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Society 361 / 2012

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WIRTSCHAFT n POLITIK n DIPLOMATIE n WISSENSCHAFT n KULTUR n LEUTE<br />

Seit 1945 | 67. Erscheinungsjahr | Nr. <strong>361</strong> | Nr. 1 | <strong>2012</strong> | www.society.at | Preis e 4,-<br />

P.B.B. GZ 03Z034905M, Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120<br />

COVERSTORY<br />

KLIMT<br />

Pallas Athene im<br />

Wien Museum<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

TUNESIEN<br />

Ein Jahr nach dem<br />

Arabischen Frühling<br />

SOCIETY EVENTS<br />

HOTEL IMPERIAL<br />

Begrüßung der<br />

neuen Botschafter


Charakter. Stark.<br />

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Editorial<br />

society<br />

Krieg, Frieden, Demokratie<br />

Mit unserem Titelblatt und<br />

der dazugehörigen Mythologie<br />

über Pallas Athene<br />

verbinden wir zwei Hauptthemen<br />

der vorliegenden<br />

Ausgabe: die aktuelle Ausstellung<br />

von Gustav Klimt<br />

im Wien Museum und das<br />

Themenschwerpunktland<br />

Tunesien.<br />

•<br />

Tunesien nach dem Arabischen Frühling<br />

Die Göttin Athene steht für Krieg, Demokratie und Weisheit.<br />

Sie ist eine Quelle der Inspiration, man kann sagen, sie mag Leute,<br />

die ihr Handwerk verstehen, die gescheit und geschickt sind,<br />

Leute, die etwas zustande bringen, im Krieg und im Frieden – sie<br />

lenkt die Hände der Menschen. Wie sie Verstand gibt, kann sie<br />

ihn aber auch nehmen.<br />

Die derzeitige Situation Tunesiens, das Bemühen um Neuerfindung,<br />

Stabilisierung des Tourismus, der Wirtschaft und der<br />

Politik beleuchten wir in umfassenden Interviews mit Entscheidungsträgern<br />

Tunesiens, die ich persönlich aufgesucht habe. Die<br />

Zukunft Tunesiens wird spannend bleiben…<br />

•<br />

<strong>Society</strong> for 7 Continents<br />

Unser gelebtes Netzwerk haben wir diesmal mit einer Vielfalt<br />

von Veranstaltungen gepflegt und kreativ erweitert. Mit dem<br />

neuen Format „SOCIETY for 7 Continents“ widmen wir uns gezielt<br />

einem Kontinent und einem Thema, das diesen Kontinent<br />

verbindet. Jeweils ein Botschafter als Keynotespeaker hält ein<br />

Kurzreferat, und dazu laden wir die jeweils anderen Botschafter<br />

des Kontinents sowie Personen aus Politik, Wirtschaft, Medien<br />

und Gesellschaft ein, die zu diesem Thema passen. Der Karneval<br />

in Brasilien, das persische Nowruz-Fest sowie der Africa Day waren<br />

die drei ersten sehr erfolgreichen Veranstaltungen.<br />

Mit einem Fanfarengruß für die neuen Botschafter begrüßten<br />

wir im Hotel Imperial die neuen Exzellenzen, gefolgt von<br />

einer ebenfalls fulminant besuchten „Night in Tunis“ im Alten<br />

Rathaus Wien, einem weiteren Junior Diplomats Event im angesagten<br />

„Chaya Fuera“, einer „Noche Argentina“ in der chilligen<br />

Albertina Passage sowie einer Tea Time Party im Steigenberger<br />

Hotel Herrenhof zur Verabschiedung der amerikanischen Protokoll-Lady<br />

Waltraud Lenzhofer. Unserem Team, den Kooperationspartnern<br />

und Gästen fehlte es nicht an Abwechslung! Wir freuen<br />

uns auf viele interessante Neubegegnungen bei unseren nächsten<br />

Veranstaltungen in diesem Jahr: wie z. B. Botschafterausflüge<br />

nach Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Burgenland, die wir in<br />

Anwesenheit der jeweiligen Landeshauptleute organisieren und<br />

weitere Überraschungshighlights.<br />

•<br />

Immer topaktuell und neu:<br />

Ambassadors‘ Caleidoscope<br />

Für unsere Leser und Netzwerker haben wir eine Fotoreportage<br />

mit allen Botschaftern, die in Wien akkreditiert sind, eingeführt,<br />

um das Einprägen der Gesichter in unserem Umfeld<br />

einfach und praktisch zu erleichtern – ab jetzt in jeder Ausgabe.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> for Diversity<br />

Dieses Thema – Diversität in all ihren Formen – gehört ganz<br />

selbstverständlich zu unserem internationalen Umfeld. Mit<br />

Beatrice Achaleke haben wir eine würdige Gastautorin zu diesem<br />

Thema: u. a. helfen „The Interculturalists“ beim Erkennen fremder<br />

Werte und Anja Myrdal führt uns mit Aristoteles zum Erfolg.<br />

•<br />

Green <strong>Society</strong><br />

Umweltengagement, Nachhaltigkeit, globales Engagement<br />

werden wir ab dieser Ausgabe noch mehr in den Fokus stellen.<br />

Wir berichten über das Papiertaxi, ein äußerst effizientes Büropapierrecycling,<br />

die Firma SoftwareReUse und stellen in jeder<br />

Ausgabe interessante E-Modelle vor, diesmal den neuen Hybrid<br />

Porsche. Auch mit Green Events wollen wir Sie in Zukunft<br />

überraschen, um zu zeigen, dass man mit <strong>Society</strong> mehr als die<br />

„Seitenblickegesellschaft“ pflegen kann.<br />

•<br />

Kultur<br />

ist wie immer neben Wirtschaftsthemen ein wichtiges Anliegen:<br />

die Ausstellung im Wien Museum über Gustav Klimt und<br />

ein Interview mit der Kuratorin Dr. Ursula Storch runden den<br />

Themenreigen ab.<br />

Wir hoffen, dass Sie beim Lesen ebenso viel Freude haben, wie<br />

wir bei der Recherche der Artikel und der Konzeption und Umsetzung<br />

unserer Veranstaltungen.<br />

Zum Schluss freut es mich, Sie auf unser neues Layout hinzuweisen,<br />

das jetzt eleganter und abwechslungsreicher wirken soll.<br />

Die Farben verbreiten eine ruhige Stimmung, Eleganz steht im<br />

Vordergrund.<br />

Möge uns Pallas Athene mit Weisheit und strategischem Denken<br />

in unserem Handeln begleiten!<br />

Herzlich Ihre<br />

Gerti Tauchhammer<br />

Cover: Gustav Klimt, Pallas Athene, 1898, Öl auf Leinwand, © Wien Museum<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 5


Inhalt<br />

Sommer<br />

Herbst 22<br />

SOCIETY Eigenevents<br />

22 Botschafterempfang Hotel<br />

Imperial<br />

24 Noche Argentina<br />

26 Carnival in Brazil<br />

28 Africa Day<br />

30 Nowruz Event<br />

32 Tea Time Lenzhofer<br />

33 Junior Diplomats<br />

34 Night in Tunis<br />

Länderschwerpunkt:<br />

Tunesien<br />

36 Länderporträt<br />

43 Außenminister Spindelegger<br />

in Tunis<br />

44 Interview Tourismusminister<br />

Elyes Fakhfakh<br />

46 Interview Staatssekretär<br />

Touhami Abdouli<br />

48 Tunesien blickt nach Europa<br />

50 Interview mit Botschafter Samir<br />

Koubaa<br />

53 Fremdenverkehr: Mohamad<br />

Boujdaria<br />

54 OMV in Tunesien<br />

56 Marina Bizerte<br />

57 WKO-Interview<br />

58 Wirtschaftsporträt<br />

60 Kommentar Hermine<br />

Schreiberhuber<br />

Diplomatie<br />

62 Farewell: H.E. Taous<br />

Feroukhi<br />

64 Deutschland einmal anders<br />

betrachtet<br />

66 Stabilitätsfaktor Kasachstan<br />

68 Echo aus dem Ausland:<br />

New York<br />

70 ÖGAVN<br />

71 Welcome to Austria<br />

72 Im Wilden Westen<br />

74 Events der Diplomatie<br />

Wirtschaft<br />

82 Interview GD Klaus Christandl<br />

Hotel Imperial<br />

84 Unser täglich‘ Brot:<br />

Doris Felber<br />

85 GD Gerald Krischek<br />

Hotel Bristol<br />

43<br />

68<br />

98<br />

122<br />

152<br />

86 Kolumne von Herbert Pietschmann<br />

87 Business in Turkey and Austria<br />

88 Kommentar von Georg<br />

Zanger<br />

89 Special Protection Services<br />

90 Erfolg-Reich in Hongkong<br />

92 Luxushotels in Hongkong<br />

97 Spätauf Möbel & Design<br />

98 Gesund in die Zukunft<br />

100 Wirtschaft in Salzburg<br />

Green SOCIETY<br />

102 SoftwareReUse<br />

103 Team7 Spezialstudio<br />

104 Papiertaxi Büropapierrecycling<br />

Diversität<br />

107 Diversity Ball<br />

108 Value Added Diversity for<br />

Companies<br />

110 The Interculturalists<br />

111 Mit Aristoteles zum Erfolg<br />

112 Events der Wirtschaft<br />

Life & Style<br />

114 Lebensqualität jetzt!<br />

115 medsyn Ärzte- und Therapiezentrum<br />

116 Hochtontherapie<br />

117 Parkhotel Igls<br />

118 Das Spiel mit Farben<br />

120 25 Jahre Zepter<br />

122 Interview mit Prinz Paul von<br />

Rumänien<br />

125 Möbel Leiner<br />

126 Genussurlaub im Friaul<br />

129 Luxus auf See – SeaDream Yacht<br />

Club<br />

130 Events der Gesellschaft<br />

132 Modestrecke: Starke Frauen<br />

Kunst & Kultur<br />

138 Europäische Mozart Wege<br />

139 Porträt Monika Humm<br />

140 Wallscapes von Thomas<br />

Zeitlberger<br />

142 Events der Kultur<br />

150 Wien Museum: Interview<br />

152 Coverstory Gustav Klimt<br />

Standards<br />

5 Editorial<br />

8 Gastautoren<br />

10 Ambassadors‘ Caleidoscope<br />

14 Neue Botschafter<br />

144 Impressum<br />

146 Ex Libris<br />

148 Horoskop<br />

154 Veranstaltungstipps<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, Photonews.at/Georges Schneider, Meinrad Hofer, Peter M. Mayr, Wien Museum<br />

6 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


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Gastautoren<br />

society<br />

Partner von SOCIETY<br />

Wir präsentieren in jeder Ausgabe von SOCIETY zahlreiche Gastautoren,<br />

die sich mit den unterschiedlichsten Themen aus Politik,<br />

Life-Style, Wirtschaft und Wissenschaft befassen.<br />

HERBERT PIETSCHMANN HERMINE SCHREIBERHUBER INGRID CHLADEK CHRISTOPH KÜHN GERHARD VON LENTNER ANJA MYRDAL<br />

HERBERT PIETSCHMANN ist Emeritus<br />

am Institut für theoretische Physik<br />

der Universität Wien und Buchautor. Er<br />

verbrachte viele Jahre als Forscher im<br />

Ausland. Seit sechs Jahren schreibt er für<br />

SOCIETY über Themen der Wissenschaft,<br />

Philosophie und Gesellschaft. In dieser<br />

Ausgabe berichtet er über die Weizsäcker-<br />

Gespräche.<br />

HERMINE SCHREIBERHUBER war<br />

stellvertretende Ressortleiterin der Außenpolitik<br />

bei der APA. Für die SOCI-<br />

ETY-Länderschwerpunkte verfasst sie<br />

regelmäßig politische Analysen und Hintergrundberichte.<br />

Diesmal befasst sie sich<br />

mit Tunesiens Blick nach Europa sowie<br />

den Parlamentswahlen in Kasachstan.<br />

INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin<br />

der Dresscode Company und Head von<br />

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-Outfit,<br />

Image, Stil und Styling. Ihr<br />

Wissen präsentiert sie u. a. anhand von<br />

Prominenten-Styling- Checks. In dieser<br />

Ausgabe „spielt“ sie mit den Farben.<br />

CHRISTOPH KÜHN ist seit Mitte 2008<br />

Nuntiaturrat an der Apostolischen Nuntiatur<br />

in Wien. Von 2001 bis 2008 leitete er<br />

die deutschsprachige Abteilung im Vatikanischen<br />

Staatssekretariat. Für SOCIETY<br />

betrachtet er Deutschland einmal anders,<br />

so der Titel seines Gastbeitrages über Religion<br />

und Kirche in Deutschland.<br />

GERHARD VON LENTNER blickt für<br />

SOCIETY in die Sterne. Der mediale Berater,<br />

Kartenleger, Heiler und Buchautor<br />

beschäftigt sich intensiv mit Lebensberatung<br />

und verrät den SOCIETY-Lesern in<br />

jeder Ausgabe, wohin Österreich und die<br />

Welt steuern und was die Sterne in Beruf,<br />

Liebe, Finanzen und Gesundheit für uns<br />

alle bereithalten.<br />

ANJA MYRDAL berät, schult und coacht<br />

seit vierzehn Jahren Fach- und Führungskräfte<br />

aus Unternehmen und vertriebsorientierten<br />

Konzernen. Einen besonderen<br />

Namen hat sie sich auch als Trainer- und<br />

Coachausbilderin gemacht. Für ihren<br />

Beitrag nimmt sie sich den griechischen<br />

Philosophen Aristoteles als Leitbild zum<br />

Erfolg.<br />

MONIKA TÜRK lebte jahrelang mit ihrem<br />

Ehemann, Botschafter i.R. Helmut<br />

Türk, in Ländern wie den USA, Deutschland<br />

und dem Vatikan. In dieser Ausgabe<br />

erinnert sie sich an ihren Besuch bei<br />

Medienmogul Ted Turner und Jane Fonda<br />

in Wyoming.<br />

GEORG ZANGER ist als Rechtsanwalt<br />

u. a. auf Wettbewerbs-, Urheber- und Medienrecht<br />

spezialisiert. In China hat er ein<br />

Netzwerk mit 25 Rechtsanwaltskanzleien<br />

geschlossen, um Investitionen nach Österreich<br />

zu bringen. Diesmal beschäftigt er<br />

sich mit den Rechten von Flüchtlingen.<br />

MONIKA KALISTA, Leiterin der Abteilung<br />

Kultur Gesellschaft und Generationen<br />

beim Land Salzburg, stellt den Verein<br />

Europäische Mozart Wege vor, der sein<br />

zehnjähriges Jubiläum feiert und ein internationales<br />

Netzwerk der Städte und<br />

Regionen ist, die Mozart auf seinen zahlreichen<br />

Reisen besuchte.<br />

STEFAN TAUCHHAMMER ist Geschäftsinhaber<br />

von SoftwareReUse und<br />

Betreiber des Internet-Blogs „Fit für China“.<br />

Er testete für diese Ausgabe von SOCI-<br />

ETY Luxushotels und deren Restaurants in<br />

Hongkong und gibt einen Überblick über<br />

die Wirtschaftschancen in der Metropole.<br />

BEATRICE ACHALEKE ist Inhaberin<br />

und CEO der Beatrice Achaleke Diversity<br />

in Leadership & Consulting e.U. und Initiatorin<br />

und Kongressmanagerin des European<br />

Diversity & Business Congress. Für<br />

unseren Diversity Schwerpunkt beleuchtet<br />

sie die verschiedenen Facetten dieses<br />

Themas, vor allem hinsichtlich Leadership<br />

in Unternehmen.<br />

ERNST-PETER BREZOVSZKY, Generalkonsul<br />

Österreichs in New York, berichtet<br />

unter der Rubrik „Echo aus dem Ausland“<br />

über seine verdienstvolle Aufgabe, die austro-amerikanischen<br />

Beziehungen durch<br />

konkrete Projekte mit Leben zu erfüllen,<br />

u. a. durch hochrangige Vorträge, Besuche<br />

und Präsentationen.<br />

MONIKA TÜRK GEORG ZANGER MONIKA KALISTA STEFAN TAUCHHAMMER BEATRICE ACHALEKE ERNST-PETER BREZOVSZKY<br />

8 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Theresa, 20<br />

Studentin<br />

Nepomuk, 29<br />

Soziologe<br />

Theresa und Nepomuk gehen gern ins Kino. Als Film-Studentin<br />

weiß sie natürlich, wer heuer die Goldene Palme bei den Filmfestspielen<br />

von Cannes gewonnen hat. Besonders gern sieht sie<br />

europäische Produktionen in Originalfassung. Nepomuk liebt<br />

anspruchsvolle Filme, die zum Nachdenken anregen – mit einer<br />

Extraportion Popcorn. Unsere Stadt hat für CineastInnen viel<br />

zu bieten. Der Filmfonds Wien unterstützt nicht nur das vielfältige<br />

Filmschaffen, sondern auch die Programmkinos. Das macht<br />

Wien für Film-Aficionados zur Stadt fürs Leben.<br />

Wien.<br />

Die Stadt<br />

fürs Leben.<br />

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Mehr Infos unter www.filmfonds-wien.at<br />

oder www.wien.at/kultur/kino


Ambassadors<br />

a to z<br />

Ambassadors' Caleidoscope<br />

Embassies resident in Vienna<br />

119 bilateral ambassadors are currently representing their<br />

countries in Austria. For the first time SOCIETY presents them<br />

with pictures alphabetically arranged according to countries.<br />

Afghanistan<br />

H.E. Dr. Abdul<br />

Mohammad<br />

Shoogufan<br />

since 08.01.2009<br />

afg.emb.vie@chello.at<br />

www.embassyofafghanistan.com<br />

armenia@armembassy.at<br />

Armenia<br />

H.E. Arman<br />

Kirakossian<br />

since 09.11.2011<br />

Bolivia<br />

Chargé d’Affaires a.i.<br />

Ricardo Javier Martinez<br />

Covarrubias,<br />

* since 11.02.2009<br />

embolaustria@of-viena.at<br />

www.bolivia.at<br />

echile.austria@minrel.gov.cl<br />

Chile<br />

H.E. Alfredo Alejandro<br />

Labbe Villa<br />

since 30.06.2010<br />

albemb.vie@chello.at<br />

Albania<br />

H.E. Dr. Vili<br />

Minarolli<br />

since 30.06.2010<br />

Australia<br />

H.E. Michael John<br />

Potts<br />

since 14.09.2009<br />

austemb@aon.at<br />

www.austria.embassy.gov.au<br />

Bosnia and<br />

Herzegovina<br />

H.E. Tanja Milasinovic<br />

Martinovic<br />

since 19.04.<strong>2012</strong><br />

bhbotschaft@bhbotschaft.at<br />

www.bhbotschaft.at<br />

chinaemb_at@mfa.gov.cn<br />

www.chinaembassy.at<br />

China<br />

H.E. Mingde Shi<br />

since 27.09.2010<br />

Algeria<br />

H.E. Mohamed<br />

Benhocine<br />

designated<br />

* 24.05.<strong>2012</strong><br />

office@algerische-botschaft.at<br />

www.algerische-botschaft.at<br />

vienna@mission.mfa.gov.az<br />

www.azembassy.at<br />

Azerbaijan<br />

H.E. Galib Israfilov<br />

since 28.09.2011<br />

Brazil<br />

H.E. Julio Cezar<br />

Zelner Goncalves<br />

bid farewell in June<br />

<strong>2012</strong><br />

mail@brasilemb.at<br />

embcolviena@aon.at<br />

www.embcol.or.at<br />

Colombia<br />

H.E. Freddy Jose<br />

Padilla de Leon<br />

since 18.10.2010<br />

Andorra<br />

Chargé d’Affaires<br />

a.i. Gemma Cano<br />

Berne<br />

* since 11.01.<strong>2012</strong><br />

office@ambaixada-andorra.at<br />

Belarus<br />

H.E. Valery<br />

Voronetsky<br />

since 09.11.2011<br />

mail@byembassy.at<br />

www.austria.belembassy.org<br />

Bulgaria<br />

H.E. Elena Radkova<br />

Shekerletova<br />

since 28.03.<strong>2012</strong><br />

amboffice@embassybulgaria.at<br />

Costa Rica<br />

H.E. Ana Teresa<br />

Dengo Benavides<br />

since 26.09.2006<br />

embajadaaustria_costa.rica@chello.at<br />

Angola<br />

H.E. Maria De Jesus<br />

Dos Reis Ferreira<br />

since 09.11.2011<br />

Belgium<br />

H.E. Frank Recker<br />

since 30.06.2010<br />

Burkina Faso<br />

H.E. Paul Robert<br />

Tiendrebeogo<br />

since 28.03.<strong>2012</strong><br />

Côte d’Ivoire<br />

H.E. Largaton<br />

Gilbert Ouattara<br />

since 09.11.2011<br />

embangola-viena@embangola.at<br />

www.embangola.at<br />

vienna@diplobel.fed.be<br />

www.diplomatie.be/vienna<br />

s.r@abfvienne.at<br />

www.abfvienne.at<br />

office@ambaciaut.org<br />

Argentina<br />

H.E. Eugenio Maria<br />

Curia<br />

since 09.02.2006<br />

Belize<br />

H.E. Alexander<br />

Piletsky<br />

since 01.10.1999<br />

Canada<br />

H.E. John Barrett<br />

since 14.09.2009<br />

Croatia<br />

H.E. Gordan Bakota<br />

since 09.03.2011<br />

embargviena@embargviena.at<br />

belizeembassy@utanet.at<br />

vienn@international.gc.ca<br />

www.kanada.at<br />

croemb.bec@mvpei.hr<br />

http://at.mfa.hr<br />

10 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Ambassadors<br />

a to z<br />

Cuba<br />

H.E. Juan Carlos<br />

Marsan Aguilera<br />

since 17.05.2011<br />

Estonia<br />

H.E. Eve-Külli Kala<br />

since 11.01.2010<br />

Hungary<br />

H.E. Vince Szalay-<br />

Bobrovniczky<br />

since 09.12.2010<br />

Italy<br />

H.E. Eugenio<br />

d’Auria<br />

since 27.09.2010<br />

secembajador@ecuaustria.at<br />

www.cubadiplomatica.cu/austria<br />

embassy@estwien.at<br />

www.estemb.at<br />

mission.vie@mfa.gov.hu<br />

ambasciata.vienna@esteri.it<br />

www.ambvienna.esteri.it<br />

Cyprus<br />

H.E. Costas<br />

Papademas<br />

since 19.04.<strong>2012</strong><br />

Finland<br />

H.E. Satu Marjatta<br />

Rasi<br />

since 14.10.2009<br />

Iceland<br />

H.E. Stefán<br />

Skjaldarson<br />

since 14.10.2009<br />

Japan<br />

H.E. Shigeo Iwatani<br />

since 18.10.2010<br />

office@cyprusembassy.at<br />

sanomat.wie@formin.fi<br />

www.finnland.at<br />

emb.vienna@mfa.is<br />

www.iceland.is/at<br />

info@wi.mofa.go.jp<br />

www.at.emb-japan.go.jp<br />

Czech Republic<br />

H.E. Dr. Jan Koukal<br />

since 28.11.2006<br />

France<br />

H.E. Stéphane<br />

Gompertz<br />

since 19.04.<strong>2012</strong><br />

India<br />

H.E. Dinkar Khullar<br />

since 11.01.2010<br />

Jordan<br />

H.E. Makram<br />

Mustafa A. Queisi<br />

since 11.12.2007<br />

vienna@embassy.mzv.cz<br />

www.mzv.cz/vienna<br />

secretariat.vienne-amba@diplomatie.gouv.fr<br />

www.ambafrance-at.org<br />

indemb@eoivien.vienna.at<br />

www.indianembassy.at<br />

info@jordanembassy.at<br />

www.jordanembassy.at<br />

Denmark<br />

H.E. Torben Brylle<br />

since 27.09.2010<br />

Georgia<br />

H.E. Paata<br />

Gaprindashvili<br />

since 22.06.2009<br />

Indonesia<br />

H.E. I Gusti Agung<br />

Wesaka Puja<br />

since 29.04.2010<br />

Kazakhstan<br />

H.E. Kairat<br />

Abdrakhmanov<br />

since 17.05.2011<br />

vieamb@um.dk<br />

www.oestrig.um.dk<br />

vienna@geomission.at<br />

unitkom@kbriwina.at<br />

www.kbriwina.at<br />

embassy@kazakhstan.at<br />

www.kazakhstan.at<br />

Dominican<br />

Republic<br />

H.E. Ramon Andres<br />

Quinones<br />

Rodriguez<br />

since 04.06.2007<br />

mprdoiv@yahoo.com<br />

Germany<br />

H.E. Hans-Henning<br />

Horst Blomeyer-<br />

Bartenstein, bid<br />

farewell June <strong>2012</strong><br />

info@wien.diplo.de<br />

www.wien.diplo.de<br />

Iran<br />

H.E. Hassan Tajik<br />

designated<br />

* 15.06.<strong>2012</strong><br />

public@iranembassy-wien.at<br />

www.iran.embassy.at<br />

Kenya<br />

H.E. Ukur Kanacho<br />

Yatani<br />

since 18.11.2009<br />

kenyarep-vienna@aon.at<br />

www.kenyaembassyvienna.at/de/<br />

Ecuador<br />

H.E. Juan Diego<br />

Stacey Moreno<br />

since 17.09.2008<br />

Greece<br />

H.E. Themistoklis<br />

Dimidis<br />

since 12.01.<strong>2012</strong><br />

Iraq<br />

H.E. Dr. Surood R.<br />

Najib Najib<br />

since 09.12.2010<br />

Kosovo<br />

H.E. Dr. Phil Sabri<br />

Kiqmari<br />

since 14.10.2009<br />

mecaustria@chello.at<br />

gremb@griechischebotschaft.at<br />

www.griechische-botschaft.at<br />

office@iraqembassy.at<br />

www.iraqembassy.at<br />

embassy.austria@ks-gov.net<br />

www.ambasada-ks.net/at/<br />

Egypt<br />

H.E. Khaled Abdelrahman<br />

Abdellatif<br />

Shamaa<br />

since 09.11.2011<br />

egyptembassyvienna@egyptembassyvienna.at<br />

www.egyptembassyvienna.at<br />

Guatemala<br />

H.E. Mag. Carla<br />

Maria Rodriguez<br />

Mancia<br />

bid farewell June 12<br />

embajada@embaguate.co.at<br />

www.embaguate.co.at<br />

vienna@dfa.ie<br />

www.dfa.ie<br />

Ireland<br />

H.E. James Brennan<br />

since 09.12.2010<br />

Kuwait<br />

H.E. Mohammad<br />

Saad Oudah Al-<br />

Sallal<br />

since 14.10.2009<br />

kuwait.embassy.vienna@speed.at<br />

elsalvador@embasal.at<br />

www.rree.gob.sv<br />

El Salvador<br />

H.E. Mario Antonio<br />

Rivera Mora<br />

since 09.03.2011<br />

Holy See<br />

H.E. Archbishop<br />

Dr. Peter Stephan<br />

Zurbriggen<br />

since 17.04.2009<br />

nuntius@nuntiatur.at<br />

www.nuntiatur.at<br />

info-sec@vienna.mfa.gov.il<br />

www.vienna.mfa.gov.il<br />

Israel<br />

H.E. Aviv Aharon<br />

Shir-On<br />

since 14.10.2009<br />

kyremb@inode.at<br />

www.kyremb.at<br />

Kyrgyzstan<br />

H.E. Lidia<br />

Imanalieva<br />

since 14.09.2009<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 11


Ambassadors<br />

a to z<br />

Laos<br />

H.E. Khamkheuang<br />

Bounteum<br />

since 18.10.2010<br />

laoembassyvienna@hotmail.com<br />

Malaysia<br />

H.E. Muhammad<br />

Shahrul Ikram bin<br />

Yaakob<br />

since 30.06.2010<br />

embassy@embassymalaysia.at<br />

Netherlands<br />

H.E. Alphons<br />

Clemens Maria<br />

Hamer<br />

since 17.09.2008<br />

wen@minbuza.nl<br />

www.mfa.nl/wen<br />

parepvienna@gmail.com<br />

www.mofa.gov.pk/austria<br />

Pakistan<br />

H.E. Khurshid<br />

Anwar<br />

since 18.11.2009<br />

embassy.austria@mfa.gov.lu<br />

Latvia<br />

H.E. Indulis Berzins<br />

since 14.09.2009<br />

Malta<br />

H.E. Colin Scicluna<br />

since 28.03.<strong>2012</strong><br />

maltaembassy.vienna@gov.mt<br />

nzemb@aon.at<br />

www.nzembassy.com/austria<br />

New Zealand<br />

H.E. Philip Wallace<br />

Griffiths<br />

since 09.03.2011<br />

Palestinian Territories<br />

H.E. Dr. Zuheir<br />

Elwazer<br />

since 28.04.2005<br />

palestine.mission@chello.at<br />

embassy.lebanon@inode.at<br />

Lebanon<br />

H.E. Ishaya El<br />

Khoury<br />

since 10.09.2008<br />

Marocco<br />

H.E. Dr. Ali El<br />

Mhamdi<br />

since 12.01.<strong>2012</strong><br />

emb-pmissionvienna@morocco.at<br />

Nicaragua<br />

Chargé d’Affaires<br />

Isolda Alicia De La<br />

Paz Frixione Miranda<br />

de Flores<br />

since 26.08.2004<br />

embanicviena@chello.at<br />

mail@empanvienna.co.at<br />

Panama<br />

H.E. Ricardo Vallarino<br />

Perez<br />

since 28.03.<strong>2012</strong><br />

Libya<br />

Chargé d’Affaires<br />

Abdulla Hebrara<br />

since 02.02.2007<br />

*<br />

office@libyanembassyvienna.at<br />

embamex@embamex.or.at<br />

Mexico<br />

H.E. Alejandro Diaz<br />

y Perez Duarte<br />

since 02.10.2007<br />

Nigeria<br />

H.E. Maria Oyeyinka<br />

Laose<br />

since 28.09.2011<br />

info@nigeriaembassyvienna.com<br />

www.nigeriaembassyvienna.com<br />

embaparviena@chello.at<br />

Paraguay<br />

H.E. Dr. Horacio<br />

Nogues Zubizarreta<br />

since 15.02.2008<br />

Liechtenstein<br />

H.H. Maria-Pia<br />

Kothbauer Prinzessin<br />

v.u.z. Liechtenstein,<br />

s. 11.12.1997<br />

info@vie.llv.li<br />

vienna@moldmission.at<br />

www.austria.mfa.md<br />

Moldova<br />

H.E. Valeriu Chiveri<br />

since 27.09.2010<br />

North Korea<br />

H.E. Kwang Sop Kim<br />

since 18.03.1993<br />

d.v.r.korea.botschaft@chello.at<br />

Peru<br />

H.E. Antonio Javier<br />

Alejandro Garcia<br />

Revilla<br />

since 14.07.2009<br />

embajada@embaperuaustria.at<br />

Lithuania<br />

Chargé d’Affaires<br />

Mindaugas Rukstele<br />

since 01.09.2009<br />

*<br />

amb.at@urm.lt<br />

office@embassymon.at<br />

www.embassymon.at<br />

Mongolia<br />

H.E. Dr. Enkhsaikhan<br />

Jargalsaikhan<br />

since 10.09.2008<br />

emb.vienna@mfa.no<br />

www.norwegen.or.at<br />

Norway<br />

H.E. Jan Petersen<br />

since 14.10.2009<br />

Philippines<br />

H.E. Lourdes O.<br />

Yparraguirre<br />

since 30.06.2010<br />

office@philippine-embassy.at<br />

www.philippine-embassy.at<br />

Luxembourg<br />

H.E. Hubert Wurth<br />

since 09.11.2011<br />

Montenegro<br />

H.E. Dragana<br />

Radulovic<br />

since 12.01.2009<br />

Oman<br />

H.E. Dr. Badr Mohamed<br />

Zaher Al Hinai<br />

since 11.12.2007<br />

Poland<br />

H.E. Jerzy<br />

Marganski<br />

since 10.09.2008<br />

vienne.amb@mae.etat.lu<br />

www.vienne.mae.lu/ge<br />

diplomat-mn@me-austria.eu<br />

embassy.oman@chello.at<br />

wieden.amb.sekretariat@msz.gov.pl<br />

www.wien.polemb.net<br />

Macedonia<br />

H.E. Prof. Dr. Gjorgji<br />

Filipov<br />

since 18.10.2010<br />

Namibia<br />

H.E. Raphael<br />

Nakare Dinyando<br />

since 09.12.2010<br />

Order of Malta<br />

H.E. Dr. Alessandro<br />

Quaroni<br />

since 15.03.2006<br />

Portugal<br />

H.E. Ana Maria<br />

Marques Martinho<br />

since 28.03.<strong>2012</strong><br />

botschaft@makedonien.co.at<br />

nam.emb.vienna@speed.at<br />

www.embnamibia.at<br />

botschaft@malteser.at<br />

www.orderofmalta.int<br />

viena@mne.pt<br />

12 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Ambassadors<br />

a to z<br />

Qatar<br />

H.E. Mohammed Ali<br />

M.H. Al-Malki<br />

since 19.04.<strong>2012</strong><br />

South Africa<br />

H.E. Xolisa Mfundiso<br />

Mabhongo<br />

since 29.04.2010<br />

Tajikistan<br />

H.E. Nuriddin<br />

Shamsov<br />

since 03.07.2007<br />

United States<br />

H.E. William Carlton<br />

Eacho III<br />

since 14.09.2009<br />

botschaft@katarbotschaft.at<br />

vienna.bilateral@dirco.gov.za<br />

www.dirco.gov.za/vienna/<br />

tajikembassy@chello.at<br />

www.tajikembassy.org<br />

embassy@usembassy.at<br />

www.usembassy.at<br />

ambromviena@ambrom.at<br />

www.viena.mae.ro<br />

Romania<br />

H.E. Silvia Davidoiu<br />

since 12.01.2009<br />

mail@koreaemb.at<br />

http://aut.mofat.go.kr<br />

South Korea<br />

H.E. Hyun Cho<br />

since 17.05.2011<br />

Thailand<br />

H.E. Somsakdi<br />

Suriyawongse<br />

designated<br />

* 02.05.<strong>2012</strong><br />

embassy@thaivienna.at<br />

www.thaiembassy.at<br />

uruvien@embuy.at<br />

Uruguay<br />

H.E. Carlos Alejandro<br />

Barros Oreiro<br />

since 17.04.2009<br />

info@rusemb.at<br />

www.rusemb.at<br />

Russian<br />

Federation<br />

H.E. Sergey Nechaev<br />

since 29.04.2010<br />

Spain<br />

H.E. Yago Pico de<br />

Coana y de Valicourt<br />

since 09.12.2010<br />

emb.viena@maec.es<br />

at.vienne@aon.at<br />

www.atunisie-at.org<br />

Tunisia<br />

H.E. Mohamed<br />

Samir Koubaa<br />

since 28.09.2011<br />

Uzbekistan<br />

Chargé d’Affaires<br />

a.i. Ravshanbek<br />

Duschanov<br />

since 16.09.2009<br />

embassy@usbekistan.at<br />

www.usbekistan.at<br />

San Marino<br />

H.E. Dr. Elena<br />

Molaroni Berguido<br />

since 17.09.2008<br />

Sri Lanka<br />

H.E. Aliyar Lebbe<br />

Abdul Azeez<br />

since 28.09.2011<br />

Turkey<br />

H.E. Ayse Sezgin<br />

since 09.11.2011<br />

Venezuela<br />

H.E. Alí De Jesús<br />

Uzcategui Duque<br />

since 06.05.2008<br />

rsmvienna@gmail.com<br />

embassy@srilankaembassy.at<br />

www.srilankaembassy.at<br />

botschaft.wien@mfa.gov.tr<br />

www.vienna.emb.mfa.gov.tr<br />

embajada@austria.gob.ve<br />

www.austria.gob.ve<br />

Saudi Arabia<br />

H.E. Mohammed<br />

Al Salloum<br />

designated<br />

* 04.06.<strong>2012</strong><br />

saudiembassy@saudiembassy.at<br />

Sudan<br />

H.E. Mahmoud<br />

Hassan Elamin<br />

since 17.04.2009<br />

sudanivienna@prioritytelecom.biz<br />

www.sudanivienna.at<br />

Turkmenistan<br />

H.E. Silapberdi<br />

Nurberdiev<br />

since 28.09.2011<br />

info@botschaft-turkmenistan.at<br />

www.botschaft-turkmenistan.at<br />

Vietnam<br />

H.E. Thiep Nguyen<br />

since 17.05.2011<br />

office@vietnamembassy.at<br />

www.vietnamembassy-austria.org/vi/<br />

embassy.vienna@mfa.rs<br />

www.vienna.mfa.rs<br />

Serbia<br />

H.E. Milovan<br />

Bozinovic<br />

since 18.11.2009<br />

Sweden<br />

H.E. Nils Gustav<br />

Daag<br />

since 28.09.2011<br />

ambassaden.wien@foreign.ministry.se<br />

www.swedenabroad.com<br />

info@ukremb.at<br />

www.ukremb.at<br />

Ukraine<br />

H.E. Andrii Bereznyi<br />

since 30.06.2010<br />

Yemen<br />

H.E. Abdulhakim<br />

Abdulrahman Al-<br />

Eryani<br />

since 27.09.2010<br />

yemenembassy.vienna@aon.at<br />

emb.vieden@mzv.sk<br />

www.vienna.mfa.sk<br />

Slovakia<br />

H.E. Juraj Machac<br />

since 28.03.<strong>2012</strong><br />

Switzerland<br />

H.E. Urs Breiter<br />

since 27.09.2010<br />

vie.vertretung@eda.admin.ch<br />

www.schweizerbotschaft.at<br />

United Arab<br />

Emirates<br />

H.E. Mohamad<br />

Hamad Omran<br />

Alshamsi<br />

since 08.01.2009<br />

emirates@aon.at<br />

Zimbabwe<br />

H.E. Tsitsi Grace<br />

Mutandiro<br />

since 17.01.2005<br />

z.vien@chello.at<br />

www.zimbabweembassyvienna.at<br />

vdu@gov.si<br />

Slovenia<br />

H.E. Aleksander<br />

Gerzina<br />

since 22.06.2009<br />

Syria<br />

H.E. Bassam<br />

Sabbagh<br />

since 29.04.2010<br />

vienna_embassy@syrianembassy.jet2web.at<br />

United Kingdom<br />

H.E. Simon John<br />

Meredith Smith<br />

bid farewell in June<br />

<strong>2012</strong><br />

press@britishembassy.at<br />

www.ukinaustria.fco.gov.uk<br />

*) Nota bene: Some pictures<br />

were not available at the time<br />

of going to press.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 13


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Diplomatenkarussell | November 2011 bis Mai <strong>2012</strong><br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

Ägypten<br />

Angola<br />

Armenien<br />

H.E. Khaled<br />

Shamaa<br />

Born on January 15,<br />

1964. Married.<br />

Three children.<br />

H.E. Maria de<br />

Jesus Dos Reis<br />

Ferreira<br />

Born on August 29,<br />

1951, in Huambo/<br />

Angola.<br />

H.E. Arman<br />

Kirakossian<br />

Born on September<br />

10, 1956, in Yerevan.<br />

Married. One child.<br />

Education<br />

• Bachelor degree in Engineering<br />

from Cairo University<br />

• Master’s degree in International<br />

Affairs from George Washington<br />

University<br />

Professional Career<br />

• Assistant Deputy Foreign Minister<br />

for Disarmament Affairs, Egyptian<br />

Ministry for Foreign Affairs<br />

• Previously served at Egyptian<br />

Embassies/Permanent Missions in<br />

Brasilia, Pretoria and New York<br />

Education<br />

• 1968: General Commerce Course<br />

• 1982-1983: Foreign Affairs Course,<br />

Party National School in Luanda<br />

• 1984: College of Social Sciences in<br />

Luanda<br />

• 2000: Degree of Licentiate in Legal –<br />

Economics Law, Lusophone University,<br />

Lisbon, Portugal<br />

• 2008-2009: Masters Degree in Law at<br />

the Catholic University of Porto<br />

Professional Career<br />

• 1980-1983: Ministry of Foreign Affairs.<br />

Consular Division. Head of<br />

Litigious Section<br />

• 1983-1986: Middle East Sector.<br />

• 1983-1986: Africa and Middle East<br />

Section.<br />

• 1986-1989: 2nd Secretary at the Permanent<br />

Mission in New York to the<br />

International Organizations.<br />

• 1990-1994: 1st Secretary to the<br />

Embassy in Zimbabwe and Chargé<br />

d’Affaires a.i.<br />

• 1994: Division for International<br />

Organizations, Chief of Dept. a.i.<br />

• December 1994: Counsellor<br />

• 2000: (Minister Counsellor) Directress<br />

for Africa and Far East<br />

• 2002: Director for Africa and Middle<br />

East<br />

• 2004: Consul General in Porto<br />

Education<br />

• 1973-1977: Armenian State Pedagogical<br />

University, Faculty of History and<br />

Geography, Diploma<br />

• 1977-1980: Armenian State Pedagogical<br />

University, Post-Graduate Studies<br />

• 1981: Armenian State Pedagogical<br />

University, Ph.D. (Candidate)<br />

• 1999: Armenian Academy of Sciences,<br />

Institute of History, Doctor of<br />

Sciences (Dr. Habil.) in History<br />

Professional Career<br />

• 1980-1986: Armenian Academy of<br />

Sciences, Project Director<br />

• 1986-1990: Central Committee of the<br />

CP Armenia, Advisor on Science and<br />

International Relations<br />

• 1990-1991: Armenian National Academy<br />

of Sciences, Project Director<br />

• 1991-1994: First Deputy Foreign<br />

Minister<br />

• 10.1992-02.1993: Acting Minister of<br />

Foreign Affairs<br />

• 1994-1999: Ambassador to Greece,<br />

also accredited to Cyprus, Slovenia,<br />

Croatia, Albania and Yugoslavia<br />

• 1999-2005: Ambassador to the<br />

United States of America, Permanent<br />

Observer to the Organization<br />

of American States<br />

• 2005-2011: Deputy Foreign Minister<br />

• Since 2005: Yerevan State University,<br />

Professor of History and International<br />

Relations<br />

14 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Belarus<br />

H.E. Dr. Valery I.<br />

Voronetsky<br />

Born on October 14,<br />

1963, in Minsk.<br />

Bosnien und<br />

Herzegowina<br />

I.E. Dr. Tanja<br />

Milasinovic-<br />

Martinovic<br />

Verheiratet. Keine<br />

Kinder.<br />

Bulgarien<br />

I.E. Elena<br />

Shekerletova<br />

Geboren am 6.11.1964<br />

in Pasardzhik, Bulgarien.<br />

Verheiratet, ein<br />

Sohn.<br />

Education<br />

• 1985: Graduated from the Belarusian<br />

National Technical University,<br />

summa cum laude, with accomplished<br />

postgraduate course<br />

• 1993-1995: Diplomatic Academy of<br />

the Ministry of Foreign Affairs of<br />

the Russian Federation, summa cum<br />

laude<br />

• Degree in International Economic<br />

Relations. Doctor of Economics<br />

Professional Career<br />

• 1985-1987: Professor, Minsk Polytechnic<br />

College<br />

• 1987-1993: Elected officer in a variety<br />

of positions across republican<br />

youth organizations<br />

• 1995-1996: Foreign policy advisor,<br />

Administration of the President of<br />

the Republic of Belarus<br />

• 1996-2000: Counsellor, Embassy of<br />

the Republic of Belarus in Belgium/<br />

Mission of Belarus to the European<br />

Communities<br />

• 2000-2002: Head, Department of Foreign<br />

Policy, Administration of the<br />

President of the Republic of Belarus<br />

• 2002-2006: Ambassador Extraordinary<br />

and Plenipotentiary of the<br />

Republic of Belarus to the Slovak<br />

Republic<br />

• 2006-October 2011: Deputy Minister<br />

of Foreign Affairs of the Republic of<br />

Belarus.<br />

ausbildung<br />

• 1988: M.Sc. Fakultät für Bergbau,<br />

Geologie und Erdöl-Ingenieurwesen<br />

in Zagreb, Kroatien<br />

• 1992: Promotion in Thermodynamik,<br />

Fakultät für Maschinenbau in<br />

Ljubljana, Slowenien und Ludwig-<br />

Maximilians-Universität, München<br />

beruflicher werdegang<br />

• 1986-1987: Assistentin an der Fakultät<br />

für Bergbau, Geologie und Erdöl-<br />

Ingenieurwesen in Zagreb, Kroatien<br />

• 1987-1991: Forschungsarbeit und<br />

Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität,<br />

München<br />

• 1989-1991: Assistentin an der<br />

Ludwig-Maximilians-Universität<br />

• 1992-1998: Fakultät f. Landwirtschaft<br />

u. Fakultät f. Forstwirtschaft,<br />

Universität Belgrad, Serbien<br />

• 1998-2001: Ministerassistent, Ministerium<br />

für Außenwirtschaft, Regierung<br />

der Republik Srpska, Bosnien<br />

und Herzegowina<br />

• 2001-2005: Ministerialrat und<br />

Chargé d‘Affaires bei der Mission an<br />

der EU, Ministerium f. Auswärtige<br />

Angelegenheiten<br />

• 2005-2008: Botschafterin von<br />

Bosnien und Herzegowina für das<br />

Vereinigte Königreich und die Republik<br />

Irland<br />

• 2008-2011: Leiterin der Abt. f. Westeuropa<br />

Ausbildung<br />

• Magister in Rechtswissenschaften -<br />

Universität „Hl. Kliment Ochridski“,<br />

Sofia<br />

• Weiterbildung in Verfassungsrecht<br />

und Völkerrecht an dem Max-<br />

Planck-Institut in Heidelberg<br />

• Kurs an der Europäischen Akademie<br />

- Berlin<br />

Beruflicher Werdegang<br />

• 1990-1992: Rechtsexpertin, Kanzlei<br />

des Staatspräsidenten Dr. J. Jelev<br />

• 1992-1993: Botschaftsrätin, Leiterin<br />

des Kabinetts des Außenministers<br />

S. Ganev<br />

• 1993-1996: Gesandte an der Bulgarischen<br />

Botschaft in Wien<br />

• 1996-1997: Expertin in Vertragsrecht<br />

an der Direktion „Konsularische<br />

Angelegenheiten“, MAA-Sofia<br />

• 1997-1999: Beraterin im Kabinett der<br />

Außenministerin N. Mihaylova<br />

• 1999-2002: Leiterin der Außenstelle<br />

der Bulgarischen Botschaft in Bonn<br />

• 2002-2004: Referatsleiterin in der<br />

Direktion „Europa“, MAA–Sofia<br />

• 2004-2008: Gesandte an der Bulgarischen<br />

Botschaft in Berlin, Stellvertretende<br />

Missionschefin<br />

• 2008-2011: Abteilungsleiterin in der<br />

Direktion „Europäische Staaten“<br />

• 2011-<strong>2012</strong>: Gesandte an der Bulgarischen<br />

Botschaft in Wien, Geschäftsträgerin<br />

a. i.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 15


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Diplomatenkarussell | November 2011 bis Mai <strong>2012</strong><br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

Burkina Faso<br />

Côte d’Ivoire<br />

Frankreich<br />

H.E. Paul Robert<br />

Tiendrébéogo<br />

H.E. Gilbert Largaton<br />

Ouattara<br />

S.E. Stéphane<br />

Gompertz<br />

Born on January 15,<br />

1964. Married.<br />

Three children.<br />

Né en 1949 à Lafokpokaha/Côte<br />

d’Ivoire.<br />

Marié. 5 enfants.<br />

Verheiratet.<br />

Drei Kinder.<br />

Education<br />

• 1981-1985: Ecole Supérieure de<br />

Droit, Université de Ouagadougou<br />

• 1985-1988: Public International<br />

Law, Institut Universitaire de Haute<br />

Etudes Internationales, Geneva<br />

• 1993-1994: Diplomatic Studies, Institut<br />

de Relations Internationales du<br />

Cameroun, Yaoundé<br />

Professional Career<br />

• 1990-1993: Counselor, Ministry of<br />

Foreign Affairs, Ouagadougou<br />

• 1993-1995: Counselor and Head of<br />

the Legal Affairs Section, MFA<br />

• 1995-2000: Counselor, Permanent<br />

Mission of Burkina Faso to the UN,<br />

New York<br />

• 2000-2001: Director of the Europe<br />

Department, MFA, Ouagadougou<br />

• 2001-2002: Technical Advisor to the<br />

Minister, Ministry of Regional Integration,<br />

Ouagadougou<br />

• 2002-2003: Counselor, MFA<br />

• 2003-2007: Director of the Department<br />

of International Organizations,<br />

MFA, Ouagadougou<br />

• 2007-2008: Ambassador, Diplomatic<br />

Adviser to the President of Burkina<br />

Faso, Ouagadougou<br />

• 2008-2011: Ambassador and Deputy<br />

Permanent Representative, Permanent<br />

Mission of Burkina Faso to the<br />

UN, New York<br />

Etudes et Formation<br />

• 1972: Maîtrise d’Histoire, Université<br />

Paris I Panthéon-Sorbonne<br />

• 1974: Maîtrise de Science Politique,<br />

Paris I Panthéon-Sorbonne<br />

• 1975: Diplôme d’Etudes Supérieures<br />

(D.E.S.) de Science Politique, Université<br />

Paris I Panthéon- Sorbonne<br />

• 1975: Doctorate de 3ème Cycle en<br />

Histoire des Relations Internationales,<br />

Paris I Panthéon-Sorbonne<br />

• 1977: Diplôme du Cycle Supérieur,<br />

Ecole Nationale d’Administration,<br />

Abidjan<br />

Expérience Professionnelle<br />

• 1988-1991: Chargé des Affaires<br />

Politique, Ministère des Affaires<br />

Etrangères, Abidjan<br />

• 1991-1994: Sous-Directeur de la Coopération<br />

multilatérale<br />

• 1994-1998: Conseiller à la Mission<br />

Permanente auprès des Nations<br />

Unies à New York<br />

• 1998-2001: Ambassadeur, Directeur<br />

du Département des Nations Unies<br />

et des Réunions Internationales<br />

• 2001-2004: Ambassadeur en Algérie,<br />

Alger<br />

• 2004-2007: Secrétaire Général du<br />

Ministère des Affaires Etrangères<br />

• 2007-2010: Directeur de Cabinet Adjoint<br />

du Premier Ministre, Abidjan<br />

• 2010-2011: Directeur de Cabinet du<br />

Premier Ministre, Abidjan<br />

Ausbildung<br />

• 1981: Absolvent der französischen<br />

Verwaltungshochschule „Ecole Nationale<br />

d’Administration“<br />

• Absolvent der „Ecole normale<br />

supérieure“<br />

• Professor der klassischen Literatur<br />

• Bachelorabsolvent der Germanistik<br />

Beruflicher Werdegang<br />

• Ämter der Republik Frankreich in<br />

Kairo und im Büro der ständigen<br />

Vertretung bei der UNO in Genf<br />

• 1996-1999: Leiter der Abteilung<br />

Nordafrika und Mittlerer Osten<br />

im französischen Ministerium für<br />

auswärtige und europäische Angelegenheiten<br />

• 1999-2004: Erster Botschaftsrat in<br />

London<br />

• 2004-2008: Botschafter in Äthiopien<br />

• 2009-<strong>2012</strong>: Leiter der Sektion Afrika<br />

und Indischer Ozean<br />

16 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Griechenland<br />

Luxemburg<br />

Malta<br />

H.E. Themistoklis<br />

Dimidis<br />

H.E. Hubert<br />

Wurth<br />

H.E. Colin<br />

Scicluna<br />

Born in 1948 in Athens<br />

Born on April 15, 1952,<br />

in Luxemburg. Married.<br />

Two children.<br />

Born on February 5,<br />

1967. Married, with a<br />

daughter and a son<br />

Education<br />

• Bachelor in Law in the Law School of<br />

the Athens University<br />

Professional Career<br />

• 1985: Second Secretary, Embassy of<br />

Greece in Bonn<br />

• 1988: First Secretary of Embassy, Embassy<br />

of Greece in Bonn<br />

• 1989: Deputy Director of the Directorade<br />

for International Economic<br />

Organisations, MFA<br />

• 1991: Deputy Chief of Protocol, MFA<br />

• 1992: Second Counsellor of Embassy<br />

• 1993: Consul General of Greece in<br />

Jerusalem<br />

• 1994: Promoted to First Counsellor<br />

of Embassy<br />

• 1997: Chief of Alternate Minister’s<br />

Cabinet<br />

• 1998: Directorate for Ecclesiastical<br />

Affairs, MFA<br />

• 2001: Promoted to Minister Plenipotentiary<br />

Second Class<br />

• 2002: Director of the Directorate for<br />

Eastern Europe and Central Asia,<br />

MFA<br />

• 2003: Promoted to Minister Plenipotentiary<br />

First Class<br />

• 2004: Ambassador of Greece to<br />

Azerbaijan<br />

• 2009: Director of the Directorate for<br />

Arab Countries and the Middle East,<br />

MFA<br />

Education<br />

• Degree in law from the University<br />

of Paris II<br />

• Diploma in international relations<br />

from the Institute of Political Studies<br />

in Paris (IEP)<br />

• Supplementary degree in Luxembourg<br />

law<br />

Professional Career<br />

• 1978-1979: Delegation to the UN<br />

General Assembly<br />

• 1979: Deputy Permanent Representative<br />

to the Council of Europe<br />

• 1981-1984: Private Secretary to the<br />

Vice-President of the Government<br />

and Minister of Foreign Affairs,<br />

Economic Affairs and Justice<br />

• 1986: Deputy Director of Political<br />

Affairs<br />

• 1989-1991: Ambassador to the USSR,<br />

Poland, Finland and Mongolia<br />

• 1992-1998: Ambassador to the Netherlands<br />

• 1996-1997: Ambassador on a special<br />

mission for the former Yugoslavia<br />

• 1998-2003: Head of Mission, UN in<br />

New York<br />

• 2003-2007: Ambassador to France,<br />

Head of Mission to the OECD and<br />

UNESCO<br />

• 2007-2011: Ambassador to the UK,<br />

Ireland and Iceland, in London<br />

• since 2004: Chairman of the Board<br />

of the ESAL<br />

Education<br />

• 1987-1991: Diploma of Notary Public:<br />

Faculty of Laws, Univ. of Malta<br />

• 1987-1993: Doctor of Laws: Faculty of<br />

Laws, University of Malta<br />

• 1998-1999: Masters in International<br />

Politics, Centre d’Études<br />

des Relations Internationales et<br />

Stratégiques, Université Libre de<br />

Bruxelles, Belgium<br />

• 2005: UNITAR-IPA Fellowship in<br />

Peacemaking and Preventive Diplomacy,<br />

Oslo, Norway<br />

Professional career<br />

• 1999-2000: Counsellor, Mission of<br />

Malta to the EU, Brussels<br />

• 2000-2003: Negotiations Co-ordinator<br />

(Operations), EU Negotiations<br />

Secretariat, Office of the Prime<br />

Minister, Valletta<br />

• 2003-2004: Senior Legal Officer, Directorate<br />

for Multilateral Affairs<br />

• 2004-2006: First Counsellor, Deputy<br />

Permanent Representative, Mission<br />

of Malta to the UN, New York<br />

• 2006-2010: Advisor, Policy Unit of<br />

the High Rep. for the Common Foreign<br />

and Security Policy of the EU<br />

on Mediterranean and Middle East<br />

issues, Brussels<br />

• 2011-<strong>2012</strong> Political advisor to the EU<br />

Special Representative to the Middle<br />

East Peace Process, European External<br />

Action Service, Brussels<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 17


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Diplomatenkarussell | November 2011 bis Mai <strong>2012</strong><br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

Marokko<br />

Panama<br />

Portugal<br />

H.E. Ali El<br />

Mhamdi<br />

Né en 1952 à Taounate/Maroc.<br />

Marié.<br />

2 enfants.<br />

H.E. Ricardo<br />

Vallarino Pérez<br />

Born in Panama City<br />

on July 21, 1951.<br />

Married. Three<br />

children.<br />

H.E. Ana<br />

Martinho<br />

Born in Lisbon.<br />

Married, two children.<br />

Etudes et Formation<br />

• 1974: Lauréat de l’Ecole marocaine<br />

d’Administration<br />

• 1976: Licence en droit faculté de<br />

Rabat<br />

• 1978: Diplôme des études approfondies<br />

en Droit Public de l’Université<br />

de Droit de Paris II<br />

• 1982: Doctorat d’Etat en Droit Public<br />

de l’Université de Droit de Paris<br />

(Paris II Assas – Sorbonne)<br />

Expérience Professionnelle<br />

• 1976: Attaché juridique à l’Ambassade<br />

du Royaume du Maroc en<br />

France<br />

• 1982: Conseiller des Affaires Etrangères<br />

• 1983: Chef de Service de la formation<br />

• 1984: Chef de la Division du Personnel<br />

• 1987: Consul Général du Royaume<br />

du Maroc à Bordeaux<br />

• 1992: Ministre Plénipotentiaire<br />

• 1995: Directeur des Ressources<br />

Humaines<br />

• 1998: Ambassadeur de Sa Majesté Le<br />

Roi du Liban<br />

• 2001: Ambassadeur, Directeur des<br />

Affaires Juridiques et des Traités<br />

• 2003: Ambassadeur de Sa Majesté le<br />

Roi aux Pays-Bas<br />

• 2009: Directeur des Affaires Consulaires<br />

et Sociales<br />

Education<br />

• 1975: Civil Engineering at the University<br />

of Arkansas, USA<br />

• Postgraduate courses in Business<br />

Administration and Finance<br />

Professional Career<br />

• 1977: Foundation of his own construction<br />

company. For the following<br />

32 years, H.E. Ricardo Vallarino<br />

Pérez was dedicated to general<br />

construction and the promotion<br />

and development of real estate.<br />

Education<br />

• 1970: Law Degree, University of<br />

Lisbon<br />

Professional Career<br />

• 1979: Posted in the Portuguese<br />

Mission to the United Nations, New<br />

York<br />

• 1985: Diplomatic Adviser to the<br />

Prime Minister (Lisbon)<br />

• 1991: Chief of Cabinet of the Minister<br />

of Finance<br />

• 1994: Head of the UN Directorate,<br />

Ministry of Foreign Affairs<br />

• 1996: Deputy Director-General for<br />

European Affairs, Ministry for Foreign<br />

Affairs<br />

• 1998: Director-General, Department<br />

of Administration, Ministry for<br />

Foreign Affairs<br />

• 1999: Director-General for Multilateral<br />

Affairs, Ministry for Foreign<br />

Affairs<br />

• 2001: Ambassador, Permanent Representative<br />

of Portugal to the OECD<br />

(Paris)<br />

• 2002: Ambassador of Portugal to the<br />

Czech Republic<br />

• 2005: until 30th June 2009 Principal<br />

Advisor to the President of the<br />

European Commission<br />

• 2009: Permanent Representative<br />

of Portugal to the Organisation for<br />

Security and Cooperation in Europe<br />

(OSCE)<br />

18 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

slowakei<br />

Türkei<br />

Zypern<br />

S.E. Juraj<br />

Macháč<br />

Geboren am 25.<br />

Jänner 1966<br />

Verheiratet, ein Kind<br />

H.E. Ayse Sezgin<br />

Born on January 23,<br />

1958, in Ankara.<br />

Married.<br />

H.E. Costas A.<br />

Papademas<br />

Born in Limassol,<br />

Cyprus, on 21 January<br />

1956. Married. Two<br />

children.<br />

Ausbildung<br />

• 1984-1988: Wirtschaftsuniversität,<br />

Außenhandelsfakultät, Bratislava<br />

Beruflicher Werdegang<br />

• 1988-1991: Handelsreferent, Transakta,<br />

Bratislava<br />

• 1991-1992: Handelsreferent, ATAG,<br />

GmbH, Bratislava<br />

• 1992-1993: Attaché, Handelsabteilung,<br />

Botschaft der CSFR in Wien<br />

• 1993-1996: Zweiter Botschaftssekretär,<br />

Botschaft der Slowakischen<br />

Republik in Wien<br />

• 1996-1998: Referent in der politischen<br />

Abteilung, Außenministerium<br />

• 1998-2002: Stellvertreter des Botschafters,<br />

Botschaft in Bonn<br />

• 2002-2004: Generaldirektor der<br />

Sektion, Außenministerium<br />

• 2005-2007: Ao. und bev. Botschafter<br />

und Leiter der Ständigen Vertretung<br />

der Slowakischen Republik bei der<br />

UNO in Wien<br />

• 2008-2009: Ao. und bev. Botschafter<br />

und Leiter der Ständigen Vertretung<br />

der Slowakischen Republik bei den<br />

internationalen Organisationen in<br />

Wien<br />

• 2009-<strong>2012</strong>: Generaldirektor des<br />

Personalamtes und stellvertretender<br />

Generalsekretär des Außenministeriums<br />

der Slowakischen Republik<br />

Education<br />

• Studies at Hacettepe University,<br />

Social and Administrative Sciences<br />

Professional Career<br />

• 1995-1997: First Secretary, Head of<br />

Section, Under Secretariat for EU –<br />

Political Affairs<br />

• 1997-1998: Deputy Head of Department,<br />

Head of Section, Cabinet of<br />

the Undersecretary<br />

• 1998-1999: Counsellor, Turkish<br />

Permanent Representation at OECD<br />

Paris<br />

• 1999-2002: Counsellor, Turkish Embassy<br />

in Paris<br />

• 2002-2005: Head of Department for<br />

EU-Affairs<br />

• 2005-2006: First Counsellor, Turkish<br />

Embassy in London<br />

• 2006: Minister, Deputy Director General,<br />

Department for EU Economic<br />

Affairs<br />

• 2006-2008: Minister, Deputy Director<br />

General, Department for EU-Political<br />

Affairs<br />

• 2008-2009: Ambassador, Turkish<br />

Embassy in Ljubljana<br />

• 2009: Ambassador, Undersecretary<br />

for Administration<br />

• 2009-2010: Director General for<br />

European Affairs, Turkish Foreign<br />

Ministry<br />

• 2010: Ambassador, Deputy Undersecretary<br />

for European Affairs<br />

Education<br />

• LLB Athens University<br />

• Member of the Cyprus BAR Association<br />

• D.E.A. University Robert Schumann,<br />

Strasbourg<br />

Professional career<br />

• 1987-1991: Political Affairs Division,<br />

Protocol and Consular Affairs Division,<br />

MFA, Nicosia<br />

• 1991-1995: Deputy Permanent Representative<br />

of the Republic of Cyprus<br />

to the Council of Europe<br />

• 1995-1996: Political Affairs Division,<br />

MFA, Nicosia<br />

• 1996-1997: Deputy Head of Mission,<br />

Embassy of Cyprus in Italy<br />

• 1997-2000: High Commissioner/Ambassador<br />

to the Republic of Kenya<br />

• 2000-2001: Chief of Protocol and<br />

Director of Consular Affairs, MFA,<br />

Nicosia<br />

• 2001-2005: Ambassador to the Kingdom<br />

of Sweden<br />

• 2005-2006: Ambassador to the Kingdom<br />

of Belgium<br />

• 2005-2008: Coordination on International<br />

and Bilateral Treaties, MFA,<br />

Nicosia<br />

• 2008-2009: Coordinator on Economic<br />

Diplomacy and Director of<br />

Administrative Affairs, MFA, Nicosia<br />

• 2009-<strong>2012</strong>: Ambassador to the<br />

United Arab Emirates<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 19


Diplomatie<br />

neue Botschafter<br />

Diplomatenkarussell | November 2011 bis Mai <strong>2012</strong><br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

Katar<br />

Äthiopien<br />

Senegal<br />

S.E. Md. Bin Ali<br />

Mohamed Hassan<br />

Al-Malki<br />

Born on September<br />

20, 1953. Married. Six<br />

children.<br />

S.E. Minelik<br />

Alemu Getahun<br />

(residiert in Genf)<br />

S.E. Henri<br />

Antoine Turpin<br />

(residiert in Berlin)<br />

Education<br />

• 1985: Bachelor of Applied Sciences,<br />

University of Michigan, USA<br />

Professional Career<br />

• 1972: Appointment in the Government<br />

• 1997-1998: Worked at Qatar Radio<br />

• 1998: Appointment in the Ministry<br />

of Foreign Affairs, Administrative<br />

Researcher<br />

• 2000-2003: Permanent Mission of<br />

the State of Qatar in Geneva<br />

• 2003-2008: Embassy of the State of<br />

Qatar in Cairo<br />

• 2009-<strong>2012</strong>: Embassy of the State of<br />

Qatar in Ankara<br />

• <strong>2012</strong>: Ambassador of the State of<br />

Qatar to the Republic of Austria<br />

Burundi<br />

S.E. Anatole<br />

Bacanamwo<br />

(residiert in Berlin)<br />

Liberia<br />

I.E. Ethel Davis<br />

(residiert in Berlin)<br />

Honduras<br />

Ruanda<br />

S.E. Efrain Diaz<br />

Arrivillaga<br />

I.E. Christine<br />

Nkulikiyinka<br />

(residiert in Berlin)<br />

(residiert in Berlin)<br />

20 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


society eigenevent<br />

neue botschafter<br />

2<br />

1<br />

1 S.E. Gordan Bakota, Gerti Tauchhammer, Generaldirektor<br />

Klaus Christandl, S.E. Jan Koukal 2 Fanfarenklänge im<br />

Hotel Imperial 3 Daniela Grüneis (Aeroflot) 4 Mordechai<br />

Ish-Shalom (Botsch. Israel) 5 Timna Brauer 6 S.E. Kairat<br />

Abdrakhmanov (Kasachstan) 7 Gut besuchter Festsaal 8<br />

Adi Hirschal, Maria Lahr 9 KR Josef Vuzem, S.E. Gordan<br />

Bakota, S.E. Jan Koukal, S.E. Gjorgji Filipov (Mazedonien),<br />

S.E. Alejandro Diaz (Mexiko) 10 Christoph Mayer (Andritz)<br />

11 S.E. Freddy Padilla de Leon (Kolumbien) 12 S.E. Xolisa<br />

Mfundiso Mabhongo (Südafrika) 13 Prälat Dr. Christoph<br />

Kühn (Apostolische Nuntiatur) 14 I.E. Ayse Sezgin (Türkei)<br />

3 4 5<br />

6<br />

7 8<br />

9 10 11 12<br />

22 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


society eigenevent<br />

neue botschafter<br />

13<br />

Foto: <strong>Society</strong>/Schiffl<br />

Fanfarengruß im<br />

Hotel Imperial<br />

Zu Beginn des neuen Jahres begrüßte SOCIETY<br />

Herausgeberin Gerti Tauchhammer die neu akkreditierten<br />

Botschafter im wunderschönen Festsaal<br />

des Hotel Imperial.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Christine Lugner<br />

Godofredo Geyer<br />

Unter Fanfarenklängen<br />

wurden S.E. Khaled Abdelrahman<br />

Shamaa<br />

(Ägypten), S.E. Hubert<br />

Würth (Luxemburg), I.E.<br />

Maria de Jesus Dos Reis<br />

Ferreira (Angola), S.E. Arman Kirakossian<br />

(Armenien), I.E. Ayse Sezgin (Türkei), S.E.<br />

Dimidis Themistoklis (Griechenland) sowie<br />

S.E. Silapberdi Nurbediev (Turkmenistan)<br />

in Österreich willkommen geheißen.<br />

Als besonderes Souvenir erhielt jede Exzellenz<br />

die traditionelle Imperialtorte. •<br />

Dr. Heinz Walter (WKO), S.E. Kairat<br />

Abdrakhmanov (Kasachstan)<br />

Die versammelte<br />

Botschafterschar<br />

14<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov<br />

(Kasachstan) · S.E. Gordan<br />

Bakota (Kroatien) · S.E.<br />

Indulis Berzins (Lettland)<br />

· Brigitte Bierlein (Verfassungsgerichtshof)<br />

· Timna<br />

Brauer (Sängerin) · S.E.<br />

Mahmoud Elamin (Sudan)<br />

· S.E. Prof. Gjorgji Filipov<br />

(Mazedonien) · S.E. Philip<br />

Griffiths (Neuseeland) ·<br />

Botschafter Przemyslaw<br />

Grudzinski (UN Polen) ·<br />

Alexander Hoffet (Botschaft<br />

der Schweiz) ·<br />

Gesandter Mordechai<br />

Ish-Shalom (Botschaft von<br />

Israel) · S.E. Dr. Jan Koukal<br />

(Tschechien) · Nuntiaturrat<br />

Prälat Dr. Christoph Kühn<br />

(Apostolische Nuntiatur)<br />

· Maria Lahr (Malerin) ·<br />

Mag. Christoph Mayer<br />

(Andritz Hydro GmbH) ·<br />

Ramin Monajemi (UNFCU)<br />

· Mag. Gabriele Palfinger<br />

(Naturhistorisches Musem)<br />

· Ernst Palisek (Architects)<br />

· Leszek Pudlowski (IAEO)<br />

· Mag. Regina Riepl (Bank<br />

Austria) · Ursula Rohringer<br />

(Dorotheum GmbH)<br />

· Meinhard Rüdenauer<br />

(Komponist) · Senatsrat<br />

Mag. Otto Schwetz (TINA<br />

Transport Strategies) ·<br />

Generalleutnant Mag. Christian<br />

Segur-Cabanac (BM<br />

Landesverteidigung) · Dr.<br />

Heinz Peter Slatin (Rotes<br />

Kreuz) · S.E. Ali De Jesus<br />

Uzcategui Duque (Venezuela)<br />

· Dr. Heinz Walter<br />

(WKO) · Botschafter Hans<br />

Winkler (Diplomatische<br />

Akademie)<br />

I.E. Maria de Jesus Dos Reis Ferreira (Angola)<br />

mit dem neuen Mercedes M-Klasse<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 23


society eigenevent<br />

noche argentina<br />

Noche Argentina<br />

Unter der Schirmherrschaft der argentinischen<br />

Botschaft lud Gerti Tauchhammer<br />

gemeinsam mit Jet Everts Events und Glam<br />

City Events zu einer feurigen argentinischen<br />

Nacht in die Albertina Passage ein.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

S.E. Eugenio Curia<br />

(Argentinien) und<br />

Gattin Graciela Curia<br />

1<br />

2<br />

1 Gerti Tauchhammer, Marika Lichter und Sohn 2<br />

Sylvia Eipeldauer und Christine Lugner mit Freunden<br />

3 Chris Everts und Priscilla Braunhofer 4 Noche Argentina<br />

jung und stylisch 5 S.E. Aviv Shir-On (Israel)<br />

6 Kammerschauspieler Jürgen Wilke, Helene von<br />

Damm (ehem. Botschafterin USA) 7 Dagmar Kalista,<br />

Christine Trubert 8 Mitreißende Tango-Performance<br />

9 Tango Männertanz<br />

3<br />

4<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

5<br />

Die Gäste kamen zahlreich<br />

zur Cocktail Party mit<br />

Drinks und exklusiven<br />

argentinischen Spezialitäten.<br />

Auch Tangofans<br />

kamen voll auf ihre Kosten:<br />

Highlights waren die tollen argentinische<br />

Live Bands Duo Océano und Diego<br />

Collati sowie eine einzigartige Tango Performance,<br />

die dem Feuer Argentiniens<br />

alle Ehre machte. Abgerundet wurde der<br />

Abend stilvoll mit einer exklusiven Fashion<br />

Show von LA MARTINA. • 9<br />

6 7 8<br />

Maria Algabre-Misrahi<br />

(Botschaft der Philippinen)<br />

· S.E. Eugenio Curia (Argentinien)<br />

· Zoran Dabik (UN<br />

Mazedonien) · Dr. Christiane<br />

Druml (Bioethikkommission)<br />

· I.E. Eve-Külli Kala<br />

(Estland) · Hilda Kolevska<br />

(Botschaft von Mazedonien)<br />

· Ivet Lopez-Rodriguez<br />

(Botschaft von Kuba) · I.E.<br />

Györgyi Martin Zanathy<br />

(Delegation der Europäischen<br />

Kommission) · Ladislava<br />

Pavlocicova (Botschaft<br />

der Slovakei) · Christine<br />

Poussineau (Botschaft<br />

von Frankreich) · Kerstin<br />

Rohrer (Fairtrade) · Sofie<br />

Sakvarelidze (Botschaft<br />

von Georgien) · S.E. Khaled<br />

Shamaa (Ägypten) · S.E.<br />

Aviv Shir-On (Israel) · Dr.<br />

Heinz Peter Slatin (Rotes<br />

Kreuz) · Helene von Damm<br />

(Ehem. Botschafterin USA)<br />

24 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


society eigenevent<br />

carnival in brazil<br />

Die Gäste von „SOCIETY for 7 Continents“<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

Mag. Marcos Boskamp-Alexandre<br />

(Siemens) · Dr. Reinald<br />

Brezovsky (Gesundheitszentrum<br />

Döbling) · S.E.<br />

Eugenio d‘Auria (Italien) ·<br />

Rita Davidson (Sporthilfe) ·<br />

Rudolf Doppelbauer (Austroducks)<br />

· S.E. Mahmoud<br />

Hassan Elamin (Sudan) ·<br />

Dr. Fernas Amir (Medsyn) ·<br />

Isaac Gibbons (UN Mission<br />

USA) · Hans Harrer (Senat<br />

der Wirtschaft) · Dr. Ernst<br />

Huber (WKO) · S.E. Samir<br />

Koubaa (Tunesien) · I.E.<br />

Maria Oyeyinka Laose (Nigeria)<br />

· S.E. Xolisa Mfundiso<br />

Mabhongo (Südafrika) ·<br />

MMag. Dr. Christoph Mayer<br />

(Andritz Hydro GmbH) ·<br />

Mag. Hermine Schreiberhuber<br />

(Journalistin) · I.E. Ayse<br />

Sezgin (Türkei) · S.E. Simon<br />

Smith (Großbritannien) ·<br />

Consul Franz Trinkl (Europäische<br />

Weinritterschaft)<br />

· Prim. Univ. Prof. Dr. Reinhart<br />

Waneck (Diagnostikplus)<br />

· Dr. Ernst Weinmann<br />

(Dentalklinik Sievering) ·<br />

Dr. Georg Zanger (Rechtsanwalt)<br />

· Thomas Zeitlberger<br />

(Visual Concepts)<br />

Das brasilianische<br />

Markenzeichen<br />

Unter dem Motto „<strong>Society</strong> for 7 Continents“ lud<br />

SOCIETY Herausgeberin Gertrud Tauchhammer<br />

anlässlich des brasilianischen Karnevals zu einem<br />

Dinner in die k47-VIP Business Lounge.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Der Karneval in Rio gilt als das<br />

größte Straßenfest der Welt. Der<br />

brasilianische Botschafter Julio<br />

Cezar Zelner Goncalves hielt eine<br />

kurze Rede, in der er den Gästen<br />

die Bräuche und Traditionen des<br />

„Carnaval do Brasil“ näher brachte. Beim gemeinsamen<br />

dinieren konnten die geladenen Gäste über<br />

das traditionelle bunte Spektakel von Lichtern,<br />

Klängen, Rhythmen und Farben diskutieren. Als<br />

kleines Andenken bekam jeder Gast eine buntfröhliche<br />

Quietsch-Ente des Austroduck-Erfinders<br />

Rudolf Doppelbauer mit auf den Weg. •<br />

26 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


society eigenevent<br />

carnival in brazil<br />

2<br />

1<br />

3<br />

1 Manuel da Silva Alexandre, Herta Hawelka, Dr.<br />

Georg Zanger, S.E. Zelner Goncalves 2 Franz Trinkl<br />

mit Gattin 3 Margherite Mautner Markhof, S.E. Samir<br />

Koubaa 4 Rita Davidson 5 S.E. Simon Smith 6<br />

Isaac Gibbons (USA), S.E. Xolisa Mfundiso Mabhongo<br />

(Südafrika) 7 Ansprache von S.E. Zelner Goncalves 8<br />

Christian Mayer, Reinhart Waneck 9 S.E. Goncalves,<br />

S.E. Simon Smith, Ernst Huber (WKO), S.E. d’Auria<br />

(Italien) 10 Harrer, Franz Trinkl mit Gattin, Jochen<br />

Ressel 11 Rudolf Doppelbauer 12 Thomas Zeitlberger,<br />

I.E. Maria Oyeyinka Laose (Nigeria), Dr. Fernas Amir<br />

4 5<br />

8<br />

6<br />

7<br />

11<br />

9<br />

12<br />

10<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 27


society eigenevent<br />

africa Day<br />

Von links nach rechts: Stéphane Gompertz (Botschafter von Frankreich), Maria De Jesus Dos Reis Ferreira (Botschafterin von Angola), M. Samir Koubaa (Botschafter von Tunesien), Ali El Mhamdi (Botschafter<br />

von Marokko), Khaled Abdelrahman Abdellatif Shamaa (Botschafter von Ägypten), Tsitsi Grace Mutandiro (Botschafterin von Zimbabwe), Gerti Tauchhammer (Herausgeberin SOCIETY Magazin), Xolisa<br />

Mfundiso (Botschafter von Südafrika), Ukur Kanacho Yatani (Botschafter von Kenia), Toshiro Ozawa (Botschafter von Japan bei der UNO), Paul Robert Tiendrebeogo (Botschafter von Burkina Faso), Largaton<br />

Gilbert Ouattara (Botschafter von Côte d‘ Ivoire), Maria Laose (Botschafterin von Nigeria), Mahmoud Hassan Elamin (Botschafter von Sudan)<br />

Brigitte Öppinger-Walchshofer, Chris Lohner,<br />

HK Karl Hans Polzhofer<br />

HK Harald Meixner, S.E. Samir Koubaa, I.E.<br />

Maria De Jesus Dos Reis Ferreira, Franz Moser<br />

(Containex)<br />

Franz Zinggl (Avieko), Volker Wohlauf (Weinplateau),<br />

Elisabeth Kube (ORF), Herta Hawelka<br />

Khawaja Raffi (KMR<br />

Immobilien)<br />

Gerti Tauchhammer,<br />

Xolisa Mfundiso<br />

Mabhongo<br />

(Südafrika)<br />

28 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


society eigenevent<br />

africa day<br />

SOCIETY feiert<br />

Africa Day<br />

SOCIETY lud anlässlich des Africa Day zu einem exklusiven<br />

Lunch in die k47 VIP Business Lounge ein.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Der Africa Day am 25. Mai<br />

erinnert an die Gründung<br />

der Organisation<br />

für die Afrikanische Einheit,<br />

der Vorgängerin der<br />

heutigen Afrikanischen<br />

Union, im Jahr 1963. An diesem Tag wurde<br />

in Addis Abeba die Charta von 30 afrikanischen<br />

Staaten unterzeichnet. Diesen<br />

afrikanischen Feiertag nahm sich Gerti<br />

Tauchhammer zum Anlass, zu einem<br />

Lunch in die Räumlichkeiten der k47 VIP<br />

Business Lounge einzuladen.<br />

Über den Dächern Wiens sprach S.E.<br />

Xolisa Mfundiso Mabhongo, Botschafter<br />

von Südafrika, über die Bedeutung dieses<br />

Tages und über die neuen Zukunftschancen<br />

des afrikanischen Kontinents.<br />

Dreizehn Botschafter, davon elf afrikanische,<br />

nahmen neben hochkarätigen<br />

Wirtschaftsgästen an der Veranstaltung<br />

teil. Zu den Klängen afrikanischer Musik<br />

wurden in entspannter Atmosphäre neue<br />

Kontakte geknüpft.<br />

•<br />

Khaled Abdelrahman Abdellatif Shamaa (Ägypten), Toshiro<br />

Ozawa (Japan), Maria Rauch Kallat (mrk diversity management),<br />

Ukur Kanacho Yatani (Botschafter von Kenia)<br />

Der neue Mercedes<br />

SLK wurde präsentiert<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

I.E. Maria De Jesus Dos<br />

Reis Ferreira (Angola) •<br />

Alexis Dujardin (Frequentis<br />

AG) • S.E. Ali El Mhamdi<br />

(Marokko) • S.E. Mahmoud<br />

Hassan Elamin (Sudan) •<br />

S.E. Stéphane Gompertz<br />

(Frankreich) • Adolf Christian<br />

Gutmann (Honorarkonsulat<br />

von Burundi) • S.E. M.<br />

Samir Koubaa (Tunesien) •<br />

I.E. Maria Laose (Nigeria) •<br />

Botschafter Georg Lennkh<br />

(BMEIA) • Chris Lohner<br />

(Licht für die Welt) • S.E.<br />

Xolisa Mfundiso Mabhongo<br />

(Südafrika) • Anthony<br />

Mills (International Press<br />

Institute) • I.E. Tsitsi Grace<br />

Mutandiro (Zimbabwe)<br />

• Botschafterin Brigitte<br />

Öppinger-Walchshofer<br />

(Austrian Development<br />

Agency) • S.E. Largaton<br />

Gilbert Ouattara (Côte<br />

d‘Ivoire) • Botschafter<br />

Toshiro Ozawa (UN Mission<br />

Japan) • BM a.D. Maria<br />

Rauch-Kallat (mrk diversity<br />

management) • S.E. Khaled<br />

Abdelrahman Abdellatif<br />

Shamaa (Ägypten) • S.E.<br />

Paul Robert Tiendrebeogo<br />

(Burkina Faso) • S.E. Ukur<br />

Kanacho Yatani (Kenia)<br />

Gerti Tauchhammer, Brigitte<br />

Öppinger-Walchshofer (Austrian<br />

Development Agency)<br />

Foto: SOCIETY/Schiffl<br />

Networking am Africa Day<br />

Honorargeneralkonsul Helmut Paul Lerch, Ing.<br />

Robert Krempel (Wiesenthal)<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 29


society eigenevent<br />

nowruz<br />

Auszug aus<br />

der Gästeliste<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov<br />

(Kasachstan) · Dipl.-Ing.<br />

Robert Bartl (Stella &<br />

Stengel und Partner ) · Mag.<br />

Viktor Billek (ORFG) · Mag.<br />

Robert Böhm (ÖBB Infrastruktur<br />

AG) · CEO Sergey<br />

Danilin, MBA (Danilin<br />

Consulting) · Geschäftsträger<br />

Ravshanbek Duschanov<br />

(Usbekistan) · Vorstandsvorsitzender<br />

KR Burkhard<br />

Ernst (Rainer Kraftfahrzeughandels<br />

AG) · S.E. Prof.<br />

Dr. Gjorgji Filipov (Mazedonien)<br />

· Dr. Heidemaria Gürer<br />

(BMEIA) · Vorstand Hans<br />

Harrer (Senat der Wirtschaft)<br />

· Mag. Erich Hietel<br />

(Victoria Volksbanken) ·<br />

Dl MBA Herbert Hlawati<br />

(Agrana Fruit S.A.) · Prof.<br />

Dr. Josef Höchtl (BMWF) ·<br />

Josef Kalina (Unique Public<br />

Relations GmbH) · Mustafa<br />

Kamadzan (KRG) · Ursula<br />

Kampner (Superfund Asset<br />

Management GmbH) ·<br />

Direktor Erich Koppensteiner<br />

(PKE Electronics AG) ·<br />

KR Jeannette Nissel (SPC)<br />

· Rebecca Patterson (UN<br />

Mission USA) · Mag. Ing.<br />

Oliver Prock (Salus Alpha<br />

Capital GmbH) · Ali Rahimi<br />

(Rahimi & Rahimi GmbH)<br />

· Hermine Schreiberhuber<br />

(APA) · S.E. Nuriddin<br />

Shamsov (Tadschikistan) ·<br />

Leon Shpilsky (RVC Infra-<br />

Fund) · Botschaftsrat Valeri<br />

Sidorov (Russ. Föderation)<br />

· Vorstandsvorsitzender Dr.<br />

Herbert Stepic (Raiffeisen<br />

International) · KommRat.<br />

Senator Heinz Stiastny<br />

(ÖBB-Postbus GmbH) · Dr.<br />

Manfred Weinschenk (Botschaft<br />

USA)<br />

Gabriel Lansky, Anna<br />

Zeitlinger, Gerald<br />

Ganzger, Gerti Tauchhammer,<br />

Ali Rahimi,<br />

Helena Marko<br />

Nowruz – Das persische<br />

Neujahrsfest<br />

In der Reihe „SOCIETY for 7 Continents“ lud<br />

SOCIETY-Herausgeberin Gertrud Tauchhammer<br />

gemeinsam mit der Rechtsanwaltskanzlei Lansky,<br />

Ganzger + partner zum Lunch. Anlass dafür war<br />

das Nowruz-Fest, die traditionelle persische Neujahrsfeier.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Ali Rahimi vom traditionsreichen<br />

Teppichgeschäft Rahimi & Rahimi<br />

machte die Gäste in einem<br />

Vortrag mit der Geschichte der<br />

Teppichwebkunst bekannt. Die<br />

zahlreichen Gäste aus Diplomatie<br />

und Wirtschaft - vorwiegend aus den Regionen,<br />

in denen das Nowruz-Fest gefeiert wird: aus dem<br />

Balkan, dem Kaukasus, Zentralasien und dem Nahen<br />

Osten - genossen bei herrlichem Frühlingswetter<br />

auf der Dachterrasse der Anwaltskanzlei in der<br />

Wiener Innenstadt anregende Gespräche und kulinarische<br />

Spezialitäten aus dem Nahen Osten. •<br />

Dr. Ravshanbek Duschanov,<br />

S.E. Nuriddin<br />

Shamsov (Tadschikistan),<br />

Anna Zeitlinger<br />

30 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


society eigenevent<br />

nowruz<br />

1 2<br />

3 4 5<br />

6 7 8<br />

9 10 11<br />

1 S.E. Prof. Dr. Gjorgji Filipov (Mazedonien), Gerti<br />

Tauchhammer, Herbert Stepic (RBI) 2 Dr. Peter Schieder<br />

(IIP), Josef Kalina 3 Sergey Danilin, Manuela Miklas<br />

4 Bulat Khaydarov, Valeri Sidorov 5 Mag. Robert Böhm<br />

(ÖBB), DI Christian Ernst (PKE Electronics) 6 DI Herbert<br />

Hlawati 7 Manfred Weinschenk 8 Orientalisches<br />

Catering 9 Gabriel Lansky, Valeri Sidorov, Heinz Stiastny,<br />

Dr. Mustafa Ramazan 10 Heidemaria Gürer (ganz rechts)<br />

11 KR Jeannette Nissel, Hermine Schreiberhuber<br />

12 Ali Rahimi 13 Blick über die Dächer Wiens<br />

12 13<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 31


society eigenevent<br />

tea time<br />

Tea Time for<br />

Waltraud Lenzhofer<br />

Für Waltraud<br />

Lenzhofer beginnt<br />

nach vielen Jahren<br />

der Tätigkeit in<br />

der US-Botschaft<br />

ein neuer Lebensabschnitt.<br />

Gerti<br />

Tauchhammer gab<br />

aus diesem Anlass<br />

einen Empfang im<br />

Steigenberger Hotel<br />

Herrenhof.<br />

Gerti Tauchhammer, Waltraud Lenzhofer,<br />

Manfred Weinschenk und Gattin<br />

Bei einer klassisch britischen<br />

Tea Time mit Scones und<br />

Sandwiches gab es viel Zeit<br />

zusammenzusitzen, zu<br />

plaudern und natürlich die<br />

verschiedenen Teeköstlichkeiten<br />

zu probieren. Geschulte Teesommeliers<br />

gaben zusätzliche Informationen<br />

über die servierten Sorten.<br />

In der Protokollabteilung der US-Botschaft<br />

konnte Waltraud Lenzhofer im Laufe<br />

ihrer Karriere mehrere Botschafter in<br />

der Ausübung ihres Amtes begleiten. US-<br />

Botschafter Eacho überreichte ihr in der<br />

Residenz für ihre Verdienste eine hohe<br />

Auszeichnung der amerikanischen Regierung<br />

und lobte sie in einer berührenden<br />

Ansprache in Anwesenheit einer hochkarätigen<br />

Gästeschar.<br />

1 2<br />

3 4<br />

5 6<br />

1 Elisabeth Kulnigg, Anita Weinberger, Waltraud<br />

Lenzhofer, Eva Muhm 2 Lina Kaiser, Patricia Trojan,<br />

Waltraud Lenzhofer, Patricia Fusco-Albl 3 Karin Czerny,<br />

Constanze Pfeifer, Dardis McNamee, Waltraud Lenzhofer<br />

4 Karin Czerny, Constanze Pfeifer 5 Katharina Grascher,<br />

Maria Nausch 6 Jan Krc mit Gast, Antoinette Zabner<br />

Zinn-Zinnenburg 7 Waltraud Lenzhofer, Barbara<br />

Wimmer, Irmgard Triplat, Ilse Patterer 8 Silvia Oberlik,<br />

Gertrud Mika<br />

7 8<br />

32 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Junior Diplomats<br />

Bereits zum vierten Mal lud SOCIETY-<br />

Herausgeberin Gerti Tauchhammer zur<br />

Junior Diplomats Reception, die dieses<br />

Mal in dem stimmungsvollen Ambiente<br />

des neu eröffneten Clubs „Chaya Fuera“<br />

abgehalten wurde.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

society eigenevent<br />

junior diplomats<br />

Milena Stefanova-<br />

Ouzonova (mit dem<br />

Hauptpreis iPad)<br />

Foto: Monika Fellner<br />

1<br />

4 5<br />

2 3<br />

6 7<br />

8<br />

Bei einer Tombola, die Peter Horak<br />

präsentierte, konnten die Gäste aus<br />

der Diplomatie und Wirtschaft zahlreiche<br />

Preise gewinnen. Der Hauptpreis,<br />

ein iPad, ging an Milena Stefanova-Ouzonova<br />

(Bulgarien), Kamal<br />

Arifi (Marokko) gewann eine Daunendecke der Firma<br />

Gans, und Ruth Bichsel (Schweiz) bekam eine<br />

Swarovski Sektflasche. Der Abend verlief in entspannter<br />

Atmosphäre, begleitet von angenehmer<br />

Hintergrundmusik und dem exzellenten Catering<br />

von „frederik’s“. Die Anwesenden bekamen die<br />

Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen<br />

und die internationale Gemeinschaft in Wien enger<br />

zu vernetzen.<br />

•<br />

Die Preisträger<br />

1 Godofredo Geyer, kubanische Diplomaten 2<br />

Die Preisträger 3 Than Hai Li, Jonathan Holland 4<br />

Suzilak Modh Sidek (Malaysia) 5 Saima Mushelenga<br />

(Namibia) 6 Tukur Yahaya Maigari (Nigeria), Isaac<br />

Gibbons (USA) 7 Gerti Tauchhammer, Andrey Lisitsyn<br />

(Russ. Föd.) 8 Youssef Morsy (Ägypten), Phillip Saleh<br />

(USA)<br />

Ruth Bichsel<br />

(Schweiz), Peter<br />

Horak<br />

Auszug aus<br />

der Gästeliste<br />

Kamal Arifi (Botschaft von<br />

Marokko) ∙ Glenn Barry<br />

(Botschaft von Australien)<br />

∙ Atadurdy Bayramov (Botschaft<br />

von Turkmenistan)<br />

∙ Ruth Bichsel (Botschaft<br />

der Schweiz) ∙ Viktorija<br />

Budrekaite (Botschaft von<br />

Litauen) ∙ Daoud Hachemi<br />

(Botschaft von Afghanistan)<br />

∙ Annavell Herrera<br />

(Botschaft von Kuba) ∙ Jonathan<br />

Holland (Botschaft<br />

der U.S.A.) ∙ Thanh Hai Li<br />

(Botschaft von Vietnam) ∙<br />

Jaqueline Lobbezoo (Botschaft<br />

der Niederlande) ∙<br />

Christina Martin (Botschaft<br />

von Deutschland) ∙ Abu-<br />

Youssef Morsy (Botschaft<br />

von Ägypten) ∙ Omer Musa<br />

(Botschaft von Sudan) ∙ Saima<br />

Mushelenga (Botschaft<br />

von Namibia) ∙ Nijole Naginye<br />

(Botschaft von Litauen)<br />

∙ Peter Panfilov (Russ.<br />

Handelsvertretung) ∙ Phillip<br />

Saleh (Botschaft der U.S.A.)<br />

∙ Ian Stafford (Botschaft<br />

von Großbritannien) ∙<br />

Milena Stefanova-Ouzonova<br />

(Botschaft von Bulgarien) ∙<br />

Gabriele Stowasser (Senat<br />

der Wirtschaft) ∙ Stephanie<br />

Zupancic (IAEA)<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 33


society eigenevent<br />

a night in tunis<br />

S.E. Samir Koubaa mit Gattin Amel<br />

Koubaa, Gerti Tauchhammer<br />

Auszug<br />

aus der<br />

Gästeliste<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov<br />

(Kasachstan) · S.E.<br />

Abdulhakim Abdulrahman<br />

Al-Erayani (Jemen) · S.E.<br />

Generaldirektor Suleiman<br />

Al-Herbish (OFID) · Dr.<br />

Friedrich Bock (WKO) · S.E.<br />

Dr. Miklos Boros (OSZE Ungarn)<br />

· Beatrice Chicanaux<br />

(ONTT) · Gabrielle Costigan<br />

(OMV) · S.E. Eugenio<br />

d‘Auria (Italien) · S.E. Alejandro<br />

Diaz (Mexiko) · S.E.<br />

Ishaya El Khoury (Libanon)<br />

· S.E. Mahmoud Hassan<br />

Elamin (Sudan) · I.E. Maria<br />

de Jesus Dos Reis Ferreira<br />

(Angola) · S.E. Dr. Gianni<br />

Ghisi (UN Italien) · Hofrat<br />

Mag. Herbert Halbwidl (Europareferat<br />

NÖ) · Minister<br />

Carlos Hernandez (Argentinien)<br />

· Prof. Sebastian<br />

Kummer (WU) · S.E. Xolisa<br />

Mfundiso Mabhongo (Südafrika)<br />

· I.E. Tsitsi Mutandiro<br />

(Simbabwe) · S.E. Tsutomu<br />

Osawa (UN Japan) · S.E.<br />

Gusti Agung Wesaka Puja<br />

(Indonesien) · S.E. Makram<br />

Queisi (Jordanien) · S.E.<br />

Khaled Shamaa (Ägypten) ·<br />

S.E. Dato Muhammad Shahrul<br />

Ikram Yaakob (Malaysia)<br />

Reise in orientalische<br />

Klangwelten<br />

Der tunesische Konzertabend mit dem Titel<br />

„A Night in Tunis“ war ein voller Erfolg. Gemeinsam<br />

mit Gerti Tauchhammer lud S.E. Botschafter<br />

Samir Koubaa zu einer authentischen Darbietung<br />

tunesischer Musik und lenkte den Blick auf<br />

das neue Tunesien ein Jahr nach der Revolution.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Eine Einladung, sich in die geheimnisvolle<br />

Welt der orientalischen Musik entführen zu lassen,<br />

bot „A Night in Tunis“. Vor der Kulisse des<br />

Alten Wiener Rathauses verbreiteten die eigens<br />

aus Tunesien angereisten Musiker Nabil Zammit<br />

und Mohamed Mabrouk unter der Leitung von<br />

Noureddine El Beji, einem weithin bekannten<br />

tunesischen Komponisten und Sänger, orientalisches<br />

Lebensgefühl. Fast vierhundert Gäste folgten<br />

der interessanten Einladung im Konzertsaal<br />

des Alten Rathauses. Passend zum Programm präsentierte<br />

Tanja Guhry von „Charming Carpets“ tunesische<br />

Handwerkskunst wie Wandteppiche und<br />

Windlichter in traditionellen Formen.<br />

Die politischen Veränderungen in Tunesien waren<br />

ebenfalls in den Köpfen präsent, wie OFID-Generaldirektor<br />

Suleiman Al-Herbish treffend zum<br />

Ausdruck brachte: „Wir sind froh, dass Tunesien<br />

ein demokratischen System errichten konnte, und<br />

heute Abend sind wir alle hier, das zu feiern. Wir<br />

wollen die Freude über das, was Tunesien in den<br />

letzen zwölf Monaten erreicht hat, teilen.“ •<br />

34 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


society eigenevent<br />

a night in tunis<br />

2<br />

1<br />

3<br />

1 Blick ins Publikum 2 S.E. Abdulhakim Abdulrahman<br />

Al-Erayani (Jemen), Botschafter Dr. Zuheir Elwazer<br />

(Palästina) 3 S.E. Khaled Shamaa (Ägypten), S.E.<br />

Samir Koubaa mit Gattinnen 4 S.E. Dato Muhammad<br />

Shahrul Ikram Yaakob (Malaysia) 5 Mag. Tanja<br />

Tauchhammer (<strong>Society</strong>) 6 Starmusiker Noureddine<br />

El Beji 7 S.E. Ishaya El Khoury (Libanon) mit Gattin<br />

8 Gerhard Weinberger (neuer Ö. Botschafter Tunis)<br />

9 S.E. Xolisa Mfundiso Mabhongo (Südafrika) 10 Dr.<br />

Friedl Tisseau im Gespräch mit Botschafter Koubaa 11<br />

GD Suleiman Al-Herbish (OFID), S.E. Alejandro Diaz<br />

(Mexiko), S.E. Samir Koubaa, S.E. Gusti Agung Wesaka<br />

Puja (Indonesien) 12 Tanja Guhry von „Charming<br />

Carpets“ 13 S.E. Makram Queisi mit Gattin (Jordanien)<br />

14 Harri Stojka mit Begleitung 15 S.E. Freddy Padilla<br />

de Leon (Kolumbien)<br />

4 5<br />

8<br />

6<br />

7<br />

11<br />

9<br />

10<br />

14<br />

12 13<br />

15<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 35


36 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien<br />

Länderporträt<br />

Wiege der neuen<br />

Demokratie<br />

Der arabische Frühling nahm seinen Ausgangspunkt in<br />

Tunesien. Die Revolution hat die Demokratie nun erfolgreich<br />

durchgesetzt, und so präsentiert sich das Land<br />

mit seinen besonderen kulturellen, kulinarischen und<br />

geografischen Reizen so facettenreich wie niemals zuvor.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 37


Tunesien<br />

Länderporträt<br />

Aus der Geschichte<br />

Tunesiens<br />

• 11. bis 3. Jh. v. Chr.: Punische Zeit.<br />

Aufstieg des phönizischen Karthago<br />

zur Großmacht im Mittelmeer.<br />

• 146 v. Chr.: Im Dritten Punischen<br />

Krieg zerstören die Römer Karthago<br />

vollständig - und bauen es danach<br />

wieder auf.<br />

• 44 n. Chr.: Neugründung Karthagos.<br />

Die römische Provinz „Africa“ erlebt<br />

eine Blütezeit.<br />

• ab Ende des 2. Jh. n. Chr.: Ausbreitung<br />

des Christentums.<br />

• 395: Teilung des Römischen Reiches.<br />

• 429: Einfall der Vandalen. Beginn einer<br />

knapp hundertjährigen Herrschaft.<br />

• 533: Die Vandalen werden von Byzanz<br />

besiegt.<br />

• 632: Tod Mohammeds. Ausbreitung<br />

des Islam.<br />

• 698: Die Araber zerstören Karthago<br />

und islamisieren den Maghreb.<br />

• 800 bis 909: Dynastie der Aghlabiden.<br />

Kulturelle, wirtschaftliche und religiöse<br />

Blütezeit.<br />

• 973: Die Fatimiden erklären Kairo zur<br />

neuen Hauptstadt.<br />

• 12. Jh.: Aufstand des Berberstammes<br />

Beni Hilal.<br />

• 1229 bis 1574: Dynastie der Hafsiden.<br />

• 1535: Eroberung von Tunis durch die<br />

Spanier unter Karl V.<br />

• 1574: Besetzung durch das Osmanische<br />

Reich. Tunesien wird eine relativ<br />

autonome Provinz unter der Herrschaft<br />

der von Konstantinopel eingesetzten<br />

Beys.<br />

• 1705: Hussein Ben Ali wird Bey mit<br />

Erbrecht. Beginn der Dynastie der<br />

Husseiniten – endet erst 1957 mit der<br />

Gründung der Republik.<br />

• 1830: Eroberung des Nachbarstaates<br />

Algerien durch die Franzosen.<br />

• Mitte 19. Jh.: Wirtschaftlicher Verfall<br />

und hohe Auslandsschulden in Europa.<br />

Stufenweise Machtübernahme Tunesiens<br />

durch Frankreich.<br />

• 1881: Vertrag von Bardo. Tunesien<br />

wird ein französisches Protektorat und<br />

militärisch besetzt.<br />

• 1934: Habib Bourguiba gründet die<br />

Neo-Destour-Partei.<br />

• 1942/43: Schwere Kämpfe zwischen<br />

deutsch-italienischen Truppen und den<br />

Alliierten.<br />

• ab 1950: Auseinandersetzungen zwischen<br />

der Unabhängigkeitsbewegung<br />

und der französischen Verwaltung.<br />

• 20.3.1956: Vertrag über die Unabhängigkeit.<br />

Die Hafenstadt Bizerta bleibt<br />

französischer Militärstützpunkt.<br />

• 25.7.1957: Absetzung des letzten<br />

Husseiniten-Beys. Tunesien wird zur<br />

Republik unter Staatspräsident Habib<br />

Bourguiba.<br />

• 1963: Abzug der Franzosen aus Bizerta.<br />

• 7.11.1987: Zine El Abidine Ben Ali wird<br />

neuer Staatspräsident.<br />

• 1995: Das Kooperationsabkommen mit<br />

der Europäischen Union tritt in Kraft.<br />

• 2004: Gipfelkonferenz der Staats- und<br />

Regierungschefs der Region des westlichen<br />

Mittelmeeres „Fünf plus Fünf“.<br />

• 2008: Zollabbau zwischen Tunesien<br />

und der EU<br />

• 17.12.2010: Beginn der politischen<br />

Unruhen (Jasminrevolution)<br />

• 14.01.2011: Flucht Zine El Abidine Ben<br />

Alis<br />

• 23.10.2011: Wahl zur Verfassunggebenden<br />

Versammlung.<br />

Die Überreste des römischen Karthago<br />

»‚Wenn sich das<br />

Volk erhebt,<br />

muss sich das<br />

Schicksal seinem<br />

Willen<br />

fügen.‘ So steht<br />

es in der 1930<br />

geschaffenen<br />

tunesischen Nationalhymne.<br />

«<br />

Foto seite 10-11: ronnie wallen - Fotolia.com<br />

38 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien<br />

Länderporträt<br />

Wenn sich das Volk erhebt,<br />

muss sich das<br />

Schicksal seinem Willen<br />

fügen.“ Das steht<br />

in der 1930 von dem<br />

Dichter Abu al-Qasim<br />

asch-Schabbi geschaffenen tunesischen Nationalhymne.<br />

Die Jasminrevolution des Frühjahrs 2011<br />

machte den entscheidenden Schritt zur Realisierung<br />

der tunesischen Freiheit: das Volk – und besonders<br />

die junge, gebildete Generation – hat sich<br />

gegen den langjährigen Diktator Zine El Abidine<br />

Ben Ali erhoben, gegen die hohe Arbeitslosigkeit,<br />

Korruption und Ungleichgewichte in der Verteilung<br />

des Wohlstands protestiert und sein Recht<br />

auf demokratische Grundrechte wie Presse- und<br />

Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und allgemeine<br />

Menschenrechte eingefordert. Der Umbruch<br />

in Tunesien wurde hauptsächlich über die<br />

neuen Medien organisiert und kommentiert und<br />

wurde weltweit als „Revolution über Facebook,<br />

Twitter und Co.“ diskutiert. Trotz des Übergreifens<br />

der Umbruchstimmung auf weitere arabische<br />

Staaten hat sich die Lage in Tunesien seit der<br />

Flucht des Diktators und der Bildung einer Übergangsregierung<br />

wieder stabilisiert. Im Oktober<br />

2011 konnten daraufhin erstmals demokratische<br />

Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung<br />

abgehalten werden.<br />

•<br />

Was man erlebt haben muss<br />

Mit dem Lezard Rouge durch die Seldja-<br />

Schlucht: eine Fahrt in die Vergangenheit mit<br />

dem „Orientexpress Nordafrikas“<br />

Die kleine Bergbaustadt Metlaoui, am Fuße des<br />

Atlas-Gebirges in Gafsa gelegen, hat durch ihre<br />

enormen Phosphatvorkommen Bedeutung erlangt.<br />

Sie ist der Ausgangspunkt für einen Ausflug<br />

mit dem „Lezard Rouge“ in die Seldja-Schlucht,<br />

einen Canyon mitten in der kargen Steinwüste.<br />

Am Eingang der Schlucht liegt die Quelle Raas al-<br />

Ajoun, in der der Franzose Philippe Thomas 1886<br />

das reiche Phospatvorkommen entdeckte. Die bis<br />

zu 200 Meter hohen Felswände, die die Steppe von<br />

der Wüste trennen, sind an ihrer engsten Stelle<br />

nur wenige Meter breit. Diese „Säbelhieb“ genannte<br />

Engstelle wird mit einer Legende des Berberprinzen<br />

Al-Mansour in Verbindung gebracht. Auf<br />

der Flucht vor seinen Feinden soll er die Schlucht<br />

eigenhändig in den Fels geschlagen haben.<br />

Der Lezard Rouge („rote Eidechse“) ist ein nostalgischer<br />

Salonzug, den der französische Staat<br />

1910 dem tunesischen Bey Mohammed Naceur<br />

Wussten Sie, dass...?<br />

…die Araber behaupten, das Kamel sei das einzige Tier,<br />

das sämtliche Namen Allahs kenne und alleine deswegen<br />

die Welt mit einem entsprechend hochmütigen<br />

Blick beäugt?<br />

…für den Bau der zentralen Gebetshalle der Zitouna<br />

Moschee – einer der ältesten Moscheen in der Altstadt<br />

von Tunis – 200 Säulen aus den Ruinen des römischen<br />

Karthago verwendet wurden?<br />

…fünfzig Prozent der tunesischen Frauen berufstätig<br />

sind – so viel wie in keinem anderen arabischen Staat?<br />

…es in Tunesien doppelt so viele Sonnenstunden wie in<br />

Österreich gibt?<br />

Buchtipps<br />

Tahar Ben Jelloun<br />

Arabischer Frühling<br />

Berlin Verlag<br />

Das Zentrum der Welt hat<br />

sich nach Nordafrika verlagert.<br />

Ägypten, Tunesien,<br />

Libyen. Welche anderen<br />

Länder werden noch folgen?<br />

Das Volk geht auf die Straße<br />

und besetzt die Plätze:<br />

Kifaya - es reicht! Manchmal<br />

solidarisieren sich Polizei<br />

und Militär und alles geht<br />

ganz schnell, in anderen<br />

Fällen wird die Revolte<br />

blutig unterdrückt. Diese<br />

Länder sind dabei, den Wert<br />

von bürgerlichen Freiheiten<br />

und der Autonomie des<br />

Individuums zu entdecken,<br />

erklärt Tahar Ben Jelloun. Es<br />

ist wie der Fall einer riesigen<br />

Berliner Mauer. Nichts wird<br />

mehr sein wie zuvor, weder<br />

in der arabischen noch in<br />

der westlichen Welt.<br />

Noureddine Mejdoub<br />

L‘épopée illustreée de la<br />

Tunisie – The illustrated<br />

history of Tunisia<br />

Verlag Dar Ismailia<br />

Foto: Fremdenverkehrsamt Tunesien<br />

Farbenfrohe Souvenirs in einem Souk auf<br />

Djerba<br />

Die Geschichte Tunesiens<br />

hat ein Volk geformt, das<br />

heute in der arabisch-muslimischen<br />

Welt heraussticht.<br />

Dieses Buch möchte einen<br />

Überblick dieser Geschichte<br />

geben: mit einem prägnanten<br />

und sachlichen Text,<br />

aber vor allem mit Illustrationen,<br />

die alle Perioden<br />

der Geschichte beinhalten<br />

und oft mehr über die Geschichte<br />

aussagen als bloße<br />

Worte. In französischer<br />

und englischer Sprache<br />

geschrieben, ist dieses Buch<br />

zugleich informativ und<br />

unterhaltend.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 39


Tunesien<br />

Länderporträt<br />

Pacha schenkte und der seit rund 35 Jahren<br />

eine bemerkenswerte Touristenattraktion<br />

darstellt. Die Fahrt führt von Metlaoui<br />

ausgehend durch den 15 Kilometer<br />

langen Canyon und retour, über kleine<br />

Brücken und durch unbeleuchtete Tunnels<br />

und gibt immer wieder den Blick auf<br />

das Tal mit teilweise palmengesäumten<br />

Wasserläufen frei. Der „Orientzug Nordafrikas“<br />

hat sich dabei seinen Kolonialstil-Charm<br />

erhalten und vermittelt mit<br />

holzgetäfelten Wänden, Ledercouchen<br />

und Samtsesseln, roten Teppichen und<br />

einem gut ausgestatteten Barwagen einen<br />

Hauch königlichen Luxus. Genügend Zeit<br />

für kurze Stopps zum Fotografieren und<br />

Staunen auf freier Strecke gibt es natürlich<br />

ebenso.<br />

Bekannte<br />

Persönlichkeiten<br />

• Ibn Khaldun (* 27. Mai 1332 in Tunis, † 16.<br />

März 1406 in Kairo), Historiker und Politiker;<br />

er gilt als Vorläufer der modernen Soziologie;<br />

Verfasser einer Universalgeschichte<br />

(„Kitab al-Ibar“).<br />

• Habib Bourguiba (* 3. August 1903 in<br />

Monastir, † 6. April 2000 in Monastir), war<br />

zwischen 1957 und 1987 der erste Präsident<br />

der Tunesischen Republik.<br />

• Anouar Brahem (* 20. Oktober 1957 in<br />

Tunis), Virtuose auf dem Oud; verbindet traditionelle<br />

und zeitgenössische Musik (Jazz).<br />

• Mohamed Gammoudi (* 11. Februar 1938 in<br />

Sidi Ach), Leichtathlet, Goldene Medaille im<br />

5000-m-Lauf bei den Olympischen Spielen<br />

1968 in Mexiko.<br />

• F. R. David (eigtl. Elli Robert Fitoussi, * 1.<br />

Jänner 1947 in Tunis), Pop-Sänger, hatte mit<br />

„Words“ 1982 einen Welthit.<br />

• Hischam Djait (* 1930 in Tunis), Intellektueller<br />

und Essayist.<br />

• Albert Memmi (* 15. Dezember 1920 in<br />

Tunis), Schriftsteller und Soziologe, Roman<br />

„Die Salzsäule“ (1953).<br />

• Youssef Rzouga (* 21. März 1957 in Mahdia),<br />

Dichter und Journalist.<br />

• Walid Soliman (* 11. April 1975 in Tunis),<br />

Übersetzer und Schriftsteller<br />

• Mohamed Bouazizi (1984-2011), Gemüsehändler,<br />

seine Selbstverbrennung am<br />

17.12.2010 gilt als Auslöser der tunesischen<br />

Jasminrevolution.<br />

Die Sidi Youssef Moschee in der Medina von<br />

Tunis<br />

•<br />

Djerba<br />

Der Name Djerba steht für Palmen,<br />

Sonne und Sandstrände. Und das zu<br />

Recht: Auf Djerba, der größten Insel Nordafrikas,<br />

fallen nur etwa 200 Millimeter<br />

Regen pro Jahr, und man spricht von etwa<br />

320 jährlichen Sonnetagen mit insgesamt<br />

über 3000 Sonnenstunden. Wie an vielen<br />

Stellen entlang der Küste legten die Phönizier<br />

bereits Jahrhunderte vor der Gründung<br />

Karthagos auch auf Djerba einen<br />

Ankerplatz an. Vielleicht war Djerba gar<br />

die von Homer beschriebene „Insel der Lotosesser“,<br />

die Odysseus und seine Gefährten,<br />

berauscht vom Genuss der herrlichen<br />

Lotosfrüchte, nicht mehr verlassen wollten.<br />

Nach Einzug der Römer errichteten<br />

diese in der Nähe des heutigen El Kantara<br />

ihre Hauptstadt Meninx und bauten über<br />

den seichten Lagunensee des Golfs von<br />

Bou Grara den noch heute zugänglichen,<br />

ungefähr sieben Kilometer langen Damm<br />

zum Festland. Als 70 n. Chr. die Stadt Jerusalem<br />

von Titus zerstört wurde, flüchteten<br />

viele Juden nach Djerba und gründete<br />

die noch heute existierende jüdische<br />

Gemeinde. Juden und Moslems lebten auf<br />

Djerba zu allen Zeiten einträchtig nebeneinander.<br />

Sie wohnen – nach wie vor jüdischen<br />

Traditionen folgend – zu meist in den<br />

Orten Hara Kebira und Hara Seghira, in<br />

dem auch ihre Synagoge La Ghriba, Ziel<br />

der größten jüdischen Wallfahrt Nordafrikas,<br />

steht. Durch einen terroristischen<br />

Bombenanschlag im April 2002, bei dem<br />

21 Menschen ums Leben kamen, geriet<br />

die Synagoge in die internationalen<br />

Schlagzeilen. Die in ihrer heutigen Form<br />

aus dem Jahre 1920 stammende Synagoge<br />

wirkt von außen wie ein Verwaltungsgebäude.<br />

Im Inneren umgibt den Besucher<br />

eine eigenartige Atmosphäre. Die Wände<br />

sind aufwendig mit bunten Kacheln verziert,<br />

Pfeiler stützen die bemalten Holzdecken,<br />

durch farbige Glasfenster fällt nur<br />

wenig Licht in den Raum. Auf Bänken entlang<br />

der Wände sitzen, liegen oder kauern<br />

ältere Rabbiner und lesen murmelnd<br />

Texte aus Heiligen Schriften.<br />

Das milde Klima und die feinen Sandstrände<br />

führten dazu, dass sich Djerba<br />

von einer der abgeschiedensten und eigenständigsten<br />

Regionen Tunesiens zu<br />

einem der beliebtesten Touristenzent-<br />

40 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien<br />

Länderporträt<br />

Tunesien im<br />

Internet<br />

Der nostalgische „Lezard Rouge“ fährt<br />

durch die Seldja-Schlucht<br />

Allgemeine Informationen<br />

www.tunisia.com<br />

Österreichische Botschaft<br />

www.aussenministerium.at/<br />

tunis<br />

Tunesische Regierung<br />

www.tunisie.gov.tn<br />

Tunesisches Fremdenverkehrsamt<br />

www.tunesien.info<br />

WKO Portal Tunesien<br />

http://wko.at/awo/tn<br />

Tunisair<br />

www.tunisair.com.tn<br />

Facts in<br />

Brief<br />

Foto: Fremdenverkehrsamt Tunesien<br />

Feuchtgebiet im Ichkeul<br />

Nationalpark<br />

ren entwickelt hat. Die erschlossenen Küstenabschnitte<br />

beschränken sich auf die nordöstliche,<br />

ungefähr zehn Kilometer lange Strandzone von<br />

Sidi Mahrés und den etwa fünf Kilometer langen<br />

Séguia-Strand an der Ostküste. Diese hat ihren<br />

Charakter wenigsten teilweise wahren können,<br />

sodass man statt Strandtouristen und Hotelkomplexen<br />

noch Palmenhaine, hier und dort ein altes<br />

Gehöft, kleine Fischereibetriebe und fotogene Moscheen<br />

hinter blühenden Opuntienhecken erspähen<br />

kann. Glücklicherweise gliedern sich die Hotelanlagen<br />

in arabisch-maurischem Baustil recht<br />

harmonisch ins Landschaftsbild ein.<br />

•<br />

Was man probiert haben muss<br />

Die tunesische Küche ist eine bunte Mischung<br />

aus arabischen und mediterranen Einflüssen. Sie<br />

ist deftig, aber auch sehr vielfältig. Wer einen<br />

empfindlichen Magen hat, sollte vorsichtig sein,<br />

denn traditionell werden viele Gerichte sehr<br />

Ländername: Tunesische<br />

Republik<br />

Fläche: 163.610 km 2<br />

Lage: Am Südufer des<br />

Mittelmeeres zwischen<br />

Algerien im Westen und<br />

Libyen im Osten gelegen.<br />

Tunesien erstreckt sich über<br />

drei geografische Regionen:<br />

die fruchtbare nördliche<br />

Küstenzone, den Sahel im<br />

Osten mit dem größten<br />

zusammenhängenden<br />

Ölbaumgebiet im Maghreb<br />

und die Sahara im Süden.<br />

Klima: Mediterran im Norden,<br />

Wüstenklima im Süden.<br />

Hauptstadt: Tunis (rund<br />

740.000 Einwohner, rund 1,9<br />

Millionen im Großraum).<br />

Bevölkerung: 10.433.000<br />

(Schätzung 2008). 98 Prozent<br />

Araber, Minderheiten<br />

von Berbern, Franzosen,<br />

Italienern und Maltesern.<br />

Bevölkerungsdichte 64<br />

Einwohner pro km 2 .<br />

Sprachen: Arabisch (Amtssprache),<br />

Französisch als<br />

Verkehrssprache, zum Teil<br />

Englisch und Italienisch.<br />

Währung: 1 Tunesischer<br />

Dinar = 1000 Millimes. Kurs:<br />

1 TND = ca. 0,53 EUR<br />

Religionen: 98 Prozent<br />

Islam (Sunniten), kleine<br />

christliche und jüdische<br />

Gemeinden.<br />

Nationalfeiertag: Tag der<br />

Unabhängigkeit (20. März).<br />

Staatsform: Neue Verfassung<br />

in Ausarbeitung.<br />

Präsidialrepublik. Parlament:<br />

Teilweise Abgabe der Gesetzgebungskompetenzen<br />

an Interimspräsidenten<br />

am 7./9.2.2011, Wahl einer<br />

Verfassunggebenden Versammlung<br />

im Oktober 2011.<br />

Wahlrecht ab 18 J.<br />

Staatsoberhaupt und<br />

Regierung: Interimspräsident:<br />

Moncef Marzouki,<br />

seit 12.12.2011. Premierminister:<br />

Hamadi Jebali, seit<br />

24.12.2011.<br />

Mitglied in internationalen<br />

Organisationen: UNO, Arabische<br />

Liga, Weltbank, IWF<br />

Oliven gehören zu den wichtigsten<br />

landwirtschaftlichen Produkten<br />

Im Landesinneren Tunesiens<br />

scharf gewürzt. Die Lablabi etwa ist eine scharf<br />

gewürzte Suppe aus Kichererbsen, die mit Zitronensaft<br />

verfeinert einen leicht säuerlichen Geschmack<br />

bekommt.<br />

Typische Gewürze der tunesischen Küche sind<br />

Pfeffer, Koriander, Kümmel, Knoblauch und die<br />

sehr scharfe Gewürzpaste Harissa. Traditionelle<br />

Hauptspeisen reichen von Lamm bis Huhn, durch<br />

den mediterranen Einfluss wird aber auch viel<br />

Fisch gegessen. Dazu wird meist Couscous, das tunesische<br />

Nationalgericht gereicht.<br />

Brik à l‘oeuf ist eine tunesische Spezialität mit<br />

feinem Blätterteigblatt, in das ein Ei mit einem<br />

Gemisch von Kapern, Thunfisch, Kartoffeln und<br />

Petersilie eingerollt und dann in Öl ausgebacken<br />

wird. Wer gerne Süßes isst, wird dem Baklawa<br />

kaum wiederstehen können. Das süße Gebäck aus<br />

Blätterteig, Honig, Nüssen und Rosinen, das in der<br />

gesamten arabischen Welt sehr beliebt ist, wird<br />

am besten mit dem traditionellen gesüßten, aber<br />

erfrischenden Pfefferminztee verzehrt. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 41


„Hier herrscht der frische<br />

Wind, den ich liebe.“<br />

An den herrlichen weißen Stränden Tunesiens werden Sie erleben,<br />

dass Familienurlaub alles andere als langweilig ist.<br />

Während die Kleinen Sandburgen bauen, haben die Großen<br />

Spaß an Wassersport. Und das nur 2 Flugstunden von hier.<br />

Worauf warten Sie noch?<br />

www.facebook.com/tunesien.at www.tunesien-info.at<br />

N E U E RLE BEN<br />

NEU ERLEBEN


tunesien<br />

aussenminister<br />

Fotos: Georges Schneider © photonews.at/Georges Schneider<br />

Best-practice Modell<br />

für die Region<br />

Mitte Mai besuchte Vizekanzler Außenminister<br />

Michael Spindelegger Tunesien<br />

und machte sich ein Bild von den Reformprozessen.<br />

Interview mit SOCIETY-Herausgeberin Gertrud Tauchhammer<br />

Vizekanzler Außenminister<br />

Michael Spindelegger<br />

traf bei seinem Besuch<br />

in Tunis Mitte Mai mit<br />

dem tunesischen Staatspräsidenten<br />

Moncef Marzouki,<br />

Außenminister Rafik Abdessalem,<br />

Industrieminister Mohamed Chakhari<br />

und dem Präsidenten der konstituierenden<br />

Versammlung Mustapha Ben Jaafar<br />

zusammen. „Österreich verbinden mit<br />

Treffen mit Staatspräsident<br />

Moncef Marzouki<br />

Treffen mit Außenminister Rafik Abdessalem<br />

Tunesien seit 180 Jahren gewachsene Beziehungen.<br />

Auf beiden Seiten besteht der<br />

Wunsch, unsere politische, wirtschaftliche<br />

und kulturelle Zusammenarbeit, die<br />

gerade im Wirtschaftsbereich viel Entwicklungspotential<br />

bietet, zu intensivieren“,<br />

so Spindelegger.<br />

•<br />

Fortsetzung des Reformweges<br />

Die Reise bot auch Gelegenheit, sich<br />

Treffen mit<br />

Industrieminister<br />

Mohamed Chakhari<br />

eineinhalb Jahre nach dem Beginn des<br />

arabischen Frühlings einen Eindruck der<br />

Entwicklung vor Ort zu verschaffen. Bundesminister<br />

Spindelegger erörterte vor Ort<br />

mit Vertretern von Menschenrechtsgruppen<br />

die Fortschritte des Landes in Richtung<br />

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.<br />

Der Besuch diente laut Spindelegger<br />

„der Ermutigung, den eingeschlagenen<br />

Reformweg in Tunesien fortzusetzen.“<br />

Dazu meint er auf Anfrage von SOCIETY:<br />

„Tunesien war beim arabischen Frühling<br />

Vorreiter. Damals hat uns das tunesische<br />

Volk mit seinem Mut und seiner Entschlossenheit<br />

tief beeindruckt. Tunesien<br />

sollte nun diese Rolle auch in dieser heiklen<br />

Übergangs-Phase einnehmen und mit<br />

einem konsequenten Reformprozess zu einem<br />

best-practice Modell für die gesamte<br />

Region werden.“<br />

„Entscheidend dabei ist, dass die tunesische<br />

Gesellschaft dem Versuch extremistischer<br />

Kreise widersteht, bei den<br />

Grund- und Freiheitsrechten das Rad der<br />

Zeit zurückzudrehen.“<br />

•<br />

Interesse an ausländischen<br />

Investitionen<br />

Präsident Moncef Marzouki, der unter<br />

dem im Jänner 2011 gestürzten Diktator<br />

Zine el-Abidine ben Ali im Gefängnis gesessen<br />

war, bezeichnete die gegenwärtigen<br />

sozialen Spannungen als größtes<br />

Problem Tunesiens, wie Spindeleggers<br />

Sprecher Alexander Schallenberg ergänzend<br />

berichtete. Nicht zuletzt deshalb<br />

gebe es ein großes Interesse an ausländischen<br />

Investitionen, auch aus Ländern<br />

wie Österreich, die nicht durch die Kolonialzeit<br />

belastet seien. Marzouki wies zudem<br />

auf die enorm hohe Arbeitslosigkeit<br />

unter tunesischen Akademikern hin.<br />

Der bei den ersten freien Wahlen im<br />

Oktober 2011 siegreichen, als gemäßigt<br />

islamistisch geltende Ennahda-Partei attestierte<br />

Spindelegger, sie versuche die<br />

Dinge nach vorn zu bringen. Es bedürfe<br />

aber mehr Engagement, um die Ziele, die<br />

man sich nach der Revolution in Tunesien<br />

gesetzt habe, zu verwirklichen. •<br />

Im Interview mit<br />

Gerti Tauchhammer<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 43


Tunesien<br />

Interview<br />

Wir befinden uns<br />

hier auf der tunesischen<br />

Ferieninsel<br />

Djerba,<br />

wo auf Initiative<br />

der Welttourismusorganisation<br />

UN-WTO, einer<br />

Teilorganisation der Vereinten Nationen,<br />

erstmals eine „Konferenz der Mittelmeerdestinationen“<br />

stattfindet. Warum<br />

wurde gerade Djerba als Tagungsort gewählt?<br />

Es ist für uns eine große Freude und<br />

Ehre, dass diese bedeutende weltumspannende<br />

Organisation, der 125 Länder angehören,<br />

Djerba als Austragungsort ihrer Tagung<br />

über die Zukunft des Tourismus im<br />

Mittelmeerraum gewählt hat. Auf Djerba<br />

hat, gemeinsam mit Hammamet, vor<br />

fünfzig Jahren der organisierte Tourismus<br />

in Tunesien seinen Ausgang genommen.<br />

Ein Jubiläum, das wir heuer in Tunesien<br />

groß feiern. Mit dem Tagungsort will die<br />

UN-WTO unsere erfolgreiche Aufbauarbeit<br />

würdigen und gleichzeitig ein kräftiges<br />

Zeichen für die Zukunft setzen.<br />

Klares Bekenntnis<br />

zum Tourismus<br />

SOCIETY im Gespräch mit dem tunesischen<br />

Tourismusminister Elyes Fakhfakh,<br />

der für eine engere Zusammenarbeit der<br />

Mittelmeerstaaten im Bereich Tourismus<br />

eintritt. Er unterstützt eine Initiative für<br />

ein „mediterranes Logo“ und erklärt, dass<br />

Religion keine Rolle spielen wird.<br />

Interview von <strong>Society</strong> Chefredakteurin Gerti Tauchhammer<br />

Was sind die in die Zukunft gerichteten<br />

Ziele dieser Konferenz?<br />

Wie wir alle wissen, erlebte das Mittelmeer,<br />

die wichtigste Tourismusdestination<br />

weltweit, im vergangenen Jahr<br />

schwierige Zeiten. Die Anrainerstaaten<br />

sind deshalb daran interessiert, künftig in<br />

verschiedenen Bereichen enger zu kooperieren.<br />

Das Ziel dieser Zusammenarbeit<br />

ist eine gemeinsame Tourismusstrategie.<br />

Die Tagung, die unter dem Motto „The Future<br />

of Mediterranean Tourism“ steht, soll<br />

konkrete Impulse dafür liefern.<br />

Wie viele Länder nehmen an der dreitägigen<br />

Veranstaltung teil?<br />

Die Konferenz ist hochrangig besetzt.<br />

Die Tourismusminister mehrerer Staaten<br />

sowie Delegierte, Tour Operators und die<br />

Presse aus 35 Ländern, insgesamt rund<br />

400 Personen, treffen sich hier im großzügigen<br />

Kongressbereich des „Casino“ Hotels,<br />

um neue Wege der Zusammenarbeit<br />

zu diskutieren.<br />

Wie könnte diese Zusammenarbeit<br />

aussehen?<br />

Alle Delegierten sind sich darüber<br />

einig, dass die Mittelmeerländer eine<br />

gemeinsame Vision und länderübergreifende<br />

Antworten auf die jüngsten Veränderungen<br />

brauchen. Im Vordergrund steht<br />

die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit<br />

durch Strukturverbesserungen, etwa im<br />

Bereich der Mitarbeiterausbildung, sowie<br />

Tourismusminister Elyes Fakhfakh im<br />

Interview mit SOCIETY-Herausgeberin Gertrud<br />

Tauchhammer während der „Konferenz der<br />

Mittelmeerdestinationen“ auf der Insel Djerba<br />

gemeinsame Marketingmaßnahmen, wie<br />

beispielsweise im Internet-Marketing. Die<br />

Länder im Süden und Norden des Mittelmeers<br />

haben viel gemeinsam, denken Sie<br />

nur an den Bereich des Kulturtourismus,<br />

oder auch an Kreuzfahrten, Sport und<br />

Wellness.<br />

Gibt es schon konkrete Ansätze für<br />

eine engere Zusammenarbeit?<br />

Ja, so haben beispielsweise Tunesien<br />

und Italien am Rande dieser Tagung ein<br />

umfassendes Kooperationsabkommen<br />

zur Stärkung touristischer Investitionen<br />

in beiden Ländern geschlossen. Ich habe<br />

darüber hinaus vorgeschlagen, die engere<br />

Zusammenarbeit der Länder rund ums<br />

Mittelmeer durch ein gemeinsames „mediterranes<br />

Logo“ auch nach außen hin<br />

sichtbar zu machen. Daran arbeiten wir<br />

jetzt konkret.<br />

Was kann dieses „mediterrane Label“<br />

zum Ausdruck bringen?<br />

Wir Mittelmeerländer können damit<br />

ein Zeichen setzen für unser starkes Produkt<br />

– ein Drittel des Welttourismus spielt<br />

sich im Mittelmeerraum ab – sowie für<br />

die Qualität unseres Angebots. Mit einem<br />

Wort: Es ist unser unvergleichlich großer<br />

Reichtum an Geschichte und Gegenwart,<br />

den wir damit darstellen wollen. Ich bin<br />

überzeugt, dass ein solches „cachet spécifique“,<br />

ein Zeichen, das unsere besondere<br />

Note zum Ausdruck bringt, weltweit auf<br />

Interesse stößt.<br />

44 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien<br />

Interview<br />

Aber sind die nach Zählung der UN-WTO 29<br />

Mittelmeerstaaten nicht auch Konkurrenten?<br />

Wie geht das zusammen?<br />

Natürlich, das ist ein gewisser Widerspruch.<br />

Die Problematik ist mir bewusst. Aber man kann<br />

gleichzeitig Konkurrent sein und zusammenarbeiten.<br />

Nehmen wir die EU als Beispiel: auch hier<br />

gibt es gleichzeitig Wettbewerb und Zusammenarbeit.<br />

Ähnliches gilt im Fall der Mittelmeerländer.<br />

Als Gruppe kann es diesen Ländern besser gelingen,<br />

sich gegenüber anderen aufstrebenden Regionen,<br />

etwa Südamerika oder Asien, durchzusetzen.<br />

Es geht mir darum, die vorhandenen Synergien zu<br />

nutzen.<br />

Wie sehen Sie als Tourismusminister die Situation<br />

des Landes?<br />

Tunesien hat eine schwierige Zeit durchlebt.<br />

Das betrifft die Politik genauso wie den Tourismus.<br />

Wir haben unseren Preis bezahlt. Doch entscheidend<br />

ist, dass der Übergang, die Transition, auf<br />

eine Mut einflößende Art friedlich verlaufen ist.<br />

Hat der Tourismus davon profitiert?<br />

Ja! Die erfreuliche Folge dieses friedlichen Übergangs:<br />

die Touristen kommen „peu à peu“ wieder<br />

zurück. Wir hatten bereits einen deutlichen Anstieg<br />

von fünfzig Prozent während der ersten drei<br />

Monate dieses Jahres. Die Anfragen und Buchungen<br />

für den Rest des Jahres stimmen mich auch<br />

optimistisch. Wir könnten heuer an das Ergebnis<br />

vor der Revolution weitgehend herankommen.<br />

Kehren wir zur Frage der Zusammenarbeit<br />

der Mittelmeerländer zurück. Die Region vereint<br />

Länder unterschiedlicher Religionen. Sehen Sie<br />

da ein Hindernis?<br />

Also, Religion und Tourismus sind keine Faktoren,<br />

die einander ausschließen. Die Türkei oder<br />

Tunesien sind überwiegend muslimisch und<br />

gleichzeitig bedeutende Tourismusdestinationen.<br />

Und unser Projekt der Mittelmeer-Zusammenarbeit<br />

ist ja im Grunde bescheiden, es ist kein<br />

Vorstoß, um das Mittelmeer politisch zu einigen,<br />

sondern bezieht sich nur auf einen Bereich, den<br />

Tourismus, der daran denkt, einige Dinge gemeinsam<br />

besser zu machen. Der Tourismus ist wie geschaffen<br />

dafür, zu einer Verständigung der Völker<br />

beizutragen. Was die Religion betrifft, so steht der<br />

Islam für Öffnung und Aufnahmebereitschaft.<br />

Béatrice Chicanaux (Tourismusamt Tunesien),<br />

Minister Elyes Fakhfakh, Gertrud Tauchhammer<br />

»Der Tourismus<br />

ist wie geschaffen<br />

dafür, zu<br />

einer Verständigung<br />

der Völker<br />

beizutragen.<br />

Was die Religion<br />

betrifft, so<br />

steht der Islam<br />

für Öffnung.<br />

«<br />

Elyes<br />

Fakhfakh<br />

curriculum<br />

vitae<br />

E<br />

Elyes Fakhfakh<br />

lyes Fakhfakh, 1972<br />

in Tunis geboren, ist<br />

ausgebildeter Ingenieur.<br />

Er startete seine berufliche<br />

Karriere in der Gruppe<br />

„Total“ und war viele Jahre<br />

im Ausland tätig, u.a. von<br />

2004 bis 2006 in Polen. Seine<br />

politische Heimat ist das<br />

„Forum démocratique pour<br />

le travail et les libertés“.<br />

Seit Dezember 2011 gehört<br />

er der Regierung Hamadi<br />

Jebali als Tourismusminister<br />

an. Er ist eine der politischen<br />

Persönlichkeiten des<br />

neuen Tunesien.<br />

Denken Sie daran, dass wir auch jüdische Gemeinden<br />

haben.<br />

Gibt es hier Probleme?<br />

Nein. Wir haben keine Probleme mit unserer<br />

jüdischen Bevölkerung, das sind Tunesier wie wir<br />

alle. Auch mit Juden aus anderen Ländern oder<br />

der jüdischen Religion haben wir kein Problem.<br />

Ein Problem haben wir nur mit einem Land, mit<br />

Israel. Aber Israel ist für uns nicht gleichbedeutend<br />

mit Judentum. Das Verhältnis zu Israel berührt<br />

einen anderen Bereich und ist eine Frage<br />

der Politik.<br />

Unterhält Tunesien diplomatische Beziehungen<br />

mit Israel?<br />

Nein.<br />

Und wie sind die Beziehungen mit dem Nachbarn<br />

Libyen?<br />

Sehr gut. Wir waren sehr offen, die Bevölkerung<br />

hat sich sehr engagiert. 600.000 bis eine Million<br />

Libyer haben während der Dauer der Revolution<br />

konfliktfrei bei uns Zuflucht gefunden. Jetzt<br />

geht Libyen seinen eigenen Weg der Transition,<br />

des Übergangs, der anders ist als jener Tunesiens.<br />

Aber wir stehen uns nahe, weil auch die Zukunft<br />

unserer Länder eng miteinander verbunden ist.<br />

Der Tourismus in Tunesien feiert sein 50-Jahre-Jubiläum<br />

in einer politischen Umbruchszeit.<br />

Wie sehen Sie die Zukunft?<br />

Das ganze Land räumt dem Tourismus einen<br />

hohen Stellenwert ein. Dies wird durch die Tatsache<br />

unterstrichen, dass der Ministerpräsident Tunesiens,<br />

H. E. Hamadi Jebali, an der Konferenz auf<br />

Djerba teilgenommen und am Rande der Tagung<br />

eine Pressekonferenz gegeben hat. Wie Sie wissen,<br />

gehört der Regierungschef einer muslimischen<br />

demokratischen Partei an, die jedoch konservativer<br />

ist als die Partei, deren Mitglied ich bin. Es ist<br />

von Bedeutung, dass Premier Hamadi Jebali sich<br />

vor der internationalen Presse voll hinter die Ziele<br />

der Konferenz gestellt hat.<br />

Herr Minister, wollen Sie zum Abschluss unseres<br />

Gesprächs den Österreichern eine Botschaft<br />

übermitteln?<br />

Ja gerne, ich danke für diese Gelegenheit. Ich<br />

möchte meinen österreichischen Freunden sagen,<br />

dass wir sie mit offenen Armen empfangen! Wir<br />

sind nur zwei Flugstunden von Ihrem Land entfernt.<br />

Unsere Gäste finden in unserem Land ein<br />

reiches Erbe an Schätzen der Kultur und Natur.<br />

Jeder kann hier seinen idealen Urlaub finden. Und<br />

es ist sicherlich auch etwas besonderes, in dieser<br />

Epoche des Übergangs in ein Land wie Tunesien<br />

zu fahren und hier den frischen Schwung und die<br />

Begeisterung an Ort und Stelle mitzuerleben. Die<br />

Situation ist ähnlich wie in Berlin im Jahre 1989<br />

beim Fall der Mauer. Der Übergang zur Demokratie<br />

ist eine aufregende Sache. Da hat man dann<br />

auch zu Hause etwas zu erzählen! •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 45


tunesien<br />

interview<br />

curriculum<br />

vitae<br />

D<br />

r. Touhami Abdouli<br />

is current Secretary<br />

of State in charge<br />

of European Affairs. He<br />

received a Ph.D. in Cultural<br />

Anthropology in 2000 from<br />

the University of Manouba,<br />

Tunisia, and is Professor<br />

at the Faculty of Arts and<br />

Humanities, University of<br />

Sousse, Tunisia. Formerly, he<br />

was member of the Japan<br />

Assocation for Middle Eastern<br />

studies, Director of Academic<br />

Promotion until 2007<br />

at Link Campus University<br />

in Rome, President of<br />

Kadmous University, Syria,<br />

and he was based at the Euromediterranean<br />

University<br />

in Slovenia. He published<br />

books about “Islam of the<br />

Kurds”, “Monarchy and <strong>Society</strong><br />

in Morocco”, “The crisis<br />

of the religious knowledge”<br />

and the “Prophet Abraham”.<br />

Dr. Abdouli is married and<br />

father of two daughters.<br />

Facts<br />

The Union for the Mediterranean<br />

was launched<br />

on 13 th July 2008 in Paris. It<br />

is a continuation of the socalled<br />

Barcelona Process,<br />

established in 1995, i.e.<br />

the Euro-Mediterranean<br />

Partnership. The UfM<br />

constitutes a framework for<br />

the political, economic and<br />

social relations between<br />

the EU and the Southern<br />

and Eastern Mediterranean<br />

Countries. Its goals are<br />

the creation of an area of<br />

peace, stability, security<br />

and economic prosperity<br />

with full respect of democratic<br />

principles, human<br />

and fundamental rights.<br />

The UfM encompasses the<br />

27 EU member states, the<br />

European Commission and<br />

16 Mediterranean countries.<br />

The League of Arab States<br />

participates in all meetings<br />

of the UfM.<br />

Change of Mentality<br />

Tunisian Secretary of State Touhami Abdouli<br />

recently visited Austria and met SOCIETY for an<br />

interview to talk about the bilateral relations, the<br />

approach of Tunisia toward the EU and the Union<br />

for the Mediterranean as an important unifying<br />

factor of all its neighbouring states.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Touhami Abdouli meeting Austrian Secretary of<br />

State Wolfgang Waldner in Vienna<br />

What is the current status<br />

of the bilateral affairs<br />

between Austria<br />

and Tunisia?<br />

Recently, I met with<br />

Austrian Secretary of<br />

State Wolfgang Waldner for two rounds of discussions.<br />

The first time we met in the end of February<br />

at the congress of the “friends of the Syrian people”<br />

in Tunisia. We exchanged and analyzed the<br />

situation in Tunisia, as well as in Egypt, Libya and<br />

Syria in order to tune our decisions for the next<br />

few months.<br />

It was also a great opportunity to discuss the<br />

possibility of Austrian investments in Tunisia. We<br />

are negotiating the continuation of a treaty about<br />

softloans in the amount of 75 million Euros from<br />

the Österreichische Kontrollbank. We also ask<br />

your companies to come to Tunisia and to directly<br />

invest in different projects. I told him about three<br />

or four projects they can work on with the interaction<br />

of the Tunisian embassy here in Vienna.<br />

46 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


tunesien<br />

interview<br />

Foto: Mahmoud Ashraf © BMeiA<br />

What can be improved in the relations<br />

between our countries?<br />

Frankly speaking, the international<br />

co-operation regarding trade in Tunisia<br />

is very important, but this does not go in<br />

parallel with the political discussion. Politically,<br />

there is stagnancy. That is why I<br />

would like to suggest going further and<br />

encouraging political actors to play the<br />

initial role. The Austria-Tunisian relationship<br />

is historical, not of this time. We have<br />

to build on the memory and regenerate<br />

our relations.<br />

What would you recommend for<br />

Austrians, why should they come to<br />

Tunisia?<br />

It’s very important for them to come to<br />

Tunisia. During the last 23 years Tunisia<br />

was under dictatorship. Even though, Austrian<br />

people were coming. How come they<br />

shouldn’t visit Tunisia after its liberation<br />

from dictatorship and having become a<br />

free country with free people and democracy?<br />

Therefore, Austrians should double<br />

their presence, in order to help and be<br />

witness of what is happening. Our revolution<br />

is unique. They should participate<br />

and see the change of mentality and of<br />

perspective by themselves.<br />

Which steps has Tunisia taken towards<br />

Europe?<br />

It is very important that the Tunisian<br />

people and government are moving toward<br />

the EU. We received great support<br />

from the EU, e.g. the task force dedicated<br />

»I am preparing<br />

a platform to<br />

link and unify<br />

all regions of<br />

the Mediterranean<br />

area, but<br />

not on a political<br />

basis. We<br />

have to concentrate<br />

ourselves<br />

on history,<br />

identity, economy.<br />

«<br />

to Tunisia. We are aware that our roots<br />

are within the EU and the Union for the<br />

Mediterranean. But we have to make a<br />

passage from the politicised Union for the<br />

Mediterranean to the rationalised union.<br />

We are not worried about the EU but geopolitically<br />

and strategically speaking our<br />

roots are more within the Mediterranean<br />

region, and there is no such region without<br />

Europe and without Africa. That’s<br />

why the conception of relations based on<br />

what we have achieved before is very crucial<br />

for us.<br />

What are the concrete steps?<br />

The EU gave us the status of a privileged<br />

partner, which is very important for<br />

us. We are now preparing the agreement<br />

of the liberalisation of trade, open sky etc.<br />

This is a further step towards the economic<br />

integration. Actually, we signed a lot of<br />

agreements, financially, economically, politically,<br />

educationally, so we are moving<br />

in the right direction, in my opinion.<br />

What are the relations to Libya<br />

since the fall of Gaddafi?<br />

We did our job! We are patriots and revolutionaries.<br />

We also helped the Libyan<br />

people in their revolution. Currently, we<br />

are feeding 18 million people, i.e. eleven<br />

Tunisians plus seven million Libyan people.<br />

This is our international duty. The<br />

Libyan people are grateful. For Europeans,<br />

Tunisia is now serving as a bridge to Libya.<br />

We understand each other’s mentalities<br />

and we are trustworthy. We are not worried<br />

at all about Libya, because the country<br />

is in a process of stabilisation. We trust<br />

them. But we also advise them politically<br />

and economically. We do not consider Libyan<br />

people as another country. Tunisia is<br />

the root of Libya.<br />

How will the Arab spring continue?<br />

Each country has different conditions<br />

and circumstances, e.g. Tunisian people<br />

are well-educayted. It is not the same in<br />

other countries. Once it started in Tunisia<br />

it moved to Libya and Egypt. There<br />

remains Syria. We have achieved our revolution;<br />

we are by heart, mind and by political<br />

attitude with the Syrian people. They<br />

have to get rid of their political regime.<br />

What is your professional career?<br />

I studied Anthropology of the Islamic<br />

civilization. My thesis was about the<br />

Prophet Abraham and I compared the<br />

three monotheistic religions, how Abraham<br />

is a conception of the mind, not a<br />

real person, and the cultural nucleus that<br />

gathered three civilizations, i.e. the monotheistic<br />

system. Then I studied in Morocco,<br />

gave lectures in Japan, then I moved to<br />

Syria, I wrote a book about ethnicity, the<br />

Kurdish people, tribal elements, and then<br />

a fourth book about the crisis of religious<br />

knowledge.<br />

Recently, I published in Rome about<br />

the Mediterranean region, the first chapter<br />

of the book “From the politicised to<br />

the rationalised Union for the Mediterranean”.<br />

I am founding a new science called<br />

Mediterranology. We have to get rid of<br />

the political view of the Mediterranean<br />

area and concentrate ourselves on history,<br />

identity, economy, archaeology. I am<br />

preparing a platform to link and unify all<br />

these regions, but not on a political basis.<br />

Last July, I was awarded the “Premio Mediterraneo”.<br />

We are now doing fundraising,<br />

and there is a group of experts, and in the<br />

end we will have the “Encyclopaedia of<br />

the Mediterranean” to serve as a guideline<br />

for the Mediterranean region.<br />

What is the difference between being<br />

a political and scientific person?<br />

I have never been a politician. I am doing<br />

politics with the parameters of the<br />

scientist. I don’t have to lie, to promise,<br />

I am very objective and realistic. If we as<br />

intellectuals – because I belong to the Arabic<br />

intelligentsia – were going to be politicians,<br />

we would never succeed. We have to<br />

be experts of Tunisia. And with my skills<br />

and expertise I help and work for Tunisia.<br />

I don’t need a politician to tell me what to<br />

do. I consider myself above the politicians.<br />

By the way I was an actor of the Tunisian<br />

revolution, because I am from Sidi Bouzid,<br />

where everything started. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 47


tunesien<br />

interview<br />

Alaya Bettaieb (Staatssekretär<br />

im Ministerium für Investitionen<br />

und internationale<br />

Zusammenarbeit)<br />

Wir wollen unser<br />

Portfolio an<br />

Investoren erweitern.“<br />

Alaya<br />

Bettaieb, Tunesiens<br />

Staatssekretär<br />

im Ministerium für Investitionen<br />

und Internationale Zusammenarbeit,<br />

bringt es auf den Punkt. „Vor der Revolution<br />

hat eine Reihe von Staaten nicht in<br />

Tunesien investiert. Die Hauptinvestoren<br />

waren bisher Frankreich, Deutschland,<br />

Italien und einige spanische Unternehmen.“<br />

Im Rahmen einer Europa-Offensive<br />

haben Bettaieb und Europa-Staatssekretär<br />

Touhami Abdouli auch in Österreich um<br />

neue Investoren für Tunesien geworben.<br />

Nach der Revolution zeigten weitere<br />

Länder Interesse, sich in Tunesien zu engagieren,<br />

betont Bettaieb im Gespräch<br />

mit SOCIETY. So wollen die USA, asiatische<br />

und arabische Staaten Investitionen<br />

tätigen. „Sie haben Vertrauen in die tunesische<br />

Wirtschaft und in die Regierung.<br />

Sie wissen, dass die Revolution mehr<br />

Transparenz, mehr good governance,<br />

mehr Rechtsstaat und mehr Gerechtigkeit<br />

und weniger Korruption brachte. Das<br />

heißt, wir senden eine starke Botschaft an<br />

die Welt.“<br />

Bettaieb blickt optimistisch in die Zukunft.<br />

In der Wirtschaft könne man von<br />

positiven Indikatoren sprechen, sowohl<br />

im Export wie im Tourismus. Laut Prognosen<br />

wäre eine Wachstumsrate von gut<br />

Tunesien blickt<br />

nach Europa<br />

Die neue Führung in Tunis startet eine<br />

Europa-Offensive. Regierungsmitglieder<br />

werben in Österreich um Investoren.<br />

Text von Hermine Schreiberhuber<br />

fünf Prozent nicht unrealistisch. Man<br />

rechne mit einem Exportaufschwung,<br />

und in den vergangenen zwei Monaten<br />

besuchten 600.000 Touristen das Land.<br />

„Wir hoffen, die Zahlen von 2010 zu erreichen“,<br />

so Bettaieb. Das Revolutionsjahr<br />

2011 könne nicht als Maßstab herangezogen<br />

werden.<br />

Den Zustand der vorrevolutionären<br />

Wirtschaft charakterisiert Bettaieb so:<br />

„Die wirtschaftlichen on-shore-Aktivitäten<br />

wurden monopolisiert.“ Die Familie<br />

des gestürzten Präsidenten Zine el-Abidine<br />

Ben Ali habe ein Monopol auf lukrative<br />

Sektoren beansprucht. Interventionen behinderten<br />

oft eine gesunde Entwicklung<br />

und eine gerechte Verteilung. Die Regierung<br />

in Tunis wende sich nun auch bisher<br />

vernachlässigten Sektoren und den ländlichen<br />

Gebieten zu.<br />

Mit österreichischen Gesprächspartnern<br />

habe man Fragen der Energie, Umwelt<br />

und Technologie erörtert, fasst Bettaieb<br />

die Gespräche in Wien zusammen.<br />

Der Chef der Behörde für Auslandsinvestitionen<br />

(FIPA), Noureddine Zekri, der den<br />

Investitions-Staatssekretär nach Europa<br />

begleitete, betont, er sei seit zwanzig Jahren<br />

im Investitionssektor aktiv: „Doch das<br />

ist unser erster derartiger Besuch in Österreich.“<br />

Tunesien interessiere sich auch für<br />

das Sozialwesen und die Möglichkeiten<br />

der Frauen in der Wirtschaft.<br />

Über die Unterstützung aus Brüssel für<br />

48 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


tunesien<br />

interview<br />

Foto: SOCIETY/Schiffl<br />

die Reformbemühungen der neuen tunesischen<br />

Führung zeigt sich das tunesische<br />

Regierungsmitglied erfreut. „Wir müssen<br />

Maßnahmen gegen die Armut, Strukturreformen<br />

und den Aufbau der Zivilgesellschaft<br />

in Angriff nehmen.“ Dass Tunesien<br />

im Jänner Mitglied der EBRD (Europäische<br />

Bank für Wiederaufbau und Entwicklung)<br />

wurde, erfüllt die tunesische Regierung<br />

mit Genugtuung.<br />

•<br />

Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit<br />

Neben der Beruhigung ausländischer<br />

Firmen und potenzieller Investoren steht<br />

die Erfüllung sozialer Forderungen im eigenen<br />

Land auf der Prioritätenliste Tunesiens.<br />

Im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit,<br />

die ein Auslöser der Proteste im<br />

arabischen Raum war, würden Maßnahmen<br />

gesetzt wie Trainingsprogramme<br />

und Stipendien, aber auch Förderung der<br />

Klein- und Mittelbetriebe, erläutert Bettaieb.<br />

Ein Zuwachs internationaler Investitionen<br />

würde mehr Arbeitsplätze für qualifiziertes<br />

Personal bedeuten.<br />

Zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit<br />

hofft Tunesien auch auf das<br />

Engagement ausländischer Organisationen,<br />

die Trainingsprogramme und andere<br />

Aktivitäten anbieten. Nach den Worten<br />

Bettaiebs ist eine Task Force bemüht, sinnvolle<br />

Programme auszuarbeiten, die auch<br />

die Zivilgesellschaft berühren sowie die<br />

Probleme der Armut und der hohen Arbeitslosigkeit<br />

von Jungakademikern erfassen.<br />

„Strukturreformen sind notwendig.<br />

Wir legen großes Gewicht auf die Einrichtung<br />

von Mechanismen, um mehr Jobs zu<br />

schaffen.“<br />

Bettaieb und Zekri weisen darauf hin,<br />

dass bearbeitete Güter achtzig Prozent<br />

der tunesischen Exporte ausmachen. Im<br />

BNP betrage der Anteil dieses Sektors<br />

zwanzig Prozent, während auf den Tourismus<br />

sechs Prozent und auf die Landwirtschaft<br />

elf Prozent entfallen. Fast 300 deutsche<br />

Firmen und zwanzig österreichische<br />

Unternehmen sind aktiv. Wasser-, Abfallund<br />

Energietechnologie bieten Chancen<br />

für Investitionen.<br />

Zur Zusammenarbeit mit den arabischen<br />

Nachbarn findet der Investitionsstaatssekretär<br />

positive Worte. Mit Libyen<br />

habe die neue tunesische Führung gute<br />

Beziehungen hergestellt, ebenso zu Marokko<br />

und Algerien. „Ich bin sehr optimistisch.<br />

Es bestehen sehr gute Beziehungen<br />

zwischen den Geschäftsleuten. Es gibt<br />

eine Zusammenarbeit auf sozialer und<br />

wirtschaftlicher Ebene. Freilich, wir sind<br />

besorgt darüber, dass in Libyen viele Waffen<br />

im Umlauf sind.“ In Tunesien hoffe<br />

man, dass dieses Problem unter Kontrolle<br />

komme.<br />

•<br />

Moderate islamische<br />

Gesellschaft<br />

Eine Islamisierungsgefahr sieht Bettaieb,<br />

der selbst als parteiloser Experte<br />

in die Regierung eingetreten ist, nicht.<br />

„Die tunesische Gesellschaft ist islamisch,<br />

aber sehr, sehr moderat“, so der Staatssekretär.<br />

Bettaieb hebt auch den hohen<br />

Frauenanteil in der Verfassungsgebenden<br />

Nureddine Zekri (Behörde<br />

für Auslandsinvestitionen)<br />

Versammlung hervor. „Frauen spielen<br />

eine sehr wichtige Rolle nicht nur für die<br />

Emanzipation der Frauen. Sie sind es, die<br />

eine gemäßigte islamische Gesellschaft<br />

formen.“<br />

„Die erste freie Wahl in Tunesien ist<br />

transparent verlaufen, mit einem massiven<br />

Volksvotum.“ Jetzt regiere erstmals<br />

eine Koalition. Am 20. März 2013, genau<br />

am Tag der Unabhängigkeit, werde ein<br />

neues Parlament gewählt. Bettaieb unterstreicht<br />

den moderaten Charakter der<br />

islamischen Mehrheitspartei Ennahda.<br />

Diese habe in der Verfassungsgebenden<br />

Nationalversammlung der Scharia als<br />

Basis der neuen Verfassung eine Absage<br />

erteilt. Die islamische Gerichtsbarkeit soll<br />

in die neue Verfassung nicht Eingang finden.<br />

Staatssekretär Bettaieb macht klar,<br />

dass Tunesien am ersten Artikel der Verfassung<br />

von 1956 festhalten wird: „Tunesien<br />

ist ein freier Staat, unabhängig und<br />

souverän, seine Religion ist der Islam, seine<br />

Sprache Arabisch, und sein System die<br />

Republik.“ Damit will man sich von den<br />

radikalen Salafisten abgrenzen.<br />

•<br />

Österreich wird umworben<br />

Die tunesischen Regierungsvertreter<br />

sind erfreut über die Unterstützung, die<br />

seitens der österreichischen Politik dem<br />

politischen Umschwung in Tunesien entgegengebracht<br />

wird. Außenminister Michael<br />

Spindelegger (V) besuchte Tunis Mitte<br />

Mai. In Tunis hofft man auch auf eine<br />

Visite von Bundespräsident Heinz Fischer.<br />

Die „politischen Türöffner“ sollen einer<br />

künftigen Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen<br />

den Boden bereiten. Tunesien<br />

hat nach den Worten Bettaiebs, der<br />

als Experte für Technologietransfer und<br />

Wassertechnik im arabischen Raum gilt,<br />

„großes Interesse an österreichischer Umwelt-<br />

und Wassertechnologie, an sauberer<br />

Technologie“, aber auch am Verkehrssektor.<br />

Österreich biete auch Potenzial in der<br />

Sozial-, Frauen- und Umweltpolitik. Seinen<br />

ersten Österreich-Aufenthalt nutzte<br />

Bettaieb auch zu multilateralen Kontakten.<br />

Er stattete der UN-Organisation für<br />

Industrielle Entwicklung (UNIDO) und<br />

dem OPEC Fund (OFID) Besuche ab.<br />

Der polyglotte Minister hat in Tunis, in<br />

den USA und in Japan Physik, Öltechnologie<br />

und Wirtschaft studiert. Seine Expertise<br />

für Technologietransfer und Wassertechnologie<br />

brachte er bei Projekten und<br />

im universitären Bereich ein. So war er<br />

vor allem in der Golf-Region, in den Vereinigten<br />

Arabischen Emiraten und in Saudi-<br />

Arabien tätig.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 49


tunesien<br />

botschafter<br />

H.E. Ambassador Samir Koubaa<br />

After the revolution<br />

The Tunisian ambassador to Austria talks about<br />

the political changes and challenges that the<br />

country faces after the revolution.<br />

Ambassador Samir Koubaa in an interview with <strong>Society</strong><br />

Tunisia is considered the starting<br />

point of the Arab revolution(s)<br />

in 2011. How is this situation<br />

perceived and discussed in the<br />

country?<br />

The 14 January 2011 marks a historical<br />

move to create a society that is more free<br />

and prosperous, based on the rule of law and the<br />

protection and promotion of human rights. The<br />

civil society, especially women and youth have<br />

played a key role in the protest movement for dignity<br />

and against marginalization.<br />

The success of the Tunisian experience, which<br />

we believe in and are working on relentlessly, will<br />

have an impact beyond its borders. Our success<br />

will also be shared by our partners in the framework<br />

of this historical progress.<br />

Tunisia is embarking on a difficult, but rewarding<br />

path leading to the full establishment of the<br />

rule of law, human rights and equality, freedom<br />

and good governance. We are confident that common<br />

responses and coordinated and concerted<br />

actions are essential to avoid the stage of serious<br />

50 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


tunesien<br />

botschafter<br />

difficulties often seen in democratic transitions,<br />

a situation which our economy and society cannot<br />

afford to endure. Tunisia can and will rely on<br />

its own forces. Effective support from the international<br />

community is instrumental in order to<br />

bring the process to a successful end.<br />

How have the political system and political<br />

everyday life changed throughout the revolution?<br />

Since January 2011, there have been improvements<br />

in areas related to freedom of expression<br />

and freedom of association, accountability and<br />

political reform, including the establishment of<br />

an Independent Higher Authority for Elections<br />

which organized, supervised and monitored the<br />

entire electoral process of the election of the Constituent<br />

Assembly held on the 23rd of October. The<br />

OSCE Parliamentary Assembly deployed throughout<br />

the country its observation teams consisting<br />

of ninety parliamentarians, and was part of an<br />

instrumental solidarity move by the international<br />

community at a particularly important moment<br />

in the history of Tunisia.<br />

The first transparent and democratic election<br />

in my country brought about the first freely<br />

elected coalition government. The National Constituent<br />

Assembly (NCA) started drafting the new<br />

»Tunisia can<br />

and will rely on<br />

its own forces.<br />

Effective support<br />

from the<br />

international<br />

community is<br />

instrumental in<br />

order to bring<br />

the process to a<br />

successful end.<br />

«<br />

Mohamed<br />

Samir<br />

Koubaa<br />

constitution in close consultation with all the<br />

political trends and components of civil society<br />

on the basis of democracy, freedom and human<br />

rights.<br />

Which are the specific diplomatic challenges<br />

for you as an Ambassador?<br />

Austria is an important and friendly country<br />

and the bilateral cooperation is excellent. There<br />

is a strong political will to further strengthen<br />

and extend the scope of cooperation at all levels<br />

between Austria and Tunisia. Our common duty<br />

is to contribute to promote political concertation<br />

and further strengthen a win-win partnership.<br />

It was an important positive political message<br />

from Austria when His Excellency Mr. Spindelegger,<br />

Vice Chancellor and Minister of European and<br />

Foreign Affairs, made a statement on the 29th of<br />

January supporting the revolution in Tunisia and<br />

in November, congratulating the people of Tunisia<br />

for the democratic and transparent elections<br />

of the Constituent Assembly. He was on an official<br />

visit in Tunis the 15 and 16 of May <strong>2012</strong> leading an<br />

important high delegation.<br />

We are also looking forward to the upcoming<br />

visit to Tunis of H.E. Dr. Fischer, President of the<br />

Republic of Austria, who expressed on many occasions<br />

his support and commitment to contribute<br />

to the success of the democratic transition in Tunisia.<br />

Tunisia is committed to promote bilateral cooperation<br />

through inter alia the exchange of high<br />

level governmental and experts visits.<br />

In this context, the State Secretary for migration<br />

and Tunisians abroad was in Vienna in March<br />

and had a series of important meetings with several<br />

Austrian Government officials.<br />

Furthermore, the State Secretary for investment<br />

and international cooperation just paid an<br />

official visit to Vienna from 1- 4 April and explored<br />

ways and means to strengthen bilateral cooperation<br />

with high officials from the Foreign Ministry,<br />

the Ministry of Finance, Ministry of Transport,<br />

Innovation and Technology, Ministry of Social Affairs<br />

and the Kontrollbank’s Chairman, and gave<br />

a presentation at the WKO on the political social<br />

and economic environment in Tunisia as well as<br />

the initiatives to promote foreign development<br />

investments.<br />

In preparation for the visit of H.E. Mr. Spindelegger<br />

to Tunis, H.E. Dr. Abdouli State Secretary<br />

for European Affairs, was in Vienna from 11 to 14<br />

April <strong>2012</strong> and had a very useful and important<br />

meeting with H.E. Dr. Waldner, Austrian State Secretary<br />

for Foreign Affairs.<br />

We are very grateful for the kind invitation addressed<br />

by the President of the National Assembly,<br />

Mrs. Barbara Prammer to Mr. Mustapha Ben Jaafar,<br />

President of the National Constituent Assembly,<br />

to pay an official visit to Vienna. The ongoing<br />

preparations for this invitation will be finalized in<br />

the upcoming days.<br />

There is much we can share from Austria’s<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 51


tunesien<br />

botschafter<br />

Mohamed Samir Koubaa<br />

curriculum<br />

vitae<br />

H<br />

.E. Mohamed Samir<br />

Koubaa was born<br />

on December 4, 1955<br />

in Sfax, Tunisia. He studied<br />

at the Ecole Nationale<br />

d’Administration and at the<br />

Institut de Défense Nationale.<br />

From 2000-2011, he was<br />

representative at the United<br />

Nations Organization in<br />

Geneva. In 2011, he became<br />

Ambassador Extraordinary<br />

and Plenipotentiary to the<br />

Republic of Austria and<br />

Permanent Representative<br />

to the UNO in Vienna.<br />

experience and expertise in<br />

particular in the areas of water<br />

sanitation and recycling,<br />

infrastructure, renewable energy<br />

and equitable regional<br />

development and decentralization<br />

structure. About twenty<br />

Austrian enterprises are based<br />

in Tunisia and I am convinced<br />

that there are certainly more<br />

opportunities for win-win partnerships<br />

and joint public and/<br />

or private ventures. In this regard,<br />

we are looking forward to<br />

the early establishment of the<br />

bilateral Business Council and<br />

the reopening of the based Austrian<br />

Trade representative in<br />

Tunis in order to boost bilateral<br />

trade.<br />

What are the challenges<br />

Tunisia is facing?<br />

Challenges that threaten<br />

prosperity, stability, democracy<br />

and the full enjoyment of human<br />

rights and fundamental<br />

freedom do not recognize borders,<br />

nationalities or regions.<br />

Tunisia now stands at the<br />

crossroads with great assets<br />

and large opportunities but<br />

also facing numerous challenges.<br />

The political challenge is<br />

that the democratic transition<br />

has to succeed. The economic<br />

»The political challenge<br />

is that the<br />

democratic transition<br />

has to succeed.<br />

The economic challenge<br />

is to avoid<br />

the vicious circle of<br />

poverty and rising<br />

unemployment.<br />

«<br />

Mohamed<br />

Samir<br />

Koubaa<br />

challenge is to avoid the vicious<br />

circle of poverty and rising<br />

unemployment which would<br />

fuel discontent and disappointments.<br />

Ultimately, the transition<br />

will be successful only if<br />

economic progress occurs.<br />

Efforts are being deployed in<br />

order to reassure our partners,<br />

keep a balance between management<br />

of social expectations<br />

on the one hand, and the macro-economic<br />

and budget stability<br />

on the other, not to mention<br />

the steps to solve unemployment,<br />

re-energize the economy,<br />

narrow regional disparities and<br />

reduce poverty.<br />

The aim of the Tunisian Government<br />

is to cope with the<br />

decline in key economic sectors<br />

such as tourism, trade and<br />

meet immediate challenges<br />

in terms of budget assistance<br />

and support to regions and<br />

employment while keeping the<br />

country‘s economic and social<br />

balances, establish better governance,<br />

speed up local infrastructure<br />

development, develop<br />

human resources, secure integration<br />

into international markets<br />

and reform the financial<br />

sector, promote programmes of<br />

exchange and access to knowledge<br />

for youth and a mobility<br />

partnership aimed notably at<br />

students, teachers, researchers<br />

and businessmen and businesswomen<br />

as well as securing access<br />

to markets through deeper<br />

and global integration with the<br />

European Union as part of advanced<br />

status and partnership<br />

and free trade agreements with<br />

the other member state. •<br />

52 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien<br />

Tourismus<br />

Tunesien: Gestern –<br />

heute – morgen<br />

Interview mit dem Direktor des tunesischen<br />

Fremdenverkehrsbüros Mohamad Boujdaria über<br />

wachsende Touristenzahlen und die Wende zum<br />

Luxustourismus.<br />

Interview: <strong>Society</strong><br />

»Wir gehen davon<br />

aus, dass<br />

wir Ende des<br />

Jahres <strong>2012</strong><br />

wieder am<br />

Niveau von<br />

2010 sein<br />

werden.<br />

«<br />

Mohamad<br />

Boujdaria<br />

Welchen wirtschaftlichen<br />

Stellenwert hat<br />

der Tourismus für Tunesien?<br />

Der Tourismus stellt<br />

ca. sieben Prozent des<br />

BIP dar. Ungefähr 400.000 Menschen sind direkt<br />

oder indirekt im Tourismus beschäftigt. Der Tourismus<br />

ist insofern der zweitwichtigste Exportwirtschaftszweig<br />

nach der Landwirtschaft, er<br />

bringt nämlich drei Milliarden Dinar, was 1,5 Milliarden<br />

Euro entspricht.<br />

Wie hat sich der Arabische Frühling auf<br />

den Tourismus ausgewirkt?<br />

Der Einfluss war natürlich katastrophal. In Ziffern<br />

ausgedrückt bedeutet das rund fünfzig Prozent<br />

Rückgang in den Tourismuszahlen, konkret<br />

für Österreich: 2011 sind 25.000 Touristen nach<br />

Tunesien gereist, 2010 waren es noch doppelt so<br />

viele. Die Entwicklung zeigt aber eine steigende<br />

Tendenz und wir gehen davon aus, dass wir Ende<br />

des Jahres <strong>2012</strong> wieder am Niveau von 2010 sind.<br />

Für uns ist das unter anderem messbar an den<br />

größten Reiseveranstaltern Österreichs, die komplett<br />

ausgebucht sind und Zusatzflüge einschieben<br />

müssen. Die Meinung der Menschen und der<br />

Medien wird wieder eine bessere. Entscheidend<br />

ist, dass sich die Situation im Land nach so kurzer<br />

Zeit wieder stabilisiert hat.<br />

Wie sicher ist die Situation für Touristen in<br />

Tunesien gerade?<br />

Tatsache ist, dass seit 14. Jänner des vorherigen<br />

Jahres nie ein Tourist zu Schaden gekommen ist.<br />

Die Sicherheit von Touristen war zu keinem Zeitpunkt<br />

beeinträchtigt. Wir selbst haben dafür gesorgt,<br />

dass Medien von Jänner bis jetzt zweimal<br />

pro Monat kreuz und quer durch Tunesien reisen<br />

und sich selbst davon überzeugen konnten, dass<br />

die Sicherheit für Touristen und die Bevölkerung<br />

absolut gewährleistet ist.<br />

Wie gut ist Tunis touristisch erschlossen?<br />

In Tunis ist hauptsächlich von Kongresstourismus<br />

die Rede, aber es entwickelt sich auf jeden<br />

Fall zu einer sehr interessanten Destination für<br />

Kulturtourismus, z. B. als „Wochenende in Tunis“.<br />

So wie jede Hauptstadt hat auch Tunis von allem<br />

etwas: die Altstadt mit einer Medina aus dem 9.<br />

Jahrhundert und der moderne Teil, mit Architektur<br />

aus der französischen Kolonialzeit. Sehr<br />

schöne Bauwerke auf der Prunkstraße „avenue<br />

Bourghiba“. All das macht Tunis zu einer sehr attraktiven<br />

Städtedestination.<br />

Neben dem „All-Inclusive“-Tourismus gibt<br />

es nun auch Luxusprojekte wie den Yachthafen<br />

„Marina Bizerte“ und kulturelle Veranstaltungen<br />

wie „Jazz á Carthage“. Wieso liegt das<br />

Augenmerk verstärkt auf dieser Nische?<br />

Es soll eine Wende in Richtung „nachhaltigem<br />

Tourismus für anspruchsvolle Gäste“ eingeleitet<br />

werden. Leider hat Tunesien bisher zu sehr auf<br />

den günstigen „All-Inclusive-Tourismus“ gebaut.<br />

Diese Form des Tourismus bringt zwar viele Besucher,<br />

die jedoch sehr wenig Geld in Tunesien<br />

lassen. Der Trend geht zu mehr Qualität, wobei<br />

das Preis-Leistungsverhältnis sowohl für den Kunden<br />

als auch für den tunesischen Hotelier passen<br />

muss. Besonderen Schwerpunkt legt man dabei<br />

auf hochwertige Gastronomie, exzellenten Service<br />

und ein attraktives Freizeitangebot. Mit Produkten<br />

wie Golf und Thalasso versucht Tunesien<br />

schon seit einigen Jahren zu punkten. Der neue<br />

Tourismusminister Elyas Fakhfakh plant weitere<br />

zehn Golfplätze in den kommenden Jahren und<br />

setzt auf intensive Verbesserung der touristischen<br />

Infrastrukturen im ganzen Land. So entstehen<br />

jetzt z. B. Ökoresorts, wie das „Ksar Ezzit“ wo man<br />

landestypisch wohnen kann und mit tunesischen<br />

Bio-Produkten verwöhnt wird. Auch gibt es immer<br />

mehr Privatunterkünfte, die eine individuelle Klientel<br />

ansprechen und somit eine Alternative zum<br />

Pauschaltourismus bieten. Auf diesem Weg soll<br />

auch das Landesinnere Tunesiens entdeckt werden<br />

und den auch den weniger bekannten Regionen<br />

Devisen einbringen.<br />

<br />

Curriculum<br />

Vitae<br />

Mohamad Boujdaria<br />

Geb. am 20. Februar 1966<br />

in Kairouan<br />

Verheiratet, 2 Töchter<br />

1994: Universität Tunis -<br />

Studium „Wirtschaft und<br />

internationale Beziehungen“<br />

1994-1999: ONTT Tunis<br />

Département Marketing et<br />

Communication (Tunis)<br />

1999-2002 : Stellvertretender<br />

Direktor ONTT Zurich<br />

(Schweiz)<br />

2002-2004 : Direktor ONTT<br />

Zurich (Schweiz)<br />

2004-2009: Tourismusdirektor<br />

für die Region Mahdia<br />

(Tunesien)<br />

2009-2011: Direktor ONTT<br />

Frankfurt (Deutschland)<br />

Seit Oktober 2011: Direktor<br />

ONTT Wien (Österreich) für<br />

Österreich, Ungarn, Serbien,<br />

Kroatien und Slowenien<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 53


Tunesien<br />

Interview<br />

Reliable and cooperative<br />

partners<br />

David Latin, Senior Vice President for the North African and<br />

Offshore activities of OMV, talks about the OMV engagement in<br />

Tunisia, current projects and the new situation in Tunisia since<br />

the revolution.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Which role does<br />

Tunisia play<br />

in the exploration<br />

and production<br />

portfolio<br />

of OMV?<br />

OMV currently holds nine production<br />

concessions in Tunisia.<br />

In the last eight years, OMV has contributed<br />

significantly to Tunisia through<br />

paying government taxes and investing<br />

more than 500 million Euros. OMV Tunisia<br />

is rapidly investing to become one of<br />

the largest exploration and production<br />

companies in the country. Around 700<br />

million Euros are considered for the next<br />

five years. OMV is committed to further<br />

invest into the development of resources<br />

particularly in South Tunisia to increase<br />

production levels and extend the reserve<br />

base.<br />

What are your future plans?<br />

Currently, OMV produces 12,000<br />

barrels of oil equivalent per day (net).<br />

Through improved recovery from producing<br />

assets and by bringing new exploration<br />

discoveries on stream we envisage<br />

very significantly an increased production<br />

by 2015. All activities will naturally boost<br />

opportunities for employment and peaking<br />

during the project execution.<br />

Thus, OMV is building up a local capability<br />

in Tunisia and therefore developing<br />

its Tunisian staff for national and international<br />

assignments. So we were able<br />

to bring 17 Tunisian graduates onto our<br />

global graduate development programme<br />

in 2011.<br />

What is the status of the South Tunisian<br />

Gas Project?<br />

OMV is a founding member of the<br />

South Tunisian Gas Project (STGP) which<br />

will provide access for new gas developments<br />

in southern Tunisia to the local<br />

market by transporting gas from the<br />

south to Ghabes. It will contribute to cover<br />

about twenty percent of Tunisia’s gas<br />

demand and therefore help to significantly<br />

reduce dependency on gas and propane<br />

imports.<br />

OMV’s Nawara Development is the<br />

most important single upstream gas provider<br />

to STGP. Its concession was granted<br />

to OMV in February 2010 and already resulted<br />

in nine successful gas/condensate<br />

discovery wells there.<br />

What about the OMV history in Tunisia?<br />

How did it all start?<br />

Tunisia has been an important part in<br />

the history of OMV since our entry in the<br />

early 1970s. Since then OMV Tunisia has<br />

significantly strengthened its position<br />

through a number of acquisitions. The<br />

largest of these was made in 2011 when<br />

the company acquired the Tunisian Exploration<br />

& Production businesses of Pioneer<br />

and Medco. Currently OMV has interest<br />

in six exploration permits and holds<br />

nine production concessions, being underpinned<br />

by a reliable partnership with<br />

54 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien<br />

Interview<br />

Foto: OMV<br />

the state oil company ETAP and<br />

well founded relationship to<br />

the Tunisian authorities.<br />

We build on long term presence<br />

in Tunisia by further<br />

strengthening the good relations<br />

in the country and investing<br />

significantly in order to increase<br />

activity and production.<br />

OMV recently renewed its<br />

strategy: its strategic priority is<br />

the growth of its international<br />

exploration and production<br />

business by increased exploration,<br />

development of discoveries<br />

and targeted acquisitions.<br />

The implementation of this<br />

strategy entails significant investment,<br />

which will support<br />

the economy of Tunisia and<br />

aims to increase the energy independence.<br />

What has changed in Tunisia<br />

since the revolution?<br />

OMV, like other IOCs, followed<br />

the events first with anxiety<br />

and soon after with a sense<br />

of relief and added confidence<br />

in the country, its people and<br />

the Tunisian business environment.<br />

Tunisia’s Jasmin Revolution<br />

in December 2010 was the<br />

»OMV followed<br />

the events with<br />

anxiety but<br />

soon after with<br />

a sense of relief.<br />

We really<br />

have to appreciate<br />

the pace in<br />

which Tunisia<br />

moved towards<br />

normalization.<br />

«<br />

David Latin<br />

curriculum<br />

vitae<br />

ince July 2011 David<br />

Latin has been Senior<br />

SVice President of OMV<br />

accountable for the E&P<br />

business in North Africa,<br />

UK, Norway, New Zealand<br />

and Australia. Prior to this<br />

he worked for BP for almost<br />

twenty years and for the<br />

last ten years as General<br />

Manager and then Vice<br />

President in various roles<br />

including Major Projects,<br />

Subsurface, Technology, IT<br />

and the North Sea Business.<br />

Before moving into leadership<br />

positions with BP he<br />

worked as a Geologist and<br />

then a Reservoir Engineer<br />

in Vietnam, Venezuela and<br />

West of Shetlands and<br />

UK North Sea. As for his<br />

academic background, he<br />

holds a PhD in Geology<br />

& Geophysics from the<br />

University of Edinburgh and<br />

worked for several years in<br />

Post Doctoral Research at<br />

Cambridge University. He is<br />

married with three young<br />

daughters.<br />

blossom of the Arab Spring.<br />

Being the first country to gain<br />

control over the post-revolution<br />

era, Tunisia managed to hold<br />

successful democratic elections<br />

on 23rd of October 2011 for the<br />

first time.<br />

ETAP and the Tunisian government<br />

are reliable and cooperative<br />

partners for OMV in the<br />

post-revolution era. We really<br />

have to appreciate the pace in<br />

which Tunisia moved towards<br />

normalization.<br />

Which role does “Corporate<br />

Social Responsibility”<br />

play in your activities in Tunisia?<br />

OMV actively supports development<br />

in the regions where<br />

we operate by making substantial<br />

investments in community<br />

projects to promote education,<br />

health, and environmental protection<br />

in our sphere of influence.<br />

As part of our investment<br />

programs, OMV is committed<br />

to maximise local content in order<br />

to create jobs and retain industry<br />

knowledge in Tunisia by<br />

awarding contracts to Tunisian<br />

vendors when technically and<br />

commercially competitive. We<br />

support the start up of small local<br />

businesses to service the oil<br />

industry. After having created<br />

numerous new jobs OMV Tunisia<br />

is now amongst the largest<br />

employers in Tunisia’s oil & gas<br />

industry.<br />

OMV is further dedicated to<br />

developing Tunisian talent in<br />

OMV’s Academy program. Currently,<br />

approximately 20 Tunisians<br />

are in this program for<br />

various disciplines required in<br />

oil and gas field developments<br />

and operations. These engineers<br />

will provide a skill pool<br />

for the future growth of OMV<br />

and on the long run also for the<br />

whole Tunisian oil industry.<br />

Following a social baseline<br />

study, OMV Tunisia initiated<br />

an irrigation project in the area<br />

of Remada, which will provide<br />

several work places for the local<br />

community. With the drilling<br />

of a fresh water well local<br />

farmers will be able to generate<br />

income by cultivating land for<br />

fruits and vegetables.<br />

•<br />

Facts<br />

OMV<br />

With Group sales of EUR<br />

34.05 bn and a workforce<br />

of 29,800 employees in<br />

2011, OMV Aktiengesellschaft<br />

is one of Austria’s<br />

largest listed industrial<br />

companies. It is active in<br />

more than 30 countries<br />

worldwide in the three<br />

business areas of Exploration<br />

& Production, Gas<br />

& Power and Refining &<br />

Marketing.<br />

OMV has a worldwide production<br />

of around 288,000<br />

barrels of oil equivalent per<br />

day in 2011.<br />

Facts<br />

OMV in<br />

Tunisia<br />

OMV first became active in<br />

Tunisia in the early 1970s.<br />

The acquisition of the<br />

international E&P activities<br />

of Preussag in 2003 gave<br />

OMV access to several oil<br />

fields in the Gulf of Gabes,<br />

both onshore and offshore.<br />

Thereafter, OMV started a<br />

large exploration campaign<br />

in the south of the country,<br />

which led to gas-condensate<br />

discoveries, including<br />

the Nawara field in 2006.<br />

In February 2011, OMV<br />

concluded the acquisition<br />

of the Tunisian Exploration<br />

and Production (E&P)<br />

subsidiaries of Pioneer<br />

Natural Resources in the<br />

south of the country. The<br />

transaction increased existing<br />

production and added<br />

significant exploration<br />

and development upside.<br />

Furthermore, it offers substantial<br />

operational synergy<br />

potential given adjacency<br />

to OMV’s existing Tunisian<br />

assets. OMV currently has<br />

interests in six exploration<br />

and nine production<br />

licenses in Tunisia. The current<br />

production in Tunisia<br />

amounts to approximately<br />

12,000 boe/d.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 55


tunesien<br />

wirtschaft<br />

Die tunesische Stadt Bizerte<br />

blickt auf eine dreitausendjährige<br />

Geschichte<br />

zurück. Dort entsteht<br />

derzeit eines der größten<br />

Yachthafenprojekte im<br />

Mittelmeer – die Marina Bizerte. Dieses<br />

Projekt gliedert sich in die drei Bereiche<br />

Yachthafen, Hafenpromenade und Residenz.<br />

Es wird in Zusammenarbeit mit der<br />

belgischen CFE-Gruppe, einer Tochter des<br />

Unternehmensverbundes VINCI Construction,<br />

entwickelt. Sie ist sowohl Ankeraktionär<br />

als auch mit der Bauausführung der<br />

Wohnanlage und der Hafenpromenade<br />

beauftragt. Für CFE ist das Projekt außerdem<br />

ein zugkräftiges Element für den<br />

Boots- und Segelsport.<br />

Der Hafen liegt im Schutz hundertjähriger<br />

Wellenbrecher, welche durch zwei<br />

neue Hafendämme verstärkt wurden.<br />

Diese wurden von der italienischen Firma<br />

VippLavori SPA gebaut, einem der führenden<br />

Wasser- und Hafenbauunternehmen.<br />

Die Marina Bizerte wird mit dem Umweltlabel<br />

„Pavillon bleu“ ausgezeichnet.<br />

•<br />

Ein touristisches Luxussegment<br />

„Wie wir wissen, ist das Luxussegment<br />

auch in den Jahren der Krise kontinuierlich<br />

gewachsen. Sämtliche Häfen im<br />

Mittelmeer sind hoffnungslos überfüllt“,<br />

erzählt Christophe Lacote, Marketingdirektor<br />

des Yachthafenprojektes und<br />

schwärmt über das Potenzial des 120-Millionen-Euro-Unternehmens:<br />

„Nur wenige<br />

Seestunden von Ibiza, Sizilien und Sardinien<br />

bieten wir 800 Liegeplätze von sechs bis<br />

110 Meter Länge, 33 Liegeplätze für Superjachten<br />

zwischen 35 und 70 Metern sowie<br />

neun Liegeplätze Jachten ab 110 Meter.“<br />

•<br />

Die Promenade<br />

Die Marina Bizerte soll im nächsten<br />

Jahr fertig sein und neben den Stellplätzen,<br />

dem Werftservice und billigen<br />

Tankmöglichkeiten auch einen Apartmentkomplex<br />

und zahlreiche Shops für<br />

Besucher bieten. So wird die 800 Meter<br />

lange Hafenpromenade eine Vielzahl<br />

von Geschäften, Boutiquen, Restaurants,<br />

Pubs, eine Lounge, eine Kunstgalerie und<br />

speziell auf Skipper zugeschnittene Serviceeinrichtungen<br />

anbieten. Besondere<br />

Highlights sind der Yacht-Club und ein<br />

2000 Quadratmeter großes Freizeitzentrum<br />

mit Schwimmbad, Fitnessstudio und<br />

Kinderhort. Für zusätzliche Deviseneinkünfte<br />

sollen Regatten sorgen.<br />

Info<br />

www.marinabizerte.com<br />

Die Bucht von Bizerte, wo nächstes Jahr der<br />

luxuriöse Yachthafen eröffnet wird<br />

Eines der größten<br />

Yachthafenprojekte<br />

im Mittelmeer<br />

An der Nordküste Tunesiens laden seit<br />

Jahren malerische Buchten mit türkisblauem<br />

Wasser Freizeitskipper ein, dort<br />

vor Anker zu gehen und die unberührte<br />

Natur zu genießen. Der neue Yachthafen<br />

„Marina Bizerte“, der nächstes Jahr eröffnet<br />

wird, soll das Angebot an sicheren<br />

Liegeplätzen erweitern und noch mehr<br />

Freizeitsegler anziehen.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Bauarbeiten für die Shops und<br />

das Freizeitzentrum<br />

Der malerische alte Hafen von Bizerte<br />

56 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien nach dem<br />

Frühling<br />

Ulrike Straka von der Außenwirtschaft Österreich<br />

im Interview über wachsenden Handel mit<br />

Tunesien und Investitions-Chancen.<br />

Interview: <strong>Society</strong><br />

Der österreichische Außenhandel<br />

mit Tunesien wächst in den<br />

letzten Jahren konstant, auch<br />

2011 trotz der Revolution. Wie<br />

kommt das?<br />

Das stimmt, die österreichischen Exporte sind<br />

seit 2009 im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr<br />

gestiegen. Aber auch die Importe aus Tunesien<br />

haben zugenommen. Bei einem Handelsvolumen<br />

von 220 Millionen Euro im Jahr 2011 hat Österreich<br />

ein leichtes Handelsbilanzdefizit mit Tunesien.<br />

Das Land unterscheidet sich von seinen<br />

nordafrikanischen Nachbarn durch ein wichtiges<br />

Merkmal: Der gegenseitige Handel mit Österreich<br />

– wie mit der EU allgemein – fußt zu einem beträchtlichen<br />

Teil auf Lohnveredelung. Österreichische<br />

Firmen lassen in Tunesien im off-shore<br />

Bereich fertigen, vor allem Bekleidung und elektrotechnische<br />

und elektronische Komponenten.<br />

Partnerschaften dieser Art sind wenig störanfällig,<br />

und das ist auch der Hauptgrund, warum sich<br />

der österreichisch-tunesische Handel trotz Revolution<br />

2011 weiter steigern konnte. Tunesien hat gut<br />

ausgebildete Arbeitskräfte und bietet sich für Investitionen<br />

an. Es ist zu einem wichtigen Standort<br />

für die Automotive-Zulieferindustrie, und insbesondere<br />

für die Kabelbaumproduktion geworden.<br />

Was ist in Tunesien für österreichische Firmen<br />

nach der Revolution anders als vorher?<br />

So begrüßenswert die neue Meinungsfreiheit<br />

auch ist, das Empowerment der Bevölkerung und<br />

der Arbeiterschaft hat auch negative Auswirkungen.<br />

Neben Streiks gibt es zahllose Betriebsblockaden<br />

durch Außenstehende, die eingestellt werden<br />

wollen. Große Teile der Phosphatindustrie und<br />

einige Unternehmen der Öl- und Gasproduktion<br />

sind dadurch gelähmt, und Tunesien hat dadurch<br />

täglich erhebliche Einbußen beim Export.<br />

Problematisch ist, dass die Behörden nicht oder<br />

nur halbherzig einschreiten. Derzeit arbeitet die<br />

im Oktober 2011 gewählte verfassungsgebende<br />

Versammlung eine neue Verfassung aus. Im kommenden<br />

März sollen auf dieser Basis Wahlen stattfinden.<br />

Vorher möchte sich niemand durch hartes<br />

Durchgreifen unbeliebt machen. Auch österreichische<br />

und andere europäische Unternehmen<br />

sind betroffen. Die Tunesier dürfen ihr gutes Investitionsklima<br />

nicht aufs Spiel setzen - Verständnis<br />

ist keine wirtschaftliche Kategorie.<br />

In welchen Bereichen sehen Sie Chancen für<br />

österreichische Firmen?<br />

Neben den erwähnten Branchen Schienenverkehr<br />

und Wasserwirtschaft entwickelt sich der<br />

Markt für erneuerbare Energien gut. Tunesien produziert<br />

zu wenig Erdöl und Erdgas, sodass es Energieträger<br />

importieren und subventionieren muss.<br />

Das belastet das ohnehin angespannte Budget,<br />

weshalb die Tunesier auf erneuerbare Energie großen<br />

Wert legen. Aber auch hier ist der staatliche<br />

Haushalt gefordert, Subventionen für private Anwender<br />

bereitzustellen. Für Anlagen zur Energieerzeugung<br />

aus Erneuerbaren könnten die bisher<br />

wenig in Anspruch genommenen österreichischen<br />

Softloans ausgenützt werden, wie das Spanien<br />

beim Bau von Windkraftanlagen vorgemacht hat.<br />

Für die Bauwirtschaft wird es vermutlich ab 2013<br />

größere Aufträge geben, wenn nach den Wahlen<br />

eine neue Regierung im Amt ist: Internationale Finanzinstitutionen<br />

haben die Finanzierung für Infrastrukturprojekte<br />

(u. a. Projekte in Straßenbau,<br />

Energiewirtschaft, Wasserwirtschaft) zugesagt.<br />

Tunesische Unternehmen haben auch am Wiederaufbaugeschäft<br />

in Libyen teil. Ein Anbahnen<br />

von Geschäften in Libyen etwa über tunesische<br />

Planungsbüros ist überlegenswert. Im Gesundheitssektor<br />

bietet Tunesien einerseits Lieferchancen<br />

(mobile Krankenhäuser, Geräte, Verbrauchsgüter)<br />

und will sich andererseits als Dienstleister<br />

für medizinische Dienstleistungen und Pflege<br />

platzieren. Der tunesische Tourismussektor ist<br />

stark verschuldet und kämpft mit Rückgängen<br />

um die dreißig Prozent, hier gibt es derzeit nur<br />

vereinzelt Aussicht auf Zusammenarbeit.<br />

Hinweis<br />

Die Wirtschaftsmission Maghreb führt Sie am<br />

17. Oktober <strong>2012</strong> zu Ihren Gesprächsterminen<br />

nach Tunis.<br />

Infos unter http://wko.at/awo/tn<br />

•<br />

tunesien<br />

wirtschaft<br />

»Die tunesischen<br />

Exporte<br />

sind 2011 trotz<br />

der Revolution<br />

gestiegen – das<br />

Zauberwort<br />

heißt Lohnveredelung.<br />

«<br />

Ulrike<br />

Straka<br />

curriculum<br />

vitae<br />

U<br />

Ulrike Straka<br />

lrike Straka wurde<br />

am 25. Juni 1970 in<br />

Feldbach geboren.<br />

Die Juristin ist seit 1998 in<br />

der AWO und war zunächst<br />

in Neu Delhi, Kiew und Sarajevo<br />

tätig, bevor sie die Leitung<br />

des Außenwirtschafts<br />

Centers Algier übernahm.<br />

Sie betreut österreichische<br />

Firmen am algerischen und<br />

tunesischen Markt. DI Sami<br />

Ben Ayed leitet das Außenwirtschaftsbüro<br />

der AWO<br />

in Tunis.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 57


Tunesien<br />

Wirtschaft<br />

Tunesien, vor zwei Jahren<br />

noch ein beliebtes Touristenziel<br />

und Boom-Land<br />

bei ausländischen Investitionen,<br />

hat in diesen<br />

beiden Bereichen infolge<br />

der Revolution einen schweren Dämpfer<br />

hinnehmen müssen. Reisebüros, Hotelbetreiber<br />

und Geschäftsleute hoffen diesen<br />

Sommer auf höhere Besucherzahlen als<br />

im Vorjahr. Der Tourismus betrug 2010 in<br />

Tunesien 6 Prozent des BIP, wohingegen<br />

2011 die Besucherzahlen um ca. 35 Prozent<br />

zurückgingen. Durch die wieder eingekehrte<br />

Ruhe und die erfolgreich durchgeführten<br />

ersten demokratischen Wahlen<br />

im Oktober 2011 wächst das Vertrauen der<br />

Touristen langsam wieder.<br />

Die rein ausländischen Neuinvestitionen<br />

sind im Revolutionsjahr 2011 um<br />

dreißig Prozent zurückgegangen. Viele<br />

Unternehmen haben das Land sogar verlassen.<br />

Generell wird bei Investitionen<br />

derzeit Zurückhaltung geübt und abgewartet,<br />

was die politische Entwicklung<br />

bringen wird.<br />

Die zur Umsetzung seiner Wirtschaftspläne<br />

notwendige finanzielle Unterstützung<br />

bekommt Tunesien u. a. von der EIB,<br />

EU, Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank,<br />

die insgesamt 2,47 Mrd.<br />

Euro zur Verfügung gestellt haben. Neue<br />

Projekte wie der Ausbau des Straßennetzes<br />

und des Schienenverkehrs sowie das<br />

Umstellen von Anteilen des Stromverbrauchs<br />

auf alternative Energien (derzeit<br />

kommen 95,5% der Energie aus fossilen<br />

Kraftstoffen) bieten gute Investitionsgelegenheiten<br />

und sollen Touristen sowie<br />

potentielle Anleger anlocken. Trotz der finanziellen<br />

Rückgänge im letzten Jahr, begleitet<br />

von einigen wirtschaftlichen und<br />

sozialen Problemen, bleibt Tunesien das<br />

wettbewerbsfähigste Land Afrikas, und<br />

befindet sich in einer guten Ausgangslage<br />

für weiteres Wachstum.<br />

•<br />

Historische Trends<br />

Anfang der 70er Jahre begann der<br />

langsame wirtschaftliche Aufstieg Tunesiens<br />

mit moderaten Modernisierungsmaßnahmen<br />

unter dem damaligen Präsidenten<br />

Habib Bourguiba. Es war jedoch<br />

sein Nachfolger Zine El Abidine Ben Ali,<br />

der 1986 eine breite Wirtschaftsreform<br />

einleitete. Über die nächsten Jahrzehnte<br />

wurden die Tourismusinfrastruktur ausgebaut,<br />

der Markt diversifiziert, mehr als<br />

150 staatliche Konzerne privatisiert und<br />

auch in Bildung und das Gesundheitswesen<br />

investiert. Parallel dazu verfolgte Ben<br />

Alis Regierungspartei, die RCD, die Libe-<br />

Tausende Spiegel werden das Sonnenlicht im<br />

solarthermischen Kraftwerk TuNur bündeln<br />

und 2 Gigawatt Strom erzeugen.<br />

Das Jahr eins nach<br />

der Revolution<br />

Tunesien ist trotz der Schwierigkeiten<br />

im Jahr eins nach der Revolution immer<br />

noch das wettbewerbsfähigste Land<br />

Afrikas. Investitionen in die Infrastruktur<br />

und Handelserleichterungen sollen das<br />

Land in eine gute Zukunft führen.<br />

Text: SOCIETY<br />

ralisierung des Außenhandels: Tunesien<br />

wurde 1990 Mitglied des GATT und später<br />

der WTO, setzte auf Umwandlung in eine<br />

freie Marktwirtschaft und stärkeren Handel<br />

mit der EU. Im Zeitraum von 1986 bis<br />

2011 wuchs das BIP von 6,9 Mrd. auf 35,27<br />

Mrd. Euro. Das Reformprogramm, welches<br />

unter dem Schutzschirm der WTO<br />

stand, wurde international als Erfolgsbeispiel<br />

wahrgenommen. Allerdings war dieser<br />

Wandel von politischer Unfreiheit und<br />

stark verbreiteter Korruption begleitet.<br />

Eines der Hauptziele des neuen Tunesien<br />

ist es, die in der Vergangenheit erreichten<br />

wirtschaftlichen Errungenschaften mit<br />

den geplanten Verbesserungen auf sozialer<br />

und politischer Ebene zu vereinen.<br />

•<br />

Folgen des Umbruchs<br />

Von den Revolutionen im eigenen<br />

Land aber auch in Libyen sind vor allem<br />

58 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tunesien<br />

Wirtschaft<br />

die kleinen und mittleren Unternehmen<br />

betroffen, die hohe<br />

Geschäftsausfälle zu beklagen<br />

haben. Der wichtige libysche<br />

Absatzmarkt und libysche Touristen<br />

sind vollständig ausgefallen.<br />

Arbeiterproteste und<br />

Streiks, in denen höhere Löhne,<br />

Rücktritte von Geschäftsinhabern<br />

mit Kontakten zur alten<br />

Regierungspartei und bessere<br />

Arbeitsbedingungen gefordert<br />

werden, stehen an der Tagesordnung.<br />

Auf politischer Ebene wurde<br />

das System nach vermehrten<br />

Protestaktionen fast vollständig<br />

von Profiteuren des ehemaligen<br />

Regimes gesäubert, in der Wirtschaft<br />

nur teilweise. Es wurden<br />

gegen einige Familienmitglieder<br />

Ben Alis und seiner Frau,<br />

denen beträchtliche Anteile<br />

an der tunesischen Wirtschaft<br />

gehören, Strafverfahren wegen<br />

Korruption eingeleitet. Probleme<br />

im Staatshaushalt entstanden<br />

durch den hohen Ölpreis,<br />

der nun aus sozialen Gründen<br />

stärker subventioniert werden<br />

muss.<br />

•<br />

Erneuerbare Energien<br />

Die DESERTEC-Foundation<br />

ist eine weltweite Initiative,<br />

die die Erzeugung nachhaltigen<br />

Stroms aus erneubaren<br />

Energien unterstützt und koordiniert.<br />

Eine besondere Rolle<br />

spielen dabei die sonnenreichen<br />

Wüstengegenden Nordafrikas,<br />

wo solarthermische<br />

Kraftwerke sauberen Strom<br />

erzeugen können, der mittels<br />

Hochspannungs-Gleichstrom-<br />

Übertragung (HGÜ) bis nach<br />

Europa transportiert werden<br />

kann. Solarthermische Kraftwerke<br />

bündeln mit Spiegeln die<br />

Sonnenhitze und treiben damit<br />

Dampfturbinen zur Stromerzeugung<br />

an. Die Hitze kann in<br />

Flüssigsalztanks sogar für die<br />

Stromerzeugung bei Nacht zwischengespeichert<br />

werden.<br />

DESERTEC hat vor kurzem<br />

angekündigt, dass das erste<br />

solarthermische Kraftwerk in<br />

Tunesien unter dem Projektnamen<br />

TuNur ab 2014 gebaut werden<br />

wird. Die Projektentwickler<br />

sind die britische Nur Energie<br />

und tunesische Partner unter<br />

der Leitung von Top Oilfield<br />

Services. Gleichzeitig mit dem<br />

Kraftwerk soll ein verlustarmes<br />

Unterseekabel nach Italien verlegt<br />

werden. Bis zu 700.000 europäische<br />

Haushalte sollen mit<br />

Wüstenstrom versorgt werden<br />

können. Die Investitionen sollen<br />

auch Tunesien direkt zugutekommen:<br />

20.000 Arbeitsplätze<br />

werden damit geschaffen.<br />

•<br />

Handel mit Österreich<br />

Der Handel zwischen Österreich<br />

und Tunesien ist trotz der<br />

schwierigen Bedingungen stark<br />

gestiegen. Die österreichischen<br />

Exporte sind um mehr als zehn<br />

Prozent gestiegen, die tunesischen<br />

Exporte nach Österreich<br />

sogar um mehr als fünfzig Prozent.<br />

Bei den österreichischen<br />

Exporten hat vor allem der Anteil<br />

an Maschinen, Ersatzteilen<br />

und Leder stark zugelegt. Bei<br />

den tunesischen Exporten sind<br />

es elektrotechnische Waren,<br />

Bekleidung, Glasfasern und<br />

Früchte. Außerdem wurden<br />

erstmals Erdgaskondensate<br />

nach Österreich ausgeführt.<br />

(Quelle: AWO, März <strong>2012</strong>)<br />

•<br />

Zukunftsaussichten<br />

Laut dem World Global Competitiveness<br />

Report 2011-<strong>2012</strong><br />

des World Economic Forum behält<br />

Tunesien trotz der schwierigen<br />

Übergangsphase mit dem<br />

40. Platz den Rang des wettbewerbsfähigsten<br />

afrikanischen<br />

Landes. Die Übergangsregierung,<br />

die bis zur Ausarbeitung<br />

einer neuen Verfassung im Amt<br />

sein wird, setzt viel daran, Touristen<br />

und ausländische Investoren<br />

nicht zu verschrecken.<br />

Die Zusammenarbeit mit der<br />

EU wird noch weiter verstärkt.<br />

Ein erweitertes Assoziierungsabkommen<br />

wird derzeit verhandelt.<br />

In diesem Zusammenhang<br />

sollen die Regelungen für den<br />

Dienstleistungsbereich, den Kapitalverkehr<br />

und für Direktinvestitionen<br />

gelockert werden.<br />

Die Beseitigung einiger indirekt<br />

korruptionsfördernder und veralteter<br />

Gesetze wird ebenfalls<br />

angestrebt. Nicht zuletzt bieten<br />

erneuerbare Energien eine Möglichkeit<br />

für nachhaltige Investitionen<br />

in die Zukunft. •<br />

Kleine Betriebe leiden<br />

unter wirtschaftlich schweren<br />

Zeiten.<br />

Facts<br />

Wirtschaftsdaten<br />

Tunesien<br />

Bedeutende<br />

Wirtschaftssektoren<br />

Erdöl, Bergbau, Tourismus,<br />

Textilien, Agrobusiness, Maschinenbau,<br />

Elektrotechnik<br />

Wirtschaftswachstum<br />

+3,7% (2010), -1,8% (2011*)<br />

BIP pro Kopf<br />

USD 8.700 (2010)<br />

BIP<br />

USD 44,3 Mrd. (2010)<br />

Inflation<br />

4,4% (2010)<br />

Arbeitslosigkeit<br />

13,0% (2010), 18,0% (2011*)<br />

Auslandsverschuldung<br />

USD 16,3 Mrd. (2010)<br />

Währung<br />

TND (Tunesischer Dinar);<br />

1 EUR = ca. 1,98 TND<br />

Exporte<br />

USD 16,4 Mrd. (2010)<br />

Wichtigste Exportländer<br />

Frankreich, Italien, Deutschland,<br />

Belgien, Spanien,<br />

Libyen<br />

Importe<br />

USD 21,0 Mrd. (2010)<br />

Wichtigste Herkunftsländer<br />

Frankreich, Italien, Deutschland,<br />

Spanien, USA, Belgien,<br />

Libyen<br />

AuSSenhandel Tunesiens<br />

mit Österreich<br />

Foto: BrightSource, DESERTEC Foundation<br />

Eine verlustarme Stromleitung wird<br />

von Tunesien nach Italien gelegt.<br />

Tunesische Exporte nach<br />

Österreich<br />

EUR 129 Mio. (2011), +54,2%<br />

ggü. 2010<br />

Bedeutendste Exportprodukte<br />

Elektrotechnische Waren,<br />

Kleidung, Erdgaskondensate,<br />

Schuhe, Glasfasern,<br />

Früchte und Gemüse<br />

Tunesische Importe aus<br />

Österreich<br />

EUR 88,3 Mio. (2011), +10,2%<br />

ggü. 2010<br />

Bedeutendste Importprodukte<br />

Industriemaschinen, elektrische<br />

Maschinen, Leder, Kfz-<br />

Ersatzteile, Kunststoffwaren<br />

Quelle: AWO, Mai 2011 bzw.<br />

März <strong>2012</strong>, *vorläufige Werte<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 59


Tunesien<br />

Kommentar<br />

Die Auflehnung<br />

gegen<br />

rigide Systeme,<br />

sozioökonomische<br />

Disparitäten<br />

und die herrschenden, sich<br />

an den nationalen Schätzen<br />

bereichernden Familienclans<br />

in einer Vielzahl arabischer<br />

Staaten nahm vor mehr als einem<br />

Jahr von Tunesien ihren<br />

Ausgang. Die Erwartungen an<br />

das Land sind hoch, denn in<br />

der Nachbarschaft entwickeln<br />

sich die Dinge nach dem „Arabischen<br />

Frühling“ keineswegs<br />

so glatt wie erhofft.<br />

Die neuen Machthaber in<br />

dem Maghreb-Land gingen<br />

mit Elan ans Werk, nachdem<br />

die Revolution die Familie<br />

des gestürzten Präsidenten<br />

Ben Ali davongejagt hatte. Die<br />

Wahlen zur Verfassungsgebenden<br />

Versammlung verliefen<br />

reibungslos. Im März 2013 soll<br />

ein neues Parlament gewählt<br />

werden. Derzeit wird um die<br />

neue Verfassung gerungen.<br />

Tunesiens Botschafter in<br />

Österreich, S.E. Samir Koubaa,<br />

charakterisiert seine Heimat<br />

als „Transitionsland“, das<br />

einen intensiven demokratischen<br />

Lernprozess durchläuft.<br />

Die Ausarbeitung der neuen<br />

Verfassung, die Wiederankurbelung<br />

der Wirtschaft und die<br />

Schaffung von Arbeitsplätzen<br />

gehören zu den Prioritäten der<br />

von moderaten Islamisten geführten<br />

Koalitionsregierung.<br />

•<br />

Atouts: Bildung,<br />

Frauen,<br />

Mittelstand<br />

Die Vorraussetzungen zur<br />

Bewältigung dieser Aufgaben<br />

sind laut dem Diplomaten<br />

günstig: „Tunesien verfügt<br />

über die nötigen Ingredienzien<br />

für das Gelingen der demokratischen<br />

Transition: gutes<br />

Bildungsniveau, emanzipierte<br />

Frauen, breiten Mittelstand.“<br />

Tunesien könnte also zum<br />

Lehrbeispiel dafür werden,<br />

wie auf dem Boden der Revolution<br />

eine nachhaltige politische<br />

und ökonomische Entwicklung<br />

erstehen kann.<br />

Tunesien als Maßstab<br />

arabischer Umgestaltung<br />

In Tunesien entzündete sich der Funke für den<br />

Umbruch im arabischen Raum. Die neue politische<br />

Führung unternimmt große Anstrengungen<br />

zur Neugestaltung des Landes.<br />

Analyse von Hermine Schreiberhuber<br />

Unter den arabischen Staaten<br />

bildet Tunesien punkto<br />

Ausgang der ersten freien<br />

Wahlen nach dem politischen<br />

Umsturz keine Ausnahme. Aus<br />

dem Urnengang im Oktober<br />

des Vorjahres gingen auch<br />

dort die Islamisten erfolgreich<br />

hervor. Für die neue Führung<br />

ist dies kein Grund zur Beunruhigung.<br />

Der Regierungskoalition<br />

gehören neben der islamischen<br />

Ennahda auch Kräfte<br />

links vom Zentrum sowie Sozialdemokraten<br />

an.<br />

Die radikal-islamischen<br />

Salafisten wurden von der islamischen<br />

Mehrheitspartei ausgebremst.<br />

Nach dem Willen<br />

der Ennahda soll die Scharia,<br />

die islamische Gesetzgebung,<br />

nicht in der künftigen Verfassung<br />

verankert werden. Der<br />

erste Artikel der alten Verfassung,<br />

in der die islamische<br />

Religion und das republikanische<br />

System festgeschrieben<br />

sind, soll bestehen bleiben.<br />

zur person<br />

ag. Hermine<br />

Schreiberhuber<br />

Mwar stellvertretende<br />

Ressortleiterin für Außenpolitik<br />

bei der Austria Presse<br />

Agentur (APA). Ferner<br />

verfasst sie Reportagen für<br />

Wochenzeitungen wie „Die<br />

Furche“ und wirkt an politischen<br />

Büchern mit.<br />

•<br />

Wirtschaftsumbau<br />

und<br />

Investorensuche<br />

Zuversicht herrscht in Tunesien<br />

auch hinsichtlich der<br />

Wirtschaft. Dem Faktum, dass<br />

es nicht über Bodenschätze<br />

verfügt wie die Nachbarn<br />

Libyen und Algerien, kann<br />

Botschafter Koubaa Positives<br />

abgewinnen: Die Tunesier<br />

entwickelten früh „einen initiativen<br />

Geist“. Der Wirtschaftskreislauf<br />

wurde vom früheren<br />

Machthaber blockiert. Jetzt<br />

ist die Umstrukturierung von<br />

Unternehmen und Tourismuswirtschaft<br />

fällig.<br />

Mit einem Aktionsplan will<br />

die Regierung brennenden<br />

ökonomischen und sozialen<br />

Problemen zu Leibe rücken.<br />

Der Tourismus, neben der<br />

Landwirtschaft wichtigste<br />

Einnahmequelle, wurde nach<br />

dem Wirtschaftseinbruch in<br />

der Revolution durch Übergangsregelungen<br />

abgestützt.<br />

Vordringlich ist die Schaffung<br />

von Arbeitsplätzen, vor allem<br />

für die Jugend. Vor der Revolution<br />

waren 700.000 Tunesier<br />

arbeitslos, 70 Prozent davon<br />

Jugendliche. Die Schaffung<br />

von Investitionsanreizen gehört<br />

ebenfalls zum Reformprogramm.<br />

Im Rahmen einer<br />

Europa-Offensive besuchten<br />

tunesische Regierungsmitglieder<br />

auch Wien, um hier um<br />

Investoren zu werben. Auslandsinvestitionen<br />

sollen qualifizierten<br />

Tunesiern Chancen<br />

auf dem Arbeitsmarkt eröffnen.<br />

Ferner soll die Förderung<br />

ländlicher und marginalisierter<br />

Regionen in Angriff genommen<br />

werden.<br />

•<br />

Engere Bindung an<br />

Europa angepeilt<br />

Tunesien war stets ein Verfechter<br />

der euro-mediterranen<br />

Kooperation. Erfreut ist Tunis<br />

über die Einsetzung einer Task<br />

Force EU-Tunesien, welche die<br />

Bedürfnisse Tunesiens herausarbeiten<br />

und Auslandhilfen<br />

koordinieren soll. Der neuen<br />

Regierung geht es darum,<br />

den Touristen und Investoren<br />

ebenso wie den Tunesiern Zuversicht<br />

zu vermitteln.<br />

Österreich würdigte die bisherigen<br />

Bemühungen Tunesiens<br />

um eine demokratische<br />

Entwicklung. Anlässlich des<br />

Besuchs von Europa-Staatssekretär<br />

Touhami Abdouli lobte<br />

Österreichs Staatssekretär<br />

Wolfgang Waldner die „Vorbildwirkung“<br />

Tunesiens bei<br />

den Wandlungsprozessen im<br />

arabischen Raum. •<br />

Foto: Nelson<br />

60 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


„Wahre Stärke kommt von innen und hat viel mit Balance zu tun. Wer nun<br />

wie Berger das Österreichische Umweltzeichen für den Bogen- und Rollenoffsetdruck<br />

sowie Digitaldruck trägt, sorgt für diese Balance. Stark ist auch, wie<br />

Berger für seine Kunden Bäume pflanzt – für ein nachhaltiges Miteinander.“<br />

Ausdruck von<br />

Stärke.<br />

Ferdinand Berger & Söhne GmbH | Wiener Straße 80 | A-3580 Horn | T 02982-4161-0 | F 02982-4161-268<br />

Stadtbüro Wien | Pulverturmgasse 3 | A-1090 Wien | T 01-313 35-0 | F 01-313 35-19<br />

www.berger.at


Diplomatie<br />

Interview<br />

Farewell to Austria<br />

After ten years of diplomatic service as<br />

ambassador of Algeria to Austria, H.E.<br />

Taous Feroukhi is leaving for Algiers.<br />

She welcomed SOCIETY in the Algerian<br />

residence in Döbling to talk about interior<br />

design, Algeria and leaving Austria.<br />

Interview: Tanja Tauchhammer<br />

»I think that<br />

Vienna has an<br />

aristocratic air<br />

to it that pushes<br />

you for the better.<br />

You always<br />

have to try to<br />

give your best.<br />

«<br />

Taous<br />

Feroukhi<br />

H.E. Taous Feroukhi was posted in Vienna<br />

from 2002 to <strong>2012</strong>. She is now leaving for<br />

Algiers.<br />

The interior of your residency<br />

is magnificent.<br />

Did you hire an interior<br />

designer?<br />

I loved engaging the<br />

renovations that made the<br />

difference in the Residence. The paintings<br />

in the dining room and living room<br />

for example are from an Algerian artist.<br />

One of the paintings I bought from<br />

the ambassador of Guatemala. His wife is<br />

also a painter. Sometimes both of them<br />

are painting. I like the originality of this<br />

picture. In the diplomatic committee, we<br />

have a lot of artists. Unfortunately I do not<br />

have talent for the arts, but I have always<br />

loved redesigning this house. There used<br />

to be an indoor swimming pool which I<br />

had removed in order to make more space<br />

for inviting guests.<br />

You have been here for ten years.<br />

What did you like most about Austria?<br />

Austria offers you a very convenient<br />

life, because it is safe. It is an appealing<br />

country with an interesting cultural life.<br />

As a diplomat here, you get a relaxed life,<br />

which makes your work so much easier.<br />

62 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

Interview<br />

Vienna has a lot to offer regarding cultural events<br />

and concerts. Besides that, your museums are<br />

beautiful, which is also excellent. You get around<br />

so easily. I consider myself as a Viennese by adoption<br />

after my ten years stay. I also think that Vienna<br />

has an aristocratic air to it that pushes you<br />

for the better. You always have to try to give your<br />

best. I see this in everything, for example in the<br />

decoration of the shops that changes every season.<br />

Why did you stay for such a long time in<br />

Austria?<br />

I was asked to take over the position as Head of<br />

Governors for the IAEA African Group in 2008, at a<br />

time where my post here would have ended. Actually,<br />

I was already prepared to leave the country,<br />

with all bags being packed. But it was such a great<br />

opportunity for us, that would have been lost had<br />

I left the country, so my head of state accepted to<br />

prolong my post.<br />

Did you learn German?<br />

I took lessons, but I was so involved in the UNO<br />

work that I did not have time to really learn it. I<br />

learned some expressions but I could not get farther<br />

than that. This was a “un-accomplishment”.<br />

Looking back on those ten years, what were<br />

your highlights?<br />

Firstly, the maintenance of our good relations<br />

with Austria and the building of co-operations<br />

and to develop mutually beneficial partnerships<br />

with the Austrian business community in different<br />

sectors that are envisaged in the Government<br />

economic program for 2010-2014, such as transport<br />

including railway, housing, water resources,<br />

renewable energy, waste management, tourism<br />

and more.<br />

»I wish to pay<br />

tribute to the<br />

constructive<br />

and balanced<br />

role Austria<br />

plays in the<br />

surrounding<br />

countries. Our<br />

region could<br />

benefit from it.<br />

«<br />

Taous<br />

Feroukhi<br />

Taous Feroukhi<br />

curriculum<br />

vitae<br />

mbassador Taous<br />

Feroukhi began her<br />

Adiplomatic career in<br />

1976 at the Ministry of Foreign<br />

Affairs of Algeria. She<br />

earned her degrees from the<br />

University of Algiers (Human<br />

Science); Institut des<br />

Etudes Politiques, Algiers;<br />

Société des Relations Internationales,<br />

Madrid. From<br />

2002 to the present (May<br />

<strong>2012</strong>), she was Ambassador<br />

Permanent Representative<br />

of Algeria to Austria,<br />

Slovakia, the OSCE, the<br />

United Nations and other<br />

International Organisations<br />

based in Vienna. Ambassador<br />

Feroukhi speaks Arabic,<br />

English, French and Spanish.<br />

Secondly, the very successful state visit of president<br />

Abdelaziz Bouteflika in 2003. I wish to pay<br />

tribute to the constructive and balanced role Austria<br />

plays in the surrounding countries. Our region<br />

could benefit from this positive experience.<br />

We are exerting every effort to make our country<br />

a more stable and prosperous place.<br />

Thirdly, my work in the UNO was also very important.<br />

All the subject matters are of common<br />

interest like the fight against crime, drugs etc. It<br />

gives Austria an important position. You also have<br />

OPEC here, where Algeria is also member. Austria<br />

is aware of the dynamics that move the world.<br />

This gives you the opportunity for your country<br />

to be part of the solution. I am happy I had the opportunity<br />

of being posted here. I have good memories<br />

of my stay here. I learned a lot.<br />

What is your next assignment?<br />

I will be occupying the post of Director General<br />

for Political Affairs and International Security at<br />

the foreign ministry in Algiers. In this position, I<br />

will still be dealing with issues related to Vienna<br />

based organizations besides those of Geneva and<br />

New York.<br />

•<br />

The interior of the Algerian residence is . Ambassador Feroukhi<br />

personally redesigned the house.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 63


Diplomatie<br />

kirche<br />

•<br />

Religion in Deutschland heute<br />

Religion spielt auch heute in Deutschland eine<br />

nicht zu unterschätzende Rolle. Und das, obwohl<br />

das religiöse Bekenntnis der Bürger von vielen<br />

zunehmend als „Privatsache“ betrachtetet wird.<br />

Tatsächlich fordert Religion stets das persönliche<br />

Bekenntnis, dennoch sind die Kirche und die Zugehörigkeit<br />

zu ihr keine private Angelegenheit. Dies<br />

gilt nicht nur für das kirchliche Selbstverständnis.<br />

Aus der Sicht des Staates ist in der Bundesrepublik<br />

die Kirche kraft Verfassung (Grundgesetz in Verbindung<br />

mit Weimarer Verf.) eine Körperschaft<br />

öffentlichen Rechts. Das hat viele positive Folgen<br />

Deutschland einmal<br />

anders betrachtet<br />

Christoph Kühn<br />

Seit sieben Jahren leitet ein deutscher Papst die<br />

katholische Weltkirche. Auch heute spielt Religion<br />

eine große Rolle in Deutschland, was im weltweiten<br />

Engagement deutscher Christen und dem<br />

Profil der Kirche in Deutschland sichtbar wird.<br />

Gastbeitrag von Christoph Kühn<br />

curriculum<br />

vitae<br />

P<br />

rälat Dr. Christoph<br />

Kühn, ist seit Mitte<br />

2008 Nuntiaturrat an<br />

der Apostolischen Nuntiatur<br />

in Wien und steht in dieser<br />

Funktion dem Apostolischen<br />

Nuntius in Österreich zur<br />

Seite. Er wurde 1990 in Eichstätt<br />

(Bayern) zum Priester<br />

geweiht und nach einigen<br />

Jahren in der Seelsorge in<br />

den Diplomatischen Dienst<br />

des Heiligen Stuhls berufen.<br />

Von 2001 bis 2008 leitete<br />

er die deutschsprachige<br />

Abteilung im Vatikanischen<br />

Staatssekretariat.<br />

Die konstruktive Mitarbeit Deutscher<br />

in Führungspositionen der<br />

Europäischen Union und in der<br />

großen Familie der Vereinten<br />

Nationen gehört seit Jahrzehnten<br />

zu den „Normalitäten“ der<br />

internationalen Gemeinschaft, die vom Fleiß, von<br />

der wertvollen Erfahrung und von der Kompetenz<br />

ausgewiesener Fachleute aus allen Nationen lebt.<br />

Als am 19. April 2005 der aus Bayern stammende<br />

Kardinal Josef Ratzinger an die Spitze der Katholischen<br />

Kirche gewählt wurde, hat dies international<br />

größte Aufmerksamkeit hervorgerufen. Seit<br />

sieben Jahren leitet wieder ein Deutscher die katholische<br />

Weltkirche; nach Jahrhunderten gibt es<br />

wieder einen deutschen Papst: Benedikt XVI.! Einige<br />

Kommentatoren, vor allem aus dem Ausland,<br />

sahen mit dieser Entscheidung der Kardinäle aus<br />

Rom und aus allen Teilen der Welt die „vollberechtigte<br />

Wiedereingliederung Deutschlands in<br />

die Völkergemeinschaft“ als endlich abgeschlossen<br />

an – sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten<br />

Weltkriegs, der durch das menschenverachtende<br />

und gottlose NS-Regime von deutschem Boden aus<br />

initiiert worden war.<br />

Der Deutschlandbesuch Papst Benedikt XVI.<br />

im vergangenen Jahr hat dann erneut weltweites<br />

Interesse am „Glaubensprofil“ der Bundesrepublik<br />

geweckt. Das Land, aus dem der heutige Papst<br />

stammt, ist ja auch das Land der protestantischen<br />

Reformation. Was hat der Heilige Vater aus Bayern<br />

seinen deutschen Landsleuten zu sagen? International<br />

stieß die Rede des Papstes im Deutschen<br />

Bundestag am 22. September 2011 auf starke Beachtung.<br />

Sie fand besonders in Politik und Diplomatiegroßes<br />

Interesse und breite Zustimmung.<br />

Manche Kritiker hat sie gar sprachlos gemacht<br />

oder wenigstens nachdenklich gestimmt.<br />

für die Gesamtgesellschaft. Die katholische Kirche<br />

ist in Deutschland neben dem Staat und den<br />

Kommunen der größte Kulturträger. Dies zeigt<br />

sich beispielsweise in 18.100 katholischen Chören<br />

und Musikgruppen mit 417.800 Laienmusikern,<br />

ganz abgesehen von kirchlicher Architektur und<br />

Denkmalpflege, den Kirchen, Klöstern und Museen<br />

etc. Die Kirche ist Trägerin einer Vielzahl von<br />

Bildungs- und Erziehungseinrichtungen: Derzeit<br />

gibt es in Deutschland 908 katholische Privatschulen;<br />

rund 9.400 Tageseinrichtungen der Kirche<br />

kümmern sich um Kinder, von denen heute<br />

27 Prozent einen Migrationshintergrund haben.<br />

Diese und andere (z.B. Krankenhäuser) kirchliche<br />

„Dienstleistungseinrichtungen“ entlasten den<br />

Staat und garantieren ein vielfältiges Angebot<br />

für die Bürger. Nach Erhebungen der Deutschen<br />

Bischofskonferenz nehmen beispielsweise jährlich<br />

über fünf Millionen Menschen eine der etwa<br />

200.000 Fort- und Weiterbildungs möglichkeiten<br />

katholischer Träger wahr.<br />

Etwa zwei Drittel der 81 Millionen Deutschen<br />

sind Christen. Dabei gehören der römisch-katholischen<br />

Kirche 24,6 Millionen (zum Vergleich:<br />

64 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

kirche<br />

Foto: Osservatore Romano<br />

weltweit gibt es heute 1,2 Milliarden Katholiken)<br />

und der evangelischen Kirche in<br />

Deutschland 24,1 Millionen Menschen an.<br />

Dazu kommen die orthodoxen Christen<br />

(1,2 Millionen), Mitglieder evangelischer<br />

Freikirchen und anderer christlicher<br />

Gemeinschaften. Im wiedervereinigten<br />

Deutschland liegt damit der Anteil der<br />

Christen an der Gesamtbevölkerung bei<br />

62 Prozent. Zum Thema „Religion in<br />

Deutschland“ gehört gewiss auch die<br />

Feststellung, dass die Kirchenbindung der<br />

Menschen heute sehr unterschiedlich ist<br />

und die religiösen Überzeugungen und<br />

Ausdrucksformen vielfältig sind.<br />

•<br />

Organisation und Zahlen<br />

Die Katholische Kirche in Deutschland<br />

besteht aus 27 Diözesen (Bistümern). Davon<br />

sind sieben Erzdiözesen, die jeweils<br />

einer Kirchenprovinz vorstehen, die man<br />

auch als „kirchliche Regionen“ bezeichnen<br />

könnte. Die sieben erzbischöflichen<br />

Sitze heißen in alphabetischer Reihenfolge:<br />

Bamberg, Berlin, Freiburg, Hamburg,<br />

Köln, München und Freising, Paderborn.<br />

Zusätzlich gibt es in Deutschland ein<br />

Militärordinariat mit Sitz in Berlin. Der<br />

Militärbischof ist ortsunabhängig für<br />

die Betreuung aller aktiven katholischen<br />

Soldaten und ihrer Familien zuständig.<br />

Den höchsten Katholikenanteil an der Bevölkerung<br />

besitzen die Bistümer Passau<br />

(89,1 %), Regensburg (88,5 %), Würzburg<br />

(61,8 %), Trier (60,4 %) und Augsburg (59,2<br />

%). Die pastorale Struktur in den 27 deutschen<br />

Diözesen ist seit geraumer Zeit größeren<br />

Veränderungen unterworfen. Im<br />

Jahr 2010 gab es insgesamt 11.524 Pfarreien<br />

und sonstige Seelsorgeeinheiten. In der<br />

Pfarrseelsorge arbeiten 15.230 Priester, davon<br />

sind ca. 2.200 Geistliche einem Orden<br />

zugehörig. Hinzu kommen zahlreiche<br />

Diakone und Laien im pastoralen Dienst.<br />

2010 wurden 170.339 Menschen durch<br />

die Taufe in die Gemeinschaft der Katholischen<br />

Kirche aufgenommen; im gleichen<br />

Jahr empfingen 224.932 Kinder die<br />

Erstkommunion. Zur Realität gehört aber<br />

auch, dass die zahlreichen Austritte aus<br />

der öffentlich-rechtlichen Körperschaft in<br />

den letzten Jahren das soziale Leistungsvermögen<br />

der Kirche geschwächt haben.<br />

Allerdings konnte im Jahr 2010 die katholische<br />

Kirche 7.403 Wiedereintritte von<br />

Erwachsenen verzeichnen. Sowohl bei<br />

den Austritten, als auch bei den Wiederaufnahmen<br />

registrieren die deutschen<br />

Bundesländer Bayern und Nordrhein-<br />

Westfalen die höchsten Quoten. Vielleicht<br />

interessant zu wissen ist auch die Tatsache,<br />

dass sich in Deutschland sonntags<br />

3,1 Millionen Katholiken in Bewegung setzen,<br />

um einen Gottesdienst zu besuchen.<br />

•<br />

Die katholischen Hilfswerke<br />

Nach der unsäglichen Katastrophe<br />

des Zweiten Weltkriegs und den großen<br />

Zerstörungen haben die Deutschen Hilfe<br />

zum Überleben von außen erfahren. Der<br />

Wiederaufbau und das Wirtschaftswachstum<br />

haben schon in den fünfziger Jahren<br />

die deutschen Christen bewogen, ihre<br />

Dankbarkeit in konkreten Werken für<br />

hilfsbedürftige Menschen in aller Welt zu<br />

Benedikt XVI.: Ein<br />

deutscher Papst<br />

spricht im Deutschen<br />

Bundestag<br />

Literaturhinweise<br />

. Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen<br />

1 und Fakten 2010/11. Hrsg. vom Sekretariat<br />

der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn,<br />

September 2011 (Arbeitshilfe 249).<br />

. Ansprache Seiner Heiligkeit Papst Benedikt<br />

XVI. im Deutschen Bundestag in der<br />

2<br />

Reihe: „Verlautbarungen des Apostolischen<br />

Stuhls“, Nr. 189, hrsg. Vom Sekretariat der<br />

Deutschen Bischofskonferenz, Bonn, September<br />

2011.<br />

zeigen. Die Hilfe zur Linderung existentieller<br />

Nöte der Menschen und zum Abbau<br />

sozialer Ungerechtigkeiten hat sich zu einer<br />

partnerschaftlichen Zusammenarbeit<br />

entwickelt, für die heute – neben vielen<br />

kleineren Initiativen – die großen katholischen<br />

Hilfswerke stehen. Es können hier<br />

nur einige Beispiele genannt werden:<br />

Adveniat hat Projekte in Lateinamerika<br />

und in der Karibik mit über 37 Millionen<br />

Euro gefördert (2009/10). Das Bonifatiuswerk<br />

der deutschen Katholiken brachte<br />

zuletzt 10 Millionen Euro für die Diaspora-Seelsorge<br />

auf. Caritas International,<br />

das katholische Hilfswerk für Not- und Katastrophenhilfe<br />

im deutschen Caritas-Verband,<br />

konnte 2010 mit Einnahmen durch<br />

Spenden und Kollekten in Höhe von 49<br />

Mio. Euro weltweit viel Gutes tun. Das<br />

Kindermissionswerk Die Sternsinger unterstützte<br />

Projekte für Not leidende Kinder<br />

in vielen Teilen der Welt dank eines<br />

Spendenaufkommens von 71 Millionen<br />

Euro. Mit einem ähnlich hohen Haushalt<br />

konnte Misereor, das deutsche katholische<br />

Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit<br />

in Afrika, Asien Lateinamerika<br />

und Ozeanien, seinem Auftrag entsprechen.<br />

Ebenfalls in Afrika, Asien und Ozeanien<br />

wirkt das internationale katholische<br />

Missionswerk Missio, allerdings mit dem<br />

Schwerpunkt der Unterstützung kirchlicher<br />

Projekte, die die Ortskirchen allein<br />

nicht schultern können. Das Spendenaufkommen<br />

des Werkes, das seinen Sitz in<br />

München und in Aachen hat, betrug 2010<br />

ca. 45 Millionen Euro. Schließlich half das<br />

Werk Renovabis, die Hilfsorganisation der<br />

deutschen Katholiken für die ehemals<br />

kommunistischen Länder Mittel-, Ostund<br />

Südeuropas, den dort lebenden Menschen<br />

und ihren Anliegen im Jahr 2010<br />

mit Zuwendungen in der Höhe von ca. 29<br />

Millionen Euro. Außer diesen wichtigsten<br />

katholischen Hilfsorganisationen kümmert<br />

sich auch die gemeinsame Arbeitsstelle<br />

von evangelischer und katholischer<br />

Kirche für die Abwicklung entwicklungspolitischer<br />

Zusammenarbeit um die Unterstützung<br />

und Durchführung von Projekten<br />

in Mittel- und Lateinamerika sowie<br />

in der Karibik, in Afrika, in Asien und in<br />

Ozeanien. Die Arbeit dieser „Zentralstelle<br />

für Entwicklungshilfe“ wird durch Mittel<br />

des Bundesministeriums für wirtschaftliche<br />

Zusammenarbeit und Entwicklung<br />

gefördert.<br />

Zum Bild Deutschlands in der internationalen<br />

Gemeinschaft gehört auch sein<br />

christlich-kulturelles Profil und weltweites<br />

Engagement zugunsten anderer. Christen<br />

aus Deutschland sind in vielen Teilen<br />

der Welt als Botschafter der Menschlichkeit<br />

geschätzt. Auch der Autor dieser Zeilen<br />

hat wiederholt erfahren dürfen, wie<br />

dankbar Menschen für konkrete Hilfe<br />

aus Deutschland sind. Solche Erfahrungen<br />

ermutigen und sind motivierend. Er<br />

läßt uns aber auch selber dankbar sein<br />

für den Wohlstand, für die Stabilität und<br />

die Sicherheit, die wir in Deutschland, in<br />

Österreich und in unserer großen europäischen<br />

Heimat genießen dürfen. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 65


Diplomatie<br />

kasachstan<br />

Facts<br />

Kasachstan<br />

Die Republik Kasachstan ist<br />

das flächenmäßig neuntgrößte<br />

Land und gleichzeitig<br />

der größte Binnenstaat<br />

der Erde. Mit 16 Millionen<br />

Einwohnern ist Kasachstan<br />

jedoch nur dünn besiedelt.<br />

1990 erlangte Kasachstan<br />

seine Unabhängigkeit<br />

von der Sowjetunion. Seit<br />

damals ist Nursultan Nasarbajew<br />

Staatspräsident.<br />

2010 führte Kasachstan als<br />

erstes muslimisches und<br />

erstes ex-sowjetisches Land<br />

den Vorsitz bei der OSZE.<br />

Für Österreich ist das Land<br />

einer der wichtigsten Erdöllieferanten.<br />

Kasachstan bleibt ein regionaler<br />

Stabilitätsfaktor<br />

Im Jänner hat Kasachstan vorgezogene Parlamentswahlen<br />

durchgeführt. Zwar konstatierte<br />

die OSZE demokratiepolitische Defizite beim Urnengang,<br />

doch das ändert nichts daran, dass das<br />

rohstoffreiche Steppenland ein unverzichtbarer<br />

Stabilitätsfaktor in der Region ist.<br />

Text von Hermine Schreiberhuber<br />

Die größte der zentralasiatischen<br />

Republiken spielt eine bedeutsame<br />

Rolle in einem Umfeld, das<br />

geopolitisch wichtige Staaten<br />

umfasst – wie China und Russland,<br />

den Iran und Afghanistan.<br />

Außenminister Yerzhan Kazykhanov machte im<br />

Gespräch mit ausländischen Journalisten, die er<br />

am Rande der Wahlen zu einem Gespräch empfing,<br />

klar, dass Kasachstan seine geostrategischen<br />

Aufgaben ernst nimmt.<br />

Durch seinen Verzicht auf Atomwaffen sieht<br />

sich Kasachstan als Vorbild für den Iran, der mit<br />

dem Westen einen Konflikt ausficht. Nach der<br />

Unabhängigkeit von der UdSSR vor zwanzig Jahren<br />

schloss Kasachstan das Testgelände Semipalatinsk.<br />

Den nuklearen Ambitionen Teherans kann<br />

Astana nichts abgewinnen. „Wir ermutigten die<br />

Iraner zur Abrüstung“, betonte Kazykhanov. Im<br />

Atomkonflikt befürwortet Kasachstan eine diplomatische<br />

Lösung.<br />

•<br />

Eurasische Union mit wichtigem<br />

Partner Russland<br />

Mit Russland teilt Kasachstan nicht nur die<br />

66 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

kasachstan<br />

Im Zentrum der Hauptstadt Astana<br />

längste Landgrenze der Welt. Enge Handelsbeziehungen<br />

und ein dichtes Vertragsnetz<br />

verbinden beide Staaten, aber<br />

auch die 27 Prozent starke russische Bevölkerungsgruppe<br />

in Kasachstan. Kazykhanov:<br />

„Die Zollunion mit Russland ist<br />

für den Zugang zu den Weltmärkten sehr<br />

wichtig.“ Regionale politische Probleme<br />

ließen sich nur gemeinsam mit den Nachbarn<br />

Russland und China lösen.<br />

Kazykhanov unterstrich die wirtschaftliche<br />

Bedeutung der Eurasischen Union,<br />

der auch Russland und Weißrussland<br />

angehören. Der gemeinsame Wirtschaftsraum<br />

erfasse eine hohe Bevölkerungszahl.<br />

Zudem habe Kasachstan keinen Zugang<br />

zum Meer. Es wolle sich aber von einem<br />

Rohstofflieferanten zu einem Industriestaat<br />

entwickeln. Investoren sollen mit<br />

günstigen Körperschaftssteuern angelockt<br />

werden.<br />

•<br />

Erweiterte strategische Partnerschaft<br />

mit der EU<br />

Mit der EU, dem wichtigsten Handelspartner,<br />

strebt Kasachstan eine erweiterte<br />

strategische Partnerschaft an. In Sachen<br />

Energieversorgung wolle sein ressourcenreiches<br />

Land Europa entgegenkommen,<br />

merkte Kazykhanov an. Das neue Partnerschaftsabkommen<br />

mit der Europäischen<br />

Union soll umfassender sein als das ausgelaufene<br />

und auch politische Agenden<br />

umfassen. Kazykhanov verwies auf Gespräche<br />

mit der EU-Außenbeauftragten<br />

»Mit der EU,<br />

dem wichtigsten<br />

Handelspartner,<br />

strebt<br />

Kasachstan eine<br />

erweiterte strategische<br />

Partnerschaft<br />

an.<br />

Hermine «<br />

Schreiberhuber<br />

Catherine Ashton und einen geplanten<br />

Deutschland-Besuch von Staatschef Nursultan<br />

Nasarbajew.<br />

Afghanistan bleibt für Kasachstan ein<br />

Anliegen, betonte der Minister. Nach dem<br />

US-Truppenabzug sieht er „größere Verantwortung<br />

bei den Regierungen der regionalen<br />

Staaten“. Die Transitabkommen<br />

funktionierten, auch Usbekistan und<br />

Russland unterstützten die nördlichen<br />

Versorgungslinien. In Kooperation mit Kabul<br />

setzt Kasachstan auch seine humanitäre<br />

Unterstützung für die Afghanen fort.<br />

•<br />

Internationale Positionierung<br />

in OSZE und UNO<br />

International will sich die führende<br />

Regionalmacht in Zentralasien weiterhin<br />

stark positionieren. In seiner OSZE-<br />

Präsidentschaft 2010 bewies Kasachstan<br />

Qualitäten als Krisenmanager und verhinderte<br />

nach den Unruhen in Kirgistan<br />

eine Destabilisierung der gesamten Region.<br />

Derzeit führt es den Vorsitz in der<br />

Islamischen Konferenz-Organisation. Für<br />

2017/18 bewirbt sich Kasachstan um einen<br />

Sitz im UNO-Sicherheitsrat, für 2017 um<br />

die Austragung der Expo in Astana.<br />

Der multiethnische und multireligiöse<br />

Steppenstaat hat in jüngerer Zeit einige<br />

Anschläge islamischer Extremisten erlebt.<br />

Außenminister Kazykhanov betonte,<br />

die Regierung müsse gegen diese Aktivitäten<br />

mit strengeren Gesetzen vorgehen.<br />

Schärferes Vorgehen ist auch im Kampf<br />

gegen den Drogenhandel das Gebot der<br />

Stunden; hier kooperiert Astana eng mit<br />

dem in Wien ansässigen UNO-Büro zur<br />

Bekämpfung der Drogenkriminalität (UN-<br />

ODC).<br />

Für Staatspräsident Nursultan Nasarbajew<br />

haben die Sicherung von Wirtschaftswachstum<br />

und Stabilität Priorität.<br />

Kasachstan verzeichnete 2011 ein Wirtschaftswachstum<br />

von 7,5 Prozent. Ein beachtliches<br />

Resultat, zumal das Land 2008<br />

eine Wirtschaftskrise durchmachte.<br />

Politischer Fortschritt sei nur bei stabilen<br />

ökonomischen und sozialen Verhältnissen<br />

möglich, betont auch der<br />

Außenminister und frühere Botschafter<br />

Kasachstans in Wien. „Der demokratische<br />

Prozess schreitet fort“, kommentierte Kazykhanov<br />

die Wahlen. Doch wolle Kasachstan<br />

keine anderen Modelle direkt kopieren,<br />

sondern seinen eigenen Weg gehen.<br />

Die OSZE hatte im Vorfeld der Wahlen<br />

beklagt, dass ihre Empfehlungen im neuen<br />

Wahlgesetz zu wenig berücksichtigt<br />

wurden.<br />

•<br />

20 Jahre diplomatische Beziehungen<br />

mit Österreich<br />

Im Februar feierten Kasachstan und<br />

Österreich das 20-jährige Bestehen diplomatischer<br />

Beziehungen. Kasachstan will<br />

die Besuchsdiplomatie vorantreiben. In<br />

Aussicht genommen ist ein Besuch von<br />

Außenminister Michael Spindelegger,<br />

auch an Nationalratspräsidentin Barbara<br />

Prammer wurde eine Einladung ausgesprochen.<br />

Für Herbst sei ein Staatsbesuch Nasarbajews<br />

im Gespräch, wie Botschafter<br />

Kairat Abdrakhmanov, der im Vorjahr<br />

den OSZE-Vorsitz Kasachstans in Wien<br />

erfolgreich managte, signalisiert. Bundespräsident<br />

Heinz Fischer hatte im Dezember<br />

2010 in Astana nach dem OSZE-Gipfel<br />

einen offiziellen Besuch absolviert. Und<br />

2013 soll ein Jahr der Kultur mit regen<br />

beidseitigen Aktivitäten werden. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 67


echo aus dem ausland<br />

new york<br />

New York ist so ähnlich<br />

wie Wien, nur ein bisschen<br />

größer. Soll heißen:<br />

Du musst möglichst vielen<br />

Menschen deine Botschaft<br />

nahe bringen, und<br />

das möglichst präzise. Dann ergibt sich<br />

vieles von selbst. Technokratisch ausgedrückt,<br />

mein Team und ich bemühen uns,<br />

die Textur der Beziehungen durch viele<br />

konkrete Einzelprojekte zu verstärken<br />

und die Intensität des Dialogs zu erhöhen.<br />

Eine Vielzahl von Vorträgen höchster österreichischer<br />

Vertreter an den Ivy League<br />

Universitäten war mein erklärtes Ziel. Hier<br />

konnte schon viel erreicht werden. Bundespräsident<br />

Heinz Fischer in Harvard vor<br />

500 höchst interessierten Zuhörern war sicherlich<br />

einer der Höhepunkte. Außenminister<br />

Michael Spindelegger in Princeton,<br />

Der Ball muss<br />

in Bewegung<br />

bleiben<br />

Österreichs Generalkonsul in New York,<br />

Dr. Ernst-Peter Brezovszky, über die verdienstvolle<br />

Aufgabe, die austro-amerikanischen<br />

Beziehungen mit Leben zu erfüllen.<br />

Gastbeitrag von Generalkonsul Ernst-Peter Brezovszky<br />

„Der Mann mit dem Fagott“ im<br />

MOMA, v.l.n.r. Regisseur Miguel Alexandre,<br />

Udo Jürgens, Produzententeam<br />

Regina Ziegler (Köln) und Klaus Graf<br />

(Klagenfurt), Peter Brezovszky<br />

Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny<br />

in Harvard, Yale, Princeton, WKÖ-Präsident<br />

Christoph Leitl am MIT Boston und<br />

in Harvard, Finanzstaatssekretär Andreas<br />

Schieder an der Columbia University. Jede<br />

dieser Reden führte auch zu einem besseren<br />

Verständnis, wofür Österreich in Europa<br />

und der Welt heute steht. Diese Projekte<br />

werden fortgesetzt.<br />

•<br />

Schwerpunkt jüdische<br />

Organisationen<br />

Ein weiterer Schwerpunkt war für<br />

mich von Beginn an eine viel proakti-<br />

vere Zusammenarbeit mit den weltweit<br />

bedeutenden jüdischen Organisationen<br />

in New York. Auch hier nur ein paar Beispiele:<br />

Eine gemeinsame Hanukkah Feier<br />

mit dem American Jewish Committee<br />

(AJC) und seinem Exekutivdirektor David<br />

Harris im Generalkonsulat für 200 junge<br />

Besucher. Eine nachdenkliche Roundtable-Diskussion,<br />

wiederum bei uns, mit<br />

dem Nationalen Direktor der Anti Defamation<br />

League (ADL), Abe Foxman, der<br />

Generalsekretärin des Österreichischen<br />

Nationalfonds, Hannah Lessing, und dem<br />

Präsidenten der Jerusalem Foundation/<br />

Österreich, Peter Jankowitsch. Schließlich<br />

eine gemeinsame Gedenkfeier vor<br />

500 Teilnehmern mit dem grandiosen<br />

Rabbi Arthur Schneier, dem israelischen<br />

Generalkonsul in New York, Botschafter<br />

Ido Aharoni, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg<br />

und der wunderbaren Künstlerin<br />

Timna Brauer in der Park East Synagogue<br />

waren ebenfalls berührende und wichtige<br />

Momente mit hohem Follow Up-Potential.<br />

•<br />

Offensive Informationspolitik<br />

Ein dritter Schwerpunkt ist für mich<br />

eine konsequente offensivere Informationspolitik.<br />

Immerhin ist New York ja der<br />

68 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


echo aus dem ausland<br />

new york<br />

1 2<br />

1 Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner, Philadelphia-Bürgermeister Michael Nutter, Peter Brezovszky 2 Abendessen für William Eacho III in der offiziellen Residenz des Generalkonsuls: Peter<br />

Brezovszky, Donna Eacho, Rabbi Arthur Schneier, William Eacho III, Sir Clive Gillinson (Direktor Carnegie Hall) 3 Max und Sissi Strauss (Metropolitan Opera), Kulturministerin Claudia Schmied, Peter<br />

Brezovszky 4 Außenpolitik-Roundtable im Generalkonsulat: Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger und Generalkonsul Peter Brezovszky treffen interessierte AuslandsösterreicherInnen<br />

Fotos: Karin Kohlberg, Österreichisches Generalkonsulat in New York, Meinrad Hofer<br />

Sitz mehrerer internationaler Leitmedien. Mittlerweile<br />

war ich fünf Mal in der New York Times,<br />

darunter mit drei Leserbriefen zu Österreichs<br />

wirtschaftlicher Situation, Wien als internationalem<br />

Amtssitz und Kongressstandort sowie Österreichs<br />

Donauraum- und Schwarzmeer-Politik.<br />

Aber auch ein ausführliches Interview in der angesehenen<br />

Wochenzeitung „Jewish Press“ konnte<br />

vieles über österreichische Standpunkte heute<br />

deutlich machen. Österreichische Spitzenpolitiker<br />

suchen den kontinuierlichen Kontakt mit den<br />

hervorragenden Österreicherinnen und Österreichern,<br />

aber auch internationalen Gesprächspartnern<br />

in meinem Amtsbereich. Das gehört, wie ich<br />

immer ernst gemeint scherze, ebenfalls zu dem<br />

Sauerstoff, von dem ich lebe. In Roundtable-Diskussionen<br />

am Generalkonsulat und Empfängen<br />

in meiner Residenz kam es in den letzten zweieinhalb<br />

Jahren zu zahlreichen Veranstaltungen und<br />

Gesprächen. Die Menschen sind für diese immer<br />

sehr inhaltsreichen Begegnungen mit ihren Spitzenpolitikern<br />

sehr dankbar. Oft ergeben sich dabei<br />

aus Kontakten Follow Up-Möglichkeiten, die<br />

wir alle vorher nicht gesehen hätten. So konnte<br />

die Initiative „Gender Budgeting“ der österreichischen<br />

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek<br />

»Mein Team und<br />

ich bemühen<br />

uns, die Textur<br />

der Beziehungen<br />

zu den USA<br />

zu verstärken<br />

und die Intensität<br />

des Dialogs<br />

zu erhöhen.<br />

«<br />

Ernst-Peter<br />

Brezovszky<br />

3 4<br />

im vielgelesenen Newsletter der European American<br />

Chamber of Commerce untergebracht werden.<br />

Auch das verstärkt die Textur.<br />

•<br />

Der Mann mit dem Fagott<br />

in New York<br />

Im kulturellen Bereich war ein besonders berührender<br />

Moment die Präsentation der verfilmten<br />

Familiengeschichte des österreichischen Ausnahmekünstlers<br />

Udo Jürgens, „Der Mann mit dem<br />

Fagott“, im Kino des weltberühmten MOMA, des<br />

Museum of Modern Art. Bei dem Empfang in meiner<br />

Residenz trafen danach Udo Jürgens selbst,<br />

der Regisseur Miguel Alexandre, die deutsche Produzentin<br />

Regina Ziegler und der österreichische<br />

Produzent Klaus Graf auf etwa 100 begeisterte<br />

Gäste. Das war gelebte österreichisch-deutsche<br />

Freundschaft. Auch für die Zukunft gilt eine<br />

alte Grundregel des Fußballs, die erstaunlich oft<br />

auch in der Außenpolitik anwendbar ist: der Ball<br />

muss immer in Bewegung bleiben. Österreich hat<br />

in den USA einen sehr guten Ruf, ebenso wie es<br />

umgekehrt der Fall ist. Man muss die exzellenten<br />

Beziehungen aber täglich mit Leben erfüllen. Auf<br />

vielen verschiedenen Ebenen und in vielen verschiedenen<br />

Bereichen.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 69


Diplomatie<br />

ÖGAVN<br />

Highlights aus der<br />

Stallburg<br />

Dr. Saeb Erakat<br />

Dr. Kardinal Schönborn, Dr. Fuat Sanac<br />

Mitgliedschaft<br />

Der Clubraum der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN) in der Stallburg der Wiener Hofburg war<br />

in den vergangenen Monaten Austragungsstätte<br />

für eine Vielzahl an Events.<br />

Text: ÖGAVN<br />

Seit 1945<br />

Alle Personen, die am<br />

internationalen Geschehen<br />

interessiert sind und zur<br />

Stärkung der Vereinten<br />

Nationen beitragen wollen,<br />

können ordentliche Mitglieder<br />

der Österreichischen<br />

Gesellschaft für Außenpolitik<br />

und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN) werden.<br />

Daneben sind Unternehmen<br />

und andere Institutionen<br />

eingeladen, als unterstützende<br />

Mitglieder beizutreten.<br />

Wenn Sie Interesse an<br />

einer Mitgliedschaft haben,<br />

wenden Sie sich bitte an:<br />

Österreichische Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und<br />

die Vereinten Nationen<br />

(ÖGAVN)<br />

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse<br />

2/2. OG, A-1010<br />

Wien<br />

Tel. +43-(0)1-535 46 27<br />

E-Mail: office@oegavn.org,<br />

www.oegavn.org<br />

Magazin <strong>Society</strong><br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

hat mit dem Magazin SO-<br />

CIETY als offizielles Organ<br />

schon seit 1995 fungiert und<br />

übt seitdem mit verschiedensten<br />

Aktivitäten den<br />

Brückenschlag zwischen Österreich<br />

und den Vereinten<br />

Nationen aus. Auf Vorschlag<br />

von Altbundeskanzler Dr.<br />

Wolfgang Schüssel wird die<br />

Kooperation zwischen dem<br />

Magazin SOCIETY und der<br />

ÖGAVN fortgesetzt. SOCIE-<br />

TY ist zu hundert Prozent im<br />

Eigentum der Tauchhammer<br />

KG/Mag. Gertrud Tauchhammer.<br />

Fast täglich finden mittlerweile Veranstaltungen<br />

der ÖGAVN oder deren<br />

unabhängigen Jugend- und Studierendenorganisation,<br />

dem Akademischen<br />

Forum für Außenpolitik (AFA), statt.<br />

•<br />

Von der Politik in die Hochfinanz<br />

Neben zahlreichen in- und ausländischen<br />

Experten begrüßte die ÖGAVN im April Kaspar<br />

Villiger, den ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten<br />

und Präsidenten des Verwaltungsrates der<br />

UBS AG. In rund vierzig Minuten referierte er zum<br />

Thema „Hat der Kapitalismus abgedankt?“ und<br />

präsentierte Gedanken eines mittelständischen<br />

Unternehmers, den es zuerst in die Politik und<br />

nachher in die Hochfinanz verschlug. Die Marktwirtschaft<br />

soll nach seiner Meinung nicht darauf<br />

abzielen, einer kleinen Minderheit von Reichen<br />

Geld zu bringen sondern Wohlfahrt ermöglichen,<br />

um der Gesamtheit der Bevölkerung zu dienen.<br />

Sie kann nur funktionieren wenn sich auch alle<br />

wettbewerbsgemäß korrekt verhalten. Nur mit<br />

Solidarität ist auch ein Sozialstaat möglich. Wer<br />

sozial abgesichert ist, geht auch viel mehr Risiken<br />

ein, was das Wachstum verstärkt.<br />

•<br />

Chances for Peace<br />

In April the Chief Palestinian Negotiator in<br />

the Palestinian-Israeli conflict, Dr. Saeb M. Erakat<br />

(Member of the Executive Committee of the PLO),<br />

stated that Arabs need democracy and peace, and<br />

that they are ready for them. It is essential that<br />

the western countries and the Arab World define<br />

their interests - a balance which is strongly required.<br />

Mr. Erakat claims that the western world<br />

should take what is happening in the Arab countries<br />

as opportunity to establish strong western<br />

and Arab relations. For the Arab countries the EU<br />

is a main partner and so it will be in the future.<br />

S.D. Hans-Adam II., I.D. Maria-Pia Kothbauer,<br />

Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel<br />

•<br />

S.D. Hans-Adam II. besucht<br />

die Stallburg<br />

Ein weiterer Höhepunkt der ersten Jahreshälfte<br />

war der Besuch S.D. Hans-Adam II. Fürst von<br />

und zu Liechtenstein in der Stallburg im Mai. Er<br />

referierte zum Thema „Der Staat im dritten Jahrtausend“.<br />

Der Staat muss seiner Meinung nach<br />

zu einem wettbewerbsfähigen Dienstleistungsunternehmen<br />

werden. Die zukünftigen Aufgaben<br />

des Staates sollten sich nur auf folgende Punkte<br />

beschränken: Außenpolitik, Aufrechterhaltung<br />

der Ordnung, Bildungswesen sowie die Finanzverwaltung.<br />

•<br />

Dialog der Religionen<br />

Jeden Montag Abend hält das Akademische Forum<br />

für Außenpolitik (AFA) sein Global Advancement<br />

Programme (GAP), einen Lehrgang für dreißig<br />

ausgewählte engagierte Studierende, in der<br />

Stallburg ab. Im heurigen zweiten Jahrgang waren<br />

wieder zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter<br />

aus Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Wissenschaft<br />

und Medien zu Gast. Jüngstes Highlight: Der Besuch<br />

von Dr. Christoph Kardinal Schönborn und<br />

dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft<br />

in Österreich Dr. Fuat Sanac. •<br />

70 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

Welcome to Austria<br />

Foto: WA, Jungwirth<br />

Highlights of WA<br />

Highlights of the recent WA programmes were<br />

two special excursions, one to Stift Klosterneuburg<br />

in the vicinity of Vienna, and a two day excursion<br />

to the Czech Republic.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Two day excursion to the Czech Republic<br />

Welcome to Austria” once<br />

again met its claim of<br />

being an international<br />

platform with the purpose<br />

of introducing foreign<br />

diplomats and international<br />

civil servants to Austrian history and<br />

culture past and present. This spring it offered an<br />

amazing list of programmes and events, from arts<br />

to cuisine, history and music, as well as German<br />

conversation.<br />

•<br />

Stift Klosterneuburg<br />

As a final highlight of the series “The Gothic<br />

Age in Austria” WA visited Stift Klosterneuburg<br />

where the participants could study the exquisite<br />

enamel and gold Verdun altar from 1180, as well<br />

as the highly important altarpiece by the Albrechtsmaster<br />

in the chapel. There was also a guided<br />

tour through the newly opened museum and a<br />

spring lunch in the Stiftskeller.<br />

•<br />

South Bohemia<br />

Another highlight was the “Two Day Castle &<br />

Monastery Tour to Southern Bohemia”. WA organised<br />

a comprehensive tour from Vienna via Linz to<br />

beautiful Czesky Krumlov (former Krumau) with<br />

a visit of the famous Burg (former Schwarzenberg<br />

Castle) with its lovely “Schlosstheater” and of the<br />

Schiele Museum. On the way to Budejovice (Bud-<br />

weis), where the night was spent, “Zlata Koruna”<br />

(Goldenkron), an important monastery, was visited.<br />

The following day included a guided tour of<br />

Castle Hluboka (Frauenberg an der Moldau), a<br />

drive via Jindrichuv Hradec (Neuhaus) to beautiful<br />

Telc, where WA had lunch and visited the Podstatsky<br />

hunting lodge, followed by a journey to<br />

and visit of Vranov (Frein an der Thaya), a Baroque<br />

castle built by Fischer von Erlach.<br />

•<br />

Lectures and meetings<br />

In the Clubroom of WA interesting lectures<br />

took place, such as “Austria in Bhutan”, a talk<br />

given by Marie Christine Weinberger, Honorary<br />

Consul of Bhutan in Austria.<br />

Well-known historian Oliver Rathkolb talked<br />

about “Austrian Identity after 1945”.<br />

Margit Fischer, wife of the Austrian Federal<br />

President, kindly organised a special meeting for<br />

WA in the Präsidentschaftskanzlei with a short<br />

briefing on the Social Network in Austria. The<br />

Ministry for Social Affairs, Caritas Austria, Volkshilfe<br />

and the privately managed “Vinzirast” gave<br />

surveys of their activities.<br />

•<br />

Stift Klosterneuburg<br />

„The Gothic Age<br />

in Austria“<br />

Welcome<br />

to Austria<br />

WA “Welcome to<br />

Austria” was founded<br />

in 1997 by Dr. Benita<br />

Ferrero-Waldner, who<br />

was then State Secretary<br />

for Foreign Affairs,<br />

with the overriding<br />

objective of introducing<br />

foreign diplomats and<br />

international<br />

civil servants assigned to<br />

Vienna and their spouses to<br />

the Austrian way of life. The<br />

aims of WA are to promote<br />

the awareness and understanding<br />

of Austria’s rich<br />

heritage of culture and history<br />

past and present. WA<br />

would welcome newly accredited<br />

diplomats and their<br />

spouses to join the club.<br />

•<br />

WA invites you to join:<br />

■ You will meet many<br />

interesting Austrians in a<br />

relaxed atmosphere and<br />

make new friends.<br />

■ You will be offered a<br />

wide choice of excellent<br />

programmes and learn<br />

a great deal about your<br />

host country.<br />

■ You will be invited to private<br />

homes and through<br />

WA events you will enjoy<br />

many things which you<br />

would not have access to<br />

outside our Association.<br />

•<br />

THE BOARD OF<br />

“WELCOME TO AUSTRIA”<br />

Dr. Benita Ferrero-Waldner<br />

Founding President •<br />

Foreign Minister Dr. Michael<br />

Spindelegger – President •<br />

Gabrielle Schallenberg –<br />

First Vice President - History,<br />

Art •<br />

Dr. Monika Türk – Second<br />

Vice President •<br />

Mag. Stephan Hofstätter –<br />

Treasurer •<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

– Public Relations, “Schriftführerin”<br />

•<br />

Dr. Elisabeth Wolff – Music •<br />

Dr. Heide Almoslechner –<br />

German •<br />

Anne Thun-Hohenstein –<br />

History, Art •<br />

Dr. Stefanie Winkelbauer –<br />

Applied Arts, Cuisine •<br />

Mag. Adelaida Calligaris –<br />

Liaison Officer<br />

•<br />

OFFICE HOURS<br />

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.<br />

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.<br />

Gabriela Znidaric, Secretary<br />

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse<br />

2, 1010 Vienna<br />

Phone: +43-(0)1-535 88 36,<br />

Fax: +43-(0)1-535 88 37<br />

E-mail: office@welcome-toaustria.org<br />

www.welcome-to-austria.org<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 71


Diplomatie<br />

Bericht<br />

Ausgangspunkt war Cheyenne,<br />

die Hauptstadt<br />

von Wyoming. Dieser<br />

Bundesstaat steigt von<br />

den Great Plains im Osten<br />

zu den Rocky Mountains<br />

hin an und gehört zu den am dünnsten<br />

besiedelten Gegenden der USA. Das<br />

Straßenbild von Cheyenne ist vor allem an<br />

den Wochenenden von Cowboys geprägt,<br />

die von den benachbarten Ranches zum<br />

Einkaufen und Vergnügen in die Stadt<br />

kommen. Der damalige Gouverneur von<br />

Wyoming, James Geringer, lud uns zu einem<br />

Rodeo ein. Dies ist eine Art Volksfest<br />

mit typischen Wild-West-Vorführungen.<br />

So werden beispielsweise Wildpferde eingefangen,<br />

auf denen Cowboys ohne Sattel<br />

zu reiten versuchen.<br />

Von Cheyenne fuhren wir mit einem<br />

Mietauto über eine Bergkette bis an den<br />

Fuß der Grand Tetons, einem spektakulären<br />

Bergmassiv, und übernachteten dort<br />

auf einer Ranch, wo wir in der Nacht eher<br />

unheimlich klingende Laute wilder Tiere<br />

hörten. Die Reise führte uns weiter durch<br />

den Yellowstone Park, den ältesten Nationalpark<br />

der USA mit seinen berühmten<br />

heißen Quellen, den Geysiren.<br />

•<br />

Mit Jane Fonda und Ted<br />

Turner auf der Bisonfarm<br />

Das nächste Quartier schlugen wir in<br />

Bozeman, Montana, auf. Etwa zwei Stunden<br />

außerhalb der Stadt hatte Ted Turner,<br />

der Gründer des Nachrichtensenders<br />

CNN, großen Grundbesitz erworben und<br />

wohnte dort, jedenfalls zeitweilig, mit seiner<br />

damaligen Frau Jane Fonda. Sein spezielles<br />

Hobby ist die Züchtung von Bisons.<br />

In den USA gab es ursprünglich Millionen<br />

Bisons, die Ende des 19. Jahrhunderts auf<br />

weniger als tausend Exemplare dezimiert<br />

worden waren. Ted Turner ist heute der<br />

weltweit größte private Bisonzüchter und<br />

hält mit rund 50.000 Tieren etwa ein Siebtel<br />

des gesamten Weltbestandes.<br />

Ted Turner und Jane Fonda luden uns<br />

zu einem Mittagessen mit Bisonsteaks auf<br />

ihrer Ranch ein. Anschließend zeigten sie<br />

uns auf einer Fahrt, die mit ihrem Landrover<br />

ziemlich steil bergauf und bergab ging,<br />

Teile ihres Besitzes. Wir hielten auf einem<br />

Hügel, der von Indianern für ihre Visionssuche<br />

aufgesucht wird. Der „Vision quest“<br />

ist ein Übergangsritual, dem sich junge<br />

Männer an der Schwelle zum Erwachsenwerden<br />

unterziehen. Sie setzen sich an einem<br />

einsamen Ort für mehrere Tage dem<br />

Nahrungs- und Schlafentzug aus, bis sie<br />

in einen halluzinativen Zustand geraten<br />

und vor ihrem geistigen Auge Bilder se-<br />

Im Wilden<br />

Westen<br />

Eine besonders schöne Reise in den USA<br />

im Jahr 1995 führte meinen Mann und<br />

mich in den „Wilden Westen“, nach Wyoming<br />

und Montana.<br />

Text von Monika Türk<br />

hen. Diese besprechen sie sodann mit dem<br />

Schamanen ihres Stammes, der ihnen<br />

hilft, daraus ihren eigenen Lebenstraum,<br />

ihre Lebensaufgabe zu finden.<br />

•<br />

Ein indianisches Teepee und<br />

ein Grizzlybär<br />

Von Bozeman fuhren wir weiter nach<br />

Helena, der Hauptstadt von Montana. Wir<br />

besuchten dort den römisch-katholischen<br />

Bischof, der uns seine Kirche zeigte, die<br />

der Votivkirche in Wien nachempfunden<br />

ist. Zu unserer Überraschung wusste der<br />

Bischof sehr gut Bescheid über die damaligen<br />

Turbulenzen in der Katholischen<br />

Kirche Österreichs und wusste auch schon<br />

den uns noch nicht bekannten Namen des<br />

nächsten Erzbischofs von Wien.<br />

Danach ging die Fahrt weiter durch<br />

Mit Jane Fonda und Ted<br />

Turner auf der Bisonranch<br />

den grenzüberschreitenden Waterton Glacier<br />

International Peace Park. Wir kamen<br />

an einem indianischen „trading post“<br />

vorbei und kauften ein Teepee, ein indianisches<br />

Zelt, das wir nach Washington<br />

schicken ließen. Bei einer Wanderung im<br />

Nationalpark konnten wir einen Grizzlybären<br />

aus allernächster Nähe beobachten<br />

– mit mulmigem Gefühl.<br />

Den Abschluss der Reise bildete ein<br />

Aufenthalt im „Prince of Wales“ Hotel auf<br />

der kanadischen Seite des Nationalparks.<br />

Es erschien fast unwirklich, nach stundenlangem<br />

Fahren durch einsame Landschaften<br />

plötzlich ein solch stattliches, schlossähnliches<br />

Gebäude im schottischen Stil<br />

zu erblicken. Es war in den 1930er Jahren<br />

im Hinblick auf einen Besuch des Prinzen<br />

von Wales erbaut worden, der allerdings<br />

niemals dorthin kam.<br />

•<br />

72 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


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Fichtegasse 5/Ecke Hegelgasse<br />

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Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Event-highlights der Diplomatie<br />

Algerien: Nationalfeiertag<br />

Die Botschafterin der Republik Algerien,<br />

I.E. Taous Feroukhi, lud anlässlich des<br />

Nationalfeiertags zu einem feierlichen Empfang<br />

ein.<br />

S.E. Mohamad Alshamsi (VAE), S.E. Abdulhakim<br />

Al-Eryani (Jemen), Botschafter Ali El Mansouri<br />

(UN Katar), S.E. Dr. Ahmed Menesi (Libyen)<br />

I.E. Taous Feroukhi begrüßt die Gäste<br />

S.E. Dr. Jan Koukal (Tschechien), S.E. Dr. Hans-Henning<br />

Blomeyer-Bartenstein (Deutschland), S.E. Andrij<br />

Bereznji (Ukraine), S.E. Philippe Carré (Frankreich)<br />

Belgien: Königstag<br />

S.E. Ayse Sezgin (Türkei),<br />

S.E. Gordan Bakota (Kroatien)<br />

Royale Stunden feierten<br />

Gastgeber<br />

S.E. Botschafter Frank<br />

Recker und Gattin am<br />

Königstag in der belgischen<br />

Residenz.<br />

S.E. Khamkheuang<br />

Bounteum (Laos),<br />

S.E. Thiep Nguyen<br />

(Vietnam)<br />

Die Receiving Line<br />

Türkei: Nationalfeiertag<br />

Die neue Botschafterin der Türkei, I.E. Ayse Sezgin, lud anlässlich<br />

des 88. Jahrestages der Gründung der Republik Türkei<br />

zum Empfang in die Botschaft ein.<br />

S.E. Frank Recker mit Gattin<br />

I.E. Ayse Sezgin und Botschaftsrat<br />

Bülent Karadeniz<br />

S.E. Milovan Bozinovic<br />

(Serbien), S.E. Andrij Bereznji<br />

(Ukraine)<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl<br />

74 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Kasachstan: 20 Jahre<br />

Unabhängigkeit<br />

Zwanzig Jahre Unabhängigkeit feierte<br />

die Republik Kasachstan mit einem<br />

Fest, bei dem die Unterhaltung nicht zu<br />

kurz kam. S.E. Kairat Abdrakhmanov und<br />

Gattin freuten sich über die zahlreichen<br />

Besucher der Feier im Ballsaal des Grand<br />

Hotels.<br />

Traditionelle<br />

Tracht<br />

Die Receiving Line<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov mit Gattin<br />

Botschafter Zoran Dabik (UN<br />

Mazedonien), S.E. Prof. Gjorgji<br />

Filipov (Mazedonien)<br />

DI Alexander Ristic (Ö. Staatsdruckerei),<br />

Chargé d’Affaires Ravshanbek<br />

Duschanov (Usbekistan)<br />

Oman: Nationalfeiertag<br />

S<br />

.E. Botschafter Dr. Badr M. Al-Hinai lud anlässlich des 41.<br />

Nationalfeiertags des Sultanats Oman zu einem Empfang<br />

in das Grand Hotel ein.<br />

VAE: Nationalfeiertag<br />

Botschaftsrat Ali Mohammed Ali<br />

Almarzooqi, S.E. Mohamad Alshamsi<br />

Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, S.E. Mohammed<br />

Hamad Omran Alshamsi, lud zur Feier des 40. Nationalfeiertags<br />

der VAE zu einem Empfang in das Wiener Grand<br />

Hotel ein.<br />

S.E. Alejandro Diaz (Mexiko), Botschafterin<br />

Melitta Schubert (BMEIA)<br />

S.E. William Eacho<br />

III mit Gattin (USA)<br />

S.E. Dr. Badr M. Al-Hinai (Oman), S.E.<br />

Dr. Zuheir Elwazer (Palästin. Gebiete)<br />

Nuntius Dr. Peter Stephan Zurbriggen,<br />

Honorarkonsul Walter Hildebrand<br />

Die Receiving Line<br />

(rechts S.E. Al-Hinai)<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 75


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Katar: Nationalfeiertag<br />

UN-Botschafter Ali K. Al-Mansouri lud<br />

anlässlich des Nationalfeiertags von<br />

Katar zu einem Empfang in das Hilton<br />

Hotel ein. Die Gründung des Staates Katar<br />

unter Scheich Jassim bin Mohamed bin<br />

Thani wurde gebührend gefeiert.<br />

Tortenanschnitt mit<br />

den Vertretern der<br />

arabischen Staaten<br />

Botschafter Ali Al-Mansouri<br />

S.E. Mohamed Al-Salal (Kuwait),<br />

S.E. Dr. Zuheir Elwazer<br />

(Palästin. Gebiete)<br />

S.E. Khaled Shamaa (Ägypten),<br />

Generaldirektor Suleiman Al-<br />

Herbish (OFID)<br />

S.E. Urs Breiter (Schweiz), I.E. Carla<br />

Mancia (Guatemala), S.E. Philippe<br />

Carré (Frankreich)<br />

S.E. Jerzy Marganski (Polen),<br />

Nuntius Peter Stephan Zurbriggen<br />

Litauen: Abschiedsempfang<br />

Botschafter S.E. Giedrius Podziunas lud zu einem Abschiedsempfang<br />

in die Diplomatische Akademie.<br />

S.E. Shigeo Iwatani und<br />

Gattin Yuko Iwatani<br />

Japan: Kaisergeburtstag<br />

Aus Anlass des Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers Akihito,<br />

gaben sich S.E. Shigeo Iwatani, Botschafter von Japan,<br />

und Frau Yuko Iwatani die Ehre, zu einem feierlichen Empfang<br />

in die Residenz einzuladen.<br />

Iveta Puodziuniene<br />

und S.E. Giedrius<br />

Podziunas<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, Christian Lendl<br />

76 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Irland: St. Patrick‘s Day<br />

Der irische Botschafter<br />

S.E.<br />

James Brennan lud<br />

anlässlich des St.<br />

Patrick‘s Day zum<br />

Empfang in die Residenz.<br />

S.E. Prof. Gjorgji Filipov<br />

(Mazedonien)<br />

S.E. James Brennan mit Gattin<br />

Bundespräsident Heinz Fischer mit<br />

Gattin Margit, S.E. Dr. Alessandro<br />

Quaroni, S.H. Fra‘ Matthew Festing<br />

Malteser Ritterorden: Staatsbesuch<br />

Der 79. Großmeister des Souveränen Malteser Ritterordens<br />

S.H. und Eminenz Fra‘ Matthew Festing OBE beehrte Österreich<br />

mit einem Staatsbesuch. Beim Empfang in der Botschaft<br />

des Malteserordens waren u. a. der Botschafter Dr. Alessandro<br />

Quaroni, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit Gattin Margit<br />

Fischer und Botschafter Dr. Günther Granser, Ständiger Beobachter<br />

des Malteserordens bei den Vereinten Nationen, anwesend.<br />

S.E. Silapberdi Nurberdiev (Turkmenistan),<br />

S.E. Dinkar Khullar<br />

Indien: 62. Nationalfeiertag<br />

Zum 62. Nationalfeiertag der Republik<br />

Indien luden Botschafter S.E. Dinkar<br />

Khullar und seine Gattin zu einem Empfang<br />

in das Völkerkundemuseum.<br />

Die Receiving Line<br />

S.E. Dinkar Khullar mit Gattin und S.E.<br />

Xolisa Mfundiso Mabhongo (Südafrika)<br />

IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano, S.E.<br />

Mahmoud Elamin (Sudan)<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 77


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Libyen: Empfang zum<br />

Unabhängigkeitstag<br />

In Gedenken an den ersten Jahrestag der<br />

Revolution lud der libysche Botschafter Dr.<br />

Ahmed Menesi zu einem Festakt in das Hilton<br />

Vienna.<br />

Kinder schwingen die<br />

libysche Flagge<br />

S.E. Dr. Ahmed<br />

Menesi mit Gattin<br />

S.E. Sergej Netschaew (Russ. Föd.) und S.E.<br />

Arman Kirakossian (Armenien)<br />

S.E. William Eacho mit<br />

Gattin Donna Eacho<br />

S.E. Michael Potts (Australien), S.E.<br />

Shigeo Iwatani (Japan)<br />

S.E. Horacio Zubizarreta (Paraguay),<br />

S.E. Ram Quinones (Dom. Rep.)<br />

S.E. Ishaya El Khoury (Libanon) mit<br />

Gattin), S.E. Samir Koubaa mit Gattin<br />

Tunesien: Nationalfeiertag<br />

Anlässlich des ersten Nationalfeiertages nach dem arabischen<br />

Frühling lud S.E. Botschafter Samir Koubaa in die<br />

prachtvolle Residenz in Sievering. Die zahlreichen Gäste erfreuten<br />

sich am reichhaltigen tunesischen Buffet.<br />

Kosovo: Empfang zum<br />

Unabhängigkeitstag<br />

Anlässlich des Unabhängigkeitstages der Republik Kosovo<br />

veranstalteten S.E. Dr. Sabri Kiqmari und seine Frau einen<br />

Empfang für geladene Gäste im Palais Auersperg.<br />

S.E. Hubert Würth (Luxemburg)<br />

mit Gattin<br />

S.E. Sabri Kiqmari mit Gattin,<br />

S.E. William Eacho (USA),<br />

Christopher Hoh (USA)<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl, Christian Lendl<br />

78 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

GUS: 67. Jahrestag des Sieges<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov (Kasachstan),<br />

S.E. Sergej Netschaew (Russ. Föd.), S.E.<br />

Valery Voronetsky (Belarus)<br />

Die Vertreter der<br />

Nachfolgestaaten<br />

der Sowjetunion feierten<br />

den 67. Jahrestag<br />

des Sieges über den<br />

Nationalsozialismus<br />

in der Ständigen Vertretung<br />

der Russischen<br />

Föderation.<br />

Die versammelten diplomatischen<br />

Vertreter der Nachfolgestaaten<br />

der Sowjetunion<br />

S.E. Eugenio Curia mit Gattin<br />

Hans-Henning Blomeyer-<br />

Bartenstein (Deutschland)<br />

Argentinien: Kranzniederlegung<br />

und Empfang<br />

Mit einem Gartenfest in der Residenz feierten Botschafter<br />

S.E. Eugenio Maria Curia und Gattin Graciela Curia den<br />

Nationalfeiertag der Argentinischen Republik. Zuvor gab es im<br />

Donaupark eine feierliche Kranzniederlegung beim Denkmal<br />

des argentinischen Unabhängigkeitskämpfers Don José de San<br />

Martín.<br />

Apostolische Nuntiatur:<br />

Empfang<br />

Anlässlich des 7. Jahrestages des Pontifikates<br />

von Papst Benedikt XVI. lud<br />

der Apostolische Nuntius Erzbischof Peter<br />

Stephan Zurbriggen zu einem Empfang in<br />

die Apostolische Nuntiatur. Vertreter aus<br />

Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Kultur<br />

gratulierten zum Jubiläum.<br />

Stefan Wallner (Die Grünen),<br />

Eva Glawischnig (Die Grünen)<br />

Monika Türk, Kardinal Christoph Schönborn,<br />

Botschafter Helmut Türk<br />

Christoph Leitl (WKO), Agnes<br />

Husslein (Belvedere)<br />

Nuntiaturrat Christoph Kühn, Nuntius<br />

Peter Stephan Zurbriggen<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 79


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Saudi Arabien: 55 Jahre<br />

diplomatische<br />

Beziehungent<br />

Das „Saudi-Austrian Forum“ <strong>2012</strong><br />

stand ganz im Zeichen des 55-jährigen<br />

Jubiläums der saudi-österreichischen<br />

Beziehungen. Die Eröffnungszeremonie<br />

fand im Palais Liechtenstein in Anwesenheit<br />

hochrangiger Gäste statt.<br />

S.H. Prinz Mohammed bin Saud Al-Saud (Stv. Außenminister),<br />

Dr. Abdulaziz Mohiuddin Khoja (Kultur- und Informationsminister),<br />

Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger, S.H.<br />

Prinz Mansour bin Khalid Al-Saud (Botschafter), S.E. Dr. Abdulaziz<br />

bin Salamah (Stv. Kultur- und Informationsminister)<br />

Dr. Abdulaziz Mohiuddin<br />

Khoja (Kultur- und<br />

Informationsminister)<br />

Botschafter Dr. Johannes<br />

Wimmer (BMEIA)<br />

S.E. Kairat Abdrakhmanov mit Gattin<br />

S.H. Prinz Mansour bin Khalid<br />

Al-Saud (Botschafter)<br />

Polen: Verdienstorden<br />

Eine große Ehre wurde dem Wiener Bürgermeister Michael<br />

Häupl zuteil. Botschafter Jerzy Margánski der Republik<br />

Polen überreichte ihm das Kommandeurkreuz des Verdienstordens<br />

der Republik Polen. Die Laudatio wurde von Prof. Jacek<br />

Majchrowski, Präsident der<br />

Stadt Krakau, gehalten. Anschließend<br />

wurde noch bei<br />

Speis und Trank in den Räumlichkeiten<br />

der Botschaft der<br />

Republik Polen gefeiert.<br />

Prof. Jacek Majchrowski<br />

Botschafterehepaar S.E. Eugenio Maria Curia und Gattin, Präsident Mag. Christian J. Koidl und<br />

Vizepräsident Senator h.c. Walter J. Gerbautz.<br />

ÖAG: Burgenlandausflug<br />

Anlässlich „90 Jahre Burgenland“ besuchte der Vorstand der<br />

Österreich-argentinischen Gesellschaft-PaN auf Einladung<br />

von Landeshauptmann Hans Niessl das Burgenland, welcher<br />

auf diese Weise der Republik Argentinien, vertreten durch das<br />

Botschafterpaar S.E. Eugenio Maria Curia für die gastfreundliche<br />

Aufnahme von zahlreichen BurgenländerInnen in den Jahren<br />

1921 bis 1938 ein besonderes Dankeschön zum Ausdruck<br />

brachte. In der St. Martinstherme gab es einen Empfang von<br />

Landesrat Dr. Peter Rezar.<br />

S.E. Jerzy Margánski,<br />

Michael Häupl<br />

Fotos: SOCIETY/Schiffl<br />

80 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Diplomatie<br />

EVENTs<br />

Portugal: Nationalfeiertag<br />

Botschafterin<br />

I.E.<br />

Ana Martinho<br />

lud anlässlich des Nationalfeiertages<br />

von<br />

Portugal zu einem<br />

Empfang in die Räumlichkeiten<br />

der portugiesischen<br />

Botschaft.<br />

I.E. Ana Martinho<br />

Die Receiving Line<br />

Die Receiving Line<br />

Russland: Nationalfeiertag<br />

Mit Lachs und Kaviar feierten der bilaterale sowie der multilaterale<br />

Botschafter der Russischen Föderation als auch<br />

der Ständige Vertreter der Russischen Föderation bei der OSZE<br />

den Nationalfeiertag ihres Landes.<br />

Italien: Nationalfeiertag<br />

Anlässlich des Nationalfeiertages der<br />

Italienischen Republik luden der italienische<br />

Botschafter S.E. Eugenio d‘Auria,<br />

der Ständige Vertreter Italiens bei den Internationalen<br />

Organisationen Dr. Gianni<br />

Ghisi, und der Ständige Vertreter Italiens<br />

bei der OSZE Giulio Tonini und deren Gattinnen<br />

zum Empfang in die Botschaft im<br />

Palais Metternich.<br />

S.E. Eugenio d’Auria mit<br />

Gattin Maria Rosaria<br />

Vricella d‘Auria<br />

Botschafter Gianni<br />

Ghisi, Botschafter<br />

Giulio Tonini<br />

Die Receiving Line<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 81


Wirtschaft<br />

Interview<br />

Sie waren 22 Jahre lang im<br />

Ausland tätig und kehren<br />

nun in Ihr Heimatland Österreich<br />

zurück. Wie schwer<br />

war diese Entscheidung für<br />

Sie?<br />

Es ist nie schwer, mit dem Gedanken<br />

zu spielen, in die Heimat zurückzukehren.<br />

Über all die Jahre außerhalb Europas<br />

ist und war mir Österreich immer sehr<br />

nahe. Meine Familie und ich haben zusammen<br />

entschieden, dass wir nach Wien<br />

kommen. Meine Kinder waren in diesem<br />

Fall sehr mittragend, denn meine Frau<br />

und ich wollten, dass sie sich in Europa<br />

festigen können, falls sie hier einmal studieren<br />

wollen.<br />

Traditionell,<br />

Historisch, Exklusiv<br />

Generaldirektor Klaus Christandl über<br />

die Leidenschaft und Verantwortung,<br />

einen so traditionsreichen Betrieb wie<br />

das Hotel Imperial zu führen.<br />

Interview: SOCIETY<br />

Kann man das Leben eines Generaldirektors<br />

mit dem eines Diplomaten<br />

vergleichen?<br />

Wenn man im internationalen Umfeld<br />

tätig ist, gibt es tatsächlich viele Parallelen<br />

bei diesen Berufen. Ich reise sehr viel<br />

durch die Welt, und in der Hotellerie in<br />

einer Führungsposition bzw. im Umgang<br />

mit Menschen ist oft Diplomatie gefragt.<br />

Im Ausland war es mir immer sehr wichtig,<br />

einen guten Kontakt zu den österreichischen<br />

Botschaften aufzubauen, denn<br />

wenn man in einem fremden Land ist,<br />

bekommt man dadurch ein Gefühl der<br />

Sicherheit und Rückhalt. Viele österreichische<br />

Botschaften engagieren sich im Ausland<br />

dafür, dass die Österreicher im jeweiligen<br />

Land miteinander vernetzt werden.<br />

In welchen Ländern waren Sie bisher<br />

tätig?<br />

Gleich nach meinem Abschluss an der<br />

Hotelfachschule Modul bin ich nach Südostasien<br />

gegangen. Meine berufliche Laufbahn<br />

habe ich bei der Mandarin Oriental-<br />

Gruppe begonnen, erst in Macao, dann in<br />

Manila. 1998 kam ich dann zu Starwood<br />

Hotels & Resorts, wo ich mehrere Stationen<br />

im Mittleren und Nahen Osten durchlaufen<br />

habe. Meine letzte Station, bevor<br />

ich nach Österreich transferierte, war<br />

Thailand. Dort war ich Generaldirektor<br />

im Sheraton Grande Laguna in Phuket.<br />

Für mich persönlich war jeder Schritt und<br />

jede Destination eine wertvolle und lehrreiche<br />

Erfahrung.<br />

Wie groß ist die Verantwortung, ein<br />

so traditionsreiches Haus wie das Imperial<br />

zu führen?<br />

Es ist eine schwerwiegende Verantwortung,<br />

aber nicht schwieriger als andere.<br />

In seinem Heimatland für so einen österreichisch-historischen<br />

Betrieb verantwortlich<br />

zu sein, ist ein anderes Gefühl der<br />

Das Hotel Imperial feiert 2013 das 140-jährige<br />

Jubiläum. Trotz Modernisierung blieb die altehrwürdige<br />

Atmosphäre des Hauses erhalten.<br />

Verantwortung, als wenn man im Ausland<br />

tätig ist. Ich fühle mich stets verantwortlich<br />

für die Menschen, die mit mir arbeiten.<br />

Flexibilität ist einer der wichtigsten<br />

Bestandteile des Arbeitsalltags und das<br />

spiegelt sich natürlich auch in der Arbeitszeitgestaltung<br />

wider. Wenn man<br />

dafür weder die Zeit noch den Willen aufbringen<br />

kann, ist es auch nicht möglich,<br />

diesen Beruf auszuüben.<br />

Das Haus ist mittlerweile 139 Jahre<br />

alt. In dieser Zeit hat der Betrieb einen<br />

sehr guten und in aller Welt bekannten<br />

Ruf aufgebaut. Wie viel tragen die<br />

Mitarbeiter dazu bei?<br />

Alle unsere Mitarbeiter im Hotel sind<br />

stets bemüht, die Stärken des Hauses zu<br />

repräsentieren, dazu gehört auch der individuelle<br />

Service für die Gäste und Diskretion.<br />

Das Imperial ist ein traditionsreicher<br />

Betrieb, den viel mit der Geschichte<br />

Österreichs verbindet. Unsere zahlreichen<br />

illustren Gäste sollen das spüren. Hier im<br />

Imperial ist nichts unmöglich. Wir sind<br />

bemüht, alle noch so speziellen Wünsche<br />

82 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Wirtschaft<br />

Interview<br />

Foto: Starwood Hotels & Resorts<br />

der Gäste zu erfüllen. Gute Vorplanung<br />

und Flexibilität sind<br />

dabei unumgänglich. Bei diesen<br />

Anforderungen ist es natürlich<br />

wichtig, ein Team zu haben,<br />

auf das man sich verlassen<br />

kann. Glücklicherweise haben<br />

wir viele langjährige Mitarbeiter,<br />

die jede Menge Erfahrung<br />

mitbringen. Bei diesem Stammteam<br />

ist die Liebe und Verbundenheit<br />

zu dem Haus sehr<br />

groß, und sie sind von sich aus<br />

sehr motiviert, den Ruf des Imperials<br />

zu wahren. Neuen bzw.<br />

jungen Mitarbeitern muss diese<br />

Eigenmotivation entsprechend<br />

beigebracht werden.<br />

Im Imperial werden jährlich<br />

zwanzig Lehrstellen<br />

vergeben. Was für eine Ausbildung<br />

kann das Hotel den<br />

Lehrlingen bieten?<br />

Die Lehrlingsausbildung hat<br />

hier einen hohen Stellenwert.<br />

Wichtig ist, dass sie sich in<br />

die Atmosphäre des Betriebes<br />

einbringen können, die Verantwortung<br />

dabei obliegt der<br />

Personalabteilung und den einzelnen<br />

Abteilungsleitern. Die<br />

Stärken des Hauses müssen von<br />

den neuen Mitarbeitern richtig<br />

verstanden und umgesetzt werden.<br />

Das Imperial ist zwar ein<br />

Anziehungspunkt für Auszubildende,<br />

aber heutzutage ist es<br />

nicht mehr sicher, ob ein Lehrling<br />

seine Ausbildung bei uns<br />

auch wirklich abschließt oder<br />

in dem Gewerbe bleibt. Durch<br />

das Internet steht den jungen<br />

Leuten heute ein viel breiteres<br />

Angebot an Ausbildungen zur<br />

Verfügung als früher und die<br />

Herausforderung, sich für einen<br />

bestimmten Karriereweg<br />

zu entscheiden, wird für sie damit<br />

auch immer größer.<br />

»Das Imperial ist<br />

nicht als Hotel<br />

konzeptioniert,<br />

sondern als privates<br />

Palais. Die<br />

Zimmer und<br />

Suiten haben<br />

einen individuellen<br />

Charakter<br />

und sind kein<br />

Massenprodukt.<br />

«<br />

Klaus<br />

Christandl<br />

Was hat das Hotel Imperial<br />

gegenüber anderen luxuriösen<br />

Häusern in Wien zu<br />

bieten?<br />

Die Tradition, die Individualität<br />

der Räumlichkeiten und<br />

die Qualität des individuellen<br />

Service machen die Stärken<br />

des Hauses aus. Wir kennen<br />

die Wünsche, Gewohnheiten<br />

und Vorzüge unserer Gäste und<br />

bringen deshalb auch andere<br />

Leistungen. Das Imperial ist<br />

nicht als Hotel konzeptioniert,<br />

sondern als privates Palais. Die<br />

Zimmer und Suiten haben einen<br />

individuellen Charakter<br />

und sind kein Massenprodukt.<br />

Jeder Raum ist ein bisschen anders<br />

und vermittelt dem Gast<br />

ein anderes Erlebnis.<br />

Die Wirtschaftskrise hat<br />

die Welt schwer getroffen. Ist<br />

das Hotel Imperial immun<br />

gegen globale wirtschaftliche<br />

Schwankungen?<br />

Nein, genau wie alle anderen<br />

Betriebe in Wien wurden<br />

auch wir nicht verschont. Da<br />

unsere Stammkundschaft allerdings<br />

sehr groß ist, hat es uns<br />

weit weniger getroffen als andere<br />

Häuser.<br />

Welche Pläne haben Sie<br />

für das Haus? Wird es Modernisierungen<br />

oder Renovierungen<br />

geben?<br />

Das Hotel feiert 2013 das<br />

140-jährige Jubiläum. Nebenbei<br />

muss der Betrieb auch mit der<br />

Zeit gehen, deshalb werden einige<br />

Bereiche modernisiert und<br />

auf den letzten Stand gebracht.<br />

Renovierungen sind hie und da<br />

unumgänglich, die altehrwürdige<br />

Atmosphäre und die Tradition<br />

des Gebäudes sollen dabei<br />

aber bewahrt werden.<br />

Welche Pläne und Wünsche<br />

haben Sie für Ihre Zukunft?<br />

Für die vorhersehbare Zukunft<br />

will ich mich mit meiner<br />

Familie in Wien niederlassen,<br />

ob ich hier allerdings Wurzeln<br />

schlagen werde, kann ich heute<br />

noch nicht bestimmt sagen. Auf<br />

meinen Reisen konnte ich stets<br />

etwas schaffen, was auch nachhaltig<br />

Spuren hinterlassen hat.<br />

Es wäre schön, wenn mir dies<br />

auch hier im Hotel Imperial gelingen<br />

könnte. Jeder Schritt in<br />

den vergangenen Jahren ging<br />

in eine bestimmte Richtung.<br />

Das Imperial ist bis jetzt der Höhepunkt<br />

meiner Karriere. Für<br />

mich persönlich ist es wichtig,<br />

dass ich mich mit dem, was ich<br />

mache, identifizieren kann und<br />

es sowohl privat als auch beruflich<br />

mit Leidenschaft ausleben<br />

kann.<br />

•<br />

Facts<br />

Hotel<br />

Imperial<br />

Das Hotel Imperial wurde<br />

1863 als Privatresidenz von<br />

Prinz Philipp von Württemberg<br />

erbaut und verwandelte<br />

sich für die Weltausstellung<br />

1873 zum „Hotel<br />

Imperial“. Dieser Name ist<br />

bis heute in aller Welt Inbegriff<br />

für exzellenten Service<br />

und edle Ausstattung.<br />

Es wurde im Condé Nast<br />

Traveler zum besten Hotel<br />

der Welt gekürt. Seit 1994<br />

wurden die Eingangshalle,<br />

die Suiten und die Beletage<br />

aufwändig restauriert.<br />

Klaus Christandl<br />

curriculum<br />

vitae<br />

laus Christandl wurde<br />

1968 in Bruck/Mur ge-<br />

Nach Abschluss Kboren.<br />

des Tourismuscolleges war<br />

er einige Jahre in Macau,<br />

Manila und Phuket für Mandarin<br />

Oriental tätig. 1998<br />

kam er zu Starwood Hotels<br />

& Resorts, wo er zunächst<br />

in Dubai arbeitete und von<br />

2006 bis 2009 General Manager<br />

im Sheraton Miramar<br />

Resort in El Gouna, Ägypten,<br />

war. Unter seiner Führung<br />

wurde das Hotel 2007<br />

als „Sheraton of the Year“<br />

ausgezeichnet. Von 2009<br />

bis zuletzt war er Generaldirektor<br />

des Sheraton Grande<br />

Laguna in Phuket, einem<br />

Hotel der exklusiven Marke<br />

“The Luxury Collection”.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 83


Wirtschaft<br />

Interview<br />

Wie hat Ihre Karriere<br />

angefangen?<br />

Ich komme aus einem<br />

niederösterreichischen<br />

Bäcker- und Landwirtschaftsunternehmen.<br />

Während meiner Schulzeit habe ich schon immer<br />

in der Backstube mitgearbeitet. 1957 wurde<br />

das Unternehmen Felber gegründet, mittlerweile<br />

freuen wir uns über fünfzig Filialen.<br />

Und gibt es in ganz Österreich Filialen oder<br />

sind Sie regional begrenzt?<br />

Jedes Unternehmen kann sich zu einem Großbetrieb<br />

entwickeln, wenn man tüchtig ist. Im Lebensmittelbereich<br />

ist dies besonders schwierig.<br />

Der Bäcker Felber bäckt selber, je frischer ein Brot<br />

ist und je schneller es zum Kunden kommt, desto<br />

besser ist es. Frisches Brot und Gebäck sind ein<br />

wichtiges Qualitätskriterium, deswegen haben<br />

wir uns auf Wien und Umgebung spezialisiert.<br />

Welche weiteren Qualitätskriterien haben<br />

Sie?<br />

Neben größtmöglicher Frische besonders gut<br />

geschultes Personal. Für unseren Betrieb ist es besonders<br />

wichtig, dass alle verfügbaren Rohstoffe<br />

aus Österreich kommen.<br />

Wie groß ist Ihr Betrieb?<br />

Der Bäcker Felber ist ein Handwerksbetrieb mit<br />

520 Mitarbeitern. Die Produktion beginnt um 17<br />

Uhr und arbeitet in mehreren Schichten. Ab fünf<br />

Uhr früh werden die Filialen beliefert. Wenn die<br />

Geschäfte öffnen, erfreuen sich die Kunden frischer<br />

und bestsortierter Ware.<br />

Wie viele Produkte haben Sie?<br />

Wir backen an die 35 verschiedene Brotsorten,<br />

genauso viel Gebäck und stellen über achtzig Sorten<br />

Mehlspeisen her. Als Mittagssnacks bieten wir<br />

zusätzlich Sandwichs, Pizzen, Lasagne und frisch<br />

zubereitete Suppen an, die leicht ins Büro mitzunehmen<br />

sind. In den Sommermonaten gibt es<br />

herrlich frische Salate, kalte Suppen und den neu<br />

kreierten City Snack.<br />

Gibt es ein bestimmtes Produkt, das besonders<br />

beliebt ist?<br />

Unser Baguette ist das beste in Wien, deshalb<br />

bieten wir eine große Vielfalt dieses Produktes an.<br />

Sehr beliebt ist unser doppelt gebackenes Brot,<br />

mit knackiger, rescher Rinde, welches mein Mann<br />

Franz Felber kreiert hat. Mein besonderes Anliegen<br />

ist es, auf Menschen mit Allergien einzugehen,<br />

daher erzeugen wir reines Roggen-, sowie ein<br />

Roggen-Dinkel-Brot. Ebenso bieten wir mehrere<br />

laktose- und hefefreie Produkte an. Etwas Besonderes<br />

sind unsere Croissants, die wir Butterkipferl<br />

nennen.<br />

Bioprodukte und gesunde Ernährung sind<br />

also auch ein großes Thema für Sie?<br />

Unser täglich‘ Brot<br />

Doris Felber, die Geschäftsführerin<br />

der Wiener Bäckerei Felber, gibt<br />

Schmankerl-Tipps, spricht über die<br />

Qualitätskriterien des Traditionsunternehmens<br />

und erklärt, warum der<br />

‚Felber selber bäckt‘.<br />

Doris Felber im Interview mit <strong>Society</strong><br />

Facts<br />

Felber<br />

Die Bäckerei<br />

Felber wurde vor über<br />

fünfzig Jahren gegründet<br />

und ist heute eine der größten<br />

Bäckereien im Wiener<br />

Raum. Alle Bio-Brote erfüllen<br />

die strengen Richtlinien<br />

der AMA und wurden mit<br />

dem AMA-Bio-Gütesiegel<br />

ausgezeichnet.<br />

Das stimmt! Mein Ziel ist, möglichst viele Backwaren<br />

mit den entsprechenden Biorohstoffen aus<br />

der Umgebung herzustellen.<br />

Sie engagieren sich sehr für Kinder, welche<br />

Veranstaltungen gibt es bei Ihnen?<br />

In unserer Filiale in der Landstraßer Hauptstraße<br />

22 gibt es einen eigens für Kinder gestalteten<br />

Raum, den man für Kindergeburtstage anmieten<br />

kann. Hier können unsere Jüngsten unter Anleitung<br />

frisches Gebäck und herrliche Kekse backen,<br />

für ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm<br />

ist bestens gesorgt.<br />

Einmal im Jahr findet in der Zentrale der Bäckerei<br />

Felber ein besonders Kinderbacken statt,<br />

bei dem die Volksoper zu Gast ist und in der Backstube<br />

beim Bäcker Felber Ausschnitte Ihrer aktuellen<br />

Kinderoper präsentiert.<br />

•<br />

Foto: Felber<br />

84 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Tradition und Qualität<br />

<strong>Society</strong> traf den neuen Generaldirektor des Hotel<br />

Bristol, Gerald R. Krischek, zum Interview und<br />

sprach mit ihm über die Wichtigkeit der Weiterentwicklung<br />

eines Traditionshauses und den<br />

Wiener Charme.<br />

Interview: Tanja Tauchhammer<br />

Sie sind seit Oktober letzten Jahres als<br />

Generaldirektor für das Hotel Bristol<br />

tätig. Wie haben Sie diese Zeit wahrgenommen?<br />

Mir kommt es manchmal so vor, als<br />

hätte ich gestern erst angefangen und dann wieder,<br />

als wären es schon drei Jahre. Es war eine sehr<br />

spannende Zeit, das Objekt wurde damals an Familie<br />

Gürtler verkauft. Das Management liegt jedoch<br />

weiterhin in der Hand von Starwood Hotels<br />

& Resorts.<br />

Wie war Ihre Strategie nach der Übernahme<br />

des Postens als Generaldirektor?<br />

Das Bristol ist ein sehr gut eingeführtes Haus<br />

am Wiener Markt. Es ist eines der traditionsreichsten<br />

Häuser in Österreich und sogar Europa, deswegen<br />

muss man auch sehr behutsam damit umgehen.<br />

Das Wichtigste ist, sich die aktuelle Struktur<br />

eines Hotels anzusehen und neue Ziele für die<br />

Zukunft definieren. Dementsprechend muss man<br />

dann die weiteren Entwicklungen darauf abstimmen.<br />

Wir freuen uns schon darauf, die konkreten<br />

Vorhaben unseren Gästen vorzustellen.<br />

Was möchten Sie in dem Haus weiter hervorheben?<br />

Haben Sie bestimmte Pläne, die Sie umsetzen<br />

möchten?<br />

Wir möchten betonen, dass das Hotel Bristol<br />

ein Wiener Luxushotel ist. Dafür sind vor allem<br />

unsere Mitarbeiter mit ihrem hervorragenden<br />

und sehr persönlichen Service verantwortlich. Die<br />

Auswahl der Speisen auf der Karte soll ebenfalls<br />

das Wienerische des Hauses widerspiegeln. Das<br />

Besondere dabei ist, dass wir sehr auf die Nachhaltigkeit<br />

unserer Produktauswahl achten. Unser<br />

neuer Küchenchef Siegried Kröpfl ist bekannt für<br />

seine Affinität zur regionalen Küche und versteht<br />

es, diese auf entsprechendem Niveau auch dem<br />

internationalen Gast näher zu bringen. Eine eigene<br />

Bristol Torte ist in Planung, da darf man schon<br />

gespannt sein.<br />

Wie muss Ihrer Meinung nach ein Hotel sein,<br />

dass sich die Gäste darin wohl fühlen?<br />

Der Gesamteindruck eines Hauses muss gut<br />

sein – die so genannte ‚Experience‘. Ob eine Experience<br />

gut oder schlecht ist, kommt meistens von<br />

Kleinigkeiten. Der Gast soll immer genau das bekommen,<br />

was er braucht. Wir haben Stammgäste,<br />

auf deren Wünsche wir immer sehr genau eingehen.<br />

Konsistente Qualität, das zeichnet für mich<br />

ein gutes Hotel aus.<br />

Das Hotel Bristol ist Teil von The Luxury Collection<br />

der Starwood Hotels & Resorts. Können<br />

Sie mir die Besonderheiten dieser Marke beschreiben?<br />

Das Besondere an der Brand Luxury Collection<br />

ist, dass sie Hotels vereinigt, die für sich selbst<br />

eine sehr starke Identität haben wie eben das Hotel<br />

Bristol oder zum Beispiel das Hotel Danieli in<br />

Venedig. The Luxury Collection lässt die einzelnen<br />

Hotels mit ihrem Charakter für sich wirken. Der<br />

Bezug zur Destination steht im Vordergrund, Individualität<br />

steht vor Uniformität.<br />

Sie waren ja vor Ihrer Position im Hotel Bristol<br />

im Ausland tätig. Welche Erfahrungen waren<br />

für Sie hilfreich?<br />

Ich war unter anderem in Athen und in Brüssel<br />

und kann nur sagen, dass ein Auslandsaufenthalt<br />

gut tut. Was man dabei lernt, ist Flexibilität, sich<br />

auf andere Kulturen und Nationalitäten besser<br />

einzustellen. Das verändert auch das Weltbild etwas<br />

und man schätzt aber auch die Vorzüge im<br />

eigenen Land wieder etwas mehr.<br />

War Ihnen schon immer bewusst, dass Sie in<br />

der Luxushotellerie arbeiten möchten?<br />

Es war immer schon mein Wunsch und ich<br />

denke manches Mal, meine Bestimmung. Ich habe<br />

die Hotelfachschule in Krems absolviert und ging<br />

danach ins Ausland, nach Lausanne ins Hotel Beau<br />

Rivage Palace. Das war der Grundstein für meine<br />

Karriere in der traditionellen Luxushotellerie. Es<br />

war eine sehr lehrreiche und interessante Zeit. Je<br />

mehr Erfahrung man in den einzelnen Bereichen<br />

gesammelt hat, desto leichter ist es dann später<br />

im Management, da man die Prozesse gut verstehen<br />

und somit auch verbessern kann. •<br />

wirtschaft<br />

interview<br />

»Der Gesamteindruck<br />

eines<br />

Hauses muss<br />

gut sein - die so<br />

genannte ‚Experience‘.<br />

Konsistente<br />

Qualität,<br />

das zeichnet für<br />

mich ein gutes<br />

Hotel aus.<br />

«<br />

Gerald R.<br />

Krischek<br />

curriculum<br />

vitae<br />

G<br />

Gerald R. Krischek<br />

erald R. Krischek,<br />

geb. 1973, startete<br />

seine Karriere 1993<br />

im Dorint Hotel in Salzburg,<br />

danach Beau-Rivage Palace<br />

in Lausanne und Grand<br />

Hotel in Wien. Ab 1997 für<br />

die Starwood-Gruppe tätig:<br />

Hotel Imperial und Bristol in<br />

Wien, 2002 bis 2007 Hotel<br />

Grande Bretagne in Athen,<br />

ab 2008 Brand Director für<br />

Europa, Afrika und den Nahen<br />

Osten, 2010 Hoteldirektor<br />

im Hotel Goldener Hirsch<br />

in Salzburg.<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 85


Wissenschaft<br />

ethik<br />

Kolumne<br />

Wissen und<br />

Verantwortung<br />

Zu den Weizsäcker-Gesprächen treffen sich zweimal<br />

jährlich geladene Gäste, um über aktuelle<br />

Themen zu diskutieren. Seit 2011 gibt es diese<br />

Veranstaltung auch in Österreich.<br />

Text von Herbert Pietschmann<br />

Im Jahre 1994 wurde in Deutschland<br />

unter dem Titel „Wissen<br />

und Verantwortung“ die Carl<br />

Friedrich von Weizsäcker Gesellschaft<br />

gegründet. Ihr Ziel ist, das<br />

Vermächtnis des Universalgelehrten<br />

zu erhalten und weiter zu entwickeln.<br />

Weizsäcker war einer der wenigen großen<br />

Denker und Physiker, die die Perspektiven<br />

der Wissenschaft, der Philosophie, der<br />

Religion und der Politik mit Blick auf die<br />

Herausforderung, aber auch auf die Verantwortung<br />

in unserer Zeit zusammenführen.<br />

In fünf Arbeitsfeldern soll eine<br />

vorurteilsfreie, schonungslose Analyse<br />

unserer Zeit erreicht werden: Zukunft<br />

der Arbeit, Zukunft der Bildung, Zukunft<br />

der Aufklärung, Zukunft der Politik und<br />

Ethik der Moderne.<br />

•<br />

Weizsäcker-Gespräche über<br />

Fragen der Zeit<br />

Weizsäcker selbst hat dies in einem<br />

wichtigen Zitat angesprochen: „Unsere<br />

Ethik darf nicht hinter der Entwicklung unserer<br />

Technik zurückbleiben, unsere wahrnehmende<br />

Vernunft nicht hinter unserem analytischen Verstand,<br />

unsere Liebe nicht hinter unserer Macht.“<br />

In einem anderen, wichtigen Zitat<br />

spricht Weizsäcker die Tatsache an, dass<br />

Widersprüche sehr oft nicht im Entweder-<br />

Oder, vielmehr in einem dialektischen<br />

Prozess zu einer Lösung geführt werden<br />

sollten: „Ich bin dann bereit, eine Position zu<br />

kritisieren, wenn ich sie ebenso gut verteidigen<br />

könnte.“<br />

Immanuel Kant hat den Menschen charakterisiert<br />

durch eine dreifache Frage:<br />

Was kann ich wissen? Was darf ich hoffen?<br />

Was soll ich tun? Carl Friedrich von<br />

Weizsäcker meinte, dass in unserer Zeit<br />

die Notwendigkeit der gemeinsamen Vernunft<br />

diese dreifache Frage wandeln sollte<br />

zu: Was sollen wir wissen? Was müssen<br />

Xerum wir simporerem tun? Was hil dürfen expe est, odis wir sima hoffen? plaborro<br />

Im dolupit, Rahmen solecerum ipsusdae der quiducimi, Weizsäcker-Gesellschaft<br />

eicipitibus spielen et die eos „Weizsäcker-Gespräche“<br />

corestibus<br />

eine zentrale Rolle. Zweimal jährlich trifft<br />

sich eine Gruppe von etwa vierzig geladenen<br />

Gästen in München im Hotel Mandarin-Oriental.<br />

Neben aktuellen Themen aus<br />

Politik und Wirtschaft werden dort auch<br />

philosophische Fragen besprochen. Nach<br />

jeweils einem Abend- und einem Vormittagsvortrag<br />

ist Gelegenheit für ausführliche<br />

Diskussionen. Die Liste der Vortragenden<br />

enthält viele klingende Namen: Carl<br />

Friedrich von Weizsäcker, Bundespräsident<br />

Roman Herzog, Peter Sloterdijk, Peter<br />

Scholl-Latour, Bischof Reinhard Marx,<br />

Egon Bahr, um nur einige zu nennen.<br />

•<br />

Weizsäcker-Gesellschaft in<br />

Österreich<br />

Im Jänner 2011 wurde die „Carl Friedrich<br />

von Weizsäcker Gesellschaft in Österreich“<br />

als Tochtergesellschaft gegründet<br />

und am 18. und 19. November 2011 fand<br />

das erste „Carl Friedrich von Weizsäcker<br />

Gespräch in Österreich“ im Hotel Bristol<br />

statt. Die Anzahl der geladenen Gäste war<br />

– wie in München – etwa vierzig, wobei<br />

fast alle Teilnehmer an beiden Tagen dabei<br />

waren.<br />

In Anwesenheit des Herrn Bundespräsidenten<br />

Dr. Heinz Fischer sprach am<br />

Freitagabend Prof. Egon Bahr, Bundesminister<br />

a.D. und Architekt der deutschen<br />

Ostpolitik unter Willy Brandt, zum Thema<br />

„Die strukturelle Handlungsunfähigkeit<br />

Europas und die Voraussetzungen zu<br />

ihrer Überwindung“. Seine Rede ließ erkennen,<br />

wie sehr er selbst gestaltend am<br />

Prozess des Entstehens Europas beteiligt<br />

war; nicht erkennen ließ sie die Tatsache,<br />

dass Egon Bahr im März <strong>2012</strong> seinen 90.<br />

Geburtstag gefeiert hat.<br />

•<br />

Diskussion über China<br />

Samstagvormittags sprach Herr Ming<br />

Shi, freier Journalist und Publizist zum<br />

Thema „Wenn sich China ‚unsicher’ fühlt<br />

-- Chinas Sicherheits- und Außenpolitik im<br />

Spiegel zerfallender Weltbilder Pekings“.<br />

Ming Shi wurde in Peking geboren und<br />

lebt heute in Freiburg. Seine Ausführungen<br />

gaben einen authentischen Einblick<br />

in die Diskussionen und Probleme, wie sie<br />

in China gesehen werden. Wir betrachten<br />

China von außen meist als einen mehr<br />

oder weniger einheitlichen Block und reagieren<br />

in entsprechender Weise lediglich<br />

auf das, was nach außen kommuniziert<br />

wird. Dass jedoch in diesem Riesenreich<br />

innere Widersprüche verschiedener politischer<br />

und kultureller Strömungen die<br />

Diskussion bestimmen, konnte Herr Ming<br />

Shi eindrucksvoll darstellen.<br />

Bruno Redeker, der „spiritus rector“<br />

der Weizsäcker-Gespräche, schloss die<br />

Veranstaltung mit den Worten: Gäste,<br />

Sponsoren und Veranstalter des ersten<br />

Weizsäcker-Gesprächs in Wien konnten<br />

auf Stunden anregender Thesen, Begegnungen<br />

und Gespräche, bleibender Eindrücke<br />

und Einsichten zurückblicken.<br />

Dr. Herbert Pietschmann<br />

ist Emeritus der<br />

Fakultät für Physik der<br />

Universität Wien und<br />

Buch-Autor (z.B.: Die<br />

Atomisierung der<br />

Gesellschaft. Ibera<br />

Verlag Wien 2009).<br />

www.cfvw.at<br />

86 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Turkey and Austria:<br />

A Fruitful Level of<br />

Business Relations<br />

Turkey and Austria have a historically<br />

tumultuous relationship that recently<br />

became economically fruitful.<br />

Remarkably, the trade volume surpassed<br />

2.5 billion US dollars and exports<br />

from Austria to Turkey reached<br />

1.735.868.000 US dollars.<br />

Text: Sezen Ergen<br />

wirtschaft<br />

recht<br />

ered foreign investors. Foreign direct investors are<br />

now free to transfer profit and share transfer to<br />

other countries, and the dangers of expropriation<br />

and nationalization were eliminated. Arbitration<br />

is now provided in the event of the investment conflict.<br />

The legal background concerning trade and<br />

investment relations between Turkey and Austria<br />

progressed remarkably. Turkey’s membership to<br />

the Customs Union is an advantage for both countries,<br />

and they share several bilateral agreements.<br />

The first agreement to avoid double taxation was<br />

signed in 1970 and revised in 2008, and ultimately<br />

became effective in 2010. Turkey also signed the<br />

Bilateral Investment Agreement with Austria in<br />

1988, in which both countries aiming to protect<br />

Austrian and Turkish investors in both countries<br />

and promote mutual investment.<br />

•<br />

Austrian direct investment<br />

Such developments in legislation and in the<br />

economy attracted Austrian investors. In 2000,<br />

Austria had only 34 million US dollars of direct investment<br />

in Turkey. By 2010, this amount jumped<br />

to 1.798 billion US dollars, which constituted 20.3<br />

per cent of Austria’s foreign direct investment. In<br />

the first three quarters of 2011, Austria’s direct<br />

investment to Turkey reached 2.122 million US<br />

Foto: Lansky, Ganzger + Partner<br />

Another impressive development<br />

was that Austria managed to become<br />

the biggest direct investor<br />

in Turkey in 2010 with 1.8 billion<br />

US dollars.<br />

With its geopolitical importance<br />

and bridge position between West and East,<br />

Turkey has always been an attractive point of business.<br />

In recent years, Turkey gained a stronghold<br />

position with its growing economy. Its dynamism<br />

can be attributed to its population of 74 million<br />

people, with a median age of 29.7, which offers a<br />

qualified young labor market with low costs. Despite<br />

the economic crisis, Turkey’s growth rate<br />

reached 9.6 per cent in the first three quarters of<br />

2011 because of high private consumption in the<br />

construction, trade and communication sectors.<br />

Further, since beginning a trend of privatization<br />

in 1985, ongoing large-scale privatizations of<br />

motorways and petroleum companies create an<br />

attractive environment for foreign capital.<br />

•<br />

Secure investment environment<br />

Most importantly, Turkey now provides a secure<br />

investment environment for foreigners. The<br />

crucial change came with the adoption of the Foreign<br />

Direct Investment Law in 2003. The act aimed<br />

to change the screening and approval system to a<br />

notification-based system to protect the rights of<br />

foreign investors. This led to equal treatment of<br />

foreign investors and abandonment of all approval<br />

procedures which were previously necessary.<br />

Turkish citizens living abroad are now also consid-<br />

»In 2010, Austria<br />

managed<br />

to become the<br />

biggest direct<br />

investor in Turkey<br />

with 1.8 billion<br />

US dollars.<br />

This constituted<br />

20.3 per cent of<br />

Austria’s direct<br />

foreign investment.<br />

«<br />

The author<br />

Sezen Ergen, LL.M.<br />

Legal Counsel at LANSKY,<br />

GANZGER + Partner<br />

Attorneys at Law<br />

Lansky, Ganzger & Partner<br />

Rechtsanwälte GmbH<br />

Rotenturmstrasse 29, 1010<br />

Wien<br />

Tel: +43-(0)1-533 33 30-0<br />

www.lansky.at<br />

dollars and Austria had 19 per cent of all foreign<br />

direct investment to Turkey.<br />

OMV’s interest is one of the highlights of Austrian<br />

investment in Turkey. The entry of their energy<br />

company into the Turkish market began by<br />

first overtaking the shares of Petrol Ofisi, a Turkish<br />

gas company, in 2006. OMV increased its shares<br />

to 97 per cent by the year 2010. In an interview<br />

with Turkish newspaper Milliyet, former OMV<br />

CEO Wolfgang Ruttenstorfer explains the reason<br />

for investment by the expectation that Turkey’s<br />

demand will surpass that of Central-Eastern and<br />

South-Eastern Europe by 2015.<br />

Austria’s economic interest in Turkey has had<br />

an overall positive influence on their relations. Associations<br />

such as ÖTZ (Österreichisch-Türkische<br />

Zusammenarbeit) intend to increase the sensibility<br />

of Austrians to Turkey. Turkish president<br />

Abdullah Gül visited Austria twice in 2011 by invitation<br />

of President Fischer. These were the first<br />

presidential-level visits in 13 years. Hopefully, this<br />

cooperation will continue to increase mutual understanding<br />

between the two nations. •<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 87


wirtschaft<br />

Recht<br />

Kolumne<br />

Recht auf menschliche<br />

Behandlung<br />

Nach neuesten Urteilen des Europäischen Gerichtshofes<br />

und des EGMR dürfen Flüchtlinge<br />

nicht in Länder abgeschoben werden, die kein<br />

ordentliches Asylverfahren garantieren können.<br />

Text von Georg Zanger<br />

Die Genfer Flüchtlingskonvention<br />

aus dem Jahre<br />

1991 legt in Art. 33 fest,<br />

dass kein Vertragsstaat<br />

einen Flüchtling auf irgendeine<br />

Weise über die<br />

Grenzen von Gebieten ausweisen und<br />

zurückweisen darf, in denen „sein Leben<br />

oder seine Freiheit in seiner Rasse, Religion,<br />

Staatsangehörigkeit, seiner Zugehörigkeit<br />

zu einer bestimmten sozialen<br />

Gruppe oder wegen seiner politischen<br />

Überzeugung bedroht sein würde.“ Art.3<br />

der Europäischen Menschenrechtskonvention<br />

(EMRK) verbietet darüber hinaus<br />

generell die Auslieferung von Personen an<br />

Staaten, in denen sie der Gefahr der Folter<br />

oder unmenschlicher Behandlung ausgesetzt<br />

sind.<br />

•<br />

Die Dublin II Verordnung<br />

Im Rahmen der Harmonisierung der<br />

Europäischen Asylpolitik wurde basierend<br />

auf dem Prinzip des gegenseitigen<br />

Vertrauens und auf Grund der Vermutung,<br />

dass die Behandlung von Asylwerbern<br />

in jedem einzelnen Mitgliedstaat im<br />

Einklang mit den Erfordernissen der Genfer<br />

Flüchtlingskonvention und der EMRK<br />

steht, die so genannte „Dublin II Verordnung“<br />

geschaffen. Die dahinterstehende<br />

Ratio war, zu verhindern, dass Asylanträge<br />

durch sogenanntes „forum shopping“<br />

verzögert und behindert werden. Demgemäß<br />

sind Personen, die vom Einreisestaat<br />

in ein anderes EU-Land gezogen und dort<br />

aufhältig sind, grundsätzlich in den Einreisestaat<br />

zurückzuschieben.<br />

Offenbar wurde dabei nicht bedacht,<br />

dass zwangsläufig eine ungleiche Belastung<br />

der EU-Randstaaten die Folge ist. Wer<br />

zu Land und zu Wasser in die EU einreisen<br />

will, kann dies nur über einen Staat<br />

verwirklichen, der die äußere Grenze der<br />

Xerum EU bildet. simporerem hil expe est, odis sima plaborro<br />

dolupit, solecerum ipsusdae quiducimi,<br />

corestibus eicipitibus et eos •<br />

Flüchtlingsstrom nach<br />

Griechenland<br />

Seitdem der Flüchtlingsstrom nach Italien<br />

und Frankreich insbesondere durch<br />

eine Abmachung mit dem damaligen libyschen<br />

Machthaber Muhammar al Gaddafi,<br />

der sich bereit erklärt hat, Flüchtlinge<br />

„zurückzunehmen“, und dem Einsatz der<br />

sogenannten EU Einsatzgruppe „Frontex“<br />

defacto eingedämmt wurde und Flüchtlinge<br />

auf offener See aufgebracht und<br />

zurückgedrängt werden, ist Griechenland<br />

das Land mit der höchsten Belastung von<br />

Asylsuchenden.<br />

Fast neunzig Prozent der Flüchtlinge<br />

gelangen über Griechenland in die EU.<br />

Den griechischen Behörden ist es tatsächlich<br />

unmöglich, diesen Flüchtlingsstrom<br />

zu bewältigen. Flüchtlinge irren obdachlos<br />

herum und leben von erbettelten Nahrungsmitteln.<br />

Wahrnehmungsberichte<br />

des Europarates bestätigen übereinstimmend,<br />

dass es in Griechenland kein funktionierendes<br />

Asylverfahren gibt. Flüchtlinge,<br />

erwachsene Männer und Frauen,<br />

werden gemeinsam mit Kindern in kleinen,<br />

verdreckten, käfigartigen Räumen<br />

gleich Gefängnissen festgehalten. Asylwerbende<br />

sind dem geschürten Hass der<br />

Dr. Georg Zanger,<br />

ist seit 1975 selbstständiger<br />

Rechtsanwalt in<br />

Wien mit Spezialgebiet<br />

Wettbewerbsrecht. Er<br />

ist außerdem Präsident<br />

der Austrian Chinese<br />

Business Association.<br />

www.zanger-bewegt.at<br />

Bevölkerung schutzlos ausgeliefert, Folter<br />

und unmenschliche Behandlung sind an<br />

der Tagesordnung.<br />

•<br />

Künftig Strafen wegen<br />

Abschiebungen<br />

Der Europäische Gerichtshof (EuGH)<br />

hat mit seiner Entscheidung vom<br />

21.12.2011 die „Dublin II VO“ deutlich eingeschränkt,<br />

im Übrigen aber insgesamt in<br />

Frage gestellt: In einen Staat, der ein ordentliches,<br />

sicheres Asylverfahren nicht<br />

garantiert und Flüchtlinge unmenschlicher<br />

Behandlungen aussetzt, darf nicht<br />

zurückgeschoben werden. Voraussetzung<br />

für ein gerechtes Asylverfahren in Europa<br />

ist es, dass die Last des Flüchtlingsstromes<br />

gleichmäßig unter den EU-Staaten aufgeteilt<br />

wird.<br />

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte<br />

(EGMR) ist in seinem Urteil<br />

vom 23.2.<strong>2012</strong> noch einen Schritt weitergegangen<br />

und hat die Verantwortung von<br />

Staaten im Umgang mit Flüchtlingen neu<br />

festgelegt. Mit dem vom UNO Flüchtlingskommissariat<br />

UNHCR als Wendepunkt bezeichneten<br />

Urteil wurde Italien zu einer<br />

hohen Schadenersatzzahlung verurteilt,<br />

weil es Flüchtlinge aus Somalia und Eritrea<br />

nach Libyen zurückgeschoben hat.<br />

Dort waren die Betroffenen der Gefahr unmenschlicher<br />

Behandlung ausgesetzt, wie<br />

sie in Libyen an der Tagesordnung war.<br />

Der EGMR hat damit nicht nur den<br />

Schutz von Flüchtlingen auf hoher See<br />

entscheidend gestärkt. Künftig müssen<br />

Mitgliedstaaten mit finanziellen Sanktionen<br />

rechnen, wenn sie das Recht von<br />

Flüchtlingen nicht beachten und diese in<br />

Staaten ab- oder rückschieben, in denen<br />

eine sichere menschliche Behandlung<br />

nicht garantiert ist.<br />

88 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Prävention geht vor<br />

Intervention<br />

Seit Jahren bürgt Betriebswirt Jürgen H. Rähse<br />

mit seiner staatlich konzessionierten Detektei<br />

Special Protection Services für Sicherheit. Im Interview<br />

berichtet er über seine Qualitätskriterien.<br />

Interview: <strong>Society</strong><br />

Wofür steht Ihr Unternehmen?<br />

„Special Protection<br />

Services“ steht für professionelles<br />

operatives<br />

und strategisches Sicherheitsmanagement.<br />

Für mich hat der persönliche<br />

Kontakt mit dem Kunden einen sehr hohen<br />

Stellenwert. Bei einem Beratungsgespräch seine<br />

Probleme, Ängste, Sorgen und Wünsche herauszufiltern,<br />

mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen<br />

ein professionelles Sicherheitskonzept zu entwickeln,<br />

und dieses mit meinem Team erfolgreich<br />

operativ umzusetzen, stellt für mich immer wieder<br />

eine wunderbare Herausforderung dar. Des<br />

Weiteren heißt Service für mich nicht Einkaufssackerl<br />

zu tragen, sondern dass ich meinen Kunden<br />

handfeste Resultate liefere, und dabei steht der<br />

Schutz des Kunden, seiner Familie und seines Unternehmens<br />

immer an erster Stelle.<br />

Welche Serviceleistungen kann Ihr Unternehmen<br />

anbieten?<br />

Operativ bieten wir weltweit den Personen- und<br />

Begleitschutz, den Veranstaltungs- und Objektschutz<br />

unter speziellen Gefährdungslagen, private<br />

Ermittlungen und Transportbegleitungen von<br />

Geld und Wert und sensiblen Unterlagen sowie<br />

Chauffeurservice an. Ein zertifiziertes Sicherheitsmanagement,<br />

zertifiziertes Krisen- und Notfallmanagement,<br />

Brandschutzbeauftragte und Vorträge<br />

über Bedrohungsmanagement und USBV (unbekannte<br />

Spreng- und Brandvorrichtungen) runden<br />

unser strategisches Profil ab. Unseren Kunden ste-<br />

hen wir auf Wunsch auch bei der Vermittlung von<br />

Geschäftskontakten und Dienstleistungen mit Rat<br />

und Tat zur Seite.<br />

Welche Eigenschaften müssen Ihre Teammitglieder<br />

mit sich bringen, um für Sie arbeiten<br />

zu dürfen?<br />

Ich habe international erfahrene Teammitglieder<br />

aus Deutschland, den USA, Italien und Österreich.<br />

Die Fachkompetenz im strategischen und<br />

operativen Sicherheitsmanagement wurde bei<br />

Polizeibehörden, an Universitäten und internationalen<br />

Ausbildungsakademien in Europa und den<br />

USA erworben. Sehr wichtig für mich ist jedoch,<br />

dass jedes Teammitglied diesen Beruf lebt. Jedes<br />

Teammitglied muss die notwendige Loyalität,<br />

Diskretion, Seriosität und Zuverlässigkeit nicht<br />

nur unseren Kunden, sondern auch mir uneingeschränkt<br />

entgegen bringen.<br />

Was kann Ihr Unternehmen besser als Ihre<br />

Mitbewerber?<br />

Einiges! Ich verspreche meinen Kunden nur<br />

das, was ich auch wirklich halten kann, und das<br />

hebt mein Unternehmen zu 98 Prozent positiv<br />

von den anderen Mitbewerbern ab. „Special Protection<br />

Services“ arbeitet auf einem sehr hohen<br />

Qualitätsniveau, und dafür stehe ich seit Jahren<br />

mit meinem guten Namen. Unser Team hat die<br />

entsprechende Erfahrung und Ausbildung, die<br />

im deutschsprachigen Raum wohl ihres Gleichen<br />

sucht. Fakten, die unsere Mitbewerber neidlos hinnehmen<br />

müssen! Mein Prokurist Herr Kauer als<br />

Brancheninsider weiß, wovon ich spreche, so wie<br />

alle anderen, die unsere Branche kennen.<br />

Welche Referenzen kann „SPS“ vorweisen?<br />

Wir verfügen selbstverständlich nachweislich<br />

in vielen Sicherheitsbereichen über erstklassige<br />

Referenzen, unsere Geschäftsphilosophie verbietet<br />

es uns aber, mit dem guten Namen unserer<br />

Kunden Werbung zu machen! Das verstehen wir<br />

unter Seriosität und Diskretion!<br />

•<br />

wirtschaft<br />

sicherheit<br />

Jürgen H. Rähse ist seit<br />

1999 als selbständiger<br />

Sicherheitsberater tätig. Seit<br />

2008 lebt er in Österreich<br />

und gründete 2009 die<br />

Special Protection Services<br />

e. U. Der gelernte Betriebswirt<br />

ist zertifizierter<br />

Securitymanager bei VdS<br />

in Köln, und zertifizierter<br />

Krisen- und Notfallmanager<br />

beim BdSI in Bonn (Bund<br />

deutscher unabhängiger<br />

Sicherheitsberater und -ingenieure).<br />

Des Weiteren<br />

besuchte er im Bereich<br />

Personenschutz namhafte<br />

internationale Ausbildungsakademien.<br />

»Sicherheitsmaßnahmen<br />

machen nur<br />

dann einen<br />

Sinn, wenn man<br />

sie bereits hat,<br />

bevor man sie<br />

benötigt!<br />

«<br />

Jürgen<br />

H. Rähse<br />

zur person<br />

Kontakt<br />

sps-agency<br />

office@sps-agency.com<br />

Mobil: +43 (0)699 / 179<br />

85 341<br />

www.sps-agency.com<br />

24h an 365 Tagen für Sie<br />

erreichbar!<br />

(v.l.n.r.) Firmeninhaber Jürgen H. Rähse und<br />

Prokurist Wolfgang D. Kauer<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 89


wirtschaft<br />

hongkong<br />

In Interviews mit dem österreichischen<br />

Handelsdelegierten für<br />

Hongkong, Macao und Südchina,<br />

Mag. Christian Schierer, und dem<br />

Chef von HK Invest, Simon Galpin<br />

hat SOCIETY recherchiert, warum<br />

sich auf für Ihr Unternehmen der Sprung<br />

nach Hongkong auszahlen könnte.<br />

1997 wurde Hongkong mit der Volksrepublik<br />

China wiedervereinigt, wobei<br />

die Metropole aufgrund einer 50-jährigen<br />

Übergangsfrist nach dem häufig propagierten<br />

Prinzip „Ein Land, zwei Systeme“<br />

weitgehend unangetastet blieb. Die chinesischen<br />

Entscheidungsträger hielten ihr<br />

Versprechen bis heute ein und ließen der<br />

ehemaligen britischen Kronkolonie ihre<br />

relative Unabhängigkeit.<br />

Erfolg-Reich in<br />

Hongkong<br />

Was haben Andritz, Frequentis und zahlreiche<br />

weitere österreichischen Firmen<br />

gemeinsam? Sie alle sind erfolgreich in<br />

Hongkong und in Festland-China tätig.<br />

Text von Stefan Tauchhammer<br />

»Österreichische<br />

Firmen sind in<br />

Hongkong die<br />

‚Hidden Champions‘.<br />

«<br />

Christian<br />

Schierer<br />

•<br />

Liberalste Marktwirtschaft<br />

der Welt<br />

Nach wie vor hat Hongkong die vielleicht<br />

liberalste Marktwirtschaft der Welt.<br />

Nur 150 Euro kostet die Gründung einer<br />

eigenen Firma, der maximale Steuersatz<br />

von 16,5 Prozent zählt zu den niedrigsten<br />

der Welt. Das sind nur einige Gründe,<br />

weswegen das österreichische Außenwirtschaftscenter<br />

Hongkong jährlich mehr als<br />

3.500 Anfragen bekommt.<br />

Vorteilhaft ist zudem ein Freihandelsabkommen,<br />

das den Export von Waren<br />

aller Art in die Volksrepublik und somit<br />

Simon Galpin (HK Invest)<br />

den Zutritt zum chinesichen Markt ermöglicht.<br />

Langfristig werden Unternehmer<br />

aber nicht umhin kommen, eigene<br />

Filialen in der Volksrepublik zu eröffnen.<br />

Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit<br />

der Volksrepublik hilft hier auch sparen.<br />

Ein weiterer Standortvorteil gegenüber<br />

chinesischen Städten wie Schanghai<br />

oder Beijing ist das gut ausgebildete<br />

aber schwach reglementierte Bankwesen.<br />

Dadurch kommen Unternehmen relativ<br />

leicht an Kredite. Auf dem Festland ist<br />

das sogar für heimische KMUs nahezu unmöglich.<br />

90 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


wirtschaft<br />

hongkong<br />

Fotos: HKTB<br />

Mag. Christian Schierer<br />

(Außenwirtschafscenter<br />

Hongkong)<br />

Nächtlicher Blick auf Hongkong Island<br />

•<br />

Hongkongs Sonderstatus<br />

Simon Galpin von HK Invest kehrt im Gespräch<br />

mit SOCIETY die Vorzüge Hongkongs als Firmenzentrale<br />

für Asien hervor: Durch die zentrale Lage<br />

und die gute Fluganbindung ist die Stadt dafür<br />

prädestiniert. Außerdem seien Firmen, die ihren<br />

Sitz beispielsweise in Schanghai gründen, so sehr<br />

mit dem Geschäft mit China beschäftigt, dass andere<br />

Länder leicht aus den Augen verloren werden<br />

können. Diese Gefahr bestehe in Hongkong weniger,<br />

da es auf Grund seines Sonderstatus in China<br />

(Visapflicht für Festlandchinesen, eigenes Bankwesen,<br />

Währung etc.) einen gewissen Abstand zum<br />

Kennzahlen<br />

Hongkong<br />

Ländername: Hongkong,<br />

Sonderverwaltungsregion<br />

der Volksrepublik China<br />

Staatsoberhaupt: Chinesischer<br />

Staatspräsident Hu<br />

Jintao<br />

Regierungschef: Leung<br />

Chun-ying<br />

Österreichische Dienststellen:<br />

Österreichisches<br />

Generalkonsulat Hongkong,<br />

Außenwirtschaftscenter<br />

Hongkong<br />

Einwohner: 7,1 Millionen (ca.<br />

6.430 Einwohner pro km 2 )<br />

(2011)<br />

Amtssprachen: Englisch,<br />

Chinesisch (Kantonesisch)<br />

Währung: Hong Kong Dollar<br />

(HKD)<br />

Fläche: 1.104 km 2 (über 230<br />

Inseln, vier Hauptgebiete:<br />

Hongkong Island, Kowloon,<br />

New Territories, Outlying<br />

Islands<br />

Bevölkerung: ca. 95 %<br />

Chinesen; 2,1% Philippinen;<br />

1,0% Indonesier; 0,3% Briten;<br />

0,3% Inder<br />

BIP nominal: 1.890,9 Mrd.<br />

HKD (rund 190 Mrd. EUR)<br />

BIP pro Kopf: 266.026 HKD<br />

(rund 26.600 EUR) (= 14.<br />

Rang weltweit)<br />

Arbeitslosigkeit: 3,4 %<br />

(2011)<br />

Budgetüberschuss: Devisenreserven<br />

282,5 Mrd. USD<br />

Außenhandel mit Österreich:<br />

Importe aus Österreich<br />

2010: 540 Mio. EUR,<br />

Exporte nach Österreich<br />

2010: 104 Mio. EUR<br />

(Quellen: BMEIA, WKO)<br />

Beratungsstellen<br />

Außenwirtschaftscenter<br />

Hongkong<br />

Bearbeitet jährlich mehr<br />

als 3.500 Anfragen, erstellt<br />

Marktstudien und stellt eine<br />

Long List an Importeuren<br />

zur Verfügung. Hilfe bei Produktpräsentationen<br />

z. B. auf<br />

Messen oder bei potentiellen<br />

Kunden. Unterstützung<br />

bei Forderungseintreibungen<br />

und Liquidationen.<br />

www.advantageaustria.org<br />

HK Invest<br />

Unterstützt Firmen, die<br />

Firmensitze in Hongkong<br />

aufbauen möchten. z. B.<br />

mit Informationen über das<br />

Wirtschaftsumfeld, Marketing<br />

Services etc.<br />

www.investhk.gov.hk<br />

Mutterland gewährt. Hoch qualifizierte und Englisch<br />

sprechende Arbeitskräfte seien auch leichter<br />

zu finden, so Galpin. Dies ist in der Volksrepublik<br />

keine Selbstverständlichkeit.<br />

•<br />

Chancen für Österreichs<br />

Firmen<br />

Österreichische Firmen sind in Hongkong die<br />

„Hidden Champions“, so Mag. Christian Schierer,<br />

Chef des Außenwirtschaftscenters vor Ort, weil<br />

sie in Nischenbereichen sehr stark vertreten sind.<br />

Zum Beispiel die Firma Frequentis für die Kommunikationskontrolle<br />

der U-Bahnen, die Firma<br />

Leitner beim Bau der Gondel zum Big Buddha<br />

oder AE & E mit dem Bau einer Müllverbrennungsanlage.<br />

Dem Reichtum der Stadt entsprechend ist<br />

die Nobelmarke Swarowski auch sehr erfolgreich<br />

vertreten.<br />

Besonders große Chancen für österreichische<br />

Firmen bestehen laut Schierer derzeit in der<br />

Dienstleistungsbranche, Architektur, Design, Bildungsbranche<br />

und Kreativwirtschaft. Er warnt<br />

jedoch davor, ohne sehr gutem Konzept, ohne viel<br />

Startkapital und gute Produkte den Sprung nach<br />

Hongkong zu wagen.<br />

Zahlreiche Unternehmen nützen Hongkong als<br />

Testmarkt für die VR China, deren Markt von 1,3<br />

Milliarden potentiellen Kunden ein überzeugendes<br />

Argument liefert.<br />

•<br />

Investitionen in die Zukunft<br />

Auch in Zukunft wird die Stadt noch einiges<br />

zu bieten haben: mit dem Bau des „West Kowloon<br />

Cultural District“ entsteht auf 40 Hektar bis 2015<br />

ähnlich dem Wiener Museusmquartier ein riesiges<br />

Kulturzentrum, um die Kunstszene der Stadt<br />

zu stärken. Selbstverständlich mit direkter Anbindung<br />

an die Hochgeschwindigkeitszüge.<br />

Bis 2016 soll die 50-Kilometer lange „Hongkong-<br />

Zhuhai-Macao- Brücke“ die längste Seebrücke der<br />

Welt fertiggestellt werden. Durch die Verbindung<br />

dieser drei Metropolen soll das Perlflussdelta noch<br />

weiter zusammenwachsen.<br />

Um die ständig verstopften Straßen zu entlasten<br />

werden derzeit fünf neue U-Bahnlinien<br />

gebaut, Dimensionen, die für österreichische Verhältnisse<br />

gigantisch wirken.<br />

Damit Hongkong in Zukunft auch als Luxusdestination<br />

wahrgenommen wird, wird bis 2013<br />

der größte Kreuzschifffahrtsterminal der Welt in<br />

Osten von Kowloon, einem Bezirk von Hongkong,<br />

errichtet. Er wird über ausreichend Kapazitäten<br />

verfügen, damit zwei Megakreuzschiffe parallel<br />

anlegen können. Von dort aus werden die Passagiere<br />

auch einen Blick auf das erst kürzlich errichtete<br />

Luxushotel „Ritz Carlton“ werfen können,<br />

dessen Gebäude ein weiterer architektonischer<br />

Meilenstein der Stadt darstellt.<br />

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen Luxushotels<br />

in Hongkong vor, die wir für Sie getestet<br />

haben.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 91


wirtschaft<br />

hongkong<br />

Im Cafe TOO gibt es eine sehr breite Palette an<br />

Gerichten<br />

Think big – Luxushotels<br />

in Hongkong<br />

Hongkong ist zwar vor allem als Business-Standort<br />

bekannt, doch kann man in der früheren britischen<br />

Kronkolonie auch wunderbar luxuriös logieren.<br />

SOCIETY hat fünf dieser Luxushotels getestet.<br />

Text von Stefan Tauchhammer<br />

Shangri-La<br />

Lage: In Hongkong Island,<br />

in den oberen Etagen des<br />

Pacific Palace Towers<br />

Kategorie: 5*, Mitglied der<br />

Shangri-La-Gruppe<br />

Zimmer: 565 Zimmer und<br />

4 Suiten<br />

Stil: Chinesisch/westlich<br />

gemischt<br />

Einrichtungen: 8 Restaurants<br />

und Bars, darunter das<br />

1-Michelin-Stern-Restaurant<br />

„Petrus“<br />

Spa: Health Club mit Hallenbad,<br />

großem Fitnesscenter,<br />

5 Behandlungsräume, Innenund<br />

Außenjacuzzi, Erlebnisdusche,<br />

Sauna, Dampfbad,<br />

Solarium<br />

Service: Absolut perfekt,<br />

sehr aufmerksam<br />

www.shangri-la.com/hongkong/islandshangrila<br />

•<br />

Island Shangri La<br />

The Lost Horizon<br />

Shangri-La ist eigentlich ein fiktiver Ort im<br />

Roman „The Lost Horizon“ und beschreibt<br />

den „Himmel auf Erden“. Wenn man das<br />

Shangri-La in Hongkong besucht, hat man tatsächlich<br />

das Gefühl, diesem Ort nahe zu kommen. Das<br />

Personal ist sehr um das Wohl der Gäste bemüht.<br />

Man hat Halsweh? Kein Problem, die Kellnerin<br />

empfiehlt mir Ingwertee mit Honig, dazu sei am<br />

besten Congee, eine Reissuppe. Hat meinem Hals<br />

wirklich gut getan.<br />

Die Zahnseide ist auf den Boden gefallen und<br />

kaputt gegangen – das Zimmerpersonal legt unaufgefordert<br />

mit den besten Empfehlungen eine<br />

neue Packung ins Zimmer. Das ist Service vom Allerfeinsten,<br />

auch wenn der allzu große Übereifer<br />

beim Frühstück mitunter etwas anstrengend sein<br />

kann.<br />

Großartig ist das Restaurant „Café Too“, wo ein<br />

riesiges Frühstücksbuffet aufgebahrt ist, das nicht<br />

nur gut aussieht, sondern auch so schmeckt. Es ist<br />

für fast jeden Geschmack etwas dabei – japanische<br />

Maki-Röllchen mit fermentierten Sojabohnen,<br />

welche ich zuvor nicht kannte, interkontinentale<br />

Speisen sowie ein eigener Stand, an dem Suppen<br />

mit Nudeln zubereitet werden, was dem traditionell<br />

chinesischen Frühstück entspricht. Hier kann<br />

ich jedem Europäer empfehlen, etwas herumzuexperimentieren.<br />

Das chinesische Frühstück ist<br />

zwar ungewohnt, aber äußerst schmackhaft und<br />

dank Gemüse und wenig Fett noch dazu gesund!<br />

Natürlich kann man auch in einem der sieben<br />

anderen Restaurants, die sich im Island Shangri<br />

La „verstecken“, gut dinieren, z. B. im französischen<br />

Restaurant „Petrus“, das mit einem Michelin-Stern<br />

ausgezeichnet ist.<br />

Da kann man wirklich nur sagen: Ab nach<br />

Shangri-La!<br />

Fotos: Shangri-La, Hulletthouse<br />

92 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


wirtschaft<br />

hongkong<br />

•<br />

Hullett House<br />

„Leading“ Hotel in<br />

Hongkong<br />

Zugegeben, in Hongkong<br />

gibt es nicht sehr viele<br />

historische Bauten. Die<br />

meisten mussten dem wirtschaftlichen<br />

Aufschwung der<br />

Stadt zugunsten der Hochhäuser<br />

weichen.<br />

Nicht so im Hullett House.<br />

Inmitten des Trubels der Stadt<br />

bietet sich ein Gebäude, das<br />

mit seinem neo-klassizistischen<br />

Baustil mehr als auffällt. Es<br />

wurde in den frühen 1880er<br />

Jahren als Hauptquartier der<br />

Hafenpolizei gebaut und ist Teil<br />

des „1881 Heritage“, das auch<br />

weitere historische Gebäude<br />

beinhaltet. Nach 1996 wurde<br />

das Polizeigebäude aufgelassen<br />

und das ganze Gebäude zusammen<br />

mit anderen sehr liebevoll<br />

und originalgetreu renoviert.<br />

Dies merkt man auch, wenn<br />

man das Hullett House betritt –<br />

man fühlt sich in die koloniale<br />

Zeit zurückversetzt. Designer<br />

David Yeo hat jedoch auch moderne<br />

Akzente gesetzt, jede der<br />

zehn Suiten wurde individuell<br />

gestaltet. Die Tsing Lung Suite<br />

zum Beispiel, welche mit ihrem<br />

Pagoden-Bett und rot lackierten<br />

Wänden an das imperiale<br />

Schanghai erinnern soll. Es ist<br />

auf jeden Fall anzuraten, im Internet<br />

vorher ein Zimmer auszusuchen,<br />

das einem gefällt.<br />

Ein ganz besonderes Gefühl<br />

ist es, abends auf der großen<br />

Terrasse zu sitzen und das<br />

Stadttreiben zu beobachten.<br />

Erwähnenswert ist auch das<br />

chinesische „Loon Toh Yuen“<br />

Restaurant, eines von fünf Restaurants<br />

im Hullett House.<br />

Dort werden traditionelle chinesische<br />

Speisen wiederbelebt<br />

und neu interpretiert.<br />

Dieses Hotel wurde mit gutem<br />

Grund zu einem der „Leading<br />

Hotels of the world“ gewählt.<br />

Wenn man in Hongkong<br />

ist, lohnt sich ein Besuch auf<br />

jeden Fall.<br />

Das Restaurant Stables Grill ist in den ehemaligen<br />

Pferdestallungen untergebracht<br />

Der imperiale Baustil des Hullett<br />

House<br />

»Das Hullett House<br />

zu besichtigen ist<br />

Pflicht beim ersten<br />

Hongkong-Besuch.<br />

Dermaßen gut erhaltene<br />

historische<br />

Architektur ist sehr<br />

selten in der Finanzmetropole.<br />

«<br />

Hullett<br />

House<br />

Lage: unmittelbare Nähe<br />

zum Peninsula-Hotel, zwei<br />

Gehminuten von der Star<br />

Ferry entfernt<br />

Kategorie: 5*, Mitglied der<br />

Leading Hotels of the World<br />

Zimmer: 10 Suiten, davon<br />

4 mit eigenem Balkon, jede<br />

Suite individuell gestaltet<br />

Stil: Kolonialgebäude von<br />

1881, zeitgenössische Inneneinrichtung<br />

von Designer<br />

David Yeo<br />

Einrichtungen: 5 Restaurants<br />

Spa: nicht vorhanden<br />

Service: Gut<br />

www.hulletthouse.com<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 93


wirtschaft<br />

hongkong<br />

Der wunderbare Ausblick vom<br />

hoteleigenen italienischen<br />

Restaurant Grissini<br />

Grand Hyatt<br />

Lage: am Ufer in Wan Chai,<br />

direkt an das ICC, das International<br />

Convention and<br />

Congress Center, angebunden<br />

Kategorie: 5*, Mitglied von<br />

Hyatt International<br />

Zimmer: 549 Zimmer und<br />

2 Suiten<br />

Stil: erbaut 1989, Fassade<br />

aus Marmor und verspiegeltem<br />

Glas<br />

Einrichtungen: 7 Restaurants,<br />

2 Bars, Tee-Lounge,<br />

Businesscenter, Konferenzräume,<br />

Self Check-in<br />

Spa: sehr groß, „Plateau“,<br />

mit 23 Zimmern und Suiten,<br />

mehrere Fitnessstudios,<br />

Saunen sowie beheiztem<br />

50-Meter-Outdoorpool<br />

Service: Gut<br />

www.hongkong.grand.<br />

hyatt.com<br />

•<br />

Grand Hyatt – Hoteltempel<br />

für Geschäftsreisende<br />

Ein wenig erdrückend wirkt es anfangs<br />

schon, das Grand Hyatt in Hongkong. Die<br />

Empfangshalle, in schwarzem Marmor eingerichtet<br />

und mit vier massiven Säulen ausgestattet,<br />

wirkt nicht gerade freundlich. Auch die<br />

relativ kleinen Zimmer mit sehr bemüht gewitzter<br />

Inneneinrichtung waren nicht unbedingt einladend.<br />

Besonders herausgestochen hat hier das<br />

in schwarzem Marmor eingerichtete Bad, kombiniert<br />

mit opulenten vergoldeten Armaturen. Ein<br />

Stil, den man definitiv mögen muss.<br />

Dennoch hat das Grand Hyatt Hongkong auch<br />

seine Vorzüge. Insbesondere für Geschäftsreisende<br />

ist es vorteilhaft, dass das Hotel direkt an das<br />

„ICC“, das Internationale Conventional Center,<br />

angebunden ist. Dort werden große Messen wie<br />

z. B. die HK Electronics Fair, abgehalten. Hier werden<br />

internationale Kontakte geknüpft. So kann<br />

der Geschäftsreisende voll auf seinen Reisezweck<br />

fokussieren. Der Ausblick auf den Hafen ist ebenfalls<br />

sensationell.<br />

Weiters verfügt das Hotel über mehrere Restaurants<br />

mit sehr hohem Niveau, wie z. B. das „Grissini“,<br />

das sehr gute italienische Küche kredenzt.<br />

Auch der Spa-Bereich, „Plateau“ genannt, verfügt<br />

u. a. über einen geheizten 50-Meter-Außenpool<br />

mit dazugehörigem Poolrestaurant.<br />

Besonders vorzüglich war auch der Abendcocktail,<br />

an dem zahlreiche Snacks und Champagner<br />

gereicht wurde. So kann man einen geschäftigen<br />

Arbeitstag gediegen ausklingen lassen!<br />

Fotos: Grand Hyatt, Peninsula<br />

92 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


wirtschaft<br />

hongkong<br />

•<br />

The Peninsula<br />

Grande Dame auf Schönheitskur<br />

Es gibt nur wenige Orte in Hongkong, die es<br />

so gut geschafft haben, Tradition zu bewahren<br />

und trotzdem dermaßen zu glänzen.<br />

Vielleicht ist das mit ein Grund, warum die 297<br />

Zimmer und Suiten des Hotels gerade nach Plänen<br />

von Getty‘s Designfirma generalsaniert und<br />

ab August <strong>2012</strong> phasenweise bis 2013 komplett<br />

fertiggestellt sein werden. Dabei soll eine neue<br />

personalisierte „In-Room-Technologie“ zu einem<br />

noch besseren Erlebnis verhelfen.<br />

Das Peninsula zählt, neben dem Hullett House,<br />

zu einer der Institutionen Hongkongs. Wenn Stars<br />

wie Madonna in der Stadt absteigen, dann wählen<br />

sie meistens das Peninsula, da es für zeitlosen<br />

Geschmack und hohen Luxus steht. Für manche<br />

Stars mag aber auch der Hubschrauberlandeplatz<br />

am Dach des Hotels ein zusätzliches Auswahlkriterium<br />

sein.<br />

Das hauseigene Spa ist phänomenal, trotz der<br />

Größe des Hotels ist es wie ein Ruhepol inmitten<br />

der Betonwüste Hongkongs. Die Massage konnte<br />

auch auf Anhieb überzeugen.<br />

The<br />

Peninsula<br />

Lage: in Tsim Sha Tsui, der<br />

Südinsel von Kowloon<br />

Kategorie: 5*, Mitglied der<br />

Peninsula Hotels<br />

Zimmer: 297 Zimmer und<br />

Suiten, die gerade einer<br />

umfangreichen Renovierung<br />

unterzogen werden<br />

Stil: erbaut 1928, später erweitert<br />

durch großen Tower<br />

Einrichtungen: 8 Restaurants,<br />

Pool mit Terrasse,<br />

Helikopterservice, 14 Rolls-<br />

Royce Phantoms, Suite-Gäste<br />

fahren drei Stunden gratis<br />

mit einem Mini Clubman<br />

Spa: The Peninsula Spa by<br />

ESPA, elegant-minimalistisch<br />

mit einmaligem Blick<br />

auf Hongkongs Skyline, 14<br />

Anwendungsräume, Sauna,<br />

Fitnesscenter, Asian Tea<br />

Lounge<br />

Service: Sehr gut<br />

www.peninsula.com/hongkong<br />

Besonders erwähnenswert ist das Restaurant<br />

„Felix“ mit Lage im obersten Stock, das von Philippe<br />

Starck gestaltet wurde. Das Essen überzeugte,<br />

der hauseigene chinesische Wein war für meinen<br />

Geschmack noch etwas zu rauchig. Natürlich gibt<br />

es aber eine große Palette an internationalen Weinen.<br />

Auf dem als Speise- und Weinkarte fungierenden<br />

iPad wird man bestimmt fündig.<br />

Das Peninsula galt schon immer als eines der<br />

besten Hotels in Hongkong, eine Erfolgsgeschichte,<br />

die sich nach der Renovierung bestimmt fortsetzen<br />

wird.<br />

Man kann, muss aber nicht mit dem<br />

Hubschrauber anreisen<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 93


wirtschaft<br />

hongkong<br />

Der Spa- und Wellnessbereich<br />

des Landmark Mandarin Oriental<br />

lässt keine Wünsche offen<br />

The Landmark<br />

Mandarin<br />

Oriental<br />

Lage: im Finanzdistrikt<br />

Central direkt über dem<br />

Luxusshoppingcenter „The<br />

Landmark“, direkte Anbindung<br />

an die MTR-Station<br />

Central, wenige Gehminuten<br />

zum Ausgehviertel Lan Kwai<br />

Fong<br />

Kategorie: 6*, Mitglied der<br />

Mandarin-Oriental-Gruppe<br />

Zimmer: 131 Zimmer und 2<br />

Suiten<br />

Einrichtungen: Restaurant<br />

Amber (2 Michelin-Sterne),<br />

MO-Bar (Afternoon Tea),<br />

Wellnessbereich mit Fitnesscenter,<br />

Indoorpool und<br />

Yoga- und Pilates-Studios<br />

Spa: The Oriental Spa ist ein<br />

sehr umfassender Hotelwellnessbereich<br />

und bietet<br />

unzählige Anwendungen<br />

in geschlechtergetrennten<br />

Bereichen. Amethystdampfbad,<br />

Erlebnisduschen, Vitality<br />

Pools, Laconium<br />

Service: Sehr gut<br />

www.mandarinoriental.<br />

com/landmark<br />

•<br />

The Landmark Mandarin Oriental<br />

Ein perfekt designtes Stadthotel<br />

Hoteldesigner Peter Remedios hat bei der<br />

Gestaltung des Hotels überzeugende Arbeit<br />

geleistet. Dies fängt bei der Zimmergestaltung<br />

an – das Badezimmer öffnet sich mithilfe<br />

einer gebogenen Begrenzungswand, die es zum<br />

restlichen Wohnraum abtrennt. Die Zimmer haben<br />

große Fenster und sind sehr hell. Leider fehlt<br />

der von manch anderen Wolkenkratzer-Hotels gewohnte<br />

Weitblick. Ein kleines Manko, welches das<br />

Landmark Mandarin aber durch andere Vorzüge<br />

absolut kompensieren kann.<br />

Der Spa-Bereich ist sensationell – gemeinsam<br />

mit dem Wellnessexperten Norbert Deckelmann<br />

wurde auf 2.300 Quadratmetern das „Oriental<br />

Spa“ errichtet. Neben den – für diese Klasse – standardmäßigen<br />

Einrichtungen wie Fitnesscenter,<br />

Indoorpool und Dampfbad wartet das Hotel noch<br />

mit einer 65-Quadratmeter großen „Ultra Sanctuary<br />

Suite“ auf, die wohl für Frischverliebte am besten<br />

geeignet ist. Auch die Wellnessprodukte, die<br />

eigens für Mandarin Oriental entwickelt wurden,<br />

konnten durchwegs überzeugen.<br />

In einem durchdesignten Hotel muss man<br />

natürlich auch mit einem eigenen Design des<br />

Restaurants aufwarten. Das im siebten Stock befindliche<br />

„Amber“ wurde von dem in New York<br />

lebenden Designer Adam Tihany gestaltet, hier<br />

bilden mehr als 4.300 Bronzestangen eine von der<br />

Decke hängende Skulptur. Richard Ekkebus zeichnet<br />

für die 2-Michelin-Stern-Küche verantwortlich.<br />

Alles in allem ein bezauberndes Boutique-Hotel<br />

inmitten der Großstadt Hongkong, in dem man<br />

durchaus auch mehrere Wochen bleiben kann.<br />

Foto: The Landmark Mandarin Oriental<br />

92 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


wirtschaft<br />

design<br />

FENDI casa<br />

KENZO maison<br />

Stilvoll & edel einrichten<br />

Mit Qualitätsbewusstsein, exklusiven Markenpartnern und<br />

glänzender Präsentation wird SPÄTAUF Möbel & Design zum<br />

größten Anbieter von Luxusinterior in Österreich.<br />

<strong>Society</strong> im Interview mit KR Marianne Fasching-Spätauf<br />

Das aus einem hundertjährigen<br />

steirischen Familienbetrieb hervorgegangene<br />

Unternehmen<br />

SPÄTAUF Möbel & Design setzt mit<br />

KR Marianne Fasching-Spätauf<br />

und Harald Spätauf neue österreichische<br />

Maßstäbe in den Bereichen Wohntrend,<br />

Qualität und Design.<br />

Welche Stores zählen zur SPÄTAUF Möbel &<br />

Design-Gruppe?<br />

Neben den Einrichtungsstudios SPÄTAUF Möbel<br />

& Design in Graz und Halbenrain sowie dem Haus<br />

Ligne Roset Graz, gehören auch die Flagshipstores<br />

der italienischen Spitzenmarken Poliform.Varenna,<br />

Minotti Wien sowie Luxury Living Vienna mit Fendi<br />

casa und Kenzo maison in der Wiener Innenstadt<br />

zur Firmengruppe. Insgesamt vertreiben wir in<br />

sechs Niederlassungen mit 55 Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern ca. 150 internationale Top-Marken.<br />

Unser Stammhaus, sowie unsere eigene Tischlerei<br />

befinden sich in Halbenrain, Steiermark.<br />

Marlies Fasching-Spätauf,<br />

KR Marianne Fasching-Spätauf,<br />

Harald Spätauf<br />

Info<br />

Luxury Living<br />

SPÄTAUF GmbH<br />

Franz-Josefs-Kai 45<br />

1010 Wien<br />

Tel: +43 (01) 533 55 00<br />

www.spaetauf.at<br />

Worauf ist Ihr Erfolg zurückzuführen?<br />

Wir sind Qualitätsfanatiker und Tischler mit<br />

Leib und Seele. Doch die großen Hersteller arbeiten<br />

auch immer mehr nach Maß und bieten damit<br />

Qualität an, die kaum noch zu übertreffen ist. Darum<br />

steht für uns die direkte Arbeit mit unseren<br />

exklusiven Markenpartnern im dauerhaften Vordergrund.<br />

Was ist das Einzigartige an Ihrem Konzept?<br />

Mit der Eröffnung des Luxury Living Vienna Flagship<br />

Stores holen wir erstmals zwei der international<br />

renommiertesten Luxusmarken für Interior<br />

nach Wien. In exklusiver und stimmungsvoller<br />

Atmosphäre präsentieren wir auf rund 300 Quadratmetern<br />

die neusten Kollektionen und unverwechselbare<br />

Design-Klassiker von Fendi casa<br />

und Kenzo maison. Edelste Materialien, höchste<br />

Handwerkskunst der Verarbeitung gepaart mit<br />

international führendem Design: dafür stehen<br />

die Design-Linien der Weltmarken Fendi casa und<br />

Kenzo maison. Mit diesen beiden Markenpartnern<br />

betreten wir in Österreich absolutes Neuland. Der<br />

Stil der beiden Marken ist für heimische Kunden<br />

neu und unverwechselbar, und da wollen wir mit!<br />

Wir vermitteln in unseren Einrichtungsstudios<br />

die Faszination des Spürens, Fühlens und Inspirierens.<br />

Bei dieser neuen Linie der Superlative ist<br />

unsere Beratungs- und Planungskompetenz von<br />

großer Bedeutung.<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 97


wirtschaft<br />

Wellness<br />

Herr Dr. Androsch, Sie<br />

sind der Besitzer von<br />

VIVA - dem Zentrum für<br />

Moderne Mayr Medizin<br />

in Maria Wörth. Wie<br />

würden Sie die spezielle<br />

F. X. Mayr Kur hier definieren?<br />

Die Philosophie unseres Hauses und<br />

unseres Kurangebots hat zum Ziel, hier<br />

eine Insel der Erholung, Besinnung und<br />

Gesundheit zu schaffen. Nach so einer<br />

Kur fühlt man sich physisch wie psychisch<br />

ungleich wohler als zuvor. Man geht achtsamer<br />

mit dem Wertvollsten, der eigenen<br />

Gesundheit, um. Man ist körperlich fitter<br />

und nimmt auch dauerhaft ab, wenngleich<br />

das Kurangebot nicht primär und<br />

ausschließlich darauf abgestellt ist.<br />

Und wie können Sie die Kur in den<br />

Alltag hinüber retten?<br />

Bewusster leben, weniger essen, weniger<br />

Alkohol, mehr Bewegung, und zugleich<br />

bei der Auswahl des Essens bewusster<br />

vorgehen.<br />

Wie hebt sich Ihr Haus von anderen<br />

F. X. Mayr Kuren ab?<br />

Es ist von allen das konsequenteste. Die<br />

von Dr. Harald Stossier und von seinem<br />

Team, aber auch von seinem<br />

Lehrmeister Dr. Erich Rauch<br />

entwickelte F. X. Mayr Kur Neu<br />

schließt das moderne Leben<br />

sowie die aktuellen medizinischen<br />

Kenntnisse ein und wird<br />

hier gleichsam als Gesamtkunstwerk<br />

gelebt. Es ist auch nicht<br />

nur die Kur alleine, sondern<br />

auch die diese begleitenden Anwendungen,<br />

Bäder und Fitnessveranstaltungen,<br />

die einen Aufenthalt<br />

im VIVA so besonders<br />

machen. Die dahinterstehende,<br />

ganzheitliche Philosophie im<br />

Dienste der Wiedergewinnung<br />

und Erhaltung der Gesundheit<br />

wird den Kurgästen vom gesamten<br />

Team des Hauses in einer so<br />

authentischen Weise vermittelt, wodurch<br />

eine einzigartige Atmosphäre des gemeinsamen<br />

Zusammenwirkens entsteht, die<br />

über die gesundheitsfördernde Wirkung<br />

hinaus zusätzlich ein Gefühl der Geborgenheit<br />

und steigendem Wohlbefindens<br />

vermittelt, was in dieser Gesamtheit den<br />

größten Nutzen für den Kurgast erbringt.<br />

In welche Richtung soll es mit dem<br />

Haus weitergehen?<br />

Es gibt Ideen, das Ganze noch etwas<br />

auszuweiten, maximal um fünfzig Pro-<br />

Gesund in die<br />

Zukunft<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer im Gespräch<br />

mit Dr. Hannes Androsch über gesunde<br />

Lebensweise und Wege aus der Wirtschaftskrise.<br />

Interview von <strong>Society</strong> Chefredakteurin Gerti Tauchhammer<br />

zent. Das ist die Grenze, damit unser Haus<br />

seinen Charakter und in dieser Komposition<br />

sein Alleinstellungsmerkmal behält.<br />

In Anbetracht der Schuldenkrise<br />

sollen neue Vermögenssteuern kommen.<br />

Wie stehen Sie zu dieser Thematik?<br />

Eine Vermögenssteuer ist die Grundsteuer,<br />

die seit nahezu dreißig Jahren fast<br />

unverändert geblieben ist. Diese müsste<br />

Dr. Hannes Androsch<br />

im Interview mit Gerti<br />

Tauchhammer<br />

erhöht werden, nicht unermesslich, aber<br />

dennoch um so viel, dass die finanzielle<br />

Grundlage der Gemeinden verbessert<br />

wird. Die alte Vermögenssteuer, die Mitte<br />

der 1990er Jahre abgeschafft wurde, ist<br />

fast ausschließlich von den Betrieben getragen<br />

worden. Das war quasi eine Investitionssteuer.<br />

An ihrer statt hat man die<br />

Kapitalertragssteuer eingeführt – auch<br />

auf die Sparzinsen von Mindestrentnern.<br />

Jetzt kann man diesen fiskalisch vorteilhaften<br />

Tausch nicht mit der Einführung<br />

einer neuen Vermögenssteuer bestrafen.<br />

Wo sollte man ausgabenseitig in<br />

erster Linie sparen?<br />

Wir haben mehr Verwaltungspersonal<br />

als das um fünfzig Prozent größere<br />

Bayern. Und 600.000 Frühpensionisten.<br />

Diese ungesunde Entwicklung ist auch<br />

ein schwerer Verstoß gegen die Prinzipien<br />

von Generationengerechtigkeit und<br />

gesellschaftlicher Solidarität. Wir leben<br />

in der Gegenwart auf Kosten der Zukunft<br />

und zu Lasten der jungen Generation. Das<br />

soeben geschnürte Sparpaket der<br />

Regierung ist ein erster Schritt,<br />

dem weitere Maßnahmen folgen<br />

müssen, um diesen gefährlichen<br />

Weg, der uns über mehr kurz als<br />

lang in den Abgrund führt, zu<br />

korrigieren. Wir müssen mit aller<br />

Kraft verstärkt in die Zukunft<br />

investieren: In Bildung, Wissenschaft,<br />

Forschung und Innovationen.<br />

Wie ist Ihre persönliche Vision<br />

von Österreich im Jahr 2030?<br />

Die Entwicklung, die unser<br />

Land nach 1945 genommen hat,<br />

ist eine Erfolgsstory. Diese droht<br />

abzubrechen, weil wir inzwischen<br />

allzu sehr von Leistungen und Errungenschaften<br />

der Vergangenheit zehren<br />

und zu wenig für die Zukunft leisten.<br />

Wenn wir so weiter agieren, werden wir<br />

schon bald deutlich an Wohlstand verlieren<br />

und auch den hohen sozialen Standard<br />

nicht halten können. Wenn wir uns<br />

besinnen, Fehlentwicklungen korrigieren,<br />

Verkrustungen lösen und die absehbaren<br />

Herausforderungen der Zukunft<br />

annehmen, dann haben wir positive<br />

Aussichten. Das ist wie bei einer Kariesbehandlung.<br />

Wenn wir das nicht machen,<br />

müssen wir uns einer Wurzelbehandlung<br />

98 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


wirtschaft<br />

Wellness<br />

unterziehen bzw. Implantate einsetzen lassen,<br />

was nicht nur schmerzhafter, sondern auch viel<br />

teurer kommt. Aber wenn wir die jetzt nötigen<br />

Korrekturmaßnahmen treffen, wofür Geldmittel<br />

in Höhe von rund vier Prozent des Sozialprodukts<br />

ausreichend wären, dann können wir weiterhin<br />

im europäischen und globalen Spitzenfeld liegen<br />

und unseren jungen Menschen gute Zukunftsperspektiven<br />

bieten.<br />

Halten Sie es für möglich, dass die derzeitige<br />

politische Struktur es schafft, etwas zu<br />

ändern?<br />

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben,<br />

sonst hätte ich ja auch kein Volksbegehren für<br />

Bildung initiiert. Kennedy hat in seiner Inaugurations-Ansprache<br />

damit geschlossen, „fragt nicht,<br />

was dieses Land für euch tun kann, sondern fragt,<br />

»Das VIVA Mayr<br />

Zentrum hat<br />

zum Ziel, eine<br />

Insel der Erholung,<br />

Besinnung<br />

und Gesundheit<br />

zu schaffen.<br />

«<br />

Hannes<br />

Androsch<br />

was ihr für dieses Land tun könnt“. Und ich füge<br />

hinzu: „Und damit letztlich für euch selbst“.<br />

Sie haben für Ihr Bildungsvolksbegehren<br />

400.000 Stimmen bekommen, hatten sich aber<br />

mehr erwartet. Wie geht es nun weiter?<br />

Unsere Initiative hat die öffentliche Aufmerksamkeit<br />

geweckt und das Thema vom Rand ins<br />

politische Zentrum gerückt. Niemand wird bei<br />

den nächsten Wahlen daran vorbeigehen können.<br />

Jetzt geht es vor allem darum, mit Unterstützung<br />

jener, die unser Bildungssystem zeitgemäß und<br />

zukunftstauglich gestalten wollen, wie etwa Bildungsministerin<br />

Claudia Schmied, die politisch<br />

dafür notwendigen Reformen durchzusetzen.<br />

Dafür werden wir weiterhin mit aller Kraft im Zukunftsinteresse<br />

unserer Jugend und damit<br />

•<br />

unseres<br />

Landes eintreten.<br />

Ein neues<br />

Lebensgefühl<br />

Auf einer wunderschönen Halbinsel<br />

am Kärntner Wörthersee<br />

liegt VIVA - das Zentrum für<br />

Moderne Mayr Medizin.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Tradition der Mayr-Kur mit modernen<br />

naturheilkundlichen<br />

Verfahren wie Applied Kinesiology,<br />

orthomolekularer Medizin<br />

und Hyperthermie kombiniert.<br />

Mithilfe der neuesten<br />

diagnostischen Verfahren wird<br />

für jeden Gast ein individuelles<br />

Entgiftungsprogramm aus<br />

medizinischen Bauchbehandlungen,<br />

Entgiftungsmassagen,<br />

Kneippanwendungen, Bewegungstherapie,<br />

Kochschule etc.<br />

zusammengestellt. Das Ziel der<br />

VIVA Mayr Kur ist eine gesündere<br />

Ernährungs-und Lebensweise,<br />

um langfristig Gesundheit<br />

zu gewährleisten. Ein schöner<br />

Nebeneffekt sind purzelnde Kilos<br />

und ein flacherer Bauch.<br />

Wem die Zeit fehlt, nach<br />

VIVA Mayr zu fahren, dem sei<br />

das Buch „VIVA Mayr!“ der britischen<br />

Journalistin Helena Frith<br />

Powell in Kooperation mit Dr.<br />

Harald Stossier ans Herz gelegt.<br />

Mit Tipps, Tricks und Rezepten<br />

beschreibt sie ihren vierzehntägigen<br />

Kuraufenthalt und liefert<br />

somit gleich eine Einführung in<br />

die Moderne Mayr Medizin.<br />

Buchtipp<br />

Viva Mayr!<br />

Dr. med. Harald Stossier/<br />

Helena Frith Powell<br />

Trias Verlag<br />

Witzig, offenherzig und<br />

herrlich pragmatisch beschreibt<br />

Helena Frith Powell<br />

ihren 14-Tage-Aufenthalt in<br />

der VIVA-Mayr-Klinik.<br />

Foto: VIVA Mayr<br />

Hier wird der Gedanke<br />

von F.X. Mayr mit den<br />

Methoden des 21. Jahrhunderts<br />

fortgeführt.<br />

„Die Verdauung ist der<br />

Schlüssel zu Gesundheit und<br />

Wohlbefinden“, davon ist Dr.<br />

Harald Stossier, medizinischer<br />

Leiter von VIVA Mayr, überzeugt.<br />

Viele Zivilisationskrankheiten<br />

wie Burnout, Allergien,<br />

Über-und Untergewicht, Stoffwechselerkrankungen<br />

und sogar<br />

unerfüllter Kinderwunsch<br />

können mit der Modernen<br />

Mayr Therapie erfolgreich behandelt<br />

werden.<br />

Milch und Semmeln waren<br />

einmal, bei der Modernen Mayr<br />

Therapie wird die bewährte<br />

Das Team von<br />

VIVA Mayr<br />

Kontakt<br />

VIVA<br />

Das Zentrum für Moderne<br />

Mayr Medizin<br />

Seepromenade 11, A-9082<br />

Maria Wörth<br />

Rezeption Tel. +43 (0)4273<br />

311 17 0<br />

office@viva-mayr.com<br />

www.viva-mayr.com<br />

•<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 99


Salzburg<br />

wirtschaft<br />

Zu keinem seiner Anrainerstaaten<br />

hat Österreich eine<br />

engere Beziehung als zu<br />

Deutschland. Besonders eng<br />

ist diese aber zwischen den<br />

Ländern Bayern und Salzburg,<br />

welche eine mehr als 2000 Jahre<br />

gemeinsame Geschichte verbindet. So<br />

erstreckte sich schon der römische Verwaltungsbezirk<br />

Iuvavum vom Attersee<br />

bis zum Chiemsee. Um 700 gründete, im<br />

Auftrag des bayerischen Herzogs Theodor,<br />

der Heilige Rupert Salzburg als Missionszentrum.<br />

Ab dem 14. Jahrhundert lösten<br />

sich die weltlich regierenden Salzburger<br />

Erzbischöfe vom Mutterland Bayern. Salzburg<br />

erlebte einen künstlerischen und<br />

wirtschaftlichen Aufschwung. 1803 wurde<br />

das geistliche Fürstentum Salzburg<br />

säkularisiert. Die Wiedervereinigung mit<br />

Bayern erfolgte 1810, als Kaiser Napoleon<br />

das Herzogtum Salzburg dem bayerischen<br />

König Max I. als „Belohnung“ für dessen<br />

Bündnistreue im Krieg gegen Österreich<br />

übergab. Durch die Beschlüsse des Wiener<br />

Kongresses wurde Salzburg 1816 geteilt:<br />

Österreich erhielt den Großteil von Salzburg,<br />

bei Bayern verblieben Berchtesgaden<br />

und die Altsalzburger Gerichtsbezirke.<br />

Salzburg verarmte und erst durch die<br />

Gründung der Festspiele rückten Stadt<br />

und Land Salzburg wieder in den Fokus<br />

des Weltgeschehens. Durch seine zentrale<br />

Lage und günstigen Steuerbedingungen<br />

siedelten sich internationale Konzerne<br />

an, deren Manager die vielen Freizeitmöglichkeiten<br />

und das ganzjährige Kulturangebot<br />

ebenso schätzen wie die herzliche<br />

und offene Gesellschaft.<br />

Salzburg sehen –<br />

und bleiben<br />

Die einzigartige Mischung aus romantischer<br />

Alpenlandschaft, zentraler Lage<br />

inmitten Europas, dem großen Kulturangebot<br />

und der hohen Lebensqualität<br />

machen Salzburg zu einem Anziehungspunkt<br />

für viele Menschen aus Kultur<br />

und Wirtschaft.<br />

Text von Eva von Schilgen<br />

Höchst geschickt hat sich der aus Augsburg<br />

stammende Carl Philip von Maldeghem<br />

als Intendant des Salzburger Landestheaters<br />

in die Herzen der Salzburger<br />

gespielt. So konnten diese für das Stück<br />

„Himmel über Berlin“ Texte verfassen<br />

und im erstmals in Salzburg aufgeführten<br />

Musical „Sound of Music“ treten Salzburger<br />

Kinder auf. Von Maldeghem studierte<br />

Rechtswissenschaft und Philosophie,<br />

besuchte anschließend die renommierte<br />

Schauspielschule Lee Strasberg Theatre<br />

Institute in New York und arbeitete als<br />

Regieassistent am American Repertory<br />

Theatre in Cambridge. Festspielerfahrung<br />

sammelte er als Pressesprecher und persönlicher<br />

Referent des Salzburger Festspielintendanten<br />

Gérard Mortier. Es folgte<br />

die sehr erfolgreiche Intendanz an den<br />

Schauspielbühnen in Stuttgart, bevor er<br />

2009 nach Salzburg kam. Carl Philip von<br />

Maldeghem: „Die Stadt Salzburg war und<br />

ist ein Kristallisationspunkt der europäischen<br />

Kultur. Nicht zufällig kommen hier<br />

so viele Einflüsse zusammen, die Menschen<br />

aus aller Welt und insbesondere<br />

Künstler zu Eigeninterpretationen angeregt<br />

hat. Wir haben das Glück, diese Entwicklung<br />

das ganze Jahr über erleben und<br />

mit unserer Arbeit gestalten zu können.“<br />

Technologieführer in der Dentalindustrie<br />

ist das Unternehmen Sirona, dessen<br />

Firmengeschichte über 130 Jahre zurückreicht.<br />

Mehr als 2.700 Mitarbeiter werden<br />

an 24 Standorten weltweit beschäftigt,<br />

135 Staaten auf allen Kontinenten zählen<br />

zu den Abnehmern. Sirona erzielte<br />

im vergangenen Geschäftsjahr einen<br />

Umsatz von 914 Millionen US-Dollar. Produziert<br />

wird der Großteil der Produkte<br />

in Bensheim, Deutschland, dem weltweit<br />

größten Entwicklungs- und Produktionsstandort<br />

der Dentalindustrie. Dr. Jürgen<br />

100 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Salzburg<br />

wirtschaft<br />

Fotos: Heinrich Spängler, Spängler Bank, Salzburg Tourismus, Foto Kaindl-Hönig, istockphoto/wb-grafik<br />

Serafin, Vice President Corporate Marketing,<br />

Sirona: „Die verkehrsgeografisch günstige Lage<br />

und die Nähe zu guten Hochschulstandorten waren<br />

überzeugende Argumente für die Ansiedlung<br />

der internationalen Zentrale des Unternehmens<br />

Sirona in Salzburg. Von hier aus steuern wir unsere<br />

Handelsbeziehungen in die ganze Welt, hier<br />

sind wesentliche zentrale Managementfunktionen,<br />

der internationale Vertrieb und das zentrale<br />

Marketing angesiedelt. Dass wir uns hier wirklich<br />

wohlfühlen ist offensichtlich, denn wir bauen unseren<br />

Standort in dieser schönen Stadt kontinuierlich<br />

aus. Salzburg bietet Flair, Kultur und hat eine<br />

überdurchschnittlich hohe Lebensqualität.“<br />

Nach dem aktuellen europaweiten Standort-<br />

Ranking zählt das Land Salzburg zu den besten<br />

Investitionsstandorten und ist eine der dynamischsten<br />

Regionen Europas. Salzburgs wichtigster<br />

Handelspartner ist jedoch Deutschland. So<br />

ist es kein Wunder, dass das Interesse deutscher<br />

Unternehmen am Wirtschaftsstandort Salzburg<br />

hoch ist.<br />

Aber auch als Arbeitsplatz ist Salzburg für viele<br />

Manager erste Wahl. Dipl.-Kfm. Henrik Häcker,<br />

Geschäftsführer Messezentrum Salzburg GmbH:<br />

„Beruflich hat für mich das Jobangebot gepasst,<br />

um von Stuttgart nach Salzburg zu gehen. Die<br />

Aufgabe als Geschäftsführer des Messezentrums<br />

Salzburg ist eine sehr spannende und herausfordernde.<br />

Durch die Grenznähe agieren wir immer<br />

international. Persönlich schätze ich das unglaubliche,<br />

echte Ambiente und Panorama: einerseits<br />

die Alpen und andererseits die Seen. Flughafen,<br />

Bahnhof, Zoo, Messe, Kongresse, Seen, Freizeitaktivitäten<br />

aller Art, Skifahren, Golf, Tennis, Restaurants<br />

und vor allem nette Mitmenschen. Als<br />

Familie bleibt kein Wunsch offen: zu leben mitten<br />

im Urlaubsgebiet, mitten in einer Weltkulturstadt<br />

mit mannigfaltigen Bühnen, mitten in einer Festspielstadt<br />

hat unglaublichen Reiz und Charme.<br />

Lebenswert mit Jedermann für Jedermann/Jederfrau!“<br />

Damit sich die nach Salzburg Zugezogenen<br />

auch wirklich wohl fühlen, hat sich Österreichs<br />

Heinrich Spängler<br />

Carl Philip von Maldeghem<br />

Henrik Häcker<br />

Facts<br />

Salzburg<br />

zählt zu den dynamischsten<br />

Regionen in Westeuropa<br />

und zu den besten Investitionsstandorten.<br />

Durch<br />

seine günstige Lage im<br />

Herzen Europas und durch<br />

die internationale Anbindung<br />

an ein überregionales<br />

Verkehrsnetz hat es sich zur<br />

bedeutendsten Handelsdrehscheibe<br />

Österreichs<br />

entwickelt. Die wunderbare<br />

Landschaft, die prachtvolle<br />

barocke Altstadt von Salzburg,<br />

das reiche Kulturangebot<br />

und die zahllosen<br />

Sportmöglichkeiten ziehen<br />

jedes Jahr hundertausende<br />

Touristen aus aller Welt an,<br />

die die Freundlichkeit und<br />

Kompetenz der Salzburger<br />

sowie die hohen Sicherheitsstandards<br />

schätzen.<br />

ältestes Bankhaus, die altehrwürdige und trotzdem<br />

innovative Salzburger Privatbank Spängler<br />

etwas Besonderes einfallen lassen. Sie veranstaltet<br />

seit einigen Jahren regelmäßige Treffen der<br />

SALZBURGER RUNDE. Hochkarätige Vorträge zur<br />

Wirtschaft, exklusive private Konzerte, Lesungen,<br />

Führungen durch Salzburg und Ausflüge in<br />

das Salzburger Umland und vieles mehr bringen<br />

den Neosalzburgern die neue Heimat nahe, sollen<br />

sie willkommen heißen und mit Ansichten,<br />

Geschichten und Anekdoten bereichern, die sie<br />

nicht schon vom Fremdenführer her kennen und<br />

sie, so der Aufsichtsratsvorsitzende KR Heinrich<br />

Spängler und der Sprecher des Vorstandes Dr.<br />

Helmut Gerlich, mit Salzburgern zusammenbringen,<br />

um soziale Kontakte, Bekanntschaften<br />

und Freundschaften bei diesen zwanglosen Begegnungen<br />

zu knüpfen.<br />

Was den Wirtschaftsstandort Salzburg anbelangt,<br />

ist die äußerst erfolgreiche StandortAgentur<br />

Salzburg erster Ansprechpartner. Sie verhilft<br />

neuen Unternehmen zu einem schnellen und<br />

unbürokratischen Firmenstart in Salzburg, unterstützt<br />

sie kostenfrei bei ihren Investitions- und<br />

Ansiedelungsprojekten, bei der raschen Abwicklung<br />

von Behördenverfahren und bei der Rekrutierung<br />

von geeignetem Personal. Weiters ist die<br />

StandortAgentur den ausländischen Mitarbeitern<br />

von zugezogenen Unternehmen sowie deren Familien<br />

bei der Integration in Salzburg behilflich.<br />

Mag. Agnes Steger, Leiterin der StandortAgentur,<br />

über die Tätigkeit der Betriebsansiedelungsgesellschaft:<br />

„Als besonders positives Beispiel hervorheben<br />

möchte ich hier den von uns gegründeten<br />

Expatriates-Stammtisch, der sehr gut angenommen<br />

wird. Beim Expatriates-Stammtisch treffen<br />

die internationalen Mitarbeiter verschiedenster<br />

in Salzburg angesiedelter Firmen aufeinander.<br />

Hier tauschen sie sich über ihre Erfahrungen als<br />

‚Neo-Salzburger‘ aus, knüpfen neue Kontakte und<br />

können sich bei Problemstellungen auch gleich<br />

direkt an die anwesenden StandortAgentur MitarbeiterInnen<br />

wenden oder sich z. B. auch Infos zur<br />

Freizeitgestaltung, über das österreichische Schulsystem<br />

oder einfach Tipps zum ‚Leben in Salzburg‘<br />

•<br />

holen.“<br />

STANDORTMARKETING UND BETRIEBSANSIEDLUNG<br />

StandortAgentur Salzburg - Ihr kostenloses Service<br />

• Beratung bei der Betriebsansiedlung<br />

• Unterstützung beim Zuzug nach Salzburg<br />

• Stammtisch für internationale Fachkräfte<br />

StandortAgentur Salzburg GmbH<br />

Südtiroler Platz 11, A-5020 Salzburg<br />

Tel: +43 662 45 13 27 0<br />

<strong>Society</strong> www.salzburgagentur.at<br />

1_<strong>2012</strong> | 101


Green <strong>Society</strong><br />

Software<br />

»In jedem Unternehmen<br />

schlummert ungenütztes<br />

Softwarekapital.<br />

«<br />

Stefan Tauchhammer<br />

Sparen leicht gemacht<br />

Immer mehr Unternehmen setzen auf den Anund<br />

Verkauf gebrauchter Software. Mag. Stefan<br />

Tauchhammer, Inhaber von Software ReUse,<br />

spricht mit <strong>Society</strong> über diesen neuen Trend.<br />

Interview: <strong>Society</strong><br />

SOCIETY-TIPP<br />

Überprüfen Sie Ihre Softwarebestände<br />

auf nicht<br />

mehr benötigte Software, es<br />

könnte sich auszahlen diese<br />

zu verkaufen. Wenn Sie den<br />

Kauf neuer Software erwägen,<br />

lassen Sie sich beraten,<br />

ob Sie diese nicht gebraucht<br />

günstiger bekommen.<br />

Beispiel 1: Firma X hatte 40<br />

Rechner mit Office 2003<br />

ausgestattet. Nun ist die<br />

Firma auf Office 2010 umgestiegen<br />

und benötigt die<br />

2003er Lizenzen nicht mehr.<br />

Sie kann diese nun verkaufen<br />

und bekommt Geld für<br />

Software, die schon längst<br />

abgeschrieben ist.<br />

Beispiel 2: Firma Y kauft<br />

30 Lizenzen von Microsoft<br />

Office 2007, das vom<br />

Leistungsumfang kaum<br />

gegenüber Office 2010<br />

eingeschränkt ist. Außerdem<br />

kauft sie noch 30 Windows<br />

7 Lizenzen sowie eine Windows<br />

2008 Server Standard<br />

R2 Volumenlizenz. Sie spart<br />

ca. 50% gegenüber dem<br />

Neukauf.<br />

Kontakt und<br />

Anfragen<br />

Mag. Stefan Tauchhammer,<br />

MBA<br />

Software ReUse<br />

Schlösselgasse 2/14<br />

E-Mail:tauchhammer@<br />

software-reuse.at<br />

www.software-reuse.at<br />

Was genau bedeutet<br />

der<br />

Handel mit<br />

„gebrauchter<br />

Software“?<br />

Es gibt zunehmend<br />

die Entwicklung, dass Unternehmen<br />

aus Kostengründen gebrauchte<br />

Software kaufen oder ihre Software,<br />

die sie nicht mehr benötigen, verkaufen.<br />

Dabei können sie ihre alte Software<br />

auch in Zahlung für den Kauf der<br />

neuen nehmen. Eine absolute Win-win-Situation.<br />

Die offizielle Bezeichnung dafür ist „Software Remarketing“.<br />

Diese Entwicklung gibt es schon seit<br />

mehreren Jahren in den USA und Deutschland, in<br />

Österreich ist sie erst im Kommen. Zum Beispiel<br />

hat der Flughafen München gebrauchte Software<br />

in einem sechsstelligen Bereich gekauft und damit<br />

Millionen Euro gespart. Doch auch wesentlich<br />

kleinere Firmen können davon profitieren, wenn<br />

sie auf gebrauchte Software setzen.<br />

Warum sollten Unternehmen ihre gebrauchte<br />

Software verkaufen?<br />

Den meisten Unternehmen ist nicht bewusst,<br />

dass sie ihre nicht mehr verwendete Software<br />

wieder verkaufen und damit stille Reserven erschließen<br />

können. Bei größeren Mengen Software<br />

können da durchaus hohe Beträge anfallen. Ich<br />

schätze, dass jedes Jahr alleine in Österreich Software<br />

im Wert von mehreren Millionen Euro durch<br />

Nichtwissen entsorgt wird. Das ist sehr schade, da<br />

die gebrauchte Software in vielen Fällen auch für<br />

den Ankauf neuer Software in Zahlung genommen<br />

werden kann. Dies ist aber natürlich keine<br />

Bedingung.<br />

Warum ist es sinnvoll, gebrauchte Software<br />

zu kaufen?<br />

Der wesentliche und wichtigste Grund ist, dass<br />

hier massiv Kosten eingespart werden können.<br />

Gebrauchte Software kostet bis zu fünfzig Prozent<br />

weniger als neue, manchmal sogar noch weniger.<br />

Jeder, der selbst ein Unternehmen betreibt, weiß,<br />

welch hohe IT-Kosten anfallen können.<br />

Ein weiterer positiver Effekt ist, dass<br />

auch ältere Softwarepakete gekauft<br />

werden können. Dies ist von Vorteil,<br />

wenn die Firmen ältere PCs im Einsatz<br />

haben und nicht mehr mit aktueller<br />

Software betrieben werden können.<br />

Häufig wird auch nicht der volle Funktionsumfang<br />

der neuen und viel teureren<br />

Office-Suiten benötigt.<br />

Welche Software kann verkauft<br />

bzw. gekauft werden?<br />

Es besteht ein Markt für die Software der größeren<br />

Hersteller wie z. B. Microsoft, Adobe, SAP,<br />

Citrix und einige andere.<br />

Welche Firmen können gebrauchte Software<br />

einsetzen?<br />

Prinzipiell alle, die Kosten sparen möchten, egal<br />

ob klein oder groß. Der An- und Verkauf gebrauchter<br />

Software zahlt sich schon bei geringen Mengen<br />

aus. Firmen aller Branchen können in einem breiten<br />

Spektrum an Software fündig werden.<br />

Worauf muss man bei Verträgen achten?<br />

Bei so genannten Volumenlizenzen ist es wichtig,<br />

die Verträge mit den Herstellern genau zu<br />

überprüfen. Dies wird von uns selbstverständlich<br />

durchgeführt.<br />

Ist es legal, gebrauchte Software zu kaufen<br />

bzw. zu verkaufen?<br />

Dies hängt ganz von den Softwarebestimmungen<br />

der Hersteller ab. Generell führe ich nur Anund<br />

Verkäufe durch, wo dies durch den Hersteller<br />

auch offiziell unterstützt wird.<br />

Was empfehlen Sie unseren Lesern, die ihre<br />

Software verkaufen bzw. gebrauchte anschaffen<br />

möchten?<br />

Am besten wäre es, in Zusammenarbeit mit<br />

der IT-Abteilung eine Liste der zu verkaufenden<br />

bzw. gefragten Software zu erstellen und uns zu<br />

schicken. Sie können uns aber auch unverbindlich<br />

anrufen und über die Einsparpotentiale und den<br />

Ablauf sprechen.<br />

•<br />

Foto: Creative Commons Attribution 2.0 Generic License.<br />

102 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


green society<br />

Design<br />

Die Nummer 1 bei<br />

Kunden<br />

Durch seine mehr als 25 Jahre lange Erfahrung<br />

ist das Spezialstudio Hinke auf der Gumpendorfer<br />

Straße 120, 1060 Wien, das größte Team7<br />

Studio in Wien und die Nummer 1 bei Kunden.<br />

Das Team7 Spezialstudio in der<br />

Gumpendorfer Straße 120, 1060<br />

Wien, präsentiert auf 550 m 2 ²<br />

Ausstellungsfläche auf zwei Ebenen<br />

die Team7 Wohnwelten.<br />

Ob von der modernen Linien<br />

,,Cubus“, ,,Magnum“, ,,Lux“ sowie die traditionelle<br />

Linie ,,Opus 1“ in Erle.<br />

Jürgen Hinke, Geschäftsführer von Team7<br />

Spezialstudio: „Wahrer Luxus definiert sich durch<br />

Qualität, Tradition und Handwerk. Holz so zu verarbeiten,<br />

dass daraus wertbeständige, langlebige<br />

Möbel entstehen, setzt hohe Fingerfertigkeit und<br />

großes Wissen über den Naturwerkstoff voraus.<br />

Reines Holz lebt und atmet. Es trägt entscheidend<br />

zu einem gesunden, angenehmen Raumklima<br />

bei. Die Fülle der Gestaltungsmöglichkeiten geht<br />

hin bis zu Sonderanfertigungen. Passgenau und<br />

bedarfsgerecht fertigen wir für alle Wohnbereiche:<br />

Küche, Essen, Wohnen Schlafen Kind/Jugend,<br />

Diele.“<br />

•<br />

Store für Polstermöbel<br />

Nur fünfzig Meter weiter auf der Gumpendorfer<br />

Straße 128 ist das Spezialstudio für Polstermöbel.<br />

In der Designlounge finden Sie die Highlights<br />

von den Marken deSede, Intertime, Molteni&C.,<br />

Machalke, Koinor, Saba, Signet, Kettnaker. Feuertische<br />

von Planika, Teppiche von Kymo, Lifestyle Carpets<br />

und Angelorugs machen die Designlounge zu<br />

einem ganz besonderen Studio für Polstermöbel<br />

in Wien.<br />

•<br />

Alles aus einer Hand<br />

Das Team7 Spezialstudio berät Sie dabei ganzheitlich<br />

– von der Farbauswahl über Boden und<br />

Wandgestaltung bis hin zu Vorhängen und Beleuchtungskörpern.<br />

Bei Bedarf koordiniert es eigene<br />

Handwerksspezialisten wie Fliesenleger, Maler,<br />

Elektriker oder Installateur und demontiert und<br />

entsorgt Ihre Altmöbel. Die qualifizierten Tischler<br />

montieren passgenau Ihre neue Einrichtung.<br />

•<br />

Aktion<br />

Ein Besuch in den Stores von Jürgen<br />

Hinke auf der Gumpendorfer Straße lohnt sich<br />

in jedem Fall. Zu jedem Einkauf ab einem Wert<br />

von 5.000 Euro erhalten Sie als Dankeschön<br />

einen 3-tägigen Wellness Urlaub für 2 Personen.<br />

Zusätzlich kann sich jeder Kunde sicher sein, dass<br />

er bei Team7 den fairsten und besten Preis in ganz<br />

Österreich erhält.<br />

•<br />

Spezialstudio<br />

Gumpendorfer Straße 120<br />

1060 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-597 17 12<br />

www.team7-spezialstudio.at<br />

Gumpendorfer Straße 128<br />

1060 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-595 33 55<br />

www.design-lounge.at<br />

<strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong> | 103


green society<br />

ökologie<br />

Täglich landen Unmengen<br />

an Büro-Altpapier gemeinsam<br />

mit minderwertigen<br />

Kartons und Verpackungen<br />

in der roten Altpapiertonne<br />

oder sogar im Restmüll.<br />

Was bei der Altglassammlung längst funktioniert<br />

– die saubere Trennung --, wird<br />

bei Papier vielfach ignoriert. Dabei geht<br />

wertvoller Rohstoff zur besseren Wiederverwertung<br />

in hochwertigere Produkte<br />

verloren. Umwelttechniker bezeichnen<br />

diese Wertminderung als „Downcycling“.<br />

•<br />

Durchdachtes Sammelsystem<br />

Die Firma PapierTaxi hat ein modulares<br />

Behältersystem für jede Betriebsgröße<br />

und Anforderung erfunden, das eine bedienerfreundliche,<br />

lückenlose Erfassung<br />

des Büro-Altpapiers direkt vom Schreibtisch<br />

weg sicherstellt. An jedem Schreibtisch<br />

wird in zweckmäßigen Tischsammlern<br />

das Altpapier sauber getrennt von<br />

anderem Abfall gesammelt. Vom Tischsammler<br />

wird das Altpapier bedarfsweise<br />

in die sog. „Office Blue Box“, einen größeren<br />

Behälter mit einem innenliegenden<br />

Sack entleert. Wie es der Kunde wünscht,<br />

können mehrere solcher Blue Boxes im<br />

Büro verteilt aufgestellt und über einen<br />

erstaunlich langen Zeitraum gefüllt werden.<br />

Ist der 120 Liter Sammelsack der Office<br />

Blue Box voll, entscheidet der Kunde, ob<br />

sein Büro-Altpapier durch PapierTaxi direkt<br />

aus dem Büro entsorgt wird oder die<br />

Sammelsäcke über seine Reinigung oder<br />

Hausmeisterei in die auch von PapierTaxi<br />

zur Verfügung gestellten versperrbaren<br />

1300 Liter Faltbehälter entleert werden.<br />

Der Clou an der Sache ist, dass alle<br />

Sammelbehälter nur dann abgeholt werden,<br />

wenn diese wirklich voll sind.<br />

Die Office Blue Box ist sowohl als<br />

Brandschutzbehälter als auch als verschließbarer<br />

Datenschutzbehälter für sensible<br />

Akten erhältlich. Diese Datenschutzbehälter<br />

sowie Datenträger können auf<br />

Wunsch optional unter Aufsicht direkt<br />

beim Kunden durch sein verpflichtetes<br />

Datenschutzpersonal geschreddert werden.<br />

Somit kann es nicht mehr passieren,<br />

dass vertrauliche Akten oder Geschäftspapiere<br />

in öffentlichen Sammelcontainern<br />

und nicht nachvollziehbaren Zwischenlagerungen<br />

landen und womöglich entwendet<br />

oder gelesen werden.<br />

•<br />

Kostenloses Service<br />

Durch die Verwendung zusammenlegbarer<br />

Sammelsäcke und Faltbehälter und<br />

Das modulare Sammelsystem mit der „Office<br />

Blue Box“ von PapierTaxi<br />

der dadurch völlig veränderten Logistikmöglichkeiten<br />

mit der Einbindung von<br />

Paketdienst und Umweltschiene bietet PapierTaxi<br />

der Umwelt sowie<br />

seinen Kunden neben beispielhafter<br />

Ökonomie auch<br />

finanzielle Vorteile.<br />

Kostenlose Beistellung<br />

der Office Blue Box(en).<br />

Kleine Betriebe haben die<br />

Möglichkeit, volle Blue Box<br />

Säcke bei Hermes-Filialen<br />

kostenlos abzugeben. Oder<br />

sie werden gegen eine geringe Gebühr innerhalb<br />

24 Stunden direkt vom Büro abgeholt.<br />

Die Abholung der 1300 Liter Faltbehälter<br />

innerhalb 24 Stunden durch Rail<br />

Cargo erfolgt ebenfalls kostenlos.<br />

Die Spareffekte durch Reduzierung<br />

täglicher Reinigungsabläufe, weniger<br />

Restmüll bzw. der Verringerung herkömmlicher<br />

Sammelcontainer und Entsorgungszyklen<br />

sind finanziell deutlich<br />

zu spüren. Gleichzeitig bietet PapierTaxi<br />

jedem Kunden ein 24 Stunden Onlineportal<br />

an, in dem neben Aufträgen auch die<br />

Umweltleistung, sprich die eigene Sammelleistung,<br />

und damit die Ersparnis an<br />

Holz, Energie und CO2 genau aufgelistet<br />

wird. Dieses und das Bewusstsein, das sein<br />

Altpapier einer nachvollziehbaren, sozialen<br />

Wiederverwertung zugeführt wird,<br />

motiviert jeden einzelnen Mitarbeiter die<br />

Sammelbehälter zu verwenden.<br />

•<br />

Kompetente Partner<br />

Die Firma PapierTaxi arbeitet in Kooperation<br />

mit der Paul Hartmann Ges.m.b.H.<br />

Ökologischer Taxiruf<br />

- aus Alt mach Neu<br />

Die Firma PapierTaxi hat sich auf die<br />

österreichweite Büropapierentsorgung<br />

spezialisiert – direkt vom Schreibtisch bis<br />

zur umweltfreundlichen Wiederverwertung<br />

durch HARTMANN Österreich.<br />

Text: <strong>Society</strong><br />

Info<br />

PapierTaxi<br />

Moderne Büropapierentsorgung,<br />

Akten- und Datenträgervernichtung<br />

www.papiertaxi.at<br />

in Österreich zusammen, welche innovativ<br />

und umweltfreundlich das gesammelten<br />

Büro Altpapier in der Herstellung<br />

seiner hochwertigen Produkte<br />

für Inkontinenzund<br />

Krankenunterlagen<br />

verwendet.<br />

Auch Canon Österreich<br />

als aktiver PapierTaxi<br />

Kunde empfiehlt seinen<br />

Kunden die Teilnahme am<br />

vorbildlichen PapierTaxi<br />

Umwelt-Netzwerk.<br />

104 | <strong>Society</strong> 1_<strong>2012</strong>


Porsche empfiehlt<br />

Hier erfahren Sie mehr: www.porsche.at<br />

112 Jahre Erfahrung mit alternativen Antrieben.<br />

Hybrid-Technologie von Porsche.<br />

Bereits 1900 konstruierte Ferdinand Porsche den ersten serienmäßigen<br />

Hybridantrieb: für den Lohner-Porsche. 1948 entstand der erste<br />

Sportwagen unter dem Namen Porsche. Unser Hybrid-Antrieb liefert<br />

schon jetzt bei den Modellen 911 GT3 R Hybrid, Cayenne S Hybrid und<br />

Panamera S Hybrid hohe Effizienz und sportliche Leistung. Und in<br />

Zukunft auch beim 918 Spyder. Sportlichkeit und Umweltfreundlichkeit.<br />

Kein Widerspruch. Sondern Porsche Intelligent Performance.<br />

Kraftstoffverbrauch: Cayenne S Hybrid 8,2 l/100 km, Panamera S Hybrid 7,1 l/100 km, 918 Spyder voraussichtlich 3 l/100km.


SPLENDID MEN<br />

Währinger Strasse 130, 1180 Wien<br />

Store: +43 1 479 69 65 - 18<br />

www.splendidfashion.at


diversität<br />

EVENT<br />

Abgesandte der Na’vi sorgten für Vielfalt<br />

Diversity Ball: Nacht<br />

der Vielfalt<br />

Der Kursalon Wien war Schauplatz einer<br />

Veranstaltung der besonderen Art: Der<br />

fünfte Diversity Ball bot eine „Ballnacht<br />

der Vielfalt“ mit außergewöhnlichen Auftritten<br />

und einem wichtigen Anliegen.<br />

Als universaler Rahmen galt die Barrierefreiheit,<br />

die von Übersetzungen des<br />

Programms in Gebärdensprache und per<br />

Induktionsschleife auf Hörgeräte über<br />

AssistentInnen und Brailleschrift für Blinde<br />

bis zu barrierefreiem Zugang für RollstuhlfahrerInnen<br />

reichte.<br />

Der Reinerlös des Diversity Balls wird<br />

heuer an Sprachprojekte für gehörlose MigrantInnen<br />

gespendet, denen so die Möglichkeit<br />

geboten wird, die österreichische<br />

Gebärdensprache und deutsche Schriftsprache<br />

zu erlernen.<br />

Monika Haider, Geschäftsführerin des<br />

Veranstalters equalizent, hält die Förderung<br />

von Vielfalt und gesellschaftlicher<br />

Buntheit in Österreich für besonders<br />

wichtig: „Es sollte darauf geachtet werden,<br />

dass Menschen mit Behinderung<br />

nicht durch Barrieren, die leicht abgebaut<br />

werden könnten, von unserer Gesellschaft<br />

ausgeschlossen werden - denn gerade diese<br />

Menschen sind ein enorm wichtiger<br />

Bestandteil davon“. equalizent ist ein<br />

Schulungs- und Beratungsinstitut, das<br />

unter dem Unternehmensmotto „Vielfalt<br />

ist Stärke!“ seine Angebote für Menschen<br />

mit Behinderungen an den Themenfeldern<br />