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hinnerk Dezember 2019 / Januar 2020

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DEZEMBER <strong>2019</strong> / JANUAR <strong>2020</strong> | AUSGABE 308 | WWW.HINNERK.DE<br />

HAMBURG | BREMEN | HANNOVER<br />

HIV IM WANDEL<br />

Zwei Leben,<br />

zwei Bilder<br />

einer Infektion<br />

REISE<br />

Tipps für jede<br />

Jahreszeit!<br />

NACHGEFRAGT<br />

CONCHITA<br />

WURST<br />

bei „Queen of Drags“<br />

und mit neuem Album<br />

INTERVIEWS: ALEX PALMIERI, SASCHA MERLIN, AVA MAX,<br />

KING PRINCESS, SILBERMOND, SIR IAN MCKELLEN


WIR FEIERN DEUTSCHLANDS<br />

ERSTE SCHWULE DATINGSHOW<br />

JETZT STREAMEN BEI


INTRO 3<br />

Inhalt<br />

epaper.blu.fm<br />

Alle Magazine online!<br />

WELT-AIDS-TAG<br />

Wir sprechen mit zwei HIV-<br />

Positiven, deren Testergebnis<br />

24 Jahre auseinander liegt darüber,<br />

wie sich der Umgang mit<br />

der Erkrankung gewandelt hat.<br />

KULTUR<br />

Dieses Jahr feiert Tim Fischer<br />

sein 30. Bühnenjubiläum – und<br />

das mit erst 46 Jahren! Im<br />

<strong>Januar</strong> ist er mit seinem Doppelalbum<br />

„Zeitlos“ auf Tour.<br />

KINO<br />

Der Kino- und Theaterschauspieler<br />

ist einer der<br />

bekanntesten schwulen Stars<br />

der Welt. Wir sprachen mit dem<br />

Oscar-Preisträger über seinen<br />

neuen Film.<br />

Liebe Leser*innen,<br />

<strong>2019</strong> kann mit Fug und Recht als das Jahr der queeren<br />

Jubiläen angesehen werden. Ein Jahresrückblick würde<br />

an 100 Jahre Emanzipationsbewegung in Deutschland<br />

nach Magnus Hirschfeld, 50 Jahre Stonewall-Aufstände,<br />

40 Jahre CSDs, 50 Jahre Ende des Totalverbotes von Homosexualität<br />

nach Paragraf 175 StGB und 25 Jahre seiner<br />

Abschaffung verweisen, um nur einige Meilensteine<br />

zu nennen. Interessanterweise ist dieses Wissen um die<br />

eigene Geschichte in der Community nicht so verankert<br />

gewesen, wie es wünschenswert wäre, allerdings ist die<br />

gesellschaftliche Akzeptanz auch auf einem Niveau, das<br />

vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Das gilt es<br />

zu verteidigen in einer Situation, in der zum Beispiel HIV<br />

keine tödliche Bedrohung mehr ist und Sexualität wieder<br />

angstfrei sein könnte, aber reaktionäre Kräfte versuchen,<br />

ihre Kontrolle über das Individuum mit sexualfeindlicher<br />

Polemik wiederzuerlangen. Bleibt wachsam, bleibt laut,<br />

bleibt unbequem und vor allem: Bleibt glücklich!<br />

Auf ein tolles <strong>2020</strong>!<br />

Deine <strong>hinnerk</strong> Redaktion<br />

Kostenlos<br />

www.<strong>hinnerk</strong>.de<br />

www.facebook.com/<strong>hinnerk</strong>.magazin<br />

Manfred Bruns<br />

17.07.1934 - 22.10.<strong>2019</strong><br />

Kämpfer für Bürgerrechte, Bundesanwalt a.D.,<br />

langjähriger Sprecher und Justiziar des<br />

Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD)<br />

Mit seinem jahrzehntelangen Engagement, seiner Hartnäckigkeit,<br />

seiner Integrität, seinem juristischen Scharfsinn, seinem Humor und<br />

seiner unendlichen Hilfsbereitschaft hat er unsere Gesellschaft<br />

freier, gerechter und lebenswerter gemacht.<br />

In Hamburg sagt man Tschüss<br />

LSVD Hamburg und die Queere Community Hamburg


4 SZENE<br />

Community<br />

#QUEENOFDRAGS<br />

Samantha Gold aus der<br />

Olivia-Jones-Familie ist jetzt<br />

bundesweit durch Heidi Klums<br />

Show „Queen of Drags“ auf<br />

ProSieben bekannt geworden.<br />

Sie positioniert sich klar gegen<br />

FOTO: OLIVIA-JONES.DE / M. RÖER<br />

Bodyshaming Leider musste<br />

sie in Folge zwei die Show<br />

schon wieder verlassen. Wir<br />

lieben dich trotzdem!<br />

DER BÄR IST LOS!<br />

Norddeutschlands größtes<br />

Bärentreffen findet traditionell<br />

am Wochenende 3. <strong>Januar</strong>wochenende<br />

in Hamburg<br />

statt. Die Bärenpaadiie XXL in<br />

der Markthalle, die inzwischen<br />

mit allen Räumlichkeiten<br />

gebucht wird und somit<br />

Platz für rund 2.000 Bären<br />

bietet, findet am 18. <strong>Januar</strong><br />

statt. Sie ist mit Abstand die<br />

größte Party dieser Art und<br />

Karten habt ihr hoffentlich<br />

schon, denn sonst müsst ihr<br />

sicher jetzt bereits um welche<br />

feilschen! Infos unter www.<br />

nordbaeren-hamburg.de! *ck<br />

Am 22. Oktober <strong>2019</strong> starb Bundesanwalt<br />

a.D. und Menschenrechtsaktiv<br />

Manfred Bruns iim Alter von 85 Jahren.<br />

Der „Anwalt der Homosexuellenbewegung“<br />

vertrat unter anderem auch die homosexuellen<br />

Paare, die in langwierigen Klagewegen<br />

gegen die Diskriminierung der eingetragenen<br />

Lebenspartnerschaft vor dem Bundesverfassungsgericht<br />

aufsehenerregende<br />

Grundsatzurteile erstritten, die letztlich die<br />

Eheöffnung unumgänglich machten.<br />

2017 erhielt Manfred Bruns die Kompassnadel<br />

des schwulen Netzwerkes NRW. Seine<br />

Dankesrede ist ein historisches Zeitdokument<br />

der Verfolgungsgeschichte schwuler<br />

Männer in der Bundesrepublik Deutschland,<br />

eine Abrechnung mit ihrer Sexualmoral und<br />

eine Mahnung an die Nachfolgegeneration.<br />

Manfred Bruns gewann durch seine Homosexualität<br />

dennoch letztlich mehr Glück im<br />

Leben, als er es ohne sie erreicht hätte, leitet<br />

der in seiner ihm so eigenen humorvollen Art<br />

GESELLSCHAFT<br />

Manfred Bruns: Glücklich, weil er schwul war<br />

her. Das Video kann unter www.youtube.com/<br />

user/SchwulesNetzwerkNRW angeschaut<br />

werden.<br />

DER LSVD HAMBURG TRAUERT UM<br />

MANFRED BRUNS<br />

Der Vorstand des LSVD Hamburg übersendete<br />

<strong>hinnerk</strong> die nachfolgenden Zeilen, die wir hier<br />

gerne veröffentlichen. Manfred Bruns hatte<br />

den Verband seit 1990 und bis zu seinem Tod<br />

in allen juristischen Fragen vertreten.<br />

„Manfred war uns immer ein wichtiger<br />

Ansprechpartner und Ratgeber. Nie war<br />

ihm eine Anfrage zu viel und wir konnten<br />

auf seine Unterstützung zählen.<br />

Einige Male war Manfred bei uns in Hamburg<br />

zu Gast. Gerne erinnern wir uns an<br />

das gemütliche Beisammensein nach den<br />

Veranstaltungen, wo er uns als Freund mit<br />

seiner Warmherzigkeit, seinem Humor<br />

aber auch seiner Hartnäckigkeit zum<br />

Lachen gebracht hat.<br />

Wir werden Manfred sehr vermissen."<br />

FOTO: LSVD


POLITIK<br />

Ein Regenbogenhaus für Hamburg?<br />

SZENE 5<br />

Im Februar <strong>2020</strong> wählt Hamburg<br />

eine neue Bürgerschaft. Farid<br />

Müller von den Grünen eröffnet den<br />

queerpolitischen Wahlkampf am Tag des<br />

Erscheinens dieser <strong>hinnerk</strong> Ausgabe mit<br />

der Präsentation des von der GAL-Fraktion<br />

beauftragten Gutachtens zum Für<br />

und Wider eines Regenbogenhauses für<br />

die Hamburger Community im Hamburger<br />

Rathaus. Auch im Regierungsprogramm<br />

für eine mögliche Koalition<br />

nach der Wahl hat die Partei<br />

das Projekt verankert, für das<br />

<strong>hinnerk</strong> im Vorfeld exklusiv einige<br />

Details erfragen konnte und hier<br />

bewertet.<br />

WORUM GEHT ES?<br />

Nach dem Vorbild vieler Städte<br />

wie Brüssel, Zürich oder – aktuell<br />

in der Endphase der Realisierung<br />

– Berlin, soll in Hamburg ein zentrales<br />

Haus Heimat und gleichzeitig<br />

Aushängeschild und Plattform<br />

für die Akteur*innen der queeren<br />

Stadtgesellschaft werden.<br />

WARUM NICHT BESTEHENDE<br />

HÄUSER NUTZEN?<br />

Es gibt eine ganze Reihe von<br />

Vereinen und Initiativen, die heute,<br />

wenn überhaupt, nicht viel mehr<br />

als ein Klingelschild vorzuweisen<br />

haben und gleichzeitig keinerlei<br />

eigene Infrastruktur für ein<br />

öffentliches Wirken haben. Sie<br />

sollen in das Regenbogenhaus<br />

ziehen. Es geht nicht darum,<br />

bestehende Einrichtungen wie<br />

das mhc oder Hein & Fiete aufzulösen,<br />

sondern vielmehr darum, für die Zukunft<br />

zu sichern, dass diese "Platzhirsche"<br />

selbst im Fall finanzieller Engpässe oder<br />

unbezahlbarer Mieten eine repräsentative<br />

Bleibe vorfinden. Genannte beide Häuser,<br />

haben zudem schon heute gar nicht die<br />

räumlichen Möglichkeiten, beispielsweise<br />

eine Mitgliederversammlung für Hamburg<br />

Pride auszurichten, ein Forum oder sonstige<br />

größere Publikumsveranstaltungen<br />

Das in Planung befindliche „Queere Kulturhaus" im Zentrum Berlins nahe dem<br />

Checkpoint Charly. Voraussichtliche Eröffnung: 2023<br />

auszurichten. Bedenken einer gegenseitigen<br />

Konkurrenz sind allerdings<br />

selbstverständlich nicht von der Hand zu<br />

weisen – selbst beim Pride House zum<br />

CSD knirscht es diesbezüglich hinter den<br />

Kulissen schon seit einigen Jahren.<br />

WAS KOSTET DAS?<br />

Das ist zurzeit unklar, da mit dem Gutachten<br />

von Vanessa Lamm und Markus<br />

Hoppe nur ein Stimmungsbild vorliegt,<br />

das klären sollte, ob die Idee<br />

überhaupt ernsthaft verfolgt<br />

werden soll. Die Antwort<br />

– ohne der Präsentation<br />

am 27.11.<strong>2019</strong> vorgreifen<br />

zu wollen – ist ein ziemlich<br />

deutliches Ja. Die Kosten<br />

für die Stadt könnten nun<br />

in einer weiteren Machbarkeitsstudie<br />

abgeschätzt<br />

werden, die klärt, welche<br />

Trägerform für das Projekt<br />

realistisch ist, ob Immobilien<br />

gemietet, gekauft, gebaut<br />

oder gepachtet werden<br />

sollen, wer letztendlich dabei<br />

sein will und kann, und so<br />

weiter ... *ck<br />

FOTO: PALLADIUM PHOTODESIGN, BURG & SCHUH GBR / GRAFISCHE BEARBEITUNG: LON GODIN<br />

<strong>hinnerk</strong> steht dem Projekt<br />

nach jetzigem Stand offen<br />

gegenüber und will als<br />

queeres Magazin der Stadt<br />

zu einer offenen und vor<br />

allem öffentlichen Debatte<br />

beitragen. Anregungen,<br />

Inhalte und Kommentare an<br />

redaktion@<strong>hinnerk</strong>.de!<br />

St.Georg


6 SZENE<br />

GESELLSCHAFT<br />

HISTORIKER<br />

ERINNERN AN<br />

NS-OPFER<br />

FOTO: L. ALVES / CC0 / UNSPLASH<br />

Konzentrationslager Dachau<br />

Paul Thiele wurde 2013 von der<br />

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität<br />

Hannover nicht mit den<br />

anderen NS-Opfern rehabilitiert.<br />

Der Student war vom Studium an allen<br />

deutschen Hochschulen ausgeschlossen<br />

worden, da gegen ihn ein Verfahren nach<br />

§ 175 StGB anhängig war. Dr. Christian-<br />

Alexander Wäldner hatte seinerzeit unter<br />

Protest das Gremium verlassen, um so<br />

gegen diese neuerliche Diskriminierung zu<br />

protestieren; noch 2016 wurde in einem<br />

Buch behauptet, diese Diskriminierung sei<br />

rechtmäßig erfolgt! Aber Paul war nicht der<br />

einzige Mann, dem derartiges Unrecht im<br />

NS-Staat widerfahren war und mit dessen<br />

Rehabilitierung sich nach 1945 deutsche<br />

und österreichische Hochschulen und<br />

Universitäten schwertaten.<br />

Bei der Aufarbeitung dieses<br />

Unrechts anonymisierte<br />

beispielsweise die Universität<br />

Stuttgart die beiden §-175-<br />

Opfer und „vergaß“ nebenbei<br />

in der erschienen Publikation<br />

darauf hinzuweisen, dass der<br />

Antrag auf Rehabilitierung<br />

dieser beiden Männer der Anfang für die<br />

Aufarbeitung gewesen war.<br />

Mehr als 5000 Frauen und Männer wurden<br />

in der NS-Zeit von deutschen Hochschulen<br />

und Universitäten vom Studium ausgeschlossen,<br />

weil sie Juden waren, oder weil<br />

sie rechtskräftig verurteilt wurden und<br />

ihnen so die Berechtigung zum Studium<br />

aberkannt wurden; mehr als 3500 Menschen<br />

wurden nachträglich ihre akademischen<br />

Titel aberkannt, darunter<br />

auch wegen § 175 StGB<br />

belastete Männer. Insgesamt<br />

126 Schicksale von<br />

Männern konnten durch<br />

die bald erscheinende<br />

Gemeinschaftsarbeit (Foto)<br />

festgestellt werden. Mögen<br />

diese Männer zum größten<br />

Teil heute vergessen sein, so sollen sie<br />

dennoch posthume Würdigung erhalten.<br />

Als die Namen der NS-Opfer 2013 an<br />

Leibniz-Universität Hannover öffentlich<br />

verlesen wurden, nahm sich Christoph<br />

Elsner ein Herz, und verlas den nicht vorgesehenen<br />

Namen Paul Thiele; die hochroten<br />

Köpfe einzelner Professoren sprachen<br />

Bände. Somit ist er nicht ganz vergessen.<br />

*Christian-Alexander Wäldner<br />

FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / SIMONE M. NEUMANN<br />

Plenarsaal<br />

POLITIK<br />

Queerbericht aus Berlin<br />

Im September kam das Parlament aus<br />

der Sommerpause zurück. Seitdem hat<br />

sich für queere Belange einiges getan.<br />

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)<br />

legte einen Gesetzentwurf zum Verbot von<br />

sogenannten Konversionstherapien vor.<br />

Therapien, die das Ziel verfolgen,<br />

Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit<br />

zu „heilen“,<br />

sollen bei Jugendlichen<br />

verboten werden. Endlich.<br />

Die demokratische Opposition<br />

aus FDP, Die Linke<br />

und Bündnis 90/Die Grünen<br />

legte gemeinsam einen<br />

Gesetzentwurf zur Erweiterung<br />

des Grundgesetzes in Artikel 3 vor.<br />

Das Grundgesetz soll auch queere Menschen<br />

durch die Einfügung des Merkmals „sexuelle<br />

Identität“ dauerhaft vor Diskriminierung<br />

schützen. In der Debatte hierzu überraschte<br />

der Abgeordnete Volker Ullrich von der CSU.<br />

Er lehnte dies nicht ab und macht damit<br />

der Community Hoffnung, dass es, nach<br />

Jahrzehnten des Forderns, im Parlament für<br />

diesen Diskriminierungsschutz die notwendige<br />

Zweidrittelmehrheit geben könnte.<br />

In den Haushaltsberatungen wird derzeit um<br />

das Programm „Demokratie leben“ gerungen.<br />

Hier werden mit 100 Millionen Euro Projekte<br />

gegen rechts unterstützt, darunter auch<br />

etliche queere Initiativen. Wie notwendig<br />

die Demokratieförderung<br />

ist, zeigten nicht zuletzt die<br />

rechtsterroristischen Morde in<br />

Halle. Die Oppositionsparteien<br />

Grüne und Linke befragten die<br />

Bundesregierung zu Gewalt<br />

gegen queere Gedenkstätten<br />

und Gewalt gegen queere<br />

Menschen. Die Bundesregierung<br />

antwortete, dass es hier jeweils zu einer<br />

hohen Zunahme kam. Die AfD zeigt Woche<br />

für Woche, dass sie Menschenrechte ablehnt,<br />

und verbindet dies auch stets mit Hass gegen<br />

queere Menschen. *Bodo Niendel<br />

FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / JULIA NOWAK<br />

Ausführlich unter<br />

blu.fm/topics/queer-im-parlament


FOTO: PRIVAT<br />

GEBURTSTAG<br />

55<br />

JAHRE HAPE<br />

Am 9. <strong>Dezember</strong> 1964 wurde<br />

einer der bis heute meistgemochten<br />

schwulen Stars geboren:<br />

Hape Kerkeling.<br />

Hape ist, nein, war – eigentlich hat<br />

er sich ja zurückgezogen – ohne<br />

Frage der bekannteste Komiker und<br />

TV-Moderator Deutschlands. Und<br />

Buchautor („Ich bin dann mal weg“, „Der<br />

Junge muss an die frische Luft“ ...). Und<br />

Transvestit (Uschi Blum, eine Art Parodie<br />

auf Andrea Berg). Und, und, und ...<br />

„Eigentlich bin ich doch mehr<br />

der gemütliche, tapsige Typ und<br />

überhaupt keine Rampensau“, verriet<br />

Hape Kerkeling einmal. Gut, dass er<br />

es dann doch gewagt hat, denn den<br />

mögen alle! Alles Gute wünscht die<br />

blu Mediengruppe! *rä<br />

Finden Sie<br />

Ihren passenden<br />

Partner über<br />

FOTO: S. SCHREIBER<br />

Hape, alles Liebe zu deinem Ehrentag, 55 ist<br />

schon eine tolle Leistung. Weiterhin viel Erfolg, viel<br />

Glück und Gesundheit.<br />

Gina Montano<br />

Lieber Hape, alles Gute für dein neues Lebensjahr,<br />

bleib gesund und fröhlich. Bitte komm zurück und<br />

rette den deutschen Humor. Er stirbt gerade und<br />

niemand kann uns helfen. Love you so much<br />

Bibi, Brigitte Skrothum<br />

Jetzt parshippen<br />

FOTO: ELFI MIKESCH<br />

Lieber Hape, herzliche Gratulation zu 55 Jahren<br />

Schwulsein, Dankbarkeit und Respekt für 28 Jahre<br />

queere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit. Vielleicht<br />

treffen wir uns mal an der frischen Luft ...<br />

In Verehrung<br />

Rosa von Praunheim


FOTOS: SONY MUSIC<br />

KERKELING<br />

Lieber Hape, du hast uns seit Anfang der 80er-Jahre<br />

immer wieder zum Schmunzeln und zum Lachen<br />

gebracht. Wir wünschen dir zum 55. Geburtstag das<br />

Allerbeste, vor allem aber viel Gesundheit!<br />

Diven Supreme – Das Original<br />

FOTO: S. SCHREIBER<br />

Lieber Hape, ich wünsche dir alles Liebe zum<br />

Ehrentag und uns allen ein Bühnencomeback<br />

von Uschi Blum! #uschiblumforever<br />

Mr Gay Germany <strong>2019</strong> Marcel<br />

FOTO: JEAN BAPTISTE HUONG<br />

Hape, ich wünsche<br />

dir weiterhin alles<br />

Gute. Hurtz! Und<br />

ganz viele Bussis vom<br />

Taschenluder!<br />

Matthias von Weiden<br />

FOTO: M.RÄDEL<br />

Ich war 16<br />

Jahre alt und<br />

noch nicht<br />

offen schwul, als<br />

Rosa Hape Kerkeling und Alfred Biolek im<br />

Fernsehen outete. Es machte mir Angst,<br />

aber auch Hoffnung und Mut, denn bis<br />

dahin kannte ich keine offen schwulen<br />

Männer und fühlte mich verloren. Die<br />

Outings veränderten die Situation, auch<br />

meine, denn gerade Hape war damals bei<br />

jungen Menschen sehr angesagt, und ich<br />

FOTO: ANDRÉ KRUMMEL<br />

fühlte mich durch sein Zwangsbekenntnis<br />

gehoben. Hape (genauso wie Alfred) hat<br />

die Outing-Aktion souverän getragen und<br />

auch später keine „Rache“ geübt. Eher im<br />

Gegenteil. Das raechne ich ihm hoch an.<br />

Hape hat mich oft zum Lachen gebracht,<br />

und er gab mir immer dieses gute<br />

Gefühl, auch als offen Homosexueller ein<br />

schönes Leben führen zu können. Dafür<br />

danke ich ihm und gratuliere herzlichst<br />

zum 55. Geburtstag!<br />

Oliver Sechting


10<br />

SZENE<br />

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000<br />

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.<br />

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!<br />

Wöchentlich<br />

SONNTAG<br />

13:00 Dragon Sauna,<br />

Nachtsauna, Ob<br />

zum Vorglühen, zur<br />

Afterhour oder fürs<br />

ganze Wochenende,<br />

die Dragon Sauna<br />

hat für euch immer<br />

von Freitag 13 Uhr<br />

bis Sonntag 24 Uhr<br />

durchgehend geöffnet.,<br />

Pulverteich 37<br />

14:00 Startschuss,<br />

TransSport, (Kraft-/<br />

Ausdauerübungen,<br />

Spiele) Dress:<br />

bequeme Sportkleidung.<br />

Infos: transsport@startschuss.<br />

org, Pulverteich 21<br />

16:00 Dragon Sauna,<br />

1. So 16:30 Rote<br />

Flora, Queer-Feministisches<br />

Café,<br />

open to all genders.<br />

We should all be<br />

feminists!, Achidi-<br />

John-Platz 1<br />

MONTAG<br />

1. 2. 3. Mo 10:00 Aids-<br />

Seelsorge im IFZ,<br />

Frühstückangebot<br />

der AIDS-Seelsorge,<br />

Rostocker Str. 7<br />

1. 2. 3. Mo 16:00 Hein<br />

& Fiete, PrEP-<br />

Sprechstunde (Präventionsberatung<br />

+ Informationen),<br />

bis 20 Uhr, anonym,<br />

kostenlos und ohne<br />

Voranmeldung., Pulverteich<br />

21<br />

1. 2. 3. Mo 17:00 Aids-<br />

Hilfe Hamburg e.V.,<br />

Präventionsberatung<br />

mit Schnelltestangebot,<br />

bis 19<br />

Uhr, Lange Reihe 30<br />

18:30 Startschuss,<br />

Selbstverteidigung<br />

- Prävention,<br />

Abwehrtechniken,-<br />

und griffe, Selbstbehauptung,<br />

Infos<br />

/ Trainer: Ghasem<br />

Spili Telefon: 040-<br />

386 554 68, Pulverteich<br />

21<br />

1. Mo 18:00 mhc -<br />

Magnus-Hirschfeld-<br />

Centrum, Bi-<br />

Pan-Stammtisch,<br />

Borgweg 8<br />

16:00 Hein & Fiete,<br />

PrEP-Sprechstunde<br />

(Präventionsberatung<br />

+ Informationen),<br />

bis 20 Uhr,<br />

anonym, kostenlos<br />

und ohne Voranmeldung.,<br />

Pulverteich<br />

21<br />

DIENSTAG<br />

1. 2. Di Do 19:00 Aids-<br />

Hilfe Hamburg e.V.,<br />

Infoline 04019411,<br />

Infoangebot bis 21<br />

Uhr, Lange Reihe 30<br />

16:00 Hein & Fiete, Test<br />

& Beratung, Bis<br />

20 Uhr. Anonym,<br />

kostenlos, ohne<br />

Anmeldung., Pulverteich<br />

21<br />

MITTWOCH<br />

19:00 mhc - Magnus-<br />

Hirschfeld-Centrum,<br />

Kostenlose<br />

Rechtsberatung,<br />

Mit RA Sven-Uwe<br />

Blum, Anmeldung<br />

erforderlich unter<br />

0402790069, Borgweg<br />

8<br />

1. 2. 3. Mi 19:00 Hein<br />

& Fiete, Gaybo,<br />

schwule Selbstbehauptung,<br />

Pulverteich<br />

21<br />

2. Mi 19:00 Brauhaus<br />

Joh. Albrecht,<br />

Stammtisch der<br />

LSU-Hamburg,<br />

Adolphsbrücke 7<br />

3. Mi 19:30 M&V, SPDqueer-Stammtisch,<br />

Lange Reihe 22<br />

DONNERSTAG<br />

13:00 Dragon Sauna,<br />

Mixed Tag, Jeden<br />

Donnerstag spielen<br />

in der DRAGON<br />

das Geschlecht<br />

und die sexuelle<br />

Orientierung keine<br />

Rolle. Egal ob Gays,<br />

Heteros, Bisexuelle,<br />

Transgender oder …<br />

jede*r ist willkommen.,<br />

Pulverteich 37<br />

FREITAG<br />

1. Fr 13:00 Dragon<br />

Sauna, BIG, BIGGER,<br />

BEAR – Bärensauna,<br />

Ab 13 Uhr wird den<br />

Bären und ihren<br />

Freunden so richtig<br />

eingeheizt! Eintritt:<br />

20 Euro, Pulverteich<br />

37<br />

13:00 Dragon Sauna,<br />

Nachtsauna, Ob<br />

zum Vorglühen, zur<br />

Afterhour oder fürs<br />

ganze Wochenende,<br />

die Dragon Sauna<br />

hat für euch immer<br />

von Freitag 13 Uhr<br />

bis Sonntag 24 Uhr<br />

durchgehend geöffnet.,<br />

Pulverteich 37<br />

2. 3. 4. 5. Fr 13:00<br />

Dragon Sauna, Partnertag,<br />

Alle Paare<br />

zahlen freitags<br />

zusammen nur 30<br />

EURO für je einen<br />

Schrank. Es muss<br />

keine wahre Liebe<br />

sein, dieses Angebot<br />

gilt für Dich und<br />

eine Begleitung.,<br />

Pulverteich 37<br />

3. Fr 19:00 Feinkost<br />

Hafencity, Stammtisch<br />

Nordbären, bis<br />

01 Uhr, Am Kaiserkai<br />

27<br />

SAMSTAG<br />

13:00 Dragon Sauna,<br />

Nachtsauna, Ob<br />

zum Vorglühen, zur<br />

Afterhour oder fürs<br />

ganze Wochenende,<br />

die Dragon Sauna<br />

hat für euch immer<br />

von Freitag 13 Uhr<br />

bis Sonntag 24 Uhr<br />

durchgehend geöffnet.,<br />

Pulverteich 37<br />

1. 2. 3. Sa 16:00 Hein<br />

& Fiete, Der Männertreff,<br />

Offene<br />

Gruppe für vielseitig<br />

Interessierte, Pulverteich<br />

21<br />

1. Sa 19:00 Pink Channel,<br />

funDYKE auf<br />

Tide 96.0, http://<br />

www.pinkchannel.<br />

net<br />

16:00 Hein & Fiete, Der<br />

Männertreff, Offene<br />

Gruppe für vielseitig<br />

Interessierte, Pulverteich<br />

21<br />

MO 2.12.<br />

18:00 Hein & Fiete,<br />

Kunstgruppe, Pulverteich<br />

21<br />

MI 4.12.<br />

15:30 Aids-Seelsorge im<br />

IFZ, PC & Internet –<br />

Fragen und Antworten<br />

mit René Rehse,<br />

Rostocker Str. 7<br />

DO 5.12.<br />

19:30 Aids-Hilfe Hamburg<br />

e.V., Selbsthilfegruppe<br />

„HIV<br />

& Positiv.leben“,<br />

Lange Reihe 30<br />

FR 6.12.<br />

10:00 Aids-Hilfe Hamburg<br />

e.V., Bärenstark<br />

für die AIDS-<br />

Hilfe Hamburg,<br />

Teddy-Verkauf im<br />

Marktplatz Galerie<br />

Bramfeld, Lange<br />

Reihe 30<br />

SA 7.12.<br />

10:00 Aids-Hilfe Hamburg<br />

e.V., Bärenstark<br />

für die AIDS-Hilfe<br />

Hamburg, Teddy-<br />

Verkauf in der<br />

Marktplatz Galerie<br />

Bramfeld, Lange<br />

Reihe 30<br />

MO 9.12.<br />

18:00 Hein & Fiete,<br />

Kunstgruppe, Pulverteich<br />

21<br />

DI 10.12.<br />

14:00 Aids-Seelsorge<br />

im IFZ, Besinliche<br />

Adventsfeier der<br />

KulturZeit, Rostocker<br />

Str. 7<br />

MI 11.12.<br />

18:00 Aids-Hilfe Hamburg<br />

e.V., Verein<br />

Sociosus: Raum der<br />

Stille, bis 19 Uhr,<br />

Lange Reihe 30<br />

MO 16.12.<br />

19:00 Hein & Fiete, Treffen<br />

der schwulen<br />

Väter & Ehemänner,<br />

Pulverteich 21<br />

DI 17.12.<br />

15:00 Aids-Seelsorge im<br />

IFZ, Gesellschaftsspiele,<br />

(IFZ), Rostocker<br />

Str. 7<br />

DO 19.12.<br />

10:00 Aids-Seelsorge<br />

im IFZ, Frauenfrühstück<br />

für positive<br />

Frauen, Rostocker<br />

Str. 7<br />

18:00 Aids-Hilfe Hamburg<br />

e.V., Selbsthilfegruppe<br />

- Bunte<br />

Vielfalt, Lange<br />

Reihe 30<br />

FR 20.12.<br />

23:59 Fundbureau,<br />

Winter Rave unter<br />

der Sternbrücke,<br />

(mixed), Stresemannstraße<br />

114<br />

SA 28.12.<br />

15:00 Leben mit Behinderung,<br />

Freizeitgruppe<br />

„Mann liebt<br />

Mann“ - Kaffeeklatsch,<br />

bis 18 Uhr,<br />

Südring 36<br />

MO 30.12.<br />

13:00 Dragon Sauna,<br />

HHero for a day,<br />

Immer am letzten<br />

Montag des Monats<br />

gehen 3 EUR des<br />

Eintrittspreises<br />

direkt als Spende<br />

an Hein & Fiete.<br />

Und von 19 – 21 Uhr<br />

gibt es das beliebte<br />

Pastabüfett., Pulverteich<br />

37<br />

MO 6.1.<br />

10:00 Aids-Seelsorge im<br />

IFZ, Neujahrsfrühstück<br />

mit vorheriger<br />

Anmeldung!, Rostocker<br />

Str. 7<br />

MI 8.1.<br />

15:30 Aids-Seelsorge im<br />

IFZ, PC & Internet –<br />

Fragen und Antworten<br />

mit René Rehse,<br />

Rostocker Str. 7<br />

FR 17.1.<br />

12:00 Dragon Sauna,<br />

Bärensauna – Bears<br />

at the Sauna –<br />

Bärenpaadiie XXL,<br />

bis 23:30 Uhr, Pulverteich<br />

37<br />

SA 18.1.<br />

14:00 U.S. Fun Bowling,<br />

Bärenbowling,<br />

Tickets nur<br />

im Vorverkauf:<br />

nordbaerenhamburg.de/?post_<br />

type=product,<br />

Wagnerstr. 2<br />

MO 27.1.<br />

13:00 Dragon Sauna,<br />

HHero for a day,<br />

Immer am letzten<br />

Montag des Monats<br />

gehen 3 EUR des<br />

Eintrittspreises<br />

direkt als Spende<br />

an Hein & Fiete.<br />

Und von 19 – 21 Uhr<br />

gibt es das beliebte<br />

Pastabüfett., Pulverteich<br />

37


12 KULTUR<br />

FOTO: S. BUSSE<br />

NACHGEFRAGT<br />

TIM FISCHER<br />

IST „ZEITLOS“<br />

<strong>2019</strong> feiert der Wahl berliner<br />

Tim Fischer sein 30. Bühnenjubiläum<br />

– und das mit erst 46<br />

Jahren! Ein wahres Wunderkind war<br />

er und ist zudem bis heute erfolgreich<br />

mit seiner ganz eigenen Art<br />

Chanson: 1995 erhielt Tim Fischer<br />

den Deutschen Kleinkunstpreis, 2017<br />

war er Teil der vielfach ausgezeichneten<br />

Serie „Babylon Berlin“. Im<br />

Herbst erschien mit „Zeitlos“ ein<br />

neues Doppelalbum, das neue und<br />

ältere Lieder vereint. Und Tim geht<br />

auf Tour! Los ging es im Oktober im<br />

Tipi am Kanzleramt, es folgen bis in<br />

den Mai <strong>2020</strong> hinein Auftritte unter<br />

anderem in München, Düsseldorf,<br />

Hamburg, Köln, Bremen, Stuttgart<br />

sowie Leipzig und Frankfurt. Aber<br />

auch Oldenburg wird nicht vergessen!<br />

Dreißig Jahre auf der Bühne zu<br />

stehen, ist eine große Leistung.<br />

Was hat sich für dich verändert?<br />

Hattest du jemals Lampenfieber?<br />

Lampenfieber gibt es bei mir phasenweise.<br />

Eben denke ich noch, ich sitze<br />

fest im Sattel, doch dann schlägt mir das<br />

Leben ein Schnippchen und es stellt sich<br />

Nervosität ein. Das kann ich vor einem<br />

Auftritt natürlich gar nicht gebrauchen!<br />

Ich fühle mich dann wie ein Säugling,<br />

der erst mal laufen und sprechen lernen<br />

muss.<br />

Provinz oder Großstadt, wo fühlst<br />

du dich besser verstanden?<br />

Heute ist das wirklich kein Thema mehr.<br />

Die Leute auf dem Land leben ja dank<br />

Internet nicht mehr hinterm Mond.<br />

Ich bin ein Fan von Großstädten, liebe<br />

Berlin, Frankfurt oder Köln. Aber genauso<br />

gerne trete ich auf dem Land auf. Die<br />

Menschen dort freuen sich ebenso über<br />

unseren Besuch. Ich habe mir in dreißig<br />

Jahren ein treues Publikum erarbeitet,<br />

das zu Freunden wurde. Da ist gleich eine<br />

gute Energie im Saal.<br />

Über Political Correctness wird viel<br />

diskutiert, gibt es alte Lieder, die<br />

du magst, die aber einfach nicht<br />

mehr gehen?<br />

Es kommt drauf an, wer einen Shitstorm<br />

bei Nichtgefallen verbreitet. Als Künstler<br />

sollte man Farbe bekennen und klarmachen,<br />

wo man steht. Die Lieder von<br />

Georg Kreisler beispielsweise sprechen<br />

mir total aus der Seele. Er hatte die<br />

richtige Einstellung, nämlich klar gegen<br />

rechts. Dass man mit solchen Aussagen<br />

in manchen Gegenden auf Ablehnung<br />

stößt, ist doch völlig klar. Man kann eben<br />

kein Omelett machen, ohne ein Ei zu<br />

zerschlagen. Ich hatte nie den Anspruch,


KULTUR 13<br />

allen gefallen zu müssen. Ich freue mich sehr, wenn ich<br />

im Konzert ein Lied von Friedrich Hollaender singe und<br />

mich anschließend junge Leute fragen, ob ich den Text<br />

selbst geschrieben habe. Das zeigt deutlich, dass die<br />

Lieder nicht dated, sondern zeitlos sind.<br />

Ein neues Lied ist „Ich bin die Transe Hans von<br />

Hansetrans“<br />

Ja! Da wird ordentlich transgendert! Mit dem Song<br />

von Thomas Paul Schepansky fordere ich Respekt für<br />

sogenannte Minderheiten ein. Ich finde es wichtig,<br />

an einem solchen Abend zu zeigen, dass Vielfalt eine<br />

Bereicherung ist.<br />

Was erwartet uns beim neuen Programm?<br />

Ich komme mit genialen Musikern. Rainer Bielfeldt wird<br />

am Klavier sitzen, Bernd Oezsevim am Schlagzeug, Jo<br />

Ambros spielt Gitarre, und unser musikalischer Leiter<br />

Oliver Potratz spielt Bass. Man weiß ja als Künstler nie<br />

genau, was das Publikum von einem erwartet. Wollen sie<br />

nur alte Hits hören? Oder nur Neues? Ich habe mich für<br />

den Fifty-fifty-Weg entschieden und präsentiere zum<br />

einen meine Klassiker aus drei Jahrzehnten – in musikalisch<br />

völlig neuem Gewand – und die neuen Stücke<br />

vom Album „Zeitlos“, das am 11. Oktober erscheint. Die<br />

dreißig Lieder klingen teilweise richtig poppig und fetzig.<br />

Thematisch geht es wieder durch alle Gefühlslagen. Da<br />

gibt es Komisches, Trauriges, Lieder über den Tod, das<br />

Leben und die Liebe. Im Grunde ist es ein Wechselbad<br />

der Emotionen – eine Art Kneipp-Kur für die Seele.<br />

25.11. bis 30.12.<strong>2019</strong><br />

Nordanker<br />

Rechtsanwalt<br />

Nordanker<br />

Steuerberater<br />

Du trittst in Köln und Düsseldorf auf.<br />

Jawohl! Ich liebe das Rheinland sehr und es erfüllt mich<br />

regelrecht mit Stolz, dass ich es geschafft habe, Kölner<br />

ins „Savoy“ nach Düsseldorf und Düsseldorfer ins „Gloria“<br />

nach Köln zu locken. Die beiden Städte sind sich ja nicht<br />

wirklich grün ... (lacht) Aber in beiden ist das Publikum<br />

einfach wunderbar! Die Leute haben Lust zu feiern,<br />

machen es einem auf der Bühne leicht, haben ihre<br />

eigene Meinung und sind absolut offen! Das verbindet<br />

Köln und Düsseldorf.<br />

Sven-Uwe Blum<br />

Rechtsanwalt<br />

Fon 040 · 413 046 40<br />

blum@kanzlei-blum.de<br />

kanzlei-blum.de<br />

Sven Partheil-Böhnke<br />

Diplom-Betriebswirt,<br />

Steuerberater<br />

Fon 040 · 334 69 14-00<br />

info@nordstb.de<br />

nord-anker.de<br />

*Interview: Michael Rädel<br />

www.timfischer.de<br />

Kleine Johannisstraße 10 · 20457 Hamburg


14 KULTUR<br />

INTERVIEW<br />

ALEX PALMIERI: „WRONG“<br />

Zum Hamburg Pride war Alex<br />

Palmieri einer der Headliner<br />

auf dem Straßenfest. <strong>hinnerk</strong><br />

nutzte die Chance natürlich für<br />

ein Vier-Augen-Gespräch mit dem<br />

umtriebigen Popstern, der am 10.<br />

<strong>Januar</strong> sein neues Album „Wrong“<br />

veröffentlicht.<br />

Warum bist du Musiker geworden?<br />

Ich wollte immer zu meiner eigenen Musik<br />

singen und tanzen, deswegen habe ich<br />

später Tanz studiert und auch angefangen<br />

zu singen. Die Popmusik hat mich die<br />

ganze Zeit über mitgerissen, weshalb ich<br />

angefangen habe, in meinem Zimmer<br />

meine eigenen Songs aufzunehmen. Am<br />

Anfang waren sie schrecklich, aber ich<br />

wurde immer besser. Meine eigentliche<br />

Karriere hat im Fernsehen bei einer<br />

Nachmittagssendung angefangen.<br />

Wie viel Einfluss haben Social Media?<br />

Das Leben hat sich mit Social Media<br />

allgemein sehr verändert, aber insbesondere<br />

natürlich auch die Musikindustrie.<br />

Ich hab erst vor einigen Tagen darüber<br />

nachgedacht, wie man vor 15 Jahren so<br />

einen Event wie den Pride oder ein Konzert<br />

promotet hat ohne Social Media. Früher lief<br />

das meist über TV-Spots oder Magazine.<br />

Heute ist es auf jeden Fall einfacher, weil<br />

wir alle „connected“ sind.<br />

Wie war dein Coming-out?<br />

Mein Coming-out lief langsam. Ich habe<br />

mich nicht am Anfang meiner Karriere<br />

geoutet. Ich habe darüber mit niemandem<br />

gesprochen, weil ich fand, dass das ein<br />

sehr persönliches Thema ist und es von<br />

meiner Kunst ablenken würde. Heute<br />

denke ich mir allerdings,<br />

dass es sehr wichtig ist,<br />

darüber zu sprechen. Als<br />

queere Person des öffentlichen<br />

Lebens sollte man<br />

Regenbogenflagge zeigen,<br />

Vorbild sein. Besonders<br />

in Italien. Eigentlich will<br />

ich dabei nur authentisch<br />

und ich selbst sein, egal<br />

ob auf der Bühne, auf der<br />

Straße oder im Fernsehen.<br />

Das ist der Unterschied<br />

zu früher, wo ich diesen einen Teil von mir<br />

ausgeblendet habe. In Interviews oder in<br />

Fernsehshows spreche ich heute zum<br />

Beispiel darüber, wie ich mich das erste<br />

Mal in einen Kerl verliebt habe und wie<br />

die Reaktion meiner Familie bei meinem<br />

privaten Coming-out war. Das ist mein<br />

kleiner Beitrag als ein „Aktivist“ für die<br />

Community. Und es fühlt sich gut an, sich<br />

nicht zu verstecken.<br />

Hat sich die Gesellschaft gewandelt?<br />

Mir ist aufgefallen, dass sie sich hier in Italien<br />

tatsächlich verändert hat. Menschen, die<br />

zehn Jahre jünger sind als ich, reden offen<br />

über Sexualität als eine normale, alltägliche<br />

Sache. Ich bin froh, diese Generation zu<br />

sehen, und bin darüber sehr glücklich, weil<br />

ich selbst damals oft ausgegrenzt wurde<br />

oder mich selbst ausgegrenzt<br />

habe, wie eben<br />

erzählt. Auf der anderen<br />

Seite wurde ich in meinem<br />

Beruf auch in einer<br />

Weise „überbeschützt“ –<br />

man hat mir sowohl beim<br />

Verstecken als auch nach<br />

dem Coming-out viel<br />

geholfen. Das macht mein<br />

Leben sehr viel einfacher,<br />

als es zum Beispiel für<br />

junge Schwule im Süden<br />

von Italien oder fernab der Metropolen noch<br />

immer ist. Es ist, denke ich, noch immer für<br />

sehr viele Menschen sehr hart, in der Familie,<br />

in der Gesellschaft zu sich zu stehen.<br />

*Interview: Christian Knuth<br />

www.alexpalmieriofficial.com<br />

MUSICAL<br />

Voll auf Tina Turner<br />

Simply the best: Die Frau, die einst im Kirchenchor<br />

startete, schuf viel Gutes – und<br />

hatte ein spannendes Leben. Beides gibt<br />

es jetzt in einem Musical zu erleben.<br />

Im Stage Operettenhaus am Spielbudenplatz<br />

in St. Pauli nimmt man sich der Rock-<br />

Diva an, die sich (leider) 2004 aus dem<br />

Musikbusiness zurückzog und seitdem nur<br />

noch selten, mitunter via Meditations-CDs,<br />

von sich hören lässt. Ihre Kunst ist aber<br />

präsenter denn je! Ein energiegeladenes<br />

Musical, das beweist, dass Tina Turner mehr<br />

war als nur die Powerfrau, die Hits wie<br />

„GoldenEye“, „River Deep – Mountain High“,<br />

„Nutbush City Limits“ und „What’s Love Got<br />

to Do with It“ einsang. *rä<br />

Tina – Das Tina Turner Musical, Hamburg,<br />

Stage Operettenhaus, Spielbudenplatz 1,<br />

U St. Pauli, bis September <strong>2020</strong>,<br />

www.musicals.de<br />

FOTO: STAGE ENTERTAINMENT


16 KULTUR<br />

FOTO: I AM MIA<br />

NACHGEFRAGT<br />

MERLIN, MILVA,<br />

MELANCHOLIE<br />

Im November erschien das<br />

erste Studioalbum von Sascha<br />

Merlin. „Leben, um davon zu singen“<br />

sammelt Chansons mit Einflüssen<br />

von Pop bis Jazz. Natürlich wollte<br />

<strong>hinnerk</strong> mehr wissen.<br />

„Leben, um davon zu singen“ ist<br />

dein erstes Studioalbum. Warum<br />

erst jetzt diese Liedersammlung<br />

für zu Hause?<br />

Ich hatte schon länger das große Bedürfnis,<br />

einige meiner Lieder instrumental so<br />

zu präsentieren, wie ich sie mir immer<br />

vorgestellt habe: mal orchestral wie „Was<br />

ist ein Clown“, mal mit leichten Jazz-<br />

Anklängen wie „Ich mag den Herbst“, mal<br />

poppig wie in den 80ern, wo ich erwachsen<br />

wurde, wie „Heute bin ich frei“. Dafür<br />

bedarf es eines guten Partners – wie jetzt<br />

Rubin Records –, der mich versteht, da ich<br />

auch keine Kompromisse machen wollte,<br />

und eines erheblichen Budgets. Beides zu<br />

finden, nahm etwas Zeit in Anspruch.<br />

Wie seid ihr an die Auswahl der<br />

Titel herangegangen? Du stehst<br />

ja bereits zwanzig Jahre auf der<br />

Bühne …<br />

Vor zwanzig Jahren habe ich wieder<br />

angefangen zu singen – nach sieben<br />

Jahren Pause – hier in Hamburg, in der<br />

Opera stabile. Bei der Auswahl habe ich<br />

mich, da es mein erstes Studioalbum ist,<br />

auf die Titel konzentriert, die über die<br />

Jahre oft Erwähnung bei Publikum und<br />

Presse fanden. Meine „Greatest Hits“,<br />

wenn man so will.<br />

„Ein Liebeslied –‚Die Liebe<br />

wird erst stärker mit<br />

den Jahren‘ – kam dann<br />

spontan dazu, weil ich das<br />

Gefühl hatte, dass etwas<br />

fehlte.“<br />

Wie erklärst du dir, dass schwule<br />

Männer Chansons und besonders die<br />

der Diven Piaf oder Milva so verehren?<br />

Chansons sind fragil, manchmal dramatisch,<br />

manchmal witzig, manchmal melancholisch.<br />

Damit entsprechen sie oft dem Wesen<br />

von Homosexuellen. Wir gehören einer<br />

Minderheit an, die aber wahrgenommen<br />

und respektiert werden möchte. Das<br />

schärft den Blick und macht empfindsam.<br />

Piaf und Milva erscheinen uns als starke<br />

Persönlichkeiten. Piaf war in ihrem Umgang<br />

mit ihren Liebhaberinnen und Liebhabern<br />

sehr unkonventionell, modern und frei. Das<br />

entspricht zuweilen dem homosexuellen<br />

Erleben. Bei Milva ist es anders. Da ist vor<br />

allem diese schöne Bühnenerscheinung mit<br />

dieser melancholischen und trotzdem starken<br />

Stimme, die einen in den Bann zieht.<br />

Wie war deine Begegnung, die<br />

Zusammenarbeit mit Milva?<br />

Außergewöhnlich. Als ich mit Milva in<br />

Mailand im Studio war, musste ich mich<br />

mehrfach kneifen. Da stand die große<br />

Milva, für die alle großen Musiker unserer<br />

Zeit geschrieben haben, und sang meine<br />

Lieder, als wäre es nie anders gewesen.<br />

Die stimmlichen Möglichkeiten, mit<br />

denen sie auch in der deutschen Sprache<br />

sofort instinktiv die richtigen Nuancen<br />

findet, das packt einen. In der Zusammenarbeit<br />

ist Milva übrigens alles andere<br />

als eine Diva: sehr sachlich und genau. Sie<br />

hat mich gleichberechtigt behandelt wie<br />

alle, die an der Produktion beteiligt waren.<br />

Die Diven-Erscheinung hebt sie sich für<br />

die Bühne auf!<br />

Wird es nach dem Release-Konzert<br />

weitere Möglichkeiten geben, dich<br />

live zu erleben?<br />

Davon gehe ich fest aus. Es sind schon<br />

Sachen im Gespräch. Da das Album<br />

aber gerade erst fertig geworden ist und<br />

schon die Proben zum Konzert begonnen<br />

haben, gab es bisher noch wenig Raum<br />

für Planung. Aber ich gehe fest davon<br />

aus, dass es viele Termine im norddeutschen<br />

Raum geben wird – und dann auch<br />

sicher das ein oder andere Konzert im<br />

Süden.<br />

*Interview: Christian Knuth<br />

www.saschamerlin.de


LIEBE<br />

Prince Charming<br />

auf Partnersuche im TV<br />

Mit „Prince Charming“ zeigt der Streaming-<br />

Dienst TVNOW der Mediengruppe RTL seit<br />

dem 30. Oktober das erste Gay-Dating-<br />

Format in Deutschland. Jeden Mittwoch geht<br />

jeweils eine neue Folge von „Prince Charming“ online.<br />

Hier kämpfen zwanzig attraktive Single-Männer an der<br />

Küste Griechenlands um das Herz von Prince Charming:<br />

Nicolas Puschmann.<br />

KULTUR<br />

17<br />

FOTO: TVNOW / PRINCE CHARMING<br />

In unterschiedlichen Dates bekommt Nicolas die Chance,<br />

den Junggesellen in größerer Runde oder in trauter Zweisamkeit<br />

auf den Zahn zu fühlen. Wer am Ende des Abends<br />

keine Krawatte trägt, muss aus der Männer-Villa ausziehen.<br />

„Lebensfroh, verlässlich und authentisch“ – so beschreibt<br />

Nicolas Puschmann sich selbst. Der gebürtige Hamburger<br />

hatte bisher zwei feste Beziehungen und sucht nun seit<br />

einem halben Jahr Mr. Right. „Ich glaube, jeder sehnt sich<br />

insgeheim nach Liebe. Viele können sich aber von den<br />

Reizen in der heutigen Gesellschaft schlecht lösen und<br />

suchen immer nach etwas noch Besserem. Ich möchte<br />

einfach jemanden an meiner Seite, mit dem es Spaß macht,<br />

Zeit zu verbringen“, sagt der 28-Jährige. Er glaubt fest daran,<br />

dass bei zwanzig attraktiven Singles mindestens einer dabei<br />

sein muss, der ihm gefällt. Einen bestimmten Typ, auf den er<br />

steht, hat er nicht, aber sein Traummann sollte das gewisse<br />

Etwas haben – Egoismus und Pessimismus sind für Nicolas<br />

ein No-Go. Bei schönen Händen, Zähnen oder Waden wird<br />

„Prince Charming“ schon mal schwach.<br />

Auf die anstehende Kuppel-Show, die man als schwules<br />

Pendant zu „Der Bachelor“ bezeichnen könnte, ist Nicolas<br />

ziemlich stolz, denn er will nicht nur die große Liebe finden.<br />

Er sieht in der Sendung auch die Chance, mehr Leute darauf<br />

aufmerksam zu machen, dass Homosexualität normal und<br />

alltäglich ist.


18<br />

KULTUR<br />

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000<br />

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.<br />

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!<br />

SO 1.12.<br />

19:00 Schmidts Tivoli,<br />

POMPÖS <strong>2019</strong><br />

- Das große Winterspektakel,<br />

Spielbudenplatz<br />

27<br />

19:00 Fabrique, Sängerknaben<br />

& Sirenen<br />

#95, Der Singer-<br />

Songwriter-Sunday<br />

(Eingang Speckstr.),<br />

Valentinskamp 28a<br />

DI 3.12.<br />

19:30 First Stage Theater,<br />

Die große<br />

Weihnachtsshow<br />

<strong>2019</strong>, Thedestr. 15<br />

MI 4.12.<br />

20:30 Grüner Jäger,<br />

Jägerschlacht, Poetry<br />

Slam. Anmeldungen<br />

an hamburg@kampf-derkuenste.de,<br />

Neuer<br />

Pferdemarkt 36<br />

DO 5.12.<br />

20:00 Polittbüro, Theater<br />

am Strom: Rosa<br />

begegnen, Textpartitur<br />

zur Geschichte<br />

einer Hamburger<br />

Sintiza von Christiane<br />

Richers, Steindamm<br />

45<br />

FR 6.12.<br />

19:30 Planetarium<br />

Hamburg, Caro‘s<br />

Cosmische Collisionen,<br />

Konzert mit<br />

Carolin Fortenbacher,<br />

Achim Rafain<br />

und Mirko Michalzik,<br />

Linnéring 1<br />

SA 7.12.<br />

11:00 Elbphilharmonie<br />

Hamburg, Benefiz-<br />

Gala, mit Bodo<br />

Wartke, Anna<br />

Depenbusch u.a.,<br />

Platz der Deutschen<br />

Einheit 1<br />

Ihre Apotheke im<br />

DI 10.12.<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo - Fr 8:30 bis 19:00 Uhr<br />

Sa 8:30 bis 15:00 Uhr<br />

20:00 Kampnagel, Stefanie<br />

Sargnagel /<br />

Christiane Rösinger<br />

/ Denice Bourbon:<br />

Legends of Entertainment,<br />

Theater<br />

& Performance<br />

[K6], Jarrestraße 20<br />

MI 11.12.<br />

19:30 Thalia Theater,<br />

Die Nacht der von<br />

Neil Young Getöteten,<br />

von Navid<br />

Kermani / Regie<br />

Sebastian Nübling,<br />

Alstertor 1<br />

SA 14.12.<br />

15:00 mhc - Magnus-<br />

Hirschfeld-Centrum,<br />

Theatergruppe<br />

Kulturbeutel:<br />

Weihnachtsspezial<br />

„Oh du Ehrliche“,<br />

(mhc.Cafe), Borgweg<br />

8<br />

SO 15.12.<br />

11:00 Bucerius Kunst<br />

Forum, Disney,<br />

Rockwell, Pollock,<br />

Warhol - Ikonen<br />

Amerikas, Bis<br />

12.01.<strong>2020</strong>, Tägl.<br />

geöffnet, Alter<br />

Wall 12<br />

MI 18.12.<br />

19:00 Schmidtchen,<br />

Jana & Janis: Sag<br />

einfach Jein!, Spielbudenplatz<br />

21/22<br />

DO 19.12.<br />

19:30 Opernloft, La<br />

Traviata, Van-der-<br />

Smissen-Str. 4<br />

FR 20.12.<br />

11:00 Deichtorhallen, 30<br />

Jahre Deichtorhallen<br />

Hamburg, Halle<br />

für aktuelle Kunst.<br />

Bis zum 5.01.<strong>2020</strong>,<br />

Tägl. außer Mo.,<br />

Deichtorstraße 1<br />

EPES<br />

DO 26.12.<br />

Lange Reihe 58 · 20099 Hamburg<br />

Tel.: (040) 24 56 64 · Fax: (040) 24 44 26<br />

16:00 Hamburger<br />

Engelsaal, Operettencafé-<br />

Das große<br />

Wunschkonzert,<br />

Valentinskamp<br />

40-42<br />

SA 28.12.<br />

18:00 Staatsoper, Weihnachtsoratorium<br />

I-VI, Ballett von<br />

John Neumeier,<br />

Große Theaterstraße<br />

34<br />

MI 1.1.<br />

16:00 Hamburger Engelsaal,<br />

Das Neujahrskonzert,<br />

Valentinskamp<br />

40-42<br />

DO 2.1.<br />

19:30 StageClub,<br />

Quatsch Comedy<br />

- Die Show,<br />

Moderation: Stefan<br />

Danziger, Stresemannstraße<br />

163<br />

FR 3.1.<br />

20:00 Altonaer Theater,<br />

Frauen am Rande<br />

des Nervenzusammenbruchs,<br />

nach<br />

dem Film von Pedro<br />

Almodóvar, Museumstr.<br />

17<br />

SA 4.1.<br />

20:00 Hamburger<br />

Kammerspiele,<br />

Männerbeschaffungsmaßnahmen,<br />

Hartungstr.<br />

9/11/2016<br />

SO 5.1.<br />

20:00 Laeiszhalle,<br />

Tschechische<br />

Symphoniker Prag,<br />

Coro di Praga: Beethovens<br />

Neunte,<br />

Carmina Burana,<br />

Hamburg-Mitte<br />

Johannes-Brahms-<br />

Platz<br />

der Langen Reihe<br />

Lange Reihe 58 · 20099 Hamburg<br />

info@epes-apotheke24.de<br />

Inh.: Uta Capellen-Antz e.Kfr.<br />

Tel.: (040) 24 56 64<br />

Fax: (040) 24 44 26<br />

DI 7.1.<br />

19:30 Kampnagel,<br />

Romeo and Juliet,<br />

Choreographie:<br />

Adrienne Canterna<br />

[K6], Jarrestraße 20<br />

MI 8.1.<br />

20:00 Schauspielhaus,<br />

Max Goldt liest<br />

Altes und Neues,<br />

Kirchenallee 39<br />

DO 9.1.<br />

19:30 Das Schiff, außer<br />

man tut es! - Das<br />

Erich Kästner<br />

Programm, Holzbrücke<br />

2<br />

FR 10.1.<br />

19:30 Speicherstadtmuseum,<br />

Krimineller<br />

Neujahrsempfang:<br />

„Im wahrsten<br />

Sinne des Mordes“<br />

von Ralf Kramp,<br />

Reservierung:<br />

040/321191, Am<br />

Sandtorkai 36<br />

SA 11.1.<br />

19:30 Opernloft, Der<br />

Ring des Nibelungen,<br />

Van-der-<br />

Smissen-Str. 4<br />

SO 12.1.<br />

11:00 Jenisch Haus -<br />

Museum für Kunst<br />

und Kultur an der<br />

Elbe, Tanz des<br />

Lebens. 100 Jahre<br />

Hamburgische<br />

Sezession, Tägl<br />

außer Di., bis zum<br />

13.01.<strong>2020</strong>, Baron-<br />

Voght-Str. 50<br />

MO 13.1.<br />

20:00 Thalia Theater,<br />

Die Nacht der von<br />

Neil Young Getöteten,<br />

von Navid<br />

Kermani / Regie<br />

Sebastian Nübling,<br />

Alstertor 1<br />

MICHAEL<br />

§<br />

LEIPOLD<br />

RECHTSANWALT und<br />

FACHANWALT für Familienrecht<br />

• Familien- und Partnerschaftsrecht<br />

• Strafrecht<br />

• Ausländer- und Asylrecht<br />

Steindamm 62 • 20099 Hamburg<br />

Tel.: (040) 357 147 34<br />

Fax: (040) 357 147 37<br />

www.kanzlei-leipold.de<br />

DI 14.1.<br />

14:00 St. Georgskirche<br />

am Hauptbahnhof,<br />

KulturZeit: Besuch<br />

des St. Pauli Museum,<br />

Treffpunkt:<br />

Turmkapelle [Aids-<br />

Seelsorge], St.<br />

Georgskirchhof 19<br />

20:00 Imperial Theater,<br />

Morden im Norden,<br />

Improkrimi, Improtheater<br />

Steife Brise,<br />

Reeperbahn 5<br />

MI 15.1.<br />

19:30 Kampnagel,<br />

Romeo and Juliet,<br />

Choreographie:<br />

Adrienne Canterna<br />

[K6], Jarrestraße 20<br />

DO 16.1.<br />

19:30 Schmidt-Theater,<br />

Cindy Reller, Spielbudenplatz<br />

24<br />

19:30 Kampnagel,<br />

Romeo and Juliet,<br />

Choreographie:<br />

Adrienne Canterna<br />

[K6], Jarrestraße 20<br />

FR 17.1.<br />

19:30 Thalia Theater,<br />

Panikherz, von<br />

Benjamin von<br />

Stuckrad-Barre,<br />

Alstertor 1<br />

19:30 Winterhuder<br />

Fährhaus, Monsieur<br />

Pierre geht online,<br />

Hudtwalckerstr. 15<br />

19:30 Ohnsorg Theater,<br />

Willkamen - Willkommen,<br />

Heidi-<br />

Kabel-Platz 1<br />

SA 18.1.<br />

20:00 Monsun Theater,<br />

WORLD Impro<br />

- Internationale<br />

Impro-Reihe mit<br />

Gästen, presented<br />

by Steife Brise &<br />

Friends in english,<br />

Friedensallee 20<br />

SO 19.1.<br />

19:00 Schmidts Tivoli,<br />

Gitte Haenning<br />

& Band Live: Still<br />

Crazy ..., Spielbudenplatz<br />

27<br />

MI 22.1.<br />

20:00 Imperial Theater,<br />

Rockin Burlesque<br />

- Rock‘n‘Roll-<br />

Burlesque-Revue,<br />

Reeperbahn 5<br />

DO 23.1.<br />

19:30 First Stage Theater,<br />

Zweimal um die<br />

Welt -Oder wohin<br />

will Oma?, Thedestr.<br />

15<br />

FR 24.1.<br />

19:30 First Stage Theater,<br />

Zweimal um die<br />

Welt -Oder wohin<br />

will Oma?, Thedestr.<br />

15<br />

SA 25.1.<br />

19:00 Große Freiheit<br />

36, Mia Julia <strong>2020</strong>,<br />

Große Freiheit 36<br />

DO 30.1.<br />

19:30 StageClub,<br />

Quatsch Comedy -<br />

Die Show, Moderation:<br />

Ole Lehmann,<br />

Stresemannstraße<br />

163<br />

19:30 Das Schiff,<br />

Menschen. Ämter.<br />

Katastrophen,<br />

Holzbrücke 2<br />

19:30 Schmidts Tivoli,<br />

Heiße Ecke, Spielbudenplatz<br />

27<br />

19:30 Staatsoper, Die<br />

Glasmenagerie,<br />

Ballett von John<br />

Neumeier, Große<br />

Theaterstraße 34<br />

19:30 The English Theatre<br />

of Hamburg,<br />

Funny Business,<br />

Lerchenfeld 14


Jetzt<br />

TICKETS<br />

sichern!<br />

16<br />

NOV<br />

NEUE SHOW<br />

GLANZ & GLORIA<br />

Spiegelpalast Hamburg<br />

2 0 1 9 2 0 2 0<br />

www.palazzo.org<br />

08<br />

MÄR


20 NACHTLEBEN<br />

AFTER-SHOW-DINNER<br />

mit RICARDO M. im<br />

KITCHENS IM<br />

PIERDREI HOTEL<br />

Irgendwas müssen wir Hamburger vom Hotel-<br />

Bauboom ja haben. Da allerdings auch das beste<br />

Hotel nicht für Leckereien unter den hauseigenen<br />

Bettdecken garantieren kann, stehen alternativ zum<br />

Vernaschen häufig Köstlichkeiten im hoteleigenen Restaurant<br />

parat. So auch im nigelnagelneuen Pierdrei Hotel in der<br />

HafenCity – einem neuen Multikomplex aus Hotel, Restaurant,<br />

Bar, eigenem Theater namens Hafen-Bühne, Dachgarten, angegliedertem<br />

Kino und ganz viel lässigem Design. Hinter diesem<br />

Erlebniszentrum stecken bekannte Hamburger Jungs: Hotelier<br />

Kai Hollmann, Theatermacher Norbert Aust, die Zwillingsbrüder<br />

Gerrit und Frederik Braun sowie Sebastian Drechsler vom<br />

Miniaturwunderland. Apropos Wunderland: Heute steht Asien<br />

auf der sogenannten Reisekarte des wirklich schönen Kitchens-<br />

Restaurants, das im Wechsel die besten Küchen der Welt auf die<br />

Teller zaubern will. Wohin allerdings plötzlich meine Gedanken<br />

bei köstlich-warmem Brot mit Orangenbutter reisen? Auf die<br />

Bühne des Hotel-Theaters!<br />

Kitchens im Pierdrei Hotel HafenCity Hamburg, Am Sandtorkai<br />

46, U Überseequartier, www.pierdrei-hotel.de<br />

Zum vollständigen Test von Ricardo<br />

geht es auf <strong>hinnerk</strong>.de!<br />

RICARDO M. auf der Bühne<br />

21.12., Holy Night BINGO! Vol. 5,<br />

kukuun, Spielbudenplatz 22,<br />

Hamburg, S Reeperbahn, 20:30 Uhr<br />

www.ricardo-m.com<br />

FOTO: ROMAN HOLST / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST<br />

ERLEBNISGASTRONOMIE<br />

GLANZ & GLORIA & POLETTO<br />

In Deutschland treffen sich 1990<br />

Bernhard Paul, Hans-Peter Wodarz<br />

und Alfons Schuhbeck und stellen in<br />

München neben das Roncalli-Zirkuszelt<br />

von Bernhard Paul ein Spiegelzelt, in dem<br />

sie die Dinnershow PANEM<br />

ET CIRCENSES präsentieren. Der Rest<br />

ist sozusagen Geschichte, inzwischen<br />

ist PALAZZO ein Paradebeispiel dessen,<br />

was ein ganzes erfolgreiches Genre im<br />

Veranstaltungsgewerbe geworden ist:<br />

Erlebnisgastronomie. Bei PALAZZO wird<br />

dafür teilweise als „verstaubt“ geltende,<br />

aber über Jahrhunderte entwickelte und<br />

gepflegte sogenannte Kleinkunst wie<br />

Artistik oder Magie in einer ebenfalls schon<br />

mehr als 100 Jahre alten besonderen Form<br />

von Veranstaltungsort, dem Spiegelpalast<br />

mit ausgezeichneten Menüs der besten<br />

Köche und Köchinnen der Republik zu<br />

einer unglaublich dichten Sinneserfahrung<br />

verwoben. In diesem Jahr ist das<br />

Vier-Gänge-Menü von Hamburgs<br />

Starköchin<br />

Cornelia Poletto kreiert worden,<br />

über die Bühne und durchs<br />

Publikum jagen unter anderem<br />

die Zauberkünstler<br />

Zahir Circo alias Kike<br />

Aguilera und Xevi Casals,<br />

und – er ist der <strong>hinnerk</strong><br />

Redaktion glücklicherweise<br />

nur im<br />

übertragenen Sinne<br />

ins Auge gesprungen<br />

– der englische Artist<br />

Jon Young. Noch bis<br />

März <strong>2020</strong> kann man sich diese großartige<br />

Show anschauen und auch ein zweiter<br />

Besuch lohnt, denn wir garantieren, dass<br />

dein Gehirn dermaßen geflasht ist, dass<br />

beim ersten Mal sehr viel an dir vorbeigelaufen,<br />

getanzt, gewirbelt ist. *ck<br />

www.palazzo.org


FOTO: SELFIE<br />

PARTY<br />

Holler, boller, Rumpelsack<br />

Am ersten Weihnachtsfeiertag steigt die jedes Jahr<br />

heiß erwartete „X-MAS Camp“ im Ex-Neidklub an<br />

der Reeperbahn.<br />

Die Klubber können sich zu hippem Elektro, queerem<br />

House aller Spielarten, sexy R ’n’ B und derben Minimal auf<br />

zwei Dancefloors und in drei Klubräumen austoben und<br />

verlustieren. Los geht es ab 23 Uhr, der Host der Nacht ist<br />

die verruchte Vanity Trash.<br />

„Liebe und Glücksmodule für alle“ werden hier versprochen,<br />

dieses Versprechen wird sicher eingehalten, dafür werden<br />

auch diese DJs sorgen: Arno von Dannen, Marc Majewski<br />

und AleXio. Bei so viel Testosteron muss man auch mal an<br />

die frische Luft, hierfür gibt es die coole Außenterrasse, die<br />

natürlich auch queer-szenig dekoriert ist. Schwuler kann<br />

man die Geburt Jesu Christi nicht feiern! Halleluja, das<br />

Leben ist schön! *rä<br />

25.12., X-MAS CAMP, Ex-Neidklub, Reeperbahn 25,<br />

S St. Pauli, Hamburg, 23 Uhr<br />

FOTO: T. ZURBRÜGGEN


22 NACHTLEBEN<br />

INKLUSION<br />

SOCIALEATERY IM CAFÉ CENTRAL<br />

Arno vom Café Central hätte<br />

viele andere Möglichkeiten gehabt,<br />

Geschäftspartner*innen zu finden, die in<br />

sein Geschäft auf der Langen Reihe mit<br />

einsteigen.<br />

Die Straße boomt weiter und der<br />

Andrang ist groß. Er und sein Mann<br />

haben sich aber für SocialEatery<br />

entschieden, weil das Konzept<br />

überzeugte: In der SocialEatery arbeiten<br />

Menschen mit und ohne Behinderung, in<br />

Ausbildung, in Qualifizierung und einfach<br />

um auszuprobieren, ob sie in der Gastronomie<br />

eine Heimat finden. Im Team<br />

mit erfahrenen Gastro-Verrückten und<br />

Allroundern: „Wir kochen für St. Georg,<br />

wir kochen für Hamburg, wir kochen<br />

nachhaltig, wir sind ein Team von engagierten<br />

Profis und solchen, die es werden<br />

wollen. Damit wir mit SocialEatery vielen<br />

Menschen in den nächsten Jahren eine<br />

sichere Arbeit und regelmäßige Qualifizierung<br />

bieten können, sind wir auf Sie<br />

und Euch, unsere Gäste angewiesen!“<br />

SocialEatery, Lange Reihe 50,<br />

Hamburg, Mo – Fr 11:30 – 14:30 Uhr,<br />

Sa + So 10 – 14:30 Uhr,<br />

socialeatery.de<br />

GEBURTSTAG<br />

Die WunderBar feiert ihr<br />

Wiegenfest!<br />

Eine Legende wird 28. Die queere Szenebar, der schillernd-schräge<br />

Mikroklub WunderBar, feiert zwei Tage vor Heiligabend ihr Wiegenfest.<br />

Die Bar, in der schon Dragqueens wie Nina Queer, Amanda Cox, Fixie<br />

Fate, Jimmy Somerville und Geena Tequila feierten, Nina Hagen, DJNK<br />

und Berry E. Spaß hatten, ist eine Hamburger Institution. Und sie tut<br />

auch Gutes, so unterstützt sie unter anderem die Projekte wie „Die<br />

Familie tut was!“ und „Ready to Act“ mit Spenden. Am 22. <strong>Dezember</strong><br />

gibt es für alle Gäste einen Sekt gratis und eine Show. <strong>hinnerk</strong><br />

gratuliert – und wird auch mitfeiern. *rä<br />

PARTY<br />

An einem Sonntag<br />

in Hamburg ...<br />

Am 15. <strong>Dezember</strong> und 19. <strong>Januar</strong> kann man<br />

im KIR ab 15 Uhr einen waschechten „Sunday<br />

Tea Dance“ genießen. Musikalisch gibt es bei<br />

Hamburgs erster „Spät-Afterhour“ HousElektro<br />

Berliner Natur, DJ Paradoxx und aus dem weltberühmten<br />

KitKatClub und DJ RedtomCat vom<br />

„HustlaBall“ legen auf, und natürlich Hamburger<br />

Beats von DJ Sunshine. *rä<br />

22.12., Happy Birthday WunderBar, WunderBar, Talstraße 18,<br />

S Reeperbahn, 22 Uhr, www.wunderbar-hamburg.de<br />

FOTOS: M. RÄDEL<br />

15.12.<strong>2019</strong> und 19.1.<strong>2020</strong>, Sunday Tea<br />

Dance, KIR – Langenfelder Damm 94,<br />

Hamburg, 15 Uhr


24<br />

NACHTLEBEN<br />

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000<br />

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.<br />

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!<br />

Wöchentlich<br />

SONNTAG<br />

16:00 Generation Bar,<br />

Cocktail Happy<br />

Hour, 17 bis 21 Uhr,<br />

Lange Reihe 81<br />

1. So 18:00 SLUTCLUB,<br />

Cocksucker Club,<br />

bis 23 Uhr; Dresscode:<br />

Nackt, Rostocker<br />

Straße 20<br />

20:00 Toms Saloon,<br />

After Weekend<br />

Club, Pulverteich 17<br />

MONTAG<br />

16:00 Generation Bar,<br />

Cocktail Happy<br />

Hour, 17 bis 21 Uhr,<br />

Lange Reihe 81<br />

19:00 Eldorado Bar,<br />

Queere Biere - it‘s<br />

Mongäy, Wohlwillstraße<br />

50<br />

20:00 Extratour, Georgs<br />

Stammtisch,<br />

Offener Stammtisch<br />

für schwule<br />

Männer, Zimmerpforte<br />

1<br />

20:00 Toms Saloon,<br />

Two-4-One, bis 24<br />

Uhr, Pulverteich 17<br />

22:00 Wunderbar,<br />

Montags- schwule<br />

Gossipbörse, Talstraße<br />

14<br />

DIENSTAG<br />

09:00 Erotixx, Bi-Day,<br />

Hamburger Berg 36<br />

16:00 Generation Bar,<br />

Cocktail Happy<br />

Hour, 17 bis 21 Uhr,<br />

Lange Reihe 81<br />

20:00 Toms Saloon,<br />

Tom want YOU!,<br />

Pulverteich 17<br />

1. 2. 3. Di 22:00 Wunderbar,<br />

Zauberhaft.<br />

Selten. Schön., Talstraße<br />

14<br />

22:00 Wunderbar,<br />

Zauberhaft. Selten.<br />

Schön., Talstraße 14<br />

MITTWOCH<br />

16:00 Generation Bar,<br />

Cocktail Happy<br />

Hour, 17 bis 21 Uhr,<br />

Lange Reihe 81<br />

20:00 Toms Saloon,<br />

Bergfest, Pulverteich<br />

17<br />

1. 3. 5. Mi 20:00 SLUT-<br />

CLUB, Cheap &<br />

Sexy Wednesday,<br />

2-4-1 bis 23 Uhr,<br />

danach regulärer<br />

Barbetrieb, Rostocker<br />

Straße 20<br />

1. 2. 3. Mi 20:00<br />

Contact Bar, Die<br />

Schnapsidee: Shot!,<br />

Men only, Danziger<br />

Str. 51<br />

20:00 SLUTCLUB,<br />

Cheap & Sexy Wednesday,<br />

2-4-1 bis 23<br />

Uhr, danach regulärer<br />

Barbetrieb,<br />

Rostocker Straße 20<br />

20:00 Contact Bar, Die<br />

Schnapsidee: Shot!,<br />

Men only, Danziger<br />

Str. 51<br />

DONNERSTAG<br />

20:00 Generation Bar,<br />

Blond am Donnerstag,<br />

Stammtisch,<br />

Lange Reihe 81<br />

1. 3. 4. 5. Do 20:00<br />

Contact Bar, Open<br />

House! Barabend,<br />

Men only., Danziger<br />

Str. 51<br />

20:00 Toms Saloon,<br />

Longdrink Night,<br />

Pulverteich 17<br />

22:00 Wunderbar, Ein<br />

Kessel Buntes, Talstraße<br />

14<br />

FREITAG<br />

20:00 Contact Bar,<br />

NACKT! Naked-<br />

Sexparty, Men<br />

only. Ab 23:55 Uhr<br />

Bar-Night., Danziger<br />

Str. 51<br />

20:00 Toms Saloon,<br />

Crazy Friday, Pulverteich<br />

17<br />

21:00 Generation Bar,<br />

Sounds on the floor,<br />

mit den G-Bar-DJs,<br />

Lange Reihe 81<br />

22:00 SLUTCLUB,<br />

Shooters Friday,<br />

Kein Dresscode,<br />

Rostocker Straße 20<br />

22:00 Wunderbar, Disko<br />

mit des DJs der<br />

Wunderbar, Talstraße<br />

14<br />

3. Fr 19:00 LiZ, FLITtchenkneipe,<br />

für<br />

Frauen, Lesben,<br />

Trans und Inter<br />

(FLTI), Karolinenstr.<br />

21(HH)<br />

SAMSTAG<br />

05:00 SLUTCLUB,<br />

Insomnia Frühclub,<br />

kein Dresscode,<br />

Rostocker Straße 20<br />

20:00 Toms Saloon,<br />

Club Gallery mit<br />

Live DJ, Pulverteich<br />

17<br />

21:00 Generation Bar,<br />

City Night Beats,<br />

mit den G-Bar-DJs,<br />

Lange Reihe 81<br />

22:00 Wunderbar, Disko<br />

mit des DJs der<br />

Wunderbar, Talstraße<br />

14<br />

1. 3. 4. Sa 22:00 SLUT-<br />

CLUB, SlutClub<br />

Non Stop, bis 5 Uhr,<br />

strikter Dresscode,<br />

Rostocker Straße 20<br />

2. 3. 4. 5. Sa 22:00<br />

SLUTCLUB, Slut-<br />

Club Non Stop, bis 5<br />

Uhr, strikter Dresscode,<br />

Rostocker<br />

Straße 20<br />

1. 3. 4. 5. Sa 22:00<br />

SLUTCLUB, Slut-<br />

Club Non Stop, bis 5<br />

Uhr, strikter Dresscode,<br />

Rostocker<br />

Straße 20<br />

SO 1.12.<br />

12:00 WinterPride –<br />

Weihnachten unter<br />

dem Regenbogen,<br />

Hamburg Pride e.V.<br />

am Zapfhahn, Bis<br />

22 Uhr geöffnet,<br />

Kirchenallee/Ecke<br />

Lange Reihe 2<br />

MI 4.12.<br />

20:00 Wunderbar,<br />

Prince Charming -<br />

Public Viewing, ab<br />

22 Uhr: Mittwochs<br />

Feierei - Wildes<br />

Wohnzimmer St.<br />

Pauli, Talstraße 14<br />

DO 12.12.<br />

16:00 Spielbudenplatz,<br />

Zuckerwatteland<br />

- Santa Pauli<br />

Wunderbar Hütte,<br />

bis 23 Uhr, Spielbudenplatz<br />

DO 12.12.<br />

20:00 Contact Bar,<br />

AHNUNGSLOS!<br />

Das Kneipenquiz<br />

mit Rudi & Nils,<br />

(mixed), Danziger<br />

Str. 51<br />

SA 14.12.<br />

23:55 Prinzenbar, Pop<br />

The Floor <strong>2019</strong><br />

Finale: Seifenblasen,<br />

Konfetti &<br />

Pop!, Pop, RnB und<br />

Club Sounds mit DJ<br />

Berry E, Kastanienallee<br />

20<br />

23:00 Große Freiheit<br />

36, Kaiserkeller:<br />

SHAKESQUEER,<br />

lesbischwul. queer.<br />

we are here. DJ Frau<br />

Hoppe, Große Freiheit<br />

36<br />

SO 22.12.<br />

22:00 Wunderbar,<br />

Happy Birthday<br />

WunderBar - 28<br />

Jahre Remmidemmi,<br />

Talstraße 14<br />

DO 26.12.<br />

23:00 Ex-Neidklub,<br />

Camp 77, Santa<br />

Camp Cums, Reeperbahn<br />

25<br />

FR 27.12.<br />

12:00 WinterPride –<br />

Weihnachten unter<br />

dem Regenbogen,<br />

Hamburg Pride e.V.<br />

am Zapfhahn, ab<br />

20 Uhr: DJ GRT. Bis<br />

22 Uhr geöffnet,<br />

Kirchenallee/Ecke<br />

Lange Reihe 2<br />

23:59 Fundbureau,<br />

Komm tanzen pres.<br />

Momentum 1 Year,<br />

(mixed) mit Felix<br />

Kröcher, Stresemannstraße<br />

114<br />

23:59 Uebel&Gefährlich,<br />

DaddysBoy #3,<br />

Your Queer House<br />

Friday at Bunker,<br />

Feldstr. 66<br />

SA 28.12.<br />

12:00 WinterPride –<br />

Weihnachten unter<br />

dem Regenbogen,<br />

Hamburg Pride e.V.<br />

am Zapfhahn, Ab<br />

20 Uhr: DJ D_nise<br />

L‘. Bis 22 Uhr geöffnet,<br />

Kirchenallee/<br />

Ecke Lange Reihe 2<br />

20:00 Contact Bar,<br />

Saturday Night<br />

Fever!, Men only.<br />

Party, flirten,<br />

cruisen, Danziger<br />

Str. 51<br />

23:59 Fundbureau,<br />

Hasenbau & Staatenlos,<br />

(mixed)<br />

mit Hasenbau &<br />

Staatenlos, Stresemannstraße<br />

114<br />

SO 29.12.<br />

12:00 WinterPride –<br />

Weihnachten unter<br />

dem Regenbogen,<br />

Hamburg Pride e.V.<br />

am Zapfhahn, Bis<br />

22 Uhr geöffnet,<br />

Kirchenallee/Ecke<br />

Lange Reihe 2<br />

MO 30.12.<br />

12:00 WinterPride –<br />

Weihnachten unter<br />

dem Regenbogen,<br />

Gruppen & Vereine<br />

der schwul-lesbischen<br />

Community<br />

am Zapfhahn, Bis<br />

22 Uhr geöffnet,<br />

Kirchenallee/Ecke<br />

Lange Reihe 2<br />

DI 31.12.<br />

22:00 Contact Bar,<br />

Contact the New<br />

Year!, Men only!,<br />

Danziger Str. 51<br />

22:00 Wunderbar,<br />

Silvester in der<br />

WunderBar <strong>2020</strong>,<br />

Talstraße 14<br />

22:00 SLUTCLUB, Big<br />

Bang Silvester<br />

Party, Rostocker<br />

Straße 20<br />

23:59 Fundbureau,<br />

MANHATTAN - The<br />

Golden Start <strong>2020</strong>,<br />

Einlass nach Mitternnacht<br />

> 0:30<br />

Uhr, Stresemannstraße<br />

114<br />

SA 4.1.<br />

22:30 Thalia Theater,<br />

DARE!, the 80s club<br />

for gays + friends at<br />

Nachtasyl, Alstertor<br />

1<br />

23:00 Große Freiheit<br />

36, Kaiserkeller:<br />

SHEROES, queerfeministische<br />

Frauenparty mit DJ<br />

Frau Hoppe, Große<br />

Freiheit 36<br />

FR 17.1.<br />

21:00 Uebel&Gefährlich,<br />

Bärenpaadiie -<br />

Giant Welcome<br />

Lounge Club, Men<br />

only! [Hochbunker],<br />

Feldstr. 66<br />

SA 18.1.<br />

13:45 Landungsbrücken,<br />

Bären Hafenrundfahrt<br />

mit der<br />

Barkasse MV „Klein<br />

Erna“, (Brücke 1/<br />

Hafentor) Tickets<br />

nur Vorverkauf:<br />

nordbaerenhamburg.de/?post_<br />

type=product,<br />

Landungsbrücken<br />

9/10/2016<br />

20:00 Markthalle,<br />

Bärenpaadiie XXL,<br />

mit DJ Sven Enzelmann,<br />

DJ NT, DJ<br />

Kay, DJ Alex. Men<br />

only!, Klosterwall 11


26 NORDDEUTSCHLAND<br />

FETISCH<br />

Kohl- & Pinkelfahrt<br />

Das „Kohl- & Pinkelessen“ ist eine Tradition aus<br />

der Region Bremen/Oldenburg.<br />

Nach einer winterlichen Wanderung wird – Überaschung<br />

– Kohl & Pinkel gegessen. Natürlich<br />

nicht irgendein Kohl, sondern Grünkohl und dazu<br />

werden stark geräucherte Fleischzutaten und<br />

Würste gereicht. Pinkel ist die eine nordeutsche<br />

Variante der Grützwurst und nicht das, was<br />

vielleicht einige gerade hinter dem fragenden<br />

Gesichtsausdruck denken, den wir sogar von hier<br />

aus genau sehen!<br />

EHRUNG<br />

Sie organisierte den ersten CSD<br />

vor 40 Jahren<br />

FOTO: CSD BREMEN<br />

Also auf jeden Fall ganz schön mächtig, das<br />

Essen und damit irgendwie zum Klischeebild des<br />

Lederschwulen passend, oder? Seit 36 Jahren<br />

findet sodenn auch immer am letzten Samstag<br />

im <strong>Januar</strong> die schwule „Kohl- & Pinkelfahrt“ des<br />

LCNW und er Zone283 statt, die gleichsam ein<br />

dreitägiges Fetischfest mit vollem Programm ist.<br />

Nach dem gemeinsamen großen Schlemmen wird<br />

der neue Kohlkönig ausgerufen, der für ein Jahr<br />

den LCNW aus Bremen und das norddeutsche<br />

Nationalgericht „Kohl- & Pinkel“. Und er nimmt an<br />

der alljährlichen Wahl zum „Mr. Fetish Germany“<br />

teil. Auf dem Foto ist der bis dahin amtierende<br />

Kohlkönig Jens vom Frankfurter Lederclub zu<br />

sehen. *ck<br />

24. –26.1., Kohl- und Pinkelfahrt des LCNW,<br />

Anmeldung und Program unter www.lcnw.de/<br />

kohlfahrt-anmeldung.html oder unter<br />

www.zone283.de<br />

Im queeren Jubiläumsjahr<br />

<strong>2019</strong> ein letzter Höhepunkt:<br />

Nach so vielen runden Jubiläen<br />

der queeren Emanzipationsgeschichte<br />

(Hirschfeld, Stonewall,<br />

CSD), wurde im November Irene<br />

Klock vom jungen CSD Bremen<br />

e.V. die erste Ehrenmitgliedschaft<br />

feierlich übergeben.<br />

Warum, erklärt uns Robert Martin<br />

Dadanski vom Vorstand:<br />

„Irene Klock ist die erste<br />

Mitorganisatorin des ersten<br />

CSD Bremen 1979 und hat sich<br />

bereits Ende der 1970er Jahren<br />

in aller Öffentlichkeit geoutet.<br />

Durch diesen Mut hat sie und ihre<br />

FOTO: D. REINHOLD / ZIMTSTUDIO HAMBURG<br />

Mitmenschen unserer Generation<br />

den Weg im Kampf gegen die<br />

Diskriminierung sehr geebnet und<br />

sich im besonderen Maße für die<br />

erste Ehrenmitgliedschaft im CSD<br />

Bremen e. V. verdient gemacht.<br />

Es freut mich sehr Irene Klock im<br />

Namen von uns allen und auch<br />

als einer ihrer Nachfolger unsere<br />

Urkunde überreichen zu dürfen.“<br />

Unter <strong>hinnerk</strong>.de findet ihr außerdem<br />

ein ausführliches Interview<br />

mit Robert, das einige Fragen<br />

und Missverständnisse zum CSD<br />

aufklärt, die durch die Facebookblasen<br />

einiger Szeneangehöriger<br />

wabern. *ck<br />

KONZERT<br />

Angelika Milster<br />

verzaubert<br />

den Norden<br />

Sie war die erste deutschsprachige<br />

Grizabella, ihr „Erinnerungen“ aus der<br />

Wiener Inszenierung von Cats machte<br />

die in Neustrelitz geborene und Hamburg<br />

aufgewachsene Sängerin und Schauspielerin<br />

schlagartig berühmt. Und Musicals ebenso. Das war 1983<br />

und seitdem hat „die Milster“ viele Hauptrollen in Musicals (u.<br />

a. Mozart) und in ihrem Wahlbühnenzuhause, dem Theater<br />

des Westens ab den 1990ern auch klassische Theaterrollen<br />

wie Lysistrata, von Aristophanes gespielt. Dazu kommt<br />

eine erfolgreiche Fernsehkarriere (z. B. „Club Las Piranjas“<br />

mit Hape Kerkeling) und einige CDs, auf der sie meist ein<br />

Crossover von Pop bis Musicals darbietet, das seine Fans<br />

nicht nur bei schwulen Diven-Liebhabern findet. Im <strong>Dezember</strong><br />

und <strong>Januar</strong> ist sie im <strong>hinnerk</strong> Land mit ihrem aktuellen<br />

Album „Milster singt Musical“ auf Tour! *ck<br />

11.1. Lüneburg – Forum Castanea, 12.1. Hamburg –<br />

Laeiszhalle, 18.11. Lübeck – Kolosseum, weiter Termine<br />

und Karten unter angelikamilster.com


POLITIK<br />

Bremen informiert über<br />

Regenbogenfamilien<br />

NORDDEUTSCHLAND 27<br />

Straffreiheit von Homosexualität, eingetragene<br />

Lebenspartnerschaft, gleichgeschlechtliche Ehe und<br />

Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, Aufhebung<br />

des Sterilisationszwanges für Menschen, die ihre<br />

sexuelle Identität anpassen („Transsexuelle“, „Transgender“<br />

oder „Trans-Personen“), die Anerkennung eines dritten Geschlechts<br />

im Personenstandsrecht sowie die Novellierung<br />

des Abstammungsrechts.<br />

Aus dieser neuen familiären Wirklichkeit ergeben sich<br />

Informationsbedarfe für die Familien selbst und für<br />

ihre Umgebung. Die Broschüre „Regenbogenfamilien in<br />

Bremen“ beleuchtet diese Wirklichkeit, gibt Antworten auf<br />

viele Fragen und weist auf ungelöste Themen hin.<br />

„Ziel der Broschüre ist es, den stetig wachsenden<br />

Informationsbedarf in verschiedenen Bereichen der<br />

Gesellschaft, darunter Kita, Schule, Jugendeinrichtungen<br />

und Familienzentren, zum Thema Regenbogenfamilien<br />

aufzugreifen und die unterschiedlichsten Familienkonstellationen<br />

und ihre Bedarfe sichtbar werden zu lassen“,<br />

sagte Senatorin Stahmann. „Das soll eine Hilfestellung<br />

sein, sensibel und angemessen auf die Vielfalt von Familien<br />

einzugehen und sie in ihrer Sorge um das Wohl ihrer Kinder<br />

zu unterstützen.“<br />

FOTO: CHRISTIAN LINKER<br />

Die Broschüre vollzieht die Weiterentwicklung der<br />

rechtlichen Grundlagen für Menschen unterschiedlicher<br />

sexueller Identität nach und geht auf ganz konkrete Fragen<br />

der Gründung von Regenbogenfamilien.<br />

Herausgeberin der Broschüre ist die Senatorin für Soziales,<br />

Jugend, Integration und Sport, erarbeitet hat sie in ihrem<br />

Auftrag der Verein „Rat&Tat – Zentrum für queeres Leben<br />

e.V.“ im Verbund mit weiteren Organisationen. Sie ist<br />

entstanden im Kontext des Landesaktionsplans gegen<br />

Homo-, Trans- und lnterphobie. Das Land Bremen hatte<br />

sich im Jahr 2015 dazu verpflichtet, die rechtlichen<br />

und diskriminierenden Hürden für Regenbogenfamilien<br />

abzubauen und für Gleichbehandlung einzustehen.<br />

Die 30-seitige Broschüre wird in diesen Tagen verteilt,<br />

unter anderem an die Häuser der Familie, Mehrgenerationenhäuser<br />

und Kindergärten.<br />

Bestellung: Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V.<br />

Theodor-Körner-Straße 1, Bremen, Download unter<br />

www.ratundtat-bremen.de


28<br />

NORD<br />

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000<br />

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.<br />

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!<br />

SO 1.12.<br />

SO 8.12.<br />

MO 16.12.<br />

MI 1.1.<br />

17:00 Cine-k, Queer-<br />

FilmFestival: 50<br />

Jahre nach Stonewall,<br />

mit Infostand<br />

der AIDS-<br />

Hilfe Oldenburg<br />

e.V., Bahnhofstr. 11,<br />

Oldenburg<br />

MO 2.12.<br />

19:00 Jugendhaus,<br />

GleichArt Café:<br />

Weihnachtsfeier<br />

beim Treffpunkt<br />

für Lesben,<br />

Schwule, Bisexuelle,<br />

Trans*, Parkstr.<br />

45A, Norden<br />

DO 5.12.<br />

20:30 Pumpe, Queerfilmnacht:<br />

Die glitzernden<br />

Garnelen,<br />

Haßstr. 22, Kiel<br />

FR 6.12.<br />

20:00 Theater am Aegi,<br />

Mirja Regensburg:<br />

Im nächsten Leben<br />

werde ich Mann,<br />

Aegidientorplatz 2,<br />

Hannover<br />

20:00 Masa - Afghanisches<br />

Restaurant,<br />

Stammtisch<br />

der Leinebären,<br />

Georgstr. 50b,<br />

Hannover<br />

21:00 Zone 283, Men´s<br />

Night, Kein Dresscode,<br />

Kornstraße<br />

283, Bremen<br />

21:00 Schwule Sau,<br />

Sau-Bar „Die<br />

moderne Hausfrau“,<br />

Sau-Bar „Die<br />

moderne Hausfrau“,<br />

Schaufelder<br />

Str. 30a, Hannover<br />

SA 7.12.<br />

22:00 Zone 283, Leder,<br />

Uniform, Breeches,<br />

entsprechender<br />

Dresscode,<br />

Kornstraße 283,<br />

Bremen<br />

22:00 Alhambra, Party-<br />

Pur: Powered<br />

by Homophilias,<br />

Hermannstraße 83,<br />

Oldenburg<br />

18:00 Sendesaal Bremen,<br />

Tim Fischer<br />

& Band: Zeitlos,<br />

Bürgermeister-<br />

Spitta-Allee 45,<br />

Bremen<br />

MI 11.12.<br />

19:00 Bootshaus des<br />

Oldenburger Yacht<br />

Club, Bären &<br />

Kerle Stammtisch,<br />

Sophie-Schütte-<br />

Str. 22, Oldenburg<br />

FR 13.12.<br />

19:30 Staatsoper Hannover,<br />

CSD Kulturtage:<br />

Nijinski,<br />

Ballett von Marco<br />

Goecke, Opernplatz<br />

1, Hannover<br />

22:00 Schwule Sau,<br />

Sau-Party mit<br />

DJane Fixie Fate,<br />

Schaufelder Str.<br />

30a, Hannover<br />

SA 14.12.<br />

14:00 K13 Sauna,<br />

Schaumparty +<br />

Youngster-Tag,<br />

Schaum ab 22 Uhr<br />

Klävemannstr 13,<br />

Oldenburg<br />

23:00 Funpark, VOLU-<br />

ME XXL, mit DJ<br />

Will Delight, DJane<br />

MaryQ, Expo Plaza<br />

9, Hannover<br />

19:00 Jugendhaus,<br />

GleichArt Café:<br />

Treffpunkt für<br />

Lesben, Schwule,<br />

Bisexuelle, Trans*,<br />

Parkstr. 45A,<br />

Norden<br />

20:15 Apollo Kino,<br />

WoMonGay:<br />

Transidentität +<br />

Intersexualität - 2<br />

Filme aus Hannover!,<br />

Limmerstr. 50,<br />

Hannover<br />

SA 21.12.<br />

22:00 Alhambra,<br />

MÄNNERfabrik,<br />

men only., Hermannstraße<br />

83,<br />

Oldenburg<br />

DI 24.12.<br />

14:00 Vulkan-Sauna,<br />

Heute geschlossen<br />

!, Otto-Brenner-<br />

Str. 15, Hannover<br />

MI 25.12.<br />

22:00 Baggi Osho Discothek,<br />

feel good<br />

- Hannover Gay-<br />

Night, Raschplatz<br />

7L, Hannover<br />

23:00 Shagall, GayKiss<br />

- Xmas Clubbing,<br />

House, Black, Gay-<br />

Club mit DJ Kremin,<br />

Rembertiring<br />

4, Bremen<br />

SA 28.12.<br />

23:00 Alhambra, Rosa<br />

Disco, Dance,<br />

Charts, House und<br />

Klassiker, Hermannstraße<br />

83,<br />

Oldenburg<br />

DI 31.12.<br />

22:00 2RaumClub, Gay-<br />

CANDY - Silvester<br />

<strong>2019</strong>, Rembertiring<br />

7/9, Bremen<br />

23:59 Schwule Sau,<br />

SILVESTER:SAU -<br />

Party, Schaufelder<br />

Str. 30a, Hannover<br />

15:00 RAT & TAT, Neujahrscafé,<br />

KWEER,<br />

Theodor-Körner-<br />

Str. 1, Bremen<br />

DO 2.1.<br />

19:00 Anna´s alte<br />

Liebe, Queerbeet-<br />

Stammtisch Alfeld,<br />

Am Klinsberg 1,<br />

Alfeld<br />

MI 8.1.<br />

19:00 Bootshaus des<br />

Oldenburger Yacht<br />

Club, Bären &<br />

Kerle Stammtisch,<br />

Sophie-Schütte-<br />

Str. 22, Oldenburg<br />

SA 18.1.<br />

20:00 Kolosseum,<br />

Angelika Milster<br />

singt Musical,<br />

Kronsforder Allee<br />

25, Lübeck<br />

MI 22.1.<br />

20:00 Theater am Aegi,<br />

Claus von Wagner:<br />

Theorie der<br />

feinen Menschen,<br />

Aegidientorplatz 2,<br />

Hannover<br />

SA 25.1.<br />

22:00 Schwule Sau,<br />

HADEX - Sau bock<br />

drauf!, Party mit<br />

elektronischer<br />

Musik aus Hannover,<br />

Schaufelder<br />

Str. 30a, Hannover<br />

FR 31.1.<br />

20:00 Marlene, Die<br />

Bösen Schwestern:<br />

VERFLIXT und<br />

nachGELACHT,<br />

Prinzenstr. 10,<br />

Hannover<br />

Wöchentlich<br />

SONNTAG<br />

16:00 HuK, Sonntags<br />

– Cafe, bis 18 Uhr,<br />

Schuhstr. 4, Hannover<br />

MONTAG<br />

15:00 K13 Sauna, Feierabendverkehr,<br />

Klävemannstr 13,<br />

Oldenburg<br />

DIENSTAG<br />

16:00 PERSEUS Club<br />

Sauna, Geiertag,<br />

Ermäßigter Eintrittspreis<br />

mit Seife,<br />

Waller Heerstr. 126,<br />

Bremen<br />

DONNERSTAG<br />

2. 4. Do 18:00 Check-<br />

Point Hannover,<br />

HIV-Risikoanalyse &<br />

HIV-Schnelltest, Bis<br />

20 Uhr, c/o Hannöversche<br />

Aids-Hilfe,<br />

Lange Laube 14,<br />

Hannover<br />

FREITAG<br />

22:00 Bar Romantis,<br />

Friday Quiz Time,<br />

Lavesstr. 64, Hannover<br />

SAMSTAG<br />

20:00 Bronx, Barbetrieb,<br />

Bohnenstraße 1B,<br />

Bremen


GESUNDHEIT<br />

IN HAMBURG<br />

PHARMACY<br />

INTERNATIONAL<br />

Dr. Frank Stepke<br />

Steindamm 2<br />

Ecke Adenauerallee<br />

20099 Hamburg<br />

Telefon 040 /24 12 41<br />

24 12 42<br />

24 12 43<br />

Telefax 040 / 280 25 18<br />

www.apothekeamhauptbahnhof.de<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo.-Fr. 8.00 - 20.00 Uhr<br />

Sa. 9.00 - 18.00 Uhr<br />

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D<br />

oppelGänger<br />

Freitags erhältst Du für jedes gekaufte Ticket einen Gutschein, mit dem Du<br />

innerhalb von vier Wochen unsere Sauna am Freitag erneut besuchen kannst.<br />

ÄRZTE<br />

■ Andreas Britz,<br />

Dr. med.Praxisklinik am Rothenbaum,<br />

Privatpraxis, Haut- und Geschlechtskrankheiten,<br />

Lasertherapie,<br />

Kosm.-ästhet. Behandlungen,<br />

Allergologie,<br />

Heimhuder Str. 38, & 44809812,<br />

www.dr-britz.de<br />

■ Elbpneumologie<br />

Dres. med. Aries & Partner,<br />

Lungenheilkunde, Allergologie,<br />

Struenseehaus, Mörkenstr. 47,<br />

& 3903534,<br />

altona@elbpneumologie.de<br />

■ Dammtorpraxis, Dr. Linnig,<br />

Allgemeinmedizin, Reise-Medizin,<br />

HIV, Hepatitis, STD,<br />

Damnmtorstr. 27, & 35715638,<br />

www.dammtorpraxis.de<br />

■ ICH Grindel,<br />

Dr. med. Thomas Buhk,<br />

Dr. med. Stefan Fenske,<br />

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen<br />

Stellbrink,<br />

All gemeine und Innere Medizin,<br />

HIV, Hepatitis, STD,<br />

Grindelallee 35, & 4132 420,<br />

www.ich-hamburg.de<br />

■ ICH Stadtmitte,<br />

Dr. med. Axel Adam,<br />

Stefan Hansen,<br />

PD Dr. med. Christian Hofmann,<br />

Dr. med. Michael Sabranski,<br />

Dr. med. Carl Knud Schewe,<br />

Allgemeine und Innere Medizin,<br />

HIV, Hepatitis, STD,<br />

Glockengießerwall 1,<br />

& 28004200,<br />

www.ich-hamburg.de<br />

■ Medizinisches Versorgungszentrum<br />

Hamburg,<br />

Prof. Andreas Plettenberg,<br />

Dr. Albrecht Stoehr,<br />

Prof. Jörg Petersen,<br />

Dr. Peter Buggisch,<br />

HIV, Hepatitis, STD, Infek tiologie,<br />

Lohmühlenstr. 5, Am AK St. Georg<br />

Haus L, & 28407600,<br />

www.ifi-medizin.de<br />

■ Oliver Neubauer,<br />

Facharzt für Urologie,<br />

Herthastr. 12, & 64224500,<br />

www.urologe-hamburg.com<br />

■ Schwerpunktpraxis<br />

Nerven-Psyche,<br />

Dr. med. Hans Ramm,<br />

Dr. med. Andrea Oster,<br />

Neurologie, Psychiatrie,<br />

Psychotherapie,<br />

Kreuzweg 7, & 245464,<br />

www.nervenarzt-hh.de<br />

■ Dr. med. Martin Eichenlaub,<br />

Facharzt für Neurologie,<br />

Nervenheilkunde, Psychiatrie u.<br />

Psychotherapie,<br />

Elbgaustr. 112., & 841084,<br />

www.nervenarzt-eichenlaub.de<br />

■ Dr. med. Ulrich Reuters,<br />

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,<br />

Plastische Operationen,<br />

Rothenbaumchaussee 5, & 4800848<br />

■ Ralf Siemen,<br />

Praktischer Arzt,<br />

Königstr. 1, & 314144<br />

■ Josef Stuch,Dr.<br />

All gemeinmedizin,<br />

Ida-Ehre-Platz 12, & 37510060<br />

■ Ambulanzzentrum des UKE,<br />

Bereich Infektiologie:<br />

Dr. med. Olaf Degen,<br />

Dr. med. Sabine Jordan,<br />

Dr. med. Sandra Hertling,<br />

Dr. med. Stefan Schmiedel,<br />

Dr. med. Anja Hüfner,<br />

Fachärzte für Innere Medizin<br />

/Allgemeinmedizin/Tropenmedizin,<br />

HIV, STD,Infektion- & Tropenkrankheiten,<br />

Hepatitis<br />

Universitätsklinikum Eppendorf,<br />

Martinistr. 52, &741052831,<br />

infektionen@uke.de<br />

■ Dr. med. Welf Prager & Partner,<br />

Dermatologie,<br />

ästhetische Dermatologie,<br />

operative Dermatologie,<br />

Allergologie, Phlebologie,<br />

Lasermedizin,<br />

Hemmingstedter Weg 168,<br />

& 040 81 991 991<br />

www.derma-hamburg.de<br />

ZAHNÄRZTE<br />

■ Dr. Dirk Ergenzinger & Martin Schuh,<br />

Eidelstedter Platz 6a, & 5709385,<br />

www.zahnaerzte-eidelstedt.de<br />

■ Zahnarztpraxis Rainer Witt,<br />

Holsteiner Chausee 267, & 55505962,<br />

www.zahnaerzte-schnelsen.de<br />

COACHING<br />

■ Markus Bundschuh,<br />

Gestalttherapeut-Psychotherapie<br />

(HPG), Müggenkampstr. 29,<br />

& (0179) 5270700,<br />

www.therapie.de/psychotherapie/<br />

bundschuh<br />

■ Ruthemann Coaching,<br />

Heilpraktiker f. Psychotherapie,<br />

Professor-Brix-Weg 4, & 31171492<br />

www.ruthemann-coaching.de<br />

■ easylife Therapiezentrum,<br />

einfach abnehmen Winterhuder,<br />

Marktplatz 6-7, & 309875130,<br />

www.easylife-hh.de<br />

APOTHEKEN<br />

■ Alexander Apotheke St. Georg,<br />

Steindamm 81, & 28009922,<br />

www.alexapo.de<br />

■ Alexander Apotheke City-Süd,<br />

Beim Strohhause 2, & 97078827,<br />

www.alexapo.de<br />

■ Apotheke am H auptbahnhof,<br />

Steindamm 2, Ecke Adenauerallee,<br />

& 241241<br />

■ Apotheke Zum Ritter St. Georg,<br />

Lange Reihe 39, & 245044<br />

■ Epes Apotheke,<br />

Lange Reihe 58, & 245664<br />

PSYCHOTHERAPIE<br />

■ Markus Bundschuh,<br />

Gestalttherapeut-Psychotherapie<br />

(HPG), Müggenkampstr. 29,<br />

& (0179) 5270700,<br />

www.therapie .de/psychotherapie/<br />

bundschuh<br />

■ Christian Perro, Dr. med.,<br />

Psychiatrie, Eppendorfer Landstr. 37,<br />

& 464554<br />

■ Kurt Strobeck,<br />

Dr. med. Facharzt Psychiatrie und<br />

Psychotherapie, Ferdinandstr. 35,<br />

& 32527214


30<br />

INTERVIEW<br />

ZWEI LEBEN,<br />

ZWEI BILDER VON HIV<br />

Gordon ist 45 Jahre alt und<br />

seit 1992 HIV-positiv. Marcel<br />

ist 29; er erhielt sein positives Testergebnis<br />

2015. Dazwischen liegen<br />

23 Jahre. Wir sprechen mit beiden<br />

darüber, wie sich ein Leben mit<br />

HIV damals anfühlte und sich der<br />

Umgang mit der Erkrankung heute<br />

gewandelt hat.<br />

Wie lebt es sich als relativ kurze Zeit<br />

HIV-Positiver?<br />

Marcel: Ich würde die Antwort gerne<br />

zweiteilen. Was meine Gesundheit<br />

angeht, spüre ich keinerlei negative<br />

Auswirkungen. Ich nehme seit 2015 meine<br />

HIV-Medikamente und hatte bisher weder<br />

Therapiewechsel noch -versagen, noch<br />

Nebenwirkungen. Vor allem der Besuch<br />

beim Arzt, als das Testergebnis feststand,<br />

ist mir aber noch in Erinnerung. Seine<br />

Reaktion damals war: Immerhin sei es „nur<br />

HIV und keine Hepatitis C oder so etwas“.<br />

HIV sei mittlerweile eine chronische<br />

Erkrankung wie Diabetes. Damals ist mir<br />

schon ein wenig die Kinnlade runtergeklappt.<br />

Ich hatte völlig andere Bilder im<br />

Kopf.<br />

Der zweite Teil der Antwort betrifft die<br />

soziale Komponente: Privat ist da alles in<br />

Ordnung, auch wenn es jedes Mal, wenn<br />

ich mich als Positiver oute, zuerst immer<br />

noch einen überraschten und leicht<br />

besorgten Blick vom Gegenüber gibt. HIV<br />

ist eben nach wie vor nichts Normales,<br />

nichts, was man so einfach mal beim<br />

Kaffee nebenbei erzählt…<br />

Anders, als der besagte Diabetes…<br />

Marcel: Genau! Da merkt man das soziale<br />

Stigma auch heute noch. Das Bild aus den<br />

1980ern, als die Infektion als ansteckend<br />

und tödlich galt, hält sich bei vielen noch.<br />

Allerdings relativiert sich das im Bekanntenkreis<br />

recht schnell und es weicht<br />

Neugier. Schwieriger ist es im sozialen<br />

Bereich, bei Ärzten, im Job…<br />

…Hast Du das schon erlebt?<br />

Marcel: Nein, ich glücklicherweise nicht,<br />

aber ich habe es durch meine Mitarbeit in<br />

einer Selbsthilfeorganisation (A. d. R. pro<br />

plus e. V.) schon oft mitbekommen.<br />

Wie ist das bei Dir gewesen, Gordon?<br />

Du bist Langzeitüberlebender…<br />

Gordon: Anders. Ganz anders. Als ich mit 17<br />

positiv getestet wurde, war das im Grunde<br />

ein Todesurteil. Der Schock hat mich über<br />

ein Jahr komplett aus der Bahn geworfen.<br />

Ich wusste überhaupt nicht, wie ich mit der<br />

Diagnose klarkommen soll.<br />

Die heute eingesetzten<br />

Kombinations therapien, bei denen<br />

die Vermehrung des HI-Virus an<br />

mehreren Stellen gestört wird,<br />

gab es ja damals auch noch nicht.<br />

Was hast Du für Medikamente<br />

genommen?<br />

Gordon: Es gab zu diesem Zeitpunkt nur<br />

Medikamente, die Aids kurzzeitig aufhalten<br />

konnten und die hatten so starke<br />

Nebenwirkungen, dass viele in meinem<br />

Umfeld schwere bleibende Schäden<br />

davontrugen oder gestorben sind. Ich<br />

habe mich deswegen auch geweigert, sie<br />

zu nehmen, solange es ging. Glücklicherweise<br />

ist Aids bei mir sehr lange nicht<br />

ausgebrochen. Erst 1998 ging es mir auf<br />

einmal wirklich mies und der Arzt hat eine<br />

extrem hohe Viruslast festgestellt. Ich<br />

war dann einer der ersten, die eine damals<br />

aufkommende Kombinationstherapie<br />

mit drei Wirkstoffen bekommen haben.<br />

Damit ging es mir körperlich auch schnell<br />

sehr viel besser. Trotzdem habe ich nur<br />

zwei Jahre durchgehalten und dann eine<br />

Therapiepause eingelegt.<br />

Warum, wenn die Therapie doch<br />

half?<br />

Gordon: Weil ich überall rosa Elefanten<br />

und Papageien gesehen habe. Ich konnte<br />

teilweise nicht mehr Auto fahren, weil


ANZEIGE 31<br />

ich so starke Halluzinationen hatte. Zusätzlich<br />

litt ich an depressiven Schüben und mein<br />

Körper veränderte sich: ich bekam Fettpolster an<br />

Stellen, wo sie nicht hingehörten. Das waren die<br />

Nebenwirkungen. Dazu noch der Therapiestress,<br />

weil die Tabletten nach Zeitplan eingenommen<br />

werden mussten und der ganze Tag sich danach<br />

richtete. Ich konnte so nicht weitermachen.<br />

Gesundheitlich lief es aber ganz gut bis ich<br />

2002 nach Berlin gezogen bin. Durch den Stress<br />

hat sich wohl dann das Immunsystem wieder<br />

verabschiedet. Meine Ärztin hat mir daraufhin eine<br />

Kombi mit einem damals gerade neuen Wirkstoff<br />

verschrieben und diese Kombination nehme ich<br />

mit einer weiteren kurzen Unterbrechung bis<br />

heute. Sie ist wesentlich einfacher einzunehmen<br />

und ich vertrage sie gut.<br />

Du hast die Beschreibung von Marcel<br />

gehört, wie sein Umfeld reagiert hat, wie er<br />

mit der Infektion sozial agiert. Wie war das<br />

bei dir?<br />

Gordon: Es war Anfang der 1990er ein totales<br />

No-Go. Im Privaten wollte mir meine Oma nicht<br />

mal die Hand geben aus Angst, sich anzustecken,<br />

geschweige denn aus einer Tasse trinken. Und in<br />

der Szene hat man natürlich gar nichts gesagt,<br />

sonst hätte man gar keinen Sex mehr gehabt oder<br />

keinen Partner gefunden. Heute hilft es mir als<br />

HIV-Positiver sehr zu wissen, dass jemand, dessen<br />

Virusmenge im Blut dank medikamentöser<br />

Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, das<br />

Virus nicht weitergeben kann. ω<br />

*Interview: Christian Knuth<br />

Eine ausführlichere Videoversion dieses Talks<br />

findet ihr unter www.nochvielvor.de und<br />

www.männer.media. Marcel und Gordon<br />

sprechen darin über ihre unterschiedlichen<br />

Stigma-Erfahrungen, ihre Ängste und Erfahrungen<br />

in Alltag und Partnerschaft sowie<br />

darüber, wie Therapie und PrEP noch einmal<br />

alles veränderten.<br />

ω<br />

Obwohl es sich gezeigt hat, dass die erfolgreiche Virussuppression<br />

durch eine antiretrovirale Therapie das Risiko einer sexuellen<br />

Übertragung erheblich reduziert, kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen<br />

werden. Auf Grundlage (unkontrollierter) Beobachtungsstudien<br />

stuft das Robert Koch Institut das Risiko einer sexuellen<br />

Übertragung (Viruslast seit ≥6 Monaten unter der Nachweisgrenze)<br />

als vergleichbar gering ein wie bei der Verwendung eines Kondoms<br />

ohne antiretrovirale Therapie. 1 Auch die Deutsche Aidshilfe wertet<br />

den Schutz durch Therapie als Safer Sex. 2<br />

1<br />

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/<br />

Ratgeber_HIV_AIDS.html<br />

2<br />

https://www.aidshilfe.de/schutz-therapie#acc-175410<br />

FOTO: XAMAX<br />

Expertenstatement zum<br />

Welt-Aids-Tag: Stefan Esser<br />

Dr. Esser ist seit 1994 in der klinischen Forschung und medizinischen<br />

Versorgung von HIV/AIDS-Patienten am Universitätsklinikum Essen<br />

tätig und in verschiedenen Fachgesellschaften wie der Deutschen AIDS-<br />

Gesellschaft und der dagnä (Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener<br />

Ärzte in der Versogung HIV-Infizierter) aktiv.<br />

Wie hat sich die HIV-Therapie<br />

in den letzten ca. 30 Jahren<br />

weiterentwickelt? Welche<br />

„Meilensteine“ sind Ihnen im<br />

Gedächtnis geblieben?<br />

Die Entwicklung und Einführung<br />

der antiretroviralen Kombinationstherapie<br />

hat bei HIV-Infizierten die<br />

Häufigkeit von schwerwiegenden<br />

Erkrankungen und die Sterberate<br />

drastisch gesenkt. Doch zunächst<br />

litten die Patienten noch unter zahlreichen<br />

Nebenwirkungen. Regelmäßig<br />

mussten viele Pillen geschluckt<br />

werden, um die HIV-Infektion zu<br />

kontrollieren. Virologisches Versagen<br />

mit Resistenzentwicklung war keine<br />

Seltenheit. Die modernen antiretroviralen<br />

Ein-Tabletten-Regime<br />

sind gut verträglich und erreichen<br />

bei mehr als 90% der Behandelten<br />

das Therapieziel einer nicht mehr im<br />

Blut nachweisbaren HI-Viruslast. Die<br />

Lebenserwartung effektiv antiretroviral<br />

behandelter Menschen, die mit<br />

einer HIV-Infektion leben, nähert<br />

sich jener der Allgemeinbevölkerung.<br />

Die Lebensqualität und das<br />

gesunde Altern von HIV-positiven<br />

Menschen rücken immer mehr in<br />

den Fokus.<br />

Hat sich aus Ihrer Sicht der<br />

Umgang Ihrer Patienten mit<br />

der Diagnose verändert?<br />

Die meisten meiner HIV-positiven<br />

Patienten führen heute ein „normales“<br />

Leben, nehmen zuverlässig ihre<br />

antiretrovirale Therapie und definieren<br />

sich oft nicht mehr so stark<br />

wie früher über ihre Erkrankung.<br />

Die Tatsache, dass eine effektive<br />

Behandlung die Übertragung von<br />

HIV verhindert, empfinden viele als<br />

Befreiung und erlaubt angstfreieren<br />

Sex. Während nur noch wenige HIV-<br />

Infizierte bei der Diagnosestellung<br />

schockiert reagieren, betrachten<br />

einige die HIV-Infektion mit einer<br />

unangemessenen Leichtfertigkeit.<br />

Stigmatisierung von HIV-positiven<br />

Menschen sollte heute hoffentlich<br />

kein Thema mehr sein. Doch<br />

trotz der Aufklärungskampagnen,<br />

verschiedenen Testangeboten<br />

und der guten Behandelbarkeit<br />

der HIV-Infektion erfolgen die<br />

Erstdiagnosen selbst in Deutschland<br />

unverändert häufig erst in<br />

fortgeschrittenen Stadien. Dies<br />

ist einer der wichtigsten Gründe,<br />

warum noch immer Menschen in<br />

Deutschland an AIDS sterben.<br />

Wir danken dem forschenden Pharmaunternehmen Gilead Sciences für die<br />

freundliche Unterstützung bei der Durchführung des Interviews.<br />

FOTO: MEDIENZENTRUM UK ESSEN


32 WELLNESS<br />

PARTYDROGEN<br />

NUR ZUM<br />

SPASS?<br />

Man trifft sich seit Jahren –<br />

mit einer gewissen Regelmäßigkeit<br />

– in den gerade angesagten<br />

Klubs und hat so etwas wie eine<br />

„Freundschaft“ aufgebaut. Um das<br />

persönliche Verhältnis zu unterstreichen<br />

und noch mehr Spaß zu<br />

haben, nimmt man Drogen.<br />

Sei es der Joint zum Chillen, der ganz<br />

offen an der Theke gebaut wird, oder eine<br />

Line zum Wachwerden und Durchhalten<br />

backstage oder auf dem Klo. Das verbotene<br />

Tun schweißt zusammen und die erworbene<br />

aufgedrehte Heiterkeit bringt auch die sich<br />

stockenden Smalltalks wieder in Gang. Und<br />

manch einer finanziert sein Studium mit<br />

dem Verkauf und Weiterverkauf von Gras,<br />

Speed und Pillen, wenn er auch nicht als<br />

„Dealer“ bezeichnet werden will. Wer dann<br />

irgendwann keinen Bock mehr auf endlose<br />

Partytage und diverse Pulver und Gräser hat,<br />

gilt schnell als „komisch geworden“, „zurückgezogen“<br />

und „verschlossen“. Und manchmal<br />

stirbt dann auch die Party-Freundschaft.<br />

Überzogen? Nein. Drogen gehören zum<br />

Metropolen-Nachtleben wie der Farn zum<br />

Wald. Hier findest du alles, was du wissen<br />

musst über die verschiedenen Drogen, deren<br />

Wirkung und Safer-Use-Regeln. *rä<br />

SPEED<br />

Speed, auch Pep oder Amphetamin genannt,<br />

wird meist als weißes Pulver durch die Nase<br />

gezogen, es kann aber auch oral, in Wasser<br />

aufgelöst oder in Zigarettenpapier gewickelt,<br />

konsumiert werden. Dass Speed so billig<br />

ist, hat einen Grund: Der Reinheitsgehalt ist<br />

Schwankungen von 10–80% unterlegen. Die<br />

Wirkungsdauer schwankt genauso, zwischen<br />

6–12 Stunden, manchmal auch 24 Stunden<br />

ist man euphorisch, reizbar, selbstbewusst<br />

und energiegeladen. Dann folgt ein Tag<br />

Kopfweh, Übelkeit Nasenbluten, Halsweh<br />

und manchmal auch Erbrechen und Durchfall.<br />

Wer Speed konsumiert, sollte seinem<br />

Körper nach einem Partywochenende<br />

viel Vitamine und Mineralien gönnen und<br />

schon während des Feierns daran denken,<br />

nicht nur Alkohol zu trinken, denn das<br />

erhöht den Kater später. Speed<br />

führt zu Herzrasen und kann<br />

paranoide Zustände auslösen,<br />

regelmäßige User berichten<br />

auch von gereiztem<br />

Zahnfleisch und sogar<br />

Zahnfleischrückbildungen.<br />

KETAMIN<br />

Ketamin, auch Special K<br />

oder Vitamin K genannt,<br />

wurde 1962 als Pferdenarkosemittel<br />

entwickelt, aber auch<br />

am Menschen eingesetzt. Wer meint es<br />

konsumieren zu müssen, läuft Gefahr einen<br />

Atemstillstand mit Todesfolge zu riskieren.<br />

Ketamin sorgt für eine gefühlte Loslösung<br />

deiner Psyche von deinem Körper. User<br />

berichten von einer innigen Verbindung aus<br />

Seele, Umgebung und Körper. Ketamin wird<br />

durch die Nase gezogen, oral geschluckt<br />

oder gespritzt. Der Rausch setzt nach<br />

wenigen Sekunden oder Minuten ein und<br />

dauert bis zu drei Stunden. Oft sackt der<br />

User in sich zusammen, verbunden mit<br />

einer kurzzeitigen Ohnmacht birgt Ketamin<br />

daher auch ein hohes Verletzungsrisiko.<br />

Geschmacks- und Geruchssinn sind<br />

ausgeschaltet, das Schmerzempfinden, die<br />

Redelust und Emotionen sind herabgesetzt.<br />

Je nach Dosis ist der Körper stillgelegt<br />

und befindet sich in einer Art Wachtraum.<br />

Risiko bei längerfristigen Konsum: Paranoia,<br />

Gedächtnisausfälle, Gehirnschäden<br />

allgemein.*rä<br />

CANNABIS<br />

Als Marihuana (Gras), das aus den getrockneten<br />

Blüten, Stängeln und Blättern der<br />

weiblichen Cannabispflanze besteht,<br />

zum anderen als Haschisch<br />

(Dope/Shit/Piece), das<br />

aus dem gepressten<br />

Harz der weiblichen<br />

Cannabispflanze<br />

hergestellt wird<br />

bekannt. Cannabis<br />

wird im Joint geraucht<br />

oder oral in Teigwaren<br />

eingenommen. Der<br />

Rausch setzt beim<br />

Rauchen sofort ein und hält<br />

sich ca. ein bis vier Stunden.<br />

Bei der oralen Einnahme ist die<br />

Wirkungsdauer länger (bis zu 10 Stunden),<br />

aber setzt auch erst nach ein bis drei<br />

Stunden ein. Der Rausch wird als entspanntes<br />

Glücksgefühl wahrgenommen.<br />

Das Reaktionsvermögen ist eingeschränkt,<br />

der User wird müde. Beim regelmäßigen<br />

Konsum treten vermehrt Sinnestäuschungen,<br />

Konzentrationsschwierigkeiten,<br />

Herzrasen und Denkstörungen auf. Ein<br />

großes Problem ist die schnell entwickelte<br />

psychische Abhängigkeit, die zum Abbruch<br />

von Sozialkontakten führen kann. *rä<br />

Weitere Infos auch unter<br />

www.iwwit.de/drogen


ADVERTORIAL<br />

EMSCULPT® – Die neue<br />

Dimension der Körperkonturierung<br />

WELLNESS 33<br />

EMSCULPT® ist eine innovative<br />

Technologie aus den USA, bei der Sie<br />

Muskeln aufbauen und gleichzeitig Fett verbrennen<br />

können – ohne schweißtreibende<br />

Workouts, ohne OP, ohne Ausfallzeit.<br />

Die Behandlung wird in vier Sitzungen von<br />

jeweils 30 Minuten ambulant durchgeführt.<br />

Die nicht-invasive HIFEM® Technologie<br />

(High-Intensity Focused Electromagnetic)<br />

erzeugt übermäßige und durch normale<br />

Übungen nicht erreichbare Muskelkontraktionen<br />

in schneller Folge. Der Effekt einer<br />

Sitzung entspricht etwa dem von 20.000<br />

Sit-Ups oder Kniebeugen. Das optimale<br />

Ergebnis der Körperkontur ist in der Regel<br />

nach 4-8 Wochen erreicht.<br />

WAS IST DER UNTERSCHIED ZUM<br />

HERKÖMMLICHEN EMS-TRAINING?<br />

Beim EMS-Training wird lediglich Reizstrom<br />

über einen verkabelten Anzug an die oberste<br />

Muskelschicht abgegeben – deshalb bleibt<br />

der Effekt aus.<br />

Beim EMSCULPT® Verfahren wird ein<br />

stimulierendes elektromagnetische Feld<br />

aufgebaut, das ganzheitlich Muskel- und<br />

Fett durchdringt. Dabei liegen Sie ganz<br />

bequem, während das speziell entwickelte<br />

EMSCULPT® Paneel auf dem Behandlungsbereich<br />

platziert wird. Die Haut bleibt dabei<br />

unversehrt.<br />

MUSKELN AUFBAUEN, FETT REDUZIEREN<br />

Die Sicherheit und Effektivität ist durch<br />

die amerikanische Zulassungsbehörde FDA<br />

(Food and Drug Administration) bestätigt.<br />

EMSCULPT® lieferte konsistente Ergebnisse<br />

beim Muskelaufbau, dem Fettabbau<br />

und der Patientenzufriedenheit. Klinische<br />

Studien zeigen im Durchschnitt einen:<br />

- schnelleren Muskelaufbau um +16%*<br />

- Abbau von Fettgewebe um -19%**<br />

SCHNELL, ENTSPANNT & EFFEKTIV<br />

DIE VORTEILE VON EMSCULPT® AUF<br />

EINEM BLICK<br />

■ Fettverbrennung**<br />

■ Muskelaufbau- und Straffung*<br />

■ Ambulant, nicht-invasiv, ohne OP<br />

■ Keine Vorbereitung nötig, keine<br />

Betäubung<br />

■ Nützliche Unterstützung von aktivem<br />

Workout<br />

■ Die Hautoberfläche bleibt unversehrt<br />

■ Kurze Behandlungszeit<br />

■ Keine Ausfallzeit<br />

JETZT AUCH FÜR ARME & BEINE<br />

Dank der neuen kleineren Applikatoren bietet<br />

EMSCULPT® jetzt auch die Behandlung<br />

zur Festigung der Oberarme und Beine.<br />

Sie bewirkt eine Verbesserung des Grundspannungszustandes<br />

des Muskels sowie<br />

die Kräftigung der Muskulatur. Es ist das<br />

weltweit einzige nicht-invasive Verfahren<br />

zur effektiven Formung und Straffung von<br />

Armen und Beinen.<br />

Mehr Infos & Termine unter<br />

(0511) 515655-38 oder<br />

klinik@dr-katrin-mueller.de<br />

* und **: siehe Herstellerhinweise<br />

WOHLFÜHLWINTER AUF SYLT!<br />

VERWÖHNTAGE IM AARNHOOG VOM 01.12.<strong>2019</strong> BIS 01.03.<strong>2020</strong>*<br />

Genießen Sie Deutschlands schönste Insel zur ruhigen Jahreszeit und lassen Sie sich von uns verwöhnen:<br />

3 oder 5 Übernachtungen in einer unserer Suiten oder im Doppelzimmer<br />

1 Glas Begrüßungschampagner, tägliches Verwöhnfrühstück, nachmittags Kaffee und hausgemachter Kuchen,<br />

täglich frisches Obst, abends ein 3-Gang-Menü in unserem Schwesterhotel Fährhaus Sylt,<br />

50 Min. Aromaölmassage p. P., relaxen in Ihrem privaten Wellnessbereich oder in unserer Saunalandschaft<br />

und in unserem Schwimmbad.<br />

Preis pro Person für 3 Nächte ab 544 Euro im DZ, ab 640 Euro in der Suite<br />

Preis pro Person für 5 Nächte ab 864 Euro im DZ, ab 1024 Euro in der Suite<br />

*ausgenommen vom 23.12.<strong>2019</strong> bis 05.01.<strong>2020</strong><br />

Hotel Aarnhoog GmbH<br />

Gaat 13 · 25980 Sylt/Keitum · Telefon (0 46 51) 399-0<br />

info@aarnhoog.de · www.aarnhoog.de


34 WELLNESS<br />

Im Winter, wie im Sommer immer<br />

eine Reise wert: die Nordseeinsel<br />

Sylt. Die Urlaubsinsel besticht<br />

durch ihre raue Natur und die über<br />

die Jahrhunderte gewachsene<br />

ganz eigene norddeutsche Bau- und<br />

Lebensweise, den Gezeiten und<br />

Wetterkapriolen der Nordsee die Stirn<br />

zu bieten. Diesen Geist atmet auch die<br />

Atmosphäre des mit nur elf Zimmern familiär<br />

und gemütlich konzipierte Hotel Aarnhoog,<br />

das in der wohl schönsten Siedlung der Insel liegt:<br />

Keitum, die alte Kapitänsstadt mit ihrer typischen<br />

FOTOS: AARNHOOG.DE<br />

REISE<br />

Sylt, Keitum, Aarnhoog!<br />

in die Landschaft geduckten Reethausbebauung.<br />

Die Mischung aus friesischer Tradition, modernen<br />

Designklassikern und herzlichem Service macht den<br />

besonderen Charme dieses Kleinods aus. Das Design<br />

Hotel ist eingebettet in einen verwunschenen Garten<br />

mit knorrigen Bäumen und prachtvollen Hortensien<br />

mit zahlreichen Rückzugsorten und verfügt über Bar,<br />

gemütliche Friesenstube, Bibliothek und ein großzügiges<br />

SPA. Kinder und Hunde sind ausdrücklich<br />

willkommen. So macht Sylt noch mehr Spaß!*ck<br />

Aarnhoog Sylt, Gaat 13, Keitum,<br />

046513990, https://aarnhoog.de/DE/<br />

GESUNDHEIT<br />

Persystema –<br />

Fitnessstudio<br />

neu gedacht<br />

Dass Körper und Psyche sich gegenseitig<br />

im Guten sowie im Schlechten<br />

beeinflussen, ist lange Zeit als esoterischer<br />

Mumpitz belächelt worden, inzwischen<br />

anerkannte wissenschaftliche Tatsache.<br />

Aber wie müssen die Stellschrauben<br />

Ernährung, Bewegung, Entspannung<br />

und bei Bedarf Therapie für ein gutes<br />

Zusammenspiel kombiniert werden? Das<br />

ist tatsächlich wohl so individuell, wie<br />

der Mensch an sich. In Bergedorf ist mit<br />

Persystema ein ganzheitliches Fitnesscenter<br />

auf 1.000 Quadratmetern gegründet<br />

worden, das man ohne Übertreibung eher als<br />

vernetztes Sport-, Gesundheits-, Bildungsund<br />

Wellnesszentrum beschreiben müsste,<br />

um dem Konzept gerecht zu werden. Die<br />

Idee: Du trainierst an modernsten Geräten<br />

und hast gleichzeitig die Möglichkeit der<br />

Diagnostik, Ernährungsberatung und des<br />

Personal–Coachings. Massagen, Seminare<br />

und Kurse ergänzen das Angebot. Das Team<br />

fasst das so zusammen:<br />

„Unsere Vision ist es, dem Menschen Wissen<br />

und Möglichkeiten zur Gesunderhaltung<br />

der Psyche und des Körpers zu vermitteln,<br />

bzw. zu ermöglichen. Somit werden die<br />

Voraussetzungen geschaffen, ein Leben<br />

in Eigenverantwortung, Wohlbefinden und<br />

Zufriedenheit zu führen. ​Die aus der gesundheitlichen<br />

Verantwortung für sich selbst<br />

und andere persönlich resultierenden Veränderungen<br />

dienen nicht nur dem eigenen<br />

persönlichen Wohlbefinden, sondern wirken<br />

sich förderlich auf das gemeinschaftliche<br />

und gesellschaftliche Miteinander aus. Um<br />

dieser Vision näher zu kommen, leben wir<br />

diese Werte im privaten und beruflichen<br />

Bereich selbst – und geben diese durch<br />

unsere Arbeit an andere Menschen weiter.<br />

Dabei setzen wir auf Resonanz und nicht auf<br />

Mission.“<br />

Weil das alles recht komplex und umfangreich<br />

ist, wie erwähnt dazu auch jeder<br />

Mensch nur individuell zu seiner perfekten<br />

Balance findet, kann ein Besuch vor Ort am<br />

besten erklären, was dieses Fitnesszentrum<br />

anders macht. In Kooperation mit Persystema<br />

verlosen wir deshalb 10 Gutscheine für<br />

einen Probemonat auf www.<strong>hinnerk</strong>.de. *ck<br />

Persystema, Weidenbaumsweg 139,<br />

Hamburg, 04081974850,<br />

www.persystema-fitness.de<br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber:<br />

Christian Fischer (cf) &<br />

Michael Rädel (rä)<br />

Chefredakteur:<br />

Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)<br />

Stellv. Chefredakteur:<br />

Christian Knuth (ck)<br />

BESUCHERADRESSE:<br />

Berlin: Sophienstr. 8, 10178 Berlin,<br />

T: 030 4431980, F: 030 44319877,<br />

redaktion.berlin@blu.fm<br />

Hamburg: T: 040 280081-76 /-77,<br />

F: 040 28008178, redaktion@<strong>hinnerk</strong>.de<br />

Frankfurt: T: 069 83044510 F: 069<br />

83040990, redaktion@gab-magazin.de<br />

Köln: T: 0221 29497538,<br />

termine@rik-magazin.de,<br />

c.lohrum@rik-magazin.de<br />

München: Lindwurmstr. 71-73, 4.OG,<br />

80337 München, T: 089 5529716-10,<br />

Vertrieb: redaktion@leo-magazin.de<br />

MITARBEITER:<br />

Thomas Wassermann, Matthias Rätz (mr),<br />

Ricardo M., Christian Lütjens,<br />

Jonathan Fink, Christian K. L. Fischer (fis),<br />

Leander Milbrecht (lm), Dagmar Leischow,<br />

Sebastian Ahlefeld (sea)<br />

Lektorat (ausgewählte Texte):<br />

Tomas M. Mielke, www.sprachdesign.de<br />

Art-Direktion: Janis Cimbulis<br />

Grafik: Susan Kühner<br />

Cover: Conchita Wurst,<br />

Foto: Niklas von Schwarzdorn<br />

ANZEIGEN:<br />

Berlin: Christian Fischer (cf):<br />

christian.fischer@blu.fm<br />

Sebastian Ahlefeld (SEA):<br />

Sebastian Ahlefeld@blu.fm<br />

Ulli Pridat: ulli@blu-event.de<br />

Charly Vu: charly.vu@blu.fm<br />

Köln: Christian Fischer (cf):<br />

christian.fischer@blu.fm<br />

München: Christian Fischer (cf):<br />

christian.fischer@blu.fm<br />

Hamburg: Jimmy Blum (jb):<br />

jimmy.blum@<strong>hinnerk</strong>.de<br />

Bremen, Hannover, Oldenburg:<br />

Mathias Rätz (mr):<br />

mathias.raetz@<strong>hinnerk</strong>.de<br />

Frankfurt: Sabine Lux:<br />

sabine.lux@gab-magazin.de<br />

Online: Charly Vu (charly.vu@blu.fm)<br />

DIGITAL MARKETING:<br />

Dirk Baumgartl (dax):<br />

dirk.baumgartl@blu.fm<br />

VERLAG:<br />

blu media network GmbH,<br />

Rosenthaler Str. 36, 10178 Berlin<br />

Verwaltung: Sonja Ohnesorge<br />

Geschäftsführer:<br />

Hendrik Techel, Markus Pritzlaff (mp),<br />

Christian Fischer (cf)<br />

Vertrieb: CartellX, Eigenvertrieb<br />

Druck: PerCom, Vertriebsgesellschaft<br />

mbH, Am Busbahnhof 1,<br />

24784 Westerrönfeld<br />

Abonnentenservice:<br />

Möller Medien Versand GmbH,<br />

Tel. 030-4 190 93 31<br />

Zeppelinstr. 6, 16356 Ahrensfelde,<br />

Gläubiger-ID DE06 ZZZ 000 000 793 04<br />

Unsere Anzeigenpartner haben es ermöglicht,<br />

dass du monatlich dein <strong>hinnerk</strong> Magazin<br />

bekommst. Bitte unterstütze beim Ausgehen<br />

oder Einkaufen unsere Werbepartner.<br />

Es gilt die <strong>hinnerk</strong> Anzeigenpreisliste<br />

(gültig seit 1. <strong>Januar</strong> <strong>2019</strong>). Namentlich<br />

gekennzeichnete Artikel geben nicht<br />

unbedingt die Meinung der Redaktion<br />

wieder. Die Abbildung oder Erwähnung<br />

einer Person ist kein Hinweis auf deren<br />

sexuelle Identität. Wir freuen uns über<br />

eingesandte Beiträge, behalten uns aber<br />

eine Veröffentlichung oder Kürzung vor.<br />

Für eingesandte Manuskripte und Fotos<br />

wird nicht gehaftet. Der Nachdruck von<br />

Text, Fotos, Grafik oder Anzeigen ist nur<br />

mit schriftlicher Genehmigung des Verlags<br />

möglich. Für den Inhalt der Anzeigen sind die<br />

Inserenten verantwortlich. Bei Gewinnspielen<br />

ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der<br />

Gerichtsstand ist Berlin. Abonnement:<br />

Inlandspreis 30 Euro pro Jahr, Auslandspreis<br />

50 Euro pro Jahr. Bei Lastschriften wird<br />

die Abogebühr am 3. Bankarbeitstag des<br />

laufenden Monats abgebucht.<br />

Die Anzeigenbelegunsgeinheit<br />

blu media network GmbH<br />

rik / gab / <strong>hinnerk</strong><br />

unterliegt der IVW-Auflagenkontrolle


www.nochvielvor.de<br />

was<br />

andere auch<br />

Es ist deine Entscheidung, mit einer<br />

erfolgreichen Behandlung kannst du<br />

leben, wie du es willst.<br />

Nimm dein Leben in die Hand und erfahre<br />

mehr auf NOCHVIELVOR.de<br />

Eine Initiative von<br />

für ein positives Leben mit HIV.


WELLNESS<br />

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM_HOOZONE<br />

KÖRPER<br />

Massagetechniken aus aller Welt<br />

HOT-STONE-MASSAGE<br />

Die Hot-Stone-Massage verbindet klassische<br />

Massagegriffe mit dem Einsatz heißer<br />

Steine. Diese werden im Wasserbad auf<br />

ca. 60 Grad Celsius erwärmt und bestehen<br />

meistens aus Basalt. Die Griffkombinationen<br />

geben dem Körper ein Wohlgefühl,<br />

beruhigen und fördern gleichzeitig die<br />

Durchblutung, unterstützen den Lymphfluss<br />

und lösen Verspannung in der<br />

Muskulatur. Hot-Stone-Massagen lassen<br />

sich individuell als Ganzkörperbehandlung,<br />

Gesichts-, Schulter-, Nacken- oder<br />

Rückenmassage einsetzen.<br />

THAI-YOGA-MASSAGE<br />

Die Thai-Massage ist eine Kombination aus<br />

Akupressur, Dehn- und Streckübungen<br />

(passives Yoga), Energiearbeit und Meditation.<br />

Durch das Zusammenwirken von<br />

sanften Gelenkmanipulationen und ruhig<br />

fließenden Bewegungen stellt sich schon<br />

kurz nach der Massage ein vitalisierendes<br />

und tief entspannendes Körpergefühl ein.<br />

Die Thai-Yoga-Massage wird traditionell auf<br />

einer Matte am Boden praktiziert<br />

SPAZIOUOMO –<br />

EINE HERRENBEHANDLUNG<br />

DER GANZ BESONDEREN ART<br />

Bei der Spaziouomo-Massage werden<br />

neben dem Gesicht auch die besonders verspannten<br />

Regionen wie Rücken, Schultern<br />

und Nacken behandelt. Gezielt eingesetzte<br />

Massagegriffe mit Steinen (kalt oder warm)<br />

runden dieses Männerkonzept ab..<br />

ÄGYPTISCHE ISISMASSAGE<br />

Die ägyptische Isismassage hat ihren<br />

Ursprung im Land der Pharaonen und wurde<br />

schon in der ägyptischen Hochkultur in den<br />

„Hohen Häusern“ angewandt. Klassischerweise<br />

ist diese Form eine Streichmassage,<br />

eingeleitet durch ein kräftiges Waschritual<br />

im Hamam. Bei der Massage wird mit<br />

ägyptischen Aromaessenzen gearbeitet. Die<br />

ägyptische Isismassage wirkt entspannend<br />

und harmonisierend und schließt mit dem<br />

Auflegen kleiner Energiepyramiden und<br />

einem erfrischenden Minzritual ab.<br />

BAOBAB – AFRIKANISCHE<br />

GANZKÖRPERMASSAGE<br />

Die Baobab stellt eine kräftig durchgeführte<br />

Behandlungsform mit Teakholzstempeln,<br />

Körperpinseln und kräftigenden Baobabextrakten<br />

dar. Das Körpergewebe wird zur<br />

Entschlackung angeregt, die Haut wird<br />

durch den Peelingeffekt samtweich. Die<br />

Muskulatur wird kräftig durchblutet, Spannungszustände<br />

werden dadurch beseitigt.<br />

HAWAIIANISCHE<br />

LOMI-LOMI-NUI-MASSAGE<br />

Lomi Lomi Nui ist eine traditionelle Massageform<br />

aus Hawaii. In der Landessprache<br />

bedeutet „lomi“ so viel wie „reiben“, „kneten“<br />

oder „drücken“, die Verdoppelung verstärkt<br />

diese Bedeutung. „Nui“ heißt „groß“,<br />

„wichtig“ oder „einzigartig“. Diese Massage<br />

wurde von schamanischen Heilern (Kahuna)<br />

ausgeübt. Jeder Heiler entwickelte seinen<br />

eigenen Massagestil gemäß der familiären<br />

Tradition und Überlieferung, sodass es auch<br />

auf Hawaii nie nur einen „echten“ Lomi-Stil<br />

gegeben hat. In Europa wurde sie erst Ende<br />

des 20. Jahrhunderts bekannt, vor allem als<br />

Wellness-Massage. Die Massage soll Blockaden<br />

auf körperlicher und seelischer Ebene<br />

lösen und die Harmonie von Körper, Geist<br />

und Seele wiederherstellen.<br />

Bei Lomi Lomi Nui wird viel Öl verwendet.<br />

Der Behandelnde arbeitet nicht nur mit<br />

den Händen, sondern mit dem gesamten<br />

Unterarm einschließlich der Ellenbogen. Die<br />

Bewegungen sind grundsätzlich fließend<br />

und leicht schaukelnd, wobei die Behandlung<br />

von hawaiianischen Gesängen begleitet<br />

wird. Die Massage kann in ihrer Stärke<br />

variieren, auch innerhalb einer Behandlung.<br />

So kann sie sehr sanft und beruhigend sein,<br />

aber auch fordernd, in den Schmerz gehend,<br />

um tief liegende Spannungen aufzulösen.<br />

CHILL-OUT FEET CONCEPT<br />

Einzigartiges Fußbehandlungskonzept<br />

unter Verwendung 100%ig natürlicher<br />

Fußbehandlungsprodukte – die Wellnesspediküre.<br />

Einleitend ein entspannendes<br />

Blütenfußbad und anschließend ein sanftes<br />

Salz-/Ölpeeling, um Hornschüppchen<br />

zu entfernen. Darauf folgt die klassische<br />

Wellnessfußpflege. Eine Energiezonenmassage<br />

mit warmen Steinen oder speziellen<br />

Fußkräuterstempeln löst Verspannungen<br />

und harmonisiert den Energiefluss. Abgerundet<br />

wird dieses Fußkonzept mit einer<br />

Spezialmaske.<br />

KLANGSCHALENMASSAGE<br />

Bei der Klangschalenmassage werden<br />

mehrere Klangschalen auf den Körper<br />

gelegt und angeschlagen. Die feinen Vibrationen<br />

und Töne erreichen den gesamten<br />

Körper und sorgen für innere Ruhe<br />

und Wohlbefinden. Unser Körper besteht<br />

überwiegend aus Wasser – das erklärt die<br />

Wirkungsweise dieser Anwendung. Die<br />

Flüssigkeit wird durch die Schallwellen<br />

in Bewegung versetzt und leitet diese<br />

weiter. Dadurch erreicht man selbst tief<br />

im Inneren liegende Organe. So lassen sich<br />

physische und psychische Verspannungen<br />

lösen. Die Töne sprechen auch die verschiedenen<br />

Chakren an und können diese<br />

harmonisieren und kräftigen.<br />

www.beauty-guide.de


WENIGER<br />

DURCHHÄNGEN<br />

MEHR<br />

ABHÄNGEN<br />

Zu wissen was alles in deiner HIV-Therapie<br />

steckt, kann dich gelassener machen.<br />

Sprich mit deinem Arzt, was für dich und<br />

dein langfristig gesundes Leben am<br />

Besten ist.<br />

WENIGER HIV<br />

MEHR<br />

DU<br />

Mehr Infos unter LiVLife.de<br />

PM-DE-HVU-ADVT-190030 Okt <strong>2019</strong>


WELLNESS<br />

Trainieren geht immer<br />

WELLNESS<br />

Du bist mal wieder auf Reisen<br />

und weit und breit ist kein<br />

Gym zu finden? Powerbands<br />

sind ideal für Männer, die viel<br />

unterwegs sind und trotzdem<br />

auf ihr tägliches Training nicht<br />

verzichten wollen. Sie sind einfach<br />

zu handhaben, wiegen so<br />

gut wie gar nichts und passen<br />

problemlos auch in kleinste Gepäckstücke.<br />

Die flexiblen Bänder<br />

sind nur was für Mädchen,<br />

meinst du? Powerbands basieren<br />

anders als Hanteln nicht auf<br />

dem Prinzip der Schwerkraft.<br />

So wirkt eine kontinuierliche<br />

Spannung auf die Muskeln und<br />

ein größerer Trainingseffekt wird<br />

erzielt. Außerdem gibt es die<br />

Bänder in vier unterschiedlichen<br />

Widerständen, sodass selbst<br />

richtige Muckimänner noch<br />

ins Schwitzen geraten. Auf der<br />

Website von Powerbands findest<br />

du einen Online-Gym mit<br />

vielen Übungen, für die du dich<br />

kostenlos anmelden kannst. *fj<br />

www.letsbands.com<br />

Broga<br />

Kickstarter<br />

Yoga ist eine<br />

feine Sache.<br />

Es hilft, das<br />

Gleichgewicht<br />

zu stärken, kann<br />

zum Stressabbau beitragen<br />

und ist eine tolle Alternative<br />

zur traditionellen Rückenschule.<br />

Viele Männer allerdings fürchten,<br />

sie wären nicht flexibel genug und<br />

würden in einem Raum voller Frauen<br />

Gefahr laufen zu versagen. Deshalb<br />

haben Yoga-Instructor Robert Sidoti<br />

und Business-Profi Adam O’Neil vor<br />

wenigen Jahren Broga erfunden:<br />

Yoga nur für Männer. Klassische<br />

Yoga-Übungen werden dabei mit<br />

funktionalen Workout-Elementen<br />

kombiniert, um vor allen Dingen die<br />

Körpermitte zu stärken und gleichzeitig<br />

die Muskeln zu definieren.<br />

Kurse gibt es in Deutschland bislang<br />

nicht, allerdings veröffentlichen<br />

die Erfinder regelmäßig knapp einstündige<br />

Übungseinheiten auf ihrer<br />

Website, die jeder bequem zu Hause<br />

durchführen kann. Und niemand<br />

erwartet, dass du deine Zehen mit<br />

den Fingern berühren kannst. *fj<br />

www.brogayoga.com<br />

Das ABBEY Refreshing<br />

Body Wash von Graham Hill<br />

Cosmetics verspricht einen<br />

Kickstart in den Tag. Kaltgepresstes<br />

Jojobaöl entspannt die<br />

Haut und schützt vor Trockenheit.<br />

Die vitalisierende Formel mit Minzextrakt<br />

reinigt mild und hinterlässt ein<br />

langanhaltendes Frische-Gefühl. Bergamotte,<br />

Wasserbambus und blauer Lotus<br />

sorgen für eine taufrischholzige Duftnote.<br />

Besonders ehrgeizige Zeitsparer<br />

können das Duschgel auch als Shampoo<br />

verwenden. *fj<br />

www.grahamhill-cosmetics.com<br />

Lass ihn wachsen<br />

Gekommen, um zu bleiben: Wer dachte, der<br />

bärtige Mann wäre ein flüchtiger Trend wie<br />

Augenbrauen-Piercings oder Hosen, die in den<br />

Socken stecken, der irrte. Aber was tun, wenn<br />

die Gesichtsbehaarung mehr spärlich als männlich<br />

ausfällt? Nun, es gibt die Möglichkeit, Haare vom<br />

Hinterkopf in Wangen und Kinn zu implantieren (wir haben<br />

euch von unserem Selbstversuch in Mate #51 berichtet).<br />

Oder man regt den Bartwuchs auf ganz natürliche Weise an.<br />

Entscheidend für gesundes, kräftiges Haar nicht nur auf dem<br />

Kopf ist beispielsweise die Ernährung. Lebensmittel, die reich<br />

an Vitamin A sind, regen das Zellwachstum an. Vitamin C ist<br />

ein Antioxidans, das freie Radikale blockiert, die Haare und<br />

Haut schädigen. Zink, Eisen und Omega-3-Fettsäuren sollen<br />

außerdem volles Haar begünstigen. Es gilt deshalb, viel Fisch<br />

und frisches Gemüse zu sich zu nehmen. Wie das Kopfhaar<br />

werden Barthaare über das Blut mit Nährstoffen versorgt.<br />

Eine ausreichende Hydrierung ist daher unabdingbar. Simultan<br />

kann die Blutzirkulation durch Stimulation angeregt<br />

werden, was wiederum die Nährstoffversorgung und somit<br />

den Haarwuchs befördert – den Bart also regelmäßig bürsten<br />

oder mit Bartöl massieren. *fj<br />

HAAR<br />

#machsmatt<br />

Die dezent duftende BRISK Mattpaste mit Hopfenextrakt kreiert natürliche, matte<br />

Styles mit mittlerem Halt ohne zu verkleben – ein echtes Naturtalent. Egal ob<br />

lässig flexibler Surfer-Style oder locker aus dem Gesicht frisiert, die Mattpaste<br />

#machtsmatt und verleiht dem Haar einen natürlich gepflegten Look. Absoluter<br />

Geheimtipp: Die Mattpaste eignet sich aufgrund ihrer leichten, matten Formulierung<br />

und des flexiblen Halts auch ideal für das Bartstyling.<br />

www.brisk.de


Ungebremst ins Abenteuer.<br />

Hier in Key West gehörst Du sofort dazu. Erstklassige Tauchund<br />

Schnorchelmöglichkeiten, Bootsausflüge und Öko-Touren,<br />

eine aufregende Kunstszene und viele andere LGBT-freundlichen<br />

Aktivitäten machen es möglich, dass Du alles in Deinem eigenen<br />

Tempo erlebst. LGBT-Führungen, FKK-Resorts, schrilles<br />

Kabarrett und weitere Highlights bedeuten: Der Einzige,<br />

der Dich bremsen kann, bist Du.<br />

fla-keys.com/gaykeywest +49 - (0)221 476712 14


REISE<br />

AROSA<br />

FOTOS: JORGE PEREIRA<br />

SCHNEEGESTÖBER<br />

Sie ist die wohl bekannteste schwul-lesbische Skiwoche in Europa. An die 600<br />

Teilnehmende kommen jedes Jahr im <strong>Januar</strong> nach Arosa, um mit Gleichgesinnten auf den<br />

Pisten und abseits davon ihren Winterurlaub zu verbringen.<br />

Sonne satt. Dank seiner Lage bis auf<br />

über 2.800 Meter Höhe genießt das<br />

Wintersportgebiet Arosa Lenzerheide<br />

nicht nur einen Ruf als besonders<br />

schneesicher, sondern auch als eine der<br />

sonnigsten Bergregionen der Schweiz. Skiund<br />

Snowboardfans können auf insgesamt<br />

225 Pistenkilometern die Berghänge<br />

hinabfahren – dank der 2014 eröffneten<br />

Urdenbahn, die die Berggipfel zwischen<br />

Arosa und Lenzerheide innerhalb von fünf<br />

Minuten verbindet.<br />

ZAHLREICHE ERMÄSSIGUNGEN<br />

Spektakuläre Abfahrten durch<br />

glitzernden Pulverschnee und<br />

traumhafte Aussichten auf das<br />

Alpenpanorama von Graubünden sind<br />

nur ein Grund, warum sich die Arosa Gay<br />

Skiweek seit nunmehr zwanzig Jahren<br />

größter Beliebtheit erfreut. Es ist vor allem<br />

die Mischung von Schweizer und internationalen<br />

Gästen, die während des siebentägigen<br />

Events für eine ganz besondere<br />

Stimmung sorgt. Das Schweizer Bergdorf<br />

tut mit Regenbogenbeflaggung und jeder<br />

Menge Gastfreundschaft sein Übriges, um<br />

die LGBTIQ*-Community willkommen zu<br />

heißen. Dass eine Teilnahme in der sonst<br />

als teures Pflaster geltenden Schweiz<br />

durchaus erschwinglich ist, beweisen<br />

Pauschalangebote ab 620 Euro pro Person<br />

für eine Woche inklusive Skipass. Die Partnerhotels<br />

der Arosa Gay Ski Week reichen<br />

dabei von einfachen Ferienwohnungen bis<br />

zum luxuriösen 5-Sterne-Hotel Tschuggen<br />

Grand mit seinem grandiosen Spa und<br />

hauseigener Bergbahn, die die Gäste in<br />

wenigen Minuten auf die Piste nahe der<br />

Tschuggenhütte bringt. Die Hütte mit<br />

ihrer großen Sonnenterrasse ist zugleich<br />

Treffpunkt für die Teilnehmer der Gay Ski<br />

Week – sei es für ein zünftiges Mittagessen<br />

oder einen ersten Après-Ski bei einem<br />

Glas Aperol Spritz. Mit einem Event-Pass<br />

sichert man sich zudem nicht nur einen<br />

kostenlosen Liegestuhl, sondern bekommt<br />

neben freiem Eintritt zu den Partys auch<br />

zwanzig Prozent Rabatt auf die Ski- bzw.<br />

Snowboardmiete und erhält Ermäßigung<br />

auf Unterrichtsstunden.<br />

POOL PARTY & DRAG RACE<br />

G<br />

roßer Beliebtheit erfreuen sich die<br />

geführten Ski- bzw. Snowboardtouren,<br />

die täglich während der gesamten<br />

Skiwoche stattfinden. Die Arosa Gay Ski<br />

Week startet am 18. <strong>Januar</strong> mit einem Meet &<br />

Greet sowie der Eröffnungsparty Break The<br />

Ice. Zu den weiteren Highlights gehören ein<br />

klassisches Konzert in der Dorfkirche, die<br />

Addicted Pool Party im Solbad des Hotels<br />

Altein sowie die White Snowball Party und<br />

das Drag Race am 24. <strong>Januar</strong> als krönende<br />

Abschlussveranstaltungen. Daneben gibt<br />

es jeden Abend spezielle Dinner-Events wie<br />

etwa ein Fondue Chinoise, eine Drag Dinner<br />

Show und einen Fondueplausch mit vorherigem<br />

Nachtschlitteln. Nach Arosa kommt<br />

man ab Zürich am einfachsten mit dem Zug.<br />

Zuerst mit dem InterCity nach Chur und von<br />

dort weiter mit dem romantischen Arosa-<br />

Express der Rhätischen Bahn. SWISS bietet<br />

auf Flügen nach Zürich einen Rabatt von bis<br />

zu zehn Prozent. Den Event-Code gibt es auf<br />

der Website der Arosa Gay Ski Week. *dax<br />

18. – 25.1.<strong>2020</strong>, Arosa Gay Ski Week,<br />

www.arosa-gayskiweek.com


• Nur für Männer ab 18<br />

• Sauna, Dampfbad, Erholung<br />

• Gay Bar & Cruising<br />

• Nur 1 Stunde von München<br />

Super Ski Wochen 04.12. - 18.12.<strong>2019</strong> & 19.03. - 13.04.<strong>2020</strong><br />

4 Übernachtungen mit Frühstück<br />

3 Tage Skipass ab € 299.-<br />

Infos und Buchen unter:<br />

www.hausromeo.at<br />

www.skiwelt.com<br />

Blaiken 71<br />

6351 Scheffau<br />

Österreich<br />

Telefon: +43 5358 4 313171<br />

E-Mail: info@hausromeo.at


REISE<br />

FJORDE IM WINTER<br />

Stilecht nach Norwegen reisen macht man am besten von<br />

der Seeseite her, vorbei an der zerklüfteten Küste der Schären.<br />

FOTOS: CF<br />

Also: Ab nach Aalborg in Dänemark<br />

und dort vom Flughafen weiter per<br />

Auto Richtung Hirtshals, um die Fähre<br />

nach Norwegen zu besteigen. Fjordline<br />

hat seine Flotte auf den neusten Stand<br />

gebracht, und von Buffetreichhaltigkeit<br />

bis Kabinenausstattung bleibt eigentlich<br />

nichts zu wünschen übrig.<br />

Eine Kabine kann mit bis zu vier<br />

Personen gebucht werden, sie bietet<br />

einen angenehmen Komfort von den<br />

Betten bis zur Nasszelle. In der Nacht<br />

geht es über Stavanger ins norwegische<br />

Bergen: Weltkulturerbe durch die alte<br />

Hafenfront mit ihren historischen Holzhäusern.<br />

Nach einem kurzen Stadtbummel<br />

und einer Fahrt mit der berühmten<br />

Einschienenbahn auf den Aussichtspunkt<br />

der Stadt geht es per Schnellfähre<br />

vom Hafen weiter ins winterliche Fjordnorwegen.<br />

Kleine Städte und beschauliche<br />

Landstriche wie Rosendal, Eidfjord<br />

oder Fosset am Hardangerfjord bieten<br />

wunderbare Augenblicke und laden zu<br />

Wanderungen durch die ursprüngliche<br />

Natur ein. Gerade in den Wintermonaten<br />

erhascht man immer wieder atemberaubende<br />

Aussichten. Aktivitäten wie<br />

Schneeschuhwandern und Langlauf<br />

halten fit und bringen pure Energie für<br />

Körper und Geist: Vorbei an kleinen<br />

romantischen Wasserfällen und tiefen<br />

Schluchten schaltet man hier ab vom<br />

Stress des Alltags. Gekrönt wird das<br />

im Königreich Norwegen noch durch<br />

die unglaubliche Gastfreundschaft<br />

der Einheimischen. Mit einem HEI HEI<br />

öffnen sich die Herzen der Menschen.<br />

Ungewohnt ob der gesellschaftlichen<br />

Lage zu Hause in Deutschland, ein<br />

umso schönerer Moment der Herzlichkeit.<br />

Am besten ist das im Winter nach<br />

einem langen Tagesausflug am prasselnden<br />

Kamin zu erleben, wo man die<br />

Eindrücke des Tages Revue passieren<br />

lässt und sie bei einem Glas Wein oder<br />

Øl (Bier) mit anderen teilt. Norwegen ist<br />

auch im nordischen Winter eine Reise<br />

wert. *cf<br />

www.fjordline.com<br />

www.visitnorway.com<br />

www.fjordnorway.com<br />

www.visitbergen.com<br />

SÖLDEN: RODELN IST NUR WAS FÜR ANFÄNGER …<br />

Wir gehen ins 11. Jahr des Gay Snowhappening im österreichischen<br />

Sölden. Seit Jahren ein immer wiederkehrender Event<br />

mit Familienfestcharakter.<br />

Selbst wenn man allein anreist, hat man<br />

spätestens nach zwölf Stunden das Gefühl,<br />

einer großen Familie anzugehören.<br />

Immer im März, startend an einem Samstag,<br />

beginnt die heiße Woche: Die Hostessen<br />

Marteina und eine Begleitperson eröffnen<br />

den Abend mit einem Tanz und viel Glanz<br />

und Gloria im Bierhimmel. T-Shirt aus, ein<br />

paar Schnäpse Mut, und schon bist du der<br />

Go-go des Abends. Gäbe es Heidi Klums<br />

Modelsuche für Männer: Hier wäre die perfekte<br />

Challenge für die angehenden Selbstdarsteller.<br />

Glaubt uns: Ihr könnt es euch<br />

nicht vorstellen, aber ihr<br />

werdet es lieben. Tagsüber<br />

haben die Macher<br />

des Snowhappening ein<br />

abwechslungsreiches<br />

Programm gestrickt,<br />

das verschiedenste<br />

klassische Alpenaktivitäten<br />

bietet. Wer als<br />

Gold-Mitglied dabei ist,<br />

hat bei den zahlreichen<br />

Ski-, Snowboard- oder Wanderangeboten<br />

auch die Mahlzeiten in den<br />

Ausflugslokalen und Berghütten<br />

gleich inklusive gebucht und<br />

braucht sich beim Toben im<br />

Schnee nicht um sein Portemonnaie<br />

zu sorgen. Am besten lässt er<br />

es gleich im Hotel.<br />

Abends und besonders natürlich<br />

am abschließenden Wochenende<br />

locken insgesamt sieben Events den<br />

Partytiger aus dir heraus, und wer es<br />

endlich einmal ausprobieren will: Das Drag<br />

Race ist deine Chance,<br />

dir und allen anderen<br />

zu beweisen, dass du<br />

zum einen im Fummel<br />

blendend aussehen<br />

kannst und zum anderen<br />

allerlei Herausforderungen<br />

mit links erledigst.<br />

Es winken Ruhm, Ehre<br />

und coole Preise. Die<br />

Boyakasha GSH Farewell<br />

FOTOS: CF<br />

Party vom gleichnamigen Veranstalterteam<br />

aus der Schweiz ist dann der ausgelassene<br />

Höhepunkt der Woche und gleichzeitig der<br />

Abschied bis zum nächsten heißen Männertreffen<br />

im kalten Schnee Söldens. *cf<br />

21. – 28.3.<strong>2020</strong>,<br />

Gay Snowhappening, Sölden,<br />

www.soelden.com/gaysnowhappening


NEUES DESIGN-<br />

HIDEAWAY<br />

ZUM SONNENSKIFAHREN IN SÜDTIROL<br />

FOTOS: SILENA<br />

Voilà, dein neues Design-Versteck in den<br />

Bergen: das SILENA in südtirol.<br />

Was hier so besonders ist?<br />

Vor allem, dass das SILENA<br />

mehr ein Retreat als ein<br />

klassisches Hotel ist. Es<br />

ist das erste soulful Hotel<br />

Südtirols. Hier wurde alles<br />

mit Fingerspitzengefühl gestaltet.<br />

Südostasien trifft auf<br />

Südtirol, Feng-Shui-Architektur<br />

auf alpine Naturküche,<br />

Yoga und Qi Gong auf<br />

erstklassige Drinks. Es gibt<br />

rund 40 Zimmer und Suiten<br />

in dem Ski-In Ski-Out Hotel<br />

nahe der Piste. Vorsicht<br />

Suchtgefahr bei der „Soulful<br />

Rooftop Suite“ mit privater<br />

Dachterrasse, finnischer<br />

Sauna, Kamin und Kingsize-<br />

Himmelbett! Und beim 1.550<br />

Quadratmeter großen Spa<br />

auf zwei Etagen und u.a. mit<br />

Infinity Pool (s. Bild) und<br />

SILENA Silence Suite, die<br />

du ganz privat allein für dich<br />

und deinen Lieblingsmenschen<br />

reservieren kannst.<br />

Da kann die Skipiste auch<br />

mal warten … Auch soulful:<br />

die Tee-Bibliothek und<br />

Lese-Lounge mit über 1.000<br />

Büchern, die Aktivitäten von<br />

Atemwandern bis Fatbiken<br />

im Schnee und das Winterangebot<br />

„Winter Kiss“, bei<br />

dem du im <strong>Januar</strong> und März<br />

(Sonntag bis Donnerstag)<br />

vier Übernachtungen zum<br />

Preis von drei bekommst,<br />

Langschläferfrühstück,<br />

hausgemachten Kuchen am<br />

Nachmittag und 5-gängiges<br />

Soulfood-Menü am Abend<br />

inbegriffen. Tipp: Im Winter<br />

fliegt easyJet von Berlin<br />

Tegel nach Innsbruck. Von<br />

dort aus bist du mit dem<br />

Mietwagen in anderthalb<br />

Stunden über den Brenner<br />

und – zack! – am sonnigen<br />

Ziel deiner Winterurlaubsträume!<br />

SILENA Design-Retreat,<br />

Birchwaldweg 10,<br />

39037 Mühlbach/Vals<br />

in Südtirol, Italien,<br />

+39 0472 547194,<br />

info@silena.com,<br />

www.silena.com


REISE<br />

SOMMERFRISCHE<br />

FOTOS: DAX<br />

FIRE ISLAND<br />

Während man im Sommers in New York ordentlich ins Schwitzen kommt, liegt die Abkühlung<br />

ganz nah: Auf Long Island, gut sechzig Minuten vom Flughafen JFK entfernt, sorgt das schwule<br />

Urlaubsparadies Fire Island für Abwechslung.<br />

Sie heißen Cherry Grove und The<br />

Pines, jene Orte, die für jeden<br />

schwulen New Yorker sofort nach<br />

Urlaub klingen. Beide liegen dicht nebeneinander<br />

auf der knapp fünfzig Kilometer<br />

langen und nur maximal einen Kilometer<br />

breiten Sandinsel Fire Island, die man von<br />

Manhattan aus per Zug und Fähre über<br />

das Städtchen Sayville in knapp zwei<br />

Stunden erreicht. Abseits der Großstadt<br />

hatten schwule Urlauber das einstige<br />

Walfänger-Nest Cherry Grove schon im 19.<br />

Jahrhundert entdeckt. Hier scherte sich<br />

niemand um Konventionen, und Freigeister<br />

wie der schwule Dichter Walt Whitman<br />

kamen als Gast. Seine Blüte erlebte Fire<br />

Island in den 1970er- und 1980er-Jahren, in<br />

denen hier alles erlaubt war und sexuelle<br />

Freizügigkeit das Leben dieses schwulen<br />

Urlaubsparadieses bestimmte. Die Aids-<br />

Krise der 1980er-Jahre sorgte auch auf<br />

Fire Island für eine tiefe Zäsur. Es waren<br />

vor allem Lesben, die nun in Cherry Grove<br />

viele Häuser aufkauften, um das Eldorado<br />

von Freiheit und Freizügigkeit zu bewahren.<br />

„Cherry Grove ist eine echte Community,<br />

hier kennt man sich, lebt zum Teil seit<br />

Jahrzehnten mit denselben Nachbarn und<br />

vermietet sein Haus kaum an Fremde.“ Julian<br />

Dorcelien kam 1990 der Liebe wegen<br />

nach Fire Island und ist inzwischen Hausherr<br />

des schwulen Gästehauses Belvedere,<br />

einem aus Holz erbauten Palast mit<br />

Türmchen und Erkern, deren strahlendes<br />

Weiß jeden Besucher Fire Islands schon<br />

von Weitem begrüßt.<br />

PALAST FÜR SCHWULE<br />

MÄNNER<br />

die Geschichte des 1957 erbauten<br />

Hauses ist ebenso schillernd<br />

wie die seiner Vorbesitzer. „Der<br />

erfolgreiche Set-Designer John Eberhardt<br />

hat das Haus von Anfang an als schwules<br />

Gästehaus geplant“, so Julian. „Die Lage<br />

am Wasser erinnerte John an Venedig,<br />

und so wurde das ganze Gebäude im Stil<br />

eines venezianischen Palazzo entworfen.“<br />

Wäre das Wort „Tuntenbarock“ nicht schon<br />

weitläufig bekannt, müsste man es wohl für<br />

das Belvedere erfinden: schwere Vorhänge,<br />

üppige Wandgemälde und Statuen nackter<br />

Männer, wohin das Auge blickt. Kitsch wird<br />

hier zur Kunst erhoben und macht einen<br />

Aufenthalt zum absoluten Kulterlebnis.<br />

Viele Optionen zur Übernachtung hat der<br />

europäische Tourist ohnehin nicht. Fire<br />

Island – vor allem The Pines – ist bekannt<br />

für seine luxuriösen Ferienhäuser, die man<br />

als Freundesgruppe von zehn Personen<br />

oder mehr über mehrere Wochen mietet.<br />

Wer nicht das Glück hat, Freunde mit einem<br />

„Share“ an einem solchen Haus zu haben,<br />

Julian<br />

ist auf die wenigen Gästehäuser wie das<br />

Belvedere angewiesen oder besucht Fire<br />

Island ab New York als (zugegeben etwas<br />

anstrengende) Tagestour. Vor allem an den<br />

Wochenenden zwischen Juli und September<br />

ist Fire Island voll bis auf den letzten<br />

Platz. Der typische Tagesablauf besteht<br />

dabei aus gemeinsamem Frühstück, Pool,<br />

Strand, Tea Dance, Nickerchen, Abendessen<br />

und einem Bar-Besuch. Während der<br />

bekannteste Tea Dance am Nachmittag bis<br />

Sonnenuntergang am Hafen von The Pines<br />

stattfindet, trifft man sich zu späterer Stunde<br />

in Cherry Grove zu Dragshows, Bingo oder<br />

Klubnacht im Ice Palace, einem geräumigen<br />

Klub direkt am Hafen. Den Weg zwischen<br />

den beiden Örtchen legt man entweder zu<br />

Fuß durch ein Pinienwäldchen entlang des<br />

Strandes oder per Wassertaxi zurück, denn<br />

Autos sind auf Fire Island nicht erlaubt.<br />

Zumindest als Kurzurlauber braucht man<br />

sich um Verpflegung keine Gedanken zu<br />

machen: Eine kleine Auswahl an Restaurants<br />

sorgt für die nötige Abwechslung. *dax<br />

www.discoverlongisland.com<br />

www.belvederefireisland.com


Karibik<br />

Ab<br />

€ 229 99*<br />

* Komplettpreis pro Flug bei Buchung eines Hin- und Rückflugs inkl. Steuern und Gebühren. Condor Flugdienst GmbH, Condor Platz, 60549 Frankfurt am Main.<br />

Wir lieben Fliegen.


REISE<br />

SCHÖNE UNBEKANNTE<br />

FOTOS: DAX<br />

BANGKOK<br />

Bang Krachao<br />

Thailands Hauptstadt<br />

ist bekannt als<br />

Kulturmetropole, Szenehotspot<br />

und Shopping-<br />

Paradies. Doch Bangkok<br />

bietet weit mehr: Oft nur<br />

wenige Kilometer abseits<br />

der Touristenströme<br />

findet man üppig grüne<br />

Natur, dörfliches Idyll und<br />

vergessene Tempel.<br />

noch verirren sich wenige Touristen<br />

hierher: Wer sich mit Grasshopper<br />

Adventures auf eine Radtour durch<br />

das alte Bangkok begibt, fährt nicht etwa<br />

an Königspalast, Wat Pho oder dem Tempel<br />

des Goldenen Berges vorbei. Vielmehr führt<br />

die Tour auf die andere Seite des die Stadt<br />

teilenden Flusses Chao Phraya in den Stadtteil<br />

Thonburi. Nur wenige Jahre, zwischen<br />

1772 und 1782, lag hier die Hauptstadt von<br />

Siam, bevor diese ans Ostufer nach Bangkok<br />

verlegt wurde. Viele Relikte aus dieser Zeit<br />

lassen sich nur über schmale Gassen und<br />

Brücken, die über unzählige Kanäle führen,<br />

erreichen und liegen so versteckt, dass man<br />

sie ohne Führer kaum findet. Etwa jener Tempel,<br />

dessen Existenz selbst den Behörden bis<br />

vor ein paar Jahren nicht bekannt war und<br />

dessen Mauern zum Teil in den Gärten von<br />

Privathäusern stehen. Direkt am Flussufer<br />

gibt es auch noch einige jener Pfahlbauten,<br />

in denen die Menschen seit Jahrhunderten<br />

leben und die den gewaltigen Kräften des<br />

Chao Phraya ebenso lange trotzen. Man<br />

kann sich kaum vorstellen, dass nur ein paar<br />

hundert Meter weiter modernste Hochhäuser<br />

und Hotels das Ufer säumen.<br />

TRADITION<br />

es sind jene Kontraste zwischen<br />

moderner Metropole und dörflichem<br />

Leben, die Bangkok ungeheuer<br />

spannend machen. Immer wieder gibt<br />

es kleine Bezirke und Gemeinden, deren<br />

Selbstverwaltung dafür sorgt, dass alte<br />

Strukturen erhalten bleiben. Nang Loeng<br />

ist so ein Beispiel: Mitten in der Stadt, unweit<br />

der populären Khaosan Road gelegen,<br />

versucht die Gemeinde, Traditionen wie<br />

alte thailändische Tänze oder Handwerk<br />

zu bewahren. Der zum Bezirk gehörende<br />

Markt zählt dabei zu Bangkoks authentischsten<br />

Märkten mit thailändischen<br />

Spezialitäten. Mit Anbietern wie Hivsters<br />

kann man individuelle Touren, etwa zum<br />

Thema Kochen, Tanz oder Kultur buchen<br />

und kommt mit den dort lebenden und<br />

arbeitenden Menschen zusammen.<br />

OASE<br />

e<br />

in Erlebnis ganz anderer Art ist ein<br />

Besuch von Bang Krachao. Die von<br />

einer Flussschleife des Chao Phraya<br />

gebildete Insel wird auch als grüne Lunge<br />

Bangkoks bezeichnet. Hier erwarten den<br />

Besucher Mangrovenwälder, Plantagen,<br />

Palmenhaine und kleine Dörfer, die sich am<br />

besten mit dem Fahrrad erkunden lassen<br />

– entweder auf einer geführten Tour oder<br />

individuell. Am einfachsten gelangt man auf<br />

die Insel mit einer Fähre, die am Tempel Wat<br />

Bang Na Nok in der Nähe der Skytrain-Station<br />

Bang Na ablegt. Fahrräder gibt es dann<br />

auf der anderen Seite zu mieten.<br />

NERVENKITZEL<br />

wer es abenteuerlich mag,<br />

sollte sich nach Mae Klong<br />

begeben. Die etwa neunzig<br />

Kilometer westlich von Bangkok gelegene<br />

Kleinstadt ist berühmt für ihren Markt, der<br />

auf Bahngleisen liegt. Mehrmals am Tag<br />

packen die Händler bei Durchfahrt des Zuges<br />

in Windeseile ihre Sachen zusammen<br />

und räumen diese ebenso schnell wieder<br />

zurück, sobald der letzte Waggon ihren<br />

Stand passiert hat. Idealerweise besteigt<br />

man ein paar Stationen vorab den Zug,<br />

fährt einmal mitten durch und beobachtet<br />

das Spektakel dann vom Markt aus, wenn<br />

der Zug den Kopfbahnhof in Mae Klong<br />

wieder verlässt. Zwischen Marktbesuchern<br />

und Zug bleiben bei der Durchfahrt nur<br />

wenige Zentimeter Platz – sicher nichts<br />

für schwache Nerven. Auch dieser Ausflug<br />

lässt sich mit Veranstaltern, etwa mit dem<br />

Thailand-Spezialisten Diethelm Travel, als<br />

Tagestour buchen. *dax<br />

Mae Klong<br />

www.gothaibefree.com


Ab<br />

€ 750 /P<br />

1 Woche<br />

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REISE<br />

URUGUAY<br />

FOTOS: DAX<br />

Colonia del Sacramento<br />

KLEINES LAND GANZ<br />

wenn es um Akzeptanz von<br />

Schwulen, Lesben und Transgender<br />

geht, macht diesem<br />

Land kaum ein anderes etwas vor. Bereits<br />

seit 1934 ist gleichgeschlechtlicher Sex in<br />

Uruguay legal, die Ehe für alle gibt es hier<br />

ebenso wie ein umfangreiches Antidiskriminierungsgesetz.<br />

Gleichgeschlechtliche<br />

Paare genießen das Recht auf gemeinsame<br />

Adoption, und seit 2018 sichert ein<br />

Gesetz die staatliche Unterstützung von<br />

Transgender-Personen. Als im Sommer<br />

<strong>2019</strong> von der rechts-konservativen Partei<br />

Unterschriften für ein Referendum gegen<br />

dieses Gesetz gesammelt wurden, mobilisierte<br />

die Community alle Kräfte, um diesen<br />

Versuch scheitern zu lassen. Mit Erfolg. Zur<br />

progressiven Politik gehört auch die Legalisierung<br />

von Cannabis, das seit 2017 unter<br />

staatlicher Kontrolle angebaut und über<br />

Apotheken vertrieben wird – allerdings nur<br />

an Uruguayer und Menschen, die sich seit<br />

mindestens einem Jahr dort aufhalten.<br />

STRAND & KULTUR<br />

mit knapp 3,5 Millionen Einwohnern<br />

leben in dem Land mit einer Fläche,<br />

die etwa der doppelten Größe<br />

von Österreich entspricht, gerade einmal<br />

so viele Menschen wie in Berlin. Es ist<br />

dieses Gefühl von „jeder kennt jeden“, das<br />

diese Nation so sympathisch macht. Das<br />

gilt natürlich umso mehr für die dortige<br />

LGBTIQ*-Szene. Wenn diese feiert, dann<br />

vor allem in dem in der Hautstadt Montevideo<br />

beheimateten Klub El Tempo. In dem<br />

kleinen Klub ist es an den Wochenenden<br />

brechend voll und ein dortiger Besuch ist<br />

mit Sicherheit die beste Gelegenheit, um<br />

mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.<br />

Und wer weiß – vielleicht findet sich ja hier<br />

auch ein freundlicher Uruguayer, der einem<br />

seine Stadt zeigt. Im Gegensatz zu dem<br />

auf der anderen Seite des Rio de la Plata<br />

gelegenen Buenos Aires, das sich herzlich<br />

wenig aus seiner Lage am Wasser macht,<br />

orientiert sich das Leben in Montevideo<br />

am Fluss, der aufgrund seiner Breite eher<br />

dem Meer gleicht. Die Strandpromenade<br />

Rambla ist das eigentliche Zentrum der<br />

Stadt. Hier treibt man Sport, döst in der<br />

Sonne oder flaniert bei Sonnenuntergang<br />

Hand in Hand mit seinem Liebsten den<br />

Strand entlang. Montevideos Altstadt mit<br />

ihren engen Gassen und der imposanten<br />

Plaza Independencia lässt sich am besten<br />

mit dem Fahrrad erkunden. Vorbei am Palacio<br />

Salvo und Südamerikas zweitgrößtem<br />

Theater, dem Teatro Solis, geht es weiter<br />

Richtung Rambla. Den besten Blick auf die<br />

Stadt hat man von dem auf dem Cerro genannten<br />

Hügel liegenden Fortaleza General<br />

Artigas, das im Jahr 1717 erbaut wurde, um<br />

die Stadt vor Angreifern zu schützen.<br />

ZWITSCHERNDE PAPAGEIEN<br />

noch mehr Geschichte gibt es in der<br />

gut zwei Autostunden westlich von<br />

Montevideo gelegenem Kleinstadt<br />

Colonia del Sacramento zu entdecken. Im


REISE<br />

Strand von Montevideo<br />

GROSS<br />

Es gilt als das<br />

LGBTIQ*-freundlichste<br />

Land Südamerikas:<br />

Uruguay bietet neben viel<br />

Kultur und Natur eine engagierte<br />

Community, die sich<br />

als Teil der Gesellschaft<br />

versteht.<br />

Jahr 1680 von Portugiesen gegründet,<br />

ist sie Uruguays älteste Stadt und Teil<br />

des UNESCO-Weltkulturerbes. Mit<br />

ihren engen Gassen und aus der frühen<br />

Kolonialzeit stammenden Häusern und<br />

Kirchen ist sie ein wahres Schmuckstück<br />

und beliebtes Ausflugsziel vieler<br />

Tagestouristen aus Buenos Aires, die<br />

in nur achtzig Minuten mit der Fähre<br />

über den Rio de la Plata übersetzen.<br />

Ihren größten Charme entfaltet Colonia<br />

del Sacramento in den Morgen- und<br />

Abendstunden, wenn die Mehrzahl der<br />

Besucher noch nicht in der Stadt ist.<br />

Die Ruhe wird dann nur gestört vom<br />

Zwitschern unzähliger Papageien, die<br />

auf den Zweigen uralter Bäume auf der<br />

Plaza Mayor Rast machen. In Boutique-<br />

Hotels wie dem minimalistisch eingerichteten<br />

Charco wohnt man mitten in<br />

der Altstadt und kann mit Blick auf den<br />

Rio de la Plata hervorragende Steaks<br />

bei einem Glas Wein genießen.<br />

FÜR GENIESSER<br />

dass es ausgezeichnete Weine<br />

in Uruguay gibt, lässt sich bei<br />

einem Besuch der Weingüter in<br />

der westlich von Colonia liegenden Region<br />

rund um das Städtchen Carmelo<br />

erfahren. Die hier angebaute Rebsorte<br />

Tannat nimmt es Geschmacklich locker<br />

mit großen Rotweinen wie Malbec oder<br />

Cabernet Sauvignon auf, schafft es<br />

aber aufgrund der geringen Produktionsmengen<br />

selten in den Export<br />

nach Europa. Nicht nur Weinliebhaber<br />

können hier in Carmelo eine Auszeit<br />

nehmen – sei es in einem mitten in den<br />

Weinfeldern gelegenen Boutique-Hotel<br />

wie der Posada Campo Tinto oder dem<br />

luxuriösen Hyatt Carmelo Resort & Spa.<br />

SCHWULER STRAND<br />

bekannt für seinen Strand ist dagegen<br />

der östlich von Montevideo<br />

gelegene Badeort Punta del Este.<br />

Vor allem zwischen November und<br />

Februar treffen sich hier nicht nur die<br />

Reichen und Schönen Südamerikas, sondern<br />

auch jede Menge schwule Urlauber.<br />

Während sich der Jetset vor allem in dem<br />

ehemaligen Fischerdorf José Ignacio herumtreibt,<br />

trifft sich die Szene an der Playa<br />

Chihuahua. Der FKK-Strand unweit von<br />

Punta del Este ist Uruguays bekanntester<br />

Gay Beach und das nahe gelegene Hotel<br />

Undarius ein schwules Resort, wie man<br />

es etwa auch aus Gran Canaria oder den<br />

USA kennt. *dax<br />

www.turismo.gub.uy


GESUNDHEIT<br />

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/VLADORLOV<br />

PSYCHE<br />

Zu fett für App und Strand?<br />

Laut einer Studie der Universität von<br />

Waterloo ist krankhafte Selbsteinschätzung<br />

des eigenen Körpers ein<br />

häufiges Problem für queere Männer,<br />

die Dating-Apps verwenden.<br />

Vor allem die App Grindr wirke sich<br />

demnach negativ auf das Körperbild<br />

der Nutzer aus, insbesondere was das<br />

Gewicht betrifft. Drei von vier Männern,<br />

die Sex mit Männern haben, nutzten<br />

diese App statistisch schon.<br />

„Dating-Apps sind in den letzten zehn<br />

Jahren immer beliebter geworden<br />

und haben die Art und Weise, wie<br />

Menschen miteinander in Kontakt<br />

treten, radikal verändert“, so Eric Filice,<br />

Hauptautor der Studie. „Wir waren<br />

überrascht, wie das Gewichtsstigma<br />

von einzelnen Benutzern aufrechterhalten<br />

und in die Informationsarchitektur<br />

der App eingebettet wird.“ Als Beispiel<br />

für diese systemimmanente Förderung<br />

eines gestörten Selbstbildes nannten<br />

die Studienmacher die Anonymität in<br />

der App und auch die Angabemöglichkeiten<br />

zur Körperbeschreibung,<br />

die es erleichtern sollen, zum Beispiel<br />

tatsächliches Übergewicht, das als<br />

stigmatisierend empfunden wird,<br />

zu kaschieren. Die Forscher fassten<br />

zusammen: „Menschen vergleichen ihr<br />

reales, persönliches Auftreten oft mit<br />

den sorgfältig kuratierten oder digital<br />

veränderten Darstellungen anderer, denen<br />

sie online begegnen.“ Dies könne<br />

zu weitreichenden negativen Folgen<br />

für das eigene Selbstbild führen. Als Lösung<br />

des Problems wurden von einigen<br />

Studienteilnehmern ehrlichere Fotos<br />

und korrektere Angaben zum Körper<br />

gewünscht. *ck<br />

NACHGEFRAGT<br />

Schlau zu HIV mit der AIDS-Hilfe Freiburg<br />

Erstmals in unserer Reihe mit Fachfragen zum Thema HIV und AIDS haben wir uns<br />

diesmal nicht an eine Schwerpunktpraxis gewandt, sondern an eine Beratungsstelle.<br />

Diese liegt auch nicht in einer der Metropolen Deutschlands, sondern im kleinstädtischen<br />

Bereich. Und das hat einen besonderen Hintergrund: Wir wollten wissen, wie es mit Vorurteilen<br />

und Stigmata in eher ländlichen Gebieten bestellt ist. Ralph Mackmull von der AIDS-Hilfe<br />

Freiburg gibt leider nicht wirklich Mut machende Antworten. *ck<br />

FOTO: STEFAN LAMB<br />

Berichten Besucher im Beratungsalltag<br />

von Stigmatisierungserfahrungen?<br />

Wenn ja, von welchen?<br />

Leider berichten Menschen mit HIV<br />

im Kontext unserer Beratungsangebote<br />

immer wieder und immer noch von<br />

Stigmatisierungserfahrungen. Der große<br />

Schwerpunkt ist dabei der medizinische<br />

und pflegerische Bereich. Neuralgisch für<br />

viele Menschen mit HIV ist der Besuch<br />

beim Zahnarzt. Hier kommt es – trotz<br />

mehrerer gemeinsamer Kampagnen<br />

von der Deutschen Aidshilfe und der<br />

Bundeszahnärztekammer – immer noch<br />

sehr häufig vor, dass Menschen mit HIV<br />

entweder gar keinen Termin, oder einen<br />

am Ende des Tages erhalten – mit der Begründung<br />

von besonderen hygienischen<br />

Notwendigkeiten, was völlig absurd ist<br />

und schlichtweg nicht stimmt. Gekennzeichnete<br />

Patientenakten, Einzelzimmerisolierung<br />

im Krankenhaus, Kontakt mit<br />

Pflegenden nur mit Vollkörperschutz sind<br />

weitere Erfahrungen, die uns berichtet<br />

werden. Meist liegt die Ursache von<br />

solchen Maßnahmen in mangelnder Aufklärung<br />

bzw. mangelndem Wissen über<br />

den aktuellen Behandlungsstand einer<br />

HIV-Infektion: Funktioniert die Therapie,<br />

ist die Person nicht mehr infektiös – selbst<br />

nicht mehr beim Sex. Das wissen immer<br />

noch zu wenige Menschen. Auch in der<br />

schwulen Szene ist dieses Wissen noch<br />

nicht vollständig angekommen. Immerhin<br />

scheint im Bereich der Arbeitswelt seit der<br />

Einführung der Datenschutzgrundverordnung<br />

eine Sensibilisierung bezüglich der<br />

Verwendung von Gesundheitsdaten von<br />

Mitarbeitenden stattgefunden zu haben:<br />

Wir erleben, dass die Berichte von Stigmatisierungen<br />

oder unfreiwilligen Outings<br />

am Arbeitsplatz etwas abnehmen.<br />

Welche Folgen haben diese Stigmatisierungen<br />

für die Betroffenen?<br />

Erlebte Stigmatisierung ist eine enorme<br />

psychische und seelische Belastung. Zudem<br />

bewirkt Stigmatisierung meist einen<br />

sozialen Rückzug – und das ganz gleich,<br />

in welchem Bereich die Stigmatisierung<br />

stattgefunden hat. Sie wirkt sich häufig<br />

negativ auf das gesamte Lebensumfeld<br />

aus. Gerade bei HIV ist eine latente<br />

Selbststigmatisierung oftmals stark<br />

verinnerlicht und schwächt das eigene<br />

Selbstwertgefühl und damit die eigenen<br />

Möglichkeiten, sich gegen die Stigmatisierung<br />

von außen zu wehren. Wir erleben<br />

zudem, dass Menschen mit HIV mit kaum<br />

jemandem – auch nicht im Freundeskreis<br />

– über ihre Infektion, die Stigmatisierungen<br />

und ihre belastenden Auswirkungen<br />

reden. Der eigene Partner ist oftmals der<br />

einzige Mensch, der Bescheid weiß. Die<br />

Angst, ausgegrenzt zu werden, steckt tief.<br />

Für die AIDS-Hilfen ist klar: Es ist eine der<br />

wesentlichen Aufgaben, die Öffentlichkeit<br />

weiter aufzuklären – nicht nur über<br />

die allgegenwärtige Stigmatisierung von<br />

Menschen mit HIV und deren Auswirkungen,<br />

sondern auch über den Stand der<br />

modernen Therapien. Mit einer kleinen Tablette<br />

täglich lässt sich HIV wirkungsvoll<br />

behandeln, so dass das Virus nicht mehr<br />

im Blut nachweisbar ist und eine weitere<br />

Übertragung des Virus schlicht unmöglich<br />

wird. Wer sich dies vor Augen führt,<br />

begreift, dass die alten Bilder von HIV<br />

und AIDS aus den 90er Jahren heute nicht<br />

mehr gelten und überdenkt vielleicht auch<br />

das eigene ausgrenzende Verhalten.<br />

Das ganze Interview unter<br />

www.blu.fm/topics/schlau-zu-hiv


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MUSIK<br />

INTERVIEW<br />

FOTO: JENS KOCH<br />

AUF DIE ZUKUNFT<br />

Das neue Album „Schritte“<br />

wird sie in ihr zwanzigjähriges<br />

Jubiläum begleiten. Silbermond<br />

umarmen darauf die Veränderungen,<br />

die das Leben mit sich bringt.<br />

Es gab Verluste und es gab Nachwuchs<br />

bei euch … Spätestens an<br />

diesen Punkten wird man erwachsen.<br />

Thomas: Du hast recht, bestenfalls wächst<br />

man daran. Ich „durfte“ mittlerweile den Tod<br />

und die Geburt eines Menschen begleiten.<br />

Ich empfinde das heute als Bereicherung.<br />

So schwer das eine auch war. Ob<br />

ich deswegen jetzt erwachsen bin, kann<br />

ich nicht sagen. Manchmal muss ich es<br />

sein und manchmal bin ich es sogar gern,<br />

ein andermal fühl ich mich wieder wie ein<br />

Kind, das ins Bällebad hüpfen will. Ich habe<br />

jetzt einen Sohn, da ist man täglich beides:<br />

Junge und Mann.<br />

Was seht ihr, wenn ihr eure bisherigen<br />

Schritte betrachtet?<br />

Nowi: In erster Linie schauen wir nach vorn.<br />

Im Moment sehe ich vier Freunde und ich<br />

sehe eine Band. Wir sind am Leben. Wir sind<br />

kreativ. Das ist wohl die größte Herausforderung.<br />

Wir haben so viel Schwein gehabt,<br />

ein paar Fettnäpfchen mitgenommen, aber<br />

die Mucke als Freund nie verloren. Das geht<br />

schnell im Pop-Business.<br />

Stefanie: Ja, da müsste man eigentlich<br />

jeden Tag ’nen Sekt drauf trinken! Was wir<br />

haben, ist nicht selbstverständlich, und das<br />

wissen wir. Also, auf die Zukunft. Prost.<br />

Es gibt nun ein Lied, dass ihr nach<br />

euch benannt habt – das aber nichts<br />

mit euch als Band zu tun hat, sondern<br />

inhaltlich fast resignierend klingt ...<br />

Stefanie: Ich empfinde das Lied nicht als<br />

resignierend. Es ist die Beschreibung der<br />

Realität. Ohne rosa Brille und Konfetti, aber<br />

mit dem Glauben an die Chance, das Ruder<br />

rumreißen zu können. Ich meine, wir haben<br />

die Dinge doch vor Augen: das extreme<br />

Wetter, brennende Wälder, schmelzende<br />

Pole, all das. Dass der Mensch daran keine<br />

Aktie hält, halte ich für eine Fehleinschätzung.<br />

Und glaub mir: Meine CO2-Bilanz ist<br />

definitiv mies, ich weiß das. Es ist gut, dass<br />

das Thema endlich auf dem großen Zettel<br />

ist, und doch müssen wir höllisch aufpassen,<br />

nicht zu hart zu moralisieren, sondern<br />

versuchen, möglichst viele mitzunehmen.<br />

Jeder sollte das tun, was er kann.<br />

Ihr habt euch überhaupt viel mit<br />

der Welt um euch herum beschäftigt.<br />

Wie werdet ihr schlau aus den<br />

Entwicklungen der letzten Jahre und<br />

dem weltweiten Wiederaufstieg so<br />

alter Ideen und Vorstellungen?<br />

Thomas: Also ich hätte auch gedacht,<br />

dass wir zwei, drei Themen längst hinter<br />

uns hätten. Stichwort: „… grab her by the<br />

pussy ...“ und „… wir werden sie jagen …“<br />

Aber offensichtlich ist dem nicht so. Auch<br />

den Gedanken, dass mehr Abschottung<br />

die großen Herausforderungen unserer Zeit<br />

lösen wird, verstehe ich nicht. Was ich aber<br />

verstehen kann, ist, dass sich angesichts<br />

der Zeichen der Zeit manche Menschen<br />

ungehört und überfordert fühlen. Ich kenne<br />

das auch von mir. Bei allem, was gut läuft<br />

in unserem Land, handelt die Politik da<br />

oft unglücklich. Dass das Zukunftsangst<br />

schürt, ist klar. Am Ende müssen Demokratie<br />

und Miteinander immer die beste Option<br />

sein. Daran sollten wir weiter werkeln.<br />

Ihr habt dieses Mal in Frankreich<br />

aufgenommen? Warum in die Ferne,<br />

wenn doch zu Hause so viele Studios<br />

nur auf euch gewartet hätten?<br />

Nowi: Na, wir wollten geilen Wein trinken.<br />

Provence-Style. Außerdem hatten wir da<br />

kaum einem Balken auf dem Display. Also<br />

war es auch gleichzeitig eine Digital-Detox-<br />

Kur. Keine Mails, keine Hashtags. Auch mal<br />

gut.<br />

Stefanie: Ja stimmt, aber: Wir wollten auch<br />

einen „modernen Oldschool-Sound“. Dafür<br />

brauchten wir entsprechende Räume. In<br />

Frankreich hatten wir die. Eine Bibliothek,<br />

eine Scheune und eine alte Mühle. All das<br />

hörst du auf „Schritte“.<br />

*Interview: Christian K.L. Fischer


ROCK<br />

Johannes Oerding<br />

„Konturen“<br />

MUSIK<br />

Seit seinem Albumdebüt<br />

vor zehn Jahren kennt<br />

Oerdings Erfolgskurve<br />

nur eine Richtung. Vier<br />

seiner insgesamt fünf<br />

Alben wurden mit Edelmetall<br />

ausgezeichnet<br />

und jedes neue Albumr<br />

stieg höher in die deutschen<br />

Charts ein als der Vorgänger. Jetzt präsentiert uns<br />

der stimmstarke Deutsch-Rocker seine „Konturen“. Unser<br />

Anspieltipp ist der Vorab-Hit „An guten Tagen“.<br />

KULT<br />

Ace of Base: „Gold“<br />

Die meisten ihrer Hits kennt man auf der ganzen Welt,<br />

„The Sign“, „All That She Wants“, „Beautiful Life“ oder auch<br />

„Don’t Turn Around“ und „Life Is a Flower“ erreichten weltweit<br />

die vorderen Chartpositionen. Und die gibt es jetzt<br />

auf „Gold“ versammelt. Auf CD1 bekommt man die<br />

Ace-of-Base-Klassiker als Original, etwa „Happy Nation“<br />

(das Band-Statement gegen rechts) oder „Beautiful<br />

Morning“, auf der zweiten CD locken Remixe wie „Living<br />

in Danger (D-House Mix – Short Version)“ und „Wheel of<br />

Fortune (2009 Remix)“. CD3 dann bietet Single-B-Seiten<br />

und lange unveröffentlichtes Liedgut. Unsere Anspieltipps<br />

sind „Mercy Mercy“ und „Would You Believe“. *rä<br />

KING PRINCESS<br />

Hotlist <strong>2019</strong><br />

POP<br />

Femme Schmidt<br />

„The Luv Project“<br />

Sphärischer und zugleich minimalistisch<br />

anmutender Lo-Fi-<br />

Sound, das hat man so nicht<br />

erwartet. Statt Jazz und<br />

„Roaring Twenties“ nun<br />

also Pop noir. Ein großartiges<br />

Album, das uns neue<br />

Facetten der Sängerin, die<br />

schon mit Elton John, Coldplay<br />

und Lionel Richie tourte,<br />

zeigt. *rä<br />

FOTO: ALISON NARRO<br />

DEBÜTALBUM - “CHEAP QUEEN”<br />

“Catchy, romantic pop confections are quickly becoming<br />

the 20-year-old singer-songwriter’s specialty”<br />

New York Times<br />

„Queen of Queer“ musikexpress<br />

DIGITAL & CD 25.10.<br />

COLORED VINYL 01.11.


MUSIK<br />

INTERVIEW<br />

KING PRINCESS:<br />

„Genderqueere Lesbe“<br />

Wenn dir im Alter von elf<br />

Jahren ein Plattenvertrag<br />

angeboten wird (und das auch<br />

noch von einem Major wie Virgin<br />

Records), dann kann man froh<br />

sein, wenn es eine Familie gibt, die<br />

einen davon abhält, ihn anzunehmen.<br />

Aber da ihr Vater ein Studio<br />

in Brooklyn hat, wusste er genug<br />

vom Musikgeschäft, um mit klarem<br />

Verstand zu handeln.<br />

Allerdings war die junge Mikaela Straus<br />

auch selbst zu clever, um in diese Falle zu<br />

stolpern, die so viele Wracks und kaputte<br />

Erwachsene hinterlässt. Sie wusste,<br />

dass sie noch nicht bereit war, obwohl<br />

ihr gleichzeitig klar war: „Das wollte ich<br />

schon immer. Ich würde Musik machen!<br />

Ansonsten hätte ich vielleicht geschrieben<br />

und wäre so eine heftige queere Autorin<br />

geworden.“ Aber dazu konnte es gar nicht<br />

kommen, denn sie ist praktisch in diesem<br />

Studio in Brooklyn aufgewachsen. Es war<br />

ihr persönliches Wunderland.<br />

Im gewissen Sinn hat die kleine Mikaela<br />

die Entstehung der Alben von Künstlern<br />

wie Arctic Monkeys und vielen anderen<br />

begleitet. „Manche waren scheiße, manche<br />

waren gut“, lacht sie. Und wenn die Background<br />

Vocals mal wieder nichts taugten,<br />

rief ihr Vater auch schon mal Mikaela vor<br />

das Mikrofon. „Ich bekam meine Ausbildung<br />

in der Form, dass ich genau lernte,<br />

was ich nicht tun sollte.“ Deshalb hat sie<br />

jetzt, zwei Jahre nachdem Mark Ronson sie<br />

für sein neues Label unter Vertrag nahm,<br />

einen glasklaren Blick. „Ich bin eine 19<br />

Jahre alte Bitch und eine Geschäftsfrau<br />

durch Osmose. Ich weiß, ich bin jetzt eine<br />

Firma.“ Darum hat sie auch so viele weitere<br />

Verhandlungen mit Labels abgebrochen bis<br />

Mark kam. „Das war<br />

einfach ein großartiges<br />

Angebot. Ich<br />

liebe Mark und ich<br />

vertraue ihm.“<br />

Jetzt wird ihr Debütalbum<br />

„Cheap<br />

Queen“ erscheinen.<br />

Nach über 200<br />

Millionen Streams<br />

allein für ihren Song<br />

„1950“ darf man<br />

davon ausgehen,<br />

dass das Ding ein<br />

rasender Erfolg sein wird – und das vor allem,<br />

weil sie offen mit sich selbst umgeht:<br />

„Ich bin der Junge, das Mädchen und alles<br />

dazwischen“, sagt Mikaela, die sich als genderqueere<br />

Lesbe definiert. Deshalb übernahm<br />

sie auch den Namen „King Princess“<br />

als ein Freund sie so nannte. Die fließende<br />

Ambivalenz, die diese beiden Worte zusammen<br />

ausdrückten, brachte etwas in ihr<br />

zum Schwingen. So wie ihr kraftvoller Pop<br />

bei ihren Fans. „Meine Musik ist ehrlich und<br />

queer – und es geht um Liebe.“ Gerade<br />

jetzt, gerade unter Trump. „Ich habe den<br />

Hass der Amerikaner nie unterschätzt.<br />

Soziale Medien sind die perfekte Plattform<br />

für Idioten – und nun gibt es einen<br />

Präsidenten, der sagt, es ist völlig okay zu<br />

hassen.“ Mit dem sie interessanterweise<br />

sogar eine Gemeinsamkeit hat – auch ihre<br />

Vorfahren kommen von hier. „Ich bin eine<br />

stolze, deutsche Jüdin und ich war fast<br />

jeden Sommer in Deutschland bei Oma<br />

und Opa“, und sie sagt wahrhaftig auch im<br />

Interview auf Deutsch<br />

„Oma“ und „Opa“.<br />

Väterlicherseits waren<br />

ihre Ur-Ur-Großeltern<br />

übrigens Passagiere auf<br />

der Titanic und versanken<br />

zusammen mit ihr<br />

im Meer. Isidor Straus<br />

war nicht nur amerikanisches<br />

Kongressmitglied,<br />

sondern auch<br />

noch stinkreich und<br />

Besitzer des berühmten<br />

Kaufhauses Macy’s<br />

in New York. Dieses<br />

Hoheitliche im Künstlernamen ergibt also<br />

auch auf anderer Ebene Sinn.<br />

Wie gefestigt sie in ihrem Selbstbild ist,<br />

kann man übrigens gerade im amerikanischen<br />

Playboy betrachten, in dem sie<br />

die Rollenklischees der Highschool halb<br />

nackt nach- und bloßstellt. „Für alle,<br />

die mich kennen, war das wohl der am<br />

meisten erwartete Move von mir“, lacht<br />

sie wieder. Sie liebt die Bilder. „So siehst<br />

du eben aus als ‚horny kid‘. Und der Fakt,<br />

dass da jetzt meine queeren Titties sind,<br />

in einem Heft, gemacht für straighte<br />

Typen … Ich liebe es.“ *fis


MUSIK<br />

NACHGEFRAGT<br />

AVA MAX:<br />

„Jeder muss sich frei<br />

entfalten dürfen“<br />

Das Auffälligste an Ava Max ist zumindest auf den ersten<br />

Blick ihre Frisur. Auf der rechten Seite trägt sie einen Bob, auf<br />

der linken Seite sind ihre blonden Haare lang. Dieser Look, sagt sie,<br />

sei eher zufällig entstanden: „Ich habe stets viel experimentiert und<br />

schließlich diesen Haarschnitt behalten, denn er unterstreicht meine<br />

Persönlichkeit.“ Die 25-Jährige, die als Tochter albanischer Eltern<br />

in Milwaukee geboren wurde, hatte nämlich immer das Gefühl,<br />

irgendwie anders zu sein: „Schon als Kind war ich eine Außenseiterin.<br />

Ich wurde in der Schule gemobbt.“<br />

FOTO: L. DUNN<br />

Los ging der ganze Ärger in der siebten<br />

Klasse. Da gab es eine Mitschülerin,<br />

die richtig fies zu der Sängerin<br />

war: „Sie verbreitete im Netz böse<br />

Sachen über mich und drohte sogar,<br />

mich umbringen zu wollen.“ Als sich<br />

Ava Max zu wehren begann, wurden<br />

sowohl sie als auch ihre Widersacherin<br />

vom Unterricht suspendiert. Sie<br />

wechselte auf eine christliche Privatschule,<br />

wo es nicht unbedingt besser<br />

lief: „Dort bekam ich Ärger, weil ich<br />

Mariah Careys Musik mochte. Das<br />

duldeten die Lehrer nicht. Ich sollte<br />

nur Lieder über Gott singen.“ Also<br />

wurde Ava Max fortan zu Hause<br />

unterrichtet: „Diese Entscheidung<br />

war Gold wert. Danach<br />

ging es mir endlich besser.“<br />

Dennoch waren diese negativen<br />

Erfahrungen prägend. Sie<br />

lieferten den Stoff für das Lied<br />

„So am I“, mit dem Ava Max ihre<br />

Fans dazu auffordert, zu sich<br />

selbst zu stehen: „Wir sind alle<br />

einzigartig. Darum bringt es überhaupt<br />

nichts, sich dauernd in den<br />

sozialen Medien oder sonst wo<br />

mit seinen Mitmenschen zu vergleichen.“<br />

Für die Künstlerin heißt<br />

das Zauberwort Toleranz: „Jeder<br />

muss sich frei entfalten dürfen – sei<br />

es in der LGBTQ*-Community oder<br />

mit extravaganter Kleidung. Meiner<br />

Ansicht nach steht es keinem zu,<br />

sich über andere zu erheben.“<br />

Solche Botschaften verpackt Ava<br />

Max nicht etwa in düstere Klänge,<br />

sondern in eingängigen Dance-Pop.<br />

Seitdem sie mit „Sweet but Psycho“<br />

einen Nummer-eins-Hit hatte,<br />

wird sie mit Lady Gaga verglichen.<br />

Das bringt sie beim Interview im<br />

Hamburger Büro ihrer Plattenfirma<br />

nicht etwa dazu, mit den Augen zu<br />

rollen – im Gegenteil: „Für mich ist<br />

so ein Kompliment schmeichelhaft.“<br />

Natürlich hätte sie nichts dagegen,<br />

ebenso erfolgreich wie die Pop-Diva<br />

zu werden. Ehrgeiz entwickelte sie<br />

bereits früh. Sie nahm an Talentwettbewerben<br />

teil, bei MySpace<br />

veröffentlichte sie eigene Lieder plus<br />

Coversongs. Als sie 14 war, verkauften<br />

ihre Eltern ihr Haus in Virginia<br />

und zogen ihrer Tochter zuliebe nach<br />

Los Angeles, damit sie im Musikgeschäft<br />

Fuß fassen konnte: „Meine<br />

Familie hat mich sehr unterstützt –<br />

ohne Zwang.“<br />

Das soll sich auf jeden Fall bezahlt<br />

machen. Ava Max arbeitet unermüdlich<br />

– wie sie es von ihrer Mutter<br />

und ihrem Vater lernte, die teilweise<br />

drei Jobs parallel hatten. In Mailand<br />

drehte die Musikerin das Video für<br />

ihre Single „Torn“. Nicht ohne Grund<br />

sieht man sie als Superheldin: „Ich<br />

gebe eine Frau, die ihre Stärke zurückgewinnt,<br />

nachdem sie von ihrem<br />

Mann betrogen wurde.“ Mit solchen<br />

Clips setzt sich Ava Max für die<br />

Emanzipation ein: „Es liegt mir sehr<br />

am Herzen zu zeigen, wie Frauen<br />

wirklich ticken. Sie sind keineswegs<br />

das schwache Geschlecht.“ Da<br />

passt es durchaus ins Bild, dass Ava<br />

Max ein Fan von Wonder Woman<br />

ist. Diese Comicfigur kann seit jeher<br />

gut kämpfen und ihre Opfer dazu<br />

bringen, die Wahrheit zu sagen.<br />

Wünscht sich Ava Max ebenfalls<br />

diese Fähigkeiten? „Ich hätte lieber<br />

Wunderheilkräfte, um alle Leute von<br />

ihren mentalen oder körperlichen<br />

Schmerzen befreien zu können.“<br />

*Dagmar Leischow


MUSIK<br />

COMEBACK<br />

CÉLINE DIONS<br />

wiedergefundene Stärke<br />

Zerbrechlich, melancholisch<br />

und ein bisschen verloren,<br />

so nahm man die kanadische<br />

Ausnahmesängerin im letzten Jahr<br />

wahr. Ja, auf den Bühnen dieser<br />

Welt scherzte sie, aber fast jeder<br />

Schnappschuss ließ den Fan sorgenvoll<br />

zurück.<br />

Sicherlich ging Céline Dion seit dem Tod<br />

ihres Ehemanns, Managers und Entdeckers<br />

René Angélil 2016 durch eine<br />

schwere Zeit. Und auch jetzt ist nicht<br />

alles rosarot, aber zumindest gibt es ein<br />

neues Pop-Album der Sängerin. Und auf<br />

diesem setzt sie sich mit ihren Verletzungen<br />

und Schwächen auseinander.<br />

Mithilfe ihrer Musik gibt sie den Fans<br />

Kraft und entdeckt auch nach und nach<br />

ihre eigene innere Stärke, ihre „Courage“<br />

– so heißt nicht nur einer der Vorab-Titel,<br />

so heißt auch das ganze neue Album. Ein<br />

sehr persönliches Album ist es geworden,<br />

Sia hat daran mitgearbeitet – und auch<br />

David Guetta! Aber Angst muss man<br />

nicht haben, der Franzose hat mehr drauf<br />

als Eurodance. Bei Céline Dion beweist<br />

er, dass er auch die große Ballade als<br />

Produzent beherrscht: „Lying Down“<br />

hat das Zeug zum nächsten Überhit der<br />

Kanadierin.<br />

Ein weiteres Lied, das besonders erwähnenswert<br />

ist, heißt „Imperfections“.<br />

Thematisch dreht es sich um Selbstkritik<br />

und was man daraus macht – geschrieben<br />

wurde die Hymne von Ari Leff, Michael<br />

Pollack, Nicholas Perloff-Giles und Dallas<br />

Koehlke („DallasK“).<br />

Das neue Album „Courage“ erhellt den November,<br />

die zugehörige Tournee startete<br />

im Oktober.<br />

RÜCKBLICK: CÉLINE DION<br />

Céline Marie Claudette Dion, am 30. März<br />

1968 in Kanada geboren, ist eine der<br />

erfolgreichsten Sängerinnen der Welt. Sie<br />

ist die Stimme von Pop-Klassikern wie „A<br />

New Day Has Come“, „Pour que tu m’aimes<br />

encore“, „ It's All Coming Back to Me Now“,<br />

„My Heart Will Go On“, „I’m Alive“, „Think<br />

Twice“ sowie „Immortality“ mit den Bee<br />

Gees. Los ging alles 1981, als sie ihre erste<br />

Platte veröffentlichte. Ein früher Höhepunkt<br />

der Karriere war ihre erfolgreiche<br />

Teilnahme am Eurovision Song Contest<br />

(„Ne partez pas sans moi“) 1988 in Dublin.<br />

1992 kam dann der ganz große Durchbruch<br />

mit „Beauty and the Beast“ aus<br />

und für den Disney-Zeichentrickfilm „Die<br />

Schöne und das Biest“. Es folgten bis heute<br />

weltweit erfolgreiche Alben wie „Let’s<br />

Talk About Love“, „Taking Chances“ sowie<br />

„Falling into You“ und „One Heart“.<br />

Was für ein lustiger und lebensfroher<br />

Mensch sie ist, fällt besonders auf, wenn<br />

man sie live trifft und erlebt. Egal wie<br />

dramatisch und melancholisch ihre Musik<br />

oft ist, in ihr steckt auch eine Rockerin, ein<br />

Comedian, eine Disco-Diva und ein liebenswerter<br />

Mensch wie du und ich. Ganz<br />

ohne Divengehabe. Schön! *rä<br />

Céline Dion „Courage World Tour“<br />

17.6.<strong>2020</strong>, München, Olympiahalle,<br />

19.6.<strong>2020</strong>, Mannheim, SAP Arena,<br />

21.6.<strong>2020</strong> Köln, LANXESS arena,<br />

22.6.<strong>2020</strong>, Hamburg, Barclaycard Arena,<br />

22.7.<strong>2020</strong> Berlin, Waldbühne,<br />

www.celinedion.com<br />

Wir verlosen Karten auf<br />

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FOTO: SONY MUSIC


SOUL<br />

Simply Red:<br />

„Blue Eyed Soul“<br />

MUSIK<br />

Mit mehr als 50 Millionen verkauften Platten weltweit,<br />

Charthits wie „Fairground“, „Holding Back the Years“,<br />

„Fake“ und „Something Got Me Started“ kann sich<br />

Simply Red mit Recht zu den ganz Großen zählen. Und<br />

jetzt gibt es NEUE Musik der legendären Band um den<br />

Rotschopf: „Blue Eyed Soul“.<br />

„Ich bin an einem Punkt in meiner Karriere angekommen,<br />

an dem ich eines von diesen düsteren, selbstreflektiven<br />

Alben hätte machen können, die heute so viele Künstler<br />

in einem bestimmten Alter aufnehmen. Eine Platte, auf<br />

der ich noch mal auf mein Leben zurückschaue“, so Mick<br />

Hucknall. „Doch ich dachte mir nur: Scheiß drauf! Ich wollte<br />

lieber etwas mit viel Schwung machen und mich dabei<br />

gut amüsieren.“ Und damit unterhält Mick auch uns Hörer,<br />

Fans, bestens! Unsere Anspieltipps sind „Thinking of You“,<br />

„Riding on A Train“ und „Take A Good Look“. *rä<br />

SOUL<br />

Jocelyn B. Smith:<br />

„Shine Ur Light“<br />

Das neue Album.<br />

Inklusive der Hitsingle „An guten<br />

Tagen“. Auch als Premium erhältlich<br />

mit 85 Min. Live-DVD!<br />

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Selbst denken. Fake News erkennen. Gutes Tun. An die<br />

Nach- und Umwelt denken. Die Gesellschaft besser<br />

machen. Die Wahlberlinerin Jocelyn B. Smith ist nicht nur<br />

mit einer 4-Oktaven-Stimme gesegnet, sie hat auch ein<br />

Hirn und benutzt es. Und das ist heute in der Popwelt<br />

selten. Ihr neues Album „Shine Ur Light“ ist bester Soul<br />

mit Ausflügen in den Rock- und Popbereich. Unsere<br />

Anspieltipps sind „The Greatest Version of Who You Are“,<br />

„Are U Free“ (erinnert an Madonna & Mirwais) sowie „The<br />

Real Thing“. Klasse! *rä<br />

www.facebook.com/jocelynbsmith.official<br />

ROCK<br />

Anna Katt: „Skymning“<br />

Musik aus Schweden muss nicht immer Pop oder Eurodance<br />

sein. Und Musik aus Österreich nicht immer House<br />

(Club 69, Wolfram ...) oder Klassik (Mozart). Dieses Trio vereint<br />

das Gute beider Nationen in der Musik. Anna Katt, das<br />

sind Sängerin Kristina Lindberg (spielt auch das Schlagzeug),<br />

Manuel Mitterhuber (Gitarre, Bass und Schlagzeug) und<br />

Stefan Lindberg (Ukulele). Unsere Anspieltipps auf „Skymning“<br />

sind „Upp och ner“, „You“ und „Got the Moves“. *rä<br />

www.annakatt.com<br />

DAS NEUE ALBUM<br />

@conchitawurst


MUSIK<br />

FOTO: PROSIEBEN/RANKIN<br />

INTERVIEW<br />

CONCHITA:<br />

„Queen of Drags“ &<br />

WURST: „Truth Over Magnitude“


MUSIK<br />

Gleich zweimal schaffte es Tom Neuwirth alias Conchita<br />

WURST mit seinen bisherigen Alben auf Platz eins der Charts<br />

in seinem Heimatland. Jetzt erscheint das dritte Album, allerdings<br />

unter dem Künstlernamen WURST. Auf Conchita müssen wir aber<br />

nicht verzichten, die ist präsenter denn je, denn sie ist neben Heidi<br />

Klum und Bill Kaulitz Teil der Jury der TV-Show „Queen of Drags“, die<br />

ab Mitte November auf ProSieben läuft und erstmals zur Primetime<br />

Dragqueens in Deutschland eine Plattform bietet.<br />

Du bist als Conchita bei „Queen of<br />

Drags“ dabei. Warum ist diese Sendung<br />

so wichtig für Deutschland?<br />

Weil wir Persönlichkeiten und Künstler<br />

zeigen, die aus professioneller Sicht<br />

unheimlich viel draufhaben. Diese Mädels/<br />

Jungs sind Choreografen, Hairstylisten,<br />

Tänzer, Comedians, Hosts, Schauspieler<br />

und Make-up Artists in einem. Eine<br />

Dragshow ist ja meist eine One-Woman-<br />

Show. Unglaublich, was die draufhaben! Wir<br />

zeigen in der Sendung auch die Menschen<br />

hinter der Kunst. Das hat das Potenzial<br />

den Zuschauern zu zeigen, dass man als<br />

Mensch mit all seinen Facetten erfolgreich<br />

sein kann. Und es zeigt, dass man durch<br />

Zusammenhalt, egal wie unterschiedlich<br />

die Meinungen sind, mehr erreicht als gegeneinander<br />

zu arbeiten. Man hilft sich, da<br />

wird nicht lange gefackelt! Ich glaube, das<br />

ist ein starkes Zeichen.<br />

Wie gehst du mit der Kritik an der<br />

Besetzung, Bill und Heidi, um?<br />

Ich finde, dass eine Heidi Klum und ein Bill<br />

Kaulitz definitiv eine Berechtigung haben,<br />

in so einer Show zu sitzen. Heidi ist neben<br />

Angela Merkel die berühmteste Deutsche,<br />

ein musterhaftes Beispiel an Disziplin –<br />

und sie versteht einfach, was Entertainment<br />

bedeutet. Und Bill wurde schon<br />

immer auch als Teil der queeren Welt wahrgenommen.<br />

Wenn man daran denkt, wie er<br />

mit 14 Jahren mit schwarzem Eye liner im<br />

TV-Hauptprogramm zu sehen war ...<br />

Wir sitzen da zu dritt als Jury und wollen<br />

niemanden kleiner machen, wir wollen,<br />

dass die Teilnehmer besser werden. Und<br />

da sind professionelle Meinungen, wie die<br />

von uns, wichtig. Im Idealfall entstehen<br />

Karrieren aus dieser Sendung.<br />

Müssen die Teilnehmer sehr<br />

diszipliniert sein?<br />

Ja! Neben einem großen Haufen Talent<br />

ist Disziplin das Wichtigste, das man mitbringen<br />

muss, wenn man mit dieser Kunst<br />

bis zum Lebensende seine Rechnungen<br />

bezahlen will.<br />

Was wünschst du dir von der<br />

queeren Szene und all den<br />

mosernden Diven?<br />

Jeder hat seine Meinung, ist auch in<br />

Ordnung.<br />

Und diese Frage<br />

muss sein: Wie sind<br />

denn Heidi und Bill<br />

so privat, wenn keine<br />

Kamera läuft?<br />

Das ist ein absolut<br />

privates Thema, aber<br />

wir haben sehr viel<br />

Spaß! (lacht)<br />

Zu deiner Musik,<br />

auf dem Album<br />

steht nur WURST, nicht Conchita<br />

Wurst. Conchita ist die große Diva,<br />

pompöse Musik, WURST avantgardistischer<br />

Elektro-Pop.<br />

Ich glaube, das kann man so sagen ... Das<br />

hat sich so entwickelt, aber ich muss<br />

auch sagen, dass ich von den Schubladen,<br />

die ich mir gebastelt habe, immer<br />

wegkomme. Ich feiere gerade wieder<br />

mehr und mehr meine feminine Seite! Es<br />

ist eine ständige Bewegung, es vermischt<br />

sich alles.<br />

Wie nennen dich denn deine Freunde?<br />

Tom. (lacht)<br />

Ein Lied, das mir besonders gefallen<br />

hat, ist „Forward“.<br />

Schon der Titel impliziert, dass das einzig<br />

Konstante im Leben die Veränderung ist.<br />

Ich glaube, man sollte auf seinem Lebensweg<br />

viele Dinge falsch machen, um daraus<br />

zu lernen und daran zu wachsen. Das Lied<br />

handelt davon, dass es Situationen und<br />

Menschen gibt, die einen dazu bringen,<br />

innezuhalten und darüber nachzudenken,<br />

wie das Leben eigentlich so verläuft. Das<br />

einzig Richtige ist, wenn man sich und<br />

sein Handeln hinterfragt, weiterzumachen,<br />

nicht stehen zu bleiben.<br />

*Interview: Michael Rädel<br />

Welches Lied sollte der<br />

hektische Hörer auf<br />

jeden Fall anhören?<br />

Man sollte sich alles anhören!<br />

(grinst) Die Nummern<br />

sind relativ unterschiedlich,<br />

abgesehen von denen, die<br />

schon ausgekoppelt wurden,<br />

liebe ich „Six“ sehr, das<br />

ist wohl das „balladeskste“<br />

Stück des Albums, es zeigt<br />

die ruhigere Seite von<br />

WURST.<br />

„Queen of Drags“ läuft ab dem<br />

14.11. donnerstags auf ProSieben.<br />

www.prosieben.de/tv/queen-of-drags<br />

Album-Veröffentlichung<br />

„Truth Over Magnitude“: 25.10.,<br />

www.conchitawurst.com<br />

FOTO: PROSIEBEN/MARTIN EHLEBEN


FILM<br />

NACHGEFRAGT<br />

SIR IAN MCKELLEN<br />

im Interview<br />

Der Kino- und Theaterschauspieler<br />

ist einer der bekanntesten<br />

schwulen Stars der Welt. Egal<br />

ob in „Herr der Ringe“, „Doctor Who“,<br />

„X-Men“ oder „Der Hobbit“, der 1939<br />

Geborene begeistert. Wir sprachen<br />

mit dem Oscar-Preisträger über<br />

seinen neuen Film.<br />

Mr. McKellen, Sie gemeinsam mit Helen<br />

Mirren in einem Kinofilm – warum<br />

mussten wir darauf so lange warten?<br />

Das haben Helen und ich uns auch gefragt,<br />

denn es ist ja nicht so, dass wir uns nicht<br />

schon länger kennen würden. Wir haben<br />

sogar schon zusammen Theater gespielt: in<br />

New York am Broadway, in einer Inszenierung<br />

von Strindbergs „Der Totentanz“. Das<br />

war 2001, unsere Premiere fand kurz nach<br />

den Anschlägen vom 11. September statt.<br />

Allein diese Erfahrung hat uns sehr zusammengeschweißt.<br />

Alle großen Musicals waren<br />

damals abends leer, weil natürlich Touristen<br />

von außerhalb wegblieben. Aber unser Theater<br />

war jeden Abend voll, denn das Stück war<br />

eines, das ohnehin vor allem die New Yorker<br />

interessierte, die im Zweifelsfall auch zu Fuß<br />

ins Theater kamen. Und die düstere Thematik<br />

schien manche zu der Zeit besonders<br />

anzusprechen.<br />

Inszeniert wurde „The Good Liar“ nun<br />

von Bill Condon. Ein alter Freund von<br />

Ihnen, nicht wahr?<br />

Oh ja, wir sind befreundet, seit ich mit ihm<br />

den Film „Gods & Monsters“ gedreht habe.<br />

Später haben wir auch bei „Mr. Holmes“ und<br />

„Die Schöne und das Biest“ zusammengearbeitet.<br />

Diese langen Jahre der Kollaboration<br />

verbinden uns, aber natürlich auch ähnliche<br />

Interessen, nicht zuletzt die Liebe zum Theater.<br />

Wobei es bei Bill vor allem Musicals sind,<br />

die ihn geprägt haben.<br />

Wenn er anruft, sagen Sie dann blind<br />

zu?<br />

Das vielleicht nicht. Aber ich weiß, dass er<br />

einen guten Geschmack hat, also ist es<br />

schon mal ein recht verlässliches Zeichen,<br />

wenn er mit einem Drehbuch anklopft. Und<br />

dass Helen mitmacht, ist ebenfalls die halbe<br />

Miete. Allerdings gefiel mir eben auch die<br />

Geschichte. Ein klassischer – ich möchte<br />

sagen: im besten Sinne altmodischer – Thriller.<br />

Unterhaltsam und spannend, aber auch<br />

DIE BESTE<br />

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nicht so gruselig, dass ich mich fürchten<br />

müsste. Was, zugegebenermaßen, schon<br />

passiert, wenn in einem Film jemand in ein<br />

dunkles Zimmer kommt und der Lichtschalter<br />

nicht funktioniert. Besonders erfreulich<br />

fand ich auch, dass im Zentrum der<br />

Geschichte zwar zwei einigermaßen in die<br />

Jahre gekommene Menschen stehen, das<br />

aber gar nicht das Thema ist. Es geht nicht<br />

um unser Alter oder Alzheimer, Schlaganfälle<br />

und Pflegebedürftigkeit.<br />

Um mal Bezug zu nehmen auf den<br />

Titel des Films: Sind alle Schauspieler<br />

automatisch gute Lügner?<br />

Puh ... ich weiß nicht. Die Frage ist schon<br />

deswegen schwierig, weil ich es gar nicht<br />

so eindeutig finde, was eigentlich eine Lüge<br />

ausmacht. Die wichtigere Erkenntnis ist ja:<br />

Alle Menschen sind Schauspieler. Das ist<br />

einer der Hauptunterschiede zu den Tieren,<br />

würde ich sagen. Hunde kämen nie auf die<br />

Idee, sich als Katzen auszugeben – und<br />

könnten es auch gar nicht. Aber wir schaffen<br />

es, wenn schon nicht als ein Tier, dann doch<br />

zumindest als jemand anderes durchzugehen,<br />

als wir eigentlich sind. Wir zeigen die unterschiedlichsten<br />

Versionen unserer selbst,<br />

immer angepasst an die jeweilige Situation,<br />

in der wir uns befinden. Das ist durchaus<br />

eine Form von Schauspielerei.<br />

Finden Sie wirklich?<br />

Ja, das ist mir schon in der Schule klar geworden.<br />

Damals realisierte ich, dass ich dort<br />

ganz anders sprach als zu Hause. Und zwar<br />

nicht nur vom Vokabular her, sondern auch,<br />

was die Stimmlage angeht. Auch sprach ich<br />

mit meinen Eltern anders als mit meinen<br />

Großeltern. So ist das doch immer wieder<br />

und überall, für jeden. Im Grunde überlegen<br />

wir alle uns jeden Morgen, welche Rolle wir<br />

heute spielen werden und welches Kostüm<br />

wir dazu brauchen. Deswegen kann es<br />

vorkommen, dass man abends in der Kneipe<br />

den Kollegen aus dem Büro kaum wiedererkennt:<br />

weil Kostüm und Kulisse nicht zu<br />

der Rolle passen, aus der man ihn kennt.<br />

Im Grunde mache ich also nur das<br />

beruflich und in zugespitzter<br />

Form, was jeder andere sonst<br />

auch tagtäglich macht.<br />

Sie haben es mit dieser<br />

Tätigkeit zur Legende<br />

gebracht. Wie bewusst<br />

sind Sie sich eigentlich<br />

Ihres Ikonen-Status?<br />

Das ist reizend, dass Sie das<br />

so formulieren. Allerdings denke<br />

ich nicht allzu viel über so etwas nach.<br />

Es freut mich immer, wenn, ist, wenn ich<br />

realisiere, dass ich dank meiner Arbeit eine<br />

Rolle im Leben anderer Menschen gespielt<br />

habe. Zuletzt bin ich anlässlich meines 80.<br />

Geburtstags mit einem Theaterabend durch<br />

Großbritannien getourt, da kamen abends<br />

oft Leute auf mich zu, die etwa berichteten,<br />

dass sie mich mit ihrem verstorbenen Partner<br />

in den Siebzigern schon auf der Bühne<br />

gesehen haben. So etwas berührt mich sehr.<br />

Aber Ihr Ruhm ist doch deutlich größer<br />

als das ...<br />

Mag sein, aber er hat so wenig mit mir als<br />

Person zu tun. Eher mit den Figuren, die ich<br />

gespielt habe. Gandalf etwa war schon eine<br />

Ikone für „Herr der Ringe“-Fans, bevor ich<br />

ihn gespielt habe. Da bin ich nur Trittbrettfahrer.<br />

Oder es hat damit zu tun, dass mich<br />

Menschen aus dem Fernsehen kennen, weil<br />

ich einmal im Jahr in der „Graham Norton<br />

Show“ sitze und ein paar Scherze mache.<br />

Aber auch das heißt ja nicht, dass sie mich<br />

wirklich kennen. Mich hat immer nur interessiert,<br />

auf der Bühne oder vor einer Kamera<br />

FILM<br />

zu stehen und von den Zuschauern in dieser<br />

Rolle akzeptiert zu werden. So wie Laurence<br />

Olivier, der Held meiner Jugend. Der wurde<br />

auf der Straße auch nicht erkannt.<br />

Eine letzte Frage noch mit<br />

Bezug zu „The Good<br />

Liar“, denn Sie und<br />

Helen Mirren lernen<br />

sich dort ja über<br />

ein Online-Dating-<br />

Portal kennen. Was<br />

halten Sie privat<br />

davon?<br />

Ich finde es ganz wunderbar,<br />

dass es heutzutage diese<br />

Option gibt. Und gerade viele<br />

meiner schwulen Freunde haben auf<br />

diesem Weg ihre Partner kennengelernt, mit<br />

denen sie heute verheiratet sind. Ich wäre<br />

froh gewesen, in meiner Jugend schon diese<br />

Möglichkeit gehabt zu haben.<br />

Tatsächlich?<br />

Na klar. Als ich anfing zu daten, war Homosexualität<br />

ja noch nicht legal. Und weil<br />

niemand geoutet war, musste man immer<br />

erst einmal herausfinden, wer überhaupt<br />

schwul war. Und in einem Städtchen wie<br />

Bolton, wo ich herkam, gab es natürlich auch<br />

keine Gay-Bars oder so. Man musste also<br />

darauf achten, wie jemand dir die Hand gab<br />

oder dich ansah. Hochinteressant und eine<br />

spannende Art, sich kennenzulernen. Aber<br />

auch recht mühsam, wenn man eigentlich<br />

nur ... ein bisschen kuscheln wollte. Wie<br />

großartig also, dass das Internet so etwas<br />

heutzutage erleichtert. Gerade für Menschen,<br />

die vielleicht abseits der Großstadt<br />

leben und womöglich ein bisschen einsam<br />

oder schüchtern sind.<br />

*Interview: Tim Franklin<br />

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FILM<br />

FOTOS: SALZGEBER<br />

KINO<br />

Stéphane Riethausers<br />

MADAME<br />

Schwule, queere Menschen,<br />

mögen starke Frauen, einst<br />

auch aus Mangel an Vorbildern aus<br />

den eigenen Reihen, die aus von<br />

CIS-Männern gemachten Genderkonventionen<br />

und Schubladen ausbrechen.<br />

Das ändert sich natürlich<br />

seit einiger Zeit dank Elton John,<br />

Klaus Wowereit, Years & Years, Sam<br />

Smith und Rosa von Praunheim.<br />

Die Oma von Filmemacher Stéphane<br />

Riethauser war so eine Frau. In der Schweiz<br />

in den 1920er-Jahren befreite sie sich aus<br />

der – arrangierten – Ehe und ging ihren eigenen<br />

Weg als erfolgreiche Geschäftsfrau.<br />

In einer Zeit, als die Frau noch den Mann<br />

um Erlaubnis fragen musste, als Frauen<br />

etwa in der Schweiz nicht wählen durften,<br />

stand sie für ihre Rechte ein.<br />

Der Film „Madame“ ist aber nicht nur eine<br />

Verbeugung vor der Patriarchin Caroline,<br />

die, so hieß es, eine schlechte Mutter war.<br />

Es ist auch die Geschichte des Comingouts<br />

ihres Enkels Stéphane, der erst<br />

unbedingt so sein möchte, wie es die<br />

Familie will. Der Film verbindet anhand<br />

privater Aufnahmen das Porträt einer<br />

emanzipierten Dame mit dem filmischen<br />

Selbstporträt eines Mannes im und nach<br />

dem Coming-out. Die Urlaube an der Côte<br />

d’Azur, als der Enkel nur ein verwöhnter<br />

und reicher Junge ist, treffen auf Bilder<br />

einer „einsamen Prinzessin“ im hohen<br />

Alter, die die Familie regiert. Ein unterhaltsames,<br />

starkes und schön privates<br />

Doppelporträt, das man sehen sollte – sei<br />

es, dass man seine Oma vermisst, seine<br />

Mutter schätzt oder weil man verstehen<br />

will, wie stark auch heute noch scheinbar<br />

längst überholte Stereotypen das Leben<br />

prägen. Ab <strong>Dezember</strong> ist der Film im Kino<br />

zu sehen. *rä<br />

www.salzgeber.de


Eines der romantischsten<br />

Musicals unserer Zeit<br />

DAS ERFOLGS-MUSICAL IST WIEDER ZURÜCK!<br />

von Martin Doepke<br />

in deutscher Sprache<br />

AB 25.12.<strong>2019</strong> AUF TOUR<br />

Berlin, Erfurt, Nürnberg, Frankfurt a.M., Mannheim, Hamburg, Düsseldorf,<br />

Aachen und viele weitere Städte<br />

mit den Liedern von<br />

Rolf Zuckowski<br />

AB 27.11.<strong>2019</strong> AUF TOUR<br />

Nürnberg, München, Berlin, Halle/Saale, Mannheim, Frankfurt a.M., Köln,<br />

Essen, Kiel und viele weitere Städte<br />

CELINE DION<br />

COURAGE<br />

DREAMS<br />

COME TRUE<br />

AB 14.03.<strong>2020</strong> AUF TOUR<br />

Halle/Westfalen, Hamburg, München, Oberhausen, Köln, Frankfurt a.M.,<br />

Mannheim, Leipzig und viele weitere Städte<br />

DAS IST<br />

DAS IST<br />

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DAS MUSICAL<br />

DAS DAS MUSICAL MUSICAL<br />

MIT DEN HITS VON<br />

WOLFGANG PETRY<br />

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WOLFGANG APRIL MIT – JUNI DEN HITS VON<br />

WOLFGANG<br />

PETRY <strong>2020</strong> AUF TOUR<br />

Bremen, Würzburg, Mannheim, Köln, Oberhausen, PETRY Stuttgart, Frankfurt a.M. ,<br />

Berlin, Leipzig, Hamburg, München und viele weitere Städt<br />

Das neue englischsprachige<br />

Album des Superstars<br />

<strong>2020</strong> auf Deutschlandtour<br />

DIE GRÖSSTE ABBA-TRIBUTE-SHOW DER WELT<br />

THE SHOW<br />

SUPER TROUPER TOUR <strong>2020</strong><br />

AB 15.05.<strong>2020</strong><br />

AUF TOUR<br />

Oberhausen, Berlin, Hamburg,<br />

Köln, Hannover, Mannheim,<br />

Frankfurt a.M., München<br />

und viele weitere Städte<br />

GIANNA NANNINI<br />

La differenza – das neue Album<br />

10 JAHRE<br />

JUBILÄUM<br />

DIE FLYING STEPS<br />

TANZEN ZU<br />

J. S. BACHS<br />

WOHLTEMPERIERTEM KLAVIER<br />

AB 13.04.<strong>2020</strong> AUF TOUR<br />

Essen, Leipzig, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Berlin,<br />

Frankfurt a.M. und viele weitere Städte<br />

www.eventim.de


KUNST<br />

Norbert Bisky „NO SIGNAL“, 2018<br />

AUSSTELLUNG<br />

NORBERT BISKY:<br />

„Ohne den Mauerfall wäre ich nicht Künstler geworden“<br />

<strong>2019</strong> jährt sich der Mauerfall,<br />

das Ende der DDR, zum 30.<br />

Mal. Zeit für den in Leipzig geborenen<br />

Maler zu reflektieren.<br />

Erfahrungen von Totalitarismus und Willkür<br />

prägten Biskys Auseinandersetzung mit<br />

der DDR: „Ohne den Mauerfall wäre ich<br />

nicht Künstler geworden“, so Norbert Bisky,<br />

der einst als NVA-Deserteur im Ostberliner<br />

Militärgefängnis eingesperrt wurde. Erst<br />

die neue Freiheit für alle machte es ihm<br />

möglich, seine Berufung zu leben. Äußerst<br />

erfolgreich: Bisky ist einer der wichtigsten<br />

und populärsten lebenden deutschen<br />

Maler.<br />

Die Ausstellung „RANT“ startet am 9.<br />

November und läuft bis in den Februar<br />

<strong>2020</strong> (Villa Schöningen, Berliner Straße<br />

86, 14467 Potsdam). Inhaltlich setzt sich<br />

die Ausstellung mit „deutsch-deutschen<br />

Grabenkämpfen“ auseinander. Einen Tag<br />

später eröffnet die Ausstellung „POMPA“ in<br />

der St. Matthäus-Kirche in Berlin (Matthäi—<br />

kirchplatz), sie hat die Nachwendezeit mit<br />

ihrem Hedonismus, der Euphorie und all<br />

dem Opportunismus zum Thema.<br />

Norbert Bisky „Durruti“, 2018<br />

Mit dem Fall der Mauer begann dein<br />

Weg als Künstler.<br />

Ja, vorher war ich aber auch zu jung, in der<br />

DDR war ich noch in der Schule. Den Gedanken,<br />

in der DDR Künstler zu sein, fand<br />

ich schrecklich.<br />

Schrecklich?<br />

Fast alle interessanten Künstler haben das<br />

Land ja verlassen, weil die Schwachköpfe,<br />

die das Land regierten, dachten, dass sie<br />

von allem eine Ahnung haben und alles<br />

zensieren und vorgeben wollten. Das ist<br />

natürlich grauenvoll für Künstler.<br />

Wie muss man sich den Kunstunterricht<br />

vorstellen?<br />

Ich habe so lustige Aufgabenstellungen<br />

bekommen wie „Jugend – Erbauer des<br />

Kommunismus“, dazu sollte ich ein Bild<br />

malen. Das mache ich irgendwie heute<br />

noch, dieses blöde Thema verfolgt mich<br />

weiter. (lacht) Mein Kommunismus sieht<br />

aber abgedrehter aus ... Und mein Bild<br />

damals hat natürlich nicht gepasst, weil ein<br />

nackter Mann drauf war.


KUNST<br />

Also keine Freiheiten?<br />

Nein, ich will nicht alles verteufeln, ich hatte zum Beispiel einen<br />

tollen Kunstlehrer: ein Exzentriker mit einem Plastikseepferdchen<br />

am Gürtel. Der Typ hat sich mehr getraut als die anderen Lehrer.<br />

Ich fand Malerei toll, ich malte selbst, mein bester Freund hat<br />

viel gemalt und gezeichnet. Aber selbst Künstler zu werden, das<br />

konnte ich mir damals nicht vorstellen.<br />

Das kam dann mit der Wende.<br />

Ja, das Entscheidende war allerdings nicht das Leben in der DDR<br />

für mich, sondern zu erleben, wie plötzlich ein ganzes System<br />

endet. Wenn eine ganze Welt zusammenkracht. Wenn von<br />

einem Tag auf den anderen alles anders ist. Ich<br />

denke, das prägt alle Leute, die diese Erfahrung<br />

gemacht haben. Diese Veränderungserfahrung<br />

hat bei mir dafür gesorgt zu denken:<br />

Okay, Jackpot, ich verändere mich jetzt<br />

auch, ich werde Künstler.<br />

Daher die Bilder mit den Zentrifugalkräften,<br />

wo alles im<br />

Wirbel ist und zerfetzt wird.<br />

Recht bedrohlich mitunter ...<br />

Oft ja, aber durchaus nicht auf<br />

allen meinen Bildern. Ich glaube, es<br />

ist der Kippmoment, diese Explosion<br />

an Möglichkeiten. Freiheit kann<br />

auch bedrohlich sein. Es kann sich<br />

alles ändern, zum Guten oder auch zum<br />

Schlechten. Wenn ich heute einen Menschen<br />

kennenlerne, dann kann das ganz toll<br />

werden oder auch komplett schiefgehen. Ich denke<br />

da an ein Kierkegaard-Zitat von Julian Schnabel: „Anxiety is<br />

the dizziness of freedom“ (Angst ist der Schwindel der Freiheit)<br />

... Das klingt cheesy, ist aber gut formuliert. Ich versuche,<br />

in den Bildern die Mehrschichtigkeit von Momenten und den<br />

Taumel sichtbar zu machen.<br />

Wie viel Persönliches fließt in deine Bilder mit ein?<br />

Sehr viel Persönliches! Es kommt nicht alles Private rein, aber<br />

ich will zeigen, was mich beschäftigt. Ich lebe ein paar Jahre,<br />

dann bin ich tot, wovor sollte ich denn Angst haben? Was<br />

habe ich denn zu verbergen? Meine Ängste, Träume, Erlebnisse,<br />

die soll man sehen. Wenn ich zurückschaue auf Bilder, die<br />

ich vor ein paar Jahren gemalt habe, dann kann ich mich gut<br />

an den jeweiligen Moment erinnern und daran, was ich dabei<br />

fühlte.<br />

Bei Malerei will ich Handschrift und Haltung erkennen können.<br />

Ich glaube nicht, dass man sich immer alles offenhalten kann,<br />

ich habe keine Angst davor, festgelegt zu werden. Wieder<br />

durcheinanderbringen kann ich das dann immer noch.<br />

FOTO: M. RÄDEL<br />

und jetzt merken wir: Im Gegenteil, das kocht und brodelt, mit<br />

schmutziger brauner Soße und unglaublich viel Hass.<br />

Haben dich die Wahlergebnisse von deiner Heimat<br />

Leipzig entfremdet?<br />

Ich wuchs dort zehn Jahre auf, meine Heimat ist eher Berlin.<br />

Ich liebe Friedrichshain, einen Kiez mit Klubs wie dem Berghain<br />

und vielen offenen Menschen und Projekten, die so gar nicht in<br />

ein totalitäres Schema passen. Hier bin ich genau richtig. Wobei<br />

ich Heimat eher mit Ideen und Freunden und nicht mit Ländern<br />

verbinde. Nach Tel Aviv kommen viele Leute, weil sie dort etwas<br />

bewegen wollen, dort sammeln sich Ideen.<br />

Ich male zurzeit viel in Andalusien unter freiem Himmel,<br />

das ist wieder anders, 800 Jahre lang lebten<br />

dort Araber, haben die Kultur geprägt, direkt<br />

gegenüber liegt Afrika. Da bekommst du<br />

einen anderen Blick auf Deutschland.<br />

Leipzig ist eine bunte, wunderschöne<br />

Stadt. Eine langjährige Freundin lebt<br />

da, sie hat gerade die Geschlechtsanpassung<br />

zum Mann begonnen, auch<br />

das ist dort möglich.<br />

Du fühlst dich also als Europäer?<br />

Europa ist ein schönes Wort. Vielleicht.<br />

*Interview: Michael Rädel<br />

www.norbertbisky.com<br />

www.facebook.com/norbertbiskyofficial<br />

www.koeniggalerie.com<br />

anonym,<br />

persönlich,<br />

per Mail<br />

oder Chat<br />

Deine Ausstellungen jetzt beschäftigen sich mit dem<br />

Mauerfall ...<br />

Flashbacks aus der Zeit im Osten lassen mich leider nicht los.<br />

Also setze ich mich jetzt noch einmal mit meinen Erinnerungen<br />

auseinander und male Bilder dazu, solange ich noch klar<br />

im Kopf bin. (lacht) Schon im Frühling geht es thematisch<br />

vollkommen anders weiter. Aber jetzt kommt noch mal meine<br />

Wut auf die Leinwand. Hier zum Beispiel ist eine zerrissene<br />

alte Schulkarte aus der DDR gemalt, so etwas baue ich zum<br />

ersten Mal in meine Bilder ein. Ich hoffe, dass ich dann mit<br />

dem Thema abschließen kann.<br />

Eines der Themen der Ausstellung sind auch die<br />

Grabenkämpfe zwischen Ost und West.<br />

Eine Zeit lang schien es, als sei alles relativ okay und friedlich,<br />

aidshilfe-beratung.de


BUCH<br />

WAS IST HEIMAT?<br />

LEBEN<br />

Die Journalistin Ilka Peemöller hat ein Buch geschrieben<br />

über ein nicht nur heute von vielen als<br />

schwierig empfundenes Thema: Heimat.<br />

Der Anblick von Tannen im Frühlingswind,<br />

tosendes Meeresrauschen, der Duft von frisch<br />

gebackenem Apfelkuchen oder auch Pferdemist<br />

im Herbst. Aber auch die großen Taten großer<br />

Persönlichkeiten, all das kann Heimatgefühle<br />

auslösen. Doch darf man denn stolz sein auf<br />

seine Herkunft? Wie geht man damit um, wenn<br />

man sie verlassen muss? Wie geht unsere Gesellschaft<br />

mit denen um, die ihre Heimat verlassen<br />

mussten? Und vor allem: Was ist Heimat eigentlich?<br />

In ihrem Buch „Heimat“ lässt sie Prominente<br />

zu Wort<br />

kommen. Wotan Wilke Möhring, Michael Michalsky,<br />

Heino(!), Claudia Roth oder auch Udo Lindenberg<br />

und H.P. Baxxter von Scooter kommen<br />

zu Wort, mal knackig, mal tiefsinnig aber immer<br />

unterhaltsam. Der Sehnsuchtsbegriff Heimat in<br />

all seinen Bedeutungen – unterhaltsam. *rä<br />

Blu Puppy Hood.pdf 1 15.10.<strong>2019</strong> 16:49:14<br />

GEDICHTE<br />

Schwule Kunst<br />

vom #Bodensee<br />

Zugegeben, an manchen Tagen wird man melancholisch<br />

am Bodensee. Der Blick auf die mächtigen<br />

Alpen, die weiten Wassermassen mit einsamen<br />

Schiffen, der Nebel, der Regen, die dunklen Wälder, die<br />

teilweise in den See hineinwachsen. Sehnsucht mischt<br />

sich mit Fernweh.<br />

C<br />

M<br />

Y<br />

CM<br />

MY<br />

CY<br />

CMY<br />

K<br />

Manch einer fährt erst gar<br />

nicht (mehr) gerne runter<br />

an die südliche Außengrenze<br />

Deutschlands, weil<br />

ihn der mitunter schwer<br />

und tief hängende Nebel<br />

fertigmacht – egal wie<br />

schön der Wald, fruchtbar<br />

die Felder und liebenswert<br />

schrullig die Menschen<br />

dort sind. In seinem beim<br />

Rimbaud Verlag erschienenen<br />

Buch „Mylord“<br />

versammelt der Konstanzer<br />

Buchautor und Dichter<br />

Peter Salomon schwule<br />

Gedichte aus den Jahren 1972 bis <strong>2019</strong>. Diese sind<br />

freilich nicht immer melancholisch, es geht um Beziehungen,<br />

(Sehn-)süchte und queeres Selbstverständnis<br />

– und auch mal um den Penis! *rä<br />

www.rimbaud.de

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