hinnerk Dezember 2019 / Januar 2020

blumediengruppe

DEZEMBER 2019 / JANUAR 2020 | AUSGABE 308 | WWW.HINNERK.DE

HAMBURG | BREMEN | HANNOVER

HIV IM WANDEL

Zwei Leben,

zwei Bilder

einer Infektion

REISE

Tipps für jede

Jahreszeit!

NACHGEFRAGT

CONCHITA

WURST

bei „Queen of Drags“

und mit neuem Album

INTERVIEWS: ALEX PALMIERI, SASCHA MERLIN, AVA MAX,

KING PRINCESS, SILBERMOND, SIR IAN MCKELLEN


WIR FEIERN DEUTSCHLANDS

ERSTE SCHWULE DATINGSHOW

JETZT STREAMEN BEI


INTRO 3

Inhalt

epaper.blu.fm

Alle Magazine online!

WELT-AIDS-TAG

Wir sprechen mit zwei HIV-

Positiven, deren Testergebnis

24 Jahre auseinander liegt darüber,

wie sich der Umgang mit

der Erkrankung gewandelt hat.

KULTUR

Dieses Jahr feiert Tim Fischer

sein 30. Bühnenjubiläum – und

das mit erst 46 Jahren! Im

Januar ist er mit seinem Doppelalbum

„Zeitlos“ auf Tour.

KINO

Der Kino- und Theaterschauspieler

ist einer der

bekanntesten schwulen Stars

der Welt. Wir sprachen mit dem

Oscar-Preisträger über seinen

neuen Film.

Liebe Leser*innen,

2019 kann mit Fug und Recht als das Jahr der queeren

Jubiläen angesehen werden. Ein Jahresrückblick würde

an 100 Jahre Emanzipationsbewegung in Deutschland

nach Magnus Hirschfeld, 50 Jahre Stonewall-Aufstände,

40 Jahre CSDs, 50 Jahre Ende des Totalverbotes von Homosexualität

nach Paragraf 175 StGB und 25 Jahre seiner

Abschaffung verweisen, um nur einige Meilensteine

zu nennen. Interessanterweise ist dieses Wissen um die

eigene Geschichte in der Community nicht so verankert

gewesen, wie es wünschenswert wäre, allerdings ist die

gesellschaftliche Akzeptanz auch auf einem Niveau, das

vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Das gilt es

zu verteidigen in einer Situation, in der zum Beispiel HIV

keine tödliche Bedrohung mehr ist und Sexualität wieder

angstfrei sein könnte, aber reaktionäre Kräfte versuchen,

ihre Kontrolle über das Individuum mit sexualfeindlicher

Polemik wiederzuerlangen. Bleibt wachsam, bleibt laut,

bleibt unbequem und vor allem: Bleibt glücklich!

Auf ein tolles 2020!

Deine hinnerk Redaktion

Kostenlos

www.hinnerk.de

www.facebook.com/hinnerk.magazin

Manfred Bruns

17.07.1934 - 22.10.2019

Kämpfer für Bürgerrechte, Bundesanwalt a.D.,

langjähriger Sprecher und Justiziar des

Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD)

Mit seinem jahrzehntelangen Engagement, seiner Hartnäckigkeit,

seiner Integrität, seinem juristischen Scharfsinn, seinem Humor und

seiner unendlichen Hilfsbereitschaft hat er unsere Gesellschaft

freier, gerechter und lebenswerter gemacht.

In Hamburg sagt man Tschüss

LSVD Hamburg und die Queere Community Hamburg


4 SZENE

Community

#QUEENOFDRAGS

Samantha Gold aus der

Olivia-Jones-Familie ist jetzt

bundesweit durch Heidi Klums

Show „Queen of Drags“ auf

ProSieben bekannt geworden.

Sie positioniert sich klar gegen

FOTO: OLIVIA-JONES.DE / M. RÖER

Bodyshaming Leider musste

sie in Folge zwei die Show

schon wieder verlassen. Wir

lieben dich trotzdem!

DER BÄR IST LOS!

Norddeutschlands größtes

Bärentreffen findet traditionell

am Wochenende 3. Januarwochenende

in Hamburg

statt. Die Bärenpaadiie XXL in

der Markthalle, die inzwischen

mit allen Räumlichkeiten

gebucht wird und somit

Platz für rund 2.000 Bären

bietet, findet am 18. Januar

statt. Sie ist mit Abstand die

größte Party dieser Art und

Karten habt ihr hoffentlich

schon, denn sonst müsst ihr

sicher jetzt bereits um welche

feilschen! Infos unter www.

nordbaeren-hamburg.de! *ck

Am 22. Oktober 2019 starb Bundesanwalt

a.D. und Menschenrechtsaktiv

Manfred Bruns iim Alter von 85 Jahren.

Der „Anwalt der Homosexuellenbewegung“

vertrat unter anderem auch die homosexuellen

Paare, die in langwierigen Klagewegen

gegen die Diskriminierung der eingetragenen

Lebenspartnerschaft vor dem Bundesverfassungsgericht

aufsehenerregende

Grundsatzurteile erstritten, die letztlich die

Eheöffnung unumgänglich machten.

2017 erhielt Manfred Bruns die Kompassnadel

des schwulen Netzwerkes NRW. Seine

Dankesrede ist ein historisches Zeitdokument

der Verfolgungsgeschichte schwuler

Männer in der Bundesrepublik Deutschland,

eine Abrechnung mit ihrer Sexualmoral und

eine Mahnung an die Nachfolgegeneration.

Manfred Bruns gewann durch seine Homosexualität

dennoch letztlich mehr Glück im

Leben, als er es ohne sie erreicht hätte, leitet

der in seiner ihm so eigenen humorvollen Art

GESELLSCHAFT

Manfred Bruns: Glücklich, weil er schwul war

her. Das Video kann unter www.youtube.com/

user/SchwulesNetzwerkNRW angeschaut

werden.

DER LSVD HAMBURG TRAUERT UM

MANFRED BRUNS

Der Vorstand des LSVD Hamburg übersendete

hinnerk die nachfolgenden Zeilen, die wir hier

gerne veröffentlichen. Manfred Bruns hatte

den Verband seit 1990 und bis zu seinem Tod

in allen juristischen Fragen vertreten.

„Manfred war uns immer ein wichtiger

Ansprechpartner und Ratgeber. Nie war

ihm eine Anfrage zu viel und wir konnten

auf seine Unterstützung zählen.

Einige Male war Manfred bei uns in Hamburg

zu Gast. Gerne erinnern wir uns an

das gemütliche Beisammensein nach den

Veranstaltungen, wo er uns als Freund mit

seiner Warmherzigkeit, seinem Humor

aber auch seiner Hartnäckigkeit zum

Lachen gebracht hat.

Wir werden Manfred sehr vermissen."

FOTO: LSVD


POLITIK

Ein Regenbogenhaus für Hamburg?

SZENE 5

Im Februar 2020 wählt Hamburg

eine neue Bürgerschaft. Farid

Müller von den Grünen eröffnet den

queerpolitischen Wahlkampf am Tag des

Erscheinens dieser hinnerk Ausgabe mit

der Präsentation des von der GAL-Fraktion

beauftragten Gutachtens zum Für

und Wider eines Regenbogenhauses für

die Hamburger Community im Hamburger

Rathaus. Auch im Regierungsprogramm

für eine mögliche Koalition

nach der Wahl hat die Partei

das Projekt verankert, für das

hinnerk im Vorfeld exklusiv einige

Details erfragen konnte und hier

bewertet.

WORUM GEHT ES?

Nach dem Vorbild vieler Städte

wie Brüssel, Zürich oder – aktuell

in der Endphase der Realisierung

– Berlin, soll in Hamburg ein zentrales

Haus Heimat und gleichzeitig

Aushängeschild und Plattform

für die Akteur*innen der queeren

Stadtgesellschaft werden.

WARUM NICHT BESTEHENDE

HÄUSER NUTZEN?

Es gibt eine ganze Reihe von

Vereinen und Initiativen, die heute,

wenn überhaupt, nicht viel mehr

als ein Klingelschild vorzuweisen

haben und gleichzeitig keinerlei

eigene Infrastruktur für ein

öffentliches Wirken haben. Sie

sollen in das Regenbogenhaus

ziehen. Es geht nicht darum,

bestehende Einrichtungen wie

das mhc oder Hein & Fiete aufzulösen,

sondern vielmehr darum, für die Zukunft

zu sichern, dass diese "Platzhirsche"

selbst im Fall finanzieller Engpässe oder

unbezahlbarer Mieten eine repräsentative

Bleibe vorfinden. Genannte beide Häuser,

haben zudem schon heute gar nicht die

räumlichen Möglichkeiten, beispielsweise

eine Mitgliederversammlung für Hamburg

Pride auszurichten, ein Forum oder sonstige

größere Publikumsveranstaltungen

Das in Planung befindliche „Queere Kulturhaus" im Zentrum Berlins nahe dem

Checkpoint Charly. Voraussichtliche Eröffnung: 2023

auszurichten. Bedenken einer gegenseitigen

Konkurrenz sind allerdings

selbstverständlich nicht von der Hand zu

weisen – selbst beim Pride House zum

CSD knirscht es diesbezüglich hinter den

Kulissen schon seit einigen Jahren.

WAS KOSTET DAS?

Das ist zurzeit unklar, da mit dem Gutachten

von Vanessa Lamm und Markus

Hoppe nur ein Stimmungsbild vorliegt,

das klären sollte, ob die Idee

überhaupt ernsthaft verfolgt

werden soll. Die Antwort

– ohne der Präsentation

am 27.11.2019 vorgreifen

zu wollen – ist ein ziemlich

deutliches Ja. Die Kosten

für die Stadt könnten nun

in einer weiteren Machbarkeitsstudie

abgeschätzt

werden, die klärt, welche

Trägerform für das Projekt

realistisch ist, ob Immobilien

gemietet, gekauft, gebaut

oder gepachtet werden

sollen, wer letztendlich dabei

sein will und kann, und so

weiter ... *ck

FOTO: PALLADIUM PHOTODESIGN, BURG & SCHUH GBR / GRAFISCHE BEARBEITUNG: LON GODIN

hinnerk steht dem Projekt

nach jetzigem Stand offen

gegenüber und will als

queeres Magazin der Stadt

zu einer offenen und vor

allem öffentlichen Debatte

beitragen. Anregungen,

Inhalte und Kommentare an

redaktion@hinnerk.de!

St.Georg


6 SZENE

GESELLSCHAFT

HISTORIKER

ERINNERN AN

NS-OPFER

FOTO: L. ALVES / CC0 / UNSPLASH

Konzentrationslager Dachau

Paul Thiele wurde 2013 von der

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität

Hannover nicht mit den

anderen NS-Opfern rehabilitiert.

Der Student war vom Studium an allen

deutschen Hochschulen ausgeschlossen

worden, da gegen ihn ein Verfahren nach

§ 175 StGB anhängig war. Dr. Christian-

Alexander Wäldner hatte seinerzeit unter

Protest das Gremium verlassen, um so

gegen diese neuerliche Diskriminierung zu

protestieren; noch 2016 wurde in einem

Buch behauptet, diese Diskriminierung sei

rechtmäßig erfolgt! Aber Paul war nicht der

einzige Mann, dem derartiges Unrecht im

NS-Staat widerfahren war und mit dessen

Rehabilitierung sich nach 1945 deutsche

und österreichische Hochschulen und

Universitäten schwertaten.

Bei der Aufarbeitung dieses

Unrechts anonymisierte

beispielsweise die Universität

Stuttgart die beiden §-175-

Opfer und „vergaß“ nebenbei

in der erschienen Publikation

darauf hinzuweisen, dass der

Antrag auf Rehabilitierung

dieser beiden Männer der Anfang für die

Aufarbeitung gewesen war.

Mehr als 5000 Frauen und Männer wurden

in der NS-Zeit von deutschen Hochschulen

und Universitäten vom Studium ausgeschlossen,

weil sie Juden waren, oder weil

sie rechtskräftig verurteilt wurden und

ihnen so die Berechtigung zum Studium

aberkannt wurden; mehr als 3500 Menschen

wurden nachträglich ihre akademischen

Titel aberkannt, darunter

auch wegen § 175 StGB

belastete Männer. Insgesamt

126 Schicksale von

Männern konnten durch

die bald erscheinende

Gemeinschaftsarbeit (Foto)

festgestellt werden. Mögen

diese Männer zum größten

Teil heute vergessen sein, so sollen sie

dennoch posthume Würdigung erhalten.

Als die Namen der NS-Opfer 2013 an

Leibniz-Universität Hannover öffentlich

verlesen wurden, nahm sich Christoph

Elsner ein Herz, und verlas den nicht vorgesehenen

Namen Paul Thiele; die hochroten

Köpfe einzelner Professoren sprachen

Bände. Somit ist er nicht ganz vergessen.

*Christian-Alexander Wäldner

FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / SIMONE M. NEUMANN

Plenarsaal

POLITIK

Queerbericht aus Berlin

Im September kam das Parlament aus

der Sommerpause zurück. Seitdem hat

sich für queere Belange einiges getan.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

legte einen Gesetzentwurf zum Verbot von

sogenannten Konversionstherapien vor.

Therapien, die das Ziel verfolgen,

Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit

zu „heilen“,

sollen bei Jugendlichen

verboten werden. Endlich.

Die demokratische Opposition

aus FDP, Die Linke

und Bündnis 90/Die Grünen

legte gemeinsam einen

Gesetzentwurf zur Erweiterung

des Grundgesetzes in Artikel 3 vor.

Das Grundgesetz soll auch queere Menschen

durch die Einfügung des Merkmals „sexuelle

Identität“ dauerhaft vor Diskriminierung

schützen. In der Debatte hierzu überraschte

der Abgeordnete Volker Ullrich von der CSU.

Er lehnte dies nicht ab und macht damit

der Community Hoffnung, dass es, nach

Jahrzehnten des Forderns, im Parlament für

diesen Diskriminierungsschutz die notwendige

Zweidrittelmehrheit geben könnte.

In den Haushaltsberatungen wird derzeit um

das Programm „Demokratie leben“ gerungen.

Hier werden mit 100 Millionen Euro Projekte

gegen rechts unterstützt, darunter auch

etliche queere Initiativen. Wie notwendig

die Demokratieförderung

ist, zeigten nicht zuletzt die

rechtsterroristischen Morde in

Halle. Die Oppositionsparteien

Grüne und Linke befragten die

Bundesregierung zu Gewalt

gegen queere Gedenkstätten

und Gewalt gegen queere

Menschen. Die Bundesregierung

antwortete, dass es hier jeweils zu einer

hohen Zunahme kam. Die AfD zeigt Woche

für Woche, dass sie Menschenrechte ablehnt,

und verbindet dies auch stets mit Hass gegen

queere Menschen. *Bodo Niendel

FOTO: DEUTSCHER BUNDESTAG / JULIA NOWAK

Ausführlich unter

blu.fm/topics/queer-im-parlament


FOTO: PRIVAT

GEBURTSTAG

55

JAHRE HAPE

Am 9. Dezember 1964 wurde

einer der bis heute meistgemochten

schwulen Stars geboren:

Hape Kerkeling.

Hape ist, nein, war – eigentlich hat

er sich ja zurückgezogen – ohne

Frage der bekannteste Komiker und

TV-Moderator Deutschlands. Und

Buchautor („Ich bin dann mal weg“, „Der

Junge muss an die frische Luft“ ...). Und

Transvestit (Uschi Blum, eine Art Parodie

auf Andrea Berg). Und, und, und ...

„Eigentlich bin ich doch mehr

der gemütliche, tapsige Typ und

überhaupt keine Rampensau“, verriet

Hape Kerkeling einmal. Gut, dass er

es dann doch gewagt hat, denn den

mögen alle! Alles Gute wünscht die

blu Mediengruppe! *rä

Finden Sie

Ihren passenden

Partner über

FOTO: S. SCHREIBER

Hape, alles Liebe zu deinem Ehrentag, 55 ist

schon eine tolle Leistung. Weiterhin viel Erfolg, viel

Glück und Gesundheit.

Gina Montano

Lieber Hape, alles Gute für dein neues Lebensjahr,

bleib gesund und fröhlich. Bitte komm zurück und

rette den deutschen Humor. Er stirbt gerade und

niemand kann uns helfen. Love you so much

Bibi, Brigitte Skrothum

Jetzt parshippen

FOTO: ELFI MIKESCH

Lieber Hape, herzliche Gratulation zu 55 Jahren

Schwulsein, Dankbarkeit und Respekt für 28 Jahre

queere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit. Vielleicht

treffen wir uns mal an der frischen Luft ...

In Verehrung

Rosa von Praunheim


FOTOS: SONY MUSIC

KERKELING

Lieber Hape, du hast uns seit Anfang der 80er-Jahre

immer wieder zum Schmunzeln und zum Lachen

gebracht. Wir wünschen dir zum 55. Geburtstag das

Allerbeste, vor allem aber viel Gesundheit!

Diven Supreme – Das Original

FOTO: S. SCHREIBER

Lieber Hape, ich wünsche dir alles Liebe zum

Ehrentag und uns allen ein Bühnencomeback

von Uschi Blum! #uschiblumforever

Mr Gay Germany 2019 Marcel

FOTO: JEAN BAPTISTE HUONG

Hape, ich wünsche

dir weiterhin alles

Gute. Hurtz! Und

ganz viele Bussis vom

Taschenluder!

Matthias von Weiden

FOTO: M.RÄDEL

Ich war 16

Jahre alt und

noch nicht

offen schwul, als

Rosa Hape Kerkeling und Alfred Biolek im

Fernsehen outete. Es machte mir Angst,

aber auch Hoffnung und Mut, denn bis

dahin kannte ich keine offen schwulen

Männer und fühlte mich verloren. Die

Outings veränderten die Situation, auch

meine, denn gerade Hape war damals bei

jungen Menschen sehr angesagt, und ich

FOTO: ANDRÉ KRUMMEL

fühlte mich durch sein Zwangsbekenntnis

gehoben. Hape (genauso wie Alfred) hat

die Outing-Aktion souverän getragen und

auch später keine „Rache“ geübt. Eher im

Gegenteil. Das raechne ich ihm hoch an.

Hape hat mich oft zum Lachen gebracht,

und er gab mir immer dieses gute

Gefühl, auch als offen Homosexueller ein

schönes Leben führen zu können. Dafür

danke ich ihm und gratuliere herzlichst

zum 55. Geburtstag!

Oliver Sechting


10

SZENE

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

Wöchentlich

SONNTAG

13:00 Dragon Sauna,

Nachtsauna, Ob

zum Vorglühen, zur

Afterhour oder fürs

ganze Wochenende,

die Dragon Sauna

hat für euch immer

von Freitag 13 Uhr

bis Sonntag 24 Uhr

durchgehend geöffnet.,

Pulverteich 37

14:00 Startschuss,

TransSport, (Kraft-/

Ausdauerübungen,

Spiele) Dress:

bequeme Sportkleidung.

Infos: transsport@startschuss.

org, Pulverteich 21

16:00 Dragon Sauna,

1. So 16:30 Rote

Flora, Queer-Feministisches

Café,

open to all genders.

We should all be

feminists!, Achidi-

John-Platz 1

MONTAG

1. 2. 3. Mo 10:00 Aids-

Seelsorge im IFZ,

Frühstückangebot

der AIDS-Seelsorge,

Rostocker Str. 7

1. 2. 3. Mo 16:00 Hein

& Fiete, PrEP-

Sprechstunde (Präventionsberatung

+ Informationen),

bis 20 Uhr, anonym,

kostenlos und ohne

Voranmeldung., Pulverteich

21

1. 2. 3. Mo 17:00 Aids-

Hilfe Hamburg e.V.,

Präventionsberatung

mit Schnelltestangebot,

bis 19

Uhr, Lange Reihe 30

18:30 Startschuss,

Selbstverteidigung

- Prävention,

Abwehrtechniken,-

und griffe, Selbstbehauptung,

Infos

/ Trainer: Ghasem

Spili Telefon: 040-

386 554 68, Pulverteich

21

1. Mo 18:00 mhc -

Magnus-Hirschfeld-

Centrum, Bi-

Pan-Stammtisch,

Borgweg 8

16:00 Hein & Fiete,

PrEP-Sprechstunde

(Präventionsberatung

+ Informationen),

bis 20 Uhr,

anonym, kostenlos

und ohne Voranmeldung.,

Pulverteich

21

DIENSTAG

1. 2. Di Do 19:00 Aids-

Hilfe Hamburg e.V.,

Infoline 04019411,

Infoangebot bis 21

Uhr, Lange Reihe 30

16:00 Hein & Fiete, Test

& Beratung, Bis

20 Uhr. Anonym,

kostenlos, ohne

Anmeldung., Pulverteich

21

MITTWOCH

19:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Kostenlose

Rechtsberatung,

Mit RA Sven-Uwe

Blum, Anmeldung

erforderlich unter

0402790069, Borgweg

8

1. 2. 3. Mi 19:00 Hein

& Fiete, Gaybo,

schwule Selbstbehauptung,

Pulverteich

21

2. Mi 19:00 Brauhaus

Joh. Albrecht,

Stammtisch der

LSU-Hamburg,

Adolphsbrücke 7

3. Mi 19:30 M&V, SPDqueer-Stammtisch,

Lange Reihe 22

DONNERSTAG

13:00 Dragon Sauna,

Mixed Tag, Jeden

Donnerstag spielen

in der DRAGON

das Geschlecht

und die sexuelle

Orientierung keine

Rolle. Egal ob Gays,

Heteros, Bisexuelle,

Transgender oder …

jede*r ist willkommen.,

Pulverteich 37

FREITAG

1. Fr 13:00 Dragon

Sauna, BIG, BIGGER,

BEAR – Bärensauna,

Ab 13 Uhr wird den

Bären und ihren

Freunden so richtig

eingeheizt! Eintritt:

20 Euro, Pulverteich

37

13:00 Dragon Sauna,

Nachtsauna, Ob

zum Vorglühen, zur

Afterhour oder fürs

ganze Wochenende,

die Dragon Sauna

hat für euch immer

von Freitag 13 Uhr

bis Sonntag 24 Uhr

durchgehend geöffnet.,

Pulverteich 37

2. 3. 4. 5. Fr 13:00

Dragon Sauna, Partnertag,

Alle Paare

zahlen freitags

zusammen nur 30

EURO für je einen

Schrank. Es muss

keine wahre Liebe

sein, dieses Angebot

gilt für Dich und

eine Begleitung.,

Pulverteich 37

3. Fr 19:00 Feinkost

Hafencity, Stammtisch

Nordbären, bis

01 Uhr, Am Kaiserkai

27

SAMSTAG

13:00 Dragon Sauna,

Nachtsauna, Ob

zum Vorglühen, zur

Afterhour oder fürs

ganze Wochenende,

die Dragon Sauna

hat für euch immer

von Freitag 13 Uhr

bis Sonntag 24 Uhr

durchgehend geöffnet.,

Pulverteich 37

1. 2. 3. Sa 16:00 Hein

& Fiete, Der Männertreff,

Offene

Gruppe für vielseitig

Interessierte, Pulverteich

21

1. Sa 19:00 Pink Channel,

funDYKE auf

Tide 96.0, http://

www.pinkchannel.

net

16:00 Hein & Fiete, Der

Männertreff, Offene

Gruppe für vielseitig

Interessierte, Pulverteich

21

MO 2.12.

18:00 Hein & Fiete,

Kunstgruppe, Pulverteich

21

MI 4.12.

15:30 Aids-Seelsorge im

IFZ, PC & Internet –

Fragen und Antworten

mit René Rehse,

Rostocker Str. 7

DO 5.12.

19:30 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Selbsthilfegruppe

„HIV

& Positiv.leben“,

Lange Reihe 30

FR 6.12.

10:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Bärenstark

für die AIDS-

Hilfe Hamburg,

Teddy-Verkauf im

Marktplatz Galerie

Bramfeld, Lange

Reihe 30

SA 7.12.

10:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Bärenstark

für die AIDS-Hilfe

Hamburg, Teddy-

Verkauf in der

Marktplatz Galerie

Bramfeld, Lange

Reihe 30

MO 9.12.

18:00 Hein & Fiete,

Kunstgruppe, Pulverteich

21

DI 10.12.

14:00 Aids-Seelsorge

im IFZ, Besinliche

Adventsfeier der

KulturZeit, Rostocker

Str. 7

MI 11.12.

18:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Verein

Sociosus: Raum der

Stille, bis 19 Uhr,

Lange Reihe 30

MO 16.12.

19:00 Hein & Fiete, Treffen

der schwulen

Väter & Ehemänner,

Pulverteich 21

DI 17.12.

15:00 Aids-Seelsorge im

IFZ, Gesellschaftsspiele,

(IFZ), Rostocker

Str. 7

DO 19.12.

10:00 Aids-Seelsorge

im IFZ, Frauenfrühstück

für positive

Frauen, Rostocker

Str. 7

18:00 Aids-Hilfe Hamburg

e.V., Selbsthilfegruppe

- Bunte

Vielfalt, Lange

Reihe 30

FR 20.12.

23:59 Fundbureau,

Winter Rave unter

der Sternbrücke,

(mixed), Stresemannstraße

114

SA 28.12.

15:00 Leben mit Behinderung,

Freizeitgruppe

„Mann liebt

Mann“ - Kaffeeklatsch,

bis 18 Uhr,

Südring 36

MO 30.12.

13:00 Dragon Sauna,

HHero for a day,

Immer am letzten

Montag des Monats

gehen 3 EUR des

Eintrittspreises

direkt als Spende

an Hein & Fiete.

Und von 19 – 21 Uhr

gibt es das beliebte

Pastabüfett., Pulverteich

37

MO 6.1.

10:00 Aids-Seelsorge im

IFZ, Neujahrsfrühstück

mit vorheriger

Anmeldung!, Rostocker

Str. 7

MI 8.1.

15:30 Aids-Seelsorge im

IFZ, PC & Internet –

Fragen und Antworten

mit René Rehse,

Rostocker Str. 7

FR 17.1.

12:00 Dragon Sauna,

Bärensauna – Bears

at the Sauna –

Bärenpaadiie XXL,

bis 23:30 Uhr, Pulverteich

37

SA 18.1.

14:00 U.S. Fun Bowling,

Bärenbowling,

Tickets nur

im Vorverkauf:

nordbaerenhamburg.de/?post_

type=product,

Wagnerstr. 2

MO 27.1.

13:00 Dragon Sauna,

HHero for a day,

Immer am letzten

Montag des Monats

gehen 3 EUR des

Eintrittspreises

direkt als Spende

an Hein & Fiete.

Und von 19 – 21 Uhr

gibt es das beliebte

Pastabüfett., Pulverteich

37


12 KULTUR

FOTO: S. BUSSE

NACHGEFRAGT

TIM FISCHER

IST „ZEITLOS“

2019 feiert der Wahl berliner

Tim Fischer sein 30. Bühnenjubiläum

– und das mit erst 46

Jahren! Ein wahres Wunderkind war

er und ist zudem bis heute erfolgreich

mit seiner ganz eigenen Art

Chanson: 1995 erhielt Tim Fischer

den Deutschen Kleinkunstpreis, 2017

war er Teil der vielfach ausgezeichneten

Serie „Babylon Berlin“. Im

Herbst erschien mit „Zeitlos“ ein

neues Doppelalbum, das neue und

ältere Lieder vereint. Und Tim geht

auf Tour! Los ging es im Oktober im

Tipi am Kanzleramt, es folgen bis in

den Mai 2020 hinein Auftritte unter

anderem in München, Düsseldorf,

Hamburg, Köln, Bremen, Stuttgart

sowie Leipzig und Frankfurt. Aber

auch Oldenburg wird nicht vergessen!

Dreißig Jahre auf der Bühne zu

stehen, ist eine große Leistung.

Was hat sich für dich verändert?

Hattest du jemals Lampenfieber?

Lampenfieber gibt es bei mir phasenweise.

Eben denke ich noch, ich sitze

fest im Sattel, doch dann schlägt mir das

Leben ein Schnippchen und es stellt sich

Nervosität ein. Das kann ich vor einem

Auftritt natürlich gar nicht gebrauchen!

Ich fühle mich dann wie ein Säugling,

der erst mal laufen und sprechen lernen

muss.

Provinz oder Großstadt, wo fühlst

du dich besser verstanden?

Heute ist das wirklich kein Thema mehr.

Die Leute auf dem Land leben ja dank

Internet nicht mehr hinterm Mond.

Ich bin ein Fan von Großstädten, liebe

Berlin, Frankfurt oder Köln. Aber genauso

gerne trete ich auf dem Land auf. Die

Menschen dort freuen sich ebenso über

unseren Besuch. Ich habe mir in dreißig

Jahren ein treues Publikum erarbeitet,

das zu Freunden wurde. Da ist gleich eine

gute Energie im Saal.

Über Political Correctness wird viel

diskutiert, gibt es alte Lieder, die

du magst, die aber einfach nicht

mehr gehen?

Es kommt drauf an, wer einen Shitstorm

bei Nichtgefallen verbreitet. Als Künstler

sollte man Farbe bekennen und klarmachen,

wo man steht. Die Lieder von

Georg Kreisler beispielsweise sprechen

mir total aus der Seele. Er hatte die

richtige Einstellung, nämlich klar gegen

rechts. Dass man mit solchen Aussagen

in manchen Gegenden auf Ablehnung

stößt, ist doch völlig klar. Man kann eben

kein Omelett machen, ohne ein Ei zu

zerschlagen. Ich hatte nie den Anspruch,


KULTUR 13

allen gefallen zu müssen. Ich freue mich sehr, wenn ich

im Konzert ein Lied von Friedrich Hollaender singe und

mich anschließend junge Leute fragen, ob ich den Text

selbst geschrieben habe. Das zeigt deutlich, dass die

Lieder nicht dated, sondern zeitlos sind.

Ein neues Lied ist „Ich bin die Transe Hans von

Hansetrans“

Ja! Da wird ordentlich transgendert! Mit dem Song

von Thomas Paul Schepansky fordere ich Respekt für

sogenannte Minderheiten ein. Ich finde es wichtig,

an einem solchen Abend zu zeigen, dass Vielfalt eine

Bereicherung ist.

Was erwartet uns beim neuen Programm?

Ich komme mit genialen Musikern. Rainer Bielfeldt wird

am Klavier sitzen, Bernd Oezsevim am Schlagzeug, Jo

Ambros spielt Gitarre, und unser musikalischer Leiter

Oliver Potratz spielt Bass. Man weiß ja als Künstler nie

genau, was das Publikum von einem erwartet. Wollen sie

nur alte Hits hören? Oder nur Neues? Ich habe mich für

den Fifty-fifty-Weg entschieden und präsentiere zum

einen meine Klassiker aus drei Jahrzehnten – in musikalisch

völlig neuem Gewand – und die neuen Stücke

vom Album „Zeitlos“, das am 11. Oktober erscheint. Die

dreißig Lieder klingen teilweise richtig poppig und fetzig.

Thematisch geht es wieder durch alle Gefühlslagen. Da

gibt es Komisches, Trauriges, Lieder über den Tod, das

Leben und die Liebe. Im Grunde ist es ein Wechselbad

der Emotionen – eine Art Kneipp-Kur für die Seele.

25.11. bis 30.12.2019

Nordanker

Rechtsanwalt

Nordanker

Steuerberater

Du trittst in Köln und Düsseldorf auf.

Jawohl! Ich liebe das Rheinland sehr und es erfüllt mich

regelrecht mit Stolz, dass ich es geschafft habe, Kölner

ins „Savoy“ nach Düsseldorf und Düsseldorfer ins „Gloria“

nach Köln zu locken. Die beiden Städte sind sich ja nicht

wirklich grün ... (lacht) Aber in beiden ist das Publikum

einfach wunderbar! Die Leute haben Lust zu feiern,

machen es einem auf der Bühne leicht, haben ihre

eigene Meinung und sind absolut offen! Das verbindet

Köln und Düsseldorf.

Sven-Uwe Blum

Rechtsanwalt

Fon 040 · 413 046 40

blum@kanzlei-blum.de

kanzlei-blum.de

Sven Partheil-Böhnke

Diplom-Betriebswirt,

Steuerberater

Fon 040 · 334 69 14-00

info@nordstb.de

nord-anker.de

*Interview: Michael Rädel

www.timfischer.de

Kleine Johannisstraße 10 · 20457 Hamburg


14 KULTUR

INTERVIEW

ALEX PALMIERI: „WRONG“

Zum Hamburg Pride war Alex

Palmieri einer der Headliner

auf dem Straßenfest. hinnerk

nutzte die Chance natürlich für

ein Vier-Augen-Gespräch mit dem

umtriebigen Popstern, der am 10.

Januar sein neues Album „Wrong“

veröffentlicht.

Warum bist du Musiker geworden?

Ich wollte immer zu meiner eigenen Musik

singen und tanzen, deswegen habe ich

später Tanz studiert und auch angefangen

zu singen. Die Popmusik hat mich die

ganze Zeit über mitgerissen, weshalb ich

angefangen habe, in meinem Zimmer

meine eigenen Songs aufzunehmen. Am

Anfang waren sie schrecklich, aber ich

wurde immer besser. Meine eigentliche

Karriere hat im Fernsehen bei einer

Nachmittagssendung angefangen.

Wie viel Einfluss haben Social Media?

Das Leben hat sich mit Social Media

allgemein sehr verändert, aber insbesondere

natürlich auch die Musikindustrie.

Ich hab erst vor einigen Tagen darüber

nachgedacht, wie man vor 15 Jahren so

einen Event wie den Pride oder ein Konzert

promotet hat ohne Social Media. Früher lief

das meist über TV-Spots oder Magazine.

Heute ist es auf jeden Fall einfacher, weil

wir alle „connected“ sind.

Wie war dein Coming-out?

Mein Coming-out lief langsam. Ich habe

mich nicht am Anfang meiner Karriere

geoutet. Ich habe darüber mit niemandem

gesprochen, weil ich fand, dass das ein

sehr persönliches Thema ist und es von

meiner Kunst ablenken würde. Heute

denke ich mir allerdings,

dass es sehr wichtig ist,

darüber zu sprechen. Als

queere Person des öffentlichen

Lebens sollte man

Regenbogenflagge zeigen,

Vorbild sein. Besonders

in Italien. Eigentlich will

ich dabei nur authentisch

und ich selbst sein, egal

ob auf der Bühne, auf der

Straße oder im Fernsehen.

Das ist der Unterschied

zu früher, wo ich diesen einen Teil von mir

ausgeblendet habe. In Interviews oder in

Fernsehshows spreche ich heute zum

Beispiel darüber, wie ich mich das erste

Mal in einen Kerl verliebt habe und wie

die Reaktion meiner Familie bei meinem

privaten Coming-out war. Das ist mein

kleiner Beitrag als ein „Aktivist“ für die

Community. Und es fühlt sich gut an, sich

nicht zu verstecken.

Hat sich die Gesellschaft gewandelt?

Mir ist aufgefallen, dass sie sich hier in Italien

tatsächlich verändert hat. Menschen, die

zehn Jahre jünger sind als ich, reden offen

über Sexualität als eine normale, alltägliche

Sache. Ich bin froh, diese Generation zu

sehen, und bin darüber sehr glücklich, weil

ich selbst damals oft ausgegrenzt wurde

oder mich selbst ausgegrenzt

habe, wie eben

erzählt. Auf der anderen

Seite wurde ich in meinem

Beruf auch in einer

Weise „überbeschützt“ –

man hat mir sowohl beim

Verstecken als auch nach

dem Coming-out viel

geholfen. Das macht mein

Leben sehr viel einfacher,

als es zum Beispiel für

junge Schwule im Süden

von Italien oder fernab der Metropolen noch

immer ist. Es ist, denke ich, noch immer für

sehr viele Menschen sehr hart, in der Familie,

in der Gesellschaft zu sich zu stehen.

*Interview: Christian Knuth

www.alexpalmieriofficial.com

MUSICAL

Voll auf Tina Turner

Simply the best: Die Frau, die einst im Kirchenchor

startete, schuf viel Gutes – und

hatte ein spannendes Leben. Beides gibt

es jetzt in einem Musical zu erleben.

Im Stage Operettenhaus am Spielbudenplatz

in St. Pauli nimmt man sich der Rock-

Diva an, die sich (leider) 2004 aus dem

Musikbusiness zurückzog und seitdem nur

noch selten, mitunter via Meditations-CDs,

von sich hören lässt. Ihre Kunst ist aber

präsenter denn je! Ein energiegeladenes

Musical, das beweist, dass Tina Turner mehr

war als nur die Powerfrau, die Hits wie

„GoldenEye“, „River Deep – Mountain High“,

„Nutbush City Limits“ und „What’s Love Got

to Do with It“ einsang. *rä

Tina – Das Tina Turner Musical, Hamburg,

Stage Operettenhaus, Spielbudenplatz 1,

U St. Pauli, bis September 2020,

www.musicals.de

FOTO: STAGE ENTERTAINMENT


16 KULTUR

FOTO: I AM MIA

NACHGEFRAGT

MERLIN, MILVA,

MELANCHOLIE

Im November erschien das

erste Studioalbum von Sascha

Merlin. „Leben, um davon zu singen“

sammelt Chansons mit Einflüssen

von Pop bis Jazz. Natürlich wollte

hinnerk mehr wissen.

„Leben, um davon zu singen“ ist

dein erstes Studioalbum. Warum

erst jetzt diese Liedersammlung

für zu Hause?

Ich hatte schon länger das große Bedürfnis,

einige meiner Lieder instrumental so

zu präsentieren, wie ich sie mir immer

vorgestellt habe: mal orchestral wie „Was

ist ein Clown“, mal mit leichten Jazz-

Anklängen wie „Ich mag den Herbst“, mal

poppig wie in den 80ern, wo ich erwachsen

wurde, wie „Heute bin ich frei“. Dafür

bedarf es eines guten Partners – wie jetzt

Rubin Records –, der mich versteht, da ich

auch keine Kompromisse machen wollte,

und eines erheblichen Budgets. Beides zu

finden, nahm etwas Zeit in Anspruch.

Wie seid ihr an die Auswahl der

Titel herangegangen? Du stehst

ja bereits zwanzig Jahre auf der

Bühne …

Vor zwanzig Jahren habe ich wieder

angefangen zu singen – nach sieben

Jahren Pause – hier in Hamburg, in der

Opera stabile. Bei der Auswahl habe ich

mich, da es mein erstes Studioalbum ist,

auf die Titel konzentriert, die über die

Jahre oft Erwähnung bei Publikum und

Presse fanden. Meine „Greatest Hits“,

wenn man so will.

„Ein Liebeslied –‚Die Liebe

wird erst stärker mit

den Jahren‘ – kam dann

spontan dazu, weil ich das

Gefühl hatte, dass etwas

fehlte.“

Wie erklärst du dir, dass schwule

Männer Chansons und besonders die

der Diven Piaf oder Milva so verehren?

Chansons sind fragil, manchmal dramatisch,

manchmal witzig, manchmal melancholisch.

Damit entsprechen sie oft dem Wesen

von Homosexuellen. Wir gehören einer

Minderheit an, die aber wahrgenommen

und respektiert werden möchte. Das

schärft den Blick und macht empfindsam.

Piaf und Milva erscheinen uns als starke

Persönlichkeiten. Piaf war in ihrem Umgang

mit ihren Liebhaberinnen und Liebhabern

sehr unkonventionell, modern und frei. Das

entspricht zuweilen dem homosexuellen

Erleben. Bei Milva ist es anders. Da ist vor

allem diese schöne Bühnenerscheinung mit

dieser melancholischen und trotzdem starken

Stimme, die einen in den Bann zieht.

Wie war deine Begegnung, die

Zusammenarbeit mit Milva?

Außergewöhnlich. Als ich mit Milva in

Mailand im Studio war, musste ich mich

mehrfach kneifen. Da stand die große

Milva, für die alle großen Musiker unserer

Zeit geschrieben haben, und sang meine

Lieder, als wäre es nie anders gewesen.

Die stimmlichen Möglichkeiten, mit

denen sie auch in der deutschen Sprache

sofort instinktiv die richtigen Nuancen

findet, das packt einen. In der Zusammenarbeit

ist Milva übrigens alles andere

als eine Diva: sehr sachlich und genau. Sie

hat mich gleichberechtigt behandelt wie

alle, die an der Produktion beteiligt waren.

Die Diven-Erscheinung hebt sie sich für

die Bühne auf!

Wird es nach dem Release-Konzert

weitere Möglichkeiten geben, dich

live zu erleben?

Davon gehe ich fest aus. Es sind schon

Sachen im Gespräch. Da das Album

aber gerade erst fertig geworden ist und

schon die Proben zum Konzert begonnen

haben, gab es bisher noch wenig Raum

für Planung. Aber ich gehe fest davon

aus, dass es viele Termine im norddeutschen

Raum geben wird – und dann auch

sicher das ein oder andere Konzert im

Süden.

*Interview: Christian Knuth

www.saschamerlin.de


LIEBE

Prince Charming

auf Partnersuche im TV

Mit „Prince Charming“ zeigt der Streaming-

Dienst TVNOW der Mediengruppe RTL seit

dem 30. Oktober das erste Gay-Dating-

Format in Deutschland. Jeden Mittwoch geht

jeweils eine neue Folge von „Prince Charming“ online.

Hier kämpfen zwanzig attraktive Single-Männer an der

Küste Griechenlands um das Herz von Prince Charming:

Nicolas Puschmann.

KULTUR

17

FOTO: TVNOW / PRINCE CHARMING

In unterschiedlichen Dates bekommt Nicolas die Chance,

den Junggesellen in größerer Runde oder in trauter Zweisamkeit

auf den Zahn zu fühlen. Wer am Ende des Abends

keine Krawatte trägt, muss aus der Männer-Villa ausziehen.

„Lebensfroh, verlässlich und authentisch“ – so beschreibt

Nicolas Puschmann sich selbst. Der gebürtige Hamburger

hatte bisher zwei feste Beziehungen und sucht nun seit

einem halben Jahr Mr. Right. „Ich glaube, jeder sehnt sich

insgeheim nach Liebe. Viele können sich aber von den

Reizen in der heutigen Gesellschaft schlecht lösen und

suchen immer nach etwas noch Besserem. Ich möchte

einfach jemanden an meiner Seite, mit dem es Spaß macht,

Zeit zu verbringen“, sagt der 28-Jährige. Er glaubt fest daran,

dass bei zwanzig attraktiven Singles mindestens einer dabei

sein muss, der ihm gefällt. Einen bestimmten Typ, auf den er

steht, hat er nicht, aber sein Traummann sollte das gewisse

Etwas haben – Egoismus und Pessimismus sind für Nicolas

ein No-Go. Bei schönen Händen, Zähnen oder Waden wird

„Prince Charming“ schon mal schwach.

Auf die anstehende Kuppel-Show, die man als schwules

Pendant zu „Der Bachelor“ bezeichnen könnte, ist Nicolas

ziemlich stolz, denn er will nicht nur die große Liebe finden.

Er sieht in der Sendung auch die Chance, mehr Leute darauf

aufmerksam zu machen, dass Homosexualität normal und

alltäglich ist.


18

KULTUR

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

SO 1.12.

19:00 Schmidts Tivoli,

POMPÖS 2019

- Das große Winterspektakel,

Spielbudenplatz

27

19:00 Fabrique, Sängerknaben

& Sirenen

#95, Der Singer-

Songwriter-Sunday

(Eingang Speckstr.),

Valentinskamp 28a

DI 3.12.

19:30 First Stage Theater,

Die große

Weihnachtsshow

2019, Thedestr. 15

MI 4.12.

20:30 Grüner Jäger,

Jägerschlacht, Poetry

Slam. Anmeldungen

an hamburg@kampf-derkuenste.de,

Neuer

Pferdemarkt 36

DO 5.12.

20:00 Polittbüro, Theater

am Strom: Rosa

begegnen, Textpartitur

zur Geschichte

einer Hamburger

Sintiza von Christiane

Richers, Steindamm

45

FR 6.12.

19:30 Planetarium

Hamburg, Caro‘s

Cosmische Collisionen,

Konzert mit

Carolin Fortenbacher,

Achim Rafain

und Mirko Michalzik,

Linnéring 1

SA 7.12.

11:00 Elbphilharmonie

Hamburg, Benefiz-

Gala, mit Bodo

Wartke, Anna

Depenbusch u.a.,

Platz der Deutschen

Einheit 1

Ihre Apotheke im

DI 10.12.

Öffnungszeiten:

Mo - Fr 8:30 bis 19:00 Uhr

Sa 8:30 bis 15:00 Uhr

20:00 Kampnagel, Stefanie

Sargnagel /

Christiane Rösinger

/ Denice Bourbon:

Legends of Entertainment,

Theater

& Performance

[K6], Jarrestraße 20

MI 11.12.

19:30 Thalia Theater,

Die Nacht der von

Neil Young Getöteten,

von Navid

Kermani / Regie

Sebastian Nübling,

Alstertor 1

SA 14.12.

15:00 mhc - Magnus-

Hirschfeld-Centrum,

Theatergruppe

Kulturbeutel:

Weihnachtsspezial

„Oh du Ehrliche“,

(mhc.Cafe), Borgweg

8

SO 15.12.

11:00 Bucerius Kunst

Forum, Disney,

Rockwell, Pollock,

Warhol - Ikonen

Amerikas, Bis

12.01.2020, Tägl.

geöffnet, Alter

Wall 12

MI 18.12.

19:00 Schmidtchen,

Jana & Janis: Sag

einfach Jein!, Spielbudenplatz

21/22

DO 19.12.

19:30 Opernloft, La

Traviata, Van-der-

Smissen-Str. 4

FR 20.12.

11:00 Deichtorhallen, 30

Jahre Deichtorhallen

Hamburg, Halle

für aktuelle Kunst.

Bis zum 5.01.2020,

Tägl. außer Mo.,

Deichtorstraße 1

EPES

DO 26.12.

Lange Reihe 58 · 20099 Hamburg

Tel.: (040) 24 56 64 · Fax: (040) 24 44 26

16:00 Hamburger

Engelsaal, Operettencafé-

Das große

Wunschkonzert,

Valentinskamp

40-42

SA 28.12.

18:00 Staatsoper, Weihnachtsoratorium

I-VI, Ballett von

John Neumeier,

Große Theaterstraße

34

MI 1.1.

16:00 Hamburger Engelsaal,

Das Neujahrskonzert,

Valentinskamp

40-42

DO 2.1.

19:30 StageClub,

Quatsch Comedy

- Die Show,

Moderation: Stefan

Danziger, Stresemannstraße

163

FR 3.1.

20:00 Altonaer Theater,

Frauen am Rande

des Nervenzusammenbruchs,

nach

dem Film von Pedro

Almodóvar, Museumstr.

17

SA 4.1.

20:00 Hamburger

Kammerspiele,

Männerbeschaffungsmaßnahmen,

Hartungstr.

9/11/2016

SO 5.1.

20:00 Laeiszhalle,

Tschechische

Symphoniker Prag,

Coro di Praga: Beethovens

Neunte,

Carmina Burana,

Hamburg-Mitte

Johannes-Brahms-

Platz

der Langen Reihe

Lange Reihe 58 · 20099 Hamburg

info@epes-apotheke24.de

Inh.: Uta Capellen-Antz e.Kfr.

Tel.: (040) 24 56 64

Fax: (040) 24 44 26

DI 7.1.

19:30 Kampnagel,

Romeo and Juliet,

Choreographie:

Adrienne Canterna

[K6], Jarrestraße 20

MI 8.1.

20:00 Schauspielhaus,

Max Goldt liest

Altes und Neues,

Kirchenallee 39

DO 9.1.

19:30 Das Schiff, außer

man tut es! - Das

Erich Kästner

Programm, Holzbrücke

2

FR 10.1.

19:30 Speicherstadtmuseum,

Krimineller

Neujahrsempfang:

„Im wahrsten

Sinne des Mordes“

von Ralf Kramp,

Reservierung:

040/321191, Am

Sandtorkai 36

SA 11.1.

19:30 Opernloft, Der

Ring des Nibelungen,

Van-der-

Smissen-Str. 4

SO 12.1.

11:00 Jenisch Haus -

Museum für Kunst

und Kultur an der

Elbe, Tanz des

Lebens. 100 Jahre

Hamburgische

Sezession, Tägl

außer Di., bis zum

13.01.2020, Baron-

Voght-Str. 50

MO 13.1.

20:00 Thalia Theater,

Die Nacht der von

Neil Young Getöteten,

von Navid

Kermani / Regie

Sebastian Nübling,

Alstertor 1

MICHAEL

§

LEIPOLD

RECHTSANWALT und

FACHANWALT für Familienrecht

• Familien- und Partnerschaftsrecht

• Strafrecht

• Ausländer- und Asylrecht

Steindamm 62 • 20099 Hamburg

Tel.: (040) 357 147 34

Fax: (040) 357 147 37

www.kanzlei-leipold.de

DI 14.1.

14:00 St. Georgskirche

am Hauptbahnhof,

KulturZeit: Besuch

des St. Pauli Museum,

Treffpunkt:

Turmkapelle [Aids-

Seelsorge], St.

Georgskirchhof 19

20:00 Imperial Theater,

Morden im Norden,

Improkrimi, Improtheater

Steife Brise,

Reeperbahn 5

MI 15.1.

19:30 Kampnagel,

Romeo and Juliet,

Choreographie:

Adrienne Canterna

[K6], Jarrestraße 20

DO 16.1.

19:30 Schmidt-Theater,

Cindy Reller, Spielbudenplatz

24

19:30 Kampnagel,

Romeo and Juliet,

Choreographie:

Adrienne Canterna

[K6], Jarrestraße 20

FR 17.1.

19:30 Thalia Theater,

Panikherz, von

Benjamin von

Stuckrad-Barre,

Alstertor 1

19:30 Winterhuder

Fährhaus, Monsieur

Pierre geht online,

Hudtwalckerstr. 15

19:30 Ohnsorg Theater,

Willkamen - Willkommen,

Heidi-

Kabel-Platz 1

SA 18.1.

20:00 Monsun Theater,

WORLD Impro

- Internationale

Impro-Reihe mit

Gästen, presented

by Steife Brise &

Friends in english,

Friedensallee 20

SO 19.1.

19:00 Schmidts Tivoli,

Gitte Haenning

& Band Live: Still

Crazy ..., Spielbudenplatz

27

MI 22.1.

20:00 Imperial Theater,

Rockin Burlesque

- Rock‘n‘Roll-

Burlesque-Revue,

Reeperbahn 5

DO 23.1.

19:30 First Stage Theater,

Zweimal um die

Welt -Oder wohin

will Oma?, Thedestr.

15

FR 24.1.

19:30 First Stage Theater,

Zweimal um die

Welt -Oder wohin

will Oma?, Thedestr.

15

SA 25.1.

19:00 Große Freiheit

36, Mia Julia 2020,

Große Freiheit 36

DO 30.1.

19:30 StageClub,

Quatsch Comedy -

Die Show, Moderation:

Ole Lehmann,

Stresemannstraße

163

19:30 Das Schiff,

Menschen. Ämter.

Katastrophen,

Holzbrücke 2

19:30 Schmidts Tivoli,

Heiße Ecke, Spielbudenplatz

27

19:30 Staatsoper, Die

Glasmenagerie,

Ballett von John

Neumeier, Große

Theaterstraße 34

19:30 The English Theatre

of Hamburg,

Funny Business,

Lerchenfeld 14


Jetzt

TICKETS

sichern!

16

NOV

NEUE SHOW

GLANZ & GLORIA

Spiegelpalast Hamburg

2 0 1 9 2 0 2 0

www.palazzo.org

08

MÄR


20 NACHTLEBEN

AFTER-SHOW-DINNER

mit RICARDO M. im

KITCHENS IM

PIERDREI HOTEL

Irgendwas müssen wir Hamburger vom Hotel-

Bauboom ja haben. Da allerdings auch das beste

Hotel nicht für Leckereien unter den hauseigenen

Bettdecken garantieren kann, stehen alternativ zum

Vernaschen häufig Köstlichkeiten im hoteleigenen Restaurant

parat. So auch im nigelnagelneuen Pierdrei Hotel in der

HafenCity – einem neuen Multikomplex aus Hotel, Restaurant,

Bar, eigenem Theater namens Hafen-Bühne, Dachgarten, angegliedertem

Kino und ganz viel lässigem Design. Hinter diesem

Erlebniszentrum stecken bekannte Hamburger Jungs: Hotelier

Kai Hollmann, Theatermacher Norbert Aust, die Zwillingsbrüder

Gerrit und Frederik Braun sowie Sebastian Drechsler vom

Miniaturwunderland. Apropos Wunderland: Heute steht Asien

auf der sogenannten Reisekarte des wirklich schönen Kitchens-

Restaurants, das im Wechsel die besten Küchen der Welt auf die

Teller zaubern will. Wohin allerdings plötzlich meine Gedanken

bei köstlich-warmem Brot mit Orangenbutter reisen? Auf die

Bühne des Hotel-Theaters!

Kitchens im Pierdrei Hotel HafenCity Hamburg, Am Sandtorkai

46, U Überseequartier, www.pierdrei-hotel.de

Zum vollständigen Test von Ricardo

geht es auf hinnerk.de!

RICARDO M. auf der Bühne

21.12., Holy Night BINGO! Vol. 5,

kukuun, Spielbudenplatz 22,

Hamburg, S Reeperbahn, 20:30 Uhr

www.ricardo-m.com

FOTO: ROMAN HOLST / INSTAGRAM.COM/ROMAN_HOLST

ERLEBNISGASTRONOMIE

GLANZ & GLORIA & POLETTO

In Deutschland treffen sich 1990

Bernhard Paul, Hans-Peter Wodarz

und Alfons Schuhbeck und stellen in

München neben das Roncalli-Zirkuszelt

von Bernhard Paul ein Spiegelzelt, in dem

sie die Dinnershow PANEM

ET CIRCENSES präsentieren. Der Rest

ist sozusagen Geschichte, inzwischen

ist PALAZZO ein Paradebeispiel dessen,

was ein ganzes erfolgreiches Genre im

Veranstaltungsgewerbe geworden ist:

Erlebnisgastronomie. Bei PALAZZO wird

dafür teilweise als „verstaubt“ geltende,

aber über Jahrhunderte entwickelte und

gepflegte sogenannte Kleinkunst wie

Artistik oder Magie in einer ebenfalls schon

mehr als 100 Jahre alten besonderen Form

von Veranstaltungsort, dem Spiegelpalast

mit ausgezeichneten Menüs der besten

Köche und Köchinnen der Republik zu

einer unglaublich dichten Sinneserfahrung

verwoben. In diesem Jahr ist das

Vier-Gänge-Menü von Hamburgs

Starköchin

Cornelia Poletto kreiert worden,

über die Bühne und durchs

Publikum jagen unter anderem

die Zauberkünstler

Zahir Circo alias Kike

Aguilera und Xevi Casals,

und – er ist der hinnerk

Redaktion glücklicherweise

nur im

übertragenen Sinne

ins Auge gesprungen

– der englische Artist

Jon Young. Noch bis

März 2020 kann man sich diese großartige

Show anschauen und auch ein zweiter

Besuch lohnt, denn wir garantieren, dass

dein Gehirn dermaßen geflasht ist, dass

beim ersten Mal sehr viel an dir vorbeigelaufen,

getanzt, gewirbelt ist. *ck

www.palazzo.org


FOTO: SELFIE

PARTY

Holler, boller, Rumpelsack

Am ersten Weihnachtsfeiertag steigt die jedes Jahr

heiß erwartete „X-MAS Camp“ im Ex-Neidklub an

der Reeperbahn.

Die Klubber können sich zu hippem Elektro, queerem

House aller Spielarten, sexy R ’n’ B und derben Minimal auf

zwei Dancefloors und in drei Klubräumen austoben und

verlustieren. Los geht es ab 23 Uhr, der Host der Nacht ist

die verruchte Vanity Trash.

„Liebe und Glücksmodule für alle“ werden hier versprochen,

dieses Versprechen wird sicher eingehalten, dafür werden

auch diese DJs sorgen: Arno von Dannen, Marc Majewski

und AleXio. Bei so viel Testosteron muss man auch mal an

die frische Luft, hierfür gibt es die coole Außenterrasse, die

natürlich auch queer-szenig dekoriert ist. Schwuler kann

man die Geburt Jesu Christi nicht feiern! Halleluja, das

Leben ist schön! *rä

25.12., X-MAS CAMP, Ex-Neidklub, Reeperbahn 25,

S St. Pauli, Hamburg, 23 Uhr

FOTO: T. ZURBRÜGGEN


22 NACHTLEBEN

INKLUSION

SOCIALEATERY IM CAFÉ CENTRAL

Arno vom Café Central hätte

viele andere Möglichkeiten gehabt,

Geschäftspartner*innen zu finden, die in

sein Geschäft auf der Langen Reihe mit

einsteigen.

Die Straße boomt weiter und der

Andrang ist groß. Er und sein Mann

haben sich aber für SocialEatery

entschieden, weil das Konzept

überzeugte: In der SocialEatery arbeiten

Menschen mit und ohne Behinderung, in

Ausbildung, in Qualifizierung und einfach

um auszuprobieren, ob sie in der Gastronomie

eine Heimat finden. Im Team

mit erfahrenen Gastro-Verrückten und

Allroundern: „Wir kochen für St. Georg,

wir kochen für Hamburg, wir kochen

nachhaltig, wir sind ein Team von engagierten

Profis und solchen, die es werden

wollen. Damit wir mit SocialEatery vielen

Menschen in den nächsten Jahren eine

sichere Arbeit und regelmäßige Qualifizierung

bieten können, sind wir auf Sie

und Euch, unsere Gäste angewiesen!“

SocialEatery, Lange Reihe 50,

Hamburg, Mo – Fr 11:30 – 14:30 Uhr,

Sa + So 10 – 14:30 Uhr,

socialeatery.de

GEBURTSTAG

Die WunderBar feiert ihr

Wiegenfest!

Eine Legende wird 28. Die queere Szenebar, der schillernd-schräge

Mikroklub WunderBar, feiert zwei Tage vor Heiligabend ihr Wiegenfest.

Die Bar, in der schon Dragqueens wie Nina Queer, Amanda Cox, Fixie

Fate, Jimmy Somerville und Geena Tequila feierten, Nina Hagen, DJNK

und Berry E. Spaß hatten, ist eine Hamburger Institution. Und sie tut

auch Gutes, so unterstützt sie unter anderem die Projekte wie „Die

Familie tut was!“ und „Ready to Act“ mit Spenden. Am 22. Dezember

gibt es für alle Gäste einen Sekt gratis und eine Show. hinnerk

gratuliert – und wird auch mitfeiern. *rä

PARTY

An einem Sonntag

in Hamburg ...

Am 15. Dezember und 19. Januar kann man

im KIR ab 15 Uhr einen waschechten „Sunday

Tea Dance“ genießen. Musikalisch gibt es bei

Hamburgs erster „Spät-Afterhour“ HousElektro

Berliner Natur, DJ Paradoxx und aus dem weltberühmten

KitKatClub und DJ RedtomCat vom

„HustlaBall“ legen auf, und natürlich Hamburger

Beats von DJ Sunshine. *rä

22.12., Happy Birthday WunderBar, WunderBar, Talstraße 18,

S Reeperbahn, 22 Uhr, www.wunderbar-hamburg.de

FOTOS: M. RÄDEL

15.12.2019 und 19.1.2020, Sunday Tea

Dance, KIR – Langenfelder Damm 94,

Hamburg, 15 Uhr


24

NACHTLEBEN

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

Wöchentlich

SONNTAG

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

1. So 18:00 SLUTCLUB,

Cocksucker Club,

bis 23 Uhr; Dresscode:

Nackt, Rostocker

Straße 20

20:00 Toms Saloon,

After Weekend

Club, Pulverteich 17

MONTAG

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

19:00 Eldorado Bar,

Queere Biere - it‘s

Mongäy, Wohlwillstraße

50

20:00 Extratour, Georgs

Stammtisch,

Offener Stammtisch

für schwule

Männer, Zimmerpforte

1

20:00 Toms Saloon,

Two-4-One, bis 24

Uhr, Pulverteich 17

22:00 Wunderbar,

Montags- schwule

Gossipbörse, Talstraße

14

DIENSTAG

09:00 Erotixx, Bi-Day,

Hamburger Berg 36

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Toms Saloon,

Tom want YOU!,

Pulverteich 17

1. 2. 3. Di 22:00 Wunderbar,

Zauberhaft.

Selten. Schön., Talstraße

14

22:00 Wunderbar,

Zauberhaft. Selten.

Schön., Talstraße 14

MITTWOCH

16:00 Generation Bar,

Cocktail Happy

Hour, 17 bis 21 Uhr,

Lange Reihe 81

20:00 Toms Saloon,

Bergfest, Pulverteich

17

1. 3. 5. Mi 20:00 SLUT-

CLUB, Cheap &

Sexy Wednesday,

2-4-1 bis 23 Uhr,

danach regulärer

Barbetrieb, Rostocker

Straße 20

1. 2. 3. Mi 20:00

Contact Bar, Die

Schnapsidee: Shot!,

Men only, Danziger

Str. 51

20:00 SLUTCLUB,

Cheap & Sexy Wednesday,

2-4-1 bis 23

Uhr, danach regulärer

Barbetrieb,

Rostocker Straße 20

20:00 Contact Bar, Die

Schnapsidee: Shot!,

Men only, Danziger

Str. 51

DONNERSTAG

20:00 Generation Bar,

Blond am Donnerstag,

Stammtisch,

Lange Reihe 81

1. 3. 4. 5. Do 20:00

Contact Bar, Open

House! Barabend,

Men only., Danziger

Str. 51

20:00 Toms Saloon,

Longdrink Night,

Pulverteich 17

22:00 Wunderbar, Ein

Kessel Buntes, Talstraße

14

FREITAG

20:00 Contact Bar,

NACKT! Naked-

Sexparty, Men

only. Ab 23:55 Uhr

Bar-Night., Danziger

Str. 51

20:00 Toms Saloon,

Crazy Friday, Pulverteich

17

21:00 Generation Bar,

Sounds on the floor,

mit den G-Bar-DJs,

Lange Reihe 81

22:00 SLUTCLUB,

Shooters Friday,

Kein Dresscode,

Rostocker Straße 20

22:00 Wunderbar, Disko

mit des DJs der

Wunderbar, Talstraße

14

3. Fr 19:00 LiZ, FLITtchenkneipe,

für

Frauen, Lesben,

Trans und Inter

(FLTI), Karolinenstr.

21(HH)

SAMSTAG

05:00 SLUTCLUB,

Insomnia Frühclub,

kein Dresscode,

Rostocker Straße 20

20:00 Toms Saloon,

Club Gallery mit

Live DJ, Pulverteich

17

21:00 Generation Bar,

City Night Beats,

mit den G-Bar-DJs,

Lange Reihe 81

22:00 Wunderbar, Disko

mit des DJs der

Wunderbar, Talstraße

14

1. 3. 4. Sa 22:00 SLUT-

CLUB, SlutClub

Non Stop, bis 5 Uhr,

strikter Dresscode,

Rostocker Straße 20

2. 3. 4. 5. Sa 22:00

SLUTCLUB, Slut-

Club Non Stop, bis 5

Uhr, strikter Dresscode,

Rostocker

Straße 20

1. 3. 4. 5. Sa 22:00

SLUTCLUB, Slut-

Club Non Stop, bis 5

Uhr, strikter Dresscode,

Rostocker

Straße 20

SO 1.12.

12:00 WinterPride –

Weihnachten unter

dem Regenbogen,

Hamburg Pride e.V.

am Zapfhahn, Bis

22 Uhr geöffnet,

Kirchenallee/Ecke

Lange Reihe 2

MI 4.12.

20:00 Wunderbar,

Prince Charming -

Public Viewing, ab

22 Uhr: Mittwochs

Feierei - Wildes

Wohnzimmer St.

Pauli, Talstraße 14

DO 12.12.

16:00 Spielbudenplatz,

Zuckerwatteland

- Santa Pauli

Wunderbar Hütte,

bis 23 Uhr, Spielbudenplatz

DO 12.12.

20:00 Contact Bar,

AHNUNGSLOS!

Das Kneipenquiz

mit Rudi & Nils,

(mixed), Danziger

Str. 51

SA 14.12.

23:55 Prinzenbar, Pop

The Floor 2019

Finale: Seifenblasen,

Konfetti &

Pop!, Pop, RnB und

Club Sounds mit DJ

Berry E, Kastanienallee

20

23:00 Große Freiheit

36, Kaiserkeller:

SHAKESQUEER,

lesbischwul. queer.

we are here. DJ Frau

Hoppe, Große Freiheit

36

SO 22.12.

22:00 Wunderbar,

Happy Birthday

WunderBar - 28

Jahre Remmidemmi,

Talstraße 14

DO 26.12.

23:00 Ex-Neidklub,

Camp 77, Santa

Camp Cums, Reeperbahn

25

FR 27.12.

12:00 WinterPride –

Weihnachten unter

dem Regenbogen,

Hamburg Pride e.V.

am Zapfhahn, ab

20 Uhr: DJ GRT. Bis

22 Uhr geöffnet,

Kirchenallee/Ecke

Lange Reihe 2

23:59 Fundbureau,

Komm tanzen pres.

Momentum 1 Year,

(mixed) mit Felix

Kröcher, Stresemannstraße

114

23:59 Uebel&Gefährlich,

DaddysBoy #3,

Your Queer House

Friday at Bunker,

Feldstr. 66

SA 28.12.

12:00 WinterPride –

Weihnachten unter

dem Regenbogen,

Hamburg Pride e.V.

am Zapfhahn, Ab

20 Uhr: DJ D_nise

L‘. Bis 22 Uhr geöffnet,

Kirchenallee/

Ecke Lange Reihe 2

20:00 Contact Bar,

Saturday Night

Fever!, Men only.

Party, flirten,

cruisen, Danziger

Str. 51

23:59 Fundbureau,

Hasenbau & Staatenlos,

(mixed)

mit Hasenbau &

Staatenlos, Stresemannstraße

114

SO 29.12.

12:00 WinterPride –

Weihnachten unter

dem Regenbogen,

Hamburg Pride e.V.

am Zapfhahn, Bis

22 Uhr geöffnet,

Kirchenallee/Ecke

Lange Reihe 2

MO 30.12.

12:00 WinterPride –

Weihnachten unter

dem Regenbogen,

Gruppen & Vereine

der schwul-lesbischen

Community

am Zapfhahn, Bis

22 Uhr geöffnet,

Kirchenallee/Ecke

Lange Reihe 2

DI 31.12.

22:00 Contact Bar,

Contact the New

Year!, Men only!,

Danziger Str. 51

22:00 Wunderbar,

Silvester in der

WunderBar 2020,

Talstraße 14

22:00 SLUTCLUB, Big

Bang Silvester

Party, Rostocker

Straße 20

23:59 Fundbureau,

MANHATTAN - The

Golden Start 2020,

Einlass nach Mitternnacht

> 0:30

Uhr, Stresemannstraße

114

SA 4.1.

22:30 Thalia Theater,

DARE!, the 80s club

for gays + friends at

Nachtasyl, Alstertor

1

23:00 Große Freiheit

36, Kaiserkeller:

SHEROES, queerfeministische

Frauenparty mit DJ

Frau Hoppe, Große

Freiheit 36

FR 17.1.

21:00 Uebel&Gefährlich,

Bärenpaadiie -

Giant Welcome

Lounge Club, Men

only! [Hochbunker],

Feldstr. 66

SA 18.1.

13:45 Landungsbrücken,

Bären Hafenrundfahrt

mit der

Barkasse MV „Klein

Erna“, (Brücke 1/

Hafentor) Tickets

nur Vorverkauf:

nordbaerenhamburg.de/?post_

type=product,

Landungsbrücken

9/10/2016

20:00 Markthalle,

Bärenpaadiie XXL,

mit DJ Sven Enzelmann,

DJ NT, DJ

Kay, DJ Alex. Men

only!, Klosterwall 11


26 NORDDEUTSCHLAND

FETISCH

Kohl- & Pinkelfahrt

Das „Kohl- & Pinkelessen“ ist eine Tradition aus

der Region Bremen/Oldenburg.

Nach einer winterlichen Wanderung wird – Überaschung

– Kohl & Pinkel gegessen. Natürlich

nicht irgendein Kohl, sondern Grünkohl und dazu

werden stark geräucherte Fleischzutaten und

Würste gereicht. Pinkel ist die eine nordeutsche

Variante der Grützwurst und nicht das, was

vielleicht einige gerade hinter dem fragenden

Gesichtsausdruck denken, den wir sogar von hier

aus genau sehen!

EHRUNG

Sie organisierte den ersten CSD

vor 40 Jahren

FOTO: CSD BREMEN

Also auf jeden Fall ganz schön mächtig, das

Essen und damit irgendwie zum Klischeebild des

Lederschwulen passend, oder? Seit 36 Jahren

findet sodenn auch immer am letzten Samstag

im Januar die schwule „Kohl- & Pinkelfahrt“ des

LCNW und er Zone283 statt, die gleichsam ein

dreitägiges Fetischfest mit vollem Programm ist.

Nach dem gemeinsamen großen Schlemmen wird

der neue Kohlkönig ausgerufen, der für ein Jahr

den LCNW aus Bremen und das norddeutsche

Nationalgericht „Kohl- & Pinkel“. Und er nimmt an

der alljährlichen Wahl zum „Mr. Fetish Germany“

teil. Auf dem Foto ist der bis dahin amtierende

Kohlkönig Jens vom Frankfurter Lederclub zu

sehen. *ck

24. –26.1., Kohl- und Pinkelfahrt des LCNW,

Anmeldung und Program unter www.lcnw.de/

kohlfahrt-anmeldung.html oder unter

www.zone283.de

Im queeren Jubiläumsjahr

2019 ein letzter Höhepunkt:

Nach so vielen runden Jubiläen

der queeren Emanzipationsgeschichte

(Hirschfeld, Stonewall,

CSD), wurde im November Irene

Klock vom jungen CSD Bremen

e.V. die erste Ehrenmitgliedschaft

feierlich übergeben.

Warum, erklärt uns Robert Martin

Dadanski vom Vorstand:

„Irene Klock ist die erste

Mitorganisatorin des ersten

CSD Bremen 1979 und hat sich

bereits Ende der 1970er Jahren

in aller Öffentlichkeit geoutet.

Durch diesen Mut hat sie und ihre

FOTO: D. REINHOLD / ZIMTSTUDIO HAMBURG

Mitmenschen unserer Generation

den Weg im Kampf gegen die

Diskriminierung sehr geebnet und

sich im besonderen Maße für die

erste Ehrenmitgliedschaft im CSD

Bremen e. V. verdient gemacht.

Es freut mich sehr Irene Klock im

Namen von uns allen und auch

als einer ihrer Nachfolger unsere

Urkunde überreichen zu dürfen.“

Unter hinnerk.de findet ihr außerdem

ein ausführliches Interview

mit Robert, das einige Fragen

und Missverständnisse zum CSD

aufklärt, die durch die Facebookblasen

einiger Szeneangehöriger

wabern. *ck

KONZERT

Angelika Milster

verzaubert

den Norden

Sie war die erste deutschsprachige

Grizabella, ihr „Erinnerungen“ aus der

Wiener Inszenierung von Cats machte

die in Neustrelitz geborene und Hamburg

aufgewachsene Sängerin und Schauspielerin

schlagartig berühmt. Und Musicals ebenso. Das war 1983

und seitdem hat „die Milster“ viele Hauptrollen in Musicals (u.

a. Mozart) und in ihrem Wahlbühnenzuhause, dem Theater

des Westens ab den 1990ern auch klassische Theaterrollen

wie Lysistrata, von Aristophanes gespielt. Dazu kommt

eine erfolgreiche Fernsehkarriere (z. B. „Club Las Piranjas“

mit Hape Kerkeling) und einige CDs, auf der sie meist ein

Crossover von Pop bis Musicals darbietet, das seine Fans

nicht nur bei schwulen Diven-Liebhabern findet. Im Dezember

und Januar ist sie im hinnerk Land mit ihrem aktuellen

Album „Milster singt Musical“ auf Tour! *ck

11.1. Lüneburg – Forum Castanea, 12.1. Hamburg –

Laeiszhalle, 18.11. Lübeck – Kolosseum, weiter Termine

und Karten unter angelikamilster.com


POLITIK

Bremen informiert über

Regenbogenfamilien

NORDDEUTSCHLAND 27

Straffreiheit von Homosexualität, eingetragene

Lebenspartnerschaft, gleichgeschlechtliche Ehe und

Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, Aufhebung

des Sterilisationszwanges für Menschen, die ihre

sexuelle Identität anpassen („Transsexuelle“, „Transgender“

oder „Trans-Personen“), die Anerkennung eines dritten Geschlechts

im Personenstandsrecht sowie die Novellierung

des Abstammungsrechts.

Aus dieser neuen familiären Wirklichkeit ergeben sich

Informationsbedarfe für die Familien selbst und für

ihre Umgebung. Die Broschüre „Regenbogenfamilien in

Bremen“ beleuchtet diese Wirklichkeit, gibt Antworten auf

viele Fragen und weist auf ungelöste Themen hin.

„Ziel der Broschüre ist es, den stetig wachsenden

Informationsbedarf in verschiedenen Bereichen der

Gesellschaft, darunter Kita, Schule, Jugendeinrichtungen

und Familienzentren, zum Thema Regenbogenfamilien

aufzugreifen und die unterschiedlichsten Familienkonstellationen

und ihre Bedarfe sichtbar werden zu lassen“,

sagte Senatorin Stahmann. „Das soll eine Hilfestellung

sein, sensibel und angemessen auf die Vielfalt von Familien

einzugehen und sie in ihrer Sorge um das Wohl ihrer Kinder

zu unterstützen.“

FOTO: CHRISTIAN LINKER

Die Broschüre vollzieht die Weiterentwicklung der

rechtlichen Grundlagen für Menschen unterschiedlicher

sexueller Identität nach und geht auf ganz konkrete Fragen

der Gründung von Regenbogenfamilien.

Herausgeberin der Broschüre ist die Senatorin für Soziales,

Jugend, Integration und Sport, erarbeitet hat sie in ihrem

Auftrag der Verein „Rat&Tat – Zentrum für queeres Leben

e.V.“ im Verbund mit weiteren Organisationen. Sie ist

entstanden im Kontext des Landesaktionsplans gegen

Homo-, Trans- und lnterphobie. Das Land Bremen hatte

sich im Jahr 2015 dazu verpflichtet, die rechtlichen

und diskriminierenden Hürden für Regenbogenfamilien

abzubauen und für Gleichbehandlung einzustehen.

Die 30-seitige Broschüre wird in diesen Tagen verteilt,

unter anderem an die Häuser der Familie, Mehrgenerationenhäuser

und Kindergärten.

Bestellung: Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V.

Theodor-Körner-Straße 1, Bremen, Download unter

www.ratundtat-bremen.de


28

NORD

ALLE TERMINE UND ÜBER 20.000

WEITERE LOCATIONS WELTWEIT.

KOSTENLOS IN DER SPARTACUS APP!

SO 1.12.

SO 8.12.

MO 16.12.

MI 1.1.

17:00 Cine-k, Queer-

FilmFestival: 50

Jahre nach Stonewall,

mit Infostand

der AIDS-

Hilfe Oldenburg

e.V., Bahnhofstr. 11,

Oldenburg

MO 2.12.

19:00 Jugendhaus,

GleichArt Café:

Weihnachtsfeier

beim Treffpunkt

für Lesben,

Schwule, Bisexuelle,

Trans*, Parkstr.

45A, Norden

DO 5.12.

20:30 Pumpe, Queerfilmnacht:

Die glitzernden

Garnelen,

Haßstr. 22, Kiel

FR 6.12.

20:00 Theater am Aegi,

Mirja Regensburg:

Im nächsten Leben

werde ich Mann,

Aegidientorplatz 2,

Hannover

20:00 Masa - Afghanisches

Restaurant,

Stammtisch

der Leinebären,

Georgstr. 50b,

Hannover

21:00 Zone 283, Men´s

Night, Kein Dresscode,

Kornstraße

283, Bremen

21:00 Schwule Sau,

Sau-Bar „Die

moderne Hausfrau“,

Sau-Bar „Die

moderne Hausfrau“,

Schaufelder

Str. 30a, Hannover

SA 7.12.

22:00 Zone 283, Leder,

Uniform, Breeches,

entsprechender

Dresscode,

Kornstraße 283,

Bremen

22:00 Alhambra, Party-

Pur: Powered

by Homophilias,

Hermannstraße 83,

Oldenburg

18:00 Sendesaal Bremen,

Tim Fischer

& Band: Zeitlos,

Bürgermeister-

Spitta-Allee 45,

Bremen

MI 11.12.

19:00 Bootshaus des

Oldenburger Yacht

Club, Bären &

Kerle Stammtisch,

Sophie-Schütte-

Str. 22, Oldenburg

FR 13.12.

19:30 Staatsoper Hannover,

CSD Kulturtage:

Nijinski,

Ballett von Marco

Goecke, Opernplatz

1, Hannover

22:00 Schwule Sau,

Sau-Party mit

DJane Fixie Fate,

Schaufelder Str.

30a, Hannover

SA 14.12.

14:00 K13 Sauna,

Schaumparty +

Youngster-Tag,

Schaum ab 22 Uhr

Klävemannstr 13,

Oldenburg

23:00 Funpark, VOLU-

ME XXL, mit DJ

Will Delight, DJane

MaryQ, Expo Plaza

9, Hannover

19:00 Jugendhaus,

GleichArt Café:

Treffpunkt für

Lesben, Schwule,

Bisexuelle, Trans*,

Parkstr. 45A,

Norden

20:15 Apollo Kino,

WoMonGay:

Transidentität +

Intersexualität - 2

Filme aus Hannover!,

Limmerstr. 50,

Hannover

SA 21.12.

22:00 Alhambra,

MÄNNERfabrik,

men only., Hermannstraße

83,

Oldenburg

DI 24.12.

14:00 Vulkan-Sauna,

Heute geschlossen

!, Otto-Brenner-

Str. 15, Hannover

MI 25.12.

22:00 Baggi Osho Discothek,

feel good

- Hannover Gay-

Night, Raschplatz

7L, Hannover

23:00 Shagall, GayKiss

- Xmas Clubbing,

House, Black, Gay-

Club mit DJ Kremin,

Rembertiring

4, Bremen

SA 28.12.

23:00 Alhambra, Rosa

Disco, Dance,

Charts, House und

Klassiker, Hermannstraße

83,

Oldenburg

DI 31.12.

22:00 2RaumClub, Gay-

CANDY - Silvester

2019, Rembertiring

7/9, Bremen

23:59 Schwule Sau,

SILVESTER:SAU -

Party, Schaufelder

Str. 30a, Hannover

15:00 RAT & TAT, Neujahrscafé,

KWEER,

Theodor-Körner-

Str. 1, Bremen

DO 2.1.

19:00 Anna´s alte

Liebe, Queerbeet-

Stammtisch Alfeld,

Am Klinsberg 1,

Alfeld

MI 8.1.

19:00 Bootshaus des

Oldenburger Yacht

Club, Bären &

Kerle Stammtisch,

Sophie-Schütte-

Str. 22, Oldenburg

SA 18.1.

20:00 Kolosseum,

Angelika Milster

singt Musical,

Kronsforder Allee

25, Lübeck

MI 22.1.

20:00 Theater am Aegi,

Claus von Wagner:

Theorie der

feinen Menschen,

Aegidientorplatz 2,

Hannover

SA 25.1.

22:00 Schwule Sau,

HADEX - Sau bock

drauf!, Party mit

elektronischer

Musik aus Hannover,

Schaufelder

Str. 30a, Hannover

FR 31.1.

20:00 Marlene, Die

Bösen Schwestern:

VERFLIXT und

nachGELACHT,

Prinzenstr. 10,

Hannover

Wöchentlich

SONNTAG

16:00 HuK, Sonntags

– Cafe, bis 18 Uhr,

Schuhstr. 4, Hannover

MONTAG

15:00 K13 Sauna, Feierabendverkehr,

Klävemannstr 13,

Oldenburg

DIENSTAG

16:00 PERSEUS Club

Sauna, Geiertag,

Ermäßigter Eintrittspreis

mit Seife,

Waller Heerstr. 126,

Bremen

DONNERSTAG

2. 4. Do 18:00 Check-

Point Hannover,

HIV-Risikoanalyse &

HIV-Schnelltest, Bis

20 Uhr, c/o Hannöversche

Aids-Hilfe,

Lange Laube 14,

Hannover

FREITAG

22:00 Bar Romantis,

Friday Quiz Time,

Lavesstr. 64, Hannover

SAMSTAG

20:00 Bronx, Barbetrieb,

Bohnenstraße 1B,

Bremen


GESUNDHEIT

IN HAMBURG

PHARMACY

INTERNATIONAL

Dr. Frank Stepke

Steindamm 2

Ecke Adenauerallee

20099 Hamburg

Telefon 040 /24 12 41

24 12 42

24 12 43

Telefax 040 / 280 25 18

www.apothekeamhauptbahnhof.de

Öffnungszeiten:

Mo.-Fr. 8.00 - 20.00 Uhr

Sa. 9.00 - 18.00 Uhr

ApothekeAmHauptbahnhof_83x128_0116.indd 1 09.12.15 11:14

D

oppelGänger

Freitags erhältst Du für jedes gekaufte Ticket einen Gutschein, mit dem Du

innerhalb von vier Wochen unsere Sauna am Freitag erneut besuchen kannst.

ÄRZTE

■ Andreas Britz,

Dr. med.Praxisklinik am Rothenbaum,

Privatpraxis, Haut- und Geschlechtskrankheiten,

Lasertherapie,

Kosm.-ästhet. Behandlungen,

Allergologie,

Heimhuder Str. 38, & 44809812,

www.dr-britz.de

■ Elbpneumologie

Dres. med. Aries & Partner,

Lungenheilkunde, Allergologie,

Struenseehaus, Mörkenstr. 47,

& 3903534,

altona@elbpneumologie.de

■ Dammtorpraxis, Dr. Linnig,

Allgemeinmedizin, Reise-Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Damnmtorstr. 27, & 35715638,

www.dammtorpraxis.de

■ ICH Grindel,

Dr. med. Thomas Buhk,

Dr. med. Stefan Fenske,

Prof. Dr. med. Hans-Jürgen

Stellbrink,

All gemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Grindelallee 35, & 4132 420,

www.ich-hamburg.de

■ ICH Stadtmitte,

Dr. med. Axel Adam,

Stefan Hansen,

PD Dr. med. Christian Hofmann,

Dr. med. Michael Sabranski,

Dr. med. Carl Knud Schewe,

Allgemeine und Innere Medizin,

HIV, Hepatitis, STD,

Glockengießerwall 1,

& 28004200,

www.ich-hamburg.de

■ Medizinisches Versorgungszentrum

Hamburg,

Prof. Andreas Plettenberg,

Dr. Albrecht Stoehr,

Prof. Jörg Petersen,

Dr. Peter Buggisch,

HIV, Hepatitis, STD, Infek tiologie,

Lohmühlenstr. 5, Am AK St. Georg

Haus L, & 28407600,

www.ifi-medizin.de

■ Oliver Neubauer,

Facharzt für Urologie,

Herthastr. 12, & 64224500,

www.urologe-hamburg.com

■ Schwerpunktpraxis

Nerven-Psyche,

Dr. med. Hans Ramm,

Dr. med. Andrea Oster,

Neurologie, Psychiatrie,

Psychotherapie,

Kreuzweg 7, & 245464,

www.nervenarzt-hh.de

■ Dr. med. Martin Eichenlaub,

Facharzt für Neurologie,

Nervenheilkunde, Psychiatrie u.

Psychotherapie,

Elbgaustr. 112., & 841084,

www.nervenarzt-eichenlaub.de

■ Dr. med. Ulrich Reuters,

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,

Plastische Operationen,

Rothenbaumchaussee 5, & 4800848

■ Ralf Siemen,

Praktischer Arzt,

Königstr. 1, & 314144

■ Josef Stuch,Dr.

All gemeinmedizin,

Ida-Ehre-Platz 12, & 37510060

■ Ambulanzzentrum des UKE,

Bereich Infektiologie:

Dr. med. Olaf Degen,

Dr. med. Sabine Jordan,

Dr. med. Sandra Hertling,

Dr. med. Stefan Schmiedel,

Dr. med. Anja Hüfner,

Fachärzte für Innere Medizin

/Allgemeinmedizin/Tropenmedizin,

HIV, STD,Infektion- & Tropenkrankheiten,

Hepatitis

Universitätsklinikum Eppendorf,

Martinistr. 52, &741052831,

infektionen@uke.de

■ Dr. med. Welf Prager & Partner,

Dermatologie,

ästhetische Dermatologie,

operative Dermatologie,

Allergologie, Phlebologie,

Lasermedizin,

Hemmingstedter Weg 168,

& 040 81 991 991

www.derma-hamburg.de

ZAHNÄRZTE

■ Dr. Dirk Ergenzinger & Martin Schuh,

Eidelstedter Platz 6a, & 5709385,

www.zahnaerzte-eidelstedt.de

■ Zahnarztpraxis Rainer Witt,

Holsteiner Chausee 267, & 55505962,

www.zahnaerzte-schnelsen.de

COACHING

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie.de/psychotherapie/

bundschuh

■ Ruthemann Coaching,

Heilpraktiker f. Psychotherapie,

Professor-Brix-Weg 4, & 31171492

www.ruthemann-coaching.de

■ easylife Therapiezentrum,

einfach abnehmen Winterhuder,

Marktplatz 6-7, & 309875130,

www.easylife-hh.de

APOTHEKEN

■ Alexander Apotheke St. Georg,

Steindamm 81, & 28009922,

www.alexapo.de

■ Alexander Apotheke City-Süd,

Beim Strohhause 2, & 97078827,

www.alexapo.de

■ Apotheke am H auptbahnhof,

Steindamm 2, Ecke Adenauerallee,

& 241241

■ Apotheke Zum Ritter St. Georg,

Lange Reihe 39, & 245044

■ Epes Apotheke,

Lange Reihe 58, & 245664

PSYCHOTHERAPIE

■ Markus Bundschuh,

Gestalttherapeut-Psychotherapie

(HPG), Müggenkampstr. 29,

& (0179) 5270700,

www.therapie .de/psychotherapie/

bundschuh

■ Christian Perro, Dr. med.,

Psychiatrie, Eppendorfer Landstr. 37,

& 464554

■ Kurt Strobeck,

Dr. med. Facharzt Psychiatrie und

Psychotherapie, Ferdinandstr. 35,

& 32527214


30

INTERVIEW

ZWEI LEBEN,

ZWEI BILDER VON HIV

Gordon ist 45 Jahre alt und

seit 1992 HIV-positiv. Marcel

ist 29; er erhielt sein positives Testergebnis

2015. Dazwischen liegen

23 Jahre. Wir sprechen mit beiden

darüber, wie sich ein Leben mit

HIV damals anfühlte und sich der

Umgang mit der Erkrankung heute

gewandelt hat.

Wie lebt es sich als relativ kurze Zeit

HIV-Positiver?

Marcel: Ich würde die Antwort gerne

zweiteilen. Was meine Gesundheit

angeht, spüre ich keinerlei negative

Auswirkungen. Ich nehme seit 2015 meine

HIV-Medikamente und hatte bisher weder

Therapiewechsel noch -versagen, noch

Nebenwirkungen. Vor allem der Besuch

beim Arzt, als das Testergebnis feststand,

ist mir aber noch in Erinnerung. Seine

Reaktion damals war: Immerhin sei es „nur

HIV und keine Hepatitis C oder so etwas“.

HIV sei mittlerweile eine chronische

Erkrankung wie Diabetes. Damals ist mir

schon ein wenig die Kinnlade runtergeklappt.

Ich hatte völlig andere Bilder im

Kopf.

Der zweite Teil der Antwort betrifft die

soziale Komponente: Privat ist da alles in

Ordnung, auch wenn es jedes Mal, wenn

ich mich als Positiver oute, zuerst immer

noch einen überraschten und leicht

besorgten Blick vom Gegenüber gibt. HIV

ist eben nach wie vor nichts Normales,

nichts, was man so einfach mal beim

Kaffee nebenbei erzählt…

Anders, als der besagte Diabetes…

Marcel: Genau! Da merkt man das soziale

Stigma auch heute noch. Das Bild aus den

1980ern, als die Infektion als ansteckend

und tödlich galt, hält sich bei vielen noch.

Allerdings relativiert sich das im Bekanntenkreis

recht schnell und es weicht

Neugier. Schwieriger ist es im sozialen

Bereich, bei Ärzten, im Job…

…Hast Du das schon erlebt?

Marcel: Nein, ich glücklicherweise nicht,

aber ich habe es durch meine Mitarbeit in

einer Selbsthilfeorganisation (A. d. R. pro

plus e. V.) schon oft mitbekommen.

Wie ist das bei Dir gewesen, Gordon?

Du bist Langzeitüberlebender…

Gordon: Anders. Ganz anders. Als ich mit 17

positiv getestet wurde, war das im Grunde

ein Todesurteil. Der Schock hat mich über

ein Jahr komplett aus der Bahn geworfen.

Ich wusste überhaupt nicht, wie ich mit der

Diagnose klarkommen soll.

Die heute eingesetzten

Kombinations therapien, bei denen

die Vermehrung des HI-Virus an

mehreren Stellen gestört wird,

gab es ja damals auch noch nicht.

Was hast Du für Medikamente

genommen?

Gordon: Es gab zu diesem Zeitpunkt nur

Medikamente, die Aids kurzzeitig aufhalten

konnten und die hatten so starke

Nebenwirkungen, dass viele in meinem

Umfeld schwere bleibende Schäden

davontrugen oder gestorben sind. Ich

habe mich deswegen auch geweigert, sie

zu nehmen, solange es ging. Glücklicherweise

ist Aids bei mir sehr lange nicht

ausgebrochen. Erst 1998 ging es mir auf

einmal wirklich mies und der Arzt hat eine

extrem hohe Viruslast festgestellt. Ich

war dann einer der ersten, die eine damals

aufkommende Kombinationstherapie

mit drei Wirkstoffen bekommen haben.

Damit ging es mir körperlich auch schnell

sehr viel besser. Trotzdem habe ich nur

zwei Jahre durchgehalten und dann eine

Therapiepause eingelegt.

Warum, wenn die Therapie doch

half?

Gordon: Weil ich überall rosa Elefanten

und Papageien gesehen habe. Ich konnte

teilweise nicht mehr Auto fahren, weil


ANZEIGE 31

ich so starke Halluzinationen hatte. Zusätzlich

litt ich an depressiven Schüben und mein

Körper veränderte sich: ich bekam Fettpolster an

Stellen, wo sie nicht hingehörten. Das waren die

Nebenwirkungen. Dazu noch der Therapiestress,

weil die Tabletten nach Zeitplan eingenommen

werden mussten und der ganze Tag sich danach

richtete. Ich konnte so nicht weitermachen.

Gesundheitlich lief es aber ganz gut bis ich

2002 nach Berlin gezogen bin. Durch den Stress

hat sich wohl dann das Immunsystem wieder

verabschiedet. Meine Ärztin hat mir daraufhin eine

Kombi mit einem damals gerade neuen Wirkstoff

verschrieben und diese Kombination nehme ich

mit einer weiteren kurzen Unterbrechung bis

heute. Sie ist wesentlich einfacher einzunehmen

und ich vertrage sie gut.

Du hast die Beschreibung von Marcel

gehört, wie sein Umfeld reagiert hat, wie er

mit der Infektion sozial agiert. Wie war das

bei dir?

Gordon: Es war Anfang der 1990er ein totales

No-Go. Im Privaten wollte mir meine Oma nicht

mal die Hand geben aus Angst, sich anzustecken,

geschweige denn aus einer Tasse trinken. Und in

der Szene hat man natürlich gar nichts gesagt,

sonst hätte man gar keinen Sex mehr gehabt oder

keinen Partner gefunden. Heute hilft es mir als

HIV-Positiver sehr zu wissen, dass jemand, dessen

Virusmenge im Blut dank medikamentöser

Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, das

Virus nicht weitergeben kann. ω

*Interview: Christian Knuth

Eine ausführlichere Videoversion dieses Talks

findet ihr unter www.nochvielvor.de und

www.männer.media. Marcel und Gordon

sprechen darin über ihre unterschiedlichen

Stigma-Erfahrungen, ihre Ängste und Erfahrungen

in Alltag und Partnerschaft sowie

darüber, wie Therapie und PrEP noch einmal

alles veränderten.

ω

Obwohl es sich gezeigt hat, dass die erfolgreiche Virussuppression

durch eine antiretrovirale Therapie das Risiko einer sexuellen

Übertragung erheblich reduziert, kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen

werden. Auf Grundlage (unkontrollierter) Beobachtungsstudien

stuft das Robert Koch Institut das Risiko einer sexuellen

Übertragung (Viruslast seit ≥6 Monaten unter der Nachweisgrenze)

als vergleichbar gering ein wie bei der Verwendung eines Kondoms

ohne antiretrovirale Therapie. 1 Auch die Deutsche Aidshilfe wertet

den Schutz durch Therapie als Safer Sex. 2

1

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/

Ratgeber_HIV_AIDS.html

2

https://www.aidshilfe.de/schutz-therapie#acc-175410

FOTO: XAMAX

Expertenstatement zum

Welt-Aids-Tag: Stefan Esser

Dr. Esser ist seit 1994 in der klinischen Forschung und medizinischen

Versorgung von HIV/AIDS-Patienten am Universitätsklinikum Essen

tätig und in verschiedenen Fachgesellschaften wie der Deutschen AIDS-

Gesellschaft und der dagnä (Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener

Ärzte in der Versogung HIV-Infizierter) aktiv.

Wie hat sich die HIV-Therapie

in den letzten ca. 30 Jahren

weiterentwickelt? Welche

„Meilensteine“ sind Ihnen im

Gedächtnis geblieben?

Die Entwicklung und Einführung

der antiretroviralen Kombinationstherapie

hat bei HIV-Infizierten die

Häufigkeit von schwerwiegenden

Erkrankungen und die Sterberate

drastisch gesenkt. Doch zunächst

litten die Patienten noch unter zahlreichen

Nebenwirkungen. Regelmäßig

mussten viele Pillen geschluckt

werden, um die HIV-Infektion zu

kontrollieren. Virologisches Versagen

mit Resistenzentwicklung war keine

Seltenheit. Die modernen antiretroviralen

Ein-Tabletten-Regime

sind gut verträglich und erreichen

bei mehr als 90% der Behandelten

das Therapieziel einer nicht mehr im

Blut nachweisbaren HI-Viruslast. Die

Lebenserwartung effektiv antiretroviral

behandelter Menschen, die mit

einer HIV-Infektion leben, nähert

sich jener der Allgemeinbevölkerung.

Die Lebensqualität und das

gesunde Altern von HIV-positiven

Menschen rücken immer mehr in

den Fokus.

Hat sich aus Ihrer Sicht der

Umgang Ihrer Patienten mit

der Diagnose verändert?

Die meisten meiner HIV-positiven

Patienten führen heute ein „normales“

Leben, nehmen zuverlässig ihre

antiretrovirale Therapie und definieren

sich oft nicht mehr so stark

wie früher über ihre Erkrankung.

Die Tatsache, dass eine effektive

Behandlung die Übertragung von

HIV verhindert, empfinden viele als

Befreiung und erlaubt angstfreieren

Sex. Während nur noch wenige HIV-

Infizierte bei der Diagnosestellung

schockiert reagieren, betrachten

einige die HIV-Infektion mit einer

unangemessenen Leichtfertigkeit.

Stigmatisierung von HIV-positiven

Menschen sollte heute hoffentlich

kein Thema mehr sein. Doch

trotz der Aufklärungskampagnen,

verschiedenen Testangeboten

und der guten Behandelbarkeit

der HIV-Infektion erfolgen die

Erstdiagnosen selbst in Deutschland

unverändert häufig erst in

fortgeschrittenen Stadien. Dies

ist einer der wichtigsten Gründe,

warum noch immer Menschen in

Deutschland an AIDS sterben.

Wir danken dem forschenden Pharmaunternehmen Gilead Sciences für die

freundliche Unterstützung bei der Durchführung des Interviews.

FOTO: MEDIENZENTRUM UK ESSEN


32 WELLNESS

PARTYDROGEN

NUR ZUM

SPASS?

Man trifft sich seit Jahren –

mit einer gewissen Regelmäßigkeit

– in den gerade angesagten

Klubs und hat so etwas wie eine

„Freundschaft“ aufgebaut. Um das

persönliche Verhältnis zu unterstreichen

und noch mehr Spaß zu

haben, nimmt man Drogen.

Sei es der Joint zum Chillen, der ganz

offen an der Theke gebaut wird, oder eine

Line zum Wachwerden und Durchhalten

backstage oder auf dem Klo. Das verbotene

Tun schweißt zusammen und die erworbene

aufgedrehte Heiterkeit bringt auch die sich

stockenden Smalltalks wieder in Gang. Und

manch einer finanziert sein Studium mit

dem Verkauf und Weiterverkauf von Gras,

Speed und Pillen, wenn er auch nicht als

„Dealer“ bezeichnet werden will. Wer dann

irgendwann keinen Bock mehr auf endlose

Partytage und diverse Pulver und Gräser hat,

gilt schnell als „komisch geworden“, „zurückgezogen“

und „verschlossen“. Und manchmal

stirbt dann auch die Party-Freundschaft.

Überzogen? Nein. Drogen gehören zum

Metropolen-Nachtleben wie der Farn zum

Wald. Hier findest du alles, was du wissen

musst über die verschiedenen Drogen, deren

Wirkung und Safer-Use-Regeln. *rä

SPEED

Speed, auch Pep oder Amphetamin genannt,

wird meist als weißes Pulver durch die Nase

gezogen, es kann aber auch oral, in Wasser

aufgelöst oder in Zigarettenpapier gewickelt,

konsumiert werden. Dass Speed so billig

ist, hat einen Grund: Der Reinheitsgehalt ist

Schwankungen von 10–80% unterlegen. Die

Wirkungsdauer schwankt genauso, zwischen

6–12 Stunden, manchmal auch 24 Stunden

ist man euphorisch, reizbar, selbstbewusst

und energiegeladen. Dann folgt ein Tag

Kopfweh, Übelkeit Nasenbluten, Halsweh

und manchmal auch Erbrechen und Durchfall.

Wer Speed konsumiert, sollte seinem

Körper nach einem Partywochenende

viel Vitamine und Mineralien gönnen und

schon während des Feierns daran denken,

nicht nur Alkohol zu trinken, denn das

erhöht den Kater später. Speed

führt zu Herzrasen und kann

paranoide Zustände auslösen,

regelmäßige User berichten

auch von gereiztem

Zahnfleisch und sogar

Zahnfleischrückbildungen.

KETAMIN

Ketamin, auch Special K

oder Vitamin K genannt,

wurde 1962 als Pferdenarkosemittel

entwickelt, aber auch

am Menschen eingesetzt. Wer meint es

konsumieren zu müssen, läuft Gefahr einen

Atemstillstand mit Todesfolge zu riskieren.

Ketamin sorgt für eine gefühlte Loslösung

deiner Psyche von deinem Körper. User

berichten von einer innigen Verbindung aus

Seele, Umgebung und Körper. Ketamin wird

durch die Nase gezogen, oral geschluckt

oder gespritzt. Der Rausch setzt nach

wenigen Sekunden oder Minuten ein und

dauert bis zu drei Stunden. Oft sackt der

User in sich zusammen, verbunden mit

einer kurzzeitigen Ohnmacht birgt Ketamin

daher auch ein hohes Verletzungsrisiko.

Geschmacks- und Geruchssinn sind

ausgeschaltet, das Schmerzempfinden, die

Redelust und Emotionen sind herabgesetzt.

Je nach Dosis ist der Körper stillgelegt

und befindet sich in einer Art Wachtraum.

Risiko bei längerfristigen Konsum: Paranoia,

Gedächtnisausfälle, Gehirnschäden

allgemein.*rä

CANNABIS

Als Marihuana (Gras), das aus den getrockneten

Blüten, Stängeln und Blättern der

weiblichen Cannabispflanze besteht,

zum anderen als Haschisch

(Dope/Shit/Piece), das

aus dem gepressten

Harz der weiblichen

Cannabispflanze

hergestellt wird

bekannt. Cannabis

wird im Joint geraucht

oder oral in Teigwaren

eingenommen. Der

Rausch setzt beim

Rauchen sofort ein und hält

sich ca. ein bis vier Stunden.

Bei der oralen Einnahme ist die

Wirkungsdauer länger (bis zu 10 Stunden),

aber setzt auch erst nach ein bis drei

Stunden ein. Der Rausch wird als entspanntes

Glücksgefühl wahrgenommen.

Das Reaktionsvermögen ist eingeschränkt,

der User wird müde. Beim regelmäßigen

Konsum treten vermehrt Sinnestäuschungen,

Konzentrationsschwierigkeiten,

Herzrasen und Denkstörungen auf. Ein

großes Problem ist die schnell entwickelte

psychische Abhängigkeit, die zum Abbruch

von Sozialkontakten führen kann. *rä

Weitere Infos auch unter

www.iwwit.de/drogen


ADVERTORIAL

EMSCULPT® – Die neue

Dimension der Körperkonturierung

WELLNESS 33

EMSCULPT® ist eine innovative

Technologie aus den USA, bei der Sie

Muskeln aufbauen und gleichzeitig Fett verbrennen

können – ohne schweißtreibende

Workouts, ohne OP, ohne Ausfallzeit.

Die Behandlung wird in vier Sitzungen von

jeweils 30 Minuten ambulant durchgeführt.

Die nicht-invasive HIFEM® Technologie

(High-Intensity Focused Electromagnetic)

erzeugt übermäßige und durch normale

Übungen nicht erreichbare Muskelkontraktionen

in schneller Folge. Der Effekt einer

Sitzung entspricht etwa dem von 20.000

Sit-Ups oder Kniebeugen. Das optimale

Ergebnis der Körperkontur ist in der Regel

nach 4-8 Wochen erreicht.

WAS IST DER UNTERSCHIED ZUM

HERKÖMMLICHEN EMS-TRAINING?

Beim EMS-Training wird lediglich Reizstrom

über einen verkabelten Anzug an die oberste

Muskelschicht abgegeben – deshalb bleibt

der Effekt aus.

Beim EMSCULPT® Verfahren wird ein

stimulierendes elektromagnetische Feld

aufgebaut, das ganzheitlich Muskel- und

Fett durchdringt. Dabei liegen Sie ganz

bequem, während das speziell entwickelte

EMSCULPT® Paneel auf dem Behandlungsbereich

platziert wird. Die Haut bleibt dabei

unversehrt.

MUSKELN AUFBAUEN, FETT REDUZIEREN

Die Sicherheit und Effektivität ist durch

die amerikanische Zulassungsbehörde FDA

(Food and Drug Administration) bestätigt.

EMSCULPT® lieferte konsistente Ergebnisse

beim Muskelaufbau, dem Fettabbau

und der Patientenzufriedenheit. Klinische

Studien zeigen im Durchschnitt einen:

- schnelleren Muskelaufbau um +16%*

- Abbau von Fettgewebe um -19%**

SCHNELL, ENTSPANNT & EFFEKTIV

DIE VORTEILE VON EMSCULPT® AUF

EINEM BLICK

■ Fettverbrennung**

■ Muskelaufbau- und Straffung*

■ Ambulant, nicht-invasiv, ohne OP

■ Keine Vorbereitung nötig, keine

Betäubung

■ Nützliche Unterstützung von aktivem

Workout

■ Die Hautoberfläche bleibt unversehrt

■ Kurze Behandlungszeit

■ Keine Ausfallzeit

JETZT AUCH FÜR ARME & BEINE

Dank der neuen kleineren Applikatoren bietet

EMSCULPT® jetzt auch die Behandlung

zur Festigung der Oberarme und Beine.

Sie bewirkt eine Verbesserung des Grundspannungszustandes

des Muskels sowie

die Kräftigung der Muskulatur. Es ist das

weltweit einzige nicht-invasive Verfahren

zur effektiven Formung und Straffung von

Armen und Beinen.

Mehr Infos & Termine unter

(0511) 515655-38 oder

klinik@dr-katrin-mueller.de

* und **: siehe Herstellerhinweise

WOHLFÜHLWINTER AUF SYLT!

VERWÖHNTAGE IM AARNHOOG VOM 01.12.2019 BIS 01.03.2020*

Genießen Sie Deutschlands schönste Insel zur ruhigen Jahreszeit und lassen Sie sich von uns verwöhnen:

3 oder 5 Übernachtungen in einer unserer Suiten oder im Doppelzimmer

1 Glas Begrüßungschampagner, tägliches Verwöhnfrühstück, nachmittags Kaffee und hausgemachter Kuchen,

täglich frisches Obst, abends ein 3-Gang-Menü in unserem Schwesterhotel Fährhaus Sylt,

50 Min. Aromaölmassage p. P., relaxen in Ihrem privaten Wellnessbereich oder in unserer Saunalandschaft

und in unserem Schwimmbad.

Preis pro Person für 3 Nächte ab 544 Euro im DZ, ab 640 Euro in der Suite

Preis pro Person für 5 Nächte ab 864 Euro im DZ, ab 1024 Euro in der Suite

*ausgenommen vom 23.12.2019 bis 05.01.2020

Hotel Aarnhoog GmbH

Gaat 13 · 25980 Sylt/Keitum · Telefon (0 46 51) 399-0

info@aarnhoog.de · www.aarnhoog.de


34 WELLNESS

Im Winter, wie im Sommer immer

eine Reise wert: die Nordseeinsel

Sylt. Die Urlaubsinsel besticht

durch ihre raue Natur und die über

die Jahrhunderte gewachsene

ganz eigene norddeutsche Bau- und

Lebensweise, den Gezeiten und

Wetterkapriolen der Nordsee die Stirn

zu bieten. Diesen Geist atmet auch die

Atmosphäre des mit nur elf Zimmern familiär

und gemütlich konzipierte Hotel Aarnhoog,

das in der wohl schönsten Siedlung der Insel liegt:

Keitum, die alte Kapitänsstadt mit ihrer typischen

FOTOS: AARNHOOG.DE

REISE

Sylt, Keitum, Aarnhoog!

in die Landschaft geduckten Reethausbebauung.

Die Mischung aus friesischer Tradition, modernen

Designklassikern und herzlichem Service macht den

besonderen Charme dieses Kleinods aus. Das Design

Hotel ist eingebettet in einen verwunschenen Garten

mit knorrigen Bäumen und prachtvollen Hortensien

mit zahlreichen Rückzugsorten und verfügt über Bar,

gemütliche Friesenstube, Bibliothek und ein großzügiges

SPA. Kinder und Hunde sind ausdrücklich

willkommen. So macht Sylt noch mehr Spaß!*ck

Aarnhoog Sylt, Gaat 13, Keitum,

046513990, https://aarnhoog.de/DE/

GESUNDHEIT

Persystema –

Fitnessstudio

neu gedacht

Dass Körper und Psyche sich gegenseitig

im Guten sowie im Schlechten

beeinflussen, ist lange Zeit als esoterischer

Mumpitz belächelt worden, inzwischen

anerkannte wissenschaftliche Tatsache.

Aber wie müssen die Stellschrauben

Ernährung, Bewegung, Entspannung

und bei Bedarf Therapie für ein gutes

Zusammenspiel kombiniert werden? Das

ist tatsächlich wohl so individuell, wie

der Mensch an sich. In Bergedorf ist mit

Persystema ein ganzheitliches Fitnesscenter

auf 1.000 Quadratmetern gegründet

worden, das man ohne Übertreibung eher als

vernetztes Sport-, Gesundheits-, Bildungsund

Wellnesszentrum beschreiben müsste,

um dem Konzept gerecht zu werden. Die

Idee: Du trainierst an modernsten Geräten

und hast gleichzeitig die Möglichkeit der

Diagnostik, Ernährungsberatung und des

Personal–Coachings. Massagen, Seminare

und Kurse ergänzen das Angebot. Das Team

fasst das so zusammen:

„Unsere Vision ist es, dem Menschen Wissen

und Möglichkeiten zur Gesunderhaltung

der Psyche und des Körpers zu vermitteln,

bzw. zu ermöglichen. Somit werden die

Voraussetzungen geschaffen, ein Leben

in Eigenverantwortung, Wohlbefinden und

Zufriedenheit zu führen. ​Die aus der gesundheitlichen

Verantwortung für sich selbst

und andere persönlich resultierenden Veränderungen

dienen nicht nur dem eigenen

persönlichen Wohlbefinden, sondern wirken

sich förderlich auf das gemeinschaftliche

und gesellschaftliche Miteinander aus. Um

dieser Vision näher zu kommen, leben wir

diese Werte im privaten und beruflichen

Bereich selbst – und geben diese durch

unsere Arbeit an andere Menschen weiter.

Dabei setzen wir auf Resonanz und nicht auf

Mission.“

Weil das alles recht komplex und umfangreich

ist, wie erwähnt dazu auch jeder

Mensch nur individuell zu seiner perfekten

Balance findet, kann ein Besuch vor Ort am

besten erklären, was dieses Fitnesszentrum

anders macht. In Kooperation mit Persystema

verlosen wir deshalb 10 Gutscheine für

einen Probemonat auf www.hinnerk.de. *ck

Persystema, Weidenbaumsweg 139,

Hamburg, 04081974850,

www.persystema-fitness.de

IMPRESSUM

Herausgeber:

Christian Fischer (cf) &

Michael Rädel (rä)

Chefredakteur:

Michael Rädel (rä) (V.i.S.d.P.)

Stellv. Chefredakteur:

Christian Knuth (ck)

BESUCHERADRESSE:

Berlin: Sophienstr. 8, 10178 Berlin,

T: 030 4431980, F: 030 44319877,

redaktion.berlin@blu.fm

Hamburg: T: 040 280081-76 /-77,

F: 040 28008178, redaktion@hinnerk.de

Frankfurt: T: 069 83044510 F: 069

83040990, redaktion@gab-magazin.de

Köln: T: 0221 29497538,

termine@rik-magazin.de,

c.lohrum@rik-magazin.de

München: Lindwurmstr. 71-73, 4.OG,

80337 München, T: 089 5529716-10,

Vertrieb: redaktion@leo-magazin.de

MITARBEITER:

Thomas Wassermann, Matthias Rätz (mr),

Ricardo M., Christian Lütjens,

Jonathan Fink, Christian K. L. Fischer (fis),

Leander Milbrecht (lm), Dagmar Leischow,

Sebastian Ahlefeld (sea)

Lektorat (ausgewählte Texte):

Tomas M. Mielke, www.sprachdesign.de

Art-Direktion: Janis Cimbulis

Grafik: Susan Kühner

Cover: Conchita Wurst,

Foto: Niklas von Schwarzdorn

ANZEIGEN:

Berlin: Christian Fischer (cf):

christian.fischer@blu.fm

Sebastian Ahlefeld (SEA):

Sebastian Ahlefeld@blu.fm

Ulli Pridat: ulli@blu-event.de

Charly Vu: charly.vu@blu.fm

Köln: Christian Fischer (cf):

christian.fischer@blu.fm

München: Christian Fischer (cf):

christian.fischer@blu.fm

Hamburg: Jimmy Blum (jb):

jimmy.blum@hinnerk.de

Bremen, Hannover, Oldenburg:

Mathias Rätz (mr):

mathias.raetz@hinnerk.de

Frankfurt: Sabine Lux:

sabine.lux@gab-magazin.de

Online: Charly Vu (charly.vu@blu.fm)

DIGITAL MARKETING:

Dirk Baumgartl (dax):

dirk.baumgartl@blu.fm

VERLAG:

blu media network GmbH,

Rosenthaler Str. 36, 10178 Berlin

Verwaltung: Sonja Ohnesorge

Geschäftsführer:

Hendrik Techel, Markus Pritzlaff (mp),

Christian Fischer (cf)

Vertrieb: CartellX, Eigenvertrieb

Druck: PerCom, Vertriebsgesellschaft

mbH, Am Busbahnhof 1,

24784 Westerrönfeld

Abonnentenservice:

Möller Medien Versand GmbH,

Tel. 030-4 190 93 31

Zeppelinstr. 6, 16356 Ahrensfelde,

Gläubiger-ID DE06 ZZZ 000 000 793 04

Unsere Anzeigenpartner haben es ermöglicht,

dass du monatlich dein hinnerk Magazin

bekommst. Bitte unterstütze beim Ausgehen

oder Einkaufen unsere Werbepartner.

Es gilt die hinnerk Anzeigenpreisliste

(gültig seit 1. Januar 2019). Namentlich

gekennzeichnete Artikel geben nicht

unbedingt die Meinung der Redaktion

wieder. Die Abbildung oder Erwähnung

einer Person ist kein Hinweis auf deren

sexuelle Identität. Wir freuen uns über

eingesandte Beiträge, behalten uns aber

eine Veröffentlichung oder Kürzung vor.

Für eingesandte Manuskripte und Fotos

wird nicht gehaftet. Der Nachdruck von

Text, Fotos, Grafik oder Anzeigen ist nur

mit schriftlicher Genehmigung des Verlags

möglich. Für den Inhalt der Anzeigen sind die

Inserenten verantwortlich. Bei Gewinnspielen

ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der

Gerichtsstand ist Berlin. Abonnement:

Inlandspreis 30 Euro pro Jahr, Auslandspreis

50 Euro pro Jahr. Bei Lastschriften wird

die Abogebühr am 3. Bankarbeitstag des

laufenden Monats abgebucht.

Die Anzeigenbelegunsgeinheit

blu media network GmbH

rik / gab / hinnerk

unterliegt der IVW-Auflagenkontrolle


www.nochvielvor.de

was

andere auch

Es ist deine Entscheidung, mit einer

erfolgreichen Behandlung kannst du

leben, wie du es willst.

Nimm dein Leben in die Hand und erfahre

mehr auf NOCHVIELVOR.de

Eine Initiative von

für ein positives Leben mit HIV.


WELLNESS

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM_HOOZONE

KÖRPER

Massagetechniken aus aller Welt

HOT-STONE-MASSAGE

Die Hot-Stone-Massage verbindet klassische

Massagegriffe mit dem Einsatz heißer

Steine. Diese werden im Wasserbad auf

ca. 60 Grad Celsius erwärmt und bestehen

meistens aus Basalt. Die Griffkombinationen

geben dem Körper ein Wohlgefühl,

beruhigen und fördern gleichzeitig die

Durchblutung, unterstützen den Lymphfluss

und lösen Verspannung in der

Muskulatur. Hot-Stone-Massagen lassen

sich individuell als Ganzkörperbehandlung,

Gesichts-, Schulter-, Nacken- oder

Rückenmassage einsetzen.

THAI-YOGA-MASSAGE

Die Thai-Massage ist eine Kombination aus

Akupressur, Dehn- und Streckübungen

(passives Yoga), Energiearbeit und Meditation.

Durch das Zusammenwirken von

sanften Gelenkmanipulationen und ruhig

fließenden Bewegungen stellt sich schon

kurz nach der Massage ein vitalisierendes

und tief entspannendes Körpergefühl ein.

Die Thai-Yoga-Massage wird traditionell auf

einer Matte am Boden praktiziert

SPAZIOUOMO –

EINE HERRENBEHANDLUNG

DER GANZ BESONDEREN ART

Bei der Spaziouomo-Massage werden

neben dem Gesicht auch die besonders verspannten

Regionen wie Rücken, Schultern

und Nacken behandelt. Gezielt eingesetzte

Massagegriffe mit Steinen (kalt oder warm)

runden dieses Männerkonzept ab..

ÄGYPTISCHE ISISMASSAGE

Die ägyptische Isismassage hat ihren

Ursprung im Land der Pharaonen und wurde

schon in der ägyptischen Hochkultur in den

„Hohen Häusern“ angewandt. Klassischerweise

ist diese Form eine Streichmassage,

eingeleitet durch ein kräftiges Waschritual

im Hamam. Bei der Massage wird mit

ägyptischen Aromaessenzen gearbeitet. Die

ägyptische Isismassage wirkt entspannend

und harmonisierend und schließt mit dem

Auflegen kleiner Energiepyramiden und

einem erfrischenden Minzritual ab.

BAOBAB – AFRIKANISCHE

GANZKÖRPERMASSAGE

Die Baobab stellt eine kräftig durchgeführte

Behandlungsform mit Teakholzstempeln,

Körperpinseln und kräftigenden Baobabextrakten

dar. Das Körpergewebe wird zur

Entschlackung angeregt, die Haut wird

durch den Peelingeffekt samtweich. Die

Muskulatur wird kräftig durchblutet, Spannungszustände

werden dadurch beseitigt.

HAWAIIANISCHE

LOMI-LOMI-NUI-MASSAGE

Lomi Lomi Nui ist eine traditionelle Massageform

aus Hawaii. In der Landessprache

bedeutet „lomi“ so viel wie „reiben“, „kneten“

oder „drücken“, die Verdoppelung verstärkt

diese Bedeutung. „Nui“ heißt „groß“,

„wichtig“ oder „einzigartig“. Diese Massage

wurde von schamanischen Heilern (Kahuna)

ausgeübt. Jeder Heiler entwickelte seinen

eigenen Massagestil gemäß der familiären

Tradition und Überlieferung, sodass es auch

auf Hawaii nie nur einen „echten“ Lomi-Stil

gegeben hat. In Europa wurde sie erst Ende

des 20. Jahrhunderts bekannt, vor allem als

Wellness-Massage. Die Massage soll Blockaden

auf körperlicher und seelischer Ebene

lösen und die Harmonie von Körper, Geist

und Seele wiederherstellen.

Bei Lomi Lomi Nui wird viel Öl verwendet.

Der Behandelnde arbeitet nicht nur mit

den Händen, sondern mit dem gesamten

Unterarm einschließlich der Ellenbogen. Die

Bewegungen sind grundsätzlich fließend

und leicht schaukelnd, wobei die Behandlung

von hawaiianischen Gesängen begleitet

wird. Die Massage kann in ihrer Stärke

variieren, auch innerhalb einer Behandlung.

So kann sie sehr sanft und beruhigend sein,

aber auch fordernd, in den Schmerz gehend,

um tief liegende Spannungen aufzulösen.

CHILL-OUT FEET CONCEPT

Einzigartiges Fußbehandlungskonzept

unter Verwendung 100%ig natürlicher

Fußbehandlungsprodukte – die Wellnesspediküre.

Einleitend ein entspannendes

Blütenfußbad und anschließend ein sanftes

Salz-/Ölpeeling, um Hornschüppchen

zu entfernen. Darauf folgt die klassische

Wellnessfußpflege. Eine Energiezonenmassage

mit warmen Steinen oder speziellen

Fußkräuterstempeln löst Verspannungen

und harmonisiert den Energiefluss. Abgerundet

wird dieses Fußkonzept mit einer

Spezialmaske.

KLANGSCHALENMASSAGE

Bei der Klangschalenmassage werden

mehrere Klangschalen auf den Körper

gelegt und angeschlagen. Die feinen Vibrationen

und Töne erreichen den gesamten

Körper und sorgen für innere Ruhe

und Wohlbefinden. Unser Körper besteht

überwiegend aus Wasser – das erklärt die

Wirkungsweise dieser Anwendung. Die

Flüssigkeit wird durch die Schallwellen

in Bewegung versetzt und leitet diese

weiter. Dadurch erreicht man selbst tief

im Inneren liegende Organe. So lassen sich

physische und psychische Verspannungen

lösen. Die Töne sprechen auch die verschiedenen

Chakren an und können diese

harmonisieren und kräftigen.

www.beauty-guide.de


WENIGER

DURCHHÄNGEN

MEHR

ABHÄNGEN

Zu wissen was alles in deiner HIV-Therapie

steckt, kann dich gelassener machen.

Sprich mit deinem Arzt, was für dich und

dein langfristig gesundes Leben am

Besten ist.

WENIGER HIV

MEHR

DU

Mehr Infos unter LiVLife.de

PM-DE-HVU-ADVT-190030 Okt 2019


WELLNESS

Trainieren geht immer

WELLNESS

Du bist mal wieder auf Reisen

und weit und breit ist kein

Gym zu finden? Powerbands

sind ideal für Männer, die viel

unterwegs sind und trotzdem

auf ihr tägliches Training nicht

verzichten wollen. Sie sind einfach

zu handhaben, wiegen so

gut wie gar nichts und passen

problemlos auch in kleinste Gepäckstücke.

Die flexiblen Bänder

sind nur was für Mädchen,

meinst du? Powerbands basieren

anders als Hanteln nicht auf

dem Prinzip der Schwerkraft.

So wirkt eine kontinuierliche

Spannung auf die Muskeln und

ein größerer Trainingseffekt wird

erzielt. Außerdem gibt es die

Bänder in vier unterschiedlichen

Widerständen, sodass selbst

richtige Muckimänner noch

ins Schwitzen geraten. Auf der

Website von Powerbands findest

du einen Online-Gym mit

vielen Übungen, für die du dich

kostenlos anmelden kannst. *fj

www.letsbands.com

Broga

Kickstarter

Yoga ist eine

feine Sache.

Es hilft, das

Gleichgewicht

zu stärken, kann

zum Stressabbau beitragen

und ist eine tolle Alternative

zur traditionellen Rückenschule.

Viele Männer allerdings fürchten,

sie wären nicht flexibel genug und

würden in einem Raum voller Frauen

Gefahr laufen zu versagen. Deshalb

haben Yoga-Instructor Robert Sidoti

und Business-Profi Adam O’Neil vor

wenigen Jahren Broga erfunden:

Yoga nur für Männer. Klassische

Yoga-Übungen werden dabei mit

funktionalen Workout-Elementen

kombiniert, um vor allen Dingen die

Körpermitte zu stärken und gleichzeitig

die Muskeln zu definieren.

Kurse gibt es in Deutschland bislang

nicht, allerdings veröffentlichen

die Erfinder regelmäßig knapp einstündige

Übungseinheiten auf ihrer

Website, die jeder bequem zu Hause

durchführen kann. Und niemand

erwartet, dass du deine Zehen mit

den Fingern berühren kannst. *fj

www.brogayoga.com

Das ABBEY Refreshing

Body Wash von Graham Hill

Cosmetics verspricht einen

Kickstart in den Tag. Kaltgepresstes

Jojobaöl entspannt die

Haut und schützt vor Trockenheit.

Die vitalisierende Formel mit Minzextrakt

reinigt mild und hinterlässt ein

langanhaltendes Frische-Gefühl. Bergamotte,

Wasserbambus und blauer Lotus

sorgen für eine taufrischholzige Duftnote.

Besonders ehrgeizige Zeitsparer

können das Duschgel auch als Shampoo

verwenden. *fj

www.grahamhill-cosmetics.com

Lass ihn wachsen

Gekommen, um zu bleiben: Wer dachte, der

bärtige Mann wäre ein flüchtiger Trend wie

Augenbrauen-Piercings oder Hosen, die in den

Socken stecken, der irrte. Aber was tun, wenn

die Gesichtsbehaarung mehr spärlich als männlich

ausfällt? Nun, es gibt die Möglichkeit, Haare vom

Hinterkopf in Wangen und Kinn zu implantieren (wir haben

euch von unserem Selbstversuch in Mate #51 berichtet).

Oder man regt den Bartwuchs auf ganz natürliche Weise an.

Entscheidend für gesundes, kräftiges Haar nicht nur auf dem

Kopf ist beispielsweise die Ernährung. Lebensmittel, die reich

an Vitamin A sind, regen das Zellwachstum an. Vitamin C ist

ein Antioxidans, das freie Radikale blockiert, die Haare und

Haut schädigen. Zink, Eisen und Omega-3-Fettsäuren sollen

außerdem volles Haar begünstigen. Es gilt deshalb, viel Fisch

und frisches Gemüse zu sich zu nehmen. Wie das Kopfhaar

werden Barthaare über das Blut mit Nährstoffen versorgt.

Eine ausreichende Hydrierung ist daher unabdingbar. Simultan

kann die Blutzirkulation durch Stimulation angeregt

werden, was wiederum die Nährstoffversorgung und somit

den Haarwuchs befördert – den Bart also regelmäßig bürsten

oder mit Bartöl massieren. *fj

HAAR

#machsmatt

Die dezent duftende BRISK Mattpaste mit Hopfenextrakt kreiert natürliche, matte

Styles mit mittlerem Halt ohne zu verkleben – ein echtes Naturtalent. Egal ob

lässig flexibler Surfer-Style oder locker aus dem Gesicht frisiert, die Mattpaste

#machtsmatt und verleiht dem Haar einen natürlich gepflegten Look. Absoluter

Geheimtipp: Die Mattpaste eignet sich aufgrund ihrer leichten, matten Formulierung

und des flexiblen Halts auch ideal für das Bartstyling.

www.brisk.de


Ungebremst ins Abenteuer.

Hier in Key West gehörst Du sofort dazu. Erstklassige Tauchund

Schnorchelmöglichkeiten, Bootsausflüge und Öko-Touren,

eine aufregende Kunstszene und viele andere LGBT-freundlichen

Aktivitäten machen es möglich, dass Du alles in Deinem eigenen

Tempo erlebst. LGBT-Führungen, FKK-Resorts, schrilles

Kabarrett und weitere Highlights bedeuten: Der Einzige,

der Dich bremsen kann, bist Du.

fla-keys.com/gaykeywest +49 - (0)221 476712 14


REISE

AROSA

FOTOS: JORGE PEREIRA

SCHNEEGESTÖBER

Sie ist die wohl bekannteste schwul-lesbische Skiwoche in Europa. An die 600

Teilnehmende kommen jedes Jahr im Januar nach Arosa, um mit Gleichgesinnten auf den

Pisten und abseits davon ihren Winterurlaub zu verbringen.

Sonne satt. Dank seiner Lage bis auf

über 2.800 Meter Höhe genießt das

Wintersportgebiet Arosa Lenzerheide

nicht nur einen Ruf als besonders

schneesicher, sondern auch als eine der

sonnigsten Bergregionen der Schweiz. Skiund

Snowboardfans können auf insgesamt

225 Pistenkilometern die Berghänge

hinabfahren – dank der 2014 eröffneten

Urdenbahn, die die Berggipfel zwischen

Arosa und Lenzerheide innerhalb von fünf

Minuten verbindet.

ZAHLREICHE ERMÄSSIGUNGEN

Spektakuläre Abfahrten durch

glitzernden Pulverschnee und

traumhafte Aussichten auf das

Alpenpanorama von Graubünden sind

nur ein Grund, warum sich die Arosa Gay

Skiweek seit nunmehr zwanzig Jahren

größter Beliebtheit erfreut. Es ist vor allem

die Mischung von Schweizer und internationalen

Gästen, die während des siebentägigen

Events für eine ganz besondere

Stimmung sorgt. Das Schweizer Bergdorf

tut mit Regenbogenbeflaggung und jeder

Menge Gastfreundschaft sein Übriges, um

die LGBTIQ*-Community willkommen zu

heißen. Dass eine Teilnahme in der sonst

als teures Pflaster geltenden Schweiz

durchaus erschwinglich ist, beweisen

Pauschalangebote ab 620 Euro pro Person

für eine Woche inklusive Skipass. Die Partnerhotels

der Arosa Gay Ski Week reichen

dabei von einfachen Ferienwohnungen bis

zum luxuriösen 5-Sterne-Hotel Tschuggen

Grand mit seinem grandiosen Spa und

hauseigener Bergbahn, die die Gäste in

wenigen Minuten auf die Piste nahe der

Tschuggenhütte bringt. Die Hütte mit

ihrer großen Sonnenterrasse ist zugleich

Treffpunkt für die Teilnehmer der Gay Ski

Week – sei es für ein zünftiges Mittagessen

oder einen ersten Après-Ski bei einem

Glas Aperol Spritz. Mit einem Event-Pass

sichert man sich zudem nicht nur einen

kostenlosen Liegestuhl, sondern bekommt

neben freiem Eintritt zu den Partys auch

zwanzig Prozent Rabatt auf die Ski- bzw.

Snowboardmiete und erhält Ermäßigung

auf Unterrichtsstunden.

POOL PARTY & DRAG RACE

G

roßer Beliebtheit erfreuen sich die

geführten Ski- bzw. Snowboardtouren,

die täglich während der gesamten

Skiwoche stattfinden. Die Arosa Gay Ski

Week startet am 18. Januar mit einem Meet &

Greet sowie der Eröffnungsparty Break The

Ice. Zu den weiteren Highlights gehören ein

klassisches Konzert in der Dorfkirche, die

Addicted Pool Party im Solbad des Hotels

Altein sowie die White Snowball Party und

das Drag Race am 24. Januar als krönende

Abschlussveranstaltungen. Daneben gibt

es jeden Abend spezielle Dinner-Events wie

etwa ein Fondue Chinoise, eine Drag Dinner

Show und einen Fondueplausch mit vorherigem

Nachtschlitteln. Nach Arosa kommt

man ab Zürich am einfachsten mit dem Zug.

Zuerst mit dem InterCity nach Chur und von

dort weiter mit dem romantischen Arosa-

Express der Rhätischen Bahn. SWISS bietet

auf Flügen nach Zürich einen Rabatt von bis

zu zehn Prozent. Den Event-Code gibt es auf

der Website der Arosa Gay Ski Week. *dax

18. – 25.1.2020, Arosa Gay Ski Week,

www.arosa-gayskiweek.com


• Nur für Männer ab 18

• Sauna, Dampfbad, Erholung

• Gay Bar & Cruising

• Nur 1 Stunde von München

Super Ski Wochen 04.12. - 18.12.2019 & 19.03. - 13.04.2020

4 Übernachtungen mit Frühstück

3 Tage Skipass ab € 299.-

Infos und Buchen unter:

www.hausromeo.at

www.skiwelt.com

Blaiken 71

6351 Scheffau

Österreich

Telefon: +43 5358 4 313171

E-Mail: info@hausromeo.at


REISE

FJORDE IM WINTER

Stilecht nach Norwegen reisen macht man am besten von

der Seeseite her, vorbei an der zerklüfteten Küste der Schären.

FOTOS: CF

Also: Ab nach Aalborg in Dänemark

und dort vom Flughafen weiter per

Auto Richtung Hirtshals, um die Fähre

nach Norwegen zu besteigen. Fjordline

hat seine Flotte auf den neusten Stand

gebracht, und von Buffetreichhaltigkeit

bis Kabinenausstattung bleibt eigentlich

nichts zu wünschen übrig.

Eine Kabine kann mit bis zu vier

Personen gebucht werden, sie bietet

einen angenehmen Komfort von den

Betten bis zur Nasszelle. In der Nacht

geht es über Stavanger ins norwegische

Bergen: Weltkulturerbe durch die alte

Hafenfront mit ihren historischen Holzhäusern.

Nach einem kurzen Stadtbummel

und einer Fahrt mit der berühmten

Einschienenbahn auf den Aussichtspunkt

der Stadt geht es per Schnellfähre

vom Hafen weiter ins winterliche Fjordnorwegen.

Kleine Städte und beschauliche

Landstriche wie Rosendal, Eidfjord

oder Fosset am Hardangerfjord bieten

wunderbare Augenblicke und laden zu

Wanderungen durch die ursprüngliche

Natur ein. Gerade in den Wintermonaten

erhascht man immer wieder atemberaubende

Aussichten. Aktivitäten wie

Schneeschuhwandern und Langlauf

halten fit und bringen pure Energie für

Körper und Geist: Vorbei an kleinen

romantischen Wasserfällen und tiefen

Schluchten schaltet man hier ab vom

Stress des Alltags. Gekrönt wird das

im Königreich Norwegen noch durch

die unglaubliche Gastfreundschaft

der Einheimischen. Mit einem HEI HEI

öffnen sich die Herzen der Menschen.

Ungewohnt ob der gesellschaftlichen

Lage zu Hause in Deutschland, ein

umso schönerer Moment der Herzlichkeit.

Am besten ist das im Winter nach

einem langen Tagesausflug am prasselnden

Kamin zu erleben, wo man die

Eindrücke des Tages Revue passieren

lässt und sie bei einem Glas Wein oder

Øl (Bier) mit anderen teilt. Norwegen ist

auch im nordischen Winter eine Reise

wert. *cf

www.fjordline.com

www.visitnorway.com

www.fjordnorway.com

www.visitbergen.com

SÖLDEN: RODELN IST NUR WAS FÜR ANFÄNGER …

Wir gehen ins 11. Jahr des Gay Snowhappening im österreichischen

Sölden. Seit Jahren ein immer wiederkehrender Event

mit Familienfestcharakter.

Selbst wenn man allein anreist, hat man

spätestens nach zwölf Stunden das Gefühl,

einer großen Familie anzugehören.

Immer im März, startend an einem Samstag,

beginnt die heiße Woche: Die Hostessen

Marteina und eine Begleitperson eröffnen

den Abend mit einem Tanz und viel Glanz

und Gloria im Bierhimmel. T-Shirt aus, ein

paar Schnäpse Mut, und schon bist du der

Go-go des Abends. Gäbe es Heidi Klums

Modelsuche für Männer: Hier wäre die perfekte

Challenge für die angehenden Selbstdarsteller.

Glaubt uns: Ihr könnt es euch

nicht vorstellen, aber ihr

werdet es lieben. Tagsüber

haben die Macher

des Snowhappening ein

abwechslungsreiches

Programm gestrickt,

das verschiedenste

klassische Alpenaktivitäten

bietet. Wer als

Gold-Mitglied dabei ist,

hat bei den zahlreichen

Ski-, Snowboard- oder Wanderangeboten

auch die Mahlzeiten in den

Ausflugslokalen und Berghütten

gleich inklusive gebucht und

braucht sich beim Toben im

Schnee nicht um sein Portemonnaie

zu sorgen. Am besten lässt er

es gleich im Hotel.

Abends und besonders natürlich

am abschließenden Wochenende

locken insgesamt sieben Events den

Partytiger aus dir heraus, und wer es

endlich einmal ausprobieren will: Das Drag

Race ist deine Chance,

dir und allen anderen

zu beweisen, dass du

zum einen im Fummel

blendend aussehen

kannst und zum anderen

allerlei Herausforderungen

mit links erledigst.

Es winken Ruhm, Ehre

und coole Preise. Die

Boyakasha GSH Farewell

FOTOS: CF

Party vom gleichnamigen Veranstalterteam

aus der Schweiz ist dann der ausgelassene

Höhepunkt der Woche und gleichzeitig der

Abschied bis zum nächsten heißen Männertreffen

im kalten Schnee Söldens. *cf

21. – 28.3.2020,

Gay Snowhappening, Sölden,

www.soelden.com/gaysnowhappening


NEUES DESIGN-

HIDEAWAY

ZUM SONNENSKIFAHREN IN SÜDTIROL

FOTOS: SILENA

Voilà, dein neues Design-Versteck in den

Bergen: das SILENA in südtirol.

Was hier so besonders ist?

Vor allem, dass das SILENA

mehr ein Retreat als ein

klassisches Hotel ist. Es

ist das erste soulful Hotel

Südtirols. Hier wurde alles

mit Fingerspitzengefühl gestaltet.

Südostasien trifft auf

Südtirol, Feng-Shui-Architektur

auf alpine Naturküche,

Yoga und Qi Gong auf

erstklassige Drinks. Es gibt

rund 40 Zimmer und Suiten

in dem Ski-In Ski-Out Hotel

nahe der Piste. Vorsicht

Suchtgefahr bei der „Soulful

Rooftop Suite“ mit privater

Dachterrasse, finnischer

Sauna, Kamin und Kingsize-

Himmelbett! Und beim 1.550

Quadratmeter großen Spa

auf zwei Etagen und u.a. mit

Infinity Pool (s. Bild) und

SILENA Silence Suite, die

du ganz privat allein für dich

und deinen Lieblingsmenschen

reservieren kannst.

Da kann die Skipiste auch

mal warten … Auch soulful:

die Tee-Bibliothek und

Lese-Lounge mit über 1.000

Büchern, die Aktivitäten von

Atemwandern bis Fatbiken

im Schnee und das Winterangebot

„Winter Kiss“, bei

dem du im Januar und März

(Sonntag bis Donnerstag)

vier Übernachtungen zum

Preis von drei bekommst,

Langschläferfrühstück,

hausgemachten Kuchen am

Nachmittag und 5-gängiges

Soulfood-Menü am Abend

inbegriffen. Tipp: Im Winter

fliegt easyJet von Berlin

Tegel nach Innsbruck. Von

dort aus bist du mit dem

Mietwagen in anderthalb

Stunden über den Brenner

und – zack! – am sonnigen

Ziel deiner Winterurlaubsträume!

SILENA Design-Retreat,

Birchwaldweg 10,

39037 Mühlbach/Vals

in Südtirol, Italien,

+39 0472 547194,

info@silena.com,

www.silena.com


REISE

SOMMERFRISCHE

FOTOS: DAX

FIRE ISLAND

Während man im Sommers in New York ordentlich ins Schwitzen kommt, liegt die Abkühlung

ganz nah: Auf Long Island, gut sechzig Minuten vom Flughafen JFK entfernt, sorgt das schwule

Urlaubsparadies Fire Island für Abwechslung.

Sie heißen Cherry Grove und The

Pines, jene Orte, die für jeden

schwulen New Yorker sofort nach

Urlaub klingen. Beide liegen dicht nebeneinander

auf der knapp fünfzig Kilometer

langen und nur maximal einen Kilometer

breiten Sandinsel Fire Island, die man von

Manhattan aus per Zug und Fähre über

das Städtchen Sayville in knapp zwei

Stunden erreicht. Abseits der Großstadt

hatten schwule Urlauber das einstige

Walfänger-Nest Cherry Grove schon im 19.

Jahrhundert entdeckt. Hier scherte sich

niemand um Konventionen, und Freigeister

wie der schwule Dichter Walt Whitman

kamen als Gast. Seine Blüte erlebte Fire

Island in den 1970er- und 1980er-Jahren, in

denen hier alles erlaubt war und sexuelle

Freizügigkeit das Leben dieses schwulen

Urlaubsparadieses bestimmte. Die Aids-

Krise der 1980er-Jahre sorgte auch auf

Fire Island für eine tiefe Zäsur. Es waren

vor allem Lesben, die nun in Cherry Grove

viele Häuser aufkauften, um das Eldorado

von Freiheit und Freizügigkeit zu bewahren.

„Cherry Grove ist eine echte Community,

hier kennt man sich, lebt zum Teil seit

Jahrzehnten mit denselben Nachbarn und

vermietet sein Haus kaum an Fremde.“ Julian

Dorcelien kam 1990 der Liebe wegen

nach Fire Island und ist inzwischen Hausherr

des schwulen Gästehauses Belvedere,

einem aus Holz erbauten Palast mit

Türmchen und Erkern, deren strahlendes

Weiß jeden Besucher Fire Islands schon

von Weitem begrüßt.

PALAST FÜR SCHWULE

MÄNNER

die Geschichte des 1957 erbauten

Hauses ist ebenso schillernd

wie die seiner Vorbesitzer. „Der

erfolgreiche Set-Designer John Eberhardt

hat das Haus von Anfang an als schwules

Gästehaus geplant“, so Julian. „Die Lage

am Wasser erinnerte John an Venedig,

und so wurde das ganze Gebäude im Stil

eines venezianischen Palazzo entworfen.“

Wäre das Wort „Tuntenbarock“ nicht schon

weitläufig bekannt, müsste man es wohl für

das Belvedere erfinden: schwere Vorhänge,

üppige Wandgemälde und Statuen nackter

Männer, wohin das Auge blickt. Kitsch wird

hier zur Kunst erhoben und macht einen

Aufenthalt zum absoluten Kulterlebnis.

Viele Optionen zur Übernachtung hat der

europäische Tourist ohnehin nicht. Fire

Island – vor allem The Pines – ist bekannt

für seine luxuriösen Ferienhäuser, die man

als Freundesgruppe von zehn Personen

oder mehr über mehrere Wochen mietet.

Wer nicht das Glück hat, Freunde mit einem

„Share“ an einem solchen Haus zu haben,

Julian

ist auf die wenigen Gästehäuser wie das

Belvedere angewiesen oder besucht Fire

Island ab New York als (zugegeben etwas

anstrengende) Tagestour. Vor allem an den

Wochenenden zwischen Juli und September

ist Fire Island voll bis auf den letzten

Platz. Der typische Tagesablauf besteht

dabei aus gemeinsamem Frühstück, Pool,

Strand, Tea Dance, Nickerchen, Abendessen

und einem Bar-Besuch. Während der

bekannteste Tea Dance am Nachmittag bis

Sonnenuntergang am Hafen von The Pines

stattfindet, trifft man sich zu späterer Stunde

in Cherry Grove zu Dragshows, Bingo oder

Klubnacht im Ice Palace, einem geräumigen

Klub direkt am Hafen. Den Weg zwischen

den beiden Örtchen legt man entweder zu

Fuß durch ein Pinienwäldchen entlang des

Strandes oder per Wassertaxi zurück, denn

Autos sind auf Fire Island nicht erlaubt.

Zumindest als Kurzurlauber braucht man

sich um Verpflegung keine Gedanken zu

machen: Eine kleine Auswahl an Restaurants

sorgt für die nötige Abwechslung. *dax

www.discoverlongisland.com

www.belvederefireisland.com


Karibik

Ab

€ 229 99*

* Komplettpreis pro Flug bei Buchung eines Hin- und Rückflugs inkl. Steuern und Gebühren. Condor Flugdienst GmbH, Condor Platz, 60549 Frankfurt am Main.

Wir lieben Fliegen.


REISE

SCHÖNE UNBEKANNTE

FOTOS: DAX

BANGKOK

Bang Krachao

Thailands Hauptstadt

ist bekannt als

Kulturmetropole, Szenehotspot

und Shopping-

Paradies. Doch Bangkok

bietet weit mehr: Oft nur

wenige Kilometer abseits

der Touristenströme

findet man üppig grüne

Natur, dörfliches Idyll und

vergessene Tempel.

noch verirren sich wenige Touristen

hierher: Wer sich mit Grasshopper

Adventures auf eine Radtour durch

das alte Bangkok begibt, fährt nicht etwa

an Königspalast, Wat Pho oder dem Tempel

des Goldenen Berges vorbei. Vielmehr führt

die Tour auf die andere Seite des die Stadt

teilenden Flusses Chao Phraya in den Stadtteil

Thonburi. Nur wenige Jahre, zwischen

1772 und 1782, lag hier die Hauptstadt von

Siam, bevor diese ans Ostufer nach Bangkok

verlegt wurde. Viele Relikte aus dieser Zeit

lassen sich nur über schmale Gassen und

Brücken, die über unzählige Kanäle führen,

erreichen und liegen so versteckt, dass man

sie ohne Führer kaum findet. Etwa jener Tempel,

dessen Existenz selbst den Behörden bis

vor ein paar Jahren nicht bekannt war und

dessen Mauern zum Teil in den Gärten von

Privathäusern stehen. Direkt am Flussufer

gibt es auch noch einige jener Pfahlbauten,

in denen die Menschen seit Jahrhunderten

leben und die den gewaltigen Kräften des

Chao Phraya ebenso lange trotzen. Man

kann sich kaum vorstellen, dass nur ein paar

hundert Meter weiter modernste Hochhäuser

und Hotels das Ufer säumen.

TRADITION

es sind jene Kontraste zwischen

moderner Metropole und dörflichem

Leben, die Bangkok ungeheuer

spannend machen. Immer wieder gibt

es kleine Bezirke und Gemeinden, deren

Selbstverwaltung dafür sorgt, dass alte

Strukturen erhalten bleiben. Nang Loeng

ist so ein Beispiel: Mitten in der Stadt, unweit

der populären Khaosan Road gelegen,

versucht die Gemeinde, Traditionen wie

alte thailändische Tänze oder Handwerk

zu bewahren. Der zum Bezirk gehörende

Markt zählt dabei zu Bangkoks authentischsten

Märkten mit thailändischen

Spezialitäten. Mit Anbietern wie Hivsters

kann man individuelle Touren, etwa zum

Thema Kochen, Tanz oder Kultur buchen

und kommt mit den dort lebenden und

arbeitenden Menschen zusammen.

OASE

e

in Erlebnis ganz anderer Art ist ein

Besuch von Bang Krachao. Die von

einer Flussschleife des Chao Phraya

gebildete Insel wird auch als grüne Lunge

Bangkoks bezeichnet. Hier erwarten den

Besucher Mangrovenwälder, Plantagen,

Palmenhaine und kleine Dörfer, die sich am

besten mit dem Fahrrad erkunden lassen

– entweder auf einer geführten Tour oder

individuell. Am einfachsten gelangt man auf

die Insel mit einer Fähre, die am Tempel Wat

Bang Na Nok in der Nähe der Skytrain-Station

Bang Na ablegt. Fahrräder gibt es dann

auf der anderen Seite zu mieten.

NERVENKITZEL

wer es abenteuerlich mag,

sollte sich nach Mae Klong

begeben. Die etwa neunzig

Kilometer westlich von Bangkok gelegene

Kleinstadt ist berühmt für ihren Markt, der

auf Bahngleisen liegt. Mehrmals am Tag

packen die Händler bei Durchfahrt des Zuges

in Windeseile ihre Sachen zusammen

und räumen diese ebenso schnell wieder

zurück, sobald der letzte Waggon ihren

Stand passiert hat. Idealerweise besteigt

man ein paar Stationen vorab den Zug,

fährt einmal mitten durch und beobachtet

das Spektakel dann vom Markt aus, wenn

der Zug den Kopfbahnhof in Mae Klong

wieder verlässt. Zwischen Marktbesuchern

und Zug bleiben bei der Durchfahrt nur

wenige Zentimeter Platz – sicher nichts

für schwache Nerven. Auch dieser Ausflug

lässt sich mit Veranstaltern, etwa mit dem

Thailand-Spezialisten Diethelm Travel, als

Tagestour buchen. *dax

Mae Klong

www.gothaibefree.com


Ab

€ 750 /P

1 Woche

Pauschale

inkl. Eventpass

& Skipass

© Foto: J. Pereira - Model: Albert

Europas beliebteste Gay Skiwoche, vom 18. bis 25. Januar 2020

Lust auf traumhafte Winterferien mit viel Entspannung und purem Genuss? Wir bieten

glitzernden Pulverschnee, viele Sonnentage, spektakuläre Abfahrten und Erlebnisse

der Extraklasse. Gemütliche Skihütten, warmer Glühwein oder romantische Pferdekutschenfahrten

garantieren dir ein echtes Winter-flair und die perfekte Mischung aus

wunderschöner Gegend, coolen Leuten, lustigen Events und gediegenen Unterkünften.

Buche jetzt unter www.ski.lgbt oder ruf uns an % +41 81 378 70 20


REISE

URUGUAY

FOTOS: DAX

Colonia del Sacramento

KLEINES LAND GANZ

wenn es um Akzeptanz von

Schwulen, Lesben und Transgender

geht, macht diesem

Land kaum ein anderes etwas vor. Bereits

seit 1934 ist gleichgeschlechtlicher Sex in

Uruguay legal, die Ehe für alle gibt es hier

ebenso wie ein umfangreiches Antidiskriminierungsgesetz.

Gleichgeschlechtliche

Paare genießen das Recht auf gemeinsame

Adoption, und seit 2018 sichert ein

Gesetz die staatliche Unterstützung von

Transgender-Personen. Als im Sommer

2019 von der rechts-konservativen Partei

Unterschriften für ein Referendum gegen

dieses Gesetz gesammelt wurden, mobilisierte

die Community alle Kräfte, um diesen

Versuch scheitern zu lassen. Mit Erfolg. Zur

progressiven Politik gehört auch die Legalisierung

von Cannabis, das seit 2017 unter

staatlicher Kontrolle angebaut und über

Apotheken vertrieben wird – allerdings nur

an Uruguayer und Menschen, die sich seit

mindestens einem Jahr dort aufhalten.

STRAND & KULTUR

mit knapp 3,5 Millionen Einwohnern

leben in dem Land mit einer Fläche,

die etwa der doppelten Größe

von Österreich entspricht, gerade einmal

so viele Menschen wie in Berlin. Es ist

dieses Gefühl von „jeder kennt jeden“, das

diese Nation so sympathisch macht. Das

gilt natürlich umso mehr für die dortige

LGBTIQ*-Szene. Wenn diese feiert, dann

vor allem in dem in der Hautstadt Montevideo

beheimateten Klub El Tempo. In dem

kleinen Klub ist es an den Wochenenden

brechend voll und ein dortiger Besuch ist

mit Sicherheit die beste Gelegenheit, um

mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.

Und wer weiß – vielleicht findet sich ja hier

auch ein freundlicher Uruguayer, der einem

seine Stadt zeigt. Im Gegensatz zu dem

auf der anderen Seite des Rio de la Plata

gelegenen Buenos Aires, das sich herzlich

wenig aus seiner Lage am Wasser macht,

orientiert sich das Leben in Montevideo

am Fluss, der aufgrund seiner Breite eher

dem Meer gleicht. Die Strandpromenade

Rambla ist das eigentliche Zentrum der

Stadt. Hier treibt man Sport, döst in der

Sonne oder flaniert bei Sonnenuntergang

Hand in Hand mit seinem Liebsten den

Strand entlang. Montevideos Altstadt mit

ihren engen Gassen und der imposanten

Plaza Independencia lässt sich am besten

mit dem Fahrrad erkunden. Vorbei am Palacio

Salvo und Südamerikas zweitgrößtem

Theater, dem Teatro Solis, geht es weiter

Richtung Rambla. Den besten Blick auf die

Stadt hat man von dem auf dem Cerro genannten

Hügel liegenden Fortaleza General

Artigas, das im Jahr 1717 erbaut wurde, um

die Stadt vor Angreifern zu schützen.

ZWITSCHERNDE PAPAGEIEN

noch mehr Geschichte gibt es in der

gut zwei Autostunden westlich von

Montevideo gelegenem Kleinstadt

Colonia del Sacramento zu entdecken. Im


REISE

Strand von Montevideo

GROSS

Es gilt als das

LGBTIQ*-freundlichste

Land Südamerikas:

Uruguay bietet neben viel

Kultur und Natur eine engagierte

Community, die sich

als Teil der Gesellschaft

versteht.

Jahr 1680 von Portugiesen gegründet,

ist sie Uruguays älteste Stadt und Teil

des UNESCO-Weltkulturerbes. Mit

ihren engen Gassen und aus der frühen

Kolonialzeit stammenden Häusern und

Kirchen ist sie ein wahres Schmuckstück

und beliebtes Ausflugsziel vieler

Tagestouristen aus Buenos Aires, die

in nur achtzig Minuten mit der Fähre

über den Rio de la Plata übersetzen.

Ihren größten Charme entfaltet Colonia

del Sacramento in den Morgen- und

Abendstunden, wenn die Mehrzahl der

Besucher noch nicht in der Stadt ist.

Die Ruhe wird dann nur gestört vom

Zwitschern unzähliger Papageien, die

auf den Zweigen uralter Bäume auf der

Plaza Mayor Rast machen. In Boutique-

Hotels wie dem minimalistisch eingerichteten

Charco wohnt man mitten in

der Altstadt und kann mit Blick auf den

Rio de la Plata hervorragende Steaks

bei einem Glas Wein genießen.

FÜR GENIESSER

dass es ausgezeichnete Weine

in Uruguay gibt, lässt sich bei

einem Besuch der Weingüter in

der westlich von Colonia liegenden Region

rund um das Städtchen Carmelo

erfahren. Die hier angebaute Rebsorte

Tannat nimmt es Geschmacklich locker

mit großen Rotweinen wie Malbec oder

Cabernet Sauvignon auf, schafft es

aber aufgrund der geringen Produktionsmengen

selten in den Export

nach Europa. Nicht nur Weinliebhaber

können hier in Carmelo eine Auszeit

nehmen – sei es in einem mitten in den

Weinfeldern gelegenen Boutique-Hotel

wie der Posada Campo Tinto oder dem

luxuriösen Hyatt Carmelo Resort & Spa.

SCHWULER STRAND

bekannt für seinen Strand ist dagegen

der östlich von Montevideo

gelegene Badeort Punta del Este.

Vor allem zwischen November und

Februar treffen sich hier nicht nur die

Reichen und Schönen Südamerikas, sondern

auch jede Menge schwule Urlauber.

Während sich der Jetset vor allem in dem

ehemaligen Fischerdorf José Ignacio herumtreibt,

trifft sich die Szene an der Playa

Chihuahua. Der FKK-Strand unweit von

Punta del Este ist Uruguays bekanntester

Gay Beach und das nahe gelegene Hotel

Undarius ein schwules Resort, wie man

es etwa auch aus Gran Canaria oder den

USA kennt. *dax

www.turismo.gub.uy


GESUNDHEIT

FOTO: ISTOCKPHOTO.COM/VLADORLOV

PSYCHE

Zu fett für App und Strand?

Laut einer Studie der Universität von

Waterloo ist krankhafte Selbsteinschätzung

des eigenen Körpers ein

häufiges Problem für queere Männer,

die Dating-Apps verwenden.

Vor allem die App Grindr wirke sich

demnach negativ auf das Körperbild

der Nutzer aus, insbesondere was das

Gewicht betrifft. Drei von vier Männern,

die Sex mit Männern haben, nutzten

diese App statistisch schon.

„Dating-Apps sind in den letzten zehn

Jahren immer beliebter geworden

und haben die Art und Weise, wie

Menschen miteinander in Kontakt

treten, radikal verändert“, so Eric Filice,

Hauptautor der Studie. „Wir waren

überrascht, wie das Gewichtsstigma

von einzelnen Benutzern aufrechterhalten

und in die Informationsarchitektur

der App eingebettet wird.“ Als Beispiel

für diese systemimmanente Förderung

eines gestörten Selbstbildes nannten

die Studienmacher die Anonymität in

der App und auch die Angabemöglichkeiten

zur Körperbeschreibung,

die es erleichtern sollen, zum Beispiel

tatsächliches Übergewicht, das als

stigmatisierend empfunden wird,

zu kaschieren. Die Forscher fassten

zusammen: „Menschen vergleichen ihr

reales, persönliches Auftreten oft mit

den sorgfältig kuratierten oder digital

veränderten Darstellungen anderer, denen

sie online begegnen.“ Dies könne

zu weitreichenden negativen Folgen

für das eigene Selbstbild führen. Als Lösung

des Problems wurden von einigen

Studienteilnehmern ehrlichere Fotos

und korrektere Angaben zum Körper

gewünscht. *ck

NACHGEFRAGT

Schlau zu HIV mit der AIDS-Hilfe Freiburg

Erstmals in unserer Reihe mit Fachfragen zum Thema HIV und AIDS haben wir uns

diesmal nicht an eine Schwerpunktpraxis gewandt, sondern an eine Beratungsstelle.

Diese liegt auch nicht in einer der Metropolen Deutschlands, sondern im kleinstädtischen

Bereich. Und das hat einen besonderen Hintergrund: Wir wollten wissen, wie es mit Vorurteilen

und Stigmata in eher ländlichen Gebieten bestellt ist. Ralph Mackmull von der AIDS-Hilfe

Freiburg gibt leider nicht wirklich Mut machende Antworten. *ck

FOTO: STEFAN LAMB

Berichten Besucher im Beratungsalltag

von Stigmatisierungserfahrungen?

Wenn ja, von welchen?

Leider berichten Menschen mit HIV

im Kontext unserer Beratungsangebote

immer wieder und immer noch von

Stigmatisierungserfahrungen. Der große

Schwerpunkt ist dabei der medizinische

und pflegerische Bereich. Neuralgisch für

viele Menschen mit HIV ist der Besuch

beim Zahnarzt. Hier kommt es – trotz

mehrerer gemeinsamer Kampagnen

von der Deutschen Aidshilfe und der

Bundeszahnärztekammer – immer noch

sehr häufig vor, dass Menschen mit HIV

entweder gar keinen Termin, oder einen

am Ende des Tages erhalten – mit der Begründung

von besonderen hygienischen

Notwendigkeiten, was völlig absurd ist

und schlichtweg nicht stimmt. Gekennzeichnete

Patientenakten, Einzelzimmerisolierung

im Krankenhaus, Kontakt mit

Pflegenden nur mit Vollkörperschutz sind

weitere Erfahrungen, die uns berichtet

werden. Meist liegt die Ursache von

solchen Maßnahmen in mangelnder Aufklärung

bzw. mangelndem Wissen über

den aktuellen Behandlungsstand einer

HIV-Infektion: Funktioniert die Therapie,

ist die Person nicht mehr infektiös – selbst

nicht mehr beim Sex. Das wissen immer

noch zu wenige Menschen. Auch in der

schwulen Szene ist dieses Wissen noch

nicht vollständig angekommen. Immerhin

scheint im Bereich der Arbeitswelt seit der

Einführung der Datenschutzgrundverordnung

eine Sensibilisierung bezüglich der

Verwendung von Gesundheitsdaten von

Mitarbeitenden stattgefunden zu haben:

Wir erleben, dass die Berichte von Stigmatisierungen

oder unfreiwilligen Outings

am Arbeitsplatz etwas abnehmen.

Welche Folgen haben diese Stigmatisierungen

für die Betroffenen?

Erlebte Stigmatisierung ist eine enorme

psychische und seelische Belastung. Zudem

bewirkt Stigmatisierung meist einen

sozialen Rückzug – und das ganz gleich,

in welchem Bereich die Stigmatisierung

stattgefunden hat. Sie wirkt sich häufig

negativ auf das gesamte Lebensumfeld

aus. Gerade bei HIV ist eine latente

Selbststigmatisierung oftmals stark

verinnerlicht und schwächt das eigene

Selbstwertgefühl und damit die eigenen

Möglichkeiten, sich gegen die Stigmatisierung

von außen zu wehren. Wir erleben

zudem, dass Menschen mit HIV mit kaum

jemandem – auch nicht im Freundeskreis

– über ihre Infektion, die Stigmatisierungen

und ihre belastenden Auswirkungen

reden. Der eigene Partner ist oftmals der

einzige Mensch, der Bescheid weiß. Die

Angst, ausgegrenzt zu werden, steckt tief.

Für die AIDS-Hilfen ist klar: Es ist eine der

wesentlichen Aufgaben, die Öffentlichkeit

weiter aufzuklären – nicht nur über

die allgegenwärtige Stigmatisierung von

Menschen mit HIV und deren Auswirkungen,

sondern auch über den Stand der

modernen Therapien. Mit einer kleinen Tablette

täglich lässt sich HIV wirkungsvoll

behandeln, so dass das Virus nicht mehr

im Blut nachweisbar ist und eine weitere

Übertragung des Virus schlicht unmöglich

wird. Wer sich dies vor Augen führt,

begreift, dass die alten Bilder von HIV

und AIDS aus den 90er Jahren heute nicht

mehr gelten und überdenkt vielleicht auch

das eigene ausgrenzende Verhalten.

Das ganze Interview unter

www.blu.fm/topics/schlau-zu-hiv


Deine Reise beginnt hier. Teile deine Liebe auf dem spannendsten Netzwerk für Schwule,

Bi-Männer und Transgender. Downloade die ROMEO-App in deinem App-Store,

oder melde dich auf unserer Webseite an.

app.planetromeo.com


MUSIK

INTERVIEW

FOTO: JENS KOCH

AUF DIE ZUKUNFT

Das neue Album „Schritte“

wird sie in ihr zwanzigjähriges

Jubiläum begleiten. Silbermond

umarmen darauf die Veränderungen,

die das Leben mit sich bringt.

Es gab Verluste und es gab Nachwuchs

bei euch … Spätestens an

diesen Punkten wird man erwachsen.

Thomas: Du hast recht, bestenfalls wächst

man daran. Ich „durfte“ mittlerweile den Tod

und die Geburt eines Menschen begleiten.

Ich empfinde das heute als Bereicherung.

So schwer das eine auch war. Ob

ich deswegen jetzt erwachsen bin, kann

ich nicht sagen. Manchmal muss ich es

sein und manchmal bin ich es sogar gern,

ein andermal fühl ich mich wieder wie ein

Kind, das ins Bällebad hüpfen will. Ich habe

jetzt einen Sohn, da ist man täglich beides:

Junge und Mann.

Was seht ihr, wenn ihr eure bisherigen

Schritte betrachtet?

Nowi: In erster Linie schauen wir nach vorn.

Im Moment sehe ich vier Freunde und ich

sehe eine Band. Wir sind am Leben. Wir sind

kreativ. Das ist wohl die größte Herausforderung.

Wir haben so viel Schwein gehabt,

ein paar Fettnäpfchen mitgenommen, aber

die Mucke als Freund nie verloren. Das geht

schnell im Pop-Business.

Stefanie: Ja, da müsste man eigentlich

jeden Tag ’nen Sekt drauf trinken! Was wir

haben, ist nicht selbstverständlich, und das

wissen wir. Also, auf die Zukunft. Prost.

Es gibt nun ein Lied, dass ihr nach

euch benannt habt – das aber nichts

mit euch als Band zu tun hat, sondern

inhaltlich fast resignierend klingt ...

Stefanie: Ich empfinde das Lied nicht als

resignierend. Es ist die Beschreibung der

Realität. Ohne rosa Brille und Konfetti, aber

mit dem Glauben an die Chance, das Ruder

rumreißen zu können. Ich meine, wir haben

die Dinge doch vor Augen: das extreme

Wetter, brennende Wälder, schmelzende

Pole, all das. Dass der Mensch daran keine

Aktie hält, halte ich für eine Fehleinschätzung.

Und glaub mir: Meine CO2-Bilanz ist

definitiv mies, ich weiß das. Es ist gut, dass

das Thema endlich auf dem großen Zettel

ist, und doch müssen wir höllisch aufpassen,

nicht zu hart zu moralisieren, sondern

versuchen, möglichst viele mitzunehmen.

Jeder sollte das tun, was er kann.

Ihr habt euch überhaupt viel mit

der Welt um euch herum beschäftigt.

Wie werdet ihr schlau aus den

Entwicklungen der letzten Jahre und

dem weltweiten Wiederaufstieg so

alter Ideen und Vorstellungen?

Thomas: Also ich hätte auch gedacht,

dass wir zwei, drei Themen längst hinter

uns hätten. Stichwort: „… grab her by the

pussy ...“ und „… wir werden sie jagen …“

Aber offensichtlich ist dem nicht so. Auch

den Gedanken, dass mehr Abschottung

die großen Herausforderungen unserer Zeit

lösen wird, verstehe ich nicht. Was ich aber

verstehen kann, ist, dass sich angesichts

der Zeichen der Zeit manche Menschen

ungehört und überfordert fühlen. Ich kenne

das auch von mir. Bei allem, was gut läuft

in unserem Land, handelt die Politik da

oft unglücklich. Dass das Zukunftsangst

schürt, ist klar. Am Ende müssen Demokratie

und Miteinander immer die beste Option

sein. Daran sollten wir weiter werkeln.

Ihr habt dieses Mal in Frankreich

aufgenommen? Warum in die Ferne,

wenn doch zu Hause so viele Studios

nur auf euch gewartet hätten?

Nowi: Na, wir wollten geilen Wein trinken.

Provence-Style. Außerdem hatten wir da

kaum einem Balken auf dem Display. Also

war es auch gleichzeitig eine Digital-Detox-

Kur. Keine Mails, keine Hashtags. Auch mal

gut.

Stefanie: Ja stimmt, aber: Wir wollten auch

einen „modernen Oldschool-Sound“. Dafür

brauchten wir entsprechende Räume. In

Frankreich hatten wir die. Eine Bibliothek,

eine Scheune und eine alte Mühle. All das

hörst du auf „Schritte“.

*Interview: Christian K.L. Fischer


ROCK

Johannes Oerding

„Konturen“

MUSIK

Seit seinem Albumdebüt

vor zehn Jahren kennt

Oerdings Erfolgskurve

nur eine Richtung. Vier

seiner insgesamt fünf

Alben wurden mit Edelmetall

ausgezeichnet

und jedes neue Albumr

stieg höher in die deutschen

Charts ein als der Vorgänger. Jetzt präsentiert uns

der stimmstarke Deutsch-Rocker seine „Konturen“. Unser

Anspieltipp ist der Vorab-Hit „An guten Tagen“.

KULT

Ace of Base: „Gold“

Die meisten ihrer Hits kennt man auf der ganzen Welt,

„The Sign“, „All That She Wants“, „Beautiful Life“ oder auch

„Don’t Turn Around“ und „Life Is a Flower“ erreichten weltweit

die vorderen Chartpositionen. Und die gibt es jetzt

auf „Gold“ versammelt. Auf CD1 bekommt man die

Ace-of-Base-Klassiker als Original, etwa „Happy Nation“

(das Band-Statement gegen rechts) oder „Beautiful

Morning“, auf der zweiten CD locken Remixe wie „Living

in Danger (D-House Mix – Short Version)“ und „Wheel of

Fortune (2009 Remix)“. CD3 dann bietet Single-B-Seiten

und lange unveröffentlichtes Liedgut. Unsere Anspieltipps

sind „Mercy Mercy“ und „Would You Believe“. *rä

KING PRINCESS

Hotlist 2019

POP

Femme Schmidt

„The Luv Project“

Sphärischer und zugleich minimalistisch

anmutender Lo-Fi-

Sound, das hat man so nicht

erwartet. Statt Jazz und

„Roaring Twenties“ nun

also Pop noir. Ein großartiges

Album, das uns neue

Facetten der Sängerin, die

schon mit Elton John, Coldplay

und Lionel Richie tourte,

zeigt. *rä

FOTO: ALISON NARRO

DEBÜTALBUM - “CHEAP QUEEN”

“Catchy, romantic pop confections are quickly becoming

the 20-year-old singer-songwriter’s specialty”

New York Times

„Queen of Queer“ musikexpress

DIGITAL & CD 25.10.

COLORED VINYL 01.11.


MUSIK

INTERVIEW

KING PRINCESS:

„Genderqueere Lesbe“

Wenn dir im Alter von elf

Jahren ein Plattenvertrag

angeboten wird (und das auch

noch von einem Major wie Virgin

Records), dann kann man froh

sein, wenn es eine Familie gibt, die

einen davon abhält, ihn anzunehmen.

Aber da ihr Vater ein Studio

in Brooklyn hat, wusste er genug

vom Musikgeschäft, um mit klarem

Verstand zu handeln.

Allerdings war die junge Mikaela Straus

auch selbst zu clever, um in diese Falle zu

stolpern, die so viele Wracks und kaputte

Erwachsene hinterlässt. Sie wusste,

dass sie noch nicht bereit war, obwohl

ihr gleichzeitig klar war: „Das wollte ich

schon immer. Ich würde Musik machen!

Ansonsten hätte ich vielleicht geschrieben

und wäre so eine heftige queere Autorin

geworden.“ Aber dazu konnte es gar nicht

kommen, denn sie ist praktisch in diesem

Studio in Brooklyn aufgewachsen. Es war

ihr persönliches Wunderland.

Im gewissen Sinn hat die kleine Mikaela

die Entstehung der Alben von Künstlern

wie Arctic Monkeys und vielen anderen

begleitet. „Manche waren scheiße, manche

waren gut“, lacht sie. Und wenn die Background

Vocals mal wieder nichts taugten,

rief ihr Vater auch schon mal Mikaela vor

das Mikrofon. „Ich bekam meine Ausbildung

in der Form, dass ich genau lernte,

was ich nicht tun sollte.“ Deshalb hat sie

jetzt, zwei Jahre nachdem Mark Ronson sie

für sein neues Label unter Vertrag nahm,

einen glasklaren Blick. „Ich bin eine 19

Jahre alte Bitch und eine Geschäftsfrau

durch Osmose. Ich weiß, ich bin jetzt eine

Firma.“ Darum hat sie auch so viele weitere

Verhandlungen mit Labels abgebrochen bis

Mark kam. „Das war

einfach ein großartiges

Angebot. Ich

liebe Mark und ich

vertraue ihm.“

Jetzt wird ihr Debütalbum

„Cheap

Queen“ erscheinen.

Nach über 200

Millionen Streams

allein für ihren Song

„1950“ darf man

davon ausgehen,

dass das Ding ein

rasender Erfolg sein wird – und das vor allem,

weil sie offen mit sich selbst umgeht:

„Ich bin der Junge, das Mädchen und alles

dazwischen“, sagt Mikaela, die sich als genderqueere

Lesbe definiert. Deshalb übernahm

sie auch den Namen „King Princess“

als ein Freund sie so nannte. Die fließende

Ambivalenz, die diese beiden Worte zusammen

ausdrückten, brachte etwas in ihr

zum Schwingen. So wie ihr kraftvoller Pop

bei ihren Fans. „Meine Musik ist ehrlich und

queer – und es geht um Liebe.“ Gerade

jetzt, gerade unter Trump. „Ich habe den

Hass der Amerikaner nie unterschätzt.

Soziale Medien sind die perfekte Plattform

für Idioten – und nun gibt es einen

Präsidenten, der sagt, es ist völlig okay zu

hassen.“ Mit dem sie interessanterweise

sogar eine Gemeinsamkeit hat – auch ihre

Vorfahren kommen von hier. „Ich bin eine

stolze, deutsche Jüdin und ich war fast

jeden Sommer in Deutschland bei Oma

und Opa“, und sie sagt wahrhaftig auch im

Interview auf Deutsch

„Oma“ und „Opa“.

Väterlicherseits waren

ihre Ur-Ur-Großeltern

übrigens Passagiere auf

der Titanic und versanken

zusammen mit ihr

im Meer. Isidor Straus

war nicht nur amerikanisches

Kongressmitglied,

sondern auch

noch stinkreich und

Besitzer des berühmten

Kaufhauses Macy’s

in New York. Dieses

Hoheitliche im Künstlernamen ergibt also

auch auf anderer Ebene Sinn.

Wie gefestigt sie in ihrem Selbstbild ist,

kann man übrigens gerade im amerikanischen

Playboy betrachten, in dem sie

die Rollenklischees der Highschool halb

nackt nach- und bloßstellt. „Für alle,

die mich kennen, war das wohl der am

meisten erwartete Move von mir“, lacht

sie wieder. Sie liebt die Bilder. „So siehst

du eben aus als ‚horny kid‘. Und der Fakt,

dass da jetzt meine queeren Titties sind,

in einem Heft, gemacht für straighte

Typen … Ich liebe es.“ *fis


MUSIK

NACHGEFRAGT

AVA MAX:

„Jeder muss sich frei

entfalten dürfen“

Das Auffälligste an Ava Max ist zumindest auf den ersten

Blick ihre Frisur. Auf der rechten Seite trägt sie einen Bob, auf

der linken Seite sind ihre blonden Haare lang. Dieser Look, sagt sie,

sei eher zufällig entstanden: „Ich habe stets viel experimentiert und

schließlich diesen Haarschnitt behalten, denn er unterstreicht meine

Persönlichkeit.“ Die 25-Jährige, die als Tochter albanischer Eltern

in Milwaukee geboren wurde, hatte nämlich immer das Gefühl,

irgendwie anders zu sein: „Schon als Kind war ich eine Außenseiterin.

Ich wurde in der Schule gemobbt.“

FOTO: L. DUNN

Los ging der ganze Ärger in der siebten

Klasse. Da gab es eine Mitschülerin,

die richtig fies zu der Sängerin

war: „Sie verbreitete im Netz böse

Sachen über mich und drohte sogar,

mich umbringen zu wollen.“ Als sich

Ava Max zu wehren begann, wurden

sowohl sie als auch ihre Widersacherin

vom Unterricht suspendiert. Sie

wechselte auf eine christliche Privatschule,

wo es nicht unbedingt besser

lief: „Dort bekam ich Ärger, weil ich

Mariah Careys Musik mochte. Das

duldeten die Lehrer nicht. Ich sollte

nur Lieder über Gott singen.“ Also

wurde Ava Max fortan zu Hause

unterrichtet: „Diese Entscheidung

war Gold wert. Danach

ging es mir endlich besser.“

Dennoch waren diese negativen

Erfahrungen prägend. Sie

lieferten den Stoff für das Lied

„So am I“, mit dem Ava Max ihre

Fans dazu auffordert, zu sich

selbst zu stehen: „Wir sind alle

einzigartig. Darum bringt es überhaupt

nichts, sich dauernd in den

sozialen Medien oder sonst wo

mit seinen Mitmenschen zu vergleichen.“

Für die Künstlerin heißt

das Zauberwort Toleranz: „Jeder

muss sich frei entfalten dürfen – sei

es in der LGBTQ*-Community oder

mit extravaganter Kleidung. Meiner

Ansicht nach steht es keinem zu,

sich über andere zu erheben.“

Solche Botschaften verpackt Ava

Max nicht etwa in düstere Klänge,

sondern in eingängigen Dance-Pop.

Seitdem sie mit „Sweet but Psycho“

einen Nummer-eins-Hit hatte,

wird sie mit Lady Gaga verglichen.

Das bringt sie beim Interview im

Hamburger Büro ihrer Plattenfirma

nicht etwa dazu, mit den Augen zu

rollen – im Gegenteil: „Für mich ist

so ein Kompliment schmeichelhaft.“

Natürlich hätte sie nichts dagegen,

ebenso erfolgreich wie die Pop-Diva

zu werden. Ehrgeiz entwickelte sie

bereits früh. Sie nahm an Talentwettbewerben

teil, bei MySpace

veröffentlichte sie eigene Lieder plus

Coversongs. Als sie 14 war, verkauften

ihre Eltern ihr Haus in Virginia

und zogen ihrer Tochter zuliebe nach

Los Angeles, damit sie im Musikgeschäft

Fuß fassen konnte: „Meine

Familie hat mich sehr unterstützt –

ohne Zwang.“

Das soll sich auf jeden Fall bezahlt

machen. Ava Max arbeitet unermüdlich

– wie sie es von ihrer Mutter

und ihrem Vater lernte, die teilweise

drei Jobs parallel hatten. In Mailand

drehte die Musikerin das Video für

ihre Single „Torn“. Nicht ohne Grund

sieht man sie als Superheldin: „Ich

gebe eine Frau, die ihre Stärke zurückgewinnt,

nachdem sie von ihrem

Mann betrogen wurde.“ Mit solchen

Clips setzt sich Ava Max für die

Emanzipation ein: „Es liegt mir sehr

am Herzen zu zeigen, wie Frauen

wirklich ticken. Sie sind keineswegs

das schwache Geschlecht.“ Da

passt es durchaus ins Bild, dass Ava

Max ein Fan von Wonder Woman

ist. Diese Comicfigur kann seit jeher

gut kämpfen und ihre Opfer dazu

bringen, die Wahrheit zu sagen.

Wünscht sich Ava Max ebenfalls

diese Fähigkeiten? „Ich hätte lieber

Wunderheilkräfte, um alle Leute von

ihren mentalen oder körperlichen

Schmerzen befreien zu können.“

*Dagmar Leischow


MUSIK

COMEBACK

CÉLINE DIONS

wiedergefundene Stärke

Zerbrechlich, melancholisch

und ein bisschen verloren,

so nahm man die kanadische

Ausnahmesängerin im letzten Jahr

wahr. Ja, auf den Bühnen dieser

Welt scherzte sie, aber fast jeder

Schnappschuss ließ den Fan sorgenvoll

zurück.

Sicherlich ging Céline Dion seit dem Tod

ihres Ehemanns, Managers und Entdeckers

René Angélil 2016 durch eine

schwere Zeit. Und auch jetzt ist nicht

alles rosarot, aber zumindest gibt es ein

neues Pop-Album der Sängerin. Und auf

diesem setzt sie sich mit ihren Verletzungen

und Schwächen auseinander.

Mithilfe ihrer Musik gibt sie den Fans

Kraft und entdeckt auch nach und nach

ihre eigene innere Stärke, ihre „Courage“

– so heißt nicht nur einer der Vorab-Titel,

so heißt auch das ganze neue Album. Ein

sehr persönliches Album ist es geworden,

Sia hat daran mitgearbeitet – und auch

David Guetta! Aber Angst muss man

nicht haben, der Franzose hat mehr drauf

als Eurodance. Bei Céline Dion beweist

er, dass er auch die große Ballade als

Produzent beherrscht: „Lying Down“

hat das Zeug zum nächsten Überhit der

Kanadierin.

Ein weiteres Lied, das besonders erwähnenswert

ist, heißt „Imperfections“.

Thematisch dreht es sich um Selbstkritik

und was man daraus macht – geschrieben

wurde die Hymne von Ari Leff, Michael

Pollack, Nicholas Perloff-Giles und Dallas

Koehlke („DallasK“).

Das neue Album „Courage“ erhellt den November,

die zugehörige Tournee startete

im Oktober.

RÜCKBLICK: CÉLINE DION

Céline Marie Claudette Dion, am 30. März

1968 in Kanada geboren, ist eine der

erfolgreichsten Sängerinnen der Welt. Sie

ist die Stimme von Pop-Klassikern wie „A

New Day Has Come“, „Pour que tu m’aimes

encore“, „ It's All Coming Back to Me Now“,

„My Heart Will Go On“, „I’m Alive“, „Think

Twice“ sowie „Immortality“ mit den Bee

Gees. Los ging alles 1981, als sie ihre erste

Platte veröffentlichte. Ein früher Höhepunkt

der Karriere war ihre erfolgreiche

Teilnahme am Eurovision Song Contest

(„Ne partez pas sans moi“) 1988 in Dublin.

1992 kam dann der ganz große Durchbruch

mit „Beauty and the Beast“ aus

und für den Disney-Zeichentrickfilm „Die

Schöne und das Biest“. Es folgten bis heute

weltweit erfolgreiche Alben wie „Let’s

Talk About Love“, „Taking Chances“ sowie

„Falling into You“ und „One Heart“.

Was für ein lustiger und lebensfroher

Mensch sie ist, fällt besonders auf, wenn

man sie live trifft und erlebt. Egal wie

dramatisch und melancholisch ihre Musik

oft ist, in ihr steckt auch eine Rockerin, ein

Comedian, eine Disco-Diva und ein liebenswerter

Mensch wie du und ich. Ganz

ohne Divengehabe. Schön! *rä

Céline Dion „Courage World Tour“

17.6.2020, München, Olympiahalle,

19.6.2020, Mannheim, SAP Arena,

21.6.2020 Köln, LANXESS arena,

22.6.2020, Hamburg, Barclaycard Arena,

22.7.2020 Berlin, Waldbühne,

www.celinedion.com

Wir verlosen Karten auf

www.blu.fm/gewinne

FOTO: SONY MUSIC


SOUL

Simply Red:

„Blue Eyed Soul“

MUSIK

Mit mehr als 50 Millionen verkauften Platten weltweit,

Charthits wie „Fairground“, „Holding Back the Years“,

„Fake“ und „Something Got Me Started“ kann sich

Simply Red mit Recht zu den ganz Großen zählen. Und

jetzt gibt es NEUE Musik der legendären Band um den

Rotschopf: „Blue Eyed Soul“.

„Ich bin an einem Punkt in meiner Karriere angekommen,

an dem ich eines von diesen düsteren, selbstreflektiven

Alben hätte machen können, die heute so viele Künstler

in einem bestimmten Alter aufnehmen. Eine Platte, auf

der ich noch mal auf mein Leben zurückschaue“, so Mick

Hucknall. „Doch ich dachte mir nur: Scheiß drauf! Ich wollte

lieber etwas mit viel Schwung machen und mich dabei

gut amüsieren.“ Und damit unterhält Mick auch uns Hörer,

Fans, bestens! Unsere Anspieltipps sind „Thinking of You“,

„Riding on A Train“ und „Take A Good Look“. *rä

SOUL

Jocelyn B. Smith:

„Shine Ur Light“

Das neue Album.

Inklusive der Hitsingle „An guten

Tagen“. Auch als Premium erhältlich

mit 85 Min. Live-DVD!

JO_Anzeige_BLU_83x128mm.indd 1 12.10.19 05:03

T R U T H O V E R M A G N I T U D E

Selbst denken. Fake News erkennen. Gutes Tun. An die

Nach- und Umwelt denken. Die Gesellschaft besser

machen. Die Wahlberlinerin Jocelyn B. Smith ist nicht nur

mit einer 4-Oktaven-Stimme gesegnet, sie hat auch ein

Hirn und benutzt es. Und das ist heute in der Popwelt

selten. Ihr neues Album „Shine Ur Light“ ist bester Soul

mit Ausflügen in den Rock- und Popbereich. Unsere

Anspieltipps sind „The Greatest Version of Who You Are“,

„Are U Free“ (erinnert an Madonna & Mirwais) sowie „The

Real Thing“. Klasse! *rä

www.facebook.com/jocelynbsmith.official

ROCK

Anna Katt: „Skymning“

Musik aus Schweden muss nicht immer Pop oder Eurodance

sein. Und Musik aus Österreich nicht immer House

(Club 69, Wolfram ...) oder Klassik (Mozart). Dieses Trio vereint

das Gute beider Nationen in der Musik. Anna Katt, das

sind Sängerin Kristina Lindberg (spielt auch das Schlagzeug),

Manuel Mitterhuber (Gitarre, Bass und Schlagzeug) und

Stefan Lindberg (Ukulele). Unsere Anspieltipps auf „Skymning“

sind „Upp och ner“, „You“ und „Got the Moves“. *rä

www.annakatt.com

DAS NEUE ALBUM

@conchitawurst


MUSIK

FOTO: PROSIEBEN/RANKIN

INTERVIEW

CONCHITA:

„Queen of Drags“ &

WURST: „Truth Over Magnitude“


MUSIK

Gleich zweimal schaffte es Tom Neuwirth alias Conchita

WURST mit seinen bisherigen Alben auf Platz eins der Charts

in seinem Heimatland. Jetzt erscheint das dritte Album, allerdings

unter dem Künstlernamen WURST. Auf Conchita müssen wir aber

nicht verzichten, die ist präsenter denn je, denn sie ist neben Heidi

Klum und Bill Kaulitz Teil der Jury der TV-Show „Queen of Drags“, die

ab Mitte November auf ProSieben läuft und erstmals zur Primetime

Dragqueens in Deutschland eine Plattform bietet.

Du bist als Conchita bei „Queen of

Drags“ dabei. Warum ist diese Sendung

so wichtig für Deutschland?

Weil wir Persönlichkeiten und Künstler

zeigen, die aus professioneller Sicht

unheimlich viel draufhaben. Diese Mädels/

Jungs sind Choreografen, Hairstylisten,

Tänzer, Comedians, Hosts, Schauspieler

und Make-up Artists in einem. Eine

Dragshow ist ja meist eine One-Woman-

Show. Unglaublich, was die draufhaben! Wir

zeigen in der Sendung auch die Menschen

hinter der Kunst. Das hat das Potenzial

den Zuschauern zu zeigen, dass man als

Mensch mit all seinen Facetten erfolgreich

sein kann. Und es zeigt, dass man durch

Zusammenhalt, egal wie unterschiedlich

die Meinungen sind, mehr erreicht als gegeneinander

zu arbeiten. Man hilft sich, da

wird nicht lange gefackelt! Ich glaube, das

ist ein starkes Zeichen.

Wie gehst du mit der Kritik an der

Besetzung, Bill und Heidi, um?

Ich finde, dass eine Heidi Klum und ein Bill

Kaulitz definitiv eine Berechtigung haben,

in so einer Show zu sitzen. Heidi ist neben

Angela Merkel die berühmteste Deutsche,

ein musterhaftes Beispiel an Disziplin –

und sie versteht einfach, was Entertainment

bedeutet. Und Bill wurde schon

immer auch als Teil der queeren Welt wahrgenommen.

Wenn man daran denkt, wie er

mit 14 Jahren mit schwarzem Eye liner im

TV-Hauptprogramm zu sehen war ...

Wir sitzen da zu dritt als Jury und wollen

niemanden kleiner machen, wir wollen,

dass die Teilnehmer besser werden. Und

da sind professionelle Meinungen, wie die

von uns, wichtig. Im Idealfall entstehen

Karrieren aus dieser Sendung.

Müssen die Teilnehmer sehr

diszipliniert sein?

Ja! Neben einem großen Haufen Talent

ist Disziplin das Wichtigste, das man mitbringen

muss, wenn man mit dieser Kunst

bis zum Lebensende seine Rechnungen

bezahlen will.

Was wünschst du dir von der

queeren Szene und all den

mosernden Diven?

Jeder hat seine Meinung, ist auch in

Ordnung.

Und diese Frage

muss sein: Wie sind

denn Heidi und Bill

so privat, wenn keine

Kamera läuft?

Das ist ein absolut

privates Thema, aber

wir haben sehr viel

Spaß! (lacht)

Zu deiner Musik,

auf dem Album

steht nur WURST, nicht Conchita

Wurst. Conchita ist die große Diva,

pompöse Musik, WURST avantgardistischer

Elektro-Pop.

Ich glaube, das kann man so sagen ... Das

hat sich so entwickelt, aber ich muss

auch sagen, dass ich von den Schubladen,

die ich mir gebastelt habe, immer

wegkomme. Ich feiere gerade wieder

mehr und mehr meine feminine Seite! Es

ist eine ständige Bewegung, es vermischt

sich alles.

Wie nennen dich denn deine Freunde?

Tom. (lacht)

Ein Lied, das mir besonders gefallen

hat, ist „Forward“.

Schon der Titel impliziert, dass das einzig

Konstante im Leben die Veränderung ist.

Ich glaube, man sollte auf seinem Lebensweg

viele Dinge falsch machen, um daraus

zu lernen und daran zu wachsen. Das Lied

handelt davon, dass es Situationen und

Menschen gibt, die einen dazu bringen,

innezuhalten und darüber nachzudenken,

wie das Leben eigentlich so verläuft. Das

einzig Richtige ist, wenn man sich und

sein Handeln hinterfragt, weiterzumachen,

nicht stehen zu bleiben.

*Interview: Michael Rädel

Welches Lied sollte der

hektische Hörer auf

jeden Fall anhören?

Man sollte sich alles anhören!

(grinst) Die Nummern

sind relativ unterschiedlich,

abgesehen von denen, die

schon ausgekoppelt wurden,

liebe ich „Six“ sehr, das

ist wohl das „balladeskste“

Stück des Albums, es zeigt

die ruhigere Seite von

WURST.

„Queen of Drags“ läuft ab dem

14.11. donnerstags auf ProSieben.

www.prosieben.de/tv/queen-of-drags

Album-Veröffentlichung

„Truth Over Magnitude“: 25.10.,

www.conchitawurst.com

FOTO: PROSIEBEN/MARTIN EHLEBEN


FILM

NACHGEFRAGT

SIR IAN MCKELLEN

im Interview

Der Kino- und Theaterschauspieler

ist einer der bekanntesten

schwulen Stars der Welt. Egal

ob in „Herr der Ringe“, „Doctor Who“,

„X-Men“ oder „Der Hobbit“, der 1939

Geborene begeistert. Wir sprachen

mit dem Oscar-Preisträger über

seinen neuen Film.

Mr. McKellen, Sie gemeinsam mit Helen

Mirren in einem Kinofilm – warum

mussten wir darauf so lange warten?

Das haben Helen und ich uns auch gefragt,

denn es ist ja nicht so, dass wir uns nicht

schon länger kennen würden. Wir haben

sogar schon zusammen Theater gespielt: in

New York am Broadway, in einer Inszenierung

von Strindbergs „Der Totentanz“. Das

war 2001, unsere Premiere fand kurz nach

den Anschlägen vom 11. September statt.

Allein diese Erfahrung hat uns sehr zusammengeschweißt.

Alle großen Musicals waren

damals abends leer, weil natürlich Touristen

von außerhalb wegblieben. Aber unser Theater

war jeden Abend voll, denn das Stück war

eines, das ohnehin vor allem die New Yorker

interessierte, die im Zweifelsfall auch zu Fuß

ins Theater kamen. Und die düstere Thematik

schien manche zu der Zeit besonders

anzusprechen.

Inszeniert wurde „The Good Liar“ nun

von Bill Condon. Ein alter Freund von

Ihnen, nicht wahr?

Oh ja, wir sind befreundet, seit ich mit ihm

den Film „Gods & Monsters“ gedreht habe.

Später haben wir auch bei „Mr. Holmes“ und

„Die Schöne und das Biest“ zusammengearbeitet.

Diese langen Jahre der Kollaboration

verbinden uns, aber natürlich auch ähnliche

Interessen, nicht zuletzt die Liebe zum Theater.

Wobei es bei Bill vor allem Musicals sind,

die ihn geprägt haben.

Wenn er anruft, sagen Sie dann blind

zu?

Das vielleicht nicht. Aber ich weiß, dass er

einen guten Geschmack hat, also ist es

schon mal ein recht verlässliches Zeichen,

wenn er mit einem Drehbuch anklopft. Und

dass Helen mitmacht, ist ebenfalls die halbe

Miete. Allerdings gefiel mir eben auch die

Geschichte. Ein klassischer – ich möchte

sagen: im besten Sinne altmodischer – Thriller.

Unterhaltsam und spannend, aber auch

DIE BESTE

LOVESTORY 2018

Jetzt überall im Handel u.a. Amazon, Saturn, Media Markt,

Müller Drogerien, „Die schwulen Buchläden” oder direkt bei:

WWW.PR OFUN.DE

Direkt ansehen bei:


nicht so gruselig, dass ich mich fürchten

müsste. Was, zugegebenermaßen, schon

passiert, wenn in einem Film jemand in ein

dunkles Zimmer kommt und der Lichtschalter

nicht funktioniert. Besonders erfreulich

fand ich auch, dass im Zentrum der

Geschichte zwar zwei einigermaßen in die

Jahre gekommene Menschen stehen, das

aber gar nicht das Thema ist. Es geht nicht

um unser Alter oder Alzheimer, Schlaganfälle

und Pflegebedürftigkeit.

Um mal Bezug zu nehmen auf den

Titel des Films: Sind alle Schauspieler

automatisch gute Lügner?

Puh ... ich weiß nicht. Die Frage ist schon

deswegen schwierig, weil ich es gar nicht

so eindeutig finde, was eigentlich eine Lüge

ausmacht. Die wichtigere Erkenntnis ist ja:

Alle Menschen sind Schauspieler. Das ist

einer der Hauptunterschiede zu den Tieren,

würde ich sagen. Hunde kämen nie auf die

Idee, sich als Katzen auszugeben – und

könnten es auch gar nicht. Aber wir schaffen

es, wenn schon nicht als ein Tier, dann doch

zumindest als jemand anderes durchzugehen,

als wir eigentlich sind. Wir zeigen die unterschiedlichsten

Versionen unserer selbst,

immer angepasst an die jeweilige Situation,

in der wir uns befinden. Das ist durchaus

eine Form von Schauspielerei.

Finden Sie wirklich?

Ja, das ist mir schon in der Schule klar geworden.

Damals realisierte ich, dass ich dort

ganz anders sprach als zu Hause. Und zwar

nicht nur vom Vokabular her, sondern auch,

was die Stimmlage angeht. Auch sprach ich

mit meinen Eltern anders als mit meinen

Großeltern. So ist das doch immer wieder

und überall, für jeden. Im Grunde überlegen

wir alle uns jeden Morgen, welche Rolle wir

heute spielen werden und welches Kostüm

wir dazu brauchen. Deswegen kann es

vorkommen, dass man abends in der Kneipe

den Kollegen aus dem Büro kaum wiedererkennt:

weil Kostüm und Kulisse nicht zu

der Rolle passen, aus der man ihn kennt.

Im Grunde mache ich also nur das

beruflich und in zugespitzter

Form, was jeder andere sonst

auch tagtäglich macht.

Sie haben es mit dieser

Tätigkeit zur Legende

gebracht. Wie bewusst

sind Sie sich eigentlich

Ihres Ikonen-Status?

Das ist reizend, dass Sie das

so formulieren. Allerdings denke

ich nicht allzu viel über so etwas nach.

Es freut mich immer, wenn, ist, wenn ich

realisiere, dass ich dank meiner Arbeit eine

Rolle im Leben anderer Menschen gespielt

habe. Zuletzt bin ich anlässlich meines 80.

Geburtstags mit einem Theaterabend durch

Großbritannien getourt, da kamen abends

oft Leute auf mich zu, die etwa berichteten,

dass sie mich mit ihrem verstorbenen Partner

in den Siebzigern schon auf der Bühne

gesehen haben. So etwas berührt mich sehr.

Aber Ihr Ruhm ist doch deutlich größer

als das ...

Mag sein, aber er hat so wenig mit mir als

Person zu tun. Eher mit den Figuren, die ich

gespielt habe. Gandalf etwa war schon eine

Ikone für „Herr der Ringe“-Fans, bevor ich

ihn gespielt habe. Da bin ich nur Trittbrettfahrer.

Oder es hat damit zu tun, dass mich

Menschen aus dem Fernsehen kennen, weil

ich einmal im Jahr in der „Graham Norton

Show“ sitze und ein paar Scherze mache.

Aber auch das heißt ja nicht, dass sie mich

wirklich kennen. Mich hat immer nur interessiert,

auf der Bühne oder vor einer Kamera

FILM

zu stehen und von den Zuschauern in dieser

Rolle akzeptiert zu werden. So wie Laurence

Olivier, der Held meiner Jugend. Der wurde

auf der Straße auch nicht erkannt.

Eine letzte Frage noch mit

Bezug zu „The Good

Liar“, denn Sie und

Helen Mirren lernen

sich dort ja über

ein Online-Dating-

Portal kennen. Was

halten Sie privat

davon?

Ich finde es ganz wunderbar,

dass es heutzutage diese

Option gibt. Und gerade viele

meiner schwulen Freunde haben auf

diesem Weg ihre Partner kennengelernt, mit

denen sie heute verheiratet sind. Ich wäre

froh gewesen, in meiner Jugend schon diese

Möglichkeit gehabt zu haben.

Tatsächlich?

Na klar. Als ich anfing zu daten, war Homosexualität

ja noch nicht legal. Und weil

niemand geoutet war, musste man immer

erst einmal herausfinden, wer überhaupt

schwul war. Und in einem Städtchen wie

Bolton, wo ich herkam, gab es natürlich auch

keine Gay-Bars oder so. Man musste also

darauf achten, wie jemand dir die Hand gab

oder dich ansah. Hochinteressant und eine

spannende Art, sich kennenzulernen. Aber

auch recht mühsam, wenn man eigentlich

nur ... ein bisschen kuscheln wollte. Wie

großartig also, dass das Internet so etwas

heutzutage erleichtert. Gerade für Menschen,

die vielleicht abseits der Großstadt

leben und womöglich ein bisschen einsam

oder schüchtern sind.

*Interview: Tim Franklin

J e t z t a u f D V D & D i g i t a l J e t z t a u f D V D & D i g i t a l

Jetzt überall im Handel u.a. Amazon, Saturn, Media Markt, Müller Drogerien, „Die schwulen Buchläden” oder direkt bei:

WWW.PR OFUN.DE


FILM

FOTOS: SALZGEBER

KINO

Stéphane Riethausers

MADAME

Schwule, queere Menschen,

mögen starke Frauen, einst

auch aus Mangel an Vorbildern aus

den eigenen Reihen, die aus von

CIS-Männern gemachten Genderkonventionen

und Schubladen ausbrechen.

Das ändert sich natürlich

seit einiger Zeit dank Elton John,

Klaus Wowereit, Years & Years, Sam

Smith und Rosa von Praunheim.

Die Oma von Filmemacher Stéphane

Riethauser war so eine Frau. In der Schweiz

in den 1920er-Jahren befreite sie sich aus

der – arrangierten – Ehe und ging ihren eigenen

Weg als erfolgreiche Geschäftsfrau.

In einer Zeit, als die Frau noch den Mann

um Erlaubnis fragen musste, als Frauen

etwa in der Schweiz nicht wählen durften,

stand sie für ihre Rechte ein.

Der Film „Madame“ ist aber nicht nur eine

Verbeugung vor der Patriarchin Caroline,

die, so hieß es, eine schlechte Mutter war.

Es ist auch die Geschichte des Comingouts

ihres Enkels Stéphane, der erst

unbedingt so sein möchte, wie es die

Familie will. Der Film verbindet anhand

privater Aufnahmen das Porträt einer

emanzipierten Dame mit dem filmischen

Selbstporträt eines Mannes im und nach

dem Coming-out. Die Urlaube an der Côte

d’Azur, als der Enkel nur ein verwöhnter

und reicher Junge ist, treffen auf Bilder

einer „einsamen Prinzessin“ im hohen

Alter, die die Familie regiert. Ein unterhaltsames,

starkes und schön privates

Doppelporträt, das man sehen sollte – sei

es, dass man seine Oma vermisst, seine

Mutter schätzt oder weil man verstehen

will, wie stark auch heute noch scheinbar

längst überholte Stereotypen das Leben

prägen. Ab Dezember ist der Film im Kino

zu sehen. *rä

www.salzgeber.de


Eines der romantischsten

Musicals unserer Zeit

DAS ERFOLGS-MUSICAL IST WIEDER ZURÜCK!

von Martin Doepke

in deutscher Sprache

AB 25.12.2019 AUF TOUR

Berlin, Erfurt, Nürnberg, Frankfurt a.M., Mannheim, Hamburg, Düsseldorf,

Aachen und viele weitere Städte

mit den Liedern von

Rolf Zuckowski

AB 27.11.2019 AUF TOUR

Nürnberg, München, Berlin, Halle/Saale, Mannheim, Frankfurt a.M., Köln,

Essen, Kiel und viele weitere Städte

CELINE DION

COURAGE

DREAMS

COME TRUE

AB 14.03.2020 AUF TOUR

Halle/Westfalen, Hamburg, München, Oberhausen, Köln, Frankfurt a.M.,

Mannheim, Leipzig und viele weitere Städte

DAS IST

DAS IST

DAS IST

DAS MUSICAL

DAS DAS MUSICAL MUSICAL

MIT DEN HITS VON

WOLFGANG PETRY

MIT DEN HITS VON

WOLFGANG APRIL MIT – JUNI DEN HITS VON

WOLFGANG

PETRY 2020 AUF TOUR

Bremen, Würzburg, Mannheim, Köln, Oberhausen, PETRY Stuttgart, Frankfurt a.M. ,

Berlin, Leipzig, Hamburg, München und viele weitere Städt

Das neue englischsprachige

Album des Superstars

2020 auf Deutschlandtour

DIE GRÖSSTE ABBA-TRIBUTE-SHOW DER WELT

THE SHOW

SUPER TROUPER TOUR 2020

AB 15.05.2020

AUF TOUR

Oberhausen, Berlin, Hamburg,

Köln, Hannover, Mannheim,

Frankfurt a.M., München

und viele weitere Städte

GIANNA NANNINI

La differenza – das neue Album

10 JAHRE

JUBILÄUM

DIE FLYING STEPS

TANZEN ZU

J. S. BACHS

WOHLTEMPERIERTEM KLAVIER

AB 13.04.2020 AUF TOUR

Essen, Leipzig, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Berlin,

Frankfurt a.M. und viele weitere Städte

www.eventim.de


KUNST

Norbert Bisky „NO SIGNAL“, 2018

AUSSTELLUNG

NORBERT BISKY:

„Ohne den Mauerfall wäre ich nicht Künstler geworden“

2019 jährt sich der Mauerfall,

das Ende der DDR, zum 30.

Mal. Zeit für den in Leipzig geborenen

Maler zu reflektieren.

Erfahrungen von Totalitarismus und Willkür

prägten Biskys Auseinandersetzung mit

der DDR: „Ohne den Mauerfall wäre ich

nicht Künstler geworden“, so Norbert Bisky,

der einst als NVA-Deserteur im Ostberliner

Militärgefängnis eingesperrt wurde. Erst

die neue Freiheit für alle machte es ihm

möglich, seine Berufung zu leben. Äußerst

erfolgreich: Bisky ist einer der wichtigsten

und populärsten lebenden deutschen

Maler.

Die Ausstellung „RANT“ startet am 9.

November und läuft bis in den Februar

2020 (Villa Schöningen, Berliner Straße

86, 14467 Potsdam). Inhaltlich setzt sich

die Ausstellung mit „deutsch-deutschen

Grabenkämpfen“ auseinander. Einen Tag

später eröffnet die Ausstellung „POMPA“ in

der St. Matthäus-Kirche in Berlin (Matthäi—

kirchplatz), sie hat die Nachwendezeit mit

ihrem Hedonismus, der Euphorie und all

dem Opportunismus zum Thema.

Norbert Bisky „Durruti“, 2018

Mit dem Fall der Mauer begann dein

Weg als Künstler.

Ja, vorher war ich aber auch zu jung, in der

DDR war ich noch in der Schule. Den Gedanken,

in der DDR Künstler zu sein, fand

ich schrecklich.

Schrecklich?

Fast alle interessanten Künstler haben das

Land ja verlassen, weil die Schwachköpfe,

die das Land regierten, dachten, dass sie

von allem eine Ahnung haben und alles

zensieren und vorgeben wollten. Das ist

natürlich grauenvoll für Künstler.

Wie muss man sich den Kunstunterricht

vorstellen?

Ich habe so lustige Aufgabenstellungen

bekommen wie „Jugend – Erbauer des

Kommunismus“, dazu sollte ich ein Bild

malen. Das mache ich irgendwie heute

noch, dieses blöde Thema verfolgt mich

weiter. (lacht) Mein Kommunismus sieht

aber abgedrehter aus ... Und mein Bild

damals hat natürlich nicht gepasst, weil ein

nackter Mann drauf war.


KUNST

Also keine Freiheiten?

Nein, ich will nicht alles verteufeln, ich hatte zum Beispiel einen

tollen Kunstlehrer: ein Exzentriker mit einem Plastikseepferdchen

am Gürtel. Der Typ hat sich mehr getraut als die anderen Lehrer.

Ich fand Malerei toll, ich malte selbst, mein bester Freund hat

viel gemalt und gezeichnet. Aber selbst Künstler zu werden, das

konnte ich mir damals nicht vorstellen.

Das kam dann mit der Wende.

Ja, das Entscheidende war allerdings nicht das Leben in der DDR

für mich, sondern zu erleben, wie plötzlich ein ganzes System

endet. Wenn eine ganze Welt zusammenkracht. Wenn von

einem Tag auf den anderen alles anders ist. Ich

denke, das prägt alle Leute, die diese Erfahrung

gemacht haben. Diese Veränderungserfahrung

hat bei mir dafür gesorgt zu denken:

Okay, Jackpot, ich verändere mich jetzt

auch, ich werde Künstler.

Daher die Bilder mit den Zentrifugalkräften,

wo alles im

Wirbel ist und zerfetzt wird.

Recht bedrohlich mitunter ...

Oft ja, aber durchaus nicht auf

allen meinen Bildern. Ich glaube, es

ist der Kippmoment, diese Explosion

an Möglichkeiten. Freiheit kann

auch bedrohlich sein. Es kann sich

alles ändern, zum Guten oder auch zum

Schlechten. Wenn ich heute einen Menschen

kennenlerne, dann kann das ganz toll

werden oder auch komplett schiefgehen. Ich denke

da an ein Kierkegaard-Zitat von Julian Schnabel: „Anxiety is

the dizziness of freedom“ (Angst ist der Schwindel der Freiheit)

... Das klingt cheesy, ist aber gut formuliert. Ich versuche,

in den Bildern die Mehrschichtigkeit von Momenten und den

Taumel sichtbar zu machen.

Wie viel Persönliches fließt in deine Bilder mit ein?

Sehr viel Persönliches! Es kommt nicht alles Private rein, aber

ich will zeigen, was mich beschäftigt. Ich lebe ein paar Jahre,

dann bin ich tot, wovor sollte ich denn Angst haben? Was

habe ich denn zu verbergen? Meine Ängste, Träume, Erlebnisse,

die soll man sehen. Wenn ich zurückschaue auf Bilder, die

ich vor ein paar Jahren gemalt habe, dann kann ich mich gut

an den jeweiligen Moment erinnern und daran, was ich dabei

fühlte.

Bei Malerei will ich Handschrift und Haltung erkennen können.

Ich glaube nicht, dass man sich immer alles offenhalten kann,

ich habe keine Angst davor, festgelegt zu werden. Wieder

durcheinanderbringen kann ich das dann immer noch.

FOTO: M. RÄDEL

und jetzt merken wir: Im Gegenteil, das kocht und brodelt, mit

schmutziger brauner Soße und unglaublich viel Hass.

Haben dich die Wahlergebnisse von deiner Heimat

Leipzig entfremdet?

Ich wuchs dort zehn Jahre auf, meine Heimat ist eher Berlin.

Ich liebe Friedrichshain, einen Kiez mit Klubs wie dem Berghain

und vielen offenen Menschen und Projekten, die so gar nicht in

ein totalitäres Schema passen. Hier bin ich genau richtig. Wobei

ich Heimat eher mit Ideen und Freunden und nicht mit Ländern

verbinde. Nach Tel Aviv kommen viele Leute, weil sie dort etwas

bewegen wollen, dort sammeln sich Ideen.

Ich male zurzeit viel in Andalusien unter freiem Himmel,

das ist wieder anders, 800 Jahre lang lebten

dort Araber, haben die Kultur geprägt, direkt

gegenüber liegt Afrika. Da bekommst du

einen anderen Blick auf Deutschland.

Leipzig ist eine bunte, wunderschöne

Stadt. Eine langjährige Freundin lebt

da, sie hat gerade die Geschlechtsanpassung

zum Mann begonnen, auch

das ist dort möglich.

Du fühlst dich also als Europäer?

Europa ist ein schönes Wort. Vielleicht.

*Interview: Michael Rädel

www.norbertbisky.com

www.facebook.com/norbertbiskyofficial

www.koeniggalerie.com

anonym,

persönlich,

per Mail

oder Chat

Deine Ausstellungen jetzt beschäftigen sich mit dem

Mauerfall ...

Flashbacks aus der Zeit im Osten lassen mich leider nicht los.

Also setze ich mich jetzt noch einmal mit meinen Erinnerungen

auseinander und male Bilder dazu, solange ich noch klar

im Kopf bin. (lacht) Schon im Frühling geht es thematisch

vollkommen anders weiter. Aber jetzt kommt noch mal meine

Wut auf die Leinwand. Hier zum Beispiel ist eine zerrissene

alte Schulkarte aus der DDR gemalt, so etwas baue ich zum

ersten Mal in meine Bilder ein. Ich hoffe, dass ich dann mit

dem Thema abschließen kann.

Eines der Themen der Ausstellung sind auch die

Grabenkämpfe zwischen Ost und West.

Eine Zeit lang schien es, als sei alles relativ okay und friedlich,

aidshilfe-beratung.de


BUCH

WAS IST HEIMAT?

LEBEN

Die Journalistin Ilka Peemöller hat ein Buch geschrieben

über ein nicht nur heute von vielen als

schwierig empfundenes Thema: Heimat.

Der Anblick von Tannen im Frühlingswind,

tosendes Meeresrauschen, der Duft von frisch

gebackenem Apfelkuchen oder auch Pferdemist

im Herbst. Aber auch die großen Taten großer

Persönlichkeiten, all das kann Heimatgefühle

auslösen. Doch darf man denn stolz sein auf

seine Herkunft? Wie geht man damit um, wenn

man sie verlassen muss? Wie geht unsere Gesellschaft

mit denen um, die ihre Heimat verlassen

mussten? Und vor allem: Was ist Heimat eigentlich?

In ihrem Buch „Heimat“ lässt sie Prominente

zu Wort

kommen. Wotan Wilke Möhring, Michael Michalsky,

Heino(!), Claudia Roth oder auch Udo Lindenberg

und H.P. Baxxter von Scooter kommen

zu Wort, mal knackig, mal tiefsinnig aber immer

unterhaltsam. Der Sehnsuchtsbegriff Heimat in

all seinen Bedeutungen – unterhaltsam. *rä

Blu Puppy Hood.pdf 1 15.10.2019 16:49:14

GEDICHTE

Schwule Kunst

vom #Bodensee

Zugegeben, an manchen Tagen wird man melancholisch

am Bodensee. Der Blick auf die mächtigen

Alpen, die weiten Wassermassen mit einsamen

Schiffen, der Nebel, der Regen, die dunklen Wälder, die

teilweise in den See hineinwachsen. Sehnsucht mischt

sich mit Fernweh.

C

M

Y

CM

MY

CY

CMY

K

Manch einer fährt erst gar

nicht (mehr) gerne runter

an die südliche Außengrenze

Deutschlands, weil

ihn der mitunter schwer

und tief hängende Nebel

fertigmacht – egal wie

schön der Wald, fruchtbar

die Felder und liebenswert

schrullig die Menschen

dort sind. In seinem beim

Rimbaud Verlag erschienenen

Buch „Mylord“

versammelt der Konstanzer

Buchautor und Dichter

Peter Salomon schwule

Gedichte aus den Jahren 1972 bis 2019. Diese sind

freilich nicht immer melancholisch, es geht um Beziehungen,

(Sehn-)süchte und queeres Selbstverständnis

– und auch mal um den Penis! *rä

www.rimbaud.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine