AJOURE´ Magazin März 2020

ajoure

Entdecke jetzt die AJOURE´ E-Magazin März-Ausgabe mit Cover-Star Allie X!

allie

X

DIE AUSNAHME-

KÜNSTLERIN AUS

KANADA UND IHR

NEUES ALBUM

„CAPE GOD“

&

LOW CARB PIZZA

LECKERE IDEEN

OHNE MEHL

#FOOD

#FITNESS

PELETON

ALLES ÜBER DAS

LUXUS-SPINNING-BIKE

ENTDEKCE DEN

TRAUMHAFTEN

INSELSTAAT

&#BEAUTY

ZAHNPASTA

SELBER MACHEN:

SO GEHT‘S!

März 2020

www.ajoure.de

#TRAVEL

ALOHA HAWAII

ZERO WASTE

#LIEBE

LANGEWEILE

IM BETT?

20 HEISSE IDEEN,

UM IHN ZU VERFÜHREN

FRILUFTSLIV

IST DAS NEUE HYGGE

BRINGT

&

UNS NACH

DRAUSSEN

HALLO MONTAG!

SO GELINGT DER UMSTIEG

AUF NACHHALTIGE MODE

#UMWELT

#ERFOLG

MIT POSITIVER ENERGIE IN DIE

NEUE WOCHE STARTEN

#FASHION

FAST FASHION ADÉ

DIE BESTEN

SHARING-

ANBIETER IM

ÜBERBLICK

Foto: Photographer: Marcus Cooper, Stylist: Kieley Kimmel, Hair: Timothy Aylward, Make-up: Lijha Stewart, Clothes: Simone Rocha


AJOURE MAGAZIN SEITE: 2 | MÄRZ 2020

Foto: Halfpoint / stock.adobe.com


AJOURE / EDITOR

from the editor

MIT SCHWUNG IN DEN FRÜHLING

Kennst du das? Spätestens im Februar fange ich an, ungeduldig zu werden und den ersten

warmen Tagen des Frühlings entgegenzufiebern. Die gemütliche Zeit mit der Decke auf

der Couch war zwar gut und schön, aber so langsam fällt mir die Decke auf den Kopf. Es

zieht mich förmlich nach draußen und ich vermisse es, im Café zu sitzen und die Sonnenstrahlen

in meinem Gesicht zu genießen. Oder mit dem Fahrrad an der Spree entlangzufahren,

über den Mauerpark zu schlendern, eine Runde im Park laufen zu gehen... da fällt

mir so vieles ein, was ich gerne bei schönem Wetter tue.

Noch sieht es draußen nicht so aus, aber der Frühling ist zum Greifen nah und bis dahin

können wir uns schon einmal inspirieren lassen. Zum Beispiel vom neuen Lifestyle-Trend

aus Skandinavien „Friluftsliv“, der uns in die Natur schickt, um frische Luft

und gleichzeitig innere Ruhe zu tanken. Oder von den farbenfrohen Stoffhosen,

die uns nicht nur gute Laune zaubern, sondern dazu auch noch nachhaltig produziert

wurden. Außerdem zeigen wir dir, wie du den Montag zum besten Tag

der Woche machst und voller Elan deine Aufgaben bewältigst. Für den perfekten

Start in den Tag stellen wir dir den ultimativen Drink vor: Goldene Milch.

Leicht geht es auch beim Essen zu, denn wir haben für dich drei absolut leckere

Low Carb Pizza Rezepte, die ganz ohne Mehl funktionieren.

Wenn du noch mehr Leichtigkeit brauchst, dann ist es vielleicht an der

Zeit, sich von verschiedenen Dingen zu trennen, die du sowieso kaum

brauchst. Denn so langsam setzt sich der Trend durch, Gegenstände

einfach mit anderen zu teilen, anstatt sie selbst zu besitzen. Die besten

Sharing-Dienste dazu und wie das Ganze funktioniert, erfährst du ab

Seite 30.

Ich wünsche dir einen wundervollen Start in den Frühling, genieße

jede Minute im Freien und beim Lesen unserer März-Ausgabe!

-liche Grüße

Melanie Bojko

Editor-in-chief: Melanie Bojko | E-Mail: redaktion@ajoure.de

/AjoureGermany /ajoure_germany /ajoure

AJOURE MAGAZIN SEITE: 3 | MÄRZ 2020


40

03 / 2020

GOLDENE MILCH

TANKE DIE VOLLE ENERGIE DES KURKUMA

MACHE DEN MONTAG

ZUM BESTEN TAG!

10

Erfolg & Motivation

08 DAS CAFÉ AM ENDE DER

WELT

Was wir vom Bestseller lernen können

10 HALLO MONTAG!

So machst du den ersten zum besten

Tag der Woche

14

ALLIE X

IM INTERVIEW

People

14 ALLIE X

Die Ausnahmekünstlerin aus Kanada

mit ihrem neuen Album “Cape God”

18 WER WAR EIGENTLICH

SIMONE DE BEAUVOIR?

22 EMMA STEINBAKKEN

Norwegens neuer Stern am

Musikhimmel

Umwelt

30 TOP SHARING-DIENSTE

Der große Vergleich mit allen

wichtigen Anbietern

36 KLEIDER SPENDEN

So spendest du deine Kleidung

sinnvoll

Food

40 GOLDENE MILCH

Tanke die Energie des Kurkuma

42 LOW CARB PIZZA

Die besten Rezept-Ideen ohne Mehl

44 GUNDERMANN

Entdecke das gesunde Kraut

Fitness

48 PELETON

Alles über das Luxus-Spinning-Rad

50 NEUROATHLETIK

So funktioniert Fitness fürs Gehirn

Travel

56 SPARTIPPS DEUTSCHE BAHN

Geniale Tricks für deinen Geldbeutel

60 PLASTIKMÜLL VERMEIDEN

So kann Zero Waste im Urlaub funktionieren

64 ALOHA HAWAII!

Entdecke den traumhaften Inselstaat

AJOURE MAGAZIN SEITE: 4 | MÄRZ 2020


AJOURE / INHALT

100

DIE ABNEHMEN ABSOLUT

90

DURCH

DÜMMSTEN INTERVALL-FASTEN?

DIÄTEN

88

WAS SAGT HÄNDCHENHALTEN

ÜBER DEINE BEZIEHUNG AUS?

78

DIE RICHTIGE INTIMPFLEGE

Fashion

70 FAST FASHION VERMEIDEN

Umdenken und umlenken

72 HALLO FRÜHLINGSHOSEN

Entdecke die schönsten nachhaltigen

Stoffhosen

und...

3 FROM THE EDITOR

Mit Schwung in den Frühling

98 IMPRESSUM

Beauty

78 SANFTE INTIMPFLEGE

Das sind die besten Tipps

80 ZAHNPASTA SELBER

MACHEN

So funktioniert‘s

Liebe & Beziehung

84 PRICKELNDE

ÜBERRASCHUNG

20 heiße Ideen, um ihn zu verführen

88 HÄNDCHEN HALTEN

Was sagt es eigentlich über deine

Beziehung aus?

Lifestyle

72

ENTDECKE DIE

SCHÖNSTEN

FRÜHLINGSHOSEN

94 FRILUFTSLIV

Bringe frischen Wind in dein Leben

96 AGE-SHAMING

Das neue Fat-Shaming?

102

WAS DU ÜBER DEINEN

KÖRPERFETTANTEIL

WISSEN SOLLTEST

FRILUFTSLIV

94


AJOURE / PEOPLE

Fotos: svitlananiko / stock.adobe.com; Kerem Bakir / @keba

Ajouré INTERVIEW

MENSCHEN

Und

PERSÖNLICHKEITEN

AJOURE.DE/PEOPLE


Foto: nd3000 / stock.adobe.com

ERFOLG & MOTIVATION

AJOURE MAGAZIN SEITE: 7 | MÄRZ 2020


AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION

DAS CAFÉ AM ENDE DER WELT

WAS WIR AUS DEM BESTSELLER

LERNEN KÖNNEN

Ein Leben in Eile, das fast ausschließlich

der Arbeit gewidmet ist, ohne Verschnaufpausen,

aber mit reichlich Stress - Umstände,

die für einige von uns alltäglich sind.

So auch für den dauergestressten Werbemanager

John, der als Protagonist in John

Streleckys Dauerbestseller Das Café am

Rande der Welt auf unverhofftem Weg zur

Selbstreflexion gelangt und so ein internationales

Millionenpublikum begeistert.

Seitdem das Buch vor mehr als zehn Jahren

veröffentlicht wurde, wurde es in 40 Sprachen

übersetzt und gilt als echtes Phänomen

unter den Bestsellern, das es immer wieder

unter die beliebtesten Sachbücher des Jahres

schafft. Auch wenn du Streleckys Besteller

noch nicht gelesen und dich noch nicht mit

der Thematik der Selbstfindung beschäftigt

hast, gibt es einige wichtige Lektionen, die

du aus dem Café am Rande der Welt mitnehmen

kannst.

Worum geht es?

Der erfolgreiche Werbemanager John strandet

unerwartet in einem kleinen Café am

Rande der Welt und ahnt nicht, dass dieser

Besuch sein Leben grundlegend verändern

wird. Mit dem Vorhaben, nur kurz einen

Blick in die Speisekarte zu werfen, entdeckt

John dort drei Fragen, die ihn mit den wichtigen

Themen des Lebens, besonders aber

mit seiner selbst konfrontieren. Durch die

Fragen zur Selbstreflexion angeregt, ergründet

John mit der Unterstützung des Personals

und eines weiteren Gasts den Sinn des

Lebens. Dabei stellt er auf ebenso überraschende

wie humorvolle Weise fest, dass der

Besuch im Café am Rande der Welt soviel

mehr ist als nur ein Zwischenstopp auf seinem

Weg.

Fotos: Bogenberger Autorenfotos, Amazon PR; bravestatements / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 8 | MÄRZ 2020


AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION

Was wir aus dem Bestseller

lernen können

Der große Erfolg des Buches, das auf dem

schmalen Grat zwischen Belletristik und

Sachbuch wandelt, lässt sich leicht erklären:

Die beschauliche Atmosphäre des Cafés geht

auf den Leser über und auch die Fragen, mit

denen John sich konfrontiert sieht, regen

das Nachdenken über die eigene Existenz

an. Statt wie übliche Sachbücher abstrakt an

das Thema der Selbstfindung heranzugehen,

tastet sich Strelecky auf humorvolle und unterhaltsame

Weise an die Grundlagen der

Selbstfindung heran und vermittelt nebenbei

einfache Wege zu einem glücklicheren

Leben, die sich auch ohne viel Vorwissen

über die Thematik umsetzen lassen. Aus

Streleckys unterhaltsamer Perspektive auf

den Sinn des Lebens lässt sich einiges mitnehmen

und wer weiß, vielleicht führt dich

Johns Reise auch auf den Weg zu dir selbst?

Was will ich wirklich?

Die erste Frage, die John auf den Weg der

Selbstfindung führt, lautet „Warum bist du

hier?“ - eine simple Frage, die schnell und

ohne viel Aufwand oberflächlich beantwortet

werden könnte. Indem der Protagonist

ergründet, dass die Antwort nicht in dem

Grund seines Besuchs im Café, sondern

im Grund seiner Existenz an sich liegt, vermittelt

Strelecky dem Leser einen Ansatz,

über den es sich nachzudenken lohnt: Um

glücklich zu sein ist es wichtig, sich immer

wieder aufs Neue vor Augen zu führen, was

man wirklich möchte. So häufig fühlen wir

uns unerfüllt, uninspiriert oder ausgelaugt

und bleiben mit dem Gedanken zurück,

weshalb wir nicht einfach anders gehandelt

haben. Diese Begebenheit, die wir häufig

aus den Augen verlieren, beschreibt der Autor

als Zweck der Existenz, welcher uns zu

einem erfüllteren und glücklicheren Leben

verhelfen soll. Sobald du den Zweck deiner

Existenz kennst, kannst du dich auf das Wesentliche

konzentrieren und deine Zeit und

Energie deinem Ziel zuführen, statt sie für

andere Dinge zu verschwenden.

Wovor hast du Angst?

Während John mit der Frage konfrontiert

wird, ob er Angst vor dem Tod habe, kommt

man nicht daran vorbei, sich mit dem behandelten

Thema der Angst im Allgemeinen

zu beschäftigen. Im Gespräch mit seinem

Weggefährten wird dem Protagonisten

klar, dass die meisten Menschen ein Leben

in Angst führen - bewusst oder unbewusst.

Ob nun, wie beschrieben, die Angst vor dem

Tod oder die Angst vor dem Scheitern betrachtet

wird, eins wird klar: Angst lähmt

uns und hindert uns daran, uns selbst zu

verwirklichen, was uns schließlich unglücklicher

macht. All jene Leser mit Zukunftsängsten

vermag Strelecky in seinem Buch

zu beruhigen, denn wer tut, was er wirklich

will und wozu er bestimmt ist, muss keine

Angst davor haben, seine Wünsche nicht

umsetzen zu können.

Ist dein Leben erfüllt?

Auch wenn diese letzte Frage, die John auf

der Speisekarte entdeckt, vielleicht erst nach

näherer Betrachtung zu beantworten ist, ist

sie es definitiv wert, sie sich versuchsweise

selbst zu stellen. Bist du bereits da, wo

du eines Tages hinmöchtest? Befindest du

dich auf dem richtigen Weg? Laut Strelecky

können wir nämlich nur dann ein erfülltes

und glückliches Leben führen, wenn wir

auf den Zweck unserer Existenz zusteuern,

also uns selbst verwirklichen. Dass diese

Selbstverwirklichung häufig fern von den

von der Gesellschaft vorgegebenen Wegen,

sozialen Erwartungen und Fremdvorstellungen

verlaufen kann und sollte, ist eine

wichtige Erkenntnis, die der Protagonist aus

seinem Besuch im Café am Rande der Welt

zieht. Versuche also demnächst, dich von den

Erwartungen anderer zu lösen, wenn du einen

anderen Weg für dich selbst als besser empfindest

- damit sind keine drastischen Brüche und

vorschnelle Schritte gemeint, sondern kleine

Bekenntnisse zu dir selbst, die du leichter in

deinen Alltag einbringen kannst, als du denkst.

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AJOURE MAGAZIN SEITE: 9 | MÄRZ 2020


AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION

So wird der Montag...

...der beste Tag der Woche

Montage können hart sein, vor allem,

wenn man noch nicht bereit ist, das Wochenende

loszulassen. Der Montag ist

daher zu einem schrecklichen Tag verkommen,

vor dem sich viele fürchten oder

ihn verfluchen. Dabei ist das sehr schade,

denn immerhin handelt es sich um einen

vollen Tag deines Lebens! Kein Tag sollte

verschwendet oder verteufelt werden, sondern

jeder Tag, jede Stunde des Lebens als

kostbar angesehen.

Neue Woche - neuer Anfang

Du kannst dir selbst helfen, einen anderen

Blickwinkel zu bekommen. Mach dir bewusst,

dass jeder Montag der Beginn einer

neuen Woche ist. Du kannst ihn also immer

wieder als kleinen Neuanfang sehen,

so wie der Beginn eines neuen Jahres ein

großer Neuanfang ist. Du kannst Pläne

schmieden, Veränderungen in Gang setzen

und immer wieder etwas anpassen

und umplanen. Jede neue Woche ist der

Beginn vom Rest deines Lebens und kann

völlig anders sein als dein bisheriges Leben.

Gib also jeder Woche und damit jedem

Montag deines Lebens die Chance, der erste

Schritt zu sein zu einer anderen Einstellung

und der erst Schritt in Richtung dei-

ner Ziele und Wünsche. Und gerade wenn

deine letzte Woche nicht so toll war, ist der

Montag jetzt die Chance, diese Woche aktiv

und bewusst zu einer guten zu machen.

Der richtige Start in den Tag

An jedem Tag, aber ganz besonders am ersten

Tag nach dem freien Wochenende, ist

der richtige Anfang das A und O. Wie du

den Montag beginnst, kann entscheidend

sein für die Launen und Gefühle, die du

in den restlichen Tag mitnimmst. Zu spät

aufstehen, nicht richtig frühstücken, dich

nicht so fertigmachen, wie du es dir am

Abend zuvor vorgenommen hast... All das

führt dazu, dass du schon gestresst und

unzufrieden das Haus verlässt.

Mache es in Zukunft besser und überlege

dir, wie du am liebsten in den Montag

starten willst. Rechtzeitig aufstehen, um

eine kurze Runde Yoga zu machen, bevor

du wach und gelockert unter die Dusche

springst? Deine Lieblingsmusik aufdrehen

und dir so viel Zeit vor dem Spiegel nehmen

können, wie du willst? Ein umwerfendes

Frühstück zubereiten und es in Ruhe

bei einem Buch oder einer Lieblingsserie

genießen? Es kommt nur auf dich und

deine Planung an, wie der Tag für dich

beginnen soll. Du kannst es zu einer Gewohnheit

machen, deinen persönlichen

Tagesstart konsequent durchzuziehen und

du wirst staunen, welchen positiven Einfluss

das auf dich haben wird!

Das Sonntags-Ritual

Der Montag beginnt nicht erst, wenn morgens

früh der Wecker klingelt. Entscheidend

für die Stimmung am Montag ist

schon der Sonntagabend. Denn wenn du

keine Lust hast auf den Montagmorgen,

dann kannst du dir dadurch sogar noch

den halben Sonntag ruinieren. Du wirst

dann bereits schlecht gelaunt, denkst nur

noch an den nächsten Tag und all die Aufgaben

und Herausforderungen. Du führst

im Kopf schon Diskussionen mit dem Chef

oder gehst gedanklich To-do-Listen durch.

Wenn dir das auffällt, dann sage dir selbst

ganz deutlich: Stopp! Es gibt keine Zeit

außer die Gegenwart! Du solltest nicht

gedanklich in der Zukunft leben, sondern

den Sonntag in vollen Zügen genießen.

Wenn dir das schwerfällt, dann gestalte dir

Foto: Di Studio / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 10 | MÄRZ 2020


AJOURE / ERFOLG & MOTIVATION

den Sonntag so, dass er ganz unter dem Motto des Abschaltens

und Entspannens steht. Du kannst zum Beispiel jeden Sonntag

etwas Besonderes kochen, ein Bad nehmen oder etwas Kreatives

tun. Finde heraus, was dir richtig guttut und mache es zu deinem

persönlichen Sonntags-Ritual, mit dessen Hilfe du mehr in der

Gegenwart leben kannst. Das kann auch nur eine Tasse Tee und

ein Gespräch mit deiner besten Freundin sein. Hauptsache, du

erlebst den Sonntag bis zur letzten Minute und lässt das Morgen

einfach Morgen sein.

Schöne Alltagsinseln schaffen

Auch wenn deine Woche vielleicht stressig und vollgepackt mit

ungeliebten Aufgaben ist, muss sie nicht automatisch dazu führen,

dass du dich komplett auslaugst. Du kannst selbst dafür sorgen,

dass auch die Wochentage (und ja, sogar der Montag) schöne

Zeiten bereithalten. Das erreichst du dadurch, dass du nicht alles

Angenehme immer auf die Wochenenden schiebst und als Privatmensch

dann nur an diesen zwei Tagen lebst. Auch vor der Arbeit,

in den Pausen oder nach Feierabend hast du Zeit zur Verfügung.

Bemühe dich, schöne Aktivitäten besser auf die Woche zu verteilen.

Denn wenn du immer nur mit den Wochenenden planst, ist

der Montag tatsächlich unerträglich weit entfernt vom nächsten

tollen Ereignis. Du schaffst dir also besser Inseln im Alltag, die

näher beieinanderliegen, so dass du dich im besten Fall jeden Tag

auf etwas Positives freuen kannst. Ein Lunchdate, ein Treffen mit

Freunden nach Feierabend, eine Sporteinheit vor der Arbeit, ein

Kurs am Abend... Es gibt viele Möglichkeiten, auch den Alltag unter

der Woche toll zu gestalten. Denn dein Leben findet nicht nur

am Wochenende statt.

Prioritäten setzen: Der Wochenplan

Ein weiterer Grund, warum dir der Montag vielleicht unangenehm

ist, könnte dein Wochenplan sein. Wenn er zu vollgestopft ist und

du beim Gedanken daran regelmäßig Panik bekommst, dann ist

der Montag natürlich verhasst. Denn er ist der Startschuss in den

nächsten aufgehäuften Berg von Arbeit und Stress. Wenn du dich

so fühlst, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass du etwas verändern

musst. Dein Leben ist zu schade, um es nur unter Druck zu

verbringen und dich vor Montagen zu fürchten.

Sieh dir deinen nächsten Wochenplan einmal genau an. Welche

Punkte darin sind wirklich essentiell? Diese markierst du mit einem

Leuchtstift und machst sie zu Prioritäten. Erledige sie so bald

wie möglich, so dass du sie abhaken kannst. Damit hast du dann

das gute Gefühl, das Wichtigste getan zu haben. Alles, was du zusätzlich

schaffst, sind Bonuspunkte. Das verändert deinen Blickwinkel

und macht dir klar, dass du nicht Superwoman bist, sondern

nur ein Mensch. Du kannst vermutlich überhaupt nicht alles

schaffen, was du dir vorgenommen hast. Tue also das, was absolut

nötig und wichtig ist. Und dann atme durch und erledige nach

und nach in aller Ruhe andere Dinge, die auch noch machbar sind.

Für mehr Lebenszeit: Routineaufgaben vereinfachen

Was nervt am meisten beim Gedanken an den Montag? Es gibt

diese Punkte auf deiner To-do-Liste, die immer wieder auftauchen.

Das sind deine Routineaufgaben, die zwar wahrscheinlich leicht

von der Hand gehen, weil du Übung hast, die dich aber trotzdem

belasten. Sie rauben dir Nerven und Zeit für andere Dinge und

sind dazu noch unbefriedigend, weil du das Gefühl hast, damit

niemals weiterzukommen. Diese Aufgaben kommen schließlich

immer wieder zurück und müssen wieder und wieder erledigt

werden.

Nimm dir einmal Zeit, solche Aufgaben aufzulisten und überlege

dir, ob und wie du sie vereinfachen kannst. Wenn dir selbst nichts

einfällt, frag Freunde und Familie. Ein neutraler und frischer

Blick von außen bringt oft ganz neue Einsichten und du fragst

dich: „Warum habe ich das nicht schon früher gesehen?!“ Viele

Routineaufgaben machst du automatisch auf eine bestimmte Art,

obwohl sie anders vielleicht viel schneller oder effizienter gehen

könnten. Beiße dich nicht an deiner Art und Weise fest, sondern

sei offen für alles, was deinen Alltag einfacher gestaltet.

Der schönste Feierabend der Woche

Der Montag ist am weitesten vom nächsten Wochenende entfernt

und fühlt sich daher oft am längsten und schwersten an. Hinzu

kommt, dass auch Kollegen oft nicht so recht in der Woche angekommen

sind und alle irgendwie noch auf Sparflamme laufen und

nichts so richtig losgeht. Das kann dazu führen, dass der Montag

immer wieder als nicht zufriedenstellend empfunden wird und du

mit dem Gefühl nach Hause gehst, dass der Tag genauso war, wie

du es vorhergesehen hast.

Lass das nicht zu einer Gewohnheit werden, sondern sorge in Zukunft

dafür, dass der Montagabend der beste Feierabend der Woche

ist. Du kannst zum Beispiel immer Montag nach der Arbeit

mit Freunden essen gehen. Oder du vereinbarst ein wöchentliches

Montags-Date mit deinem Partner, das euch dann sogar beiden

den Montag versüßt. Oder du kannst dich informieren, welche

Kurse oder Veranstaltungen in deiner Stadt vielleicht immer montags

stattfinden. Hauptsache, du hast etwas, auf das du dich freuen

kannst, wenn du deinen Arbeitsplatz verlässt und das einen Lichtblick

an einem ansonsten vielleicht eher unbefriedigenden Tag

darstellt.

Das Wochenmotto für ganz Verrückte

Vielleicht versetzt dich der Montag oft in schlechte Laune, weil er

so einen krassen Kontrast zum spaßigen Wochenende darstellt.

Das muss aber nicht so sein! Zusammen mit deinen Lieblingskollegen

oder Freunden kannst du eine lustige Tradition starten, die

den Montag immer wieder zum ersten Tag einer neuen verrückten

Woche macht. Überlegt euch Mottowochen mit den ausgefallensten

oder kreativsten Themen. Jedes Wochenende vereinbart ihr

dann über einen Gruppenchat, welches Motto am kommenden

Montag startet. Jeder bemüht sich dann, ganz im Sinne des Mottos

zum allgemeinen Spaß beizutragen. Dazu kann passendes Essen

gehören, das jemand mitbringt, man zusammen kocht oder in einem

passenden Restaurant genießt. Oder einer bringt lustige Accessoires

für alle mit, plant zum Motto passende Unternehmungen

nach Feierabend oder spielt passende Musik in der Mittagspause.

Ihr findet bestimmt im Laufe der Woche immer wieder Gelegenheiten,

das Motto einzubauen und alle Kollegen oder Freunde

zum Lachen zu bringen. Durch die Mottowochen kannst du dich

dann schon am Wochenende auf die neue Woche freuen - ein ganz

neues Gefühl, oder?

AJOURE MAGAZIN SEITE: 11 | MÄRZ 2020


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AJOURE MAGAZIN SEITE: 12 | MÄRZ 2020


AJOURE MAGAZIN SEITE: 13 | MÄRZ 2020

Foto: rh2010 / stock.adobe.com


AJOURE / PEOPLE

ALLIE X

DIE AUSNAHMEKÜNSTLERIN AUS KANADA

UND IHR NEUES ALBUM “CAPE GOD”

Katy Perry gehört zu ihren größten

Fans und twitterte schon damals fleißig

über Allie X. Mittlerweile haben viele

namenhafte Stars in den USA das Talent

von Allie X bemerkt und auch ihre

Fans können kaum noch ohne sie. 128

Millionen Streams sprechen hier eine

deutliche Sprache: Sie weiß, was sie

tut und sie kann es! Wer Allie X einmal

gesehen hat, vergisst sie so schnell

nicht wieder, denn sie polarisiert, wo

sie nur kann. Ihre ganze Art, ihr Outfit

und Aussehen und natürlich ihre

Musik sind etwas sehr Besonderes. Wir

wollten von Allie X wissen, worauf ihre

Fans sich beim neuen Album „Cape

God“ freuen dürfen, ob sie in Deutschland

2020 auf Tour kommt und wie sie

selbst über ihre Texte denkt.

Am 21. Februar erscheint dein neues

Album „Cape God“. Wie fühlst du dich

kurz vor dem Release? Bist du aufgeregter

als bei deiner letzten Album-Veröffentlichung?

Ich empfinde sehr viel dafür. Ich bin sehr

darauf bedacht, dass dieses Album als

Gesamtwerk aufgenommen wird. Denn

so soll es auch gehört werden. Ich habe

wegen der vielen Reisen und der Arbeit,

die eine Veröffentlichung mit sich bringen,

Probleme mit dem Schlafen, aber

insgesamt bin ich sehr aufgeregt, dass

„Cape God“ jetzt in die Welt hinausgeht.

Gibt es ein Hauptthema, welches sich

durch „Cape God“ zieht?

Ich habe tatsächlich ein „Cape-God-Theme“

geschrieben, welches ich aber nicht

in die Aufnahmen habe einfließen lassen.

Ich habe es zusammen mit Mitski

geschrieben! Vielleicht mache ich es live.

Allerdings habe ich die Texte zu jedem

einzelnen Kunstwerk hinzugefügt.

Foto: Kobalt Music

AJOURE MAGAZIN SEITE: 14 | MÄRZ 2020


AJOURE / PEOPLE

„In Cape God In Cape God, We live in between

a rising high and angry god“

Oftmals versuchen Künstler durch ihre

Lieder eine Botschaft an ihre Hörer zu

vermitteln. Ist das bei deinen Songs

ebenfalls der Fall und wenn ja, welche

Botschaft wartet darauf transportiert

zu werden?

Ich möchte, dass Außenseiter Trost finden.

Ich möchte, dass sie wissen, dass

ich wirklich verstehe, wie es ist, isoliert,

beschämt, emotional distanziert, dissoziativ

und krank zu sein. Ich möchte, dass

sie Hoffnung empfinden. Ich möchte ihnen

ihre schwierigen Tage, Monate und

Jahre ein wenig leichter machen.

Gibt es einen Song auf deinem neuen Album,

der dir besonders am Herzen liegt?

„Ragulars“ liegt mir sehr am Herzen. Es

sagt etwas aus, das ich nicht wirklich mit

Worten erklären kann und dennoch ist

es enorm wichtig für mich.

Du bist 2019 bei Loollapalooza in Berlin

aufgetreten. Wirst du 2020 auch wieder

dabei sein? Wie war es für dich?

Ich habe es geliebt. Ich hatte einen Haufen

Fans in der ersten Reihe, die Masken

trugen, die sie im Stil von „Super Sunset“

(dem letzten Album) hergestellt hatten.

Ich hoffe, dass ich wiederkommen darf.

Was ist es für ein Gefühl, wenn du morgens

aufwachst und weißt, dass deine

Lieder mehr über 128 Millionen Mal

gestreamt wurden? Ist das noch überwältigend

oder gewöhnst du dich bereits

daran?

Ich bin dankbar für den Erfolg, den ich

hatte, und stolz auf mich, aber diese Reise

hat mich demütig werden lassen. Ich

habe immer noch das Gefühl, dass ich

einen Weg vor mir habe.

Plan, die deutschen Charts zu erobern?

Habe ich das? Das ist cool. Ich glaube,

Deutschland wird dieses Album mögen.

Ich werde auch mehr Zeit in Deutschland

verbringen und dort auf Tournee

sein - ich hoffe, dass ich dieses Jahr alle

meine deutschen Fans treffen werde!

Wie kam es dazu, dass du dich musikalisch

für Dark-Goth-Pop entschieden

hast?

Ich habe mich nie wirklich für diesen

Sound interessiert, ehrlich gesagt. Es ist

nur ein Etikett, das mir von anderen gegeben

wurde. Ich liebe das Gothic-Genre

und ich liebe das Pop-Genre, also kann

ich mich nicht allzu sehr beklagen.

Nur wenige Künstlerinnen haben so ein

unverwechselbares Äußeres wie du. Auf

deinem Intagram-Account sieht man,

wie wandelbar du bist und wie einzigartig

deine Mode ist. Woher stammen

die Ideen für deinen Style? Wie schwer

ist es, jeden Tag aufs Neue so außergewöhnlich

auszusehen?

Warum bedanke ich mich jetzt bei dir

(grinst)? Ich liebe es, mit meinem Aussehen

und mit der Mode zu spielen. Es

macht mir Spaß und ist eine kreative

Ausdrucksform. Ich hoffe aber auch,

dass man mich wiedererkennt. Ich sehe

definitiv nicht jeden Tag so aus. Mein

alltägliches Aussehen ist normalerweise

kein Make-up und bequeme lockere

Kleidung (lacht).

Wird es 2020 eine Tournee geben? Worauf

dürfen sich deine Fans dieses Jahr

noch von dir freuen?

Ja, meine Tournee beginnt Ende März

und dauert einen Monat in Nordamerika,

dann komme ich Ende Mai bis in den

Juni hinein nach Europa. Meine deutschen

Termine sind am 30. Mai in Berlin

und am 31. Mai in Köln!

Liebe Allie X, vielen Dank für die Zeit,

die du dir genommen hast. Viel Erfolg

für 2020 und dein neues Album.

In Kanada und Australien hast du es mit

deinem letzten Album „Super Sunset“

in die Top-Ränge der Charts geschafft.

Platziert warst du unter den Top 100

ebenfalls in den USA, England, Italien,

Frankreich und Spanien. Wie ist dein

Photographer: Marcus Cooper, Stylist: Kieley Kimmel, Hair: Timothy Aylward,

Make-up: Lijha Stewart, Clothes: Simone Rocha

AJOURE MAGAZIN SEITE: 15 | MÄRZ 2020


Foto: nikomsolftwaer / stock.adobe.com


AJOURE / PEOPLE

WER WAR EIGENTLICH

SIMONE DE BEAUVOIR?

Erscheinen dir Feminismus und Frauenrechte wie ein alter

Schuh? Tatsächlich wirkt das Thema heute manchmal etwas

ausgetreten. Deine Rechte als Frau sind für dich wahrscheinlich

schon ganz normal! Aber kannst du dir vorstellen, dass Frauen

vor einhundert Jahren ohne die Erlaubnis eines Mannes weder

studieren, berufstätig sein, noch Auto fahren durften? Dein

heutiges selbstbestimmtes Leben als Frau wurde erst durch den

Kampf großer Frauen und Freidenkerinnen möglich. Eine der

bekanntesten unter ihnen war die französische Philosophin

und Schriftstellerin Simone de Beauvoir.

Ein Leben ohne freie Wahl?

Simone de Beauvoir wurde 1908 in Paris als Tochter wohlhabender

Eltern geboren. Durch den Ersten Weltkrieg verarmte die

Familie. Mit nur noch einem kleinen Angestelltengehalt war der

Vater kaum noch in der Lage, Simone und ihre Schwester Hélène

mit einer ausreichenden Mitgift auszustatten. Das schmälerte

ihre Aussichten auf eine Ehe und damit die weitere sichere soziale

und finanzielle Versorgung. Vater de Beauvoir bereitete seine

Töchter auf ein Leben als berufstätige Frauen vor. Als Alternative

wäre ihnen noch der Gang in ein Kloster geblieben.

Obwohl sie als junge Frau tief gläubig

gewesen sein soll, kam dies für

Simone nicht in Frage.

Sie hatte Glück. Sie war klug und

wach genug, die ersten neu erstrittenen

Frauen-Rechte in Anspruch

zu nehmen. Nach der Oberschule

schrieb sie sich als eine der ersten

Studentinnen an der berühmten

Pariser Sorbonne ein.

Simone - die Lehrerin und leidenschaftliche

Querdenkerin

Nach dem Studium arbeitete Simone

de Beauvoir als Gelegenheitslehrerin.

Ihr erstes eigenes

Geld verdiente sie durch einen

kleinen Lehrauftrag in Psychologie.

Jener zu diesem Zeitpunkt

noch jungen Wissenschaft, die erst

durch Sigmund Freuds revolutionäre

Erkenntnisse den Zuspruch

fand, die sie eigentlich verdiente.

Ihr Geld nutze sie neben der Finanzierung

des Lebensunterhaltes

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für Ausflüge in die Welt der Künstler und Intellektuellen von Paris.

Sie besuchte einschlägige Cafés und engagierte sich in einem Wohltätigkeitsverein.

Die Vorurteile und Barrieren ihrer Zeit trieben sie

schon bald zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Geschlechterbild.

Was machte den Mann zu einem Mann und bliebe einer Frau tatsächlich

nichts anderes übrig, als unter der Führung eines Mannes

zu leben?

Die Idee von der sozialen Prägung des Geschlechts

Beauvoirs Überlegungen zielten immer mehr in eine ganz besondere

Richtung. Ihre Beobachtungen und Gesellschaftsstudien ließen

sie zu dem Schluss kommen, dass das Wesen der Frau vielmehr

vom Umfeld geprägt wurde als bisher angenommen.

Das damals noch strenge Sittenbild ging davon aus, dass eine Frau

als schwach und weniger wert als der Mann geboren werde. Den

geistigen Leistungen einer Frau wurde nur in Ausnahmefällen Beachtung

geschenkt. Noch im 19. Jahrhundert durften Frauen nicht

öffentlich ihre Meinung kundtun. Von politischen Veranstaltungen

waren sie komplett ausgeschlossen. Als höchste Ziele der Weiblichkeit

galten Heirat und Mutterschaft.

Simone de Beauvoir kam zu der These,

dass die Frau keineswegs von Geburt

an schwach oder gar minderbemittelt

sei. Vielmehr werde sie vom

sozialen Umfeld dazu gemacht und

in einem Zustand ständiger Abhängigkeit

und Unterwerfung gehalten.

Eine Frau könne also, wenn es denn

notwendig oder gefordert wäre, auch

ganz andere Züge annehmen. Als

eine der ersten Freidenkerinnen und

Feministinnen der Welt unterschied

sie zwischen „Sex“ und „Gender“.

Dem körperlich angeborenen Geschlecht

sowie der angenommenen

beziehungsweise ausgeübten Geschlechter-Rolle.

Zwei ihrer bekanntesten Zitate lauten:

„Nur weil eine Frau eine Vagina hat,

verhält sie sich noch nicht wie eine

Frau.“

„Man ist nicht als Frau geboren, man

wird es.“

Fotos: rowohlt Verlag - Jerry Bauer

AJOURE MAGAZIN SEITE: 18 | MÄRZ 2020


AJOURE / PEOPLE

Fotos: Copyright holder is Archives Gallimard at Paris, Archives Gallimard no longer exists - Schwarzer, Alice: Simone de Beauvoir, Reinbek, Rowohlt, 2007, ISBN: 978-3-498-06400-6, S. 68, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4241763

Der dritte berühmte Ausspruch ist sinngemäß

besser auf Englisch zu verstehen:

„Woman is as woman does.“ (Die Frau ist,

was sie tut)

Sie richtete ihre Überlegungen dabei keineswegs

nur anklagend gegen eine dominierende

Männerwelt. Vielmehr kritisierte sie

auch die unterdrückten Frauen ihrer Zeit,

die sich durch ihr Verhalten eben zu genau

dem machen ließen!

Simone de Beauvoirs Leben mit Jean

Paul Sartre

Um 1929 herum hatte Simone den berühmten

französischen Philosophen Jean Paul

Sartre kennengelernt.

Beide ließen sich auf ein für die damalige

Zeit sehr eigenartiges Liebesexperiment ein,

das sie „Pachtverhältnis“ nannten. Ohne

Zwang, Verpflichtungen oder gar eine Hei-

Simone de Beauvoir mit Jean Paul Sartre

rat wollten beide für zwei Jahre auf Probe

zusammenbleiben. Danach hätte jeder

seines Weges gehen können, ohne dafür

Gründe nennen zu müssen. Schlussendlich

sollten beide ein Leben lang verbunden bleiben!

Das Paar reiste viel, lebte aber nie zusammen

in einer Wohnung. Simone traf an der

Seite Sartres die Denker und Revolutionäre

ihrer Zeit. In Kuba trafen sie auf Che Guevara

und Fidel Castro. Neben den gemeinsamen

Reisen begann Simone auf eigene

Faust zu reisen. In den USA lernte sie den

Schriftsteller Nelson Algren kennen. Mit

ihm soll sie über viele Jahre eine intensive

Liebesbeziehung gepflegt haben. Dennoch

blieben auch Sartre und sie stets von gegenseitigem

Respekt geprägt verbunden.

Das große feministische Werk ihrer Zeit

Im Jahr 1949 kam Simone de Beauvoirs

Buch „Das andere Geschlecht“ auf den

Markt. Ihre Thesen und die kritische Auseinandersetzung

mit dem Rollenbild von

Mann und Frau revolutionierten das

damalige Denken. Neben der bereits erwähnten

Theorie zur Ausbildung der

„Frau“ durch das soziale Umfeld widmete

sie sich intensiv der Frage nach den Unterschieden

zwischen Mann und Frau. Der

Mann galt im damaligen Weltbild als das

Absolute, das Subjekt. Die Frau dagegen

wurde nur in Abhängigkeit zum Mann, als

das Objekt, betrachtet.

Für einen heutigen Geist sicher nur

schwer begreifbar, hatte die Frau ohne den

Mann praktisch keine Daseinsberechtigung.

Jetzt hast du sicherlich ein Bild davon,

wie wichtig die Arbeit von Simone de

Beauvoir und anderen Feministen des 20.

Jahrhunderts war!

Simone de Beauvoir wurde 78 Jahre alt. Ihr

Leben lang wirkte sie als Schriftstellerin

und Philosophin. Sie blieb unverheiratet,

hatte keine Kinder und unterhielt diverse

Liebschaften mit Gleichgesinnten beiden

Geschlechts.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 19 | MÄRZ 2020


AJOURE MAGAZIN SEITE: 20 | MÄRZ 2020

Stoppt den Klimawandel,


Künstler: Matthew Cusick

bevor er unsere Welt verändert.

www.greenpeace.de/helfen

AJOURE MAGAZIN SEITE: 21 | MÄRZ 2020


AJOURE / PEOPLE

EMMA STEINBAKKEN

NORWEGENS NEUER STERN AM MUSIKHIMMEL

Sie ist erst sechzehn Jahre alt, doch

sie ist bei weitem erwachsener als

man anfangs glauben möchte. Ihre

Musik geht ins Ohr und gleichzeitig

sind ihre Texte keineswegs kindlich,

sondern haben einen Tiefgang, den

man anfangs nicht vermuten würde.

Emma steht mit beiden Beinen

im Leben. Während ihre Schulfreundinnen

nach der Schule ihr

Leben genießen, geht es für sie ins

Studio. Ein Leben, welches man nur

durchziehen kann, wenn man seit

der Kindheit weiß, dass Musik für

jemanden das Leben bedeutet – so

wie bei ihr. Was sie zur Musik bewegte,

wie ihre Tage aussehen und

was Tiefgründigkeit bei Songtexten

für sie bedeutet, erfährst du hier.

Was möchtest du mit deiner Musik

bei deinen Fans bezwecken?

Ich möchte ihnen einfach das Gefühl

geben, dass ich ihr Freund bin. Ich

liebe es, über Dinge zu schreiben, die

ich durchgemacht habe, wie meine

Gefühle und Gedanken, und ich hoffe,

dass sich einige Leute damit identifizieren

können. Ich denke, dass

allein der Versuch füreinander da

zu sein, wichtig ist. Wenn ich Musik

höre, hilft es mir, genau das zu spüren.

Ich hoffe, dass ich so etwas auch

für jemand anderen tun kann. Das

wäre sehr cool.

Welche Art von Musik hörst du denn

selbst gerne?

Ich mag Popmusik, R&B und Rap.

Aber ich denke, die Musik, die mich

das meiste fühlen lässt, ist wahrscheinlich

ein bisschen tiefer, vielleicht

etwas, das man als „traurige

Musik“ bezeichnen würde.

Fotos: Marius Knieling

AJOURE MAGAZIN SEITE: 22 | MÄRZ 2020


AJOURE / PEOPLE

Du singst seitdem du 10 Jahre alt bist,

richtig?

Ich singe eigentlich schon mein ganzes

Leben lang. Meine Mutter hat mir gesagt,

dass ich mit dem Singen angefangen

habe, bevor ich anfing zu reden. Ich habe

es auch immer geliebt, vor meinen Eltern

und meiner Familie zu singen oder aufzutreten.

Das war also sozusagen schon immer

genau mein Ding (grinst).

Es gab also niemanden, der dich zum

Singen inspirierte, es kam einfach aus

deinem Inneren von selbst?

Ich glaube schon, ja. Als ich zwei Jahre alt

war - ich weiß nicht, wer mich inspiriert

hat - aber ich habe mich immer für Fernsehsendungen

wie „America‘s Got Talent“

interessiert. Ich habe das von Norwegen

aus beobachtet und ich wollte mich dort

immer anmelden. Aber meine Eltern haben

es mir nicht erlaubt. Ich glaube, andere

Kinder singen und Musik schreiben

zu sehen, war also sehr inspirierend. Jetzt

finde ich die meiste Inspiration durch das

Reisen. Das, und einfach nur ein Teenager

zu sein.

Gibt es einen Lieblingsort, wohin du gerne

reist?

Ich glaube nicht, dass ich einen Lieblingsort

habe. Okay, vielleicht New York, weil

ich New York liebe. Doch es gibt natürlich

auch Sachen, die ich dort nicht besonders

gut finde. Ich liebe es, weil es so geschäftig

ist und man alles hat, was man braucht. Es

ist einfach ein großartiges Plätzchen Erde.

Ich habe das Gefühl, dass die Menschen

dort sehr freundlich und offen sind und

immer mit einem reden wollen. Was ich

nicht mag ist, dass sich alles etwas grau

und schmutzig anfühlt und ich mich in

dieser riesigen Stadt so klein und unwichtig

fühle. Das Reisen lässt mich eine

Menge fühlen und ich glaube, dass dies

der Grund ist, warum ich dabei so viel Inspiration

bekomme. Ehrlich gesagt denke

ich, dass ein Ort irgendwo weit weg von

Norwegen, ein Ort, der auch nicht aussieht

wie Norwegen, am besten für mich

ist. Ich mag diesen Augenblick, wenn ich

das Gefühl bekomme: „Okay, ich bin definitiv

nicht mehr in Norwegen und hier

erinnert mich so rein gar nichts an mein

Heimatland.“

Aber gefällt dir Norwegen nicht?

Doch, ich liebe Norwegen! Es ist nur das

Gefühl, etwas anderes sehen zu wollen,

etwas anderes erleben zu wollen. Einfach

etwas Neues erfahren können.

Was würdest du Jemandem raten, der

noch nie in Norwegen gewesen ist?

Du solltest hinfahren! Norwegen ist wunderschön!

Aber es ist kalt und es gibt viele

Berge. Es ist sehr schön, aber ich mag den

Dschungel-Vibe. Den haben wir in Norwegen

leider nicht und ich sehne mich

förmlich danach.

Du sagst, du erhältst deine Inspirationen

durch das Reisen. Aber gibt es auch

Künstler, die deinen Sound oder deine

Texte beeinflussen?

Ich habe nicht das Gefühl, dass ich einen

Künstler habe, der mich am meisten inspiriert.

Es ist eher so, dass wenn ich einen

coolen Song höre, ich diesen in meine

Playlist aufnehme, dann meinem Produzenten

vorspiele und ihm sage: „Das ist

sehr cool. Ich möchte nur, dass du weißt,

dass ich dieses Lied mag.“ Dann gibt es

vielleicht Elemente in diesem Lied, die wir

auch für meine Musik versuchen könnten,

ohne sie dabei zu kopieren. Aber vielleicht

gelingt es uns, mit diesen Elementen die

gleiche Stimmung zu erschaffen oder ein

ähnliches Gefühl zu transportieren.

In einigen Liedern geht es um Trennungen,

in anderen wieder um die Liebe.

Zum Beispiel dein Song „Young“, in dem

es darum geht, die Jugend zu umarmen,

die Zeit zu nutzen und verrückte Dinge

zu tun. Schreibst du in deinen Songs über

jemand Bestimmten? Versuchst du mit

deinen Liedern Menschen in deinem Alter

zu erreichen oder hoffst du, dass jeder

etwas daraus für sein eigenes Leben mitnehmen

kann?

Wenn ich ein Lied schreibe, denke ich nie

darüber nach, wer es sich anhören wird.

Es ist mehr für mich selbst. Es ist nicht für

AJOURE MAGAZIN SEITE: 23 | MÄRZ 2020


AJOURE / PEOPLE

eine bestimmte Gruppe. Ich habe

das Gefühl, wenn man sich aufeinander

bezieht, dann bezieht man

sich darauf. Die meisten meiner

Lieder sprechen wahrscheinlich

Menschen in meinem Alter an und

ich bin sechzehn Jahre alt. Aber ich

habe auch Nachrichten von viel

älteren Menschen erhalten, die sagen,

dass sie sich in bestimmte Lieder

hineinversetzen können, was

wirklich cool ist. Es geht mir also

nicht um eine bestimmte Altersgruppe,

sondern um alle.

Denkst du, dass deine Nähe zu

älteren Menschen in der Musikindustrie

älteren Zuhörern helfen

könnte, sich mit deiner Musik zu

identifizieren? Ich meine speziell

die Leute in deinem inneren Kreis,

wie zum Beispiel deinem Produzenten.

Mein Hauptproduzent ist etwas

mehr als 10 Jahre älter als ich.

Wenn wir Musik schreiben, schreiben

wir zwar gemeinsam, aber es

ist immer meine Geschichte und

ich singe immer, was ich will. Aber

dass er mit Ideen kommt, wie:

„Vielleicht sollten wir über dieses

oder jenes Thema reden“ oder

„Vielleicht sollten wir es auf diese

Art und Weise sagen“, hilft mir tatsächlich.

Das ist einfach großartig

und ich denke, dass diese Konstellation

meine Musik nicht zu kindlich

erscheinen lässt.

Bist du durch deine erwachsenere

Musik auch ein gleichzeitig reiferer

Mensch als andere in deinem

Alter?

Ja, das glaube ich wirklich. Ich reise

nur mit erwachsenen Menschen

und ich glaube, das macht mich

reifer. Aber ich habe auch das Gefühl,

dass ich das bereits tat, bevor

ich mit der Musik angefangen

habe.

Wir haben uns deine Songtexte

durchgelesen, insbesondere „Without

You“. Es ist in der Tat ein

erwachsenes Lied mit einem tiefgründigen

Text. Hast du denn das

Gefühl, zu schnell erwachsen zu

werden?

Ich habe das Gefühl, dass ich ein

gutes Tempo habe. Als ich etwas

jünger war, konnte ich es nicht

erwarten, erwachsen und älter zu

werden.

Diese Denkweise hat mich wahrscheinlich

in gewisser Weise ein

bisschen zu schnell erwachsen werden

lassen. Aber ich bin fast siebzehn

und ich mag es, dass meine

Freunde und ich an den gleichen

Dingen interessiert sind. Ich will

nicht mehr älter sein als ich bin,

also gleicht sich das wieder aus.

Es klingt so, als brächten dich deine

Freunde wieder auf den Erdboden

zurück, während deine Arbeitsbeziehungen

dir helfen, nach

den Sternen zu greifen. Wie sieht

der Songwriting-Prozess für dich

aus?

Wenn ich ins Studio gehe, setze ich

mich mit meinem Produzenten

zusammen und wir sprechen über

das Leben. Wir halten uns auf dem

Laufenden und wenn wir anfangen,

über etwas zu sprechen, das

uns sehr interessant erscheint, fangen

wir an, darüber zu schreiben.

Manchmal sitzen wir am Klavier

und spielen ein paar Akkorde und

wenn wir etwas finden, das uns gefällt,

versuchen wir, eine Melodie

daraus zu machen und schreiben

drauf los.

Das hört sich so an, als hättet ihr

eine wirklich gute Beziehung. Ist es

schwer, Musiker zu sein, während

man noch zur Schule geht?

Es ist eine Menge Arbeit, weil ich

oft in der Schule bin und dann ins

Studio gehen muss. Ich habe also

sehr lange Tage, das ist die harte

Seite davon. Aber wenn ich nicht

in der Schule wäre, würde ich viel

mehr arbeiten, was bedeutet, dass

ich unter viel mehr erwachsenen

Menschen wäre und weniger Zeit

hätte, mit meinen Freunden zusammen

zu sein. Einfach in der

Schule zu sein, alle meine Freunde

sehen zu können und umgeben zu

sein von Menschen meines Alters,

tut mir gut. Außerdem tut es gut,

AJOURE MAGAZIN SEITE: 24 | MÄRZ 2020


AJOURE / PEOPLE

auch mal über etwas anderes als Musik zu

reden. Durch die Arbeit und den Schulbesuch

habe ich auch gelernt, strukturierter

zu sein und bessere Routinen zu haben. Es

ist also ein Segen und ein Fluch zugleich.

Du machst also deinen High School-Abschluss,

aber möchtest du danach auch

noch aufs College?

Ja, die High School will ich unbedingt abschließen.

Danach werde ich Vollzeit Musik

machen, zumindest ist dies momentan der

Plan.

Auf Spotify findet man deine Songs bereits,

dürfen sich deine Fans vielleicht über ein

baldiges Album freuen?

Dazu werde ich leider nicht viel sagen außer:

Vielleicht!

Im März bist du mit Astrid S. auf Tournee,

richtig?

Ja, das mache ich. Ich bin sehr aufgeregt!

Ich war schon auf kleineren Touren, doch

dies wird meine erste große sein.

Was ist es, dass dich veranlasst Popsongs

zu schreiben und zu singen?

Als ich jünger war, war Popmusik die erste

Art von Musik, die ich hörte. Das war die

Musik, die im Radio gespielt wurde und die

meine Familie hörte. So bin ich irgendwie

dazu gekommen. Popmusik ist aber auch

die große Sache, in der ich lebe. Das war der

Schwerpunkt. Es fühlt sich also ganz natürlich

an. Es wäre seltsam für mich, Countrymusik

oder Rockmusik zu singen, weil

ich nicht wirklich eine Beziehung zu diesen

Genres habe.

Wo trittst du am liebsten auf?

Oh, tolle Frage! Da meine Musikkarriere in

Norwegen begann, finde ich es sehr cool,

dort aufzutreten. Aber ich mag auch Berlin

als Stadt. Ich habe das Gefühl, dass die Leute

hier sehr cool und offen sind. Berliner

sind einfach ein großartiges Publikum! Abgesehen

von diesen beiden Locations, Norwegen

und Berlin, habe ich noch keine großen

Favoriten. Die kommen aber sicherlich

noch im Laufe der Zeit.

Foto: Marius Knieling

Liebe Emma, vielen Dank für die Zeit, die

du dir genommen hast. Viel Glück bei deiner

ersten großen Tournee.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 25 | MÄRZ 2020


AJOURE MAGAZIN SEITE: 26 | MÄRZ 2020


JUST

LISTEN

Foto: tomertu / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 27 | MÄRZ 2020


Nachhaltig denken......


Foto: malp / stock.adobe.com

UMWELT


AJOURE / UMWELT

teilen

ist das neue

besitzen

die beliebtesten

sharing-dienste

im überblick

Teilen statt haben

In unserer Gesellschaft ist Besitz zu einem Statussymbol

geworden und beherrscht unser gesamtes

Leben. Konsumverhalten betrifft aber

nicht nur den einzelnen Menschen, sondern

die gesamte Welt. Mit jedem Kauf nehmen

wir Einfluss auf unzählige Kreisläufe. Es gibt

so vieles, das nur für kurze Zeiten in unserem

Leben Platz hat, nur einmal gebraucht wird

oder nach dem Konsumieren abgestellt und

eingelagert wird, obwohl es noch vielen anderen

Menschen dienen könnte. Immer mehr

kommt daher das Bedürfnis auf, Teil einer bewussteren

und nachhaltigeren Gesellschaft zu

sein. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass

Ressourcen besser genutzt werden und durch

das Tauschen und Teilen von Besitz wieder

mehr Gemeinschaftssinn entsteht. Und es gibt

inzwischen auch eine Menge Onlinedienste,

Plattformen und Internetforen, die dir dabei

helfen können.

Mobilität

Dass nicht jeder Mensch ein eigenes Auto besitzen

muss, ist keine Neuigkeit mehr. Aber

wie lässt sich der Alltag funktional gestalten,

wenn man nicht gerade mitten in der Großstadt

wohnt? Die Verbindungen öffentlicher

Verkehrsmittel sind nicht überall optimal

und auch nicht für jede Strecke besonders

erschwinglich. Verschiedene Onlinezentralen

und Dienste haben es sich zur Aufgabe

gemacht, die Fortbewegung zu revolutionieren

und langsam, aber sicher das

eigene Auto für jedermann zu ersetzen.

Wer jetzt nur an gewerbliche Autovermietung

denkt, wird überrascht sein von

den Möglichkeiten.

- Mitfahrgelegenheit:

Einige Dienste machen es möglich, dass

man als privater Autobesitzer und Fahrer

seine spezifische Strecke veröffentlicht

und damit anbietet, andere mitzunehmen.

Dafür bekommt man die Beteiligung

am Benzingeld, was je nach Strecke

eine erhebliche finanzielle Erleichterung

sein kann! Außerdem hat man Gesellschaft,

lernt neue Leute kennen und trägt

dazu bei, dass nicht jeder einzeln fährt

und damit die keine mehrfache Umweltbelastung

entsteht.

Bekannte Anbieter sind: drive2day.de,

mifaz.de, blablacar.de und flinc.org. Und

für ganz große Ausflüge kann man sich

sogar mit anderen Gruppen, die ähnliche

Ziele haben, einen Bus teilen, z.B. unter

mieten.flixbus.de oder busmeister.de.

- Carsharing:

Diese gewerblichen Anbieter vermieten

Autos für Fahrer, die nur gelegentlich

oder für längere Strecken bzw. einzelne

Tage ein Auto nutzen wollen. Man meldet

sich an und kann über eine App ein

Auto für eine bestimmte Uhrzeit an einem

Abholort nach Wahl reservieren.

Die Abrechnung erfolgt meistens über

die genutzte Zeit oder die gefahrenen

Kilometer. Die bekanntesten Anbieter

sind share-now.com (ehemals drive-now.

com und car2go.com) und we-share.io.

Je nach Gebiet gibt es überall auch spezifische

Anbieter, die z.B. nur im eigenen

Landkreis existieren.

- Auto (ver-)leihen:

Wer dazu beitragen möchte, dass sich

nicht jeder Mensch ein eigenes Auto

anschaffen muss und gleichzeitig die eigenen

Unterhaltungskosten finanzieren

will, der kann sein Auto gelegentlich

verleihen. Auf den entsprechenden Plattformen

gibt man die Zeiten an, zu denen

man das Auto nicht benötigt und zur Verfügung

stellen kann. Der Tagessatz kann

selbst bestimmt und die Mieter überprüft

werden. Außerdem werden meist die

Fotos: RAM, takke_mei, Rawpixel.com / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 30 | MÄRZ 2020


AJOURE / UMWELT

Mitglieder zusätzlich vom Anbieter überprüft,

es gibt eine spezielle Versicherung

und einen Kundendienst. Die besten Onlinedienste

in diesem Bereich sind snappcar.de,

getaround.com, get-a-way.com.

- Fahrrad (ver-)leihen:

Nicht nur das Auto, auch ein Fahrrad kann

man in vielen Gebieten einfach gelegentlich

ausleihen, wenn man sich kein eigenes

anschaffen möchte. Bewährte Anbieter

sind listnride.de und callabike-interaktiv.

de, besonders in den Großstädten wie Berlin

ist die Auswahl an Anbietern enorm.

- Öffentlicher Verkehr:

Im öffentlichen Verkehr gibt es immer

Gruppenkarten, die einen wesentlich

günstigeren Preis pro Einzelperson ergeben.

Wer als Einzelperson diese Möglichkeit

nutzen will, kann über Onlinedienste

Mitfahrer suchen, um sich ein Gruppenticket

zu teilen. Gerade auf längeren Strecken

ergibt sich dadurch ein großer Preisvorteil.

Mitfahrer lassen sich finden auf

ticketteilen.org oder ticket-mitfahrer.de.

Lebensmittel

Nahrung wird in der westlichen Welt

in geradezu erschreckender Menge verschwendet

und weggeworfen. Dabei geht

es nicht nur um Supermärkte, sondern

auch um Restaurants, Lieferdienste und

natürlich auch den einzelnen Bürger. Mit

etwas mehr Planung, Gemeinschaftssinn

und Offenheit würde sich dieses Problem

lösen lassen. Es gibt schon einige Dienste,

mit deren Hilfe man zu einer sinnvolleren

Nutzung von Lebensmitteln beitragen

kann. Vor allem muss sich aber die Einstellung

zu Lebensmitteln und Speisen ändern,

um deren Wert wieder wahrzunehmen

und sie nicht als Überfluss abzutun.

- Lebensmittel übrig:

Man kennt das als Privatperson und weiß,

dass es Betrieben genauso geht - Lebensmittel

bleiben oft übrig oder werden nicht

so genutzt, wie sie es verdient hätten. Um

der Verschwendung entgegen zu wirken,

kann man sich bei der Initiative foodsharing.de

beteiligen. Dort können übrige

Lebensmittel angeboten oder abgeholt

werden, es gibt Verteilerorte, wo sie von

anderen Menschen angenommen werden

können und sogar Betriebe können ihre

übrigen Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Ebenfalls eine gute Idee ist mundraub.org,

eine Plattform, wo Besitzer von Obstbäumen

und -sträuchern ihre überschüssige

Ernte freigeben. So verfaulen die großen

Mengen Fallobst zum Beispiel nicht ungenutzt

auf dem Boden, sondern dürfen geerntet

werden.

- Mahlzeiten teilen:

Wer gerne kocht oder viele Reste zu verwenden

hat, macht sich oft ungern die

Mühe, nur für sich selbst am Herd zu stehen.

Wie wäre es aber, wenn sich noch

andere Menschen aus der Umgebung anmelden,

die gegen eine kleine Kostenbeteiligung

gerne mitessen oder eine Portion

abholen würden? Das ist möglich durch

Plattformen wie joinmymeal.de oder mealsharing.com.

Man kann entscheiden, ob

man nur Essen zum Abholen anbietet oder

in Gesellschaft essen möchte.

- Essen aus Restaurants:

In Restaurants bleibt am Ende des Tages oft

gutes Essen übrig, dass nur noch entsorgt

werden kann. Um das zu vermeiden, können

die Lokale ihre übrigen Speisen online

zu einem geringen Preis zur Verfügung

stellen. Über die App von toogoodtogo.de

lassen sich ganz einfach Angebote aus der

Umgebung finden und Portionen günstig

abholen.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 31 | MÄRZ 2020


AJOURE / UMWELT

Medien

- Online Medientausch:

Kleidung

Bücher, CDs und Filme müssen zur heutigen

Zeit eigentlich nicht mehr besessen

werden. Sie können gut von vielen Menschen

nacheinander genutzt und konsumiert

werden und erfüllen ihren Zweck

dadurch um ein Vielfaches besser. Wer in

der städtischen Bücherei nicht fündig wird,

muss auf die gewünschten Medien nicht

verzichten, nur weil er sie nicht dauerhaft

besitzen möchte. Sie lassen sich auf vielen

Onlineplattformen ertauschen, (ver-)leihen

oder verschenken. Wer gut mit seinen

Medien umgeht, kann dazu beitragen, dass

sie noch vielen anderen Menschen Freude

bereiten. Und wer ein Buch nur einmal lesen

oder eine CD nur einige Wochen lang

hören will, muss diese nicht unbedingt nagelneu

kaufen, sondern kann nach einem

gebrauchten Exemplar suchen.

- Öffentliche Bücherschränke:

Gelesene Bücher zur Verfügung stellen

oder neuen Lesestoff finden, ohne zu kaufen.

Das geht durch kostenlose Bücher in

öffentlichen Bücherschränken. In vielen

Städten oder Gemeinden gibt es diese

Orte, wo man aussortierte Bücher abstellen

und sich selbst Bücher herausholen und

mitnehmen darf. Diese Bücherschränke zu

finden ermöglicht die BuchschrankFinder

App mit einer Karte, auf der immer mehr

der Orte verzeichnet sind. Man kann auch

selbst Schränke eintragen und dadurch

wächst die Karte immer weiter.

Buch ausgelesen und keine Lust, es im

Regal verstauben zu lassen? Gleichzeitig

Lust auf neuen Lesestoff, aber keine Lust,

viel Geld auszugeben? Dann ist das Portal

tausch-buecher.de perfekt. Über ein Punktesystem

kann man hier eigene Bücher

einstellen und andere Mitglieder können

diese aussuchen und gesendet bekommen.

Dafür gibt es Punkte, die man selbst wiederum

für Bücher anderer Mitglieder einsetzen

kann.

- Bücher leihen:

Wer nicht sicher ist, ob ein Buch wirklich

wert ist, gekauft zu werden, kann es auch

erst einmal ausleihen unter verleihshop.de/

buecher-verleih. Wenn man es gelesen hat,

kann man entscheiden, ob man es behalten

oder zurückschicken möchte. So lassen

sich aktuelle Bücher kostengünstig lesen

und beurteilen, was sie einem persönlich

bedeuten.

Vor allem Kleidung ist in den letzten Jahren

immer mehr zum Wegwerfprodukt

verkommen. Fast Fashion führt dazu, dass

Kleidungsstücke nur ein paar Mal getragen

werden und dann im Altkleidersack oder

sogar im Müll landen.

Es wird wenig Geld ausgegeben, da die

Stücke sowieso nicht lange halten müssen

oder sollen. Trends sind extrem schnelllebig

und daher wird öfter aussortiert und

neu gekauft, als die Kleidung wirklich genutzt.

Dem arbeiten verschiedene Plattformen

entgegen, die sich für ein sinnvolleres Teilen

und Nutzen von Kleidung einsetzen.

Was nicht mehr getragen wird, kann dort

gegen neue Lieblingsstücke getauscht werden.

Oder bestimmte Stücke werden gar

nicht erst gekauft, sondern lediglich für

eine gewisse Zeit geliehen.

Fotos: Andrey Popov, MarkusL, victor zastol’skiy / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 32 | MÄRZ 2020


AJOURE / UMWELT

- Kleidung tauschen:

Wenn aussortierte Kleidung noch zu gut

zum Wegwerfen ist, kann man auf den

Internetseiten kleiderkreisel.de und maedchenflohmarkt.de

einen eigenen kleinen

Katalog erstellen. Dort werden die Stücke

eingestellt und man kann sie entweder verkaufen

oder zum Tausch freigeben. Möchte

jemand dann ein Teil haben, schaut

man sich im Katalog dieser Person um,

gegen welches Teil man tauschen möchte.

So landen wieder neue Stücke im eigenen

Schrank und die ungeliebten, aussortierten

Sachen werden von jemandem getragen,

der sie zu schätzen weiß.

- Kleidung leihen:

Wer bestimmte Kleidungsstücke gar

nicht erst kaufen möchte, sondern sie nur

für eine gewisse Zeit oder einen Anlass

braucht, der kann sie auch ausleihen. Die

Internetdienste tchibo-share.de, kilenda.

de oder stay-awhile.de machen es möglich,

Kinderkleidung, Damenmode oder

Schwangerschaftsmode zu nutzen, ohne

sie zu kaufen. Dort werden die Teile für

bestimmte Zeiträume verliehen und man

schickt sie danach einfach wieder zurück.

Das spart Geld und Ressourcen.

Wohnen und Leben

Während auf der einen Seite Wohnraum

immer knapper sind, belegen auf der anderen

Seite oft einzelne oder wenige Menschen

unverhältnismäßig viel Platz. Auch

hier wächst die Idee, Raum zu teilen und

besser ausnutzen zu können. Egal ob es um

Wohnungen, Ferienhäuser, Stauraum oder

Parkplätze geht. Wer mehr hat, als er selbst

ständig nutzen und bewohnen kann, der

stellt es denen zur Verfügung, die auf der

Suche sind. So sind günstige und sinnvolle

Lösungen möglich. Verschiedene Anbieter

und Internetservices wollen dieses Konzept

für alle Beteiligten vereinfachen.

- Co-Working-Space:

Selbstständige, Freiberufler und Arbeitskräfte

auf Honorarbasis haben oft kein eigenes

Büro. Wer nicht gut oder gern in den

eigenen vier Wänden arbeiten kann, muss

sich also etwas anmieten. Diese Kosten lassen

sich sehr gering halten, wenn auf gemeinsame

Arbeitsplätze zugegriffen wird.

Durch Co-Working können Schreibtische,

Telefon, Computer und Drucker mit vielen

anderen Arbeitern geteilt werden und niemand

muss sich komplett selbst ausstatten

und einrichten. Es gibt beispielsweise in

Hamburg und Berlin die Anbieter Mindspace,

WeWork oder die Möglichkeit, online

über betahaus.com nach Plätzen zu

suchen.

- Wohnung vermieten:

Die eigene Wohnung wird nicht immer genutzt

und kann anderen Menschen Unterkunft

bieten. Wenn man etwa länger verreist

ist oder eine Wohnung nur unter der

Woche oder an Wochenenden bewohnt

(Stichwort Pendler), dann lässt sich damit

durch Vermietung nicht nur Geld verdienen,

sondern den Wohnraum auch besser

ausnutzen. Über AirBnB.de, bed-and-breakfast.de

oder 9flats.de kann die eigene

Wohnung als zeitweise Unterkunft an Reisende

oder andere Pendler vermittelt werden.

- Mitbewohner:

Eine zu große Wohnung und zu hohe

Unterhaltungskosten? Dann ist ein Mitbewohner

vielleicht eine gute Idee. Nicht

jeder benötigt unbedingt ein eigenes Bad

und eine eigene Küche, sondern ist mit einem

Zimmer als Privatbereich zufrieden.

Alle anderen Wohnbereiche lassen sich

gut miteinander teilen und die Kosten auf

mehrere Köpfe umlegen. Wer Mitbewohner

sucht, kann das auf wg-suche.de oder

homecompany.de.

- Übernachtungen:

Keine Lust auf Mitbewohner, aber hin und

wieder einen Gast? Wer gerne unterwegs

ist, aber wenig Geld hat oder nicht in Hotels

möchte, kann weltweit bei aufgeschlossenen

Menschen Unterkünfte finden. Die

Idee dahinter ist, eine Schlafgelegenheit

zur Verfügung zu stellen und auch selbst

zur Verfügung gestellt zu bekommen. So

wird Reisen für jeden erschwinglicher und

man lernt mehr Menschen und Kulturen

hautnah kennen. Die besten Anbieter zur

Vermittlung sind couchsurfing.org und

gloveler.de.

- Garten:

Sogar der eigene Garten kann geteilt werden,

wenn er zu groß ist, um ihn alleine zu

bewirtschaften. Vielleicht braucht man Unterstützung

beim Gemüseanbau oder beim

Rasen mähen und Bäume beschneiden.

Im Gegenzug gibt es Ernteanteile oder die

Erlaubnis, den Garten für Feste oder zum

Entspannen zu nutzen. Wer selbst keinen

Garten hat, kann sich über gartenpaten.org

eine Beteiligung an einem Garten suchen.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 33 | MÄRZ 2020


AJOURE / UMWELT

- Stauraum:

Ein ungenutzter Kellerraum, eine Garage

oder ein leerer Dachboden ist verschenkte

Fläche, wenn man sie selbst nicht benötigt.

Solche Räume können über verstaumich.

de an Menschen vermietet werden, die ihren

Besitz vorübergehend oder langfristig

unterbringen müssen und selbst nicht genügend

Stauraum haben.

- Parkplatz:

Kein eigenes Auto, aber der Parkplatz gehört

fest zur Wohnung? Autobesitzer aus

der Nachbarschaft freuen sich über einen

eigenen Parkplatz, vor allem in Wohngebieten

mit viel Verkehr und wenig öffentlichen

Parkplätzen. Und man selbst kann die

Haushaltskasse um ein paar Euro aufbessern.

So ist jedem geholfen über parkinglist.de

oder ampido.com.

Finanzen

Geld ist ein empfindliches Thema, bei dem

jeder gerne seine eigene Sache macht und

höchstens noch einer großen Bank vertrauen

möchte. Aber auch hier entsteht

nach und nach ein Umdenken, dass Geldfragen

nicht nur oder nicht immer bei einer

unpersönlichen Institution am besten

aufgehoben sind. Finanzen und Versicherungen

werden zum Thema kleinerer Gemeinschaften

und immer mehr Menschen

versuchen, sich gegenseitig zu unterstützen

und gemeinsam mit Geldthemen umzugehen.

- Geldgeschenke-Pool:

Gemeinsam mit anderen Menschen Geld

für einen bestimmten Zweck zu sammeln,

kann aufwendig und wenig erfolgreich

sein. Über die Plattform leetchi.com

wird Crowdfunding extrem einfach. Jeder

kann sich hier finanziell an Projekten oder

Sammlungen mit beliebigen Beträgen beteiligen.

Egal ob es um Geburtstage, Urlaube,

besondere Anlässe oder Projekte geht.

Einfach ein Projekt eintragen, veröffentlichen

und es möglichst umfassend im Bekanntenkreis

verbreiten.

- Versicherungen:

Es klingt vielleicht erst einmal merkwürdig,

sogar so weit zu gehen, dass man Versicherungen

teilt. Genauer betrachtet kann sich

das aber richtig lohnen. Durch ein spezielles

Konzept werden auf friendsurance.de

Gruppen gebildet, in denen alle Mitglieder

den Anteil der Selbstbeteiligung in einen

Pool einzahlen, aus dem dann Schadensfälle

bezahlt werden. So steigt niemandes

Versicherung in Prozenten an und bei

Schadensfreiheit bekommen sogar alle

Mitglieder wieder einen Bonus ausgezahlt.

Dies und Das

Es gibt so viele Möglichkeiten, um den eigenen

Besitz zu teilen oder erst überhaupt

keinen anzuhäufen. So viele Alltagsgegenstände,

die lediglich einmal im Jahr oder

ein paar Mal insgesamt benutzt werden,

um den Rest ihrer Existenz in Abstellräumen

oder Garagen zu verbringen. Dafür

sind sie zu schade und zu teuer. Sogar eigene

Fähigkeiten und Arbeitskraft wird

oft viel zu wenig genutzt und kann mit

Mitmenschen geteilt werden. Dafür reichen

ein wenig Offenheit, der Wille etwas

zu ändern und die richtige Plattform, um

Gleichgesinnte oder Anbieter zu finden.

- Privatkredite:

Kredite sind nicht automatisch Banksache

und wer nicht von einer Institution abhängig

sein will, kann sich jetzt an Menschen

wenden. Über auxmoney.com kann man

Kreditanfragen stellen, die einzelne Menschen

oder Gruppen finanzieren. Das Geld

wird also von Menschen an Menschen verliehen,

von privaten Anlegern und ohne

die Bank als übermächtiger Mittelsmann.

Innerhalb 24 Stunden können Kreditanfragen

schon beantwortet sein.

Fotos: Iuliia, Roman Babakin, Andrey Popov / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 34 | MÄRZ 2020


AJOURE / UMWELT

- Alles mögliche tauschen:

Etwas hergeben kann schwer sein und

natürlich möchte man auch nicht alles

verschenken, was mal viel Geld gekostet

hat. Dann kann der richtige Weg eine

Tauschbörse sein, wo man auf der einen

Seite dankbare neue Besitzer findet

und auf der anderen Seite selbst finden

kann, was man sucht. Meistens gibt es

eine Art Punktesystem, wodurch man

beim Hergeben einer Sache Punkte verdient,

die man beim Erhalten einer anderen

Sache dann als „Währung“ wieder

ausgeben kann. Bewährt haben sich die

Plattformen bambali.de, tauschgnom.de

und tauschticket.de, wo man ganz unterschiedliche

Kategorien findet.

- Dinge teilen:

Viele Gegenstände benötigt man nur einmal

oder sehr selten. Warum sollte diese

Dinge also jeder Einzelne besitzen? Viele

Online-Dienste (fairleihen.de, frents.

com, wir.de) ermöglichen es den Nutzern,

ihre selten gebrauchten Güter an

andere zu verleihen und sich im Gegenzug

Dinge auszuleihen, die sie selbst nicht

teuer kaufen wollen. Ganz im Sinne einer

gegenseitigen, nachhaltigen Gemeinschaft

also.

- Nachbarschaft:

Wer weiß heutzutage schon wirklich,

was in der direkten Nachbarschaft los

ist? Da gibt es vielleicht eine private Kinderbetreuung

oder einen selbstständigen

Handwerker. Vielleicht hat jemand besondere

Talente oder eine Idee, für die

noch Mitmacher fehlen. Auf nebenan.de

kann alles (mit)geteilt werden und so finden

sich Menschen gegenseitig, die etwas

zu geben haben oder etwas suchen. Genauso

nützlich für die Nachbarschaft ist

der Briefkastenaufkleber, der über pumpipumpe.ch

zu haben ist. Darauf kann

man den Nachbarn zeigen, was man hat

und bei Bedarf verleihen würde (z.B. ein

Fahrrad, Maschinen oder Gartengeräte).

- Verschenken:

Oft möchte man etwas einfach nur

schnell aus dem Haus haben und wissen,

dass es nicht auf dem Müll landet. Wer

kein Geld für aussortierte Dinge will und

einfach nur gerne verschenkt, weiß oft

dennoch nicht, wo diese Geschenke am

besten ankommen. Plattformen wie umsonstladen.de

und alles-und-umsonst.de

vermitteln zwischen Schenkenden und

Beschenkten. Jeder kann dort einstellen,

was er abgeben möchte und sich dann

mit dem Empfänger über Abholung oder

Versand einigen. Wer seine Dinge an eine

Einrichtung oder Organisation spenden

möchte, findet eine in der Nähe über wohindamit.org.

Und über facebook.com/

givebox organisieren Schenkwillige öffentliche

Stände, wo man Dinge ablegen

oder mitnehmen kann.

- Maschinen leihen:

Große und teure Geräte, die nur einmalig

etwa zum Renovieren gebraucht werden,

kann man zum Beispiel in Baumärkten

mieten. Die Seite grover.com fasst alle

Angebote zusammen und erleichtert die

Suche nach dem richtigen Gerät und

Standort.

- Arbeitskraft:

Im Sinne einer teilenden Gemeinschaft

geht es nicht nur um Konsumgüter, sondern

auch um Dienstleistungen, Fähigkeiten

und Talente. Wer seine Arbeitskraft

und Zeit dafür einsetzen möchte,

anderen zu helfen, kann die eigenen

Fähigkeiten auf wirgemeinsam.net einstellen

oder auf Suchanzeigen antworten.

Ebenso kann man selbst eine Suche einstellen,

wenn man spezifische Hilfe und

Unterstützung von Mensch zu Mensch

sucht.

Fazit

Die Angebote von Sharing-Diensten lassen

wirklich keine Wünsche offen! Heutzutage

kann alles geteilt werden, vom

Auto bis zur Versicherung. Mit Hilfe

dieser Angebote fällt es leichter, ein Umdenken

zu starten und Schritt für Schritt

zur Veränderung beizutragen. Vielleicht

gleich heute einen Lebensbereich offener

gestalten und eigenen Besitz der Gemeinschaft

zur Verfügung stellen. Oder beim

nächsten Kauf gründlich überlegen, ob

der Gegenstand nicht auch geliehen werden

kann. Viel Freude beim Teilen und

Tauschen!

AJOURE MAGAZIN SEITE: 35 | MÄRZ 2020


AJOURE / UMWELT

Richtig kleider spenden

Darauf solltest

du unbedingt achten

Meine Kleidung als Hilfsprojekt?

Wenn im Kleiderschrank mal wieder Platzmangel

herrscht, ist es an der Zeit auszusortieren. Wir alle

haben in der Regel mehr Kleidung als wir brauchen

und neue Kollektionen locken mit aktuellen

Trends. Das Durchsehen bringt es dann ans Licht.

Viele Teile sind wenig getragen, passen nicht mehr

oder waren schlichtweg eine unnötige Investition.

Insgesamt Kleidung, die viel zu schade für den Müll

ist und noch lange kein Fall für die Putzmitteltüte.

Je nach Zustand und Qualität der Kleidungsstücke

gibt es zwei Möglichkeiten mit dem Überschuss aus

dem Kleiderschrank zu verfahren. Eine Möglichkeit

ist der Weiterverkauf, um das Haushaltsbudget etwas

aufzubessern. Eine Alternative ist das Spenden

von Kleidung. Leider ist besonders dieser Bereich

unübersichtlich und durchzogen von wenig sozialen

Aspekten.

Der Weg zum Altkleidercontainer

In jeder Stadt und an jeder Ecke stehen Altkleidercontainer.

Die Entsorgung ist einfach. Ungenutzte

Kleidung kommt in einen Sack und wird durch eine

große Klappe entsorgt. Aus den Augen aus dem

Sinn. Doch der Weg, den die Kleidung nimmt, ist oft

nicht im Sinne des Spenders. Die gesammelte Kleidung

wird im Auftrag des Aufstellers sortiert und in

unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Klamotten,

die gut erhalten und modisch noch in der Zeit liegen,

werden in europäischen Second-Hand-Läden

weiterverkauft.

Teile, die nicht mehr zeitgemäß sind, werden in großen

Containern ins Ausland verkauft. Ziel dieser

Container ist Afrika, Asien oder Südamerika.

Fotos: New Africa, Natallia / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 36 | FEBRUAR 2020


AJOURE / UMWELT

Zu einem Spottpreis wird die Kleidung

auf regionalen Märkten weiterverkauft,

was auf den ersten Blick nicht unbedingt

schlecht ist. Doch der Verkauf von großen

Mengen an gespendeter Kleidung

verhindert die wirtschaftliche Entwicklung

des eigenen Landes. Ländern, die

ohnehin schon in der Abhängigkeit von

Industriestaaten stehen, gelingt somit

nicht der Schritt in die Autonomie. Ein

Großteil der gesammelten Kleidung wird

als unbrauchbar eingestuft und wird

dann zu Putzlappen recycelt oder endet

in der Müllverbrennung.

Sind Altkleidercontainer tabu?

Wenn du wenig Zeit hast, ist der Gang

zum Altkleidercontainer unabdingbar.

Neben kommerziellen Aufstellern gibt es

karitative Kleidersammler. Gemeinnützige

Organisationen sammeln ebenfalls

über den Weg der Altkleidercontainer

gebrauchte Kleidung. Ein kleiner Teil der

Spenden wird Bedürftigen ohne Umwege

zur Verfügung gestellt. Entweder unentgeltlich

oder durch die Zahlung eines

kleinen Betrags an die Kleiderkammer.

Ein Großteil der Spenden wird jedoch

mit Gewinnabsicht veräußert. Der Gewinn

fließt zurück in soziale Projekte und

kommt daher dem Wunsch des Spenders

entgegen.

In Deutschland haben sich gemeinnützige

Organisationen unter dem Dachverband

FairWertung zusammengefunden.

Hier gibt es Informationen darüber, welche

Organisationen mit dem Sammeln

von Kleidern soziale Interessen unterstützen.

Spende deine Kleidung sinnvoll

Die Möglichkeit, mit Kleidung etwas

Gutes zu tun, besteht trotzdem und das

Zauberwort heißt: regional. Kirchenverbände,

Bahnhofsmissionen und kleinere

soziale Hilfsverbände sind häufig nur regional

tätig und geben Kleidung an Menschen

weiter, die diese benötigen. Der

Ablauf ist in der Regel unkompliziert und

unbürokratisch. Organisationen, die gemeinnützig

handeln, verlangen zum Teil

nur einen Bedürftigkeitsnachweis.

Der Weg zur Kleiderkammer

Kleiderkammern sind ein Relikt der

Nachkriegszeit und einige Organisationen

betreiben bis heute Kleiderkammern.

Menschen in sozialer Notlage bekommen

hier etwas zum Anziehen. Kleiderkammern

haben in der Regel wenig Lagerraum

und nehmen bevorzugt im Winter

warme Kleidung und im Sommer etwas

Leichtes. Einige Kleiderkammern basieren

auf ehrenamtlichem Engagement.

Damit deine Spende gut ankommt, ist es

am besten, vorher telefonisch nachzufragen,

welche Art von Kleidung benötigt

wird.

Ansprechpartner für die direkte Kleiderspende

sind die DRK-Kleiderkammern,

Kältehilfen für Obdachlose, die Caritas,

Bahnhofs- und Stadtmissionen.

Kleinere Gemeinden haben für bedürftige

Familien eine Kleiderkammer eingerichtet,

die regelmäßig aufgefüllt wird.

Die zuständige Stadtverwaltung gibt gern

Auskunft über Annahmezeiten.

Tafeln, die sich eigentlich auf die Verteilung

von Lebensmitteln konzentrieren,

habe ihre Aufgaben auf die Verteilung

von Kleiderspenden ausgeweitet. Ein

Blick auf die jeweilige Internetpräsenz

gibt Auskunft über Annahmezeiten.

Auch hier ist die Regelung von Abgabezeiten

keine Arroganz, sondern ein Zeichen

von geringen Lagermöglichkeiten.

Spendenannahme- und Abgabe sind in

der Regel am gleichen Tag.

Kleidung im sozialen Kaufhaus

abgeben

Soziale Kaufhäuser verkaufen Waren für

kleines Geld, die gespendet werden. Unabhängig

vom Einkommen kann hier

jeder einkaufen. Soziale Kaufhäuser haben

unterschiedliche Strukturen. Ist der

Träger ein Wohlfahrtsverband oder eine

Kirche, so fließt der Erlös in andere soziale

Projekte. Soziale Kaufhäuser können

jedoch auf unterschiedlichen Projekten

basieren. Langzeitarbeitslose, die über

diesen Weg eine Beschäftigung finden

oder Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung

organisieren den Ablauf.

Oxfam - die Marke mit Vertrauen

Oxfam steht für politische Entwicklungsarbeit

und finanziert sich unter anderem

über den Verkauf von Second-Hand-Kleidung

in den Oxfam-eigenen Geschäften.

Angenommen wird hier saubere und

makellose Kleidung, die gut und schnell

weiterverkauft werden kann. Der Verkauf

ist ehrenamtlich organisiert und der Erlöse

fließt daher zum Großteil in die Arbeit

von Oxfam. Kleidung, die hier nicht

verkauft wird, wird an soziale Kaufhäuser

weitergegeben oder über den Dachverband

von FairWertung verteilt.

Kleidertauschpartys

Ganz im Sinne von Nachhaltigkeit sind

Kleidertauschpartys. Das Prinzip ist

denkbar einfach. Du bringst deine Klamotten

mit zur Party und nimmst dir

etwas anderes mit. Das ist allerdings

kein Zwang. Organisiert werden Kleidertauschpartys

von verschiedenen Organisationen

des Umweltschutzes, aber auch

viele Vereine bieten die Möglichkeit des

unkomplizierten Tausches an.

Die Sparte Kostenlos bei Ebay

Hast du wirklich viel Kleidung und

suchst nach einer unkomplizierten Möglichkeit,

deine noch tragbaren Sachen abzugeben?

Dann ist eine Anzeige bei Ebay

Kleinanzeigen vielleicht das Richtige. Für

dich kostenlos und mit geringem Zeitaufwand

kannst du deine Kleidung im Paket

anbieten. Der Interessent kommt vorbei

und holt die Kleidung ab. Möchtest du

noch etwas dafür haben, kannst du die

Kleidung natürlich gegen einen angemessenen

Betrag anbieten.

Edle Teile abgeben

Der Gedanke an den Neupreis lässt dich

zögern, die Kleidung abzugeben. Markenkleidung

kann sehr unkompliziert

über Ankaufplattformen verkauft werden.

Der Versand ist oft kostenlos und ob

du den Erlös in neue Kleidung investierst

oder den Betrag spendest, liegt in deinem

Ermessen.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 37 | FEBRUAR 2020


IMMER DAS

NEUESTE

MIT AJOURÉ

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FOOD & FITNESS


AJOURE / FOOD

Goldene Milch

tanke die volle Energie des Kurkuma

Das perfekte Heißgetränk für die warme

Jahreszeit ist nicht nur optisch etwas ganz

Besonderes. Auch die enthaltenen Zutaten

sorgen für einen außergewöhnlichen

Geschmack und du tust damit deiner

Gesundheit auf vielfältige Weise Gutes.

Du weißt vielleicht überhaupt nicht, wovon

hier die Rede ist? Die sogenannte „goldene

Milch“ wird auch Kurkuma-Latte genannt

und besteht aus Pflanzenmilch und einem

ganz speziellen Mix aus Kurkuma und

anderen Gewürzen.

Kurkuma werden viele heilsame und

gesunde Wirkungsweisen nachgesagt

und es verleiht dem Getränk diese tolle,

leuchtend gelbe Farbe. Der Geschmack

der goldenen Milch ist sehr würzig und

speziell, es ist das perfekte Getränk

für kühle Tage, wenn man gerne etwas

Warmes und Erfüllendes trinken möchte.

In vielen trendigen Cafés, die auch

alternative Produkte anbieten, kannst du

inzwischen eine goldene Milch bekommen.

Damit liegst du voll im Trend und hast

mal etwas anderes vor dir stehen, als der

ewig gleiche Kaffee oder Tee. Und wenn

du das Trendgetränk bei dir in der Gegend

nirgends bekommen kannst? Kein Problem,

die Herstellung gelingt auch zu Hause ganz

einfach. Mit nur wenigen Zutaten kannst

du dir die Basis, die sogenannte Kurkuma-

Paste selbst machen und hast damit immer

ganz schnell ein gesundes Heißgetränk

gezaubert. Wir haben das beste Rezept für

dich ausprobiert, damit du sofort loslegen

kannst, wenn dich nach diesem Artikel die

Lust auf goldene Milch gepackt hat.

Fotos: pilipphoto, Dodor_Inna / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 40 | MÄRZ 2020


AJOURE / FOOD

Positive Wirkung der Zutaten

Aber was steckt nun eigentlich alles

in dem Getränk, dass so zauberhaft

klingt und aussieht? Sehen wir uns die

vielversprechenden Zutaten einmal genauer

an:

- Kurkuma

Die gelbe Wunderknolle wirkt entgiftend

und entzündungshemmend. Daher wird

sie gerne gegen Gelenkschmerzen und

entzündliche Krankheiten eingesetzt.

Außerdem besitzt sie besonders starke

Antioxidantien.

- Ingwer

Ebenfalls eine starke Knolle, die super gegen

Erkältungen wirkt, da sie die Durchblutung

fördert und die Immunabwehr stärkt.

- Muskatnuss

Diese Nuss wirkt gegen Verdauungsprobleme

und Magenschmerzen. Aber auch gegen

einen Kater oder Schlafstörungen soll sie

hilfreich sein.

- Zimt

Dieses leckere Gewürz wirkt sich positiv

auf den Blutzuckerspiegel aus und hilft der

Verdauung. Es beugt Völlegefühl vor, ist

antibakteriell und wirkt beruhigend.

- Kokosöl

Dieses tolle Öl steckt voller Antioxidantien,

Mineralien und Vitaminen, wie

z.B. viel Vitamin E. Außerdem ist es

entzündungshemmend und antibakteriell.

- Pfeffer

Das darin enthaltene Piperin hilft dem

Körper, die Wirkstoffe der Kurkuma besser

aufzunehmen. Außerdem wirkt Pfeffer

durchblutend und wärmend.

Arbeit nur einmal machen und nicht für

jede Tasse extra eine Paste zubereiten.

Du benötigst dafür:

- Ein Stück Kurkuma, ca. 2 bis 3 cm lang

(Alternativ kannst du einen EL trockenes

Kurkumapulver benutzen, solltest du

keinen frischen bekommen können.)

- Ein Stück Ingwer, ca. 2 cm lang

(Das Getränk wird schärfer, je mehr Ingwer

du nimmst. Entscheide die Menge je nach

persönlicher Vorliebe von Schärfe.)

- Eine Prise frisch gemahlene Muskatnuss

(Du bekommst die Nüsse im Gewürzregal

im Supermarkt und kannst einfach mit

einer Küchenreibe etwas herunterreiben.)

- Datteln oder 1 TL Agavendicksaft zum

Süßen

- 1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

- 1/2 TL Kokosöl

- 1/4 TL Zimtpulver

Die Zubereitung der Paste:

Kurkuma und Ingwer schälst du und

schneidest beides in Stücke. Vorsicht mit

der Kurkuma, sie ist extrem färbend und

die gelben Flecken wirst du nicht mehr

los, wenn deine Kleidung etwas davon

abbekommt!

Gib alle Zutaten zusammen in einen

Mixer und mixe sie so lange, bis eine

gleichmäßige Masse entstanden ist.

Mixe lieber etwas länger als zu kurz,

denn du möchtest Stücke vermeiden,

die dann die Cremigkeit des Getränkes

ruinieren würden. Verwende die Paste

gleich oder gib sie in ein luftdichtes

Gefäß. Benutze unbedingt Glas, denn

andere Materialien würden verfärben.

Goldene Milch zubereiten

Wenn du nun Lust auf ein Heißgetränk

hast, brauchst du ergänzend zu der

Paste nur noch 250 ml Pflanzenmilch

pro Tasse. Die Sorte kannst du nach

deiner Vorliebe wählen, besonders

gut schmeckt jedoch Mandel- oder

Haferdrink. Die Pflanzenmilch erhitzt

du in einem kleinen Topf. Dann gibst

du deine Kurkuma-Paste in die Tasse.

Die Menge der Paste wählst du wie du

möchtest, von einem Teelöffel bis zu

einem Esslöffel ist alles möglich. Je mehr

du nimmst, desto kräftiger schmeckt

die goldene Milch. Du gießt die heiße

Milch über die Paste und rührst für etwa

eine Minute kräftig um, bis sich alles

aufgelöst hat. Achte darauf, dass keine

Klumpen bleiben, denn die würden

deinen Geschmackssinn beim Trinken

irritieren. Am Ende kannst du die Milch

noch mit etwas Zimtpulver verzieren,

dann heiß servieren und genießen.

Rezept für Kurkuma-Paste

Zunächst musst du dir eine Paste als Basis für

das Getränk zubereiten. Die angegebenen

Mengen des folgenden Rezeptes reichen für

2 Tassen. Du kannst die Menge aber auch

beliebig erhöhen und dir einen kleinen

Vorrat der Paste anlegen. Du bewahrst sie

dann einfach in einem kleinen Schraubglas

im Kühlschrank auf und verbrauchst sie in

den folgenden Tagen. So musst du dir die

AJOURE MAGAZIN SEITE: 41 | MÄRZ 2020


AJOURE / FOOD

Low Carb Pizza - die besten Rezeptideen ohne mehl

Ja, geht denn das? Pizza ohne den knusprigen

Boden, den du gewohnt bist? Klar

geht das. Und, seien wir ehrlich: Der Boden

ist nicht das Leckerste an einer Pizza,

sondern der saftige und würzige Belag.

Genau das kriegst du hin, ganz ohne Mehl.

Dadurch sparst du viele Kohlenhydrate

ein, ob du abnehmen möchtest oder aus

anderen Gründen. Also, Low Carb Pizza

schmeckt richtig gut. Überzeug dich davon!

Wir liefern dir ein paar Rezepte, die

du leicht umsetzen kannst und die dich

um ein paar Pfunde erleichtern können,

wenn du sie regelmäßig in deinem Speiseplan

aufnimmst. Auch dein Liebster wird

die Speisen mögen. Er wird nichts vermissen.

Für 2 Personen reichen unsere Rezpte;

Kerzenschein und ein Glas Rotwein

schaden nicht. Also los!

PIZZA FUNGHI BELLA FIGURA

Der Boden besteht aus Eiern und Käse.

Zunächst denkst du, der Teig ist zu flüssig,

aber er verfestigt sich, wenn du ihn backst.

Und geriebener Käse wird auf dem Blech

sogar knusprig. Benutze Backpapier, dann

klebt nichts an!

Zutaten

Boden:

4 Eier

200 g geriebener Emmentaler

150 g Frischkäse

Belag:

200 g Tomaten

200 g frische Champignons (kann auch

mehr sein)

2 Kugeln Mozzarella

Salz, frisch gemahlener Pfeffer, Basilikum

(frisch oder tiefgefroren), Oregano (getrocknet)

Zubereitung

Zuerst heizt du den Backofen auf 200

Grad vor. Dann vermischst du Eier und

Frischkäse mit dem Schneebesen in einer

Schüssel. Wenn das geschehen ist, fügst

du den geriebenen Emmentaler hinzu und

verrührst das Ganze sehr gut. Diesen Teig

streichst du gleichmäßig auf ein Backblech.

15 bis 20 Minuten bleibt er im Ofen. Dann

sollte er schon etwas fester und appetitlich

goldbraun sein.

Jetzt kommt der Belag darauf: Tomaten,

blättrig geschnittene Champignons und

Mozzarella. Wenn du es üppig-saftig magst,

nimm ruhig ein bisschen mehr. Streue anschließend

die Gewürze darüber. Dann

nochmal für etwa eine Viertelstunde ab

in die Backröhre mit dem Werk. Wenn

die Tomaten und die Pilze gegart aussehen

und der Käse geschmolzen ist, probiere

vorsichtig ein Stückchen des Belages.

Eventuell lässt du die Pizza noch ein paar

Minuten backen.

Dazu reichst du Salat. Rucola ist besonders

intensiv im Geschmack. Radicchio auch,

aber Vorsicht: Er hat eine bittere Note. Besonders

gut schmeckt er mit mildem Feldsalat.

Dieser fällt allerdings leicht zusammen,

sobald er mit Salatsoße in Berührung

kommt. Darum machst du ihn am besten

ganz zuletzt an, wenn ihr schon am Tisch

sitzt, einfach mit Salz, Pfeffer, Balsamico-Essig

und Olivenöl.

Fotos: sonyakamoz, fudio, cristi lucaci, ram69 / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 42 | MÄRZ 2020


PIZZA TONNO E CIPOLLA POVERA

DI CARBO

Zutaten

AJOURE / FOOD

Boden:

60 g Quark

1 Ei

60 g geriebenen Emmentaler

Belag:

1 Kugel Mozzarella (oder 2 Kugeln...)

2 Dosen Tunfisch

2 Zwiebeln

1 Packung stückige Tomaten, gewürzt

1 Knoblauchzehe

etwas italienische Kräuter

Zubereitung

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Ein

Blech mit Backpapier auslegen. Quark mit

dem Ei zu einer homogenen Masse verarbeiten.

Den Käse gründlich unterrühren.

Den Teig auf dem Blech glattstreichen. Für

10 Minuten darf er in den Ofen.

In der Zwischenzeit kannst du den Belag

vorbereiten. Vergiss nicht, den Boden aus

dem Backofen zu nehmen, wenn die angegebene

Zeit vorbei ist!

Für den Belag schneide den Mozzarella in

nicht zu dünne Scheiben und die Zwiebeln

in sehr feine Ringe. (Extra-Tipp für

die Herrin der Ringe: Wenn du die Zwiebeln

halbierst, hast du sie fester im Griff.

Aus den Scheiben werden dann nur halbe

Ringe, umso besser!) Zerdrücke eine Knoblauchzehe

mit einer Gabel in etwas Salz.

Zerkleinere den Tunfisch ein wenig und

verteile alles schön auf dem vorgebackenen

Boden. Wenig getrocknete italienische

Kräuter darüber! Nach 10-15 Minuten im

Backofen sind die Zwiebelringe leicht angebräunt,

der Tunfisch heiß und der Käse

verführerisch geschmolzen. Noch nicht

perfekt? Dann gewähre deiner Kreation

noch ein paar heiße Minuten.

Belag:

Olivenöl

1 Dose (500 g) stückigen Tomaten

300 g tiefgekühltem Blattspinat

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

200 g Gorgonzola

frisch gemahlenem Pfeffer

Zubereitung

Blattspinat auftauen. Das dauert ein paar

Stunden; fang nicht zu spät damit an. Am

Vorabend deiner Pizzabäckerei kannst du

ihn schon mal im Kühlschrank in einer

Schüssel sanft vor sich hintauen lassen.

Wenn es richtig losgeht, wäschst du die

Zucchini und raspelst sie auf einer Rohkostreibe.

Mit dem Handmixer/Pürierstab

sollte es auch gehen, aber pass auf, dass du

keinen Brei daraus machst. Dann gibst du

das Geraspelte in ein sauberes Geschirrtuch

und presst soviel Flüssigkeit heraus

wie möglich. Ordentlich drücken und

wringen! Den Saft kannst du auffangen

und trinken, wenn du möchtest. Dann

heizt du dem Backofen tüchtig mit 200

Grad ein. Das Blech hast du vorher herausgenommen

und mit Backpapier ausgelegt.

In einer Schüssel vermengst du die entwässerten

Zucchinistückchen mit Eiern,

geriebenem Käse, Salz und frisch gemahlenem

Pfeffer. Auf dem Backblech verteilst

du sorgfältig das, was der Boden wird. Bei

200 Grad backst du diese Basis 15 bis 20

Minuten.

Währenddessen kleine Zwiebelwürfelchen

und die in Salz zerdrückte Knoblauchzehe

in einem Topf mit etwas heißem Öl bei

kleiner Hitze glasig werden lassen. Glasig,

nicht braun. Aufgetauten Spinat dazugeben

und alles etwa 5 Minuten dünsten.

Der Boden war inzwischen eine gute Viertelstunde

in der Röhre. Nimm ihn heraus

und belege ihn mit den Tomatenstücken

samt Saft, dem Blattspinat-Zwiebel-Knoblauch-Gemisch,

dem zerbröckelten Gorgonzola

und Pfeffer. Nochmal 10 bis 15

Minuten in den Ofen. Fertig.

Im Großen und Ganzen stellst du einen

Low-Carb-Pizza-Boden aus Käse (Frischkäse

und Quark zählen auch dazu) und

Ei her. Die meisten Beläge haben sowieso

wenig Kohlenhydrate. Probiere neue

Kombinationen aus, je nachdem, was dir

schmeckt. Sei kreativ und mutig. Yes, you

can. Eigentlich kann nichts schief gehen.

PIZZA MOLTO SPECIALE SPINACI E

GORGONZOLA

Zutaten

Boden:

2 große Zucchini

100 g geriebenen Käse

2 Eier

Salz, Pfeffer

AJOURE MAGAZIN SEITE: 43 | MÄRZ 2020


AJOURE / FOOD

GUNDERMANN: ENTDECKE DAS GESUNDE KRAUT

Das Kraut Gundermann, auch Gundelrebe

genannt, ist seit eh und je für dessen heilende

Wirkung bekannt. Den Namen trägt es, da es

früher vor allem bei eitrigen Erkrankungen

eingesetzt wurde. Ein altes Wort für Eiter ist

„Gund“ – schon war Gundermann geboren.

Das Kraut ist unter anderem fester Bestandteil

der Gründonnerstagssuppe, die

am gleichnamigen Tag serviert wird. Dieser

Brauch stammt von unseren Vorfahren, den

Germanen, die die Suppe im Frühjahr kochten,

um neue Stärke zu erlangen. Sie fertigten

außerdem Kränze aus dem Kraut, die deren

Verbundenheit mit der Natur und auch den

Göttern symbolisieren sollte.

Der Brauch der Suppe lebt auch nach der

Christianisierung weiter und wurde zu einer

Gründonnerstagstradition.

Bei Krankheiten, die einfach nicht vergehen

wollen, kann Gundermann wahre Wunder

bewirken. Plagt dich eine eitrige Wunde oder

Bronchitis, leidest du an einer Harnwegserkrankung

oder bist du schon seit Wochen

erkältet? Gundermann lindert alle Beschwerden,

die mit Schleim oder Eiter einhergehen.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass sich das

Kraut wunderbar zum Würzen eignet und

du es damit vielseitig beim Kochen anwenden

kannst. Aufgrund dessen aromatischen

Geschmacks wird es auch gern als „Wilde Petersilie“

bezeichnet. Du kannst damit nicht nur Eintöpfe oder Kartoffelgerichte

verfeinern, sondern auch aus Süßspeisen wie Eiscreme ein ganz

besonderes Geschmackserlebnis zaubern.

Gundermann zur inneren Anwendung

Um beispielsweise eine lästige Erkältung oder Blasenentzündung loszuwerden,

wendest du Gundermann am besten von Innen an. Dafür kannst

du das Kraut zu einem Tee aufkochen, einen Saft daraus pressen, eine

Tinktur herstellen oder es mit Milch kochen. Die letzte Methode wurde

früher besonders häufig angewendet. Durch das Erhitzen lösen sich die

ätherischen Öle des Gundermanns. Die Öle werden vom Fett der Milch,

AJOURE MAGAZIN SEITE: 44 | MÄRZ 2020


AJOURE / FOOD

in der es kocht, gebunden und bleiben

so in höherer Konzentration in der

Flüssigkeit. Je höher der Fettgehalt der

Milch ist, desto besser.

Für ein Glas kochst du 250 ml Milch

auf und fügst einen Esslöffel des frisch

gehackten Krauts hinzu. Lasse das

Ganze etwa 15 min lang ziehen und

trinke es, solange es noch warm ist.

Die Gundermann-Milch lindert nicht

nur deine Beschwerden, sondern verleiht

dir bei Abgeschlagenheit auch

wieder neue Kraft.

Den Tee bereitest du auf die gleiche

Art und Weise zu, nur nutzt du dafür

natürlich Wasser und keine Milch.

Trinkst du davon täglich 2 Tassen, lösen

sich Verschleimungen und Eiter.

Hinzu kommt eine schmerzstillende

und appetitanregende Wirkung. Bei

einer Erkältung, die mit eitrigen Mandeln

einhergeht, kannst du den Tee

auch zum Gurgeln verwenden.

Hast du eine Kräuterpresse zuhause,

kannst du damit Saft aus Gundermann

pressen. Alternativ nimmst du einen

Mixer zur Hand, gibst das Kraut und

etwas Wasser hinein und pürierst das

Ganze. Im Anschluss seihst du die

Masse durch ein Tuch und übrig bleibt

der Saft. Je nachdem, wie stark deine

Beschwerden sind, kannst du täglich

bis zu 3 Mal jeweils einen Esslöffel davon

einnehmen.

Du kannst den Saft auch zu einer Tinktur

weiterverarbeiten. Dafür mischst

du den Saft mit der gleichen Menge an

hochprozentigem Alkohol. Möchtest

du direkt eine Tinktur herstellen, ohne

vorher Saft pressen zu müssen, kannst

du den kleingeschnittenen Gundermann

auch einfach mit dem Alkohol

übergießen bis er vollständig bedeckt

ist. Die Tinktur muss nun 3 Wochen

ziehen, egal für welche Methode du

dich entscheidest. Dann kannst du sie

durch ein Tuch abseihen und abfüllen.

Nutze dafür am besten eine Flasche

aus dunklem Glas, die du luftdicht verschließen

kannst, damit die Tinktur

möglichst lange haltbar bleibt.

Die äußere Anwendung

des Heilkrauts

Du liebst es, dir ein heißes Bad zu

gönnen, wenn es dir nicht gut geht?

Auch dafür kannst du Gundermann

wunderbar nutzen. Dazu benötigst du

etwa 5 Handvoll des Krauts und kochst

es mit 5 l Wasser auf. Gib das Ganze

in dein Badewasser und versuche bewusst

die Dämpfe der ätherischen Öle

einzuatmen. Zur Befreiung deiner

Atemwege kann diese Methode wahre

Wunder bewirken. Hinzu kommt die

Entspannung, die du deinem Körper

gönnst, während du im angenehm

warmen Wasser liegst.

Wenn du eine Wunde hast, die einfach

nicht verheilen möchte oder sogar

eitert, dann probiere doch das Wunderblättchenöl.

Alles, was du dafür

brauchst, sind etwa 2 Handvoll Gundermann

und ein Glas, das du luftdicht

verschließen kannst. Gib das gesamte

Kraut in das Glas und stampfe es fest

zusammen, sodass alle Blätter eng zusammengepresst

werden. Dann verschließt

du das Glas und stellst es für

ein paar Tage in die Sonne. Du kannst

beobachten, wie sich im Laufe der Zeit

Flüssigkeit am Glasboden bildet. Diese

seihst du ab und bewahrst sie an einem

dunklen und kühlen Ort auf. Trägst

du das Öl je nach Bedarf mehrmals

täglich auf deine Wunde auf, wird sie

desinfiziert und die Wundheilung wird

angekurbelt.

Daran erkennst du

Gundermann

Das Heilkraut Gundermann kannst

du ganz einfach selbst sammeln. Es

ist häufig auf feuchten Wiesen und in

lichten Wäldern zu finden. Es versteckt

sich aber auch gern an Mauern oder

Steinen. Du kennst eine Stelle, an der

wilde Erdbeeren wachsen? Dann schau

doch mal dort, denn das Kraut siedelt

sich gern in der Nähe der Beeren an.

Fotos: Karin Jähne, behewa, triocean / stock.adobe.com

Du erkennst Gundermann unter anderem

an seinem vierkantigen Stängel.

Die Form wird allerdings erst sichtbar,

wenn er schon etwas fester ist. Vom

Stängel gehen kleine Stiele ab, an denen

sich die kleinen runden Blätter befinden.

Zwischen April und Juni kommen

die tiefblauen lippenförmigen Blüten

als weiteres Erkennungsmerkmal zum

Vorschein, die direkt am Stängel wachsen.

Du kannst das Kraut ganzjährig

pflücken. Auch eine dicke Schneedecke

hindert es nicht am Wachsen.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 45 | MÄRZ 2020


FITNESS

mit Ajouré

Gesund

und Fit bleiben

Interviews

Sport

ernährung

AJOURÉ

www.ajoure.de

Foto: ikostudio / stock.adobe.com


FOOD


AJOURE / FITNESS

Peloton - Das Luxus-Spinning-Rad

erobert die Wohnzimmer

Peloton – schon wieder so ein neuartiger

Fitnesstrend aus Amerika denkst du?

Nicht ganz, denn das Prinzip kennen wir

schon lange. Es handelt sich schlichtweg

um das gute alte Spinning. Doch nun ist es

an der Zeit, der Sache einen neuen Lack

zu verpassen.

Was heißt Peloton überhaupt?

Peloton ist nicht etwa die Bezeichnung einer

neuen Sportart, sondern lediglich der

Name der Firma, die das nötige Equipment

zur Verfügung stellt. Diese wiederum hat

sich dabei vom Radsport inspirieren lassen,

denn dort bezeichnet Peloton das Feld, in

dem sich der Großteil der Fahrer aufhält.

Sie fahren also gemeinsam und spornen

sich somit gegenseitig an, um Höchstleistungen

zu erzielen. Genau das ist auch die

Idee hinter dem Fitnesstrend.

Der Unterschied besteht allerdings darin,

dass du nicht zu einem Kurs gehen musst,

sondern ganz bequem zuhause auf dein

Peloton-Bike steigen kannst. Diese sind

mit Touchscreen-Displays ausgestattet,

sodass du an verschiedenen interaktiven

Online-Kursen teilnehmen kannst. Du

trainierst also in einer virtuellen Gruppe.

Die so entstehende Gruppendynamik soll

dich motivieren, weiterzumachen und

durchzuhalten.

Die verschiedenen Kurse

Die meisten Kurse dauern etwa 30 bis 45

min. Es gibt allerdings auch kurze 15-minütige

oder ausgiebige 2-stündige Varianten.

Hinzu kommen viele weitere Auswahlmöglichkeiten,

beispielsweise die

Intensität. Du kannst mit einem leichten

Einsteigertraining beginnen, Bergetappen

oder auch Intervalltrainings absolvieren.

Mithilfe des elektromagnetischen Widerstands

kannst du den Schwierigkeitslevel

jederzeit anpassen.

Selbst bei der Musik hast du die Wahl. Peloton

gibt dir die Möglichkeit, deinen Kurs

anhand deiner liebsten Musikrichtung

auszusuchen. Bei einigen Workouts sind

sogar Live-DJs vor Ort.

Während du dein Training absolvierst,

zeigt dir das Display nicht nur die Übertragung

des Livestreams an, sondern zeichnet

auch deine Leistung auf. Deine Geschwindigkeit,

die zurückgelegte Strecke, dein Kalorienverbrauch

und vieles mehr werden

gespeichert, sodass du deine Steigerung

nachverfolgen kannst. Außerdem hast du

die Möglichkeit, deine Leistungen mit denen

deiner Mitstreiter zu vergleichen, was

deinen Ehrgeiz etwas ankurbeln soll.

Fotos: Peloton Bike Press

AJOURE MAGAZIN SEITE: 48 | MÄRZ 2020


AJOURE / FITNESS

Ist dir der Anblick eines Kursraums auf Dauer zu

trist, kannst du zwischen etwa 100 Scenic Rides

wählen. Diese nehmen dich auf eine virtuelle Reise

entlang von Stränden oder durch verschiedenste

Städte mit.

Mithilfe der eingebauten Frontkamera kannst du sogar

an Livechats teilnehmen. Natürlich hast du auch

die Möglichkeit, dabei Bluetooth-Kopfhörer mit

dem Gerät zu verbinden, um niemanden zu stören.

Da jedes Peloton-Bike mit einer Internetverbindung

ausgestattet ist, nimmst du tatsächlich in Echtzeit

an Spinningkursen teil. Du schaust also kein vorgedrehtes

Video, es sei denn du möchtest das, sondern

trainierst wirklich mit anderen zusammen. Aber mit

wem genau trainiert man denn da eigentlich?

Deine Trainingspartner

Peloton ist aktuell in einem Studio in London und

in einem in New York aktiv. Die Spinningkurse, die

dort stattfinden, werden live gestreamt. Du trainierst

also gemeinsam mit den Teilnehmern, die gerade

vor Ort sind. Täglich werden in beiden Studios bis

zu 48 Kurse gegeben, daher ist die Wahrscheinlichkeit

sehr hoch, dass du einen der Livestreams

erwischst. Sollte das nicht der Fall sein, hast du die

Möglichkeit, auf gespeicherte Videos zuzugreifen.

Viele davon sind bereits mit deutschen Untertiteln

versehen, einige sind sogar komplett in deutscher

Sprache aufgenommen.

Was bietet Peloton noch an?

Peloton hat nicht nur Bikes, sondern auch Laufbänder

im Repertoire, mit denen du ebenfalls live mit

anderen trainieren kannst. Zudem hast du als Mitglied

die Möglichkeit, auf mehr als 300 Bodyweightoder

Yoga-Workouts zuzugreifen. Du kannst sie auf

dem Display deines Bikes oder Laufbands abspielen

oder auch auf deinem Smart TV, Tablet oder Smartphone.

Mittlerweile gibt es sogar eine Peloton App

für den Fernseher, was den Zugriff auf die Trainingseinheiten

noch einfacher macht.

Ist Peloton das Richtige für dich?

Hast du beruflich oder auch privat viel um die Ohren

und dir fehlt einfach die Zeit oder manchmal auch

die Lust, ins Fitnessstudio zu fahren? Dann kann Peloton

eine gute Alternative darstellen. So hast du die

Möglichkeit, ganz spontan zu trainieren, ohne dich

an festgelegte Kurszeiten halten zu müssen und das

ganz bequem von zuhause aus.

Die Livestreams helfen vor allem bei der

Motivation. Fällt es dir schwer, dich aufzuraffen

und auch wirklich eine Weile

durchzuhalten, dann verleihen dir die

Streams den nötigen Anschubser.

Der Fakt, dass du dich nicht alleine

durch das Training quälen musst, sondern

es anderen gerade genauso geht

wie dir, gibt nochmal einen ordentlichen

Schub Motivation. Außerdem lenken die

Live-Streams etwas ab und die Zeit vergeht

so viel schneller.

Ohne Bike kein Training

Um an den virtuellen Spinning-Kursen

teilnehmen zu können, brauchst

du natürlich erstmal ein Peloton Bike.

Für knapp 2.300 € kannst du es auf der

Website der Firma erwerben oder in Monatsraten

von rund 65 € abbezahlen. Die

Mitgliedschaft kostet dich zusätzlich 39

€ pro Monat.

Wenn du dir die Bikes erst einmal anschauen

möchtest, bevor du so viel Geld

in etwas investierst, was dir letztendlich

vielleicht gar nicht zusagt, hast du die

Möglichkeit, einen Ausstellungsraum

zu besuchen. Dort kannst du dir die Bikes

nicht nur anschauen, sondern auch

ausprobieren und die Mitarbeiter mit all

deinen Fragen löchern.

Es gibt auch sogenannte Flagship Stores,

in denen du an einem der virtuellen

Kurse teilnehmen kannst. So bekommst

du einen Einblick in das gesamte Angebot

von Peloton und kannst genau abwägen,

ob du Teil der Community werden

möchtest oder nicht.

Ein Trend mit Potential?

Das Konzept von Peloton scheint anzukommen,

denn die Community wächst

und wächst. Aktuell werden bereits über

1 Millionen Mitglieder verzeichnet und

es nehmen teilweise über 10.000 Personen

gleichzeitig an einem Livestream

teil. Die Beliebtheit rührt vor allem daher,

dass niemand das Haus verlassen

muss und trotzdem Teil einer Gruppe

ist, die sich gegenseitig motiviert und

antreibt. Hinzu kommt die enorme Flexibilität,

die das Ganze ermöglicht. Wem

schlichtweg die Zeit fehlt, in ein Fitnessstudio

zu fahren und die Kurstermine

wahrzunehmen, kann sich auf das Bike

oder Laufband schwingen, wann immer

es passt. Sollte gerade kein Live-Kurs

stattfinden, gibt es immer noch genügend

gespeicherte Videos, mit denen

trainiert werden kann.

Alle Infos zum Bike und zur Mitgliedschaft

findest du auf:

https://www.onepeloton.de

AJOURE MAGAZIN SEITE: 49 | MÄRZ 2020


AJOURE / FITNESS

neuroathletik

so funktioniert

die fitness fürs

gehirn

Wenn du jetzt automatisch an „Gehirnjogging“

denkst, liegst du zwar nicht ganz

richtig. Du liegst aber auch nicht gänzlich

falsch. Doch es geht bei der Neuroathletik

um etwas Spezielleres. Beim neuroathletischen

Training geht es darum, den sportlich

trainierten Körper um eine weitere

Trainings-Komponente zu ergänzen: das

Gehirn als die Steuerzentrale aller Bewegungsabläufe.

So gesehen soll das sportliche Training

durch Neuroathletik-Erkenntnisse holistischer

werden. Die Übungen für Sportler

zielen nicht mehr nur auf die Muskulatur

ab, sondern auch auf mehr bewusstes Handeln.

Es geht um eine bewusstere Konzentration

auf bestimmte Bewegungsabläufe,

die trainiert wurden. Es geht auch um eindeutigere

visuelle Informationen, die das

Gehirn schneller auswerten kann. Wenn

der Geist das Training torpediert, bringt

es nicht so viel, wie es könnte. Wenn die

Augen unterschiedliche Daten ans Hirn

weitergeben, kann das Gehirn keine hinreichend

präzisen Bewegungsabläufe koordinieren.

che Gehirn will wissen, ob das Leben seines

Besitzers in Gefahr ist. Ist diesbezüglich

keine klare Antwort möglich, schaltet es

sich automatisch in einen Modus, in dem

es seine Schutz-Reflexe aktiviert. Hauptziel

des Neuroathletik-Trainings muss es daher

sein, diese reflexhaften Reaktionen zu unterbinden.

Das gilt zumindest zeitweise

und im vertretbaren Rahmen. Denn der

Erhalt der Schutz-Reflexe macht in anderen

Situationen als im sportlichen Training

Sinn. Das Gehirn benötigt also eindeutig

identifizierbare, neuronale Hinweise,

wann trainiert wird und wann nicht.

Das neuroathletische Training ist besonders

dann effektiv, wenn ein Sportler nach

einer ausgeheilten Verletzung erneut mit

dem Training beginnen möchte. Verheiltes

Gewebe ist aber noch lange kein Garant

für Trainingserfolge. Die Ursachen für die

Verletzung lagen nämlich zum Teil im Gehirn

und seinen schützenden Kompensationsmustern.

Trainer, die mit neuroathletischen

Strategien arbeiten, betrachten den

Körper gewissermaßen als die Hardware

des Sportlers. Das Gehirn stellt jedoch mit

dem Bewegungsplan quasi die Software

zur Verfügung - und die muss jeder Situation

bedarfsgerecht angepasst werden.

Das Gehirn als Trainingshelfer

Neuroathletik verbindet als Schnittstelle

die Erkenntnisse der Neurowissenschaft

mit hochmodernen Methoden des Athletiktrainings.

Doch ohne weiteres kann das

Gehirn nicht in dieser Richtung eingesetzt

werden. Die Evolution hat das Gehirn darauf

gepolt, die Aufgabe des Überlebens

sicherzustellen. All seine Funktionen sind

darauf ausgelegt. Die Betrachtungsweise

dessen, was jemand gerade tut, fällt entsprechend

anders aus, als wir uns das vorstellen.

Für das Gehirn ist es beispielsweise

nicht relevant, ob ein Mensch läuft, weil er

für eine Meisterschaft trainiert oder weil

ein Löwe hinter ihm her ist. Das menschli-

Was haben Situationsanalyse und

Motorik damit zu tun?

Wenn die Schutz-Reflexe beim Training

plötzlich aktiviert werden, steigt dadurch

die Verletzungsgefahr. Der Grund: Für die

geschonten Körperbereiche müssen andere

Körperbereiche plötzlich stärker belastet

werden. Das Training leidet, weil es dann

nur noch auf „Sparflamme“ ausgeführt

werden kann. Ein kraftvolles und effektives

Training ist neurowissenschaftlichen

Erkenntnissen zufolge nur dann möglich,

wenn das Gehirn bzw. das propriozeptive

System besser ausgebildet wird. In diesem

Kontext werden eine verbesserte Situationsanalyse

und eine damit einhergehende

Motorik-Verbesserung relevant.

Das bedeutet: das Gehirn muss nach einer

Verletzung neu programmiert werden.

Das geschieht oft in der Reha. Passiert das

nicht, sind nachfolgende Verletzungen fast

unvermeidlich. Das kennen die sportinteressierten

Menschen vom Fußball. Wieder

und wieder fallen Profifußballer aus, weil

sie sich nach der Verletzungspause erneut

an der Patella-Sehne oder am Knie

verletzen. Der Grund dafür liegt auf der

Hand: Viele Fußballspieler werden nach

Verletzungspausen nur mit biomechanischen

Methoden trainiert. Die Hardware

ist damit zwar geheilt. Doch die neuroathletische

Neuprogrammierung der Bewegungsabläufe

- der körperlichen Software

- fehlt oft.

Fotos: chika_milan / stock.adobe.com; riva Verlag

AJOURE MAGAZIN SEITE: 50 | MÄRZ 2020


AJOURE / FITNESS

Was geschieht beim Neuroathletik-Training?

Zu Beginn wird der Sportler zu seiner Verletzungsgeschichte befragt.

Das ist wichtig, weil die Verletzungen oder Erkrankungen

Auskunft über Elemente der Programm-Konzeption geben können.

Dann werden sogenannte „Drills“ eingesetzt. Dabei handelt

es sich um spezielle Übungen. Diese werden individuell an das

Neuro-Profil des Athleten angepasst. Sie sprechen das System an,

das alle Bewegungsabläufe im Gehirn steuert. Bei den Drills kann

es sich um Gleichgewichts- oder Gelenkübungen, aber auch um

gezielte Augenübungen handeln. Diese Übungen werden beim

Aufwärmen eingebaut.

Wurde also bei der Anamnese eine koordinatorische Schwäche

der linken Körperseite festgestellt, werden Drills in das Aufwärmtraining

eingebaut, die eine Aktivierung des linken Kleinhirns

zur Folge haben sollen. Dadurch soll die linke Körperseite stärker

werden. Üblicherweise soll auf einen starken Reiz durch einen

Drill ein schwächerer Reiz folgen. Die Abläufe der Drills werden

exakt festgelegt, um den erwünschten Erfolg zu erzielen.

Sind bei einem Profi-Fußballer Mängel bei der Schnelligkeit festgestellt

worden, werden im neuroathletischen Training nicht nur

Sprintleistung oder schnelle Richtungswechsel trainiert. Vor allem

die Wahrnehmung des Sportlers muss auf diese Leistungen

hin optimiert werden. Der Laufreflex erfolgt bei Fußballern oft zu

langsam, weil die Notwendigkeit zum Lossprinten zu spät erkannt

wird. Schnell laufen zu können, muss also auch im Kopf trainiert

werden.

Was bewirkt Neuroathletik beim Schuss auf das Tor?

Auch Torschüsse aus der Distanz können durch gezieltes Neuroathletiktraining

verbessert werden. Das Gehirn eines Profi-Fußballers

ist bei jedem Torschuss darauf angewiesen, exakte Daten

über die Tordistanz, sowie die Stellung oder die Laufgeschwindigkeit

anderer zu erhalten. Problematisch ist jedoch, dass beide

Augen unabhängig voneinander Daten an das Gehirn übermitteln.

Insofern muss das Fußballer-Gehirn in wenigen Augenblicken einen

geschätzten Mittelwert aus den gelieferten Daten bilden. Die

nun folgende Bewegung kann also oft nicht so exakt ausfallen, wie

sie sein könnte.

ningsplan ein. Sprinterin Gina Lückenkemper hat ihre Bewegungen

so optimiert, dass sie seitdem verletzungsfrei trainiert. Das

war vorher nicht der Fall. Heute trainiert Lückenkemper nicht

nur ihre Muskulatur, sondern auch ihr visuelles System oder ihre

Nervenbahnen ganz gezielt. Denn nur über das Zusammenspiel

aller beteiligten Instanzen kann sie das abrufen, was an Potenzial

in ihr steckt.

Da der Weg zum Sportprofi in der Amateurliga beginnt, ist es auch

schon auf dieser Ebene sinnvoll, die Erkenntnisse der Neuroathletik

ins Training einzubauen. Was also können Amateursportler

bereits tun, um bessere Sportler zu werden? Viele neuroathletische

Übungen sind auch für Amateursportler sinnvoll. Wichtig

ist beispielsweise, die schwächere Körperseite herauszufinden

und diese gezielt zu trainieren. Dazu gehören beispielsweise die

Mobilisation der schwächeren Hand oder Gleichgewichtstraining

durch Kopfschütteln und Nicken.

Gezieltes Augentraining nach neuroathletischen Prinzipien sorgt

dafür, dass die Bewegungssteuerung sich verbessert. Die Augenmuskeln

von Sportlern werden kaum je trainiert, obwohl sie für

die Informationsübermittlung zum Gehirn ein zentraler Bereich

sind. Zudem gehören alle Bestandteile des Körpers zusammen.

Sie bilden eine funktionelle Einheit, bei der jede Einheit besondere

Aufgaben übernimmt. Sich dieser Aufgaben bewusster zu werden

und die Fähigkeiten jedes Beitrags durch gezieltes Training zu

erweitern - das ist Ziel des Neuroathletik-Trainings.

Auch beim Fitnesstraining kann die Neuroathletik einen wertvollen

Beitrag leisten. Es geht eben nicht nur darum, die Motivation

oder die Schnelligkeit zu steigern. Vielmehr geht es darum, dass

alle körperlichen Instanzen ihren Beitrag gezielter und mit mehr

Konzentration leisten können.

Es geht bei der Neuroathletik also eher um den Prozess des Abschusses

als um das Anvisieren des Ziels. Durch neuroathletische

Übungen sollen die Spieler lernen, den ausgeführten Bewegungen

mehr Aufmerksamkeit und Konzentration zu schenken. Wer sich

auf den Prozess konzentriert, erzielt am Ende die besseren Ergebnisse.

Das zumindest sagen die Spezialisten, die die Neuroathletik

entwickelt haben. Aller Anfang ist jedoch schwer - und die bisherigen

Ergebnisse lassen sich erst nach längerer Übungszeit verändern.

Zunächst muss die neue Denk- und Arbeitsweise einem

Sportler in Fleisch und Blut übergehen.

Funktioniert die Neuroathletik auch im Amateursport?

Heutzutage bauen bekannte Leichtathleten - ebenso wie viele

Profi-Fußballer - Übungen aus der Neuroathletik in ihren Trai-

Buchtipp:

Training beginnt im Gehirn

https://amzn.to/36h3nZw

AJOURE MAGAZIN SEITE: 51 | MÄRZ 2020


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MENSCHEN

Und

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&

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TRAVEL

AJOURE MAGAZIN SEITE: 55 | MÄRZ 2020


AJOURE / TRAVEL

Die besten spartipps

für das reisen mit der deutschen bahn

Die deutsche Bahn genießt nicht gerade

den besten Ruf. So steht das Unternehmen

vor allem aufgrund der häufigen

Verspätungen und teuren Preise in der

Kritik. An den Verspätungen können wir

leider nichts ändern. Dafür können wir

dir aber verraten, warum Bahnfahren

nicht unbedingt teuer sein muss. Das ist

doch schon mal was.

Buche so früh wie möglich

ebenso großes Sparpotential. Hierzu gibt

es auf der Homepage der Bahn in der Rubrik

der Fahrtensuche den so genannten

Sparpreis-Finder. Hier wählst du schlicht

aus, an welchem Datum du wohin reisen

willst. Anschließend stellt dir das Portal

alle möglichen Sparpreise nach Preis sortiert

vor. Dabei ist es einerseits wichtig zu

wissen, dass natürlich eine Zugbindung

besteht. Du kannst nach erfolgreicher

Buchung entsprechend nur den ausgewählten

Zug nutzen, der eben oft auch

zu wenig beliebten Randzeiten verkehrt.

Andererseits werden Spartickets nur in

Form begrenzter Kontingente ausgegeben.

Deshalb solltest du Sparpreise am

besten mindestens eine Woche vor Fahrtantritt

buchen. Andernfalls kann es sein,

dass die wirklichen Schnäppchen bereits

vergriffen sind. Dieses frühe Buchen ist

umso wichtiger, je beliebter ein gewählter

Fahrttermin ist. Planst du deine Fahrt bei-

Die Deutsche Bahn schaltet die Ticketbuchung

bereits etwa ein halbes Jahr vor

Fahrtbeginn frei. Dabei werden die Preise

an die erwartete Auslastung angepasst.

In der Praxis hat sich dabei gezeigt, dass

die Preise nur selten kurz vor Fahrtbeginn

sinken, sondern in der Regel steigen. Sichere

dir deshalb so früh wie möglich dein

Ticket, sobald du sicher weißt, dass du die

gewählte Verbindung nutzen willst.

Nutze den Sparpreis der Bahn

Die Sparpreise der Bahn bieten, wie der

Name bereits freundlich andeutet, ein

Fotos: ifeelstock, Nicole Lienemann / stock.adobe.com; bahn.de Screenshot

AJOURE MAGAZIN SEITE: 56 | MÄRZ 2020


AJOURE / TRAVEL

spielsweise zu Beginn der Winterferien,

kannst du deinen Sparpreis nicht

früh genug buchen. Andernfalls kann

es sein, dass der einzig verbleibende

Sparpreis eine Übernachtung in einer

Kleinstadt vorsieht, von der du vielleicht

noch nie was gehört hast.

Buche den Supersparpreis

Bei ihren Angeboten unterscheidet die

Bahn zudem zwischen dem Sparpreis

und Supersparpreis. Der Supersparpreis

richtet sich vor allem an Fernreisende,

da die Mehrheit des Angebots

auf ICE, IC und EC Verbindungen

beschränkt ist. Dafür beginnen die

Preise des Supersparpreises bereits bei

17,90 Euro. Doch dieser geringe Preis

für deine nächste Fernreise ist auch

mit einigen Nachteilen verbunden. So

kann der Supersparpreis im Gegensatz

zum Sparpreis nicht storniert werden,

er enthält keine City Option und dir

bleibt der Zutritt zur DB Lounge verwehrt.

Wenn du aber mit diesen Einschränkungen

leben kannst, lassen

sich mit dem Supersparpreis tatsächlich

außergewöhnlich gute Angebote

finden.

Strategische Umwege einlegen

Manchmal kann es sein, dass der Sparpreis

für eine bestimmte Verbindung

nicht mehr verfügbar ist. Schaue dich

in einem solchen Fall nach ähnlichen

Verbindungen um, bei denen dein Ziel

auf der Strecke liegt. Manchmal kann

es nämlich sein, dass du hier noch einen

Sparpreis erhältst, der trotz der

eigentlich längeren Gesamtstrecke

günstiger als der reguläre Preis für

dein angestrebtes Fahrtziel ist.

Verzichte auf den ICE

Der Preis einer Verbindung hängt

nicht nur von der gewählten Strecke,

sondern auch von der jeweiligen Verbindungsart

ab. So sind ICE, IC und

EC deutlich teurer als Verbindungen

des Regionalverkehrs. Diesen Umstand

kannst du dir zunutze machen,

indem du auf der Homepage oder in der

App angibst, nur mit dem Regionalverkehr

reisen zu wollen. In der Folge werden dir

auch nur RE-Verbindungen angezeigt, die

vielleicht mehr Zwischenhalte einlegen

und langsamer fahren, oft aber auf der

gleichen Strecke verkehren und deutlich

weniger kosten.

Kinder reisen kostenlos

Falls du eine Bahnreise als Familie oder

mit Kindern planst, ist es wichtig zu wissen,

dass Kinder bis zu einem Alter von

14 Jahren kostenlos mit den Eltern reisen.

Allerdings darfst du nicht vergessen, diese

auf dem Fahrschein einzutragen, sobald sie

älter als 6 Jahre sind.

Kenne die regionalen Angebote

Neben der Buchung fester Strecken kannst

du auch einfach ein regionales Angebot

wählen. Dieses erlaubt es dir dann, während

des Fahrtzeitraums alle Regionalzüge

im Geltungsbereich zu nutzen.

Klassischerweise handelt es sich dabei

um die Ländertickets, welche im Bundesland

und teils auch über die Bundesgrenze

hinweg gelten. So reicht das Bayernticket

beispielsweise sogar bis Salzburg. Die Ländertickets

beginnen für Alleinfahrer bei 23

Euro und gelten Werktags von 9 bis 3 Uhr

des Folgetags. Falls du am Wochenende

oder an Feiertagen reist, kannst du sogar

noch früher loslegen und deine erste Fahrt

bereits um 0 Uhr antreten. Daneben ist

es noch wichtig zu wissen, dass sich Ländertickets

vor allem bei vielen Mitfahrern

lohnen, da sie für Gruppen von bis zu 5

Personen gelten, wobei ein Mehrpreis von

6 Euro je weiterem Mitfahrer anfällt.

Regionale Angebote beschränken sich aber

nicht nur auf die bekannten Ländertickets.

Stattdessen kann das Quer-durchs-Land-

Ticket bei einem Preis von 44 Euro vor

allem Fernfahrten erschwinglich machen

und weitere Verkehrsverbunde bieten

ebenso regionale Angebote an. Ein Beispiel

für letzteres wäre das Servus-Ticket, das

bei ähnlichen Bedingungen wie ein Länderticket

Teile Bayerns abdeckt.

Halte Ausschau nach der 1. Klasse

Manchmal passiert es, dass Fahrten in der

1. Klasse günstiger sind als in der 2. Klasse.

Dies erklärt die Deutsche Bahn einfach

damit, dass die 2. Klasse häufig deutlich

AJOURE MAGAZIN SEITE: 57 | MÄRZ 2020


AJOURE / TRAVEL

früher als die 1. Klasse ausgebucht ist und

letztere deshalb wenige Tage vor Fahrtbeginn

günstiger angeboten wird. Nutze deshalb

diese Preispolitik der Bahn für dich

und überprüfe stets, welche Fahrtenkategorie

bei deiner Fahrt wirklich günstiger

ist.

Nutze Sonderaktionen der Bahn

Im Rahmen von Werbeaktionen kooperiert

die Deutsche Bahn regelmäßig mit

externen Anbietern, welche beispielsweise

beim Kauf eines Produkts einen beigelegten

Bahn-Gutschein bieten. Vor allem diverse

Discounter sind für solche attraktiven

Aktionen bekannt, die dich günstig an

dein Ziel oder in den Besitz einer preiswerten

Bahncard bringen.

Nutze das Bonusprogramm

Die Bahn bietet all ihren Kunden ein Bonusprogramm.

Dank diesem kann jeder

Bahnfahrer mit seinen Fahrten Bahnpunkte

sammeln, welche später in Prämien

umgetauscht werden können. Bei diesen

Prämien handelt es sich beispielsweise

um Upgrades in die erste Klasse, selbstgewählte

Ländertickets oder weitere Vergünstigungen.

Jeder Gelegenheits- oder

Vielfahrer profitiert deshalb relativ schnell

von diesem Programm. Die Anmeldung

zum Bonusprogramm ist dabei kostenlos

und Nutzer der Bahncard erhalten ohnehin

einen Account, welcher für das Sammeln

von Bahnpunkten genutzt werden

kann. Am Bahnautomaten kann die eigene

Bahncard gescannt oder die persönliche

Bahnnummer eingegeben werden, damit

die Punkte angerechnet werden. Noch einfacher

kannst du letztere in der App sammeln,

indem du den Haken bei Bahnpunkte

sammeln dauerhaft gesetzt lässt.

Reklamiere Verspätungen

Die Bahn ist leider nicht für ihre Pünktlichkeit

bekannt. Dies mag zwar in erster

Linie ärgerlich sein, sorgt aber gleichzeitig

dafür, dass so manche Fahrt mit Verspätung

wirklich günstig wird. Dabei gilt, dass

du ab einer Verspätung von einer Stunde

25 % und ab zwei Stunden 50 % des Fahrpreises

erstattet bekommst. Hierfür musst

du jedoch ein Fahrgastrechte Formular

ausfüllen und einschicken, welches nicht

immer direkt am Bahnsteig ausgeteilt wird

beziehungsweise erhältlich ist. Alternativ

kannst du das Fahrgastrechte-Formular

auch auf der Homepage der Deutschen

Bahn finden.

http://bit.ly/DeutscheBahnSpartipps

Besorge dir eine Bahncard

Für Vielfahrer kann es wiederum empfehlenswert

sein, sich eine Bahncard zu

besorgen. Dann sparst du bei jeder Fahrt

Geld, was sich im Laufe eines Vertragsjahres

schnell rentiert. Dabei hast du die

Wahl zwischen der Bahncard 25, Bahncard

50 und Bahncard 100. Bevor du dich für

eine der Bahncards entscheidest, macht es

aber Sinn, grob zu überschlagen, ob sich

der Kaufpreis im Laufe eines Jahres bei dir

rechnet.

Eine Bahncard 25 kostet in der 2. Klasse 62

Euro beziehungsweise 125 Euro in der 1.

Klasse und gewährt dir einen 25 % Rabatt

auf alle Fahrpreise der deutschen Bahn.

Mit der Bahncard 50 erhältst du für 255

Euro beziehungsweise 515 Euro einen 50 %

Rabatt auf alle Flexpreise, jedoch nur einen

25 % Rabatt auf alle Spar- und Supersparpreise.

Die Bahncard 50 lohnt sich deshalb

kaum für Gelegenheitsfahrer, die bereits

längerfristig wissen, wohin es demnächst

gehen soll.

Die Bahncard 100 richtet sich mit ihrem

Preis von 3952 für die 2. Klasse und 6685

Euro für die 1. Klasse schließlich nur an

absolute Vielfahrer, die gleichzeitig auch

in den Genuss grenzenloser Flexibilität

dank kostenloser Fahrten kommen wollen.

Falls du dich für den Kauf einer Bahncard

entscheidest, ist es letztlich noch wichtig

zu wissen, dass diese nur mindestens 6

Wochen vor Ablauf der Vertragslaufzeit

von einem Jahr gekündigt werden kann.

Zudem profitieren vor allem junge Erwachsene

unter 27 Jahren und Jugendliche

unter 19 Jahren von Sonderangeboten und

zahlen deutlich weniger. Dabei ist das Alter

zum Zeitpunkt des Kaufs der Bahncard

entscheidend. Solltest du also beispielsweise

26 sein, kannst du dir die Bahncard

noch sichern und auch mit 27 noch vom

reduzierten Angebot profitieren.

Nutze Alternativen zur Bahn

Trotz all dieser Tipps kann es sein, dass

bestimmte Ziele einfach nicht günstig von

der DB angefahren werden. In diesem Fall

kannst du dich auch nach Alternativen zur

Deutschen Bahn umsehen. Dies kann beispielsweise

der FlixTrain sein, der ebenso

auf den Schienen verkehrt, oder aber auch

gänzlich andere Angebote wie Flixbus,

Fernbusse oder Carsharing- und Mitfahrplattformen

in Anspruch nehmen.

Fotos: bilderstoeckchen , locrifa / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 58 | MÄRZ 2020


AJOURE / TRAVEL

AJOURE MAGAZIN SEITE: 59 | MÄRZ 2020


AJOURE / TRAVEL

PLastik

im urlaub

vermeiden

die besten

Tipps

Jedes Jahr werden Millionen Tonnen von

Plastikverpackungen hergestellt, die zum

Großteil nur dem einmaligen Gebrauch

dienen und damit wird die gleiche Menge

an Abfall produziert. Der maßlose

alltägliche Verbrauch von Einweg-Kunststoff-Produkten

ist nur einer der Gründe.

Die Plastikflut in Form von Verpackungsfolien,

Einweggeschirr, Abreißtüten und

Co ist aber längst zu einer Bedrohung

für Mensch und Tier geworden. Plastik

ist in der gesamten Umwelt, an Land, in

der Luft und im Meer in Form von Mikroplastik

vorhanden und sogar im Blut

nachweisbar. Plastikmüll und seine negativen

Folgen begegnen uns überall. Wir

alle sind davon betroffen und sollten uns

auch im Interesse kommender Generationen

fragen, wie viel Plastik unsere Erde

noch vertragen kann.

Plastik verrottet nicht. Plastik zerbröselt

mit der Zeit in immer kleinere Teilchen

und endet schließlich als Mikroplastik in

der Umwelt. Das sind kleinste Teilchen mit

einem Durchmesser unter 5 mm. Doch es

müssen mehr als 400 Jahre verstreichen,

bevor eine einzige Getränkeflasche sich

vollständig aufgelöst hat. Da wundert es

nicht, dass das Umweltproblem Plastikmüll

mittlerweile weltweite Ausmaße angenommen

hat. Ein guter und einfacher

Ansatz, um das Problem zu lösen heißt:

„Plastik vermeiden“

Fotos: SpelaG, igishevamaria, hespasoft / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 60 | MÄRZ 2020


AJOURE / TRAVEL

Auch du kannst mit einfachen Verhaltensregeln

dabei helfen, die globale Plastikflut

zu bekämpfen. Eine gute Zeit damit anzufangen

ist zum Beispiel die Urlaubszeit.

Denn auch im Urlaub ist Plastik allgegenwärtig.

Mit diesen Tipps vermeidest

Du Plastik im UrlauB:

Plastikflaschen

Handle verantwortungsvoll und vermeide

es nach Möglichkeit, Plastikflaschen

unterwegs zu kaufen. Packe einfach deine

eigene Trinkflasche und am besten noch

einen eigenen Trinkbecher von zu Hause

ein. Spontan auftretende Durstgefühle

verleiten insbesondere in der warmen

Jahreszeit dazu, schnell mal eine Wasserflasche

am nächsten Kiosk zu kaufen,

wenn man nicht vorgesorgt hat, die meist

auch noch recht teuer sind. Eine wiederverwendbare

Trinkflasche, die man sowohl

in der Urlaubsunterkunft als auch an

öffentlich ausgewiesenen Stellen mit frischem

Wasser auffüllen kann, zeugt von

Umweltbewusstsein, spart nebenbei Geld

und schont so die Urlaubskasse. Erkundige

dich aber vorher, ob man z. B. das Leitungswasser

in deinem Urlaubsland ohne

gesundheitliche Folgen trinken kann.

Bringe deine eigenen plastikfreien

Kosmetikartikel mit: Aufgrund der Sicherheitsrichtlinien

für Flüssigkeiten

im Handgepäck, ist auf Flugreisen ausschließlich

die Mitnahme von kleinen

Behältern mit maximal 100 ml Inhalt erlaubt.

Das veranlasst viele Menschen dazu,

Kosmetikprodukte in kleinen Größen zu

kaufen. Stattdessen kannst du kleine wiederverwendbare

Tuben oder Flaschen

zum Umfüllen von vorhandenen Kosmetikprodukten

verwenden. Duschgels und

Shampoos sind mittlerweile aber auch in

fester Form erhältlich. Diese benötigen

gar keine Plastikverpackung. Eine weitere

kunststofffreie Alternative sind beispielsweise

kompostierbare Bambuszahnbürsten.

Einkaufstüten

Kaufe plastikfrei ein. Stofftaschen oder

Jutebeutel sind eine gute Alternative und

lassen sich mehrfach verwenden. Damit

kannst du auch im Urlaub deine Einkäufe

umweltfreundlich verpacken und sicher

transportieren. Auf die üblichen Plastiktüten

in Supermärkten, Shops, Basaren

und Einkaufsstraßen kannst du dann getrost

verzichten.

Plastikverpackungen

Viele Supermärkte verkaufen ihre Produkte

immer noch unnötigerweise in

Plastikverpackungen. Kaufe in deinem

Urlaubsort nicht im Supermarkt, sondern

in Markthallen oder auf lokalen Märkten

ein. Damit unterstützt du nicht nur die

Erzeuger aus der Umgebung, sondern erhältst

nebenbei auch noch frische landestypische

Produkte.

To-go-Becher

Auch den Kaffeedurst stillen wir gerne

unterwegs mit einem Kaffee im To-go-Becher.

Verzichte bewusst darauf. Denn der

Kaffeekonsum lässt sich umweltfreundlicher

befriedigen. Mehrwegkaffeebecher

liegen im Trend und sind bei internationalen

Kaffeeanbietern wie Starbucks,

Balzac Coffee oder McCafé inzwischen

auch weltweit im Einsatz.

Kosmetik-Behälter

AJOURE MAGAZIN SEITE: 61 | MÄRZ 2020


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Fast Food & Take away

Sag auch mal NEIN zum Plastik:

Damit kannst du sofort anfangen.

Bestell einfach deinen nächsten

Cocktail ohne den üblichen

Plastik-Strohhalm. Sag auch mal

NEIN zu To-go-Produkten oder

Take-away-Essen. Diese Esskultur

produziert jede Menge Plastikmüll

in Form von Plastikbesteck,

-tellern und -bechern. Verzichte

darauf und bring dein eigenes

Besteckset mit. Das nimmt im

Urlaubsgepäck so gut wie keinen

Platz ein. An heißen Tagen gönnt

man sich gerne mal ein kühles Eis.

Verzichtest du auf Plastikbecher

und Löffel und genießt das Eis in

einer Waffel, schmeckt es nicht

nur besser, sondern du vermeidest

auch Abfall. Auch dieser kleine

Schritt verhindert weiteren unnötigen

Plastikmüll. Wenn du im Urlaub

oft unterwegs bist, nimmst du

am besten eine Wasserflasche mit

und eine Dose aus Edelstahl, in der

du auch mal einen kleinen Imbiss

transportieren kannst. So kannst

du getrost auf den Besuch eines

plastikmüll-produzierenden Fast

Food-Restaurants oder der Imbissbude

verzichten und deine Transport-Verpackung

immer wieder

verwenden.

Souvenirs

Auch viele Urlaubsmitbringsel aus

Plastik sind überflüssig. Die meisten

Souvenirs erhältst du auch in

Form von umweltfreundlichen

Materialien, wie Holz, Glas oder

Stoff.

Clean-Up-Aktionen

Ein bewundernswertes, besonders

aktives Engagement gegen Plastik

besteht darin, Plastikmüll am

Strand selber aufzusammeln und

zu entsorgen. Das erfordert im

Urlaub vielleicht etwas mehr Motivation,

geht aber ganz einfach. Die

Ozeane der Welt sind mittlerweile

Fotos: tilialucida, Jacob Lund, nito, New Africa / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 62 | MÄRZ 2020


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mit Kunststofftüten, Folien, Plastikflaschen,

Strohhalmen, Wattestäbchen

und ähnlichen Plastikprodukten

übersät. Diese sinken auf den Meeresgrund

oder landen im Bauch von Fischen

und Seevögeln. Auf dem Meeresboden

ist ein Abfischen des Mülls

dann auch nicht mehr möglich. Der

Plastikmüll verwandelt sich im Laufe

der Zeit in giftigen Mikroplastik und

landet über die Nahrungskette wieder

auf unseren Tellern. Tu etwas dagegen:

Anstatt am Müll nur vorbeizulaufen

und wegzuschauen, diesen lieber

mal entsorgen. Jedes Stück Plastik,

das du einsammelst, landet nicht

mehr im Meer. Alternativ kannst

du auch an einem sogenannten Beach-Clean-Up

teilnehmen. Das sind

regelmäßige Strand- und Ufersäuberungen.

Solche Clean-Up-Aktionen

finden mittlerweile in vielen Reisegebieten

auf der ganzen Welt statt. Du

tust nicht nur etwas Sinnvolles für

die Umwelt, sondern lernst nebenbei

noch gleichgesinnte Menschen kennen.

Oder organisiere mit Freunden

und deiner Familien deinen eigenen

Beach-Clean-Up. Die Umwelt wird es

dir danken.

Fazit

Jeder Mensch kann mit den kleinsten

Veränderungen mit seinem eigenen

Verhalten zur Vermeidung von Plastikmüll

beitragen. Gerade im Urlaub

kannst du bewusst einmal darauf achten,

was du im Alltag oft übersiehst

und gleichzeitig ein Vorbild für andere

sein. So kann der Urlaub nicht nur

der Erholung dienen, sondern auch

noch dem Erhalt unserer Umwelt

helfen.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 63 | MÄRZ 2020


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ALOHA! ENTDECKE DIE TRAUMHAFTEN

SEHENSWÜRDIGKEITEN AUF HAWAII

Der Inselstaat zum Träumen

Nüchtern betrachtet ist Hawaii der 50. und jüngste Bundesstaat

der USA. Genauer gesagt ist es eine Inselkette, bestehend aus

137 Inseln und Atollen, wovon die meisten jedoch nicht bewohnt

sind. Hawaii liegt im Pazifischen Ozean und zählt mit

seinen rund 28.300 Quadratkilometern zum polynesischen Kulturraum.

Spricht man von Hawaii, meint man im Allgemeinen

die acht größten Inseln. Seinen Namen verdankt Hawaii – auch

als The Big Island bezeichnet - der gleichnamigen, größten und

östlichsten Insel des Bundesstaates. Die Hauptstadt ist das an

der Südküste der Insel O’ahu gelegene Honolulu. Amtssprachen

sind Englisch und Hawaiisch.

Die Landflächen Hawaiis sind sehr abwechslungsreich: So findest

du neben Traumstränden, glasklarem Wasser und einer

außergewöhnlichen Pflanzen- und Tierwelt etliche hohe Berge,

wie den 4.205 Meter hohen Mauna Kea, der sogar einige Monate

lang eine weiße Schneehaube trägt, und Regenwald.

Hawaii erfüllt aber auch all die Klischees, die du aus Filmen

kennst und die dir bei der Namensnennung spontan einfallen:

türkisfarbenes Meer mit beinahe makellos weißen Sandstränden,

Palmen, braungebrannte Haut, Südseezauber mit Blütenkränzen

und Hula sowie Sonne pur mit ganzjährigen Temperaturen von

rund 28°C. Und selbst wenn es mal regnet, ist Hawaii schön!

Aber nicht nur die Natur ist auf Hawaii besonders vielfältig, auch

die Einwohner sind - historisch bedingt - ein Mix aus unterschiedlichen

Kulturen, die in gegenseitigem Respekt und Toleranz

zusammenleben.

Fotos: Nicholas, EivindOliverAsskildt, Molly / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 64 | MÄRZ 2020


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Lang, lang ist’s her…

Wusstest du, dass Hawaii eine sehr interessante

und lange Geschichte aufzuweisen

hat? Hier das Wichtigste im Zeitraffer: Es

wird vermutet, dass die ersten Polynesier

in der Zeit zwischen dem zweiten und dem

sechsten Jahrhundert von den ostpolynesischen

Inseln, den Marquesas-Inseln, nach

Hawaii kamen. Die westliche Welt entdeckte

diese Inselkette erst 1778 durch den berühmten

Seefahrer und Entdecker James

Cook.

Erst Ende des 18./Beginn des 19. Jahrhunderts

stand der komplette Archipel unter

der Herrschaft eines Königs. Die ersten

Missionare kamen Anfang des 19. Jahrhunderts,

um fortan die Inseln mehr oder

weniger zu beherrschten. Der letzte König

musste 1891 abtreten, sieben Jahre später

vereinnahmten die USA die Inseln.

„Pearl Harbour“ dürftest du schon einmal

gehört haben. Dieser amerikanische Stützpunkt

wurde am 7. Dezember 1941 überraschenderweise

von den Japanern angegriffen,

was als Auslöser dafür galt, dass

die USA in den 2. Weltkrieg einstieg. 1959

wurde Hawaii von den USA als Bundesstaat

einverleibt.

Aloha from Hawaii

„Aloha from Hawaii“, so hieß das legendäre

Konzert, das die Rock-‘n‘-Roll-Legende Elvis

Presley 1973 in Honolulu gab.

Du kennst sicherlich die Vokabeln „Aloha“,

„Hula“ und „Ironman“, drei Begriffe, ohne

die Hawaii nicht denkbar ist. Aloha ist eine

hawaiianische Begrüßung, die übersetzt so

viel wie (Nächsten-)Liebe bedeutet. Allein

daran siehst du, wie lebensbejahend und

freundlich die Hawaiianer sind. Hula ist

ein traditioneller, polynesischer Tanz, der

im Original die Lebensfreude der Tänzer

widerspiegelt und Geschichten erzählt. Mit

den heute damit verbundenen Baströckchen

und der vielen nackten Haut hat der

originale Hula-Tanz nichts zu tun. Dennoch

hatten ihn die Missionare einst wegen

der angeblichen Unzüchtigkeit verboten.

Lei – die bekannten Blumenketten – stehen

in Verbindung mit dem Hula. Dieser traditionelle

Halsschmuck wird auch heute noch

gerne den Gästen als Ehrerbietung überreicht.

Nicht nur Sportbegeisterte unter euch kennen

den berühmten Ironman of Hawaii,

den wohl ältesten, jedenfalls aber bekanntesten

Triathlon. Das alljährlich wiederkehrende

Spektakel im Oktober solltest du dir

nicht entgehen lassen.

Und wenn du einmal auf Hawaii warst,

siehst du auch den weltbekannten Steven-Spielberg-Film

„Juressic Park“ mit anderen

Augen.

Warum ausgerechnet Hawaii?

Es gibt viele Gründe, warum du dich gerade

für Hawaii entscheiden solltest. Einziger

Grund, der dagegen spräche: Du planst einen

Ski-Urlaub…

Wenn du dich für Hawaii entscheidest, bist

du in Gesellschaft vieler lebender aber auch

bereits toter Berühmtheiten, deren Geist jedoch

immer noch über den traumhaft schönen

Stränden, der beeindruckenden Landschaft,

der abwechslungsreichen Kultur

sowie den zahlreichen Traditionen schwebt.

Bereits Mark Twain verbrachte 1866 mehrere

Monate auf den Inseln Hawaiis und

verliebte sich in sie. Sowohl Barack Obama

als auch Bruno Mars und die Oscar-Preisträgerin

Nicole Kidman wurden in Honolulu

geboren und lieben ihr Heimatland. Da

kannst du dich also in guter Gesellschaft

befinden.

Zwar liegen rund 20 Flugstunden vor

dir, aber die Zeit kannst du prima nutzen,

dich auf deinen Traumurlaub vorzubereiten.

Freu dich auf einen Urlaub, in dem du

nach Herzenslust chillen oder auch aktiv

sein kannst. Ein Inselwechsel ist kein Problem,

denn ein kontinuierlicher Flug- und

Bootsverkehr ist garantiert. Und wenn du

auf braungebrannte, smarte Surfboys stehst,

bist du hier im Surferparadies genau richtig!

Das solltest du dir auf Hawaii

keineswegs entgehen lassen:

1. O’ahu

Die Insel O’ahu besteht aus zwei miteinander

verbundenen Vulkanen und beherbergt

die Hauptstadt Honolulu. Hier kommt

kaum einer am Aloha Tower vorbei, an dem

einst An- und Abreisende mit Hula und

Blumenkränzen begrüßt beziehungsweise

verabschiedet wurden. Auch heute noch

zeugt diese schöne Tradition von ihrer Existenz.

Besichtigen kannst du in Honolulu

ebenfalls den Iolani Palace, die einstige Residenz

der hawaiianischen Könige sowie die

einzige, je in den USA befindliche offizielle

Königsresidenz. Wir empfehlen auch den

Besuch des Museum of Art in Honolulu.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 65 | MÄRZ 2020


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a) Wandern auf O’ahu

Wanderst du gerne? Wie wäre es mit dem

nur rund 1,5 Kilometer langen Anstieg über

den Makapuu Lighthouse Trail zum Leuchtturm?

Neben fantastischen Aussichten vom

Gipfel aus kannst du mit etwas Glück unter

dir Wale beobachten.

Ebenfalls beeindruckend ist die Tour auf

dem etwa 2,5 Kilometer langen Manoa

Falls Trail mitten durch den Regenwald zu

den Manoa-Wasserfällen. Hier, nahe Honolulus,

stürzen sich die Wassermassen rund

45 Meter tief in ein Auffangbecken. Auch

wenn es reizt: Baden ist verboten! Übrigens,

brauchst du im hiesigen Regenwald keine

Angst vor giftigen Schlangen oder Spinnen

zu haben. Hier gibt es keine! Dafür findest

du umso mehr seltene Pflanzen. Nebenbei

gesagt, diente dieser Regenwald dem Film

„Jurassic Park“ als Kulisse.

b) Pearl Harbor

Interessierte finden etwas abseits von Honolulu

das geschichtsträchtige Pearl Harbor,

wo 1941 noch in Friedenszeiten japanische

Marineluftstreitkräfte die vor Anker liegende

amerikanische Pazifikflotte überraschend

angriffen. Heute bringen dich kleine

Boote zu dem knapp unter Wasser liegenden

Wrack der USS Arizona. Ferner erhältst

du zahlreiche Informationen zur gesamten

(Kriegs-)Geschichte.

c) Tal der Tempel

Am Fuße des Ko’olau Mountain befindet

sich das Valley of Temples. Besondere Attraktion

hier ist der im japanischen Stil

erbaute Byodo-In Tempel. Er soll an die

Menschen aus Japan erinnern, die vor über

100 Jahren eingewandert sind. Beim Bau

wurde kein einziger Nagel verwendet. Im

Tempelinneren findest du einen eher vollschlanken

Riesen: Den über 5 Meter hohen,

vergoldeten Buddha. Auch der japanische

Garten mit schwarzen Schwänen und Teichen,

in denen sich Kois tummeln, werden

dein Herz erfreuen. Denke vor dem Betreten

des Tempels an deinen Pediküre-Termin

daheim: Das Heiligtum darf nur barfuß

betreten werden.

d) Waikiki

Natürlich will und muss man auf Hawaii

auch das Strandleben genießen. Einer der

weltberühmtesten Strände ist der drei

Kilometer lange Waikiki Beach. Hier fin-

dest du nahezu alles, was dein Herz begehrt.

Waikiki ist übrigens die Wiege des

Surf-Sportes. Bereits die einstige hawaiianische

Königsfamilie lernte hier Wellenreiten.

Heute kreuzen stattliche Surfer aus

aller Welt deinen Weg. Vielleicht möchtest

du es ja auch einmal probieren? Ein hübscher

Surf-Lehrer findet sich bestimmt!

e) Diamond Head Crater

Der Diamond Head – in der Landessprache

Lē‘ahi – ist das beeindruckende Wahrzeichen

Honolulus und Waikikis. Es handelt

sich dabei um einen Vulkan mit einem

gigantischen Krater von 1,5 Quadratkilometern

Ausmaß. Durch einen durch die

Kraterwand gegrabenen Tunnel kommst

du zu einem Parkplatz, um von dort aus

zum Kraterrand zu wandern. Oben genießt

du eine atemberaubende Aussicht

und findest vereinzelte alte Bunker.

f) Polynesisches Kulturzentrum

Ein besonders informatives und unterhaltsames

Vergnügen ist der Besuch des Polynesian

Cultural Centers, einer Art Vergnügungspark

und Freilichtmuseum zugleich.

Hier findest du nachgebaute polynesische

Südseedörfer, die dir die Tradition und die

Kultur Hawaiis näherbringen.

2. Big Island & seine Naturgewalten

Auch die größte Insel Hawaiis, Big Island,

ist einen – oder gar mehrere Besuche –

wert. Sie basiert auf schwarzer Lava und

ist mit dem Vulkan-Nationalpark, dem

100 Jahre alten Volcanoes National Park,

einfach nur sehenswert. Hier entdeckst

du neben beeindruckenden Kratern, noch

teils dampfende Felder, interessante Höhlen

mit Felsenzeichnungen und jede Menge

Lavagestein.

a) Echte Vulkane erleben

Erkunde den Volcanoes National Park mit

passenden Wanderschuhen. Bestaune den

seit mehreren Jahrzehnten ununterbrochen

aktiven Kīlauea und werde Zeuge

des beeindruckenden Farbenspiels, wenn

glühende Lava ins Meer versinkt. Besuche

die Gegend, in der die Feuergöttin Pele beheimatet

ist und spüre, warum den Ureinwohnern

dieses Fleckchen Erde so heilig

ist.

Fotos: emperorcosar, Maridav / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 66 | MÄRZ 2020


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b) Die Naturgewalt des Wassers

Im Akaka State Park kannst du dich von

der Gewalt des Wassers überzeugen. Hier

triffst du auf einige der schönsten Kaskaden

weltweit. Dabei bewegst du dich völlig

gefahrlos durch den Regenwald, um in

rund einer Stunde zum gigantischen 135

Meter hohen Akaka Falls zu gelangen. Beschreiben

kann man diesen Anblick nicht,

man muss es selbst erleben.

c) Etwas für Kaffeeliebhaber

Im Osten der Insel befindet sich die Region

Kona. Hier findest du rund 800 Kaffee-Plantagen,

in denen der beste Kaffee

der Welt angebaut wird. Dort bekommen

Groß und Klein in einer Art lebendigem

Museum gezeigt, wie Kaffee hergestellt

wird, aber auch, wie die Menschen auf Hawaii

früher gelebt haben.

3. Maui

Auf der zweitgrößten Insel des Archipels

triffst du auf die längsten Strände des

Bundesstaats Hawaii. Vorzeigestrand ist

Baldwin Beach. Er lässt sich mit den Adjektiven

weiß, breit, selten überlaufen aber

auch - wegen der Brandung – nicht ganz

ungefährlich, beschreiben. Da große Teile

der Insel mit Regenwald bedeckt sind, gibt

es auf Maui auch den meisten Regen innerhalb

der Inselwelt.

Solltest du Anhänger der Freikörperkultur

sein und/oder das Hippie-Leben lieben, so

gilt der Little Beach als kleiner Geheimtipp.

In Lahaina, einem alten Plantagen- und

Walfangort, zückst du bestimmt dein Handy

für ein Selfie mit dem rund 150 Jahre

alten Banyanbaum. Und mit etwas Glück

siehst du noch einen waschechten Wal.

4. Moloka‘i

Moloka‘i, die „vergessene Insel“, ist für

Liebhaber des Outdoor-Lebens genau das

Richtige. Hier, auf der dünnbesiedelten

Insel, dominiert die Urtümlichkeit. Shopping

Malls, gigantische Hotelkomplexe

und Fast-Food-Restaurants wirst du dort

vergeblich suchen. Dafür findest du die

Ruhe der Natur, Sonne, Strand und Meer,

ein einstiges Lepradorf, das nur über einen

kleinen Trampelpfad zu erreichen ist, sowie

die höchsten Meeresklippen der Welt.

Auf Moloka‘i scheint die Zeit still zu stehen.

Tipps

Sicherlich bist du nun schon ganz heiß

auf deinen Hawaii-Urlaub. Bedenke, dass

du neben den üblichen Accessoires wie

Schminke, Sonnencreme und Sonnenbrille

natürlich auch Wanderschuhe einpacken

solltest, denn diese unbeschreibliche Natur

muss einfach zu Fuß erkundet werden.

Deine High Heels könntest du eigentlich

daheim lassen…

Wenn irgend möglich, solltest du dir

stunden- oder tageweise einen Mietwagen

zulegen, damit du mehr als nur dein

Hotelzimmer, die smarten Surfer und den

Strand zu sehen bekommst.

Last but not least, verfalle nicht in den

Aberglauben, du könntest diesen wunderbaren

Archipel in einem einzigen Urlaub

vollständig entdecken. Du musst einfach

wiederkommen! Und du wirst es, denn

kein Aberglaube ist, dass du es bestimmt

lieben lernen wirst...

AJOURE MAGAZIN SEITE: 67 | MÄRZ 2020


Foto: Christine Fiedler & Caroline Pit


Foto: Romvy / stock.adobe.com

FASHION


AJOURE / FASHION

Befreie dich

von fast-fashion!

Bergeweise T-Shirts, unzählige Hosen,

Kleider für jeden erdenklichen Anlass.

Der Kleiderschrank quillt beinahe über,

eigentlich stünde schon längst wieder eine

Ausmistaktion an. Doch das Schaufenster

im Einkaufszentrum sah wieder einmal

derart farbenfroh und verlockend aus,

dass du nun doch ein neues Teil mitgenommen

hast. Neue Mode beim Shopping

zu ergattern macht schließlich glücklich!

Aber wenn du wirklich ehrlich zu dir

selbst bist: Hast du dieses neue Kleidungsstück

wirklich gebraucht? Hat es überhaupt

noch Platz in deiner Garderobe?

Speziell im Modebereich hat sich unsere

Mentalität in Richtung Konsum- und Wegwerfgesellschaft

entwickelt. Schnelle und

günstige Einkäufe erzeugen zwar kurzfristig

gute Laune, doch genau hier liegt die

Krux begraben: die Freude ist nur kurzer

Dauer. Einmal ausgeführt, verstaubt das

hübsche Kleid gerne mal im Schrank, genauso

ergeht es dem coolen Top, welches

neben dem ein-zwei Mal getragenen Statement-Pulli

monatelang ungetragen in der

Kommode liegt.

Wie kannst du dich von Wegwerfmode

befreien?

Sogenannte Fast Fashion finden wir meistens

auf den ersten Blick in jedem Kleiderschrank.

Die mediale Beschallung mit

neuen Modetrends in Kombination mit

den extrem günstigen Preisen an jeder

Ecke macht es dir aber auch wirklich nicht

leicht, dieser Falle zu entkommen. Die

schöne Fassade der Mode macht (oberflächlich

betrachtet) auch einfach Spaß.

Blickt man allerdings nur kurz dahinter,

ist meist beim Blick aufs Etikett des neuen

Teils schon klar, welche Bedingungen

notwendig waren, damit es so günstig verkauft

werden konnte. Doch mit ein paar

einfachen Tipps, die dich zum Umdenken

verleiten, wird dir der Schritt zu mehr

Nachhaltigkeit und Wertschätzung leichtfallen.

Wir zeigen dir wie! Dies in nur zwei

simplen Schritten:

Schritt 1 heißt Umdenken

Bewusstsein schaffen ist die erste Schlüsselaufgabe

im Kampf gegen Fast Fashion. Du

darfst vor den Hintergründen und Folgen

von Wegwerfmode nicht länger die Augen

verschließen! Versuche, dir einmal realistisch

und ehrlich vorzustellen, wie diese

günstige Mode produziert wird. ArbeiterInnen

oder gar Kinder werken, nähen

oder färben unter den niedrigsten Bedingungen,

zu unmenschlichen Löhnen und

ohne jeden angemessenen Dank. Während

du dich in deinem kuscheligen Bett

gemütlich für die Arbeit ausschläfst, nach

dem Aufstehen einen köstlichen Kaffee

trinkst und in dein neues, stilechtes Outfit

schmeißt, sind diese Menschen nach einer

kurzen Nacht im Gemeinschaftszimmer

schon seit Stunden wach und stehen mit

wunden Händen und Mundschutz in der

Fabrik. Menschen sollten sich heutzutage

vielmehr bewusst werden, wie gut es ihnen

doch geht!

Doch nicht nur das Bewusstsein für die

Hintergründe der Billigmode ist hierbei

wichtig: Auch das Eingestehen des eigenen

Kaufverhaltens ist ein wichtiger Schritt

beim Umdenken. Viele gehören zu jenen,

die sich derartige Themen schönreden und

sich einfach zu dieser Gesellschaft nicht

Fotos: New Africa, Watcharin / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 70 | JANUAR 2020


AJOURE / FASHION

dazuzählen wollen. Es gibt ein paar Erkennungsmuster,

anhand derer wir leider

eindeutig beweisen können, dass du doch

auch irgendwo von diesem Konsumzwang

betroffen bist:

- Ich gönne mir doch sonst nichts, so nur

für mich allein.

- Man soll schon auch mal etwas kaufen,

an dem man einfach eine Freude hat,

wofür geht man schließlich arbeiten?

- Das sah einfach wie für mich gemacht

aus und neun Euro für ein Shirt tun mir

auch nicht weh.

- Ich habe noch gar nichts in dieser Farbe,

wobei sie mir doch so gut stehen würde!

- Ich kann doch nicht zu zwei Anlässen

dasselbe Kleid tragen, wie das wirkt!

Hast du dich in einem der vorangegangenen

Sätze und Aussagen wiedererkannt?

Ja, zugegebenermaßen: Wir uns auch, sogar

in mehr als nur in einem. Deswegen

musst du jetzt nicht gleich ein schlechtes

Gewissen haben. Aber eines sollte dir klar

sein: diese Denkmuster nutzt die Industrie

schamlos aus! Mit Marketing-Tricks

und geschickter Manipulation verliert

man in Onlineshops oder Geschäften

leicht den Überblick über das Kaufverhalten

und verliert auch den logischen

Ansatz. Sicher ist auch dir schon mal passiert,

dass du ein geshopptes Teil zuhause

ausgepackt, es anprobiert und dir beim

Blick in deinen eigenen Spiegel gedacht

hast: Was war mit mir im Shop bitte verkehrt?

leckeren Getränk und feiere dich und deinen

Kleiderschrank selbst. Ein Nachmittag

voller Erleichterung, in dem du ganz

rabiat alles raushaust und auf dem Boden

verteilst. Welche Berge an Klamotten da

zu Tage treten, wird bestimmt für den

Wow-Effekt sorgen! Durch diese Berge

darfst du dich nun schamlos wühlen

und so viel ausmisten, wie möglich. Beim

großzügigen Ausmisten solltest du nach

einem simplen System vorgehen und dir

folgende Fragen stellen:

- Wie oft hast du das Teil im letzten Jahr

getragen?

- Wie oft wirst du es in nächster Zeit noch

tragen, was könntest du von deinen vorhandenen

Sachen dazu kombinieren?

- Welchen Wert hat dieses Kleidungsstück?

Die Antwort auf die erste Frage in unserem

Entrümpelungs-Umlenken-System

ist eigentlich die wichtigste. Immerhin

definiert diese, ob das gegenständliche

Kleidungsstück es wieder zurück

in deinen Schrank schafft oder auf dem

Ausmist-Haufen landet. Du solltest eine

Faustregel aufstellen, die (bezogen auf

Basic-Stücke für den Alltag) besagt, dass

man ein Teil mindestens insgesamt einen

Monat (also 31 Tage) im Jahr tragen

muss.

Die zweite Frage geht mit der ersten einher,

denn du wirst mit höchster Wahrscheinlichkeit

nicht plötzlich anfangen,

ein längst vergessenes Stück wöchentlich

zu tragen. Es hat einen Grund, weshalb

manche Kleidungsstücke im Schrank

verweilen. Liegen sie schon ungetragen

und unbeachtet eine Weile in deinem

Schrank, finden sie kaum den Weg zu einem

deiner gern getragenen Looks.

Die dritte Frage nach dem Wert der Kleidung

ist etwas vielschichtiger. Natürlich

soll niemand gezwungen sein, einen Pulli

zu entsorgen, der einen sentimentalen

Wert hat (beispielsweise vom verstorbenen

Opi gekauft oder aus einem schönen

Urlaub mitgebracht). Die Wertfrage bezieht

sich eher darauf, ob die Qualität des

jeweiligen Stücks sich rentiert, um dieses

nach wie vor aufzubewahren.

Nach dem Ausräumen deines Schrankes

empfehlen wir für das gute Gewissen und

im Sinne der Nachhaltigkeit, die Klamotten

zu waschen, ordentlich zusammenzulegen

und an einen Wohltätigkeitsverein

zu spenden oder sie auf dem Flohmarkt

verkaufen. Die neuen Freiräume in deinem

Schrank sollen aber nicht dazu dienen,

sie gleich wieder mit neuen Dingen

zu füllen! Die drei Fragen, nach deren

System du ausgemistet hast, solltest du

als Denkmuster verinnerlichen und auch

beim Einkaufen in Zukunft anwenden.

Auch Second-Hand-Mode oder hochwertige

und dafür teurere Produkte sind

ein Tipp, um gegen die Fast Fashion zu

arbeiten.

Schritt 2 lautet Umlenken

Gute Vorsätze sollte man schnell in die

Tat umsetzen, bevor sie wieder in der

Versenkung unseres Denkens verschwinden.

Deshalb raten wir dir, gleich in Aktion

zu treten und dein neu gewonnenes

Bewusstsein mit ein paar einfachen

Schritten direkt anzuwenden. Als erstes

wird mal nachhaltig ausgemistet! Schalte

dir deine Lieblings-Gute-Laune-Musik

ein, versorge dich mit Snacks und einem

AJOURE MAGAZIN SEITE: 71 | MÄRZ 2020


AJOURE / FASHION

KEINEN BOCK AUF DENIM?

DIE SCHÖNSTEN NACHHALTIGEN STOFFHOSEN FÜR FRÜHLINGSHAFTE OUTFITS

Wenn die Tage wieder länger werden, die

Temperaturen steigen und die Natur erblüht,

steigt bei uns die Lust auf ein farbenfrohes

und luftiges Outfit. Äußerst beliebt

sind Stoffhosen für den Frühling, da

sie sich vielfältig kombinieren lassen. Es

muss nicht immer die klassische Jeans-Hose

im Alltag sein. Mit einer Stoffhose bist

du sowohl im Büro-Alltag als auch im Freizeit-Leben

stilvoll gekleidet und kannst

von einem hohen Tragekomfort profitieren.

Unterschiedliche

Schnittvarianten

Mit der Stoffhose kannst du verschiedene

Looks kreieren und bist für beinahe alle

Anlässe topmodisch gekleidet. Die aktuell

angesagte Paperbag Hose, welche in den

1980er Jahren ihren großen Durchbruch

erlebte, ist nicht nur äußerst bequem zu

tragen, sondern schmeichelt beinahe jedem

Figurtyp. Durch den gebundenen Gürtel

wird der Taillen-Bereich besonders raffiniert

betont.

Ein weiteres beliebtes Modell ist die Marlene-Hose,

welche sich durch einen weiten

Beinschnitt und eine hohe Taille auszeichnet.

Dadurch entsteht ein schöner Look, der

dem des Rockes ähnelt. Die Marlene-Hose

ist ein wahrer Klassiker unter den Stoffhosen

und kann absolut vielseitig eingesetzt

werden. Die Entstehung der Marlene-Hose

geht übrigens auf das 20. Jahrhundert zurück

- Namensgeberin der Hose war die damalige

Stilikone Marlene Dietrich.

Tolle Stoffhosen für

individuelle Looks

Beinen und Gesäß raffiniert kaschiert. Somit

ist die weite Hose auch wunderbar für

kräftigere Damen empfehlenswert.

Die Bundfaltenhose ist sowohl für Damen

als auch für Herren erhältlich. Ihr Markenzeichen

sind die angesetzten Falten

am Vorderhosenbund. Meist handelt es

sich um zwei bis vier Bundfalten, welche

für eine größere Bewegungsfreiheit sorgen.

Die Bundfaltenhose sorgt für eine elegante

Erscheinung und ist in vielen unterschiedlichen

Farbnuancen erhältlich.

1

Last but not least darf die Culotte nicht

fehlen. Sie verfügt über weite Beine und

gewährt einen maximalen Tragekomfort.

Dank der weit ausgestellten Beine lässt sich

die Culotte nur mit genauem Blick von Röcken

unterscheiden. Die Culotte verfügt

meist über eine verkürzte Länge, welche

zwischen Wade und Knöchel endet. Sie ist

vielfältig kombinierbar und sorgt auch in

Kombination mit Sneakers für einen tollen

Look.

Schöne Styling-Varianten für gelungene

Outfit-Kreationen

Die vielfältigen Stoffhosen mit ihren zum

Teil weiten Schnitten sind für unterschiedliche

Figurtypen geeignet - auch ganz ohne

Modelmaße und lange Beine. Sie sind je

nach Geschmack und Anlass vielfältig

kombinierbar und äußerst dankbar. Sowohl

kurze Shirts als auch lange Pullis und

2

3

Schöne Frühlingslooks lassen sich auch

mit der Palazzo-Hose kreieren. Sie ist angenehm

zu tragen und überzeugt mit einem

luftigen Schnitt. Die Hose ist an der

Hüfte äußerst schmal geschnitten und

verfügt über weite Beine. Dank des lockeren

Schnittes werden überflüssige Kilos an

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AJOURE MAGAZIN SEITE: 72 | JANUAR 2020


AJOURE / FASHION

elegante Blusen kannst du wunderbar zur

Stoffhose stylen. Die Stoffhose kommt besonders

schön zur Geltung, wenn du das

Oberteil im Bund oder zumindest teilweise

im Bund trägst. So wird die Taille schön

betont. Vor allem in der Übergangszeit

Frühling und Herbst kannst du die Stoffhose

auch im Lagenlook tragen. Mit Hemden,

Blazer und Pullover in Überlänge entsteht

ein schöner Zwiebellook mit Weite und einem

hohen Tragekomfort.

1

2

Die optimalen Schuhe für einen

schönen Stoffhosen-Look

Für einen schönen Stoffhosen-Look eignen

sich hervorragend schöne Sandalen, Sneakers

oder High Heels in Form von Sandaletten

oder Pumps. Mit hohen Schuhen

kannst du die Beine optisch verlängern,

sodass eine grazile und schlanke Silhouette

entsteht. Hohe Schuhe mit spitz zulaufender

Zehen-Kappe sehen in Kombination

mit den Stoffhosen wunderbar aus und setzen

schöne Akzente.

Schöne Stoffhosen für zierliche,

kleine Frauen

Auch wenn du zu den eher kleinen und

zierlichen Damen zählst, kann die Stoffhose

für dich eine tolle Abwechslung zu Jeans

und Co. sein. Kleine Frauen sollten die

weiten Stoffhosen vor allem in Kombination

mit hohen Schuhen tragen, da diese für

eine optische Streckung der Figur sorgen.

So wirkst du gleich um ein paar Zentimeter

größer.

3

4

5

Die besten Styling-Varianten

Wer die Stoffhose als business-taugliches

Fashion-Piece fürs Büro verwenden

möchte, kann die Hose wunderbar mit

einem Oversized-Blazer und eleganten

Schuhen kombinieren. Für einen schönen

Alltags-Look kannst du die Stoffhose auch

wunderbar mit Sneakers in unterschiedlichen

Farbnuancen tragen. Auch bei der

Stoffhose sind farblich keine Grenzen

gesetzt - angefangen von den Klassikern

Schwarz, Grau und Braun bis hin zu frühlingshaften

Pastell-Tönen in Rosa, Hellblau

und Creme. Mit einem schönen Oberteil in

frühlingshaften Designs entsteht so ein harmonischer

Look für stilbewusste Frauen.

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AJOURE MAGAZIN SEITE: 73 | JANUAR 2020


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AJOURE MAGAZIN SEITE: 76 | MÄRZ 2020


Foto: indiraswork / stock.adobe.com

BEAUTY


AJOURE / BEAUTY

Die

besten

Tipps für

die richtige

Intimpflege

Eine richtige Intimpflege ist extrem wichtig, doch häufig wird

sie entweder vernachlässigt oder übertrieben. Die Regale der

Drogerien sind voll mit Produkten, die der Intimhygiene helfen.

Doch manche davon sind nicht nur unnötig, sondern auch

gesundheitsschädlich. Worauf du bei der richtigen Intimpflege

achten solltest und was dafür wirklich notwendig ist, findest

du hier in unseren wichtigsten Tipps.

Als Information vorab: Die Vagina beinhaltet eine raffinierte

Flora, die ihr mikrobielles Gleichgewicht meistens sehr gut selber

aufrecht halten kann. Sie schützt sich mit einem sauren pH-

Wert zwischen ca. 4 und 4,4 gegen Krankheitserreger. Daneben

produziert die Vagina ihre eigenen Fettstoffe, die für Geschmeidigkeit

sorgen und ein hauseigenes Sekret schwemmt ungewollte

Bakterien und Pilze hinaus. Dein Intimbereich ist also bereits

Spezialistin darin, sich selbst zu reinigen. Mit zusätzlicher

Intimpflege sollte man dem empfindlichen Gleichgewicht sanft

unter die Arme greifen, statt es bei der Arbeit zu behindern.

Weniger ist mehr, ist hier definitiv die Devise.

Die richtige Stoffwahl bei der Unterwäsche

Grundsätzlich mag es die Vagina, gut belüftet zu werden. Am

besten eignen sich dafür Slips aus Baumwolle, die nicht zu

eng sitzen. Baumwolle ist luftdurchlässig, wodurch der Intimbereich

nicht überhitzt. Von synthetischen Stoffen solltest du

dagegen bei der Unterwäschewahl die Finger lassen, denn die

fördern unangenehmes Schwitzen, zu dem oft noch eine unangenehme

Reibung kommt. Gleiches gilt übrigens auch für

Strumpfhosen, Leggings und allem, was deinem Intimbereich

sehr nahe kommt.

Die Unterhose solltest du außerdem täglich wechseln und am

besten bei 60 Grad waschen, um sämtliche Bakterien vom

Scheidenausfluss zu entfernen.

Wichtig: Die richtige Form der Unterwäsche

Sexy Dessous machen Spaß und müssen auch mal sein, allerdings

sollten sie nicht den Hauptteil deiner Wäsche ausmachen.

Denn so gut ein Tanga aussehen kann, reibt er auch oft an den

Schamlippen und reizt die empfindliche Haut. Die heißen Teile

also am besten für besondere Anlässe und kurze Phasen aufheben!

Fotos: David Pereiras, Dmitry Lobanov / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 78 | MÄRZ 2020


AJOURE / BEAUTY

Intimhygiene während der Periode

Wie du sicher schon weißt, solltest du Binden

und Tampons während der Menstruation

regelmäßig wechseln. Im Idealfall

wechselst du sie nach spätestens acht Stunden.

Slipeinlagen solltest du außerdem

nicht dauerhaft anwenden. Sie verhindern

genau wie synthetische Stoffe die Luftdurchlässigkeit.

Der Intimbereich wird

dadurch zu warm und Flüssigkeit kann

nicht abgeführt werden. So entstehen sowohl

Reibungen als auch unangenehme

Gerüche.

Sobald die Periode abklingt, steigst du

besser auf eine kleinere Tampongröße

um. Die verhindert nämlich, dass neben

der Blutung auch die nötigen Scheidensekrete

aufgesaugt werden. Letztere braucht

die Vagina, um sich feucht und gesund zu

halten.

Intimpflege beim Sex

Klar, Sex ist ein großes Thema bei der Intimpflege.

Hier ist es als erste Regel ratsam,

Kondome zu benutzen. Kein anderes Verhütungsmittel

kann so sicher ungewollte

Keime und Bakterien von deiner Vagina

fernhalten. Neben dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten

helfen Kondome außerdem

dabei, den sensiblen pH-Wert deiner

Vagina beim Sex aufrechtzuerhalten.

Gleitgel

Genauso offen wie über Kondome solltest

du mit deinem Partner über Gleitgel

sprechen. Die Scheide kann aus verschiedenen

Gründen trocken sein - manchmal

ist es die Pille, manchmal passiert es nach

der Geburt. Das ist nicht weiter schlimm,

solange sie beim Sex ein wenig Unterstüt-

zung durch das richtige Gleitgel bekommt.

Am besten eines auf Wasserbasis wählen

und Finger weg von Silikonen.

Analsex

Beim Analsex ist es besonders wichtig, dass

keine Bakterien auf deine Vagina übertragen

werden. Das heißt, das gleiche Kondom

sollte nach dem Analsex auf keinen

Fall für vaginalen Sex verwendet werden,

sondern gleich gewechselt werden. Ohne

Kondom sollte dein Partner zwischen dem

Wechsel auf jeden Fall kurz unter die Dusche

springen. Denn die Übertragung der

Darmbakterien auf deine Vagina kann zu

jeder Menge Infektionen führen.

Post-Sex: Der Gang zur Toilette

Gleich nach dem Sex ist es ratsam, eine Toilettenpause

einzulegen. Denn manchmal

gelangen beim Sex Bakterien aus deiner

Vagina in die Harnröhre, wo sie nun mal

nicht hingehören. Die Folge sind schmerzhafte

Entzündungen, die sich aber ganz

einfach durch einen kleinen Toilettengang

vermeiden lassen. Damit spülst du alle ungewollten

Stoffe aus deiner Harnröhre.

Schutz beim Fahrradfahren

Der Fahrradsattel kann bei vielem und regelmäßigem

Fahrradfahren einigen Schaden

in deinem Intimbereich verursachen.

Vielleicht kennst du das kribbelnde oder

taube Gefühl nach einer langen Radtour

oder dem Spinning-Kurs. Beides kann sich

mit der Zeit zu echten Schmerzen steigern.

Wer also öfter im Sattel sitzt, sollte sich ein

Paar gepolsterte Shorts oder Unterhosen

zulegen, die sich hier wirklich lohnen.

Vorsicht bei Antibiotika

Antibiotika lassen sich manchmal

schwer vermeiden, allerdings solltest du

während der Einnahme besonders auf

deinen Intimbereich achten. Denn Antibiotika

bekämpfen alle Bakterien im

Körper, inklusive die der Scheidenflora.

Die Folge: Sie verliert ihren natürlichen

Schutz vor Keimen. Also wird sie anfälliger

für Infektionen und muss besonders

gut im Auge behalten werden, solange

du die Medikamente einnimmst.

Spezielle Zäpfchen mit Milchsäurebakterien

können hier deine Scheidenflora

schützen.

No-go: Parfüm oder parfümierte

Produkte

Parfümierte Produkte sind zu alkalisch

für den sauren pH-Wert der Scheidenflora.

Sie zerstören dadurch ihre Bakterien,

also ihren natürlichen Schutzmantel.

Damit stehen Bakterien und Pilzen

die Tür offen. Das Resultat ist also kein

angenehmer Duft untenrum, sondern

gereizte Haut und Infektionen, die sich

bis in den Gebärmutterhals übertragen

können. Das gilt im Übrigen auch für

Intim-Deos – obwohl sie extra für den

Intimbereich entwickelt wurden, enthalten

auch hier die meisten Parfüm.

Regelmäßige Besuche bei der

Gynäkologin

Für viele junge Frauen wird der Gang

zur Gynäkologin erst wichtig, wenn

sie die Pille nehmen wollen. Doch

die Ärztin kann mehr als nur Rezepte

verschreiben oder Schwangerschaften

feststellen. Jeder Besuch bei der Gynäkologin

beinhaltet auch einen Test auf

gefährliche Geschlechtskrankheiten

und Infektionen. Somit bist du mit regelmäßigen

Besuchen auf der absolut

sicheren Seite.

Den Intimbereich trainieren

Selbst beim Sport kannst du etwas für

deine Intimpflege tun. Trainierst du

regelmäßig deinen Beckenboden, werden

damit auch dein Darm und deine

Blase gestärkt. Außerdem kann dir dein

trainierter Beckenboden dabei helfen,

Schmerzen während der Periode zu

verringern und sogar Schwangerschaft

und Geburt ein wenig einfacher zu machen.

Und der vielleicht beste Bonus:

Orgasmen können mit ein wenig Training

noch intensiver werden.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 79 | MÄRZ 2020


AJOURE / BEAUTY

Zahnpasta selber machen: so funktioniert‘s!

zero waste

„Gute Zähne sind mindestens so viel wert wie das Assessorexamen.“

Dieses Zitat stammt von Theodor Fontane und ist heute

immer noch aktuell. Allerdings könnten wir auch ein Zitat von

Otto von Bismarck ummünzen: „Je weniger die Leute wissen,

wie Zahnpasta gemacht wird, desto besser schlafen sie!“

Es ist nicht zu empfehlen, dass du dir die Zusammensetzung diverser

Zahnpasten durchliest. Meist weiß niemand, was sich hinter

den kryptischen Begriffen verbirgt, aber meist ist ein halbes

Chemielabor in der Zahnpasta verarbeitet. Es ist ein Chemielabor,

das wir jeden Tag in den Mund nehmen. Kleinen Kindern

sagt man: „Nimm nicht alles in den Mund“, aber wir tun es. Bei

Lebensmitteln wird heute oft aufgepasst, nicht bei Zahnpasta.

Doch gerade hier werden oft Stoffe verarbeitet, die auf Dauer den

ganzen Körper schädigen können. Beispielsweise Triclosan, ein

Stoff mit antibakterieller Wirkung, soll Studien zufolge die Herzfunktion

beeinflussen. Oder Glycerin, das die Zahnpasta vor

dem Austrocknen schützt, hinterlässt eine unerwünschte Schicht

auf den Zähnen.

Natürlich findest du auch qualitativ hochwertige Zahnpasten,

aber es geht auch einfacher. Zahnpasta kannst du ganz einfach

selber machen und dabei im Handumdrehen die Umwelt schüt-

zen. Bei selbstgemachter Zahnpasta fällt natürlich auch der Verpackungsmüll

weg. Außerdem schonst du so deinen Körper vor

gesundheitsschädlichen Substanzen.

Zahnpasta - leicht gemacht

Für Zahnpasta brauchst du nur drei Dinge: Die Zutaten, ein

wenig Zubehör und etwas Zeit.

Zutaten:

- 3 EL Kokosöl (am besten Bioprodukte verwenden)

- 3 EL Natron

- 1 TL Schlammkreide (kannst du in der Apotheke kaufen, hier

brauchen wir nicht- technische Schlammkreide)

- 25 Tropfen ätherisches Öl deiner Wahl, z. B. Pfefferminz, Zimt,

Kamille usw. (Bioprodukt)

- Ein paar Tropfen Myrrhe-Extrakt (optional)

- ¼ TL Xylit oder etwas Steviapulver (optional, ist nur für den

besseren Geschmack)

Fotos: irina_timokhina, vetre / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 80 | MÄRZ 2020


AJOURE / BEAUTY

Zubereitung:

Erwärme das Kokosöl, bis es flüssig wird.

Achte auf die richtige Menge an Kokosöl,

sonst wird die Zahnpasta zu fest oder zu

flüssig. Nimm das flüssige Kokosöl vom

Herd und mische Natron, Schlammkreide

und den Xylit unter. Verrühre die Zutaten

gut mit einer Gabel, damit keine Klümpchen

entstehen. Jetzt musst du nur noch

das Pfefferminzöl dazugeben und alles

nochmal gut verrühren. Die fertige Zahnpasta

füllst du nun noch in ein Schraubglas

und lässt sie abkühlen.

Schon ist deine Zahnpasta fertig und du

kannst sie verwenden. Je nach Zimmertemperatur

ist sie wegen des Kokosöls flüssiger

oder fester. Am besten lagerst du sie

bei 20 bis 25 Grad und trägst sie mit einem

Löffel auf die Zahnbürste auf. Sollte die

Zahnpasta im Sommer zu flüssig werden,

musst du sie gegebenenfalls in den Kühlschrank

stellen. Wie lange diese Zahnpasta

haltbar ist, richtet sich in erster Linie nach

dem Mindesthaltbarkeitsdatum des Kokosöls.

Kleine Zutaten - Große Wirkung

Das Kokosöl hellt die Zähne sanft auf. Weiterhin

besitzt es Pilz-bekämpfende Eigenschaften

und wirkt antibakteriell. Dabei ist

es aber im Gegensatz zu Triclosan absolut

ungefährlich. Außerdem hilft Kokosöl gegen

Mundgeruch und sorgt für die richtige

Konsistenz der Zahnpasta.

Natron wirkt als sanfter Schleifstoff. Es

entfernt Plaque-Ansammlungen von den

Zähnen und ist ebenso ein natürlicher

Aufheller für ein strahlendes Gebiss. Außerdem

neutralisiert es aufgrund seiner

chemischen Eigenschaften Säuren, die Karies

verursachen können.

Schlammkreide ist ein natürlicher Reibestoff,

der hilft, die Beläge von den Zähnen

zu entfernen.

Die ätherischen Öle erzeugen ein frisches

Mundgefühl, geben der Zahnpasta erst

einen guten Geschmack und helfen gegen

Mundgeruch. Allerdings solltest du nur

ätherische Öle verwenden, die auch essbar

sind.

In Maßen genießen

Allerdings solltest du nicht ausschließlich

deine selbstgemachte Zahnpasta verwenden.

Experten der Bundeszahnärztekammer

raten sogar davon ab, denn es gibt

zwei große Nachteile bei der selbstgemachten

Zahnpasta:

1. Es ist kein Fluorid enthalten. Zwar ist

Fluorid in extremen Mengen sogar giftig,

aber in geringen Mengen ist Fluorid für die

Zahngesundheit sehr wichtig und so werden

von Stiftung Warentest beispielsweise

fluoridhaltige Zahnpasten besser bewertet.

2. Natron oder Schlammkreide kann zu

einem verstärkten Zahnschmelzabrieb

führen. Das wiederum schädigt die Zahnsubstanz.

Deshalb solltest du trotz der vielen Vorteile

nicht ausschließlich die DIY-Zahnpasta

verwenden. Trotzdem kannst du beispielsweise

mit ökologischen Zahnputztabs die

Gesundheit und Umwelt schonen oder

Verpackung sparen.

Außerdem solltest du der Zahngesundheit

zuliebe auch auf eine ausgewogene

und gesunde Ernährung achten. Zucker,

regelmäßiges Fastfood-Essen oder saure

Lebensmittel lassen nicht nur den Körperfettanteil

auf ein unschönes Maß anwachsen,

sie fressen auch Löcher in die Zähne.

Besonders gefährlich ist es, Zucker und

Säure zu kombinieren. Orangensaft mit

Schokolade zerstören mit vereinten Kräften

deinen Zahnschmelz.

Ölziehen

Ein weiterer Tipp, um deine Zahngesundheit

zu verbessern, ist das sogenannte Ölziehen.

Das solltest du ergänzend zum

klassischen Zähneputzen tun. Es hilft, Karies-Bakterien

aus dem Mund zu lösen und

beugt Zahnfleischentzündungen und Plaque

vor. Außerdem wirkt es als natürlicher

Aufheller.

Hierfür nimmst du einen Esslöffel Kokosöl

in den Mund und behältst es für circa 15

Minuten im Mund. Dabei das Öl hin- und

herspülen. So werden auch Bakterien erreicht,

die sich tief im Mund versteckt haben.

Bei täglicher Anwendung kannst du

schon nach kurzer Zeit beobachten, dass

deine Zähne mehr glänzen und gesünder

wirken. Nach maximal 20 Minuten solltest

du das Kokosöl ausspucken und den Mund

ausspülen.

Wir empfehlen dir, das Ölziehen in die

tägliche Morgenroutine einzubauen, weil –

ganz ehrlich - wer nimmt sich schon tagsüber

die Zeit, 20 Minuten mit Öl im Mund

rumzulaufen. Morgens, nach dem Aufstehen

stört es niemanden, wenn du während

des Duschens den Mund voll hast. Aber

egal wie doof es aussieht, Hauptsache du

hast ein gesundes Gebiss und mit guter

Mund- und Zahnpflege bleiben deine Zähne

Freunde fürs Leben.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 81 | FEBRUAR 2020


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LIEBE & BEZIEHUNG


AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG

PRICKELNDE ÜBERRASCHUNG!

20 HEISSE IDEEN,

UM IHN IM

BETT ZU

VERFÜHREN

Wenn man als Paar schon eine Weile

zusammen ist und die erste heiße

Phase vorbei ist, dann stellt sich im

Bett schnell Routine ein. Das kann natürlich

auch sehr schön sein, da man

einander kennt und weiß, wie man

sich gegenseitig befriedigen kann. Vertrautheit

und Verlässlichkeit ist schön.

Aber manchmal fehlt das Knistern,

die Aufregung und das Spontane doch,

oder? Mit diesen 20 Tipps holst du dir

und ihm die Überraschung zurück ins

Schlafzimmer und verführst ihn immer

wieder aufs Neue.

1. Langsames Vorspiel

Ihr wisst, was dem anderen gefällt und

probiert nicht mehr viel herum? Dann

geht es wahrscheinlich ziemlich routiniert

und schnell zur Sache. Versuche, gleich zu

Beginn „Stopp“ zu sagen und werde ganz

langsam und gemächlich. In aller Ruhe und

mit viel Hingabe erforschst du dann seinen

Körper, als hättest du ihn noch nie erlebt.

Lass dir viel Zeit, bevor es richtig losgeht.

Das erhöht die Spannung und Vorfreude

für euch beide. Und wenn er nicht gleich

versteht, worauf du hinauswillst, dann sag

ihm einfach, dass du dir heute mal ganz

viel Zeit für ihn nehmen willst.

2. Grenzen testen

Wahrscheinlich weißt du, was ihm am

besten im Bett gefällt. Aber hast du mal

versucht, über diese Grenzen hinauszugehen?

Vielleicht entdeckst du Vorlieben,

von denen er bisher noch nicht einmal

selbst wusste. Als Inspiration: Du könntest

mal testen, wie er zu analen Freuden steht.

Oder du spielst mal die Domina. Oder du

packst eine Kerze aus und probierst, was

er zu heißem Wachs sagt. Das Gegenstück

dazu wären Eiswürfel. Deiner Fantasie

sind keine Grenzen gesetzt. Aber geh es

langsam an und höre auf ihn, wenn er bei

etwas Widerspruch einlegt.

3. Rollenspiele

Wie wäre es, wenn ihn zu Hause mal an deiner

Stelle ein ungezogenes Schulmädchen

erwartet? Oder eine sexy Putzfrau geht

gerade ganz unbedarft ihrer Arbeit nach.

Vielleicht freut er sich aber auch über eine

knapp bekleidete Business-Frau? Oder

lieber die heiße Version eines Charakters

aus seinem Lieblingsfilm? Du weißt sicher

am besten, in welche Rolle du schlüpfen

kannst, um ihm eine unvergessliche Überraschung

zu bereiten. Wahrscheinlich werden

Rollenspiele dann bald sogar zu einem

festen Bestandteil eures Sexlebens.

4. Sex am Morgen

Jedes Paar hat bestimmte Zeiten, zu denen

es meistens zum Sex kommt. Deshalb

kannst du ihn besonders überraschen,

wenn du plötzlich zu einer völlig anderen

Zeit loslegst. Am Wochenende habt ihr

Fotos: georgerudy, oneinchpunch, New Africa / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 84 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG

Angst, ihr sollt keinen Porno-Dialog erfinden.

Dirty Talk ist es schon dann, wenn du

ihm zum Beispiel nur ins Ohr flüsterst, was

du jetzt gerne mit ihm machen würdest.

Besonders viel Spaß macht das, wenn ihr

gerade unterwegs seid (etwa im Restaurant

mit Freunden). So heizt du die Stimmung

den Abend über immer mehr ein, bis er es

kaum erwarten kann, dich endlich nach

Hause zu bringen.

genug Zeit, um den Morgen auszukosten

und noch im Halbschlaf Sex zu haben ist

ein wahrer Genuss. Am Morgen vor dem

Aufstehen ist die Überraschung angenehm,

denn man ist sowieso noch so schön in gemütlicher

und kuscheliger Laune. Und so

beginnt der Tag auch gleich richtig toll und

kann eigentlich nur genauso weiter gehen.

5. Mit Essen spielen

Bestimmt hast du auch gelernt, dass man

mit Essen nicht spielt? Diese Regel kannst

du jetzt wieder vergessen, denn eigentlich

macht es sogar großen Spaß, mit Lebensmitteln

zu spielen. Lass dich von dem Inhalt

eures Kühlschrankes inspirieren und

sammle dir alles zusammen, was vielversprechend

aussieht. Vor allem flüssige und

cremige Speisen sind gut geeignet, da sie

sich so schön auf dem Körper verteilen und

ablecken lassen. Noch mehr Inspiration gesucht?

Dann schau dir den Film 9 1/2 Wochen

an.

6. Neue Orte

Du kannst dich schon einmal auf seinen

überraschten Gesichtsausdruck freuen,

wenn du ihn beim nächsten Spaziergang

ins Gebüsch ziehst. Oder ihr geht mal zusammen

auf eine (saubere!) öffentliche Toilette,

wenn niemand anderes in der Nähe

ist. Oder wie wäre es mit der Umkleidekabine

im Schwimmbad? Wenn du mit offenen

Augen durch den Alltag gehst, findest

du auf einmal ganz viele Orte, an denen du

ihn mit einem spontanen Quickie erfreu-

en könntest. Sogar die eigene Küche sorgt

schon für Abwechslung.

7. Verbundene Augen

Wenn du ihm einen seiner Sinne verwehrst,

nimmt er die anderen verstärkt wahr. Verbindest

du ihm also beim Sex die Augen,

wird er viel mehr fühlen, schmecken und

hören. Du brauchst dafür auch keine besondere

Augenbinde, ein weicher und dünner

Schal tut es auch. Lass ihn sich hinlegen,

verbinde ihm die Augen und kümmere dich

nach allen Regeln der Kunst um ihn. Diese

Überraschung wird er nicht so schnell vergessen

und wahrscheinlich noch öfter um

eine Wiederholung bitten (oder die Rollen

umdrehen)!

8. Dirty Talk

Es fällt vielen Paaren schwer, sich diesem

Thema anzunähern, weil sie sich dabei vielleicht

komisch vorkommen. Aber keine

9. Keine Unterwäsche

Eine ganz ähnliche Wirkung wie beim Dirty

Talk erreichst du durch eine ganz simple

Aktion: Einfach mal die Unterwäsche „vergessen“

und ihm das zum „ungünstigsten“

Moment ganz beiläufig mitteilen. (Natürlich

tust du dir selbst einen Gefallen damit,

diese Aktion auf den Sommer zu verlegen.)

Seine Fantasie wird verrückt spielen und

er wird wahrscheinlich ständig versuchen,

einen Blick oder eine Berührung zu erhaschen.

Und warte mal ab, was passiert, sobald

ihr die Haustüre hinter euch schließt...

10. Ein neues Spielzeug

Sexspielzeug gehört bei vielen Paaren

schon so selbstverständlich ins Schlafzimmer,

wie die Kopfkissen. Solltet ihr auch

bereits damit spielen, ist es vielleicht Zeit

für ein neues Spielzeug? Und wenn es Neuland

ist, dann wird es höchste Zeit, damit

zu beginnen. Es gibt wirklich für jeden Geschmack

das passende Spielzeug, es sind

auch richtige Kunstwerke und sehr ästhetische

Teile zu haben. Alles, was euch beide

reizt und interessiert, darf ausprobiert werden.

Überrasche ihn doch mal mit einem

Teil, das für dich besonders interessant

aussieht...

AJOURE MAGAZIN SEITE: 85 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG

11. Fesselspiele

Auch wenn Männer beim Sex gerne die

Initiative ergreifen und der aktive Part

sind, wissen sie die „Opferrolle“ auch zu

schätzen. Sorge mal spontan dafür, dass

er sich dir völlig hingeben muss und fessle

ihm die Hände. Am besten ist es, wenn er

nicht damit rechnet und von dir als „aktivem

Part“ überrascht wird. Zieh die Fesseln

aber nicht zu straff, so dass er sich im

Notfall befreien könnte. Und dann sag ihm,

dass er sich nicht wehren, sondern dir ergeben

soll... Du wirst staunen, wie kreativ

du selbst dabei werden kannst! Und wenn

du magst, bittest du ihn nach einer Weile

um Rollentausch.

12. Der G-Punkt des Mannes

Hast du schon seine Prostata gefunden?

Nein? dann wird es aber höchste Zeit, dass

du ihn mit ausgefallenem Wissen über den

männlichen Körper überraschst! Die Prostata

ist vergleichbar mit dem weiblichen

G-Punkt und sorgt bei Stimulation für einen

besonders grandiosen Orgasmus. Du

findest sie, wenn du einen Finger ein Stück

in den After einführst und zum Bauch hin

krümmst. Wenn du anale Experimente

nicht machen möchtest, kannst du sie auch

von außen erreichen, wenn du sanft seinen

Damm (den Bereich zwischen Hoden und

After) massierst.

13. Im Spiegel

Pornos sind so beliebt, weil wir Menschen

sehr visuelle Wesen sind. Wir werden extrem

angeregt, wenn wir sexuelle Aktivitäten

beobachten. Noch viel heißer als den Sex

anderer Menschen zu beobachten, ist aber das

Zuschauen beim eigenen Sex. Hole dir einen

großen Spiegel ans Bett und hänge oder stelle

ihn darüber oder daneben auf. Noch besser:

Mehrere Spiegel für Eindrücke aus allen Winkeln.

Du kannst auch Spiegelfolie kaufen und

an die Decke über dem Bett hängen. Er wird

sich vorkommen wie der Star in seinem eigenen

Porno, wenn er euch beim nächsten Mal

beobachten kann.

14. Das Hotelzimmer

Suche ein hübsches Hotel in eurer Stadt aus,

miete heimlich ein Zimmer und lass ihm den

Schlüssel mit einer Notiz zukommen. Erwarte

ihn dann im Zimmer in eindeutiger Wäsche

und Pose. Du kannst auch so tun, als wärest

du sein Callgirl oder seine Affäre, so verbindest

du gleich noch ein sexy Rollenspiel mit

der Aktion. Diese Überraschung kann auch zu

einer heißen Tradition werden, die ihr

euch zu besonderen Anlässen hin und

wieder gönnt, um euer Sexleben aus den

eigenen Wänden herauszuholen.

15. Ein Striptease

Viele Frauen werden jetzt wahrscheinlich

sofort denken „Nein! Das traue ich

mich niemals! Dabei komme ich mir

lächerlich vor!“ Aber keine Panik, es

muss hier nicht um einen bühnenreifen

Strip mit Kostüm und Stange gehen. Du

musst dafür keine Choreographie einstudieren.

Einfach für sanfte Beleuchtung

sorgen, schöne Musik anstellen

und dich ganz langsam vor seinen Augen

ausziehen. Denn mal ehrlich: Das

Entkleiden passiert in einer Beziehung

meistens nebenher oder als Mittel zum

Zweck. Mach wieder ein Erlebnis daraus!

Fotos: Yevhen, nd3000, lashkhidzetim, deagreez / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 86 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG

16. Ein neues Outfit

Nein, damit ist kein neues Kleid oder neue

Schuhe gemeint. Schließlich soll es eine

Überraschung für ihn sein und darum geht

es natürlich um heiße Wäsche. Auch wenn

du im Alltag vielleicht eher ein Fan praktischer

Wäsche bist, kaufe dir für ihn mal etwas,

dass du nur zum Ausziehen anziehst.

Das Geheimnis ist: Weniger ist mehr. Es

darf ruhig nur aus transparentem Netz

oder hauchzarter Spitze bestehen. Aber

auch Satin, Seide oder Samt sind perfekte

Materialien für das Besondere. Suche dir

Wäsche, in der du dich absolut sexy und

begehrenswert findest. Dann wirst du das

auch ausstrahlen und ihn geradezu umwerfen,

wenn du ihn darin erwartest.

wieder vergisst? Den Titel allerdings, denn

von der Handlung wird er nicht viel mitbekommen...

dem Zaunpfahl versteht und sich nicht

einfach nur ganz unschuldig schlafen

legt!

17. Überraschung im Auto

Fahre mit ihm im Sommer nachts auf einen

abgelegenen Parkplatz und wechsle

kommentarlos nach hinten auf den Rücksitz.

Wenn er dann immer noch nicht

versteht, kannst du das Höschen unter

dem Kleid ausziehen und ihm nach vorne

reichen. Eine genauso aufregende Version:

Fahrt ins Autokino in die hinterste

Reihe und wenn er ganz konzentriert auf

den Film achtet, beugst du dich in seinen

Schoß und überraschst ihn mit einem

Blowjob. Wetten, dass er diesen Film nie

18. Auf neuen Laken

Welche Bettwäsche benutzt ihr denn so im

Alltag? Vermutlich pflegeleichte Baumwolle.

Wie wäre es denn mal mit einem ganz

simplen Twist im Bett? Kaufe heimlich

Bettwäsche aus glänzendem Satin oder

aus seidig weicher Mikrofaser. Genauso

wie sexy Unterwäsche, wird auch spezielle

Bettwäsche eine besondere Wirkung haben

und euch in Stimmung bringen. Und

sie fühlt sich unglaublich gut auf der Haut

an. Achte auf eine eindeutige Farbe wie

schwarz oder rot, damit er den Wink mit

19. Erwarte ihn nackt

Egal wie viel Aufwand du betreibst mit

besonderer Wäsche, neuen Ideen oder

Rollenspielen - am wirkungsvollsten ist

immer noch ganz einfach dein nackter

Körper. Auch wenn er den bereits gut

kennt, kannst du ihn überraschend

einsetzen. Tu am Abend einfach so, als

wärest du sehr müde und geh vor ihm

ins Bett. Lege dich nackt unter die Decke

und warte auf ihn. Wenn er dann

zu dir ins Bett kommt, schmiegst du

dich nackt an ihn und freust dich über

seinen überraschten Gesichtsausdruck.

Mehr musst du wahrscheinlich überhaupt

nicht tun, denn ihm wird sofort

einiges einfallen, was er so mit dir anfangen

kann.

20. Eine Herausforderung

Warum solltest du es ihm immer einfach

machen und ihm alle Steine aus

dem Weg räumen? Lass dich mal wieder

erobern und mach es ihm schwer, an

das zu gelangen, was er will. Du kannst

zum Beispiel ankündigen, dass du gerade

richtig Lust auf Sex hast... aber nur,

wenn er dich erwischt und auspacken

kann. Dann läufst du weg und machst

es ihm richtig schwer, dich aus deinen

Kleidern zu schälen. Das ist ein riesen

Spaß! Oder du trägst eine Korsage, die

aufwendig geschnürt ist und er muss

geduldig und in aller Ruhe die Bänder

lösen, um zu deinem nackten Körper

vorzudringen. So weckst du gleichzeitig

das Kind und den Helden in ihm, der

um seine Belohnung kämpft.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 87 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG

Was Händchenhalten

über deine Beziehung aussagt

In einer Welt, in der harte Pornographie nur einen Mausklick entfernt

ist und eine völlig durchsexualisierte Gesellschaft kaum

mehr Tabus kennt, klingt der Begriff Händchenhalten ungefähr

so aufregend wie ein Seminar über das deutsche

Steuerrecht. Doch weit gefehlt. Denn wahrscheinlich

ist diese unschuldige Geste

eine der magischsten Berührungen

überhaupt, die zwischen zwei

Menschen ausgetauscht

werden kann.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 88 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIEBE & BEZIEHUNG

Fotos: Jacob Lund, ASDF / stock.adobe.com

Der Mut, der dazu gehört, die Hand

eines anderen Menschen zu nehmen,

sollte auf keinen Fall unterschätzt

werden. Denn diese Geste ist ein Bekenntnis

zu deinen Gefühlen, die du

dir von der anderen Person zwar erhoffst,

derer du dir aber nicht sicher

sein kannst. Es ist ein Verlassen der

Komfortzone. Ein Flug auf Sicht ohne

Geräte. Wir wollen die Bedeutung des

ersten Kusses keinesfalls herabwürdigen,

doch kann man sich zu diesem

Zeitpunkt in der Regel schon sicher

sein, dass die Gefühle auf beiden Seiten

vorhanden sind, während das Tasten

nach der Hand des anderen eher

einem hoffnungsvollen Stochern im

Nebel gleicht.

Wir liefern dir hier Argumente, warum

das Händchenhalten so schön, so

wichtig und so besonders ist, und was

es über deine Beziehung aussagt.

Jeder kann es tun –

immer und überall

Die Geste, einander an den Händen zu

halten, kennt weder Alter noch räumliche

oder zeitliche Limits. Es bedarf

auch keiner besonderen Fähigkeiten.

Es ist eine Geste für jedermann. Kaum

eine Situation ist vorstellbar, in der

Händchenhalten unangebracht wäre.

Du kannst die Hand deines Liebsten

sogar auf einer Beerdigung nehmen,

ohne irritierte Blicke zu ernten. Gerade

weil diese Geste so unschuldig und

so alltäglich ist, ist sie so besonders.

Und zwar für Menschen jeden Alters.

Ob frisch verliebtes Teenagerpärchen

im Kino oder 85jähriges Ehepaar im

Park – Händchenhalten ist immer angebracht.

Glücklicherweise ist Händchenhalten

auch ohne jede Vorkenntnis möglich.

Die Angst, etwas falsch zu machen

wie beim Küssen oder dem ersten Sex,

spielt hier keine Rolle. Händchenhalten

ist nichts, was man mühsam erlernen

muss. Nichts, was Erfahrung voraussetzt,

um es gut zu machen. Es ist

auch nichts, was Person A besser kann

als Person B. Du musst keinem Vergleich

standhalten. Wir haben noch

nie den Satz gehört „Oh, die Julia kann

aber toll Händchenhalten.“ In einer

Welt, in der nur allzu oft die eigene

Performance kritisch beäugt wird, ist

es geradezu befreiend, etwas tun zu

können, das wie von selbst läuft.

Eine Geste der

Zusammengehörigkeit

Wenn zwei Menschen Hand in Hand

durch die Welt gehen, ist das nichts weniger

als ein klares Bekenntnis zum Partner.

Wir gehören zusammen – und jeder darf

es wissen. Es ist ein Signal sowohl an den

Partner als auch an die Welt. Es ist eine

sehr leise Geste, kein marktschreierisches

Demonstrieren eines Besitzanspruchs –

und doch genügt es völlig, um das auszudrücken,

was es bedeutet. Um Zusammengehörigkeit

zu signalisieren, ist es nicht

notwendig, mit der eigenen Zunge nach

den Speiseresten im Mund des anderen zu

wühlen. Händchenhalten ist dezent, aber

doch nachdrücklich und klar.

Zudem schafft Händchenhalten Nähe.

Und was Nähe schafft, stärkt die Liebe. Es

gibt viele Dinge, die du tun kannst, um

deine Beziehung zu festigen. Händchenhalten

ist eines der einfachsten davon. Es

ist eine kleine Geste mit großer Wirkung.

Denn es zeigt, dass du nicht allein bist in

dieser Welt. Das Leben lässt sich zu zweit

besser meistern und jemanden an deiner

Seite zu wissen, gibt Sicherheit, Ruhe und

Geborgenheit. Es bedeutet, dass du einen

Verbündeten in deinem Leben hast, jemanden,

der dir zur Seite steht und dich

unterstützt. Es muss nicht gleich ein „Wir

gegen den Rest der Welt“ - Statement nach

dem Vorbild von Bonnie und Clyde sein,

jedoch schweißt diese Nähe, die für alle

sichtbar ist, mehr zusammen als du vielleicht

denkst.

Händchenhalten als erotische

Komponente

Das erste Händchenhalten ist auch deswegen

so zauberhaft, weil es auf eine eigentlich

völlig harmlose Art das erste Mal die

natürliche Distanzzone, die jeder Mensch

um sich herum aufgebaut hat, durchbricht.

Es ist ein Hineintasten in die Welt des

anderen. Ein Versuchsballon, um herauszufinden,

ob man sich miteinander auch

körperlich wohlfühlt.

Händchenhalten kann daher auch ein Versprechen

auf mehr sein. Die Hände sind

hochempfindliche Körperteile, die aufgrund

der Anzahl von Nervenenden besonders

sensibel auf Berührungen reagieren.

Durch die Alltäglichkeit dieser Geste

hat der erotische Aspekt bedauerlicherweise

etwas gelitten. Jedoch ist es nie zu spät,

um die Sinnlichkeit wieder zu entdecken,

die entsteht, wenn du mit den Fingerspitzen

über die Handflächen deines Liebsten

streichelst. Welche Blicke du ihm dabei

zuwirfst, und welche Worte du ihm währenddessen

ins Ohr flüsterst, bleibt selbstverständlich

dir überlassen. Der Fantasie

sind jedoch keine Grenzen gesetzt.

Das Spielen mit den Fingern und Händen

kann ein sehr schönes Vorspiel sein, gerade

wenn ihr euch in der Öffentlichkeit befindet

und daher gerade keine andere Art

der Berührung möglich ist.

Leider gerät das Händchenhalten heute in

so manchen Beziehungen oft in Vergessenheit.

Ob es aus Bequemlichkeit oder Nachlässigkeit

nicht mehr geschieht, spielt keine

Rolle. Es wäre jedoch sehr schade, wenn

die Bedeutung dieser Geste und deren

Wirkung auf deine eigene Beziehung keine

Wertschätzung mehr erfährt. Hab auch

keine Angst davor, einfach mal wieder die

Hand deines Partners in der Öffentlichkeit

zu nehmen, auch wenn du es länger nicht

mehr getan hast. Er wird es nicht als Klammern

oder als Ausdruck von Besitzdenken

ansehen, sondern als liebevolle Geste der

Zuneigung. Probiere es einfach aus! Deine

Beziehung wird davon profitieren.


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AJOURE MAGAZIN SEITE: 92 | MÄRZ 2020


Foto: Jacob Lund / stock.adobe.com

LIFESTYLE


AJOURE / LIFESTYLE

FRILUFTSLIV:

BRINGE FRISCHEN

WIND IN DEIN LEBEN

Bestimmt hast du schon von Hygge gehört,

dem beliebten Trend aus Skandinavien,

der sich voll und ganz der Gemütlichkeit

verschrieben hat. Mit Friluftsliv

schwappt nun ein neuer Trend nach Zentraleuropa

herüber, der anfangs vielleicht

gegensätzlich zu Hygge scheint,

doch bei genauerer Betrachtung ähnliche

Ziele verfolgt. Wenn du dich in deinem

Alltag manchmal nicht mehr richtig

wohlfühlst und du den Eindruck hast,

dass dir alles zu viel wird, dann könnte

das Konzept hinter Friluftsliv durchaus

interessant für dich sein. Wir haben alle

wichtigen Informationen für dich zusammengetragen,

sodass du dir ein gutes

Bild von diesem Trend, der vielmehr

eine Philosophie als ein Lebensstil ist,

machen kannst.

Was genau ist Friluftsliv?

Friluftsliv lässt sich mit Freiluftleben

übersetzen. Das Leben in einer modernen

und immer besser vernetzten

Gesellschaft hat dazu beigetragen, dass

wir nicht mehr länger auf unsere biolo-

Das neuartige Konzept basiert auf den

Werken großer Namen wie Hanry David

Thoreau, Roald Amundsen, Fridtjof

Nansen oder John Dewey. Diese erkannten

schon vor langer Zeit, dass sich

der Mensch immer mehr von der Natur

entfernt. Dabei geht zu einem großen

Teil das „Mensch-sein“ verloren. Friluftsliv

präsentiert dir einen Ansatz, der das

Denken, Fühlen und das Handeln ganzgische

innere Uhr hören. Dein Alltag ist

bestimmt von Terminen und Deadlines

und es ist nicht mehr länger das Sonnenlicht,

das bestimmt, wann du zu Bett

geht und aufstehst, sondern der zumeist

nervige Weckton deines Handys. Dieser

Lebensstil bringt den Körper schnell aus

der Balance und kann dafür sorgen, dass

du ein erhöhtes Stresslevel verspürst. Im

schlimmsten Fall kann ein solcher Alltag,

der von Hektik und Zeitdruck dominiert

ist, zu Burn-out oder Depressionen führen.

Friluftsliv ist ein Konzept, das sich ganz

der tiefgreifenden Kontaktaufnahme mit

der Natur verschrieben hat. Dabei geht

es nicht um Sport im Freien oder Wandern,

sondern vielmehr um das bewusste

Wahrnehmen der Umgebung. Indem du

dich bewusst der Natur aussetzt, wird deine

innere Uhr praktisch zurückgesetzt.

Du wirst dich wieder geerdet fühlen und

der Stress baut sich wie von selbst ab. Das

Leben in der Natur bedeutet dabei nicht,

dass ein Spaziergang am Nachmittag aus-

reicht. Friluftsliv bedeutet, dass für eine

bestimmte Zeit ein wesentlicher Bestandteil

des Tages im Freien verbracht wird.

Das härtet sowohl psychisch als auch

physisch ab. Plötzlich werden ganz andere

Dinge für dich wichtig und du wirst

feststellen, wie wichtig gemeinschaftliches

Leben und Freundschaft sind.

Welche Effekte bringt

Friluftsliv mit sich?

Fotos: shock, Jonas Glaubitz, Farknot Architect / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 94 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIFESTYLE

heitlich betrachtet. Im Alltag, vor allem

während der Arbeit, ist es doch zumeist

so, dass das Fühlen eher zweitrangig betrachtet

werden muss. Begibst du dich an

in die freie Natur, so musst du gezwungenermaßen

Kopf, Herz und Hand vereinen.

Das trägt erheblich dazu bei, dass

du dich und deinen Körper plötzlich ganz

anders wahrnimmst.

Nimm bewusst die Änderungen in der

Umwelt wahr und reflektiere, was diese

für dich bedeuten. So wirst du vollkommen

neue Ressourcen und Talente in dir

finden, die dir das Leben in der Natur

erleichtern werden. Stück für Stück wirst

du dich im Freien sicherer fühlen und die

neuen Erkenntnisse mit in deinen Alltag

nehmen können. Indem du praktische

Dinge ausprobiert und konkret handelst,

wirst du viele neue Dinge lernen, die dir

dabei helfen, den Alltag besser zu bewältigen.

Du wirst besser über dein Handeln

nachdenken können und kannst damit

vielleicht Dinge ändern oder weglassen,

die überflüssig sind. Nach innen wirst du

reicher, während sich nach außen das Leben

vielleicht schlichter gestalten kann.

Die Gruppe – entscheidend

für dein Erlebnis

Im Alltag ist es oftmals so, dass man sich

alleine gegen viele behaupten muss. Das

kann schneller als man denkt zur Vereinsamung

führen. In der freien Natur bist

du auf das Miteinander und ein gutes

Verhältnis zu deinen Mitmenschen angewiesen.

Erst dann kannst du feststellen,

wie gewinnbringend das Handeln in der

Gruppe ist und wie wichtig echte Freundschaften

sind. Heutzutage dienen soziale

Medien als Rückzugsort. Das Konzept

der Friluftsliv schließt diese aus. Nichts

lenkt dich von der Natur und deinen eigenen

Gefühlen ab.

Der Einstieg gelingt dir am besten, wenn

du dich einer bereits bestehenden Gruppe

anschließt. Sehr schnell wirst du ein

tragender Teil des Gefüges. Du erfährst

die nötige Wertschätzung und schnell

wirst du merken, wie die kleinen und

manchmal auch die großen Alltagssorgen

verschwinden. Es ist erwiesen, dass

Erwachsene, die als Kind viel Zeit in der

Natur verbringen konnten, ausgeglichener

und glücklicher sind. Es ist niemals

zu spät, diese Zeit in der Natur nachzuholen.

Was gibt es schließlich Besseres als

den Geruch des Waldbodens nach dem

Regen oder das Knistern eines Lagerfeuers.

Die Natur bietet dir eine Schönheit,

die im Alltag so kaum zu erleben ist.

Indem du dich von Luxusgütern, aber

auch von der Sicherheit deines Alltagslebens

befreist, kannst du dich bewusst auf

die wirklich wichtigen Dinge im Leben

konzentrieren. Begib dich in die Hände

einer erfahrenen Gruppe und du wirst

staunen, wie überraschend schnell und

effektiv das skandinavische Konzept des

Friluftsliv deine Lebensqualität erheblich

verbessern kann.

AJOURE MAGAZIN SEITE: 95 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIFESTYLE

ist Age-shaming das neue fat shaming?

Über das Problem des „Body-Shaming“

scheint die moderne Gesellschaft

hinausgewachsen zu sein.

Immer mehr Modelabel und Lifestyle-Magazine

setzen auf die Vielfalt

ihrer Models, sodass es nicht mehr

den einen Idealkörper gibt. Doch leider

gibt es einen Nachfolger für die

zuvor kritisierten „überschüssigen

Pfunde“. Beim modernen Age-Shaming

wird nicht das Gewicht, sondern

das Alter einer Person – und

vorrangig von Frauen – kritisiert.

Aussagen wie „Für dein Alter siehst

du aber noch gut aus.“ haben einen

bitteren Beigeschmack, da sie nur

ein nett formuliertes „Was, so alt bist

du schon?“ sind. Doch was ist so

schlimm am Altern und was soll Frau

dagegen tun?

Das Grauen vor den Falten

Es ist kein Geheimnis, dass die Beautyindustrie

mit Anti-Age Produkten

und ähnlichen Behandlungen einen

gewaltigen Umsatz macht. Nicht nur

das Ideal von jungen und attraktiven

Frauen, sondern auch das Bild

der jung gebliebenen Frauen sucht

man in den modernen Medien nicht

lang. Als alltägliche Konsumenten

von Werbung können wir daher den

Antifaltenmitteln und hautstraffenden

Prozeduren kaum entkommen.

Während die meisten Menschen

graues Haar bei Männern sogar als

reif und attraktiv ansehen, wird von

Frauen erwartet, jedes Fältchen zu

behandeln und jede graue Strähne zu

färben. Nur wer jung ist, kann attraktiv

sein, nicht wahr? Beim Body-Sha-

ming sollten die Pfunde weg und was

genau soll gegen das Altern unternommen

werden?

Jung bleiben ist Selbstdisziplin

Bleiben wir beim Thema der Werbung,

dann heißt es oft, dass die Alterszeichen

wie Falten und schlaffe Haut ein

Ergebnis von Selbstvernachlässigung

sind. Wer Sport treibt und sich gesund

ernährt, bleibt angeblich für immer

jung. Die Bilder von junggebliebenen

Frauen auf Yoga-Matten, im Fitness-

Fotos: LIGHTFIELD STUDIOS, Pixel-Shot, simona / stock.adobe.com

AJOURE MAGAZIN SEITE: 96 | MÄRZ 2020


AJOURE / LIFESTYLE

studio oder mit einem Diät-Shake in

der Hand sind verbreiteter denn je. Wie

absurd diese Vorstellung ist, wird oft erst

deutlich, wenn man sich die Aussage

hinter diesen Anzeigen vor Augen führt:

Wer älter wird, ist selbst daran schuld. Ja,

die eigene Fitness und einen gesunden

Lebensstil hat man in den meisten Fällen

durch regelmäßige Bewegung und eine

ausgewogene Ernährung selbst in der

Hand, aber das Altern selbst kann man

nun einmal nicht aufhalten.

Vorurteile gegenüber dem Alter

Wenn man an ältere Generationen

denkt, sind damit oft gewisse Vorurteile

verbunden. Wer als „Frau in einem gewissen

Alter“ bezeichnet wird, hat die

besten Jahre hinter sich und kann nicht

mehr mit den neuen Trends und Innovationen

mithalten. Wer an die eigene

Zukunft denkt, hat Angst davor, sich

nicht mehr weiterzuentwickeln oder als

die grimmige alte Person an der Supermarktkasse

zu stehen. Doch wer das eigene

Altern nicht akzeptiert, der kann

auch nicht erwarten, dass andere dies

tun.

Der erste Schritt in die richtige Richtung

ist es daher zu verstehen, dass das Alter

ist, was man daraus macht. Wer sagt,

dass man in späteren Jahren keine neuen

Trends ausprobiert, nichts Neues mehr

lernt oder nicht die pure Lebensfreude

versprühen kann? Die Einstellung sich

selbst Grenzen zu setzen, zeigt sich vor

allem im persönlichen Modegeschmack.

Viele Frauen haben Angst etwas zu tragen,

was nicht dem eigenen Alter entspricht.

Man könnte sich lächerlich machen,

weil man versucht, einem Trend

hinterherzurennen, der für einen „nicht

angemessen ist“. Knallige Farben und

auffällige Muster sind doch zu „jung“ für

manche Frauen, nicht wahr?

Wenn bereits die moderne Modeindustrie

nicht in Alters-, sondern in Interessengruppen

denkt, dann sollten wir dies

auch nicht tun. Indem man ständig nach

der Bestätigung und den Idealen anderer

sucht, wird man im Endeffekt auch nicht

glücklich. Jedes Jahr feiern wir schließlich

unseren Geburtstag und veranstalten

deshalb keine Trauerfeier. Wir feiern

ein weiteres Jahr voller Erlebnisse, neuer

Bekanntschaften und toller Momente. Es

heißt immer - sobald wir das Erwachsenenalter

erreichen, können wir tun, was

wir wollen. Und diese Freiheit hört niemals

auf. Wenn dir die leuchtend pinke

Jacke im Schaufenster gefällt, dann zögere

nicht sie zu kaufen, weil sie zu „jugendlich“

sein könnte. Und sollte dich

die gemütliche, beige Strickjacke begeistern,

dann vergiss den Gedanken, dass

sie dich „alt aussehen“ lassen könnte.

Wer seine Fältchen und grauen Haare

zeigen möchte, der soll das in aller Gelassenheit

tun. Wer sich gern die Haare

färbt und mit Makeup und bunten Far-

ben experimentiert, der soll sich das

auch nicht nehmen lassen. Letztendlich

geht es in jedem Lebensjahr von jung

bis alt darum, ein glückliches Leben zu

führen und das zu tun, was einem Freude

bringt. Lass dich also nicht durch

Werbung und die Meinung anderer von

deinem Glück abhalten, dann kannst

du dich und deine Mitmenschen mit

anderen Augen sehen. Sich selbst zu akzeptieren

ist das Eine und anderen die

Freiheit zu geben, sich auszuleben ist

ebenso wichtig. Nur so können wir alle

mit Zuversicht in die Zukunft schauen.

Die richtige Einstellung ist dann, dass

die „besten Jahre“ nicht hinter, sondern

jederzeit vor dir liegen.

Schluss mit der Altersangst

AJOURE MAGAZIN SEITE: 97 | MÄRZ 2020


AJOURE / IMPRESSUM

Impressum

Ajouré GmbH & Co. KG

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Daniel Heilig – Unternehmensgegenstand: Herausgabe von Online-

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Konzeption, Herstellung, Vermittlung und Vertrieb von Medien

und mediennaher Produkte sowie die Erbringung von Dienstleistungen

und der Handel mit Gegenständen aller Art die zur Erreichung

des Gesellschaftszwecks notwendig oder nützlich erscheinen

– Alle Informationen abrufbar unter: http://www.ajoure.de/

impressum – Unsere grundlegende Richtung (Blattlinie) ist die unabhängige

Berichterstattung über deutschlandweite, internationale

und insbesondere regionalbezogene Themen und Ereignisse

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Technologie. Kontakt: Tel: +49 30 2234 2846 – E-Mail: info@ajoure.

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AJOURE MAGAZIN SEITE: 98 | MÄRZ 2020


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AJOURE MAGAZIN SEITE: 99 | MÄRZ 2020

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