SPORTaktiv Outdoorguide 2019

Sportaktiv.Magazin

OUTDOOR

G U I D E 2 0 1 9


CONVERTIBLE

PHOTO: STORYTELLER-LABS/DOLOMITES, SIMON GIETL

SALEWA.COM

Du suchst einen Schuh, der bequemen Zustieg und Kletter-Performance vereint? Gibt es nicht?

Wir haben unseren Wildfire Edge zusammen mit Profi-Kletterern und Bergführern entwickelt.

Das Ergebnis ist ein technischer Approach-Schuh, der revolutionär ist und für seine innovative

Funktion bereits ausgezeichnet wurde. Unser Switchfit-System, bei dem durch den Zug an den speziell

integrierten Ösen der Schuh komprimiert und der Fuß in Richtung Zehenbox geschoben wird, garantiert

die schnelle Anpassung vom bequemen Zustieg bis zu technisch-präzisen Kletterpassagen.

SPORTaktiv

3


DRY BACK

A P E X W A L L

Unser Apex Wall ist ein leichter, robuster Mountaineering-Rucksack für ereignisreiche

Tage voll anstrengender, technischer Zu- und Abstiege. Für verbesserte Luftzirkulation

am Rücken und zur Vermeidung von Unterkühlung ist der Rucksack mit unserem

patentierten Contact Flow Fit Tragesystem ausgestattet. Ein innovatives Rückensystem,

das die Körperkontaktfläche deutlich minimiert und zusammen mit dem integrierten

Mikroventilationssystem für einen trockenen Rücken sorgt.

SALEWA.COM


EDITORIAL

CHRISTOF DOMENIG

SPORTaktiv-Redakteur

christof.domenig@styria.com

AMEISEN &

SPIELZEUG

COMPRESSION FOR

JOINT STABILIZATION

THANK US LATER

Coverfoto: www.salewa.com; Foto: Thomas Polzer

„Wenn man einen Berg ersteigt, führt die Perspektive zur Gelassenheit“,

erklärt der bekannte (Gerichts-)Psychiater Reinhard Haller im Interview,

mit dem wir diesen Outdoorguide eröffnen. „Von oben betrachtet, sind

die Häuser, in denen man Burn-out bekommt, nur noch kleine Spielzeuge

und Menschen, die einem das Leben zur Hölle machen, Ameisen.“

Das sitzt. Nicht gerade 08/15 sind auch die zehn „Respekt am

Berg“- Regeln, die unser Outside-Kolumnist, Spitzenkletterer Herbert

Ranggetiner, zusammengestellt hat. Ebenfalls unbedingt lesenswert.

Noch bevor es mit dem Bergsommer 2019 richtig losgeht, hat es schon

einige Meldungen gegeben, auf die man als Outdoorbegeisterter lieber

verzichtet hätte. Das „Almkuh-Urteil“ oder der „Stau am Mount Everest“

haben neben der extrem tragischen Komponente – Menschen haben das

Leben verloren – die Gemeinsamkeit, dass sich viele aus der bequemen

Smartphone-Perspektive schnell eine abfällige Meinung bilden und diese

ungefragt drauflosposten. Mit etwas Abstand und besserem Informationsstand

schaut eine Sache sehr oft anders aus. Zum „Almkuh-Urteil“ und

dem Umgang mit Weidetieren haben wir daher nach Abklingen der ersten

Emotion nochmals recherchiert. Schon vor dem ominösen Bild vom

Everest-Stau (über Tage hinweg das gleiche übrigens), das nichts weiter als

einen winzig kleinen Ausschnitt der Realität zeigt, haben wir mit einem

Experten über fantastische Trekking-Erlebnisse im Himalaya gesprochen,

für die man nicht die Fähigkeiten eines Höhenbergsteigers braucht.

Alles nachzulesen in diesem Outdoorguide – und noch viel mehr.

Wenn die Berge zu Abstand und Gelassenheit führen, ist das ein richtig

guter Grund, aufzusteigen. Im Namen des SPORTaktiv-Teams: einen

wunderschönen und unfallfreien Bergsommer!

Euer Christof

OUTDOOR MERINO

COMPRESSION

MID CUT SOCKS

VERTRIEB // DEELUXE SPORTARTIKEL HANDELS GMBH

EUROPASTRASSE 8 / I . 6322 KIRCHBICHL . AUSTRIA

TEL 00 43 5332 930 81 . E-MAIL: INFO@DEELUXE.COM

SPORTaktiv 3


36

INHALT

TOP-STORY

12 WARUM WANDERN GLÜCKLICH MACHT

Gerichtspsychiater Reinhard Haller im Interview

EMOTION

16 RESPEKT AM BERG

Kolumnist Herbert Ranggetiner hat sich Gedanken gemacht

54 EIN LEBEN LANG AUFSTEIGEN

Wolfgang Wippler zieht es auch mit 78 noch nach oben

74 DAS TOURENZIEL SPRIESST AM WEGESRAND

Achtung Lerngefahr: unterwegs mit einer Kräuterexpertin

82 NENN SIE NIE FENSTERPUTZER

Die andere Klettergeschichte, bei uns am Bürofenster

114 WEIBLICH – WAS IST DAS ÜBERHAUPT?

Anna Weiß kämpft für neue Frauenbilder im Outdoorsport

128 HÖHLENMENSCH FÜR EINEN TAG

Gefühlte Erdgeschichte in der steirischen Lurgrotte

170 LICHT UND SCHATTEN

Lifestyle vs. Elend – Fotograf Christoph Jorda im Porträt

180 GRAUPELSCHAUER MIT CHARME

SPORTaktiv reif für die Insel – auf Island

188 SEHNSUCHTSZIEL HIMALAYA

Fragen und Antworten zum Trekking am Dach der Welt

SERVICE

22 EINFACHHEIT IN IDEALER DOSIS

Weitwandern ist die ideale Entschleunigung

36 MIT DER KUH AUF DU UND DU

Nach dem Alm-Urteil: der richtige Umgang mit Weidevieh

62 ZEIT ZU GEHEN

Wie kommen eigentlich die Wegzeitangaben zustande?

88 WAS PASSIERT, WENN WAS PASSIERT

Im Notfall gilt es, richtig zu reagieren. Nur wie?

136 WARM-UP FÜR DEN KLETTERSTEIG

Profi-Tipps für den Saisonstart auf den Steigen

154 WEG MIT DEM HÜTTENSPECK?

Ernährungsmythen beim Berggehen unter der Lupe

164 PAPIERKARTE ODER HANDY-APP

Wo liegen die Vor- und Nachteile digitaler Wegweiser?

MATERIAL

80 AUSPROBIERT

Diesmal: Klettersteighandschuhe, Strickschuhe, Rucksack

94 SCHLUSS MIT SCHMUTZ

So pflegst du Bekleidung und Ausrüstung richtig

122 TRITTSICHER ZUM BERGSCHUH

Wie man den passenden Schuh für sein Einsatzgebiet findet

180

Fotos: iStock, ellithor.com


NEU

*Sportfachhandel Intersport

SCHMECKT. SÄTTIGT. STÄRKT.

POWERPACK – ÖSTERREICHS SPORTRIEGEL NR.1*

SPORTNAHRUNG MIT SYSTEM

www.peeroton.com


ERLEBNIS PUR

IN ST. JOHANN

IN SALZBURG

Nur 60 Kilometer von der

deutschen Grenze entfernt

ist St. Johann in Salzburg

mit seinem Alpendorf der

perfekte Ausgangpunkt für

Ausflüge ins Salzburger Land.

Auf den Geisterberg zum

Beispiel. Wenn die Gipfel

schneefrei sind, erwachen

hoch droben auf dem über

1750 Meter hohen Gernkogel

die Feuer-, Wasser-,

Erd- und Luftgeister. Die

umliegende Bergwelt sowie

die Panoramawanderwege

mit über 40 Erlebnisstationen

bringen nicht nur die

kleinsten Bergwanderer

zum Staunen.

www.JOsalzburg.com

Foto: Mirja Geh

6 SPORTaktiv


SPORTaktiv

7


8 SPORTaktiv


ZWISCHEN

BERGSPORT

UND BALANCE

Sportlich und aktiv zeigt sich

das „Weltdorf“ St. Anton am

Arlberg im Sommer. Zahlreiche

Events spornen zu Höchstleistungen

an, imposante Gipfelwelten

warten darauf erobert zu

werden und die herrliche Landschaft

lädt zum Entspannen und

Verweilen ein. Zu Saisonbeginn

wartet das „E-Bike-Fest“, beim

„Mountain Yoga Festival“ finden

nicht nur Yogis zu ihrer Mitte

und der kräftezehrende Triathlon

„Tiroler Adler“ ist längst Kult.

Die Sommerkarte, die es ab einer

Übernachtung gibt, eröffnet

dem Gast eine bunte Vielfalt an

Aktivitäten. Egal, ob geführte

Wanderungen, Yoga am Berg,

Entspannen im Arlberg Well-

Com, Golfen, Bogenschießen,

E-Bike-Verleih oder Bergbahnfahrt,

die Sommercard lässt

keine Wünsche offen.

www.stantonamarlberg.com

Foto: TVB. St. Anton am Arlberg / Wolfgang Ehn

SPORTaktiv

9


10 SPORTaktiv


AUF DEM WEG

DURCH ZWEI

NATURJUWELE

Zwei Bergketten, zwei Regionen,

ein gemeisamer Trekkingweg.

Das Pauschalangebot (mind. 5

Nächte ab € 315,00) „Park2Trek

Dolomites“ verbindet den „Dolomiti

Bellunesi Nationalpark“

mit dem „Naturpark Paneveggio

Pale di San Martino“ und ermöglicht,

einen Teil der Alta Via

Nr. 2 aus einer anderen Perspektive

zu entdecken.

Von Feltre führt dieser herausragende

Wanderweg über die

Feltrine-Gipfel und die Palagruppe

bis zum Valles-Pass.

Die Landschaft präsentiert sich

unterwegs durchaus unterschiedlich:

Während sich der Dolomiti

Bellunesi Nationalpark als ein

botanisches Juwel zeigt und

eine seltene Fauna beherbergt,

besticht der Naturpark von San

Martino vor allem durch seine

geologische Schönheit sowie

seine Wälder. Gemeinsamkeiten

gibt es auch: Beide Naturparks

zählen zum Weltnaturerbe.

Und Fernsichten sind hüben

wie drüben grandios.

www.sanmartino.com

Foto: Salewa/Anton Brey

SPORTaktiv

11


WARUM

WANDERN

GLÜCKLICH

GERICHTSPSYCHIATER

REINHARD HALLER

HAT 400 MÖRDER

UNTERSUCHT, DAVON

WAR KEIN EINZIGER

AUSDAUERSPORTLER.

WELCHE THESE ER

DARAUS ABLEITET UND

WARUM WANDERN IN

TABLETTENFORM EIN

BESTSELLER WÄRE.

UND EIN WUNDERMITTEL

GEGEN BURN-OUT,

DEPRESSIONEN

UND DEMENZ.

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL

UND KLAUS MOLIDOR

FOTOS: THOMAS POLZER

MACHT

Herr Professor, kann Wandern

einen Mord verhindern?

Absolut. Ich bin fest davon überzeugt,

dass Sport, vor allem Ausdauersport,

aber auch Teamsportarten und

Kampfsport, einen Mord verhindern

können. Sport fördert Aggressionsabbau,

ein Thema, mit dem unsere Gesellschaft

zunehmend Probleme hat. Junge Männer,

ihre Muskeln wachsen, man weiß

nicht, wohin mit der ganzen Kraft, will

alles ausprobieren, dazu das Konzert der

Hormone! Früher wurden alle 30, 40

Jahre Kriege geführt oder man hat beschwerliche

Reisen gemacht oder man

musste Holz hacken. Aber wer kann

heute im 12. Stock eines Hochhauses

Holz hacken? Da ist ein Aggressionsleerlauf

und deshalb gibt es diese sinnlosen

Delikte, wo einer am falschen Ort zur

falschen Zeit in der U-Bahn-Station totgeprügelt

wird. Durch Sport baue ich

Aggressionen sinnvoll und ungefährlich

ab. Ich werde auch oft gefragt: Kann jeder

Mensch zum Mörder werden? Ich

verneine das immer. Weil Mord einen

Plan voraussetzt und einen bösen Willen,

und das kann nicht jeder Mensch.

Aber ich glaube, dass jeder zum Töter

werden kann. Zum Beispiel in einem

Vollrausch oder in einer Notwehraktion

oder durch ganz heftige Affekte.

Wie passen Sport und Mord in Ihrem

Berufsleben zusammen?

Ich bin auch Gerichtspsychiater und

habe 400 Mörder untersucht. Aber ich

habe noch nie einen Fall erlebt, dass ein

Mörder auch Ausdauersport macht. In

der Schweiz kenne ich nur einen einzigen

Fall, den eines Waffenläufers.

Welchen Bezug haben Sie selbst zum

Wandern und zu den Bergen?

In der Kindheit sind wir viel gewandert

und haben viel Sport gemacht. Zum

Klettern bin und war ich zu ängstlich,

obwohl ich beim Militär in der Hochgebirgskompanie

in St. Johann war. Ich

bin Bregenzerwälder, von Mellau bis

Schoppernau bin ich natürlich auch gewandert,

sind ja nur zwölf Kilometer.

Wandern ist die beste Medizin,

sagen Sie. Hatten Sie ein prägendes

Erlebnis?

Prägend war, dass ich auf der Suche

nach einem Thema für einen Zeitungs-

12 SPORTaktiv


essay auf den Berg hinauf bin und dachte:

Komisch, alles, was jetzt gerade mit

mir geschieht, bringe ich sonst meinen

Patienten unter der Woche bei. Innerer

Dialog, Meditation, Rhythmustraining,

Atemtherapie, Aggressionsabbau, Gelassenheit,

Körpertherapie. Alles, was wir

im Krankenhaus mühsam erarbeiten,

läuft gerade in mir ab. Auf den Artikel

hatte ich irrsinnig viele Rückmeldungen,

man kann den Menschen also etwas

Einfaches in die Hand geben, mit dem

sie selbst etwas Psychohygienisches machen

können. Das zweite Aha-Erlebnis:

Auf großen internationalen psychiatrischen

Kongressen sind berühmte Wissenschafter

aufgetreten, die sonst Medikationen

im 10-Milligramm-Bereich

auf- und abdiskutieren, und die sagen

plötzlich, dass drei Mal pro Woche Ausdauersport

so wirksam ist wie das beste

Antidepressivum. Das hat mich bestärkt.

Wandern in Tablettenform also?

Wenn es ein Medikament gäbe, das alle

DR. REINHARD

HALLER

Geboren am

25. September 1951,

aus Mellau in Vorarlberg.

Beruf: Psychiater,

Psychotherapeut, Neurologe,

Dozent, Buchautor.

Schwerpunkt seiner

Arbeit ist die Suchtforschung.

Haller ist auch

psychiatrischer

Gerichtsgutachter mit

8000 Gutachten, darunter

Jack Unterweger und

Franz Fuchs. Ordination in

Feldkirch (Vorarlberg).

Eigenschaften des Ausdauersports hätte,

wäre das ein Megaseller und würde sich

besser verkaufen als ein Antikrebsmittel.

Im psychischen Bereich sind wir erst am

Anfang. In Salzburg gibt es eine Studie,

wonach Suizidhäufigkeit durch Ausdauersport

zurückgeht, in Skandinavien hat

man belegt, dass Demenz durch Ausdauersport

sechs Jahre später kommt.

Das ist ein kommendes Thema. Es gibt

ja auch seit Jahren den Jakobsweg-Boom.

Nicht, weil die Leute alle

katholisch oder christlich werden, sondern

weil sie spüren, dass es etwas verändert.

Weil es immer auch ein Wandern

nach innen ist.

Wandern macht glücklich, sagen Sie.

Warum?

Rhythmisierung ist ein ganz wichtiger

Effekt. Viele Zivilisationskrankheiten

und psychische Störungen kommen von

SPORTaktiv

13


einer Entrhythmisierung. Die Nacht

wird zum Tag, Schlafstörungen etc. Depressionen

sind auch Rhythmusstörungen.

Beim Wandern wird der Mensch

rhythmisiert. Und Wandern wirkt bestens

gegen Burn-out. Auch die WHO

sagt: Die depressiven Zustände werden

im Jahr 2050 die Krankheit Nummer

eins sein, häufiger als Herz-Kreislauf-

Erkrankungen und Krebs, quasi die

Krankheit der Zukunft.

Muss man auch hoch hinaus?

In der Psychotherapie ist der Perspektivenwechsel

wichtig. Wenn ich einen

Gipfel erklimme, habe ich diesen Effekt

sehr eindrucksvoll. Die Häuser unten, in

denen man Burn-out bekommt, sich

streitet oder abrackert, sind plötzlich

kleine Spielzeuge und die Menschen, die

einem das Leben zur Hölle machen, sind

nur noch Ameisen. Wenn man Höhen

ersteigt, führt das zur Gelassenheit.

Braucht es dazu einen Gipfelsieg?

Oder kann man auch drei Stunden

im Nebel in der Ebene wandern?

Das Entscheidende ist die Anstrengung.

Und meiner Meinung nach braucht es

auch einen Gipfel. Am Jakobsweg hat

man den nicht, aber die Kathedrale in

Santiago ist auch so etwas wie ein Gipfel.

Am Berg kommen dazu: Erhabenheit,

Perspektivenwechsel, Gelassenheit

– und durch den Sauerstoffmangel wirkt

das noch euphorisierend. Bergwandern

scheint für mich deshalb besonders ideal.

Das ist jetzt aber keine Werbung für

den Bergtourismus (lacht).

Die Psychogeografie sagt: Landschaften

prägen uns. Woher hat die Natur

diesen Trick?

Landschaften berühren tiefe, archaische

Schichten im Bewusstsein. Jeder kennt

das Gefühl, dass er wo hinkommt, wo er

noch nie war und sich denkt: Hier war

ich schon einmal. Das spricht etwas an,

was sich unserer wissenschaftlichen

Kenntnis entzieht. Gibt es etwas Vorgeburtliches?

Oder etwas Übersinnliches?

Landschaften, in denen man längere

Zeit ist, habe einen prägenden Effekt für

Mensch und Charakter.

Gibt es psychologisch gesehen eine

ideale Landschaft zum Wandern?

Nein, das ist für jeden individuell verschieden.

Prägung durch Landschaft

funktioniert nur, wenn man dem länger

exponiert ist. Dass die Dolomiten einen

erhabenen Effekt haben, spürt man

nicht, wenn man drei Mal im Urlaub

dort war. Es gibt Studien, dass Menschen

auch von der Stadt geprägt sind,

auch Smog und Lärm können Persönlichkeiten

prägen. Große Philosphen

sind gerne ins Gebirge gegangen, Martin

Heidegger etwa oder Friedrich Nitzsche,

die hatten ihre besten Gedanken in den

Bergen. Große Religionsgründer haben

sich in die Wüste zurückgezogen, nicht

nur wegen der Einsamkeit, sondern weil

sie die Wüste psychisch angeregt hat.

Was erleben Suchtkranke und

Suizidgefährdete in der Natur?

Suchtkranke brauchen einen Ersatz für

ihre Rauscherlebnisse und das Wandern

– der Ausdauersport allgemein – erzeugt

ein körpereigenes Morphium, eine Endorphin-

und Serotoninausschüttung.

Das suchen Suchtkranke. Nicht so stark

wie Kokain oder Heroin, aber ähnlich

berauschend. Und der Weg aus der

Sucht ist auch ein Weg durch die Wüste.

Bei Neurosen und Borderline, meistens

bei Frauen, gibt es kein Körpergefühl

mehr, da ist eine Entfremdung vom eigenen

Körper vorhanden. Mit denen

kann man auf den Berg gehen, dann

spüren sie den Körper sehr wohl.

Unser Alltag wird immer enger getaktet.

Ist das Wandern auch der logische

Ausgleich zur schnelllebigen Welt?

Entschleunigung beim Wandern ist ein

wichtiger Effekt, weil es widersinnig für

das moderne Lebensverständnis ist und

man auf das Natürliche zurückgeworfen

wird. Das suchen die Menschen, auch

beim Jakobsweg. Viele haben das Gespür,

da wird etwas anders. Oft können sie es

nicht beschreiben, aber sie waren nicht

mehr dieselbe Person. Das Antidepressive

ist ganz wichtig. Sören Kierkegaard war

ein großer Philosoph und er hatte schwere

Depressionen. Selbst er sagte: Ich kenne

keinen Kummer, den ich nicht wegwandern

kann.

Kann die Natur süchtig machen?

Absolut, aber nicht jede Sucht ist

14 SPORTaktiv


Foto: Privat/KK

Zwischen Gerichtssaal,

Krankenhaus und Bergwelt.

Reinhard Haller liebt das

Wandern (hier in den Bergen

von Davos) und erklärt

die positiven Effekte auf

unsere Psyche.

schlecht. Wandersucht per se ist nicht

gefährlich und limitiert sich ja von

selbst, durch Müdigkeit etwa. Wenn

ein Heroinsüchtiger wandersüchtig

wird, wäre das doch super!

Gibt es auch die Sucht nach Erstbesteigungen

und Erstbefahrungen?

Klettern hat eine andere Psychologie.

Wissenschaftliche Untersuchungen sagen,

extreme Kletterer sind auch extreme

Charaktere, es braucht fanatische

und extreme, auch egozentrische Personen,

damit man das machen kann. Irgendwie

ja faszinierend. 50 Prozent der

Extrembergsteiger verlieren ihr Leben.

Zwischen Sucht und Suizid gibt es also

enge Verbindungen. Sucht ist wie Zeitlupensuizid.

Jede Sucht ist eine verdichtete

Form der Selbstvernichtung.

Stichwort David Lama und die tragischen

Todesfälle: Was empfinden Sie

beim Tod bergbegeisterter Menschen?

Bekommt der Tod einen tieferen

Sinn oder bleibt er sinnlos?

Der Tod der Bergsteiger um David

Lama hat mich furchtbar erschüttert.

Lama war wohl wie ein Mozart, junger

Heldentod scheint etwas Österreichisches

zu sein. Andererseits bleiben sie

so ewig jung. Die Eltern haben das im

Nachruf buddhistisch betrachtet, sehr

versöhnlich und friedlich. Er hat sein

Talent und seinen Traum gelebt. Insofern

könnte man auch logotherapeutisch

sagen, dass das stimmig ist.

Warum werden die Begriffe Heimat

und Natur politisiert? Und warum

tauchen sie eher im politisch rechten

Spektrum auf?

Das ist schade und aus psychologischer

Sicht ein großes Problem. Warum sind

die Ostdeutschen so rechtsnational?

Warum haben die Menschen Angst

vor Einwanderung? Es ist die Angst

vor dem Heimatverlust. Tiefenpsychologisch

ist das eine ganz frühe Angst.

Es beginnt wahrscheinlich mit dem

Hinausstoßen aus dem Mutterleib, der

Heimat, Nähe, Geborgenheit, Wärme,

Versorgtheit und Abgeschirmtheit vermittelt.

Dann kommt die klaustrophobe

Attacke hinaus in die kalte, grelle,

laute Außenwelt – ein Heimatverlust

ersten Ranges. Das erklärt ein Stück

weit diese Ängste, aber es bleibt ein

Tabuthema, vor allem linksliberal.

Heimat ist jedenfalls ein zu wichtiger

Begriff, als dass er politisch missbraucht

werden darf.

Sie sagen: „Der wahre Luxus in 30

Jahren wird sein, wenn einer sagt,

ich geh in die Berge, habe kein

Handy mit und bin nicht erreichbar.“

Wie leisten wir uns diesen Luxus?

Der Mensch will frei sein, aber wo

geht das noch? Ich bin ein Bewunderer

der modernen Technik und der Handys,

aber wir befinden uns damit

sprichwörtlich in einem Netz. Meine

Kinder sagen, sie können nicht ohne

Handy aus dem Haus gehen. Da gehen

sie eher nackt. Es wird zum echten

Privileg werden, keine öffentliche Bedürfnisanstalt

und nicht erreichbar zu

sein. Luxus wird in 30 Jahren sein, zu

sagen: Ich habe kein iPhone 98, ich

brauche das nicht. Aber selbst ich frage

mich oft, wie konnte ich 50 Jahre lang

ohne Handy leben?

GOLD FISH

AUSTRIALPIN.AT

GOLD FISH Autotuber im Set mit

HMS RONDO Autolock Selfie mit robustem

Hard Coat TM Finish für

vielfach längere Lebensdauer.

SPORTaktiv 15


RESPEKT AM

BERG

ICH

BIN NICHT MOSES UND DAS

HIER SIND AUCH NICHT DIE IN

STEIN GEMEISSELTEN 10 GEBOTE.

ICH BIN NUR EIN BERGMENSCH

UND BRINGE JETZT EINFACH MAL

GEDANKLICHE STEINE INS ROLLEN!

VON HERBERT RANGGETINER

I

II

Der Homo sapiens neigt ja

dazu, bei Sauerstoffmangel (der

mitunter auf Hügeln, Bergen

oder im untrainierten Zustand

entstehen kann) logische Regeln

zu ignorieren und sich in einem

hyperventilierenden Zustand

anzumaßen, Müll gleichmäßig in

den Bergen verteilen zu dürfen.

Alles, was ich rauftrage, das kann

ich auch wieder runtertragen,

alles! Bei uns war das einfach

Erziehungssache. Seid Vorbild

und nicht Mitläufer und helft

mit, die Berge für die nächsten

Generationen sauber zu halten.

Der Klettersteiggeher, der vom

Parkplatz weg seinen einstündigen

Zustieg mit 30 Express-Schlingen

am Gurt und baumelndem Helm

an der Hüfte bewältigt, will damit

wohl sagen: Ihr lahmen Wanderer

und Stadtweicheier, seht her, so

sieht das aus, wenn Cliffhanger

Stallone zur Arbeit geht! Fakt ist,

jeder Almkuh geht das Geklimper

auf den Euter, es lässt ihre

Milch sauer werden oder führt

zum Tinnitus. In meiner gedanklichen

Softversion ballert es dich

über deinen Helm, der in Höhe

des Unterschenkels hängt. In der

Hardversion stupst du deinen

Vordermann die Wand runter,

da du gerade mit Ausbalancieren

beschäftigt bist. Eigentlich zieht

man Gurt und Ausrüstung an

einer Stelle direkt vor dem Einstieg

an, wo man noch gut stehen

kann. Der Berg sollte ein Ort der

Ruhe sein und nicht Dauerkarneval

für Selbstdarsteller.

Foto: iStock

16 SPORTaktiv


IV

Der Hindernislauf frühmorgens beim

Zustieg zu den Projekten, ja, den kenn

ich. Jedes Hüttenschnitzel muss beim

abendlichen Abstieg wieder irgendwie

irgendwo raus aus dem Alpinbody. So ein

Geschäft mitten am Weg plus Sonnenuntergang,

dekoriert mit 18 Taschentüchern,

das geht schon Richtung kreative Kunst

und, ja, ich komm da eh lang nicht mehr

her, also wurscht! Nur so als Info am

Rande: Falls ich so ein Kunstgenie mal

in flagranti antreffe, dann wandert das

Kunstobjekt unverpackt in den Rucksack

des Künstlers. Ja, wenn’s mal sein muss,

raus ins Gelände, mit einem spitzen Stein

ein Loch ausbuddeln und nach getaner

Arbeit zugraben, fertig, den Rest macht

die Natur.

Kletterer, die ihre Traumtour geklettert sind

und am Gipfel stehen, haben abgeliefert,

körperlich und mental! Doch unterschätzt nie

den Abstieg, wenn nach dem Gipfelschnaps

die Beine schwer werden und die Konzentration

weg ist. Langsam ist das Zauberwort. Ein

Stolperer mit einem schweren Rucksack in

einem unguten Gelände und das war’s meistens.

Auch Seile und Material wenn möglich

immer in den Rucksack, kompakt verschnüren

und nichts vom Rucksack hängen lassen. Ich

verwende bergab immer Stöcke, wobei ich

nie in die Handschlaufen schlüpfe. Stolpert

man, solltest du die Dinger nicht zwischen

den Beinen haben, sondern schnell loswerden.

Auch soll eine Gruppe immer nur so schnell

sein wie der Langsamste. Bei einer Gruppe gilt

immer, nicht überpacen, sondern überlegen

und genießen!

III

Am Gletscher, bei Hochtouren oder generell am Berg nie den Sonnenschutz

und eine geeignete Sonnenbrille vergessen. Sonnenbrand

geht auch bei Nebel und Wolken, die UV-Strahlung ist trotzdem

da. Natürlich hängt viel von der Länge der Tour ab, der Meereshöhe,

dem Einfallswinkel der Sonne und dem Untergrund. Bekleidung

ist der beste Schutz, speziell am Nacken und an den Ohren

aufpassen, einschmieren schon beim Starten. Eine hochwertige

Brille mit Schutzstufe 4, wo seitlich kein Restlicht einfällt, ist z.B.

am Gletscher optimal, Schneeblindheit kann bleibende Schäden am

Auge verursachen. Erste Symptome von Schneeblindheit treten wie

bei Sonnenbrand oft erst nach acht bis zehn Stunden auf.

V

SPORTaktiv

17


Wenn Biker und Wanderer im selbsternannten

Null-Toleranz-Freizeituniversum aufeinandertreffen,

ja dann vibriert die Luft in den Bergen.

Biker heizen bergab, Wanderer spazieren Witze

erzählend nebeneinander bergauf! Ihnen voraus

eilen zwei Wauwauchen, die an ihrer 40-Meter-

Leine hängend schon ein paar Kurven weiter

pushen, da sie Bambi gewittert haben. Ich bike

sehr selten abseits von Wanderwegen, Bikeparks

oder Downhillstrecken. Wenn mal eine

Abfahrt auf einem schmalen Wanderweg, ja,

dann dosiert, mit Respekt und dem Wanderer

grüßend den Vorrang gebend. Heikel wird

es immer dann, wenn Ignoranz in Massen

auftritt. Die Frage Recht oder Unrecht stellt

sich meistens nicht, wenn der Hausverstand als

Blutdrucksenker die Situation entschärft. Auch

ist es für mich selbstverständlich, dass man sich

als Biker beim Überholen bemerkbar macht,

ältere Menschen werden es dir danken. Ich

pfeife immer oder rufe ,,Achtung Bergrettung‘‘.

VI

VII

VETTA GTX®

wmn

Reale Gefahreneinschätzung: Wenn ich bei einem Gewitter

in einen Klettersteig einsteige (also in einen zwei Kilometer

langen Blitzableiter), oder mir neben einem Schild mit der

Aufschrift ,,Achtung Steinschlag‘‘ ein Mittagsschläfchen

gönne, dann fehlt ein gewisses Selbsterhaltungsgen! Alles

gesehen, alles erlebt. Vom Schuhwerk, das für Strandspaziergänge

gedacht ist, bis hin zu Wanderern die Tagestouren

mit einer Hofer-Plastiktasche statt einem Rucksack in

Angriff nehmen. Eine Gruppe tschechischer Bergsteiger die

mit dem Seil am Rucksack über Gletscherspalten springt

sah ich schon mehrmals! Bei so mancher Aktion halte ich

schmunzelnd Ausschau nach der ,,Versteckten Kamera ‘‘

und warte darauf das jemand ,,Verstehen sie Spaß‘‘ ruft.

Realität ist für jeden anders, auch wenn eine Gruppe offensichtlich

alles falsch macht und jemand dabei stirbt, bleibt

die für sie logische Selbsterkenntnis ,,Wir hatten einfach

nur Pech‘‘. Lernprozesse sehen eben bei jedem anders aus!

men

Foto: iStock


Wenn man wie in Trance zur nächsten

Stempelstelle jagt, ist es zu empfehlen, ab

und zu einen Schluck Wasser zu trinken,

darauf zu achten, dass der Blutzucker

nicht in den Keller rauscht und mit

einem Hut den drohenden Hitzschlag

hinauszuzögern, bis das Gipfelfoto im

Kasten ist. Leistung steht natürlich immer

vor Genuss, denn wenn man es mit

Glück wieder irgendwie ins Tal schafft, ja,

dann hat man eh wieder eine Woche im

Büro, um sich für das nächste grenzwertige

Abenteuer vorzubereiten. Leuchtet

ein, oder?

VIII

Kinder handeln oft bei Weitem logischer als Erwachsene,

nämlich intuitiv. Du willst mit deinen Kids auf den Berg

deiner Träume und schon am Parkplatz geht das Gemurre

los. Ja, es ist eben der Berg ,,deiner Träume‘‘, die Kinder

wollen auf der Bergwiese herumtollen und spielen. Tipp:

Schmeiß dich zu den Kids in die Wiese und genieße einen

Tag mit der Familie in der frischen Luft, schalte mal einen

Gang runter! Solche abartigen Aktionen sind natürlich für

diejenigen schwierig, die schon als Erwachsene mit Anzug

und Krawatte geboren werden!

IX

„Bergerlebnisse mit meiner Familie sind mir genauso

wertvoll wie Unternehmungen an Bergen weltweit

wie dem Fitz Roy. Deuter ist für mich eine Marke mit

Vergangenheit – und Zukunft!“

X

MICHI BÜCKERS MIT DEM NEUEN TRAIL 30

Im Optimalfall braucht keiner Regeln, Verbote,

Hinweise oder Strafen. Die Realität ist

immer nur ein Spiegelbild der Gesellschaft,

aber ich glaube an Lernprozesse und Veränderung!

Natürlich sehe auch ich nie das ganze

Bild, sondern nur meine ironische Version des

Treibens! Man kann die Wahrheit nicht finden,

man kann nur aufhören sie zu übersehen.


ZWEI IN EINEM

Der Wildfire Edge von SALEWA lässt sich per Switchfit-Schnürung

vom Wander- in einen technischen Zustiegsschuh verwandeln, der

Kletterperformance und gute Laufeigenschaften kombiniert. Mit

einer zusätzlichen Öse über der Schnürung wird der Fuß nach vorne

gezogen und du hast präziseren Halt am Fels.

www.salewa.com

PREISGEKRÖNT

Dank preisgekröntem

Holzrahmen und

robuster Materialien

wird dich der Keb 52

von FJÄLLRÄVEN

über viele Jahre

begleiten. Das

schlanke Profil gibt

Bewegungsfreiheit, in

den vielen Fächern ist

alles perfekt verstaut.

www.fjallraven.com

OUT

DOOR

NEWS

MERINO TRIFFT

KOMPRESSION

Rein in die Socken, raus in die Natur

– mit den „Outdoor Light Merino

Mid Cut Socks“ ist kein Weg zu

weit. Sie bieten auch an warmen

Tagen perfektes Fußklima und

die medi compression garantiert

Stabilität und Trittsicherheit.

www.cepsports.com

STABIL, LEICHT

UND FLEXIBEL

Der Alverstone II GTX ist der

vielseitigste Trekkingschuh,

den HANWAG je geschustert

hat. Für Alpenüberquerungen,

Gipfelsiege und Trekking.

Für alle, die einen stabilen,

flexiblen und leichten

Trekkingschuh suchen.

www.hanwag.com

PROTEIN-POWER

Die neue Generation von

Protein Riegeln. Durch

die neue Formel wird die

Verdauung bereits im Mund

unterstützt. Hochwertiges

Whey Protein sorgt für

kraftvolle Energie.

Geschmacklich eine

neue Dimension von

Snack. Erhältlich ab Mitte

Juni in Cookies&Cream und

Caramel.

www.peeroton.com

Fotos: Hersteller

20 SPORTaktiv


SPORTaktiv

21


EINFACHHEIT

IN IDEALER

DOSIS

WEITWANDERN IST DIE PERFEKTE

ENTSCHLEUNIGUNG. NEUE WEITE

WEGE ERFÜLLEN DIE SEHNSUCHT

NACH DEM EINFACHEN LEBEN

OHNE GROSSEN VERZICHT.

WIR ZEIGEN, WELCHE IDEEN

H INTER DEN JUNGEN WEITWAN-

DERWEGEN STECKEN – UND SIND

DREI SCHON PROBEGEGANGEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

Etappe für Etappe wandern,

aber nur das leichte

Tagesgepäck schultern.

Direkt am Zielort übernachten,

aber nicht auf

Privatsphäre verzichten wie im Hütten-Matratzenlager.

Den Muskeln nach

einem Marschtag in der Sauna oder im

Whirlpool Erholung gönnen und abends

beim Mehrgänge-Menü mit einem Glaserl

Wein auf die geschafften Höhenmeter

anstoßen.

Möglich, dass Weitwanderpuristen

jetzt schon zu lesen aufgehört haben.

Aber: Wer sagt, dass die tiefenentspannende

Wirkung einer mehrtägigen Wandertour

nicht auch ohne asketische

Selbstkasteiung genossen werden darf?

Die Sehnsucht nach einem Kontrast

zum verdichteten Alltag; die Suche nach

Entschleunigung, wenigstens für ein

paar Urlaubstage: Das alles wird gewiss

mitspielen. Tatsache ist jedenfalls, dass

Mehrtageswanderungen absolut boomen

und manche altehrwürdigen Alpenquerungen

zur Urlaubshochsaison nichts

mehr mit idyllischer Bergeinsamkeit zu

tun haben.

Auch deshalb wurden in den letzten

Jahren immer mehr neue Weitwanderwege

geschaffen, die sich von den jahrzehntealten

Klassikern in einigen Punkten

unterscheiden. Zum Beispiel darin,

dass sie nicht zwingend aus einer Region

herausführen müssen. Initiiert werden

die Wege in der Regel von Tourismusregionen.

Ihnen gemeinsam ist, dass sie

die Sehnsucht nach der Einfachheit und

Langsamkeit beim Zufußgehen in einer

Bilderbuchlandschaft erfüllen – ohne

dabei Wanderern einen puristischen

Komfortverzicht aufzubürden.

Fotos: Innsbruck Tourismus / Christian Vorhofer

22 SPORTaktiv


INNSBRUCK TREK

Sechs Etappen, täglich

zwei Varianten (leicht und

mittelschwer), dadurch individuelle

Weglänge;

Innsbruck–Nordkette–

Mieminger Plateau–Kühtai–

Sellrain–Axamer Lizum–

Patscherkofel (Tirol)

Den „flexiblen Weitwanderweg“

haben Innsbruck Tourismus

und die Alpinschule Innsbruck

gemeinsam konzipiert. „Flexibel“

ist er mehrfach: Man kann

jeden Tag zwischen einer leichten

und einer anspruchsvollen Tour

wählen oder auch kurzfristig einmal

pausieren (Schlechtwetter).

Wahlfreiheit besteht auch bei den

Unterkünften (3- oder 4-Sterne-Niveau)

oder in der Frage,

ob man allein oder mit Guide in

einer Kleingruppe gehen will.

www.innsbruck-trek.com

Ein bisschen asketisch

Als Reiseveranstalter von Aktivreisen ist

die Alpinschule Innsbruck (ASI) seit

Jahrzehnten im Geschäft und bietet heute

in über 80 Ländern Touren an. Deren

Geschäftsführer Ambros Gasser kennt

daher die Trends und die Befindlichkeiten

seiner Kunden genau – und hat nun

gemeinsam mit Innsbruck Tourismus

den „Innsbruck Trek“ geschaffen: „Dieses

schon ein bisschen Asketische beim

Weitwandern – ich überschreite einen

Gebirgsstock, gehe möglichst weit oder

nicht zurück zum Ausgangspunkt: Das

ist etwas, was sich in den letzten Jahren

stark entwickelt hat“, weiß Gasser.

Gleichzeitig würden aber viele Menschen

sagen: „Ich würde ja gern einmal

über die Alpen gehen, aber jeden Tag

1200 Höhenmeter und dann in einem

Lager mit 50 anderen Leuten schlafen?

Das ist vielleicht nicht so meins.“

Wichtig sei für einen modernen Weg

auch, dass er eine „Geschichte erzähle“,

sozusagen einen roten Faden habe, sagt

Gasser. Das zeigten auch internationale

Vorbilder. Als Ergebnis all der Überlegungen

wurde der Innsbruck Trek ins

Leben gerufen: Ein Weitwanderweg in

sechs Etappen, der in der Altstadt von

Innsbruck startet, durch die (touristische)

Großregion läuft und die Tiroler

Landeshauptstadt weitläufig umrundet.

Und dabei eine Art „Best-of“ aus den

verschiedenen Gebirgs- und Landschaftsformen

rund um die „Hauptstadt

der Alpen“ zu einer Tour zusammenfasst.

Genächtigt wird in Hotels, je nach

gewähltem Paket auf Drei- oder

Vier-Sterne-Niveau. Serviceleistungen

wie ein Transport des schweren Gepäcks

sind selbstverständlich inkludiert. Als

SPORTaktiv

23


STARKENBERGER PANORAMAWEG

4 bis 7 Etappen, 52 Kilometer

Fernpass–Nassereith–Tarrenz–Imst–Zams–

Landeck (Tirol)

Von Dorf zu Dorf, zu Naturjuwelen und historischen

Schauplätzen wie Schlössern und Burgen (Bild: Burg

Landeck): Der sechste Weitwanderweg durch die Region

Imst ist der erste, der nicht über die Gipfel, sondern auf

mittlerer Höhe (maximal 1417 m) verläuft. Die sieben

Etappen sind alle unter 11 Kilometer lang und passen

auch für Genusswanderer und Familien. Übernachten

kann man in den Orten, Gepäcktransfer ist möglich.

www.starkenberger-panoramaweg.at

LUCHS-TRAIL

11 Etappen, rund 200 Kilometer;

Grobverlauf: Von Reichraming

(Oberösterreich) über das Gesäuse

(Steiermark) nach Lunz am See

(Niederösterreich)

Die wildromantische Berglandschaft,

durch die der Luchs-Trail führt, gilt als

eines der größten naturnahen Waldgebiete

Mitteleuropas. Hier wurde der Luchs

wieder angesiedelt – der eigens entwickelte

und im Vorjahr vorgestellte Trail macht

auf diese gefährdete Tierart aufmerksam.

Der Weitwanderweg führt durch drei

Bundesländer und zwei Nationalparks

und einen Naturpark.

www.luchstrail.at

Besonderheit kann beim Innsbruck Trek

täglich zwischen einer einfacheren (ca. 3

bis 4 Stunden) und einer anspruchsvolleren

(ca. 5 Stunden), wenngleich nicht

hochalpinen Etappe ausgewählt werden.

Ritter und Bierbad

Etwa 60 Kilometer den Inn aufwärts

liegt die Kleinstadt Imst und die gleichnamige

Tourismusregion. Auch hier gibt

es einen soeben fertiggestellten Weitwanderweg:

den Starkenberger Panoramaweg.

Obwohl schon fünf traditionelle

Weitwanderwege, darunter der Jakobsweg,

die Region queren. „Es gab aber

bisher keinen Weg, der nicht im alpinen

Gelände verläuft. Der Starkenberger Panoramaweg

verläuft in Talnähe und dennoch

in der Natur, richtet sich an Genusswanderer,

er ist auch für Familien

tauglich und bietet mehr Komfort als

die klassischen Weitwanderwege“, zählt

Andrea Huter von Imst Tourismus auf.

Auch die Schöpfer des Panoramawegs

sind überzeugt, dass es einen großen Bedarf

nach einer Auszeit vom Alltagsstress,

nach Nähe zur Natur gibt, und

dass die sanfte, aber stetige Bewegung

auf einer nicht zu schwierigen Weitwanderung

ein probates Mittel dafür ist.

Beim Starkenberger Panoramaweg

setzt man auf kurze Etappen in moderater

Höhenlage, die oft durch Wälder

verlaufen, durch Schluchten und an

kleinen Seen vorbei. Und die dann in

kleinen Ortschaften enden, wo auf

Wunsch schon die große Reisetasche am

reservierten Zimmer steht. Das alles

senkt die Einstiegsschwelle. So ist man

je nach gewählten Streckenlängen zwischen

vier und sieben Tage unterwegs,

um die rund 52 Kilometer zu absolvieren.

Neben der Natur begegnet man unterwegs

immer wieder dem historischen

Rittergeschlecht der Starkenberger: in

Form von Schautafeln und vor allem

Burgen und Schlössern. Passend zum

Genusswanderthema kann man etwa die

Brauerei im Schloss Starkenberg besichtigen,

wo man nach Voranmeldung sogar

ein Bierbad nehmen kann.

Fotos: Imst Tourismus/Bernhard Warter, Günther Mussnig, Alpe Adria Trail/Gerdl

24 SPORTaktiv


ALPE-ADRIA-TRAIL

43 Etappen, ca. 750 km vom Großglockner

durch Kärnten, Slowenien

und Italien nach Muggia an der Adria

Der Alpe-Adria-Trail wurde 2013 vorgestellt

– und ist sicher Mitauslöser des Booms des

komfortablen Weitwanderns. Im Gegensatz

zu vielen noch jüngeren Wegen ist der AAT

ein „echter“ (überregionaler) Weitwanderweg,

der über 750 Kilometer in die Ferne führt. Als

überwiegend einfach zu gehender Genuss-Trail

stellt er die landschaftliche Schönheit sowie

die drei unterschiedlichen Kulturen in den

Mittelpunkt. Beim Planen hilft ein Buchungscenter

– oder man gönnt sich gleich ein fertig

geschnürtes Package.

www.alpe-adria-trail.com

DIE NEUEN

SPORTHOTELS

IN DEN ALPEN

EXPLORER WEEK:

1 NACHT GRATIS!

} Übernachtung im Design-Zimmer

} vitales Frühstücksbuffet

} Sport Spa mit Sauna, Dampfbad

und Fitness

} Bike Area mit Werkbank und Waschplatz

} gratis WLAN

95 Prozent mit Gepäcktransport

„Ruhe, Einsamkeit, keine Hektik: Das

suchen immer mehr Leute“, ist zum

Dritten auch Günther Mussnig überzeugt.

Der Trail- und Trekkingexperte

hat mit seinem Unternehmen „Trail

Angels“ den Luchs-Trail entwickelt.

Seit Herbst 2018 ist der Weg fertig und

führt auf elf Etappen und 200 Kilometern

Länge durch Oberösterreich, die

Steiermark und Niederösterreich.

Als Besonderheit werden vier Schutzgebiete

verbunden: die Nationalparks

Kalkalpen und Gesäuse, der Naturpark

Steirische Eisenwurzen und das Wildnisgebiet

Dürnstein. Dass „Convenience“

bei aller Naturnähe heute nicht zu

kurz kommen darf, ist auch Mussnig

klar. Der Trailentwickler weiß zum Beispiel,

dass beim 2013 vorgestellten Alpe-Adria-Trail

in Kärnten 95 Prozent

der buchenden Kunden beim Punkt

„Gepäck transport“ ihr Hakerl machen.

Apropos buchen – auch das ist charakteristisch

für die neuen Wege. Touren

und Übernachtungen werden nicht

selbst geplant, man lässt planen – oder

greift gleich zum fertigen Package. So

kann man auch im Vorfeld schon entspannt

durchschnaufen und sich beim

Gehen selbst aufs Wesentliche konzentrieren:

das Gefühl der wiederentdeckten

Langsamkeit, das sich nach einigen

Tagen auf den weiten Wegen einstellt.

7 ÜN

ab € 269,– p. P.

Buchbar in allen Explorer Hotels

DE } Oberstdorf | Neuschwanstein | Berchtesgaden

AT } Montafon | Kitzbühel | Zillertal | Hinterstoder

NEU ab Dez 2019

Ötztal | Bad Kleinkirchheim

Mehr Infos unter Tel. +49 8322 / 940 79 445

oder unter

www.explorer-hotels.com/sommer

SPORTaktiv 25

Explorer Hotels Entwicklungs GmbH

An der Breitach 3, 87538 Fischen, GF: K. Leveringhaus


4 BERGE – 3 SEEN

32 T utorials

Profi

Know-How

4 Etappen, ca. 57 Kilometer; Verlauf:

Fuschl–St.Gilgen–Schafberg–Mondsee–

Fuschl (Oberösterreich und Salzburg)

Die vier Etappen der Mehrtagesrunde im Salzkammergut

passieren vier markante Gipfel und

die drei berühmten Seen Fuschlsee, Wolfgangsee

und Mondsee. Die Etappen sind durchaus

anspruchsvoll, lassen sich aber auf Wunsch per

Bahn oder Schiff abkürzen. Und zu tragen ist

nur der Tagesrucksack, das schwere Gepäck reist

„selbstständig“ von Hotel zu Hotel.

www.4berge3seen.at

PHOTO Hansi Heckmair

VORBEREITET

SEIN

powered by

Interaktives

E-Learning

ENTDECKE UNSERE DIGITALE

AUSBILDUNGSPLATTFORM

FÜR MEHR SICHERHEIT BEIM

ALPINKLETTERN.

ORTOVOX SCHÜTZT.

Durch Produkte und Ausbildung.

Das SAFETY ACADEMY LAB ROCK

haben wir gemeinsam mit dem Deutschen

Bergführerverband entwickelt – für mehr

Wissen und weniger Risiko am Fels.

Teste jetzt deine Skills auf ortovox.com

LEBENSWEG

14 Etappen über 260 km im Waldviertel

(Niederösterreich)

2017 wurde der Lebensweg, ein Rund- und Weitwanderweg

in 14 Etappen im südlichen Waldviertel,

buchstäblich „ins Leben gerufen“. Wanderern bietet er

die Möglichkeit, Stationen des menschlichen Lebens

(und damit auch ihr eigenes Leben) in 14 Tagen zu

durchwandern und so in sich zu kehren.

www.lebensweg.info

Fotos: Waldviertel Tourismus, Zugspitz Region GmbH./Wolgang Ehn


GO WHERE GOOGLE CAN´T…

SPITZENWANDERWEG

7 Abschnitte über 200 km und 6800 hm als

Rundwanderweg durch die Zugspitz-Region

in Bayern

Der im letzten Herbst eröffnete Weg passiert zahlreiche Kulturhighlights

wie Schloss Linderhof, das Königshaus am Schachen

oder die Geigenbaumetropole Mittenwald. Ebenso eindrucksvoll

zeigt sich die Natur mit ihrer Gebirgslandschaft, mit Schluchten

oder Wasserfällen. Der Name leitet sich laut den Initiatoren von

den vielen Bergspitzen wie auch von den Kirchturmspitzen, die

passiert werden, ab. Geschlafen wird meist im Tal, bloß zwischen

manchen Etappen ist eine Hüttenübernachtung notwendig.

www.spitzenwanderweg.de

Devold ® entwickelt hochwertige

Outdoorbekleidung aus feinster

Merinowolle – ohne Kompromisse.

Entworfen und getestet in

Norwegen, gefertigt in Europa.

Das Original. Seit 1853 von

norwegischen Pionieren getragen.

Hiking Woman T-shirt, chilli

DOLOMITI TREK KING

In 6 Etappen 73 Kilometer durch das

Val di Fassa (Italien)

Die sechstägige, abwechslungsreiche Wanderung führt

vom Marmolada-Gletscher bis zum Catinaccio-Rosengarten-Massiv.

Von der Route im Hochgebirge kommt man

bei Bedarf rasch mit Shuttles und Liften wieder zurück

zum Ausgangspunkt. Das „Enrosadira-Phänomen“ taucht

die Berge bei Sonnenuntergang in zartrosa Licht.

www.fassa.com/de/Dolomitit-Panorama-Trek

Hiking Woman Hipster, chilli

Devold ® of Norway GmbH

Eschacher Str. 3 | D-87474 Buchenberg

Tel +49 (0)8378-96041-0

Fax +49(0)8378-96041-29

info@devold.de | www.devold.de


OUT

DOOR

NEWS

ABENTEURER

Praktisch, stylish und vielseitig

ist der Damenrucksack

Skimmer 28-von OSPREY.

Die integrierte Regenhülle ist

abnehmbar. Damit geht es auf

ins Abenteuer.

www.ospreyeurope.at

SICHERER TRITT,

SICHERER HALT

Der Vetta GTX von GARMONT

wurde für alle entwickelt,

die einen halbhohen,

wasserdichten Outdoorschuh

bevorzugen. Dank Vibram-

Zweikomponentensohle

hat er noch mehr Grip, das

Heel-Lock-System sorgt für

sicheren Fersenhalt.

www.garmont.com

SPORTLICH AGIL

Kernstück des Ducan High GTX® Men ist

die Mammut-Flextron-Technologie, die

eine Federstahlsohle als Zwischensohle

in den Schuh integriert. Mit der speziell

designten Vibram®-Sohle hast du im

Ducan High GTX® Men hervorragenden

Grip auf den unebenen Untergründen,

die dich in der Natur und in der Bergwelt

erwarten. www.mammut.com

STEINBÖCKE UND

GÄMSEN HAUTNAH

Mit dem CL Pocket Mountain von

SWAROVSKI OPTIK bist du für alle

Entdeckungen gerüstet. In den

Bergen, bei einer Tierbeobachtung

oder auf Reisen begeistert das

kleine, faltbare Fernglas mit großer

Qualität. Immer dabei und zur Hand.

www.swarovskioptik.com

LANGE TROCKEN

Leistungsfähig, wasserdicht,

atmungsaktiv und

umweltfreundlich ist die

PreCip ECO Jacket von

MARMOT. Das Außenmaterial

aus recyceltem Nylon ist

besonders langlebig. PFCfreie

Imprägnierung versteht

sich von selbst.

www.marmot.de

Fotos: Hersteller

28 SPORTaktiv


Die Tiroler

Berge und Du.

GRADONNA ★★★★SUP MOUNTAIN RESORT

Ursprünglichkeit, Naturgenuss und Luxus müssen sich nicht ausschließen.

Im Dorf Kals am Großglockner gehen sie eine wunderbare

Symbiose ein. Nationalpark und bäuerlich geprägte Strukturen auf der

einen Seite und andererseits Verwöhnprogramm und moderner Lifestyle

im autofreien Gradonna Resort. 41 Châlets und das 4 Sterne Superior

Hotel sorgen für das ideale Urlaubszuhause. Erleben Sie einzigartige

Ferien-tage mit Blick auf die höchsten Berge Österreichs.

www.gradonna.at

DOLOMITEN RESIDENZ ★★★★SUP SPORTHOTEL SILLIAN

Eingebettet zwischen den Dolomiten und Großglockner, im Osttiroler

Pustertal, liegt das erste Familien-Wellnesshotel Osttirols: Die Dolomiten

Residenz ★★★★SUP Sporthotel Sillian. Die 3.000 m² große Vitalresidenz

Schloss Heinfels wurde um ein privates Spa ergänzt. Familien profi tieren

von einem vergrößerten Häppi Päpi Kinderclub und einem neuen Teenie

Club für die Generation 12+. Das Haus liegt direkt am Drau-Radweg.

Wandertouren starten Sie vom Hotel aus.

www.sporthotel-sillian.at

A

INNSBRUCK

FELBERTAUERN TUNNEL

A

KITZBÜHEL

A

WIEN, LINZ, SALZBURG

MATREI

SILLIAN

BRIXEN, VENEDIG

DOLOMITEN LIENZ

RESIDENZ **** SUP

SPORTHOTEL SILLIAN

GRADONNA **** SUP

MOUNTAIN RESORT

CHÂLETS & HOTEL

KALS

KLAGENFURT

A

Hochpustertaler Bergbahnen Nfg. GesmbH & Co KG I Sporthotel

Sillian, A-9920 Sillian I ATU 44074407

Großglockner Mountain Resort Kals GesmbH & Co KG I Gradonna

1 I A-9981 Kals am Großglockner I ATU 65650066

SPORTaktiv

29


FAMILIENZEIT

OUTDOOR BOOMT – ABER WIS-

SEN DAS AUCH DIE KINDER?

WIE MAN DEM NACHWUCHS

DAS ERLEBNIS NATUR NÄHER-

BRINGT, HABEN WIR BEI ZWEI

„FAMILIEN- OUTDOORPROFIS“

NACH GEFRAGT. UND AUCH,

WIE TOURISMUS-ANBIETER

FAMILIEN DAS OUTDOORTHEMA

SCHMACKHAFT MACHEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

30 SPORTaktiv


CHRISTINA PUM

Bundesgeschäftsführerin

Naturfreundejugend

SAG NIEMALS WANDERN DAZU

Fotos: iStock, Christina Pum

„Meine Kinder sind 2, 5 und 7. Bereits

als Babys waren alle bei unseren Outdoor-Aktivitäten

mit dabei: beim Wandern

im Tragetuch oder in der Buckelkraxen,

beim Mountainbiken im Fahrradanhänger

und beim Klettern mit anderen

Familien auf der Picknickdecke im

Klettergarten. Wir sind sehr viel in der

Natur unterwegs, an fast jedem schönen

Sommerwochenende gibt’s einen Ausflug,

im Winter geht’s oft auf die Skipiste.

Und ja: Alle haben viel Spaß daran.

Einen Leitsatz haben wir als Eltern

immer vor Augen: ‚Sag niemals Wandern

dazu‘. Die Aufgabe, den Kindern

einen Ausflug als Abenteuer zu präsentieren,

beginnt beim Planen und endet

erst, wenn wir wieder zu Hause sind.

Dazu gehört, sich auf die Kinder einzulassen,

Ideen werden oft von den Kids

selbst geliefert. In der Natur und in den

Bergen gibt es immer etwas zu entdecken.

Fürs Beobachten von Kühen auf

einer Almwiese sollte genauso Zeit eingeplant

werden wie fürs Spielen am

Bach oder das Balancieren auf einem

Baumstamm am Wegesrand.

Die Hütteneinkehr empfinden wir als

besondere Motivation – nach einer kleinen

Stärkung wandert es sich wieder

leichter und für den Hüttenpass kann

man sich einen Stempel abholen. Daheim

werden Fotos vom letzten Bergabenteuer

ausgedruckt und im Kinderzimmer

aufgehängt oder der Oma gezeigt.

Mein Sohn trägt unsere Wanderungen

schon in sein erstes eigenes

Gipfelbuch ein.

Die Wegbeschaffenheit darf altersangepasst

auch mal etwas anspruchsvoller

sein: Wege, die von Wurzeln durchsetzt

und mit Stufen und Steinen auch kleine

Kletterpassagen bereithalten, sind für die

Kinder herausfordernd und spannend!

Meine Kinder lieben es an richtigen

Bergpfaden hochzuklettern, Forststraßen

hingegen versuchen wir zu meiden.

Im Vorfeld abzuschätzen, wie viel Ausdauer

Kinder mitbringen, ist natürlich

nicht ganz einfach. Wichtig ist es, ganz

kleinen Kindern immer genügend Zeit

zu lassen, um auch mal ein paar Schritte

selbst zu marschieren, sie aber nicht zum

Wandern zu zwingen.

Ab circa 4 können Kindern dann

halbtägige Wanderungen mit vielen Pausen

und Zeit zum Spielen zugemutet

werden, mit zunehmendem Alter werden

die Touren dann länger. Zur Tour

mit Kindern gehört auch immer der

Mut zur Umkehr. Falscher Ehrgeiz verdirbt

den Spaß und es kann auch schön

sein, einmal nur die kleine Runde zu gehen.

Mein Tipp wäre: Versucht die Welt

durch Kinderaugen zu sehen. Ihr werdet

staunen, was es alles zu entdecken gibt:

Käfer und Ameisen lassen sich beobachten,

Tannenzapfen werden gesammelt

und Blumen gepflückt. Wenn ihr am

Ende auch noch den Gipfel erreicht, ist

das Abenteuer perfekt.

SPORTaktiv

31


THILO KREIER

Der Allgäuer betreibt den Blog

wandern-mit-familie.de

OMA UND OPA ALS FACHBEIRAT

„Meine beiden Jungs Timmi und Jonas

sind jetzt 7 und 10 und langsam gehen

wir schon die ersten richtigen Bergtouren.

Das muss aber gar nicht sein, Kindern

ist Höhe nämlich wirklich herzlich

egal. Outdoor kann man auch

schon mit ganz kleinen Kindern

enorm viel erleben. Und auch wenn

wir im Allgäu das Paradies vor der

Haustür haben, sage ich: Auch der

Spaziergang im Park einer Großstadt

kann der Einstieg zu einem großen

Naturerlebnis sein.

Als unsere beiden klein waren, führte

eine unserer Lieblingstouren in den

Eichhörnchenwald, wo die Nager nicht

nur zahlreich, sondern auch relativ zutraulich

sind. Das sind bloß 2,5 Kilometer,

die gehen auch mit Kinderwagen

und wir haben viele Stunden tolle

Familienzeit dort verbracht.

Was den Kindern immer richtig

Spaß macht, sind Wege am Wasser.

Die Schuhe ausziehen und die Füße in

den Bach reinstrecken, Steine umdrehen,

Molche und Wasserläufer beobachten.

Ganz einfache Dinge reichen

dafür, um Kinder für die Natur zu begeistern.

Wichtig ist, dass man als Erwachsener

ein wenig einen Blick dafür

hat – da hat uns die Großelterngeneration

ja meist noch einiges voraus. Wo

die Möglichkeit besteht, kann man

Oma und Opa ja mitnehmen und als

„Fachbeirat“ einbeziehen.

Generell gilt: Alles was ein Pfad ist,

taugt für Kinder, alles was Asphalt ist,

taugt sicher nicht. Je wilder der Weg,

desto länger halten die Kids durch.

Wir sind mal auf einem asphaltierten

Wirtschaftsweg 500, 600 Meter einen

Berg rauf, da traten in dieser Reihenfolge

Muskelkater, eine Blase am Fuß,

Kopfschmerzen und Bauchschmerzen

auf. Oben war eine Kuhweide, da bist

du bis zu den Knöcheln im Gatsch

versunken: die reinste Wunderheilung.

Sieht man eine Wegzeitangabe, dann

kann man rechnen, mit Kindern doppelt

so lang zu brauchen. Und wenn

nicht, hat man unterwegs garantiert

was übersehen.

Im Prinzip bin ich der Meinung,

dass die Natur genug Schätze beinhaltet,

mit denen man Kinder begeistern

kann. Vom praktischen Standpunkt

her verstehe ich aber auch gut, dass

eine gewisse „Inszenierung“ oder „Moderation“

am Wegesrand hilft. Es gibt

wunderbare Erlebniswegkonzepte, das

hat ganz sicher seinen Platz in der Natur.

Es sollte halt nicht bloß ein „Rasen

von Station zu Station“ sein, sondern

möglichst entspannt zugehen.

Wenn ich meine eigenen Erkenntnisse

mit meinen zwei Buben in drei

kurze Tipps zusammenfassen müsste,

würde ich sagen: Erstens braucht es einen

guten Weg mit dem Alter entsprechendem

Untergrund. Zweitens

braucht es einen hohen Erlebniswert –

wo immer der auch herkommt. Punkt

drei: genügend Zeit nehmen. Dann

klappt das schon.“

UND DAS SAGEN

URLAUBSPROFIS:

ANDREA ULBING,

KINDERHOTELS AKADEMIE

Zur Erklärung: Die „Kinderhotels Akademie“

führt 300 Schulungen jährlich zur

Aus- und Weiterbildung der pädagogisch

geschulten Mitarbeiter in den Kinderhotels

Europa durch. Wie man Kinder von der

Natur begeistern kann, erklärt Andrea Ulbing

von der Kinderhotels Akademie:

„Kinder lieben Erlebnisse in der Natur.

Wir machen zum Beispiel Familienerlebniswanderungen

mit Stationen, wo Aufgaben

zu lösen sind, die Interessantes über Vorgänge

in der Natur zutage fördern. Solche

Spiele werden bei uns ausschließlich mit

Naturmaterialien durchgeführt, Kinder

können allein oder mit den Eltern daran

teilnehmen. Auch Klettern und Hochseilgarten

begeistern. Und gemeinsame Familienwanderungen

sind bei Stammgästen

schon ein Muss.

Wir stellen fest, dass das Interesse für die

Natur bei Kindern jedenfalls sehr groß ist.

Einige Kinderhotels haben sogar einen eigenen

Naturschwerpunkt. Wir im ‚Kinderentertainment‘

kommen dem Gästebedürfnis,

gerade im Sommer die Zeit in der

Natur zu verbringen, gerne nach und

bieten dafür spezielle Programme ab drei

Jahren an. Ob das ein Naturerlebnistag,

ein Naturforschertag oder ein Familien-

Natur-Actiontag ist.“

Fotos: Thilo Kreier, Kiinderhotels

32 SPORTaktiv


jetzt buchen:

Bester sommerurlauB

für familien und aktive

Wer Freude an der Natur, gerne aktiv Sport betreibt, viel Freizeit mit der Familie und dem Partner

erleben möchte, wird Campingurlaub mit Gebetsroither einfach lieben. Auf Top-Campingplätzen

stehen Gebetsroither Ferienunterkünfte – das sind Mobilheime und Wohnwagen, die man ganz einfach und direkt

für die schönste Zeit im Jahr buchen kann. Komplett ausgestattet für Kochen, Schlafen, Wohnen und Sanitär – ein

Urlaubsdomizil für bis zu 6 Personen. Die urlaubsorte in italien, Kroatien sowie Österreich bieten

viele naturschätze für sportler unD familien.

So KöNNeN Sie SiCh iNForMiereN UNd bUCheN:

Gebetsroither international

A-8940 Weißenbach/Liezen, e-Mail: office@gebetsroither.com

hotline: +43 3612 / 26 300

Für Schnellentschlossene rund um die Uhr: booking.gebetsroither.com

www.gebetsroither.com

SPORTaktiv

33


ANNA-LENA OBERMOSER,

KITZBÜHEL TOURISMUS

DANIELA STEINMANN-KUEN,

ACHENSEE TOURISMUS

„Dass Wandern und Outdoor als

Familienurlaubsthemen boomen, ist

bei uns eindeutig festzustellen. Beliebte

Familienziele sind die Themenwege wie

zum Beispiel unser Wusel-Seeweg, der

unserem Maskottchen Wusel Wassergeist

gewidmet ist, oder der neue Alpentiere-Rundwanderweg

am Zwölferkopf

in Pertisau. Almen und Hütten mit

Spielplätzen, die moderate Gehzeiten

aufweisen, ziehen viele Familien an.

Als Familienwege bieten wir unseren

Urlaubsgästen mit Kindern leichte

Wanderungen mit Einkehrzielen an.

Spielplätze oder Tiere sind beliebt. Der

Weg dorthin sollte nicht viele Höhenmeter

aufweisen und gut bewältigbar

sein. „Inszenierte“ Erlebnisse sind

nicht unbedingt bei jedem Weg nötig.

Oft gibt es auch in der Natur etwas zu

entdecken, wenn Eltern aufmerksam

sind. In unserer Region gibt es in den

Sommermonaten ein Kinder- und

Jugendprogramm mit täglich abwechselnden

Programmpunkten. Da kann

auch die ganze Familie mitmachen,

etwa beim Alm-Familientag oder der

Sternenwanderung. Sport-Schnupperkurse

stehen hoch im Kurs, wie z.B.

Bouldern, Stand-up-Paddle-Boarding

oder Kitesurfen. Die Kombination Berg

und See ist ideal. Baden kommt immer

gut an – hier kann die Achensee-Region

sehr gut punkten.“

34 SPORTaktiv

Diesen Sommer eröffnen wir zwei Projekte für Kinder: das

‚Sommer erlebnis Streif‘, ein erlebnisreicher Parcours entlang des

Panoramaweges am Hahnenkamm, der mittels Aktivstationen die

Faszination der Rennstrecke hautnah vermittelt. Zweitens ist der

neue Bike-Trail Hahnenkamm für einen Familienausflug bestens

geeignet. Von der Bergstation Hahnenkamm führt der Flowtrail

quasi mitten in die Gamsstadt.

Bei einer Wanderung mit Kindern sollte vor allem der Erlebnischarakter

im Vordergrund stehen. Attraktive Zwischenziele oder

die Einkehr in einer Hütte spornen an. Die Geländebeschaffenheit

ist aufgrund der Grasberge bei uns sicher ideal für Familien. Viele

Touren sind auch mit der Gondel erreichbar und bieten somit ein

weiteres Erlebnis für die Jüngsten. Spielerisches Herantasten an die

sportliche Betätigung ist sehr wichtig, damit die Motivation aufrechterhalten

bleibt. Wir setzen in Kitzbühel auf naturnahe Erlebnisse

und keine Inszenierung der Natur. Authentizität ist wichtig

und das merken auch die Kleinsten. Wasser, Steine und auch Tiere

– die alltäglichen Dinge sind es, die Kinder begeistern.“

SUCH DIR DEINEN

URLAUBSORT

VIELE TOURISMUS-

REGIONEN STELLEN

SICH IN UNSEREM

OUTDOORGUIDE

WIEDER VOR. DER

ÜBERBLICK, WO DU

WELCHE REGIONEN

FINDEST:

44 TIROL

106 SALZBURG

134 VORARLBERG

139 STEIERMARK

151 NIEDERÖSTERREICH

158 OBERÖSTERREICH

160 KÄRNTEN

168 BAYERN

178 SÜDTIROL/ITALIEN

192 KROATIEN

Fotos: Kitzbühel Tourismus, Achensee Tourismus


Weitere Infos:

Kinderhotels Europa

T. +43 42 54/44 11

office@kinderhotels.com

www.kinderhotels.com

BÜHNE FREI FÜR

SPIEL, SPORT UND SPASS

MIT DEN KINDERHOTELS EUROPA

ERLEBT DIE GANZE FAMILIE EINEN

URLAUB VOLLER SOMMERLICHER

OUTDOOR-AKTIVITÄTEN UND DER

RICHTIGEN DOSIS ERHOLUNG.

Fotos: Kinderhotels Europa

Die Partnerbetriebe der Kinderhotels

Europa liegen in den schönsten

Ferienregionen in Deutschland, Österreich,

Italien, Portugal oder Kroatien.

Ob inmitten alpiner Kulisse, an Seen

oder am Meer: Sie haben die unterschiedlichsten

Aktivitäten im Angebot

und lassen Kinderaugen strahlen. Von

Klettern und Geocaching, über Fischen

und Kayakfahren bis hin zu Bogenschießen,

Reiten oder Segwayfahren: Es gibt

zahlreiche Möglichkeiten, Neues auszuprobieren

und Abenteuer zu erleben.

Mit Fred dem Frosch kann der Nachwuchs

sogar schwimmen lernen oder

die teils spektakulären Badelandschaften

unsicher machen. Natürlich steht auch

der Klassiker Wandern groß auf dem

Programm. Zusammen mit Waldpädagogen

oder Biologen lernen die Kleinen

auf geführten Exkursionen die Natur

auf eine besondere Art kennen. Dabei

geht es über Wurzeln, hinauf auf Felsen

und über kreuzende Ameisenstraßen

hin zu einem verborgenen Schatz oder

einer Sagenwelt. So wird den motivierten

kleinen Berghexen und Zauberern

garantiert nicht langweilig.

Bei allen Aktionen sind die Kinder

dank TÜV-geprüfter Sicherheitsstandards

und professioneller Betreuung

stets gut umsorgt. Die Mitarbeiter der

Häuser werden in der eigenen Kinderhotels-Akademie

geschult und können

individuell auf die Bedürfnisse der

einzelnen Altersgruppen eingehen. So

sorgt das Betreuerteam stets dafür, dass

sich alle wohlfühlen.

Zeit zu zweit für die Eltern

Wissen Eltern ihre Sprösslinge gut

betreut, können auch sie entspannen

und den Urlaub zur Erholung nutzen:

Endlich einmal wieder Zweisamkeit

auskosten, Ausflüge im eigenen

Tempo unternehmen und entspannt

gemeinsam essen. Darüber hinaus

überzeugen viele der Kinderhotels mit

ausgezeichneten Wellnessbereichen,

Massagen und Behandlungen, um

müde Erwachsene wieder in Schwung

zu bringen.

Man sieht: Ein Urlaub in den Kinderhotels

Europa garantiert zahlreiche ungewöhnliche

Erlebnisse, die Kleine wie

Große nicht so schnell vergessen werden!

SPORTaktiv

35


MIT DER KUH

AUF DU UND DU

EIGENTLICH SUCHEN WANDERER AUF DEN

BERGEN ERHOLUNG UND ENTSPANNUNG. DOCH

DAS SOGENANNTE ALM-URTEIL HAT UNRUHE

IN DAS ALPEN-IDYLL GEBRACHT – ZU DEM

WEIDEVIEH NUN EINMAL DAZUGEHÖRT.

GÄSTE SOLLEN NUN VERSTÄRKT FÜR DEN

RICHTIGEN UMGANG MIT DEN TIEREN

SENSIBILISIERT WERDEN.

VON WOLFGANG LIU KUHN

36 SPORTaktiv


E

Fotos: iStock

Es war der 28. Juli 2014, an dem es im

Pinnistal in Tirol zu jenem folgenschweren

Unfall kam: Eine deutsche Urlauberin

wanderte mit ihrem angeleinten

Hund auf einer Alm, eine Mutterkuhherde

trampelte die Frau nieder, sie

starb. Der Witwer klagte, weil der Bauer

haftbar sei; die Weide hätte eingezäunt

sein müssen. Am 21. Februar 2019 gab

ihm ein Zivilrichter Recht und gestand

dem Kläger insgesamt 490.000 Euro zu,

wogegen der Bauer berief. Seitdem gehen

die Wogen hoch, es folgten teils polemische

Diskussionen im Internet, berechtigte

Sorgen der Landwirte und hektische

Reaktionen vonseiten der Politik.

Denn die Tragweite des Urteils steht angesichts

der wirtschaftlichen Dimensionen

außer Frage: Von den 150 Millionen

Gesamtübernachtungen in Österreich

entfallen 125 Millionen auf den ländlichen

Raum. Die Hauptbuchungsgründe

der Urlauber: Natur, Wandern und Kulinarik.

Rund 8400 Almen gibt es in Österreich,

die von Jahr zu Jahr mehr Sommer-Freizeitsportler

begrüßen. Gleichzeitig

gibt es auch immer mehr Bauern,

die Mutterkühe und Kälber gemeinsam

auf die Alm stellen, was bei den Tieren

Herdenverhalten samt dazugehörigen

Schutzinstinkten wachruft. Die Gefahr

von riskanten Begegnungen hat sich also

erhöht. Wobei Regina Hrbek, die Leiterin

der Abteilung Natur- und Umweltschutz

und Hüttenmanagement der Naturfreunde

Österreich, diesen Punkt

gleich relativiert: „Es ist nicht so, dass es

auf den Almen jeden Tag zu einem Unglück

kommt – pro Jahr werden vielleicht

drei bis vier Vorfälle publik, bei

denen Weidevieh involviert ist. Zudem

hat sich der besagte tragische Vorfall

nicht auf einer entlegenen Alm zugetra-

SPORTaktiv

37


gen, sondern auf einer öffentlichen, befestigten

Straße in der Nähe einer großen

Gastwirtschaft mit mehr als 220

Sitzplätzen. Rein von der rechtlichen

Seite her war das Urteil daher durchaus

nachvollziehbar.“

Planung ist alles

Was nicht bedeuten soll, dass bei Begegnungen

mit Almvieh nicht eine gewisse

Vorsicht geboten ist. Immer wieder geraten

wandernde Personen mit den Tieren

aneinander – vor allem, wenn sie

Hunde mitführen: „Hunde sind für

Weidevieh ein natürlicher Feind und somit

eine Bedrohung. Hundebesitzer

achten daher am besten schon bei der

Tourenplanung darauf, dass Almweiden,

auf denen sich Nutztiere befinden,

großräumig umgangen werden können“,

so Expertin Hrbek. Zu den tierischen

Bewohnern der heimischen Almen

zählen neben den Rindern noch

Pferde, Ziegen und Schafe. Letztere stellen

in der Regel keine Bedrohung dar,

höchstens Böcke können vereinzelt aggressiv

werden, während Ziegen zumeist

nur ein wenig neugierig sind. Die

Haflinger und Kaltblüter auf unseren

Almen sind ebenfalls friedliche Zeitgenossen,

aber: Es sind große, kräftige

Tiere, sie sich bei Gefahr zu wehren wissen.

Falls man von aufdringlichen Pferden

verfolgt werden sollte, ignoriert

man sie am besten und tritt vorsichtig

CAR_Anzeige_210x90_PRINT.pdf 1 5/8/2019 9:08:16 AM

den Rückzug an.

Bleiben also noch die Rinder – auch

die sind von Natur aus friedfertige Tiere,

die bei einer Bedrohung eher davonlaufen.

Doch da der Mutterinstinkt bei

Kühen sehr stark ausgeprägt ist, zögern

sie nicht, ihre Jungen sofort zu verteidigen.

Viele Jungtiere sind wiederum neugierig

und gehen auch auf Menschen zu.

„In diesem Fall sollte man die Kälber

besser nicht streicheln, was man insbesondere

auch Kindern sagen sollte –

sonst folgt die Rechnung auf dem Fuß“,

warnt Hrbek. Besondere Vorsicht gilt

auch, wenn Stiere in der Herde sind, die

mitunter zu unberechenbarem, aggressivem

Verhalten neigen. Ein drohendes

Rind erkennt man im Übrigen daran,

dass es die vermeintliche Gefahrenquelle

fixiert, den Kopf senkt, seine Hörner

beziehungsweise die Stirn präsentiert

und näher kommt. Bei solchen Drohgebärden

sollte man vor allem Hektik vermeiden

und nicht in Panik weglaufen:

„Am besten, man entfernt sich langsam

zum nächstgelegenen Ausgang oder

Weidegatter, wobei man dem Tier nicht

den Rücken zudrehen sollte“, so Hrbek.

Auf jeden Fall sollten Wanderer Abstand

zu der Herde halten und lieber einen

größeren Umweg in Kauf nehmen. Als

Faustregel gilt, einen Sicherheitsabstand

von mindestens 20 Metern zu den Tieren

einzuhalten. Wer immer am markierten

Weg bleibt, wird tendenziell seltener

mit potenziellen Gefahrenquellen

in Kontakt kommen – denn auch Tiere

38 SPORTaktiv

Made in Europe


DIE 10 VERHALTENSREGELN

FÜR DEN UMGANG MIT WEIDEVIEH

1 Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere

nicht füttern, sicheren Abstand halten!

2 Ruhig verhalten, Weidevieh nicht

erschrecken!

3 Mutterkühe beschützen ihre Kälber.

Begegnung von Mutterkühen und Hunden

vermeiden!

4 Hunde immer unter Kontrolle halten und

an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff

durch ein Weidetier abzusehen: Sofort

ableinen!

5 Wanderwege auf Almen und Weiden

nicht verlassen!

6 Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit

möglichst großem Abstand umgehen!

7 Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig

bleiben, nicht den Rücken zukehren, den

Tieren ausweichen!

8 Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe

der Tiere Weidefläche zügig verlassen!

9 Zäune sind zu beachten! Falls es ein Tor

gibt, dieses nutzen, danach wieder gut

schließen und Weide zügig queren!

10 Begegnen Sie den hier arbeitenden

Menschen, der Natur und den Tieren

mit Respekt!

wissen, wo die Menschen gehen und

meiden diese Wege meist. Und: Natürlich

sind Almen kein Streichelzoo. Wanderer

sollten sie daher zügig, aber ohne

Angst durchqueren und beim Verlassen

die Weidegatter schließen. Und dass man

die wohlverdiente Jause auf der nächsten

Hütte und nicht inmitten einer Herde

genießen sollte, versteht sich von selbst.

Achtung mit Hunden

Bleibt noch die Sache mit dem Hund.

Das Tier kann noch so klein sein, aber

selbst ein Chihuahua wird von Weidetieren

als Feind betrachtet, weil diese in

ihm einen Wolf sehen. Daher sollte man

sie immer an der kurzen Leine führen

und nur ausgebildete Hunde mitnehmen.

Bei erkennbaren Drohgebärden

des Weidetiers sollte man sich nicht

schützend vor den Hund stellen, sondern

ihn sofort von der Leine lassen.

Der Hund ist einerseits schneller als der

Mensch – ein ausgewachsenes Rind

oder Pferd wiederum größer und stärker.

Wer sich über das richtige Verhalten

im Umgang mit Tieren auf der Alm

noch näher informieren möchte, wird

auf der Webseite der Naturfreunde fündig.

Unter www.umwelt.naturfreunde.

at/service/publikationen-aus-dem-umweltbereich/infofolder-broschuerengibt

es neben einem fundierten Ratgeber mit

Tipps für Wanderer zum Download

auch eine kostenlose Broschüre zum

Bestellen.

DER RUCKSACK DER DEIN LEBEN RETTET!

DER ULTRALEICHTE WANDERRUCKSACK SKILL 30 RECCO MIT RECCO ® SPORTaktiv REFLEKTOR 39

www.tatonka.com/skill-30-recco


WIE EIN

WANDERFÜHRER

ENTSTEHT

AM ANFANG STEHT DIE

LEIDENSCHAFT, DANN

FOLGT DIE AKRIBIE. DENN

EIN GUTER WANDERFÜHRER

ENTSTEHT NUR DANN,

WENN DER AUTOR ALLES

ERGANGEN, ERFAHREN,

ERLEBT HAT.

VON GERHARD STUMMVOLL

m Trentino 2016. Die Überschreitung

vom Monte Gronlait zum

Monte Framort wäre ein richtiges

Schmankerl auf dem Europäischen

Fernwanderweg E5 vom Bodensee nach

Verona. Sie böte einen sensationellen

Rundblick von den schroffen Dolomitengipfeln

der Brenta im Westen über

die Gletscherriesen um den Alpenhauptkamm

im Norden hin zu den sanfteren

Bergen am Südende der Alpen.

Doch es regnet. Nicht ein wenig, sondern

in Strömen, und hier oben ist alles

in dichte Wolken gehüllt. Zum Glück

wird es nicht allzu kühl, auch weil es

windstill bleibt. Gerade bei schlechten

Bedingungen spielt eine gute Ausrüstung

ihre Vorteile aus. So bleiben wir

halbwegs trocken und stapfen unseren

Weg weiter Richtung Süden. Wir kommen

nur langsam voran, müssen auf den

glitschigen Steinen aufpassen, um nicht

über die Direttissima ins Tal zu stürzen.

Drei Stunden später erreichen wir

unser Etappenziel in Vetriolo. Beim

Einlangen im Quartier spüren wir diese

uns leidlich bekannten Blicke, diese Mischung

aus Spott und doch auch leiser

Anerkennung. „Nur Deutsche können

bei so einem Regen wandern“, flüstert

ein Gast an der Theke seinem Nachbarn

zu. „Wie kommt’s, dass ihr bei diesem

Wetter auf dem Berg seid, das ist ja

Wahnsinn?“, fragt uns unser Wirt.

Abenteuer im Regen oder bei Schneefall,

Schutzsuche bei Hagel in freiem

Gelände oder Berichte von absoluter

Wildnis und undurchdringlichem Dickicht,

in dem Wege plötzlich enden. Es

sind Geschichten wie diese, die wir gerne

erzählen, wenn wir zu Hause unsere

Erfahrungen als Autoren von Wanderbüchern

wiedergeben. Auch weil unsere

Augen unverschämt strahlen ob des

Glücks, zu diesem glücklichen Kreis zu

gehören. Gerade weil der Sonnenschein

und die guten Verhältnisse bei Weitem

überwiegen.

Internet reicht nicht aus

Wie es dazu kommt, dass wir dennoch

immer wieder auch bei Sauwetter draußen

sind, ist leicht erklärt. Je näher ein

Abgabetermin für ein Manuskript rückt,

desto weniger kann auf Kaiserwetter gewartet

und desto mehr muss die eigene

Planung eisern befolgt werden. Ferne

Regionen können nicht beliebig oft

Fotos: Isabella Stummvoll

40 SPORTaktiv


SPORTaktiv

41


angesteuert und insbesondere ein Fernwanderweg

nicht ständig unterbrochen

werden.

In Vetriolo erfahren wir, dass diese

Gegend berühmt ist für ihre launischen

Wetterkapriolen. Tiefs von Süden her

finden hier ihre ersten höheren Gipfel

und regnen sich gerne an ihnen aus.

Deshalb erarbeiten wir mehrere Regenrouten,

die es künftigen Wanderern

ermöglichen, bei Bedarf die Gipfelüberschreitung

zu umgehen.

Kreta 2013. Ortswechsel zu einem anderen

Fernwanderweg. Ein Aktivurlaub

soll es diesmal werden, gerne mit einem

Schuss Abenteuer als besondere Würze.

Der Plan ist, Kreta in 28 Tagen auf dem

E4 von West nach Ost zu durchqueren.

Doch rasch stellt sich dieses Unterfangen

als äußerst kompliziert heraus. Eine

Recherche im Internet liefert nur magere

Informationen, zudem scheint kein aktueller

Wanderführer darüber aufzuliegen.

Wie man Autor wird

So entschließen wir uns kurzerhand, die

drei bekanntesten Wanderverlage im

deutschsprachigen Raum anzuschreiben.

Wir fragen an, ob schon ein Wanderführer

über den E4 in Kreta besteht,

und bieten uns andernfalls für eine

Zusammenarbeit zu diesem Thema an.

Eine wandermäßige Expertise ist ebenso

vorhanden wie ein großes Interesse am

Texten und Fotografieren.

Und dann passiert das Unglaubliche.

Während zwei Verlage rasch absagen,

bietet uns jener in Innsbruck ansässige

tatsächlich an, besagten Wanderführer

zu schreiben. Ein Lottosechser für uns,

infolgedessen wir mehrere Wanderbücher

herausbringen werden.

Im Laufe der Jahre lernen wir viele andere

Autoren kennen. Alle verbindet die

Leidenschaft für die Natur, aber auch

jene für die Langsamkeit, mit der die

GERHARD

STUMMVOLL

Der Innsbrucker (48) ist seit

mehr als 30 Jahren privat und

als Autor von Wanderführern

oberhalb der Baumgrenze

unterwegs.

eigenen Füße einen behutsam durch die

Fremde tragen. Nicht selten hegen sie

zudem eine Passion für eine bestimmte

Destination, die sie besonders gut kennen

und in der sie sich wie zu Hause

fühlen. Dieses Gebiet ist oft der optimale

Einstieg in die Autorenlaufbahn, dass

weitere Projekte folgen, ist hingegen für

so gut wie jeden eine Selbstverständlichkeit.

Wer einmal so richtig Feuer fängt,

dem bleibt diese Leidenschaft oft ein

Leben lang erhalten.

Dabei ist das Schreiben eines Wanderführers

eine leicht zu unterschätzende

Aufgabe. Nachdem der Verlag sich für

ein Zielgebiet entschieden und den Autor

gewählt hat, beginnt alles mit einer

gründlichen Sammlung von Informationen.

Neben bereits bestehender Literatur

bietet sich dabei das Internet als

praktischste Quelle an. Viele Regionen

und Orte stellen ihren Besuchern entsprechende

Tourentipps online zur Verfügung.

All diese Vorschläge gilt es zu

filtern und in einem passenden Konzept

zu vereinen. Immerhin soll der Wanderführer

den Ansprüchen verschiedenster

Wanderer genügen und eine in etwa ausgeglichene

Anzahl an blauen, roten und

schwarzen Touren bieten.

Erwandern, erleben, niederschreiben

Je besser die Recherche zu Hause, desto

einfacher gestalten sich in der Folge die

Einsätze vor Ort. Alle Wanderungen,

aber auch alle Varianten werden eigenfüßig

abgegangen, wobei auch stets

Aufzeichnungen über den Wegverlauf

geführt werden. Dies ist vom Umfang

her abhängig von den regionalen Verhältnissen.

Während wir in den Alpen in

einem wahren Wander-Schlaraffenland

mit perfekt gekennzeichneten Wegen leben,

benötigen die Wanderer in anderen

Gegenden mehr und genauere Beschreibungen

über den Wegverlauf.

Wirte werden nicht nur über ihre

Öffnungszeiten, sondern auch über

die Gegend im Speziellen befragt. Die

Entfernungen und Höhenmeter, die im

Wanderführer aufscheinen, misst ein

GPS-Gerät. Gehzeiten werden jedoch

zu Hause am Computer berechnet und

dann fallweise bei schlechter Wegbeschaffenheit

nach oben korrigiert. Damit

erreicht man gleichbleibende, von

Tagesverfassung und anderen Umständen

unabhängige Angaben.

Doch das ist noch nicht alles. Ein

guter Wanderführer bietet immer auch

nützliche Informationen über Land und

Leute, über typische Lokale oder interessante

Besichtigungen nahe der Strecke

und auch über mögliche Quartiere.

All das wird vor Ort geprüft, weil man

sich nie völlig auf Informationen aus

dem Internet verlassen kann. Diese sind

oft veraltet oder stellen mitunter bloß

Absichtserklärungen anstelle von Realisiertem

dar.

Sind alle Informationen gesammelt,

folgt zu Hause die vergleichsweise monotone

Eingabe derselben in eine eigene

Datenbank, die auch die Texte mit den

zugehörigen Fotos verknüpft. Darin

wird zudem die exakte Route per GPS

eingespielt und mit der Wanderkarte

vom Verlag abgeglichen. In den darauffolgenden

Wochen folgen noch zwei

Korrekturen, bis der Wanderführer endlich

als fertiges Büchlein erscheint.

42 SPORTaktiv


NORDKETTE

TOP OF INNSBRUCK

Weltweit einzigartig. Aus der historischen Altstadt

mit spektakulären Bahnen hinauf auf über 2.000 Meter.

Der 360° Blick über die Stadt Innsbruck und die atemberaubende

Bergwelt des Karwendels hinterlässt

unvergessliche Eindrücke!

Grafik: Emanuel Tomasini, Fotos: guentheregger.at, Webhofer

TICKETS.NORDKETTE.COM

Top of Innsbruck – 2.334 m

Das einzigartige Erlebnis! Lassen Sie die faszinierende

Bergwelt des größten Naturparks Österreichs auf sich wirken!

Kombiticket Alpenzoo

Die Tierwelt des heimischen Alpenraumes entdecken –

Fahrt mit der Hungerburgbahn und Zoo-Eintritt inklusive.

Nordkette Perspektivenweg

Philosophische Zitate und harmonische Elemente

schaffen eine neue Perspektive auf Landschaft und Natur.

Gratis Parken

Stressfrei in der City- und Congressgarage parken.

Gültig für: Ticket Gondel, Kombiticket Alpenzoo, Skiticket.


AUF WEITEM WEG

MIT LEICHTEM GEPÄCK

Die Region rund um die Tiroler

Landeshauptstadt in sieben Tagen

per Weitwanderung erkunden: Das

können Wanderer auf dem „Innsbruck

Trek“ – inklusive Gepäcktransport und

Übernachtung in Sterne-Unterkünften.

Aber auch darüber hinaus hat die

„Hauptstadt der Alpen“ viel zu bieten.

Du hast die Geräusche der Stadt noch

in den Ohren und die Touristen vor

dem Goldenen Dachl, in der Maria-Theresien-Straße

und dem Kaufhaus Tyrol noch

vor den Augen. Dabei ist die Umgebung

schon eine ganz andere. Scheinbar weit weg

von der Stadt und dennoch nur ein paar

Hundert Höhenmeter über der Altstadt von

Innsbruck.

Unterhalb der Nordkette und mitten

durch den Naturpark Karwendel verläuft

der erste Abschnitt des Innsbruck Treks.

Einer Weitwanderung, die in sieben Tagen

entlang der schönsten Wanderwege rund

um die Tiroler Landeshauptstadt führt.

44 SPORTaktiv


INFOS & BUCHUNGEN

INNSBRUCK TOURISMUS

T. +43 512/56 20 00

Mail: office@innsbruck.info

www.innsbruck.info

DAS ANGEBOT

INNSBRUCK TREK

7 Tage mit Übernachtungen in

3- oder 4-Sterne-Hotels

Gepäcktransport

ab € 857,– als geführte Tour

ab € 755,– als

individuelle Wanderung

www.innsbruck-trek.com

Fotos: © Innsbruck Tourismus

Mitten in den Alpen, mit Drei- und

Vier-Sterne-Hotels als Unterkünften

und mit komfortablem Gepäcktransport.

Du entscheidest außerdem selbst,

ob du den Innsbruck Trek lieber individuell

oder in Begleitung gehen willst.

Einfach buchen und loswandern

Innsbruck Tourismus und ASI Reisen

und die renommierte Alpinschule

Innsbruck, haben den Innsbruck Trek

gemeinsam kreiert. Die Weitwanderung

erschließt alle Bergmassive um die

„Hauptstadt der Alpen“ und führt durch

deren schönste Wanderregionen – etwa

entlang der Kalkkögel in den Stubaier

Alpen oder über den Zirbenweg.

Jeden Tag kann man sich zwischen

zwei Varianten (mittelschwer und

anspruchsvoll) entscheiden, das schwere

Gepäck wird transportiert – nur mit

Tagesrucksack marschiert es sich viel

unbeschwerter. Übernachtungen und

Halbpension und Kartenmaterial mit

detaillierter Routenbeschreibung sind im

Preis ebenso inbegriffen – auf Wunsch

auch ein Guiding. Eine Service nummer

ist rund um die Uhr erreichbar. Buchen

und losmarschieren – alle Termine und

Infos unter: www.innsbruck-trek.com

Alpin und urban an einem Tag

Wer nicht nur weit wandern mag,

findet in der Tiroler Landeshauptstadt

das perfekte Ziel für den modernen

Alleskönner. Ganz egal, ob stilvolle

Kulturveranstaltungen oder steile

Mountainbike-Trails, ob tanzen in High

Heels auf einer Musikveranstaltung

oder eine Radtour zu einem Badesee

(wie dem Lanser oder Natterer See),

sanft entschweben mit der Seilbahn auf

den Patscherkofel oder die Nordkette

– Innsbruck, die Hauptstadt der Alpen

hat das alles im Programm. Alpin und

urban – an einem Tag.

SPORTaktiv

45


D

CASPAR

COPPETTI

ist Mitgründer von „On“,

war aktiver Snowboarder

und ist Hobby-Triathlet.

Er stammt aus La Punt

im Oberengadin und war

maßgeblich an der Wanderschuh-Entwicklung

beteiligt.

www.on-running.com

Das ist er also, der „schönste Platz der

Welt“. Zumindest Caspar Coppetti sieht

das so, wenn er auf der Diavolezza, einem

Joch im Schweizer Engadin, sitzt und auf

den 3901 Meter hohen Piz Palü schaut.

Der markante Berg der Berninagruppe hat

es dem Mitgründer der Laufschuhmarke

On angetan. „Er ist einzigartig, man

erkennt ihn sofort.“ Selbstredend war er

selbst schon auf dem Gipfel und ist an

seinen Flanken Ski gefahren. Der Grund,

warum Coppetti hier mit einer Handvoll

Experten, Händler und Journalisten sitzt:

Seine Firma steigt jetzt auch in das Bergund

Wanderschuhsegment ein. Mit dabei

auf der Diavolezza sind auch Prototypen

der Schuhe, die im Juli auf den Markt

kommen. Nur drei, vier Stück gibt es zu

einem ersten Hineinschlüpfen und für

ein paar Schritte auf Geröll, Gletscher,

Gebirgsboden.

Der Wanderschuhsektor boomt. Immer

mehr Hersteller betreten das Terrain, sei

es aus der Skischuh- oder eben der Laufschuhbranche.

Klar, denn Wandern ist

der wohl niederschwelligste Einstieg in

sportliche Betätigung und ein wesentlich

größerer Markt als Skifahren oder Laufen.

Caspar – warum jetzt auch Bergschuhe?

Der Markt ist ja schon ordentlich

bespielt durch Hersteller, die viele Jahrzehnte

Erfahrung in dem Bereich haben.

Natürlich hat im Berg- und Wanderschuhbereich

niemand auf On gewartet.

Aber nachdem wir den Laufschuhbereich

für viele Läufertypen ziemlich ausdifferenziert

haben, können wir endlich die

Fotos: On Running

46 SPORTaktiv


INSPIRATION

AUF 2500 METERN

DIE BERGE HABEN IM LEBEN

VON CASPAR COPPETTI

IMMER SCHON EINE GROSSE

ROLLE GESPIELT. ER IST IN

EINEM KLEINEN BERGDORF

AUFGEWACHSEN, WAR

SNOWBOARDER IM

SCHWEIZER NATIONALKADER

UND HAT AUCH JETZT SEIN

BASISLAGER WIEDER IM

OBERENGADIN, NAHE

ST. MORITZ. JETZT

BRINGT ER MIT DEM LAUF-

SCHUHHERSTELLER ON ZUM

ERSTEN MAL AUCH

WANDERSCHUHE

AUF DEN MARKT.

INTERVIEW: KLAUS MOLIDOR

In den Bergen daheim:

Caspar Coppetti (links),

hier beim Laufen mit

seinem On-Mitgründer

Olivier Bernhard.

SPORTaktiv

47


Schuhe machen, die Olivier Bernhard

(einer der Gründer, Anm.) und ich

gerne laufen – einfach weil wir gerne in

den Bergen unterwegs sind.

Du wohnst im Oberengadin, bist aber

beruflich viel unterwegs. Wie kommst

du da noch in die Berge?

Durch das Projekt mit den Wanderschuhen

wieder mehr. Weil ich stark in

die Entwicklung eingebunden bin. Die

Schuhe sind ja eine Herzensangelegenheit

für mich. Ich bin also auch beim

Testen dabei, bei Events und wenn wir

– so wie jetzt – mit Händlern wandern

gehen, um sie von unserem Produkt zu

überzeugen.

Der Grund, solche Schuhe auf den

Markt zu bringen, war also durchaus

auch ein egoistischer?

Ja, ein bisschen schon (lacht). Wobei

Sport bei uns ja immer auch Teil der

Arbeitszeit ist. Der zweite war einfach

das Thema, schnell und leicht in den

Bergen unterwegs zu sein. Und Komfort

natürlich. Es gibt ja nichts Schlimmeres

als ein Bergschuh, der drückt oder von

dem du Blasen bekommst.

Wie wichtig sind dir die Berge?

Ich bin in La Punt, einem kleinen

Bergdorf im Oberengadin, aufgewachsen

und müsste ich mich heute zwischen

Stadt und den Bergen entscheiden,

würde ich die Stadt sofort streichen. Der

wichtigste Faktor heute ist ja die Zeit.

Der limitiert alle Menschen. Früher

sind die Leute hier herauf ins Engadin

gekommen und einen Monat geblieben.

Heute bleiben sie laut Statistik zweieinhalb

Tage. Für mich ist diese Gegend

hier ein besonderer Ort. Die hochgelegene

Berg- und Seenlandschaft ist atemberaubend

schön und gleichzeitig super

geeignet für das Laufen.

War das Laufen immer schon deine

Leidenschaft?

Gar nicht. Ich war Snowboarder und im

Schweizer Kader. Wir mussten in der

Vorbereitung laufen, aber Spaß hat das

keinen gemacht. Wenn ich die Wahl zwischen

einer Tiefschneefahrt im Powder

und laufen hatte, musste ich nicht lange

studieren, was ich mache. Das Problem

war, dass ich immer ein Runner’s Knee

hatte und bald Schmerzen bekam. Blöd,

Thule

AllTrail

Für alle Aktivitäten und jede Jahreszeit

Dank der außergewöhnlichen Vielseitigkeit und speziell

auf Wanderungen ausgelegter Eigenschaften sind Sie

mit Thule AllTrail Hiking-Rucksäcken bei jeder Jahreszeit

und allen Aktivitäten stets bestens ausgestattet.

48 SPORTaktiv


wenn man dann auch noch Triathlon

betreibt und nach drei, vier Kilometern

Schmerzen bekommt. Ich bin ein guter

Schwimmer und sehr guter Radfahrer,

aber laufen war schmerzfrei kaum möglich.

Erst als ich bei On eingestiegen bin

hat sich das verbessert. Olivier hat damals

auch während einer Verletzungspause

zu tüfteln begonnen und wollte eigene

Schuhe für sich bauen. Daraus ist die

Cloud-Idee entstanden.

Wie realistisch ist es, dass ihr die

Produktion aus Asien zurück nach

Europa holt?

Das ist etwas, das wir sehr gerne tun

würden. Vor allem wäre es toll, die Produktion

näher an die Absatzmärkte zu

Cloud Rock heißt der

erste Wanderschuh

den On im Juli auf den

Markt bringt. Linkes

Bild: Die Zero Waste

Hut im Piz Lunghin im

Oberengadin

bringen. Das ist ein Riesenthema. Made

in Switzerland wäre natürlich ein Traum.

Wir haben auch immer versucht umweltfreundlich

und zu fairen Arbeitsbedingungen

zu arbeiten. Jetzt haben wir

die Größe und Fähigkeit, das nicht nur

so gut zu machen, wie es in der Branche

geht, sondern auch aktiv zu forschen,

dass wir die Branche auch weiterbringen.

Was wir nicht wollen, ist nur so ein

Feigenblatt. Also nur so tun als ob.

Nachhaltigkeit ist in der ganzen

Branche DAS bestimmende Thema.

Gerade im Outdoorbereich sind die

Konsumenten da sehr stark sensibilisiert.

Unsere Kleidung ist jetzt auch PFCfrei,

aber da kann man noch viel mehr

tun. Da haben wir auch einige Projekte

angestoßen. Wir errichten heuer auch

eine extravagante Berghütte auf 2500

Metern Seehöhe. Man kann sie nur zu

Fuß erreichen und sie ist ganz minimalistisch

gebaut. Wir nennen sie „Zero

Waste Hut“, weil sie rein gar nichts

hinterlässt. Sie soll Besuchern eine ganz

besondere Verbindung zu der Gegend

geben, ohne die Natur zu belasten.

Außerdem liegt sie am Ufer des Lunghin

Sees auf dem Piz Lunghin über Maloja.

Dort entspringen nicht nur der Rhein,

die Donau und der Po. Der Platz ist für

David Allemann, Olivier Bernhard (die

beiden anderen On-Gründungsmitglieder)

und mich auch die allerbeste

Inspirationsquelle.

Eine gute Idee gehört einem nie ganz

allein – das hast du einmal in einem

Interview gesagt. Wie viele deiner

Ideen hat denn jemand anderer

umgesetzt?

Das ist ein bisschen ein Eitelkeitsding.

Am Schluss ist das aber nicht so

relevant. Wenn du eine Idee hast und

die ist brillant und du bist der Erste

und Einzige, dann läufst du Gefahr,

dass du damit auf den Markt gehst und

keinen interessiert es, weil die Zeit dafür

vielleicht noch nicht reif ist. Da ist es

manchmal nicht so schlecht, wenn du

eine Idee hast und drei, vier andere haben

die auch. Dann gibt es Bewegung.

SPORTaktiv

49


DACHSTEIN SUPER

LEGGERA FLOW MC GTX

• 3D-gestrickter Schaft aus einem Teil für

perfekte Passform

• elastische Zonen im Zungenbereich und

Formstabilität an den Seiten

• Gore-Tex-Surround-Produkttechnologie,

atmungsaktiv für 360°-Klimakomfort und

dauerhaft wasserdichten Schutz

PREIS (UVP): € 169,95

www.dachsteinschuhe.com

SALEWA MS WILDFIRE EDGE

• Schuh für technische Zustiege, der sich vom

Wander- in einen Kletterschuh

verwandeln lässt

• innovatives Switchfit-System und Pomoca-Sohle

für mehr Präzision und Tragekomfort

• Torsionsfestigkeit durch Außenmaterial aus

Exa Shell

PREIS (UVP): € 160,–

www.salewa.com/de-it

KEEN VENTURE MID WP

• Agiler Funktionsschuh für Spontantrips,

Mikroabenteuer, Fast Hiking

• leichtes und strapazierfähiges Mesh-

Obermaterial mit TPU-Verstärkungen

• die atmungsaktive, wasserdichte

KEEN.DRY-Membran sorgt für

Allwetterschutz und Klimakomfort

• die KEEN.ALL-TERRAIN-Laufsohle

garantiert hohe Traktion

PREIS (UVP): € 149,95 (Lowcut € 139,95)

www.keenfootwear.com

AB IN DIE

NATUR

WALD- ODER BERGWANDERN: DAS SIND|

DIE WANDERSCHUHE DAFÜR.|

GARMONT VETTA GTX®

• eignet sich perfekt für Zustiege, Klettersteige

und Trekking

• Oberschuh besteht aus 1,8 mm dickem Leder

und verfügt über ein GORE-TEX®-Extended-

Comfort-Futter

• wasserdicht, extrem atmungsaktiv und

wärmeableitend

• Vibram-Maton®-Zweikomponenten-Sohle

sorgt für noch mehr Grip im Bereich der Zehen

und der Ferse.

PREIS (UVP): € 189,99

www.garmont.com

DOLOMITI 54 HIKE GTX

• wasserdichte Gore-Tex®-

Membran kombiniert mit Wildleder

• Adula-Vibramsohle – Kompromiss

zwischen Haltbarkeit und Traktion

• tolle Passform mit Dolomite DAS

Light, basierend auf der Kombination

von ergonomischem Leistenund

Fußbett

PREIS (UVP): € 169,95

www.dolomite.it

Fotos: Hersteller

50 SPORTaktiv


SCARPA MESCALITO MID GTX

• wasserdicht durch

Gore-Tex®-Membran

• leichter PU-Geröllschutz

macht den Schuh robuster

• Vibram®-Lite-Base-Techno-

logie für geringeres Gewicht

bei gleicher Performance

• Vibram®-Megagrip-Sohle für

perfekten Halt

PREIS (UVP): € 220,–

www.scarpa.net

PERSKINDOL

AKTIV

LOWA RENEGADE GTX® MID

• LOWA-Bestseller

• komfortabelste Passform

• Allroundschuh für Wanderungen

und Freizeit

• Vibram-Sohle

• Gore-Tex® für optimales Fußklima

PREIS (UVP): € 199,00

www.lowa.de

DYNAFIT SPEED MTN

• robuster, extra leichter und gleichzeitig

komfortabler Schuh für alpines Terrain

• 330 g (Herren) bzw. 300 g (Damen)

• exzellentes Grip- und Traktionsverhältnis

für jegliches alpines Gelände

• Schnellschnürung

PREIS (UVP): € 145,–

www.dynafit.com

LA SPORTIVA PYRAMID

GTX SURROUND

• Gore-Tex®-Surround®-Technologie,

damit vielseitig und atmungsaktiv

• superleicht

• Obermaterial aus Leder

• Vibram-XS-Trek-Sohle

• ideal für leichte Wanderungen

PREIS (UVP): € 209,–

www.lasportiva.com

DAS PFLANZLICHE

EINREIBEMITTEL

· Zieht sofort ein

· Hinterlässt keinen Fettfilm

· Zur Lockerung und Erfrischung

· Für den Einsatz beim Sport

www.perskindol.at

SPORTaktiv

Exklusiv in Ihrer Apotheke.

51


WUNDERBAR

WANDERBAR

Ein weitläufiges

Wandernetz von

romantisch bis

fordernd erschließt

Kitzbühel und seine

drei Feriendörfer Reith,

Aurach und Jochberg.

Die Gamsstadt hat weit mehr zu

bieten als die Hahnenkamm-

Rennen. Da gibt es bequeme

Panoramawege hoch über der Stadt,

romantische Pfade durch duftende Nadelwälder

und fordernde Gipfeltrails.

Kitzbüheler Horn –

das Alpenblumen-Panorama

Eine Gondelfahrt auf das ikonische

Kitzbüheler Horn mit seinen rund

2000 Metern, eine Blumenpracht, so

weit das Auge reicht und, ein Blick

zurück in die Erdgeschichte: Der

imposante Aussichtsberg ist ein Erlebnis

für die ganze Familie! Entlang der Route

wachsen Pflanzenarten aus aller Welt.

Entspannen Sie am erfrischenden Hornköpflsee

und werfen Sie bei der „Weaner

Stadt“ einen Blick in die höhlenartigen

Strukturen, die vor mehr als 240

Millionen Jahren entstanden sind. Auf

der 8,5 Kilometer langen Wanderung

werden Sie von einem atemberaubenden

Bergpanorama begleitet.

Bichlach – das Weiher-Paradies

Das Erholungsgebiet Bichlach wartet mit

Fotos: Kitzbühel Tourismus | Michael Werlberger, Kitzbühel Tourismus

52 SPORTaktiv


KITZBÜHEL TOURISMUS

Hinterstadt 18

6370 Kitzbühel

T. +43 53 56/66 660

servus@kitzbuehel.com

wandern.kitzbuehel.com

Ob auf dem Hahnenkamm

oder beim

Sintersbacher

Wasserfall. Kitzbühel

ist an 365 Tagen

wunderbar wanderbar.

Details zu den Routen

im interaktiven

Tourenportal unter

maps.kitzbuehel.com

sanften Landschaften und außergewöhnlichen

Blicken auf die Berglandschaft.

Die neun Kilometer lange Wanderung

mit Start in Reith ist eine Tour mit viel

Wald und Wasser, vorbei an traditionsreichen

Bauernhöfen und Weidewiesen. Das

sogenannte „Weiher-Paradies“ begeistert

Naturliebhaber und ist auch für Familien

ein besonderer Tipp. Auf der Route laden

drei Weiher zu Entspannung und Naturgenuss

ein. Die Wanderung führt zum

landschaftlichen Höhepunkt der Tour –

dem Rettenberg mit 360-Grad-Blick auf

die Kitzbüheler Bergwelt.

Gamsroas – das 9-Gipfel-Erlebnis

Eine herausfordernde Wanderung durch

die Kitzbüheler Südberge: Neun Gipfel

in einer Tour und atemberaubende 360-

Grad-Ausblicke prägen diese Route.

Die „Gamsroas“ ist mit rund 1500

Höhenmetern selbst für Gipfelstürmer

ein wahres und vor allem unvergessliches

Wandererlebnis. Entdecken Sie auf der

18 Kilometer langen Route die Schönheit

der Kitzbüheler Bergwelt. Auf den

beiden Hütten entlang der Tour können

Sie Kitzbüheler Schmankerl genießen.

Besonderes Highlight: der Aufstieg zum

Tristkogel mit einzigartigem Ausblick.

Sintersbacher Wasserfall –

die Magie des Wassers

Jochberg ist ein Naturjuwel! Ein wahres

Naturschauspiel und ein besonderer

Kraftplatz ist der Sintersbacher Wasserfall.

Entdecken Sie bei dieser Tour die

imposante Landschaft und die Schönheit

der Natur: Über Waldwege erreichen

Sie den Wasserfall. Aus einer Höhe

von rund 1300 Metern stürzt das Wasser

weit über schroffes, felsiges Gelände

hinab in die Tiefe. Die neun Kilometer

lange Wanderung führt weiter über

Almwiesen und urige Berghütten.

Kitz Mountain Guiding

Gemeinsam mit der Bergbahn AG

Kitzbühel und den Kitzbüheler Bergführern

startet Kitzbühel Tourismus die

Sommersaison wanderhaft sportlich.

Von Montag bis Freitag werden leichte,

mittlere und schwere Wanderungen

angeboten, Samstag und Sonntag rundet

ein Highlight das Programm ab.

SPORTaktiv

53


EIN LEBEN

LANG

AUFSTEIGEN

WOLFGANG WIPPLER HAT|

DIE BERGE UND DIE NATUR|

RUND UM DIE WELT|

GESEHEN. AUCH MIT|

78 ZIEHT ES IHN NACH|

DRAUSSEN, NACH OBEN|

UND IN DIE FERNE.|

VON CHRISTOF DOMENIG|

54 SPORTaktiv


WOLFGANG

WIPPLER

aus Innsbruck ist 78.

Der pensionierte

Polizist führt nach wie vor

Wandergruppen für die

„Alpinschule Innsbruck“, er

hat mehrere Dutzend Länder

in Europa, Asien, Afrika,

Nord- und Südamerika

bereist. In Alaska war er

allein rund 15 Mal.

„In zehn Minuten

bist du in der Natur.“

Wolfgang schätzt

auch seine Heimat –

wenn er nicht gerade

reist, ist er zu Fuß

oder mit dem Bike

in den Bergen über

Innsbruck unterwegs.

Fotos: Wolfgang Wippler

Die Berge und die Natur: Beides

prägt das Leben von Wolfgang

Wippler, wie es wohl nur wenige

von sich sagen können. Der 78-Jährige

ist „unglücklich, wenn ich einen Tag

nicht rausgehen und mich bewegen

kann“. Der pensionierte Polizist führt

für den Aktivreiseveranstalter „Alpinschule

Innsbruck“ Wandertouren, erst

vor Kurzem war er wieder 14 Tage als

Guide auf Madeira unterwegs. Wolfgang

ist kein Lauter. Aber wenn man mit ihm

ins Plaudern kommt, staunt man über

seine Erlebnisse und Erfahrungen.

Aufgewachsen im Tiroler Telfs, „war

ich in den Schulferien als Hirterbub auf

Almen, das hat mich schon geprägt“, erzählt

er. Mit der „Kletterei“ hat er mit

20, 21 angefangen, hauptsächlich im nahen

Wettersteingebirge, „außer dem

Fahrrad hatten wir ja nichts“. Und: „Es

ging dabei sicher ums Naturerlebnis,

aber eher vordergründig. Der Berg war

unser Sportgerät.“

Der verwehrte 8000er

Als es für den Polizisten dann zeitlich

und finanziell leistbar war und er die

europäischen 4000er bestiegen hatte,

machte er sich daran, Expeditionen auf

die Beine zu stellen. „Höhenbergsteigen,

einmal im Himalaya, das war für jeden

damals ein Traum“, sagt er; „Herausforderung,

Abenteuerlust und eine gewisse

Selbstbestätigung“ nennt er als Gründe.

Das erste große Ziel war 1980 der Mt.

McKinley (heute Denali), der 6190 m

hohe höchste Gipfel Nordamerikas in

Alaska. Am 7161 m hohen Mt. Pumori

im Himalaya gelang der Gruppe um den

Innsbrucker bald darauf die erste österreichische

Begehung – und die erst vierte

überhaupt. Für diese Expedition bekam

er Sonderurlaub, die Zeitungen berichteten,

Sponsoren halfen bei der Finanzierung.

Ein achttausender blieb ihm verwehrt:

Der Manaslu (8163 m), der Achthöchste

Berg der Welt, wäre es Mitte der

1980er fast geworden. Im letzten Lager

auf 7500 m erkrankte Wolfgang jedoch

SPORTaktiv

55


Photo © Atelier Busche

MICRO VARIO CARBON

EXTERNAL

LOCKING

DEVICE

¬ Spezielle Konstruktion

für noch mehr Stabilität

und Sicherheit

¬ Einfacher Auf- und

Abbau. Leicht zu

bedienen – per

Knopfdruck wird die

Stockspannung gelöst

schwer, an einer Typhusinfektion, wie

sich später herausstellte. „So knapp

vorm Gipfel war das vom Psychischen

her sicher die schmerzlichste Erfahrung.“

Auf dem Rücken trug man ihn

in ein tibetisches Kloster, mit 41 Grad

Fieber hörte er den Lama beten.

Gut ausgegangen ist das, was sich

1986 zutrug – wieder am Mt. McKinley:

Nach einer Skiüberschreitung am

Tag der Sonnenwende, also am 21. Juni,

kam der Tiroler zurück ins Basislager

auf 4200 m und es herrschte helle Aufregung:

„Es hieß, dass zwei Südkoreaner

unterm Gipfel hängen.“ Als erfahrener

Bergretter erkannte Wolfgang, dass die

örtlichen Ranger mit der Rettungsaktion

überfordert waren. Angesichts eines

drohenden Schlechtwettereinbruchs

weigerten sich fast alle Anwesenden,

aufzusteigen.

„Wir sind zu dritt los. Einer war ein

Südafrikaner – der hat dann auf 5200 m

umgedreht, also waren wir noch zu

zweit. Ein Amerikaner, von dem ich nur

wusste, dass er ‚Vern‘ heißt, und ich.“

Den beiden gelang es, zu den Festsitzenden

vorzudringen, „einer hatte schon

Erfrierungen an den Händen und Füßen.“

Vern und Wolfgang trugen den

Verunglückten hinunter, der andere

konnte noch selbst gehen. „Von einer

angekündigten Support Group, die

nachkommen und uns unterstützen

sollte, haben wir nie etwas gesehen.“

Die geretteten Südkoreaner hat der

Tiroler später nie getroffen. „Vern“ stellte

sich als Vernon Tejas heraus, ein amerikanischer

Alpinist, der auch mit Peter

Habeler Touren unternahm. Und Wolfgang

regte beim österreichischen Ministerium

an, die amerikanischen Ranger

zur Fortbildung zur österreichischen

Bergrettung einzuladen – was dann

auch geschah. „Also war ich der Anlassgeber,

dass sie ein bisschen Ahnung von

Bergrettung kriegen.“

Einlassen auf Natur und Kultur

Das Höhenbergsteigen ist nur eine Seite

in Wolfgang Wipplers Leben. Die Liebe

zur Natur eine wichtige andere: Mit

Alaska verbindet ihn nicht nur der

Als Alpinist

und Bergretter

hat Wolfgang

Wippler oft

Menschen

in Notlagen

geholfen.

Am Manaslu

(Bild unten)

musste er mit

41 Grad Fieber

selbst Hilfe

in Anspruch

nehmen.

„Kinley“, er wollte dort mit einem

Freund auch Wildniswanderungen initiieren,

zu einer Zeit, als Tourismus in

Alaska Neuland war. Das Projekt

scheiterte – Alaska wurde dennoch zu

Wolfgangs „zweiter Heimat“: „Ich

habe schon immer das Naturerlebnis

gesucht, wollte dorthin, wo möglichst

wenig Menschen waren.“

Er hat auch Wanderungen im

Dschungel geführt, „wunderschön,

eine ganz eigene Flora und Fauna“.

Und unzählige Länder auf allen Erdteilen,

außer Australien und der Ant-

Fotos: Wolfgang Wippler

56 SPORTaktiv

WWW.LEKI.COM


ÜBERALL AUF

DER WELT

HABE ICH

WUNDERBARE

LEUTE GETROFFEN.

WIE MAN DEN

MENSCHEN

ENTGEGENKOMMT, SO

KOMMT ES ZURÜCK.

arktis, bereist. „Man muss sich auf die

Natur auch einlassen können, bereit

dafür sein“, sagt er. Dasselbe gelte auch

für Menschen und Kulturen: Dass er

durch seine Reisen manche Skepsis gegenüber

Unbekanntem abgelegt hat,

gibt Wolfgang auch zu und sagt: „Ich

habe überall auf der Welt wunderbare

Leute getroffen. Generell bin ich überzeugt:

Wie man den Menschen entgegenkommt,

kommt es zurück.“

Als Kontrast zu einem einfachen Leben,

das er weltweit an vielen Orten

kennengelernt hat, fällt ihm bei uns

heute ein gestiegener Anspruch auf:

„Früher waren die Leute genügsamer.

Einfach auf einer Hütte zu schlafen,

wird immer weniger.“ Auch dass Wanderer

„ihr Gepäck nicht mehr tragen

wollen“, fällt ihm auf, oder dass es auf

Berghütten „Speisekarten wie in einem

4-Stern-Hotel geben muss. Die eigene

Jause auf einer Hütte mithaben darfst

du ja gar nicht mehr.“

Der Schutzengel

Dass im Bergsport auch die Unvernunft

steigt, wie oft gesagt wird, glaubt

Wolfgang aber nicht: „Leichtsinnige

hat es immer gegeben – Bergrettungseinsätze

sind nur deswegen häufiger

geworden, weil viel mehr Menschen

unterwegs sind.“ Dass Sportarten wie

Klettern, Skitourengehen oder Höhenbergsteigen

Risiken berge, wisse

man – und niemand verhalte sich immer

nur nach den reinen Regeln der

Vernunft, räumt er ein.

Wolfgang hat in den Bergen auch

gute Freunde verloren. Drei sind am

Mont Blanc vermisst, „wir haben eine

Suchexpedition gestartet und lange

gesucht, aber nichts gefunden. Keine

Spur. Das hat schon wahnsinnig weh

getan.“ Ein anderer Freund ist in Südamerika

abgestürzt.

„Ich bin sehr dankbar für mein Leben,

dass ich so viel erleben durfte, die

Freundschaften, die entstanden sind“,

sagt Wolfgang. Und: „Vielleicht ist ja

doch jemand da oben. Ich hab schon

öfter einen Schutzengel gehabt, der

schützend die Hand drübergehalten

hat“, ist er überzeugt.

Am E-Bike geniert

Die Liebe zu den Bergen und zur Natur

an seine eigenen zwei Kinder weiterzugeben,

ist ihm nicht hundertprozentig

gelungen, meint er – seine

zweite Frau ist jedoch auch Wanderführerin

und anders als früher ist er

heute auch mit seiner Lebenspartnerin

in den Bergen unterwegs. So fit wie er

mit 78 zu sein, würde sich mancher

40-Jährige wünschen. Selbst eine

Bypass-Operation vor zwei Jahren

hinderte ihn nicht daran, bald wieder

aufzusteigen. „Ich muss nicht mehr

2000 Höhenmeter gehen, Skitouren

mit 800 bis 1000 Höhenmetern reichen

mir auch.“

Noch mehr Höhenmeter gehen mit

dem Mountainbike. Weil seine Frau

sich ein E-Bike kaufte, ist er vor zwei

Jahren auch auf eines umgestiegen.

Anfängliche Skepsis hat er abgelegt:

„Zuerst hab ich mich noch geniert,

wenn ich jemanden bergauf überholt

hab. Aber das war bald vorbei. Heute

ist sowieso schon jeder Zweite mit

dem E-Bike unterwegs.“

ANZEIGE / Foto: Vaude, Moritz Attenberger

RUCKSACK MIT

3D-STRICK

German Engineering trifft höchste

Innovation: VAUDE bringt den

Rucksack Trail Spacer jetzt mit

18 Litern und Stricktechnik.

18 Liter Volumen

hat der neue

Trail Spacer, der

blaue Rückenteil

ist gestrickt und

sehr komfortabel.

Computergesteuerte Strickmaschinen

erlauben komplizierteste Maschen

und Muster. Daraus ist in der Forschungsabteilung

von VAUDE in

Tettnang (GER) die Idee zu einem

dreidimensional gestrickten Rückensystem

gereift. Produktmanager Florian

Schmid: „Die 3D-Strickkonstruktion

ist weltweit einzigartig und ermöglicht

uns vollkommen neue Designs.

Mit dem 3D-Strick können wir

unterschiedliche Druckzonen berücksichtigen

und erreichen eine sehr homogene

Druckverteilung.“

Der kleinere Trail Spacer 8 wurde

als Weltneuheit mit dem ISPO Gold

Winner 2018 ausgezeichnet. Nun

bringt VAUDE für den Sommer 2019

eine größere Variante auf den Markt.

Bei dieser 18-Liter-Version ist das Rückenpanel

um 4 cm länger und umschließt

den Sportler wie eine Weste.

VAUDE SPORT GMBH

The Spirit of

Mountain Sports

www.vaude.com

SPORTaktiv

57


DER SOMMER SPIELT

SICH DRAUSSEN AB

Frische Luft und

intakte Natur:

atemberaubender

Bergurlaub

im Sommer im

Stubaital.

Die Attraktionen des Stubaitales ziehen

die Sommer- und Bergurlauber ins

Freie. Das Tiroler Stubaital ist dafür prädestiniert

mit seinem Talboden, den mittleren

Höhen und dem hochalpinen Gelände –

alles auch bequem erreichbar mit den vier

Stubaier Bergbahnen.

Oben am Stubaier Gletscher darf heuer

noch mehr gestaunt werden als sonst: Ein

riesiges Holz-Mammut lädt Kinder und Familien

zum Spielen ein. An heißen Sommertagen

kann man sich am Gletscher herrlich

abkühlen und erfrischen. Zum Beispiel für

die Angebote des Wanderzentrums Schlick

2000. Der Scheibenweg und der Baumhausweg

stehen beim Familienurlaub hoch

im Kurs. Bei den Elferbahnen befindet sich

die größte begehbare Sonnenuhr des Alpenraums.

Dort in der Nähe heben die Paragleiter

ab und starten die Mountainbiker in die

Singletrails. Ein tolles Angebot gibt es auch

für Wanderer, die sich am Berg besonders

viel Zeit lassen wollen: Im Juli und August

werden von der Bergbahn sechs Sonnenuntergangsfahrten

angeboten.

Rodelspaß und Bergsee

Die Serlesbahnen in Mieders garantieren

Fotos: TVB Stubai Tirol/Andre Schönherr, naturidea, Serlesbahnen Mieders/Mirja Geh

58 SPORTaktiv


Mehr Infos zur

Region auf

www.stubai.at

auf der actiongeladenen Sommerrodelbahn

Spaß für Groß und Klein. Aber auch im

Serlespark an der Bergstation lässt es sich

bei den barrierefrei erreichbaren Serlesseen

wunderbar aushalten. Wanderer und Bergsteiger

begeben sich auf die Jagd nach den

„Seven Summits Stubai“ und stempeln die

sieben schönsten Gipfel des Tales erfolgreich

ab. Zur Erfrischung zieht es sie dann

an den WildenWasserWeg, zur atemberaubenden

Schlucht namens „Ruetz Katarakt“

oder – besonders beliebt – an den Grawa-Wasserfall,

das Herzstück des Wilden-

WasserWeges. Die Gischt des Wasserfalls

besitzt eine gesundheitsfördernde Wirkung,

die wissenschaftlich nachgewiesen ist. Um

möglichst vielen Besuchern diesen positiven

Nutzen zu ermöglichen, ist am Fuße des

Wasserfalls eine neue Aufenthaltsplattform

mit Liegen installiert worden.

Diese Attraktionen lassen sich komfortabel

mit der „Stubai Super Card“ auskundschaften.

Sie beinhaltet freie Berg- und Talfahrten

mit den Bergbahnen, die kostenlose

Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel

und weitere tolle Zusatzleistungen. Ganz

nach dem Motto: Der Sommer spielt sich

draußen ab.

SPORTaktiv

59


HOCHGEFÜHL IN

TUX-FINKENBERG

Im Urlaub will man Energie tanken

und eine Auszeit vom Alltag nehmen.

In Tux-Finkenberg im Tiroler Zillertal

mit 350 Kilometern Wanderwegen

gelingt das ganz leicht.

PACKAGE-TIPP

SOMMER-BERGERLEBNIS IN

TUX-FINKENBERG

(gilt von 15. 6. bis 6. 10. 2019)

7 Nächte inkl.

Tux-Finkenberg-Shuttle

Preise p. P.:

*****Hotel mit HP ab € 1365,–

****Hotel mit HP ab € 509,–

***Hotel mit HP ab € 439,–

Frühstückspension ab € 189,–

Appartement ab € 139,–

Zillertal-Aktivcard ab € 61,50 für

3 Tage inkl. allen Bergbahnen in

Tux und im Zillertal, Eintritt in

alle Freibäder und viele

weitere Leistungen

Rucksack schultern und losgehen

– der Einstieg in einen der Wanderwege

ist ganz einfach. Nach

dem Start im Ort ist man nach

kurzer Gehzeit mitten in der alpinen

Landschaft mit ihren idyllischen Almen,

türkisblauen Bergseen und umringt von

markanten Bergspitzen. Ob man sich

eher für eine gemütliche Tour, für eine

bewirtschaftete Hütte oder für eine anspruchsvolle

Gipfeltour begeistert, ist ob

der Fülle an Möglichkeiten einerlei.

Den 422 km2 großen Hochgebirgs-Naturpark

Zillertaler Alpen kann

man im Sommer auch täglich bei

verschiedenen geführten Themenwanderungen

mit den Guides des Naturparks

gemeinsam entdecken. Und die drei

Sommerbergbahnen, das Wandertaxi

und der kostenlose Wanderbus helfen,

die anvisierten Gipfel zu erreichen.

Unterwegs mit Kindern

Spaß und Abenteuer für Familien bieten

die TUX-Welten. Die Themenwege

wie Schluchtweg, Naturwelt, Tierwelt,

Pflanzenwelt, Wasserwelt und

Gletscherflohsafari laden zum Fühlen,

Sehen, Staunen und Begreifen ein. Der

Gletscherflohpark auf 3250 m ist der

wohl höchstgelegene Spielplatz Europas

(und bietet auch im Sommer die Möglichkeit

zur Schneeballschlacht). In Pepis

Kinderland können im Niederseilgarten

erste Kletterversuche unternommen

werden. Abkühlung verspricht neben

dem Hintertuxer Gletscher auch das

Erlebnisfreibad Finkenberg.

Fotos: TVB Tux Finkenberg

60 SPORTaktiv


INFOS & BUCHUNGEN

TVB TUX-FINKENBERG

T. +43 52 87/85 06

Mail: info@tux.at

www.tux.at

SPORTaktiv

61


ZEIT ZU

STEFAN

LIEB-LIND

ist staatlich geprüfter

Bergführer und

Trail-Entwickler bei

www.trail-angels.com

GEHEN

62 SPORTaktiv


WIE LANGE NOCH|

BIS ZUM GIPFEL?|

ANTWORT AUF DIESE FRAGE|

SOLLEN WEGWEISER GEBEN.|

NUR: WIE KOMMEN DIE|

WEGZEITANGABEN EIGENTLICH|

ZUSTANDE UND WARUM|

WIRD NICHT DIE|

ENTFERNUNG ANGEGEBEN?|

VON KLAUS MOLIDOR|

Foto: iStock

Mit dieser Frage könnte sich die

Sendung mit der Maus beschäftigen.

Weil sie das aber –

unseres Wissens nach – noch nicht getan

hat, gehen wir der Sache auf den

Grund. Nämlich: Wie kommen die

Wegzeitangaben für Wanderungen zustande?

Und warum steht da überhaupt

eine Zeit und nicht die Entfernung samt

Höhenmetern? Das wären doch Fakten

statt Interpretation.

Wer kennt das nicht: „Haindlkarhütte,

2 Stunden“ steht da zum Beispiel

schwarz auf einem gelben Schild im steirischen

Gesäuse. Der Pfeil deutet in

Richtung „Wilder John“, hinauf zur

Gsengscharte. Auf den ersten Blick sind

die 2 Stunden eine klare Ansage. Bloß:

Auf wen beziehen sie sich? Auf den

durchtrainierten Viel- und Weitwanderer

oder auf den Sonntagsspaziergänger?

Licht ins Dunkel kann da Stefan Lieb-

Lind bringen. Der staatlich geprüfte

Berg- und Skiführer beschäftigt sich

schon lange mit Wegzeitangaben und

hat als Trail-Entwickler bei www.

trail-angels.com im Kärntner Obervellach

auch beruflich mit diesem Thema

zu tun. „Es gibt eine Formel zur Berechnung:

Man rechnet eine Gehgeschwindigkeit

von 4 Kilometern pro Stunde.

Pro 300 Höhenmeter bergauf veranschlagt

man eine weitere Stunde, pro

SPORTaktiv

63


500 im Abstieg auch. Den kleineren

Stundenwert halbiert man dann und addiert

die beiden verbleibenden Zahlen.“

Nehmen wir also an, unsere Wanderung

ist 8 km lang, das wären 2 Stunden für

die Horizontalentfernung. Dazu hat sie

600 Höhenmeter im Auf- und 500 im

Abstieg, also 2 Stunden bergauf und 1

Stunde bergab. Macht 3 Stunden, plus 1

Stunde (für die halbierte Zeit in der Horizontalen),

sind gesamt 4 Stunden.

So steht es in der DIN-Norm 33466

und an die hält sich der Alpenverein bei

der Beschilderung von Wanderrouten.

Lieb-Lind hat damit keine ungeteilte

Freude. „Weil wenn man viele negative

Höhenmeter hat, kommt ein großer

Wert zustande, der die Gesamtzeit in die

Höhe treibt. Nur: Wenn der Abstieg weder

steil noch schwer ist, machst du die

negativen Höhenmeter schon über die

Wegstrecke.“ Sprich: Man geht dann

auch 4 Kilometer in der Stunde und

muss nicht noch die Zeit für die Höhenmeter

draufschlagen. Einige Tourismusregionen

verwenden auch eine Modifikation

der DIN-Norm, bei der 400 Höhenmeter

pro Stunde im Auf- und 600

pro Stunde im Abstieg angenommen

werden. „Für sportliche Geher kommt

das der Realität näher, aber die Höhenmeter

im Abstieg verzerren das Bild bei

einigen Touren immer noch“, sagt Lieb-

Lind. Wenn er selbst als Bergführer

mit einer Gruppe unterwegs ist, lässt er

daher in der Planung oft die negativen

Höhenmeter in der Berechnung ganz

weg – weil er die Strecke kennt und die

Topografie einschätzen kann.

Standards vergleichen

Die DIN-Norm ist meist die Grundlage

der Gehzeitangabe auf den gelben

Schildern im Gelände. Daneben gibt es

aber auch schon einen zweiten Standard

und zwar jenen der Onlineplattform

„outdooractive“. Diesen findet

man weniger auf der Beschilderung als

in vielen Tourenbeschreibungen im Internet.

Dort wird die Strecke noch aufwendiger

berechnet, weil alle Steigungen

in Teilabschnitte zerlegt und noch

genauer ausgewertet werden können.

„Diese Angaben kommen ziemlich hin,

wenn man zügig geht.“

Vergleicht man nun beide Standards,

ergeben sich teils deutliche Differenzen

in den Zeitangaben. Ein konkretes Beispiel:

Wir gehen wie eingangs erwähnt

von Johnsbach im steirischen Gesäuse

über die Gsengscharte zum Gstatterboden.

Die Strecke beträgt 15,8 Kilometer

und hat 691 Höhenmeter bergauf

sowie 972 bergab zu bieten. Nach der

outdooractive-Berechnung geht man

die Strecke in knapp 5:20 Stunden,

während die DIN-Angabe bei 6:15

liegt. „Wichtig wäre für Wanderer, dass

man beide Wegzeitangaben kennt und

weiß, dass die eine ziemlich sportlich gerechnet

ist und die andere eher defensiv.

Wenn man sich dann noch selbst einschätzen

kann, kommt man gut hin.“

Wer zu Hause eine Tour mithilfe des

Internets plant, wird übrigens mit großer

Wahrscheinlichkeit auf die outdooractive-Werte

stoßen. „Nahezu alle Online-Plattformen

stützen sich auf deren

Werte“, weiß Lieb um die Monopolstellung

dieses Anbieters. Auch wenn die

Formel der DIN-Norm bald einmal in

Fleisch übergeht und man mit ein bisschen

Übung schnell selbst die Zeiten

berechnen kann, bringt einen das nur

bedingt weiter. Denn: Die Höhenmeter

lassen sich mit Karten oder Seehöhen

von Ausgangspunkt und Gipfel schnell

ausrechnen, die Kilometerstrecke aber

schon nicht mehr so leicht.

Reserven einplanen

Manche Tourismusregionen verwenden

keinen der beiden Standards und geben

stattdessen vor allem bei kurzen Wanderrouten

sehr defensive Wegzeiten an,

die selbst mäßig geübte Wanderer deutlich

unterschreiten. Für Lieb-Lind übrigens

kein Vorteil. „Steht wo 3 Stunden

und geht es einer in 2, denkt er sich bei

einer 6-Stunden-Wanderung vielleicht

auch, dass das in 4 zu machen ist. Wenn

es dann aber tatsächlich 6 Stunden sind,

weil dieser Weg nach den Standards berechnet

worden ist, kann der Wanderer

in Probleme geraten. Das endet oft mit

einem Anruf bei der Bergrettung.“

Daher rät er Tourismusverbänden

dazu, die Zeiten nach den Standards anzugeben.

„Damit sich die Leute durch

deutliches Schneller-Sein nicht überschätzen.“

In der Schweiz ist es umgekehrt,

da sind die Zeiten vor allem im

alpinen Bereich sehr sportlich. „Wenn

da 5 Stunden steht, weiß ich, dass ich

sicher nicht schneller sein werde“, erzählt

Lieb-Lind. Wanderern wiederum

rät er, in der Planung defensiv zu bleiben,

damit Reserven für Unvorhergesehenes

bleiben. Aber wie auch immer, eines

ist fix: Es ist jetzt Zeit zu gehen.

Foto: Osprey

64 SPORTaktiv


G-1000® ECO

Strapazierfähig,

anpassungsfähig,

zeitlos

Fjällrävens eigens entwickeltes Material.

Aus Bio-Baumwolle und recyceltem

Polyester mit fluorcarbonfreier

Imprägnierung. Kann mit Greenland Wax

behandelt werden.

DIE NATUR

WARTET AUF DICH

Fjällrävens preisgekrönte Keb Trousers

während du diese Zeilen liest, wartet die Natur auf

dich. Mit der preisgekrönten Keb Trousers von Fjällräven

kannst du alles erkunden. Sie ist das Ergebnis von acht

Jahren Entwicklung, mehrfachen Tests im Freien

und wertvollem Feedback von Kunden auf der ganzen

Welt. Wundere dich also nicht, wenn du feststellst,

wie gut sie passt und wie bequem sie ist, wie leicht sich

die Temperatur regulieren lässt und dass die Taschen

genau da sind, wo du sie brauchst. Dank des wind- und

wasserabweisenden G-1000 Eco-Materials aus recyceltem

Polyester und Bio-Baumwolle mit fluorcarbonfreier

Imprägnierung ist sie langlebig und auf Wanderungen

ein zuverlässiger Begleiter. Die Natur wartet auf dich.

Worauf wartest du?

www.fjallraven.de


AUSZEIT IM

LANDAL RESORT

MARIA ALM

DIE VOLL AUSGESTATTETEN UNTERKÜNFTE

IM NEUEN LANDAL RESORT MARIA ALM

SIND PERFEKT FÜR EINEN URLAUB UNTERM

HOCHKÖNIG IM SALZBURGER LAND.

Alle Infos:

www.landal.de/MAM

Schwimmen im klaren See, Bergtouren

im Hochkönig-Massiv – oder mit

dem Mountainbike auf Tour: Die Region

Hochkönig im Salzburger Land ist ein

wahres Paradies für Aktivurlauber. Inmitten

dieser herrlichen Berglandschaft hat vor

wenigen Monaten das Landal Resort Maria

Alm eröffnet, als siebente Destination des

Ferienpark-Spezialisten.

Neben den exklusiven Landhaus-Unterkünften

mit luxuriöser Ausstattung in zentraler

Lage erwartet dich im Landal Resort

Maria Alm alles, was das Leben schöner

macht: Restaurant und Bar, ein Hallenschwimmbad,

Fitnessraum, ein Beauty- &

Wellnessbereich. Alles in einem natürlichen,

und mit viel Liebe zum Detail gestalteten

Dorfcharakter.

Die Region rund um den imposanten

Hochkönig ist wie gemacht für Wanderer

und Radfahrer und bietet Aktivurlaubern

wie Ruhesuchenden das Richtige. Im Ferienpark

ziehst du deine Bahnen im Hallenschwimmbad

oder planschst mit den

Jüngsten im Kinderbecken. Kids vergnügen

sich auch im Bollo-Club und bei den vielen

Freizeitaktivitäten. Im Relaxraum findest

du Ruhe und genießt den Panoramablick

auf die Berge des Steinernen Meers und am

Abend rundet ein leckeres Essen im Restaurant

des Ferienparks den Urlaubstag ab.

Als Gast des Ferienparks bekommst du

auch die Hochkönig Card gratis und kannst

dich bis zum Abreisetag über viele Vergünstigungen

und kostenlose Angebote bei

Aktivitäten in der Region freuen.

Fotos: Landal Greenparks

66 SPORTaktiv


HANWAG FERRATA II

YOUR ROCK PARTNER

WWW.HANWAG.DE

HANWAG FERRATA II GTX

Der gemeinsame Nenner von Kletter-Performance

und Gehkomfort. Gemacht für nahezu jedes

alpine Terrain: Für alpine Felsklettereien und

die anspruchsvollsten Klettersteige – Sommer–

Hochtouren inklusive.

Leicht, flexibel und bedingt steigeisenfest.


ORTOVOX TRAD 35

• Toploader mit Deckelfach

und umlaufenden Reißverschluss

• Kompressionsriemen

• mit kurzem/langem

Rücken verfügbar

• Materialschlaufen, Pickelund

Seilbefestigung

• Gewicht: 980 g

PREIS (UVP): € 150,–

www.ortovox.com/de

PARTNER

AM BERG

FÜR JAUSE, GETRÄNKE, WECHSELGEWAND:|

DIE AKTUELLEN RUCKSÄCKE FÜR DEN BERG.|

ORTLIEB ATRACK

• wasserdichter Reise- und

Outdoor-Rucksack

• innovatives Verschluss- und

Bedienkonzept mit großer

Reißverschlussöffnung am Rücken

• atmungsaktive Rückenauflageflächen,

gepolsterter Hüftgurt, Hüftgurttaschen,

Netzaußentaschen

• entfernbare Kompressionsgurte

PREIS (UVP): € 179,95

www.ortlieb.com/de

OSPREY SKARAB 30

• AirScape-Rückenplatte mit

Noppenschaumstoff für Belüftung

• integrierte und abnehmbare Regenhülle

• oberer Reißverschlusszugang zum Hauptfach

• externes Trinkblasenfach

• Halterung für Wanderstöcke

PREIS (UVP): € 100,–

www.ospreyeurope.at

Fotos: Hersteller

68 SPORTaktiv


STUBAI BERGSPORT MESSENGER BAG

• Messenger-Rucksack mit Hüftriemen

• gefertigt aus hochfrequenzverschweißtem,

wasserfestem Planenmaterial

• vier Kompressionsriemen und Verschluss

mit Metallschnallen

• mit herausnehmbaren Laptop-Fach für

16“-Laptops.

• Gewicht: 960 g

PREIS (UVP): € 125,–

www.stubai-sports.com

SALEWA MNT TRAINER 25

• körpernahes Tragesystem mit

minimierter Auflagefläche

• geteilte Schultergurte für

verbesserte Atmungsaktivität

• Regenhülle

• leicht zugängliche Mesh-

Seitentaschen

• Befestigungsschlaufen für

Stöcke

PREIS (UVP): € 130,–

www.salewa.com/de-it

DEUTER TRAIL 30

• neues Aircontact-Rückensystem

mit dem Deuter-

Active-Comfort-Fit

• geräumige Außentaschen mit

vielen weiteren Features

• frontaler Reißverschluss-

Zugang

• gepolsterter Hüftgurt

• PFC-Frei

PREIS (UVP): € 129,95

www.deuter.com

TATONKA SKILL 30

• X-Vent-Zero-Tragesystem

• ausgestattet mit RECCO®-Reflektor

• Wanderstockhalterung

• ergonomisch geformte, gepolsterte und

belüftete Schultergurte

• höhenverstellbarer Brustgurt

PREIS (UVP): € 125,–

www.tatonka.com/de

JACK WOLFSKIN

KINGSTON 22 PACK

• leichter, sportlicher Tagesrucksack

aus recycelten Materialien

mit gut belüftetem Tragesystem

• ACS TIGHT: flexibles Vollkontakttragesystem

mit körpernahem Sitz

und ausgezeichneter Belüftung

PREIS (UVP): € 69,95

www.jack-wolfskin.de

SPORTaktiv

69


Der Nationalpark Hohe Tauern Tirol und SPORTaktiv laden ein:

DAS NATIONALPARK

HOHE TAUERN CAMP

IN OSTTIROL

19. bis 22. September 2019

(Do.–So.)

PROGRAMM

Donnerstag

• Anreise in die Sonnenstadt Lienz

• individuelle Zeit zum Ankommen, Nutzen des

Wellnessbereiches usw.

• gemeinsames Abendessen und Vorstellung unseres

Partners SWAROVSKI OPTIK, der uns für die Wanderungen

Ferngläser und Spektive zur Verfügung stellt.

• Übernachtung im Dolomitenhof in Tristach

Freitag

• Frühstück im Hotel

• Transfer zum Ausgangspunkt der Tour, individuell

durch Teilnehmer bzw. in Fahrgemeinschaften

• geführte Tour mit einem Nationalpark-Ranger im

wildromantischen Debanttal zum Wangenitzsee

und anschließend weiter zur Lienzer Hütte auf

1977 m Seehöhe

• 9 Kilometer/600 Höhenmeter im Aufstieg;

Schwierigkeitsgrad: mittel

• Abendessen und Übernachtung auf der Lienzer Hütte

(im DZ/Mehrbettzimmer – je nach Verfügbarkeit)

Samstag

• Frühstück auf der Hütte

• Variante 1: anspruchsvolle Tour mit Klettersteig

(B/C) und Besteigung des 3206 m hohen Glödis,

des „Matterhorns Osttirols“

4:30 Stunden im Aufstieg mit ca. 1200

Höhenmetern im Aufstieg, davon 300 Höhenmeter

im mittelschweren Klettersteig; Gesamtschwierigkeitsgrad

der Tour: anspruchsvoll

• Variante 2: Nationalpark-Rangertour zum

einsamen Trelebitschsee

ca. 6 km/400 Höhenmeter im Aufstieg;

Schwierigkeitsgrad: mittel

• im Anschluss bei beiden Varianten:

Rückfahrt in das Hotel Dolomitenhof,

Abendessen und Übernachtung im Hotel

Sonntag

• Frühstück und individuelle Abreise

LEISTUNGEN

• 2 x Nächtigung inkl. HP im Hotel

Dolomitenhof, 1 x Übernachtung

inkl. HP auf der Lienzer Hütte

• 2 geführte Touren inkl. Testgeräten

(Ferngläser und Teleskope)

von SWAROVSKI OPTIK

• optional SPORTaktiv-Campschutz

powered by Nürnberger

• Preis: € 304,– im DZ;

€ 314,– im EZ (exkl. Kurtaxe)

ALS GESCHENKE

Einen Rucksack von Thule

(AllTrail 25 L); eine Haube aus

Merinowolle von Buff; ein

Top-Sportnahrungs paket von

Peeroton; ein Ultrasun-LSF-

30-Sports-Gel; eine National-

park-Osttirol-

Jausenbox

70 SPORTaktiv


AUFS „MATTERHORN OSTTIROLS“

www.sportaktiv.com

DAS ANGEBOT:I

3 NÄCHTE/HALBPENSION UNDI

ZWEI GEFÜHRTE TOURENI

MIT NATIONALPARK-RANGER,I

NUTZUNG HOCHWERTIGERI

FERNGLÄSER VON SWAROVSKI|

OPTIK, OPTIONAL BESTEIGUNG|

DESI3206 M HOHEN GLÖDISI

AB € 304,–|

Ein Wochenende mitten im Nationalpark Hohe Tauern im

schönen Debanttal, eine Tour mit Nationalpark-Ranger zu

einem einsamen Bergsee in der Schobergruppe und als Highlight

eine Besteigung des Dreitausenders Glödis: Das alles können

unsere Leser/-innen beim Nationalpark-Hohe-Tauern-Camp Osttirol

von 19. bis 22. September erleben.

Los geht’s am Freitag mit einer Wanderung zum Wangenitzsee

mitten im Nationalpark. Bei der Seentour im wildromantischen

Debanttal gibt es vom Nationalpark-Ranger viel Interessantes

über den Wasserreichtum der Hohen Tauern zu erfahren. Ausgerüstet

mit Ferngläsern und Teleskopen von SWAROVSKI OPTIK

ergibt sich hoffentlich auch so manche Wildtierbeo bachtung im

Nationalpark. Mit dem Blick durch die hochwertige Fernoptik

sind wir ganz nah am Geschehen, ohne die Tiere in ihrem geschützten

Lebensraum zu stören.

Nach einer Hüttenübernachtung teilt sich die Gruppe: Am

Samstag führt die anspruchsvolle Tour auf den Glödis, einen der

eindrucksvollsten Gipfel der Nationalparkregion, der den Beinamen

„das Matterhorn Osttirols“ trägt. Seit einigen Jahren ist

der Glödis über einen mittelschweren Klettersteig erreichbar. Auf

9 Kilometern werden ca. 1200 Höhenmeter überwunden – gute

Kondition ist also ein Muss. Der Ausblick vom Gipfel ist dafür

grandios: Der Glödis zählt zu den schönsten Aussichtsbergen des

Nationalparks und bietet einen freien Blick auf die höchsten Berge

Österreichs inklusive Großglockner. Die Tour wird von einem

Osttiroler Berg- und Skiführer begleitet.

Die einfachere, aber nicht minder schöne zweite Variante lässt

die Campteilnehmer einen weiteren Bergsee auf einer gemeinsamen

Wandertour erkunden: den einsamen und versteckten Trelebitschsee.

Die Führung übernimmt wieder ein Nationalpark-Ranger,

mit dem man tief in die faszinierende Natur des Nationalparks

Hohe Tauern Tirol eintauchen kann – immer im Gepäck das

SWAROVSKI-OPTIK-Fernglas für ein hautnahes Naturerlebnis.

ANMELDUNG

Fotos: Nationalpark Hohe Tauern Tirol,

Der Dolomitenhof, Hersteller

DIE UNTERKUNFT

Der Dolomitenhof ist ein familiengeführtes 3-Sterne-Hotel

in Tristach, das mitten in der Natur und dennoch nur 3 km

vom Zentrum von Lienz entfernt liegt.

www.dolomitenhof-tristach.at

Der Dolomitenhof – Familie Winkler

Dorfstraße 34, 9907 Tristach

T. +43 (0) 48 52/634 55

info@dolomitenhof-tristach.at

www.dolomitenhof-tristach.at

Buchungskennwort: „SPORTaktiv Nationalparkcamp 2019

Infos zum Nationalpark Hohe Tauern unter

www.nationalpark.osttirol.com

SPORTaktiv

71


SOMMERFRISCHE

MIT AUSSICHT

DIE HOHE SALVE IM TIROLER UNTERLAND IST DER AUSSICHTSBERG

NUMMER 1 UND AUSGANGSPUNKT VIELER HERRLICHER

WANDERUNGEN – UND DAS FÜR JEDEN ANSPRUCH.

VERANSTALTUNGEN

AM GIPFEL IM SOMMER

22. Juni: Sonnwendfeier

(Abendbetrieb Gondelbahnen)

24. August: Brixentaler Bergleuchten

14. bis 29. September:

Kulinarische Almwochen

Andacht im Salvenkirchlein:

immer mittwochs am 3. Juli,

7. August, 4. September, 2. Oktober

INFOS & BUCHUNGEN

FERIENREGION HOHE SALVE

Innsbrucker Strasse 1, 6300 Wörgl

T.: +43 57 507/70 00

info@hohe-salve.com

www.hohe-salve.com

Bis 1829 Meter Höhe führen markierte

Routen für jede Kondition

und jeden Anspruch auf die Hohe

Salve. Oben angekommen wartet als

Belohnung ein 360-Grad-Panoramablick

auf über 70 Dreitausender. Wer

den ganz ohne Anstrengung genießen

will – gar kein Problem, denn mit

den Bergbahnen Hopfgarten wird der

Gipfelsieg mit zwei hochmodernen

Gondelbahnen leicht und bequem.

Von 18. Mai bis 21. Oktober sind diese

täglich von 9 bis 17 Uhr in Betrieb.

Ganz besonders genießen lässt sich

der atemberaubende Bick auf der

drehenden Panoramaterrasse des Gipfelrestaurants.

Zum Beispiel bei einem

ausgiebigen Gipfelfrühstück – da lohnt

sich das frühe Aufstehen auf jeden Fall!

Tipp: Jeden Mittwoch bereitet die

Chefin des Hauses mittags ihre berühmten

Ziachkiachl zu, eine echte-

Tiroler Spezialität. Die Gipfelalm

präsentiert neben der drehbaren Panoramaterrasse

auch ein Drehrestaurant im

Innenbereich: einfach drehen – sehen

– genießen.

Kitzbüheler-Alpen-Weitwanderweg

Suchst du das Weite? Die Route „Kompakt“

des Kitzbüheler-Alpen-Trails (KAT

Walk) entführt auf schöne Aussichtsplätze

mit Weitblick und das alles

leichten Schrittes – denn das Gepäck

transportieren wir für dich. Falls der

Schuh doch mal drückt, gibt es viele

Abkürzungsmöglichkeiten mit den

Bergbahnen. Wandert genussvoll mit

Start in Hopfgarten und nehmt viele

Erinnerungen mit nach Hause! Route:

Hopfgarten – Hohe Salve – Filzalm –

Brixen – Kirchberg – Kitzbühel – St.

Johann – St. Ulrich am Pillersee. 76 km

und 4950 Hm.

Foto: SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental, Norbert Eisele-Hein

72 SPORTaktiv


Aktive

Zeit

3 NÄCHTE

FÜR

1 PERSON

AB € 429,–

SPORTLICHE AUSZEIT IN DEN KITZBÜHELER ALPEN

Das Hohe Salve Sportresort bietet Ihnen unabhängig von der Jahreszeit und dem

Wetter stets ein attraktives Angebot. Genießen Sie Ihre Wander- und Radsaison in der

herrlichen Bergwelt der Kitzbüheler Alpen mit 2.500 km gepflegten Wander- sowie

1.800 km Bikewegen und erkunden Sie die schönsten Berge in der Region. Mit der

Seilbahn direkt gegenüber vom Sportresort geht es in wenigen Minuten hoch hinaus.

Gönnen Sie sich eine Auszeit in unserem Move & Relax Bereich und lassen Sie sich Ihre

Beine lockern, Ihren Bewegungsapparat regenerieren und Ihr Gesicht pflegen.

DAS PAKET BEINHALTET:

3 x Übernachtung inkl. Halbpension 1 x Wanderrucksack inkl. Jause

1 x Berg- und Talfahrt Hohe Salve 1 x Gesichtsbehandlung

oder E-Bike Nutzung (4 H)

1 x Ganzkörpermassage (ca. 50 min)

MOVE & RELAX BEREICH BEINHALTET:

400 m² Fitnessbereich

mit funktionellsten Trainingsgeräten

25 m Sportbecken

630 m² Poolbereich

Personal Training

Leistungsdiagnostik

380 m² Regenerationsbereich

mit Saunen, Infrarotkabinen,

Dampfbad und Ruheräumen

1.800 km Bikewege

2.500 km Lauf- und Wanderwege

HOHESALVE.AT


DAS TOURENZIEL

SPRIESST AM

WEGESRAND

KRÄUTERWANDERUNGEN

LIEGEN IM TREND.

WAS MAN DORT LERNT?

WIR HABEN DEN

RUCKSACK GEPACKT

UND SIND MIT EINER

KRÄUTEREXPERTIN IN DIE

NATUR GEZOGEN, UM ES

HERAUSZUFINDEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

Na klar muss man die Frage stellen, wenn

einem eine junge Frau als ‚Kräuterhexe‘

ans Herz gelegt wird: „Wie findest du es,

so bezeichnet zu werden?“ Gar nicht schlimm

findet es die Angesprochene: „Ich verwende den

Begriff zwar nicht selbst, aber viele Kolleginnen

nutzen ihn. Neben ‚Kräuterhexe‘ ist auch ‚Kräuterfee‘

verbreitet“, lacht Valerie Jarolim. Korrekterweise

ist die 32-Jährige „zertifizierte Diplom-

Kräuterpädagogin“. „Das Wort ‚Hexe‘ leitet sich

vom alten Wort für ‚Hecke‘ ab. Man bezeichnete

früher Frauen so, die viel Zeit in Hecken verbrachten

und dort Heilkräuter sammelten“,

klärt Valerie Jarolim auf.

Weniger lustig ist, dass jene Pflanzen, für die

Valeries Herz schlägt, irgendwie das Schicksal

der Hexen in früheren, schauderhaften Zeiten

teilen. Wertvolle Naturpflanzen und Heilkräuter

werden vielfach als Unkraut klassifiziert und auf

Feldern und in Gärten bekämpft, erzählt die

Oberösterreicherin. „Löwenzahn, Giersch oder

Spitzwegerich finden sich oft auf den Packungen

für chemische Unkrautvernichtungsmittel abgedruckt.“

Und zur Kamille, „deren heilende Wirkung

vielfach wissenschaftlich bestätigt ist“, ist

zu berichten: „Sie war früher eine typische und

wichtige Begleitpflanze in Getreidefeldern.

Dann ist sie als Unkraut bekämpft worden und

von den Feldern so gut wie verschwunden.“

Langsam setze immerhin ein Umdenken ein,

sagt Valerie Jarolim – und manche noch vor Kurzem

als Unkraut klassifizierte Kräuter legten zur

74 SPORTaktiv


VALERIE

JAROLIM BSC.

IST 32 UND WOHNT IN

WEYER (OÖ). SIE HAT

AGRARWISSENSCHAFTEN

STUDIERT UND IST

DIPLOMIERTE

KRÄUTERPÄDAGOGIN,

BLOGGT ZUM

THEMA UND BIETET

KRÄUTER-WANDERUNGEN

UND -WORKSHOPS AN.

WWW.BLATTUNDDORN.AT

FACEBOOK: @BLATTUNDDORN

INSTAGRAM: @BLATTUNDDORN

Fotos: Markus Sandner

SPORTaktiv

75


Zeit sogar einen Aufschwung zum

„Superfood“ hin. Wie so oft liegt die

Wahrheit in der Mitte statt in Superlativen:

„Man weiß heute, dass ein

gewisser Anteil an ‚Beikräutern‘, wie

man sie besser nennen sollte, sich

positiv auf das Bodenleben und die

Bodenfruchtbarkeit auswirkt.“

76 SPORTaktiv

Sehnsucht nach der Natur

Valerie Jarolim kennt beide Seiten

gut, die der traditionellen Landwirtschaft

wie das „vielfach vergessene

Kulturwissen“ rund um Wildkräuter

und Heilpflanzen. Sie hat Agrarwissenschaften

an der Universität für

Bodenkultur studiert und danach

eine neunmonatige Ausbildung zur

Diplom-Kräuterpädagogin absolviert.

Das Interesse und die Liebe für

die Natur und speziell für Wildpflanzen

hat sie schon als Kind vermittelt

bekommen, vor allem von

ihren Großeltern. „Veilchen, Hänsel

und Gretel, Buschwindröschen und

Co. waren für mich märchenhafte

Begleiter durch die Natur.“

Vier Jahre lang hat Valerie ihr

Wissen über Wild- und Heilkräuter

im Nebenjob an Interessierte weitergegeben

und seit letztem Oktober

kann sie von ihrem „Herzensberuf“

sogar leben: als selbstständige Kräuterpädagogin

und Bloggerin. Als solche

bietet sie Kräuterwanderungen

an. Die Touren dauern drei Stunden,

die zurückgelegten Kilometer und

Höhenmeter sind dabei vernachlässigbar.

Was zählt, ist das Wissen darüber,

was auf den Wiesen und am

Wegesrand wächst und gedeiht.

Das Interesse an ihren Wanderungen

steigt deutlich: „Immer mehr

Menschen sehnen sich nach einer

natürlicheren Lebensweise – ob im

Bereich Lebensmittel, Pharma oder

Kosmetik.“ In all diesen Bereichen

lassen sich Wildkräuter gut einsetzen.

Den Frauenanteil bei ihren Touren

schätzt die Kräuterpädagogin auf

rund 90 Prozent – „ja, die Männer

haben ein bisserl Nachholbedarf.

Umso mehr freue ich mich über jeden

männlichen Interessenten“.

Auf den Touren nimmt sich Valerie

Jarolim lieber weniger Pflanzen

vor, die dafür im Detail: vom Aussehen,

um Verwechslungen mit giftigen

Gewächsen auszuschließen, bis

hin zu möglichen Einsatzgebieten.

„Wichtig ist, dass alle Sinne beteiligt

sind: also auch fühlen, schmecken

und riechen.“ Den Abschluss bildet

stets ein Kräuterpicknick.

Mythen und Wissen

„Meine Kernbotschaft ist, dass gerade

jene Wildkräuter, die uns auf Schritt

und Tritt begegnen, auch die sind,

die wir nutzen können und sollen.

Brennnessel, Gänseblümchen und

Löwenzahn kennt fast jeder und es

steckt unheimlich viel Kraft in ihnen“,

erzählt Valerie Jarolim. Ein plakatives

Beispiel ist die bekannte und

bei ungewollter Berührung oft mit

unschönen Worten bedachte Brennnessel.

„Sie hat bis zu sieben Mal

mehr Vitamin C als Zitronen, enthält

Eisen in hohen Mengen und

noch viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe.

Man kann sie sehr lecker zubereiten,

wie Spinat, aber auch zu

Pesto und Suppen oder Brennnesselchips

verarbeiten“, erzählt die

Oberösterreicherin – und man merkt

ihr die Freude an, wenn sie über ihre

Pflanzen spricht. Logisch, dass sie

den achtsamen und sparsamen Umgang

mit den Naturressourcen predigt,

das „Abgrasen“ ist unter

Wildkräuter-Eingeweihten verpönt.

Viel Wissen um die Wirkungen

und den Nutzen der Kräuter ist tradiert

und erfahrungsbasiert. Es wird

aber, wie die studierte Agrarwissenschafterin

weiß, tatsächlich oft viel

später von der Wissenschaft bestätigt.

Und noch lange ist nicht alles

erforscht. „Ich finde es auch wichtig,

einen Mix aus beiden Bereichen, also

tradiertem Wissen und Wissenschaft,

zu vermitteln.“ Die „Geschichten“,

die sie aus ihrer Kindheit

von Opa und Oma kennt, „die Mythlogie

und etwas Magie“ dürfen

KRÄUTER FÜR SPORTLER

AUS DER „HEXENKÜCHE“

VON VALERIE JAROLIM

ROSMARIN UND WACHOLDER WIRKEN

DURCHBLUTUNGSFÖRDERND UND HELFEN ALS

EINREIBUNG GEGEN MUSKELKATER

BEINWELL IST EINE DER WICHTIGSTEN

PFLANZEN ZUR REGENERATION DES GEWEBES.

DARAUS LÄSST SICH EINE SEHR GUT

WIRKSAME SCHMERZSALBE HERSTELLEN,

DIE AUCH BEI PRELLUNGEN

UND BLAUEN FLECKEN HILFT.

OXYMEL, AUCH ALS SAUERHONIG BEKANNT,

IST EIN SCHNELLER ENERGIELIEFERANT. SO

STELLT MAN ES HER: 2 TEILE APFELESSIG MIT

1 TEIL HONIG IN EINEM GLAS MISCHEN UND

EINE KLEIN GESCHNITTENE BRENNESSEL FÜR

ZWEI WOCHEN DARIN EINLEGEN.

DANACH ABSEIHEN UND MIT

WASSER VERDÜNNT TRINKEN.

BRENNNESSELN ENTHALTEN VIEL MAGNESI-

UM UND KALIUM UND VERSORGEN DEN KÖR-

PER GUT MIT DIESEN WERTVOLLEN MINERALI-

EN. GRUNDSÄTZLICH EIGNEN SICH VIELE

WILDKRÄUTER GUT DAFÜR, SEINE

VITAMIN- UND MINERALSTOFFDEPOTS

AUFZUFÜLLEN.

RICHTLINIEN ZUM SAMMELN

NUR PFLANZEN SAMMELN, DIE MAN

EINDEUTIG ERKENNT. WENN MAN SICH NICHT

SICHER IST, SOLLTE MAN DIE PFLANZE

LIEBER STEHEN LASSEN.

BEDACHTER UMGANG MIT RESSOURCEN:

IMMER NUR SO VIEL NEHMEN, WIE MAN

SELBST BRAUCHT (WAS IN DER REGEL

NICHT VIEL IST) UND GENUG IN DER

NATUR STEHEN LASSEN.

IN NATURSCHUTZGEBIETEN GILT GENERELLES

SAMMELVERBOT. GESCHÜTZTE ARTEN,

AUCH WENN ES SICH DABEI UM SEHR

HEILKRÄFTIGE PFLANZEN WIE ARNIKA

ODER ENZIAN HANDELT, DÜRFEN

KEINESFALLS GESAMMELT WERDEN!


auch nicht fehlen „und das macht wohl

auch das Gesamtpaket aus.“

Viele schon verschwunden

Es ist Valerie ein Anliegen, das „vielfach

fast vergessene Kulturwissen nicht aussterben

zu lassen und unter die Menschen

zu bringen.“ Womit uns das

Stichwort „aussterben“ zu einem Thema

Man muss nicht

weit gehen, um

Kräuter mit erstaunlichen

Kräften zu

finden: Sie begleiten

uns (noch) auf

Schritt und Tritt.

bringt, bei dem Experten erst kürzlich

wieder Alarm schlugen – und das die

Kräuterexpertin wirklich traurig stimmt:

Das Artensterben und der rasante Rückgang

der Artenvielfalt, der auch in der

heimischen Flora und Fauna deutliche

Spuren hinterlässt. „In meiner Kindheit

– und das ist nun wirklich noch nicht so

lange her – waren die Wiesen und Weiden

im Sommer voller Margeriten, Glockenblumen,

Schafgarben und Wiesensalbei.

Heute findet man diese Pflanzen

meist nur noch auf steilen und

schmalen Randstreifen, wo der Traktor

nicht hinkommt“, bedauert sie. „Und

wenn mir mein heute 90-jähriger Opa

von der Pflanzen- und Tiervielfalt aus

seiner Kindheit erzählt, kann ich es gar

nicht fassen, wie der Mensch es in kurzer

Zeit geschafft hat, so viele Arten an

den Rand des Aussterbens zu drängen.“

Da würde es dann wirklich eine Hexe

oder Fee brauchen, um auf zauberhafte

Weise das Rad der Zeit zurückzudrehen.

So jedoch ist fast zu befürchten, dass gegen

das Verhalten der Spezies Mensch

leider kein Kraut gewachsen ist. Hoffnung

besteht immerhin: Wenn Menschen

wie Valerie Jarolim mit ihrer Begeisterung

und Liebe für die Natur andere

anstecken, und zum achtsamen

Umgang mit den endlichen Schätzen

der Natur animieren.

WANDERGLÜCK weltweit

DIE ALPEN STEHEN IN FLAMMEN

Am 22. Juni stehen beim Sonnwendfeuer auf der

Hohen Salve die Kitzbüheler Alpen in Flammen.

TIROL. Auf dem schönsten Aussichtsberg Tirols, der Hohen

Salve (1828 Meter), ist die Sommersonnenwende ein ganz

besonderes Erlebnis. Nach alter Tradition wird bei Sonnenuntergang

auf den umliegenden Berggipfeln ein Feuer

entzündet, um die Kraft der Sonne zu verstärken und Böses

von Mensch und Tier fernzuhalten. Auf der Hohen Salve

können sich Besucher bei Speis und Trank sowie musikalischer

Unterhaltung ab 19.30 Uhr an einem Lagerfeuer wärmen.

Die Gondelbahnen sind von 19 bis 23 Uhr in Betrieb.

www.hohe-salve.com/events

Die beliebtesten Wanderführer!

Ausgewählte Top-Touren,

aktuell & zuverlässig,

alle Infos in einer Hand,

GPS-Download inkl.

www.rother.de

Bergverlag Rother

Auch als E-BOOK oder

ROTHER TOUREN APP

e-shop.rother.de

SPORTaktiv 77


78 SPORTaktiv


KAISERWINKL

IN TIROL

Der Kaiserwinkl liegt eingebettet

zwischen den Chiemgauer

Alpen und dem Zahmen und

Wilden Kaiser. Die Gebirgswelt

bietet 200 Kilometer Wanderwege,

unzählige Almen und jede

Menge andere entdeckenswerte

Naturschauplätze. Mittendrin

in der Region liegt mit dem

Walchsee außerdem einer der

wärmsten Seen Tirols, der sich

zum Schwimmen und Entspannen

genauso eignet wie für jede

Menge actionreichen Sport.

Auf die Frage: „wild oder zahm“

gibt es hier also nur eine klare

Antwort: #aufregend, wenn du

es willst. Vom (E-)Biken auf 180

Kilometern Radwegen übers

Golfen, Bogenschießen, Raften,

Paragleiten bis hin zum Wasserskifahren

bleibt im vielseitigen

Outdoorparadies Kaiserwinkl

kein sportlicher Wunsch

unerfüllt.

www.kaiserwinkl.com

Foto: TVB Kaiserwinkl

SPORTaktiv

79


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

HANDSCHUTZ AM KLETTERSTEIG

Hitzeentwicklung inklusive Blasenbildung durch schnelle Bewegungen

am Stahlseil, abstehende Litzen und andere Metallteile,

unfreundlicher Felskontakt u.v.m. – es gibt viele Chancen,

sich die Hände am Klettersteig zu ramponieren. Schützen kann

man sich dagegen mit speziellen Handschuhen. Sie müssen

zweierlei: Robustheit bieten und Feinmotorik zulassen. Ob Halffinger-Handschuh

oder Fullfinger-Modell ist Philosophiefrage.

Mit den kurzen Fingern hat man mehr feinmotorisches Gefühl.

Dafür minimieren vollständig geschützte Finger das Verletzungsrisiko

noch weiter. Die Auswahl an Klettersteighandschuhen

ist enorm. Und doch sticht ein Modell ganz besonders

hervor: der SKYGRIP-Handschuh von SKYLOTEC. Im Langzeittest

hat er sich als ebenso bequem wie robust erwiesen. Und

der Grip am Stahlseil ist top, selbst bei Nässe. Das Modell 2019

wurde nochmals verbessert und erweist sich als noch bequemer,

noch robuster und ähnlich luftig wie das bisherige Modell.

Zur Wahl stehen die SKYLOTEC SKYGRIP als Halffinger um €

36,75 bzw. Fullfinger um € 42,–. Zusammengefasst: Mit seinem

überarbeiteten Handschuhmodell ist dem deutschen Klettersport-Spezialisten

ein großer Wurf für noch mehr Komfort und

Sicherheit am Klettersteig gelungen.

FINGERSCHUTZ,

BEWEGUNGSFREIHEIT,

STRICK-CHIC: DAS SIND

DIESMAL UNSERE

TEST-THEMEN.

VON OLIVER PICHLER

Fotos: Oliver Pichler

80

SPORTaktiv


MEHR KOMFORT

AM RÜCKEN

IM STRICK BERGAUF

Luftige Stricktechnologie und das Wasserdichtheit

versprechende Gore-Tex-Surround-System sind die

wichtigsten „Zutaten“ des neuesten multifunktionellen

Wanderschuhs aus dem Hause Dachstein. Das knöchelhohe,

stylishe Teil ist leicht und gibt auch im unwegsamen Gelände

Halt und Stabilität. Der Stand ist bequem und stabil gleichermaßen.

Ob bei langsamen oder schnellen Schritten oder beim

steilen Hinauf- bzw. Bergabgehen. Im felsig-unebenen

Gelände verhält er sich verlässlich-solide und man spürt

durch die Sohle weder Steine noch Wurzeln.

Der DACHSTEIN SUPER LEGGERA FLOW MC GTX um

€ 169,95 ist ein Schuh für alle, die auf Wanderungen und

leichten Bergtouren guten Halt und bequeme Passform, eine

rutschfeste Sohle und chicen Look in Kombination wünschen.

Im Test orten wir Optimierungspotenzial bei der in

Knöchelhöhe liegenden obersten Öse. Sie bedingt, dass man

nur den ganzen Schuh gleich leicht bzw. fest schnüren kann.

Das kann je nach Fuß bzw. Knöchel dazu führen, dass

man bei fester Schnürung Druck am Knöchel spürt.

Bestmögliche Schulter- und Hüftbewegungsfreiheit lautet das

Versprechen. Genauer gesagt, man soll mit dem neuen High-

End-Rucksack von MAMMUT natürlicher gehen können als mit

vergleichbaren Modellen. Und die Lastenverteilung soll auch

bei schwerem Gepäck bestmöglich sein. „Active Spine“ nennt

sich die Technologie, bei der das am Rücken aufliegende Tragesystem

mit einem Glasfaserstab gekoppelte Auflagepunkte

hat und daher Schulterträger und Hüftgurt freier bewegt werden

können. Im Test erweist sich der absichtlich schwer- und

vollbepackte 50-Liter-Rucksack als sehr bequem und

komfortabel. Die Tatsache, dass man das Tragesystem einfach

höhenverstellen kann, macht die individuelle Anpassung

noch leichter. Extrem bergauf, bei Kletterpassagen, im

Laufschritt und auch steil abwärts erfüllt der Rucksack die

hohe Erwartungshaltung bestens. Durchdacht, wenn

auch ein Extra ist die Lösung für den Helmtransport:

Der Helmet Holder Pro (€ 35,–) wird mit Riemchen außen am

Rucksack fixiert.

Den MAMMUT TRION SPINE gibt es mit 50 Liter Fassungsvermögen

um € 299,– (unser Testmodell), aber auch mit 35 bzw.

75 Litern. Mit noch einer Innovation wartet Mammut auf:

„Connect“ ist ein Chip, der mittels eigener App gelesen

wird und weitere Infos zum Produkt liefert, eine

Garantieverlängerung auf 5 Jahre, aber auch Zugang zur

internationalen Mammut-Community ermöglicht.

SPORTaktiv

81


KAFFEE UND KUCHEN

MITTEN IN DER KLETTERTOUR?

DER ETWAS ANDERE

ZUGANG ZU SEIL UND

KARABINER. VON DER

SONNIGEN SEITE DES

INDUSTRIEKLETTERNS UND

DER EXPLOSIONSGEFAHR IN

VERDRECKTEN SILOS.

VON CHRISTOPH HEIGL

FOTOS: THOMAS POLZER

NENN

SIE NIE

Für die Recherchen zu SPORTaktiv-Reportagen

scheuen wir keine

Mühen. Im Regelfall. Wir fahren

bis Island, in die kalifornische

Wüste, begeben uns auf die höchsten Gipfel,

in die finstersten Höhlen, übernachten

in Felswänden. Alles, um ganz nah am Leben

da draußen zu sein.

Selten war der Weg zur Recherche so

kurz wie in diesem Fall. Wir brüten gerade

über den Konzepten für diesen Outdoor-Guide

und wie wir beispielsweise die

Faszination des Kletterns in Bilder und

Worte gießen können, als bei uns im zwölften

Stock des Styria-Towers in Graz ein

Kletterseil von außen ans Fenster schlägt.

Sekunden später turnt daran ein Klettermaxl

herunter und putzt mit gekonnten

Zügen die Fensterscheiben. Verdutzt blicken

wir uns an. Bis einer ruft: „Das ist die

Klettergschicht!“ Fenster auf, das Interview

beginnt. „Ja, einmal im Jahr ist das bei euch

fällig“, lacht Cristian Minghel beim Fenster

herein. Sein Kollege Jurcek Koletnik bau-

82 SPORTaktiv


FENSTERPUTZER!

melt eine Fensterbahn daneben. Der Begriff

Fensterputzer drängt sich nur eine

Millisekunde lang auf, man erkennt die

Muskeln an Unter- und Oberarmen und

die kräftigen Hände. Bergmenschen am

Bürofenster!

Bis zu sechs Kollegen putzen die Glasfassade

der 14-stöckigen und 60 Meter hohen

Styria-Zentrale. Eine Bahn hat 250 Quadratmeter,

an guten Tagen schafft man 1000

Quadratmeter, erzählen sie. 130 Bahnen

ziehen sie insgesamt vom 60 Meter hohen

Gebäude, vier Wochen benötigen sie dafür.

Damit nichts passiert (Stichwort Lebensgefahr

…), beenden wir das Frage- und Antwortspiel

am offenen Fenster in luftiger

Höh’ und führen es nach getaner Arbeit

oben im Sky Room fort.

Blöde Frage: Wie wird man eigentlich

Hochhausfensterputzer? Überraschende

Antwort: „Das kann jeder werden und dazu

gibt es bei uns in der Firma eigene Kurse.

Höhenangst sollte man vielleicht nicht haben“,

schmunzelt Minghel und erzählt vom

Berufsalltag als Industriekletterer beim steirischen

Unternehmen Griehser GmbH. „Sicherheit

ganz oben“ lautet der Slogan, dort

sind Spezialisten für Industrieklettern, Absturzsicherung

und Arbeitssicherheit am

Werk. Keine Spur vom „Fensterputzen“

also. Die Fachbegriffe lauten u. a. Höhenarbeiter,

Höhenfachkraft, Atemschutzwart

und Fachkraft für Gasrettungsdienst.

An diesem sonnigen Tag die Glasfassade

eines Bürogebäudes entlangzuturnen, gehört

zu den angenehmeren Aufgaben. „Ihr

seht hier die schönste Seite unseres Jobs.

Oft gibt es bei offenen Bürofenstern einen

Kaffee oder ein Stück Kuchen“, lacht Koletnik,

um etwas ernster nachzulegen.

„Hier spüren wir Respekt für unsere Arbeit,

SPORTaktiv

83


wenn wir uns von oben abseilen.“ Was

man nie sieht: Wenn es fernab von

Sonnenlicht und Bürofenstern an die

brenzligen Aufträge geht. In tiefen

Bunkern und verdreckten Silos mit

Holzmehl, Sinter oder Salz zum Beispiel,

auf Industriebaustellen (Stahlwerk)

oder auf 2000 Meter Seehöhe

auf Windrädern, wo sie Sensoren aufkleben.

Hitze, Kälte, schlechte Sicht,

Schmutz, Staub, Wind, Gas und Explosionsgefahr

gehören genauso zum

Job wie die extreme körperliche Belastung.

Minghel erzählt von einem

Holzmehlsilo, wo er im dicken Overall

mit Atemschutz und mit dem Presslufthammer

in der Hand im Seil hängt

und sich eine Art „Terrasse“ freistemmt,

um dann stehend weiterzuarbeiten.

Lebenswichtig: gute Kommunikation

zwischen den aus Sicherheitsgründen

paarweise arbeitenden Kletterern.

„Es gibt Situationen, wo man in Silos

nicht mehr miteinander reden kann

und auch kein Funk funktioniert.“ Mit

guter Ausbildung, Erfahrung und Profi-Material

bestehen die Burschen ihren

Joballtag. Apropos Material: Mit

herkömmlicher Sportkletterausrüstung

kann man ihr Equipment nicht vergleichen.

„Bei uns ist alles dreimal so

genau gesichert und definiert.“ Auch

beim Bau der Rutsche im Grazer

Schloßberg haben sie mitangepackt.

Dass ihr Job gefährlich ist, wollen sie

so nicht stehen lassen. „Das darf man

nicht sagen. Die Sicherheitsbestimmungen

sind sehr hoch, bei uns ist

noch nie etwas passiert“, betont

Minghel, „ich weiß von keinem einzigen

abgestürzten Industriekletterer.“

Stellvertretend für

ihre Kollegen und

die Branche: Cristian

Minghel (links) und

Jurcek Koletnik beim

Interview und bei der

Arbeit am 60 Meter

hohen Gebäude.

Pure Passion

Beide sind auch privat begeisterte Kletterer.

Minghel (39) hat früher in seiner

Heimat Rumänien Höhlensysteme erforscht

und war bei der Bergrettung.

Was macht er nach der Arbeit? Klettern,

was sonst? „Da radle ich vorher

ein paar Kilometer, weil wir den ganzen

Tag am Seil im Sitzgurt hocken

und gar nicht so viel Bewegung haben.

Und dann gehe ich in die Kletterhalle.“

Koletnik (41) entspannt am liebsten

in seiner slowenischen Berg- und

Kletterwelt um Kotecnik (Celje).

Ein Job für Profis

In der Zentrale von Griehser in Graz

lobt Geschäftsführer Ralph Grieser seine

Mitarbeiter. „Klingt komisch, aber

nicht jeder kann Fenster putzen. Und

es gehört eben mehr dazu, als nur im

Seil hängen zu können. Man muss mit

schwerem Gerät handwerklich arbeiten

können.“ Zehn Jahre gibt es die Firma

schon, die aus den Aufgaben der Arbeitssicherheit

entstanden ist. Mittlerweile

wurde das Portfolio um Industrieklettern,

Montage und Absturzsicherung

sowie Schulungen erweitert.

Griehser zeigt uns die Schulungshalle,

wo verschiedene Gerüste, eine hölzerne

Dachschräge und eine Silo-Simulation

(mit Nebelmaschine!) aufgebaut sind.

Hier werden Dachdecker, Instandhal-

CRISTIAN

MINGHEL (39)

stammt aus Rumänien,

war bei der

Höhlenforschung und

der Bergrettung.

JURCEK

KOLETNIK (41)

ist Slowene und geht

auch in der Freizeit am

liebsten Klettern.

www.griehser.at

tungsarbeiter (Elektriker, Schlosser)

und die eigenen Mitarbeiter aus- und

weitergebildet. „Unser Job ist, nicht

abzustürzen“, sagt Griehser. Der Materialverschleiß

ist riesig. „Wir verbrauchen

im Jahr 500 Karabiner und Tausende

Meter Seil.

Austausch ist Griehser sehr wichtig.

Beim „Vertical Connect“ in der

Schweiz treffen sich alle Branchen, die

am Seil arbeiten. „Von diesem interdisziplinären

Forum lernen wir viel, letztens

von einem Experten für Off-

Shore-Windparks in der Ostsee.“ Regen

Kontakt gibt es auch zur Feuerwehr,

der Höhlenrettung und

Baumpflegern, die am Seil arbeiten.

Noch einmal zurück zu unserem

Kletterduo und der oft gestellten Frage,

ob sie privat und daheim auch so

fleißig Putzfetzen und Abzieher

schwingen. Da lacht Koletnik: „Na,

zu Hause putzen wir net.“

84 SPORTaktiv


Ausbruch

aus der

Filterblase

Du verlässt dich nicht gern auf Algorithmen, sondern machst dir lieber dein

eigenes Bild? Wir haben das passende Basismaterial für dich: gecheckte

Fakten, spannende Stories, tiefgehende Reportagen, vielfältige Meinungen.

DiePresse.com

Hochwertiger Journalismus in flexiblen Abopaketen

zu unverschämt niedrigen Preisen

Jetzt für alle unter 27

DiePresse.com/U27


SCHUTZ FÜR

DEN KOPF

SICHERHEIT MIT UND FÜRS KÖPFCHEN: DIE|

NEUEN KLETTERHELME IM ÜBERBLICK|

PETZL METEOR

• konzipiert entsprechend dem

Petzl-Label „Top and Side Protection

• den Kopf umschließendes Design

für optimalen Aufprallschutz an den

Seiten sowie im Vorder- und Hinterkopfbereich

• nur 240 Gramm

PREIS (UVP): € 80,–

www.petzl.com

SKYLOTEC GRID VENT

• für Sportklettern, Alpinklettern

oder am Klettersteig

• leichte Inmold-Konstruktion

• Stirnlampenhalterung

• verstellbarer Kinnriemen

• herausnehm- und waschbares

Innenpolster

PREIS (UVP): € 90,–

www.skylotec.com

CAMP STORM

• der leichteste unter den Helmen

von Camp

• innen aus EPS und Außenschale aus

Polykarbonat „in-moulding“

• 22 Öffnungen für hervorragende

Belüftung

• Innenpolsterung kann für mehr

Komfort entfernt werden

PREIS (UVP): € 79,95

www.camp.it

SALEWA VAYU 2.0

• beste Ventilation durch großzügige

Belüftungsöffnungen in der

Innen- und Außenschale

• optimales Fitting-System mit

magnetischer Schnalle

• schnelle und einfache Anpassung

per Einstellrad (einhändig)

• Hybridkonstruktion für optimalen

Aufprallschutz

PREIS (UVP): € 150,–

www.salewa.com

BLACK DIAMOND HALF DOME

• Helmschale aus Polykarbonat mit

eingeformtem EPS-Schaumstoff

• überarbeitetes, einfaches

Verschlusssystem

• schlanke und leichte Stirnlampenclips

• einhändig bedienbares Verstellrad

• leicht verstellbarer Kinnriemen

PREIS (UVP): € 55,–

www.blackdiamondequipment.com

Fotos: Hersteller

86 SPORTaktiv


SKI- UND WANDERHOTEL

Bergsommer beim Wanderprofi.

www.jaegeralpe.at

Warth-Schröcken Tourismus Sebastian Stiphout

Ski- und Wanderhotel Jägeralpe ****Superior / Familie Jäger

Hotel Jägeralpe GmbH, Hochkrumbach 5, 6767 Warth am Arlberg, Österreich, Tel.: +43 5583 4250

WO DER WEG

ZUM ZIEL WIRD

Auf zur Großglockner Hochalpenstraße

– hoch hinauf zu einem

Kulturgut und Naturjuwel.

Foto: Großglockner Hochalpenstraße

Die Großglockner Hochalpenstraße

zählt zu den faszinierendsten Panoramastraßen

der Welt und steht seit

2015 unter Denkmalschutz: Auf 48

Kilometern führt sie mitten in das Herz

des Nationalparks Hohe Tauern bis auf

2571 Meter Seehöhe, an den Fuß des

höchsten Berges Österreichs, und endet

am längsten Gletscher der Ostalpen,

der Pasterze. Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

auf 2369 Meter eröffnet sich

ein einzigartiger Ausblick auf die Flanken

und Schneefelder des Großglockners

(3798 m) und die umliegenden Dreitausender.

Auf kleinen Wanderungen

können Murmeltiere und sogar Steinböcke,

Gämsen oder Adler beobachtet

werden. Zahlreiche Themenlehrwege

und spannende Ausstellungen laden zu

einem unvergesslichen Naturerlebnis.

Die Großglockner Hochalpenstraße

ist ein fürstliches Juwel inmitten schönster

Naturkulisse und ein grandioses Beispiel

für gigantische Straßenbaukunst.

HERBST-ANGEBOT

Sichere dir eine 8-Tages-

Karte für die Großglockner

Hochalpenstraße (Zeitraum:

9. Sept. bis Ende Okt./Anfang

Nov.) und den Rother-

Wanderführer „Erlebnis

Großglockner Hochalpenstraße“

für € 49,50.

www.grossglockner.at

SPORTaktiv

87


WAS PASSIERT,

WENN WAS PASSIERT

HARMLOSES STOLPERN AN DER FALSCHEN

STELLE. EIN STEINSCHLAG AUS DEM NICHTS.

VERKNÖCHELN IM UNWEGSAMEN GELÄNDE.

SCHWINDEL IM KLETTERSTEIG. DER GRAT

ZWISCHEN UNBESCHWERTER NORMALITÄT

UND NOTFALL IST AM BERG VIEL SCHMÄLER

ALS IM ALLTAG. IM FALL DES FALLES GILT ES,

RICHTIG ZU REAGIEREN. NUR WIE?

VON OLIVER PICHLER

W

er verantwortungsvoll am Berg unterwegs

sein will, muss immer für einen Notfall ausgerüstet

sein und wissen, was im Fall des

Falles zu tun ist. „Beim Zusammenstellen

der Notfallausrüstung ist für mich entscheidend:

Wie weit bin ich von besiedeltem

Gebiet entfernt. Und wie lange braucht

man dorthin. Darauf aufbauend ist abschätzbar,

wie lange es dauern kann, bis

Hilfe eintrifft“, erklärt Stefan Zoister, Bergführer

und Alpinausbildner der Naturfreunde

Österreich. „Passiert ein Unfall, ist

der erste Schritt, die Lage zu erfassen und

sich einen Überblick zu verschaffen, welcher

Art die Verletzung ist. Dann ist zu entscheiden

– kann die Verletzung selbst versorgt

werden oder ist professionelle Hilfe

notwendig“, weiß Bergführer Zoister.

Rettungskräfte alarmieren

Müssen Rettungskräfte alarmiert werden,

gilt es vorab die eigene Position zu

bestimmen. Das ist mit gängigen Berg-

Apps möglich, die zum Teil auch eine

direkte Notruf-Wählmöglichkeit bieten.

„Die GPS-Daten zur eigenen Position

sind viel genauer als eine Handyortung

durch die Einsatzkräfte“, weiß der Experte.

„Als Notrufnummer empfehle ich

112, den Euro-Notruf. Dann sind die 5

Fotos: Hansi Heckmair

88 SPORTaktiv


INFORMATION &

SCHULUNG

Wer ausrüstungsmäßig, aber auch was richtiges

Handeln betrifft up to date sein will, kann zwischen zig

Informations- & Schulungsmöglichkeiten wählen, etwa:

W – wer, wo, wann, wie, was – zu beantworten.

Die Angaben zur Position korrekt

weiterzugeben, ist entscheidend, damit die

Einsatzkräfte richtig gelenkt werden“,

streicht Stefan Zoister die Bedeutung korrekter

Informationen hervor. Nach der

Alarmierung sei es wichtig, den Kontakt

mit den Einsatzkräften zu halten und an

der weitergegebenen, sicheren Position zu

bleiben. „Um den Kontakt zu halten und

keinesfalls das Handy abdrehen zu müssen,

• „Erste Hilfe Guide“, den wir jährlich in Zusammenarbeit

mit dem Roten Kreuz erstellen. Er liegt dem

Großteil dieser Ausgabe bei, dazu in Rotkreuz-Landesstellen

und ausgewählten Apotheken auf. Gegen

Versandkosten kannst du auch ein Exemplar direkt bei

uns anfordern unter:

office.sportaktiv@styria.com

• Alpine Vereine bieten Erste-Hilfe-Kurse. Und deren

Websites warten mit Informationsfülle zum Thema auf.

www.naturfreunde.at

www.alpenverein.at

www.oetk.at

• Bergsport-Ausrüster Ortovox bietet kostenlos als Teil

seiner „Safety Academy“ umfassende Online-Tutorials

zur Ersten Hilfe. Zusätzlich gibt es 2-Tageskurse (kostenpflichtig).

www.ortovox.com

SPORTaktiv

89


ANZEIGE / Foto: Chiba

FÜR ABSOLUTEN

EINSATZ UND GRIP

Spezialist CHIBA bietet eigene

Handschuhe für den Klettersteig.

Marcus

Chiba ist

Geschäftsführer

des

traditionsreichen

Handschuh-

Spezialisten

CHIBA.

Auf einem Klettersteig sollte der

Handschuh unbedingt guten Schutz

bieten und hohen qualitativen Ansprüchen

gerecht werden.

Wir als traditionsreiches Familienunternehmen

in fünfter Generation produzieren

als einer der wenigen europäischen

Sporthandschuh-Hersteller

noch im eigenen Werk und können

so von Anfang an alle Schritte der

Produktion steuern und kontrollieren,

um hohe Qualitätsstandards

zu garantieren.

Der „CHIBA Via Ferrata X-trem II“-

Klettersteighandschuh ist dank seiner

Verstärkung aus silikonisiertem Kevlar

extrem robust und griffsicher. Der

speziell konstruierte, im Griffbereich

nahtlose Kevlarbesatz sowie die griffbetonte

Innenhand schützen zuverlässig

vor Verletzungen durch Fels oder

defekte Stahlseile. Die offenen Finger

erhalten zusätzlich das Tastgefühl und

machen den Via Ferrata X-trem II somit

zum perfekten Begleiter in

schwierigem und felsigem Terrain.

rate ich alles, was unnötig Energie

braucht, am Handy zu deaktivieren.

Zusätzlich nehme ich immer eine Powerbank

und bei längeren Touren ein

zweites Handy mit“, weist der Naturfreunde-Experte

auf die Bedeutung

der mobilen Kommunikationsmöglichkeit

hin.

Beobachtet man aus etwas Entfernung

einen Unfall, ist je nach Gegebenheit

zuerst zu alarmieren und dann

Kontakt- bzw. Nachschau zu halten

oder umgekehrt.

Rettung per Hubschrauber

Von sicherer Rettung per Hubschrauber

darf man bei der Notfallvorsorge

nicht ausgehen. Es gibt viele Gründe,

warum ein Hubschrauberflug nicht

möglich ist. Daher muss man stundenlanges

Warten bzw. eine Nacht

überstehen können und ausrüstungsmäßig

dafür planen. „Etwa zu glauben,

dass eine Aludecke einen Biwaksack

ersetzt, ist ein Trugschluss“, warnt

der Bergführer aus dem Salzkammergut.

Während eine Aludecke nur kurzfristigen

Kälteschutz bietet, schützt ein Biwaksack

umfassend vor Feuchtigkeit,

Wind und Kälte, insbesondere, wenn

man zum Übernachten gezwungen ist.

Versorgung von Verletzten

Was die Versorgung von Verletzten betrifft,

gelten am Berg die gleichen Erste-

Hilfe-Basics wie im Tal, von Wundversorgung

und stabiler Seitenlage bis (im

schlimmsten Fall) Wiederbelebung. Oft

sind allerdings nicht Verletzungen, sondern

körperliche Beschwerden das Problem.

Durch die fordernde körperliche

Betätigung kann es relativ leicht zu

Schwindel oder Unwohlsein kommen.

Beides wird häufig durch Unterzuckerung,

Flüssigkeitsmangel oder Überanstrengung

verursacht und ist durch Essen

(Traubenzucker, Energieriegel, Brot),

Trinken (Wasser, Apfelsaft o.ä.) bzw.

Pausen (Füße hochlagern) zumindest

kurzfristig selbst behandelbar.

VIA FERRATA X-TREM II

www.chiba.de

90 SPORTaktiv


GO WHERE GOOGLE CAN´T…

NOTFALL-WISSEN:

DIE BASICS

1. ERWEITERTES ERSTE-HILFE-SET

Handelsübliche Erste-Hilfe-Sets (etwa First Aid

Roll Doc oder First Aid Waterproof von Ortovox,

ab € 40,–), erweitert um

• Desinfektionsmittel – nicht brennend

• eine Rolle Sporttape

• Blasenpflaster

• Wundverschluss-Streifenpflaster (schmale,

stark klebende Pflaster) für klaffende Wunden

• Schmerztabletten

• Essens-Notration, zumindest Traubenzucker

bzw. Energieriegel

2. NOTFALL-AUSRÜSTUNG

• Smartphone und möglichst zweites Mobiltelefon

• Powerbank, wenn der Telefon-Akku nicht

reicht

• Biwaksack (eine Aludecke ist KEIN Ersatz

für einen Biwaksack)

• Stirnlampe

• Signal-Leuchtraketen (kugelschreiberklein)

• warme Kleidung & Regenschutz

• Haube & Handschuhe

3. TELEFONISCHE ALARMIERUNG

Sofern irgendein Mobilnetz verfügbar ist, kann

via internationaler Notrufnummer 112 (Euro-Notruf)

ein Notruf abgesetzt werden. Ist gar kein

Netz verfügbar, kann man auch keinen Notruf

absetzen. SMS-Kommunikation außerhalb aller

Netze ist etwa mit Garmin „inReach“-Geräten

(ab € 349,99) möglich.

Zentrale Infos, die an die Hilfskräfte weiterzugeben

sind:

• genaue Position (Koordinaten am besten

via App bestimmen)

• Größe der Gruppe & Anzahl der Verletzten

• Art der Verletzung

Devold ® entwickelt hochwertige

Outdoorbekleidung aus feinster

Merinowolle – ohne Kompromisse.

Entworfen und getestet in

Norwegen, gefertigt in Europa.

Das Original. Seit 1853 von

norwegischen Pionieren getragen.

Hiking Woman T-shirt, chilli

Foto: Hansi Heckmair

4. KLARE INFORMATION ZUR ROUTE

HINTERLASSEN

Eine handlungsfähige Vertrauensperson soll

im Detail über Route und Zeitpläne Bescheid

wissen. Zusätzlich soll die Seriennummer

(IMEI-Nummer) des Mobiltelefons für eine

schnellstmögliche Ortung hinterlassen werden.

Die Vertrauensperson muss angewiesen sein, im

Notfall die Rettungskette in Gang zu setzen.

5. VERSICHERUNG

Eine Versicherung, die Bergungskosten übernimmt,

ist ratsam. Wer Mitglied eines alpinen

Vereins ist, ist in der Regel im Rahmen dieser

Mitgliedschaft versichert.

Hiking Woman Hipster, chilli

Devold ® of Norway GmbH

Eschacher Str. 3 | D-87474 Buchenberg

Tel +49 (0)8378-96041-0

Fax +49(0)8378-96041-29

SPORTaktiv 91

info@devold.de | www.devold.de


Desinfizieren

Bei kleinen Wunden

mit Infektionsgefahr

Heilen

Wundcreme oder -spray

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

L.AT.MKT.05.2019.9431

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.


Fotos: Hersteller

ICEBREAKER COOL-LITE SPHERE

SHORT SLEEVE CREWE W

• COOL-LITE-Mischung aus

TENCEL® und Merino für ein

optimal reguliertes Körperklima

bei sehr warmen Bedingungen

• Corespun-Technologie für

Langlebigkeit und Robustheit

• versetzte Nähte für Tragekomfort

und verlängertes Rückenteil

PREIS (UVP): € 69,95

www.icebreaker.com

MARTINI SPORTSWEAR SHIRT

FIRST ON M

• hoher Tragekomfort durch

Seamless-Technologie

• beste Atmungsaktivität

• perfekter Feuchtigkeitstransport

• Bewegungsfreiheit durch

elastisches Funktionsmaterial

• nachhaltig, aus Holz produzierte

TENCEL-Lyocellfasern

PREIS (UVP): € 59,90

www.martini-sportswear.com

ORTOVOX 150 MERINO COOL W

• 138 g feinste, tasmanische

Merinowolle mit kühlenden

TENCEL®-Fasern

• langlebig dank neuer

Spinn-Technologie BETA-SPUN

• schnell trocknend

• hoher Tragekomfort

• nachhaltige Produktion

PREIS (UVP): € 85,–

www.ortovox.com

SHIRTS FÜR

DEN BERG

BEQUEM, STYLISH, PRAKTISCH –

SALOMON ELEVATE AERO

TEE W

• dank leichtem Jacquard-

Material, hervorragender

Belüftung und der

geruchshemmenden

Eigenschaften eignet

es sich perfekt für den

Einsatz beim Laufen

und Wandern

PREIS (UVP): € 50,–

www.salomon.com

DEVOLD WOOL MESH SLEEVELESS W

• 100 % Merinowolle

• atmungsaktives Mesh-Gewebe

• für intensive sportliche Aktivitäten

• hoher Feuchtigkeitstransport und

hohe Atmungsaktivität

• wärmt bei Kälte, kühlt bei Wärme

(Verdunstungskälte)

PREIS (UVP): € 55,–

www.devold.de

DIE NEUEN WANDERSHIRTS.

FJÄLLRÄVEN KEB WOOL T-SHIRT

PRINT W

• leichtes Kurzarm-T-Shirt für

Trekking- und Skitouren

• zwei verschiedene Jersey -

stoffe aus Merinowolle für

die Ableitung von Feuchtigkeit

und zur Belüftung

• verhindert auf natürliche Weise

die Bildung von unangenehmen

Gerüchen

PREIS (UVP): € 99,95

www.fjallraven.de

SPORTaktiv

93


Die Funktionsjacke, die sich bereits bei

leichtem Nieselregen vollsaugt, oder

der Wanderschuh, an dem der Matsch

pickt wie ein schwerer Stein, machen beim

Outdoor-Sport keinen Spaß. Sie machen uns

aber eines klar: Unsere Outdoor-Kleidung

braucht nicht nur Pflege. Sie braucht vor

allem Feingefühl bei selbiger. Denn nur wer

die ausgeklügelten Spezialmaterialen auch

speziell reinigt, erhält die Hightech-Fasern –

und so Fun und Funktionalität.

OUTDOOR-KLEIDUNG REINIGEN:

DIE BASICS

So oft wie nötig, so selten wie möglich:

So lautet das oberste Reinigungsgebot von

funktioneller Outdoor-Kleidung. Während

Sportunterwäsche, Socken und die

so genannte Mittelschicht (also T-Shirts,

Hosen und Hemden) nach jeder Benutzung

beansprucht sind und unmittelbar gewaschen

werden müssen, gilt diese Regelmäßigkeit für

die Outdoor-Obermaterialien wie Jacken,

Schuhe und Regenkleidung nicht. Eine

vollwertige Reinigung bedeutet nämlich immer

eine Beanspruchung von Material und

Fasern. Sollten beim Gebrauch Verschmutzungen

entstanden sein, genügt es zunächst,

diese ohne eine Vollwäsche oberflächlich zu

entfernen (Abreiben mit feuchtem Tuch).

SCHLUSS MIT

SCHMUTZ

SCHLAMM AN SCHUH UND HOSE BEDEUTET

FÜR ECHTE OUTDOOR-SPORTLER KEINEN

FLECK, SONDERN EINEN ERFOLG. DAMIT

DIE KLEIDUNG ABER EBENSO LANGE

DURCHHÄLT WIE UNSER ELAN, IST

REGELMÄSSIGE PFLEGE UNERLÄSSLICH.

EINE WASCHANLEITUNG DER SPORTLICHEN ART.

VON LINDA FREUTEL

Fotos: istock

94 SPORTaktiv


Dabei gilt: Je zügiger man entstandene Flecken

entfernt, desto besser. Eingetrockneter Schmutz

ist extrem hartnäckig.

VOLLWÄSCHE:

IMMER IN DER MASCHINE

Eine Vollwäsche wird erst nach mehrmaligem

Gebrauch, starker Verschmutzung oder Nachlassen

der Funktionalität (z.B. wenn verschmutzte

Poren die wasserabweisende Membran verstopfen

und sich die Kleidung bei Regen vollsaugt)

nötig. Und dann wandert Outdoor-Kleidung

bitte grundsätzlich in die Waschmaschine. Eine

Handwäsche ist ebenfalls möglich, aber mühsamer

und nicht so ergiebig. Chemische Reinigungen

sind zu strapaziös. Die exakte Waschweise

wird den auf der Kleidung angegebenen

Pflegehinweisen entnommen. Im Zweifel gilt:

nicht zu heiß, minimales oder gar kein Schleuderprogramm

und keinen Weichspüler benutzen.

Empfehlenswert sind auch Wäschenetze; darin

gewaschen verhindert man Materialverletzungen,

die beim Kontakt mit der Waschtrommel

entstehen können.

VOR- UND NACHBEREITUNG:

WICHTIGE DETAILS

Vor der Wäsche sollten Reißverschlüsse, Knöpfe

und Bänder verschlossen bzw. verschnürt werden.

Zudem gilt es die Kleidungsstücke auf Risse

und Löcher zu kontrollieren. Für kleine Beschädigungen

gibt es im Fachhandel Flickenaufnäher

oder spezielle Klebepasten zu kaufen, mit denen

die Schäden unkompliziert repariert werden

können. Wer ein solches Material im Akutfall

nicht zur Hand hat, kann sich mit festem Klebeband

behelfen. Einfach großzügig über den Riss

oder das Loch kleben und den Fauxpas so bis

zur Reparatur überbrücken. Ebenfalls wichtig:

Auch das Trocknen im Trockner ist grundsätzlich

(Ausnahme: Daunen) tabu. Besser: Einen

Wäscheständer mit einem großen Handtuch

abdecken und die Funktionskleidung darauf im

Liegen trocknen. Würde man die Kleidung zum

Trocknen aufhängen, droht sie sich zu verziehen.

SPEZIALMATERIALIEN WASCHEN:

SO GEHT ES

Schonendes Waschen ist bei jeder Kleidung

geboten. Bei Gore-Tex, Daune und den Schuhen

gibt es zusätzliche Besonderheiten.

SPORTaktiv

95


GORE-TEX WASCHEN:

Ziehen Flecken (z.B. von Sonnencreme

oder Getränken) in die Kleidung ein,

ist eine Vollwäsche notwendig. Das

Gore-Tex-Material könnte ansonsten

verkleben und so seine Funktionalität

verlieren. Zum Waschen empfehlen

sich Spezialwaschmittel aus dem

Sporthandel. Alternativ können milde

Flüssigwaschmittel ohne Bleichmittel

benutzt werden. Pulverwaschmittel

sowie Weichspüler eignen sich nicht, da

sie kleine Rückstände in den empfindlichen

Faserporen hinterlassen. 40 Grad

ist eine ideale Waschtemperatur. Eine

Besonderheit bei Gore-Tex-Materialien

ist die wasserabweisende Imprägnierung

(meist eine sogenannte DWR-Imprägnierung).

Um die volle Funktionalität

zu erhalten, muss diese nach der dritten

bis vierten Wäsche erneuert werden

(Imprägnierungsspray gibt es im Sportgeschäft).

Nach den ersten Wäschen

genügt es, die Imprägnierung durch einen

gezielten Wärmereiz aufzufrischen.

Dazu gibt man die Kleidung entweder

für 20 Minuten bei 60 Grad und niedriger

Drehzahl in den Trockner. Oder

man arbeitet mit dem Bügeleisen. Das

trockene Kleidungsstück wird dafür mit

einem Handtuch abgedeckt und das

Ganze bei niedriger Temperatur und

ohne Dampf gebügelt.

DAUNENJACKEN WASCHEN:

Bei feinen Federn ist besonderes

Feingefühl im Umgang gefragt. Auch

hier gilt: Immer nur so oft waschen,

wie es nötig ist. Wann es nötig ist,

eine Daunenjacke zu waschen, hängt

nicht allein vom Verschmutzungsgrad

ab. Auch wenn die Jacke noch sauber

ist, insgesamt aber fester und in sich

zusammengefallen wirkt, macht eine

Reinigung Sinn, um die Daunenfüllung

wieder aufzuschütteln und so ihren

Thermoeffekt zu erhalten. Gewaschen

wird im Feinwaschprogramm und

mit speziellem Daunenwaschmittel.

Für eine effektive Reinigung sollte die

IMPRÄGNIERUNG|

KANN MAN DURCH|

EINEN GEZIELTEN|

WÄRMEREIZ|

WIEDER|

AUFFRISCHEN.|

Waschtrommel mindestens sechs Liter

Fassungsvermögen haben und die Jacke

allein darin gewaschen werden. Ein

wichtiger Pflegeschritt bei Daunen ist

das Trocknen: Idealerweise gibt man

die Jacken zusammen mit zwei bis drei

Trocknerbällen (oder Tennisbällen) bei

geringer Temperatur in den Trockner.

Die Bälle sorgen dafür, dass die Daunen

gleichmäßig aufgeschüttelt werden. Wer

keinen Trockner besitzt, muss per Hand

dafür sorgen, dass die feuchten Federn

nicht aneinanderkleben und die Jacke

während des Trocknens immer wieder

aufschütteln.

OUTDOOR-SCHUHE WASCHEN:

Bei Schuhen kommt es darauf an, ob

sie neben Funktionsmaterialien (wie Gore-Tex)

auch aus Leder verarbeitet sind.

In letzterem Fall ist die Maschinenwäsche

tabu. Ansonsten können Schuhe

bei 30 Grad und einem niedrigen

Schleuderprogramm in die Maschine

gegeben werden. Grober Schlamm oder

andere Verschmutzungen gilt es vorab

mit einer weichen Bürste zu entfernen.

Zum Trocknen werden die Schuhe mit

Zeitungspapier ausgestopft; so bleibt die

Form erhalten. Bitte die Schuhe an einem

warmen Ort, ohne direkte Wärmeeinstrahlung

(z.B. durch Heizung oder

Sonne) trocknen; das vermindert die

Gefahr von Rissen im Leder. Das Wichtigste

bei der Schuhpflege ist die Imprägnierung,

damit Schlamm und Schmutz

künftig keine Chance haben, kleben

zu bleiben. Während Gore-Tex-Materialien

spezielle Imprägnierungssprays

benötigen, verwendet man für das Leder

klassisches Wachs. Im Unterschied zu

Öl wirkt Wachs nämlich pflegend, ohne

das Leder dabei weich zu machen und

so seiner Stabilität zu schaden. Ansonsten

gilt bei der Materialpflege nur noch

eines: keine falsche Scham vor Flecken.

Outdoor-Sport ist nichts für Waschlappen.

Er macht doch erst richtig Spaß,

wenn man seine Spuren sieht.

Foto: VAUDE

96 SPORTaktiv


Hier wird Wandern

zum Genuss.

Urlaubsparadies Zillertal

Wenn jede Tour zum unvergesslichen Erlebnis wird,

sich der Blick nicht vom atemraubenden Bergpanorama

lösen kann, jeder Ausflug zum Abenteuer wird und

Genuss keine Grenzen kennt. Dann bist du richtig.

Dann bist du im Zillertal.

www.zillertal.at

• 1.400 km Wanderwege

• 1.200 km Bikerouten

• Über 150 Genusshütten


MEHR INFORMATIONEN

FELBERTAUERNSTRASSEN AG

T. +43 48 52/63 330

info@felbertauernstrasse.at

www.felbertauernstrasse.at

„LEBENSADER“

UND ERLEBNIS PUR

DIE FELBERTAUERNSTRASSE IST EINE „LEBENSADER OSTTIROLS“ UND

ALLEIN SCHON EINE REISE WERT. SIE BRINGT MENSCHEN SEIT 50 JAHREN

STAUFREI ÜBER DIE ALPEN, NACH OSTTIROL, KÄRNTEN ODER AN DIE ADRIA.

ÜBER DIE

FELBERTAUERNSTRASSE

Die einfache Fahrt kostet € 11,–.

Wer sich vor Beginn der Reise

ein ADAC-Vorteilsticket kauft,

zahlt hin und zurück € 20,–. Weil

bei der Maut kein Unterschied

zwischen Pkw, Wohnmobil,

Campingbus oder Gespann

gemacht wird, ist die Route besonders

für Camper interessant.

www.felbertauernstrasse.at

uf der Felbertauernstraße sind die

A Berge nie weit entfernt. In sanften

Kurven und mehr als die Hälfte dreispurig

ausgebaut führt sie von Mittersill in

Salzburg nach Matrei in Osttirol. Wer

kurz nach dem Südportal den Blinker

Richtung Matreier Tauernhaus setzt,

kann am Parkplatz das Auto stehen lassen

und gelangt entspannt in circa einer

Stunde zu Fuß (oder gemütlich mit

dem Traktor-Bummelzug) zu einem der

schönsten Talschlüsse der Ostalpen: dem

Gschlösstal. Der komfortable Wanderweg

führt durch blühende Wiesen und

Almdörfer, während von der Ferne die

hohen Berge und der Venediger-Gletscher

grüßen. Auf dem Rückweg lohnt

es sich unbedingt, einen Zwischenstopp

bei der einzigartigen Felsenkapelle aus

dem 19. Jahrhundert einzulegen.

Ein weiterer Tipp ist ein Besuch beim

Heilwasserhaus im Berg dorf St. Jakob

im Defereggental, wo das Wasser der

jodhaltigen Natriumchlorid-Sole-Heilquelle

entspringt. Diese mehrere hunderttausend

Jahre alte Quelle wurde in

einer künstlichen Tropfsteinhöhle vom

Bildhauer Michael Lang eindrucksvoll

inszeniert. Hier wird der Weg des wertvollen

Salzwassers von seinem Ursprung

bis aufs Flaschenband der modernen

Abfüllhalle multimedial veranschaulicht.

Lang hat auch einen Mythenweg und

den Mythenplatz entwickelt, die sich

auf künstlerische Weise mit den Themen

Heilen und Wasser beschäftigen. In

Führungen und Besichtigungen können

Besucher tiefer in diesen Mythos eintauchen.

Aber egal, in welches Tal man von

der Felbertauernstraße abbiegt – bis zum

nächsten Erlebnis ist es nicht weit.

Foto: Hannes Berger Silent Art

98 SPORTaktiv


INFOS & BUCHUNGEN

HOTEL TAURERWIRT

9981 Kals am Großglockner

T. +43 48 76/82 26

info@taurerwirt.at

www.taurerwirt.at

DER KRAFTPLATZ

IN DEN BERGEN

In Kals am Großglockner, imitten der herrlichen

Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern, liegt das

Wanderhotel Taurerwirt. Hier spürst du die unberührte

Natur und tankst Lebensfreude mit all deinen Sinnen.

PACKAGE-TIPP

GROSSGLOCKNER-

GIPFELWOCHE

Mit den Kalser

Bergführern auf

Österreichs höchsten Berg

Taurerwirt-Gäste erleben die Natur

besonders intensiv bei sportlichen

Aktivitäten wie geführten Wanderungen

mit den Taurerwirt-Wander- und -Naturführern.

Oder auch bei herausfordernden

Gipfeltouren mit den Kalser Bergführern.

Natürlich vital …

Der Taurerwirt ist ein Gründerbetrieb

der „Best Alpine Hotels“. Heißt: beste

Bedingungen für Wanderfreunde, die eine

Vielzahl an Serviceleistungen rund ums

Wandern in Osttirol genießen.

Fotos: Wanderhotel Taurerwirt

6 Übernachtungen im Hotel

Taurerwirt-Verwöhnpension

Wohlfühlen im

„GlocknerSpa“

1 Hüttenübernachtung mit HP

auf der Adlersruhe

1 Großglockner-Gipfelbesteigung

mit Bergführer

1 Bergsteigermassage

(25 min)

ab € 883,– pro Person/Woche

Natürlich verwöhnt …

... wird der Gast vom Frühstücksbüffet

bis zum Abendessen – mit Produkten aus

Osttirol. Wild kommt aus dem Kalser

Jagdrevier, Milch- und Fleischprodukte

von Osttiroler Bauern, Forelle und Saibling

aus dem eigenen Fischwasser.

Natürlich vital …

Nach dem aktiven Naturgenuss können

sich die Gäste im „GlocknerSpa“ erholen.

Ein Highlight ist das „Gletscherschliff-Peeling“,

eine Eigenentwicklung der Familie

Rogl, die exklusiv im Taurerwirt angeboten

wird. Wohltuende Wärme bieten verschiedene

Saunen, Whirlpool und Pool.

Natürlich zu Hause …

Wohn- und Schlafqualität ist im Taurerwirt

besonders wichtig. Dazu gehört nicht

nur eine ruhige Lage mitten in der Natur.

Mit viel Liebe eingerichtet, bieten die

Zimmer viel Platz zum Wohlfühlen.

Natürlich mit Herz ...

Seit der Gründung 1937 ist der Taurerwirt

ein reiner Familienbetrieb, Tourismus

ist hier eine Leidenschaft. Alle Mitglieder

der Familie sind mit viel Freude

im Hotel tätig, sie sind naturverbunden

und haben für ihre Gäste unzählige Tipps

für einen unvergesslichen Aktiv- und Natururlaub

bereit.

SPORTaktiv

99


SCHÖFFEL PANTS CARACAS W

• ¾-Hose für Damen

• hochelastische, schnell trocknendes

Stretch-Material

• angenehm kühlende S.Café®-

ICE-CAFÉ-Technologie

PREIS (UVP): € 79,95

SCHÖFFEL JACKET

NEUFUNDLAND2 W

• atmungsaktiv, extrem leicht

sowie wasser- und winddicht

• S.Café®-Technologie aus nachhaltigem

Kaffeesatz-Faserverbund

für ein angenehmes

Tragegefühl

PREIS (UVP): € 199,95

www.schoeffel.com

MARMOT LIMANTOUR

PANT W

• leichte, vielseitige und

robuste Softshell-Hose

• wasser- und windabweisend,

trocknet rasch

• UV-Schutzfaktor 50

PREIS (UVP): € 120,–

MARMOT BANTAMWEIGHT

JACKET W

• Ultraleicht-Funktionsjacke

• das revolutionäre Pertex-

Shield-2,5-Lagen-Gewebe ist

besonders atmungsaktiv

• garantiert ausgezeichneten

Tragekomfort und bestmögliche

Bewegungsfreiheit

PREIS (UVP): € 300,–

www.marmot.de

VAUDE CROZ 3L JACKET III M

• sehr leichte Hardshelljacke

zum Bergsteigen

• wasserdicht, winddicht und

hoch atmungsaktiv

• kleines Packmaß und Gewicht

• umweltfreundlich & fair hergestellt

PREIS (UVP): € 300,–

www.vaude.com

LA SPORTIVA TX LIGHT

JACKET M

• Cordura-Verstärkung auf

den Schultern, um Abrieb

vorzubeugen

• helmkompatible Kapuze

• Reißverschlusstasche

auf dem Ärmel

• elastisch

PREIS (UVP): € 139,–

www.lasportiva.com

VAUDE BADILE SHORTS M

• kurze Softshell-Hose für

Bergtour und Klettersteig

• 80 % winddicht, hoch atmungsaktiv

und elastisch

• alle Taschen mit Reißverschluss

• umweltfreundlich und fair

hergestellt

PREIS (UVP): € 95,–

LA SPORTIVA TX PANT EVO M

• Material: Polyamid mit

Elastan

• Stretchhose aus Ripstop-

Polyamid

• zwei große Taschen mit

Reißverschluss

• Reguliersystem an der Taille

• PFC-frei

PREIS (UVP): € 119,–

Fotos: Hersteller

100 SPORTaktiv


GEGEN

WIND UND

WETTER

DIE AKTUELLEN OUTDOOR-

JACKEN UND -HOSEN IM ÜBERBLICK

ORTOVOX MERINO PROTECT - WINDBREAKER M

• winddicht, wasserabweisend dank

DWR-Beschichtung

• hohe Atmungsaktivität

• minimales Packmaß, Leichtgewicht: 136 g

• Merino on Skin

PREIS (UVP): € 190,–

www.ortovox.com

FJÄLLRÄVEN VIDDA PRO W

• eine Jacke für alle

Gelegenheiten

• praktische Details und

robustes G-1000 Eco aus

recyceltem Polyester und

Bio-Baumwolle

• vielseitiges, praktisches

Kleidungsstück für den

ganzjährigen Einsatz

PREIS (UVP): € 279,95

www.fjallraven.de

ORTOVOX MERINO SHIELD ULTRA LIGHT

- VAJOLET PANTS M

• hohe Abriebsfestigkeit

• 4-Wege-Stretch-Material, vorgeformter

Kniebereich

• schnell trocknend

• wasser- und windabweisend durch

DWR-Behandlung

PREIS (UVP): € 140,–

MAIER SPORTS HOSE NORIT 2.0 M

• technische Wander- und Trekkinghose

aus robustem und

leichtem Funktionsmaterial

• abriebfester Stoff, innen mit

Struktur, der auch bei schweißtreibenden

Aktionen nicht auf der

Haut klebt

PREIS (UVP): ab € 119,95

FJÄLLRÄVEN VIDDA PRO

VENTILATED TROUSERS M

• anknüpfend an Fjällrävens meistverkaufte

Hosenmodelle Vidda und

Barents Pro

• sehr robuste Hose mit verbesserten

Belüftungsmöglichkeiten

PREIS (UVP): € 179,95

SALEWA PEDROC 2 GTX ACT

JACKET M

• ergonomische Ärmel und

Schultern für guten Fit

• wasserdicht verarbeitet,

alle Nähte verschweisst

• reflektierende Details für

bessere Sichtbarkeit

PREIS (UVP): € 350,–

www.salewa.com/de-it

SALEWA AGNER LIGHT DST

ENGINEER M PANT M

• funktionale, gerade Passform

• leichtes, wasserabweisendes,

dehnbares Durastretch-Material

• ergonomisch geformte, flache

und elastische Taillenbund

PREIS (UVP): € 120,–

MAIER SPORTS JACKE

JACOB M

• Fernwanderjacke mit patentiertem

Rucksack-Regencape

zum Andocken

• perfekter Regenschutz und

sehr atmungsaktiv dank

mTEX 20.000

• elastisches Material garantiert

viel Bewegungsfreiheit

PREIS (UVP): ab € 299,95

www.maier-sports.com

SPORTaktiv

101


WILDSCHÖNAU TOURISMUS

A-6311 Wildschönau

T. +43 53 39/82 55-0

info@wildschoenau.com

www.wildschoenau.com

AUSZEIT

IN TRAUMLAGE

Weite Bergblicke, unvergessliche Wandererlebnisse

und charmante Bilderbuchdörfer: Die Wildschönau

liegt im „Herzen Tirols“ und lädt zur sommerlichen

Auszeit in Traumlage ein.

URLAUBSANGEBOTE

3 ÜN in einer Pension mit

Frühstück ab € 87,– p. P.,

in einem Hotel/Gasthof*** mit

Halbpension ab € 150,– p. P.

5 ÜN im Appartement

ab € 270,– p. P.

Die Wildschönau Card ist automatisch

inkludiert – mit kostenlosen

Urlaubsleistungen wie:

Sommer-Bergbahnen, Freibad,

geführte Wanderungen,

Museen u. v. m.

Ab in die Berge

300 Kilometer gut gepflegte Wanderwege

bieten Gipfeltouren bis auf 2309

Meter, gemütliche Almwanderungen und

Themenwanderungen zum Sonnenaufgang

oder ins versteckte Naturmoor. Mit den

Gratis-Sommer-Gondelbahnen geht es

bequem auf das Markbachjoch und den

Schatzberg, wunderbare Ausblicke auf

Wilden Kaiser und die Kitzbühler Alpen

inklusive.

Auf ganz Ambitionierte wartet die

ultimative Challenge: 3000 Höhenmeter,

50 Kilometer und 24 Stunden sind bei der

„kitzalp24“-Wanderung die herausfordernden

Eckdaten.

Mit dem Bike unterwegs

Mit dem E-Bike kommt man ganz easy auf

die Almen der Region. In diesem Sommer

wollen zudem neue, spannende Mountain-

bikerouten entdeckt werden. Wer einmal

etwa Neues probieren will: Bei der geführten

„E-Bike- & Hike-Tour“ geht es zu Fuß

und per Bike zu den schönsten Plätzen.

Auf kulinarischer Entdeckungsreise

Kein Wandertag ohne Almeinkehr:

Schmankerl wie Pressknödel oder

Brezensuppe schmecken am Berg gleich

doppelt so gut. Schmackhaften Käse gibt

es bei den Käsereien Holzalm und Schönangeralm.

Und einen „Krautinger“, den

einzigartigen Rübenschnaps der Wildschönau,

muss man ohnehin probiert haben!

EVENTS

22. 6.: Sonnwendfest mit Abendgondelfahrt

13.+14. 7.: 24-Stunden-Wanderung „kitzalp24“

8.–11. 8.: Wildschönauer Talfest

Fotos: Wildschönau Tourismus, Alex Mayr

102 SPORTaktiv


WILLKOMMEN

AUF TOP-NIVEAU

WELCOME HOME!

Wandern bedeutet Natur erleben – den Duft frischer

Gräser, die reine Bergluft, das Rauschen glasklarer

Gebirgsbäche und dazu Top-Service bei Falkensteiner.

Erleben Sie die Berge auf neuem Niveau.

welcomehome.holiday/hike

SPORTaktiv

103


WANDER

SCHÖN

... MIT DEN NEUEN OUTDOOR-HEMDEN, DIE

FESCH UND FUNKTIONELL SIND.

SCHÖFFEL BLOUSE

KAPSTADT M

• 100 % Lyocell-Material,

aus rein natürlichen und

nachhaltigen Rohstoffen

• mit MTS-Technologie –

damit kann Feuchtigkeit

bei Aktivität besonders

schnell abtransportiert

werden

PREIS (UVP): € 79,95

www.schoeffel.com

LÖFFLER TREKKING-HEMD M

• schnell trocknend

• atmungsaktives Funktionswebstoff-Hemd

• ausgestattet mit Zip-Brusttasche,

Knopfleiste

• modisches Karo-Design

PREIS (UVP): € 69,90

www.loeffler.at

FJÄLLRÄVEN FJÄLLSLIM

SHIRT LS M

• 75 % Polyester, 23 %

Baumwolle, 2 % Elastan

• wärmend und feuchtigkeitsregulierend.

• leichter Stretchanteil für

hohe Bewegungsfreiheit

• Brusttaschen mit Patte

und Knopf

PREIS (UVP): € 99,95

www.fjallraven.de

MARMOT AEROBORA SHORT

SLEEVE

• Funktionshemd im Casual-Look

mit UV-Schutzfaktor 25

• besonders atmungsaktiv, schnell

trocknend und leicht

• garantiert damit einen tollen

Tragekomfort auch bei intensiver

Belastung

PREIS (UVP): € 60,–

www.marmot.de

Fotos: Hersteller

104 SPORTaktiv


Photos: William Woodward

Rule

the Rain

20 Jahre voller wochenlanger Camping-Trips, tagesfüllender

Klettertouren und monatelanger Treks bei strömendem Regen

und heftigen Schauern haben PreCip zu unserem absoluten

Bestseller in der Kategorie Regenbekleidung gemacht. Aber

Erfolg kann nur ein Ansporn für stetige Verbesserung sein. Mach

Dich bereit – und starte in den Regen!

precip ®

eco

Men’s & Wm’s Precip Eco Jacket

PFC

FREE

DWR

recycled

fabric

100% PFC-freie DWR 100% recyceltes Nylon

Wasserdicht

10.000 mm

Atmungsaktiv

10.000 MVTR

SPORTaktiv

105


GIPFELGLÜCK

FÜR JEDEN

GESCHMACK

In Saalbach Hinterglemm finden

sportliche Alpinisten genauso

wie gemütliche Genusswanderer

bestimmt ihre Lieblingstour.

Saalbach Hinterglemm ist das ideale

Basislager, um die umgebende Bergwelt

zwischen den sanften Hügeln der

Pinzgauer Grasberge und den schroffen Spitzen

der Kitzbüheler Alpen zu erkunden. 400 Kilometer

beschilderte Wanderwege warten darauf,

entdeckt zu werden. So findet sowohl der

sportliche Alpinist wie auch der gemütliche Genusswanderer

seine individuelle Lieblingstour.

Herausforderungen meistern

Die neue Weitwanderung im Talschluss ist

lang, enorm aussichtsreich und unheimlich

lässig! Mit rund 1700 Höhenmetern, fünf Gipfeln

und 22 Kilometern führt der „Home of

Lässig“-Walk mitten hinein ins Naturerlebnis.

Der Hinterglemmer Talschluss ist ein idealer

Rückzugsort für Wanderer – fern der Lifte und

Biketrails. Die Route inkludiert zwar ein paar

gerade bei Locals sehr beliebte Gipfel. Dennoch

wird man auf dieser Tour im Talkessel unter

Garantie Ruhe und einsame Momente finden.

Ein Highlight für ausdauernde Gipfelstürmer

ist die Tour der „Seven Summits of Saalbach

Hinterglemm“. Gute Kondition und Trittsicherheit

sowie die richtige Ausrüstung sind

allerdings Voraussetzung für diese anspruchs-

volle Höhentour mit neun Stunden Gehzeit, 24

Kilometern Wanderstrecke und 1413 Höhenmetern.

Die Route verläuft stets über der

2000er-Grenze und liefert grandiose Ausblicke.

Die Wander Challenge Wochen:

Vom 14.–28. September 2019 finden erstmals

die Saalbach-Wander-Challenge-Wochen statt.

Dabei werden innerhalb einer Woche alle drei

Fotos: saalbach.com, Mijra Geh, Daniel Roos

106 SPORTaktiv


MEHR INFOS

saalbach.com

Die Region Saalbach

Hinterglemm ist ein

Paradies für Höhenmeter-

Jäger genauso wie für

outdoorbegeisterte

Familien.

Wanderungen der Saalbach-Wander-Challenge

mit erfahrenen Wanderführern durchgeführt.

Die drei Wandertage werden fix in der Woche

verteilt, wobei man individuell entscheiden

kann, in welcher Reihenfolge man die einzelnen

Wanderungen in Angriff nimmt.

Ein Wanderparadies für Familien

In Saalbach Hinterglemm wird der Familie

ein besonderer Stellenwert zugeschrieben, denn

in unserer schnelllebigen Zeit ist die Familie

von großer Bedeutung. Spaß und Spannung

stehen ganz oben auf der Liste, um den Kindern

die nötige Action zu bieten. Am Montelino’s

Erlebnisweg am Kohlmais gilt es, dem

kleinen Clown zu helfen und seine Spielsachen

und Freunde wiederzufinden. Nur so erhält

er schließlich sein Lachen wieder zurück. Am

Berg Kodok wartet auch schon das nächste

Abenteuer! Hier am Reiterkogel wurde dem

Clown seine Mütze vom mürrischen Kobold

Kodok gestohlen. Wer kann sie wiederfinden

und somit das Rätsel lösen? Mystische Stunden

kann man im Märchenwald mit Frau Holle,

Rotkäppchen und Co. verbringen. Sportliche

Familien erwandern zusätzlich zu den drei Erlebniswegen

noch den Schattberg-Mittelgipfel

und Entdecker erkunden den Talschluss und

seine Tierwelt über den Baumzipfelweg. Zusammen

bilden diese fünf Wege die Kids-Wander-Challenge,

bei der als Belohnung der goldene

Clown auf die Kleinsten wartet.

SPORTaktiv

107


AUF

ALLEN

BERGEN

IST RUH

… AUF ALLEN

TRAILS

SPÜREST DU –

KAUM

EINEN HAUCH

VON ZWIST.

FREI NACH

JOHANN

WOLFGANG

VON GOETHE

HABEN WIR UNS

GEFRAGT,

WIE DAS

FRIEDLICHE

MITEINANDER

ZWISCHEN

WANDERERN

UND BIKERN

GELINGEN

KANN. BEIM

BIKE-PIONIER

SAALBACH

IST MAN

SCHON

SEHR WEIT.

VON KLAUS MOLIDOR

Plötzlich knackst es im Unterholz,

es surrt, klappert, rattert. Und

wie aus dem Nichts schießen behelmte

Gestalten auf zwei Rädern durch

den Wald bergab. Der Aaaaaaaaachtung-Schrei

ertönt zeitgleich mit des

Wanderers Sprung ins Dickicht, so kurz

war die Reaktionszeit von den ersten

Signalen bis zur Begegnung der beiden

Gruppen im Wald. Nix passiert, Gott

Fotos: saalbach.com Daniel Roos, MirjaGeh

108 SPORTaktiv


sei Dank. Die Szene ist übrigens nicht

künstlerischer Freiheit entsprungen oder

reine Fiktion zur Stimmungsmache, sondern

tatsächlich passiert. Eine Szene, wie

sie übers ganze Bundesgebiet verstreut

sicher immer wieder vorkommt.

Und jetzt kommen die Sommerferien

und mit ihnen viele Vertreter beider

Gruppen, die Erholung und Spaß in

den Bergen suchen. Wie kann nun die

friedliche Koexistenz aber gelingen?

„Wir sind da als Tourismusregionen

gefordert“, sagt Hans Eder, Obmann

der Salzburger Wanderführer aus Saalbach-Hinterglemm.

Die Region gilt als

Bike-Vorreiter und hat als eine der ersten

Österreichs gezielt um Biker geworben.

„Wir haben Angebote geschaffen,

damit Biker legale Möglichkeiten haben“,

sagt Eder. Für ihn der Königsweg

zum gedeihlichen Miteinander. Kanalisierung

statt Konflikt.

Die „Gegenseite“ sieht das gleich.

Manuel Hirner, in Saalbach für den Eventbereich

zuständig, ist leidenschaftlicher

Biker. „Wir schauen, dass wir

niemandem etwas wegnehmen. Daher

versuchen wir, wo es geht, parallel zu

den Bike-Trails neue Wanderwege zu

erschließen.

SPORTaktiv

109



DA REGEN SICH

LEUTE AUF, DASS DIE

BIKER MIT GONDELN

RAUFFAHREN UND

DASS SEILBAHNEN

DIE LANDSCHAFT

ZERSTÖREN – SITZEN

DABEI ABER NEBEN

MIR IN DER GONDEL.

beifahren freundlich und bedanke mich.

So gibt es nie Probleme.“ Dass manche

Biker mit Vollbremsung und spritzendem

Schotter auf sich aufmerksam machen,

kann er nicht verstehen. „Total asozial so

was“, schüttelt er den Kopf.

Was es für die Zukunft auf alle Fälle

braucht, sind „Top-Beschilderungen

und Top-Kartenmaterial“, wie er erklärt.

„Sonst nutzen Biker einfach Apps mit

GPS-Routen, auf denen aber nicht vermerkt

ist, ob Biken dort erlaubt ist, ob es

ein shared trail oder ein reiner Bike-Trail

Von einer gänzlichen Trennung hält

Eder wenig bis gar nichts. „Viele Leute

sind ja gemeinsam hier. Die einen wandern,

die anderen fahren mit dem Bike

auf den Berg. Die wollen sich doch oben

auf der Hütte treffen und gemeinsam

essen und trinken.“ Und so nebenbei

werden dabei vielleicht auch noch Berührungsängste

ab- und Verständnis für

die andere Seite aufgebaut. „Das ist ganz

wichtig. Viele Leute biken ja im Urlaub

nicht ausschließlich, sondern gehen

auch wandern“, sagt Hirner. Dadurch

könne man sich in die andere Seite hineinversetzen

und Vorurteile abbauen.

„Ich wandere ja auch, bin begeisterter

Trailrunner und eben auch Biker.“

Begegnen können sich beide Seiten

auch auf Wegen, wo beides erlaubt ist,

den sogenannten „shared trails“. „Die

sind aber auch nicht überall sinnvoll“,

meint Eder, der auch Wegemacher ist.

„An manchen Stellen haben einfach

nicht beide Seiten Platz.“ Generell orten

sie schon viel Verständnis für die

gegenseitige Outdoor-Lust. „Schwarze

Schafe gibt es aber eh überall. Mit einem

ordentlichen Angebot vor allem für

Enduro- und Downhill-Fahrer schaffen

wir aber ein friedliches und ungefährliches

Miteinander.“ Allen recht getan ist

eine Kunst, die keiner kann, lautet ein

Sprichtwort. Hirner kennt das aus der

Praxis. „Da regen sich Leute auf, dass

die Biker mit den Gondeln rauffahren

und dass Seilbahnen die Landschaft

verschandeln, sitzen im selben Moment

aber neben mir in der Gondel.“

Sehr viele Biker radeln aber ohnehin

eine Forststraße rauf und wieder runter.

„Mit denen gibt es überhaupt kein Problem.

Da funktioniert das Miteinander

reibungslos. Da hält ein Wanderer schon

einmal einem Biker das Gatter auf, damit

der nicht absteigen muss“, berichtet

Eder.

Von gesetzlichen Regelungen dagegen

halten weder Eder noch Hirner etwas.

„Verständnis und gegenseitigen Respekt

schaffen, das ist unser Ziel“, sagen beide.

Für Biker Hirner ist es selbstverständlich

sich bemerkbar zu machen, wenn er auf

einem Weg auf Wanderer trifft. „Ich rufe

dann schon rechtzeitig, lächle beim Vorist.“

Überhaupt will er die Gruppen auch

nicht so scharf trennen. „Es sind doch

alles Leute, die Freude an der sportlichen

Bewegung in der Natur haben.“

Neben dem reibungslosen Miteinander

geht es ihm auch um den Schutz des

gemeinsamen Erholungsraumes, der Natur.

Dafür will er Bewusstsein schaffen.

„Dass man nicht um 5 Uhr früh schon

durch den Wald shreddet, weil man das

Wild aufweckt und aufschreckt. Dass

man auf Tafeln ausweist, wann die Trails

und Wege zu benützen sind und wo

man aus welchen Gründen nicht fahren

sollte, weil zum Beispiel Tiere in Gefahr

sind oder Erdarbeiten im Gange.“ Aufklären,

aktiv informieren, Verständnis

schaffen. Das geht auch in kleineren

Regionen, die nicht über das Wege- und

Seilbahnnetz eines Bike-Riesen wie

Saalbach verfügen. „Tafeln, auf denen

Aufklärung betrieben wird, kann man

überall aufstellen. Dann kann sich schon

einmal niemand rausreden und sagen, er

habe von nichts gewusst.“ Rücksicht aufeinander

nehmen kann man auch überall.

„Es geht nur miteinander. Man kann

den Bike-Sport ja nicht auslöschen.“

Die Biker in die Illegalität treiben löst

keine Probleme. „Und gegenseitiges

Aufhetzen auch nicht“, sagt Hirner.

110 SPORTaktiv


Unser Hotelangebot: Ganzjährig geöffnet – 200 Betten, Hallenbad, 25 m Becken –

mit 300m 2 Wasserfläche, Sauna- & Spa-Bereich, Kosmetik & Massagen, Fitness-Studio,

Tennishalle, Squashbox, Minigolf ...

Gaumenfreuden: Frühstücksbuffet, Mahlzeiten in Buffetform, regionale –

österreichische und mediterrane Köstlichkeiten, heimische Produkte

Nationalpark-Sommercard mit 60 Inklusivleistungen: Tagesticket – Großglockner-

Hochalpenstraße, Eintritt – Nationalparkzentrum Mittersill, Krimmler Wasserfälle,

Panoramabahn Kitzbüheler Alpen, Bergbahnen Wildkogel, Weißsee Gletscherwelten,

Freibäder und Badeseen, und vieles mehr ...

Idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge: Salzburg, Innsbruck,

Kitzbühel, Swarovski Kristallwelten, Lienz, Dolomiten, Zell am See ...

Die Region der unendlich

vielen Möglichkeiten:

• über 5000 km Wanderwege

• über 1000 km Rad- & Bikewege

• 266 Dreitausender

• 7 Bergbahnen in der Umgebung

• 6 x geführte Wanderungen

pro Woche

Gratis für unsere Hotelgäste!

Mit der Nationalpark Sommercard

über 60 Inklusivleistungen,

maximale Mobilität sowie viele

weitere Ermäßigungen genießen!

Sporthotel Kogler, Hallenbadstraße 1 · 5730 Mittersill

T +43 (0)6562 4615 · F +43 (0)6562 4612-444

info@hotel-kogler.at · www.hotel-kogler.at


DAS NATIONALPARK

WANDERDORF

Mittersill-Hollersbach- Stuhlfelden

ist Salzburgs Nationalpark

Wanderdorf. Von dort aus kann

man Touren in den Grasbergen

der Kitzbüheler Alpen genauso

unternehmen wie zu den

3000ern des Nationalparks

Hohe Tauern aufbrechen.

Und einfach eine

gute Zeit verbringen.

Umgeben von den 3000ern des

Nationalparks Hohe Tauern und

den sanften Grasbergen der

Kitzbüheler Alpen, ist Mittersill-Hollersbach-Stuhlfelden

der ideale Ausgangspunkt

fürs Wandern und Bergwandern.

Ob auf idyllischen Wald- und

Wiesenwegen oder auf schmalen steinigen

Pfaden den Gipfeln entgegen: Es

führen unzählige markierte Wege aller

Schwierigkeitsgrade von Mittersill und

den umliegenden Orten aus zu immer

neuen Zielen.

15 zertifizierte Wanderbetriebe

Sechs geführte Wanderungen pro Woche

werden in der Hauptsaison, drei in der

Fotos: Mike Huber

112 SPORTaktiv


Nebensaison angeboten – da schlägt

das Wandererherz höher! Das Highlight

dabei: Die Touren beginnen

und enden jeweils vor dem eigenen

Hotel, weil der kostenlose Wandershuttle

Gäste an den Startpunkt

ihrer geführten Tour bringt und sie

danach wieder abholt. Das Wanderprogramm

besticht mit der Kompetenz

der Nationalpark-Ranger und

lokalen Bergführer. Wer aber lieber

auf eigene Faust losmöchte, dem sei

der „Wanderguide“ mit über 65 beschriebenen

Touren empfohlen.

Im Nationalpark Hohe Tauern

kommen aber auch Radfahrer auf

ihre Kosten, vom gemütlichen Tauernradweg

entlang der Salzach bis

hin zu anspruchsvollen Mountainbikestrecken.

Routen unterschiedlicher

Schwierigkeit machen Mittersill-Hollersbach-Stuhlfelden

insgesamt

zu einer der reizvollsten Radregionen

Österreichs. Die

Panoramabahn Kitzbüheler Alpen

bringt Bike und Biker in die Kitzbüheler

Alpen.

Golfer sind beim GC Hohe Tauern

richtig: Der abwechslungsreiche,

flach angelegte 18-Loch-Platz

ist eingebettet in das großartige Panorama

der umliegenden Berge. So

wird Golfen zum perfekten Naturerlebnis.

INFOS & BUCHUNGEN

MITTERSILL PLUS GMBH.

welcome@mittersill.info

www.mittersill.info

VERANSTALTUNGS-TIPP

HOHE TAUERN WANDERTAGE

Fr., 6. 9.: Musikalische Wan derung

mit Harry Prünster

Sa., 7. 9.: Wandermarathon mit

10-, 20- und 42 km-Strecke

So., 8. 9.: Kulinarische Wanderung

mit Nationalparkjause

SPORTaktiv

113


ANNA WEISS

31, DEGGENDORF (D),

GEBÜRTIGE NIEDERBAYERIN.

EINST FLUGBEGLEITERIN BEI

LUFTHANSA, MITGRÜNDERIN

EINES SPECIAL-INTEREST-

VERLAGS, CO-FOUNDER VON

BLOOMERS OUTDOORS UND

GRÜNDERIN DES EUROPEAN

WOMEN’S OUTDOOR SUMMIT.

DER THINK TANK BLOOMERS

OUTDOORS BEMÜHT SICH

UM DIE FÖRDERUNG VON

FRAUEN UND MÄDCHEN IN

DER OUTDOORBRANCHE UND

HAT DIE WAHRNEHMUNG DER

GESCHLECHTERROLLEN IN WORT,

BILD UND KOMMUNIKATION IM

FOKUS UND FÖRDERT VIELFALT.

INSPIRIERT VON DER US-FRAU-

ENRECHTLERIN AMELIA

BLOOMER (1818 –1894), DIE DIE

FRAUENKLEIDUNG REVOLUTIO-

NIERTE UND DAFÜR KÄMPFTE,

DASS FRAUEN RAD FAHREN

DÜRFEN.

EUROPEAN WOMEN’S

OUTDOOR SUMMIT

#TOOLSFORCHANGE

WWW.EUROPEAN-

WOMENS-OUTDOOR-SUMMIT.

COM, 12. BIS 15. SEPTEMBER

IN FLIMS (SUI)

DAS INTERVIEW MIT ANNA

WEISS IN VOLLER LÄNGE AUF

WWW.SPORTAKTIV.COM

Warum sind Experten

meistens Männer?

Weil wir es gewohnt sind,

dass Männer ihre Stimmen

erheben. Wem das zu pathetisch

ist, der sollte 2019 mal darauf achten,

wie oft und zu welchen Themen Frauen

als Expertinnen zurate gezogen werden,

z.B. im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“

oder in den zahlreichen Outdoorsport-Magazinen.

In der Outdoor-Branche kommt

hinzu, dass viele über Jahre gewachsene

Männernetzwerke aus Firmengründern,

Journalisten und Sportlern existieren. Da

ist es einfach und bequem, auf einen Experten

im Netzwerk zurückzugreifen. Wir

Frauen sind oft viel zu kritisch mit uns

selbst. Hier dürfen wir Frauen an uns und

an unseren Beziehungen untereinander arbeiten

– denn es gibt so unglaublich viele

talentierte Expertinnen, und zwar in sämtlichen

Branchen.

„Der Sport“ gilt allgemein als

männlich. Warum?

Dass es gar nicht so wenige Frauen z.B.

unter den Bergsteigern gab, zeigt die

Südtirolerin Ingrid Runggaldier in ihrem

hervorragenden Buch „Frauen im

Aufstieg“. Eine kürzlich erschienene

EU-Studie zeigte, dass in den Sportmmedien

90 Prozent der Artikel in Europa

noch immer von Männern geschrieben

werden – und ganze 85 Prozent von

männlichen Sportlern handeln. Deren

„männlich sozialisierte“, oftmals auf

Leistung fixierte Sichtweise prägt natürlich

unser Bild des Sports.

Wie bekommen etwa Klettern, Kajak,

Wellenreiten oder Biken ein

weibliches Image?

„Weiblich“ – was ist das überhaupt?

Schreibt eine kurze Definition davon

auf. Wenn ihr Frauen seid: Überlegt,

Foto: Ines Männl Fotografie

114 SPORTaktiv


WEIBLICH?

WAS

IST DAS

ÜBERHAUPT?

ANNA WEISS SETZT SICH FÜR NEUE

FRAUENBILDER IM OUTDOORSPORT EIN.

TYPGERECHT, VIELFÄLTIG, ZEITGEMÄSS, MIT HUMOR.

ÜBER MÄNNERNETZWERKE, TOILETTENGESPRÄCHE

UND DIE SCHÖNSTE FARBE DER MACHT.

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL

Gender Roles kritisiert: Der geile Typ

hängt in der Wand oder fetzt im Bikepark,

die entspannte Dame wartet auf

ihn am Pool.

Die Destinationen transportieren größtenteils

immer noch das Bild vom Pärchen-

oder Familienurlaub. Dabei wachsen

die Zahlen, was Urlaub unter Frauen

angeht, seit Jahren kontinuierlich. Und

nicht nur im Bereich Wellness, sondern

auch im Outdoorsport – und selbst in so

exotischen Angeboten wie „Tauchen mit

dem weißen Hai“. Das Abkommen davon,

überkommene Rollenbilder ins Unendliche

zu reproduzieren, und stattdessen

einen jungen, frischen und vor allem

zeitgemäßen Ansatz zu wählen, birgt

auch großes wirtschaftliches Potenzial.

was euch ansprechen würde. Wenn ihr

Männer seid: Überlegt, was eure Frau,

Freundin, Mutter, Tochter, Schwester,

Arbeitskollegin ansprechen würde.

Wenn ausschließlich ein Bild gezeigt

wird, ist das meist die prototypische

Frau. Dabei geht es um Vielfalt, Vielfalt,

Vielfalt. Kein Mensch wird gerne in

Schubladen gesteckt.

Mangelt es an passenden Vorbildern?

Wer kennt eine weiblichen Free-

Solo-Climberin? Wer die weibliche

Bike-Weltmeisterin?

Es gibt in jeder Sportart Frauen, die

durch außergewöhnliche Leistungen

auffallen. Ergänzend ist aber zu fragen:

Ist denn Leistung das Einzige, was ein

Vorbild ausmacht? Umfragen zeigen,

dass Frauen ihre Vorbilder nicht nur unter

Spitzenathletinnen ausmachen, sondern

auch unter denjenigen, die ihnen

ähnlich sind – oder die beste Freundin

sein könnten. Das ist beileibe noch

nicht bei allen Firmen angekommen.

Außerdem investieren viele Firmen lieber

weiterhin in Fotoshootings mit Models,

anstatt ihre Athletinnen zu pushen.

Die Big-Wave-Surferin Keala Kennelly

kann ein Lied davon singen, was es

heißt, nicht zu 100 Prozent dem gängigen

Schönheitsideal einer Surferin zu

entsprechen. Trotz ihrer bahnbrechenden

Erfolge musste sie stets um ihr

Sponsoring kämpfen.

Was können wir tun?

In der Industrie: Quote, Quote, Quote.

In der Medienlandschaft: Quote, Quote,

Quote. Wollen ist Können. Nichtkönnen

ist Nichtwollen.

Auf der Eurobike hast du die klassische

Tourismuswerbung in Bezug auf

Was versäumen Werbung und Marketing,

wenn sie auf falsche Bilder und

Signale bei Körpersprache, Farben und

Formen setzen? Könnten sie ihre Kunden

nicht noch viel besser erreichen?

Die ganze Thematik wird sicher noch

Fahrt aufnehmen. Die Gesellschaft

nimmt sexistisches Marketing in weiten

Teilen nicht mehr hin. Digitale Shitstorms

werden handfeste Umsatzeinbußen

nach sich ziehen. Im Gegensatz

dazu werden Firmen, die sich mit einem

authentischen, vielfältigen Frauenbild

beschäftigen, zu den Gewinnern zählen.

Die Dove-Kampagne „Real Beauty“ verhalf

dem Konzern Unilever zu einer

spektakulären Umsatzsteigerung. Neben

Nachhaltigkeit wird Female Empowerment

das Thema der nächsten Jahre.

Wie transportiert man weibliche

Images intelligent und smart?

Indem man möglichst viele unterschiedliche

Mädchen und Frauen befragt, zeigt

und unterstützt. Indem man darauf achtet,

dass die Frauen nicht nur die passive

Rolle einnehmen. Also z.B. der Mann

SPORTaktiv

115


hält die Karte in der Hand und weiß,

wo’s langgeht, die Frau himmelt ihn an.

Und Humor. Humor ist immer gut.

Welche Firmen, Marken oder Tourismusregionen

schaffen das jetzt schon

ganz gut?

Zum Beispiel die Always-Kampagne

„Like a Girl“. REI macht seit Jahren einen

guten Job, die „Force of Nature“-Kampagne

ist genial. The North

Face mit „She moves Mountains“. Und

neuerdings, wirklich großes Kino, weil

schnell, witzig, provokativ: die Commerzbank

mit ihrem Spot „Die

DFB-Frauen in 90 Sekunden.“ Tourismusregionen?

Hm. Ich würde sagen,

dass Deutschland, Österreich und

Schweiz da im Großen definitiv noch

Nachholbedarf haben.

Wie schaut dein ideales, weibliches

Werbesujet für den Outdoorurlaub in

z. B. Salzburg oder Tirol aus?

Hm, auf jeden Fall würde ich immer die

einheimischen Akteurinnen miteinbeziehen

statt Models. Dreckig, provokativ,

humorig, den Alltag der Frauen verstehend,

empowernd.

Gibt es weibliche Tabuthemen, die

längst angesprochen werden müssten?

Ja. Und zwar mit großem Tamtam und

öffentlich, damit eine Debatte entstehen

kann. Solche Tabuthemen werden allenfalls

auf der Damentoilette besprochen.

Ich nenne sie „Restroom Talks“. Seit

wir mit Bloomers gestartet sind, habe

ich Hunderte solcher Gespräche geführt

oder Geschichten geschickt bekommen.

Wo es brennt? Schlechtere Bezahlung

und Konditionen. Sexistisches Verhalten

von Sprüchen bis hin zu Übergriffen.

Die Fixierung auf das Äußere. Und was

uns Frauen betrifft: unsere häufige Unfähigkeit,

ins Tun zu kommen oder Klartext

zu sprechen.

Du warst bei einigen Unternehmen mit

Workshops, z.B. bei KTM. Wie reagieren

die Firmen auf euren weiblichen

Input? Oder hat es Feigenblattfunktion?

Das ist ganz unterschiedlich von Firma

zu Firma. Viele Firmen sind im Gespräch

unglaublich neugierig und offen.

Da kommt dann oft das: „Wir wollen

schon so lange, wissen aber nicht, wie“.

Wenn es ans Investieren geht, machen

trotzdem viele einen Rückzieher. Nicht

so KTM. Beim Design Thinking Workshop

war die komplette Geschäftsführung

sowie die Leiter von Marketing

und Entwicklung anwesend und suchten

einen regen Austausch mit den Frauen.

Was wann umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

Aber der wichtigste Schritt ist

getan: Bewusstseinsbildung auf Managementebene.

Die ist leider häufig noch

mit ignoranten Machos besetzt, deren

Credo lautet: „Haben wir noch nie gemacht,

brauchen wir nicht“. Um im selben

Atemzug anzuheben: „Soooo, wir

Männer erklären euch Frauen jetzt die

Welt.“ Und nein, ich übertreibe nicht.

Welche Chancen bieten Social-

Media-Kanäle wie Instagram?

Fluch oder Segen?

Wie überall: beides. Zum einen macht

es die Sportlerinnen sichtbar. Zum anderen

steigert es den Druck, weil wir uns

alle möglichst perfekt in möglichst extremen

Situationen zeigen. An der hohen

Wand, im Powder, auf dem fetten Gipfel

etc. Wir inszenieren Outdoorsport im

Endeffekt auf die gleiche Weise wie die

Marketingverantwortlichen.

Du unterstützt ein Mountainbike-

Projekt in Afghanistan, vor allem auch

für Mädchen. Wie kam es dazu?

Abasha ist ein Verein, der sich für Wandel

durch Sport und Bildung für Ju-

An ihrem Bike liebt

Anna Weiß die

Farbe „Lazy Pink“.

„Die Mädchenfarbe

ist oft Gesprächseinstieg“,

sagt sie.

gendliche in schwierigen Verhältnissen

einsetzt. In Afghanistan unterstützt er

das von jungen Mountainbikern initiierte

Projekt „Drop & Ride“ – kurz für

„Drop the weapon and ride a bike“. Das

Besondere daran ist, dass Burschen und

Mädchen gemeinsam biken und Tricks

üben. Das ist in diesem krisengeplagten

und von Gewalt heimgesuchten Land

nicht üblich. Freie Menschen sind weniger

einfach zu unterdrücken. Wir freuen

uns nach wie vor über Fördermitglieder.

Wie gibst du dich selbst beim Sport?

Betont weiblich? Oder eben nicht …?

Betont weiblich ist ein gutes Stichwort.

Viele von uns meinen, unsere Weiblichkeit

in diesem „krassen Outdoorsport“

besonders betonen zu müssen. Frau will

alles sein, aber um Gottes willen kein

Mannsweib! Es gibt Studien dazu, wie

sich Outdoorsportlerinnen auf Social

Media darstellen und dass sich viele von

uns besonders gern mit lackierten Fingernägeln

zeigen, um das klarzustellen.

Wie gebe ich mich also betont weiblich?

Ich wähle Kleidung und Zubehör, in

dem ich mich wohlfühle, das meinen

Typ unterstreicht, meine Werte kommuniziert

und zu mir passt. Und ich fahre

ein rosa Mountainbike. Weil mir das

„Lazy Pink“ taugt. Und die „Mädchenfarbe“

oft Gesprächseinstieg ist. Ich erkläre

dann den verdutzten Zuhörer*innen,

dass sie meinen Führungsanspruch

untermauert. Denn Rosa ist „das kleine

Rot“ und war die längste Zeit die Farbe

der Macht.

Foto: David Schultheiß

116 SPORTaktiv


Lorenz

Frutiger

Grindelwald

Mountain guide

Climbing

a mountain

can be really

uncomfortable.

But that’s what

i love about it,

that’s where

i feel the most

alive, where

i rise up.

SPORTaktiv

117


EIN SEE UND 30

DREITAUSENDER

Vom Seerundgang

bis zur Hochgebirgs-

Gipfeltour: In Zell am

See-Kaprun wird jeder

Wandertag zum

unvergesslichen Erlebnis.

Pack die Wanderschuhe ein: Schneeglitzernde

Gipfel und dichte Wälder, blühende

Wiesen und glasklare Seen – Zell am

See-Kaprun motiviert dazu, die Berge zu Fuß zu

erobern. Im Zentrum des alpinen Abenteuers

stehen drei Berge: das Kitzsteinhorn mit seinem

Gletscher, die Schmittenhöhe und der Maiskogel.

Insgesamt führen rund 400 Kilometer

bestens ausgeschilderte Wanderwege durch die

Bergwelt zwischen den Pinzgauer Grasbergen,

dem Zeller See und den Hohen Tauern.

Besonders beliebt unter Wanderern ist der

Zeller Hausberg, die Schmittenhöhe, aufgrund

seines 360-Grad-Panoramas mit Blick auf über

30 Dreitausender-Berge und den Nationalpark

Hohe Tauern. Gemütlich oben angekommen

mit der modernen Porsche-Design-Gondel

Foto: Zell am See-Kaprun Tourismus GmbH.

118 SPORTaktiv


ZELL AM SEE-KAPRUN

TOURISMUS

T.: +43 65 42/770

welcome@zellamsee-kaprun.com

www.zellamsee-kaprun.com

Vom neuen „guestbook“-Themenweg entlang der Thumersbacher

Höhenpromenade hat man einen großartigen Blick auf den Zeller See,

die Stadt und ihren Hausberg, die Schmittenhöhe.

warten Wege für jeden Fitness-Level.

Der 2000 m hohe Berg kann auch mit

geführten Wanderungen entdeckt werden.

Von Kräutern und einer Kaiserin

Auf dem Weg vom Sonnkogel zur

Schmiedhof-Alm gibt es diesen Sommer

den neuen, sagenumwobenen Weg durch

den Wald zu entdecken. Interaktive

Stationen lassen Groß und Klein in die

Welt der Legenden eintauchen und Sagengestalten

kennenlernen. An der Station

„Tausend Stimmen“ werden durch

„Lauschtrichter“ die Geräusche der umliegenden

Natur stärker wahrgenommen

– Blätterrascheln und ferne Vogelgesänge

werden so hörbar.

Der Sisi-Rundweg, der wie die Sisi-Kapelle

am Gipfel Österreichs legendärer

Kaiserin gewidmet ist, führt in einer

halben Stunde bequem einmal rund um

den höchsten Punkt der Schmittenhöhe.

Entlang der Höhenpromenade zum

Sonnkogel laden Aussichtsplattformen,

Schautafeln, Murmeltierhöhlen, Holzfiguren

und ein Schaubienenstock zum

Entdecken ein.

Die Schmittenhöhe ist auch Ausgangspunkt

für längere Touren, etwa

über den Weitwanderweg „Pinzgauer

Spaziergang“ oder auf den benachbarten

Maurerkogel. Der Kräuterwanderweg

„Kraut & Ruam“ trumpft nicht nur mit

einer Vielzahl an heimischen Wildkräutern

wie Brennnessel und Löwenzahn

auf, sondern auch mit deren Verkostung

im Sonnkogel-Restaurant, wie pikante

Buchteln mit Kräuterfüllung oder

Wild-Leberkäse mit Brennesselspinat.

Digitale Begleiter für unterwegs

52 Wanderungen listet die digitale

Wandertourenkarte von Zell am See-

Kaprun auf – mit Streckenlänge, Höhenmetern

und Gehzeit. Die Auswahl

reicht vom halbstündigen Spaziergang

bis zur 21-km-Bergtour mit einigen

Tausend Metern Höhendifferenz. Unterwegs

sorgt die Zell-am-See-Kaprun-

Touren-App dafür, dass man immer

den richtigen Weg findet. Wer mit der

Summit-Lynx-App eincheckt, kann sich

überall digital ins Gipfelbuch eintragen

und fleißig Wandernadeln sammeln.

Die Zell-am-See-Kaprun Sommerkarte

ermöglicht kostenlose Berg- und

Talfahrten. Neben 40 Ausflugszielen ist

ab sofort auch die kostenlose Mobilität

inkludiert: Mit der Mobilitätskarte können

Urlauber alle öffentlichen Verkehrsmittel

im Pinzgau nutzen und sich umweltfreundlich

in der Region bewegen.

SPORTaktiv

119


Saalfelden-Leogang

Touristik

Mittergasse 21a

5760 Saalfelden

T.: +43 65 82/70 660-22

www.saalfelden-leogang.com/

wandern

Wander-Tipp:

Stoabergmarsch24 –

24-Stunden-Wanderung

(22./23. Juni)

EINFACH

WANDERN

SAALFELDEN-LEOGANG SETZT AUF RUHE

STATT AUF SCHNICKSCHNACK, AUF NATUR

STATT INSZENIERUNG. DIE ACTION KOMMT

TROTZDEM NICHT ZU KURZ.

B

ewegung in der Natur braucht kein großes

Drumherum. Feste Schuhe schnüren

und schon geht es los. Dieser Gedanke

und die Tatsache, dass Wandern nachgewiesenermaßen

positive Auswirkungen

auf die Gesundheit hat, haben in Saalfelden-Leogang

zum Konzept „einfach

wandern“ geführt. Die Idee dahinter:

Wandern allein ist absolut ausreichend.

Auf actionreiche Themenwege

wurde deswegen bewusst verzichtet.

Entlang der vielen Wanderwege gibt es

360-Grad-Sitzbänke aus Holz, auf denen

man sich eine gemütliche Pause gönnen

und gleichzeitig die Landschaft aus jedem

Blickwinkel betrachten kann. Die Waldschaukeln

laden die Wanderer ein, ihre

Aufmerksamkeit auf die Baumspitzen

und in den Himmel darüber zu lenken.

Besonders praktisch: das Stecken-Sharing.

An den Startpunkten der Wanderwege

wurden Wanderstock-Stationen

errichtet, an denen man sich den

passenden Holz-Wanderstock aussuchen

kann. Nach der Wanderung stellt man

ihn an der nächsten Station wieder ab.

Alm:Kultur

Tradition trifft Moderne – unter diesem

Motto werden im Rahmen des Salzburger

Almsommers von Juli bis September

wöchentlich Kunst- und Kulturprojekte

auf umliegenden Almen veranstaltet.

Von Konzerten über Lesungen bis hin

zu Schnitz- und Tanzworkshops werden

die Almen zu Kultur-Hotspots zwischen

Brauchtum und Zukunftsmusik.

www.saalfelden-leogang.com/almkultur

Fotos: Florian Lechner, Lolin

120 SPORTaktiv


CRIMP

TOURENSTÖCKE

EQUIPMENT

THIRTY 30 L

TOURENRUCKSACK

FLASK

TRINKFLASCHE

ICONIC

LEDERHANDSCHUHE

STABLAMPE

LED

stubai-sports.com

nuovoline.at | © Fotos: Stubai ZMV; Imagefoto, MaxMeissner.de


TRITTSICHER ZUM

BERGSCHUH

SICHERHEIT AM BERG HÄNGT AUCH AM

SCHUH. DAS BERGSCHUH-ANGEBOT IST

GROSS, ER MUSS ZUM FUSS UND ZUM

EINSATZBEREICH PASSEN. WIE FINDET

MAN DEN RICHTIGEN?

VON CHRISTOF DOMENIG

Wer auf einfachen Waldwegen

und ebenen Almböden geht,

braucht andere Schuhe als der

Hochgebirgs-Expeditionist mit schwerem

Gepäck und Gletscherquerung. So weit,

so einfach. Etwas komplexer ist die Suche

nach dem idealen Schuhwerk allerdings

schon, weil es zwischen den genannten

Extremen eben eine große Bandbreite im

Berg sport gibt. Beim Händler Giga sport

etwa hält man sich an die Kategoriesierung

des bayerischen Bergschuhherstellers

Meindl, erklärt Outdoor-Berater Martin

Purkathofer und kommt somit zwischen

„A“ und „D“ mit zwei Zwischenstufen

(„A/B“ und „B/C“) auf sechs unterschiedliche

Bergschuh-Kategorien.

Komfort und Stabilität

Ganz grundsätzlich lässt sich sagen: Je

einfacher die Wege, je kürzer und

schneller die geplanten Wanderungen

und je leichter das Gepäck, desto flexibler,

leichter und niedriger kann der

Schuh ausfallen. Auf ebenem Geläuf

hilft eine „weiche“, flexible Konstruktion

beim Abrollen, es geht sich damit

leichter, komfortabler und natürlicher.

Andererseits gilt: Je unbefestigter, unebener,

steiler und weiter die Wege werden,

je schwerer das Gepäck ist, desto

mehr Stabilität braucht man. Logisch:

Ist der Boden uneben, grob und steinig,

unterstützt eine steife Konstruktion die

Trittsicherheit und nimmt der Fußmuskulatur

einen wichtigen Teil der Arbeit

ab. Während sich umgekehrt ein „bequemer“,

weicher Schuh schwammig

anfühlt und die Muskeln zum kräfteraubenden

Mitarbeiten zwingt.

In den letzten Jahren ging der Trend

in Richtung Komfort und Leichtigkeit

– und dieser setzt sich auch heuer fort,

erklärt Bernd Fürtbauer, Outdoor-Expete

bei Intersport: „Es sind immer mehr

Menschen auf einfacheren Wegen unterwegs“,

sagt Fürtbauer, „oder man

geht nach der Arbeit schnell eine Runde

auf den Berg. Fürs kurze, schnelle Outdoorerlebnis

passen Multifunktionsschuhe

mit Low-Cut-Schnitt perfekt.“

Es ist jedoch auch festzuhalten, dass

es den Bergschuhherstellern seit einigen

Jahren immer besser gelingt, die beiden

„Pole“ Komfort und Stabilität miteinander

in Einklang zu bringen. „Die Materialien

werden besser und die Schuhe

generell leichter und strapazfähiger, über

die Kategorien hinweg“, sagt Bernd

Fürtbauer.

122 SPORTaktiv


Ein Blick auf die Sohle

Für den Härtegrad des Schuhs wesentlich mitverantwortlich

ist die Außensohle, erklärt Giga sport-

Experte Martin Purkathofer. Durch unterschiedliche

Materialmischungen lässt sich der Härtegrad

des Schuhs wesentlich beeinflussen. Kleiner Blick in

die „Trickkiste“ der Hersteller: „Bei Zustiegsschuhen

werden manchmal sogar unterschiedliche Härtegrade

der Sohle eingesetzt: mit festeren Schäumen

im vorderen und weicheren im hinteren Bereich“,

weiß der Gigasport-Experte.

Dass der Gummi auf dem Untergrund haftet, ist

ja die ureigenste Funktion der Außensohle – beim

„Grip“ hat es in den letzten Jahren aber auch bedeutende

Fortschritte gegeben. Was sich ebenso auf

die Stabilität auswirkt. „Viele Low-Cut-Schuhe sind

heute auch mit extrem gut haftenden Sohlen ausgestattet,

somit rutschfest und insgesamt stabiler. Für

steiniges, alpines Gelände sollte man dennoch lieber

auf stabilere Schuhe zurückgreifen“, empfiehlt Intersport-Experte

Fürtbauer.

Eine steife Sohle braucht man auch auf Klettersteigen,

wo auf den Stiften und Klammern das Körpergewicht

auf wenigen Quadratzentimetern lastet

und sich durch eine steife Sohle besser verteilt.

Foto: iStock

Zwei Paar Schuhe

„Monogamie“ ist in der Beziehung zwischen Bergfex

und Bergschuh übrigens keine gute Wahl: Wer

regelmäßig in den Bergen unterwegs ist, soll zumindest

zwei unterschiedliche Paar Schuhe verwenden,

empfehlen sowohl der Intersport- als auch der Gigasport-Experte.

Zumindest einen niedrigen und einen

hohen Schuh sollte jeder begeisterte Bergsportler

besitzen. Ein universelles Paar für möglichst

viele Einsatzbereiche könne man zwar in Betracht

ziehen, „aber der Spaß wird damit begrenzt sein“,

sagt Bernd Fürtbauer.

Sich beim Kauf beraten zu lassen, empfiehlt Martin

Purkathofer auch deshalb, weil Bergschuhe unterschiedlich

geschnitten sind, nicht jeder Schuh zu

jeder Fußform passt. Gute Verkaufsberater kennen

die Schnitte, erkennen die Fußform von Kunden

und wissen generell, worauf man beim Probieren

achten soll. „Bergschuhe eine Nummer größer kaufen,

weil der Fuß bei langen Touren dicker wird“,

empfiehlt Gigasport-Experte Purkathofer. „Mehrere

Modelle anprobieren und sich gut beraten lassen“,

empfiehlt auch Fürtbauer von Intersport. In der

Endauswahl soll dann last but not least auch das

Gefühl mitentscheiden, um den perfekten Begleiter

für viele Tausend Höhenmeter zu finden.

SPORTaktiv

123


PANORAMA-

UND FAMILIENBERG

SCHMITTENHÖHE

Ein sommer voll sonnenschein und

atemberaubender Panoramen erwartet Wanderer,

Familien und Abenteurer am Zeller Hausberg.

InfoCenter:

T. +43 65 42/789-211

www.schmitten.at

Gäste erreichen die Schmitten komfortabel

mit sechs modernen Sommerbahnen.

Oben angekommen kann der

Panoramaberg bei geführten Wanderungen

sowie auf den zahlreichen Erlebniswegen

erkundet werden. Den perfekten Einstieg

dafür ermöglicht die Höhenpromenade mit

Aussichtsplattformen, Thementafeln, einer

Murmeltierhöhle sowie einem Schaubienenstock

– und dem 360-Grad-Panorama

auf rund 30 Dreitausender auf dem Weg

zwischen Schmitten-Gipfel und Sonnkogel.

Neben dem höchstgelegenen E-Motocross-Park

Österreichs und dem Erlebniswanderweg

„Schmidolins Feuertaufe“ gilt es

ab diesem Sommer einen neuen Sagenwanderweg

zu entdecken.

Ein sagenumwobener Wanderweg erwartet

kleine und große Abenteurer ab sofort

auf dem Weg vom Sonnkogel zur Schmiedhof

Alm, im „Mystischen Wald“. Interaktive

Stationen lassen Groß und Klein die eine

oder andere Sagengestalt kennenlernen.

Am Ende des Weges wartet auf die kleinen

Entdecker ein Erlebnisspielplatz, während

Erwachsene den Ausblick genießen können.

Vielseitig und erlebnisreich

Während der eine bei „Yoga am Berg“-Lektionen

oder auch bei einem Jodel-Workshop

auf der Schmittenhöhe seine ideale

Entspannung findet, begeistern sich andere

für das Highlight „Kunst am Berg“: Kreativ

gestaltete Werke vereinen Landschaft,

Natur- und Kunstgenuss. Mehr als 30

überdimensionale Skulpturen und Objekte

können inmitten der schönen Berglandschaft

bewundert werden.

EVENT-HIGHLIGHTS

SOMMER 2019

Yoga am Berg, jeden Mittwoch von

03.07.–28.08.2019: Bewegung und Entspannung

vor herrlicher Kulisse

Schmitten-Bergfest, 8. September inkl.

Bergmesse, Alpencup-Ranggeln und Kinderprogramm

Schmitten-Downhill-Golf, 14. September

– Golferlebnis auf dem schönsten

Aussichtsberg mit Panoramablick auf

über 30 Dreitausender

Foto: Schmittenhöhebahn AG

124 SPORTaktiv


ERLEBNISURLAUB

AM GIPFEL DER GAUDI

FAMILY

ACTIVE WEEK

7 Übernachtungen

1 Bergerlebnis (Bergund

Talfahrt mit den

Bergbahnen Flachau)

täglich geführte

Erlebnis wanderungen

tägliches Familien-

Aktivprogramm

Preis: ab € 448,– im

Appartement (2 Erwachsene

und 2 Kinder bis

15 Jahre)

www.flachau.com/

summerspecials

ENTDECKE IN FLACHAU BEIM WANDERN,

KLETTERN, RAFTEN ODER BIKEN DIE

AUFREGENDE SEITE DES SOMMERS.

Fotos: bergermarkus.com

Flachau Tourismus

Hermann-Maier-Platz 1

5542 Flachau

T.: +43/64 57/22 14

info@flachau.com

www.flachau.com

Über Almwiesen springen, mit der

Alpen-Achterbahn „Lucky Flitzer“

ins Tal brausen, Straßenfeste feiern, neue

Sportarten ausprobieren und Freundschaften

fürs Leben schließen, so sieht er aus, der

„Gipfel der Gaudi“ in Flachau.

Bewegung für alle

Bei einem Sommerurlaub kommt Bewegung

in die ganze Familie: Das riesengroße,

kindertaugliche Natur- und Outdoor-Angebot

sorgt für Action, Fun und Abenteuer

und verwandelt jeden einzelnen Ferientag

in ein unvergessliches Erlebnis in der

Natur. Sportarten wie Segway, Rafting,

Canyoning, Stand-Up-Paddeling, Klettern,

Caving, bei dem es auf Entdeckungsreise

in Höhlen geht, Reiten, Mountainbike

oder Fatbike-Touren sorgen für echten

Nervenkitzel. Noch attraktiver macht den

Urlaub die Flachau Sommer Card, die es ab

einem Aufenthalt von zwei Nächten gratis

dazu gibt. Sie eröffnet weitere Möglichkeiten

wie die kostenlose Teilnahme am

täglichen Aktivprogramm mit geführten

Erlebniswanderungen, Fußballtraining und

Lagerfeuer oder den ermäßigten Eintritt in

die Familientherme Amadé.

Ruhe suchen und finden

Wer hingegen die Ruhe sucht, findet diese

bei Erlebniswanderungen und leichten

Wandertouren mit gemeinsamem Gipfelerlebnis:

einfach mit der Sommerbergbahn

auf den Berg schweben, zur nächsten Alm

wandern und das Leben genießen!

SPORTaktiv

125


AKTIVZEIT

IST WALDHOFZEIT

Aktiv- oder Entspannungsurlaub? Am besten beides!

Das ****Superior Hotel Ebner’s Waldhof am See bietet

ein unschlagbares Angebot für Körper, Geist und Seele.

Und wo? Am Fuschlsee im Salzburger Teil

des schönen Salzkammerguts.

****Superior Hotel

Ebner’s Waldhof am See

A-5330 Fuschl am See

T. +43 (0) 62 26/82 64

info@ebners-waldhof.at

www.ebners-waldhof.at

Imposante Bergwelten, Sonnenstrahlen auf

der Haut und die grandiose Kulisse des

glasklaren Fuschlsees: Dieser Mix ergibt die

besten Voraussetzungen für einen Aktivurlaub

mit unvergesslichen Relax-Momenten.

Am frühen Morgen wandert man im

taubedeckten Gras auf den Hausberg, den

Schober, wird belohnt mit dem herrlichen

Ausblick auf den Fuschlsee und spürt: endlich

Urlaub! Durchatmen, den Tag genießen

und sich auf das freuen, was noch kommt.

„Wir bieten unseren Gästen ganz individuelle

Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer

wertvollsten Zeit des Jahres – egal, ob beim

Wandern, Biken, Tennis, Golf oder Laufen.

Die Angebote in unserer Region sind schier

grenzenlos“, erklärt Seniorchef Herbert

Ebner. Ein modern ausgestattetes Fitnessstudio

im Hotel oder auch Highlights wie

Stand-up-Paddling werden angeboten. Ein

eigener Fitnesscoach berät und betreut die

Waldhofgäste. Ein Geheimtipp ist der 12

km lange Rundweg um den Fuschlsee.

Relax-Genuss vom Feinsten

„Tu deinem Körper Gutes, damit deine

Seele Lust hat, darin zu wohnen“: Das Zitat

von Teresa von Avila könnte passender

nicht sein. Wellness vom Feinsten und Genießer-Kulinarik

sind in Ebner’s Waldhof

am See die perfekte Ergänzung zum Sport.

Der 4000 m2 große Waldhof-SPA lädt mit

verschiedensten Saunen, Dampfbad oder

dem Kräuter-Solebad zum „Ankommen

und Loslassen“ ein. Alpine Wellness mit

heimischen Zutaten und Gewürzen wird

auch in der Vitalküche des Vier-Sterne-Superior-Hauses

großgeschrieben. Bewegungsreiche

Tage ergänzt mit erholsamer Wellness

und genussvollen Abenden: So ergeben sich

unvergessliche Urlaubsmomente im Ebner’s

Waldhof am See.

Fotos: Ebner‘s Waldhof am See

126 SPORTaktiv


HERZHAFT

FAMILIÄR

SPASS UND ERHOLUNG IN DER NATUR

STATT IN DER VIRTUELLEN WELT – DAS

FINDEN ERWACHSENE UND KINDER IN

ST. JOHANN IN SALZBURG.

Fotos: St. Johann/MirjaGeh

TVB St. Johann in

Salzburg

T. +43 6412/60 30

info@JOsalzburg.com

www.JOsalzburg.com

St. Johann in Salzburg liegt nur rund 60

km von der deutschen Grenze und der

Landeshauptstadt entfernt. Durch die zentrale

Lage ist die idyllische Kleinstadt mit

seinem Alpendorf der perfekte Ausgangspunkt

für Ausflüge im Salzburger Land. Vor

allem Familien fühlen sich in St. Johann

vollkommen zu Hause. Eine perfekte Infrastruktur,

speziell auf Familien eingestellte

Betriebe und eine atemberaubende Naturlandschaft,

so weit das Auge reicht.

Kinderparadies und Baumlehrpfad

Vor der Bergfahrt können sich die Kinder

bereits beim Abenteuerspielplatz direkt an

der Talstation der Alpendorf-Gondelbahn

„einspielen“. Eine weitere Attraktion für

Familien ist der Baumlehrpfad am Panoramaweg,

an dem über 30 Nadel- und

Laubbaumarten samt „Steckbrief“ erwandert

werden können.

JoKiWo, die St. Johanner Kinderwoche

Die JoKiWo vom 13.–19. Juli 2019 bietet

alles, was sich ein kleines Abenteuerherz

wünscht. Einer der besten Märchenerzähler,

der die Kinder auf eine Reise ins Land der

Feen, Geister und Fabelwesen mitnimmt,

ein Puppenspiel im Stadtpark, das in Zeiten

von Handys und Tablets fast schon zur Seltenheit

geworden ist oder ein spezieller Einkaufstag

für Familien. Absolutes Highlight

ist, die Aufführung von Peter und der Wolf

von der Philharmonie Salzburg. Spielerisch

werden so die Kinder wieder auf klassische

Wege geführt.

SPORTaktiv

127


HÖHLENMENSCH

FÜR EINEN TAG

VON DER SCHÖNEN ERFAHRUNG, SICH

KLEIN UND UNBEDEUTEND ZU FÜHLEN,

ERDGESCHICHTE ZU ERTASTEN UND DAS

WASSER BIS ZUM HALS ZU HABEN.

EINE ABENTEUERFÜHRUNG IN DER

LURGROTTE BEI PEGGAU (ST).

VON CHRISTOPH HEIGL

Und dann biegen wir vom rechten

Weg ab. „Hier beginnt die

Abenteuerführung“, sagt Mario,

klettert über das Geländer und grinst.

Kurz davor ist der Höhlenführer mit uns

noch locker und aufrecht am „Prinzen“

vorbeimarschiert, einem freihängenden,

3,7 Meter langen Tropfstein, einer der

Attraktionen der Lurgrotte. Bis hierher,

etwa einen Kilometer im Inneren des

Berges, kommen auch Volksschulklassen

der Region und Seniorengruppen. Der

Weg ist betoniert und leicht zu schaffen.

Okay – und das soll meine Abenteuerführung

sein? Die Adrenalinausschüttung

hält sich noch sehr dezent zurück.

Auch wenn wegen der 800 winterschlafenden

Fledermäuse in der Höhle die

komplette Lichtanlage ausgeschaltet

ist und wir Helme und Helmlampen

tragen.

Das Grinsen von Mario deutet auf

eine gravierende Änderung der Gemütslage

hin. „Jetzt a bissl mehr aufpassen“,

sagt Ferdinand, der zweite Höhlenführer,

der unsere zehnköpfige Gruppe

begleitet. Wir stecken in bunten, strapazierfähigen

Overalls, einige haben Rucksäcke

mit für die Führung der etwas

anderen Art („vier bis sechs Stunden, je

nach Kondition“), die nur in den Wintermonaten

angeboten wird.

Im Sommer ist die Hochwassergefahr

bei Starkregen lebensgefährlich. Heute

ist es trocken. Wie an jedem anderen

Tag der hier förmlich greifbaren, hunderttausende

Jahre alten Geschichte

hat es 10 Grad. Das Skelett eines Höhlenbären

erinnert daran, dass vor dem

gemeinen Steirer andere Lebewesen in

der Grotte waren. Knochen von Säbelzahntigern

hat man in den Sedimenten

gefunden, sogar die Überreste eines

Nashorns. Ausgesprochen jung und vital

fühle ich mich heute.

Und während ich Gedanken spinne,

wie man die Schönheit des Draußen

mit der Faszination des Drinnen erklärt

und ob diese unterirdische Welt ergo in

den Outdoorguide passt, beginnen nicht

nur erste Kletter- und Krabbelpassagen,

sondern auch amüsante Anekdoten der

beiden Höhlenführer. Der Name der

Grotte stammt aus dem Dialekt der

Bewohner von Semriach, die oben den

Bach im Erdreich versinken sahen. Das

Wasser ist also „verlurn“ gegangen, woraus

sich nicht nur der durch die Höhle

fließende Lurbach, sondern eben die

Bezeichnung Lurgrotte herleitet.

Wir gehen eng hintereinander, helfen

uns bei Engstellen. „Gänsemarsch“

würden die putzigen Fledermäuse kichern,

hätten sie die Augen offen. In der

Gruppe um mich sind fitte Menschen,

großteils mit Kletter- und/oder Rafting-Erfahrung.

Wie mühelos sie sich

auf den nun immer feuchter werdenden

Felsen entlanghanteln! Wie erbärmlich

ich mich anstelle ...

Obwohl die Höhleneingänge seit jeher

bekannt waren, hat erst am 1. April

1894 der italienische Höhlenforscher

Max Brunello die tieferliegenden Gänge

erforscht. Wenige Tage später war die

Fotos: Christoph Heigl

128 SPORTaktiv


Grotte durch das erste Unglück in allen

Schlagzeilen: Sieben Höhlenforscher

stiegen trotz starker Regenfälle ein und

wurden durch das rasch ansteigende

Wasser eingeschlossen. Eine aufwendige

Rettungsaktion lief an: Ein Taucher aus

Triest sorgte für den weltweit ersten

Taucheinsatz in einer Höhle, 1000 Helfer

kamen und 7000 (!) Schaulustige

ließen die Infrastruktur im damals 400

Einwohner zählenden Semriach zusammenbrechen.

Doch das Wunder gelang.

Nach neun Tagen wurden alle Eingeschlossenen

lebend geborgen und mit

Cognac versorgt.

Ein mulmiges Gefühl macht sich in

der Magengegend breit. Was, wenn das

Wasser auch heute käme? „Bei Starkregen

steigt das Wasser in der Höhle

pro Minute um 50 Zentimeter“, sagt

Ferdinand. „Da bist du im Nu eingeschlossen.“

Jeder Tropfen von oben wird

kritisch beäugt. Viel Zeit bleibt dafür

aber nicht, denn die Höhle (an der

höchsten Stelle, dem Dom, 68 Meter

WASSER!

BAUCH!

BRUST!

HINTER MIR

SCHREIT

JEMAND

SCHEISSE!

SCHEISSE!

hoch) wird zum Gang, vom Gang zum

Schlurf, vom Schlurf zum Spalt. Einige

Stellen sind kaum hüft- und schulterbreit

und so niedrig bzw. eng, dass man

den Rucksack runternehmen muss, um

durchzukriechen. Platzangst ist jetzt fehl

am Platze. Oder doch Klaustrophobie?

Egal. Wir Teilzeithöhlenforscher bleiben

cool, schwitzen aber wie irr. Gut, dass

wir unter den Overalls nur Sportunterwäsche

tragen.

„Wer hat sich noch nie abgeseilt?“,

fragt Mario in die dampfende Gruppe.

Nur ich zeige auf, bravo. Ein Hochwasser,

das selbst in einer Höhle enorme

Schäden anrichten kann, hat eine betonierte

Brücke weggerissen, wir müssen

mit Seil hinunter. Acht Meter geht es

rücklings in die Finsternis. Wie, darüber

breiten wir den Mantel des Schweigens,

beim nächsten Mal darf ich immerhin

aufzeigen. Wir sind jetzt schon mehr

als zwei Stunden unterwegs und vier

Kilometer im Berg, Mittagspause bei

ausgeschalteten Stirnlampen mit der

SPORTaktiv

129


Erkenntnis: Im Finstern schmeckt alles

intensiver. Augen auf, Augen zu, kein

Unterschied, schwärzestes Schwarz.

Das Wasser!

Beim Retourweg hinaus nehmen wir

alternative Abschnitte, die noch tiefer

hinunterführen. Zum Lurbach. „Jetzt

kommt das Wasser“, zischelt einer.

Durchquerung eines unterirdischen

Sees, steht im Infofolder, Tiefe 1,30 Meter.

Na ja, halb so wild, denken wir. Der

„See“ stellt sich aber als schmaler Gang

heraus, im herumtanzenden Lichtkegel

der Helmlampe spiegelt sich 8 Grad

kaltes Wasser. Kneipen unter Tage. Die

Bergschuhe stapfen ins Wasser, eiskalt

fährt es über die Knie und Oberschenkel

bis zum Bauch. Die Ersten schreien

auf. Vor Schreck, vor Freude, man weiß

es nicht. War es das? Das zweite Loch

kommt, Wasser wieder bis zum Bauch,

irgendwie fühlen sich 8 Grad auf der

geschockten Haut nun fast warm an.

Und jetzt weiß ich, warum niemand

eine Kamera mithat, die Gefahr, dass sie

nass wird, wäre zu groß. In diesem Moment

stolpert einer und fällt kopfüber

ins Wasser. Jackpot! Mein Handy ist im

obersten Fach des Rucksackes. Noch

dürfte es trocken sein und noch ahne

ich nicht, dass ich mir später von den

Warmduschern in der Redaktion anhören

darf, warum ich nur so verwackelte

Bilderchen zusammenbringe ...

Jetzt wird es happig. Ein wirklich

enger Spalt voller Wasser, über dem

Helm kaum noch 30 Zentimeter Luft

bis zum Fels. „Bis zum Bauch“, schreit

der erste vorne. „Jetzt Brust.“ Hinter

mir fährt einer jungen, nicht wirklich

groß gewachsenen Dame ein „Scheiße!

Scheiße!“ aus. Vor mir versinkt einer

bis zu den Schultern. Ich gehe auf Zehenspitzen,

das Wasser steht mir bis

zum Hals. Aha, 1,30 Meter??? Hinter

mir wird bereits geschwommen, auch

wenn es die Spaltbreite nicht wirklich

zulässt. Gedanklich verabschiede ich

mich von meinem Motorola G5 im

Rucksack. „Herrlich“, schreit einer, dem

es offenbar Freude macht und der alles

wasserdicht verpackt hat. Meine Gefühle

irgendwo zwischen Beklemmung und

kindlicher Freude.

Geschafft, die Wasserstellen werden

weniger und seichter, der Lurbach

nimmt Fahrt auf. Wir auch. „Jetzt gehen

wir im Eiltempo raus, damit sich

keiner verkühlt“, sagt Mario. Rund

eine Stunde lang hasten wir pitschnass

im Bachbett ins Freie. Durch Hochwasser,

mitgeschwemmten Sand und

Steine sind die Wände glatt geschliffen

wie Marmorwände einer Luxusdusche.

Beim Gedanken, wie lange

Wasser schon durch den Berg schießt

und das Gestein formt, wird es einem

schwummrig. Millionen Jahre? Mehr?

Wie klein und unbedeutend ist der

Mensch. Wie mickrig gegen die Natur

und ihre Strukturen. Jurazeit? Kreidezeit?

Ach, ich Grottenolm.

Die letzten Meter im Lurbach stapfen

wir ohne Helmlampen, um die Augen

langsam an das Sonnenlicht draußen

zu gewöhnen. Für die 8 km Abenteuer

haben wir knapp 5 Stunden gebraucht.

Erschöpft trocknen wir in der Sonne.

„Höhlenmensch für einen Tag“, kichern

die Fledermäuse.

DIE LURGROTTE

ÖSTERREICHS GRÖSSTE WASSERDURCHSTRÖMTE TROPFSTEINHÖHLE,

20 KM NÖRDLICH VON GRAZ, ZUGÄNGE ÜBER PEGGAU UND SEMRIACH.

BIS 1975 WAR DIE LURGROTTE IN DER VOLLEN LÄNGE VON SECHS

KILOMETERN BEGEHBAR.

DIE HÖHLE IST IN PRIVATBESITZ UND DARF NICHT MEHR GANZ DURCHQUERT

WERDEN, DIE BEIDEN ZUGÄNGE WERDEN GESCHÄFTLICH GETRENNT GEFÜHRT.

VON PEGGAU AUS KANN MAN BEI NORMALEN FÜHRUNGEN 1 KM

HINEINWANDERN, BEI ABENTEUERFÜHRUNGEN 4 KM. DIE LURGROTTE KANN NUR

IM RAHMEN VON FÜHRUNGEN BESICHTIGT WERDEN.

INFOS: WWW.LURGROTTE.COM (HÖHLENVEREIN PEGGAU) BZW.

WWW.LURGROTTE.AT (FAMILIE SCHINNERL, SEMRIACH).

130 SPORTaktiv


wander.zeit

Egal ob Sie sich lieber entspannt fallen lassen, oder

mit Unternehmungen in der Natur der Region

Schladming Dachstein liebäugeln: Genießen Sie im

einzigartig gemütlichen Pichlmayrgut – einen aktiven

Wellnessurlaub vom Feinsten, kombiniert mit Kulinarik

auf höchstem Niveau mit Ihrer gesamten Familie!

Pichlmayrgut Wellnessverwöhnpension:

• Kostenloses grenzen.los.aktiv! Programm mit geführten

Wanderungen, Mountainbike-Touren

• Kostenlose Mautstraßen (Reiteralm und Ursprungsalm)

• 50% Vergünstigung bei den Bergbahnen (Dachstein, Planai

und Reiteralm)

• Eintritt in den Alpin Steig „Wilde Wasser“

• Neues FITHIT Fitnesscenter über 400m² mit KURSHIT

• Abwechslungsreiche Kinderanimation

• Großzügiges Frühstücksbuffet mit Bio-Ecke

• Nachmittags Kaffee, hausgemachte Mehlspeisen & Suppe

• 6-gängiges Abendwahlmenü als kulinarisches Highlight

• 3000m² AlpenSpa-Wellnessbereich mit Außensolebecken,

Saunalandschaft, Hallenbad, Whirlpool, Panoramaruheraum,…

• Abholservice vom Bahnhof Schladming

bis 30. November

wander.tage

1 Getränkeflasche & 1 Wander-Accessoire pro Zimmer

Wellness-Verwöhnpension & grenzen.los.aktiv! Programm

30% Ermäßigung auf alle Wellnessanwendungen

schnupper.tage

bis 30. November (Sonntag bis Donnerstag buchbar)

Wellness-Verwöhnpension & grenzen.los.aktiv! Programm

30% Ermäßigung auf alle Wellnessanwendungen

Tage/Nächte

3 Tage / 2 Nächte

4 Tage / 3 Nächte

5 Tage / 4 Nächte

DZ Standard

€ 226,–

€ 299,–

€ 372,–

DZ Superior

€ 246,–

€ 329,–

€ 412,–

Junior Suite

€ 266,–

€ 359,–

€ 452,–

Tage/Nächte

3 Tage / 2 Nächte

4 Tage / 3 Nächte

5 Tage / 4 Nächte

DZ Standard

€ 206,–

€ 279,–

€ 352,–

DZ Superior

€ 226,–

€ 309,–

€ 392,–

Junior Suite

€ 246,–

€ 339,–

€ 432,–

Hotel Pichlmayrgut GmbH & Co KG

Pichl 54, 8973 Schladming, www.pichlmayrgut.at, info@pichlmayrgut.at, Telefon: 06454 7305


DACHSTEIN STÜDLGRAT GTX W

• höchste Formstabilität durch

gezwickte Machart

• Neopren-Schaftabschluss für

Geröll- und Schneeschutz

• Perwanger ® -Veloursleder und

Cordura ®- Mesh

• wasserdichte und atmungsaktive

Gore-Tex-Membran

PREIS (UVP): € 349,95

www.dachsteinschuhe.com

WENN ES

STEIL WIRD

JE ANSPRUCHSVOLLER DIE AUFGABE, |

DESTO FESTER DER SCHUH.|

SALOMON OUTLINE MID GTX

• halbhoher, agiler Allround-Hikingschuh

mit Laufschuh-Komfort

• auf ausgezeichnete Flexibilität

und hohen Fußhalt ausgelegt

• Zehenschutzkappe

• Gore-Tex-Membran

PREIS (UVP): € 150,–

www.salomon.com/at

DOLOMITE VELOCE GTX

• Bergschuh für mittlere Höhenlagen

und lange Zustiege zu Kletterwänden

• Obermaterial aus Hightech-Garn-Webstoff

– zum Schutz vor Abrieb und

Schnittschäden

• „Alp Hc Lite Base Vibram ®“ -Sohle für

starken Grip bei kleinem Gewicht

• steigeisentauglich

PREIS (UVP): € 239,95

www.dolomite.it

132 SPORTaktiv


SCARPA RIBELLE OD

• wasserdicht durch OutDry ®-

Membran

• Sock-Fit-Konstruktion für bessere

Passform und höheren Komfort

• Dynamic-Tech-Roll-System

verbessert das Abrollverhalten

und den Komfort und garantiert

optimale Torsion

• Speed-Lacing-Schnürung für

schnelle und präzise Anpassung

PREIS (UVP): € 330,–

www.scarpa.net

SALEWA MS RAVEN 3 GTX

• extrem verschleißfestes

Material mit Schutzrand

• Gore Tex ® Performance Comfort

• „Vibram ® WrapThread Combi

(WTC)“-Sohle für optimale

Griffigkeit und Trittsicherheit

• Flexibilität, Fersenhalt und präziser

Sitz

PREIS (UVP): € 300,–

www.salewa.com/de-it

LA SPORTIVA TRANGO

CUBE GTX

• ultraleichter Bergschuh

für anspruchsvollen

Alpinismus

• keine Nähte am Schaft

• robustes, kratzfestes

Außenmaterial

• Vibram-Sohle

• setzt Standards in puncto

Gewicht und Passform

PREIS (UVP): € 315,–

www.lasportiva.com

HANWAG FERRATA II GTX

• moderner, kompromissloser

Kletter(steig)-Stiefel

• leicht, flexibel und bedingt

steigeisenfest

• TubeTec-Rock-Sohle für maximale

Kletterperformance bei

außergewöhnlichem Gehkomfort

• Schaft für extragroße Bewegungsfreiheit

im Sprunggelenk

PREIS (UVP): € 319,99

www.hanwag.de

Fotos: Hersteller

SPORTaktiv

133


DEIN SOMMER

IM BRANDNERTAL

Die Natur entdecken,

Regionales kosten,

Erinnerungen mitnehmen:

Ein Sommer urlaub im

Vorarlberger Brandnertal

hat jede Menge Highlights

zu bieten – fünf davon

stellen wir hier vor.

Langsam erhellt sich der Himmel hinter

den Bergspitzen, ein neuer Tag im Brandnertal

bricht an. Ein Tag voller verlockender

Möglichkeiten – wie diese fünf Tipps für

dein Urlaubserlebnis zeigen.

TIPP 1: KULINARISCHE

GENUSSWANDERUNG

Schritt für Schritt geht es auf markierten

Wegen durch die alpine Bergwelt. Die Sonne

wärmt das Gesicht, der Rucksack auf den

Schultern ist leicht, denn außer einer Wasserflasche

hat er nicht viel zu tragen. Kein Proviant?

Nein, denn auf der heutigen Genusswanderung

liegen drei Kulinarik-Stationen entlang des

Weges und bieten in den Pausen beste regionale

Küche. Auf dem Weg von der Alpe zum Pan-

Fotos: Bergbahnen Brandnertal/Markus Gmeiner,

Alpenregion Bludenz Tourismus GmbH/Alex Kaiser, Joachim Stretz

134 SPORTaktiv


BRANDNERTAL

TOURISMUS

Tel.: +43 55 59 555

tourismus@brandnertal.at

www.brandnertal.at

oramarestaurant und bis zur der Berghütte

weiß man lange nicht, was besser

ist – die Berge oder das Essen.

TIPP 2: DEN LÜNERSEE BESTAUNEN

Der schönste Talabschluss der Alpen

wird er oft genannt, der Lünersee. Wer

schon an der Bergstation der Lünerseebahn

auf 1970 m Höhe aus der Gondel

gestiegen ist, der weiß: das stimmt. Seine

türkisblaue Oberfläche und das Alpenpanorama,

das sich darin spiegelt, sind beeindruckend.

Besonders gemütlich blickt

man von der Douglasshütte auf den See

(am besten beim Bergfrühstück), etwas

sportlicher auf der Rundwanderung oder

ganz ambitioniert von der Schesaplana,

dem höchsten Berg im Brandnertal.

TIPP 3: THEMENWEGE ENTDECKEN

Woher kommt das Wasser im Fluss und

wie kommen die Steine auf den Berg?

Was macht der Senn auf der Alpe den

ganzen Tag und warum sind Blumen

bunt? Die brennendsten Kinderfragen

werden im Brandnertal spielerisch

beantwortet. Etwa am interaktiven Natursprünge-Weg

und auf dem Tierwelten-Weg.

Anfassen und Ausprobieren ist

ausdrücklich erwünscht: Versteckt euch

im Winterbau der Murmeltiere, werdet

Teil der Bienen GmbH oder taucht ein

in die Welt der Greifvögel und Eulen.

TIPP 4: BEIM BIKEN AUSPOWERN

Über grüne Wiesen, durch Wälder und

bis auf Berggipfel führen die Mountainbikestrecken.

Trails in allen Schwierigkeitsgraden

und Höhenlagen bieten

für jeden Biker die passende Herausforderung.

Ein Tipp ist die Tour um den

Loischkopf: Die Rundtour startet in

Bürserberg und führt über Forstwege

zum Burtschasattel. Dort ist der Loischkopf

schon in Sichtweite. Vom Gipfel

ist die Sicht auf die umliegenden Täler

beeindruckend. Über den Alte-Stattweg

und die Ortsteile Dunza und Ausserberg

gelangt man zurück ins Dorfzentrum.

TIPP 5: ETWAS NEUES

AUSPROBIEREN

Am 18-Loch-Golfplatz das Handicap

verbessern, Bogenschießen versuchen,

die Funsportstrecke im Bikepark

Brandnertal ins Tal brettern, klettern

im Klettergarten Lünersee oder im

Kletterpark: Auch abseits klassischen

Berg sports gibt es viel zu erleben.

Innerhalb weniger Minuten finden

Familien und sportliche Gäste einen

Erlebnisreichtum, zu dem neben einem

Naturbadeteich auch mehrere

Tennisplätze gehören. Also worauf

noch warten?

SPORTaktiv

135


WARM-UP

FÜR DEN KLETTERSTEIG

KLETTERSTEIGE SIND DER

LOGISCHE NÄCHSTE SCHRITT,

SICH VOM WANDERER

ZUM BERGSTEIGER ZU

ENTWICKELN. SIE

VERSPRECHEN INTENSIVERE

ALPINERLEBNISSE

MIT RELATIV GUT

KALKULIERBAREM RISIKO.

VORAUSGESETZT, MAN

GEHT ES RICHTIG AN.

PROFIS GEBEN TIPPS.

VON OLIVER PICHLER

136 SPORTaktiv


as Abenteuer Klettersteig ohne Profi-Einführung

zu beginnen, garantiert Frusterlebnisse und steigert

das Unfall- bzw. Verletzungsrisiko enorm.

Expertenhilfe ist unabdingbar, um sich bestmöglich

der Faszination Klettersteig anzunähern. „Basics

sind Bergerfahrung und Trittsicherheit insbesondere

für Zustiege, Abstiege und ungesicherte

Zwischenpassagen“, betont Josef Egarter, Bergführer

und Kursanbieter im Klettergarten am

Kanzianiberg in Kärnten. Er empfiehlt einen speziellen

Einsteigerkurs zu besuchen.

Die Vorbereitung

„Für leichte Klettersteige sind keine speziellen

Vorbereitungen notwendig. Einzig eine gute

Grundkondition sollte man haben. Sobald es

schwieriger wird, geht es allerdings nur mit ausreichend

Armkraft und entsprechender Fußtechnik“,

erklärt Bergführer Sepp Szöke, der am

Nassfeld Klettersteig-Einführungskurse anbietet.

Mit Armkrafttraining (etwa Klimmzüge oder

Hanteltraining) im Kraft-Ausdauer-Bereich ein

bis zwei Monate vor den ersten Kletterteig-Gehversuchen

zu beginnen, ist sinnvoll. Wer vorab

auch etwas für seine Fußtechnik tun will, trainiert

das am besten in einer Kletterhalle. „Für die

Klettersteig-Vorbereitung kann man die

Halle sehr gut ähnlich wie ein Fitnesscenter

nutzen. Fußtechnik, Grifftechnik und Beinsowie

Armkraft kann man hier sehr gut trainieren“,

weiß Szöke.

Foto: Region Villach Tourismus

Erste Versuche in „echt“

„Nach einer Erklärung der Handhabung der Ausrüstung

– Klettersteigset und Rastschlinge für

Pausen – sowie der Kletterhaltung am Fels, beginnen

wir im Klettergarten am Nassfeld. Dort vermitteln

wir Einsteigern etwa, dass sie sich nahe

am Fels bewegen sollten und dass seitliches Steigen

kraftsparender ist“, verrät Bergführer Szöke.

„Am Anfang geht es uns vor allem darum, Basics

zu vermitteln. Etwa dass eine Hand am Stahlseil,

die zweite aber am Fels sein soll. Oder wie man

gezielt auf die Tritttechnik der Füße achtet“, be-

SPORTaktiv

137


EXPERTEN FÜR

DEN KLETTER-

STEIG-EINSTIEG

JOSEF EGARTER

Alpinschule 4 Jahreszeiten

Kursanbieter im Klettergarten

am Kanzianiberg

T. +43 664/22 61 023

www.bergbewegt.at

HUBERT GRANITZER

Klettergarten in Döbriach am

Millstätter See

T. +43 676/61 87 768

www.hubert-granitzer.com

SEPP SZÖKE

Nassfeld

T. +43 42 86/458 bzw.

T. +43 664/33 72 967

tont Hubert Granitzer vom Klettergarten

am Millstätter See. „Im Kurs ist es

uns wichtig, den Einsteigern auf leichten

Routen klarzumachen, dass sie sich

nicht zu sehr auf das Seil verlassen und

nicht einfach daran hinaufziehen sollten,

weil das eine ganze Tour lang nicht

funktioniert“, gibt Egarter Einblick in

seine Kurse.

Die erste Steigerung nach Klettergarten

bzw. Übungsklettersteigen sind

leichtere bis mittelschwere alpine Routen.

Dabei lassen sich der mentale Umgang

mit Höhe und Ausgesetztheit trainieren

und mögliche Technik- bzw. Ausrüstungshandhabungsfehler

beheben.

Auf eine häufige Fehleinschätzung bezüglich

Sicherheit weist Josef Egarter

hin. „Stürze im Klettersteig gehen leider

in der Regel nicht ohne Verletzungen

ab, weil das Gelände meist gestuft ist

und man beim Sturz mit Metallseil und

-stiften in Kontakt kommt.“ Klettersteigsets

sind im Fall des Falles zwar eine

verlässliche Überlebensversicherung,

aber kein Garant dafür, bei einem Sturz

unverletzt zu bleiben. Daher gilt es,

Stürze unter allen Umständen zu

vermeiden.

Behutsam steigern

Nachdem Basiskurse und erste alpine

Klettersteige, von einem Profi begleitet,

absolviert wurden, neigen Einsteiger

dazu, überambitioniert zu steigern. „Behutsam

steigern und mehrfach Erfahrung

sammeln“, ist der dringende Rat von Josef

Egarter. „Wir haben, um die Schwierigkeitsgrade

A bis E greifbar zu machen,

am Kanzianiberg spezielle Übungspassagen

geschaffen, wo man die einzelnen

Grade besonders gut erfahren und begreifen

kann“, erzählt der Bergführer.

„Neben der Schwierigkeit unterschätzen

Einsteiger sehr oft, wie sehr sie die Länge

von Klettersteigen konditionell fordert“,

plädiert Experte Szöke für realistische

Tourenplanung. „Sobald etwas

schwierigere Steige bewältigt wurden,

neigen viele Einsteiger zu Leichtsinn bei

leichteren Passagen. Sie hängen sich

Foto: Daeumling Nassfeld

138 SPORTaktiv


dann etwa gar nicht oder nur mit einem

Arm ein“, warnt Bergführer Granitzer

vor Leichtsinn.

Klettersteige auch im Abstieg zu

trainieren ist wichtig. „Grundsätzlich

sind sie, vorausgesetzt man schafft es

im Kopf, leichter als im Aufstieg zu

begehen. Dennoch ist es wichtig, auch

das Absteigen gezielt zu üben, um im

Fall des Falles Erfahrung darin zu haben“,

rät Sepp Szöke.

Ausrüstung leihen oder kaufen?

Schon beim Einsteigerkurs mit dabei

sollte man Handschuhe (Half- oder

Full-Finger) und klettersteigtaugliche

Schuhe haben. „Sobald einem klar ist,

dass man nicht nur ein Mal Klettersteigschnuppern

will, sondern man

vorhat, öfter Klettersteigtouren zu

machen, raten wir zu eigener Ausrüs-

KLETTERSTEIG-

AUSRÜSTUNG,

DIE BASICS

HANDSCHUHE*

(Half- oder Full-Finger)

KLETTERSTEIGTAUGLICHE SCHUHE*

KLETTERGURT

(Hüft-/Sitzgurt)

KLETTERSTEIGSET

RASTSCHLINGE

(60 oder 90 cm Bandschlinge &

Karabiner) zum Rasten im Klettersteig

KLETTERHELM

HOSE

mit verstärkten Kniebereichen

RUCKSACK

(klettertauglich – kleiner und leichter,

eher schlank, mit Helmbefestigung,

ohne außenliegende Elemente)

* schon beim Einsteigerkurs

mitzubringen

tung“, betont Oskar Pavelka, Klettersteigexperte

bei Bergsport Schwanda

in Wien. „Von Beginn an eigene Ausrüstung

zu verwenden hat den Vorteil,

dass sie exakt passt und man sich

von der Handhabung her nicht später

umstellen muss“, erläutert der Profi.

Kern der Ausrüstung ist das Klettersteigset.

Zusammen mit dem Klettergurt,

der um Hüfte und Oberschenkel

gelegt wird, ist es deren Aufgabe,

die Folgen von Abstürzen so gering

wie möglich zu halten. Zwingend erforderlich

ist überdies ein Kletterhelm.

„Der Rucksack soll schlank

sein, eine Helmbefestigungsmöglichkeit

aufweisen und keinen außenliegenden

Firlefanz haben“, erklärt

Pavelka. Und Hosen sollten des

möglichen Felskontakts wegen im

Kniebereich verstärkt sein.

LEBENSFRISCHE IM

SALZKAMMERGUT

ALLE INFOS

www.vitalresort.at

Fotos: Narzissen Vitalresort

Eingebettet in eine einzigartige Berg- und

Naturlandschaft liegt das „Narzissen Vital

Resort“-Bad Aussee. Aktiver Genuss und

Gesundheit treffen hier auf eine facettenreiche

Region mit Kultur und Tradition.

Gäste erleben einerseits ein vielfältiges

Badeerlebnis rund um die Ausseer Sole, den

Heilschatz der Region: Solegrotte, Saunalandschaft,

Medical Fitness und Medical

Wellness, aber auch ganzheitliche Therapie-

und Kurprogramme sowie das Private SPA

garantieren Erholung und Wohlbefinden.

52 geräumige Suiten mit hochwertiger

Ausstattung bieten einen prächtigen Bergblick

von Balkon oder Terrasse. Und die

Küche verwöhnt mit modern interpretierten

österreichischen Klassikern wie mit internationalen

Trends. Package-Beispiel: 3 Tage/ 2

Nächte mit geführter Wanderung und Eintritten

ins Solebad gibt es ab € 220,–.

Im Narzissen Vital Resort

Bad Aussee kann man sich

auf die Frische der Natur

und viele entspannende

Wohlfühlmomente freuen.

SPORTaktiv

139


IMPOSANTE NATUR

FÜR BIKER UND

WANDERER

DAS AUSSEERLAND-SALZKAMMERGUT

WIRD GEPRÄGT VON IMPOSANTEN

BERGEN UND GLASKLAREN SEEN – PERFEKT

FÜR EINEN ERHOLSAMEN URLAUB.

Tourismusverband

Ausseerland-

Salzkammergut

Bahnhofstraße 132

8990 Bad Aussee

T.: +43 36 22/54 0 40

info@ausseerland.at

www.ausseerland.at

Gemütlich rund um die vielen Seen der

Region wandern oder zu einer Gipfeltour

ins Tote Gebirge aufbrechen – beides

ist im Ausseerland möglich. Oder man

geht auf dem Seenhochplateau Tauplitzalm

die 6-Seen-Wanderung und genießt dabei

ein atemberaubendes Panorama. Der Wanderweg

erschließt die malerischen Seen mit

ihrer artenreichen Hochkarst-Flora ohne

große Höhenunterschiede. Je nach Kondition

gibt es Etappen bis zu sechs Stunden.

Basislager für Biker

Die Region bietet aber auch für Biker jede

Menge Abwechslung und unterschiedliche

Touren in allen Schwierigkeitsgraden zwischen

Dachstein und Totem Gebirge. Im

Frühling geht es an blühenden Narzissenwiesen

vorbei, im Sommer laden die Seen

zu einer Abkühlung ein und im Herbst

radelt man durch goldene Wälder.

Bei Bewegung an der frischen Luft darf

natürlich auch das leibliche Wohl nicht

zu kurz kommen. Nach einer erfolgreichen

Wanderung oder einer erlebnisreichen

Biketour verwöhnen die Wirte

mit den unterschiedlichsten regionalen

Spezialitäten wie Forelle oder Saibling. So

können die Kraftreserven für die nächste

Tour wieder aufgeladen werden.

Zur Abrundung kann man sich in der

Trachtenhauptstadt Bad Aussee, dem

geografischen Mittelpunkt Österreichs,

auch noch mit der traditionellen, unverfälschten

Tracht einkleiden. Rundum

ein Genuss.

Fotos: Leo Himsl

140 SPORTaktiv


Sommerzeit

in den Bergen

BAD MITTERNDORF AMPFLWANG HOCHKÖNIG

Thermengenuss im

Salzkammergut

• HP inkl. Tischgetränke zum

Abendessen

• geführte Wanderungen &

Biketouren

• Eintritt in die direkt verbundene

GrimmingTherme

• Abendunterhaltung

• uvm.

ab € 105,- p.P. / Nacht

im DZ Standard

Familienurlaub im

Hausruckwald

• Vollpension PLUS

• moderne Reitanlage

• Flosse Abenteuerland

auf 500 m 2

• Kinderbetreuung ab 2 Jahren

• Welldiana Club Spa

• Abendunterhaltung

• uvm.

ab € 97,- p.P. / Nacht

im DZ Standard

Wanderparadies

Hochkönig

• HP inkl. Tischgetränke zum

Abendessen

• perfekte Wanderbedingungen

• tolle Outdoor-Aktivitäten

• geführte Wanderungen &

Biketouren

• Abendunterhaltung

• uvm.

ab € 93,- p.P. / Nacht

im DZ Standard

Highlight: Direkt angeschlossenen

8.000 m² große GrimmingTherme

mit Riesenrutsche und Saunadorf

Highlight: Indoor Kinder Abenteu erland

auf 500 m², Reitanlage mit

über 50 Schulpferden und Ponys

Highlight: Traumhaftes Bike- und

Wander gebiet. Täglich mehrere

geführte Bike- und Wandertouren

www.aldiana-salzkammergut.at www.aldiana-ampflwang.at www.aldiana-hochkoenig.at

Aldiana Club Hotel Bad Mitterndorf Gmbh & Co KG, FN 303315b KB Ampflwang Management GmbH, FN 392935x Mühlbach am Hochkönig Clubhotel GmbH & Co KG, FN 28434s

Buchbar in Ihrem Reisebüro oder unter 0800 100 388

SPORTaktiv

141


LEITER IN DEN

HIMMEL

EINEN KLETTERSTEIGPARK

DER EXTRAKLASSE GIBT

ES IN DER STEIRISCHEN

HOCHSCHWABGRUPPE.

VON LEICHT BIS SCHWER IST

ALLES DABEI. HERRLICHE

AUSBLICKE INKLUSIVE.

VON AXEL JENTZSCH-RABL

Zwischen Hochschwab und Veitschalpe bei

dem Ort Wegscheid wurde von den Naturfreunden

Mariazell, unter der Leitung

von Gottfried Schöggl ein neuer Klettersteigpark

der Extraklasse errichtet. Drei Klettersteige

wurden sowohl für Anfänger als auch für Klettersteigprofis

gebaut. Die „Felix’s Himmelsleiter“

ist eine schwierige Ausstiegsvariante vom

„Mariazeller-Steig“. Das Highlight des Klettersteiges

ist eine 30 m lange Strickleiter, die man

von innen, mit dem Gesicht zum Abgrund,

begeht. Beim „Kirchbogensteig“ klettert man

am Ende im Schwierigkeitsgrad C durch eine

mystische Höhle. Davor kann man es sich auf

dem Jausenbankerl an der Wand noch einmal

gemütlich machen und die wunderbare Aussicht

auf Veitsch und Tonion genießen.

Fotos: Gottfried Schöggl, Axel Jentzsch-Rabl

142 SPORTaktiv


Anreise

Von Norden vorbei an Mariazell

und Gusswerk nach Wegscheid, vom

Osten (Wien) auf der S6 bis Mürzzuschlag

und dann weiter über das

Niederalpl nach Wegscheid. Aus dem

Süden vorbei an Aflenz und über den

Seebergsattel. In Wegscheid auf dem

großen Parkplatz beim ehemaligen

Gasthof zur Post parken. Mit Öffis:

Mit der Bahn nach Kapfenberg oder

Bruck an der Mur und mit dem Bus

(Linie 172) nach Wegscheid.

Zustieg

Vom Parkplatz auf dem markierten

Weg über die Wiese und dann entlang

des Baches hinauf zu den Einstiegen.

Route

Siehe Topo. Der Mariazeller-Steig ist

mit B/C der leichteste Anstieg. Die

Ausstiegsvariante auf der „Himmelsleiter“

ist D. Der „Kirchbogensteig“

mit dem eindrucksvollen

Höhlenfinale ist C.

Abstieg

Am Ausstieg jeweils links, dann dem

Steig folgen, bis der Weg rechts westseitig

hinunter und südlich um den

Berg zum Aufstiegsweg führt. Beim

Abstieg empfiehlt sich ein Abstecher

zur Teufelsbrücke, einem sagenumwogenen

Felsbogen.

Abstieg

TOP-KLETTERSTEIG

Spielmäuer-Klettersteige

Schwierigkeitsgrad B/C bis D

170 Hm/2:15 Std.

Talort: Wegscheid, 818 m

Ausgangspunkt: Parkplatz beim

ehemaligen Gasthof zur Post, 818 m

A/B

B

C

2

B/C

A Olivers Mariazeller

Spiegel

Steig (B/C)

C/D

Luft unter den Sohlen

A Gartl

D 2 A/B

A

C/D

Zum Himmel

C/D

A

Gamssteig

B Felix' Himmelsleiter (D)

Dachl

B

A/B 2

1 A

B/C

30 m Strickleiter

Wegschoad

Juchaza Stoa

A/B

A/B

Runsen

A/B

Die Hand Gottes

A/B

A/B

A/B

Schikane

1

B/C

Heanaloata

B

B

A

Expos.

SO

Höhle

B

A/B

Plattenzauber

B

Gatt

Sprung

A/B Einstieg

B/C

Gipfelwand

B

Kirchbogen Eingang

B

A

A/B

Olivers Mariazeller

A/B Steig (B/C)

Startrampe

1

B

Überstieg

B

B/C

Schlundbrücke

B

B/C

B

B

B

A

Kirchbogen Köpfl

C

3

B

Tunnel Brück'l

B

Bluadiges Eck

C

Setz di eini!

B/C

Verdauungsspaziergang

s'Jausenplatzerl

B

B/C

C

Hergotts Winkel

B

A/B

3

Kirchbogen

Tristans

Kirchbogensteig

(C)

Do geht's umi

A/B

A/B

A/B

B

A/B

3 A

Plattentanz

Einstieg

Ausrüstung

Klettersteigausrüstung und Helm.

Bemerkung

Benützung täglich zwei Std. nach

Sonnenaufgang bis zwei Std. vor

Sonnenuntergang. Die Anlage ist im

Zeitraum vom 16. Sept. bis 14. Okt.

(Hirschbrunft) und vom 16. Nov. bis

30. April (Winterruhe) gesperrt.

Der Kletterpark liegt in einem der

größten Jagdreviere der Österreichischen

Bundesforste, die Naturfreunde

Mariazell haben sich verpflichtet die

Nutzungsregeln einzuhalten, deshalb

wird an alle Kletterfreunde appelliert,

sich unbedingt an diese Sperrzeiten

zu halten.

AXEL

JENTZSCH-RABL

aus Bad Häring (T) kennt als

Verfasser der umfangreichsten

heimischen Klettersteigführer

die meisten Klettersteige in

Österreich und im umliegenden

Ausland. Bei uns stellt er

regel mäßig einen seiner

Favoriten vor.

BUCHTIPP

Klettersteigführer

Österreich Neu

7. Auflage mit

Touren-App

www.alpinverlag.at

SPORTaktiv

143


144 SPORTaktiv


PARADIES

FÜR ALLE

KLETTERER

Im Climbers Paradise Tirol wird

Klettern in all seinen Facetten

gelebt, das spürt man bei der

großen Auswahl an Routen. Eine

so geballte Konzentration an

Klettermöglichkeiten findet man

sonst nirgendwo auf der Welt:

Bei mehr als 5000 Sportkletterrouten,

knapp 600 Mehrseillängentouren,

86 Klettersteigen, 27

zertifizierten familienfreundlichen

Klettergärten und Bouldergebieten

und über 140 Eiskletterrouten

kann jeder nach seiner

Kletter-Facon selig zu werden.

Das mag unter anderem auch

daran liegen, dass Climbers Paradise

Tirol eine Vielzahl an namhaften

Gebirgszügen bietet, die

zum Klettern prädestiniert sind.

Darunter finden sich bekannte

Größen wie die Lienzer Dolomiten,

das Karwendelgebirge,

der Rofan oder der Wilde Kaiser.

Die Gesteinsarten reichen von

massivem Granit in den Ötztaler

Alpen bis hin zu weichem Kalk

in den nördlichen Kalkalpen.

Wen jetzt die Kletterlust gepackt

hat, der findet auf www.

climbers-paradise.com kostenlos

detailliertere Informationen und

Topos zu den Klettergebieten,

um seinen Klettertrip nach Tirol

individuell zu planen. Man sieht

sich in der Vertikalen im

Climbers Paradise Tirol!

www.climbers-paradise.com

Foto: Michael Meisl

SPORTaktiv

145


STARK AM FELS

Der DACHSTEIN-„Super

Ferrata MC GTX“ ist ideal

für Klettersteige und den

Zustieg geeignet. Durch den

Veloursleder- und Mesh-Mix

ist der Mid-Cut-Schuh robust

und strapazierfähig. Seine

Sohle wurde von Dachstein

und Vibram gemeinsam für

Klettersteige entwickelt.

www.dachsteinschuhe.com

OUT

DOOR

NEWS

EIN SHIRT, DAS DER

UMWELT NÜTZT

Das ICEBREAKER-„Cool-Lite Short

Sleeve“ besteht aus Merinofasern,

was der Umwelt mehrfach nützt.

Während Kunstfasern bei jedem

Waschen der Kleidung herausgespült

werden und die Umwelt belasten,

ist das bei Merino-Bekleidung nicht

der Fall. Die Naturfaser muss, weil

geruchsabweisend, generell weniger

oft geschaschen werden.

www.icebreaker.com

ABSOLUT GRIFFIG

Der CHIBA-„Via Ferrata Absolut“ ist durch die

extrem griffige und robuste Handinnenfläche aus

Nappaleder der perfekte Klettersteighandschuh.

Der besonders beanspruchte Bereich zwischen

Daumen und Zeigefinger ist zudem nahtlos mit

Kevlar verstärkt.

www.chiba.de

FÜRS GROBE

Die robusteste und

langlebigste Berg- und

Wanderhose von KARPOS

ist die Wall Evo Pant. Die

sportlich eng geschnittene

Hose aus Stretch-Material

ist atmungsaktiv und fürs

anspruchsvolle, felsige

Gelände konzipiert.

www.karpos-outdoor.com

MIT DER KRAFT

VON PFLANZEN

PERSKINDOL ® Aktiv fördert

die lokale Durchblutung,

es lockert, entspannt und

erfrischt bei sehr guter

Verträglichkeit. Das rein

pflanzliche Einreibemittel

ist wahlweise als Gel, Fluid,

Spray oder Bad – und exklusiv

in Apotheken – erhältlich.

www.perskindol.at

Fotos: Hersteller

146 SPORTaktiv


SPORTaktiv 147


148 SPORTaktiv


EIN KINDERSPORT,

KEIN KINDERSPIEL

ALS ELTERN-KIND-TEAM EINEN KLETTERSTEIG

MEISTERN? DAS KANN EIN WUNDERBARES ERLEB-

NIS SEIN. WIE MAN ALS ELTERNTEIL MIT GUTEM

GEFÜHL AN EINEN FAMILIEN-KLETTERSTEIG HER-

ANGEHEN KANN, WOLLEN WIR GEMEINSAM MIT

DEM BERGFÜHRER STEPHAN BINDER ERKLÄREN.

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: iStock, Stephan Binder by www.krewenka.com

Wer als Mama oder Papa daheim

von der Klettersteigtour

schwärmt, darf sich übers Echo

nicht wundern: „Das möchte ich auch einmal

machen!“ Ja, warum eigentlich nicht?

Schließlich gibt es ausgewiesene Kinderund

Jugendklettersteige; genauso wie es

Kids gibt, die schon mit drei den ersten

Gipfel mit eigener Muskelkraft geschafft

haben (Name der Redaktion bekannt). Kinder

sind außerdem oft geschickte Instinkt-Kletterer

und reagieren nicht selten

auf Höhe erstaunlich cool.

„Ja, mit Kindern ab sechs bis acht Jahren

kann man ans Klettersteiggehen denken“,

erklärt Bergführer Stephan Binder, der aber

gleich darauf hinweist: „Kinder können in

der Entwicklung sehr unterschiedlich sein.“

Vor allem aber gilt: Mit einem Kind gemeinsam

einen Klettersteig zu meistern,

setzt Können, Wissen, ein sehr gutes Einschätzungsvermögen

der Fähigkeiten únd

ebenso der Gefühlslage des Sprösslings voraus.

„Man darf nicht vergessen, dass man

sich auf Klettersteigen im Absturzgelände

befindet“, mahnt der Bergführer.

Auf den Punkt gebracht: Klettersteigtouren

mit Kids sind möglich. Das Wann und

Wie hängt aber sehr von der Persönlichkeit

des „Individuums Kind“ ab. Die Touren

mit Kindern unterscheiden sich außerdem

ganz wesentlich von gewöhnlichen Unternehmungen

auf den „eisernen Wegen“.

Man darf nie den Fehler machen, sein eigenes

Ziel mit dem Nachwuchs gemeinsam

verwirklichen zu wollen; im Mittelpunkt aller

Überlegungen stehen immer die Kinder.

Können und Ausrüstung

Starten wir beim Können: Ob man selbst

einen Klettersteig sicher begehen – oder

aber jemanden in einem Klettersteig führen

kann: „Das ist ein großer und oft unterschätzter

Unterschied“, betont Stephan

Binder. Kinder werden in Klettersteigen

nämlich geführt. Weil dieses Führen nicht

nur verbal erfolgt (dazu später noch mehr),

sondern an Stellen, wo potenziell Sturzgefahr

herrscht, auch mittels einer Seilsicherung

per Einfachseil, muss man auch das

Sichern beherrschen. Wie das funktioniert,

lernt man in einem Kurs, zum Beispiel bei

alpinen Vereinen wie den Naturfreunden

oder in Berg- und Alpinschulen.

Die Notwendigkeit zu sichern ergibt sich

auch daraus – und damit zur kinderspezifischen

Ausrüstung –, dass Klettersteigsets

mit dem leichten Körpergewicht von Kindern

nicht zwangsläufig richtig funktionieren.

Der getestete Normbereich liegt bei

SPORTaktiv

149


den aktuellen (ab 2017 zugelassenen)

Klettersteigsets zwischen 40 und 120

Kilogramm. Doch das nur am Rande –

weil ein Sturz ins Klettersteigset bekanntlich

immer mit großem Verletzungsrisiko

verbunden ist, ist ein solcher

so oder so unbedingt durch die zusätzliche

Seilsicherung zu vermeiden.

Bleiben wir noch kurz bei der Ausrüstung:

„Für kleinere Kinder empfehle ich

unbedingt eine Sitz- und Brustgurt-

Kombination. Erst größere Kinder, die

über die notwendige Körperspannung

verfügen, können mit einem Hüftgurt

unterwegs sein.“ Noch ein Tipp zum

Equipment: Das Bedienen der Karabiner

ist für Kinder oft eine Herausforderung.

„Den Umgang damit kann man

spielerisch im Wohnzimmer üben. Und

das freie Hängen im Gurtsystem lässt

sich an jeder Schaukel erproben.“

STEPHAN BINDER

IST STAATLICH GEPRÜFTER

BERG- UND SKIFÜHRER

UND 1. VORSITZENDER DES

BERG- & SKIFÜHRERVERBANDS

NIEDERÖSTERREICH/WIEN.

WWW.VERTICALEXPERIENCE.AT

WWW.NATURFREUNDE.AT

für keine Norm, die Bezeichnung spiegelt

nur die Einschätzung des jeweiligen

Klettersteigführer-Autors wider“, erklärt

Binder. Und ergänzt: „Für mich ist ein

Klettersteig objektiv dann für Kinder geeignet,

wenn der Zu- und Abstieg kurz

und die Steiglänge und -schwierigkeit

sehr moderat sind. Es sollte keine oder

nur kurze senkrechte und keine überhängenden

Passagen und sehr ausgesetzten

Stellen geben. Steinschlag, Schneefelder

oder große absolute Höhe sollen

ausgeschlossen werden. Hat der Klettersteig

dann noch mehrere Fluchtmöglichkeiten,

ist der perfekte Steig gefunden“.

Eins zu eins

Dann ist er da, der Premierentag! Nun

gilt es, das Geplante mit Umsicht und

Führungskompetenz in die Tat umzusetzen

und auch bei Unvorhergesehenem

stets Ruhe und Sicherheit auszustrahlen.

Dringend zu empfehlen ist eine „Eins zu

eins-Führung“, das heißt, nur ein Kind

pro Erwachsenem. Geführt wird mit

Worten, stets wacht das Auge über die

Tritte und Griffe. Dabei auch ein Senso-

Defensiv planen

Tourenplanung ist die Sicherheitsbasis

jeder Unternehmung im Gelände. Bei

Klettersteigtouren mit Kindern gilt das

umso mehr. Hier ist besonders defensive

Planung gefragt.

Weil wir davon ausgehen, dass die allgemeinen

Grundsätze der Tourenplanung

bekannt sein sollten, wenn man

ein gemeinsames Klettersteigerlebnis mit

Kindern überhaupt in Betracht zieht,

wollen wir uns hier auf die Punkte beschränken,

die speziell bei Touren mit

Kindern zu beachten sind. Es gilt zunächst,

die Leistungsfähigkeit der Kinder

gut einzuschätzen, sowohl was die

Kondition als auch was die Konzentration

betrifft. „Zu beachten ist aber auch,

dass man als Elternteil selbst beim Führen

eines Kindes am Klettersteig auf allen

Ebenen gefordert wird.“

Großzügige Zeitreserven (allein aufgrund

der Seilsicherung!) sind einzuplanen.

Eine genaue Kenntnis der Verhältnisse

vor Ort ist ein weiterer wichtiger

Punkt. „Ich rate dringend, den ausgesuchten

Klettersteig zuerst ohne Kinder

zu begehen, um sich ein genaues Bild

vor Ort machen zu können“.

Ist ein Klettersteig als „kindgerecht“

oder „familientauglich“ ausgewiesen, bedeutet

das keinen Freibrief. „Es gibt darium

für die Befindlichkeit der jungen

Ferratisten zu haben, versteht sich.

Und wann immer die Gefahr eines

Sturzes bestehen könnte, wird die Seilsicherung

eingesetzt: „Die Entscheidung,

wann das Seil zum Einsatz kommt, ist

bestimmt die größte Herausforderung.

Wann das ist, kann nicht pauschal beantwortet

werden. Aber jedenfalls im

steilen, senkrechten oder gar überhängenden

Gelände oder wenn es andere

Umstände erfordern“, sagt Binder. Zum

Sichern klettert der Erwachsene vor,

baut bei einem Sicherungsstift des Klettersteigs

einen Standplatz auf, dann wird

das Kind nachgesichert.

Alles gut gegangen, Spaß gehabt! Und

wie kann und soll nach einer gelungenen

Premiere der Erlebniswert gesteigert

werden? Das möchte Stephan Binder so

eigentlich nicht beantworten: „Ich versuche,

die Gedanken der zwanghaften

Leistungssteigerung, die typisch für unsere

Leistungsgesellschaft sind, von Kindern

im Freizeitbereich fernzuhalten.

Weil das genau der Punkt ist, wo man

Kinder dann überfordert.“

Also: Freut euch lieber am gelungenen

Erlebnis – ohne gleich ans „Steiler, Höher,

Weiter“ zu denken. Genau so ein

entspanntes Erlebnis erwartet euch übrigens

auch bei unserem 1. SPORTaktiv-

Klettersteig-Schnuppercamp unter Profi-Anleitung

im August: Familien mit

Kindern gehören dort explizit zur Zielgruppe.

Wie ihr dabei sein könnt, lest

ihr auf Seite 152/153.

150 SPORTaktiv


EINE REGION

VOLLER ÜBERRASCHUNGEN

In den niederösterreichischen Wiener Alpen kann

man einerseits zu einer speziellen Weitwanderung

aufbrechen. Andererseits steht die Region 2019 im

Zeichen der Landesausstellung „Welt in Bewegung“ –

und überrascht mit sieben Kurzurlaubs-Packages.

Fotos: Wiener Alpen/ Zwickl

Von den letzten Gipfeln der Alpen bis

zur pannonischen Tiefebene führt ein

Weg, der 120 Kilometer genussvolles Weitwandern

verspricht. Sein Name: „alpannonia®

– grenzenlos weit wandern.“ Der Höhen-

und Panoramatrail lässt Wanderern die

unterschiedlichen Landschaftsformen von

alpinem Raum, waldreichem Mittelgebirge

und final der pannonischenen Tiefebene in

sechs Tagen erleben.

In der Landesausstellungsregion

Weil die niederösterreichische Landesausstellung

„Welt in Bewegung“ heuer in Wiener

Neustadt zu Gast ist, bietet es sich auch

an, die vielfältige Region rund um Wiener

Neustadt gleich etwas genauer zu erkunden.

Im Schneebergland lässt sich die „Freiheit

in schöner Natur“ am Schneeberg spüren.

In der Welterberegion Semmering-Rax erlebt

man mit einer Kulturwanderung am

Semmering oder einer philosophischen

Wanderung auf der Rax „Weltkultur mit

Bergblick“. Die Bucklige Welt und das

Wechselland erzählen „Genussvolle Landgeschichte(n)“,

da toben sich die Kinder bei

ausgewählten Familienausflugszielen aus

oder man nimmt an einer E-Bike-Genusstour

teil. Am Thermenradweg entlang

des Wiener Neustädter Kanals lässt sich

„Kultur und Genuss im Fluss“ bei einer geführten

Radtour erleben. Mehr über die

„Geschichte erfahren“ kann man in Wiener

Neustadt bei einer geführten Segway- und

E-Scooter-Tour.

Diese und noch mehr Highlights lassen

sich im Rahmen von sieben Kurzurlaubsangeboten

erleben. Jedes Package umfasst ausgewählte

Highlights, zwei oder drei Übernachtungen

mit Frühstück sowie die Eintritte

zur Landesausstellung und auch zu allen

vorgeschlagenen Höhepunkten.

Mehr Infos:

alpannonia ® –

grenzenlos

weit wandern

www.alpannonia.at

Urlaubsangebote in der

Landesausstellungsregion:

www.wieneralpen.at/

angebote

SPORTaktiv

151


SPORTaktiv & Mostviertel Tourismus präsentieren:

DAS 1. KLETTERSTEIG-

SCHNUPPERCAMP

9.–11. August 2019 (Fr.–So.)

• 2 Übernachtungen im JUFA-Hotel Hochkar-

Sport-Resort*** (NÖ)

• inkl. Frühstück, Abendbuffet am Freitag sowie Mittagsbuffet

am Samstag für Übernachtungsgäste

• Klettersteigtouren „Bergmandl“ oder „Heli-Kraft“

• Begehung der Hochkarhöhle mit Guide

• Coaching in der JUFA-Turnhalle mit unterschiedlichen

Boulder-Elementen und Boulder-Überhängen

• Samstag Grillabend im JoSchi-Berghaus mit Fackelwanderung

für Übernachtungs- und Tagesgäste

• Testmaterial für alle Teilnehmer

• optional SPORTaktiv-Bergschutz powered by

Nürnberger-Versicherung für die Dauer des Camps

• Preise fürs Tagescamp ohne Übernachtung:

€ 125,– (Erwachsene) bzw. € 72,– (Kinder von 9 bis 16)

• Spezialpreise für Camp und Übernachtung:

ab € 230,– pro Person im Doppelzimmer

ab € 164,– pro Kind im Doppelzimmer

PROGRAMM

Freitag: Anreise, Ausgabe von Goodies und Material,

gemeinsames Abendessen

Samstag: Materialausgabe nur für Tagesgäste, Klettersteigtouren,

Grillabend

Sonntag: individuelle Ausflüge zu den Angeboten der

Region, Abreise

ZUM TESTEN

Klettersteiggurt, Klettersteigset und Helm

von SKYLOTEC

DAS ANGEBOT:

2 GEFÜHRTE KLETTERSTEIGTOUREN

UND 2 NÄCHTE MIT VERPFLEGUNG

AB € 230,–

DEINE GESCHENKE

SPORTaktiv-Stirnband

von Buff; Peeroton-Paket;

Klettersteig-Handschuhe

von CHIBA

152 SPORTaktiv


KLETTERSTEIG-SCHNUPPERCAMP

www.sportaktiv.com

Gemeinsam in die Berge gehen und die herrliche Bergwelt

erleben – dafür sind Klettersteige wie geschaffen.

Mit dem neuen Klettersteig-Schnuppercamp können

jetzt gerade Familien in dieses herrliche Erlebnis eintauchen,

das noch dazu einfach zu erlernen ist. Das Gebiet am Hochkar

ist optimal dafür geeignet, den richtigen und sicheren

Umgang mit Klettersteiggurt und -set zu erlernen und sich

am Stahlseil das allererste Mal auf den Steig zu begeben. Der

„Bergmandl“-Klettersteig ist perfekt für die Premiere, wer es

danach noch ein wenig herausfordernder mag, der kann sich

am „Heli-Kraft-Klettersteig“ versuchen. Und weil man stets

von den Besten lernen sollte, übernimmt der erfahrene Bergsteiger

und Kletterer Heli Putz von Outdoor Leadership die

Einschulung und Betreuung der Camp-Teilnehmer.

Homebase dieses neuen SPORTaktiv-Lesercamps ist das

JUFA-Hotel Hochkar-Sport-Resort*** in Göstling an der Ybbs.

Nach der Tour könnt ihr im Wellnessbereich relaxen und beim

gemeinsamen Grillabend Energie tanken. Aber auch wer ganz

in der Nähe wohnt, ist herzlich willkommen und kann das

Camp auch ohne Übernachtung buchen.

Ihr wollt das Wochenende ausklingen lassen? – Dann, könnt ihr

am Sonntag am „Namasté am Berg“-Sonnenaufgangsyoga teilnehmen

oder eine Sonnenaufgangsfahrt mit der Hochkarbahn

machen und im JoSchi-Berghaus ein ausgiebiges Bergfrühstück

genießen (nicht im Package inbegriffen).

Interesse? Infos zu Camp und Übernachtungsangeboten gibt’s

bei Mostviertel Tourismus.

Fotos: Martin Fueloep, Christian Hofer, Hersteller

DAS HOTEL

Das JUFA-Hotel Hochkar-Sport-Resort***

in Göstling an der Ybbs

ANMELDUNG UND WEITERE INFOS ZUM GEBIET

Mostviertel Tourismus

Töpperschloss Neubruck

3283 Scheibbs

T. 0 74 82/204 44

E-Mail: info@mostviertel.at

www.mostviertel.at

www.hochkar.com

ZIELGRUPPE

Klettersteig-Einsteiger, Familien

TEILNEHMER

max. 25 Personen

SPORTaktiv

153


WEG MIT DEM

HÜTTENSPECK?

RUND UM DEN BERGSPORT HALTEN

SICH EINIGE LEGENDEN, WELCHE

JAUSE IN DEN RUCKSACK GEHÖRT UND

WAS MAN AUF DER HÜTTE ESSEN UND

TRINKEN SOLLTE. WIR HABEN UNS

EINIGE DAVON NÄHER ANGESEHEN.

VON WOLFGANG LIU KUHN

154 SPORTaktiv


Fotos: iStock

A

g’scheida Speck mit an Enzian und

ana Hoib’n g’heat beim Wondan

afoch dazua!“, sagt Hüttenwirt Sepp

U. aus dem hinteren Tennengau. „Auch

beim Wandern würde ich stets empfehlen,

die Ernährungspyramide zu beachten und

Augenmerk auf eine ausgewogene Balance

zwischen Kohlenhydraten und hochwertigen

Eiweißen zu legen“, sagt Ernährungswissenschafterin

Luisa B. aus dem 2. Wiener

Gemeindebezirk. Irgendwie scheint es,

dass man beim Thema „Ernährung am

Berg“ ein ideologisches Minenfeld betritt.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach, denn

beide oben getätigten Aussagen haben ihre

Berechtigung – vorausgesetzt, man wählt

den für den eigenen Körper besten Mittelweg.

Denn natürlich wird ein halbwegs gesunder

Mensch vor dem 2000er-Gipfelkreuz

auch dann nicht zusammenbrechen,

wenn er am Vorabend ein Wiener Schnitzel

mit Pommes vom Kirchenwirt weggeputzt

hat. Umgekehrt wird man sich bei längeren

Touren in höheren Lagen genauer überlegen

müssen, welchen Proviant man in den

Rucksack steckt, um den Körper mit der

Energie zu versorgen, die er braucht. Wer

nicht auf Wurst verzichten will, ist zum Beispiel

mit der „Puten-Attersee“ von Hütthaler

gut beraten, die nur 0,9 % Fett hat.

Fakt ist: Bei einer Sommertour bewegt

sich der Kalorienbedarf zwischen 3000 und

5000 Kilokalorien. Gründe dafür sind die

erhöhte Muskelaktivität und die Anpassung

an kühle Umgebungstemperaturen. Daraus

hat sich in den Hütten eine Tradition entwickelt,

relativ fetthaltige Gerichte anzubieten

– was nicht schlecht sein muss, aber eben

nicht die Haupternährung sein sollte.

Für „Normalsportler“ gilt das Prinzip der

Ernährungspyramide. Daher ist es keine

Überraschung, dass man vorwiegend regionales

Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte,

Vollkornprodukte, Nüsse, etwas mageres

Fleisch, wenig Eier, Milchprodukte und

möglichst wenig Zucker und Alkohol in

den Rucksack packen sollte. Daneben

halten sich rund um die kulinarischen

Gipfelsiege auch einige hartnäckige Mythen,

von denen wir uns einige etwas

näher angesehen haben.

MÜSLIRIEGEL

SELBST

GEMACHT

Der Müsliriegel gilt als der Klassiker

unter den Berg-Snacks – und das

aus gutem Grund, denn er enthält

konzentrierte Energie bei geringer

Packungsgröße und vergleichsweise

wenig Gewicht. Allerdings

schmecken die im Supermarkt

erhältlichen Produkte mitunter

auch ein wenig „künstlich“. Wer

zirka eine Stunde Zeit in der Küche

investiert, kann sich dafür einen

Riegel nach eigenem Geschmack

zusammenstellen und die Zutaten

nach Lust und Laune kombinieren.

Hier ein Vorschlag, wie das

gelingen kann:

ZUTATEN FÜR 15 BIS 20 RIEGEL

100 Gramm Haferflocken

100 Gramm Mehl

1 TL Zimt

100–300 Gramm Nüsse/Früchte

(getrocknet oder als Mus)

150 Gramm Honig

4 EL Wasser

ZUBEREITUNG

Backofen auf 160 °C vorheizen

Früchte pürieren, Nüsse

zerkleinern

Zutaten in eine Schale geben

und vermengen

Masse gleichmäßig auf ein

mit Backpapier ausgelegtes

Backblech streichen und in

den Backofen schieben

Nach ca. 20 Minuten Riegel in

Form schneiden

Anschließend weitere

20 Minuten backen

SPORTaktiv

155


1.

KOHLENHYDRATE AM VORABEND DER

TOUR LIEFERN ENERGIESPEICHER

Das stimmt nicht wirklich – ist aber gleichzeitig

auch nicht vollkommen falsch. Prinzipiell sind

Kohlenhydrate tatsächlich die wichtigste Energiequelle

für Bergwanderer und vor einer Tour

sind komplexe Kohlenhydrate die beste Wahl,

wie sie in Getreide, Kartoffeln oder Vollkornbrot

enthalten sind. Sie stehen dem Körper lange zur

Verfügung. Rund 60 Prozent der Ernährung sollten

daher aus kohlenhydratreichen Lebensmitteln

bestehen. Aber: Die Muskeln beziehen ihre

Energie aus verschiedenen Quellen und es dauert

zirka 20 Stunden, bis die Kohlenhydrate vollständig

verdaut sind und somit für die Bergtour

zur Verfügung stehen. Um eine konstante Speicherkapazität

zu erreichen, ist eine ausgewogene

Ernährung mit drei Haupt- und mehreren Zwischenmahlzeiten

sinnvoll.

2.

ABGEPACKTE TREKKINGNAHRUNG IST

UNGESUND

Das lässt sich pauschal nicht sagen – im Gegenteil. Bei mehrtägigen

Touren mit langen Tagesetappen muss auf eine ausreichende

Kohlenhydratzufuhr geachtet werden, damit sich die

Speicher nicht vorschnell leeren. Hier eignet sich gefriergetrocknete

Outdoor-Nahrung durchaus, um eine optimale Nährstoffversorgung

zu gewährleisten, denn sie bietet ein gutes Kalorienverhältnis,

spart Brennstoff und somit auch Gewicht. Die anteilige

Zusammensetzung zwischen den Nährstoffen sollte im Optimalfall

60/20/20 (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß) betragen.

Klar ist aber auch, dass sich die Ernährung bei einem Angebot

an frischen Alternativen nicht ausschließlich auf Fertigkost stützen

sollte – zumal nach ein paar Tagen ohnehin ein Gefühl der

Übersättigung eintreten dürfte.

SPASS AN DER

MOTORIK

In St. Corona am Wechsel in Niederösterreich

kann man im Sommer

nicht nur biken. Auch der Motorikpark

ist ein wahres Bewegungsparadies

– für Kinder und

Erwachsene gleichermaßen.

Was gibt es Besseres als das Angenehme

mit dem Nützlichen zu verbinden? Im

Motorikpark der Wexltrails in St. Corona

am Wechsel ist das spielerisch möglich.

Dort kann man sich an der frischen

Luft bewegen und seine motorischen

Fähigkeiten verbessern und Geschicklichkeit

unter Beweis stellen – und das

mit der ganzen Familie, denn der Park

ist ein Bewegungsparadies für Kinder

und Erwachsene. Neben dem Spaß verbessert

man seine Balance und ist damit

besser gegen Ausrutscher und Stürze

beim Sport und im Alltag gewappnet.

Neben den verschiedensten Balance-Stationen

gibt es auch einen Klettertunnel,

Zielfischen und sogar einen

Kitesurf-Simulator. Der ist nicht zu

unterschätzen. Wer den Motorikpark

einmal ausprobiert hat, weiß, wie viel

Kraft man dafür braucht.

ALLE INFOS

ST. CORONA AM WECHSEL,

NIEDERÖSTERREICH

www.familienarena.at

ANZEIGE/Foto: www.fueloep.com

156 SPORTaktiv


3.

DER KÖRPER BRAUCHT ENERGIE

IN KURZEN ABSTÄNDEN

Ja – denn die Energieversorgung für den Körper funktioniert am besten,

wenn er konstant alle ein bis zwei Stunden kleine Happen wie zum Beispiel

Nüsse, Trockenobst oder Energieriegel bekommt. Isst man erst mittags

oder abends wieder eine größere Portion, müssen die Moleküle erst

mal zerlegt werden – und das dauert. Stattdessen sollte man den Körper

kontinuierlich mit komplexen Kohlenhydraten versorgen, welche zusätzlich

Vitamine und Ballaststoffe enthalten, die zum Beispiel in Brot oder

Getreide enthalten sind.

4.

TRAUBENZUCKER GIBT SCHNELLEN

ENERGIEKICK

Reinster Zucker geht schnell ins Blut, teilweise

schon über die Mundschleimhaut, wodurch der

Körper richtig gepusht wird. Mitunter kann ein

Stück Traubenzucker also Sinn machen, aber: Der

ständige Wechsel zwischen Hochs und Tiefs belastet

den Organismus und lässt keine kontinuierliche

Leistung zu. Mit noch mehr Vorsicht sind

Energydrinks zu genießen, denn sie können zwar

den Geist wachrütteln, der Körper verbleibt jedoch

müde, was Verletzungen und Bergunfälle zur

Folge haben könnte.

5.

EIN WEISSBIER IST DAS

BESTE SPORTLERGETRÄNK

Hier gibt es eine gute und eine

schlechte Nachricht. Zuerst die

schlechte: Dieser Mythos ist definitiv

falsch. Der Alkohol hat eine harntreibende

Wirkung und ist somit ungünstig

für die Flüssigkeitsbilanz. Ideal für

Bergwanderer sind Saftschorlen und

isotonische Getränke, die zusätzlich

noch viele Mineralstoffe liefern. Die

gute Nachricht: Bier kann auch isotonisch

sein, vor allem alkoholfreies

Weißbier. Dann kann es auch die Regeneration

unterstützen – was für die

Variante mit Alkohol aber nicht gilt.

Wem Genuss über Regeneration geht,

der soll sich die „Halbe“ aber nicht

madig machen lassen.

MEAT US

#fleischverliebt


GIPFELSTÜRMEN

IM SALZKAMMERGUT

EBENSEE LIEGT AM TRAUNSEEUFER

UND LÄDT EIN ZUM OUTDOORERLEBNIS

IM HERZEN EINER DER REIZ VOLLSTEN

REGIONEN ÖSTERREICHS.

EVENT-TIPPS

15. Juni: Sonnwendregatta

in Ebensee

22. Juni: 2. Traunsee-Halbmarathon

in Trauneck/Ebensee

27.–30. Juni: Lakeventure, die Traunsee

Action Days

5. Juli: 31. Traunsee-

Bergmarathon

Tourismusbüro

Ebensee

T. +43 61 33/80 16

info@ebensee.com

www.ebensee.com

Über 200 Kilometer Spazier- und Wanderwege

im Tal rund um einen der herrlichen

Seen, zu aussichtsreichen Berggipfeln

oder bewirtschafteten Schutzhütten bieten

sich an, in der Region Ebensee erkundet zu

werden. Auch Mehrtageswanderungen sind

möglich. Eine Besonderheit stellt auch die

Gassel- Tropfsteinhöhle dar, in der Tropfsteine

bis 6 m Länge zu sehen sind. Als „Ebenseer

Gipfelstürmer“ darf sich bezeichnen, wer

von zwölf vorgeschlagenen Wanderzielen

zehn digital als begangen dokumentiert. An

der Auswahl scheitert es nicht, es stehen 55

Kilometer mit rund 11.000 Höhenmetern als

Touren zur Verfügung.

Genussbiker finden asphaltierte Radwege

für Erwachsene und Kinder, aber auch

Mountainbikestrecken abseits des Verkehrs,

die durch Wälder, auf Berge, zu entlegenen

Seitentälern mit glasklaren Seen oder einfach

zu schönen Plätzen führen. Auf Adrenalin-

Freaks wartet die knapp sechs Kilometer lange

Downhillstrecke vom Feuerkogel ins Tal.

Ebensee ist aber auch ein Hotspot des

Wassersports: In der Rindbacher Bucht herrschen

meist perfekte Windverhältnisse und es

treffen sich von Frühling bis Oktober Segler,

Surfer oder Kitesurfer von nah und fern. Für

das Badevergnügen stehen vier herrliche Seen

zur Auswahl.

Fotos: Tourismusbüro Ebensee, Ferienregion Traunsee

158 SPORTaktiv


MOUNTAIN RUNNING®

APPAREL COLLECTION

SHOP NOW ON WWW.LASPORTIVA.COM

SPORTaktiv

159


NATURGENUSS FÜR

GROSS UND KLEIN

INFO

RML Regionalmanagement

Lavanttal GmbH

T. +43 43 52/28 78

M. info@region-lavanttal.at

www.region-lavanttal.at

GENUSS UND SPASS SIND DIE

BEGLEITER EINES URLAUBES IN DER

ÖSTLICHSTEN REGION KÄRNTENS –

DER FERIENREGION LAVANTTAL.

Mehr als 1000 Kilometer markierte,

familienfreundliche Wanderwege

bis 2100 m Seehöhe gibt es zu erobern.

Koralpe, Saualpe, Weinebene und

Klippitztörl gefallen mit ihren sanften

Bergkuppen und atemberaubenden Panoramablicken

und punkten vor allem

beim Genuss- und Familienwanderer.

Die Saualpe begeistert durch ihre

herrliche Landschaft, es gibt zahlreiche

Hütten und mystische Plätze entlang

des Weges. Hat man den Gipfel

erreicht, liegt einem Kärnten wirklich

zu Füßen. Am Klippitztörl lohnt sich

ein Zwischenstopp auf alle Fälle: Der

Klettersteig und die Sommerrodelbahn

sorgen für Spiel und Spaß bei Groß

und Klein. Entlang der Saualpe führen

übrigens auch fünf von siebzehn Etappen

des „Panoramaweges Südalpen“,

der sich auf 230 Kilometern Weglänge

vom Rosental über Südkärnten bis zum

Zirbitzkogel erstreckt.

Auf der Koralpe sind geologische,

geschichtliche und landschaftliche Besonderheiten

ständige Begleiter. Mächtige

Gesteinsformationen und glitzernde

Kristalle, Wasserfälle sowie herrliche

Ausblicke versetzen alle, die hier an der

Grenze von Kärnten zur Steiermark unterwegs

sind, in Erstaunen. Themenwege

wie die Quellenwanderwege, der Weinwanderweg,

der Lebensbaumpfad oder

der Erzwanderweg ermöglichen es, so

manche Naturschönheit und historische

Sehenswürdigkeit erst zu entdecken.

Aktiv genießen

Es lohnt sich auch, das Lavanttal auf zwei

Rädern zu erobern. Der Radweg entlang

der Lavant ist bestens für Genussradfahrer

und Familien geeignet, Einkehrmöglichkeiten

und Ausflugszielen sind

immer in der Nähe. Mountainbiker

können Touren mit verschiedenen

Schwierigkeitsgraden und spektakulären

Aussichten unternehmen. Der

Bikepark auf der Koralpe passt für

Profis, aber auch für Familien.

Die Gastronomie im Lavanttal besticht

durch Kreativität und regionale

Produkte. Die Vielfalt reicht von der

Buschenschank mit Kärntner Jause

über den Gasthof mit bodenständiger

Küche bis zum Haubenlokal. Kulinarik-Events

– das „Genussfestival“

in Bad St. Leonhard, „Gackern“ in

St. Andrä oder das „Apfelfest“ in St.

Georgen – sind wärmstens zu empfehlen.

Die Köstlichkeiten des Lavanttales

werden im „Haus der Region“ in

Wolfsberg zum Verkosten und zum

Kauf angeboten.

Fotos: Regionalmanagement Lavanttal GmbH, Franz Gerdl

160 SPORTaktiv


SPORTaktiv 161


NATURGENUSS

RUND UM DEN

DOBRATSCH

Die Kärntner Region Villach

ist voller wunderbarer

Wanderwege. Wer mehrere Tage

gehen will, der macht sich an

die Dobratsch-Umrundung.

Mehrtägige Wanderungen erfreuen sich

seit einigen Jahren immer größerer

Beliebtheit. In Kärnten hat man mit

dem Alpe-Adria-Trail und dem Panoramaweg

Südalpen zwei bekannte länder überschreitende

Mehrtagestouren im Repertoire. Das Prädikat

„empfehlenswert“ gilt aber genauso für den

Dobratsch-Rundwanderweg. Die mehrtägige

Tour verbindet mehrere unterschiedliche

Natur- und Kulturlandschaften – Zeugnisse

der Geschichte begegnen einem hier auf Schritt

und Tritt. Die Höhepunkte der „Zeitreise“ sind

die Ortschaften mit bedeutenden Kulturdenkmälern

und historischen Häuserbeständen.

Die vier Teilstrecken der Dobratsch-Umrundung

sind in jeweils vier bis sechs Stunden für

jeden Wanderer gut zu schaffen. Ausgehend

von Warmbad-Villach führt die Strecke über

Bad Bleiberg, Nötsch und Feistritz im Gailtal

nach Arnoldstein und zurück zum Ausgangspunkt.

Manchem wird auffallen, dass der Weg

gegen den Uhrzeigersinn verläuft. Das ist

gewollt, denn nur so lässt sich die Dramaturgie

dieser Wanderung in vollem Umfang erfassen.

Die Moderne erlebt man auf der Tour mit

der KärntenTherme in Warmbad-Villach, das

Altertum mit den Kelten- und Römersiedlungen

am Tscheltschnigkogel. Die montanistische

Vergangenheit der Region wird mit dem Berg-

Foto: Region Villach Tourismus GmbH/Hannes Kohlmeier

bau in Bad Bleiberg greifbar und schließlich

lässt sich des künstlerische Schaffen der Maler

des unteren Gailtales, die den „Nötscher Kreis“

bildeten, auf der Tour erleben.

Auch das gastronomische Angebot überzeugt.

Alle Etappenorte sind außerdem mit öffentlichen

Verkehrsmitteln erreichbar, womit sich

Variations- und Abkürzungsmöglichkeiten

ergeben. So erfüllt der Dobratsch-Rundwanderweg

alle Voraussetzungen, die Freunde von

Mehrtagestouren schätzen.

162 SPORTaktiv


Foto: Region Villach Tourismus GmbH/Franz Gerdl

Foto: Region Villach Tourismus GmbH/Hannes Kohlmeier

INFOS UND BUCHUNG:

Trail Angels

A-9821 Obervellach 15

T. +43 47 82/93 0 93

M. office@trail-angels.com

www.trail-angels.com

Foto: Region Villach Tourismus GmbH/Hannes Kohlmeier

Pures Idyll: Die viertägige und für jeden schaffbare

Wanderung führt durchs geschützte Gebiet und rund

um den Villacher Hausberg Dobratsch.

Idyll und Schutzgebiet

Der vom Naturpark Dobratsch sowie den Naturpark-Gemeinden

angelegte Rundwanderweg

verbindet insgesamt so viele unterschiedliche

Naturräume und Kulturlandschaften, dass er

kaum abwechslungsreicher sein könnte. Genauso

vielfältig ist auch der 7250 Hektar große

Naturpark Dobratsch, der aus Landschafts-,

Naturschutz- und Europaschutzgebieten

besteht und inmitten der idyllischen Seenlandschaft

Kärntens liegt.

Trotz des Schutzcharakters ist es möglich, den

Naturpark mit allen Sinnen zu erfahren. Das

ist auch gut so, denn der Naturpark trägt zur

Sensibilisierung für Nachhaltigkeit und zur

Sicherung der Lebensqualität bei; er dient als

Erholungsraum und lädt alle zur spannenden

Entdeckungsreisen ein, die die Natur begreifen

und erleben wollen. Kurz gesagt: Die Vielfalt

dieses ältesten Naturschutzgebietes Kärntens

ist Freizeit-, Kultur- und Bildungserlebnis in

einem.

SPORTaktiv

163


PAPIERKARTE

ODER HANDY-APP?

LAUFEN DIGITALE KARTENANWENDUNGEN MITTELS

APPS DER GUTEN ALTEN WANDERKARTE IMMER

MEHR DEN RANG AB? WO LIEGEN DIE VORTEILE,

WO DIE NACHTEILE DIGITALER LÖSUNGEN?

WELCHE SMARTPHONE-APPS SIND VERLÄSSLICHE

BEGLEITER AM BERG? EIN WEGWEISER.

VON OLIVER PICHLER

Fotos: Wolfgang Warmuth, Kompass

164 SPORTaktiv


INFOS & TIPPS

FLEXIBLER EINSATZ

Die meisten Apps bzw. Systeme können

von unterschiedlichsten Geräten (Smartphone,

Tablet oder Desktop) genützt

werden. Also etwa Tourenplanung am

Desktop und Navigation & Tracking am

Berg via Smartphone.

KARTENQUALITÄT

Apps arbeiten mit verschiedenen

kartografischen Grundlagen. Neben

der Qualität der Karten spielt auch eine

Rolle, welcher Kartentyp einem

individuell mehr zusagt.

KEIN NETZ = KEINE

ONLINE-KARTE

Daher sind App-Versionen, die das

Downloaden von Kartenmaterial erlauben

ratsam, damit die Karten dann auch

ohne Mobilnetz verfügbar bleiben.

ENERGIEVERBRAUCH

Der App-Einsatz braucht Akkuleistung

und reduziert die Akkulaufzeit. Daher

ratsam: Einstellungen am Gerät

aktivieren, die den Energieverbrauch

reduzieren. Powerbanks für zusätzliche

Stromversorgung mitnehmen.

GEWOHNHEITSFAKTOR

Man muss sich an Karten-Apps erst

gewöhnen. Sie erstmals zu verwenden,

wenn man in unbekannte Alpinregionen

aufbricht, ist nicht ratsam.

APPS IM

ÜBERBLICK

BERGFEX TOUREN

Solide, verlässliche, im Langzeittest

top funktionierende Berg-App mit

sehr guter Kartografie. Aussagekräftige

und genaue Tracking-Funktion

zur Aufzeichnung von Touren und

Sportaktivitäten aller Art inklusive

Pulsmessung. Perfektes Zusammenspiel

zwischen App- & Desktop-

Anwendungen. Pro-Version € 6,99

pro Jahr.

www.bergfex.at

KOMPASS

WANDERKARTEN

Seit wenigen Monaten grundlegend

überarbeitete App des Wanderkartenspezialisten.

Herausragend gute

Kartografie und sehr aktuelle Inhalte.

Sehr gute Planungsmöglichkeit via

Desktop-Version. Touren-Aufzeichnungsfunktion.

Pro-Version € 19,99

pro Jahr. Testmöglichkeit (2 Monate

gratis – Code: KomPRO2M).

www.kompass.de

ORTOVOX

BERGTOUREN

Sehr gute Gratis-App des deutschen

Herstellers von Bergsportausrüstung

zur Tourenplanung und Orientierung.

Gutes Kartenmaterial von Outdooractive.

Viele Services zur Sicherheit

& Tourenplanung am Berg. Enormer

Fundus an Tourenvorschlägen.

www.ortovox.com

ALPENVEREINAKTIV.

COM

Die App der Alpenvereine aus Österreich,

Deutschland und Südtirol. Gutes

Kartenmaterial (Outdooractive)

und Alpenvereinskarten (nur Pro+

Version). Viele Funktionen & Tools.

Gutes Zusammenspiel von App- &

Desktop-Anwendungen, etwa zur

Tourenplanung. Pro-Version

€ 29,99 pro Jahr | Pro+ Version

ab € 49,99 pro Jahr.

www.alpenvereinaktiv.com

E

xakt angezeigt zu bekommen, wo

man sich gerade befindet, ist eine

Stärke von Karten-Apps. Ein Vorteil

gegenüber Printkarten, speziell

wenn die Orientierung schwierig

ist. Ähnlich wichtig: die Karten-Downloadfunktion.

So können

die benötigten Karten genützt werden,

auch wenn man im Gebirge

offline ist. Eine weitere Gemeinsamkeit

sind diverse „Tools“ von

Notruffunktion und Kompass bis

Neigungsmesser und die Möglichkeit

Touren aufzuzeichnen.

Unterschiedliche Kartografie

Deutlich sind die Unterschiede

beim Stil der Karten und der

Qualität der Kartografie. Wer „gelernte“

Printwanderkarten-Optik

erwartet, bekommt das bei der

App des Kartenherstellers Kompass

geliefert. Kompass ist überdies,

weil das Unternehmen viele

Jahrzehnte Erfahrung hat, bei der

Qualität der Karten top. Auch

Bergfex (OSM-Version) ist nahe

dran an der typischen Printkarten-Gestaltung.

Dafür unterscheidet

sich das klare, übersichtliche

Design der Karten des Digitalspezialisten

Outdooractive deutlicher

vom gelernten Printkarten-Look.

Letztlich ist es eine individuelle

Geschmacks- bzw. Gewohnheitssache,

welchen Kartenstil man

bevorzugt.

SPORTaktiv

165


,,AM BESTEN

TESTET MAN

DIE APPS IN

GEGENDEN,

DIE MAN

GUT KENNT.“

Feinheiten & Besonderheiten

Abgesehen vom Kartenstil gibt es von

App zu App Feinheiten, die sich erst in

der Anwendung herausstellen, etwa welche

Detailfunktionen der Tourenplanung

man bevorzugt. Und es gibt Besonderheiten,

die einzelne auszeichnen.

Die Bergfex-App etwa übernimmt die

Pulsmessung vieler gängiger Messgeräte

und zeigt die Pulswerte in der App und

im zusammenfassenden Tracking an.

Probieren & testen

Um herauszufinden, für welche der

Berg-Apps man sich entscheidet, muss

man probieren und testen. Am besten

testet man in Gegenden, die man gut

kennt, und sammelt Anwendungserfah-

rung. Wenn man in unbekannte alpine

Gefilde aufbricht, ist eine App, mit der

man umgehen kann, eine wichtige Hilfe.

Sie liefert zusätzliche Infos und gibt

in kritischen Orientierungssituationen

Sicherheit. Im Fall des Falles muss sie

eine zusätzliche Lebensversicherung

sein, sonst hätte sie ihre Funktion

nicht erfüllt.

ALPS 2 ADRIA

PRÄSENTIERT:

NATURERLEBNIS AUF DER SÜDSEITE DER ALPEN

• 7 Etappen von Osttirol bis ins Rosental

• kinder- und familientauglich

• keine Vorkenntnisse erforderlich

• leichte Touren auch für Anfänger

Unser Angebot:

• Tages- oder Mehrtagesverleih

von Kajak, Kanu und SUP

• Grundkurse Kajak und Kanu

• geführte Erlebnistouren für

Einzelpersonen und Gruppen

• Radverleih und Unterkunftsbuchung

über unsere Partner

KONTAKT • BUCHUNG • INFORMATION

+43 463 203230100 • info@draupaddelweg.com

www.draupaddelweg.com

Die besten

Radtouren

und schönsten

Radreisen im

Alpe Adria Raum

Pauschalradreisen, Tagespackages und

Kurzurlaube, kulinarische Radreisen,

Radhotels, Radverleih, Shuttle am

Alpe Adria und Drau Radweg u. v. m.

www.alps2adria.info

Harald Wisthaler

166 SPORTaktiv

TIPP

Bestellen Sie kostenlos unsere Themenkataloge:

Radfahren in Kärnten, Sportive

Radreisen, Select, Tagestouren & Kurzreisen


URSUPER ,

Schade,

dass es in Wien keine

Kleine Zeitung gibt.

wien.memo

Das E-Mail-Magazin der Kleinen Zeitung

inkl. Podcast-Serie

jetzt anmelden auf

kleinezeitung.at/wien

SPORTaktiv

167


GRENZENLOSER BIKESPASS

UNTER DER ZUGSPITZE

Jede Menge

Tourenspaß zu Fuß

und mit dem Rad

erwartet Gäste in

der Zugspitz Arena

Bayern-Tirol.

Genussvolle

Familien- Radtouren

und anspruchsvolle

Mountainbike-Trails

durch wildromantische

Natur: Beides

findet man in der

Zugspitz Arena

Bayern-Tirol.

Deutschlands höchster Berg gehört

natürlich zu den Zielen,

die man in der Zugspitz Arena

Bayern-Tirol zu Fuß erkunden sollte.

Andererseits hat die Region um die

Zugspitze – die sich grenzüberschreitend

von Garmisch-Partenkirchen

über das Zugspitzdorf Grainau und

die sieben Orte der Tiroler Zugspitz

Arena erstreckt – viel mehr zu

bieten als Wandern und Bergsteigen.

Zahlreiche Radwege und Biketrails

versprechen Genuss und Erholung,

oder auch Adrenalin und Spannung.

Je nachdem, was man gerade sucht.

Für die Mountainbike-Süchtigen

führen anspruchsvolle Touren vorbei

an klaren Bergseen, bis man sich

vor atemberaubender Kulisse auf

den Gipfel oder zur nächsten Hütte

gekämpft hat. Familien und Genussradler

genießen auf ausgedehnten

Radtouren entlang der Loisach zwischen

blühenden Wiesen die Aussicht

auf die Berggipfel.

Eine Runde um die Zugspitze

Wer Singletrails liebt, kommt hier

168 SPORTaktiv


BIKE-TOURENTIPPS

„Kultur für sportlich Aktive“

Vom Olympiastadion Garmisch durch

eine märchenhafte Bergwelt, die schon

König Ludwig II. begeisterte, hinauf

zum Königshaus Schachen.

39 km, 8 h, Schwierigkeit: schwer

„Genuss und Entspannung“

Vom Zugspitzdorf Grainau um den

kristallklaren Eibsee, einen der schönsten

Badeseen der Region. Alternativ

über die Neuneralm und den Panoramaweg.

23 km, 2,5 h, Schwierigkeit: mittel

„Grenzenloser Bikespaß“

Von Garmisch-Partenkirchen über

Grainau ins Ehrwalder Talbecken.

Unterwges gibt’s immer wieder Abkühlungsmöglichkeiten.

Diese Tour passt

für die ganze Familie.

28 km, 3 h, Schwierigkeit: leicht

„Aussichtsreich und anspruchsvoll“

Von Rinnen/Berwang zur Ehenbichler

Alm und Sennalpe Raaz – vorbei am

Rotlechstausee und Wasserfall.

16,6 km, 3,5 h, Schwierigkeit: mittel

TIPPS ZU ANREISE UND SERVICE

Fahrradtransport mit den Bergbahnen:

Welche Bergbahnen Fahrräder

transportieren, ist unter Bike & Rad auf

www.zugspitzarena.com zu finden.

Fotos: Zugspitz Arena Bayern-Tirol / J.Hoelzl und

T.Marzusch Tourist Information Grainau / W. Ehn

voll auf seine Kosten. Der Blindseetrail

gehört seit 2018 zu den Top

5 „Great Trails“ in Tirol. Die Freeride-Strecken

am Grubigstein sind

unter den geübten Bikern sehr beliebt

und haben Suchtpotenzial. Fast alle

Bergbahnen der Tiroler Zugspitz

Arena transportieren die Fahrräder zu

günstigen Preisen oder kostenlos zum

Ausgangspunkt.

Die Region um die Zugspitze

begeistert auch durch puren Naturgenuss

auf zwei Rädern mit kurzen,

einfachen Runden, mittelschweren

ZUGSPITZ ARENA

BAYERN-TIROL

M.: info@zugspitze.com

www.zugspitze com

Radstrecken – bis hin zur Zugspitzumrundung

als Tagestour. Dabei

spielt es keine Rolle, ob man das

Mountainbike, Trekking rad oder

E-Bike bevorzugt, es wird für alle

Bedürfnisse etwas geboten. Worauf

also noch warten?

Alle Touren sind auch online und

zum Download im Tourenportal verfügbar

unter www.zugspitze.com

Verleih und Service: Die Fahrrad-Shops

in der Region bieten Rad- und E- Bike-

Verleih sowie den nötigen Service an.

Weitere Informationen unter

www.zugspitze.com

Anreise mit der Bahn: Über München,

Innsbruck oder Reutte. Vor Ort können

die Ortsbusse und der Gästebus Bayern-Tirol

genutzt werden, der zwischen

der Tiroler Zugspitz Arena, dem Zugspitzdorf

Grainau und Garmisch-Partenkirchen

pendelt und mit Gästekarte

kostenlos zur Verfügung steht.

SPORTaktiv

169


LICHT UND

SCHATTEN

DIE ÄSTHETIK DER

LIFESTYLE- UND

OUTDOOR-FOTOGRAFIE

IST IHM ZU WENIG.

CHRISTOPH JORDA

FOTOGRAFIERT AUCH

DAS VORDERGRÜNDIG

UNÄSTHETISCHE UND FINDET

SELBST IM ELEND DER

MÜLLSTADT VON KAIRO

UND IN FLÜCHTLINGSLAGERN

KOSTBARES. EIN

AUSSERGEWÖHNLICHER

FOTOGRAF, EIN

AUSSERGEWÖHNLICHER

MENSCH.

VON CHRISTOPH HEIGL

170 SPORTaktiv


CHRISTOPH

JORDA

ist ein preisgekrönter Fotograf aus Rieden (D).

Auszeichnungen für Sport- und

Porträtbilder wie die hier

abgedruckten Bilder (Leuchtturm, Mousse).

www.christophjorda.de

Könnte man doch nur mit einer

Fotokamera die Welt verändern.

Ein absurder Gedanke?

Vielleicht. Christoph Jorda

(40) ist einer, dem es gelingen

könnte.

Der Allgäuer ist gelernter Hotelfachmann

und im sportlichen Bereich wohl

so etwas wie ein „wüder Hund“. Als

Ski-Freerider hat er es bis zum Freeride

Worldtour Qualifier geschafft, als Kletterer

bis in den zehnten Grad, im heimatlichen

Kaufbeuren führte er einen

Kletter-, Ski- und Snowboardladen.

Doch seine zweite Leidenschaft war

noch größer: das Fotografieren. Der

Papa hatte schon dieses Hobby, Oma

und Opa gaben beim kleinen Christoph

mit der ersten Kamera als Geschenk

(„groß, brutal, rot lackiert“) den Startschuss.

Zunächst als Autodidakt lernte

Jorda von den Szenegrößen, bei denen

er einfach um Assistenztätigkeiten anfragte.

Seit 2005 ist der Deutsche hauptberuflich

Fotograf.

Von hier weg könnte die Geschichte

ganz normal laufen: Naturbursch mit

Sportbezug macht die lässigsten Bilder

im Tiefschnee und in der Kletterwand,

auf abenteuerlichen Wanderungen und

heimst damit verdientermaßen Auszeichnungen

und Preise ein. Mit Jorda

bekommt die Story aber eine tiefere Dimension.

Das Elend

Schon als Bursch hatten ihn Kriegsberichterstatter

fasziniert. „Reportagefotografie

in solchen Gebieten ist die Champions

League“, sagt er. Durch einen

Freund kam er 2008 erstmals mit Hilfsorganisationen

und NGOs in Kontakt.

SPORTaktiv

171


Alles echt.

„Photoshop

gibt es bei

mir nicht.“

Die Bilder

vom Flüchtlingsbuben

Mousse

gehen unter

die Haut.

Bei der Einreise in den Libanon riss er

sicherheitshalber die Seite mit dem israelischen

Stempel aus dem Pass. Es flog

bei der Passkontrolle auf („die Seitenzahlen

…“) und Jorda saß 24 Stunden in

Beirut in Abschiebehaft. Als einziger

Weißer in einer Zelle mit Afrikanern.

„Als sie sahen, dass ich ein Handy habe,

hat mich einer nach dem anderen um

Hilfe gebeten und ich hab das Telefon

herumgegeben, damit sie zu Hause anrufen

können. Die Telefonrechnung war

horrend, aber mein kleiner Beitrag.

Doch daran hatte ich echt lange zu

knab bern: Erstens wurde ich als Deutscher

viel besser behandelt als sie, zweitens

bin ich jetzt wieder im Himmel, sie

wohl wieder in der Hölle.“

„Seitdem hat mich das nicht mehr losgelassen.

Ein, zwei Mal im Jahr fahre ich

in Krisengebiete, um zu fotografieren.“

Nie mit Auftrag, immer auf eigene Tasche

– und das verschlingt eine Menge

Geld und Kraft.

Warum er das tut? „Manchmal finde

ich keinen einzigen Grund. Und manchmal

so viele, dass ich ein Buch schreiben

könnte.“ Die Welt und ihre Krisenherde

nur aus den Nachrichten zu kennen, ist

ihm jedenfalls zu wenig. Und auch die

schöne Welt der Natur- und Sportfotografie

ist ihm zu wenig. „Ich bin Fotograf,

ich brauche Licht und Schatten.

Ich bin auch dort, wo der Tod ist und

wo Kinder Fliegen in den Augen haben.“

Jorda war nach den schrecklichen Erdbeben

in Nepal, in Sao Tomé in Afrika,

in der Müllstadt von Kairo, in Flüchtlingslagern

im Nahen Osten. Und er

versucht, etwas dazulassen. „Ich bin mit

dem goldenen Löffel im Mund geboren.

Andere in Afrika oder Syrien. Aber ich

kann nix dafür und sie auch nicht.“

Warten und warten

Jordas Porträt-Fotografien (ein Blick auf

www.christophjorda.de öffnet Augen,

rührt vielleicht auch Herzen) bestechen

durch unglaubliche Nähe. Wie das gelingt?

„Mit viel Zeit und sehr viel Warten.

Mit Helfern und Übersetzern.

Meistens bin ich der einzige Weiße und

habe eine Riesenkamera in der Hand.

Du brauchst feine Antennen für die Atmosphäre.

Beim Spiegelreflex-Klackern

glauben die Kinder, ich schieße, und

laufen weg.“

Fotos: Christoph Jorda

172 SPORTaktiv


Dann erzählt er die Geschichte von

Mousse, einem Flüchtlingskind aus Syrien.

Auf der Flucht mit seiner Großmutter

in den Libanon (seine Mutter ist gestorben)

konnte keine Rücksicht auf

Mousses Sonnenallergie genommen werden.

Seine Haut verbrannte. Selbst Finger

und Ohren verbrannten und verkümmerten.

Er sieht schlecht und hat

geistig Handicaps. Jordas Nahaufnahmen

vom Buben gehen unter die Haut.

„60 Minuten habe ich dafür gebraucht.

Und ganz viel Vertrauen. Ich habe dann

gefragt, ob es okay ist, wenn ich ihm einen

Wunsch erfüllen kann und am

nächsten Tag habe ich um 62 Euro ein

Fahrrad gekauft. Er konnte kaum fahren,

aber die anderen Kinder haben ihn

geschoben. Wahnsinn, welche Kraft und

welchen Lebenswillen er entwickelt.

Schön, dass ich ihn kennenlernen durfte“,

sagt Jorda. „An den schlimmsten

und dreckigsten Orten der Welt lernt

man die tollsten Menschen kennen.“

AN DEN SCHLIMMSTEN

UND DRECKIGSTEN

ORTEN DER WELT

LERNST DU DIE

TOLLSTEN MENSCHEN

KENNEN.

Seine Bilder, die er den Hilfsorganisationen

zur Verfügung stellt, die Preise

und Auszeichnungen dafür sind nur ein

Tropfen auf den heißen Stein, dessen ist

sich Jorda bewusst. „Du hast kurz Aufmerksamheit,

die Organisationen bekommen

etwas Publicity. Aber in der

heutigen Welt ist eine große Anzahl von

Instagram-Followern wichtiger. Traurig,

aber ich mache weiter.“

Jorda sieht Fotografieren irgendwie als

sozialen Beruf. Seine Frau ist Chirurgin,

auch sie sieht schlimme Dinge. „Mein

Privileg, zu reisen, sehe ich nicht als

Selbstverständlichkeit. Wir versuchen

deshalb, viel bewusster positiv zu leben

und unseren Kindern ein Paradies auf

Erden zu geben, so wie ich es hatte.

Wenn jeder sein Talent ein bisschen nützen

würde, könnten wir die Welt ein

Stückchen besser machen. Man muss

dazu nicht nach Syrien fahren. Man

kann damit beginnen, dem Obdachlosen

einen Kaffee zu kaufen.“

WANDERN IN

MEINER SCHÖNSTEN

PASSFORM

Maier Sports der Passformspezialist –

Ihre Nr. 1 bei elastischen Outdoorhosen.

WANDERQUALITÄT

GEPRÜFTE

196

2017

T E S T S I E G E R

www.maier-sports.com/outdoorhosen


ÜBER STOCK

UND ÜBER STEINE

SCHLUCHTEN UND GIPFEL, SEEN

UND IMMER WIEDER DIE ISAR. DAS

KARWENDELGEBIRGE BIETET JEDE

MENGE ABWECHSLUNGSREICHE TOUREN.

Foto: Alpenwelt Karwendel/Gregor Lengler

Foto: Alpenwelt Karwendel / Wolfgang Ehn

Vom Sonntagsspaziergang bis zur Gipfelkletterei

ist im Karwendelgebirge

alles dabei. Und ein wenig von alledem gibt

es bei der Wanderung von Krün auf den

Schwarzkopf.

Mächtig ragen die Felsflanken in der

Hüttlebachklamm rechts und links des Weges

empor. Nur wer den Kopf weit in den

Nacken legt, kann den Himmel dazwischen

sehen. Der Weg steigt an. Und gegen Ende

verjüngt sich der Einschnitt zwischen den

Felsen. Ein Wasserfall stürzt über mehrere

Stufen hinab. Daneben ist eine in den Fels

geschlagene Treppe, über die wir an der

Flanke emporklettern. Mit etwas Glück

trifft man hier sogar auf Gämsen. Auch ein

Uhu-Paar brüte hier jedes Jahr, erzählt Willi

Neuner, der uns als kundiger Wanderführer

begleitet. In Krün sind wir mit ihm aufgebrochen.

Er führt uns an der türkisfarbenen Isar

entlang, erklärt uns den Artenreichtum in

den Isarniederungen, erzählt von der Geschichte

des Holztransportes auf dem Fluss.

Weiter geht es durch die Hüttlebachklamm

hinauf zum Schwarzkopf. Erst in gemächlicher

Steigung, gegen Ende dann im Zickzack

auf 1161 Meter. Oben wartet nicht nur

eine Bank, sondern auch ein phänomenaler

Blick auf die Landschaft: auf Krün, das Isartal,

die Alpenwelt Karwendel, bis hinüber in

die Stubaier und Allgäuer Alpen.

Wer jetzt Lust bekommen hat: weitere

Infos und Tourenvorschläge unter

www.alpenwelt-karwendel.de/touren-karwendel

174 SPORTaktiv


POCKET

CL MOUNTAIN

FÜR BLICKE,

DIE WEITER

GEHEN

SEE THE UNSEEN


PERFEKTE WOCHE

IN RUHPOLDING

Das neue aja Resort in

Ruhpolding bietet Wellness

für Groß und Klein

mit Alpenblick und tollen

Eröffnungsangeboten.

KONTAKT

a-ja Resortund

Hotel GmbH

T. +49 40 69 63 52 580

www.aja.de

Umfassende Serviceangebote, hohe Servicestandards

und ein vielfältiges, regionales

Speisenangebot – damit punktet das aja

Resort in Ruhpolding und das alles inmitten

der wunderbaren oberbayerischen

Landschaft. Alpenblick beim Schwimmen,

Saunieren oder Trainieren im 1850 Quadratmeter

großen Wellnessbereich inklusive.

Nach einem Tag auf dem Mountainbike lässt

es sich hier besonders gut entspannen. Wer

das Resort kennenlernen will, kann jetzt das

Rundum-Sorglos-Paket „Perfekte Woche“

buchen. Neben Frühstück und Abendessen

und der SPA-Benutzung ist auch die

Chiemgau-Karte inbegriffen, mit der die

Gäste kostenlosen Zutritt zu über 30 Attraktionen

der Region erhalten. Interessierte

können die Woche ab 524 Euro pro Person

buchen. Entweder unter reservierung.hh@

ajaresorts.de oder unter www.aja.de.

Ftotos Jan Schmiedel

WANDERN IM

WILDEN WALD

Rund um das Bergdorf Sankt Englmar

im Bayerischen Wald lässt es sich in

herrlicher Landschaft bei höchster

Luftqualität wandern – und danach

bei bayerischer Gastfreundschaft

entspannen.

Der Bayerische Wald um das Bergdorf

Sankt Englmar ist das Reich der wilden

Wälder und der „Fünf-Tausender“.

Dabei hat jeder Berg sein unverwechselbares

Gesicht und bietet sowohl ambitionierten

Wanderern als auch echten

Bergfexen verschiedenste Herausforderungen.

Jede Anstrengung wird dabei

mit einer atemberaubenden Aussicht

über die beinahe grenzenlose Waldwildnis

des Bayerischen Waldes und

Böhmerwaldes belohnt. Als Etappenort

am Goldsteig, einem der schönsten

Wanderwege Deutschlands, verfügt

Sankt Englmar über ein Wanderwegenetz

von 125 km. Aber auch lukullische

Genüsse kommen nicht zu kurz. Bei der

Englmarer Hüttenwanderung kommen

die Besucher in den Genuss der kulinarischen

Besonderheiten der

Bayerwaldregion.

TOURISMUS-INFO

SANKT ENGLMAR

Rathausstraße 6

T. +49 99 65/84 03 20

www.urlaubsregionsankt-englmar.de

ANZEIGE/Foto: www.guenterstandl.de

176 SPORTaktiv


WANDERABENTEUER

OHNE GRENZEN

ALS 660 KILOMETER LANGER

WANDERWEG FÜHRT DER

GOLDSTEIG DURCH FÜNF NATUR-

PARKE UND ZWEI NATIONALPARKE

IN OSTBAYERN UND BÖHMEN UND

LÄDT DABEI ZU GRENZGÄNGEN

IN DAS NACHBARLAND

TSCHECHIEN EIN.

Fotos: Woidlife Photography

Kurz die Fakten: Der Goldsteig ist

der längste zertifizierte Qualitätswanderweg

Deutschlands und führt

auf 660 Kilometern in zwei Varianten

von Marktredwitz durch den Oberpfälzer

und Bayerischen Wald nach

Passau. 2018 wurde außerdem der Zlatá

Stezka, das „Pendant“ zum Goldsteig

in Tschechien eröffnet. Mit Zubringern

und Querverbindungen ist so ein 2000

Kilometer langes Wanderwegenetz mit

13 Grenzübergängen zwischen Bayern

und Tschechien, entstanden.

Der Goldsteig passiert fünf Naturparke

sowie die Nationalparke Bayerischer

Wald und Šumava. Man wandert auch

auf historischen Pfaden. Schmuggler,

Händler und Pilger waren schon vor

Jahrhunderten hier unterwegs und

hinterließen ihre Spuren. Wanderer

von heute können in die Erlebnisse der

Grenzgänger von einst eintauchen.

Hoch droben auf den Bergen des Oberpfälzer

und Bayerischen Waldes erscheint

die Freiheit grenzenlos – im wörtlichen

Sinn: Das Panorama von Großem Falkenstein,

von Rachel, Lusen oder Dreisessel

gewährt atemberaubende Einsichten ins

Böhmische und öffnet den Blick auf ein

schier endloses Meer an Bäumen. Wenn

schon viel von Grenzen die Rede war: An

seine persönlichen Grenzen kann man,

muss man aber auf dem Goldsteig nicht

gehen. Während die Gipfelroute zwischen

Bad Kötzting und Großem Arber

anspruchsvoll ist, lässt es die Südvariante

mit schattigen Waldwegen und grünen

Wiesenpfaden gemütlicher angehen.

INFOS &

PROSPEKTMATERIAL

Tourismusverband Ostbayern e.V.

D-93059 Regensburg

www.goldsteig-wandern.de

www.zlatastezkou.cz

GoldsteigWandern

Goldsteig_wandern

SPORTaktiv

177


DIESER SEE

GIBT DIR

BERGE

Auf einer der größten Almen

Europas, der Folgaria Lavarone

di Lusern im Trentino,

liegt der wunderschöne

Alpen-Badesee von Lavarone

– ganz in der Nähe des

berühmten Gardasees. Die

schöne Natur eignet sich

perfekt zum Biken, Rennradfahren,

Klettern, Golfspielen

und Wandern. Für Biker

lohnt sich die legendäre

Kaiserjägerstraße, die Strecke

der berühmten „100 km dei

Forti“ und „Transalp“.

Die gute Küche und die

Weine des Trentino, die

Wellness zentren, die Kultur

und die Traditionen der Alpe

Cimbra machen den Urlaub

zu etwas ganz Besonderem.

Pauschalangebot: mind. 5

Nächte ab € 315,00.

www.alpecimbra.it

ALPE CIMBRA

BIKE

178 SPORTaktiv


SPORTaktiv 179


GRAUPELSCHAUER

MIT CHARME

ZWEI TAGE ISLAND REICHEN

GERADE EINMAL, UM EINEN

EINDRUCK DAVON ZU ERHALTEN,

WAS MAN BISLANG IM LEBEN

VERSÄUMT HAT. SPORTAKTIV

TESTETE OUTDOORSCHUHE VON

HOKA ONE ONE IM NORDATLANTIK

UND KEHRTE MIT FERNWEH ZURÜCK.

VON CHRISTOF DOMENIG

Redakteur bei einem Freizeitsportmagazin

ist nicht immer nur ein Traumberuf.

Aber wenn ein Ausrüster – namentlich:

Hoka One One – zur Vorstellung

seiner ersten Outdoorschuh-Kollektion ausgerechnet

nach Island bittet, kommt die

Realität dem Klischeebild ziemlich nahe.

Ende März fanden sich also rund 20 ausgewählte

Journalisten aus ganz Europa auf

der Insel im Nordatlantik ein – interessant,

dass es jedem, den ich dort darauf angesprochen

habe, gleich erging: „Nach Island wollte

ich immer schon einmal. Aber nein, ausgegangen

ist es sich bisher nicht.“

Wermutstropfen: Von vier Tagen gingen

zwei für die An- und Abreise drauf (Frühbucher

finden sicher bessere Verbindungen).

Blieben also zwei Outdoortage, um gemeinsam

mit dem Test der „Hoka One One

Sky“-Schuhe (siehe hinten) einen Eindruck

vom Outdoorland Island zu gewinnen. Weil

dieser notgedrungen fragmentarisch ist, haben

wir ergänzend eine Island- Expertin zugezogen:

Kamala Arnold vom Aktivreiseveranstalter

„Alpinschule Innsbruck“.

Los geht’s – fünf „erste Eindrücke“, was

Outdoorer in Island erwartet.

EINS: WEITE

Island hat 319.000 Einwohner bei

rund 103.000 km2 Fläche. Zum

Vergleich: Etwas mehr Einwohner

als Graz (286.000) bei größerer Fläche

als Österreich (knapp 84.000

km2). Verlässt man nach der Ankunft

den Raum Reykjavik, dominiert

rasch unbesiedelte Landschaft.

Manchen bekannten Wanderweg

wie jenen im naturgeschützten

Thorsmork (heißt: „Tal des Thors“),

auf dem wir einen Tag lang unter-

In den Bergen von Thorsmork

(großes Bild) und

am Solheimajökull-Gletscher

(kleines Bild

rechts). Linkes Bild: Der

Sportaktiv-Redakteur im

isländischen März.

wegs waren, erreicht man überhaupt

nur über Naturpisten. Isländer bauen

Geländefahrzeuge mit fetten Ballonreifen

um, womit dann die Bodenfreiheit

auch für Flussquerungen reicht.

Nach der abenteuerlichen Anfahrt

darf man dann – zumindest im März

bei 50 Zentimeter Neuschnee – völlig

allein durch eine Bergwelt wandern,

die nicht nur die Isländer an den

„Herrn der Ringe“ erinnert.

Die andere Seite sei aber auch erwähnt:

Gerade im Sommer ist Island

Fotos: Eli Thor Magnussen/HOKA ONE ONE, ASI Reisen

180 SPORTaktiv


touristisch gut gebucht, „zu Recht“, sagt

Kamala Arnold: „Stark frequentiert sind

vor allem die gut erreichbaren Sehenswürdigkeiten

im Süden. Auf Wanderrouten

sieht das schon ganz anders aus:

Man ist auf den bekannten Wanderwegen

wie dem ‚Laugavegur‘ zwar nicht allein

unterwegs, aber es verläuft sich alles

gut. Wer es noch einsamer mag, sucht

sich eine der abgelegeneren Touren oder

wandert etwas später im Jahr.“ Empfehlung:

Gut planen oder mit Guide gehen,

Wege-Markierungen sind nicht generell

so, wie von Mitteleuropa gewohnt.

ZWEI: SATTE FARBEN

Gut, Schwarz und Weiß sind laut Definition

keine Farben: Aber die Schwarz-

Weiß-Kontraste der Landschaft im Winter

sind einfach großartig. Neben dem

Schnee, der im März fast täglich frisch

SPORTaktiv

181


„TOUCH THE SKY“:

WANDERN MIT

HOKA ONE ONE

DIE LAUFSCHUHMARKE STELLTE

AUF ISLAND IHRE ERSTE OUTDOOR-

SCHUH-KOLLEKTION „SKY“ VOR –

UND ZUM TESTEN ZUR VERFÜGUNG.

Leicht, komfortabel und mit – von außen

betrachtet – dicker Sohle: So kennt man

Laufschuhe der 2009 gegründeten Marke

Hoka One One. Die typischen Merkmale

übernimmt auch die erste Outdoorschuh-Serie

namens „Sky“.

Die Marke stammt aus den französischen

Alpen und ist in der Trailrunningszene stark

verankert. Die DNA vom Trailrunning findet

sich auch in den Wanderschuhen, erklärte

Entwicklungschef Christophe Aubonnet

(der seit Anbeginn der Marke an Bord

ist) bei der Präsentation. Die Schuhe sind

leicht, weich, bequem – und doch stabil.

Das geht, weil der Fuß nicht auf der außen

sichtbaren Sohlenlinie liegt, sondern tief

in die Mittelsohle integiert wird. Aubonnet

vergleicht es mit einem Kanu, das sich

stabilisiert, wenn man drinsitzt. Wie sich

auf dem Gletscher mit Steigeisen sowie bei

einer Gebirgswanderung im Neuschnee

zeigte, funktioniert die Kombination aus

Komfort und Halt erstaunlich gut.

Charakteristisch ist auch eine Rocker-Konstruktion,

die das Abrollen erleichtert. Für

Grip sorgt die mit Vibram entwickelte Sohle.

Die Schuhe sind bewusst progressiv und

jung designt: „Was wir nicht sein wollen, ist

braun, schwer und steif“, ließ die anwesende

„Hoka One One“-Mannschaft verlauten.

3 Sky-Modelle werden zum Start jeweils

für Frauen und Männer angeboten:

• Der Sky Toa (Bild oben), mit 425 Gramm

der leichteste Schuh, für schnelles Vorankommen

im Gelände (UVP: € 180,–);

• der Sky Arkali als vielseitiges Modell, das

auch Technologien von Kletterschuhen

integriert (UVP: € 200,–);

• der Sky Kaha ist das stabilste Modell,

trotzdem außergewöhnlich bequem und

rund 520 Gramm leicht (UPV: € 220,–).

www.hokaoneone.eu

182 SPORTaktiv

in kleinen Dosen fällt, ist dafür das

Schwarz des Lavagesteins und -sands

verantwortlich. Im von uns erkundeten

Gebiet im Süden (neben Thorsmork der

Solheimajökull-Gletscher) befindet sich

der Eyjafjallajökull, jener Vulkan, der

vor ein paar Jahren den europäischen

Flugverkehr lahmlegte.

„Island ist eine Vulkaninsel“, erklärt

Kalama Arnold, „das Vulkangestein ist

farbenreich und begegnet einem überall

auf der Insel mit unterschiedlicher Intensität.

Heiße Quellen, brodelnde

Schlammtöpfe zeugen vom Vulkanismus.

In den Sommermonaten sind die

Kontraste aus schwarzer Lava, grünen

Wiesen, buntem Gestein und tiefblauen

Seen und dem Meer sehr intensiv.“

Der Gletscher schimmert vor allem im

Hochwinter in Blitzblau. Polarlichter

waren – witterungsbedingt – in unseren

drei Märznächten leider keine zu sehen.

Grundsätzlich ist die Chance aber groß,

Hotels bieten dafür einen Weckdienst.

DREI: HOCHGEBIRGE

UNTER 1000 METER

Wanderungen starten knapp über Meereshöhe.

Der Weg im Thorsmork, in den

wir einstiegen, führt gleich ordentlich

bergauf. Und nach wenigen Hundert

überwundenen Höhenmetern wähnt

man sich, zumindest im Winter und mit

ordentlich Schnee unter den Schuhen,

im alpinen Hochgebirge. Der Blick auf

die umliegenden Gipfel ist, vor allem

wenn die Wolkendecke aufreißt und ein

paar Sonnenstrahlen durchlässt, atemberaubend.

Was den Eindruck verstärkt:

Auf Island startet man mangels Wäldern

schon „über der Baumgrenze.“

„Die Höhenmeter dürfen nicht unterschätzt

werden“, weiß auch Kamala Arnold,

„auch wenn die Berge nicht besonders

hoch sind – Islands höchster, der

Hvannadalshnúkur, misst 2110 m. Je

nachdem, wo man unterwegs ist, führen

Pfade stetig auf und ab oder auch über

weite Ebenen. Bei unseren Touren, die

wir anbieten, machen wir bis zu 700

Höhenmeter am Tag. Trittsicher sollte

man sein, gerade in den Hochlandgebieten

ist der Untergrund manchmal geröllig“,

sagt die ASI-Expertin.

VIER: WETTERWECHSEL

Zart blinzelt die Sonne durch die Wolken,

es ist beinahe windstill und hat angenehme

null Grad. Nur Augenblicke

später heißt es: „Kapuzen-Alarm“, sofort

hat es gefühlte zehn Grad weniger, der


Graupelschauer kommt im Eiswind

waagrecht daher und massiert die Wangen.

Und die Sicht liegt bei null. Was

aber auch nur ein paar Minuten dauert.

Der ständige blitzartige Wetterwechsel

ist im isländischen Spätwinter jedenfalls

nicht die Ausnahme, sondern die Regel

und man gewöhnt sich schnell daran. Ja,

er hat sogar seinen eigenen Charme.

„Die schnellen Wechsel von Sonne–

Wind–Regen–Schnee gibt es auch im

Sommer – wobei Schnee im Sommer

eher selten ist“, bestätigt die Island-Expertin.

Was im Sommer wie Winter unbedingt

beachtet werden muss: „Eine

sehr gute Ausrüstung ist für Wanderungen

auf Island unbedingt notwendig.“

FÜNF: WEHMUT

BEIM HEIMFLUG

Kaum angekommen, schon wieder vorbei.

Passenderweise startet die Icelandair-Boeing

im urplötzlich auf die Ma-

schine einprasselnden Eisregen und wird

ordentlich durchgerüttelt.

Schon die zweitägige Stippvisite zeigte,

dass Island ganz anders ist – wunderschön,

beeindruckend – und man unbedingt

mehr von diesem Land sehen

muss. Nicht nur vom touristisch besonders

gut erschlossenen Süden, wie auch

die Expertin empfiehlt: „Island begeistert

mich auch 20 Jahre nach meiner

ersten Reise immer noch. Ich mag die

bekannten Wanderwege ebenso wie die

Geheimtipps, die schwer zu erreichen

sind und wo man daher oft alleine unterwegs

ist. Ja, in Südisland befinden

sich viele der bekannten Sehenswürdigkeiten

wie das Gebiet der Geysire – sozusagen

viel Island auf kleinem Raum.

Allerdings hat das Land noch viel mehr

zu bieten und jeder Teil unterscheidet

sich vom anderen. Die Insel und das

Outdoorland Island sind zu jeder

Jahreszeit eine Reise wert ...“

KAMALA ARNOLD

hat lange auf Island gelebt

und ist Nordland-Spezialistin

des Aktivreise-Veranstalters

„Alpinschule Innsbruck“ (ASI).

Die ASI hat zahlreiche

geführte Island-Reisen im

Angebot. Beispiel: 5 Tage

„Komforttrekking auf dem

Laugevegur“, an sechs Terminen

in diesem Sommer,

um € 1395,–

www.asi-reisen.de

Sporthotel Tyrol ****

Drauweg 12 Innichen | Tel. +39 0474 913 198

SPORTaktiv 183

www.sporthoteltyrol.it


184 SPORTaktiv


AUF

OLPERLS

SPUREN

In Sexten gab es einst ein

geheimnisvolles Wesen namens

„Olperl“. Es war weder Mensch

noch Tier und versteckte sich

tagsüber tief im Wald. Erst bei

Einbruch der Dunkelheit kam

es als quirliger „Springgingl“

zum Vorschein und machte sich

einen Spaß daraus, Bauern und

Wanderer mit lauten Pfiffen

zu erschrecken. Den Leuten

im Tal war es nur wegen seiner

großen leuchtenden Kulleraugen

bekannt.

Olperls Bergwelt, der neue Erlebnispark,

beginnt direkt an der

Bergstation der Helm-Bahnen

und führt dich zu Olperls besten

Freunden – ins Reich der alpinen

Tierwelt. Auf dem 1,5 km

langen Rundwanderweg kannst

du zehn spannende Erlebnispunkte

entdecken – mit tollen

Ausblicken auf die Gipfelwelt

der Sextner Dolomiten und bei

freiem Eintritt.

www.dreizinnen.com

Foto: Manuel Kottersteger

SPORTaktiv

185


DER PERFEKTE MIX AUS

ACTION UND ERHOLUNG

DAS FASSATAL – AUF ITALIENISCH:

„VAL DI FASSA“ – IM TRENTINO IST

MIT SEINEN WANDERWEGEN UND

BIKESTRECKEN IDEAL FÜR SPORTLER.

UND BESTICHT SPEZIELL IM SOMMER

MIT DER SCHÖNHEIT SEINER NATUR.

Majestätische Gipfel, grüne Wälder

und Wiesen, klare Bäche

und Bergseen, in denen sich

das Blau des Himmels spiegelt: Das einzigartige

Naturgebiet rund um Langkofel

und Marmolada verzaubert besonders

im Sommer mit seiner Schönheit. Ein

ganz besonderes Spektakel ist das Phänomen

des Alpenglühens, das die Berggipfel

bei Sonnenauf- und -untergang in

die schönsten Rottöne taucht.

Die Vielfalt der geologischen Formen,

der Tier- und Pflanzenwelt sowie die

außergewöhnlichen Möglichkeiten machen

das Val di Fassa zum perfekten Ziel

für einen Aktivurlaub in den Bergen.

Von entspannten Panoramawanderungen

und gemütlichen Radausflügen bis

hin zu legendären Klettersteigen und

berüchtigten Bike-Trails: Hier kommt

jeder Besucher auf seine Kosten. Abgerundet

wird das sportliche Angebot

durch einen entspannenden Besuch in

einer der vier Thermenanlagen.

Kontakt

APT Val di Fassa

T. +39 0462/60 95 00

www.fassa.com

Wandern im UNESCO-Welterbe

Die Dolomiten, offizielles UNESCO-

Weltnaturerbe und teilweise im Val di

Fassa gelegen, ziehen jedes Jahr Tausende

Besucher aus aller Welt an. Immer umgeben

von den majestätischen Felswänden,

die zum Greifen nah sind, wird der Aufenthalt

im Val di Fassa zu einem einzigartigen

Naturerlebnis. Die vielen Bergund

Talwege des Val di Fassa eignen sich

bestens fürs Wandern, Spazieren, für

Nordic Walking und Trekking.

Unter den Routen finden sich sowohl

gemütliche Wanderungen, die für

die ganze Familie leicht zu bewältigen

sind, als auch anspruchsvolle Aufstiege

für alle, die es hoch hinauszieht. Auf

Wunsch stehen für solche Strecken heimische

Bergführer als erfahrene Begleiter

zur Seite.

Wer die schönsten Gipfelwege des Tals

kennenlernen möchte, der begibt sich

am besten auf den Dolomiti Panorama

Trek. Im Val di Fassa verlaufen sechs

Etappen der insgesamt 200 km langen

Rundwanderung quer durch die Dolomiten.

Auch die Via Alpina, die auf der

Strecke von Triest nach München mit

fünf Wanderwegen acht Alpenländer

Fotos: APT Val di Fassa

186 SPORTaktiv


WINNER OF BEST MOUNTAIN SPORT

verbindet, führt durch das Fassatal. Liftanlagen,

Shuttledienste und Taxis machen

es möglich, jeweils nur einen Teil

der Strecke zu absolvieren und zurück

zum Ausgangspunkt zu gelangen.

Urlaub auf zwei Rädern

Das Val di Fassa gilt als Eldorado für

Liebhaber des Radsports, es scheint wie

gemacht für Rennräder und Mountainbikes:

Von Mai bis September haben

Radsportbegeisterte die Qual der Wahl

zwischen dem etwas einfacheren, asphaltierten

Dolomiten-Radweg von

Canazei bis in das Fleimstal – oder den

anspruchsvollen Touren durch die Täler

Jumela, Duron, Contrin, Monzoni, San

Nicolò und auf die Dolomitenpässe.

Zahlreiche Seilbahnen transportieren

das Rad bergauf, etwa auf den Col Rodella,

den Col dei Rossi oder den San

Pellegrino Pass. Der Bike-Express Fassa

Fiemme bringt Radfahrer täglich von der

48 Kilometer langen Radtour aus dem

benachbarten Val di Fiemme nach Canazei

zurück. Neben dem umfangreichen

Streckennetz gibt es im Tal zudem spezielle

Bike-Hotels sowie bestens ausgestattete

Radverleihe und Fachgeschäfte.

Genuss für alle Sinne

Ob wandern, mountainbiken oder einfach

abschalten und entspannen – das

Val di Fassa ist dafür das perfekte Ziel.

Die Hütten auf den Gipfeln und die

Restaurants im Tal verwöhnen mit einer

Küche, die alpine Herzhaftigkeit mit

mediterraner Eleganz gekonnt kombiniert.

Einen weiteren Ausgleich bieten

erholsame Stunden, beispielsweise bei

anregenden Behandlungen in der Therme

Dolomia, der QC Terme Dolomiti,

im Aquapark Vidor oder im Wellness-

Center Eghes.

R OF

TAIN

VON BERGMENSCHEN FÜR BERGMENSCHEN

DOLOMITES LODGE

SO VIEL

NEUES!

JETZT BUCHEN

VITAL DAYS

Lage, Lage, Lage mit traumhaftem Panorama in St. Vigil am Naturpark Fa nes-Sennes-Prags der Dolomiten.

Führendes Wanderresort mit betreutem Aktiv- und Bergerlebnisprogramm und Elite

Mountaibike Resort mit Verleih, Ausrüstung, bewachter Garage, Reparaturmöglichkeit und geführten

Touren. Seit 2019 begeistert das Resort mit neuen Wohnträumen und Dolomites Sky

SPA inklusive sensationellem Panorama-Infinity-Pool exklusiv für Erwachsene. Der separate

Familienwell nessbereich sorgt für absolute Ruhe. 100% Weiterempfehlungsrate auf allen Bewertungsportalen

& Aktiv Hotel Award 2019!

Nutzen das gigantische Wander- und

Wellness- Angebot in vollen Zügen!

30.05.2019 - 07.07.2019

07.09.2019 - 03.11.2019

4 NÄCHTE AB € 504,-

pro Person im Doppelzimmer Fanes

SPORTaktiv

Excelsior Dolomites Life Resort

SÜDTIROL – ITALIEN · 39030 St. Vigil . Enneberg – Valiaresstr. 44 . Tel.: +39 0474 501036 · info@myexcelsior.com . www.myexcelsior.com

187


W

arum ist der Himalaya ein Sehnsuchtsziel,

nicht nur für Höhenbergsteiger?

Den Mount Everest als „Dach der Welt“

mit eigenen Augen sehen zu wollen, ist ein

zentraler Grund. Überdies ist die Anziehungskraft

der welthöchsten Berge groß.

Liegen doch 8 der 14 über 8000 Meter hinausragenden

Berge der Welt in Nepal.

Wenn man etwa auf dem 5483 Meter hohen

Gokyo Peak steht und vier Achttausender

(Mount Everest, Lhotse, Makalu, Cho

Oyu) mit einem Rundblick sehen kann, ist

das sehr speziell. Eine weitere Besonderheit

sind die Menschen, die eine intensive, unverfälschte

Verbindung zur Natur haben.

Für wen sind Ziele wie der Gokyo Peak

machbar?

Geeignet ist Trekking in Nepal für jeden,

der sportlich fit und bergerfahren ist. Die

noch wichtigere Frage ist – wer wird in Nepal

glücklich? Meiner Einschätzung nach

wird bei einer Nepalreise glücklich, wer sich

auf das Land einlässt und sich dafür Zeit

nimmt. Fürs Wandern in Nepal kann ich

nur raten, nicht auf die eigene sportliche

Leistung fixiert zu sein, sondern sich auf

Land und Leute zu konzentrieren.

Wo liegen die Unterschiede zwischen

Alpen und Himalaya?

Die Höhe ist der wichtigste Unterschied.

Ähnlich ins Gewicht fallen die Unterschiede

bei Versorgung und Infrastruktur. Was man

nicht mit dabei hat, kann man nicht einfach

im nächsten Ort kaufen, sondern muss darauf

verzichten. Bei der Hygiene gibt es auch

deutliche Unterschiede. Zwei oder drei Tage

nicht duschen zu können ist die Regel. Auch

beim Essen sind die Unterschiede groß. Und

in vielen Teilen des Landes muss man bereit

sein, im Zelt zu schlafen, weil es nicht überall

Lodges gibt. Einzig in der Everest-Region

und am Annapurna gibt es auch „Komfort-Trekkings“

(eigene Zimmer mit Bad

und heißem Wasser, Mehrgangmenüs u.Ä.).

Stichwort Höhe – wo liegt das Problem?

Die Höhe ist das größte Gesundheitsrisiko.

Deshalb ist gute Akklimatisierung wichtig.

Trotzdem kann man die Gefahr der „Hö-

Foto: Peter Hinze,www.greathimalayatrailrun.com

188 SPORTaktiv


SEHNSUCHTSZIEL

HIMALAYA

EINMAL GANZ NAH DRAN

SEIN AM DACH DER WELT.

AUF DEN SPUREN GROSSER

BERGSTEIGER WANDELN.

UND EINTAUCHEN IN EINE

FASZINIERENDE, SO GANZ

UND GAR NICHT WESTLICHE

KULTUR. WIE KANN MAN SICH

DEN TRAUM EINER HIMALAYA-

TOUR ERFÜLLEN, UND WAS

IST DABEI ZU BEDENKEN?

ANTWORTEN VON EINEM, DER

ES WISSEN MUSS – AUTOR UND

TRAILRUNNER PETER HINZE.

VON OLIVER PICHLER

SPORTaktiv

189


PETER HINZE

Der 61-jährige Autor und Journalist

lebt mit seiner thailändischen Frau und

einem Sohn in München. 1992 Mitbegründer

des Nachrichtenmagazins

FOCUS. Seit 2012 freier Buchautor,

Journalist und Trailrunner.

Seit 1981 war er 24 Mal in den unterschiedlichsten

Teilen des Himalaya

(Nepal, Bhutan, Tibet, Indien).

Er führte u.a. Interviews mit Everest-

Erstbesteiger Sir Edmund Hillary, dem

Dalai Lama und Reinhold Messner.

Hinzes sportliche Passion ist das

Trailrunning, genauer das Ultra-Trailrunning.

Auch im Himalaya, etwa:

Mount Everest Marathon (2007, 42 km).

„The Last Secret Bhutan“

(2014, 210 km). Und „The Great

Himalaya Trailrun“ (2017, 1865 km).

Im Herbst 2018 ist im Knesebeck

Verlag „The Great Himalaya Trail“ (288

Seiten, € 36,–), mittlerweile ein

preisgekrönter Bestseller, erschienen.

Das prächtige Buch zeichnet ein

authentisches Bild von Nepal. Seine

87-tägige sportliche Höchstleistung

dient Hinze als roter Faden.

Vor allem widmet er sich aber dem

Land und seiner Bevölkerung.

www.greathimalayatrailrun.com

henkrankheit“ nicht völlig ausschließen.

Bricht sie aus, hilft nur schnellstens in

niedrigere Gegenden zu gelangen, möglichst

mit zusätzlicher Sauerstoffversorgung.

Und ich habe immer das Medikament

Diamox, für den Fall des Falles,

mit dabei.

Wie kann man sich auf den Himalaya

vorbereiten, wie trainieren?

Basis ist eine solide Grundkondition.

Wer im Sommer in den Bergen unterwegs

ist und sich auch im Alltag sportlich

betätigt, ist gut gewappnet, zumal

meist weniger als 10 Kilometer pro Tag

gegangen werden. Weil man Tag für Tag

in Bewegung ist, macht es Sinn, im Vorfeld

eine oder zwei Wochen lang tägliche

längere Strecken zu wandern, um es gewohnt

zu sein.

Wie schwierig sind die

Trekkingtouren?

Nepal-Trekking hat nichts mit Alpinismus

zu tun. Natürlich sind Schneefelder

zu überqueren. Doch Kletterpassagen

oder extrem ausgesetzte Wege gibt es bei

Trekkingtouren sehr selten. Die größte

Herausforderung bleibt die Höhe.

Wie lange dauern typische

Nepal-Trekkingreisen?

Zwei bis drei Wochen. Aufgeteilt in 10

bis 14 Tage Trekking, 2 Tage in Kathmandu

im Rahmen der An- bzw. Abrei-

se, sowie je ein Tag im Flugzeug. Vorteilhaft

ist, dass Kathmandu, meist mit

Zwischenstopp in den Golfstaaten, per

Flugzeug gut erreichbar ist.

Wie viel Zeit soll man für die Hauptstadt

einplanen?

Zwei Tage reichen. Ein Kurzbesuch ist

interessant. Doch Kathmandu ist eine

sehr große, sehr laute und luftverschmutzte

Stadt. Die Reize von Nepal

entfalten sich außerhalb.

Wie reist man nach Nepal? Welche

Reiseanbieter sind empfehlenswert?

Der typische Nepal-Tourist ist sehr individuell

und kein klassischer Pauschalreisender.

Unter den Veranstaltern gibt es

einige Spezialisten, etwa Hauser Exkursionen,

ASI Reisen oder Weltweit Wandern.

Wer bereits Nepal-Erfahrung hat,

etwas abenteuerlustiger ist und etwas

mehr Zeit hat, kann sich seine Trekkingtour

mit einem der vielen lokalen

Sherpas bzw. Reiseveranstalter vor Ort

in Kathmandu organisieren. Einzig die

Versicherung sollte man vorab von zu

Hause aus abschließen. Ich habe meine

Versicherung (Reise- und Krankenversicherung

inklusive Helikopterrettung)

bei Clearskies in Innsbruck gebucht.

Welche Zielgebiete sind zu

empfehlen?

Die meisten Nepal-Einsteiger besuchen

Fotos: Peter Hinze, www.greathimalayatrailrun.com

190 SPORTaktiv


In Upper Dolpo

öffnet sich das Panorama

bei einer

nachmittäglichen

Rast. Rechtes Bild:

Erntedankfest bei

den Mustangi –

Fremde sind mehr

als willkommen.

die spektakulärere Solo-Khumbu-Region

inklusive Everest. Auch sehr gefragt ist

die sehr schöne, leichter bewältigbare

Annapurna-Region inklusive Umrundung

des 8091 Meter hohen Annapurna.

Stark im Kommen ist die Region

Manaslu, weil gut erreichbar und sehr

authentisch. Wer abseits der Hauptströme

unterwegs sein will, dem empfehle

ich drei Regionen: Kanchenjunga (sehr

schöne Landschaft, sehr nette Leute, relativ

einfach, 2017 gerade einmal 600

Besucher) sowie Upper Dolpo und

Upper Mustang.

Wann ist die beste Reisezeit?

Ende Februar bis Mitte Mai und Ende

September bis Mitte November.

Was ist bezüglich Ausrüstung zu

beachten?

Weil man in großen Höhen unterwegs

ist, braucht man mehr warme Kleidung

als in den Alpen. Wander- bzw. Trekkingschuhe

reichen aus. Handschuhe,

Mütze, Schlafsack und natürlich Sonnenbrille,

Nackenschutz und Sonnencreme

sowie ein Medikament um

Durchfall zu bekämpfen, sind mehr als

ratsam. Weiters soll man in weniger erschlossenen

Regionen ein Zelt mit dabei

haben.

Was muss man sonst noch wissen?

Mit dem Restrisiko eines Erdbebens

muss man in Nepal leben. Und bezüglich

der Menge an Gepäck braucht man

sich nicht zu sorgen. Man selbst trägt einen

leichten Tagesrucksack. Alles andere

übernehmen die Sherpas, die Träger. Das

hat nichts mit westlicher Dekadenz zu

tun, sondern ist ein Geschäftsmodell.

Die Sherpas verdienen mit dem Tragen

ihren Lebensunterhalt und versorgen

durch diese Tätigkeit ihre Familien.

Definition einer neuen

Rucksackkategorie. Wasserdichter

Outdoor-Rucksack mit einzigartigem

Öffnungsprinzip für eine neue

Art zu reisen. MADE IN GERMANY.