Soziologie

und Kommunikationswissenschaft

in Douala (Kamerun)

und Wien studiert und

ist Geschäftsführer von

M-MEDIA, Diversity

Mediawatch Austria.

www.m-media.or.at

finition unsere Zugehörigkeit auszuwählen.

Aber die Realität ist, dass die zweite

und X. Generation der hier Geborenen

sich nicht als „entweder - oder“ betrachten,

sondern als „sowohl - als auch“ Generation,

wie Barack Obama in einer seiner

Reden im Jahre 2008 formulierte.


Eingliederung ohne

„wenn und aber“

Heutzutage von den Eingebürgerten

zu verlangen, sie sollen nur zu Österreich

„loyal“ sein und sich nur mit Österreich

identifizieren, ist ein totalitäres Verständnis

von Integration. Was wir heute für

die in Österreich geborene zukünftige

Generation naturgemäß verlangen, ist

eine automatische Verleihung der österreichischen

Staatsbürgerschaft, genauso

wie die Ermöglichung einer Doppelstaatsbürgerschaft

für diejenigen, die sie benötigen.

Das wäre ein Zeichen von realer

Akzeptanz, Inklusion und Eingliederung

in unsere Gesellschaft, ohne „wenn und

aber“.

Anmerkungen:

(1) Salzburger Nachrichten, Kurier, Die

Presse, Kronen Zeitung

(2) http://www.gmanetwork.com/news/

story/310306/sports/opinion/at-20-davidalaba-may-already-be-best-footballer-everwith-filipino-blood

(3) http://sports.inquirer.net/101763/

filipino-nigerian-a-bayern-vital-cog

(4) http://www.tribune.com.ng/sat/index.php/sports/7508-why-i-dumped-nigeria-david-alaba.html%EF%BB%BF

(5) http://thenationonlineng.net/new/

sports/keshi-i-wish-i-had-alaba/

(6) http://www.marketagent.com/

webfiles/pdf/events/%7B3DE87A7A-FCA1-

4A2D-9E9B-7683CAF37750%7D.PDF

120 | SocietY 1_2013


diversität

leadership

Treffen der Diversity

ExpertInnen

Fotos: Diversity Leadership & Consulting, Manuela Offenzeller, Thomas Traub

Zum vierten Mal trafen sich von 25. bis 26. April

rund 40 Diversity-ExpertInnen aus aller Welt, um

aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Vielfalt

und Integration zu diskutieren.

Text von Beatrice Achaleke

Die PreisträgerInnen

Die Vernetzung exzellenter Führungskräfte

und Fachexperten ist Ziel von

Organisatorin Beatrice Achaleke:

„Mit dem European Diversity & Inclusion

Congress, kurz EDIC, möchte ich

auch in diesem Jahr führende Projekte im Bereich

Integration und gelebte Vielfalt in Unternehmen

vorstellen sowie Menschen aus aller Welt zusammenbringen,

um sich über diese Themen auszutauschen.“

Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses

steht dabei das Thema Diversity-Recruiting.

Diversitymanagement am

Arbeitsplatz


Tag 1: Share, discuss & learn

Als Auftakt des Kongresses bot das Welt Café allen

Teilnehmern die Möglichkeit, gemeinsam das

Thema zu erarbeiten, Erfahrungen zu teilen und

voneinander zu lernen, wenn es um die Zusammenarbeit

mit Menschen aus unterschiedlichen

Kulturen, Religionen oder Menschen mit Behinderungen

geht. Highlight war die Eröffnungs-Keynote

von den Leitern des Diversity-Centers des Instituts

für Führung und Personalmanagement an

der Universität St. Gallen, Dr. Nils Jent und Regula

Dietsche, die allen Anwesenden eindrucksvoll

schilderten, wie ein verantwortungsbewusster

Umgang mit Unterschieden aussehen kann.