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Society 363 / 2013

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WIRTSCHAFT n POLITIK n DIPLOMATIE n WISSENSCHAFT n KULTUR n LEUTE<br />

Seit 1945 | 68. Erscheinungsjahr | Nr. <strong>363</strong> | Nr. 1 | <strong>2013</strong> | www.society.at | Preis e 10,-<br />

JUBILÄUMS<br />

AUSGABE<br />

P.B.B. GZ 03Z034905M, Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120<br />

COVERSTORY<br />

MOZARTHAUS VIENNA<br />

Goethe und Mozart - Treffen<br />

zweier Genies<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

DEUTSCHLAND<br />

Themenschwerpunkt:<br />

Wirtschaftsmotor Europas


Schönheit<br />

entdecken,<br />

kraft<br />

erleben<br />

systemleistung: 223 Ps, Kraftstoffverbrauch: 4,3–4,7 l/100 km , Co 2<br />

-emissionen: 99–109 g/km. symbolfoto.<br />

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Jubiläumsausgabe<br />

Deutschlandschwerpunkt<br />

society<br />

editorial<br />

Nach der nunmehr fünften Ausgabe<br />

von SOCIETY mit dem Themenschwerpunkt<br />

Deutschland habe ich<br />

aus diesem Anlass einen Rückblick<br />

gemacht: Das seit 1945 bestehende<br />

Magazin mit seiner Vorgeschichte,<br />

die Sie gerne auf www.society.at nachlesen können,<br />

wurde von mir im Zuge der Privatisierung – das<br />

Magazin wurde davor vom österreichischen Außenministerium<br />

finanziert – im Jahr 1992 auf moderne,<br />

zeitgemäße Beine gestellt und übernommen. Bei unseren<br />

Themenschwerpunkten, die wir stets mit einer<br />

sehr ausführlichen Recherche begleiten, durften wir<br />

mit vielen Botschaften zusammenarbeiten.<br />

•<br />

Rückblick - Highlights<br />

Einige wenige Höhepunkte meiner beruflichen Laufbahn habe<br />

ich im Blattinneren durch eine Bildreportage dokumentiert: Besuche<br />

bei Staatoberhäuptern und Regierungsmitgliedern oder<br />

Gekrönten wie z. B. von Aserbaidschan, Mazedonien, Montenegro,<br />

Serbien, Kasachstan, Kamerun, Tunesien, Königin Rania von<br />

Jordanien, S.K.H. Prinz Charles, Kofi Annan, um nur einige hervorzuheben.<br />

Sie bildeten wertvolle Kontakte für mich und das<br />

SOCIETY Magazin. Im Kulturbereich konnte ich mit Konstantin<br />

Wecker und Albano Carrisi eine CD Produktion initiieren und in<br />

der Villa Flora präsentieren ebenso wie Bobby Kimball, ZZ Top,<br />

Rico Gulda, um nur einige zu nennen, haben meine Gartenfeste<br />

musikalisch bereichert.<br />

In der UNO konnte ich im Rahmen meiner UN-Civic-Ambassador-Zeit<br />

drei Jahre lang für Sonderaufgaben des Generaldirektors<br />

mit eigenem Büro im 14. Stock aktiv für den Brückenschlag zu<br />

Österreich wirken und im Zuge dessen Franz Klammer und Albano<br />

Carrisi zu UNO Sonderbotschaftern vorschlagen und sie zum<br />

Jahrestreffen der Ehrenbotschafter nach New York begleiten.<br />

•<br />

Deutschland: Wirtschaftsmotor Europas<br />

Wir informieren Sie hier in mehr als 25 Seiten über unseren<br />

großen Nachbarn Deutschland. Unsere Beziehungen sind „mehr<br />

als gut“, um Deutschlands Botschafter Detlev Rünger zu zitieren.<br />

Diese positive Aktualität haben wir auch durch ein kulturgeschichtliches<br />

Thema untermauert:<br />

•<br />

Goethe und Mozart: Treffen zweier Genies<br />

Das Titelblattmotiv von Goethes Tischbein-Gemälde und die<br />

derzeitige Ausstellung im Mozarthaus zu diesem Thema ließen<br />

uns einige weniger bekannte Zusammenhänge zwischen Goethe<br />

und Mozart entdecken. Goethe hat Mozart in Frankfurt anlässlich<br />

eines Konzerts in dessen Alter von sieben Jahren entdeckt und<br />

von da an war er sein engagierter Förderer. Mehr dazu im Inhalt.<br />

•<br />

Weitere Themenschwerpunkte<br />

Aserbaidschan, der Staatsbesuch von Präsident<br />

Ilham Aliyev zur Eröffnung des Aserbaidschanischen<br />

Kulturinstituts geleitet von Direktorin Dr.<br />

Leyla Gasimova.<br />

Ägypten: Bei einem Besuch des Tourismusministers<br />

und Aufenthalt in Ägypten konnte ich mir<br />

ein persönliches Bild über die aktuelle Situation<br />

machen.<br />

Kosovo: Die Staatsunabhängigkeit des jüngsten<br />

Nachbarlandes konnte ich durch einen Besuch<br />

beim Umwelt- und Kulturminister sowie dem österreichischen<br />

Botschafter vor Ort recherchieren.<br />

Kasachstan: Im Februar war ich Wahlbeobachterin in Astana,<br />

wo ich den ehemaligen Botschafter in Wien Yerzhan Kazykhanov<br />

in seiner Funktion als Außenminister besuchte. Hier ein Bericht<br />

über die EXPO 2017 in Astana.<br />

Kroatien: Wir feiern gemeinsam mit dem kroatischen Botschafter<br />

Gordan Bakota den EU-Beitritt, auf den dieses Land<br />

schon lange hingearbeitet hat.<br />

•<br />

Eigenveranstaltungen<br />

Highlight war diesmal im Völkerkundemuseum unsere Weltpremiere<br />

einer Martial Arts Veranstaltung, bei der wir aus China,<br />

Japan und der DVR Korea zum Kulturverständnis Ostasiens durch<br />

eine beachtliche Show führen konnten. Die Galaveranstaltung<br />

im Alten Rathaus, der traditionelle Welcome-Empfang im Hotel<br />

Imperial, der Junior Diplomats Empfang im Hotel Hilton, der Botschafterlunch<br />

im Hotel Hilton Plaza, das Ambassadors‘ Executives<br />

Meeting im 25hours Hotel und die private Einladung von Meister<br />

Arik Brauer in seine Villa waren gut besuchte Veranstaltungen,<br />

die in unserer Netzwerktätigkeit jeweilige Höhepunkte setzten.<br />

Diversität und Green <strong>Society</strong> bleiben nach wie vor von uns beachtete<br />

Themen. Mit „Life & Style“ wollen wir Sie auch weiterhin<br />

verwöhnen und freuen uns schon auf viele weitere Projekte, die<br />

wir mit Ihnen realisieren werden.<br />

Vielen Dank allen bisherigen und zukünftigen Wegbegleitern!<br />

Herzlich Ihre<br />

Gerti Tauchhammer<br />

Cover: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Goethe in der römischen Campagna, 1787, Öl auf Leinwand, 164 x 206 cm,<br />

Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: © U. Edelmann - Städel Museum - Artothek<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 5


Inhalt<br />

Sommer<br />

Herbst 24<br />

124 AfB „Arbeit für Behinderte“<br />

Green SOCIETY<br />

126 Green E-States<br />

127 Freylit Umwelttechnik<br />

128 Geplante Obsoleszenz<br />

130 E-Roller Neuheiten<br />

132 Strom aus Österreich<br />

134 Zukunftsvisionen<br />

135 Events der Wirtschaft<br />

SOCIETY Eigenevents<br />

20 Tunesien: Gala-Nacht im Alten<br />

Rathaus<br />

24 Martial Arts Show<br />

28 6. Junior Diplomats‘<br />

Reception<br />

30 Botschafter Lunch im Hilton<br />

Plaza<br />

32 Arik Brauer Museum/<br />

Botschafterdinner<br />

33 Ambassadors‘ Executives<br />

Meeting 25hours Hotel<br />

34 Neue Botschafter im Hotel<br />

Imperial<br />

Fokus: Deutschland<br />

38 Länderporträt Deutschland<br />

44 Interview mit S.E. Detlev<br />

Rünger<br />

48 Interview: Botschafter Ralph<br />

Scheide<br />

50 Interview: Wirtschaftsdelegierter<br />

Johann Kausl<br />

52 Wirtschaftsüberblick Deutschland<br />

54 Porträt: Deutsche Handelskammer<br />

56 Deutsche Honorarkonsuln<br />

58 Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft<br />

60 Residenz des Botschafters<br />

62 Highlights Veranstaltungen der<br />

Botschaft<br />

64 Interview: Wolfgang Hesoun von<br />

Siemens<br />

Diplomatie<br />

Kosovo<br />

66 Länderporträt Kosovo<br />

68 Kulturminister Memli Krasniqi<br />

70 Umweltminister Dardan Gashi<br />

72 Österreichs Botschafter Johann<br />

Brieger<br />

74 Kommentar: S.E. Sabri Kiqmari<br />

76 Wirtschaftsporträt Kosovo<br />

77 Wirtschaftsdelegierter Christian<br />

Miller<br />

78 Kommentar von Hermine<br />

Schreiberhuber<br />

Aserbaidschan<br />

80 Staatsbesuch: Präsident Ilham<br />

Aliyev<br />

62<br />

80<br />

84 Interview: Leyla Gasimova<br />

86 Ausstellung „Fly to Baku“<br />

92 EU-Beitritt: Interview mit<br />

S.E. Gordan Bakota<br />

94 Kasachstan: EXPO 2017<br />

96 Analyse: Bahrain<br />

98 ÖGAVN<br />

99 Welcome To Austria<br />

100 Kolumne von Monika Türk<br />

101 Cavaliere di San Marco<br />

102 Events der Diplomatie<br />

Ägypten<br />

110 Tourismusminister Hisham Zaazou<br />

112 Interview: S.E. Khaled Shamaa<br />

114 Cleopatra Luxury Resort<br />

115 Ägypten Tourismus: Nabila El-<br />

Banhawy<br />

Wirtschaft & Diversität<br />

116 Kommentar von Anwalt Georg<br />

Zanger<br />

118 Innovativste Stadt der Welt:<br />

Medellín<br />

119 „Green Building“ Lansky, Ganzger<br />

+ Partner<br />

120 Kommentar: Simon Inou<br />

121 European Diversity & Inclusion<br />

Congress<br />

122 Diversity Ball<br />

Life & Style<br />

136 Rudolfinerhaus: Interview mit<br />

Prof. Ernst Wolner<br />

138 Martinhal Beach Resort &<br />

Hotel<br />

139 Kursalon Wien<br />

140 Beauty Zentrum Palais Augustinerstraße/Wrap<br />

and Roll<br />

141 „mediclass“ Fachärztezentrum<br />

142 Therme Laa/Hotel Moorhof<br />

143 Parkhotel Igls<br />

144 Jordanien – „Der Ruf der Stille“<br />

146 Maia Luxury Resort & Spa<br />

148 Deluxe Boutiquehotel Sans<br />

Souci<br />

149 Urlaub mit Kindern: Moar-<br />

Gut<br />

150 Art Deco Style im Hotel Bristol<br />

152 Hotel Therme Meran<br />

154 AWAV/ Jarosinski & Vaugoin<br />

155 Dress for Sucess<br />

156 Modestrecke: Kleidermanufaktur<br />

Habsburg<br />

160 Lifestyle-Events<br />

Kunst & Kultur<br />

162 Coverstory:<br />

Mozarthaus Vienna<br />

164 Goethe und Mozart: „Treffen<br />

zweier Genies“<br />

166 Wunderkindreise<br />

168 Il Sole – Restaurant der<br />

Musikstars<br />

170 Porträt: Massimo Galfano<br />

172 Elisabeth Pratscher im<br />

Interview<br />

174 Events der Kultur<br />

184 SOCIETY Jubiläumsausgabe: Ein<br />

Rückblick<br />

Standards<br />

5 Editorial<br />

8 Gastautoren<br />

10 Ambassadors‘ Caleidoscope<br />

16 Neue Botschafter<br />

176 Neuheiten & Stylingtipps<br />

178 Horoskop<br />

180 Ex Libris<br />

182 Impressum<br />

183 Veranstaltungstipps<br />

186 Karikatur<br />

Fotos: SOCIETY, Peter Lechner-Julia Wechselbaum/HBF<br />

6 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


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dass jede Fondsanlage auch mit Risiken verbunden ist. Es gibt keine Garantien auf Erhalt des Kapitals und auf Erträge. Diese Marketingmitteilung wurde von<br />

der UniCredit Bank Austria AG, Schottengasse 6–8, 1010 Wien, erstellt.


Gastautoren<br />

society<br />

Partner von SOCIETY<br />

Wir präsentieren in jeder Ausgabe von SOCIETY zahlreiche Gastautoren,<br />

die sich mit den unterschiedlichsten Themen aus Politik,<br />

Lifestyle, Wirtschaft und Wissenschaft befassen.<br />

SIMON INOU HERMINE SCHREIBERHUBER INGRID CHLADEK BARON HENRI ESTRAMANT GERHARD VON LENTNER MONIKA TÜRK<br />

BARON HENRI ESTRAMANT ist<br />

Rechts- sowie Protokollberater bei der<br />

toskanischen Linie des Hauses Österreich<br />

(Habsburg-Lothringen). Zudem arbeitet<br />

als selbstständiger Berater für Image und<br />

Country Branding, sowie im Handelsaustausch<br />

zwischen Ländern und Business<br />

Matching.<br />

HERMINE SCHREIBERHUBER war<br />

stellvertretende Ressortleiterin der Außenpolitik<br />

bei der APA. Sie ist außerdem<br />

Übersetzerin und freie Journalistin und<br />

wirkt an politischen Reisebüchern mit.<br />

Für die SOCIETY-Länderschwerpunkte verfasst<br />

sie regelmäßig politische Analysen<br />

und Hintergrundberichte. In dieser Ausgabe<br />

analysiert sie die politische Situation<br />

im Kosovo nach den erfolgreichen Gesprächen<br />

zwischen Belgrad und Prishtina.<br />

INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin<br />

der Dresscode Company und Head von<br />

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-Outfit,<br />

Image, Stil und Styling. Ihr<br />

Wissen präsentiert sie u. a. anhand von<br />

Prominenten-Styling-Checks. Dieses Mal<br />

wirft sie einen Blick in die Geheimnisse<br />

der Frauenhandtasche und erklärt, was<br />

Inhalt und Stil der Handtasche über deren<br />

Besitzerin verrät.<br />

Zeit in Washington und die österreichische<br />

Community anhand des „Austrian-<br />

American Council“ und die Einführung<br />

des „Austria-American Day“.<br />

GEORG ZANGER ist als selbstständiger<br />

Rechtsanwalt seit 1975 u. a. auf Wettbewerbs-,<br />

Urheber- und Medienrecht spezialisiert.<br />

Er ist Autor verschiedenster Fachbücher<br />

und Fachartikel. Er ist außerdem<br />

Präsident der Austrian Chinese Business<br />

Association. In seinem Artikel macht er<br />

auf wichtige Rahmenbedingungen beim<br />

Eingehen von Kooperationen mit chinesischen<br />

Firmen und die richtige chinesische<br />

„Knigge“ aufmerksam.<br />

MONIKA KALISTA ist Leiterin der Abteilung<br />

Kultur Gesellschaft und Generationen<br />

beim Land Salzburg. Zuvor war sie<br />

viele Jahre in der Präsidialabteilung des<br />

Landes Salzburg tätig, leitete das Wissenschaftsreferat<br />

und die Abteilung für Kultur<br />

und Sport. Fünf Jahre war sie Leiterin<br />

der Kulturpolitischen Sektion im Außenministerium<br />

in Wien. Sie präsentiert in<br />

dieser Ausgabe die Wunderkindreise im<br />

Rahmen der Mozartwege anlässlich des<br />

250-jährigen Jubiläums der großen Westeuropareise<br />

von Wolfgang Amadeus Mozart.<br />

SIMON INOU ist Soziologe und Journalist,<br />

z. B. bei Radio Africa International.<br />

Er engagiert sich außerdem beim Verein<br />

M-Media, der journalistische Talente mit<br />

Migrationshintergrund sucht und fördert.<br />

Für seine Arbeit hat er zahlreiche<br />

Auszeichnungen bekommen, u. a. vom<br />

Land Steiermark und der EU. Im SOCIETY-<br />

Kommentar befasst er sich mit dem Fußballer-Phänomen<br />

David Alaba vom Verein<br />

Bayern München und der Frage nach dem<br />

richtigen Verständnis von Integration<br />

„ohne wenn und aber“.<br />

MEINHARD RÜDENAUER ist als Vizepräsident<br />

von ECS/European Cultural<br />

Services um internationalen Kulturaustausch<br />

bemüht. Kultur- und Reisejournalismus<br />

zählen ebenfalls zu seinem<br />

Wirkungsbereich. Als Komponist in der<br />

Nachfolge der Zweiten Wiener Schule ist<br />

er in den vergangenen Jahren mit der<br />

UNO-Symphonie „Mit den Seelen über Hiroshima“,<br />

dem Kirchenballett „Salome im<br />

Elend“ oder der Kinderoper „Zauberbär<br />

und Wünschelstimme“ erfolgreich hervorgetreten.<br />

In SOCIETY porträtiert er das<br />

Restaurant der Musikstars – „Il Sole“ von<br />

Aki Nuredini in der Wiener Annagasse,<br />

das dieses Jahr sein dreißigjähriges Jubiläum<br />

feiert.<br />

MONIKA TÜRK lebte jahrelang<br />

mit ihrem Ehemann, Botschafter<br />

i.R. Helmut Türk, in<br />

Ländern wie den USA, Deutschland<br />

und dem Vatikan. Für<br />

SOCIETY blickt sie zurück auf<br />

wichtige Stationen und Begegnungen<br />

aus dem gemeinsamen<br />

diplomatischen Leben. In dieser<br />

Ausgabe berichtet sie über ihre<br />

GEORG ZANGER MONIKA KALISTA MEINHARD RÜDENAUER<br />

GERHARD VON LENTNER<br />

blickt für SOCIETY in die Sterne.<br />

Der mediale Berater, Kartenleger,<br />

Heiler und Buchautor<br />

beschäftigt sich intensiv mit<br />

Lebensberatung und verrät<br />

den SOCIETY-Lesern in jeder<br />

Ausgabe, was die Sterne in Beruf,<br />

Liebe, Finanzen und Gesundheit<br />

für uns bereithalten.<br />

8 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


IT’s you<br />

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Technikfeatures und faszinierendem Design. Spezielle Details<br />

wie die markante Front- und Heckschürze sowie die erhöhte<br />

Bodenfreiheit sorgen für einen athle ti schen Auftritt. Und die<br />

erhöhte Sitzposition verschafft Ihnen einen besseren Überblick<br />

über jedes Terrain. Doch auch in punkto Sicherheit setzt er<br />

mit einer absoluten Weltneuheit neue Maßstäbe: dem ersten<br />

serienmäßigen Fußgänger-Airbag. Der neue Volvo V40 Cross<br />

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Ambassadors<br />

a to z<br />

Ambassadors' Caleidoscope<br />

Embassies resident in Vienna<br />

119 bilateral ambassadors are currently<br />

representing their countries in Austria.<br />

SOCIETY presents them with their names,<br />

pictures and day of accreditation alphabetically<br />

arranged according to countries.<br />

Afghanistan<br />

H.E. Ayoob M. Erfani<br />

since 05.04.<strong>2013</strong><br />

Argentina<br />

H.E. Rafael Mariano<br />

Grossi<br />

designated<br />

Belgium<br />

H.E. Frank Recker<br />

since 30.06.2010<br />

afg.emb.vie@chello.at<br />

www.embassyofafghanistan.com<br />

embargviena@embargviena.at<br />

vienna@diplobel.fed.be<br />

www.diplomatie.be/vienna<br />

Albania<br />

H.E. Dr. Vili<br />

Minarolli<br />

since 30.06.2010<br />

Armenia<br />

H.E. Arman<br />

Kirakossian<br />

since 09.11.2011<br />

Belize<br />

H.E. Alexander Piletsky<br />

since 01.10.1999<br />

albemb.vie@chello.at<br />

armenia@armembassy.at<br />

belizeembassy@utanet.at<br />

Algeria<br />

H.E. Mohamed<br />

Benhocine<br />

since 02.07.2012<br />

Australia<br />

H.E. David Gordon<br />

Stuart<br />

since 12.09.2012<br />

Bolivia<br />

Chargé d’Affaires a.i.<br />

Ricardo Javier<br />

Martinez Covarrubias<br />

since 11.02.2009<br />

office@algerische-botschaft.at<br />

www.algerische-botschaft.at<br />

austemb@aon.at<br />

www.austria.embassy.gov.au<br />

embolaustria@of-viena.at<br />

Andorra<br />

Chargé d’Affaires a.i.<br />

Gemma Cano Berne<br />

since 11.01.2012<br />

Azerbaijan<br />

H.E. Galib Israfilov<br />

since 28.09.2011<br />

Bosnia and Herzegovina<br />

H.E. Tanja Milasinovic<br />

Martinovic<br />

since 19.04.2012<br />

*)<br />

office@ambaixada-andorra.at<br />

vienna@mission.mfa.gov.az<br />

www.azembassy.at<br />

bhbotschaft@bhbotschaft.at<br />

www.bhbotschaft.at<br />

Angola<br />

H.E. Maria De Jesus<br />

Dos Reis Ferreira<br />

since 09.11.2011<br />

embangola-viena@embangola.at<br />

www.embangola.at<br />

Belarus<br />

H.E. Valery<br />

Voronetsky<br />

since 09.11.2011<br />

mail@byembassy.at<br />

www.austria.belembassy.org<br />

Brazil<br />

H.E. Evandro Didonet<br />

since 17.10.2012<br />

mail@brasilemb.at<br />

Foto: © YuI - Fotolia.com, HBF<br />

10 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Ambassadors<br />

a to z<br />

Bulgaria<br />

H.E. Elena Radkova<br />

Shekerletova<br />

since 28.03.2012<br />

Côte d’Ivoire<br />

H.E. Largaton<br />

Gilbert Ouattara<br />

since 09.11.2011<br />

Ecuador<br />

H.E. Juan Diego Stacey<br />

Moreno<br />

since 17.09.2008<br />

amboffice@embassybulgaria.at<br />

office@ambaciaut.org<br />

mecaustria@chello.at<br />

Burkina Faso<br />

H.E. Paul Robert<br />

Tiendrebeogo<br />

since 28.03.2012<br />

s.r@abfvienne.at<br />

www.abfvienne.at<br />

Croatia<br />

H.E. Gordan Bakota<br />

since 09.03.2011<br />

croemb.bec@mvpei.hr<br />

http://at.mfa.hr<br />

Egypt<br />

H.E. Khaled Abdelrahman<br />

Abdellatif<br />

Shamaa<br />

since 09.11.2011<br />

egyptembassyvienna@egyptembassyvienna.at<br />

www.egyptembassyvienna.at<br />

Canada<br />

H.E. John Barrett<br />

since 14.09.2009<br />

Cuba<br />

H.E. Juan Carlos<br />

Marsan Aguilera<br />

since 17.05.2011<br />

El Salvador<br />

H.E. Mario Antonio<br />

Rivera Mora<br />

since 09.03.2011<br />

vienn@international.gc.ca<br />

www.kanada.at<br />

secembajador@ecuaustria.at<br />

www.cubadiplomatica.cu/austria<br />

elsalvador@embasal.at<br />

www.rree.gob.sv<br />

Chile<br />

H.E. Alfredo Alejandro<br />

Labbe Villa<br />

since 30.06.2010<br />

Cyprus<br />

H.E. Costas<br />

Papademas<br />

since 19.04.2012<br />

Estonia<br />

H.E. Eve-Külli Kala<br />

since 11.01.2010<br />

echile.austria@minrel.gov.cl<br />

office@cyprusembassy.at<br />

embassy@estwien.at<br />

www.estemb.at<br />

China<br />

H.E. Zhao Bin<br />

since 12.09.2012<br />

Czech Republic<br />

Chargé d’Affaires Dr.<br />

Ivana Cervenkova<br />

since 03.02.2010<br />

Finland<br />

H.E. Satu Marjatta Rasi<br />

since 14.10.2009<br />

chinaemb_at@mfa.gov.cn<br />

www.chinaembassy.at<br />

vienna@embassy.mzv.cz<br />

www.mzv.cz/vienna<br />

sanomat.wie@formin.fi<br />

www.finnland.at<br />

Colombia<br />

H.E. Freddy Jose<br />

Padilla de Leon<br />

since 18.10.2010<br />

Denmark<br />

H.E. Torben Brylle<br />

since 27.09.2010<br />

France<br />

H.E. Stéphane<br />

Gompertz<br />

since 19.04.2012<br />

eaustria@cancilleria.gov.co<br />

vieamb@um.dk<br />

www.oestrig.um.dk<br />

secretariat.vienne-amba@diplomatie.gouv.fr<br />

www.ambafrance-at.org<br />

Costa Rica<br />

H.E. Ana Teresa Dengo<br />

Benavides<br />

since 26.09.2006<br />

Dominican Republic<br />

H.E. Ramon Andres<br />

Quinones Rodriguez<br />

since 04.06.2007<br />

Georgia<br />

H.E. Konstantine<br />

Zaldastanishvili<br />

designated<br />

embajadaaustria_costa.rica@chello.at<br />

mprdoiv@yahoo.com<br />

vienna@geomission.at<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 11


Ambassadors<br />

a to z<br />

Germany<br />

H.E. Detlev Rünger<br />

since 12.09.2012<br />

Indonesia<br />

H.E. Rachmat Budiman<br />

since 17.10.2012<br />

Jordan<br />

Counsellor Qais Abu<br />

Daeih<br />

since 17.09.2012<br />

info@wien.diplo.de<br />

www.wien.diplo.de<br />

unitkom@kbriwina.at<br />

www.kbriwina.at<br />

*)<br />

info@jordanembassy.at<br />

www.jordanembassy.at<br />

Greece<br />

H.E. Themistoklis<br />

Dimidis<br />

since 12.01.2012<br />

Iran<br />

H.E. Hassan Tajik<br />

since 02.07.2012<br />

Kazakhstan<br />

H.E. Kairat<br />

Abdrakhmanov<br />

since 17.05.2011<br />

gremb@griechischebotschaft.at<br />

www.griechische-botschaft.at<br />

public@iranembassy-wien.at<br />

www.iran.embassy.at<br />

embassy@kazakhstan.at<br />

www.kazakhstan.at<br />

Guatemala<br />

H.E. Antonio Roberto<br />

Castellanos Lopez<br />

since 12.09.2012<br />

Iraq<br />

H.E. Dr. Surood R. Najib<br />

Najib<br />

since 09.12.2010<br />

Kenya<br />

H.E. Michael Adipo<br />

Okoth Oyugi<br />

since 05.04.<strong>2013</strong><br />

embajada@embaguate.co.at<br />

www.embaguate.co.at<br />

office@iraqembassy.at<br />

*)<br />

kenyarep-vienna@aon.at<br />

www.kenyaembassyvienna.at/de/<br />

Holy See<br />

H.E. Archbishop Dr.<br />

Peter Stephan<br />

Zurbriggen<br />

since 17.04.2009<br />

Ireland<br />

H.E. James Brennan<br />

since 09.12.2010<br />

Kosovo<br />

H.E. Dr.<br />

Sabri Kiqmari<br />

since 14.10.2009<br />

nuntius@nuntiatur.at<br />

www.nuntiatur.at<br />

vienna@dfa.ie<br />

www.dfa.ie<br />

embassy.austria@ks-gov.net<br />

www.ambasada-ks.net/at/<br />

Hungary<br />

H.E. Vince Szalay-<br />

Bobrovniczky<br />

since 09.12.2010<br />

Israel<br />

H.E. Aviv Aharon Shir-<br />

On<br />

since 14.10.2009<br />

Kuwait<br />

H.E. Mohammad Saad<br />

Oudah Al-Sallal<br />

since 14.10.2009<br />

mission.vie@mfa.gov.hu<br />

info-sec@vienna.mfa.gov.il<br />

www.vienna.mfa.gov.il<br />

kuwait.embassy.vienna@speed.at<br />

Iceland<br />

H.E. Stefán Skjaldarson<br />

since 14.10.2009<br />

Italy<br />

Minister Counsellor<br />

Sergio Pagano<br />

since 04.09.2009<br />

Kyrgyzstan<br />

H.E. Lidia<br />

Imanalieva<br />

since 14.09.2009<br />

emb.vienna@mfa.is<br />

www.iceland.is/at<br />

*)<br />

ambasciata.vienna@esteri.it<br />

www.ambvienna.esteri.it<br />

kyremb@inode.at<br />

www.kyremb.at<br />

India<br />

H.E. Ramachandran<br />

Swaminathan<br />

since 12.09.2012<br />

Japan<br />

H.E. Shigeo Iwatani<br />

since 18.10.2010<br />

Laos<br />

H.E. Khamkheuang<br />

Bounteum<br />

since 18.10.2010<br />

indemb@eoivien.vienna.at<br />

www.indianembassy.at<br />

info@wi.mofa.go.jp<br />

www.at.emb-japan.go.jp<br />

laoembassyvienna@hotmail.com<br />

12 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Ambassadors<br />

a to z<br />

Latvia<br />

H.E. Indulis Berzins<br />

since 14.09.2009<br />

Malaysia<br />

H.E. Muhammad Shahrul<br />

Ikram bin Yaakob<br />

since 30.06.2010<br />

Namibia<br />

H.E. Raphael<br />

Nakare Dinyando<br />

since 09.12.2010<br />

embassy.austria@mfa.gov.lv<br />

embassy@embassymalaysia.at<br />

nam.emb.vienna@speed.at<br />

www.embnamibia.at<br />

Lebanon<br />

H.E. Ishaya El Khoury<br />

since 10.09.2008<br />

Malta<br />

H.E. Colin Scicluna<br />

since 28.03.2012<br />

Netherlands<br />

H.E. Peter Paul van<br />

Wulfften Palthe<br />

since 12.09.2012<br />

embassy.lebanon@inode.at<br />

maltaembassy.vienna@gov.mt<br />

wen@minbuza.nl<br />

www.mfa.nl/wen<br />

Libya<br />

Chargé d’Affaires<br />

Abdulla Hebrara<br />

since 14.08.2012<br />

Marocco<br />

H.E. Dr. Ali El Mhamdi<br />

since 12.01.2012<br />

New Zealand<br />

H.E.<br />

Deborah Geels<br />

since 05.04.<strong>2013</strong><br />

office@libyanembassyvienna.at<br />

emb-pmissionvienna@morocco.at<br />

nzemb@aon.at<br />

www.nzembassy.com/austria<br />

Liechtenstein<br />

H.H. Maria-Pia<br />

Kothbauer Prinzessin<br />

v.u.z. Liechtenstein,<br />

since 11.12.1997<br />

Mexico<br />

Chargé d'Affaires Carmen<br />

Cecilia Villanueva<br />

Bracho<br />

since 12.12.2011<br />

Nicaragua<br />

H.E. Alvaro José<br />

Robelo Gonzáles<br />

since 11.01.<strong>2013</strong><br />

info@vie.llv.li<br />

*)<br />

embamex@embamex.or.at<br />

embanicviena@chello.at<br />

Lithuania<br />

Chargé d’Affaires<br />

Edvilas Raudonikis<br />

since 07.08.2012<br />

Moldova<br />

H.E. Valeriu Chiveri<br />

since 27.09.2010<br />

Nigeria<br />

H.E. Maria Oyeyinka<br />

Laose<br />

since 28.09.2011<br />

amb.at@urm.lt<br />

vienna@moldmission.at<br />

www.austria.mfa.md<br />

info@nigeriaembassyvienna.com<br />

www.nigeriaembassyvienna.com<br />

Luxembourg<br />

H.E. Hubert Wurth<br />

since 09.11.2011<br />

Mongolia<br />

H.E. Gunaajav<br />

Batjargal<br />

since 05.04.<strong>2013</strong><br />

North Korea<br />

H.E. Kwang Sop Kim<br />

since 18.03.1993<br />

vienne.amb@mae.etat.lu<br />

www.vienne.mae.lu/ge<br />

office@embassymon.at<br />

www.embassymon.at<br />

d.v.r.korea.botschaft@chello.at<br />

Macedonia<br />

H.E. Prof. Dr.<br />

Gjorgji Filipov<br />

since 18.10.2010<br />

Montenegro<br />

H.E. Slavica Milacic<br />

since 05.04.<strong>2013</strong><br />

Norway<br />

H.E. Jan Petersen<br />

since 14.10.2009<br />

botschaft@makedonien.co.at<br />

diplomat-mn@me-austria.eu<br />

emb.vienna@mfa.no<br />

www.norwegen.or.at<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 13


Ambassadors<br />

a to z<br />

Oman<br />

H.E. Dr. Badr Mohamed<br />

Zaher Al Hinai<br />

since 11.12.2007<br />

Philippines<br />

H.E. Lourdes O.<br />

Yparraguirre<br />

since 30.06.2010<br />

Saudi Arabia<br />

H.E. Mohammed Al<br />

Salloum<br />

since 02.07.2012<br />

embassy.oman@chello.at<br />

office@philippine-embassy.at<br />

www.philippine-embassy.at<br />

saudiembassy@saudiembassy.at<br />

Order of Malta<br />

H.E. Christof Maria<br />

Fritzen<br />

since 11.01.<strong>2013</strong><br />

Poland<br />

S.E. Artur Lorkowski<br />

designated<br />

Serbia<br />

Chargé d’Affaires<br />

Goran Bradic<br />

since 29.12.2012<br />

botschaft@malteser.at<br />

www.orderofmalta.int<br />

wieden.amb.sekretariat@msz.gov.pl<br />

www.wien.polemb.net<br />

embassy.vienna@mfa.rs<br />

www.vienna.mfa.rs<br />

Pakistan<br />

Chargé d'Affaires Sardar<br />

Adnan Rashid<br />

since 12.07.2011<br />

Portugal<br />

H.E. Pedro Luís<br />

Baptista Moitinho<br />

de Almeida<br />

since 05.04.<strong>2013</strong><br />

Slovakia<br />

H.E. Juraj Machac<br />

since 28.03.2012<br />

*)<br />

parepvienna@gmail.com<br />

www.mofa.gov.pk/austria<br />

viena@mne.pt<br />

emb.vieden@mzv.sk<br />

www.vienna.mfa.sk<br />

Palestinian Territories<br />

H.E. Dr. Zuheir Elwazer<br />

since 28.04.2005<br />

Qatar<br />

H.E. Mohammed Ali<br />

M.H. Al-Malki<br />

since 19.04.2012<br />

Slovenia<br />

H.E. Aleksander<br />

Gerzina<br />

since 22.06.2009<br />

palestine.mission@chello.at<br />

botschaft@katarbotschaft.at<br />

vdu@gov.si<br />

Panama<br />

H.E. Ricardo Vallarino<br />

Perez<br />

since 28.03.2012<br />

Romania<br />

H.E. Silvia Davidoiu<br />

since 12.01.2009<br />

South Africa<br />

H.E. Xolisa Mfundiso<br />

Mabhongo<br />

since 29.04.2010<br />

mail@empanvienna.co.at<br />

ambromviena@ambrom.at<br />

vienna.bilateral@dirco.gov.za<br />

www.dirco.gov.za/vienna/<br />

Paraguay<br />

H.E. Dr. Horacio<br />

Nogues Zubizarreta<br />

since 15.02.2008<br />

Russian Federation<br />

H.E. Sergey Nechaev<br />

since 29.04.2010<br />

South Korea<br />

H.E. Hyun Cho<br />

since 17.05.2011<br />

embaparviena@chello.at<br />

info@rusemb.at<br />

www.rusemb.at<br />

mail@koreaemb.at<br />

http://aut.mofat.go.kr<br />

Peru<br />

H.E. Antonio Javier<br />

Alejandro Garcia<br />

Revilla<br />

since 14.07.2009<br />

San Marino<br />

H.E. Dr. Elena<br />

Molaroni Berguido<br />

since 17.09.2008<br />

Spain<br />

H.E. Alberto Carnero<br />

Fernández<br />

designated<br />

embajada@embaperuaustria.at<br />

rsmvienna@gmail.com<br />

*)<br />

emb.viena@maec.es<br />

14 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Ambassadors<br />

a to z<br />

Sri Lanka<br />

H.E. Aliyar Lebbe<br />

Abdul Azeez<br />

since 28.09.2011<br />

Tunisia<br />

H.E. Mohamed Samir<br />

Koubaa<br />

since 28.09.2011<br />

Uruguay<br />

H.E. Carlos Alejandro<br />

Barros Oreiro<br />

since 17.04.2009<br />

embassy@srilankaembassy.at<br />

www.srilankaembassy.at<br />

at.vienne@aon.at<br />

uruvien@embuy.at<br />

Sudan<br />

H.E. Mahmoud Hassan<br />

Elamin<br />

since 17.04.2009<br />

Turkey<br />

H.E. Ayse Sezgin<br />

since 09.11.2011<br />

Uzbekistan<br />

Chargé d’Affaires a.i.<br />

Ravshanbek<br />

Duschanov<br />

since 16.09.2009<br />

sudanivienna@prioritytelecom.biz<br />

www.sudanivienna.at<br />

botschaft.wien@mfa.gov.tr<br />

www.vienna.emb.mfa.gov.tr<br />

embassy@usbekistan.at<br />

www.usbekistan.at<br />

Sweden<br />

H.E. Nils Gustav Daag<br />

since 28.09.2011<br />

Turkmenistan<br />

H.E. Silapberdi<br />

Nurberdiev<br />

since 28.09.2011<br />

Venezuela<br />

H.E. Alí De Jesús<br />

Uzcategui Duque<br />

since 06.05.2008<br />

ambassaden.wien@foreign.ministry.se<br />

www.swedenabroad.com<br />

info@botschaft-turkmenistan.at<br />

www.botschaft-turkmenistan.at<br />

embajada@austria.gob.ve<br />

www.austria.gob.ve<br />

Switzerland<br />

H.E. Urs Breiter<br />

since 27.09.2010<br />

Ukraine<br />

H.E. Andrii Bereznyi<br />

since 30.06.2010<br />

Vietnam<br />

H.E. Thiep Nguyen<br />

since 17.05.2011<br />

vie.vertretung@eda.admin.ch<br />

www.schweizerbotschaft.at<br />

info@ukremb.at<br />

www.ukremb.at<br />

office@vietnamembassy.at<br />

www.vietnamembassy-austria.org/vi/<br />

Syria<br />

H.E. Bassam Sabbagh<br />

since 29.04.2010<br />

United Arab Emirates<br />

H.E. Mohamad Hamad<br />

Omran Alshamsi<br />

since 08.01.2009<br />

Yemen<br />

H.E. Abdulhakim<br />

Abdulrahman Al-<br />

Eryani<br />

since 27.09.2010<br />

vienna_embassy@syrianembassy.<br />

jet2web.at<br />

emirates@aon.at<br />

yemenembassy.vienna@aon.at<br />

Tajikistan<br />

Chargé d’Affaires<br />

Ismatullo Nasredinov<br />

since 09.01.<strong>2013</strong><br />

United Kingdom<br />

H.E. Susan Le Jeune<br />

d’Allegeershecque<br />

since 12.09.2012<br />

Zimbabwe<br />

H.E. Tsitsi Grace<br />

Mutandiro<br />

since 17.01.2005<br />

info@tajikembassy.at<br />

www.tajikembassy.org<br />

press@britishembassy.at<br />

www.ukinaustria.fco.gov.uk<br />

z.vien@chello.at<br />

Thailand<br />

H.R.H. Princess<br />

Bajrakitiyabha<br />

Mahidol<br />

since 17.10.2012<br />

United States<br />

H.E. William Carlton<br />

Eacho III<br />

since 14.09.2009<br />

embassy@thaivienna.at<br />

www.thaiembassy.at<br />

embassy@usembassy.at<br />

www.usembassy.at<br />

*) Nota bene: Some pictures were not<br />

available at the time of going to press.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 15


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Diplomatenkarussell | Jänner bis Mai <strong>2013</strong><br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

Afghanistan<br />

H.E. Ayoob M.<br />

Erfani<br />

Born on April 14, 1962.<br />

Married. Four children.<br />

Kenia<br />

H.E. Michael<br />

Adipo Okoth<br />

Oyugi<br />

Born on April 30,<br />

1960. Married.<br />

Malteser<br />

Ritterorden<br />

S.E. Christof<br />

Maria Fritzen<br />

Geboren am 1. Jänner<br />

1944. Verheiratet.<br />

Drei Kinder.<br />

Education<br />

• 1981: Kabul University<br />

• 1982-1988: International Relations –<br />

Political Science, M.A. from Moscow<br />

State Institute for International<br />

Relation)<br />

Professional Career<br />

• 1988-1991: Member, Department of<br />

Middle East and Africa, Ministry of<br />

Foreign Affairs<br />

• 1991-1994: Second Secretary, Permanent<br />

Mission of Afghanistan to the<br />

UN, New York<br />

• 1995-1996: First Secretary, PM of<br />

Afghanistan to the UN, New York<br />

• 1996-2001: First Secretary, Chief<br />

Coordinator, Office of the Ministry<br />

of Foreign Affairs of Afghanistan,<br />

New York<br />

• 2002-2003: Counsellor, Permanent<br />

Mission of Afghanistan to the UN,<br />

New York<br />

• 2003-2005: Minister-Counsellor,<br />

Permanent Mission of Afghanistan<br />

to the UN, New York<br />

• 2006-2007: Director-General, Department<br />

of United Nations and International<br />

Conferences, MFA<br />

• 2007-2011: Deputy Permanent Representative,<br />

Permanent Mission of<br />

Afghanistan to the UN, New York<br />

• 2011-<strong>2013</strong>: Director-General, Department<br />

of UN and Int. Conferences<br />

and Multilateral Issues, MFA<br />

Education<br />

• 1979-1983: BA in International Relations<br />

and French Language<br />

• 1985-1986: Graduate Diploma in<br />

Latin American Studies<br />

• 1984-1986: Post-Graduate Diploma in<br />

Diplomacy and Int. Relations<br />

• 1996-1997: Post-Graduate Certificate<br />

in Multilateral Diplomacy<br />

Professional Experience<br />

• 1987-1992: Third, then Second Secretary,<br />

Kenya Embassy in Paris, France<br />

• 1993-1994: Secretariat of the Southern<br />

Sudan Peace Negotiations<br />

• 1992-1997: Postings at Ministry<br />

Headquarters<br />

• 1998-2003: Kenya Mission to the<br />

United Nations in Geneva, Switzerland<br />

• 2001-2003: Consul-General of Kenya<br />

to Switzerland, First Counsellor and<br />

Deputy Head of Mission, Kenya Mission<br />

to the UN in Geneva<br />

• 2003-2005: Head of International<br />

Organizations and Conferences<br />

Division, Head of Africa and African<br />

Union Division, MFA<br />

• 2005-2010: Principal Counsellor,<br />

Deputy Head of Mission, Kenya<br />

Embassy, Addis Ababa<br />

• 2010-2012: Ambassador, Director of<br />

Africa and the African Union Directorate,<br />

MFA<br />

Ausbildung<br />

• 1965-1972: Studium der Rechte, Universitäten<br />

Freiburg und Würzburg,<br />

Deutschland<br />

• 1971: Promotion, Universität Würzburg<br />

• 1973: Anwaltszulassung<br />

• 1973-1974: Master of Laws, LL.M.,<br />

Columbia University, New York<br />

Beruflicher Werdegang<br />

• 1974-1980: Rechtsanwalt, Kanzlei<br />

Cleary, Gottlieb, Steen & Hamilton,<br />

New York u. Brüssel<br />

• 1980-1983: Bankhaus Trinkaus &<br />

Burkhardt, Düsseldorf<br />

• 1983-1991: Vereins- und Westbank,<br />

Hamburg<br />

• 1992-2008: Deutsche Bank, Frankfurt,<br />

Managing Director<br />

• 2002-heute: Adjunct Faculty, University<br />

of Virginia School of Law,<br />

Charlottesville<br />

• 2007-heute: Mitglied des Kuratoriums<br />

des Malteser-Gymnasiums St.<br />

Bernhard, Willich, Deutschland<br />

• 2008-2011: Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats<br />

u. Vorsitzender des Prüfungsausschusses<br />

des Aufsichtsrates<br />

der REpower Systems SE, Hamburg<br />

• 2008-2012: Botschafter des Souveränen<br />

Malteser Ritter-Ordens in<br />

Bosnien und Herzegowina<br />

• 2009-heute: Bucerius Law School,<br />

Hamburg<br />

Fotos: HBF/Lechner, Karlovits<br />

16 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Mongolei<br />

Montenegro<br />

Neuseeland<br />

H.E. Gunaajav<br />

Batjargal<br />

H.E. Slavica<br />

Milacic<br />

H.E. Deborah<br />

Geels<br />

Born in 1966. Married.<br />

Two daughters.<br />

Born on January 27,<br />

1961, in Podgorica<br />

Education<br />

• 1985-1990: Graduate studies, Moscow<br />

State Institute of International<br />

Relations, Russia<br />

• 1995-1996: Postgraduate studies,<br />

University of East Anglia, UK<br />

• 2004: Trade policy course at the<br />

World Trade Organization, Geneva,<br />

Switzerland<br />

Professional Experience<br />

• 1990: Mongolian Chamber of Commerce<br />

& Industry<br />

• 1991: Entered Foreign Service<br />

• 1991-1995: Ministry of Foreign Affairs<br />

• 1997-2000: Mongolian Embassy in<br />

the United Kingdom<br />

• 2001-2003: Economic Affairs Officer,<br />

Deputy Director, Department of<br />

Multilateral Cooperation, MFA<br />

• 2004-2006: Counsellor, Mongolian<br />

Embassy in Vienna, Austria<br />

• 2007-2008: Counsellor, Deputy<br />

Director, Department of Multilateral<br />

Cooperation, MFA<br />

• 2009-<strong>2013</strong>: Director, Department of<br />

Policy Planning and Research, MFA<br />

Education<br />

• Faculty of Economics in Podgorica<br />

• 1992: International Economic Relations,<br />

University of California<br />

Professional Experience<br />

• 1987-1990: Adviser with the Ministry<br />

of Foreign Affairs<br />

• 1990-1994: Senior Adviser<br />

• 1994-1997: Deputy Foreign Minister<br />

• 1997-2000: Deputy Minister for Foreign<br />

Affairs and National Coordinator<br />

for Stability Pact<br />

• 2000-2003: Head of Montenegrin<br />

Mission to the EU, Brussels<br />

• 2003-2004: Minister for International<br />

Economic Relations and European<br />

Integration<br />

• 2004-2006: Chief Adviser to the<br />

Prime Minister of Montenegro<br />

2006-2010: Ambassador, Head of<br />

Permanent Mission of Montenegro<br />

to the EU<br />

• 2007-2010: Ambassador, Permanent<br />

Representative of Montenegro to the<br />

Organisation for the Prohibition of<br />

Chemical Weapons (OPCW)<br />

• 2010-2011: Chief Political Adviser to<br />

the Prime Minister of Montenegro<br />

• 2011-2012: State secretary for EI,<br />

Ministry of Foreign Affairs and European<br />

Integration<br />

• 2012-<strong>2013</strong>: Ambassador, Ministry<br />

of Foreign Affairs and European<br />

Integration<br />

Education<br />

• Graduate in economics and political<br />

science from the University of<br />

Canterbury<br />

Professional Career<br />

• 1986: Joined Foreign Service. Held<br />

several positions within the MFA<br />

focusing on multilateral work, the<br />

Pacific island, Asia and development<br />

assistance.<br />

• 1997-2002: Counsellor, Permanent<br />

Mission to the UN, Geneva<br />

• 2006-2008: Deputy Head of Mission<br />

to Beijing.<br />

• 2009-2012: Director of Consular Division,<br />

MFA<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 17


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Diplomatenkarussell | Jänner bis Mai <strong>2013</strong><br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

Nicaragua<br />

H.E. Alvaro José<br />

Robelo González<br />

Born on January 6,<br />

1947. Married.<br />

Education<br />

• 1967-1970: Doctorate in Law<br />

• 1970-1971: Master in Economic and<br />

Business Administration<br />

• 1972-1974: Master in Mass Media<br />

Communication<br />

• 1974-1975: Master in Canon Law<br />

Professional Career<br />

• 1977-1979: Corporaciòn de Inversiones<br />

Diversas, Managua<br />

• 1980-1985: General Manager, Società<br />

Italiana Cauzioni, Rome<br />

• 1986-1989: Consultant in different<br />

international firms, Rome<br />

• 1990-1994: Instituto Italo-Latino<br />

Americano IILA, Rome, Permanent<br />

Representative of Nicaragua<br />

• 1990-1994: International Fund of Agricola<br />

Development (IFAD), Governor<br />

for Nicaragua<br />

• 1990-1994: World Food Programme,<br />

Rome, Permanent Representative of<br />

Nicaragua<br />

• 1990-1994: Food and Agriculture<br />

Organization (FAO), Permanent<br />

Representative of Nicaragua<br />

• 1990-1994: Ambassador of Nicaragua<br />

in Italia, Greece, Yugoslavia and<br />

Romania<br />

• 1994-1996: West Chase Inc., President,<br />

Panama<br />

• 1993-1996: President, Banco Europeo<br />

de Centro America, Managua<br />

Portugal<br />

H .E. Pedro Luís<br />

Baptista Moitinho<br />

de Almeida<br />

Born in Lisbon on 9<br />

January, 1951. Married.<br />

Two daughters.<br />

Education<br />

• Degree in Economics from the University<br />

of Lisbon<br />

Professional Experience<br />

• 1974: Joined Diplomatic Service.<br />

• 1975: Attaché<br />

• 1978: Third Secretary<br />

• 1979: Second Secretary; Portuguese<br />

Embassy in Athens, Greece<br />

• 1984: First Secretary; Portuguese<br />

Embassy in Praia, Cape Verde Islands<br />

• 1989: Chief of Division of the Multilateral<br />

Bureau<br />

• 1990: Director of the Bureau for<br />

Security Defense and Disarmament<br />

• 1991: Director of the Africa Bureau,<br />

Department of Foreign Affairs<br />

• 1993-1997: Consul-General, Barcelona,<br />

Spain; Counselor of Embassy<br />

• 1997: Minister Plenipotentiary;<br />

Deputy Head of Portuguese Delegation<br />

in Macau<br />

• 2000: Head of Mission of the EU<br />

Monitors for the Balkans, Sarajevo<br />

• 2000-2002: Head of Mission in East<br />

Timor<br />

• 2003: Consul-General in the Macau<br />

Special Administrative Region;<br />

Consul-General, Hong Kong<br />

• 2004: Head of Mission, Macau<br />

• 2007: Special Representative of the<br />

Portuguese Presidency of the EU for<br />

Strategic Dialogues<br />

• 2008: Ambassador to Canada<br />

Rangfolge der Chefs<br />

diplomatischer<br />

Missionen mit Sitz in<br />

Wien<br />

n Der Apostolische Nuntius – Heiliger Stuhl<br />

Dr. Peter Stephan ZURBRIGGEN<br />

n Korea - Demokratische Volksrepublik<br />

S.E. Herr Kwang Sop KIM, (18.03.1993)<br />

n Liechtenstein<br />

I.D. Frau Maria-Pia KOTHBAUER, (Prinzessin<br />

v.u.z.Liechtenstein) (11.12.1997)<br />

n Belize<br />

S.E. Herr Alexander PILETSKY, (01.10.1999)<br />

n Simbabwe<br />

I.E. Frau Tsitsi Grace MUTANDIRO, (17.01.2005)<br />

n Palästinensische Gebiete<br />

S.E. Herr Dr. Zuheir ELWAZER, (28.04.2005)<br />

n Costa Rica<br />

I.E. Frau Ana Teresa DENGO BENAVIDES, (26.09.2006)<br />

n Dominikanische Republik<br />

S.E. Herr Ramon Andres QUINONES RODRIGUEZ, (04.06.2007)<br />

n Oman<br />

S.E. Herr Dr. Badr Mohamed Zaher AL HINAI, (11.12.2007)<br />

n Paraguay<br />

S.E. Herr Dr. Horacio NOGUES ZUBIZARRETA, (15.02.2008)<br />

n Venezuela<br />

S.E. Herr Alí De Jesús UZCATEGUI DUQUE, (06.05.2008)<br />

n Libanon<br />

S.E. Herr Ishaya EL KHOURY, (10.09.2008)<br />

n Ecuador<br />

S.E. Herr Juan Diego STACEY MORENO, (17.09.2008)<br />

n San Marino<br />

I.E. Frau Dr. Elena MOLARONI BERGUIDO, (17.09.2008)<br />

n Vereinigte Arabische Emirate<br />

S.E. Herr Mohamad Hamad OMRAN ALSHAMSI, (08.01.2009)<br />

n Rumänien<br />

I.E. Frau Silvia DAVIDOIU, (12.01.2009)<br />

n Sudan<br />

S.E. Herr Mahmoud Hassan ELAMIN, (17.04.2009)<br />

n Uruguay<br />

S.E. Herr Carlos Alejandro BARROS OREIRO, (17.04.2009)<br />

n Slowenien<br />

S.E. Herr Aleksander GERZINA, (22.06.2009)<br />

n Peru<br />

S.E. Herr Antonio Javier Alejandro GARCIA REVILLA,<br />

(14.07.2009)<br />

n Kirgisistan<br />

I.E. Frau Lidia IMANALIEVA,(14.09.2009)<br />

n Lettland<br />

S.E. Herr Indulis BERZINS, (14.09.2009)<br />

n Kanada<br />

S.E. Herr John BARRETT, (14.09.2009)<br />

n Vereinigte Staaten<br />

S.E. Herr William Carlton EACHO III, (14.09.2009)<br />

n Finnland<br />

I.E. Frau Satu Marjatta RASI, (14.10.2009)<br />

n Norwegen<br />

S.E. Herr Jan PETERSEN, (14.10.2009)<br />

n Kuwait<br />

S.E. Herr Mohammad Saad Oudah AL-SALLAL, (14.10.2009)<br />

n Kosovo<br />

S.E. Herr Dr. Sabri KIQMARI, (14.10.2009)<br />

n Israel<br />

Fotos: HBF/Lechner, Karlovits<br />

18 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

S.E. Herr Aviv SHIR-ON, (14.10.2009)<br />

n Island<br />

S.E. Herr Stefán SKJALDARSON, (14.10.2009)<br />

n Estland<br />

I.E. Frau Eve-Külli KALA, (11.01.2010)<br />

n Südafrika<br />

S.E. Herr Xolisa Mfundiso MABHONGO, (29.04.2010)<br />

n Syrien<br />

S.E. Herr Bassam SABBAGH, (29.04.2010)<br />

n Russische Föderation<br />

S.E. Herr Sergey NECHAEV, (29.04.2010)<br />

n Malaysia<br />

S.E. Herr Muhammad Shahrul IKRAM BIN YAAKOB,<br />

(30.06.2010)<br />

n Belgien<br />

S.E. Herr Frank RECKER, (30.06.2010)<br />

n Philippinen<br />

I.E. Frau Lourdes O. YPARRAGUIRRE, (30.06.2010)<br />

n Albanien<br />

S.E. Herr Dr. Vili MINAROLLI, (30.06.2010)<br />

n Chile<br />

S.E. Herr Alfredo Alejandro LABBE VILLA, (30.06.2010)<br />

n Ukraine<br />

S.E. Herr Andrii BEREZNYI, (30.06.2010)<br />

n Moldau<br />

S.E. Herr Valeriu CHIVERI, (27.09.2010)<br />

n Schweiz<br />

S.E. Herr Urs BREITER, (27.09.2010)<br />

n Jemen<br />

S.E. Herr Abdulhakim Abdulrahman AL-ERYANI, (27.09.2010)<br />

n Dänemark<br />

S.E. Herr Torben BRYLLE, (27.09.2010)<br />

n Mazedonien<br />

S.E. Herr Prof. Dr. Gjorgji FILIPOV, (18.10.2010)<br />

n Japan<br />

S.E. Herr Shigeo IWATANI, (18.10.2010)<br />

n Kolumbien<br />

S.E. Herr Freddy Jose PADILLA DE LEON, (18.10.2010)<br />

n Laos<br />

S.E. Herr Khamkheuang BOUNTEUM, (18.10.2010)<br />

n Namibia<br />

S.E. Herr Raphael Nakare DINYANDO, (09.12.2010)<br />

n Irland<br />

S.E. Herr James BRENNAN, (09.12.2010)<br />

n Ungarn<br />

S.E. Herr Vince SZALAY-BOBROVNICZKY, (09.12.2010)<br />

n Irak<br />

S.E. Herr Dr. Surood R. Najib NAJIB, (09.12.2010)<br />

n El Salvador<br />

S.E. Herr Mario Antonio RIVERA MORA, (09.03.2011)<br />

n Kroatien<br />

S.E. Herr Gordan BAKOTA, (09.03.2011)<br />

n Kasachstan<br />

S.E. Herr Kairat ABDRAKHMANOV, (17.05.2011)<br />

n Korea - Republik<br />

S.E. Herr Hyun CHO, (17.05.2011)<br />

n Kuba<br />

S.E. Herr Juan Carlos MARSAN AGUILERA, (17.05.2011)<br />

n Vietnam<br />

S.E. Herr Thiep NGUYEN, (17.05.2011)<br />

n Nigeria<br />

I.E. Frau Maria Oyeyinka LAOSE, (28.09.2011)<br />

n Schweden<br />

S.E. Herr Nils Gustav DAAG, (28.09.2011)<br />

n Sri Lanka<br />

S.E. Herr Aliyar Lebbe ABDUL AZEEZ, (28.09.2011)<br />

n Turkmenistan<br />

S.E. Herr Silapberdi NURBERDIEV, (28.09.2011)<br />

n Aserbaidschan<br />

S.E. Herr Galib ISRAFILOV, (28.09.2011)<br />

n Tunesien<br />

S.E. Herr Mohamed Samir KOUBAA, (28.09.2011)<br />

n Ägypten<br />

S.E. Herr Khaled Abdelrahman Abdellatif SHAMAA, (09.11.2011)<br />

n Luxemburg<br />

S.E. Herr Hubert WURTH, (09.11.2011)<br />

n Côte d‘Ivoire<br />

S.E. Herr Largaton Gilbert OUATTARA, (09.11.2011)<br />

n Angola<br />

I.E. Frau Maria De Jesus Dos Reis FERREIRA, (09.11.2011)<br />

n Belarus<br />

S.E. Herr Valery VORONETSKY, (09.11.2011)<br />

n Armenien<br />

S.E. Herr Arman KIRAKOSSIAN, (09.11.2011)<br />

n Türkei<br />

I.E. Frau Ayse SEZGIN,(09.11.2011)<br />

n Griechenland<br />

S.E. Herr Themistoklis DIMIDIS, (12.01.2012)<br />

n Marokko<br />

S.E. Herr Dr. Ali EL MHAMDI, (12.01.2012)<br />

n Burkina Faso<br />

S.E. Herr Paul Robert TIENDREBEOGO, (28.03.2012)<br />

n Malta<br />

S.E. Herr Colin SCICLUNA, (28.03.2012)<br />

n Panama<br />

S.E. Herr Ricardo VALLARINO PEREZ, (28.03.2012)<br />

n Slowakei<br />

S.E. Herr Juraj MACHAC, (28.03.2012)<br />

n Bulgarien<br />

I.E. Frau Elena Radkova SHEKERLETOVA, (28.03.2012)<br />

n Bosnien und Herzegowina<br />

I.E. Frau Tanja MILASINOVIC MARTINOVIC,(19.04.2012)<br />

n Zypern<br />

S.E. Herr Costas A. PAPADEMAS, (19.04.2012)<br />

n Frankreich<br />

S.E. Herr Stephane Laurent GOMPERTZ, (19.04.2012)<br />

n Katar<br />

S.E. Herr Mohammed Ali M.H. AL-MALKI, (19.04.2012)<br />

n Algerien<br />

S.E. Herr Mohamed BENHOCINE, (02.07.2012)<br />

n Saudi-Arabien<br />

S.E. Herr Mohammed AL SALLOUM, (02.07.2012)<br />

n Iran - Islamische Republik<br />

S.E. Herr Hassan TAJIK, (02.07.2012)<br />

n Guatemala<br />

S.E. Herr Antonio Roberto CASTELLANOS LOPEZ, (12.09.2012)<br />

n Niederlande<br />

S.E. Herr Peter Paul VAN WULFFTEN PALTHE, (12.09.2012)<br />

n Indien<br />

S.E. Herr Swaminathan RAMACHANDRAN, (12.09.2012)<br />

n China<br />

S.E. Herr Bin ZHAO, (12.09.2012)<br />

n Vereinigtes Königreich<br />

I.E. Frau Susan Jane LE JEUNE D‘ALLEGEERSHECQUE,<br />

(12.09.2012)<br />

n Deutschland<br />

S.E. Herr Detlev RÜNGER, (12.09.2012)<br />

n Australien<br />

S.E. Herr David Gordon STUART, (12.09.2012)<br />

n Brasilien<br />

S.E. Herr Evandro DE SAMPAIO DIDONET, (17.10.2012)<br />

n Indonesien<br />

S.E. Herr Rachmat BUDIMAN, (17.10.2012)<br />

n Thailand<br />

I.K.H. Prinzessin Bajrakitiyabha MAHIDOL, (17.10.2012)<br />

n Nicaragua<br />

S.E. Herr Alvaro Jose ROBELO GONZALES, (11.01.<strong>2013</strong>)<br />

n Malteser Ritterorden<br />

S.E. Herr Christof Maria FRITZEN, (11.01.<strong>2013</strong>)<br />

n Neuseeland<br />

I.E. Frau Deborah Mary GEELS, (05.04.<strong>2013</strong>)<br />

n Kenia<br />

S.E. Herr Michael Adipo Okoth OYUGI, (05.04.<strong>2013</strong>)<br />

n Mongolei<br />

S.E. Herr Batjargal GUNAAJAV, (05.04.<strong>2013</strong>)<br />

n Afghanistan<br />

S.E. Herr Ayoob M. ERFANI, (05.04.<strong>2013</strong>)<br />

n Montenegro<br />

I.E. Frau Slavica MILACIC, (05.04.<strong>2013</strong>)<br />

n Portugal<br />

S.E. Herr Pedro Luis Baptista MOITINHO DE ALMEIDA, (05.04.<strong>2013</strong>)<br />

n Georgien<br />

S.E. Herr Konstantine ZALDASTANISHVILI, (designiert)<br />

n Polen<br />

S.E. Herr Artur LORKOWSKI, (designiert)<br />

n Libyen<br />

Herr Abdulla M.M. HEBRARA, Gesandter (02.02.2007), und<br />

Geschäftsträger a.i.<br />

n Bolivien<br />

Herr Ricardo Javier MARTINEZ COVARRUBIAS, Gesandter –<br />

Botschaftsrat, (11.02.2009), und Geschäftsträger a.i.<br />

n Argentinien<br />

S.E. Herr Rafael Mariano GROSSI, (designiert)<br />

n Spanien<br />

S.E. Herr Alberto CARNERO FERNÁNDEZ, (designiert)<br />

n Usbekistan<br />

Herr Ravshanbek DUSCHANOV, Geschäftsträger a.i.<br />

(16.09.2009)<br />

n Pakistan<br />

Herr Sardar Adnan RASHID, Botschaftsrat, (12.07.2011), und<br />

Geschäftsträger a.i.<br />

n Mexiko<br />

Frau Carmen Cecilia VILLANUEVA BRACHO, Gesandte<br />

(12.12.2011), und Geschäftsträgerin a.i.<br />

n Andorra<br />

Frau Gemma CANO BERNE, Botschaftsrätin (11.01.2012) und<br />

Geschäftsträgerin a.i.<br />

n Litauen<br />

Herr Edvilas RAUDONIKIS, Gesandter - Botschaftsrat<br />

(07.08.2012), und Geschäftsträger a.i.<br />

n Serbien<br />

Herr Goran BRADIC, Botschaftsrat, (29.12.2012), und<br />

Geschäftsträger a.i.<br />

n Tadschikistan<br />

Herr Ismatullo NASREDINOV, Botschafter (09.01.<strong>2013</strong>), und<br />

Geschäftsträger a.i.<br />

n Tschechische Republik<br />

Frau Dr. Ivana CERVENKOVA, Gesandte - Botschaftsrätin,<br />

(03.02.2010)<br />

n Italien<br />

Herr Gesandter-Botschaftsrat Sergio PAGANO (04.09.2012)<br />

n Jordanien<br />

Botschaftsrat Herr Qais ABU DAEIH, (17.09.2012)<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 19


Among Ashes and W<br />

society eigenevent<br />

TUNESISCHE GALANACHT<br />

Adrian Hollaender, Amel Koubaa, S.E.<br />

Samir Koubaa, Massimo Galfano, Gerti<br />

Tauchhammer, Elisabeth Pratscher<br />

Im Rahmen der Tunesien-Tage in Österreich lud der tunesische<br />

Botschafter S.E. Samir Koubaa gemeinsam mit SOCIETY-<br />

Herausgeberin Gertrud Tauchhammer zu einer Galanacht<br />

in das Alte Rathaus in Wien ein.<br />

Text: SOCIETY<br />

Nach einem Cocktail-Empfang<br />

im Barocksaal des Alten<br />

Rathauses stand in dem ein<br />

Stockwerk darüber gelegenen<br />

historischen Festsaal das<br />

Konzert am Programm. Zum Einstieg sang<br />

die Sopranistin Elisabeth Pratscher, Preisträgerin<br />

des Dostal-Operettenwettbewerbs<br />

2012, die Hymnen Österreichs und Tunesiens.<br />

Danach faszinierten original arabische<br />

Klänge das Publikum, mit dem Perkussionisten<br />

und Sänger Habib Samandi und dem<br />

Oud-Spieler Juan Carlos Sungurlian.<br />

Einen spannenden Kontrapunkt setzte<br />

die anschließende Performance des sizilianisch-deutschen<br />

Sängers Massimo Galfano<br />

und Band unter dem Motto „Among Ashes<br />

and Words“, dessen gleichnamige CD bereits<br />

erschienen ist. Begleitet wurde er von<br />

dem Gitarristen Moses Oliver und dem<br />

Gesangsduo Katia Accardi und Gioacchina<br />

Cottone.<br />

20 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong><br />

Juan Carlos Sungurlian, Elisabeth<br />

Pratscher, Habib Samandi


Opernsängerin Elisabeth Pratscher sang die<br />

Landeshymnen von Tunesien und Österreich<br />

Christian Rössler (HK Tunesien-<br />

Stmk.), Adrian Hollaender, Elisabeth<br />

Pratscher, Franz Schmidbauer<br />

(HK Tunesien-Bgld.)<br />

Karl Kaltenegger mit<br />

Begleitung („Traveller“)<br />

(r.) Eric L. Smith (USA)<br />

S.E. Dr. Vili Minarolli (Albanien)<br />

mit Gattin<br />

Schneider Zoltan Röszler<br />

Die bilateralen Botschafter<br />

Elisabeth Pratscher,<br />

Martina van Holst<br />

S.E. Samir Koubaa,<br />

„Bierpapst“ Conrad Seidl<br />

S.E. Arman Kirakossian (Armenien)<br />

ords<br />

Fotos: SOCIETY<br />

•<br />

Spezialitäten und<br />

Ausstellung<br />

Die Moderation übernahm Dr. Adrian<br />

Hollaender. Unterstützt wurde die Veranstaltung<br />

von den italienischen Spezialitätenherstellern<br />

Caffè Normanno, Sapori<br />

& Amori und Valformaggi e Accomando<br />

Olio, die anschließend an das Konzert<br />

sizilianische Spezialitäten aus biologischem<br />

Anbau servierten. Weitere Sponsoren<br />

waren die OMV und die Stadt Wien.<br />

Außerdem war in den Räumlichkeiten<br />

eine Ausstellung zu sehen mit Kalligraphien<br />

von Abderrazak Hammouda, Gemälden<br />

und Skulpturen von Prof. Felix Haspel,<br />

Fotografien des tunesischen Kulturministeriums<br />

und historischen Dokumenten<br />

über die diplomatischen Beziehungen<br />

zwischen Tunesien und Österreich. Die tunesische<br />

Gala-Nacht, die dieses Jahr zum<br />

zweiten Mal stattfand, zelebrierte die junge<br />

Demokratie in Tunesien.<br />

Massimo Galfano und<br />

Gesangsduo<br />

Katia Accardi und<br />

Gioacchina Cottone<br />

Stefan, Gerti und<br />

Tanja Tauchhammer<br />

Arabische Klänge: Habib Samandi<br />

und Juan Carlos Sungurlian<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 21


society eigenevent<br />

TUNESISCHE GALANACHT<br />

Dr. Richard Schenz<br />

(Vizepräsident WKO)<br />

Konzert im historischen<br />

Festsaal des Alten Rathauses<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

S.E. Khaled Shamaa<br />

mit Gattin<br />

Gerti Tauchhammer<br />

und Massimo Galfano<br />

S.E. Kairat ABDRAKHMANOV<br />

(Kasachstan) · S.E. Dr. Abdulhakim<br />

Abdulrahman AL-<br />

ERYANI (Jemen) · Botschafterin<br />

Olga ALGAYEROVA (UN<br />

Slowakei) · Botschafter Ali<br />

Khalfan A.K. AL-MANSOURI<br />

(UN Katar) · S.E. Mohamed<br />

AL-SALAL (Kuwait) · S.E.<br />

James BRENNAN (Irland)<br />

· S.E. Rachmat BUDIMAN<br />

(Indonesien) · Prof. Dr. Ung<br />

CHANG (IOC) · S.E. Valeriu<br />

CHIVERI (Moldau) · I.E. Silvia<br />

DAVIDOIU (Rumänien) · S.E.<br />

Evandro DIDONET (Brasilien)<br />

· S.E. Ali EL MHAMDI<br />

(Marokko) · S.E. Dr. Zuheir<br />

ELWAZER (Palästinensische<br />

Gebiete) · Mirella FRAHI<br />

(UNODC) · Botschafter Dr.<br />

Thomas GREMINGER (UN<br />

Schweiz) · Botschafter Andrey<br />

KELIN (OSZE Russische<br />

Föderation) · Generalsekretär<br />

Dipl. Ing. Mouddar KHOUJA<br />

(Austro-Arab Chamber of<br />

Commerce) · S.E. Dr. Sabri<br />

KIQMARI (Kosovo) · S.E. Dr.<br />

Arman KIRAKOSSIAN (Armenien)<br />

· S.E. Xolisa Mfundiso<br />

MABHONGO (Südafrika) ·<br />

S.E. Dr. Vili MINAROLLI (Albanien)<br />

· I.E. Tsitsi MUTANDI-<br />

RO (Simbabwe) · Botschafter<br />

Eoin O‘LEARY (OSZE Irland)<br />

· Botschafter Toshiro OZAWA<br />

(UN Japan) · S.E. Costas<br />

PAPADEMAS (Zypern) ·<br />

Botschafter i.R. Konstantin<br />

PREVEDOURAKIS · S.E.<br />

Makram QUEISI (Jordanien)<br />

· Vizepräsident Dr. Richard<br />

SCHENZ (WKO) · S.E. Colin<br />

SCICLUNA (Malta) · S.E.<br />

Khaled SHAMAA (Ägypten) •<br />

Botschafter Dr. Friedrich Stift<br />

(BMEIA) · S.E. Ramachandran<br />

SWAMINATHAN (Indien) ·<br />

Bezirksvorsteher Adolf TIL-<br />

LER (Bezirk Wien 19) · S.E.<br />

Dr. Mikhail WEHBE (Liga der<br />

Arabischen Staaten)<br />

Die Tunesische<br />

Freundschaftsgesellschaft,<br />

in der Mitte<br />

Bezirksvorsteher von<br />

Döbling Alfred Tiller<br />

Massimiliano Caruso<br />

(Manager Massimo<br />

Galfano), Antonio Milazzo<br />

(Press and Com) vor den<br />

Spezialitäten aus Sizilien<br />

S.E. Makram Queisi (Jordanien),<br />

Gerti Tauchhammer, Amel Koubaa,<br />

S.E. Samir Koubaa, S.E. Zuheir<br />

Elwazer (Palästina)<br />

Botschafter Andreas Nothelle (OSZE)<br />

und S.E. Samir Koubaa<br />

Repräsentanten der sizilianischen<br />

Firmen sind extra für die<br />

Veranstaltung angereist.<br />

Empfang im Barocksaal<br />

des Alten Rathauses<br />

22 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Vormittag: Golf in Monastir<br />

Nachmittag: Besuch des Amphitheaters in El Jem<br />

www.tunesien-info.at


society eigenevent<br />

Martial Arts Show<br />

Gerti Tauchhammer rollt das Gastgeschenk<br />

von Großmeister Chen<br />

Shi Hong für das Publikum auf.<br />

Martial Art Show<br />

SOCIETY lud zur Weltpremiere in das Völkerkundemuseum:<br />

Zum ersten Mal waren in einer Martial Art Show Kampfkünstler<br />

aus China, Japan und Nordkorea gemeinsam zu sehen.<br />

Text: SOCIETY<br />

Fernöstliche Kampfkunst traf auf<br />

das österreichische Ambiente<br />

des Völkerkundemuseums, als<br />

Gerti Tauchhammer zu einer<br />

Weltpremiere einlud. Zum ersten<br />

Mal zeigten Kampfsportler aus Japan,<br />

China und der DVR Korea die Bandbreite<br />

asiatischer Kampfkunst dem staunenden<br />

Publikum.<br />

Den Auftakt machte Japan, vertreten<br />

durch Dr. Diethard Leopold, Präsident der<br />

Österreichisch-Japanischen Gesellschaft,<br />

und Dr. Elisabeth Noisser vom Seishinkan<br />

Dojo Wien, mit einer Kyudo Zeremonie<br />

(Weg des Bogenschießens) und einer Iaido-<br />

Demonstration (Weg des Schwertziehens).<br />

China präsentierte Großmeister Chen Shi<br />

Hong und seine Austrian Chinese Wushu<br />

Association, die einen Drachentanz und<br />

Taiji Übungen vorzeigten. Abschließend<br />

war die DVR Korea mit dem Taekwon-Do<br />

Demo Team von Meister Kim Chol Gyu<br />

zu sehen. Das international bekannte<br />

Team bewies eindrucksvoll sein Können,<br />

bei dem unter anderem Dachziegel mit<br />

der Hand zerbrochen und Selbstverteidigungstechniken<br />

vorgeführt wurden. Moderator<br />

des Abends war Florian Danner<br />

von PULS 4.<br />

Am Ende der Veranstaltung erhielt Professor<br />

Chang Ung einen Pokal für sein Lebenswerk.<br />

Er ist Mitglied des Internationalen<br />

Olympischen Komitees und Präsident<br />

des International Martial Art Committe.<br />

Das ausgezeichnete asiatische Catering<br />

kam von der Event Company Opitz & Hasil.<br />

Fotos: SOCIETY<br />

24 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


La Hong (r.) demonstriert<br />

Wushu mit seinem Model<br />

Xuecheng Fan (Botschaft China),<br />

Gerti Tauchhammer, Dr. Diethard<br />

Leopold, S.E. Kwang Kim<br />

S.E. Samir Koubaa<br />

(Tunesien) und Gattin Amel<br />

S.E. Dr. Zuheir Elwazer (Paläst.<br />

Terr.), Suleiman Al-Herbish (OFID)<br />

Franz Moser (Containex) mit Gattin<br />

Journalistin<br />

Senta Ziegler<br />

mit Ziehkind<br />

Dr. Heinz Bixa mit Gattin<br />

Andreas Lenz<br />

(Orange),<br />

Rita Davidson<br />

(Sporthilfe)<br />

Dr. Hans<br />

Georg Ender in<br />

Begleitung<br />

Dr. Manfred Prinz<br />

(BHT) mit Gattin<br />

Christine Opitz, Gerti<br />

Tauchhammer, Maria Lahr<br />

Irene Carreira-<br />

Staudinger, Peter<br />

Staudinger<br />

Dr. Diethard Leopold<br />

inszenierte Kyudo<br />

Der Große Saal im<br />

Völkerkundemuseum<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 25


society eigenevent<br />

Martial Arts Show<br />

Taekwon-Do Demo Team<br />

aus der DVR Korea<br />

Gerti Tauchhammer überreicht Professor<br />

Chang Ung (Olympisches Komitee)<br />

einen SOCIETY-Pokal für sein Lebenswerk,<br />

PULS-4 Moderator Florian Danner<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

GD Suleiman Al-Herbish<br />

(OFID) · Mirnesa & Mirneta<br />

BECIROVIC (Jiu-Jitsu<br />

Weltmeister) · Dr. Ljubo<br />

BRAJKOVIC (Österreichisch-<br />

Serbische Gesellschaft) ·<br />

Julien d‘Allegeershecque<br />

(Großbritannien) · I.E. Silvia<br />

DAVIDOIU (Rumänien) · S.E.<br />

Alejandro DIAZ (Mexiko)<br />

· S.E. Mahmoud ELAMIN<br />

(Sudan) · S.E. Dr. Zuheir<br />

ELWAZER (Palästinensischen<br />

Gebiete) · Xuecheng Fan<br />

(China) · Senator Walter<br />

J. Gerbautz (ÖAG) · Prof.<br />

Günther Granser (Permanent<br />

Mission of SMOM) · S.E.<br />

Muhammad Shahrul IKRAM<br />

BIN YAAKOB (Malaysia) ·<br />

Mayo ITO (Japan) · I.E. Eve-<br />

Külli KALA (Estland) · Niki<br />

KAMBA (Griechenland) · Dr.<br />

Andrea Kdolsky (PWC) · S.E.<br />

Kwang KIM (DVR Korea) ·<br />

S.E. Dr. Sabri KIQMARI (Kosovo)<br />

· S.E. Mohamed Samir<br />

KOUBAA (Tunesien) · Nhut<br />

La Hong (Modedesigner) ·<br />

Györgyi MARTIN ZANATHY<br />

(Delegation der Europäischen<br />

Kommission) · S.E. Dr.<br />

Vili MINAROLLI (Albanien)<br />

· Mag. Brigitte ÖPPINGER-<br />

WALCHSHOFER (Austrian<br />

Development Agency) · S.E.<br />

Freddy PADILLA DE LEON<br />

(Kolumbien) · S.E. Ramon<br />

Quinones (Dom. Republik)<br />

· Meinhard RÜDENAUER<br />

(Komponist) · Bezirksvorsteherin<br />

Ursula STENZEL<br />

(Wien-Innere Stadt) · Alfred<br />

Tombor-Tintera (Europäische<br />

Weinritterschaft) · S.E.<br />

Ricardo VALLARINO PEREZ<br />

(Panama) · S.E. Valery<br />

VORONETSKY (Belarus) ·<br />

Dr. Manfred WEINSCHENK<br />

(USA) · Ron WILLIS (Club für<br />

Handelsräte)<br />

26 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong><br />

Dr. Andrea Kdolsky,<br />

Ursula Stenzel,<br />

Chang Ung, Gerti<br />

Tauchhammer<br />

Großmeister Chen Shi<br />

Hong und Raimond<br />

Andersen<br />

Julien d‘Allegeershecque, G.T.,<br />

Steven Linzell (Großbritannien)<br />

Thomas Zeitlberger (Künstler),<br />

Gerti Tauchhammer,<br />

Dina Larot (Künstlerin)<br />

Die österreichischen<br />

Jiujitsu<br />

Weltmeisterinnen<br />

Mirnesa und<br />

Mirneta Becirovic<br />

Dr. Andrea Kdolsky (PWC),<br />

Godofredo Geyer (Aqualine) mit<br />

Begleitung, „Albert Einstein“-<br />

Double mit Maria Lahr<br />

S.E. Freddy Padilla<br />

de Leon (Kolumbien),<br />

S.E. Ricardo<br />

Perez (Panama), S.E.<br />

Ramon Quinones<br />

(Dom. Rep.)<br />

S.E. Sabri Kiqmari<br />

(Kosovo) mit Gattin<br />

Botschaftsrat<br />

Shuangcheng Li (Mitte),<br />

Xuecheng Fan (r.)


society eigenevent<br />

Junior Diplomats<br />

Kleine Nachwuchskünstlerin<br />

Dr. Peter Frigo, Gerti Tauchhammer, Sängerin<br />

Angelika Blum, Rose-Gabriel De La Lyre, Peter<br />

Horak, Dina Larot mit Model, Pianistin Nigora<br />

Makhmudova<br />

Heide Proksch in Begleitung<br />

Monika Dilrukshi<br />

Welisarage<br />

(Sri Lanka)<br />

Gewinner<br />

Eric L. Smith<br />

Maximilian Habsburg-Lothringen, Yutong Ji,<br />

Tanja Tauchhammer, Stefan Tauchhammer<br />

Ulanbek<br />

Dyikanbaev<br />

(Kirgistan)<br />

Zhaonan Zu (China), Shuangcheng<br />

Li (China), Eric L. Smith (USA)<br />

Selina Akello Masira (Kenia)<br />

Bart Scheffers mit dem<br />

Geschenkkorb von<br />

café+co<br />

Idrissi Sbai Idriss<br />

(Ägypten)<br />

Heide Schulte von<br />

Bäuminghaus Cumes<br />

mit dem Geschenkkorb<br />

der Bäckerei<br />

Dr. Ljubo<br />

Brajkovic<br />

(Ö-<br />

Serbische<br />

Gesellschaft)<br />

Franz<br />

Witt-Dörring<br />

(Schoellerbank)<br />

mit Gattin<br />

Ibrahim<br />

Ibrahim, Abubaker<br />

Alhabil<br />

(Libyen)<br />

Annavell Herera Diaz<br />

(Kuba) mit Begleitung<br />

Le Thanh Hai<br />

(Vietnam)<br />

Georg Mündl<br />

(Post AG), Dr.<br />

Wolf Georg<br />

Schärf mit<br />

Gattin<br />

Gerti Tauchhammer<br />

und<br />

Peter Horak<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

Simeen FARID KABULI<br />

(Afghanistan) · Mohamed<br />

Mahmoud Mohamed DO-<br />

WEIDAR (Ägypten) · Arten<br />

HANKU (Albanien) · Maja<br />

KUGIC (Bosnien und Herzegowina)<br />

· Plamena TODO-<br />

ROVA (Bulgarien) · Orokia<br />

TIENDREBEOGO SANON<br />

(Burkina Faso) · Teresita<br />

Marina ALVAREZ MUNOZ<br />

(Chile) · Shuangcheng LI<br />

(China) · Zhaonan ZU (China)<br />

· Edgar Daniel LEAL MATTA<br />

(Guatemala) · Khalid Hameed<br />

Rashid AL JUBOORY (Irak) ·<br />

Andrea Lauren KOSTASHUK<br />

(Kanada) · Selina Akello<br />

MASIRA (Kenia) · Annstella<br />

Karimi NJERU (Kenia)<br />

· Ulanbek DYIKANBAEV<br />

(Kirgistan) · Zdenka WEBER<br />

(Kroatien) · Annavell HER-<br />

RERA DIAZ (Kuba) · Ibrahim<br />

IBRAHIM (Libyen) · Abubaker<br />

A.E. ALHABIL (Libyen) ·<br />

Emhemed A.R. EL-RAYESS<br />

(Libyen) · Salah S. M. ELFOR-<br />

TI (Libyen) · Abdelrahman<br />

S.A. ABDELHAMID (Libyen) ·<br />

Driss DRISSI SBAI (Marokko)<br />

· Lourdes Maria ZOZAYA<br />

ROJAS (Mexiko) · Mariana<br />

ROIBU (Moldau) · Grzegorz<br />

GANCARZ (Polen) · Major<br />

Iulian SOARE (Rumänien)<br />

· Casandra-Maria MARINE-<br />

SCU (Rumänien) · Gabriela<br />

Mihaela FOLFA (Rumänien)<br />

· Igor VOBLIKOV (Russische<br />

Föderation) · Alexander<br />

M SPITSYN (Russische<br />

Föderation) · Maxim KLEPOV<br />

(Russische Föderation) · Suzana<br />

CESAREK (Slowenien)<br />

· Monika Dilrukshi WELISA-<br />

RAGE (Sri Lanka) · Nekshoh<br />

NEMATOV (Tadschikistan) ·<br />

Jana KHEKOVA (Tschechische<br />

Republik) · Wissem<br />

MOATEMRI (Tunesien) ·<br />

Dumont K. WALKER (USA)<br />

· Eric Lee SMITH (USA) ·<br />

Barry F. MARKOWITZ (USA) ·<br />

Theodor KALMBACH (USA) ·<br />

Le Thanh HAI (Vietnam)<br />

28 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


society eigenevent<br />

Junior Diplomats<br />

Diplomaten aus über 30 Ländern trafen sich<br />

bei SOCIETY‘s Junior Diplomats‘ Reception<br />

Spring Time in Vienna<br />

Bereits zum sechsten Mal lud SOCIETY zur Junior Diplomats‘<br />

Reception, diesmal ins Hotel Hilton am Stadtpark.<br />

Text: SOCIETY<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl<br />

Unter dem Motto „Spring<br />

Time in Vienna“ wurde der<br />

Frühlingsbeginn mit musikalischen<br />

Darbietungen der<br />

Sängerin Angelika Blum unter<br />

Klavierbegleitung von Nigora Makhmudova<br />

gefeiert. Sie interpretierte „Frühling in<br />

Wien“ von Franz Grothe, „Im Prater blüh’n<br />

wieder die Bäume“ von Robert Stolz und<br />

„Wiener Blut“ von Johann Strauss.<br />

Weiteren Grund zur Freude hatten<br />

die Gewinner der von Schauspieler Peter<br />

Horak moderierten Tombola. Den Hauptgewinn,<br />

zwei Übernachtungen mit Bierbad<br />

im Landhotel Moorhof konnte Eric L. Smith<br />

nachhause nehmen, über den zweiten Preis,<br />

einen Geschenkkorb von café+co, freute<br />

sich Bart Scheffers und den dritten Gewinn,<br />

einen Geschenkkorb der Bäckerei Felber,<br />

nahm Heide Cumes entgegen. •<br />

Angelika Blum sang<br />

Wiener Lieder<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 29


society eigenevent<br />

Botschafterlunch<br />

Ambassadors‘ Lunch im Hilton Vienna<br />

Plaza mit Blick über Wien<br />

Ambassadors‘ Lunch<br />

SOCIETY lud zum ersten Botschafterlunch über den Dächern<br />

Wiens im Hotel Hilton Vienna Plaza.<br />

Text: SOCIETY<br />

An einem der ersten herrlichen<br />

Sonnentage nach dem langen<br />

trüben Winter lud Gerti<br />

Tauchhammer mit Hoteldirektor<br />

Matthias Herd zum ersten<br />

gemeinsamen Botschafterlunch in das<br />

Hilton Vienna Plaza am Wiener Ring. Über<br />

den Dächern Wiens konnten die geladenen<br />

Botschafter die wunderbare Aussicht und<br />

das köstliche, internationale Buffet in der<br />

Plaza Suite 1001 genießen und in entspannter<br />

Atmosphäre konversieren. Unter den<br />

Gästen war auch der neue Botschafter von<br />

Kenia, S.E. Michael Adipo Okoth Oyugi.<br />

30 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


society eigenevent<br />

Botschafterlunch<br />

5<br />

1<br />

4<br />

2<br />

1 I.E. Mag. Elena Shekerletova (Bulgarien) 2 S.E. Khaled Shamaa (Ägypten)<br />

3 Eintrag ins Gästebuch 4 I.E. Eve-Külli Kala (Estland), Direktor Matthias<br />

Herd, S.E. Prof. Dr. Gjorgji Filipov (Mazedonien) 5 S.E. Kairat Abdrakhmanov<br />

(Kasachstan) 6 S.E. Mahmoud Elamin (Sudan) 7 S.E. Costas Papademas (Zypern)<br />

8 S.E. Dr. Abdulhakim Abdulrahman Al-Eryani (Jemen) 9 S.E. Valery<br />

Voronetsky (Belarus) 10 S.E. Samir Koubaa (Tunesien) 11 S.E. Gordan Bakota<br />

(Kroatien) 12 S.E. Michael Adipo Okoth Oyugi (Kenia) 13 Gerti Tauchhammer,<br />

I.E. Ayse Sezgin (Türkei) 14 S.E. Colin Scicluna (Malta) 15 S.E. Stefán Skjaldarson<br />

(Island) 16 S.E. Valeriu Chiveri (Moldau) 17 S.E. Khamkheuang Bounteum<br />

(Laos) 18 Chargé d’Affaires Goran Bradic (Serbien) 19 Wunderbare Aussicht<br />

6<br />

7<br />

8<br />

3<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

S.E. Kairat ABDRAKHMANOV<br />

(Kasachstan) · S.E. Mohammed<br />

AL SALLOUM (Saudi<br />

Arabien) · S.E. Dr. Abdulhakim<br />

Abdulrahman AL-ERY-<br />

ANI (Jemen) · S.E. Gordan<br />

BAKOTA (Kroatien) · S.E.<br />

Andrij BEREZNJI (Ukraine) ·<br />

S.E. Khamkheuang BOUNTE-<br />

UM (Laos) · Chargé d‘Affaires<br />

a.i. Goran BRADIC (Serbien)<br />

· S.E. Valeriu CHIVERI (Moldau)<br />

· S.E. Mahmoud ELAMIN<br />

(Sudan) · S.E. Prof. Dr. Gjorgji<br />

FILIPOV (Mazedonien) · I.E.<br />

Eve-Külli KALA (Estland) ·<br />

S.E. Mohamed Samir KOU-<br />

BAA (Tunesien) · S.E. Michael<br />

Adipo Okoth OYUGI (Kenia) ·<br />

S.E. Costas PAPADEMAS (Zypern)<br />

· S.E. Ramon QUINO-<br />

NES RODRIGUEZ (Dominikanischen<br />

Republik) · S.E. Colin<br />

SCICLUNA (Malta) · I.E. Ayse<br />

SEZGIN (Türkei) · S.E. Khaled<br />

SHAMAA (Ägypten) · I.E.<br />

Mag. Elena SHEKERLETO-<br />

VA (Bulgarien) · S.E. Stefán<br />

SKJALDARSON (Island) ·<br />

S.E. Valery VORONETSKY<br />

(Belarus)<br />

9 10<br />

11<br />

12 13<br />

14<br />

15<br />

16<br />

17 18<br />

19<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 31


SOCIETY EIGENEVENT<br />

Dinner / kultur<br />

Dinner mit Ostasien<br />

Die Präsentation der SOCIETY Winterausgabe<br />

mit dem Ostasienschwerpunkt<br />

brachte unterschiedliche asiatische<br />

Kulturen zusammen.<br />

Dinner im Hotel<br />

Imperial<br />

Gerti Tauchhammer bat die Botschafter<br />

von Nordkorea, S.E.<br />

Botschafter Kwang Sop KIM,<br />

Japan, S.E. Botschafter Shigeo<br />

IWATANI und Vertreter der Botschaft von<br />

China (Herr Botschaftsrat Xuecheng FAN<br />

und Botschaftsrat Shuangcheng LI) zum<br />

Dinner ins Hotel Imperial. Neben kulinarischen<br />

Köstlichkeiten standen auch<br />

diplomatische Dialoge mit Prof. Chang<br />

UNG (Präsident der Internationalen Taekwondo<br />

Föderation und Mitglied des Internationalen<br />

Olympischen Komitees) am<br />

Programm. Unter den Gästen befand sich<br />

auch Dr. Diethard Leopold, Präsident der<br />

österreichisch-japanischen Gesellschaft,<br />

dessen Interview in der Winterausgabe zu<br />

lesen ist.<br />

•<br />

Die diplomatischen Vertreter<br />

von China, Japan<br />

und der DVR Korea<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, Privat<br />

Künstlerikone<br />

made in Austria<br />

SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer<br />

lud zu einer exklusiven, stilvollen Führung<br />

durch Arik Brauers Privatmuseum.<br />

S.E. Gjorgji Filipov, Gerti Tauchhammer, Arik Brauer<br />

Bei frostigen Temperaturen wurden<br />

so manche Herzen einiger<br />

Kunstfans während einer privaten<br />

Führung von Arik Brauer erwärmt.<br />

Das künstlerische Multitalent und<br />

Malerikone ließ es sich nicht nehmen,<br />

den Gästen aus Diplomatie, Wirtschaft<br />

und Kultur selbst die Hintergründe der<br />

Entstehung seiner Werke zu erklären. Danach<br />

wurde im Garten des Anwesens, bei<br />

Punsch und Maroni, noch viel über Kunst<br />

diskutiert.<br />

•<br />

Arik Brauer führte durch<br />

das Privatmuseum<br />

32 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


society eigenevent<br />

executives<br />

Die Ambassador Executives mit<br />

Gerti Tauchhammer und Roland<br />

Eggenhofer im 25hours Hotel<br />

Gabriela Orfei (Argentinien),<br />

Jasmina Sadek (Schweiz)<br />

mit Brudergdshjgd hjk<br />

gdshkdg sjks g dshjsg sh<br />

Lisa Buchinger und<br />

Stefan Tauchhammer<br />

Führung durch das<br />

25hours Hotel<br />

Das Motto lautete „Pizza<br />

around the clock...“<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

Anne BAMU (Simbabwe) · Vladeta<br />

CIZMIC (Serbien) · Vera FRAUN-<br />

BAUM (Israel) · Katharina GRA-<br />

SCHER (Südafrika) · Maria JURICA-<br />

DELACRUZ (Sudan) · Sylvia KROISS<br />

(Norwegen) · Bushra MATTI (VAE) ·<br />

Jasmina SADEK (Schweiz) · Susanne<br />

SCHMIDT-KNOBLOCH (Kanada) ·<br />

Cristina SOSA PROTSAI (Dominikanischen<br />

Republik) · Martina VAN<br />

HOLST (Tunesien) · Alexia ZWITKO-<br />

VITS (Jordanien)<br />

Anne Bamu (Simbabwe)<br />

Frank Kadio<br />

(Côte d‘Ivoire)<br />

25hours für Diplomaten<br />

Embassy Executives der Botschaften in Wien trafen sich zum<br />

Get-Together im 25hours Hotel.<br />

Fotos: SOCIETY<br />

Zum 1st Embassy Executives<br />

Meeting lud<br />

Gerti Tauchhammer<br />

zusammen mit<br />

Eventmanager Roland<br />

Eggenhofer mehr als dreißig<br />

Embassy Executives in ein<br />

außergewöhnliches Umfeld. Bei<br />

extravaganter Architektur im so<br />

genannten „Wohnzimmer“ des<br />

Hotels und toller Atmosphäre<br />

genoss man italienische Köstlichkeiten<br />

unter dem Motto „Pizza<br />

around the clock...25hours“. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 33


society eigenevent<br />

Botschafterempfang<br />

Die neuen Exzellenzen beim Gemeinschaftsfoto<br />

im Festsaal des Hotel Imperial<br />

New Ambassadors‘<br />

Reception<br />

Das ehrenwerte Hotel Imperial am Wiener Ring war Schauplatz<br />

der traditionellen Begrüßung der neuen Botschafter in Wien, zu<br />

der Gerti Tauchhammer gemeinsam mit Generaldirektor Klaus<br />

Christandl einlud.<br />

Text: SOCIETY<br />

Festsaal des Hotel Imperial<br />

Mit Fanfarenklängen wurden<br />

die neuen Botschafter<br />

S.E. Ayoob M. Erfani<br />

(Afghanistan), I.E. Slavica<br />

Milacic (Montenegro), S.E.<br />

Pedro Luis Baptista Moitinho de Almeida<br />

(Portugal) und S.E. Michael Adipo Okoth<br />

Oyugi (Kenia) in Österreich willkommen<br />

geheißen. Dem nicht genug, gab es noch einen<br />

weiteren Grund zu feiern: Das 140-jährige<br />

Bestehen des Hauses, das 1863 als Palais<br />

des Prinzen Philipp von Württemberg erbaut<br />

und bei der Weltausstellung 1873 zum<br />

Hotel Imperial wurde. Mit einer limitierten<br />

Edition der berühmten Imperial Torte, die<br />

als spezielle Überraschung den Gästen serviert<br />

wurde, erinnert das Haus an 140 Jahre<br />

Gastfreundlichkeit und Professionalität.<br />

Solch ein Willkommensgruß ist selbst für<br />

diplomatische Exzellenzen nicht alltäglich.<br />

34 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


society eigenevent<br />

botschafterempfang<br />

I.E. Slavica Milacic (Montenegro),<br />

GD Klaus Christandl<br />

2<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

Fotos: SOCIETY<br />

Honorarkonsul Alonso<br />

ARBOLEDA (Honorarkonsulat<br />

von Kolumbien) · S.E.<br />

Gordan Bakota (Botschaft<br />

von Kroatien) · S.E. Indulis<br />

BERZINS (Botschaft von<br />

Lettland) · S.E. Valeriu CHI-<br />

VERI (Botschaft von Moldau)<br />

· Rudolf DOPPELBAUER<br />

(Austroducks) · Honorarkonsulin<br />

Lydia DYK (Honorarkonsulat<br />

von Südafrika)<br />

· S.E. Mahmoud ELAMIN<br />

(Botschaft von Sudan) · S.E.<br />

Gjorgji FILIPOV (Botschaft<br />

von Mazedonien) · Univ.<br />

Prof. Dr. Peter Frigo · Walter<br />

J. Gerbautz (ÖAG) · Ingrid<br />

GÖTZL (Stadt Wien - Internationale<br />

IKT Angelegenheiten)<br />

· Konstantin Habsburg<br />

· Josef HÖCHTL (Öst.<br />

Ges.f.Völkerverständigung)<br />

· Josef HOFER (Wirtschaftskammer<br />

Österreich) · S.E.<br />

Shigeo IWATANI (Botschaft<br />

von Japan) · S.E. Sabri KIQ-<br />

MARI (Botschaft von Kosovo)<br />

· S.E. Mohamed Samir KOU-<br />

BAA (Botschaft von Tunesien)<br />

· Honorarkonsul Johann<br />

KUBU (Honorarkonsulat von<br />

Senegal) · S.E. Alfredo A.<br />

LABBÉ (Botschaft von Chile)<br />

· I.E. Maria LAOSE (Botschaft<br />

von Nigeria) · Konstanze<br />

MANTSCH (BmeiA) ·<br />

S.E. Juan Carlos MARSAN<br />

AGUILERA (Botschaft von<br />

Kuba) · Alexander MATHE<br />

(Wiener Zeitung GmbH) · I.E.<br />

Slavica MILACIC (Botschaft<br />

von Montenegro) · S.E. Thiep<br />

Nguyen (Botschaft von<br />

Vietnam) · S.E. Michael Adipo<br />

Okoth OYUGI (Botschaft von<br />

Kenia) · Olga Pantic-Ficko<br />

(Vereinigung Königreich<br />

Serbien) · Gottfried Rieck<br />

(Majestic Imperator) · S.E.<br />

Mario Antonio RIVERA<br />

MORA (Botschaft von El Salvador)<br />

· Honorarkonsul Philip<br />

SCHÖNTHAL (Honorarkonsulat<br />

der Union Myanmar) ·<br />

I.E. Elena SHEKERLETOVA<br />

(Botschaft von Bulgarien) ·<br />

S.E. Aviv SHIR-ON (Botschaft<br />

von Israel) · Heinz Peter SLA-<br />

TIN (Österreichisches Rotes<br />

Kreuz) · Ron WILLIS (Club für<br />

Handelsräte) · Elisabeth ZUK-<br />

MAYERHOFER (Bundespressedienst)<br />

1<br />

1 Imperial Torte zum 140-jährigen Bestehen des Hotels 2 Manuel Da Silva-<br />

Alexandre, Dagmar Reichel-Felbermayr und Gatte (KA International) 3 GD<br />

Klaus Christandl überreicht S.E. Ayoob Erfani (Afghanistan) ein Willkommensgeschenk<br />

4 S.E. Pedro Moitinho de Almeida (Portugal), GD Klaus Christandl<br />

5 S.E. Sabri Kiqmari (Kosovo) 6 S.E. Shigeo Iwatani (Japan), S.E. Valeriu<br />

Chiveri (Moldau) 7 Josef Höchtl in Begleitung, Dagmar Aigner, Gottfried Rieck<br />

8 Patrizia Dadlik, Thomas Zeitlberger 9 HK Lydia Dyk (Südafrika) 10 Rolf<br />

Thaler (CSC Austria), HK Volker Pichler 11 Dr. Michaela Frigo, Frau Schärf und<br />

Begleitung 12 S.E. Mahmoud Elamin (Sudan) 13 Wilhelm Rieder 14 S.E.<br />

Aviv Shir-On, Arnona Shir-On, Gerti Tauchhammer 15 I.E. Elena Shekerletova<br />

(Bulgarien) 16 Die neue Mercedes E-Klasse von Wiesenthal wurde präsentiert.<br />

6 7<br />

9 10<br />

11<br />

12<br />

13<br />

14 15<br />

16<br />

3<br />

4<br />

8<br />

5<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 35


DIE<br />

INTERESSANTESTE<br />

FESTSPIELBEGLEITUNG<br />

ÖSTERREICHS<br />

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Kulturland D<br />

Die Skyline von Leipzig, Geburtsort von Richard<br />

Wagner<br />

38 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Deutschland<br />

Länderporträt<br />

eutschland<br />

Mit drei runden Jubiläen rückt das Kulturreiseland<br />

Deutschland im Jahr <strong>2013</strong> bedeutende Kulturgüter<br />

in den Vordergrund.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 39


Deutschland<br />

Länderporträt<br />

Aus der<br />

Geschichte<br />

• 3. Jh. v. Chr.: Das Gebiet des heutigen<br />

Deutschland ist von Kelten und Germanen<br />

besiedelt.<br />

• bis 5. Jh. n. Chr.: Römische Gebiete<br />

links des Rheines und südlich der Donau.<br />

Römische Stadtgründungen wie<br />

Köln, Augsburg und Worms etc.<br />

• 2. bis 6. Jh.: Einfall germanischer<br />

Stämme in römische Gebiete<br />

• 768-814: Regierung Karls des Großen<br />

• 843: Vertrag von Verdun, Teilung des<br />

Frankenreiches in drei Herrschaftsgebiete<br />

• 962: Krönung Ottos I. zum Kaiser des<br />

Heiligen Römischen Reiches<br />

• 11. bis 13. Jh.: Herrschaft der Salier und<br />

Staufer als deutsche und italienische<br />

Könige und Kaiser<br />

• 14. /15. Jh.: Herrschaft der Luxemburger<br />

und Wittelsbacher<br />

• 1438: Die Kaiserkrone fällt an die Habsburger<br />

(bis 1806)<br />

• 1517: Luthers 95 Thesen, Beginn der<br />

Reformation<br />

• 1618-48: 30-jähriger Krieg<br />

• 1701: Preußen wird Königreich<br />

• 1756-63: Siebenjähriger Krieg<br />

• 1806: Auflösung des Heiligen Römischen<br />

Reiches<br />

• 1815: Wiener Kongress, Stärkung<br />

Preußens, Gründung des Deutschen<br />

Bundes<br />

• 1848: Liberale Revolution und Frankfurter<br />

Nationalversammlung<br />

• 1866: Preußen besiegt Österreich, Auflösung<br />

des Deutschen Bundes<br />

• 1870: Preußen besiegt Frankreich<br />

• 1871: Gründung des Deutschen<br />

Reiches, Wilhelm I. von Preußen wird<br />

Kaiser<br />

• ab 1884: Gründung deutscher Kolonien<br />

in Afrika und Ozeanien<br />

• 1914-18: 1. Weltkrieg<br />

• 1918-33: Weimarer Republik<br />

• 1933: Machtübernahme Hitlers<br />

• 1939-45: 2. Weltkrieg<br />

• 1945-49: Besatzungszeit durch die<br />

Sowjetunion, USA, Großbritannien und<br />

Frankreich<br />

• 1949: Gründung der Bundesrepublik<br />

Deutschland und der Deutschen Demokratischen<br />

Republik<br />

• 1953: Volksaufstand gegen das Regime<br />

in der DDR<br />

• 1955: Beitritt zur NATO; Gründung des<br />

Warschauer Pakts<br />

• 1957: Römische Verträge (Europäische<br />

Wirtschaftsgemeinschaft)<br />

• 1961: Bau der Berliner Mauer<br />

• 1963: Freundschaftsvertrag mit Frankreich<br />

• 1973: Eintritt beider deutscher Staaten<br />

in die UNO<br />

• 1989: Fall der Berliner Mauer<br />

• 1990: Deutsche Wiedervereinigung<br />

• 1991: Berlin wird wieder Hauptstadt<br />

• seit 2005: Angela Merkel Bundeskanzlerin<br />

»Ich kann den<br />

Geist der Musik<br />

nicht anders<br />

fassen als in<br />

Liebe.<br />

«<br />

Richard<br />

Wagner<br />

(1813-1883)<br />

Westerhever Leuchtturm in Holstein<br />

40 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Deutschland<br />

Länderporträt<br />

Fotos: Deutsche Zentrale für Tourismus/Fritz Mader, Panorama Fotografie Vernunft<br />

Foto seite 38-39: Michael Bader Klein<br />

Die deutsche Kultur zu entdecken<br />

ist für viele Deutschlandurlauber<br />

Hauptbeweggrund, nach<br />

Deutschland zu reisen. Im Jahr<br />

<strong>2013</strong> gibt es einige Jubiläen, die<br />

eine Kulturreise lohnen: der 200.<br />

Geburtstag von Richard Wagner, der 200. Jahrestag<br />

der Veröffentlichung der Märchen der Brüder<br />

Grimm und der 150. Geburtstag eines europäischen<br />

Universalkünstlers, Henry van de Velde,<br />

der zahlreiche Architekturjuwele in Deutschland<br />

geschaffen hat. Doch auch für Naturliebhaber hat<br />

Deutschland einiges zu bieten, wie das UNESCO-<br />

Weltnaturerbe beweist.<br />

•<br />

Auf den Spuren von Richard Wagner<br />

Das Jahr <strong>2013</strong> hat Deutschland zum Richard-<br />

Wagner-Jahr ernannt. Zum 200. Geburtstag des<br />

bedeutenden Komponisten gibt es eine Reihe von<br />

Veranstaltungen in den zahlreichen Orten, in denen<br />

er wirkte. Reisende können sich mithilfe einer<br />

interaktiven Deutschlandkarte auf die Spuren<br />

des Künstlers begeben (www.germany.travel/wagner).<br />

Denn Wagner war ein rastloser Geist, den es nie<br />

lange an einem Ort hielt. Wer seinen Wirkungsstätten<br />

nachfolgt, macht automatisch eine Reise<br />

durch viele der schönsten Städte Deutschlands.<br />

13 deutsche Städte sind besonders eng mit<br />

Wagners Leben und Schaffen verbunden: Bayreuth<br />

mit seinen Wagner-Festspielen; Dresden, wo<br />

er zur Schule ging; Eisenach und die Wartburg,<br />

die ihn inspirierten; Graupa bei Dresden, wo er<br />

komponierte; Karlsruhe, wo er ein reiches Musikleben<br />

vorfand; Leipzig, sein Geburtsort; Magdeburg,<br />

wo ihn die Muse küsste; Meiningen, wo<br />

er mit dem „Theaterherzog“ Georg II. diskutierte;<br />

München, wo er auf seinen Mäzen Ludwig II. von<br />

Bayern traf; Nürnberg, die Stadt seiner „Meistersinger“;<br />

Weimar, wo er sich nach der Revolution<br />

versteckt hielt; Wiesbaden, wo er an den „Meistersingern<br />

von Nürnberg“ arbeitete; und schließlich<br />

Würzburg, wo er sein erstes Engagement als Chordirektor<br />

hatte.<br />

Im Mittelpunkt der Wagner-Festivitäten stehen<br />

die Städte Leipzig, Dresden, Eisenach, Nürn-<br />

Wussten Sie, dass...?<br />

…die Wagner-Oper „Der Ring des Nibelungen“ insgesamt<br />

16 Stunden dauert? Die Uraufführung fand 1876<br />

im eigens erbauten Bayreuther Festspielhaus statt.<br />

…die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm<br />

in über 160 Sprachen übersetzt wurden? Die bekanntesten<br />

Märchen sind Hänsel und Gretel, Aschenputtel,<br />

Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen,<br />

Rapunzel und Frau Holle.<br />

…es in Deutschland 6200 Museen, 820 Theaterspielstätten,<br />

130 Berufsorchester und 8800 Bibliotheken<br />

gibt?<br />

…der Naturschutz in Deutschland laut Grundgesetz ein<br />

offizielles Staatsziel ist?<br />

Buchtipps<br />

Ralf Grauel, Jan<br />

Schwochow,<br />

Robert Klanten<br />

Deutschland verstehen<br />

Gestalten Verlag<br />

„Deutschland verstehen“ ist<br />

das Buch für jeden, der wissen<br />

will, wer die Deutschen<br />

sind und wie sie ticken – ein<br />

unterhaltsames Datenfeuilleton<br />

der deutschen Gesellschaft,<br />

Wirtschaft, Kultur<br />

und der westlichen Welt.<br />

Gerhard Launer<br />

Deutschland<br />

Frederking & Thaler<br />

Gerhard Launer, der seine<br />

Leidenschaft fürs Fliegen<br />

und für die Fotografie mit<br />

beeindruckendem Ergebnis<br />

verknüpft, zeigt das Beste<br />

aus seiner einzigartigen<br />

Perspektive.<br />

Deutschland<br />

in der Welt<br />

Europäische Union<br />

Deutschland ist Gründungsmitglied<br />

der Europäischen<br />

Union.<br />

Vereinte Nationen<br />

Deutschland ist seit 1973<br />

Vollmitglied bei den Vereinten<br />

Nationen.<br />

Kultur<br />

Das Goethe-Institut ist das<br />

Kulturinstitut der Bundesrepublik<br />

Deutschland in 93<br />

Ländern.<br />

Auswärtiges Amt<br />

Das Auswärtige Amt hat ein<br />

Netz von 229 Auslandsvertretungen.<br />

Weltnaturerbe Wattenmeer<br />

an der Nordseeküste<br />

auslandsrundfunk<br />

Die Deutsche Welle informiert<br />

in dreißig Sprachen in<br />

aller Welt.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 41


Deutschland<br />

Länderporträt<br />

berg und Bayreuth. Die berühmten Bayreuther<br />

Festspiele finden von 25. Juli bis<br />

28. August statt. Dieses Jahr gibt es u. a.<br />

Neuinszenierungen und Aufführungen<br />

seiner Frühwerke. Auf dem Nürnberger<br />

Hauptmarkt, dem zentralen Platz in der<br />

Altstadt, wird am 27. Juli die „Festwiesen“-<br />

Szene aus den „Meistersingern von Nürnberg“<br />

live aufgeführt werden. Bereits im<br />

Mai, Wagners Geburtsmonat, gab es die<br />

Richard-Wagner-Festtage in seiner Geburtsstadt<br />

Leipzig. Unter anderem wurde<br />

das Richard-Wagner-Museum in der Alten<br />

Nikolaischule eröffnet. In Weimar gibt es<br />

am 13. Juli ein Open-Air-Konzert und vom<br />

28. August bis 15. September das Kunstfest<br />

„pèlerinages“ zu Wagners Ehren. Mehr Infos<br />

unter www.germany.travel/wagner.<br />

•<br />

Die Brüder Grimm<br />

Im Dezember 2012 feierte die Erstausgabe<br />

der weltbekannten Kinder- und<br />

Hausmärchen der Brüder Jacob (1785-<br />

1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859)<br />

ihren 200. Geburtstag. Zu diesem Anlass<br />

gibt es in der documenta-Halle in Kassel<br />

von 27. April bis 8. September <strong>2013</strong> die<br />

große Ausstellung „EXPEDITION GRIMM“,<br />

wo u. a. zahlreiche Originale der Märchensammler<br />

präsentiert werden. Für<br />

Reisende ist die Deutsche Märchenstraße<br />

zu empfehlen: Auf einer Strecke von 600<br />

Kilometern (!) verbindet dieser Weg wesentliche<br />

Lebens- und Wirkungsstätten<br />

der Brüder Grimm. Sie führt von Hanau,<br />

dem Geburtsort, bis Bremen, den Ort der<br />

„Bremer Stadtmusikanten“. Märchenfestspiele,<br />

Puppenspieltage und Ausstellungen<br />

entlang der Route komplettieren das<br />

Bayreuth: Eremitage,<br />

Brunnen am Schloss<br />

Fantaisie<br />

Jubiläen berühmter<br />

Persönlichkeiten<br />

• Runde Geburtstage <strong>2013</strong><br />

• Georg Büchner (1813-1837), Schriftsteller,<br />

Dramatiker, Naturwissenschaftler und Revolutionär,<br />

z. B. „Woyzeck“<br />

• Friedrich Hebbel (1813-1863), Lyriker<br />

und Dramatiker, z. B. „Judith“ 1840<br />

• Karl Gerhart „Gert“ Fröbe (1913-<br />

1988), Schauspieler, u. a. James-Bond-Film<br />

„Goldfinger“ 1964<br />

• Willy Brandt (1913-1992), sozialdemokratischer<br />

Politiker, Bundeskanzler der BRD<br />

1969-1974, Friedensnobelpreis 1971<br />

• Herta Heuwer (1913-1999), Erfinderin der<br />

Currywurst und der Marke „Chillup“<br />

• Karl Lagerfeld (*1933), Modedesigner,<br />

Fotograf, Kostümbildner<br />

• Cornelia Froboess (*1943), Schauspielerin<br />

und Schlagersängerin<br />

• Herta Müller (*1953), Schriftstellerin, Literaturnobelpreis<br />

2009, z. B. „Atemschaukel“<br />

Veranstaltungsangebot. Mehr Infos unter<br />

www.grimm<strong>2013</strong>.de<br />

Die Brüder haben nicht nur Märchen<br />

sondern auch deutsche Sagen gesammelt.<br />

Erlebbar werden diese Sagen am „Rheinischen<br />

Sagenweg“, der sich über 586 Kilometer<br />

erstreckt und zu mehr als hundert<br />

Sehenswürdigkeiten zwischen Düsseldorf<br />

und Mainz führt. www.ferienstrassen.info<br />

•<br />

Architektur und Design<br />

Als einer bedeutendsten Repräsentanten<br />

der Klassischen Moderne gilt der<br />

belgische Universalkünstler Henry van<br />

de Velde, der 1863 in Antwerpen geboren<br />

wurde und 1957 in Zürich starb. Er<br />

verbrachte fast zwanzig Jahre in Deutschland<br />

und war ein wichtiger Wegbereiter<br />

des Bauhaus-Stils. Sein künstlerisches Repertoire<br />

umfasste Architektur, Gemälde<br />

und das Design von Alltagsgegenständen.<br />

Zu den bekanntesten Bauten in Deutschland<br />

zählen die „Villa Esche“ - das Wohnhaus<br />

für den Fabrikanten Herbert Esche<br />

in Chemnitz -, das Nietzsche-Archiv in<br />

Weimar, welches er neu gestaltete, das<br />

Schloss Lauterbach in der Nähe von Zwickau,<br />

das Werkbund-Theater anlässlich<br />

der Werkbundausstellung in Köln im Jahr<br />

1914 und das Haus „Schulenburg“ in Gera.<br />

Anlässlich seines 150. Geburtstages gibt<br />

es in den Städten Weimar, Jena, Gera und<br />

Chemnitz, wo er wirkte, zahlreiche Ausstellungen.<br />

Reisende können der „Henry<br />

van de Velde-Route“ folgen, die sich von<br />

Paris bis Polen erstreckt. Wichtige Anlaufpunkte<br />

in Deutschland sind neben den bereits<br />

erwähnten Gebäuden die ehemalige<br />

Kunstschule, heute Bauhaus-Universität<br />

Weimar und die Villa Quisisana in Chemnitz<br />

(www.vandevelde-route.de).<br />

42 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Deutschland<br />

Länderporträt<br />

Deutschland<br />

im Internet<br />

Deutsche Bundeskanzlerin<br />

www.bundeskanzlerin.de<br />

Deutsche Bundesregierung<br />

www.bundesregierung.de<br />

Auswärtiges Amt<br />

www.auswaertiges-amt.de<br />

Deutsche Botschaft in Wien<br />

www.wien.diplo.de<br />

Allgemeines Webportal<br />

www.deutschland.de<br />

Deutsche Welle<br />

www.dw.de<br />

Deutsche Zentrale für<br />

Tourismus<br />

www.germany.travel<br />

Goethe-Institut<br />

www.goethe.de<br />

Chemnitz: Villa Quisisana<br />

Der Rattenfänger von Hameln,<br />

Freilichtspiel<br />

Foto: Deutsche Zentrale für Tourismus/Deutsche Märchenstrasse e.v., Bayrische<br />

Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Chemnitzer<br />

Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE)<br />

•<br />

UNESCO-Welterbe<br />

Deutschland zählt 37 UNESCO-Welterbestätten.<br />

Neben großen architektonischen Leistungen<br />

gehören dazu auch Zeugnisse der Naturgeschichte<br />

und außergewöhnliche Naturlandschaften. Dass<br />

es im dicht besiedelten und hoch industrialisierten<br />

Deutschland noch solche natürliche Refugien<br />

gibt, mag für manche eine Überraschung sein.<br />

In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg,<br />

Hessen und Thüringen findet man noch zum<br />

Teil Jahrhunderte alte ausgedehnte Buchenwälder.<br />

Diese Buchenwaldgebiete gehören gemeinsam<br />

mit Gebieten in der Slowakei und der Ukraine<br />

zum grenzüberschreitenden Weltnaturerbe<br />

„Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder<br />

in Deutschland“ und repräsentieren<br />

unterschiedliche Formen der Buchenwälder in<br />

den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel. In<br />

Deutschland stellen die naturnahen Tiefland-Buchenwälder<br />

die letzten Restbestände der großen<br />

Facts in<br />

Brief<br />

Ländername: Bundesrepublik<br />

Deutschland<br />

Einwohner: 81,7 Mio., bevölkerungsreichstes<br />

Land<br />

der EU<br />

Fläche: 357.121 km 2<br />

Klima: gemäßigte Klimazone,<br />

vom Golfstrom<br />

beeinflusst<br />

Lage: Mitteleuropa; von der<br />

Nord- und Ostsee bis zu den<br />

Alpen im Süden reichend<br />

Hauptstadt: Berlin (3,4 Mio.<br />

Einwohner)<br />

Bevölkerung: Deutsche,<br />

Minderheiten: Sorben,<br />

Dänen, Sinti und Roma, Friesen;<br />

Ausländeranteil 8,8%<br />

Sprache: Deutsch; anerkannte<br />

Minderheitensprachen<br />

Niederdeutsch,<br />

Sorbisch, Dänisch, Friesisch,<br />

Romani<br />

Währung: Euro<br />

Nationalfeiertag: 3. Oktober<br />

(Tag der Deutschen Einheit)<br />

Staatsform: Demokratischer<br />

parlamentarischer Bundesstaat<br />

seit 1949; 16 Bundesländer<br />

Staatsoberhaupt und<br />

Regierung: Bundespräsident<br />

Joachim Gauck (2012);<br />

Bundeskanzlerin Dr. Angela<br />

Merkel (2005); Außenminister<br />

Dr. Guido Westerwelle<br />

(2009)<br />

Mitglied in internationalen<br />

Organisationen: VN, EU,<br />

NATO, OECD, OSZE, Weltbank,<br />

IWF, G8<br />

Buchenwälder dar, die vor tausenden von Jahren<br />

die Hälfte Europas bedeckt haben. Sie sind Lebensraum<br />

für 10.000 verschiedene Lebensarten.<br />

Ein weiteres bedeutendes Weltnaturerbe ist<br />

das Wattenmeer an der Nordseeküste, das größte<br />

Wattenmeer der Welt. Es befindet sich in Nationalparks<br />

in Schleswig-Holstein und Niedersachsen<br />

und grenzüberschreitend in Schutzgebieten in<br />

den Niederlanden. Seit 2009 ist es in die UNESCO-<br />

Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen.<br />

Die Landschaft des Wattenmeeres wird vom<br />

Wechsel der Gezeiten und vom Wind ständig neu<br />

geformt. Mehrmals am Tag verändert es seine<br />

Lage. Vielfältig ist auch die Tier- und Pflanzenwelt<br />

wegen des enormen Nahrungsangebotes in dieser<br />

Landschaft. Für Millionen von Zugvögeln ist das<br />

Wattenmeer als Zwischenstopp und Rastgebiet<br />

unverzichtbar. Bei Ebbe sind Spaziergänge am<br />

Meeresgrund bis zu den Inseln und Halligen möglich.<br />

Man erlebt dabei hautnah das Zusammenspiel<br />

von Wind, Wasser und Wellen. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 43


deutschland<br />

Interview<br />

Sie sind seit September letzen<br />

Jahres Deutscher Botschafter<br />

in Wien. Was ist die besondere<br />

Herausforderung,<br />

als Botschafter für ein Land<br />

tätig zu sein, das Beziehungen<br />

mit Österreich unterhält, wie sie besser<br />

und enger kaum sein könnten?<br />

Die besondere Herausforderung besteht<br />

vielleicht gerade darin, die ohnehin<br />

schon hervorragenden Beziehungen noch<br />

besser zu gestalten. Die Rahmenbedingungen<br />

dafür sind gut. Deutschland und<br />

Österreich sind auf das Engste miteinander<br />

verbunden. Wir teilen eine gemeinsame<br />

Geschichte. Wir sprechen die gleiche<br />

Sprache – von einigen Feinheiten einmal<br />

abgesehen. Unsere Wirtschaften sind ähnlich<br />

strukturiert und eng verflochten. In<br />

beiden Ländern spielt die Industrie eine<br />

wichtige Rolle, und das ist entscheidend<br />

wichtig für unseren wirtschaftlichen Erfolg.<br />

Unsere Unternehmen sind innovativ,<br />

auf den Weltmärkten konkurrenzfähig<br />

und arbeiten hervorragend zusammen.<br />

Deutschland ist der mit Abstand wichtigste<br />

Handelspartner Österreichs. Rund<br />

vierzig Prozent der österreichischen Ausfuhren<br />

gehen nach Deutschland und<br />

rund dreißig Prozent der Importe kommen<br />

aus Deutschland.<br />

In der Europäischen Union und in in-<br />

„Noch nie so gut<br />

wie heute“<br />

S.E. Botschafter Detlev Rünger spricht<br />

im Interview mit SOCIETY über die guten<br />

deutsch-österreichischen Beziehungen,<br />

die Rettung der Eurozone und Wege aus<br />

der Krise.<br />

Interview mit S.E. Botschafter Detlev Rünger<br />

ternationalen Fragen gibt es breite Übereinstimmung<br />

zwischen Deutschland und<br />

Österreich. Gerade in entscheidenden Fragen<br />

wie der Sicherung des Euro oder der<br />

Zukunft der Europäischen Union sind die<br />

Interessen und Positionen unserer beiden<br />

Länder weitgehend deckungsgleich.<br />

Ich freue mich daher, dass ich den<br />

Herrn Bundespräsidenten Fischer mit den<br />

Worten zitieren kann: „Die Beziehungen<br />

zwischen Österreich und Deutschland<br />

waren noch nie so gut wie heute“. Damit<br />

liegt eine zentrale Aufgabe des deutschen<br />

Botschafters in Österreich darin, seinen<br />

Beitrag dazu zu leisten, dass der politische,<br />

wirtschaftliche und kulturelle Austausch<br />

zwischen unseren Ländern weiter<br />

gepflegt und weiter vorangebracht wird.<br />

Dies geschieht im Rahmen politischer<br />

Besuche, durch Gespräche zwischen Regierungsvertretern<br />

und Parlamentariern,<br />

bei Wirtschaftsveranstaltungen und bei<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl<br />

44 | Societ 1_<strong>2013</strong>


deutschland<br />

Interview<br />

kulturellen Ereignissen. All dieses geschieht<br />

ständig zwischen unseren beiden<br />

Ländern, jeden Tag, auf hohem Niveau,<br />

geprägt von großem Vertrauen und gegenseitigem<br />

Respekt.<br />

Sie waren vor Ihrer Zeit als Botschafter<br />

in Österreich und Norwegen Leiter<br />

des Krisenreaktionszentrums des Auswärtigen<br />

Amtes. Wie kann man sich die<br />

Arbeit dieser Einrichtung vorstellen?<br />

Das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen<br />

Amts in Berlin ist eine Dienstleistungseinrichtung,<br />

wie sie in dieser<br />

oder ähnlicher Form von jedem Auswärtigen<br />

Dienst unterhalten wird. Sie hat<br />

einen weit gespannten Aufgabenbereich.<br />

Eine wichtige Aufgabe ist es sicherzustellen,<br />

dass das Auswärtige Amt 24 Stunden<br />

und sieben Tage die Woche erreichbar<br />

und handlungsfähig ist. Eine weitere<br />

wichtige Aufgabe ist die Organisation des<br />

Bürgerservice, also der Stelle, an die man<br />

sich als Erstkontakt mit allfälligen Fragen<br />

an das Auswärtige Amt wenden kann.<br />

Dazu kommt die weltweite Krisenprävention<br />

in Zusammenarbeit mit unseren<br />

Auslandsvertretungen. Dabei wird sichergestellt,<br />

dass jede Auslandsvertretung für<br />

ihr Gastland über einen örtlich angepassten<br />

Krisenplan verfügt und auf mögliche<br />

Problemlagen im Gastland vorbereitet ist.<br />

Und letztlich ist das Krisenreaktionszentrum<br />

dafür zuständig, eine koordinierende<br />

Funktion bei Krisen im Ausland zu<br />

übernehmen, von denen deutsche Staatsangehörige<br />

betroffen sind. Dies umfasst<br />

einerseits die Koordination innerhalb des<br />

Auswärtigen Amts und mit den deutschen<br />

Auslandsvertretungen, zum anderen mit<br />

anderen betroffenen Stellen der Bundesregierung<br />

wie dem Innen- oder Verkehrsministerium,<br />

mit Polizeibehörden oder auch<br />

mit der Wirtschaft, insbesondere dem<br />

Tourismussektor, den großen Reiseunternehmen<br />

und Fluggesellschaften. Hinzu<br />

kommt die Zusammenarbeit mit Partnerregierungen,<br />

insbesondere unter den Mitgliedstaaten<br />

der Europäischen Union, wo<br />

es eine enge Zusammenarbeit gibt sowie<br />

mit den Regierungen anderer betroffener<br />

Staaten. Was eine Krise ist, bleibt dabei<br />

der Beurteilung im Einzelfall überlassen.<br />

Regelmäßig jedenfalls große Naturkatastrophen,<br />

innere Unruhen, große Unfälle<br />

aber auch etwa Terroranschläge, wenn<br />

deutsche Staatsangehörige betroffen sind.<br />

Deutschland ist nach wie vor wichtigster<br />

Handelspartner Österreichs, und<br />

Deutschland ist wichtigstes Herkunftsland<br />

touristischer Gäste hierzulande. Anteilsmäßig<br />

gehen die Zahlen seit Jahren<br />

»Bei der Verfolgung<br />

seiner<br />

Ziele ist<br />

Deutschland<br />

weder hochmütig<br />

noch mangelt<br />

es an Solidarität.<br />

«<br />

Detlev<br />

Rünger<br />

jedoch zurück. Worauf ist das zurückzuführen?<br />

Beim Tourismus hat es diesen Trend<br />

über einige Jahre gegeben. Inzwischen<br />

scheint er gebrochen. 2012 lag die Zahl<br />

der Übernachtungen Deutscher bei fast<br />

fünfzig Millionen und damit um über<br />

vier Prozent höher als im Vorjahr. 11,4 Millionen<br />

Reisende kamen aus Deutschland.<br />

Das sind Rekordzahlen.<br />

Im bilateralen Handel hält Österreich<br />

seit Jahren seine Position als siebtgrößter<br />

Handelspartner Deutschlands. Für 2012<br />

ist ein Minus von knapp ein Prozent zu<br />

verzeichnen. Dies ist, wenn man die konjunkturelle<br />

Schwäche in vielen Ländern<br />

der EU in Betracht zieht, immer noch ein<br />

sehr beachtliches und erfreuliches Ergebnis.<br />

Seit 2009 stellen deutsche Staatsbürger<br />

die Gruppe der meisten Ausländer<br />

in Österreich und die Zahl ist stetig im<br />

Wachsen. Weshalb sind derzeit 180.000<br />

Deutsche nach Österreich gezogen, um<br />

hier zu leben?<br />

Insgesamt zählen wir sogar über<br />

250.000 Deutsche in Österreich: 170.000<br />

mit Erst- und 86.000 mit Zweitwohnsitz.<br />

Umgekehrt und relativ gesehen ist übrigens<br />

Deutschland für Österreich mit<br />

175.000 gemeldeten Österreichern als Einwanderungsland<br />

sogar noch populärer.<br />

Bei den deutschen Auswanderern gehört<br />

Österreich seit Jahren zu den vier<br />

Hauptzielländern. Nur die Schweiz und<br />

die Vereinigten Staaten von Amerika sind<br />

noch beliebter. Sicher hat jeder individuelle<br />

Gründe, warum er sich für einen Umzug<br />

nach Österreich entscheidet. Aber die<br />

EU-Regelungen und die gemeinsame Sprache<br />

machen einen Wechsel im Vergleich<br />

zu anderen Ländern besonders leicht.<br />

Dies gilt naturgemäß sowohl für die Deutschen,<br />

die hierher kommen, als auch für<br />

die Österreicher, die nach Deutschland<br />

übersiedeln. Der Hauptgrund für den Umzug<br />

sind Arbeitsmöglichkeiten. Deutsche<br />

Arbeitnehmer kommen nach Österreich,<br />

wenn sie hier einen Arbeitsplatz gefunden<br />

haben. Andere führt die Liebe hierher.<br />

Viele Deutsche verlegen ihren Wohnsitz<br />

nach Österreich, weil die Partnerin oder<br />

der Partner hier lebt. Uns schließlich gibt<br />

es auch viele Pensionisten, die hier ihren<br />

Lebensabend verbringen. Auch deutsche<br />

Studenten zieht es in größerer Zahl an österreichische<br />

Universitäten.<br />

Die Zukunft Europas hängt auch<br />

davon ab, wie die Wirtschafts- und Finanzkrise<br />

bewältigt wird, und wie die<br />

politischen Institutionen verändert werden.<br />

Deutschland zeigt als größte Volkswirtschaft<br />

in der EU Verantwortungsbewusstsein.<br />

Dennoch - oder gerade<br />

deswegen? - hat das Bild der Deutschen<br />

in Europa in jüngster Zeit einige Kratzer<br />

abbekommen bzw. sind alte Vorurteile<br />

wieder hochgekommen. Was sagen Sie<br />

zu dem Vorwurf, Deutschland würde<br />

sich als Krisenmanager gegenüber anderen<br />

Staaten hochmütig verhalten und<br />

nicht genug Solidarität zeigen?<br />

Deutschland verfolgt einen umfassenden<br />

Ansatz, um die Probleme in der Euro-<br />

Zone zu lösen. Wettbewerbsfähigkeit ist<br />

dabei die Voraussetzung für Wachstum<br />

und Beschäftigung. Wir wünschen uns,<br />

dass alle Länder in der Euro-Zone dauerhaft<br />

wettbewerbsfähig sind. Strukturreformen<br />

sind dazu unerlässlich.<br />

Deutschland strebt eine Vertiefung der<br />

Wirtschaftsunion und des Binnenmarkts<br />

mit dem Ziel an, sowohl Wachstum als<br />

auch Beschäftigung zu fördern. Wir wünschen<br />

uns eine Vertiefung der Fiskalunion<br />

zur nachhaltigen Konsolidierung der<br />

Staatsfinanzen, eine Bankenunion zur<br />

besseren Kontrolle systemisch relevanter<br />

Banken, und wir streben eine Vertiefung<br />

der politischen Union zur Legitimierung<br />

der weitergehenden Integration an.<br />

Bei der Verfolgung seiner Ziele ist<br />

Deutschland weder hochmütig noch mangelt<br />

es an Solidarität. Ziel ist ja gerade die<br />

Erholung der wirtschaftlich geschwächten<br />

Länder der Euro-Zone. Notwendige<br />

wirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 45


deutschland<br />

Interview<br />

mit den Programmländern werden zudem<br />

nicht von Deutschland, sondern von<br />

der EU-Kommission, der EZB und dem<br />

IWF verhandelt. Alle wichtigen Entscheidungen<br />

werden dabei im Konsens getroffen.<br />

Deutschland trägt den größten Teil der<br />

Kosten für die Euro-Stabilisierung. Dies<br />

sind schon heute mehrere hundert Milliarden<br />

Euro. Mit seinem Anteil von rund<br />

11,5 Milliarden Euro am EU-Haushalt leistet<br />

Deutschland einen sehr substantiellen<br />

Beitrag zur Krisenüberwindung. Rund ein<br />

Drittel dieses Betrages fließt in die Strukturförderung,<br />

insbesondere in die wirtschaftlich<br />

schwächeren Mitgliedstaaten<br />

der EU.<br />

Wir sind in der Eurozone bei der Lösung<br />

der Staatsschuldenkrise im letzten Jahr gut<br />

vorangekommen. Die Anpassungsprozesse<br />

zeigen erste Erfolge. Die Währungsunion<br />

wurde Schritt für Schritt stabilisiert. Eine<br />

einfache, schnelle Lösung zur Überwindung<br />

der Krise wird es jedoch nicht geben.<br />

Für die Menschen in den betroffenen Ländern<br />

im Süden der Eurozone ist dies eine<br />

schwere Zeit. Die Menschen in Deutschland<br />

und die deutsche Bundesregierung<br />

sehen und wissen dies.<br />

Ein besonderes Problem ist die hohe<br />

Jugendarbeitslosigkeit in einer Reihe von<br />

Ländern. Es ist eine Katastrophe, wenn<br />

dreißig, vierzig oder mehr Prozent der<br />

jungen Menschen in einem Land ohne<br />

Chance auf einen Arbeitsplatz sind. Der<br />

Europäische Rat hat deshalb sechs Milliarden<br />

Euro für Programme in den nächsten<br />

Jahren bereitgestellt. Diese Mittel müssten<br />

von den Regierungen der betroffenen<br />

Länder jetzt klug eingesetzt werden.<br />

Damit die von der Finanzkrise besonders<br />

betroffenen Länder aber eine bessere<br />

Zukunft haben können, müssen die<br />

eingeleiteten Reformen durchgestanden<br />

werden. Es gibt keinen Weg, der daran<br />

vorbeiführt.<br />

»Wir sind in der<br />

Eurozone bei<br />

der Lösung der<br />

Staatsschuldenkrise<br />

gut vorangekommen.<br />

«<br />

Detlev<br />

Rünger<br />

Die Energiewende und der Ausstieg<br />

aus der Kernenergie stehen ganz oben<br />

auf der deutschen Agenda. Unlängst hat<br />

das Burgenland verlautbart, durch Nutzung<br />

erneuerbarer Energiequellen energieautark<br />

geworden zu sein. Auf der anderen<br />

Seite plant Tschechien den Ausbau<br />

des AKW Temelin. Wie sieht die Zukunft<br />

Europas bezüglich der Energiewende<br />

aus, wenn man sich diese Widersprüche<br />

vor Augen hält?<br />

Die Energiewende kommt – früher<br />

oder später in jedem Land. Die fossilen<br />

Energieträger werden zu Ende gehen.<br />

Lange bevor sie erschöpfen, werden die<br />

Preise für Öl, Gas und Kohle deutlich steigen.<br />

Ein wachsender CO2-Anteil in der Atmosphäre<br />

durch das Verbrennen fossiler<br />

Energieträger und der Klimawandel sind<br />

eine Realität.<br />

Die deutsche Bundesregierung hat die<br />

Katastrophe von Fukushima zum Anlass<br />

genommen, ihre Energiepolitik grundlegend<br />

umzubauen. Dies wird ein langer<br />

und schwieriger Weg, aber er muss gegangen<br />

werden. Deutschland übernimmt<br />

hier eine Vorreiterrolle und ich bin überzeugt,<br />

unsere Wirtschaft und Gesellschaft<br />

werden davon profitieren.<br />

Heute erfolgt die Stromerzeugung<br />

in Deutschland zu achtzig Prozent in<br />

konventionellen Kraftwerken. In vierzig<br />

Jahren sollen achtzig Prozent aus erneuerbaren<br />

Energien kommen. Dabei ist<br />

es wichtig, dass wir technologieoffen,<br />

marktorientiert und kosteneffizient vorgehen.<br />

Nur so können übermäßige Belastungen<br />

der Bürger und der Unternehmen<br />

vermieden werden. Nur so kann die<br />

langfristige Akzeptanz der Energiewende<br />

sichergestellt werden. Viele Aspekte müssen<br />

dabei koordiniert werden: Der Ausbau<br />

der erneuerbaren Energien muss mit dem<br />

Ausbau der Stromnetze synchronisiert<br />

werden. Fossile Kraftwerke werden für<br />

eine zuverlässige Energieversorgung noch<br />

lange eine wichtige Rolle spielen. Wir<br />

müssen auf Kosteneffizienz beim Ausbau<br />

der erneuerbaren Energien achten und<br />

wir müssen Anreize zur Steigerung der<br />

Energieeffizienz setzen. Bei alledem werden<br />

wir darauf achten, dass Deutschland<br />

auch in Zukunft ein wettbewerbsfähiger<br />

Industriestandort bleibt.<br />

Österreich hat sich vor vielen Jahren<br />

gegen die Kernenergie ausgesprochen.<br />

Andere Länder verfolgen hier bisher einen<br />

anderen Weg. Deutschland hat sich<br />

für eine grundlegende Energiewende<br />

entschieden und ich bin sicher, dies wird<br />

eine Erfolgsgeschichte.<br />

<strong>2013</strong> ist ein Jahr der Jubiläen. Im Januar<br />

wurde in Deutschland und Frankreich<br />

aufwändig an den Elysée-Vertrag<br />

erinnert. Welche Bedeutung haben fünfzig<br />

Jahre Élysée-Vertrag für Deutschland,<br />

Frankreich und Europa?<br />

Fünfzig Jahre Elysée-Vertrag und<br />

deutsch-französische Freundschaft sind<br />

eine großartige Erfolgsgeschichte. Wie<br />

damals vereinbart, arbeiten beide Regierungen<br />

seither so eng und vertrauensvoll<br />

zusammen wie kaum zwei andere. Sie<br />

treffen sich zwei Mal im Jahr zu Regierungskonsultationen,<br />

und der französische<br />

Staatspräsident und die deutsche<br />

Bundeskanzlerin treffen sich mehrmals<br />

im Jahr – in Berlin, Paris, Brüssel oder anderswo.<br />

Die Zusammenarbeit beschränkt sich<br />

nicht nur auf die Regierungen. So hat das<br />

Deutsch-Französische Jugendwerk seit<br />

1963 über acht Millionen deutschen und<br />

französischen Jugendlichen ermöglicht,<br />

das jeweils andere Land kennenzulernen.<br />

Weiterhin können seit dem Schuljahr<br />

2006/07 Schüler beider Länder mit einem<br />

gemeinsamen Geschichtsbuch für ihr Abitur<br />

bzw. ihr Baccalauréat in Geschichte<br />

46 | Societ 1_<strong>2013</strong>


deutschland<br />

Interview<br />

lernen und arbeiten. Über 2.000 Städte-, Regionalund<br />

Schulpartnerschaften haben Deutsche und<br />

Franzosen über die Jahre hinweg einander näher<br />

gebracht. In Schulen und Kindergärten, an Hochschulen,<br />

Forschungseinrichtungen und Betrieben<br />

wird die Zusammenarbeit täglich aufs Neue mit<br />

Leben gefüllt. Die Deutsch-Französische Hochschule<br />

ermöglicht einen doppelten Abschluss in<br />

über 140 integrierten binationalen Studiengängen.<br />

Das besondere deutsch-französische Vertrauensverhältnis<br />

erlaubt es uns, auch dort Kompromisse<br />

zu schmieden, wo wir in der aktuellen<br />

Tagespolitik, oder z.B. in der Lösung der europäischen<br />

Schuldenkrise, zunächst einmal verschiedene<br />

Auffassungen haben. Es gibt heute einen<br />

deutsch-französischen Reflex, der im Laufe der<br />

Jahre gewachsen ist: Wenn Deutschland eine europapolitisch<br />

relevante Position formuliert, dann<br />

stellen wir uns immer die Frage: Wo steht Frankreich<br />

in dieser Angelegenheit? Und in Frankreich<br />

geschieht das gleiche.<br />

Dabei ist es ganz unbedenklich, wenn die französische<br />

und die deutsche Regierung in manchen<br />

Fragen unterschiedlicher Ansicht sind. Wir tauschen<br />

uns über unsere Positionen aus, suchen<br />

gemeinsame Schnittmengen, und wir beziehen<br />

unsere EU-Partner mit ein. So schaffen wir es seit<br />

Jahrzehnten, tragfähige und belastbare Lösungen<br />

zu finden. Dass das heute eine Selbstverständlichkeit<br />

ist, dass wir uns das gar nicht mehr anders<br />

vorstellen können, dafür hat der Elysée-Vertrag<br />

eine ganz wichtige Weichenstellung geliefert.<br />

Noch ein Jubiläum: Was hat Deutschland außen-<br />

bzw. kulturpolitisch geplant, um den 200.<br />

Geburtstag von Richard Wagner zu würdigen?<br />

Gertrud Tauchhammer<br />

im Gespräch mit<br />

S. E. Detlev Rünger<br />

und Gattin Iris.<br />

curriculum<br />

vitae<br />

D<br />

etlev Rünger wurde<br />

1955 in Hannover<br />

geboren. Er ist<br />

verheiratet und hat zwei<br />

Kinder. Nach dem Studium<br />

der Rechtswissenschaften<br />

und dem Juristischen<br />

Vorbereitungsdienst trat<br />

er 1981 in den Auswärtigen<br />

Dienst ein. Es folgten<br />

dienstliche Verwendungen<br />

in Bonn, Kairo, Quito,<br />

Daressalam, wieder Bonn<br />

und schließlich Canberra.<br />

Von 2002 bis 2006 war er in<br />

Berlin als Referatsleiter für<br />

Humanitäre Hilfe zuständig,<br />

anschließend drei Jahre<br />

lang Krisenbeauftragter des<br />

Auswärtigen Amts und von<br />

2009 bis September 2012<br />

Botschafter in Oslo.<br />

In Deutschland und in Österreich wird mit<br />

einer großen Zahl von Veranstaltungen, Ausstellungen<br />

und Konzerten an Wagners Geburtstag erinnert.<br />

Meine Botschaft hat, im Rahmen unseres<br />

regelmäßigen Kulturprogramms, am Geburtstag,<br />

dem 22. Mai, ein Konzert in den Räumen der Botschaft<br />

veranstaltet.<br />

Außenminister Guido Westerwelle hat die<br />

sog. Zukunftsgruppe von zehn EU-Außenministern<br />

ins Leben gerufen, die über Europapläne,<br />

etwa ein bundesstaatliches Modell der EU,<br />

nachgedacht hat und einen Bericht dazu veröffentlicht<br />

hat. Welchen Stellenwert haben diese<br />

Gespräche, da nicht alle Außenminister daran<br />

teilnehmen? Was werden die Wirkungen der Arbeit<br />

dieser Gruppe sein?<br />

Da die Schuldenkrise auch eine politische Dimension<br />

hat und Europa inzwischen manchmal<br />

als Teil des Problems und nicht der Lösung empfunden<br />

wird, muss die Europäische Union ihre<br />

Kräfte nach innen und außen stärker bündeln.<br />

Hierüber zu beraten und über die Krise hinaus zu<br />

denken, ist die Aufgabe der von Bundesaußenminister<br />

Dr. Guido Westerwelle ins Leben gerufenen<br />

informellen Gruppe von elf europäischen Außenministern,<br />

der auch Österreich angehört. Sie hat<br />

konkrete Denkanstösse auf verschiedenen europäischen<br />

Politikfeldern erarbeitet. Als informelles<br />

und offenes Gesprächsforum gehören ihr, im Unterschied<br />

zu Ratsformat, nicht alle Außenminister<br />

an.<br />

Die Außenministergruppe möchte inmitten<br />

der notwendigen Debatte über die Zukunft Europas<br />

den Kräften der Renationalisierung eine<br />

proeuropäische Diskussion entgegenstellen. Denn<br />

ohne langfristige Perspektiven kann das Vertrauen<br />

nicht gefestigt bzw. zurückgeholt werden, das<br />

wir kurz- und langfristig zur Überwindung der<br />

Krise brauchen. Eine handlungsfähige, stabile<br />

Wirtschafts- und Währungsunion ist von zentraler<br />

Bedeutung für das Funktionieren der Europäischen<br />

Union insgesamt. Nach Ansicht der Außenministergruppe<br />

liegt der Schlüssel dabei im<br />

Zusammenwirken von solidem Haushalt, Wachstumsimpulsen<br />

und Solidarität. Dieser Pfad soll<br />

nicht verlassen werden.<br />

Zu den von den Außenministern erörterten<br />

Perspektiven gehören auch Überlegungen für eine<br />

effizientere Entscheidungsfindung, eine stärkere<br />

demokratische Legitimierung, eine Steigerung<br />

der Sichtbarkeit des Europäischen Parlaments sowie<br />

eine Stärkung des Europäischen Auswärtigen<br />

Dienstes, um nur einige Punkte zu nennen. Auch<br />

sollen weitere Souveränitätsübertragungen auf<br />

europäischer Ebene in Betracht gezogen werden.<br />

Dies geht alle Mitglieder der Europäischen Union<br />

an, auch diejenigen, die den Euro noch nicht<br />

eingeführt haben. Reformen und weitere Beratungen<br />

sollen daher möglichst im Kreise der 27<br />

erfolgen. Viele der Vorschläge der Außenministergruppe<br />

könnten im bestehenden Vertragsrahmen<br />

verwirklicht werden.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 47


deutschland<br />

Interview<br />

„Einzigartiges Potenzial<br />

bilateraler Beziehungen“<br />

Österreichs Botschafter in Berlin, Dr. Ralph Scheide, im Interview<br />

für SOCIETY über die Qualität der engen Beziehungen zwischen<br />

Österreich und Deutschland und die Herausforderungen,<br />

die sich daraus ergeben.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Was ist die Herausforderung<br />

in Berlin als<br />

Botschafter<br />

tätig zu sein<br />

– nämlich für<br />

die Beziehungen zwischen zwei Staaten<br />

zu arbeiten, wie sie besser und enger<br />

kaum sein könnten?<br />

Tatsächlich ist es so, dass die Beziehungen<br />

zwischen Österreich und Deutschland<br />

von einer besonderen Dichte und Qualität<br />

gekennzeichnet sind. Österreich unterhält<br />

mit Deutschland ausgezeichnete<br />

Beziehungen in allen Bereichen, sei es in<br />

der Politik, in der Wirtschaft oder in der<br />

Kultur, sowie auch im zwischenmenschlichen<br />

Bereich. Es leben jeweils fast eine<br />

Viertel Million Österreicher in Deutschland<br />

bzw. Deutsche in Österreich. Im politischen<br />

Bereich gibt es einen regen bilateralen<br />

Gedanken- und Besuchsaustausch<br />

auf Ebene der Regierungschefs, der Mitglieder<br />

der Bundesregierung, sowie auf<br />

Landesebene. Natürlich ist es auch unsere<br />

Aufgabe, das österreichische Außenministerium<br />

und die Bundesregierung über die<br />

politischen, wirtschaftlichen und anderen<br />

Entwicklungen in Deutschland umfassend<br />

zu informieren.<br />

Im politischen Bereich ist insbesondere<br />

auf die Zusammenarbeit im Rahmen<br />

der Europäischen Union zu verweisen.<br />

Österreich und Deutschland haben hier<br />

oft ähnliche bzw. gleich gelagerte Interessen.<br />

Ich denke hier beispielsweise an die<br />

Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten<br />

Jahre. Die Europäische Union bietet den<br />

Vorteil einer Rechtsgemeinschaft, in der<br />

die Zusammenarbeit auch von Ländern<br />

unterschiedlicher Größenordnung auf<br />

Augenhöhe erfolgt – dies betrifft insbe-<br />

sondere auch Österreich und Deutschland.<br />

Deutschland und Österreich sind wirtschaftlich<br />

eng verflochten, was Export<br />

und Investitionen betrifft. Im Tourismus<br />

bleibt Österreich die zweitwichtigste Destination<br />

der Deutschen, für deutsche Studenten<br />

ist es der beliebteste ausländische<br />

Studienort.<br />

Diese Fakten beschreiben auch die Herausforderung<br />

für die Arbeit der Botschaft.<br />

Unsere Aufgabe besteht darin, an der Ausgestaltung<br />

dieses einzigartigen Potenzials<br />

bilateraler Beziehungen mitzuwirken<br />

und auf neue Entwicklungen sowie neue<br />

Möglichkeiten für eine weiter vertiefte Zusammenarbeit<br />

hinzuweisen.<br />

Welche Akzente setzen Sie als Botschafter<br />

in Berlin?<br />

Aus der Analyse dieser Entwicklungen<br />

ergeben sich immer wieder neue Felder<br />

der Zusammenarbeit. In vielen Fällen gelingt<br />

es uns auch Akzente in spezifischen<br />

Bereichen durch Veranstaltungen in unserem<br />

schönen und modernen Botschaftsgebäude,<br />

das 2001 vom bekannten österreichischen<br />

Architekten Hans Hollein in<br />

Berlin errichtet wurde, zu setzen. So z.<br />

B. bei einer gemeinsamen Westbalkankonferenz<br />

unter Teilnahme von AM Spindelegger,<br />

AM Westerwelle und Ministern<br />

der Westbalkanstaaten. Österreich und<br />

Deutschland haben ein gemeinsames Interesse<br />

an der wirtschaftlichen, demokratischen<br />

und rechtsstaatlichen Entwicklung<br />

dieser unserer Nachbarregion und<br />

ihrer europäischen Perspektive.<br />

Zahlreiche Veranstaltungen betreffen<br />

auch den wirtschaftlichen Bereich, so z.<br />

B. eine Konferenz zum Nabucco-Projekt<br />

mit EU-Energiekommissar Öttinger sowie<br />

kürzlich ein „Donausalon“ gemeinsam<br />

mit der Landesvertretung Baden-Württembergs<br />

im Rahmen der Internationalen<br />

Tourismusbörse unter Teilnahme von<br />

Wirtschaftskammerpräsident Christoph<br />

Leitl.<br />

Darüber hinaus bilden kulturelle Veranstaltungen<br />

an unserer Botschaft und<br />

unseres Kulturforums einen Schwerpunkt.<br />

Ein in den letzten Jahren schon<br />

zur Tradition gewordenes österreichisch<br />

geprägtes Neujahrskonzert (in diesem<br />

Jahr etwa mit Angelika Kirchschlager) erfreut<br />

sich bei prominenten Vertretern aus<br />

Politik, Wirtschaft und Kultur in Berlin<br />

großer Beliebtheit.<br />

In den letzten Jahren haben wir auch<br />

immer den Empfang in der Botschaft zum<br />

österreichischen Nationalfeiertag dazu<br />

genützt, jeweils ein anderes österreichisches<br />

Bundesland unter Teilnahme der<br />

Landeshauptleute dem Berliner Publikum<br />

näher zu bringen: 2011 war dies das Burgenland<br />

aus Anlass seines 90-Jahr-Jubiläums,<br />

im Vorjahr Niederösterreich.<br />

Welche Veranstaltungen gibt es im<br />

Gedenkjahr <strong>2013</strong> – Machtergreifung<br />

Hitlers vor 80 Jahren und Anschluss<br />

vor 75 Jahren?<br />

Eine österreichische Ausstellung, die<br />

auch in deutschen Medien viel Widerhall<br />

gefunden hat, ist „Nacht über Österreich.<br />

Der Anschluss 1938 – Flucht und Vertreibung“<br />

in der Österreichischen Nationalbibliothek.<br />

Von der Vielzahl an Berliner<br />

Veranstaltungen möchte ich vor allem<br />

zwei erwähnen: „Berlin 1933 – Der Weg in<br />

die Diktatur“ in der „Topographie des Terrors“<br />

und „Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933-<br />

38“ im Deutschen Historischen Museum.<br />

Generell lässt sich feststellen, dass Berlin<br />

48 | SocietY 1 _<strong>2013</strong>


deutschland<br />

Interview<br />

Foto: Österreichische Botschaft in Berlin<br />

auch eine Art Freilichtmuseum der wechselhaften<br />

Geschichte des 20. Jahrhunderts ist. In den letzten<br />

Jahrzehnten hat sich Berlin zu einer modernen<br />

und sehr lebendigen Metropole entwickelt, die vor<br />

allem jungen Menschen und Künstlern durch ein<br />

günstiges Preisniveau attraktive Angebote macht.<br />

Die größte Gruppe ausländischer Staatsbürger<br />

in Österreich sind die Deutschen. Wie<br />

sieht es in umgekehrter Richtung aus? Wie<br />

viele Österreicher leben in Deutschland? Was<br />

sind die Beweggründe, nach Deutschland zu<br />

gehen?<br />

Wie bereits erwähnt leben geschätzte 210.000<br />

Österreicher in Deutschland, zu einem Großteil<br />

in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch im<br />

entfernten Berlin (10.000 Österreicher). Es gibt<br />

zwar keine Statistiken über ihre Beweggründe,<br />

nach Deutschland zu kommen; es dürfte sich aber<br />

in der Mehrzahl der Fälle um berufliche (gute Karrierechancen<br />

für unsere gut ausgebildeten Leute)<br />

und zwischenmenschliche Gründe (viele binationale<br />

Ehen) handeln. In der deutschen Wirtschaft<br />

werden zahlreiche wichtige Managementpositionen<br />

von Österreichern besetzt. In der deutschen<br />

Wirtschaft werden zahlreiche wichtige Managementpositionen<br />

von Österreichern besetzt. Ich<br />

erwähne beispielsweise Peter Löscher (Vorstandsvorsitzender<br />

Siemens), Paul Achleitner (Aufsichtsratsvorsitzender<br />

Deutsche Bank), Wolfgang Mayrhuber<br />

(Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa),<br />

oder etwa Ferdinand Piëch, ein großer Pionier der<br />

modernen Automobilindustrie.<br />

»Die Beziehungen<br />

zwischen<br />

Österreich und<br />

Deutschland<br />

sind von einer<br />

besonderen<br />

Dichte und<br />

Qualität.<br />

«<br />

Ralph<br />

Scheide<br />

curriculum<br />

vitae<br />

otschafter Dr. Ralph<br />

Scheide ist am 15.<br />

BFebruar 1951 in Wien<br />

geboren. Nach dem Studium<br />

der Rechtswissenschaften<br />

an der Universität Wien<br />

und einem Sprachstudium<br />

an der Universität Lausanne<br />

trat er 1975 in den diplomatischen<br />

Dienst ein. Er war u.<br />

a. in Moskau und Genf tätig,<br />

war Leiter des Generalsekretariates<br />

des Außenministeriums,<br />

Botschafter in Ankara<br />

(1998-2001), Abteilungsleiter<br />

für den Nahen und<br />

Mittleren Osten und Afrika,<br />

und ist seit 2009 Botschafter<br />

in Berlin. In den 1990er<br />

Jahren war Dr. Scheide<br />

Kabinettsvizedirektor der<br />

Österreichischen Präsidentschaftskanzlei.<br />

Was sind die Hauptanliegen von Österreichern,<br />

die sich an die Botschaft wenden?<br />

Die Botschaft ist eine Universalanlaufstelle<br />

für unterschiedlichste Anfragen aller Art. Unsere<br />

Generalkonsulate in Berlin und München sowie<br />

unsere ehrenamtlichen Honorarkonsulate in elf<br />

weiteren Städten beschäftigen sich vorrangig mit<br />

Reisepässen, Personalausweisen und Staatsbürgerschaftsangelegenheiten,<br />

unterstützt die Österreicher<br />

aber auch bei Unfällen oder anderen<br />

Problemen, wobei die Zusammenarbeit mit den<br />

deutschen Behörden in den meisten Fällen sehr<br />

gut funktioniert.<br />

Außenminister Guido Westerwelle hat die<br />

sog. „Zukunftsgruppe“ von zehn EU-Außenministern<br />

ins Leben gerufen, die über Europapläne,<br />

etwa ein bundesstaatliches Modell der<br />

EU, nachdenkt. Welchen Stellenwert haben<br />

diese Gespräche, da nicht alle Außenminister<br />

daran teilnehmen?<br />

Die Zukunftsgruppe hat sich im letzten Jahr<br />

insgesamt fünf Mal zu einer vertraulichen Grundsatzdebatte<br />

über aktuelle Herausforderungen<br />

und die künftige Ausgestaltung der Europäischen<br />

Union getroffen. Sie hat sich als Avantgarde verstanden,<br />

deren Beitrag dann im größeren Rahmen<br />

unter Einbindung aller diskutiert werden soll.<br />

Deshalb wurde am 18. September letzten Jahres<br />

ein öffentlicher Abschlussbericht mit Vorschlägen<br />

vorgelegt, der in der Folge mit den europäischen<br />

Institutionen diskutiert wurde. Der Bericht stellte<br />

die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion<br />

in den Mittelpunkt und forderte mehr Europa<br />

bei Bankenaufsicht, Wirtschaftskoordinierung<br />

und der Gestaltung nationaler Budgets zur Einhaltung<br />

europäischer Verpflichtungen, stärkere<br />

demokratische Kontrolle durch das Europäische<br />

Parlament und die nationalen Parlamente, ein kohärenteres<br />

Auftreten der Union nach außen und<br />

eine direktere demokratische Legitimation des<br />

Präsidenten der Europäischen Kommission, um<br />

nur ein paar Beispiele zu nennen. Vieles davon ist<br />

derzeit in Umsetzung begriffen. Die Ergebnisse<br />

der Zukunftsgruppe sind in den Bericht der vier<br />

Präsidenten zur Vollendung der Wirtschafts- und<br />

Währungsunion für den Europäischen Rat eingeflossen<br />

und stellen einen wesentlichen Beitrag in<br />

der gegenwärtigen Zukunftsdebatte dar.<br />

Deutschland und Österreich zählen bezüglich<br />

des EU-Beitritts der Türkei zu den großen<br />

Skeptikern. Sie haben als ehemaliger österreichischer<br />

Botschafter in Ankara guten Einblick<br />

in die Beziehungen zur Türkei. Welche Faktoren<br />

sind es, die Deutschland und Österreich<br />

gegen einen Türkei-Beitritt sprechen lassen?<br />

Aus unserer Sicht ist die Türkei als Schnittstelle<br />

zwischen westlicher und muslimischer Welt,<br />

als Energiedrehscheibe und als bedeutender<br />

Wirtschaftsakteur einer der wichtigsten strategischen<br />

Partner der EU. Österreich befürwortet<br />

daher eine weitere EU-Annäherung. Der Grad der<br />

Annäherung wird aber immer von den Reformbemühungen<br />

der Türkei selbst und von der Aufnahmefähigkeit<br />

der Union abhängen. Zudem werden<br />

insbesondere eine Normalisierung der Beziehungen<br />

zur Republik Zypern und die Fortsetzung des<br />

internen gesellschaftlichen Reformprozesses zu<br />

einer Gleichstellung aller Teile der Gesellschaft<br />

weitere entscheidende Voraussetzungen in den<br />

Verhandlungen sein.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 49


deutschland<br />

Interview<br />

„Der deutsche Markt ist<br />

lebenswichtig“<br />

Johann Kausl, der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Berlin,<br />

über die deutschen Exporterfolge, die Verflechtung mit der<br />

österreichischen Wirtschaft und die Haltung Deutschlands in<br />

der Schuldenkrise.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Deutschland ist Österreichs<br />

wichtigster<br />

Handelspartner, und<br />

Österreich gehört zu<br />

den zehn wichtigsten<br />

Handelspartnern<br />

Deutschlands. Liegt das in erster Linie<br />

an der unmittelbaren Nachbarschaft?<br />

Was sind die Hauptgründe dafür?<br />

Wenige wissen, dass nicht nur für Österreichs<br />

Wirtschaft der deutsche Markt<br />

lebenswichtig ist, sondern auch für<br />

Deutschland der Außenhandel mit Österreich<br />

große Bedeutung hat. Für Deutschland<br />

ist Österreich sechstwichtigster<br />

Exportmarkt und zehntwichtigster Lieferant.<br />

Noch vor zwei Jahren waren die<br />

deutschen Exporte nach Österreich größer<br />

als jene nach China und auch derzeit<br />

ist das Außenhandelsvolumen zwischen<br />

Deutschland und Österreich deutlich<br />

größer als das Außenhandelsvolumen<br />

Deutschlands mit Russland.<br />

Hauptgrund ist sicher die Nachbarschaft,<br />

da im Außenhandel grundsätzlich<br />

die Verflechtung mit dem Quadrat der<br />

Entfernung abnimmt, wenn nicht Sondereinflüsse<br />

zum Tragen kommen. Bei<br />

Deutschland gibt es noch verstärkende<br />

Sondereinflüsse wie die fehlende Sprachbarriere,<br />

die gleiche Geschäftskultur, ähnliches<br />

technisches Niveau, aber auch die<br />

starke gegenseitige Verflechtung durch<br />

Investitionen.<br />

Wir müssen auch zugeben, dass ein<br />

Teil unseres Exporterfolgs nach Deutschland<br />

den deutschen Investitionen in Österreich<br />

zuzurechnen ist. Wenn etwa ein<br />

großer deutscher Automobilbauer ein Motorenwerk<br />

in Österreich baut, ist der österreichische<br />

Erfolg für diese Warengrup-<br />

pe bereits auf Jahre vorprogrammiert und<br />

bedarf keiner intensiven Anbahnungsaktivitäten.<br />

Deutschland ist wichtigster ausländischer<br />

Direktinvestor in Österreich<br />

mit aktuell 29,3 Milliarden Euro. Aber<br />

auch Österreich investierte 23,4 Milliarden<br />

Euro in Deutschland. Was ist der<br />

Grund für die recht hohen österreichischen<br />

Investitionen in Deutschland?<br />

Wenn man bedenkt, dass etwa 5.000<br />

deutsche Firmen in Österreich eine Niederlassung<br />

haben und mehr als 2.000<br />

österreichische Firmen zumindest mit<br />

einem Verkaufsbüro in Deutschland präsent<br />

sind, scheinen die Zahlen der Nationalbank<br />

über die Investitionen sogar<br />

etwas untertrieben. Nachdem wir gegenseitig<br />

wichtige Partner mit einem jährlichen<br />

Außenhandelsvolumen von neunzig<br />

Milliarden Euro sind, ist die hohe Investitionsdichte<br />

eine logische Folge. Außerdem<br />

besteht ein hoher Grad an Wissen<br />

über den jeweils anderen Wirtschaftsraum,<br />

was die Verflechtung erleichtert<br />

und Investitionen zu keinem Abenteuer<br />

macht.<br />

Deutschland ist wichtigstes Herkunftsland<br />

touristischer Gäste hierzulande.<br />

Anteilsmäßig gehen die Tourismus-Zahlen<br />

seit Jahren jedoch zurück.<br />

Worauf ist das zurückzuführen?<br />

Ja, der deutsche Tourist ist für die österreichische<br />

Tourismuswirtschaft von<br />

großer Bedeutung, und es zeigt sich auch,<br />

dass die Deutschen treue Gäste sind. Natürlich<br />

hat die Internationalisierung und<br />

die leichtere Erreichbarkeit neuer Ziele<br />

in den vergangenen Jahrzehnten deutsche<br />

Touristen auch zu anderen Zielen<br />

gebracht, gerade in Zeiten der Instabilität<br />

in einzelnen dieser ferneren Ziele wird<br />

aber wieder der Österreich-Urlaub wichtiger.<br />

So hat es im vergangenen Jahr sowohl<br />

bei Nächtigungen als auch Ankünften aus<br />

Deutschland wieder ein deutliches Plus<br />

gegeben. Die Statistik zeigt, dass deutsche<br />

Gäste „Wiederholungstäter“ sind, was einen<br />

stabilen Zustrom deutscher Touristen<br />

nach Österreich gewährleistet. Vielfalt<br />

tut auch im Tourismus gut, weshalb ich<br />

eine Verschiebung der Anteile vom Gast<br />

Nummer 1 zu anderen Ländern für nicht<br />

grundsätzlich schlecht halte.<br />

Deutschland hatte im Jahr 2011 die<br />

höchste Zahl an Erwerbstätigen seit<br />

der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenrate<br />

hält sich auch im Rahmen.<br />

Was hat zu diesem Höchststand geführt?<br />

Wirtschaftswachstum ist sicher die<br />

Hauptursache für die guten Beschäftigungszahlen<br />

der letzten zwanzig Jahre,<br />

wobei Deutschland nicht nahtlos glücklich<br />

ist, weil sich nach mehr als zwanzig<br />

Jahren noch immer deutlich höhere Arbeitslosenzahlen<br />

in den neuen Bundesländern<br />

ergeben. Es gibt noch einige<br />

Aufgaben in der Strukturpolitik. Dass die<br />

Arbeitslosenzahl seit einiger Zeit und voraussichtlich<br />

auch in den nächsten Jahren<br />

unter drei Millionen liegt, ist sicher ein<br />

Verdienst der starken deutschen produzierenden<br />

Wirtschaft und der Exporterfolge.<br />

Die demografische Entwicklung<br />

Deutschlands hat sogar in den letzten<br />

Jahren zu einer Verknappung des Arbeitskräfteangebots<br />

geführt und in den neuen<br />

Bundesländern fehlt oft die Generation<br />

der „Auszubildenden“. Die Migrationsbewegung<br />

aus Osteuropa hat weit geringere<br />

50 | SocietY 1 _<strong>2013</strong>


deutschland<br />

Interview<br />

Foto: WKO<br />

Auswirkungen als erwartet und in vielen Gebieten<br />

herrscht Facharbeitermangel, der bei einem stärkeren<br />

Wirtschaftsaufschwung massive Probleme<br />

bringen könnte.<br />

Der hohe Handelsbilanzüberschuss<br />

Deutschlands mit über sechs Prozent sorgt<br />

für Kritik. Kritiker sagen, die Überschüsse gehen<br />

auf Kosten von Ländern mit schwacher<br />

Wirtschaft. Die EU droht Deutschland sogar<br />

ein Mahnverfahren wegen der Übersteigung<br />

der sechs Prozent an. Wie ist die aktuelle Situation<br />

diesbezüglich? Inwiefern ist die Kritik<br />

berechtigt?<br />

2012 ist Deutschland knapp an einer Strafe<br />

wegen zu guter Performance vorbeigeschrammt.<br />

Nachdem die Exporte in den letzten Monaten<br />

doch etwas nachgelassen haben, dürfte die Problematik<br />

heuer nicht wieder auftauchen. Deutschland<br />

nimmt die Kritik an seiner zu guten Exportwirtschaft,<br />

die etwa aus Frankreich kam, ebenso<br />

gelassen hin, wie Kritik an der hohen Quote der<br />

Produktion am BIP. Man ist in den letzten Jahren<br />

bewusst nicht wie andere EU-Staaten den Weg der<br />

Deindustrialisierung gegangen, sondern meint,<br />

und das wurde durch die Erfolge der letzten Jahre<br />

bewiesen, dass der produzierenden Wirtschaft ein<br />

wichtiger Stellenwert zukommt. Wie in der Schule<br />

die schlechten Schüler nicht die guten für ihre<br />

Probleme verantwortlich machen können, gilt<br />

dies auch in der Außenwirtschaft.<br />

Deutschland hat aber auch „hausgemachte“<br />

Faktoren, die Wirtschaft und Export derzeit stärker<br />

bremsen, wie die Energiewende mit den hohen<br />

Energiekosten für Konsumenten und Wirtschaft<br />

und zuletzt deutlich höheren Abschlüssen<br />

bei den Lohnverhandlungen diverser Wirtschaftszweige.<br />

curriculum<br />

vitae<br />

M<br />

ag. Johann Kausl<br />

wurde am 3. Februar<br />

1949 in Wien<br />

geboren. Er maturierte an<br />

der HTL für Nachrichtentechnik<br />

und Elektronik,<br />

absolvierte ein Studium der<br />

Betriebswirtschaft an der<br />

Hochschule für Welthandel<br />

(heute WU), und ist seit<br />

1974 für die Wirtschaftskammer<br />

Österreich tätig. Er<br />

war stv. Handelsdelegierter<br />

in Frankfurt, Moskau, Tokio,<br />

sowie Leiter der Handelsdelegationen<br />

von Los Angeles<br />

und Moskau. Zwischenzeitlich<br />

war er persönlicher<br />

Assistent der WKO-Präsidenten<br />

Rudolf Sallinger und<br />

Leopold Maderthaner. Seit<br />

2010 ist er Wirtschaftsdelegierter<br />

in Berlin.<br />

Bis jetzt trotzt Deutschland der Bankenund<br />

Schuldenkrise in der Europäischen Union.<br />

Nach vier Quartalen mit Wirtschaftsrückgang<br />

2008/09 geht es seitdem für die deutsche<br />

Wirtschaft wieder bergauf. Weshalb ist die<br />

deutsche Wirtschaft so stark? Was sollte man<br />

in Europa – wirtschaftspolitisch – tun, dass<br />

auch die anderen Staaten wieder – aus eigener<br />

Kraft – partizipieren?<br />

Gerade die Schuldenkrise hat der deutschen<br />

Wirtschaft im vergangenen Jahr einige Prozent<br />

weniger Wirtschaftswachstum gebracht als möglich<br />

wäre, und Deutschland ist der größte Zahler<br />

und Hafter im Rahmen der Lösung der Schuldenkrise.<br />

Auch Deutschland würde sich wünschen,<br />

dass das eigene Erfolgsrezept in den EU-Problemländern<br />

zur Anwendung kommt und Deutschland<br />

nicht nur als Sparmeister und Wachstumsbremser<br />

gesehen wird. In vielen Bereichen versucht<br />

Deutschland den Problemländern Unterstützung<br />

bei der Umsetzung erfolgreicher Konzepte wie der<br />

dualen Bildung zu geben, um langfristig positive<br />

Effekte zu erzielen. Derzeit muss aber Deutschland<br />

mit dem „Undank“ leben, auch wenn es, wie<br />

schon erwähnt, größter Zahler und Hafter ist.<br />

Deutschland will Vorbild für den Weg der europäischen<br />

Wirtschaft aus der Krise sein, muss aber<br />

akzeptieren, dass ein Wandel der Wirtschaft der<br />

Krisenländer nicht rasch gehen kann und Geduld<br />

erfordert.<br />

•<br />

Auf den Spuren des Genies<br />

Das Reiseland Deutschland feiert 200 Jahre Richard Wagner – feiern Sie mit!<br />

Erleben Sie das Erbe eines musikalischen Genies in Inszenierungen, Konzerten,<br />

Ausstellungen und Events. Folgen Sie den Spuren von Richard Wagner in<br />

Deutschlands Städten: www.germany.travel/richard-wagner<br />

© Getty


Deutschland<br />

Wirtschaft<br />

Facts<br />

Wirtschaftsdaten<br />

Deutschland<br />

Bedeutende<br />

Wirtschaftssektoren<br />

Maschinen- und Anlagenbau,<br />

Automobilbau,<br />

chemische und pharmazeutische<br />

Industrie, Elektround<br />

elektronische Industrie,<br />

Nahrungsmittelindustrie,<br />

Finanz-, Versicherungsdienstleister,<br />

Verkehr, Messewesen<br />

Wirtschaftswachstum<br />

+0,7 % (2012)<br />

BIP pro Kopf<br />

32.289 EUR (2012)<br />

BIP<br />

2.645 Mrd. EUR (2012)<br />

Inflation<br />

+2,0 % (2012)<br />

Arbeitslosigkeit<br />

5,5 % (2012)<br />

Auslandsverschuldung<br />

1.322 Mrd. EUR, entspr.<br />

82,2% des Bruttoinlandsprodukts<br />

Exporte<br />

1.097 Mrd. EUR (2012)<br />

Wichtigste Exportländer<br />

Frankreich, USA, Großbritannien,<br />

Niederlande, China,<br />

Österreich, Italien, Schweiz<br />

Importe<br />

909 Mrd. EUR (2012)<br />

Wichtigste Importländer<br />

Niederlande, China, Frankreich,<br />

USA, Italien, Großbritannien,<br />

Russland, Belgien<br />

Aussenhandel<br />

mit Österreich<br />

Importe aus Österreich<br />

37,8 Mrd. EUR (2012)<br />

Importprodukte<br />

Fahrzeuge, Maschinen,<br />

Eisen/Stahl, Metallwaren<br />

Exporte nach Österreich<br />

49,5 Mrd. EUR<br />

Exportprodukte<br />

Fahrzeuge, Maschinen, Erdölerzeugnisse,<br />

Metallwaren,<br />

Eisen/Stahl, pharmazeutische<br />

Erzeugnisse<br />

Quellen: Außenwirtschaft<br />

Austria der WKÖ<br />

Made in<br />

Germany<br />

Die deutsche Wirtschaft gehört zu den wettbewerbsfähigsten<br />

Wirtschaftsräumen auf der Welt.<br />

Das zeigt sich in der hohen Exportquote, der<br />

niedrigen Arbeitslosenrate und der starken Binnennachfrage.<br />

Text: SOCIETY<br />

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft<br />

in der EU und die<br />

viertgrößte Volkswirtschaft der<br />

Welt hinter den USA, China und<br />

Japan. Bis 2009 war Deutschland<br />

der weltgrößte Exporteur. Mittlerweile<br />

ist es auf Platz drei hinter China und den<br />

USA zurückgefallen, steht aber gemessen am Export<br />

pro Kopf der Bevölkerung nach wie vor auf<br />

Platz eins. Deutschland ist der größte Netto-Beitragszahler<br />

in der EU und größter Garantiegeber<br />

im Euro-Rettungsschirm.<br />

Die deutsche Wirtschaft zeichnet sich durch<br />

ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten<br />

aus. Dies erklärt die hohe Exportquote.<br />

Produkte „Made in Germany“ tragen ein Qualitätssiegel,<br />

das auf der ganzen Welt geschätzt wird.<br />

Durch Innovation, Qualität und technischen Vorsprung<br />

schafft es Deutschland, sich im Umfeld<br />

seiner Konkurrenten zu behaupten. Deutschland<br />

gibt 2,6 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung<br />

aus und will diesen Wert bis 2015 auf<br />

drei Prozent steigern. Die EU fordert von seinen<br />

Mitgliedsländern erst ab 2020 diese Quote. Bei Patentanmeldungen<br />

steht Deutschland weltweit auf<br />

Platz drei hinter den Vereinigten Staaten und China<br />

– ein weiterer Beweis für die Innovationskraft<br />

des Landes.<br />

Fotos: Deutsche Zentrale für Tourismus/Hans Peter Merten, Jochen Knobloch. Jochen Keute<br />

52 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Deutschland<br />

Wirtschaft<br />

•<br />

Starke Binnennachfrage<br />

und Energiepolitik<br />

Aber nicht nur der Export ist eine<br />

große Stütze der Wirtschaft, sondern<br />

auch die Binnennachfrage befindet sich<br />

in Deutschland derzeit auf einem hohen<br />

Niveau. Gründe dafür sind die relativ geringe<br />

Arbeitslosigkeit bei knapp sieben<br />

Prozent, ein historischer Höchststand an<br />

Erwerbstätigen (mehr als 41 Millionen<br />

Menschen) und steigende Reallöhne, die<br />

den privaten Konsum beleben.<br />

Einen zukünftigen Impuls kann sich<br />

Deutschland aus der geänderten Energiepolitik<br />

erhoffen. Die Energiewende zur<br />

umweltverträglichen Energieversorgung<br />

erfordert zum Teil neue technologische<br />

Grundlagen, die mittels eines Energieforschungsprogrammes<br />

unterstützt werden<br />

– eine Chance, Know-how in diesem Bereich<br />

zu generieren.<br />

•<br />

Deutschland und Österreich<br />

Für Österreich ist Deutschland der<br />

mit Abstand wichtigste Handelspartner.<br />

Sowohl bei den Ein- als auch bei den Ausfuhren<br />

steht für Österreich Deutschland<br />

an der Spitze. Die österreichischen Exporte<br />

nach Deutschland machten 2012 fast 38<br />

Milliarden Euro aus – so viel wie die nächsten<br />

sieben Länder zusammen genommen.<br />

Fast vierzig Prozent der österreichischen<br />

Importe kommen aus Deutschland. Aus<br />

deutscher Perspektive ist Österreich der<br />

siebtwichtigste Handelspartner, knapp<br />

hinter dem viel größeren Italien, was die<br />

Konkurrenzfähigkeit und den hohen technologischen<br />

Stand österreichischer Unternehmen<br />

unterstreicht.<br />

Deutschland ist der größte ausländische<br />

Investor in Österreich. Mit einem<br />

Wert von ca. dreißig Milliarden Euro kommen<br />

gut fünfzehn Prozent der ausländischen<br />

Direktinvestitionen aus Deutschland.<br />

Österreich investiert im Gegenzug<br />

knapp 24 Milliarden Euro in Deutschland.<br />

Über 700 österreichische Unternehmen<br />

beschäftigten ca. 100.000 Menschen in<br />

Deutschland. In Österreich gibt es ca.<br />

3.800 deutsche Niederlassungen bzw. Arbeitgeber<br />

mit 240.000 Arbeitnehmern. Im<br />

Tourismus bleibt Österreich die zweitbeliebteste<br />

Destination der Deutschen (6,8<br />

Milliarden Euro).<br />

•<br />

Kultur bereichert unseren Alltag.<br />

Vor allem, wenn sie nicht alltäglich ist.<br />

Kunst und Kultur gehen neue Wege. Mit Unterstützung von Siemens.<br />

Die Förderung kultureller Projekte hat eine lange<br />

Tradition bei Siemens. Kunst und Kultur bereichern<br />

die Gesellschaft mit neuen und innovativen Ideen.<br />

Deshalb sind wir stolz, in zahlreichen Ländern mit<br />

vielfältigen Initiativen und Projekten gesellschaftliche<br />

Verantwortung zu übernehmen.<br />

siemens.at/kultur


Deutschland<br />

wirtschaft<br />

Über die Mitgliedschaft bei der DHK erhält man außergewöhnliche<br />

Einblicke in die Unternehmenslandschaft,<br />

so zum Beispiel im Rahmen der Veranstaltung DHK vor<br />

Ort – eine exklusive Führung für DHK Mitglieder durch<br />

das Siemens Mobility Werk in Wien<br />

Eine Antwort auf diese Frage<br />

erhält, wer sich die Tagesarbeit<br />

der 25 DHK-Mitarbeiter<br />

anschaut. Allein 15 von ihnen<br />

unterstützen in der<br />

Abteilung Marketing und<br />

Messen deutsche Unternehmen – vornehmlich<br />

KMU – bei der Geschäftsanbahnung.<br />

Häufig ist für diese Firmen der österreichische<br />

Markt der erste Schritt ins<br />

Ausland, der gleichen Sprache und der<br />

Nähe wegen. Doch dass gerade der nahe<br />

und gleichsprachige Alpenraum seine<br />

Besonderheiten hat, wird für viele deutsche<br />

Unternehmer oft zum Stolperstein:<br />

Die Unterschiede in der Mentalität und<br />

im Geschäftsgebaren, die oftmals erforderliche<br />

Vor-Ort-Präsenz bei österreichischen<br />

Kunden, die häufig unterschätzte<br />

Ost-West-Ausdehnung Österreichs von 900<br />

Kilometern. Und natürlich: Unterschiede<br />

zwischen dem österreichischen und dem<br />

deutschen Rechts- und Steuersystem.<br />

Hier kommt die Abteilung Recht- und<br />

Steuern ins Spiel. Ihre Mitarbeiterinnen<br />

unterstützten im vergangenen Jahr 5.000<br />

deutsche Unternehmen bei der Gründung<br />

von Unternehmensniederlassungen, der<br />

Gehaltsverrechnung für österreichische<br />

Mitarbeiter; sie sind Fiskalvertreter für deutsche<br />

Unternehmen, die über keine eigene<br />

Niederlassung in Österreich verfügen, und<br />

bieten Unterstützung an bei der Mehrwertsteuerrückerstattung.<br />

Hierbei arbeiten die<br />

Rechtsexperten eng mit österreichischen<br />

Ministerien und Behörden zusammen und<br />

können für ihre Kunden vieles häufig schon<br />

auf dem kleinen Dienstweg erreichen.<br />

Wachstum durch<br />

Verbindung<br />

90 Milliarden Euro beträgt das Außenhandelsvolumen<br />

zwischen Österreich<br />

und Deutschland. Ein beachtlicher Wert,<br />

dem auch die jüngsten Krisen nicht wirklich<br />

etwas anhaben konnten. Wozu also<br />

braucht man dann noch die Deutsche<br />

Handelskammer in Österreich (DHK)?<br />

Text: DHK<br />

links nach rechts: Prof. Dr. Dieter Hundt, Präsident der DHK, Dr. Heinz<br />

Fischer, Bundespräsident der Republik Österreich, Dr. Peter Ramsauer,<br />

MdB, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der<br />

Bundesrepublik Deutschland, mit Gemahlinnen beim Opernball <strong>2013</strong>.<br />

Fotos: DHK in Österreich<br />

54 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


deutschland<br />

wirtschaft<br />

•<br />

Im Einsatz für die<br />

Wirtschaft<br />

Aber auch für österreichische<br />

Unternehmen hat die DHK<br />

einiges zu bieten: So vertritt die<br />

Handelskammer allein sechs<br />

deutsche Messeplätze in der Alpenrepublik:<br />

Berlin, Frankfurt,<br />

Hannover, Karlsruhe, Offenbach<br />

und Stuttgart. Das Team<br />

Marketing und Messen berät<br />

österreichische Aussteller hinsichtlich<br />

des optimalen Messeauftritts<br />

und begleitet jährlich<br />

700 Unternehmen auf Messen.<br />

Zu diesen gehören auch die<br />

Flaggschiffe der deutschen Messewelt:<br />

Die CeBIT in Hannover,<br />

die weltweit größte Messe zur<br />

Darstellung digitaler Lösungen<br />

aus der Informations- und Kommunikationstechnik<br />

für die<br />

Arbeits- und Lebenswelt, und<br />

die ITB in Berlin, die Leitmesse<br />

der internationalen Tourismus-<br />

Wirtschaft.<br />

Für österreichische Messebesucher<br />

und -aussteller vermittelt<br />

die DHK die optimale Standplatzierung,<br />

Einladungen zu<br />

speziellen Messe-Veranstaltungen<br />

sowie Eintrittskarten.<br />

Die DHK ist jedoch weit<br />

mehr, als nur Dienstleister<br />

für Unternehmen. Als offizielle<br />

Vertretung der Deutschen<br />

Wirtschaft vertritt sie die deutschen<br />

Wirtschaftsinteressen in<br />

Österreich. Dass die DHK diese<br />

übergeordnete Aufgabe erfolgreich<br />

ausführt, ist der stabilen<br />

Mitgliederbasis von rund 1.600<br />

Firmen zu verdanken. Unter<br />

den Mitgliedsunternehmen<br />

befinden sich Industrieunter-<br />

»Vom Großkonzern<br />

bis<br />

zum Kleinstunternehmen<br />

bringen wir die<br />

richtigen Partner<br />

zusammen.<br />

«<br />

Thomas<br />

Gindele<br />

Geschäftsführer<br />

nehmen, Dienstleister und Handelsunternehmen<br />

aus nahezu<br />

sämtlichen Branchen.<br />

Nach außen hin vertreten<br />

das Präsidium und der Vorstand<br />

die DHK. Das Präsidium<br />

setzt sich aus hochrangigen Persönlichkeiten<br />

sowohl der deutschen<br />

als auch der österreichischen<br />

Wirtschaft zusammen.<br />

Dabei ist die bilaterale Ausrichtung<br />

der Mitgliederstruktur<br />

die wichtigste Substanz für das<br />

Netzwerk. Die obersten Repräsentationsaufgaben<br />

nimmt der<br />

Präsident der DHK wahr, Prof.<br />

Dr. Dieter Hundt, welcher zugleich<br />

auch Präsident der Bundesvereinigung<br />

Deutscher Arbeitgeberverbände<br />

ist.<br />

•<br />

Dichtes Netzwerk<br />

Für die Mitglieder sind die<br />

Netzwerkveranstaltungen der<br />

DHK von großer Bedeutung. Allein<br />

dieses Jahr bringt die Handelskammer<br />

bei ca. 40 Anlässen<br />

3.000 Entscheidungsträger aus<br />

Wirtschaft und Politik beider<br />

Länder zusammen. Oberstes Gebot<br />

ist es, bilaterale Wirtschaftsthemen<br />

anzusprechen und die<br />

Entwicklung gemeinsamer Themen<br />

auf den Weg zu bringen.<br />

Politische Prominenz beider<br />

Länder, hochrangige Vertreter<br />

aus Wirtschaft und Gesellschaft<br />

sowie ein anspruchsvolles Rahmenprogramm<br />

sorgen dafür,<br />

dass die Generalversammlung<br />

der DHK einen herausragenden<br />

Stellenwert im Wiener Festkalender<br />

einnimmt. Im Rahmen der<br />

diesjährigen Generalversammlung<br />

am 21.11. präsentiert sich<br />

das Bundesland Sachsen-Anhalt.<br />

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff<br />

hält die Festrede.<br />

Außerdem ist es für die DHK,<br />

als Repräsentanz des Freistaates<br />

Bayern in Österreich, jedes Jahr<br />

eine Freude, das Münchner Oktoberfest<br />

nach Wien zu holen.<br />

Heuer findet das Bayerische Oktoberfest<br />

in Wien am 25.10. statt.<br />

Zu diesem Highlight sind sowohl<br />

DHK-Mitglieder als auch Gäste<br />

herzlich willkommen. Tracht ist<br />

Ehrensache.<br />

Machen Sie sich selbst ein<br />

Bild von der DHK und ihren<br />

Leistungen. Für detailliere Auskünfte<br />

stehen Ihnen die DHK<br />

Mitarbeiter jederzeit gerne zur<br />

Verfügung. Unter www.dhk.at<br />

können Sie sofort Ihren direkten<br />

Ansprechpartner für Ihre Fragen<br />

ermitteln.<br />

Die DHK freut sich auf<br />

Sie!<br />

•<br />

Messen sind das Tor zur Welt, denn sie<br />

sind Treffpunkt und Umschlagplatz für<br />

den Austausch von Produkten, Ideen und<br />

Know-how. Nutzen Sie die langjährige<br />

Erfahrung der DHK Mitarbeiter für einen<br />

erfolgreichen Messeauftritt.<br />

Facts<br />

Deutsche<br />

Handelskammer<br />

Die DHK erleichtert den<br />

Aufbau von bilateralen<br />

Geschäftsbedingungen<br />

begleitet Unternehmen auf<br />

Messen und informiert über<br />

Recht und Steuern. Bei<br />

Netzwerkveranstaltungen<br />

kommen Entscheidungsträger<br />

aus Wirtschaft und<br />

Politik zusammen.<br />

Kontakt<br />

Deutsche Handelskammer<br />

in Österreich<br />

A-1030, Wien<br />

Schwarzenbergplatz 5,<br />

Top 3 / 1<br />

Tel.:+43-(0)1-545 14 17-0<br />

office@dhk.at<br />

www.dhk.at<br />

Entwicklung Außenhandelsvolumen<br />

Deutschland - Österreich<br />

Quelle: Statistik Austria<br />

Eine Marktentwicklung<br />

ist für kleine und<br />

mittlere Unternehmen<br />

oft eine große Herausforderung.<br />

Die DHK<br />

unterstützt diese Geschäftsanbahnungen.<br />

Besonderer Beliebtheit<br />

erfreuen sich die Firmenmessen,<br />

bei denen<br />

der Genuss mitunter im<br />

Vordergrund steht.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 55


Deutschland<br />

honorarkonsuln<br />

Gewachsenes<br />

Netzwerk<br />

Fünf deutsche Honorarkonsulate sind in Österreich Anlaufstelle<br />

für die Anliegen von bundesdeutschen Bürgern und Treffpunkt<br />

für die Pflege der deutsch-österreichischen Beziehungen in den<br />

Bundesländern.<br />

Text: SOCIETY<br />

•<br />

Innsbruck<br />

Am 08.01.2001 wurde ich zum Honorarkonsul<br />

der Bundesrepublik Deutschland<br />

in Innsbruck für den Amtsbezirk<br />

Bundesland Tirol bestellt. Zuvor hatte<br />

Deutschland in Tirol ein Berufs-Generalkonsulat<br />

unterhalten. Als Honorarkonsul<br />

unterstehe ich dem deutschen Botschafter<br />

in Österreich. Die Tätigkeit erfolgt ehrenamtlich.<br />

Büro und Angestellte für die<br />

konsularische Arbeit stelle ich zur Verfügung.<br />

Die Tätigkeit umfasst vor allem die<br />

konsularische und Notfallbetreuung von<br />

deutschen Staatsangehörigen sowie die<br />

Vermittlung von wirtschaftlichen und<br />

kulturellen Kontakten. Zu den Aufgaben<br />

zählt auch die Betreuung von hochrangigen<br />

Besuchen aus Deutschland.<br />

Im Jahr 2011 lebten ca. 34.000 deutsche<br />

Staatsangehörige in Tirol, dazu kommen<br />

die Saisonarbeitskräfte mit circa 26.000<br />

deutschen Staatsbürgern. Weiters haben<br />

29.000 Deutsche Zweitwohnsitze in Tirol.<br />

Die deutschen Staatsbürger stellen damit<br />

die stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe<br />

in Tirol. Ca. 6000 deutsche Studenten<br />

studieren an den Universitäten in<br />

Tirol, im Jahr 2012 haben 22,4 Millionen<br />

Deutsche ihren Urlaub hier verbracht.<br />

Mein dichtes, in langjährige Arbeit<br />

als Rechtsanwalt in Tirol gewachsenes<br />

Netzwerk nutze ich für den deutsch-österreichischen<br />

Austausch. So fördert das<br />

Managementcenter Innsbruck mit dem<br />

Rektor Dr. Andreas Altmann gemeinsam<br />

mit mir das Zusammenleben und die<br />

Zusammenarbeit auf allen Gebieten der<br />

Wirtschaft und Wissenschaft mit deutschen<br />

Universitäten. Wichtiges gesellschaftliches<br />

und politisches Bindeglied ist<br />

außerdem die österreichisch-bayerische<br />

Gesellschaft mit Sitz in München. Bedeutend<br />

sind auch Städtepartnerschaften, besonders<br />

jene von Innsbruck mit Freiburg.<br />

Veranstaltungen der deutschen Tourismuszentrale,<br />

der Deutschen Handelskammer<br />

in Österreich, der Jugendolympiade,<br />

der Fußballeuropameisterschaft sowie<br />

der kultureller Austausch von Künstlern<br />

fordern immer wieder die Präsenz und<br />

den Einsatz des Honorarkonsuls. Durch<br />

die von mir organisierten Veranstaltungen,<br />

insbesondere zum Tag der Deutschen<br />

Einheit, ergeben sich viele Kontakte zwischen<br />

hochrangigen Vertretern beider<br />

Länder.<br />

Ohne die wertvolle Unterstützung<br />

meiner Mitarbeiterinnen, die vor allem<br />

die Administrativarbeiten – wie z. B Passanträge,<br />

Lebensbescheinigungen, Namenserklärungen,<br />

Erbausschlagungen,<br />

Staatsbürgerschaftsangelegenheiten – abwickeln,<br />

wäre der Arbeitsaufwand nicht<br />

zu bewältigen. Eine wichtige Unterstützung<br />

gewähren auch die Landesregierung<br />

in Tirol und ihren Behörden, die Bürgermeister/innen,<br />

vor allem von Innsbruck<br />

und Kitzbühel, die Bezirkshauptmannschaften<br />

in Tirol, die Landespolizeidirektion<br />

Tirol und die Gerichten und Staatsanwaltschaften.<br />

Dr. Ernst Wunderbaldinger<br />

Honorarkonsul von Deutschland<br />

Honorarkonsul Dr. Helmut Gerlich Honorarkonsul Dr. Ernst Wunderbaldinger Honorarkonsul Dr. Wolfgang Leitner<br />

56 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


deutschland<br />

honorarkonsuln<br />

•<br />

Bregenz<br />

Das Honorarkonsulat in Bregenz (Schulgasse<br />

7, 6850 Dornbirn) dient den ca. 14.000 deutschen<br />

Staatsbürgern, die in Vorarlberg leben, als Anlaufstelle<br />

für ihre Personal- und Staatsbürgerangelegenheiten,<br />

z.B. für die Abgabe von Passanträgen,<br />

Erbausschlagungen, Namensführungen und Beglaubigung<br />

diverser Schriftstücke, unter anderem<br />

Lebensbescheinigungen und Führungszeugnisse.<br />

Dreimal wöchentlich besteht vormittags Parteienverkehr.<br />

Darüber hinaus ist das Konsulat Anlaufstelle,<br />

wenn deutsche Staatsbürger mit der österreichischen<br />

Justiz in Konflikt geraten, z.B. in Haft<br />

genommen werden, oder bei außergewöhnlichen<br />

Ereignissen. Die Arbeit im Konsulat wird von den<br />

Damen Martina Sohm, Christiane Pal und Angelina<br />

Dür bewältigt, die den Honorarkonsul bei seinen<br />

Aufgaben tatkräftig unterstützen.<br />

Dr. Viktor Thurnher<br />

Kaufmann & Thurnher Rechtsanwälte GmbH<br />

auf, die Bundesrepublik in unserem Bundesland zu<br />

repräsentieren und die ohnehin schon ausgezeichneten<br />

Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern<br />

wenn möglich noch weiter zu intensivieren!<br />

Diese Aufgabe ist einfach, weil die Beziehungen<br />

zwischen Deutschland und Österreich besonders<br />

eng sind und auf einem stabilen Fundament ruhen:<br />

Die politischen Beziehungen sind problemlos, der<br />

Kultur- und Wissenschaftsaustausch ist intensiv und<br />

vielfältig und besonders eng sind die wirtschaftlichen<br />

Beziehungen.<br />

Aber das Wichtigste sind natürlich die Menschen:<br />

die 20.000 deutschen Staatsbürger in Oberösterreich,<br />

die sich mit den verschiedensten Anliegen<br />

an das Konsulat wenden! Ihnen versichere ich, dass<br />

ich mich dieser Aufgabe nach besten Kräften widme<br />

und dass das Konsulat in der Oberbank ihnen auch<br />

weiterhin jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung<br />

steht!<br />

Dr. Franz Gasselsberger, MBA<br />

Generaldirektor Oberbank AG<br />

•<br />

Graz<br />

Dr. Wolfgang Leitner ist Vorstandsvorsitzender<br />

der Andritz AG und seit 14 Jahren deutscher Honorarkonsul<br />

für die südliche Region Österreichs. Nach<br />

Schließung des Generalkonsulats in Graz im Jahr<br />

1998 wurde Herr Dr. Leitner im April 1999 als Honorarkonsul<br />

mit dem Amtsbezirk Bundesland Steiermark<br />

bestellt. Seit Mitte 2006 wurde sein Amtsbezirk<br />

noch um das Bundesland Kärnten erweitert.<br />

Zu Jahresbeginn hatten über 36.000 deutsche Staatsangehörige<br />

ihren Wohnsitz in der Steiermark und<br />

in Kärnten. Diese Gruppe kann sich zur Erledigung<br />

verschiedener konsularischer Amtsgeschäfte, wie<br />

Passbeantragung, Abgabe einer Namenserklärung,<br />

Beglaubigung einfacher Art etc. an den Honorarkonsul<br />

wenden. Viermal wöchentlich besteht Parteienverkehr.<br />

•<br />

Linz<br />

Seit ich 2007 zum Honorarkonsul der Bundesrepublik<br />

Deutschland in Oberösterreich berufen<br />

worden bin, ist mir die konsularische Tätigkeit eine<br />

Ehre und Verpflichtung zugleich. Ich bin stolz dar-<br />

Kontakt<br />

Honorarkonsuln<br />

der<br />

Bundesrepublik<br />

Deutschland<br />

Honorarkonsul Dr. Viktor<br />

Thurnher<br />

Schulgasse 7<br />

6850 Dornbirn<br />

Tel. +43-(0)5572-20210<br />

Fax +43-(0)5572-34414<br />

Honorarkonsul Dr. Wolfgang<br />

Leitner<br />

Statteggerstraße 18<br />

8045 Graz<br />

Tel. +43-(0)316-694970<br />

Fax +43-(0)316-690 24 25<br />

Honorarkonsul Dr. Ernst<br />

Wunderbaldinger<br />

Maria-Theresien-Straße<br />

23/2. Stock<br />

6020 Innsbruck<br />

Tel. +43-(0)512-570 199 0<br />

Fax +43-(0)512-570 199 14<br />

•<br />

Salzburg<br />

Ich bin seit 2010 Honorarkonsul der Bundesrepublik<br />

Deutschland in Salzburg und seit 1977 im<br />

Bankhaus Spängler tätig. Seit 2008 als Sprecher des<br />

Vorstandes.<br />

Besondere Unterstützung erhalte ich im konsularischen<br />

Bereich durch Frau Andrea Trezza, die vor allem<br />

mit Passangelegenheiten und Beglaubigungen<br />

befasst ist. Im Bundesland Salzburg sind ca. 15.000<br />

Deutsche wohnhaft bzw. berufstätig und können<br />

die Dienstleistungen des Konsulats nutzen. Zur fachlichen<br />

Expertise trägt die große Erfahrung der deutschen<br />

Botschaft in Wien nicht unwesentlich bei.<br />

Für das Bankhaus Spängler ist es eine große Ehre,<br />

das Honorarkonsulat in unserem Haus am Makartplatz<br />

zu beherbergen.<br />

Zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober<br />

laden der deutsche Botschafter und ich das konsularische<br />

Corps Salzburgs, die politische Führung<br />

von Stadt und Land sowie Unternehmer, die eine<br />

Geschäftsverbindung mit Deutschland pflegen, zu<br />

einem Festakt ein.<br />

Dr. Helmut Gerlich<br />

Bankhaus Spängler<br />

Fotos: Privat, Andritz, Oberbank<br />

Honorarkonsul Dr. Viktor Thurnher<br />

Honorarkonsul Dr. Franz<br />

Gasselsberger, MBA<br />

c/o Oberbank<br />

Untere Donaulände 28<br />

4020 Linz<br />

Tel. +43-(0)732-79 77 01<br />

Fax +43-(0)732-795 272<br />

Honorarkonsul Dr. Helmut<br />

Gerlich<br />

Schwarzstraße 16<br />

5020 Salzburg<br />

Tel. +43-(0)662-880 201 121<br />

Fax +43-(0)662-880 201 129<br />

Honorarkonsul Dr. Franz Gasselsberger, MBA<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 57


Deutschland<br />

Kultur<br />

»Wir sehen uns<br />

als stille Diplomaten<br />

in<br />

der kulturellen<br />

Kommunikation.<br />

«<br />

Heribert<br />

Köck<br />

Plattform für den<br />

Gedankenaustausch<br />

Die Österreichisch-Deutsche Kulturgesellschaft<br />

pflegt seit 45 Jahren die inoffiziellen Beziehungen<br />

zwischen Deutschland und Österreich<br />

auf hohem Niveau.<br />

Text: Heribert Franz Köck<br />

Facts<br />

Österreichisch-<br />

Deutsche Kulturgesellschaft<br />

Die Österreichisch-Deutsche<br />

Kulturgesellschaft<br />

wurde 1968 gegründet.<br />

Präsident: Emer. O. Univ.<br />

Prof. DDr. h.c. Heribert<br />

Franz KÖCK<br />

Vizepräsidenten: Botschafter<br />

Prof. Dr. h.c. Günther A.<br />

GRANSER, Generaldirketor<br />

Ing. Wolfgang HESOUN,<br />

Generaldirektor Honorarkonsul<br />

Komm.-Rat Dr. Ludwig<br />

SCHARINGER, LAbg<br />

Sektionschef Dr. Matthias<br />

TSCHIRF, Rechtsanwalt<br />

Konsul Dr. Gerhard WILD-<br />

MOSER<br />

Generalsekretärin:<br />

Dr. Brigitte HOY<br />

A-1010, Wien<br />

Josefsplatz 6<br />

Tel.: +43-(0)1-512 13 08<br />

Fax.: +43-(0)1-5125629<br />

Die Öster-<br />

reichisch-<br />

Deutsche<br />

Kulturgesellschaft<br />

wurde 1968 von Generaldirektor<br />

Gustav<br />

Schmidt-Birkheim und<br />

Rechtsanwalt DDDr.<br />

Wilhelm Müller-Fembeck<br />

mit Bundesminister<br />

a.D. Sektionschef<br />

Generalsekretärin Hoy<br />

Dr. Eduard Heilingsetzer<br />

als erstem Präsidenten gegründet. Hauptziel<br />

der Gesellschaft war und ist der kulturelle Austausch<br />

zwischen Österreich und der Bundesrepublik<br />

Deutschland. Fördernd waren schon bei der<br />

Gründung der Gesellschaft Persönlichkeiten wie<br />

Werner von Siemens und Herbert von Karajan.<br />

Auf Heilingsetzer folgte 1973 EVN-Generaldirektor<br />

Dr. Rudolf Gruber. 1977 bis <strong>2013</strong> wirkte Bundesratspräsident<br />

i.R. Emer. O. Univ. Prof. Dr. Dr.<br />

h.c.mult. Herbert Schambeck als Präsident. Seit<br />

<strong>2013</strong> hat der Emer. O. Univ. Prof. Dr. DDr. h.c. Heribert<br />

Franz Köck die Funktion des Präsidenten inne.<br />

Generalsekretärin ist Dr. Brigitte Hoy. Ehrenpräsidenten<br />

sind Herbert Schambeck und Siemens-Generaldirektor<br />

i.R. Dr. Walter Wolfsberger.<br />

•<br />

Neue Impulse von<br />

Klugen Persönlichkeiten<br />

Die ÖDK hat ihren Sitz in Wien mit Sektionen<br />

in den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark.<br />

Seit ihrer Gründung ist sie eine Plattform<br />

für den Gedankenaustausch im weltanschaulichen,<br />

kulturellen, wissenschaftlichen und politischen<br />

Bereich auf hohem Niveau. Zu den vielen<br />

Persönlichkeiten, die in mehr als vier Jahrzehnten<br />

im Rahmen der Gesellschaft in Wien gesprochen<br />

haben, gehörten deutsche Bundespräsidenten,<br />

Bundeskanzler, Bundestagspräsidenten, Bundesminister,<br />

und Ministerpräsidenten der Länder, EU-<br />

Kommissare und Bundesbankpräsidenten,<br />

Botschafter, Rundfunkintendanten,<br />

Zeitungsherausgeber<br />

und namhafte Vertreter<br />

von Kultur, Wissenschaft<br />

und Kunst.<br />

Im ersten Halbjahr<br />

<strong>2013</strong> konnten wir als<br />

Vortragende gewinnen:<br />

für Februar den<br />

Präsident Köck<br />

Schriftsteller Prof.<br />

Dietmar Grieser, für März den Deutschen Botschafter<br />

in Österreich Detlev Rünger, für April im<br />

Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit<br />

der Österreichisch-Französischen Vereinigung die<br />

Tropenmediziner Univ. Prof. DDr. Wolfgang Graninger<br />

und Dr. Michael Ramharter, für Mai den Generalsekretär<br />

des Zentralkomitees der deutschen<br />

Katholiken Dr. Stefan Vesper und für Juni den Vorstandsvorsitzenden<br />

der Siemens AG Österreich Generaldirektor<br />

Ing. Wolfgang Hesoun. Auch für das<br />

zweite Halbjahr <strong>2013</strong> haben wir bereits attraktive<br />

Vortragende in Aussicht genommen.<br />

•<br />

Empfänge im Hotel de France<br />

Seit mehreren Jahren finden unsere Veranstaltungen<br />

im „Hotel de France“ am Schottenring<br />

statt. Den einzelnen Vorträgen zu aktuellen Themen<br />

schließt sich jeweils ein zu Ehren des Vortragenden<br />

gegebener Empfang mit Abendessen an.<br />

Die Abendessen bieten Gelegenheit zur Aussprache<br />

und näherem Kennenlernen. Auf diese Weise<br />

wurde unsere Gesellschaft auch ein Bekanntenund<br />

Freundeskreis, der einen Beitrag mehr zu den<br />

traditionell guten Beziehungen zwischen Österreich<br />

und Deutschland leistet. Dies ist vor allem<br />

im Geiste Europas von großer Bedeutung.<br />

Die Statuten der Gesellschaft werden bei Interesse<br />

an einer Mitgliedschaft über elektronische<br />

Anfrage (oedk@aon.at) zugesandt.<br />

Fotos: ÖDK<br />

•<br />

58 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


der besim<br />

ihre erste adresse für designteppiche. seit 1946<br />

die neue kollektion “cassida”<br />

graben 30, 1010 wien, tel.: 01/533 09 10, office@adil-besim.at, www.omar-besim.com<br />

SOCIETY 2_2012 | 53


Deutschland<br />

residenz<br />

Hietzinger Villa mit<br />

Vergangenheit<br />

Die Residenz des<br />

deutschen Botschafters<br />

in Wien<br />

Text: SOCIETY<br />

Botschafter S.E. Detlev<br />

Rünger mit Gattin Iris Rünger<br />

Die Jahrhundertwende-Villa<br />

im noblen Wiener Bezirk<br />

Hietzing ist nicht nur ein<br />

kleines Juwel der Architekturgeschichte,<br />

sondern hat<br />

auch die deutsch-europäische<br />

Geschichte hautnah miterlebt.<br />

1899 wurde die Villa mit den typischen<br />

Elementen der Jahrhundertwende vom<br />

Architekten Professor Rudolf Feldscharek<br />

für einen reichen Wiener Geschäftsmann<br />

errichtet. Ihre erste offizielle Funktion<br />

erhielt sie 1978: Die DDR-Regierung erwarb<br />

das Gebäude und richtete darin ihre<br />

Botschaft in Österreich ein. Die ursprünglichen<br />

repräsentativen Wohnräume wurden<br />

grundlegend umgestaltet, Zwischenwände<br />

wurden eingezogen und Büros<br />

eingerichtet.<br />

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands<br />

ging der Immobilienbestand der<br />

ehemaligen DDR in den Besitz der Bundesrepublik<br />

Deutschland über. 1996 wurden<br />

die ersten Pläne gefasst, der Villa ihr ursprüngliches<br />

Erscheinungsbild zurückzugeben<br />

und sie als Residenz des deutschen<br />

Botschafters zu nutzen. Die Innenräume<br />

wurden renoviert. Ein nachträglich errichteter<br />

Anbau wurde zu einer Freiterrasse<br />

umgebaut und der alte Baumbestand wurde<br />

in die Gartengestaltung integriert. Seit<br />

1998 erstrahlt die nunmehrige Residenz in<br />

ihrem ursprünglichen Glanz. •<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl<br />

60 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


deutschland<br />

residenz<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 61


Deutschland<br />

events<br />

Hervé Gaymard, S. E. Detlev Rünger,<br />

seine Frau Iris, Gunther Krichbaum mit<br />

Gattin, Jaques Pierre Gougeon und<br />

Günther Gloser<br />

Event-Highlights der<br />

Deutschen Botschaft<br />

Rückblick auf Highlights der Veranstaltungen der Deutschen Botschaft<br />

in Wien: Politik, Kultur und Wirtschaft standen im Fokus.<br />

Text: SOCIETY<br />

•<br />

Tag der Deutschen Einheit<br />

2012<br />

In diesem Jahr feierte die deutsche<br />

Botschaft in Wien den Nationalfeiertag<br />

zusammen mit dem Bundesland Baden-<br />

Württemberg. Botschafter Detlev Rünger<br />

und Ministerpräsident Winfried Kretschmann<br />

begrüßten gemeinsam die Gäste.<br />

Baden-Württemberg gehört zu den<br />

deutschen Bundesländern, die besonders<br />

enge Beziehungen mit Österreich pflegen.<br />

2011 beliefen sich die baden-württembergischen<br />

Exporte nach Österreich auf rund<br />

9,7 Milliarden Euro (gesamte deutsche Exporte<br />

57,7 Mrd. Euro), die Importe aus Österreich<br />

auf 6,8 Milliarden Euro (Gesamtdeutschland<br />

37,4 Mrd. Euro).<br />

Eine Ausstellung in der Botschaft widmete<br />

sich mit Präsentationen den Sektoren<br />

Solararchitektur, Elektromobilität,<br />

Automobilwirtschaft und Umwelttechnik,<br />

in denen Baden-Württemberg und<br />

Österreich besonders eng zusammenarbeiten.<br />

Kulinarisch stand der Empfang unter<br />

dem Motto „Maultasche trifft Wiener<br />

Schnitzel“.<br />

Bei freundlich herbstlichem Wetter feierten<br />

mehr als 500 Gäste im Innenhof der<br />

Deutschen Botschaft.<br />

•<br />

50 Jahre Elysée-Vertrag<br />

Aus Anlass des 50. Jahrestags des<br />

Elysée-Vertrags luden Botschafter Detlev<br />

Rünger und sein französischer Kollege<br />

Stéphane Gompertz am 18. Februar <strong>2013</strong><br />

zu einer Podiumsdiskussion in die Deutsche<br />

Botschaft ein. Dies war eine Folgeveranstaltung<br />

zum gemeinsamen Empfang<br />

beider Botschafter in der französischen<br />

Botschaft am 22. Januar <strong>2013</strong>.<br />

Unter der Moderation der Chefredakteurin<br />

und Mitherausgeberin des „Standard“,<br />

Dr. Alexandra Föderl-Schmid,<br />

diskutierten im voll besetzten Festsaal<br />

der ehemalige Staatsminister und Beauftragte<br />

für die deutsch-französische<br />

Zusammenarbeit, Günter Gloser, der<br />

Vorsitzende des Europaausschusses des<br />

Deutschen Bundestags, Gunther Krichbaum;<br />

der Abgeordnete der Assemblée<br />

Nationale und ehemalige Minister Hervé<br />

Gaymard, der Forschungsleiter beim Institut<br />

für internationale und strategische<br />

Forschung (IRIS) in Paris Prof. Jacques-<br />

Pierre Gougeon sowie der österreichische<br />

Historiker und Vorstand des Instituts für<br />

Zeitgeschichte der Universität Wien Prof.<br />

Dr. Oliver Rathkolb.<br />

62 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


deutschland<br />

events<br />

Die Diskutanten gingen auf die Geschichte<br />

des Elysée-Vertrages und seine<br />

Folgen ein und sprachen die regelmäßigen<br />

deutsch-französischen Gipfel, das<br />

Deutsch-Französische Jugendwerk und<br />

das gemeinsame deutsch-französische Geschichtsbuch<br />

an. Thematisiert wurde die<br />

Vorbildfunktion für andere Länder sowie<br />

die trilaterale Zusammenarbeit mit Polen<br />

(Weimarer Dreieck). Mit zahlreichen Rückgriffen<br />

auf ihre privaten und beruflichen<br />

Erfahrungen in Parlament und Regierung<br />

berichteten sie anschaulich von Etappen<br />

und Phasen der deutsch-französischen Arbeit<br />

am Projekt Europa.<br />

Der Abend wurde durch deutsche und<br />

französische Chansons abgerundet, dargeboten<br />

von der Berliner Künstlerin Annika<br />

Krump.<br />

•<br />

Symposium zum interreligiösen<br />

Dialog<br />

Am 19. April veranstaltete die Deutsche<br />

Botschaft in Kooperation mit den Carl<br />

Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaften<br />

Deutschland und Österreich sowie der<br />

kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums<br />

für europäische und internationale<br />

Angelegenheiten in ihrem Festsaal<br />

ein Symposium mit dem Titel „Die Ringparabel<br />

Lessings und der interreligiöse<br />

Dialog heute“.<br />

Nach einer Lesung der Parabel durch<br />

Kammerschauspieler Peter Matic präsentierten<br />

Vertreter der drei dort genannten<br />

Religionen Interpretationen im Hinblick<br />

auf unsere heutige Gesellschaft: aus jüdischer<br />

Sicht Oberrabbiner Prof. Paul Chaim<br />

Eisenberg, aus christlicher Sicht Univ.-<br />

Prof. Dr. Hans-Joachim Sander sowie aus<br />

islamischer Sicht Hamed Abdel-Samad.<br />

Nach der Pause hielt Univ.-Prof. Dr.<br />

Rudolf Burger einen Vortrag über die Herausforderungen<br />

moderner Gesellschaften.<br />

In der Podiumsdiskussion sowie in<br />

der Fragerunde mit dem Publikum wurde<br />

leidenschaftlich, teilweise kontrovers, oft<br />

auf hohem theologischen bzw. religionswissenschaftlichen<br />

Niveau und durchweg<br />

lebendig diskutiert, mit Blick auf die Geschichte<br />

ebenso wie auf die aktuellen Fragen<br />

unserer heutigen Gesellschaft.<br />

•<br />

Ordensverleihung an Michael<br />

Haneke<br />

Am 19. Dezember 2012 überreichte<br />

Botschafter Detlev Rünger dem Filmregisseur<br />

und Drehbuchautor Michael Haneke<br />

das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens<br />

der Bundesrepublik Deutschland.<br />

Michael Haneke schreibt seit fast vierzig<br />

Jahren Drehbücher und führt Regie. Unter<br />

seinen Werken sind viele international erfolgreiche<br />

Filme wie „Die Klavierspielerin“,<br />

„Wolfzeit“, „Caché“, „Funny Games“ und<br />

„Das weiße Band“. Er hat zahlreiche internationale<br />

Ehrungen und Auszeichnungen<br />

erhalten. Für seinen Film „Liebe“ wurde<br />

er unter anderem mit dem Oscar für den<br />

besten fremdsprachigen Film und dem<br />

Golden Globe für den besten nicht-englischsprachigen<br />

Film ausgezeichnet. Botschafter<br />

Rünger würdigte ihn als einen der<br />

wichtigsten Vertreter des europäischen Autorenfilms,<br />

der durch seine international<br />

erfolgreichen, anerkannten und einflussreichen<br />

Filme große Anerkennung und<br />

Aufmerksamkeit für die deutschsprachi-<br />

ge Filmkunst erworben hat. Die Laudatio<br />

hielt der Publizist Dr. Peter Huemer. Haneke<br />

sei der „größte lebende Filmemacher“,<br />

der bei seinen Werken nicht nur die Regie<br />

führe, sondern diese auch selbst schreibe.<br />

Hanekes Werk sei nicht „grausam, sondern<br />

zutiefst humanistisch geprägt, aber<br />

er erspart einem nichts“.<br />

Michael Haneke reflektierte in seiner<br />

Dankesrede u.a. über seine Verbindungen<br />

zu Deutschland. Er erwähnte seinen deutschen<br />

Vater, seine Geburt in München<br />

und seine Jahre im deutschen Fernseh-<br />

und Theatergeschäft, wo er das Filmhandwerk<br />

gelernt habe.<br />

•<br />

Ministerpräsident Winfried<br />

Kretschmann, S.E. Detlev Rünger,<br />

Prof. Dieter Hundt<br />

S.E. Detlev Rünger,<br />

Michael Haneke<br />

Foto: SOCIETY/Schiffl; Deutsche Botschaft<br />

Anschnitt der Festtagstorte<br />

Prof. Dr. Hans-Joachim<br />

Sander, Hamed Abdel-Samad,<br />

Prof. Heinz Nußbaumer und<br />

Prof. Paul Chaim Eisenberg<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 63


deutschland<br />

Interview<br />

»Siemens hat in<br />

Österreich rund<br />

12.700 Beschäftigte<br />

und ist ein<br />

wichtiger Wertschöpfungsund<br />

Innovationsmotor<br />

des<br />

Landes.<br />

«<br />

Wolfgang<br />

Hesoun<br />

Curriculum<br />

Vitae<br />

Ing. Wolfgang Hesoun<br />

ist Generaldirektor von<br />

Siemens Österreich und<br />

zuständig für den gesamten<br />

19 Länder umfassenden Siemens-CEE-Raum<br />

(inkl. Türkei<br />

und Israel). Zuvor war er<br />

in verschiedenen führenden<br />

Positionen beim börsennotierten<br />

österreichischen<br />

Bauunternehmen PORR AG<br />

tätig. Hesoun ist Präsident<br />

der Industriellenvereinigung<br />

Wien und engagiert sich für<br />

die Integration von Menschen<br />

mit Migrationshintergrund<br />

als Vorstandsmitglied<br />

des Vereins Wirtschaft für<br />

Integration.<br />

Intelligente Technik<br />

Ing. Wolfgang Hesoun, Generaldirektor Siemens<br />

Österreich, im SOCIETY-Interview über neue Entwicklungen<br />

und „smart technologies“ der Zukunft.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Siemens ist ein<br />

deutsches Traditionsunternehmen.<br />

Was sind die<br />

Prioritäten in der<br />

Firmenstrategie<br />

für morgen?<br />

Die Siemens AG ist ein weltweit<br />

führendes Unternehmen<br />

der Elektronik und Elektrotechnik.<br />

Der Konzern ist auf den Gebieten<br />

Industrie, Energie sowie<br />

im Gesundheitssektor tätig und<br />

liefert Infrastrukturlösungen,<br />

insbesondere für Städte und urbane<br />

Ballungsräume. Siemens<br />

steht seit mehr als 165 Jahren<br />

für technische Leistungsfähigkeit, Innovation,<br />

Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität.<br />

Wie viele Beschäftigte und welche Schwerpunkte<br />

gibt es am Standort Österreich?<br />

Siemens hat in Österreich rund 12.700 Beschäftigte<br />

und ist ein wichtiger Wertschöpfungs- und<br />

Innovationsmotor des Landes. Aufgrund unserer<br />

langjährigen Unternehmensgeschichte und unserer<br />

hohen Expertise im komplexen Lösungs- und<br />

Produktgeschäft ist Siemens Österreich fest im<br />

heimischen Wirtschafts- und Gesellschaftsgefüge<br />

verankert.<br />

Auf welche jüngsten Entwicklungen sind<br />

Sie besonders stolz?<br />

In Wien-Simmering liegt das Siemens Welt-<br />

Headquarter für den Bereich des Schienenverkehrs.<br />

Siemens entwickelt und produziert hier U-<br />

Bahnen, Straßenbahnen und Reisezugwagen, wie<br />

etwa den Hochgeschwindigkeitszug railjet der<br />

ÖBB, den wir auch in der Tschechischen Republik<br />

erfolgreich am Markt positionieren konnten. Vor<br />

kurzem erhielten wir den Zuschlag für 100 Regionalzüge,<br />

die wir an die ÖBB liefern.<br />

Um im internationalen Wettbewerb weiter<br />

punkten zu können, haben wir kürzlich mit der<br />

Eröffnung der modernsten robotergesteuerten Lackieranlage<br />

Europas in Simmering einen wichtigen<br />

Akzent gesetzt. Siemens ist damit europaweit<br />

der erste Hersteller, der Gesamtfahrzeuge mit Hilfe<br />

von Robotern lackieren kann.<br />

Können Sie zum Thema<br />

„green society“ Ihre persönlichen<br />

Vorstellungen nennen?<br />

Die zwei großen Entwicklungen<br />

– der Klimawandel<br />

und die Endlichkeit fossiler<br />

Ressourcen – prägen immer<br />

wieder die Schlagzeilen. Ein<br />

Schlüssel zur Lösung ist daher<br />

die Ressourcen- und Energieeffizienz.<br />

Mit notwendigen<br />

technischen Innovationen<br />

lassen sich große Effizienzgewinne<br />

realisieren. So sparen<br />

unsere Industriemotoren im<br />

Zusammenspiel mit drehzahlveränderbarer<br />

Antriebstechnik etwa bis zu 70 Prozent<br />

Energie. Ebenso sind unsere hocheffizienten<br />

Gasturbinen im Kraftwerksbereich Weltrekordhalter<br />

beim Wirkungsgrad.<br />

Was kann man sich unter „smart technology“<br />

vorstellen?<br />

Smart Cities zeichnen sich durch den Einsatz<br />

innovativer Technologien, einen nachhaltigen Planungsansatz<br />

und den klaren Fokus auf Ressourcenschonung<br />

besonders für Ballungsräume aus.<br />

Eine solche Lösung sind etwa die Elektrobusse,<br />

die in Wien im Linienverkehr im Einsatz sind. Diese<br />

europaweit einzigartige Lösung besticht durch<br />

einen um ein Viertel geringeren Energiebedarf im<br />

Vergleich zu Diesel- oder Gas-Bussen, einen minimalen<br />

Wartungsbedarf und einen vollkommen<br />

emissionsfreien Betrieb.<br />

Einer unserer Forschungsschwerpunkte und<br />

ein anderes Feld innovativer Technologien sind<br />

intelligente Stromnetze. Hierbei geht es um das<br />

wirtschaftliche Management der Stromversorgungsinfrastruktur,<br />

die durch den Ausbau von<br />

erneuerbaren Energien einen massiven Wandel<br />

durchmacht. Unter Einbeziehung von Automatisierungskomponenten<br />

und IT bleibt das System<br />

beherrschbar. Erfolgreich unter Beweis gestellt haben<br />

wir dies bereits im Salzburger Lungau. Intelligente<br />

Technologien im Energie-, Verkehrs- und Gebäudetechnikbereich<br />

wollen wir gemeinsam mit<br />

der Stadt Wien auch im Stadtentwicklungsgebiet<br />

Seestadt Aspern zur Anwendung bringen. •<br />

Foto: Siemens<br />

64 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Jobkarussell<br />

Vorstandswechsel bei Boehringer Ingelheim.<br />

deutschland<br />

wirtschaft<br />

Fotos: Boehringer Ingelheim /Fotografin: Marion Carniel<br />

Mit 1. Juni <strong>2013</strong> übernahm<br />

Philipp von Lattorff (45)<br />

die Geschäftsführung des<br />

Pharma-Unternehmens<br />

Boehringer Ingelheim Regional<br />

Center Vienna (RCV) von Dr. Christian<br />

Schilling (54). Das Unternehmen ist<br />

Zentrum für Krebsforschung sowie Biopharmazie<br />

und verantwortlich für mehr<br />

als dreißig Länder Mittel- und Osteuropas.<br />

Von Lattorff hatte in den vergangenen<br />

Jahren mehrere leitende Funktionen im<br />

Bereich Marketing in Europa inne, zuletzt<br />

war er für den internationalen Unternehmensbereich<br />

Emerging Markets zuständig.<br />

•<br />

Von Wien nach Ingelheim<br />

Dr. Christian Schilling ist seit 1. Juni<br />

<strong>2013</strong> Leiter des weltweiten Unternehmensbereiches<br />

Therapeutic Areas in der Konzernzentrale<br />

von Boehringer Ingelheim<br />

in Deutschland. Von 2008 bis <strong>2013</strong> war er<br />

Geschäftsführer des Boehringer Ingelheim<br />

Regional Center Vienna (RCV). Davor hat<br />

der Mediziner in verschiedenen Pharma-<br />

Dr. Christian Schilling, Philipp von Lattorff<br />

Entwicklungs- und Marketingfunktionen<br />

im In- und Ausland gearbeitet und war zuletzt<br />

für die Unternehmensstrategie und<br />

M&A in der Konzernzentrale zuständig. •<br />

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.<br />

wko.at/klartext


Kosovo<br />

Länderporträt<br />

Facts in<br />

Brief<br />

Ländername: Republik<br />

Kosovo<br />

Einwohner: 1,8 Mio..<br />

Fläche: 10.887 km 2 (etwas<br />

kleiner als Oberösterreich)<br />

Klima: kontinental<br />

Lage: Südosteuropa; grenzt<br />

an Serbien, Mazedonien,<br />

Albanien und Montenegro<br />

Geografie: gebirgig mit<br />

fruchtbaren Beckenlandschaften;<br />

höchster Berg:<br />

Gjeravica (2656 m)<br />

Hauptstadt: Prishtina<br />

(ca. 200.000 Einwohner)<br />

Bevölkerung: 92 % Albaner;<br />

5,3 % Serben; 2,7 % Türken,<br />

Bosniaken, Goraner, Roma,<br />

Ashkali u.a.<br />

Sprache: Albanisch, Serbisch,<br />

Bosnisch, Türkisch<br />

Währung: Euro (nicht in der<br />

Währungsunion)<br />

Religion: Muslime, orthodoxe<br />

Christen, Katholiken<br />

Nationalfeiertag: 17. 2.<br />

(Unabhängigkeitstag)<br />

Staatsform: Republik, Verfassung<br />

aus dem Jahr 2008<br />

Staatsoberhaupt und Regierung:<br />

Präsidentin Atifete<br />

Jahjaga (2011); Regierungschef<br />

Hashim Thaci (2008);<br />

Außenminister Enver Hoxhaj<br />

(2011)<br />

Mitglied in internationalen<br />

Organisationen: Weltbank,<br />

Internationaler Währungsfond<br />

Aus der<br />

Geschichte<br />

1918: Eingliederung des Kosovo<br />

in das „Königreich der<br />

Serben, Kroaten und Slowenen“,<br />

ab 1929 Jugoslawien<br />

1945: Wiedereingliederung<br />

des Kosovo in Jugoslawien<br />

nach dem 2. Weltkrieg<br />

1974: Kosovo erhält den Status<br />

einer autonomen Provinz<br />

1989: Aufhebung des Autonomiestatus;<br />

Massenproteste<br />

der albanischen Bevölkerung<br />

1992: Ibrahim Rugova wird<br />

zum Präsidenten gewählt<br />

1998: Kämpfe zwischen<br />

Serben und der Freiheitsarmee<br />

UÇK<br />

1999: Vertrag von Rambouillet;<br />

NATO-Angriff auf<br />

Serbien<br />

ab 1999: Verwaltung des<br />

Kosovo durch die Vereinten<br />

Nationen (Resolution 1244)<br />

17.02.2008: Unabhängigkeitserklärung<br />

15.06.2008: Inkrafttreten der<br />

neuen Verfassung<br />

10.09.2012: Ende der<br />

Aufsicht des internationalen<br />

Lenkungsrates (ISG)<br />

April <strong>2013</strong>: Normalisierungsabkommen<br />

mit Serbien.<br />

Serbische Minderheit im<br />

Nordkosovo bekommt<br />

Selbstverwaltung.<br />

Die Mirusha Wasserfälle im<br />

Westen des Kosovo sind<br />

noch naturbelassen.<br />

Der jüngste Staat<br />

Europas<br />

Über die politische Situation des Kosovo wird viel<br />

berichtet. Doch über das Land und seine Menschen<br />

selbst ist in Europa wenig bekannt.<br />

Text: SOCIETY<br />

K<br />

osovo, der jüngste Staat Europas, feiert<br />

dieses Jahr das fünfte Jubiläum seiner<br />

Unabhängigkeitserklärung. Knapp<br />

die Hälfte aller Staaten der Vereinten<br />

Nationen hat den Kosovo bisher als<br />

eigenständigen Staat anerkannt, darunter auch<br />

Österreich..<br />

•<br />

Land und Leute<br />

Der Kosovo ist ein Binnenland, geprägt von<br />

hohen Gebirgsketten und fruchtbaren Beckenlandschaften.<br />

Teile des Landes haben alpinen<br />

Charakter wie Österreich oder die Schweiz. Die<br />

Einwohnerzahl des Kosovo beträgt 1,8 Millionen<br />

Menschen. Eine halbe Million Kosovo-Albaner lebt<br />

im Ausland, vor allem in der Schweiz, Deutschland,<br />

Österreich und den USA. Die Bevölkerungsmehrheit<br />

sind Albaner, die wiederum mehrheitlich<br />

einer sunnitischen Glaubensrichtung<br />

anhängen. Die größte Minderheit im Kosovo sind<br />

die Serben, welche überwiegend der serbisch-orthodoxen<br />

Kirche angehören. Die Orthodoxie hat<br />

eine lange Geschichte im Gebiet des Kosovo.<br />

•<br />

Architektur und Küche<br />

Das Gebiet des heutigen Kosovo stand über die<br />

Jahrhunderte unter ständig wechselnden Einflüssen,<br />

was besonders in der Architektur sichtbar<br />

66 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Kosovo<br />

Länderporträt<br />

wird: Von den Römern sind Straßen, Aquädukte,<br />

Tempel und Thermen erhalten. Die ersten Christen<br />

hinterließen Kirchen und Klöster, und die<br />

Osmanen bauten Moscheen und Badehäuser.<br />

Eine typische Wohnform der albanischen Bevölkerung<br />

waren die Kullen (Einzahl: Kulla), wehrhafte<br />

Turmhäuser aus Stein, die vor feindlichen Angriffen<br />

schützten.<br />

Die kulinarischen Einflüsse im Kosovo sind<br />

ebenso vielfältig. Die wichtigsten Zutaten sind<br />

Sauerrahm, Joghurt, Paprika, Chili, Auberginen,<br />

Oliven, Tomaten und Weißkohl. Die wichtigsten<br />

Hauptgerichte sind Sarma (gefüllte Kohlrouladen)<br />

und Fli, ein salziger Schichtkuchen. Pilaf, in Fett<br />

gedünsteter Reis, ist weit verbreitet. Oft wird er<br />

auch mit Fleisch gemischt, etwa Lammpilaf. Die<br />

Nachspeisen Llokuma und Tumbula (Spritzgebäck)<br />

stammen von den Osmanen. Im Kosovo gibt<br />

es einige der schärfsten Chilisorten der Welt, die<br />

in der Küche reichlich Verwendung finden.<br />

•<br />

Die Regionen des Kosovo<br />

Prishtina ist die Hauptstadt und mit Abstand<br />

größte Stadt im Kosovo. Sie liegt im fruchtbaren<br />

Amselfeld und an wichtigen Verkehrsverbindungen.<br />

Interessant ist die Mischung aus alter und<br />

neuer Architektur. Im Amselfeld steht noch immer<br />

die Türbe (Grabmal) für Sultan Murat I., der<br />

1389 den Kosovo eroberte und in der Schlacht gefallen<br />

ist.<br />

Prizren ist die zweitgrößte und – wie viele behaupten<br />

– schönste Stadt des Kosovo. Die orientalische<br />

Altstadt ist gut erhalten, u.a. die Sinan-Pascha-Moschee<br />

aus dem Jahr 1615 mit dem höchsten<br />

Minarett des Balkans. Die serbische Kirche Bogorodica<br />

Ljeviska (die Beschützerin der Schlafenden)<br />

mit wertvollen Fresken aus dem 14. Jahrhundert<br />

gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Haus,<br />

in welchem 1878 die „Liga von Prizren“ gegründet<br />

wurde, ist heute ein Museum. In den Bergen liegt<br />

das bedeutende Skigebiet Brezovica und ganz im<br />

Süden das sagenhafte Dragash-Tal.<br />

Pejë/Pec im Westen ist Hauptstadt des Methohija-Feldes,<br />

einer fruchtbaren Ebene. Die Stadt war<br />

lange Zeit Sitz des serbisch-orthodoxen Patriarchats.<br />

Ein architektonisches Juwel ist das Kloster<br />

von Decani, welches ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe<br />

zählt. Ein besonderes Naturschauspiel<br />

bieten die Mirusha-Wasserfälle mit ihren weißen<br />

Kalkfelsen.<br />

Mitrovica im Norden, eine serbische Enklave,<br />

ist derzeit wegen der politischen Situation nicht<br />

für Reisen zu empfehlen.<br />

Wussten Sie, dass...?<br />

…der Kosovo den höchsten Anteil an Jugendlichen in<br />

der Bevölkerung Europas hat? Mehr als die Hälfte der<br />

Einwohner ist unter 25 Jahre alt.<br />

… die junge kosovarische Schauspielerin Arta Dobroshi<br />

dieses Jahr den „Shooting Star Award“ auf der Berlinale<br />

erhalten hat?<br />

… sich das heutige Gebiet des Kosovo in der Geschichte<br />

sowohl unter illyrischer, römischer, byzantinischer,<br />

osmanischer als auch österreichischer Herrschaft<br />

befand?<br />

…seit der Römerzeit im Kosovo Wein angebaut wird?<br />

•<br />

Buchtipps<br />

Oliver Jens Schmitt<br />

Kosovo – Kurze Geschichte<br />

einer zentralbalkanischen<br />

Landschaft<br />

Böhlau Verlag<br />

Kosovo ist der jüngste Staat<br />

Europas und hat keine<br />

lange staatliche Tradition.<br />

Das Buch unternimmt eine<br />

Sozial- und Kulturgeschichte<br />

dieser zentralbalkanischen<br />

Landschaft.<br />

Peter Giefer<br />

Kosovo – Unterwegs im<br />

Herzen des Balkans<br />

Trescher Verlag<br />

Ein Reiseführer für alle, die<br />

das Land bereisen oder<br />

sich darüber informieren<br />

möchten. Er möchte zum<br />

Verständnis für ein Land<br />

beitragen, das in Europa<br />

weitgehend unbekannt ist.<br />

Landschaft.<br />

Panorama der Hauptstadt<br />

Prishtina<br />

Kosovo im<br />

Internet<br />

Portal der Republik Kosovo<br />

www.rks-gov.net<br />

European Union Rule of Law<br />

Mission (EULEX)<br />

www.eulex-kosovo.eu<br />

Prizren<br />

Staatssymbole<br />

des Kosovo<br />

Fotos: Botschaft der Republik Kosovo<br />

Die 2008 eingeführte<br />

Hymne der Republik Kosovo<br />

hat den Titel „Europa“ und<br />

stammt von dem kosovarischen<br />

Komponisten Mendi<br />

Mengjiqi. Sie verzichtet auf<br />

einen Text, um Konflikte<br />

mit den verschiedenen<br />

Ethnien zu vermeiden. Die<br />

Flagge des Kosovo zeigt<br />

die Staatssilhouette in Gold<br />

auf blauem Grund. Sechs<br />

fünfzackige Sterne darüber<br />

symbolisieren die Ethnien<br />

des Landes.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 67


kosovo<br />

Interview<br />

What are the main<br />

tasks in your position<br />

as Minister?<br />

The Ministry<br />

of Culture and Sports has a wide portfolio<br />

consisting of culture, cultural heritage,<br />

youth and sports. Apart from the daily<br />

work at the ministry, there are 16 other<br />

public institutions under the auspices of<br />

the government agency as well as seven<br />

cultural institutions and nine cultural<br />

heritage institutions such as the national<br />

theater, national museum, all archeological<br />

institutions etc.<br />

What are your main achievements so<br />

far?<br />

In those last two years I have been<br />

able to increase the support for culture<br />

successfully. We are the only ministry of<br />

that region to rise funding for culture<br />

progressively. Compared to two years ago,<br />

the budget of the ministry has increased<br />

by seventy percent, which has allowed us<br />

to increase not only the budget for public<br />

institutions that we support, but also<br />

that of the independent cultural scene.<br />

This has also made it possible to reach our<br />

goal of presenting Kosovo culture to the<br />

world. Last year, Kosovo has been officially<br />

present at the international Biennale in<br />

Venice. We are the only Balkan country<br />

to do that. Last year we had the possibility<br />

to present the Kosovo film industry at<br />

the Berlinale and in Cannes. It has been a<br />

good year in the sense that we increased<br />

the budget for movie production by up to<br />

fifty percent. Last year we had two really<br />

successful short movies to win major prizes<br />

from South Korea and Mexico. We have<br />

been trying to support the artists. We<br />

help them achieve what they want to. My<br />

vision of the ministry was, that it should<br />

serve as a facilitator in the sense that we<br />

help them achieve what they want to realize<br />

and in no way to impose on them what<br />

they have to do.<br />

You are also responsible for the sports<br />

in Kosovo, how is progress in that field?<br />

With the regard to sports, we have<br />

been concentrated to increase the quality<br />

of the athletic performance and reaching<br />

international recognition for Kosovo<br />

sports federations.<br />

Is that hard?<br />

It is very hard. When I was appointed,<br />

there were only a few sports federations<br />

internationally recognized. Today we have<br />

ten Olympic sports federations approved<br />

Walk the walk,<br />

not talk the talk<br />

Memli Krasniqi has been Minister of Culture<br />

of Kosovo for two years. SOCIETY met<br />

him to talk about culture budgeting, Olympic<br />

sports and his music career.<br />

68 | Societ 1_<strong>2013</strong>


Fotos: Kosovo Ministry of Culture<br />

»We are the only<br />

ministry of that<br />

region to rise<br />

funding for<br />

culture progressively.<br />

«<br />

Memli<br />

Krasniqi<br />

and some non-Olympic as well. We hope that this<br />

year we will be granted membership at the IOC.<br />

We had a technical visit of the IOC and hope to<br />

fulfill their criteria. This is very important for Kosovan<br />

athletes; they have been isolated for so long<br />

and not been able to participate in most international<br />

events and competitions. We are trying to<br />

change that, because Kosovo has a huge interest<br />

in sports. We are the youngest country in Europe,<br />

57 percent of our population is under thirty years<br />

old. So our potential in sports is enormous.<br />

What are your main aims for this year?<br />

This year, <strong>2013</strong>, we will continue with the public<br />

diplomacy aspect of promoting Kosovo’s culture<br />

in the world and Europe especially. Kosovo<br />

was at the Berlinale film festival, which has a category<br />

for shooting star actors. One young actress<br />

from Kosovo, Arta Dobroshi, won the Shooting<br />

Star Award <strong>2013</strong> at the Berlinale. Since we became<br />

members of the European Film Promotion we<br />

were able to nominate actors and we nominated<br />

her and she won the award. We will continue with<br />

other events such as the Biennale. The aim is to try<br />

to promote Kosovan culture internationally. We<br />

want to change the wrong conception of Kosovo<br />

through art. We are supporting independent film<br />

curriculum<br />

vitae<br />

emli Krasniqi was<br />

born in Prishtina in<br />

M 1980. He graduated<br />

with a BA in Political Science<br />

and Public Administration<br />

from the Faculty of<br />

Philosophy of the University<br />

of Prishtina and obtained an<br />

MSc degree in International<br />

Relations at the London<br />

School of Economics and<br />

Political Science (LSE). In<br />

the years 1999-2000 he<br />

worked as a journalist for<br />

the American news agency<br />

Associated Press and in<br />

2002 he served as a Director<br />

for Public Relations at<br />

the Telemedicine Centre<br />

of Kosovo. From 2004 onwards<br />

he has actively been<br />

engaged in the Democratic<br />

Party of Kosovo (PDK), initially<br />

leading the Centre for<br />

Political Studies. In October<br />

2006 he was elected the<br />

Chairman of the Democratic<br />

Youth of Kosovo – the youth<br />

organization of PDK that<br />

represents its members<br />

aged 16-30. In the 2007<br />

parliamentary elections,<br />

Memli Krasniqi was elected<br />

a Member of Parliament in<br />

the Assembly of Kosovo and<br />

served as a member in the<br />

Committee for Education,<br />

Science, Culture, Youth and<br />

Sports. In October 2008 he<br />

was appointed a Political<br />

Adviser to the Prime Minister<br />

and Spokesperson of<br />

the Government. Krasniqi<br />

was re-elected Member of<br />

Parliament in the Assembly<br />

of Kosovo in the 2010 parliamentary<br />

elections and was<br />

appointed Minister in the<br />

Ministry of Culture, Youth<br />

and Sports in February<br />

2011. For many years he was<br />

active in the music industry<br />

and worked in different<br />

musical projects, mostly<br />

as a songwriter and as a<br />

member of the band “Ritmi i<br />

Rrugës”. Memli Krasniqi lives<br />

in Prishtina with his wife<br />

Meliza and children Bora<br />

and Mali.<br />

projects, that will we be presented to the world.<br />

Another goal is that the Kosovo Olympic committee<br />

will become member of the IOC.<br />

You are an artist yourself, and were a musician<br />

and composer with your own band. Do you<br />

miss that?<br />

Of course I do, once a musician always a musician.<br />

I am not writing as much music now but I<br />

am trying to help out from my position as minister.<br />

The music I have been doing in my past was<br />

socially conscious music. The short answer would<br />

be that I miss it.<br />

When you compare being an artist to being a<br />

minister, what changed in your life?<br />

Being a minister did not come suddenly. I have<br />

been involved in politics for a decade now and I<br />

have been member of the Democratic Party. Honestly,<br />

when the transition from music to politics<br />

took place, people were not that surprised because<br />

our lyrics were always political. One can influence<br />

through music to a certain level, but if you really<br />

want to change things you have to go into politics.<br />

Through my position as Minister I can actually<br />

implement a vision for increasing the support for<br />

the artists and you can do this through music. My<br />

goal is to walk the walk and not talk the talk. •<br />

»We want to<br />

change the<br />

wrong conception<br />

of Kosovo<br />

through art.<br />

«<br />

Memli<br />

Krasniqi<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 69


kosovo<br />

Interview<br />

Sie sind seit drei Jahren Umweltminister<br />

des Kosovo.<br />

Was waren die wichtigsten<br />

Anliegen in Ihrem Ressort?<br />

In den vergangenen Jahren<br />

ist es in erster Linie darum gegangen,<br />

die Gesetzeslage an die Standards der<br />

Europäischen Union anzupassen. Das ist<br />

teils aus eigenem Antrieb geschehen, teils<br />

aus Vorgaben der EU. Das sind auch Vorbedingungen<br />

für zukünftige EU-Beitrittsverhandlungen.<br />

Was vorgegeben wurde,<br />

haben wir auch geschafft. Die gesetzliche<br />

Reform ist fertig.<br />

Welche Projekte im Bereich Umweltschutz<br />

sind bis jetzt umgesetzt worden?<br />

Ich nenne ein paar Beispiele: Zum ersten<br />

Mal wurden Abgasfilter in den großen<br />

Industrieanlagen eingebaut. Nachdem die<br />

entsprechenden Gesetze verabschiedet<br />

wurden, sind die Industriebetriebe nun<br />

dazu verpflichtet. Der Widerstand war<br />

gar nicht groß, denn die Firmen haben<br />

gewusst, dass das irgendwann kommen<br />

wird. Sogar in den alten Kohlekraftwerken<br />

aus den 50er Jahren wurden Filter<br />

eingebaut, obwohl diese 2017 abgerissen<br />

werden.<br />

Eine weitere Maßnahme betrifft unsere<br />

Gewässer. Im Kosovo gibt es nur wenige<br />

und kleine Flüsse, daher sind sie<br />

besonders wichtig. Leider wurden die<br />

Flussbetten als Lagerstätten für Sand und<br />

Baumaterialien missbraucht, wodurch sie<br />

zerstört wurden. In jüngster Zeit gab es<br />

deshalb viele Überschwemmungen. Wir<br />

haben ein Totalverbot verhängt, bei Verstoß<br />

gibt es Verhaftungen und Konfiszierung<br />

der Baugeräte.<br />

In der Müllentsorgung ist die Entscheidung<br />

gefallen, dass wir den gesamten<br />

Bereich privatisieren werden, weil es in<br />

öffentlicher Hand gar nicht oder nur ganz<br />

schlecht funktioniert. Da hoffen wir, dass<br />

es entsprechende Investitionsinteressen<br />

von EU-Ländern geben wird.<br />

Mit dem gesamten Bereich meinen Sie<br />

den Kosovo? Gibt es eine Ausschreibung?<br />

Wir vergeben die flächendeckende Müllentsorgung<br />

im gesamten Kosovo. Die Ausschreibung<br />

kommt bald. Bis jetzt hatten<br />

wir den gesetzlichen Rahmen noch nicht<br />

bezüglich der Vorgaben über Recycling<br />

und Müllverbrennung. Wir verlangen,<br />

dass neunzig Prozent des Mülls recycelt<br />

werden müssen. Wenn die Ausschreibung<br />

publik ist, dann wird das auch über die internationalen<br />

Medien bekannt gemacht.<br />

Auf der Homepage des Ministeriums kann<br />

man sich auch informieren.<br />

Eine Einladung in<br />

den Kosovo<br />

Kosovos Umweltminister Dardan Gashi<br />

spricht im SOCIETY-Interview über neue<br />

Umweltgesetze, die Ausschreibung der<br />

Müllentsorgung und die Errichtung eines<br />

grenzübergreifenden Nationalparks für<br />

Gäste in den Albanischen Alpen.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Gibt es auch konkrete Gespräche zwischen<br />

dem Kosovo und Österreich?<br />

Es gab immer wieder Besuche aus Österreich.<br />

Ich kann Ihnen auch ein Beispiel<br />

einer kleinen Stadt nennen, Gjilan, in der<br />

eine Firma aus Niederösterreich die Müllentsorgung<br />

betreibt. Die haben sich das<br />

selbst organisiert.<br />

Wie wirken sich die politischen<br />

Schwierigkeiten mit Serbien auf den Umweltbereich<br />

aus?<br />

Im Umweltbereich gibt es keine Hindernisse.<br />

Aber in der Raumplanung, die<br />

auch Teil des Ministeriums ist, haben wir<br />

momentan ein Problem. Wir sind gerade<br />

dabei, ein Legalisierungsgesetz der Ge-<br />

70 | Societ 1_<strong>2013</strong>


kosovo<br />

Interview<br />

Fotos: Umweltministerium Kosovo<br />

»Wir haben<br />

100.000 Hektar<br />

des Landes zu<br />

Nationalparks<br />

erklärt. Das<br />

sind zehn Prozent<br />

unseres<br />

Territoriums.<br />

«<br />

Dardan<br />

Gashi<br />

bäude zu erarbeiten. Dazu mussten wir Luftaufnahmen<br />

machen. In gewissen Teilen können wir<br />

das aber nicht tun, denn da müsste man über<br />

serbisches Gebiet fliegen. Die Serben erlauben das<br />

nicht.<br />

Wird sich an der Haltung der Serben etwas<br />

ändern?<br />

Langfristig wird sie sich ändern müssen. Bis Taten<br />

folgen, wird es noch dauern. Wir hoffen, dass<br />

es zu einer Einigung bei den Gesprächen kommt.<br />

Wir sind bereit. Die Gespräche hätten von uns aus<br />

schon längst positiv beendet werden können. Wir<br />

warten darauf, was die allerletzte Entscheidung<br />

von Belgrad sein wird. Wenn es keine Einigung<br />

geben wird, wird es für beide Seiten nicht leichter.<br />

Die gesamte Region leidet darunter. Der wirtschaftliche<br />

Schaden ist groß.<br />

Gibt es Lieblingsprojekte von Ihnen, die Sie<br />

unbedingt realisieren wollen?<br />

Wir haben schon etwas Besonderes geschaffen,<br />

nämlich 100.000 Hektar des Landes zu Nationalparks<br />

erklärt. Das klingt nach nicht viel, es sind<br />

aber zehn Prozent des Territoriums. Das sind zwei<br />

große Parks, einer davon ist in den Albanischen<br />

Alpen angrenzend an Montenegro und Albanien.<br />

Engagiert sich Österreich im Umweltschutz<br />

in Ihrem Land?<br />

Es gibt ein gemeinsames österreichisch-kosovarisches<br />

Projekt mit dem ersten Bärenpark. Ein<br />

zwölf Hektar großes Areal für 14 Bären wurde gemeinsam<br />

mit dem Verein Vier Pfoten geschaffen.<br />

Dort werden Bären leben, die illegal in Käfigen als<br />

Attraktion gehalten wurden.<br />

Wie sieht die Finanzierung von Umweltprojekten<br />

aus?<br />

Aus dem Budget können wir das nicht finanzieren.<br />

Wir finanzieren wichtige Projekte zum Beispiel<br />

mit Softloans der Deutschen Entwicklungsbank.<br />

In Prizren wird etwa eine große Kläranlage<br />

mit einem Investitionsvolumen von dreißig Millionen<br />

Euro geplant.<br />

Gibt es auch EU-geförderte Projekte?<br />

Wegen der langen Vorlaufzeit von mehreren Jahren<br />

gibt es bisher nichts Nennenswertes. Die größeren<br />

Projekte sieht man frühestens in drei Jahren.<br />

Ein Twinning Projekt zwischen dem österreichischen<br />

Umweltbundesamt und der KEPA (Kosovo<br />

Environmental Protection Agency) wurde kürzlich<br />

abgeschlossen. Worum geht es dabei?<br />

Wir planen ein zwischenstaatliches Abkommen<br />

im Umweltbereich und haben einen Vorschlag<br />

nach Wien geschickt. Da steht einiges darin über<br />

Müllentsorgung, Technologietransfer, Nationalparks,<br />

etc. Das wird ein Rahmenabkommen für die<br />

zukünftige Zusammenarbeit.<br />

Wie sieht es im Kosovo mit dem Trinkwasser<br />

aus?<br />

Die Hauptquelle von Trinkwasser sind drei große<br />

Stauseen. Das Problem sind die Leitungen, weil<br />

wir bis zu vierzig Prozent des Wassers verlieren.<br />

Was ist Ihre Botschaft an die Leser von SOCIE-<br />

TY?<br />

Nachdem wir den Nationalpark im Westen<br />

errichtet haben, wollen wir gemeinsam mit Montenegro<br />

und Albanien einen internationalen Dreiländerpark<br />

schaffen. Auch diese Länder haben dort<br />

Nationalparks errichtet. Wir wollen grenzüberschreitende<br />

Wanderwege und Tourismus. Das ist<br />

eine Einladung an die Leser, hinzukommen. Es ist<br />

eine sehr schöne, naturbelassene Gegend.<br />

•<br />

curriculum<br />

vitae<br />

inister Dardan Gashi<br />

wurde am 3. Juli 1969<br />

Mgeboren. Er studierte<br />

Kommunikations- und<br />

Politikwissenschaften an der<br />

Universität Wien. Von 1990<br />

bis 1996 arbeitete er als<br />

Journalist für verschiedene<br />

europäische Medien und bereiste<br />

die Krisenregionen am<br />

Balkan. Zur selben Zeit managte<br />

er am Balkan Projekte<br />

und Fact-Finding-Missions<br />

für die International Helsinki<br />

Federation for Human<br />

Rights in Vienna. Ab 1996<br />

war er als Wahlbeobachter<br />

und offizieller Sprecher<br />

der OSZE in Bosnien und<br />

Herzegowina tätig. Ab 1998<br />

war er mit den Geschehnissen<br />

im Kosovo befasst:<br />

Z. B. für die OSZE (Kosovo<br />

Verification Mission, Kosovo<br />

Mission Planning) und nach<br />

dem Kosovokrieg für die<br />

International Crisis Group in<br />

Prishtina, für die United Nations<br />

Mission in Kosovo (UN-<br />

MIK), das United Nations International<br />

Criminal Tribunal<br />

for the former Yugoslavia<br />

(ICTY) und als Berater in<br />

Medienangelegenheiten und<br />

Medienrecht für die OMIK<br />

(OSCE Mission in Kosovo).<br />

2004-05 war er Beauftragter<br />

für Medienfreiheit der<br />

OSZE im Kosovo. Von 2005<br />

bis 2008 arbeitete er als<br />

Berater von Kosovos Vizepremierminister<br />

Lutfi Haziri.<br />

Er war 2006-07 ebenfalls<br />

als Berater bei den Statusverhandlungen<br />

über den<br />

Kosovo in Wien beteiligt.<br />

Zwischen 2008 und 2011<br />

arbeitete er als Consultant<br />

und freier Schriftsteller.<br />

2010 bis 2011 war er Vizeminister<br />

für die Europäische<br />

Integration im Kosovo. Seit<br />

2011 ist er Umweltminister<br />

des Kosovo. Er schrieb die<br />

Bücher „Im Dienst des Diktators“<br />

über einen nordkoreanischen<br />

Agenten, der sich<br />

nach Österreich absetzte,<br />

„Albanien“, eine politische<br />

Geschichte der Albaner, und<br />

„Durch das Land der Hirten<br />

und Helden“ über den Balkan<br />

in den Jahren 1900-1912.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 71


kosovo<br />

Interview<br />

Kosovo im EU-Aufwind<br />

Bei ihrem Besuch im Kosovo traf SOCIETY Herausgeberin Gerti<br />

Tauchhammer den österreichischen Botschafter in Prishtina<br />

und sprach mit ihm über die Lage des jungen Staates und dessen<br />

EU-Ambitionen.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Jahre seit dem Krieg vergangen, und es<br />

gibt immer noch keine vertraglichen Beziehungen<br />

zwischen der EU und dem Kosovo.<br />

Ich gehe jedoch davon aus, dass die<br />

Grundsatzvereinbarung zwischen Kosovo<br />

und Serbien vom 19. April zu einer neuen<br />

Dynamik bei Anerkennungen führen<br />

wird.<br />

Die Bevölkerung des Kosovo lebt<br />

isoliert. Was kann die EU hier tun?<br />

Seit 15 Monaten gibt es nun doch sehr<br />

positive Entwicklungen und konkrete<br />

Fortschritte. Ein Dialog zur Visaliberalisierung<br />

wurde aufgenommen. Der Kosovo<br />

ist der einzige Staat am Balkan, dessen<br />

Bürger nicht ohne Visum in die EU reisen<br />

dürfen. Damit ist zwar kein Zugang zum<br />

europäischen Arbeitsmarkt verbunden,<br />

aber es fällt unter diesen Bedingungen<br />

den kosovarischen Bürgern oft schwer,<br />

den Weg nach Europa zu sehen. Dennoch<br />

zählt die Bevölkerung des Kosovos zu jenen<br />

mit der höchsten Zustimmungsrate<br />

für eine EU-Mitgliedschaft in Europa. Ein<br />

Angebot für Verhandlungen eines Stabilisierungs-<br />

und Assoziierungsabkommens<br />

wurde von der EU gemacht und soll im<br />

Sommer, bei entsprechenden Fortschritten,<br />

Abdouli aufgenommen mit<br />

werden. Das wäre ein<br />

Touhami<br />

Staatssekretär<br />

Quantensprung<br />

Wolfgang Waldner<br />

in Richtung EU.<br />

Wie viele Jahre<br />

sind Sie im Kosovo?<br />

Ich bin seit<br />

Januar 2011 im<br />

Kosovo.<br />

Da haben Sie ja schon einen Einblick<br />

bekommen in die politische Situation<br />

des Landes. Wie sehen Sie die<br />

Situation des Kosovo hinsichtlich der<br />

Anerkennung der Unabhängigkeit?<br />

Es ist ein Prozess, der noch einige Zeit<br />

dauern wird aber sich in die richtige<br />

Richtung entwickelt. Immerhin haben<br />

mittlerweile fast 100 Staaten den Kosovo<br />

anerkannt. Wir haben ja nicht nur die<br />

Herausforderung der serbischen Nicht-<br />

Anerkennung, die wiederum die Sicherheitsratsmitglieder<br />

Russland und China<br />

beeinflusst und somit Fortschritte bei<br />

der UNO blockiert, sondern auch fünf<br />

EU-Mitglieder, die den Kosovo noch nicht<br />

anerkannt haben: Spanien, Zypern, Griechenland,<br />

Rumänien und die Slowakei.<br />

Diese Länder projizieren nationale Überlegungen<br />

mit eigenen Minderheiten in<br />

den Kosovo hinein. Das machte es der EU<br />

in der Vergangenheit schwer, hier größere<br />

Fortschritte zu erzielen. Es sind jetzt 14<br />

Seit Herbst gibt es Gespräche zwischen<br />

Serbien und dem Kosovo. Wie<br />

sehen Sie die Chancen für eine Verbesserung<br />

der Beziehungen?<br />

Man versuchte seit Oktober 2012 auf<br />

der Ebene der Premierminister eine Lösung<br />

zu finden. Die Gespräche wurden<br />

von der Hohen Vertreterin Catherine Ashton<br />

von Brüssel aus geleitet und haben<br />

mit einem Grundsatzübereinkommen<br />

am 19. April einen historischen Durchbruch<br />

erzielt. Damit ist es gelungen, einen<br />

vorläufigen Schlussstrich unter einen<br />

hundertjährigen Konflikt zu setzen. Das<br />

übertrifft sicherlich die kühnsten Erwar-<br />

Foto: Österreichische Botschaft in Prishtina<br />

72 | SocietY 1 _<strong>2013</strong>


kosovo<br />

Interview<br />

tungen und unterstreicht die nach wie vor gültige<br />

Anziehungskraft des europäischen Friedensprojektes.<br />

Nun geht es darum, in einer gemeinsamen<br />

Anstrengung der Konfliktparteien und unter Einbeziehung<br />

der betroffenen Bevölkerung im Nordkosovo<br />

auch die Umsetzung voran zu treiben. Angesichts<br />

des gezeigten politischen Engagements<br />

der Verantwortungsträger in Prishtina und Belgrad<br />

bin ich optimistisch.<br />

Was den Norden des Kosovo betrifft, wo<br />

die serbische Mehrheit den Kosovo nicht anerkennt,<br />

zeichnet sich aber keine Lösung ab.<br />

Was muss geschehen?<br />

Der Kosovo hat etwa die Größe Oberösterreichs<br />

mit ca. 1,8 Millionen Einwohnern, und ein Drittel<br />

der Einwohner des Kosovo befinden sich im Ausland<br />

(Schweiz, Österreich, Deutschland). In diesem<br />

kleinen Land gibt es einen kleinen Ausschnitt von<br />

rund 50.000 Einwohnern im Norden, nördlich<br />

der Stadt Mitrovica, der zum überwiegenden Teil<br />

serbisch bewohnt ist. Im Süden des Kosovo leben<br />

70.000 Serben, die sich weitgehend mit der Verwaltung<br />

in Prishtina arrangiert haben. Solch eine<br />

Lösung wurde nun mit der Grundsatzvereinbarung<br />

vom 19. April auch für den Norden gefunden, die<br />

es für die Serben akzeptabel machen soll, unter<br />

der Verwaltung von Prishtina zu stehen und trotzdem<br />

weitgehend sich selbst verwalten zu können.<br />

Basierend auf dem Ahtisaari-Plan werden den<br />

serbischen Gemeinden weitreichende autonome<br />

Rechte zugestanden. Sie werden die Möglichkeit<br />

haben, die Bildungs- und Gesundheitsdienste in<br />

serbischer Sprache in Anspruch zu nehmen. Polizei<br />

und Gerichte werden in Zukunft entsprechend der<br />

ethnischen Zusammensetzung im Norden besetzt<br />

werden, was bedeutet, dass auch in diesen sensiblen<br />

Bereichen der Kontakt zu serbisch-sprachigen<br />

Institutionen sicher gestellt wird, was für die langfristige<br />

Akzeptanz unerlässlich ist. Dennoch muss<br />

man sich keinen Illusionen hingeben. Das Gewinnen<br />

der Herzen der Menschen im Norden bedarf<br />

großer Anstrengungen und ausreichend Geduld.<br />

Es geht im Norden des Kosovo auch um Sicherheitsgarantien…<br />

Ein zentraler Teil der Vereinbarung vom 19.<br />

April ist die sukzessive Ausdehnung der staatlichen<br />

Gewalt Prishtinas auch in den Norden. Dies<br />

betrifft vor allem die Justiz- und Sicherheitskräfte.<br />

Hier ist ein sukzessiver Übergang von bisher<br />

de facto aktiven serbischen Sicherheitskräften<br />

zu Prishtina unterstellten Sicherheitskräften erforderlich.<br />

Die internationalen Kräfte von KFOR<br />

(inklusive eines starken österreichischen Kontingents)<br />

und EULEX werden in dieser Übergangsphase<br />

eine zentrale Rolle spielen müssen und sorgen<br />

für vertrauensbildende Maßnahmen. Wie bereits<br />

erwähnt, wird im Auswahlprozess des Sicherheitspersonals<br />

großes Augenmerk auf eine entsprechende<br />

ethnische Zusammensetzung gelegt werden,<br />

die den Verhältnissen vor Ort entspricht. Das<br />

soll Vertrauen schaffen.<br />

»Der Kosovo<br />

ist der einzige<br />

Staat am Balkan,<br />

dessen<br />

Bürger nicht<br />

ohne Visum in<br />

die EU reisen<br />

dürfen.<br />

«<br />

Johann<br />

Brieger<br />

curriculum<br />

vitae<br />

B<br />

otschafter Dr. Johann<br />

Brieger wurde am 7.<br />

Juli 1962 geboren. Er<br />

ist verheiratet und hat zwei<br />

Kinder. Seit Januar 2011 ist<br />

er österreichischer Botschafter<br />

im Kosovo. Zuvor<br />

war er im Außenministerium<br />

u. a. Leiter der Abteilung für<br />

die internationale Kooperation<br />

im Kampf gegen<br />

Terrorismus, Menschenhandel,<br />

organisierte Kriminalität<br />

etc., Leiter des Referates<br />

für Binnenmarktfragen, und<br />

während des österreichischen<br />

EU-Vorsitzes Leiter<br />

des Teams für die Arbeit mit<br />

dem Europäischen Parlament.<br />

Er studierte in Linz, an<br />

der University of Toronto/<br />

Kanada und an der Wirtschaftsuniversität<br />

Wien.<br />

Wer profitiert von dieser Situation?<br />

In diesem weitgehend rechtsfreien Raum im<br />

Norden gibt es starke Geschäftsinteressen einiger<br />

weniger, die keine Steuern zahlen und mit der organisierten<br />

Kriminalität zusammenarbeiten. Diese<br />

Leute fürchten, dass ihnen die Grundlage ihres<br />

wirtschaftlichen Erfolgs entzogen wird. Kommt<br />

es zu der erhofften verstärkten Zusammenarbeit<br />

zwischen kosovarischen und serbischen Institutionen,<br />

so wird dies auch den Aktionsradius dieser<br />

Personen stark einschränken. Ein sehr willkommener<br />

Nebeneffekt.<br />

Wie realistisch ist der EU-Beitritt des Kosovo?<br />

Der Wunsch nach Europa hat die Vereinbarung<br />

vom 19. April erst möglich gemacht. Die Menschen<br />

im Kosovo setzen eine große Hoffnung in eine europäische<br />

Zukunft des Landes. Es ist jedoch sicher<br />

ein langfristiges Projekt für die nächsten zehn bis<br />

zwanzig Jahre.<br />

Wann hat Österreich den Kosovo anerkannt?<br />

Österreich zählte 2008 neben Deutschland,<br />

Frankreich oder Italien zu den ersten Anerkennern<br />

des Kosovos.<br />

Gibt es namhafte wirtschaftliche Interessen<br />

aus dem Ausland oder konkrete Projekte?<br />

Der Kosovo ist natürlich ein schwieriges Umfeld.<br />

Österreich ist mit der Raiffeisen Bank vertreten<br />

sowie der Uniqa und der Wiener Städtischen.<br />

Porsche Österreich hat eine Niederlassung hier,<br />

Xella (Ytong) Baumaterial hat eine Produktionsstätte<br />

im Kosovo. Die KELAG investiert in Kleinwasserkraftwerke<br />

in Decan und bemüht sich um<br />

ein zweites Projekt mit einer Investition von rund<br />

200 Millionen Euro, was nicht so wenig ist, wenn<br />

man überlegt, dass der Kosovo zwischen 300 und<br />

400 Millionen Euro an ausländischen Investitionen<br />

im Jahr hat. Österreich liegt an vierter Stelle<br />

bei den Investitionen.<br />

Was ist ihr Fazit der vergangenen beiden<br />

Jahre?<br />

Mit der Vereinbarung vom 19. April konnte ein<br />

solider Baustein für eine dauerhafte Befriedung<br />

der Region unter Schirmherrschaft der EU gesetzt<br />

werden. Die sich damit abzeichnende prinzipielle<br />

Lösung des alles überlagernden politischen<br />

Problems mit Serbien muss nun Kapazitäten in<br />

anderen Bereichen freisetzen. Die größten Herausforderungen<br />

des Kosovo liegen sicherlich im<br />

Bemühen um mehr Rechtstaatlichkeit, wo es mit<br />

Hilfe von EULEX mittlerweile doch erste Erfolge<br />

gibt. Aber es gibt zu wenig Kapazitäten. Dies<br />

wäre eine notwendige Grundvoraussetzung für<br />

eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft und ein<br />

Grundvertrauen der Menschen in funktionierende<br />

Institutionen. Viel Positives ist geschehen, aber<br />

es bedarf noch weiterer erheblicher Anstrengungen.<br />

Ein Weg, den wir als Österreich auch weiterhin<br />

nach Kräften unterstützen werden. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 73


kosovo<br />

kommentar<br />

Dies geschah nach einem<br />

schwierigen Verhandlungsprozess,<br />

der 14 Monate und<br />

17 Runden direkter Gespräche<br />

beanspruchte. Die<br />

Verhandlungen fanden in Wien statt, deswegen<br />

hat diese Stadt für mein Land eine<br />

besondere historische Bedeutung.<br />

Seit der Erklärung der Unabhängigkeit<br />

wurde die Republik Kosovo von 98 Staaten<br />

anerkannt. Wir haben 21 Botschaften auf<br />

vier Kontinenten eröffnet. Die Republik<br />

Kosovo ist bereits Mitglied des Internationalen<br />

Währungsfonds, der Weltbank und<br />

der Europäischen Bank für Wiederaufbau<br />

und Entwicklung. Wir bedanken uns<br />

herzlich bei der Regierung Österreichs<br />

für die freundschaftliche Unterstützung<br />

zur Aufnahme der Republik Kosovo in die<br />

Europäische Bank für Wiederaufbau und<br />

Entwicklung im Dezember letzten Jahres.<br />

Ein besonderer Dank auch an alle Staaten,<br />

die für unsere Mitgliedschaft abgestimmt<br />

haben, unter anderen auch einige Staaten,<br />

die den Kosovo noch nicht anerkannt<br />

haben.<br />

Unsere Kultur, Geographie und Geschichte<br />

gehören zur demokratischen Familie<br />

Europas. In dieser Hinsicht streben<br />

wir die volle Mitgliedschaft in der Europäischen<br />

Union sowie sukzessive bei der<br />

NATO und den Vereinten Nationen an. Die<br />

staatlichen Institutionen des Kosovo arbeiten<br />

hart daran, diese Ziele zu erreichen.<br />

Besonderer Dank gilt den 25 Staaten<br />

der Internationalen Lenkungsgruppe für<br />

den Kosovo, die unseren Weg zur vollen<br />

Staatlichkeit viereinhalb Jahre lang unterstützend<br />

mitverfolgt haben. Ihre Entscheidung<br />

hier in Wien am 02. Juli letzten<br />

Jahres, die Überwachung über die Unabhängigkeit<br />

zu beenden, ist ein weiterer<br />

Beweis für den Fortschritt unserer Republik<br />

im Bereich des institutionellen und<br />

demokratischen Strukturen-Aufbaus. Der<br />

Kosovo hat auch eine verantwortungsvolle<br />

Rolle bei den Verhandlungen mit der<br />

Republik Serbien zur Lösung einiger technischer<br />

und praktischer Probleme übernommen.<br />

Wir sind interessiert daran, mit<br />

unserem serbischen Nachbar die Beziehungen<br />

zu normalisieren. Wir hoffen auf<br />

eine ähnliche Bereitschaft auf Seiten der<br />

Republik Serbien.<br />

Die Beziehungen zwischen dem Kosovo<br />

und Österreich sind sehr gut. Am 24.<br />

Oktober 2011 gab es ein sehr erfolgreiches<br />

Gespräch zwischen dem Premierminister<br />

Thaçi und Bundeskanzler Faymann, wo<br />

über die Vertiefung unserer Beziehungen<br />

gesprochen wurde. Der Besuch des<br />

Parlamentspräsidenten Krasniqi bei Nationalratspräsidentin<br />

Barbara Prammer<br />

Kosovos Weg<br />

zur Staatlichkeit<br />

Vor fünf Jahren, an einem historischen Tag<br />

für mein Land, erklärten die demokratisch<br />

gewählten Volksvertreter die Republik<br />

Kosovo zu einem unabhängigen und<br />

souveränen Staat.<br />

Kommentar von Botschafter S.E. Dr. Sabri Kiqmari<br />

im Dezember 2011 war ein weiterer Baustein<br />

unserer zwischenstaatlichen Beziehungen.<br />

Es war für mich eine Ehre und<br />

Freude, Vizekanzler Michael Spindelegger<br />

bei seinem Besuch in Pristina im September<br />

letzten Jahres begleiten zu dürfen. Er<br />

hielt eine ermutigende Rede vor unserem<br />

Parlament und erhielt die Medaille für<br />

Frieden, Demokratie und Humanismus<br />

von unserer Staatspräsidentin Atifete<br />

Jahjaga. Ein Besuch ihrerseits bei Bundespräsident<br />

Heinz Fischer wird Mitte dieses<br />

Jahres folgen.<br />

Seit dem Beginn der bilateralen diplomatischen<br />

Beziehungen zwischen Österreich<br />

und dem Kosovo wurden neun<br />

bilaterale Abkommen unterschrieben. Im<br />

Jahr 2012 wurden zwei Abkommen unterschrieben:<br />

S.E. Botschafter<br />

Dr. Sabri Kiqmari<br />

Abkommen zwischen der Regierung<br />

der Republik Österreich und der Regierung<br />

der Republik Kosovo über die finanzielle<br />

Kooperation, am 12.07.2012;<br />

Abkommen zwischen der Regierung<br />

der Republik Österreich und der Regierung<br />

der Republik Kosovo über Zusammenarbeit<br />

und gegenseitige Amtshilfe in<br />

Zollsachen, in Wien am 14.09.2012<br />

Wir bedanken uns herzlich bei den österreichischen<br />

Soldatinnen und Soldaten<br />

der KFOR-Truppe im Kosovo sowie EULEX-<br />

Beamten, die ihren Dienst im Kosovo leisten.<br />

Einen besonderen Dank richte ich<br />

auch an österreichische Unternehmen,<br />

die im Kosovo investiert haben oder zu investieren<br />

planen. Auch vielen Leuten, die<br />

von hier aus humanitäre Aktionen geleitet<br />

haben, gilt besonderer Dank. •<br />

Foto: Botschaft der Republik Kosovo<br />

74 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Windows and doors made out of wood.<br />

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From consultancy to technical planning to delivery and assembly: For individual solutions.<br />

Photo: Palais Carl Ludwig, Vienna<br />

KAPO Fenster und Türen GmbH<br />

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kosovo<br />

Wirtschaft<br />

Die Hauptstadt Prishtina ist auch das<br />

Wirtschaftszentrum des Kosovo.<br />

Facts<br />

Wirtschaftsdaten<br />

Kosovo<br />

Bedeutende<br />

Wirtschaftssektoren<br />

Bau, Energie, Landwirtschaft<br />

Wirtschaftswachstum<br />

+4,7%<br />

BIP pro Kopf<br />

2.600 EUR<br />

BIP<br />

4,7 Mrd. EUR<br />

Inflation<br />

+8,0%<br />

Arbeitslosigkeit<br />

38%<br />

Auslandsverschuldung<br />

k.A.<br />

Währung<br />

Euro (nicht in der Währungsunion)<br />

Exporte<br />

313 Mio. EUR<br />

Wichtigste Exportländer<br />

EU, Albanien, Mazedonien<br />

Importe<br />

2,5 Mrd. EUR<br />

Wichtigste Importländer<br />

EU, Serbien, Mazedonien<br />

Aussenhandel<br />

mit Österreich<br />

Importe aus Österreich<br />

37,6 Mio. EUR<br />

Importprodukte<br />

Getränke, Maschinen<br />

Exporte nach Österreich<br />

6,65 Mio. EUR<br />

Exportprodukte<br />

Rinderhäute und –felle,<br />

Heidelbeeren, Türen- und<br />

Fensterbeschläge aus<br />

Kunststoff<br />

Quellen: AWO<br />

Austria der WKÖ<br />

Wirtschaft mit<br />

Potenzial<br />

Die Wirtschaft des Kosovo kämpft mit den Folgen<br />

des Krieges und der Jahre langen unklaren politischen<br />

Situation mit Serbien.<br />

Text: SOCIETY<br />

Zu Zeiten des Sozialismus war der<br />

Kosovo die wirtschaftlich ärmste<br />

Region Jugoslawiens. Die wirtschaftliche<br />

Lage hat sich infolge<br />

des Krieges 1999 und der nachfolgenden<br />

politischen Schwierigkeiten<br />

mit der Unabhängigkeit nicht wesentlich gebessert.<br />

Das Potential für einen Aufschwung wäre<br />

jedoch gegeben: Der Kosovo ist reich an Erz- und<br />

Metallvorkommen wie Eisen, Kohle, Blei, Silber,<br />

Zink, Magnesit, Chrom, Nickel und Bauxit. Auch<br />

in Landwirtschaft und der verarbeitenden Industrie<br />

wäre eine höhere Produktivität möglich, doch<br />

fehlt es bislang an den notwendigen Investitionen.<br />

Praktisch alle Investitions- und Verbrauchsgüter<br />

müssen wegen fehlender eigener Produktion<br />

in den Kosovo importiert werden. So ist es nicht<br />

verwunderlich, dass der Kosovo ein gewaltiges<br />

Handelsbilanzdefizit aufweist. Durch Privatisierungen<br />

wird versucht, ausländische Investoren<br />

für den Aufbau und die Wiederinbetriebnahme<br />

der kosovarischen Industrie zu gewinnen. Gelungen<br />

ist dies etwa beim Ferronickelproduzent Alferon<br />

und dem Stahlwerk Llamkos, die viel zum BIP<br />

des Landes beitragen. Der Energieversorger KEK<br />

und das Postwesen sollen auch privatisiert werden.<br />

Zum Verkauf stehen außerdem das Bergwerk<br />

Trepca und das Schigebiet Brezovica.<br />

•<br />

Überweisungen aus dem Ausland<br />

Der größte Wirtschaftssektor ist der Dienstleistungssektor<br />

mit einem Anteil von über sechzig<br />

Prozent. Die Industrie trägt mit 18 Prozent zum<br />

BIP bei, und die Landwirtschaft ist mit einem<br />

Anteil von zwölf Prozent im Vergleich zu anderen<br />

europäischen Staaten relativ stark. Dabei ist<br />

die landwirtschaftliche Subsistenzwirtschaft mit<br />

sehr geringer Produktivität weit verbreitet.<br />

Eine bedeutende Einnahmequelle des jungen<br />

kosovarischen Staates sind die Auslandsüberweisungen<br />

der albanischen Diaspora, vor allem aus<br />

der Schweiz, Deutschland, Österreich und den<br />

USA, die Schätzungen zufolge jährlich vierhundert<br />

bis fünfhundert Millionen Euro ausmachen.<br />

Diese Transfers helfen vielen Menschen, ihren Lebensunterhalt<br />

zu bestreiten. Die Arbeitslosigkeit<br />

ist mit 45 Prozent sehr hoch, bei den jungen Menschen<br />

liegt sie sogar bei siebzig Prozent, wobei<br />

viele Menschen im informellen Sektor beschäftigt<br />

sind und die tatsächliche Arbeitslosigkeit niedriger<br />

sein dürfte. Die Schattenwirtschaft des Kosovo<br />

wird auf mindestens so groß wie die offizielle<br />

Wirtschaft geschätzt.<br />

•<br />

Foto:s arild Vagen, Botschaft der Republik Kosovo<br />

76 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Kosovo<br />

Interview<br />

Foto: WKO<br />

„Kosovo nimmt<br />

Sonderstellung ein“<br />

Der österreichische Wirtschaftsdelegierte Christian<br />

Miller über Ressourcen, Investitionen und Privatisierung<br />

im Kosovo. Interview: <strong>Society</strong><br />

Wie beurteilen Sie die<br />

wirtschaftliche Ausgangssituation<br />

des Kosovo?<br />

Blickt man auf die<br />

wirtschaftliche Entwicklung<br />

der letzten Jahre, dann nimmt der Kosovo,<br />

gemeinsam mit Albanien und Polen eine Sonderstellung<br />

ein. Alle drei Länder konnten selbst am<br />

Höhepunkt der Wirtschaftskrise und auch danach<br />

kontinuierliche Wachstumsraten aufweisen. Die<br />

Ausgangsbasis des Kosovo ist natürlich vergleichsweise<br />

niedrig, aber es macht doch zuversichtlich,<br />

dass der Abstand zu den hochentwickelten mitteleuropäischen<br />

Ländern nicht gewachsen, sondern<br />

geschrumpft ist.<br />

Welche Ressourcen hat der Kosovo, um sich<br />

wirtschaftlich entwickeln zu können?<br />

Abgesehen von der Gewinnung und Verarbeitung<br />

von Rohstoffen, bieten der Ausbau der<br />

Infrastruktur, die Energiewirtschaft und der<br />

Umweltsektor ein interessantes Betätigungsfeld.<br />

Grundsätzlich ist der Kosovo ein sehr rohstoffreiches<br />

Land. Recherchen weisen auf Vorkommen<br />

von Eisen, Gold, Silber, Chrom, Magnesium, Aluminium<br />

etc. hin. Mit Ausnahme von Lignit, das<br />

vor allem für den Betrieb des für die Stromversorgung<br />

des gesamten Kosovo so bedeutenden Kohlekraftwerkes<br />

verwendet wird, liegt die Ausbeute,<br />

geschweige denn die Weiterverarbeitung, der anderen<br />

Rohstoffe auf niedrigem Niveau. Während<br />

des Milosevic Regimes kam es kaum zu Investitionen<br />

und der Kosovokrieg führte zu massiven Zerstörungen.<br />

Umso größer ist damit der Aufholbedarf<br />

im produzierenden Sektor.<br />

Wie entwickeln sich die österreichischen<br />

Investitionen im Kosovo?<br />

Die Entwicklung der österreichischen Investitionen<br />

ist durchaus vergleichbar mit der in anderen<br />

Ländern der Region. Ausgehend von den großen<br />

Pionieren, die hier vor allem im Finanz- und<br />

Versicherungswesen zu finden sind, wurde die<br />

Präsenz ausgebaut und weitere Bereiche erschlossen.<br />

Hervorzuheben sind neben dem Finanz- und<br />

Versicherungswesen die Energiewirtschaft und<br />

der Umweltsektor, Bau und Baustoffe, der Bera-<br />

tungs- und Dienstleistungsbereich. Seit Eintreten<br />

der Wirtschaftskrise leidet zwar die Dynamik der<br />

Neuinvestitionen, es ist aber eindeutig bemerkbar,<br />

dass sich die österreichischen Unternehmen<br />

kontinuierlich den Balkan abwärts vorarbeiten<br />

und ihre Präsenz, die in der gesamten Region sehr<br />

wohlwollend gesehen wird, kontinuierlich steigt.<br />

Welchen Anteil haben die Emigranten an<br />

der wirtschaftlichen Entwicklung?<br />

Im Unterschied zur albanischen Diaspora, die<br />

es vor allem nach Griechenland und Italien verschlug,<br />

profitiert der Kosovo auch weiterhin von<br />

seinen Emigranten. Als Teil Jugoslawiens zog es<br />

sie vor allem in die heute wirtschaftlich wesentlich<br />

besser stehenden deutschsprachigen Länder.<br />

Die Überweisungen der im Ausland lebenden Kosovaren<br />

stellen einen für das Land wichtigen Wirtschaftsfaktor<br />

dar und auch die Rückkehr der gut<br />

ausgebildeten Landsleute ist ein Hoffnungsschimmer<br />

für die wirtschaftliche Weiterentwicklung.<br />

Ein weiterer nicht vernachlässigbarer Wirtschaftsfaktor<br />

sind Infrastrukturprojekte, die u.a. mit<br />

Mitteln der Internationalen Finanz Institutionen<br />

realisiert werden.<br />

Was kann man von der Privatisierung der<br />

Wirtschaft erwarten?<br />

Im Kosovo ist man mit dem Thema Privatisierung<br />

eigentlich sehr pragmatisch umgegangen.<br />

Man hat nicht mit dem Argument des „nationalen<br />

Interesses“ versucht, sich vor dem ausländischen<br />

Investor abzuschotten und den Einflussbereich<br />

des Staates zu bewahren. Wie in anderen Staaten<br />

ist es für den Erfolg eines Privatisierungsvorhabens<br />

wesentlich einen Investor zu finden, der<br />

langfristiges Interesse hat und bereit ist entsprechendes<br />

Know-how – von Ausstattung bis Managementtechniken<br />

– mit in das Land zu bringen. Gelingt<br />

dies, ist natürlich ein wichtiger Schritt nach<br />

vorne getan. Mit Projekten, wie der Privatisierung<br />

des Flughafens, sowie Privatisierungen im Energie-<br />

und Bergwerksbereich wurden bereits Schritte<br />

gesetzt. Gegenwärtig ist die Privatisierung der<br />

Post und Telekom in der Endphase und im Laufe<br />

des Jahres sollen auch noch die Konzessionen für<br />

das neue Kohlekraftwerk „Kosova e Re“ sowie das<br />

Schigebiet Brezovica vergeben werden. •<br />

»Für den Erfolg<br />

eines Privatisierungsvorhabens<br />

ist es wesentlich<br />

einen Investor<br />

zu finden, der<br />

langfristiges<br />

Interesse hat<br />

und bereit ist,<br />

entsprechendes<br />

Know-How mit<br />

in das Land zu<br />

bringen.<br />

«Christian<br />

Miller<br />

Curriculum<br />

Vitae<br />

Mag. Christian Miller ist seit<br />

1990 bei der Wirtschaftskammer<br />

Österreich tätig. Er<br />

war stv. Handelsdelegierter<br />

in Algier, Athen und Taipeh.<br />

Seit 2006 ist er Handelsdelegierter,<br />

mit der neuen<br />

Bezeichnung Wirtschaftsdelegierter,<br />

für Slowenien,<br />

Albanien und den Kosovo<br />

im Österreichischen AußenwirtschaftsCenter<br />

Laibach.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 77


Kosovo<br />

Kommentar<br />

Ein politischer<br />

Marathonlauf<br />

spielte sich jüngst<br />

in Brüssel ab.<br />

Zweijährige Kosovo-Gespräche<br />

unter EU-Vermittlung gingen<br />

ab März in die Intensivphase.<br />

An ein Aufgeben war nicht<br />

zu denken. Für die Nachfolgestaaten<br />

des früheren Jugoslawien<br />

stand viel auf dem Spiel.<br />

Serbien hatte ohne Einigung<br />

keine Aussicht auf ein Datum<br />

für EU-Beitrittsverhandlungen,<br />

der Kosovo keine Chance auf<br />

eine Assoziierung mit der EU.<br />

Die Balkan-Nachbarn wussten:<br />

Ohne Einigung kommen wir in<br />

Europa nicht vorwärts.<br />

Die Zeit drängte. Weder Verhandlungspartner<br />

noch EU-Vermittler<br />

konnten bei ihrem Ritt<br />

Richtung Zukunft des Nordkosovo<br />

die Pferde wechseln. Kaum<br />

hatte eine Verhandlung erfolglos<br />

geendet, wurde schon die<br />

nächste geplant, ungeachtet<br />

aller Schuldzuweisungen. Die<br />

EU-Außenbeauftragte Catherine<br />

Ashton setzte immer wieder<br />

neue Termine an. Die Gespräche<br />

mit Pristina müssten notfalls<br />

ohne Vermittler fortgesetzt<br />

worden, ließ sich zuletzt<br />

der serbische Ministerpräsident<br />

Ivica Dacic vernehmen.<br />

Ein Scheitern der Verhandlungen<br />

konnte und wollte<br />

keine Seite auf ihr Konto buchen.<br />

Auch Europa musste<br />

das begonnene Werk zu Ende<br />

bringen. Großes diplomatisches<br />

Geschick ließ den Dialog<br />

zwischen Belgrad und Pristina<br />

nicht abbrechen. EU-Erweiterungskommissar<br />

Stefan Füle<br />

stellte die Präsentation des<br />

Fortschrittsberichts zurück. Es<br />

galt jede Marge zu nützen. Die<br />

Mühe lohnte sich, ein Durchbruch<br />

wurde erzielt. Fazit: Der<br />

Kompromiss bringt den Serben<br />

im Kosovo ein Höchstmaß an<br />

Autonomie. Der Weg zur EU-<br />

Annäherung ist frei.<br />

Kosovo-Serbien:<br />

Verhandlungsmarathon<br />

Serbien und der Kosovo haben sich nach zähem<br />

Ringen unter dem EU-Schirm auf eine Normalisierung<br />

ihrer Beziehungen geeinigt. Als Lohn winken<br />

die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen<br />

bzw. ein Assoziierungsabkommen mit der EU.<br />

Analyse von Hermine Schreiberhuber<br />

zur person<br />

ag. Hermine Schreiberhuber<br />

war stellver-<br />

Ressortleiterin Mtretende<br />

für Außenpolitik bei der Austria<br />

Presse Agentur (APA). Ferner<br />

verfasst sie Reportagen für Wochenzeitungen<br />

wie „Die Furche“<br />

und wirkt an politischen Büchern<br />

mit.<br />

•<br />

Serbische Minderheit<br />

im Brennpunkt<br />

Konkret ging es im Brüsseler<br />

„Verhandlungskrimi“ um<br />

die Absicherung der serbischen<br />

Bevölkerung im Nordkosovo.<br />

Rund 40.000 Serben stellen<br />

dort die lokale Mehrheit.<br />

Dazu kommen in der früheren<br />

serbischen Provinz Enklaven<br />

mit 80.000 Serben. Serbien finanzierte<br />

im Nordkosovo ein<br />

Parallelsystem. Gerichte, Polizei,<br />

Schul-, Gesundheits- und<br />

Kommunalsektor funktionieren<br />

nicht nach kosovarischen<br />

Gesetzen. Dieses Parallelsystem<br />

soll nun von einer weitreichenden<br />

Autonomie abgelöst<br />

werden.<br />

Die erzielte Einigung sichert<br />

der kleinen serbischen<br />

Gemeinschaft im Rahmen<br />

des jüngsten europäischen<br />

Staates eine Autonomie, die<br />

serbischen Einfluss auf Polizei<br />

und Gerichte zulässt. Auf<br />

eine Einflussnahme in Sachen<br />

Justiz und Polizei im Nordkosovo<br />

hatte Serbien bis zuletzt<br />

gepocht. Andererseits kann<br />

diese Region nun, fünf Jahre<br />

nach der Ausrufung der<br />

Unabhängigkeit, voll in den<br />

Kosovo eingegliedert werden.<br />

Der Status der kosovarischen<br />

Streitkräfte war bis zuletzt ein<br />

Streitpunkt gewesen.<br />

Die speziellen Autonomierechte<br />

für die Serben sollen<br />

ein eigenes Parlament, einen<br />

Präsidenten sowie eine Art Regierung<br />

beinhalten. Ein eigener<br />

regionaler Polizeikommandant<br />

soll für den Norden zuständig<br />

sein. Einen Kernpunkt des<br />

Abkommens bildet auch die<br />

Verpflichtung, die EU-Integrationsbemühungen<br />

der anderen<br />

Seite nicht zu blockieren. Die<br />

EU und die USA erreichten ihr<br />

Ziel, Serbien einen Rückzug<br />

aus dem Nordkosovo ohne Prestigeverlust<br />

zu ermöglichen.<br />

•<br />

Nationalisten<br />

protestieren<br />

Dass die internationale<br />

Gemeinschaft die Beilegung<br />

des jahrzehntelangen Streits<br />

zwischen Serbien und dem<br />

Kosovo begrüßt, verwundert<br />

ebenso wenig wie Proteste der<br />

Kosovo-Serben und Unmutsbekundungen<br />

nationalistischer<br />

Gruppen. Die EU würdigte die<br />

Vereinbarung als historischen<br />

Schritt, UNO-Generalsekretär<br />

Ban Ki-moon sprach von einem<br />

Meilenstein. Die NATO<br />

will bei der Umsetzung helfen.<br />

Die Kosovo-Serben hingegen<br />

kündigten in der Sache ein Referendum<br />

an.<br />

Zuhause in Belgrad und<br />

Pristina steht den Verhandlungspartnern,<br />

den Regierungschefs<br />

Ivica Dacic und<br />

Vizepremier Alexander Vucic<br />

auf der einen sowie Premier<br />

Hashim Thaci auf der anderen<br />

Seite, noch die Meisterprüfung<br />

bevor. Mit ihrer Dialogbereitschaft<br />

ist ihr persönliches politisches<br />

Schicksal ist verknüpft.<br />

Denn der zukunftweisende<br />

Kompromiss von Brüssel wird<br />

von führenden Regierungspolitkern,<br />

aber nicht von allen<br />

Oppositionsparteien im Kosovo<br />

und in Serbien goutiert.<br />

Gefährlich wäre es, wenn nationalistische<br />

Gruppierungen<br />

Auftrieb bekämen.<br />

Faktum ist: Die Anerkennung<br />

der Landesgrenzen war<br />

Voraussetzung für jegliche<br />

Verhandlungen in der EU<br />

und die Anerkennung durch<br />

die Vereinten Nationen. Nach<br />

den blutigen Balkan-Kriegen<br />

wünschen Europäer wie Amerikaner<br />

klare Verhältnissen<br />

in dieser Region, die berechtigterweise<br />

ihre Zukunft in<br />

Europa sieht. Das Europa-Parlament<br />

hatte von Anfang an<br />

klar gemacht: Ohne Einigung<br />

kein Beitrittsdatum und keine<br />

Assoziierung.<br />

Foto: Nelson<br />

78 | Societ 1_<strong>2013</strong>


KOSOVO<br />

Kommentar<br />

•<br />

Wunschkatalog<br />

Diese Voraussetzungen sind nun erfüllt.<br />

Die EU-Kommission empfiehlt demnach in<br />

ihrem Fortschrittsbericht mit Belgrad die<br />

Aufnahme von Beitrittsverhandlungen<br />

und mit Pristina die Eröffnung von Verhandlungen<br />

über ein Stabilisierungs- und<br />

Assoziierungsabkommen. Eine heikle politische<br />

Klippe wurde in der Vereinbarung<br />

umschifft. Serbien muss den Kosovo nicht<br />

explizit anerkennen. Beide Staaten haben<br />

aber auch konkrete Wünsche.<br />

Dem Kosovo geht es um eine breitere<br />

politische Anerkennung. Der Kosovo-Premier<br />

forderte umgehend die Aufnahme<br />

seines Landes in die UNO und in die OSZE.<br />

Serbien konnte sich bisher auf das Vetorecht<br />

Russlands stützen. Zur Erinnerung:<br />

Selbst fünf EU-Staaten – Spanien, die<br />

Slowakei, Rumänien, Griechenland und<br />

Zypern – haben „das europäische Kind“<br />

nicht anerkannt. Pristina hofft überdies<br />

auf eine Liberalisierung des Visa-Regimes.<br />

•<br />

Zum Erflog verdammt<br />

Inzwischen setzen Verhandlungsführer<br />

ihre Politik der kleinen zähen Schritte<br />

unbeirrt fort. Denn für die EU steht fest:<br />

Das europäische Experiment Kosovo muss<br />

gelingen.<br />

In Pristina und in Belgrad stimmten<br />

die Regierungen währenddessen dem Umsetzungsplan<br />

zu. Die serbische Regierung<br />

will aber sicherstellen, dass die Kosovo-<br />

Serben auch künftig serbische Personalpapiere<br />

benützen dürfen. Das könnte für<br />

die im Herbst angesetzten kosovarischen<br />

Lokalwahlen von Bedeutung sein. Die<br />

Abhaltung dieser Lokalwahlen wird aller<br />

Voraussicht nach zu einer Nagelprobe für<br />

die Betreiber der Normalisierung werden.<br />

Wenn der Norden mitmacht und nicht<br />

wie bisher die Urnengänge boykottiert,<br />

wäre dies ein positives Signal des neuen<br />

Verbundes serbischer Gemeinden.<br />

Serbiens Premier Dacic zeigte sich<br />

pragmatisch. Selbst ein Boykott durch die<br />

Kosovo-Serben würde die Umsetzung der<br />

Vereinbarung nicht gefährden. Notfalls<br />

werde die mit Pristina erzielte Nordkosovo-Regelung<br />

auch ohne die dortige serbische<br />

Volksgruppe umgesetzt. In einem<br />

Interview mit dem „Kurier“ betonte Dacic:<br />

„Die Zukunft des Balkans liegt in der EU.“<br />

An der Kriegsvergangenheit könne man<br />

nichts mehr ändern; es gelte, die Zukunft<br />

zu gestalten. Allerdings müsse auch die<br />

EU das Ihre dazu beitragen, indem sie den<br />

EU-Skeptikern in Serbien mit einer Aufnahme<br />

von Beitrittsverhandlungen den<br />

Wind aus den Segeln nehme.<br />

Auf kosovarischer Seite wollte Außenminister<br />

Enver Hoxhaj die Tatsache, dass<br />

Serbien den Kosovo nicht formal anerkennt,<br />

nicht überbewertet wissen. Das in<br />

Brüssel erzielte Abkommen sei deshalb<br />

so wichtig für Pristina, weil Serbien darin<br />

die Realität eines unabhängigen Kosovo,<br />

seine Verfassung und seine Institutionen<br />

anerkenne. Vor nationalistischen Tönen<br />

aus Tirana warnte im Zuge der Diskussion<br />

auch Serbiens Premier Dacic, der eine klare<br />

Reaktion der EU dazu einforderte.<br />

Auf die diplomatischen Investitionen<br />

müssen wirtschaftliche folgen. Sowohl<br />

Serbien als auch der Kosovo haben einen<br />

Aufschwung nötig, vor allem Auslandsinvestitionen<br />

auf politisch abgesichertem<br />

Terrain. Der Kosovo kämpft mit hoher<br />

Arbeitslosigkeit. Belgrad muss seine Wirtschaftsprobleme<br />

anpacken und könnte<br />

Finanzmittel aus Brüssel gut brauchen.<br />

Aufgrund der Euro-Krise sind Kreditgeber<br />

risikoscheuer geworden; das bekommt gerade<br />

die Balkan-Region zu spüren. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 79


Aserbaidschan<br />

staatsbesuch<br />

Präsident Ilham Aliyev schreitet<br />

die Bundesheergarde ab.<br />

Besuch in Wien<br />

Der Präsident der Republik Aserbaidschan llham Aliyev hat sich<br />

in Begleitung seiner Ehefrau Mehriban Aliyeva vom 12. bis 14.<br />

Mai zu einem offiziellen Besuch in Österreich aufgehalten.<br />

Text: Mag. Elgun Niftaliyev und SOCAR Repräsentanz in Österreich<br />

In der Hofburg wurde das aserbaidschanische<br />

Staatsoberhaupt vom<br />

Bundespräsidenten Heinz Fischer<br />

mit militärischen Ehren empfangen.<br />

Nach einem Zwiegespräch und Treffen<br />

der Delegationen mit einer gemeinsamen<br />

Pressekonferenz im Anschluss<br />

unterzeichneten die Präsidenten eine Erklärung<br />

über bilaterale freundschaftliche<br />

Beziehungen und Partnerschaft.<br />

Die unterzeichnete Erklärung unterstreicht<br />

neben der Vertiefung wirtschaftlicher<br />

und kultureller Zusammenarbeit<br />

außerdem die Notwendigkeit einer<br />

friedlichen Lösung des aserbaidschanisch-armenischen<br />

Konflikts um Berg-<br />

Karabach. Präsident Aliyev plädierte für<br />

einen sofortigen Abzug der armenischen<br />

Truppen aus diesem völkerrechtlich zu<br />

Aserbaidschan gehörenden Gebiet und<br />

betonte, dass der Konflikt gemäß Völkerrecht<br />

und auf friedlichem Wege gelöst<br />

werden müsse.<br />

Beim Treffen mit Bundeskanzler Werner<br />

Faymann wurden die Entwicklung<br />

der bilateralen Beziehungen und der Ausbau<br />

der wirtschaftlichen Zusammenarbeit<br />

diskutiert. Während des Treffens mit<br />

Bürgermeister Michael Häupl im Wiener<br />

Rathaus hob Ilham Aliyev die Gemeinsamkeiten<br />

zwischen Aserbaidschan und Österreich,<br />

sowie auch zwischen beiden Hauptstädten<br />

hervor und trug sich ins Goldene<br />

Buch der Stadt Wien ein.<br />

Unterzeichnung einer Erklärung über bilaterale Beziehungen.<br />

Auf dem Programm des offiziellen Besuches<br />

stand auch ein wichtiger Kulturevent:<br />

Im ersten Wiener Gemeindebezirk<br />

wurde das Aserbaidschanische Kulturzentrum<br />

eröffnet. Darüber hinaus besuchten<br />

der Staatspräsident und seine Ehegattin<br />

im Wiener Donaupark das Denkmal des<br />

berühmten aserbaidschanischen Komponisten<br />

Üzeyir Hajibeyli.<br />

Im Rahmen des offiziellen Besuches<br />

nahm Präsident Aliyev gemeinsam mit<br />

dem Bundespräsidenten Heinz Fischer am<br />

österreichisch-aserbaidschanischen Wirtschaftsforum<br />

in der Wirtschaftskammer<br />

Österreich teil, traf sich dort auch mit<br />

dem Präsidenten der Österreichischen<br />

Wirtschaftskammer Christoph Leitl. Hervorzuheben<br />

ist dabei auch das Treffen mit<br />

OMV-Chef Gerhard Roiss, wobei die Zusammenarbeit<br />

und zukünftige gemeinsame<br />

Projekte im Energiebereich zwischen<br />

Aserbaidschan und der OMV diskutiert<br />

wurden. Außerdem fanden Gespräche mit<br />

80 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


society eigenevent<br />

viva mayr<br />

WKO-Präsident Christoph Leitl,<br />

Ilham Aliyev, BP Heinz Fischer<br />

Staatspräsident Ilham Aliyev spricht beim<br />

Österreichisch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsforum<br />

Pressekonferenz von<br />

Ilham Aliyev und<br />

Heinz Fischer<br />

Fotos: SOCAR Representative Office in Austria<br />

dem Präsidenten der Industriellenvereinigung<br />

Georg Kapsch und Leitern führender<br />

österreichischer Unternehmen statt.<br />

Während des offiziellen Besuches<br />

wurden zwischen österreichischer und<br />

aserbaidschanischer Seite auch wichtige<br />

Themen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen<br />

wie Infrastruktur, Tourismus und<br />

Gesundheitswesen erörtert.<br />

Die internationalen Organisationen<br />

in Wien standen auch im Mittelpunkt<br />

des Programmes. In Gesprächen mit Juri<br />

Fedotov, UNOV General Director/UNODC<br />

Executive Director, Lassina Zerbo, designiertem<br />

Executive Secretary der CTBTO,<br />

Kandeh Yumkella, Generaldirektor der<br />

UNIDO und Yukiya Amano, Generaldirektor<br />

der IAEA, standen die Perspektive internationaler<br />

Zusammenarbeit zwischen<br />

Aserbaidschan und der jeweiligen Organisation<br />

zur Diskussion.<br />

Nach dem Besuch des Präsidenten Heydar<br />

Aliyev im Juli 2000 war das der zweite<br />

offizielle Besuch eines Staatsoberhaupts<br />

aus Aserbaidschan in Österreich nach der<br />

Wiederherstellung der Unabhängigkeit<br />

im Jahr 1991. Im Oktober 2011 hielt sich<br />

Bundespräsident Heinz Fischer zu einem<br />

offiziellen Besuch – somit auch zum ersten<br />

eines österreichischen Staatschefs – in<br />

Aserbaidschan auf. Er lud damals Staatspräsident<br />

Aliyev nach Österreich ein. •<br />

Margit Fischer, Mehriban Aliyeva,<br />

Ilham Aliyev, Heinz Fischer<br />

Treffen mit Wiens Bürgermeister<br />

Michael Häupl im Rathaus.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 81


Aserbaidschan<br />

staatsbesuch<br />

besuch bei den internationalen<br />

organisationen im vic in Wien<br />

Begrüßung durch<br />

UN Under-Secretary General,<br />

UNOV Generaldirektor<br />

Juri Fedotov<br />

Gespräch mit Executive Secretary<br />

der CTBTO Lassina Zerbo<br />

Gespräch mit Director General<br />

der IAEA Yukiya Amano<br />

Treffen mit UNIDO<br />

Director General<br />

Kandeh Yumkella<br />

Treffen mit<br />

UN Under-Secretary General,<br />

UNOV Director General<br />

Juri Fedotov<br />

82 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Aserbaidschan<br />

staatsbesuch<br />

Eröffnung des Kulturzentrums<br />

von aserbaidschan in Wien<br />

Enthüllung des<br />

Zentrumschildes<br />

Fritz Neugebauer,<br />

Dr. Leyla Gasimova,<br />

Mehriban Aliyeva,<br />

Präsident Ilham Aliyev,<br />

Botschafter Galib Israfilov<br />

Empfang im Aserbaidschanischen<br />

Kulturzentrum<br />

Eröffnungsrede von<br />

Präsident Ilham Aliyev<br />

Verteidigungsminister von<br />

Slowenien Roman Yakic,<br />

Außenminister von Aserbaidschan<br />

Elmar Mammadyarov<br />

Direktorin<br />

Dr. Leyla Gasimova,<br />

Ex OGH Präsident<br />

Dr. Johann Rzeszut<br />

Generaldirektor der SOCAR Repräsentanz in Österreich<br />

Gulmirza Javadov, Militärattaché der Botschaft der Republik<br />

Aserbaidschan in Österreich Kamil Guliyev<br />

Novruz Mammadov, Jalal Gasimov,<br />

IT-Minister Ali Abbasov, Azer Gasimov<br />

NABUCCO Vorstand<br />

Mag. Reinhard Mitschek,<br />

Vize-Präsident von SOCAR<br />

Elschad Nassirov<br />

Honorarkonsul der<br />

Republik Aserbaidschan<br />

in der Slowakei<br />

Jalal Gasimov,<br />

Gulmirza Javadov<br />

Erinnerungsfoto<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 83


Aserbaidschan<br />

Interview<br />

Azerbaijani Culture in the<br />

Heart of the Europe<br />

Right across the street of the Museum of Cultural History, Azerbaijan<br />

opened the doors of its new Azerbaijani Cultural Center<br />

in Vienna. SOCIETY met director Leyla Gasimova and talked<br />

to her about art, music and the commonalities of Austria and<br />

Azerbaijan.<br />

Interview: Gertrud Tauchhammer<br />

Azerbaijan and Austria<br />

have a long-standing<br />

economic and cultural<br />

relationship. What do<br />

you think is the next<br />

step in this connection?<br />

Austria and Azerbaijan have indeed<br />

established great bilateral relations in numerous<br />

areas. As president of the Republic<br />

of Azerbaijan, Ilham Aliyev remarked during<br />

his recent state visit to Austria in May,<br />

<strong>2013</strong>: “Austria and Azerbaijan are true<br />

friends and partners. We have just signed<br />

a political declaration called ‘The Declaration<br />

of Friendship and Partnership’”. The<br />

opening of the Azerbaijani Cultural Centre,<br />

which is only our country’s second<br />

Cultural Centre to be opened in Europe,<br />

will only intensify and strengthen these<br />

relations. With a prime location in the<br />

heart of Vienna, our cultural centre will<br />

host art exhibitions, concerts, language<br />

courses, lectures, touristic presentations<br />

and many other cultural events. We have<br />

already started working on some projects.<br />

As the director of this new cultural<br />

institution can you tell us about your<br />

next projects? Can you name a few artists<br />

from Azerbaijan that you are going<br />

to present to the Austrian people?<br />

For instance, on the 31st of May a classical<br />

concert, featuring musicians from<br />

Austria and Azerbaijan was held at the<br />

Vienna Konzerthaus. On June 17th there<br />

was a presentation of the collection of stories<br />

by the well-known Azerbaijani author<br />

Anar, which have been translated into the<br />

German language and published in Austria.<br />

The annual celebration of Azerbaijani<br />

national music in Vienna has become a<br />

tradition. On this occasion we are planning<br />

to organize a concert on September<br />

18th, which is the birthday of our famous<br />

composer, Uzeyir Hajibeyli. I would like to<br />

mention that this year is the 100th anniversary<br />

of the operetta “Arshin mal alan”,<br />

which has been performed in 2006 in Vienna,<br />

with great success. It would be great to<br />

present this operetta to the Viennese audience.<br />

Another big event has been planned<br />

for autumn 2014: the exhibition of unique<br />

handmade dolls by Elmira Abbasli.<br />

By the way, we have also already<br />

launched our homepage www.azculture.<br />

at. At present we are working on its content.<br />

Visitors will be able to find useful<br />

information there about our centre’s<br />

upcoming events as well as about Azerbaijan.<br />

Moreover, you can find information<br />

concerning the Azerbaijani language<br />

Fotos: SOCIETY/Preiss<br />

84 | SocietY 1 _<strong>2013</strong>


aserbaidschan<br />

Interview<br />

courses, which we plan to start this autumn. People<br />

who are interested have the possibility to apply<br />

online for these courses.<br />

Now your second native country Austria<br />

gave you some impressions of our culture.<br />

What are the most commonalities between<br />

the Austrian and the Azerbaijan culture?<br />

Both Austria and Azerbaijan boast a rich cultural<br />

heritage, which has strongly contributed to the<br />

countries’ identity. One of the main similarities between<br />

our countries is the very sensitive attitude<br />

the historical heritage, architecture and historic<br />

monuments. We are very pleased that our countries<br />

showed mutual recognition to our great composers.<br />

While Uzeyir Hajibeyli’s monument was<br />

unveiled in Vienna in 2006, Wolfgang Amadeus<br />

Mozart’s monument was unveiled in Baku in 2010,<br />

with the participation of our countries’ presidents.<br />

The Austrian culture needs no introduction.<br />

The love for music is shared by both Azerbaijanis<br />

and Austrians. One more characteristic of our<br />

two countries is the constant effort to keep their<br />

traditions alive. Tolerance for different cultures,<br />

religions and nationalities is another similarity<br />

between Austria and Azerbaijan.<br />

These two countries gave the world culture distinguished<br />

musicians.<br />

We will do our best to present this uniqueness<br />

of our culture to all our visitors.<br />

Azerbaijan and Austria exhibit considerable<br />

similarities in other respects as well. Both countries<br />

are about the same size and have nearly the<br />

same number of inhabitants. They have also assumed<br />

a strategically important role in their respective<br />

regions. While Austria is considered as a<br />

gateway to Central and Eastern Europe, Azerbaijan<br />

has for years now been expanding its role as a<br />

springboard to Central Asia.<br />

In 2010, the first embassy of Austria was established<br />

in Baku and now the first cultural center<br />

of Azerbaijan opened in Vienna. Why has this relationship<br />

increased in the past few years?<br />

There have always been special relations between<br />

our countries. We should not forget that<br />

»Both Austria<br />

and Azerbaijan<br />

boast a rich<br />

cultural heritage,<br />

which has<br />

strongly contributed<br />

to the<br />

countries‘ identities.<br />

«<br />

Leyla<br />

Gasimova<br />

Facts<br />

Aserbaidschanisches<br />

Kulturzentrum<br />

Wien<br />

Bellariastraße 8<br />

1010 Vienna<br />

www.azculture.at<br />

Azerbaijan has restored its independence just 21<br />

years ago. Nonetheless, last year Azerbaijan celebrated<br />

twenty years of diplomatic relations with<br />

the Republic of Austria. Austria was also one of the<br />

first countries, where Azerbaijan opened its embassy<br />

in 1995. In 2000, late president Heydar Aliyev’s<br />

state visit to Austria took place. The warm relationship<br />

we have now has been built up throughout<br />

the years. But of course, Azerbaijan’s rapid economic<br />

growth in the past few years, as well as the<br />

opening of the Austrian embassy in Baku have considerably<br />

strengthened our relations in all areas.<br />

It should be mentioned that the Embassy of the<br />

Republic of Azerbaijan to Austria and, in particular,<br />

late Ambassador Fuad Ismayilov put a lot of<br />

efforts into this direction. Azerbaijan remains the<br />

only country in the region, where Austria opened<br />

its embassy. Moreover, it was opened in 2010 - at a<br />

time, when the Austrian government was forced to<br />

close several diplomatic missions abroad.<br />

Azerbaijan’s rapid economic development has<br />

also increased the interest of Austrian entrepreneurs<br />

- Azerbaijan has become a favorable market<br />

for them, in particular after the state visit of Dr.<br />

Heinz Fischer and the Austrian - Azerbaijani Business<br />

Forum in Baku in 2011. The restoration of our<br />

capital city Baku’s main sight, the Maiden Tower as<br />

well as the construction of the Carpet Museum is<br />

being carried out by Austrian firms. Furthermore,<br />

Austrian companies were involved in the construction<br />

of the Shakhdag ski resort and the Absheron<br />

Mariott Hotel. We are delighted that such major<br />

projects are implemented in Azerbaijan by Austrian<br />

companies. We are convinced that the opening<br />

of the Azerbaijani cultural centre in Vienna, in<br />

which president Ilham Aliyev participated himself,<br />

will take the relations between our two countries<br />

to a new level. We would like to express our deep<br />

gratitude to the Heydar Aliyev Foundation and personally,<br />

to the First Lady Ms. Mehriban for supporting<br />

and assisting us in the establishment of this<br />

cultural centre as well as for actively promoting<br />

Azerbaijani culture abroad.<br />

I sincerely hope that the Azerbaijani cultural centre<br />

will help Austrians get to know Azerbaijani culture<br />

better. We invite everyone to visit our centre! •<br />

A precious doll of<br />

Elmira Abbasli<br />

Interior of the Azerbaijani<br />

Cultural Center in Vienna<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 85


aserbaidschan<br />

ausstellung<br />

»<br />

»Kunst<br />

ist ein Bereich, zu<br />

dem ich immer sensibel<br />

war. Es freut mich sehr,<br />

dass diese Ausstellung<br />

talentierten Künstlern<br />

aus Aserbaidschan ermöglicht<br />

ihre Kunstwerke<br />

der Welt zu präsentieren.<br />

Natürlich<br />

freuen wir uns, uns in<br />

Wien aufzuhalten, in<br />

dieser Stadt mit alter<br />

Geschichte. Ich glaube,<br />

Wien ist eine der<br />

wichtigsten kulturellen<br />

Säulen Europas..<br />

«<br />

Die neu in Wien akkreditierten<br />

Diplomaten beim Junior<br />

Diplomats‘ Oktoberfest.<br />

Leyla Aliyeva<br />

»Die erste demokratische Republik<br />

im Orient wurde in<br />

Aserbaidschan ausgerufen, die<br />

erste Schule für Mädchen in<br />

der muslimischen Welt hier<br />

gegründet und die erste Oper<br />

im Orient in Baku uraufgeführt.<br />

Baku, die Hauptstadt<br />

Aserbaidschans, ist die<br />

Synthese der Moderne und<br />

Antike.<br />

«<br />

Leyla Aliyeva<br />

86 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


aserbaidschan<br />

ausstellung<br />

Zahlreiche Besucher bei der<br />

Eröffnung von „Fly to Baku“<br />

Die Wanderausstellung „Fly to Baku“ mit Werken von 21 zeitgenössischen<br />

Künstlern aus Aserbaidschan machte in Wien in der Neuen<br />

Burg des Kunsthistorischen Museums Station.<br />

Text: SOCIETY<br />

Fotos: <strong>Society</strong>, Leisure.at, SOCAR Representative Office<br />

Kunst spricht überall auf<br />

der Welt die gleiche Sprache<br />

und hat die Fähigkeit,<br />

über alle Landesgrenzen<br />

hinweg Menschen, Traditionen<br />

und Kulturen zu verbinden“,<br />

begrüßte die Künstlerin und Vizepräsidentin<br />

der Heydar-Aliyev-Stiftung,<br />

Leyla Aliyeva, die Gäste bei der Eröffnung<br />

der Ausstellung „Fly to Baku“ in der Neuen<br />

Burg des Kunsthistorischen Museums.<br />

Gemeinsam mit Kurator Hervé Mikaeloff<br />

und dem Leiter des Ausstellungswesens<br />

des Kunsthistorischen Museums Wien,<br />

Christian Hölzl, eröffnete Aliyeva nach<br />

internationalen Zwischenstopps in Rom,<br />

Moskau, Berlin, London und Paris die erfolgreiche<br />

Wanderausstellung in Wien.<br />

Leyla Aliyeva vor<br />

ihrem Gemälde<br />

„Herzschmerz“<br />

•<br />

Künstlerischer Charakter<br />

des Landes<br />

„Fly to Baku“ zeigte zeitgenössische<br />

Kunst von 21 herausragenden Künstlern<br />

aus Aserbaidschan. „Die Verknüpfung<br />

zwischen pulsierender Moderne und tief<br />

verwurzelter Tradition in der Kunst verbindet<br />

Aserbaidschan und Österreich“,<br />

zog Christian Hölzl Parallelen zwischen<br />

den beiden Ländern. Die präsentierten<br />

Werke sind bunt und vielfältig, reichen<br />

von Malerei über Installationen, Video,<br />

Fotografie bis hin zu Performances. Kurator<br />

Hervé Mikaeloff, der u. a. auch für die<br />

Luis Vuitton Maison in London arbeitete,<br />

war von Anfang an überrascht von der<br />

dynamischen Kraft der Künstlerper- ➤<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 87


aserbaidschan<br />

ausstellung<br />

Christa<br />

Mayrhofer-Dukor<br />

Timna und Arik Brauer,<br />

Edith Leyrer<br />

Désirée<br />

Vasko-Juhász<br />

(links) mit<br />

Begleitung<br />

Ex OGH-Präsident<br />

Johann Rzeszut mit<br />

Gattin (links) und<br />

Camilla Habsburg-<br />

Lothringen<br />

Klaus Peter Schrammel,<br />

Christine Jones<br />

Georg Redlhammer, Gulmirza Javadov,<br />

Robert Hofferer, Herr Landau<br />

Leyla Aliyeva<br />

Emin Mammadov und<br />

Hervé Mikaeloff<br />

➤ sönlichkeiten und der Energie, die von<br />

den Kunstwerken ausgeht.<br />

Hervé Mikaeloff verweist außerdem<br />

darauf, dass die Kunst Aserbaidschans<br />

den Charakter des Landes widerspiegelt.<br />

Es zeigt sich der Einfluss sowohl der internationalen<br />

westlichen als auch der sowjetischen<br />

Avantgarde vom Beginn des 20.<br />

Jahrhunderts. Ein wesentliches Merkmal<br />

der an „Fly to Baku“ beteiligten Künstler<br />

ist die Verarbeitung von Erinnerungen,<br />

Erfahrungen und Visionen des Lebens in<br />

der Hauptstadt Baku, die für die Beteiligten<br />

Geburtsort, Heimat und Arbeitsort ist.<br />

Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren<br />

einem grundlegenden Wandel unterzogen,<br />

der in den Kunstwerken reflektiert<br />

wird.<br />

•<br />

Die Vielfalt der<br />

aserbaidschanischen Kunst<br />

Organisiert wurde die Ausstellung gemeinsam<br />

von der Heydar-Aliyev-Stiftung,<br />

dem Baku Magazin und der Botschaft<br />

von Aserbaidschan in Wien. Als künstlerischer<br />

Berater fungierte Emin Mammadov,<br />

Direktor der Q Galerie in Baku. Er erklärte,<br />

dass es sich bei „Fly to Baku“ um die<br />

aktuell größte Ausstellung aserbaidschanischer<br />

visueller Kunst im Ausland handelte.<br />

Damit würden dem ausländischen<br />

Publikum die Reaktionen der Künstler<br />

Aserbaidschans auf die Veränderungen<br />

im Land und damit auch das moderne Gesicht<br />

Aserbaidschans präsentiert.<br />

Zu den Künstlern der Ausstellung zählten<br />

etwa Aga Ousseinov, der bereits seit<br />

1991 in New York lebt, aber dennoch die<br />

Verbindung zu seiner Heimat aufrecht<br />

erhält. Seine Arbeiten – vor allem Skulpturen<br />

– beschäftigen sich mit dem Leben<br />

in der ehemaligen Sowjetunion, indem<br />

sie sich über die ‚ideologische Hybris‘ in<br />

Form von skurrilen Figuren und Maschinen<br />

lustig machen.<br />

Zu einer früheren Generation gehört<br />

Mammad Mustafayev, geboren 1948, dessen<br />

Werk stark von seinem Denken als<br />

Architekt geprägt ist. Er stellte schon zu<br />

Sowjetzeiten aus und wurde 2001 zum Ehrenkünstler<br />

Aserbaidschans gekürt. Seine<br />

Designs können als leicht und gleichzeitig<br />

geerdet beschrieben werden. Das liegt<br />

auch am Material, das er verwendet, zum<br />

Beispiel Bambus, dessen Charaktereigenschaft<br />

es ist, zugleich leicht und extrem<br />

hart zu sein. Für „Fly to Baku“ hat er ein<br />

Objekt mit zwei Tischlampen entworfen,<br />

dass an die fragilen Buchregale der 1950er<br />

Jahre und ein bizarres Modell des Universums<br />

mit zwei Sonnen erinnert.<br />

Von Faig Ahmed, geboren 1982, stammen<br />

ungewöhnliche Skulpturen, die eine<br />

Mischung aus abstrakter Kunst und traditioneller<br />

Teppichwebkunst darstellen.<br />

Er hat damit eine eigene Formensprache<br />

gefunden und war bereits erfolgreich bei<br />

der 52. Biennale in Venedig 2007 vertreten.<br />

Im Speziellen verbindet er moderne,<br />

abstrakte Formen und Materialien wie<br />

Metall mit bunten und nach traditionellen<br />

Mustern gearbeiteten Teppichen, und<br />

drückt damit die Fortdauer alter Ideen in<br />

der modernen Zeit aus.<br />

•<br />

88 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


aserbaidschan<br />

ausstellung<br />

Empfang in der Hofburg<br />

Christian Hölzl,<br />

Hervé Mikaeloff,<br />

Hervé Mikaeloff, Christian Leyla Aliyeva<br />

Hölzl, Leyla Aliyeva<br />

Botschafter Kairat<br />

Abdrakhmanov<br />

(Kasachstan) gratuliert<br />

Leyla Aliyeva<br />

Eröffnungsrede<br />

von Christian<br />

Hölzl (KHM)<br />

Leyla Aliyeva mit Familien<br />

G. Javadov und R. Aliyev<br />

Eröffnungsrede<br />

von Hervé<br />

Mikaeloff<br />

Ausstellungsort:<br />

Neue Burg Palast<br />

in der Hofburg<br />

Exponate der<br />

Ausstellung<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 89


aserbaidschan<br />

ausstellung<br />

„Fly to Baku“ VIP Gala-Dinner<br />

Eröffnungsrede<br />

CEO MOL Trade<br />

Attila Tóth (Mitte) und<br />

Raiffeisen Bank Team:<br />

Peter Köck, Julia<br />

Fürlinger, Thomas<br />

Schirmer mit Gattin<br />

Marco Mercuri<br />

(Österreichisches<br />

Parlament)<br />

Alexey Manzhosov mit Gattin,<br />

Botschafter Kairat Abdrakhmanov<br />

(Kasachstan)<br />

90 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


aserbaidschan<br />

ausstellung<br />

Aserbaidschanische Botschaft:<br />

Dilara Abdullayeva,<br />

Gulshan Babashzade,<br />

Guldana Niftaliyeva<br />

Jamila Gazibayova, Leyla Gasimova,<br />

Sabina Aliyeva<br />

Leyla Aliyeva mit<br />

SOCIETY Magazin<br />

Senior Vice<br />

President der<br />

VTB-Bank<br />

Rushan Yunisov<br />

mit Gattin<br />

G. Javadov, Ex General<br />

Prokurator der Republik<br />

Österreich W. Presslauer,<br />

Ex OGH-Präsident<br />

J. Rzeszut mit Gattin<br />

C. Hübner<br />

bedankt sich bei<br />

der Heydar Aliyev<br />

Stiftung für die<br />

Veranstaltung<br />

Seiten 80 - 91<br />

Auf Initiative von und mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung durch SOCAR<br />

(State Oil Company of Azerbaijan, Representative Office in Austria)<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 91


diplomatie<br />

Interview<br />

„Rückkehr in eine große<br />

Familie“<br />

Der kroatische Botschafter S.E. Gordan Bakota über den EU-<br />

Beitritt Kroatiens als Motor für die Entwicklung der Wirtschaft<br />

und Impuls für weitere Reformen des Landes.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Was bedeutet<br />

der EU-Beitritt<br />

Kroatiens für<br />

Kroatien selbst<br />

und für die<br />

EU?<br />

Gleichzeitig mit der Unabhängigkeit<br />

Kroatiens 1991 wurde der EU-Beitritt<br />

schon damals als Hauptziel, als so genanntes<br />

Milleniumsziel, festgelegt. Kroatien<br />

war immer ein Teil Europas und in dem<br />

Sinn betrachten wir unseren Beitritt als<br />

eine Rückkehr in eine große Familie. Der<br />

Beitritt zeigt auch, dass die europäische<br />

Idee und die EU noch immer attraktiv für<br />

neue Staaten sind. Trotz der Krise in der<br />

Eurozone gibt es Staaten, die der Union<br />

beitreten möchten. Das ist ein wichtiges<br />

Signal für Brüssel, aber auch für unsere<br />

Nachbarstaaten, die alle in die Europäische<br />

Union streben. Der kroatische Erfolg<br />

zeigt, dass sich schwierige Verhandlungen<br />

auszahlen und dass Ziele erreichbar sind.<br />

Kroatien ist bereit, allen anderen Staaten<br />

in Südosteuropa auf dem Weg in die<br />

EU zu helfen. Wir brauchen Stabilität in<br />

unserer Nachbarschaft in Südosteuropa.<br />

Ohne Stabilität ist kein wirtschaftlicher<br />

Aufschwung möglich.<br />

Was bedeutet der Beitritt in Zeiten<br />

der Finanz- und Eurokrise? War das<br />

der letzte Beitritt eines Staates für längere<br />

Zeit?<br />

Es gibt andere Staaten, die schon im<br />

Beitrittsprozess sind wie z. B. Montenegro.<br />

Wenn man die heutige Situation<br />

betrachtet, dann muss man zwei Dinge<br />

unterscheiden: Es gibt die heutige Krise<br />

– ich würde sie eine Herausforderung<br />

nennen – und es gibt die langfristige,<br />

prinzipielle Politik, die eine ganz klare<br />

Botschaft trägt, nämlich dass die Erweiterung<br />

in Richtung Südosteuropa gehen<br />

soll. Eine wichtige Vorbedingungen ist<br />

aber, dass die Staaten, die in Zukunft mit<br />

der EU verhandeln werden, alle nötigen<br />

Voraussetzungen erfüllen. Das hat Kroatien<br />

gemacht. Langfristig ist es absolut notwendig,<br />

dass die Erweiterung alle Staaten<br />

in Südosteuropa umfassen wird. Die Krise<br />

wird nicht ewig dauern, aber die langfristige<br />

Politik bleibt. In diesem Sinn ist Kroatien<br />

ein starker Vorreiter für die anderen<br />

südosteuropäischen Staaten.<br />

Wie wirkt sich der Beitritt auf das<br />

Visaregime aus? Russen und Türken<br />

brauchen seit dem EU-Beitritt ein Visum.<br />

Wird der Schengenbeitritt angestrebt?<br />

Natürlich war es keine einfache Entscheidung,<br />

dass unsere russischen und<br />

türkischen Freunde, Bürger von zwei Staaten,<br />

mit denen wir sehr gute Beziehungen<br />

pflegen – und ich war Botschafter in der<br />

92 | SocietY 1 _<strong>2013</strong>


diplomatie<br />

Interview<br />

Türkei, ich kenne das Land ganz gut – nun Visa<br />

für die Einreise brauchen. Aber es war eine absolut<br />

notwendige Vorbedingung, dass Kroatien sich<br />

hier an die europäische Politik anpasst. Der Beitritt<br />

zum Schengenraum bedeutet sehr viel für<br />

uns und ist ein Hauptziel Kroatiens. Wir erwarten,<br />

dass Kroatien 2015 alle nötigen Voraussetzungen<br />

dafür erfüllen wird. Kroatien als touristisch<br />

orientiertes Land kann vom Schengenbeitritt<br />

profitieren. Mit Russland und der Türkei werden<br />

wir versuchen, aus technischen Gründen, alles<br />

zu ermöglichen, um die Visaanträge in einem guten<br />

Prozess zu erledigen und es den Angehörigen<br />

dieser Staaten zu ermöglichen, kroatische Visa zu<br />

bekommen.<br />

Was ändert sich für kroatische Bürger in<br />

Bezug auf Reisen und am europäischen Arbeitsmarkt?<br />

Kroatische Staatsangehörige können ab dem<br />

EU-Beitritt ohne Visum in die Schengenzone reisen.<br />

Am Arbeitsmarkt kann jeder EU-Mitgliedsstaat<br />

seine eigene Politik gegenüber Kroatien gestalten.<br />

Da gibt es Übergangsperioden mit einem<br />

Maximum von sieben Jahren, um den Arbeitsmarkt<br />

für kroatische Bürger zu öffnen.<br />

Gibt es eine Entscheidung von österreichischer<br />

Seite?<br />

Es gibt noch kein offizielles Statement von österreichischer<br />

Seite. Die prinzipielle österreichische<br />

Politik z. B. mit den EU-Beitrittsländern von<br />

2004 war eine Übergangsphase von zwei plus drei<br />

plus zwei Jahren. Wir warten auf eine offizielle<br />

Ankündigung. Aus meiner Sicht sind die kroatischen<br />

Staatsangehörigen aber keine Gefahr für<br />

den Arbeitsmarkt der anderen Staaten. Wir sind<br />

ein relativ kleiner Staat, der schon gut integriert<br />

ist in Zentraleuropa, beispielsweise leben 100.000<br />

Kroaten in Österreich, die gut integriert sind.<br />

Wie viele Mittel wird Kroatien aus den EU-<br />

Fonds erhalten? Wofür wird das Geld in erster<br />

Linie investiert?<br />

S. E. Gordan Bakota mit<br />

Gertrud Tauchhammer<br />

»Kroatien ist ein<br />

starker Vorreiter<br />

für die<br />

anderen südosteuropäischen<br />

Staaten.<br />

«<br />

Gordan<br />

Bakota<br />

curriculum<br />

vitae<br />

.E. Gordan Bakota<br />

wurde am 16. Jänner<br />

S1967 in Zagreb geboren.<br />

Er studierte Rechtswissenschaften<br />

und absolvierte<br />

die Diplomatische Akademie.<br />

Von 1993 bis 1997 war<br />

er in die Schweiz entsandt –<br />

als Vizekonsul in Zürich und<br />

Leiter der Konsularabteilung<br />

in Bern. Später leitete er<br />

die Konsularabteilung in<br />

Belgrad, danach fungierte<br />

er als Botschaftsrat an der<br />

Botschaft in Washington.<br />

Von 2003 bis 2005 war er<br />

Staatssekretär im kroatischen<br />

Außenministerium,<br />

und von 2005 bis 2011<br />

Botschafter in der Türkei.<br />

Seit Februar 2011 ist er als<br />

Botschafter in Österreich<br />

akkreditiert. Gordan Bakota<br />

ist verheiratet und hat zwei<br />

Kinder.<br />

Die EU-Fonds sind ein wichtiger Teil unserer<br />

EU-Politik. Wir betrachten die EU-Fonds nicht<br />

als Entwicklungshilfe sondern als ein Mittel, um<br />

Schwung in die weiteren Reformen und den Ausbau<br />

der wirtschaftlichen Potenziale zu bringen.<br />

Wir werden versuchen, unsere eigenen regionalen<br />

Projekte so anzupassen, dass wir die EU-Fonds für<br />

diese Zwecke benützen können. Dazu ist es wichtig,<br />

dass die Unternehmen und die regionalen<br />

Behörden gut zusammenarbeiten. Man muss sich<br />

nur ansehen, wie erfolgreich war das Burgenland<br />

bei der Nutzung seiner Fondsmittel war. Für uns<br />

ist es wichtig, aus den Erfahrungen des Burgenland<br />

zu lernen.<br />

Wie wird sich der Beitritt auf die Wirtschaft<br />

auswirken?<br />

Dazu möchte ich drei Dinge sagen: Ersten, der<br />

Beitritt ist ein Reformprozess, der unumkehrbar<br />

ist. Niemand erwartet, dass der Reformprozess<br />

mit dem Beitritt aufhören wird, besonders in<br />

den Bereichen Justiz, Verwaltung und Kampf gegen<br />

Korruption. Wir haben viel erreicht, aber der<br />

Prozess geht weiter. Zweitens ist der Beitritt eine<br />

Chance für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wenn<br />

wir diesem großen Markt beitreten, ist es eine<br />

Herausforderung, aber auch eine Möglichkeit, die<br />

eigenen Potenziale so anzupassen, dass kroatische<br />

Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit erreichen,<br />

um erfolgreich zu sein. Drittens, bei den Investitionen<br />

werden wir bessere Möglichkeiten für<br />

ausländische Investoren anbieten, d.h. eine bessere<br />

Rechtssicherheit, ein besseres Investitionsklima,<br />

eine effizientere Verwaltung, und insgesamt<br />

eine bessere Behandlung der Investoren. Solche<br />

Erfahrungen haben wir nach dem EU-Beitritt von<br />

Polen, Slowakei und Tschechien gehabt. Das erwarten<br />

wir auch für Kroatien.<br />

Was erwarten Sie für den Tourismus?<br />

Im Tourismus kann Kroatien viel anbieten.<br />

Aber es gibt noch viele Möglichkeiten in diesem<br />

Bereich. Österreichische Investoren sind herzlich<br />

willkommen. Wir hoffen, dass die österreichischen<br />

Investoren in größerer Zahl in unseren Tourismus<br />

investieren und ihn verbessern. Tourismus<br />

hat auch viel mit Kultur zu tun. Die kroatische<br />

Botschaft in Wien und das Kulturministerium<br />

in Kroatien werden versuchen, durch kulturelle<br />

Veranstaltung – etwa die Sommerfestspiele in Dubrovnik,<br />

Split und Pula – noch bessere Angebote<br />

für unsere Touristen zu gestalten. Die Botschaft<br />

in Wien kümmert sich ganz wesentlich darum,<br />

die kroatische Kultur vorzustellen und die starke<br />

Verknüpfung mit der europäischen Kultur zu präsentieren.<br />

Was ist Ihr abschließendes Statement?<br />

Trotz einer guten Entwicklung gibt es noch<br />

viel Raum zur Erweiterung der Zusammenarbeit<br />

in vielen Bereichen. Der EU-Beitritt gibt neuen<br />

Schwung und ist in Motor für die weitere Entwicklung.<br />

Da bin ich sehr optimistisch. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 93


kasachstan<br />

expo 2017<br />

In 2017 Astana, the capital of Kazakhstan,<br />

will host the next EXPO<br />

with the theme “Energy for the Future".<br />

This exhibition will showcase<br />

humankind’s best achievements in<br />

green energy development. According<br />

to the International Energy Agency<br />

(IEA), the world will face two simultaneous<br />

global threats in the future: a shortage<br />

of energy resources and environmental<br />

disasters. Kazakhstan, which gained its<br />

independence from the Soviet Uni on in<br />

December 1991, had adopted this theme<br />

to its bid for the right to host EXPO 2017.<br />

•<br />

Astana triumphs over Liege<br />

The main EXPO 2017 contender for<br />

Astana was the Belgian city of Liege (with<br />

the theme “Bringing People Together”),<br />

which has experience in hosting similar<br />

exhibitions in the past. Representatives<br />

of 161 Member States of the International<br />

Exhibitions Bureau (IEB) voted by secret<br />

ballot for the 2017 Host City at their 152.<br />

General Assembly in Paris, where Astana<br />

was awarded an overwhelming number of<br />

103 votes in support of its bid (44 members<br />

voted “against”).<br />

A large-scale exhibition such as the<br />

EXPO 2017 has never previously been held<br />

either in Central Asia, or in any of the<br />

Commonwealth of Indepen dent States.<br />

Astana’s bid was bolstered by the fact that<br />

it has recently hosted two major international<br />

events; firstly, on 1-2 December 2010,<br />

the Summit of Heads of State and Governments<br />

of OSCE Participating States – the<br />

first such high-level meeting of the Organization’s<br />

56 Participating States to take<br />

place 11 years after the Istanbul Summit.<br />

The second event, held two months later,<br />

was the VII Asian Winter Games, which took<br />

place in a Central Asian coun try for the first<br />

time in history. From 31 January to 6 February<br />

2011, Astana and Kazakhstan’s financial<br />

centre Al maty played host to competitions<br />

among athletes from 26 countries.<br />

Even so, these two events pale in comparison<br />

to hosting an EXPO if only because<br />

conservative estimates predict that in 2017<br />

Kazakhstan will be visited by about 5 million<br />

people from 100 countries and about<br />

a dozen international organizations. This<br />

influx of EXPO 2017 visitors will prove to<br />

be a serious test for Astana’s infrastructure<br />

as, in compari son, the official population<br />

of Kazakhstan’s young capital stands at<br />

758,000 people. The Presidium of the IEB<br />

took this fact into account to ensure that<br />

preparatory work for the exhibition will<br />

be held under scrutiny and with the direct<br />

assistance of the Kazakhstan Government.<br />

Skyline of Astana, the capital of<br />

Kazakhstan<br />

EXPO 2017<br />

in Astana<br />

Global energy shortages have obligated<br />

world powers to seek out new alternative<br />

methods of energy production. While the<br />

Olympic Games separate leading athletes<br />

from the rest of the competition, the International<br />

Specialized Exhibition EXPO<br />

acts as the venue for introducing the world<br />

to new technologies and innovations.<br />

Text: SOCIETY<br />

94 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


kasachstan<br />

expo 2017<br />

held in Canada in 1967 cost 283 million Canadian<br />

dollars (178 million euro), but also resulted in international<br />

tourism growth of 480 mil lion Canadian<br />

dollars (303 million euro) in the same year.<br />

Fotos: Embassy of Kazakhstan in Vienna<br />

•<br />

Kazakhstan Fund<br />

Back in Paris, as soon as Astana was chosen as<br />

the EXPO 2017 host city, Mr. Kairat Kelimbetov, the<br />

Deputy Prime Minister of Kazakhstan, spoke at a<br />

press conference where he announced the establishment<br />

of the Kazakhstan EXPO 2017 Fund to support<br />

energy research. The Fund, comprising more<br />

than 62 million euro, will be used to fund scientific<br />

research projects to develop renewable sources of<br />

energy in more than 69 developing nations.<br />

The financial benefits of holding the EXPO are<br />

felt not only by the host city and country, but also<br />

by nations choosing to put up their own exhibits<br />

at the main event. The case of a 10-fold profit was<br />

recorded with the Netherlands through its exhibition<br />

pavilion at EXPO 2010 in Hannover, Germany.<br />

After investing up to 35 million euro on their pavilion,<br />

the Dutch economy received 350 million<br />

euro of investments. However, this is not always<br />

the case, as Germany learned from hosting EXPO<br />

2000 at a loss of 1.2 billion euro. Instead of the expected<br />

40 million people, the exhibition was visited<br />

by only 18 million. The losses recorded by EXPO<br />

2000 became one of the reasons why France (the<br />

organizer of the next show) refused to hold EXPO<br />

2004 in Seine-Saint-Denis.<br />

It should also be kept in mind that hosting the<br />

EXPO is not only about receiving direct economic<br />

gain, but also other additional benefits. An EXPO<br />

Bajterek-Tower in Astana<br />

Info<br />

EXPO 2017<br />

expo 2017<br />

Official webpage of EXPO<br />

in Astana<br />

www.expo2017astana.com<br />

•<br />

New Sights<br />

Astana will gain new architectural attractions<br />

as a result of hosting the EXPO. As a reminder, the<br />

world-famous Crystal Palace in London's Hyde Park<br />

was built for the exhibition in 1851, while the Eiffel<br />

Tow er, the symbol of France, was designed by<br />

French engineer Gustave Eiffel especially for the<br />

Paris EXPO 1889. Astana, for its part, will also unveil<br />

new architectural marvels in time for EXPO 2017.<br />

World renowned architects, including Kisho<br />

Kurokawa and Norman Foster, have designed numerous<br />

buildings and structures in Astana, which<br />

became Kazakhstan’s capital only in 1997 (before<br />

that, the capital was Almaty), expanding almost<br />

three times in size from an area of 258 to 710.2<br />

square kilometers. Kazakhstan is expecting to attract<br />

significant amounts of private investment<br />

into the construction of new exhibition facilities<br />

and the necessary infrastruc ture. The holding<br />

of EXPO 2017 is viewed as the next evolutionary<br />

stage in the city’s development.<br />

Land for the construction of the fu ture EXPO<br />

Center has already been selec ted. The total area<br />

for the venue will comprise 113 hectares, of which<br />

25 hectares will be allocated for the Center, and<br />

the rest for parking, outdoor construction, and<br />

the EXPO 2017 Village. Among other things, the<br />

architectural objects being built for EXPO will<br />

allow Kazakhstan and Astana in particular to become<br />

a major internati onal exhibition and information<br />

presentation platform in the future. It is<br />

worth noting that the Kazakhstan Government<br />

intends to further develop its processing industries<br />

and has adopted a po licy of rapid industrialization.<br />

The positive results yielded by these<br />

State measures will introduce new industries and<br />

lead to energy consumpti on growth. Kazakhstan’s<br />

significant reserves of coal (3.6 percent of world<br />

reserves) play a role in determining the country’s<br />

energy balance.<br />

•<br />

Outlook for the future<br />

Kazakhstan builds its energy po licies around<br />

the notion that by 2030 the share of renewable<br />

energy sources (RES) will increase to 11 percent<br />

in the structure of the generating capacity of the<br />

country. Kazakh authorities hope that with the<br />

development of renewable energy in the world,<br />

these technologies will become cheaper. It is symbolic<br />

that the EXPO 2017 venue in Astana will be<br />

powered exclusively by renewable energy sources,<br />

effectively making Kazakhs tan’s capital a city of<br />

the future. EXPO 2017 in Astana will showcase<br />

world alternative energy de velopments and expand<br />

the horizons of renewable energy in Kazakhstan<br />

and abroad.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 95


diplomatie<br />

analyse<br />

Secularism, Al Khalifa‘s<br />

way out of internal crises<br />

A de facto secular constitution which smoothly separates Islam<br />

and the State might just be something worth a trial in Bahrain<br />

to guarantee on paper equality before the law.<br />

Text: Henri Estramant<br />

W<br />

estern stereotypes<br />

of Arab society<br />

bear little resemblance<br />

to life in<br />

contemporary<br />

Bahrain. In spite<br />

of the ubiquitous cliché in European and<br />

North American media coverage lingering<br />

about the nature of the kingdom’s uprising,<br />

Bahraini society is made up of more<br />

than a Shi’a “majority” and an oppressive<br />

Sunni minority. The precise religious<br />

distribution of Sunnis and Shi’a amongst<br />

the country’s population is open to question<br />

as the last official census wherein<br />

religious identification was recorded took<br />

place back in 1941. Albeit it is understood<br />

that the bulk of Bahrain’s 1,3 million inhabitants<br />

profess the Islamic faith, the<br />

reality is far more intricate than that. The<br />

realm differs quintessentially from Saudi<br />

Arabia where social interaction takes a<br />

form that more closely approximates that<br />

of a purely tribal or male-lineage society,<br />

or from Qatar where endemic society is at<br />

the same time more homogeneous in ethnic<br />

and religious terms and more clearly<br />

differentiated into dominant and subordinate<br />

classes. Whilst sharing intricate<br />

characteristics with the other GCC states,<br />

Bahraini society distinguishes itself by the<br />

way in which cleavages based on ethnicity,<br />

class position and national origin overlap<br />

to produce a matrix of social relations<br />

unique to the islands.<br />

•<br />

A diversified demographic<br />

make-up<br />

Bahrain‘s modern pluralism is to a<br />

large extent the result of the diversified<br />

confessional and demographic make-up<br />

of the island-state, which has required -<br />

even if often reluctantly - for Shi‘as, Sunnis,<br />

Persian-Arabs - so-called Hawala - , and<br />

other religious and ethnic minorities to<br />

live and work together: not least to boost<br />

the island‘s trade. The society‘s progressiveness<br />

and openness indeed surpasses<br />

Dubai, the emirate normally labelled in<br />

the West as “liberal”. Politically the country‘s<br />

leading ideologies for several decades<br />

were Arab Nationalism and Marxism,<br />

both of which downplayed religious affiliations<br />

and thus favoured a good sense of<br />

Bahraini unity.<br />

Little attention is notwithstanding<br />

ever given to the other half (!) of the kingdom‘s<br />

societal structure, naturalised immigrants<br />

and their issue, or foreign workers<br />

without whom the Bahraini economy<br />

would collapse. Unlike their counterparts<br />

in other GCC countries, immigrants in<br />

Bahrain are more easily absorbed into the<br />

spider web of society; for the latter is not<br />

so profoundly rooted in family lineage<br />

as it is in Qatar, Saudi Arabia, or Kuwait.<br />

These migrants are also eligible for welfare<br />

benefits such as free healthcare and<br />

education. One often overseen story of<br />

success is the one of Bahrain‘s recently accredited<br />

ambassador to St. James‘s Court,<br />

Alice Thomas Saaman, who since December<br />

2011 is King Hamad II‘s power woman<br />

in the British capital. She is the daughter<br />

of Syrian, Christian immigrants. An unmarried<br />

Christian herself, she became the<br />

Arab world‘s first woman to chair a parliament<br />

when in 2005 she took over the lead<br />

over Bahrain‘s Shura Council, or Upper<br />

Consultative Council.<br />

Yet another “bold move” from Bahrain‘s<br />

government which went against stereotypes<br />

was the surprising appointment<br />

of a Jewish woman to head Bahrain‘s most<br />

important diplomatic post in Washington<br />

D.C. in 2008. Ambassador Houda Ezra<br />

Ebrahim Nonoo has proven to be a skilful<br />

diplomat, joggling many balls whilst<br />

walking on a tightrope and facing a lot of<br />

unsympathetic grimaces for the regime<br />

she represents.<br />

•<br />

The Constitution<br />

of Bahrain<br />

Labelled as an apartheid regime, Bahrain<br />

would do well by implementing a<br />

secular state solution which in the longrun<br />

might foster social cohesion by ignoring<br />

private religious beliefs in the public<br />

sphere whilst also guaranteeing equality<br />

before the law, and the dismantlement of<br />

sectarianism based upon the bifurcation<br />

between Shi‘as and Sunnis.<br />

The kingdom‘s 2002 constitution<br />

stipulates in its article 2: The religion of<br />

the State is Islam. The Islamic Shari‘a is a<br />

principal source for legislation. Though<br />

its article 22 also guarantees freedom of<br />

conscience and religion, this does nothing<br />

to change the hegemony of Islam and<br />

Shari‘a in a country which is home to a<br />

sizeable number of Christians, Buddhists<br />

and Hindus as working residents amounting<br />

to about 49.3 per cent of the overall<br />

population. The inflexibility of an Islamic<br />

state in Bahrain is evident when considering<br />

that Shari‘a canon law is applied by<br />

judges in accordance to the religious affiliations<br />

of the individuals concerned in<br />

a case rather than by a uniform family<br />

or property code for all citizens and residents.<br />

Not to speak of the fact that Shari‘a<br />

judges tend not to be auspicious or sympathetic<br />

to women‘s equality before the law,<br />

even if the latter is equally enshrined in<br />

the constitution.<br />

A de facto secular constitution which<br />

smoothly separates Islam and the State<br />

might just be something worth a trial in<br />

Bahrain. First of all, it would truly guarantee<br />

on paper equality before the law<br />

for Muslims regardless of their sectarian<br />

affiliation, but likewise for non-Muslims<br />

or non-believers. From a political point<br />

96 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


diplomatie<br />

analyse<br />

HM Hamad bin Isa bin Salman<br />

Al Khalifa, King of Bahrain<br />

of view, the ruling house could accept the currently<br />

estranged opposition groups such as Al<br />

Wefaq, Asalah, or the Islamic Action Party; all<br />

of whom are disliked by the leading members of<br />

Al Khalifa owing to their highly Islamist, Shi‘ist,<br />

rhetoric. Whereas King Hamad II bin Isa Al Khalifa<br />

is no Atatürk, he could pattern “secular” changes<br />

to the constitution in the Lebanese model which<br />

wisely renders homage to the “Most High”, and<br />

thereby respects all religions and creeds, or the<br />

lack thereof. Secularist policies are also likely to<br />

boost Bahrain‘s image as an open, welcoming and<br />

business-friendly destination. It should not be forgotten<br />

that despite the blemish on the country‘s<br />

reputation for the violent suppression of demonstrations<br />

against the ruling regime, Bahrain is<br />

home to thousands of Muslim and non-Muslim expatriates<br />

who are glad to call Bahrain their home;<br />

the kingdom is above all a state of tradespeople.<br />

bahrain<br />

facts in<br />

brief<br />

Country name:<br />

Kingdom of Bahrain<br />

Population: 1.28 mio.<br />

Area: 760 sq km<br />

Climate: arid; mild, pleasant<br />

winters; very hot, humid<br />

summers<br />

Location: Middle East, archipelago<br />

in the Persian Gulf,<br />

east of Saudi Arabia<br />

Capital: Al-Manama<br />

(154000 inhabitants)<br />

Religions: Muslim (Shia and<br />

Sunni) 81.2 %, Christian 9 %,<br />

other 9.8 %<br />

Languages: Arabic (official),<br />

English, Farsi, Urdu<br />

Currency: Bahraini dinar,<br />

1 EUR = 0.49 BHD<br />

BIP: 26.5 bn US-$,<br />

gain 2.8 %<br />

Export goods: petroleum<br />

and petroleum products,<br />

aluminum, textiles<br />

Export partners: Saudi Arabia<br />

3.3 %, UAE 2.2 %, Japan<br />

2 %, Qatar 1.9 %<br />

Import goods: crude oil,<br />

machinery, chemicals<br />

Import partners: Saudi<br />

Arabia 28.2 %, USA 10.5 %,<br />

China 7.6 %, Brazil 6.0 %<br />

Government type: constitutional<br />

monarchy<br />

Chief of state: King Hamad<br />

bin Isa Al-Khalifa (since 6<br />

March 1999)<br />

Head of government: Prime<br />

Minister Khalifa bin Salman<br />

Al-Khalifa (since 1971)<br />

from<br />

history<br />

1507: Bahrain conquered by<br />

the Kingdom of Portugal<br />

1602: Persians banished the<br />

Portuguese<br />

1783: The Sunni Al-Khalifa<br />

family captured Bahrain<br />

from the Persians<br />

1820: The island became a<br />

British protectorate<br />

1861: Perpetual Truce of<br />

Peace and Friendship<br />

1895: Shubar al-Sitri tried to<br />

overthrow Sheikh Isa bin Ali<br />

Al Khalifa<br />

1932: The discovery of oil<br />

1971: Bahrain became an<br />

independent country<br />

1999: Sheikh Isa died and<br />

was succeeded by his eldest<br />

son Sheikh Hamad bin Isa<br />

Al-Khalifa<br />

2001: The country turned<br />

into a constitutional monarchy<br />

with an elected parliament<br />

and an independent<br />

judiciary<br />

since 2011: A series of demonstrations,<br />

amounting to a<br />

sustained campaign of civil<br />

resistance<br />

Source: CIA Factbook, mofa.<br />

gov.bh<br />

•<br />

Getting rid of sectarian divisions<br />

Bahrain‘s recognition as a haven for multiculturalism<br />

and religious tolerance has even been<br />

recently highlighted in the French Senate. On 15<br />

February <strong>2013</strong> Jean Bizet, Deputy Chairman of the<br />

Senate‘s friendship association in charge of the<br />

Kingdom described Bahrain as a “leading model<br />

in religious tolerance and doctrinal freedom”.<br />

Furthermore, a more secular, or rather a state<br />

that focuses constitutionally on rendering homage<br />

to the “Most High” is more likely to with time<br />

rid the island of its sectarian divisions, which otherwise<br />

shall continue to haunt the Al Khalifa until<br />

they might just end up deposed by the disgruntled<br />

Shi‘as, and the indifference of an evenly divided<br />

Sunni élite. Whereas the Al Khalifa and its closest<br />

tribal allies follow the Maliki School of Islamic Jurisprudence,<br />

the members of the commercial élite<br />

tracing their roots to the Arabian side of the Gulf<br />

are predominantly Hanbalis. And there is yet the<br />

so-called Hawala, who are prone to following the<br />

Shafi‘i orientation.<br />

The Shi‘as though a majority in terms of indigenous<br />

population are also divided in different<br />

camps of religious persuasions. Virtually all<br />

are adherents of the Twelver form of Shi‘i Islam<br />

who accept the Usuli school of legal thought, and<br />

which is fairly politically interwoven with Iran.<br />

Nevertheless, a sizeable number of Shi‘a accept<br />

the less rationalistic Akhbari School with survives<br />

only in the island as well as in regions of Southern<br />

Iraq. Moreover, Shia‘s live side by side with<br />

a rather ostracised group of ethnic Persians, perhaps<br />

Bahrain‘s most marginalised minority and<br />

the hence the most receptive for insurrections<br />

calls from Iran. Though the bulk of the Shi‘as‘ allegiances<br />

lie with Bahrain, it is not a fiction that<br />

Iran would be interested in taking over the islands.<br />

Already after the Islamic Revolution in 1979<br />

some prominent mullahs publicly called for the<br />

annexation of Bahrain. As a matter of fact, diplomatic<br />

relations reached a nadir when in 1981 an<br />

Iranian-sponsored plot to encourage an uprising<br />

against Al Khalifa was unravelled.<br />

These divisions and subdivisions belie the simplistic<br />

notion of Bahrain‘s sectarianism, but provide<br />

a portrait of a society split in a plethora of<br />

manners even for the followers of Islam. Yet there<br />

is also the ignored predicament of half of the<br />

kingdom‘s population consisting of Bahrainis and<br />

foreign citizens who do not fit in the “old” puzzle.<br />

They might just succeed into continuing to live together<br />

by blinding religious affiliation in a lawful<br />

secular state.<br />

•<br />

Bahraini identity?<br />

Unlike other Gulf States the Bahraini system of<br />

religious tolerance has grown organically out of Bahrain’s<br />

role as a nexus of global commerce for thousands<br />

of years. This intrinsic trait of Bahraini society<br />

should not be overlooked but encourage to blossom<br />

even further to eventually elicit the importance of<br />

belonging to either the Sunni or Shi‘a branches of<br />

Islam, or to any religious community for matters<br />

of public life in Bahrain. A stronger focus should<br />

be given upon Bahraini identity and values as opposed<br />

to religious affiliations, such movement may<br />

also work well with the process of democratisation<br />

as begun already in 1999 by the country‘s monarch.<br />

It is soon forgotten that at the time even Amnesty<br />

International hailed the reforms put into place so<br />

swiftly by the new ruler. Friends of Bahrain would do<br />

well by encouraging the kingdom‘s evolution from<br />

a constitutional to a parliamentary monarchy with<br />

a responsible government, for Bahrain is already a<br />

young democracy, in fact besides Kuwait the only one<br />

amongst the Gulf States.<br />

Bahrain has been harshly criticised by the international<br />

community for the brutal treatment the<br />

militia and police have given to demonstrators since<br />

protests began two years ago in the country. Several<br />

political opponents to the kingdom’s regime are<br />

incarcerated including the Danish-Bahraini human<br />

rights activist Abdulhadi al-Khawaja. The latter’s<br />

daughter Zainab al-Khawaja was also sentenced to<br />

three months in jail as recent as 1 March <strong>2013</strong>. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 97


Diplomatie<br />

ÖGAVN<br />

Highlights aus der<br />

Stallburg<br />

Mitgliedschaft<br />

Im Rahmen des von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang<br />

Schüssel ins Leben gerufenen „Internationalen<br />

Clubs“ lädt die Österreichische Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN) Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft<br />

und Gesellschaft zu Vorträgen ein.<br />

Seit 1945<br />

Alle Personen, die am<br />

internationalen Geschehen<br />

interessiert sind und zur<br />

Stärkung der Vereinten<br />

Nationen beitragen wollen,<br />

können ordentliche Mitglieder<br />

der Österreichischen<br />

Gesellschaft für Außenpolitik<br />

und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN) werden.<br />

Daneben sind Unternehmen<br />

und andere Institutionen<br />

eingeladen, als unterstützende<br />

Mitglieder beizutreten.<br />

Wenn Sie Interesse an<br />

einer Mitgliedschaft haben,<br />

wenden Sie sich bitte an:<br />

Österreichische Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und<br />

die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN)<br />

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse<br />

2/2. OG, A-1010<br />

Wien<br />

Tel. +43-(0)1-535 46 27<br />

E-Mail: office@oegavn.org,<br />

www.oegavn.org<br />

Magazin <strong>Society</strong><br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

hat mit dem Magazin<br />

SOCIETY als offizielles<br />

Organ schon seit 1995<br />

fungiert und übt seitdem<br />

mit verschiedensten Aktivitäten<br />

den Brückenschlag<br />

zwischen Österreich und<br />

den Vereinten Nationen aus.<br />

Auf Vorschlag von Altbundeskanzler<br />

Dr. Wolfgang<br />

Schüssel wird die Kooperation<br />

zwischen dem Magazin<br />

SOCIETY und der ÖGAVN<br />

fortgesetzt. SOCIETY ist zu<br />

hundert Prozent im Eigentum<br />

der Tauchhammer KG/<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer.<br />

Mitte Jänner gab der Generaldirektor<br />

der International Atomic<br />

Energy Agency (IAEA), Yukiya<br />

Amano, unter anderem einen<br />

umfassenden Überblick zu den<br />

oft nicht so bekannten Aufgaben der Sonderorganisation<br />

innerhalb des UN-Systems. So leistet die<br />

IAEA mit ihrem Stab an technischen Experten und<br />

entsprechender Ausrüstung beispielsweise in der<br />

Forschung auf dem Gebiet der Nuklearmedizin<br />

Entwicklungsarbeit in der Krebstherapie in Ländern<br />

wie etwa Nigeria. Auch können durch die<br />

in der Nuklearforschung gewonnen Erkenntnisse<br />

wie in der Isotopentechnologie die Nahrungsmittelproduktion<br />

sowie der Umweltschutz verbessert<br />

werden.<br />

•<br />

Im Februar meint Markus Kerber, Hauptgeschäftsführer<br />

des Bundesverbands der Deutschen<br />

Industrie e.V. (BDI), dass Europa wieder industrieller<br />

werden muss. Für diesen Prozess könnten<br />

u.a. Deutschland, Österreich oder die Niederlande<br />

gute Vorbilder sein. Die Europäische Kommission<br />

plant bereits eine sogenannte „3. Industrielle Revolution“.<br />

Dabei soll der Anteil der Industrie am<br />

Bruttoinlandsprodukt von heute 16% bis 2020 auf<br />

20% wachsen. Insbesondere von der deutschen Regierung<br />

und dem BDI wird klargestellt, dass diese<br />

Reformen nicht durch Interventionen, sondern<br />

durch Privatinitiativen erfolgen sollen.<br />

Die ehem. Minister Fasslabend und Jankowitsch,<br />

IAEA-Generaldirektor Amano, ÖGAVN-<br />

Präsident Schüssel und Minister a.D. Pahr<br />

•<br />

Generalmajor Wolfgang Wosolsobe, mit Mai<br />

<strong>2013</strong> Generaldirektor des Militärstabs der EU, betonte<br />

bei seinem Besuch in März in Wien den dringenden<br />

Bedarf einer verstärkten internationalen<br />

militärischen Zusammenarbeit, sowohl auf Ebene<br />

der Konsensfindung als auch des tatsächlichen Tätigwerdens.<br />

In diesem Zusammenhang besprach<br />

er sowohl die Möglichkeiten, als auch Schwierigkeiten<br />

einer Zusammenarbeit der EU mit der<br />

NATO. Weiters behandelte er verschiedene aktuelle<br />

Aufgaben des Militärs wie Terrorschutz, Cyber Defence<br />

als auch den Umgang mit den Medien, insbesondere<br />

mit der elektronischen Öffentlichkeit. So<br />

erwähnte er Mankos in der Kommunikation nach<br />

außen und sprach auch über Verbesserungsbedarf<br />

bei der Information der Bevölkerung bezüglich der<br />

Tätigkeiten des Militärs.<br />

•<br />

98 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong><br />

BDI-Hauptgeschäftsführer Kerber mit<br />

Botschafter i.R. Woschnagg<br />

Generalmajor Wosolsobe und<br />

General i.R. Schittenhelm


Diplomatie<br />

Welcome to Austria<br />

Fotos: Privat<br />

Highlights of WA<br />

This spring WA offered an amazing list of programmes<br />

and events, from art seminars to Cuisine,<br />

History and Music, as well as German conversation.<br />

Text: SOCIETY<br />

Castle Tour in the “Weinviertel”<br />

Welcome to Austria” is an international<br />

platform with<br />

the purpose of introducing<br />

foreign diplomats and international<br />

civil servants to<br />

Austrian history and culture past and present.<br />

•<br />

Castle Tour in Lower Austria<br />

One of the highlights of the past trimester was<br />

a day trip to Lower Austria with visits to privately<br />

owned castles in the “Weinviertel”. The first stop<br />

was Castle Loosdorf, which dates back to the 12 th<br />

century. It has been in possession of the Counts of<br />

Piatti since 1843. Countess Verena Piatti received<br />

“WA” for a guided tour through the famous collections<br />

of porcelain and tin soldiers. After that “WA”<br />

paid a visit to the Hermann Nitsch Museum in Mistelbach<br />

where a retrospective of the works of this<br />

highly controversial artist is being shown.<br />

An excellent luncheon at Restaurant “Linde” in<br />

Mistelbach delighted everyone. The second castle<br />

of the tour was Castle Ludwigstorff in Guntersdorf<br />

near Hollabrunn, also dating back to the 12 th century,<br />

since 1703 property of the Barons Ludwigstorff.<br />

Paulina, the owner’s daughter, gave a wonderful<br />

guided tour of the gardens and the house.<br />

In the afternoon “WA” visited Castle Seefeld,<br />

owned by Count Max Hardegg, which is famous<br />

for its vine yards. The tour participants thoroughly<br />

enjoyed the opportunity for a wine tasting which<br />

was very successful.<br />

•<br />

Special guided Art Tours<br />

Welcome to Austria offers its members special<br />

invitations to art seminars and shows normally<br />

not accessible to people outside the Association.<br />

Recently, two special guided tours were offered:<br />

“WA” had the chance to enjoy the very first preview<br />

of the Cabinet of Art and Curiosities, the<br />

“Kunstkammer”, at the Art History Museum,<br />

which is the most important collection of its kind<br />

in the world. It was recently opened in March after<br />

ten years of restoration.<br />

Likewise, members of “WA” had the chance to<br />

visit the newly opened Liechtenstein city palace as<br />

first group with an exclusive guided tour through<br />

the splendid rooms and the picture gallery with<br />

works of art of the Biedermeier from the Princely<br />

Collection. This was another highly informative<br />

“first look” at a great new Viennese attraction.<br />

•<br />

Cross-cultural Events<br />

“Welcome to Austria” always tries to highlight<br />

links between Austrian and foreign cultures. Thus,<br />

the Brazilian Ambassador, H.E. Evandro de Sanpaio<br />

Didonet, hosted a lecture at his Residence about Leopoldine,<br />

Princess of Austria and Empress of Brazil.<br />

The lecture was given by Gloria Kaiser, author of a<br />

book on Empress Leopoldine. Next day, there was<br />

a special viewing for “WA” of mineralogical and<br />

zoological objects from Brazil related to Leopoldine<br />

Habsburg at the Natural History Museum.<br />

An important cross-cultural event was hosted by<br />

H.E. Ambassador Peter van Wulffthen Palthe and<br />

his wife Sarah in the Residence of the Netherlands<br />

Embassy. There were two power point lectures on<br />

the botanist Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin,<br />

who was born in Leiden in 1727 and died in Vienna<br />

in 1817. This was followed by a tour through the Botanical<br />

Gardens and a luncheon in the garden of the<br />

residence, all accompanied by the charming music<br />

of two harpists.<br />

•<br />

Welcome<br />

to Austria<br />

WA “Welcome to Austria”<br />

was founded in 1997<br />

by Dr. Benita Ferrero-<br />

Waldner, who was then<br />

State Secretary for Foreign<br />

Affairs, with the<br />

overriding objective<br />

of introducing foreign<br />

diplomats and international<br />

civil servants<br />

assigned to Vienna and<br />

their spouses to the Austrian<br />

way of life. The aims of WA<br />

are to promote the awareness<br />

and understanding of<br />

Austria’s rich heritage of<br />

culture and history past and<br />

present. WA would welcome<br />

newly accredited diplomats<br />

and their spouses to join the<br />

club.<br />

•<br />

WA invites you to join:<br />

■ You will meet many<br />

interesting Austrians in a<br />

relaxed atmosphere and<br />

make new friends.<br />

■ You will be offered a<br />

wide choice of excellent<br />

programmes and learn<br />

a great deal about your<br />

host country.<br />

■ You will be invited to private<br />

homes and through<br />

WA events you will enjoy<br />

many things which you<br />

would not have access to<br />

outside our Association.<br />

•<br />

THE BOARD OF<br />

“WELCOME TO AUSTRIA”<br />

• Dr. Benita Ferrero-Waldner<br />

Founding President<br />

• Foreign Minister Dr.<br />

Michael Spindelegger –<br />

President<br />

• Ambassador Dr. Angelika<br />

Saupe – 1 st Vice President<br />

• Dr. Monika Türk – 2 nd Vice<br />

President<br />

• Gabrielle Schallenberg –<br />

Honorary Vice President<br />

• Mag. Stephan Hofstätter –<br />

Treasurer<br />

• Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

– Publicity, “Schriftführerin”<br />

• Dr. Elisabeth Wolff – Music<br />

• Dr. Heidelore Almoslechner<br />

– German<br />

• Anne Thun-Hohenstein –<br />

History, Art<br />

• Dr. Stefanie Winkelbauer –<br />

Applied Arts, Cuisine<br />

• Mag. Adelaida Calligaris –<br />

Liaison Officer<br />

• Ellen Spallinger – Liaison<br />

Officer<br />

•<br />

OFFICE HOURS<br />

Mo-Tue-Wed: 2 a.m.–5 p.m.<br />

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.<br />

Gabriela Znidaric, Secretary<br />

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse<br />

2, 1010 Vienna<br />

Phone: +43-(0)1-535 88 36,<br />

Fax: +43-(0)1-535 88 37<br />

office@welcome-to-austria.org<br />

www.welcome-to-austria.org<br />

Visit of Castle Loosdorf<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 99


Diplomatie<br />

Bericht<br />

Seit langer Zeit gab es schon<br />

zahlreiche österreichische<br />

Gesellschaften und andere<br />

Gruppierungen für Amerikaner<br />

österreichischer Herkunft.<br />

Professor Fritz Molden hatte die hervorragende<br />

Idee, diese unter einer Dachgesellschaft<br />

zusammenzufassen. Auf diese<br />

Weise entstanden die „Austrian-American<br />

Councils“, die verbesserte Möglichkeiten<br />

schufen, tief verwurzelte kulturelle und<br />

humanitäre Werte auf breiter Ebene zu<br />

pflegen und an die folgenden Generationen<br />

weiterzugeben. Diese „Councils“<br />

bilden auch ein Forum für kulturellen,<br />

akademischen und wirtschaftlichen Austausch<br />

auf verschiedenen Ebenen mit<br />

zahlreichen Veranstaltungen und auch<br />

Unterstützung karitativer Einrichtungen.<br />

Während unserer Zeit in den USA war<br />

Frau Juliana Belcsak die Vorsitzende der<br />

Dachorganisation aller „Austrian-American<br />

Councils“ in Nordamerika. Angesichts<br />

ihrer großen Verdienste wurde sie<br />

im Jahre 2003 als Auslandsösterreicherin<br />

des Jahres geehrt.<br />

In den USA wird erwartet, dass Botschafter<br />

auch karitative Projekte aller Art<br />

unterstützen. Mein Mann und ich wollten<br />

insbesondere ein Projekt mit Österreichbezug<br />

fördern. Dies fanden wir in der SOS<br />

Kinderdorfidee. Der Gedanke einer Förderung<br />

der „SOS Children´s Villages USA“<br />

wurde von den Austrian-American Councils<br />

sehr gerne aufgenommen. Vor allem<br />

das Austrian-American Council West in<br />

Los Angeles unter Führung von Frau Veronika<br />

Reinelt ist in dieser Hinsicht bis<br />

heute sehr aktiv.<br />

•<br />

Austrian-American Day<br />

Mein Mann hatte auch die Idee, nach<br />

dem Vorbild anderer Länder, einen „Austrian-American<br />

Day“ einzuführen. Er gewann<br />

dafür die Unterstützung von Präsident<br />

Clinton sowie der beiden Häuser des<br />

US-Kongresses und der Parlamente der<br />

Bundestaaten. Das Datum 26. September<br />

wurde auf Vorschlag von Fritz Molden<br />

gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1945<br />

in Wien eine Konferenz von Vertretern<br />

der neun Bundesländer stattfand, die die<br />

Grundlage für eine Anerkennung der zuvor<br />

nur von der Sowjetunion anerkannten<br />

neuen österreichischen Bundesregierung<br />

durch die USA, Großbritannien und<br />

Frankreich schuf.<br />

In einer Proklamation vom 26. September<br />

1997 würdigte Präsident Clinton den<br />

bedeutenden Beitrag von Österreichern<br />

für Amerika, angefangen von ersten Siedlern,<br />

die aus religiösen Gründen gezwun-<br />

Österreicher in<br />

den USA<br />

Als mein Mann Anfang 1993 als österreichischer<br />

Botschafter in die USA kam, stellten<br />

wir mit großer Freude fest, dass es dort ein<br />

dichtes Netz an österreichischen Klubs und<br />

Vereinen gibt sowie auch eine bedeutende<br />

Anzahl prominenter Österreicher.<br />

Text von Monika Türk<br />

gen waren ihre Heimat zu verlassen und<br />

im Jahr 1734 in der damaligen britischen<br />

Kolonie Georgia eintrafen. Einer von ihnen,<br />

John Adam Treutlen, wurde 1777<br />

zum ersten Gouverneur dieses nunmehr<br />

unabhängigen US-Bundestaates gewählt.<br />

In den darauf folgenden Jahrhunderten<br />

wanderte eine große Anzahl von Österreichern<br />

in die USA aus, darunter politisch<br />

Verfolgte, die im Zusammenhang mit der<br />

Revolution im Jahr 1848 fliehen mussten<br />

sowie im 20. Jahrhundert viele jüdische<br />

Mitbürger, die Zuflucht vor dem Hitler-<br />

Regime suchten.<br />

Der „Austrian-American Day“ wird<br />

von den „Austrian-American Councils“<br />

Dr. Helmut Türk mit Arnold<br />

Schwarzenegger<br />

bis heute gefeiert. Am 26. September 2012<br />

wurde dessen 15. Wiederkehr vor allem in<br />

Los Angeles in feierlicher Weise begangen.<br />

Es gab und gibt zahlreiche in den USA<br />

lebende Österreicher, die einen bedeutenden<br />

Beitrag in kultureller, wissenschaftlicher,<br />

wirtschaftlicher und politischer Hinsicht<br />

leisteten und noch immer leisten.<br />

Wir haben einige von ihnen kennen gelernt<br />

wie zum Beispiel Arnold Schwarzenegger<br />

und den österreichischen Starkoch<br />

Wolfgang Puck, von dem wir in seinem<br />

berühmten Lokal „Spago“ in Los Angeles<br />

persönlich betreut wurden. In meinem<br />

nächsten Beitrag werde ich Ihnen mehr zu<br />

diesem Thema erzählen.<br />

•<br />

100 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Diplomatie<br />

orden<br />

Cavaliere di<br />

San Marco<br />

Der ehrenwerte venezianische Ritterorden<br />

„Cavaliere di San Marco“ hat auf Initiative<br />

von Gerti Tauchhammer eine Verbindung<br />

zwischen dem Europäischen Weinritterorden<br />

„Ordo Equestris Vini Europae“ und<br />

dem St. Georgs-Orden des Hauses Habsburg-Lothringen<br />

geschaffen.<br />

Text: SOCIETY<br />

Der St. Georgs-Orden mit Karl Habsburg-Lothringen (Mitte) zu<br />

Besuch in Triest<br />

Fotos: privat<br />

In der alljährlich zum Festtag des<br />

heiligen Markus stattfindenden feierlichen<br />

Zeremonie in der Chiesa<br />

di S. Francesco della Vigna wurde<br />

im Vorjahr Gerti Tauchhammer als<br />

erste Österreicherin zur Cavaliere di San<br />

Marco konstituiert. Diesmal fungierte sie<br />

als Patin von Konsul Alfred Tombor-Tintera,<br />

der als erster männlicher Österreicher<br />

ordentliches Mitglied des venezianischen<br />

Ritterordens wurde. Mit dem Ordensspruch<br />

„Esto Civis Fidelis“ wurde er vom<br />

Dogen-Präsidenten des Ordens in Anwesenheit<br />

von hochrangigen Vertretern des<br />

Malteserritterordens und der Gäste aus Österreich<br />

aufgenommen.<br />

Als weiterer wichtiger Gast aus Österreich,<br />

der in dieser Zeremonie zum Ehrenmitglied<br />

des venezianischen Ritterordens<br />

ernannt wurde, bei dem ebenfalls Gerti<br />

Tauchhammer als Patin fungierte, hielt<br />

der Prokurator des Habsburg-Lothringischen<br />

St. Georgs-Ordens, Baron Norbert<br />

v. Handel eine Gastrede. Der St. Georgs-<br />

Orden feierte zwei Tage davor in Triest<br />

den Ehrentag seines Heiligen in Anwesenheit<br />

des Ehrenpräsidenten Erzherzog Karl<br />

Habsburg-Lothringen.<br />

Auf der Basis der freundschaftlichen<br />

Beziehungen der beiden Orden wurde zunächst<br />

Doge-Präsident Cavaliere Guiseppe<br />

Vianello in Triest in den St. Georgs-Orden<br />

aufgenommen. Doge-Präsident Guiseppe<br />

Vianello und Cavaliere Diotisalvi Perin<br />

begrüßten Karl Habsburg-Lothringen<br />

in Triest anlässlich des Festaktes des<br />

St. Georgs-Ordens. Doge-Präsident Giuseppe<br />

Vianello wurde bei diesem Anlass<br />

als Ehrenmitglied konstituiert und<br />

Karl Habsburg-Lothringen von ihm für<br />

nächstes Jahr zur Zeremonie des St. Markusordens<br />

in Venedig eingeladen. Karl<br />

Habsburg-Lothringen gab seine Zusage<br />

im nächsten Jahr seine Ernennung zum<br />

Ehrenpräsidenten des St. Markusordens<br />

anzunehmen. Auf eine grenzüberschreitende,<br />

gute Zusammenarbeit der Ritterorden<br />

von St. Markus, Venedig, dem „Ordo<br />

Equestris Vini Europae“, Eisenstadt, und<br />

dem St. Georgs-Orden, Wien/Linz freuen<br />

sich alle Cavaliere.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 101


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Event-highlights der Diplomatie<br />

Kasachstan: Unabhängigkeitstag<br />

S<br />

.E. Kairat Abdrakhmanov lud anlässlich des Unabhängigkeitstages<br />

seines Landes zu einem Empfang in den Crystal<br />

Room des The Ritz Carlton Vienna.<br />

Dr. Ayad Alyasiri, Ahmed Altakkawi, Ali Almarzooqi, S.E. Mohamad Hamad Omran<br />

Alshamsi, Senator Walter J. Gerbautz, die VAE-Vorstandsmitglieder Doris Kofler, DI<br />

Omar Al Rawi, Prof. Dr. Theo Kanitzer und Dr. Werner Fürnsinn<br />

Vereinigte Arabische Emirate:<br />

Nationalfeiertag<br />

Zahlreiche Gäste folgten der Einladung von S.E. Mohammed<br />

Alshamsi anlässlich des 41. Nationalfeiertages der VAE im<br />

Grand Hotel in Wien.<br />

Kuba: Jahrestag der Revolution<br />

Aus Anlass des 54. Jahrestages der Kubanischen Revolution<br />

luden Botschafter S.E. Juan Carlos Marsán und Gattin zu<br />

einer Feier in das Kubanische Kulturzentrum.<br />

S.E. William Eacho (USA)<br />

mit Gattin Donna, S.E. Kairat<br />

Abdrakhmanov mit Gattin<br />

S.E. Juan Carlos Marsán<br />

Rumänien: Nationalfeiertag<br />

Die Wiener Börsensäle<br />

waren der<br />

stimmungsvolle Hintergrund<br />

des Nationalfeiertages<br />

von Rumänien<br />

und den Gastgebern I.E.<br />

Silvia Davidoiu und Adrian<br />

Davidoiu.<br />

S.E. Stéphane Gompertz, S.E. Detlev Rünger,<br />

Karikaturist Plantu/Jean Plantureux<br />

Jubiläum: 50 Jahre Élysée-Vertrag<br />

Zum 50. Jubiläum des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages<br />

baten die Botschafter der beiden Länder S.E. Stéphane<br />

Gompertz und S.E. Detlev Rünger zum Empfang in die<br />

französische Botschaft. Der bekannte französische Karikaturist<br />

Plantu hielt eine humorvolle Rede.<br />

102 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong><br />

Adrian Davidoiu,<br />

I.E. Silvia Davidoiu


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Kenia: Nationalfeiertag<br />

Chargé d‘Affaires Consolata Kiragu lud zum Empfang anlässlich<br />

des kenianischen Nationalfeiertags in das Hilton Vienna<br />

Am Stadtpark.<br />

S.E. Aliyar Lebbe Abdul<br />

Azeez, Mahira Azeez<br />

Sri Lanka: Nationalfeiertag<br />

Consolata Kiragu, S.E. Evandro<br />

Didonet (Brasilien), S.E.<br />

Khaled Shamaa (Ägypten)<br />

S<br />

.E. Botschafter Aliyar Lebbe<br />

Abdul Azeez und Gattin<br />

Mahira Azeez luden zum Nationalfeiertagsempfang<br />

in die Botschaft.<br />

Dr. Lasanthi Manaranjanie<br />

verzauberte die Gäste mit<br />

klassischer Musik aus Sri Lanka.<br />

Dr. Lasanthi<br />

Manaranjanie<br />

Dachverband PAN: Antrittsbesuch<br />

Antrittsbesuch des neuen Vorstandes des Dachverbandes<br />

PAN bei BP Dr. Heinz Fischer.<br />

Tenor Agim Hushi bei<br />

seinem Vortrag<br />

Kosovo: 5 Jahre Unabhängigkeit<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, SOCIETY/Prokofieff, SOCIETY/Klemm<br />

Grund zum Feiern hatten Botschafter S.E. Dr. Sabri Kiqmari<br />

und Gattin im Palais Auersperg. Operntenor Agim Hushi<br />

und die Klaviersolistin Ardita Statovci präsentierten ein abwechslungsreiches<br />

Programm. Am selben Tag fand mittags der<br />

Nationalfeiertagsempfang statt, der ebenfalls ganz im Zeichen<br />

des fünfjährigen Jubiläums stand.<br />

Univ. Prof. Hermann Mückler, Mag. Alice Alsch-Harant, Dr. Oskar<br />

Wawra, BP Heinz Fischer, Senator h.c. Walter J. Gerbautz, Marguerite<br />

Machek-Vos, Mag. Karl Semlitsch, Botschafter Dr. Erwin Kubesch<br />

Pianistin Ardita<br />

Statovci (r.)<br />

S.E. Dr. Sabri Kiqmari<br />

mit Gattin<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 103


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

NR a. D. Anton Gaal,<br />

Generalsekretär Senator<br />

Walter J. Gerbautz, Dr. Werner<br />

Fürnsinn, Prof. Dr. Theo<br />

Kanitzer, Dkfm. Dr. Richard<br />

Fröhlich, Botschafter a. D. Dr.<br />

Gerald Kriechbaum, Hubertus<br />

Thonhauser<br />

ÖVAEG: Vorstandssitzung<br />

Vorstandssitzung in den Räumlichkeiten des Vizepräsidenten<br />

der Österreich-Vereinigte Arabische Emirate Gesellschaft<br />

und Geschäftsführers von C-Quadrat Alexander Schütz.<br />

Die Receiving Line<br />

Indien: Nationalfeiertag<br />

.E. Ramachandran Swaminathan lud zum Empfang anlässlich<br />

des 63. „Tages der Republik“ in der S Residenz.<br />

Ali Asghar Soltanieh, S.E. Hassan Tajik<br />

Iran: Nationalfeiertag<br />

S<br />

.E. Hassan Tajik, Botschafter der Islamischen Republik Iran,<br />

und Ali Asghar Soltanieh, Ständiger Vertreter des Iran bei<br />

den Internationalen Organisationen in Wien, luden zum Empfang<br />

in die Botschaft.<br />

HK Franz Schmidbauer,<br />

S.E. Samir Koubaa<br />

Tunesien: Neue Honorarkonsuln<br />

Kürzlich wurden neue Honorarkonsulate von Tunesien eröffnet.<br />

In Eisenstadt überreichte Botschafter Samir Koubaa an<br />

Honorarkonsul Franz Schmidbauer die Ernennungsurkunde. In<br />

Salzburg wurde DI Gernot Fleischmann zum neuen Honorarkonsul<br />

ernannt und in Graz Herr Christian Rössler.<br />

HK DI Gernot Fleischmann<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, SOCIETY/Klemm, SOCIETY/Tobias , SOCIETY/Prokofieff, SOCIETY/Tobias<br />

104 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Kuwait: Nationalfeiertag<br />

Zum 52. Jahrestag der Unabhängigkeit und gleichzeitig 22.<br />

Jahrestag der Befreiung lud der Botschafter von Kuwait,<br />

S.E. Mohammad Sade Al-Sallal und Gattin zu einem Empfang<br />

im Grand Hotel in Wien.<br />

(vorne) Komiteemitglied Botschafter i.R.<br />

Konstantin Prevedourakis und Prof. Heinz<br />

Nußbaumer vom SOS Kinderdorf Hinterbrühl<br />

S.E. Mohammad Al-Sallal<br />

Ambassadors in Concert:<br />

Scheckübergabe<br />

Die Organisatoren von „Ambassadors in Concert“, die im<br />

Zuge einer Benefizgala im Wiener Musikverein im November<br />

2012 fleißig Spenden gesammelt haben, trafen sich zur feierlichen<br />

Übergabe eines Schecks im Wert von 6000 Euro, der<br />

dem SOS Kinderdorf Hinterbrühl zugutekommt.<br />

Bulgarien : Nationalfeiertag<br />

Die Receiving Line<br />

I<br />

.E. Botschafterin Mag. Elena Shekerletova lud zum bulgarischen<br />

Nationalfeiertagsempfang in das Bulgarische Kulturinstitut<br />

„Haus Wittgenstein“.<br />

Malaysia: Konzert<br />

Botschafter S.E. Dato‘ Muhammad Shahrul Ikram bin Yaakob<br />

und Gattin luden zu einer Klavieraufführung der malaysischen<br />

Pianistin Claudia Yang einluden.<br />

Bolivien: Besuch des Präsidenten<br />

P<br />

räsident Evo Morales Ayma stattete Präsident Heinz Fischer<br />

einen Höflichkeitsbesuch ab. Er bedankte sich für die Unterstützung<br />

der Republik Österreich für den Vorbehalt von Bolivien<br />

auf das Recht des Kauens von Coca-Blättern der Wiener<br />

Konvention von 1961.<br />

S.E. Ikram bin Yaakob<br />

mit Gattin und Claudia<br />

Yang<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 105


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Tunesien: Nationalfeiertag<br />

57 Jahre Unabhängigkeit nahm sich Botschafter S.E. M. Samir Koubaa zum Anlass,<br />

eine Feier in den Räumlichkeiten der tunesischen Botschaft in Wien Döbling zu<br />

veranstalten.<br />

Mexiko: Verabschiedung<br />

S<br />

.E. Alejandro Díaz, Botschafter von Mexiko, lud gemeinsam<br />

mit Lydia del Rincón zu seinem Abschiedsempfang in das<br />

Museum für Völkerkunde. Botschafter Díaz war seit Oktober<br />

2007 Missionschef der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen<br />

Staaten in Österreich.<br />

Generalsekretär Dr. Johannes Kyrle (BMEIA),<br />

Lydia del Rincón, S.E. Alejandro Díaz<br />

S.E. Samir Koubaa mit Gattin Amel<br />

Koubaa<br />

Tadschikistan:<br />

Navruz Feier<br />

Anlässlich des Navruz Tages lud Botschafter<br />

S.E. Ismatullo Nasredinov<br />

zu einer Feier mit Präsentation des Buches<br />

„The Tajik Golden Heritage“ in die<br />

Räumlichkeiten des Unteren Belvederes.<br />

Argentinien: Verabschiedung<br />

Israel: Unabhängigkeitstag<br />

S<br />

.E. Eugenio<br />

Maria Curia<br />

lud mit Gattin<br />

Graciela zu seiner<br />

Verabschiedung<br />

in das Hotel<br />

Sofitel.<br />

S.E. Eugenio Curia mit<br />

Gattin Graciela und<br />

Christian Koidl (ÖAG)<br />

Botschafter S. E. Aviv Shir-On lud ins wieder eröffnete Liechtenstein<br />

Museum mit Konzert der Jerusalem Academy of<br />

Music and Dance.<br />

S.E. Aviv Shir-On und<br />

Gattin Arnona Shir-On<br />

S.E. Ismatullo Nasredinov<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, BMEIA, SOCIETY/Klemm, SOCIETY/Fellner, SOCIETY/Fally, C.C.B., KRG Austria, SOCIETY/Gaspari, SOCIETY/Tobias<br />

106 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong>


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

UN-Botschafter Vladimir<br />

Voronkov, S.E. Eugenio Curia<br />

(Argentinien)<br />

Russland: Tag des Vaterlandsverteidigers<br />

Kranzniederlegung bei den Grabstätten der gefallenen Soldaten<br />

der Roten Armee auf dem Zentralfriedhof und beim<br />

Denkmal am Schwarzenbergplatz. Anschließend fand ein Empfang<br />

in der Botschaft der Russischen Föderation statt.<br />

Stolze Gründergemeinschaft: C.C.B.Vorsitzender Prof. Alfred R. Tombor-<br />

Tintera (4.v.l), sein Stellvertreter Dipl.-Ing. Gerhard Egermann (r.), U.C.C.A.<br />

Präsident Dr. Wolfgang Breitenthaler (3.v.l.)und Generalsekretär Mag. Dr.<br />

Peter Freissler (2.v.l.) im Kreise burgenländischer Honorarkonsuln.<br />

Burgenland: Corps Consulaire<br />

Elisabeth Gürtler, S.E.<br />

Sergeij Netschajew<br />

(Russ. Föd.)<br />

Honorargeneralkonsul Dr.<br />

Wolfgang Breitenthaler (l.)<br />

gratuliert Honorarkonsul<br />

Prof. Alfred R. Tombor-Tintera<br />

zum Vorsitz des Corps<br />

Consulaire Burgenland<br />

Erstmals wurde im Burgenland<br />

eine eigene Vereinigung der amtierenden<br />

Honorarkonsuln gegründet.<br />

Bei einem Treffen in der Landeshauptstadt<br />

Eisenstadt wurde dieses<br />

besondere Ereignis besiegelt. Mit dem<br />

Amt des Vorsitzenden (Doyen C.C.B.)<br />

wurde der Honorarkonsul der Slowakischen<br />

Republik und I. Senatsconsul<br />

der Europäischen Weinritterschaft<br />

Prof. Alfred R. Tombor-Tintera betraut.<br />

Anzac Day<br />

Die Botschaften von Australien<br />

und Neuseeland<br />

luden zum Gedenkgottesdienst<br />

anlässlich des ersten<br />

Militäreinsatzes australischer<br />

und neuseeländischer<br />

Truppen im Ersten Weltkrieg<br />

in die Karlskirche.<br />

I.E. Deborah Geels<br />

(Neuseeland)<br />

Kurdistan: Newroz<br />

S.E. David Gordon Stuart mit<br />

Gattin (Australien)<br />

Der Repräsentant der Regionalregierung<br />

Kurdistan-Irak<br />

in Österreich, Dr. Mustafa Ramazan,<br />

gab anlässlich des kurdischen<br />

Neujahrsfestes Newroz einen<br />

Empfang im Hotel Marriott<br />

in Wien.<br />

Dr. Mustafa Ramazan<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 107


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Mongolei: 50 Jahre diplomatische<br />

Beziehungen<br />

Honorarkonsul Josef Mayer lud zum Empfang anlässlich des<br />

diplomatischen Jubiläums.<br />

Mag. Romuald Szoka (links), S.E. Kairat<br />

Abdrakhmanov (Kasachstan),<br />

Dr. Przemyslaw Grudzinski<br />

Polen: Nationalfeiertag<br />

Der Geschäftsträger a.i. Gesandte-Botschaftsrat Mag. Romuald<br />

Szoka und der Leiter der Ständigen Vertretung Polens bei<br />

den Vereinten Nationen Dr. Przemyslaw Grudzinski luden zum<br />

polnischen Nationalfeiertagsempfang in die Botschaft in Wien<br />

Hietzing.<br />

Gäste von HK Josef Mayer<br />

Südafrika: Nationalfeiertag<br />

S<br />

.E. Xolisa Mabhongo und seine Gattin Bongoza Mabhongo<br />

luden in das Renaissance Hotel in Wien Landstraße.<br />

Tunesien: Honorargeneralkonsulat<br />

Der tunesische Präsident der verfassungsgebenden Versammlung<br />

Mustapha Ben Jaafar überreichte an SOCIETY-<br />

Herausgeberin Gertrud Tauchhammer die Ernennung zur Honorargeneralkonsulin<br />

von Tunesien.<br />

Koptische Kirche: Papst Tawadros<br />

II. zu Besuch<br />

Bundespräsident Heinz Fischer empfing das Oberhaupt der<br />

koptischen Kirche, Papst Tawadros II., in der Präsidentschaftskanzlei.<br />

Anlässlich des Wien-Besuches Seiner Heiligkeit<br />

fand auch ein fulminanter Empfang in der Ägyptischen Botschaft<br />

statt.<br />

108 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong><br />

Präsident Mustapha Ben<br />

Jaafar, Gertrud Tauchhammer,<br />

S.E. Botschafter<br />

Samir Koubaa


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Russland: Tag des Sieges<br />

S.E. Arman Kirakossian,<br />

S.E. Sergej<br />

Netschajew<br />

Die Botschafter der Nachfolgestaaten<br />

der UdSSR<br />

Die Vertreter der Nachfolgestaaten<br />

der Sowjetunion<br />

feierten den 68. Jahrestag des<br />

Sieges über den Nationalsozialismus<br />

am 8. Mai. Zuvor wurden<br />

Kränze an den Grabstätten der<br />

gefallenen Soldaten sowie beim<br />

Ehrendenkmal für die Befreiung<br />

Wien am Schwarzenbergplatz<br />

niedergelegt.<br />

Hochrangige Militärs<br />

beim Empfang<br />

Finnland: Armeefeiertag<br />

Den Armeefeiertag der finnischen Verteidigungskräfte<br />

nahmen sich Botschafterin<br />

I.E. Marjatta Rasi, Verteidigungsattaché Fregattenkapitän<br />

Juha Pallaspuro und Militärberater<br />

Fregattenkapitän Petri Ilvesaro zum Anlass, einen<br />

Empfang in der Botschaft zu veranstalten.<br />

Italien: Nationalfeiertag<br />

I.E. Botschafterin<br />

Marjatta Rasi<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, SOCIETY/Klemm, SOCIETY/Preiss, Peter Lechner/HBF<br />

Island: Abschied des Botschafters<br />

Seinen Abschied aus Österreich feierte Botschafter S.E. Stefan<br />

Skjaldarson mit einem Empfang mit künstlerischer Unterhaltung<br />

vom jazz ensemble úngút.<br />

Botschafter S.E. Arman Kirakossian,<br />

Botschafter Stefan Skjaldarson, Botschafter<br />

Andrij Viktorowitsch Bereznji<br />

Einen Hauch von<br />

„Bella Italia“ brachten<br />

S.E. Eugenio d‘Auria<br />

und seine Gattin in die<br />

stilvollen Räumlichkeiten<br />

des Palais Metternich.<br />

Bei italienischem<br />

Buffet wurde der Nationalfeiertag<br />

Italiens,<br />

sowie Botschafter<br />

d‘Aurias Abschied aus<br />

Österreich im Kreise<br />

der Vertreter der internationalen<br />

Diplomatie<br />

gebührend gefeiert.<br />

Maria Rosaria Vricella d’Auria,<br />

Viviana d’Auria, Ilaria d’Auria,<br />

Botschafter Eugenio d‘Auria<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 109


Ägypten<br />

Interview<br />

“I try to send the right<br />

message to the world”<br />

SOCIETY interviewed Hisham Zaazou, the Egyptian Minister<br />

for Tourism, about the effects after the revolution and new targets<br />

in the tourism sector.<br />

Interview: SOCIETY<br />

How was tourism affected<br />

after the Egyptian<br />

revolution?<br />

Immediately after<br />

the Egyptian Revolution<br />

two years ago there<br />

were negative travel advisories by many<br />

countries which affected our business, and<br />

by the time the travel advisories were lifted<br />

it took a few months. So we ended the<br />

year 2011 by losing almost 32 percent of<br />

our business and thirty percent of our income<br />

compared to the big year of 2010. In<br />

that year we received 14.7 million tourists<br />

generating an income of 12.5 billion US-<br />

Dollars. In 2012 we started doing some activity;<br />

we ended the year compared to 2011<br />

with an increase in the number of tourists<br />

by 17.4 percent and an income of approximately<br />

15 percent. So we reached 11.5 million<br />

tourists in 2012 generating an income<br />

of 10 billion US-Dollars approximately.<br />

Is tourism one of the more important<br />

issues for the current government?<br />

Tourism is very important because it<br />

contributes 11.3 percent to our GDP. Of<br />

every Euro or Dollar generated by the<br />

Egyptian economy, 20 cents are generated<br />

by tourism alone. The tourism sector employs<br />

four million people.<br />

Has the group of customers changed<br />

a lot after the revolution?<br />

No, the pattern is less business, but<br />

the same source. In 2010 we had 76 percent<br />

visitors from Europe, both East and<br />

West; in 2012 it was 73 percent, still about<br />

the same. The second largest market is<br />

the Middle East, the Arab countries and<br />

the Gulf. About twenty percent come<br />

from there. The remaining six or seven<br />

percent is the rest of the world. The main<br />

competitors for us were Turkey and other<br />

110 | SocietY 1 _<strong>2013</strong>


ägypten<br />

Interview<br />

countries like the Gran Canaries, Cyprus, Greece,<br />

Tunisia etc.<br />

What is the main obstacle for the tourism<br />

sector at the moment?<br />

Unfortunately, the media is not too kind to<br />

us and the images coming out of Cairo reflect as<br />

if the whole of Egypt was on fire. But that is not<br />

true. The problem is that the media is concentrating<br />

on one square kilometre in the centre of Cairo,<br />

compressing one million square kilometres of the<br />

whole of Egypt into that one square kilometre. I<br />

would say they are not too kind, that is why I am<br />

trying to use counter-effective methods to soften,<br />

dampen, and absorb the negative image.<br />

What kind of methods are these?<br />

Firstly, we decided to concentrate more on our<br />

beach tourism in the Red Sea area and our cultural<br />

tourism only in the South in Luxor and Aswan. Secondly,<br />

we are trying to convince the world through<br />

new technologies which are going now under refinement<br />

by using webcams in the various touristic<br />

spots to give live streams of real pictures of real<br />

people enjoying their time in Egypt. I believe this<br />

innovative way will help in the coming few months<br />

to generate more business to Egypt.<br />

But still there are many people who are afraid<br />

of coming to Egypt. What can you tell them?<br />

Number one, what happened in Egypt is a normal<br />

thing after a revolution. It happened likewise<br />

in Eastern Europe at the beginning of the 1990s.<br />

This is a symptom of a disease that is normal after<br />

a revolution. People were so many years suppressed;<br />

now they are free, now there is an exaggeration<br />

in many things. Number two: it is an<br />

internal, domestic issue, not a foreign issue. The<br />

foreigners and tourists are welcome to Egypt by<br />

everybody to enjoy their time. For sure, if we get<br />

11 million visitors in 2012, I tell the world there is<br />

something right. If there was a real problem, nobody<br />

would come. Who goes to a war zone area?<br />

We are not like this.<br />

What are your aims for <strong>2013</strong>?<br />

By the end of this year we will be more or less<br />

out of the transition period and building the<br />

country again. We are in a deep economic crisis<br />

and we need to get back to work, to stability. Even<br />

if there are political differences, down the road as<br />

Egyptians we will have a general consensus about<br />

that. Concerning tourism I have high hopes that<br />

by the end of this year we can even increase our<br />

numbers. We are targeting a very ambitious figure<br />

of approximately 14 million tourists which is 25<br />

percent more than last year. In terms of receipts<br />

we want to generate at least between 11.5 and 12<br />

billion US-Dollars in order to bring the figures almost<br />

to the numbers of 2010.<br />

What is the big strategy of the tourism in<br />

Egypt for the coming years?<br />

»What happened<br />

in Egypt is a<br />

normal thing<br />

after a revolution.<br />

It happened<br />

likewise<br />

in Eastern<br />

Europe in the<br />

1990s.<br />

«<br />

Mohamed<br />

Hisham<br />

curriculum<br />

vitae<br />

H<br />

.E. Mohamed Hisham<br />

Abbas Zaazou was<br />

born in 1954. He has<br />

over thirty years experience<br />

in the tourism industry. He<br />

holds a bachelor degree in<br />

commerce from Ain Shams<br />

University in 1980 and a certificate<br />

for a Public Private<br />

Partnership Program from<br />

Harvard Kennedy School. He<br />

began his career in the City<br />

Bank Group for five years in<br />

Cairo. Then he went to the<br />

USA and worked for R&H<br />

Tourism specializing in the<br />

Middle East. After the First<br />

Gulf War 1991 he returned to<br />

Egypt and became General<br />

Manager of Sakkara Travel<br />

Group. Later on, he was<br />

elected as Director General<br />

of the Egyptian Tourism<br />

Federation, and from 2007<br />

to 2012 he was Assistant<br />

Minister and then Senior<br />

Assistant Minister of Tourism.<br />

He also held the post of<br />

Vice Chairman of the Business<br />

Council of the UNWTO.<br />

Since August 2012 he has<br />

been Egyptian Minister of<br />

Tourism.<br />

To be honest, we are now like a patient who has<br />

had an operation and is in convalescence. We cannot<br />

make serious decisions and have to be realistic<br />

and pragmatic. Europe continues to be our most<br />

important market. That does not mean I am not<br />

trying to tap on other doors. We are trying to open<br />

other markets like South America, South East<br />

Asia, China and Japan. The two things I work on<br />

are: to increase the business, send the right messages<br />

to the world, to invite people from the media<br />

and from the travel industry to see the situation<br />

for themselves on ground. The second element is<br />

accessibility, e.g. increase deals with airline companies<br />

to fly into Egypt, because a passenger on a<br />

plane is a tourist to me. And to lift visa barriers.<br />

But will Egypt concentrate more on cultural<br />

tourism, green tourism or beach tourism?<br />

The UNWTO says that 60 to 70 percent of the<br />

traffic in the years to come until 2030 will be for<br />

leisure tourism. A landlocked country like Austria<br />

will depend on mountains and lakes for their business.<br />

For a country like Egypt it will be the beaches.<br />

My second grand plan will be for our Mediterranean<br />

coast. It is beautiful and close to Europe<br />

– closer than the Red Sea.<br />

Your Tunisian colleague told me in an interview<br />

that the Mediterranean countries<br />

should have joint activities as a destination.<br />

Do you agree?<br />

I agree, but not for the short or medium haul<br />

destinations. You can apply a joint campaign if<br />

you are dealing with longer haul markets like<br />

America or East Asia. Europe is very close, so Europeans<br />

will come to a single destination, either Tunisia,<br />

or Egypt etc. But visitors from far away will<br />

come the long way to see more than one country.<br />

And it would not be beach tourism, but cultural<br />

tourism or religious tourism.<br />

How important is the Austrian market for<br />

you?<br />

Austria is very important because it is in the<br />

top ten list of the number of tourists coming to<br />

Egypt. It is a small country but a fantastic one.<br />

Do you know Austria?<br />

I love Austria. I have been coming to Austria<br />

since the 1970s and I know it by heart. I have been<br />

travelling all over the country by car. The Heurige<br />

I like most, particularly the ones that are not touristic,<br />

like in Stammersdorf. I like the mountains,<br />

the Rax, Großglockner, Kaprun, and I went to the<br />

Opera Ball, dancing Waltz. I also enjoy Sachertorte.<br />

Austria is different from Germany and Switzerland.<br />

What is your summary for the readers?<br />

If you want to help democracy and freedom, a<br />

country that is aspiring modernity and equitability<br />

between women and men, please support it by<br />

coming to Egypt because when you come you help<br />

the economy. Spend your vacation in Egypt! •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2013</strong> | 111


Ägypten<br />

Interview<br />

Which measures<br />

does the government<br />

take to<br />

stimulate the<br />

economy (apart<br />

from tourism)?<br />

Ever since the revolution the main<br />

drive for the economy in Egypt has been<br />

to stimulate the various sectors of the<br />

economy, most importantly the type of<br />

economic activities that directly impact<br />

on the lives of citizens in terms of job<br />

creation, because there is a need to satisfy<br />

the growing demands for employment in<br />

the country. That has been the main objective.<br />

In this regard several new investment<br />

projects have been launched recently,<br />

including a new project by Samsung to<br />

launch a new manufacturing site in the<br />

South of Egypt with a planned job creation<br />

of 3400 new jobs.<br />

Which sectors of the economy are<br />

most important?<br />

There have been several measures to<br />

stimulate the agricultural sector through<br />

various incentives that the government<br />

has applied with the regard to the diversification<br />

of produce and to enhance the<br />

production in special areas such as the<br />

cultivation of wheat for instance.<br />

In the industrial sector several projects<br />

have been initiated to enhance more investment<br />

and to maintain the level of investment<br />

and economic activity.<br />

Apart from that the service sector is<br />

an important sector in our economy, like<br />

banking, telecommunications, and software.<br />

Software is quite a big industry in<br />

Egypt. We have successfully increased our<br />

export and services in that field.<br />

What about the energy sector? Are<br />

there project in the field of renewable<br />

energy?<br />

There has been a growing expansion<br />

in different types of projects that are<br />

launched in renewable energy. Recently,<br />

there has been the launching of a project<br />

for solar energy production in Komombo<br />

in the South of Egypt. An international<br />

bid will be opened for that project. This is<br />

just one example that is being implemented<br />

and planned in the renewable energy<br />

sector to meet the growing demand of energy<br />

in Egypt.<br />

Egypt has a national plan of changing<br />

the energy mix towards more sustainability<br />

and efficiency. There is a national<br />

strategy developed to increase the share of<br />

renewable energy share in electricity generation<br />

to twenty per cent by 2020.<br />

A moment of<br />

national debate<br />

Ambassador of Egypt, H.E. Khaled Shamaa,<br />

about life after the revolution and why he is<br />

optimistic about the transition of his country<br />

into a real democracy.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Which kind of renewable energy is<br />

most feasible in Egypt?<br />

Solar and wind. Along the Red Sea<br />

coast we have a large concentration of<br />

wind energy plants near Zafarana. There<br />

are plans to expand that in other areas in<br />

the country. We also need to think creatively.<br />

For example, just as the sun and the<br />

magnificent sea coasts attract the tourists<br />

to the Red Sea, they can be the main<br />

sources to generate the energy needed to<br />

operate the facilities at this area, in an<br />

eco-friendly approach.<br />

Are there any co-operations with Austrian<br />

companies?<br />

There is quite a good amount of cooperation<br />

with Austrian companies but we<br />

are also looking for cooperation with other<br />

companies that are interested in that<br />

area, and of course Austrian companies<br />

have a good level of expertise and there<br />

Foto: Heeresbild- und Filmstelle<br />

112 | Societ 1_<strong>2013</strong>


Ägypten<br />

Interview<br />

are some very specialized and well-placed companies<br />

that can cooperate with us. We are open to<br />

any approach by these companies to discuss possible<br />

projects in the wind and solar energy sector.<br />

Why should foreign companies invest in<br />

Egypt?<br />

Egypt is quite a huge market in the region. It is<br />

a market of over ninety million inhabitants. The<br />

profit margins and possibilities are there, that<br />

is why many companies have started or are considering<br />

investing in projects in Egypt. Moreover,<br />

Egypt has always been a leader when it comes to<br />

introducing new technologies in the region, not<br />

only in consumer products, but mainly with infrastructure<br />

projects, such as the underground<br />

transportation system which was established and<br />

opened to the public in Egypt starting 1987.<br />

Does the Embassy organize business trips for<br />

interested companies?<br />

We are working on that with the economic<br />

chamber. Maybe in the second half of the year it<br />

will be materializing.<br />

What is the trade balance between Austria<br />

and Egypt?<br />

It is increasing annually and reached in 2012<br />

around 270 million Euros. However, what we<br />

look more to than the trade balance is cooperation<br />

in projects, what we seek more is the implementation<br />

of specific projects. As I said, the<br />

whole philosophy behind our developmental<br />

policy is to have a policy that is translated into<br />

concrete projects that have a direct impact on<br />

the population.<br />

The transition to democracy is a very difficult<br />

task. Do you see that as part of the democratization<br />

process?<br />

Democracy is an important development and<br />

it is a process. The first element of that process<br />

is dialogue and that is being undertaken by all<br />

sectors of society in Egypt now. It is very healthy;<br />

there is open dialogue about all issues in government<br />

regarding any topic. This is a moment of<br />

national debate in Egypt, which can sometimes<br />

be a heated debate, but people are engaging with<br />

each other and hopefully they will be reaching solutions<br />

and formulas that are for the better and<br />

for the interest of the Egyptian people.<br />

»The demands of<br />