Stahlmarkt 10/2020

stahlmarkt.magazin

10 | Oktober 2020

HANDEL & SERVICE

Vom Verkäufer zum

Kundenbetreuer I 12

CEO-Interview mit

Valentin Kaltenbach I 16

SPECIAL

Pipelines – gefrag te

Energiebündel I 42

HANDEL • INDUSTRIE • MENSCHEN

ANWENDER

Stahl verändert sich mit

automobiler ZukunftI 59

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der Gewinnung von Solarenergie, der Nutzung

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Speicherung von Wasserstoff oder verankert

in den Gründungsstrukturen von Windrädern,

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Energiemix der Zukunft.

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Editorial

»Weniger Aggression und Volatilität, dafür mehr

Kooperation und Berechenbarkeit – das wäre für

die Transatlantik-Beziehung wünschenswert!«

Liebe Leserinnen & Leser,

gebannt haben wir in den vergangenen Tagen nach

Amerika geblickt (S. 22). Schließlich entscheidet eine

US-Präsidentschaftswahl nicht nur über Namen und

Köpfe. Ebenso geht es um den Umgang der USA mit

China und das trans atlantische Verhältnis. Damit ist

der Wahlausgang auch für die deutsche Stahlbranche

von großem Interesse. Weniger Aggression

und Volatilität, dafür mehr Kooperation und Be rechenbarkeit

– das wäre für die künftigen Transatlantik-

Beziehungen wünschenswert!

Folgende Texte lege ich Ihnen besonders ans Herz: Mit den

Chancen und Herausforderungen des Stahlhandels beschäftigen sich

zwei prominente Köpfe aus der Branche. Bernd Seibold, Geschäftsführer

von Günther + Schramm (S. 12), und Valentin Kaltenbach, geschäftsführender

Gesellschafter der KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH (S. 16),

betrachten den Handel im Wandel. Dabei warten sie mit allerhand spannenden

Einblicken und Impulsen auf.

Apropos Wandel: Neue Entwicklungen nehmen wieder einen breiten

Raum in dieser Ausgabe ein – ob in der Robotik (S. 34), der Automobilindustrie

(S. 56) oder der Rohrbranche. Des Weiteren befassen wir uns

mit Pipelineverlegungen auf dem Meeresgrund (S. 44) – und geben damit

tiefe Einblicke in eine verborgene Welt.

Last but not least: Auf Twitter sind wir jetzt neu als @stahleisen_de aktiv.

Gemeinsam mit den Kollegen von »stahl + eisen« liefern wir aktuelle

Stahl-News in aller Breite aus. Folgen Sie uns doch.

Chefredakteur

Philipp Isenbart

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und gute Gesundheit

10 | 2020 3


INHALT 10.2020

HANDEL & SERVICE

News

7 WTO: US-Zölle gegen China illegal

8 Grüne Gase: Salzgitter und VNG kooperieren

9 Studie zu Risiken im China-Handel

10 Maschinenbau rechnet 2020 mit

Produktionsrückgang von 17 Prozent

Deutschland

11 UnionStahl erweitert Sortiment an

verschleißfesten Stählen

12 Stahlhandel 2020: Vom Verkäufer zum

Kundenbetreuer

16 Valentin Kaltenbach: »Der Stahlhandel wird

seine Performance steigern.«

19 Klöckner & Co: Deutliche Erholung im dritten

Quartal

Marktbericht

20 Aussichten für Flachstahlpreise weisen nach

oben – aber Risiken nehmen zu

International

22 US-Wahlkampf: Trump und Biden umwerben

Stahlarbeiter

INDUSTRIE & TECHNOLOGIE

Deutschland

24 Verpackungsstahl füllt Marktlücke im

Heimtierbedarf

26 thyssenkrupp: Stabilisierung im vierten

Quartal erwartet

International

28 Swiss Steel Group: Q2 2020 verstärkt

betroffen von Covid-19

29 Granshot-Anlage für Böhler Edelstahl

Branche im Fokus

30 Robotik: Treiber der wirtschaftlichen

Erholung

ANWENDER

SPECIALS

Bauen mit Stahl

32 Baukonjunktur: Talsohle noch nicht

durchschritten

33 Vorrang für Sekundärbaustoffe bei

öffentlichen Ausschreibungen

34 Brandschutz durch Feuerverzinken

35 Stahl für den sicheren Weg zur Zugspitze

Bänder & Bleche

36 Lasersystem sorgt für lückenlose

Dokumentation von Prozess-Stahlbändern

38 Kraftübertragung in der Stahlindustrie

40 Blechpakete sicher und ergonomisch

entpacken

Sonderstrecke Golden Summer

42 Pipelineprojekte – mehr denn je gefragt

48 Aus Mitarbeitern Sparfüchse machen

52 Heiß & chillig: Grillen mit Edelstahl Rostfrei

54 Passio Musicae in Edelstahl

MENSCHEN & EVENTS

Seitenblick

60 Zahlungsmoral schwindet

Events

62 Veranstaltungen

63 Termine

VIP

64 Personen

STANDARDS

3 Editorial

6 Stahlerzeugung

62 Inserentenverzeichnis

66 Vorschau/Impressum

Automotives

59 Der Werkstoff Stahl verändert sich mit der

automobilen Zukunft

4 10 | 2020


Inhalt

Foto: Günther + Schramm

12

Stahlhandel 2020: Vom Verkäufer zum

Kundenbetreuer

Die Stahlindustrie in der EU blickt einem Strukturwandel

entgegen. Treibende Kräfte sind die Veränderungen in

der Automobilindustrie. Druck entsteht jedoch auch von

außen: Zunehmende Importe aus Nicht-EU-Ländern

verschärfen die Situation durch eine straffere Preispolitik.

Bernd Seibold, Geschäftsführer von Günther +

Schramm, erklärt, wie Händler und Servicedienstleister

die fertigende Industrie in Krisenzeiten unterstützen.

SPECIAL

Pipelineprojekte – mehr denn je

gefragte Energiebündel

44

Obgleich sie unterirdisch oder auf dem Meeresgrund

verlegt werden, sind Pipelines erstaunlich

präsent – zumindest, was mediale Schlagzeilen

anbelangt. Ob TurkStream, Nord Stream 2, East-

Med oder das Baltic Pipe Project: Pipelineprojekte

verzücken Energieanbieter, -anwender und Zulieferer

gleichermaßen.

16

CEO-Interview mit Valentin

Kaltenbach

»Der Stahlhandel wird seine Performance steigern,

um den Anschluss nicht zu verpassen«,

sagt Valentin Kaltenbach. Der geschäftsführende

Gesellschafter des auf die Stahlbranche

spezialisierten B2B-Internetdienstleisters

KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH benennt neben

den Herausforderungen auch die Chancen

für die Stahlbranche.

32

Foto: KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

Foto: Nord Stream 2 / Axel Schmidt

Foto: Kuka

Robotik: Effiziente Treiber der

wirtschaftlichen Erholung

Immer öfter sind Robotersysteme Bestandteil der

modernen Produktion. Ein Trend, der sich fortführen

wird, meint die Organisation »International Federation

of Robotics (IFR)«. Potenziale gibt es auch in der

Stahlindustrie.

10 | 2020 5


Stahlerzeugung

August August % Veränd. 8 Monate Veränderung

2020 2019 August 20/19 2020 2019 in %

Belgien 470 e 640 -26,5 4 211 5 320 -20,8

Deutschland 2 830 3 266 -13,4 22 710 27 200 -16,5

Finnland 227 258 -11,9 2 176 2 415 -9,9

Frankreich 722 1 050 -31,2 7 264 10 038 -27,6

Großbritannien 566 509 11,2 4 645 4 926 -5,7

Italien 939 856 9,7 12 755 15 373 -17,0

Luxemburg 159 112 41,5 1 243 1 483 -16,2

Niederlande 472 578 -18,4 4 024 4 621 -12,9

Österreich 460 e 577 -20,2 4 258 5 144 -17,2

Polen 600 e 695 -13,7 5 344 6 301 -15,2

Schweden 258 362 -28,6 2 776 3 308 -16,1

Spanien 696 1 031 -32,5 6 884 9 417 -26,9

Tschechien 332 364 -8,7 2 907 3 203 -9,2

Ungarn 112 121 -7,3 1 073 1 193 -10,0

Weitere EU-Länder (32) (e) 470 e 754 -118,3 5 735 8 189 -183,9

Europäische Union (28) 9 315 11 173 -16,6 88 006 108 131 -18,6

Bosnien-Herzegowina 40 e 73 -45,1 345 558 -38,2

Mazedonien 0 0 – 74 152 -51,5

Norwegen 60 e 60 0,4 414 408 1,6

Serbien 115 112 3,2 973 1 281 -24,1

Türkei 3 238 2 634 22,9 22 671 22 545 0,6

Europa außer EU 3 453 2 878 20,0 24 476 24 943 -1,9

Kasachstan 230 e 369 -37,6 2 130 2 731 -22,0

Moldawien 20 e 37 -45,5 182 252 -27,7

Russland 5 550 e 5 816 -4,6 46 604 48 210 -3,3

Ukraine 1 827 1 938 -5,7 13 683 14 655 -6,6

Usbekistan 75 e 63 19,0 616 426 44,6

Weißrussland 225 e 227 -1,1 1 723 1 758 -2,0

C.I.S. 7 927 8 449 -6,2 64 938 68 033 -4,5

Kanada 825 e 1 111 -25,7 7 302 8 743 -16,5

Mexiko 1 250 e 1 511 -17,3 10 622 12 690 -16,3

USA 5 588 7 396 -24,4 47 410 59 128 -19,8

Weitere Länder (3) (e) 25 e 55 -154,6 279 411 -93,8

Nordamerika 7 688 10 074 -23,7 65 614 80 972 -19,0

Argentinien 336 436 -22,8 2 132 3 173 -32,8

Brasilien 2 701 2 537 6,5 19 773 22 365 -11,6

Chile 85 e 89 -4,0 732 699 4,8

Kolumbien 110 e 115 -4,3 711 910 -21,9

Weitere Länder (5) (e) 69 e 183 -327,6 822 1 343 -198,6

Südamerika 3 301 3 359 -1,7 24 169 28 490 -15,2

Ägypten 415 e 408 1,7 5 129 5 031 2,0

Libyen 30 31 -3,7 300 364 -17,5

Südafrika 330 e 434 -24,0 2 245 4 032 -44,3

Afrika 775 873 -11,2 7 674 9 426 -18,6

Iran 2 400 e 2 094 14,6 18 625 16 739 11,3

Katar 83 229 -63,6 925 1 747 -47,1

Saudi Arabien 355 745 -52,3 4 650 5 692 -18,3

Vereinigte Arabische Emirate 195 286 -31,9 1 778 2 163 -17,8

Mittlerer Osten 3 033 3 354 -9,5 25 977 26 341 -1,4

China 94 845 87 499 8,4 688889 664582 3,7

Indien 8 478 8 868 -4,4 61 111 75 283 -18,8

Japan 6 446 8 120 -20,6 54 720 67 593 -19,0

Pakistan 350 e 285 22,8 2 234 2 254 -0,9

Südkorea 5 800 5 905 -1,8 43 818 47 953 -8,6

Taiwan, China 1 625 e 1 855 -12,4 13 980 15 151 -7,7

Thailand 350 e 380 -8,0 2 773 2 886 -3,9

Vietnam 2 315 1 741 32,9 15 397 13 807 11,5

Asien 120 208 114 653 4,8 882 922 889 510 -0,7

Australien 477 501 -4,7 3 658 3648 0,3

Neuseeland 66 60 10,3 373 450 -17,2

Ozeanien 544 561 -3,1 4 031 4 098 -1,7

Gesamt 64 Länder (1) 156 244 155 374 0,6 1 187 806 1 239 943 -4,2

1)

Die an worldsteel berichtenden Länder repräsentieren etwa 99 % der Weltrohstahlproduktion 2018 in 1.000 t.

e – geschätzt

6 10 | 2020


News

Handel & Service

WTO: US-Zölle gegen China illegal

Wie verschiedene Medien berichten, verstoßen die von den USA im Handelsstreit mit China verhängten

Zölle über 200 Milliarden Dollar auf chinesische Waren laut WTO gegen Regeln des Allgemeinen Zoll- und

Handelsabkommens (GATT). Die USA hätten die Notwendigkeit des Schutzes ihres Marktes gegen unfairen

Wettbewerb durch Zölle nicht ausreichend begründet, so die Argumentation. Außerdem seien die Zollsätze

von 25 Prozent zu hoch. Die chinesische Regierung hatte bei der WTO Beschwerde gegen die Strafzölle

eingelegt. Die US-Regierung kritisierte die Entscheidung der WTO scharf.

Hans Jürgen Kerkhoff (WV Stahl): Klimazielerhöhung darf

nicht zum Bumerang für Klimaschutz werden

Nach der kürzlich vom EU-Parlament beschlossenen

Anhebung des Klimaziels auf eine Treibhausgasminderung

von 60 Prozent bis 2030 blickt Hans Jürgen

Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl (WV Stahl), besorgt auf eine ausschließlich auf

Ziele fixierte EU-Klimapolitik. Ein Festlegen immer

höherer Klimaziele, ohne dass Wege und Instrumente

zur Erreichung aufgezeigt würden, dürfe nicht

zum Bumerang für den Klimaschutz werden. Die

Branche könne nur dann durch eine grüne Stahlproduktion

und nachhaltige Produkte einen wesentlichen

Beitrag zur Erreichung des EU-Klimaziels 2030

leisten, wenn geeignete politische Rahmenbedingungen

die gewaltigen Investitionen in CO 2 -arme

Technologien flankieren würden. Neben einer umfassenden

finanziellen Förderung CO 2 -armer Produktionsverfahren

sowie dem Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft

mit der notwendigen energiewirtschaftlichen

Infrastruktur, müsse es der Politik

gelingen, die Industrieproduktion in Europa vor

Carbon Leakage, der Verlagerung der Produktion in

Regionen der Welt mit deutlich geringeren Klimaschutzauflagen,

zu schützen. Wichtigstes Instrument

bleibe dabei eine kostenfreie Zuteilung von

Zertifikaten im Rahmen des EU-Emissionsrechtehandels,

teilt die WV Stahl mit.

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10 | 2020 7


Handel & Service

News

IW-Studie: Empfehlungen zur EU-Handelspolitik

gegenüber China

Berlin. »An der Stahlindustrie wird sich – als Paradebeispiel

einer energieintensiven Industrie – zeigen, ob

es uns gelingt, Klimaschutz und hochwertige Industrie

in Europa zusammenzubringen«, sagte Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier einem Artikel der

»Zeit« zufolge der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Nur dann werde Europa ein Vorbild, nur dann ließen

sich Wohlstand und ein hohes Niveau an sozialer

Sicherung in Deutschland und Europa erhalten.

Man wisse, wie Stahl klimaneutral produziert werde,

nämlich durch den Einsatz von grünem Wasserstoff,

der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird, sagte

Altmaier. Dieser Stahl sei aber auf absehbare Zeit teurer

als Stahl, der mit Kokskohle produziert werde –

daher müsse man dafür sorgen, dass die Stahlproduktion

wettbewerbsfähig bleibe und nicht in Länder mit

viel geringeren Umweltauflagen verlagert werde.

»Dafür ist gemeinsames Handeln von Unternehmen

und Staat notwendig«, betonte Altmaier.

Auf EU-Ebene werde daher über einen Mechanismus

diskutiert, der den Import von Waren, bei deren Produktion

viele Treibhausgase entstanden sind, verteuern

würde, heißt es in der »Zeit«. In ihrer Wasserstoffstrategie

habe die Bundesregierung zudem ein

Pilotprogramm angekündigt, das Unternehmen der

Stahl- und Chemieindustrie finanziell unterstütze,

wenn sie Treibhausgase einsparten.

Grüne Gase: Salzgitter und VNG kooperieren

Salzgitter/Leipzig. Der Gashandelskonzern

VNG und die Salzgitter

AG wollen gemeinsam den Einsatz

von klimaneutralem Wasserstoff

und Biomethan (grüne Gase) für

die Stahlherstellung prüfen. Die

Unternehmen haben dazu bereits

eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Vision der Partner ist es

nach eigenen Angaben, das integrierte

Hüttenwerk von Salzgitter

Flachstahl mit sogenanntem »türkisem«

Wasserstoff, der über die

thermische Spaltung von Methan

hergestellt wird, über eine Pipeline

zu versorgen.

Wie der Stahlhersteller Salzgitter

mitteilte, wurde in einem ersten

Schritt zunächst die Wirtschaftlichkeit

mittels einer Machbarkeitsstudie

bewertet. Dies

erfolgte gemeinsam mit der

Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen

und Geothermie

IEG sowie dem Fraunhofer-

Institut für System- und Innovationsforschung

ISI. Im Fokus

stand dabei der mögliche Einsatz

des Pyrolyseverfahrens für die

Wasserstofferzeugung.

Die Umstellung auf eine dekarbonisierte

Stahlerzeugung gilt als

große Herausforderung. Viele

Unternehmen fordern eine staatliche

Unterstützung, um dem internationalen

Wettbewerbsdruck

und den enormen Kosten standhalten

zu können. So setzt sich

auch die Salzgitter AG für eine

schrittweise Transformation der

konventionellen Stahlerzeugungsroute

ein.

Gemeinsam wollen die Unternehmen VNG und Salzgitter den Einsatz von klimaneutralem

Wasserstoff und Biomethan für die Stahlerzeugung prüfen.

Foto: Salzgitter AG

8 10 | 2020


News

Handel & Service

Bertelsmann-Stiftung: Studie zu Risiken im China-Handel

New York. Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung

beschäftigt sich

eine Studie der Rhodium Group

mit geopolitischen Risiken für europäische

Unternehmen im Handel

mit China. Das meldete das

Internetportal »stahl-online.de«.

Die Autoren der Studie seien zu

dem Ergebnis gekommen, dass

der Handel zwischen der EU und

China 2019 überwiegend aus

»nicht-sensitiven Aktivitäten« bestanden

habe. 83 Prozent der

EU-Importe aus China sei auf unbedenkliche

Sektoren wie zum

Beispiel Spielzeug und Textilien

entfallen. Exporte seien generell

bedenklicher, da die Chinesen

gezielt versuchten, sich technologische

Kompetenzen anzueignen.

Hier gingen nur 56 Prozent der

EU-Exporte auf unbedenkliche

Branchen zurück. Kritisch sei auch

die Verlagerung von Autofabriken

nach China. Vorsicht sei zudem

bei chinesischen Investitionen in

den Automobilsektor und die Digitalbranche

in Europa geboten.

Der Hegemonialkonflikt zwischen

den USA und China werde die

Weltwirtschaft wahrscheinlich auf

Jahrzehnte prägen. Dies könne zu

einer Deglobalisierung führen.

wire & Tube und VALVE WORLD EXPO 2020 abgesagt

Düsseldorf. Die Messe Düsseldorf hat die für Dezember

geplanten Messen für die Draht-, Kabel- und

Rohrindustrie, wire und Tube, sowie die Fachmesse für

Industriearmaturen VALVE WORLD EXPO aufgrund

des aktuellen Covid-19-Infektionsgeschehens abgesagt.

Die nächsten Veranstaltungen finden demnach

turnusgemäß 2022 in Düsseldorf statt. Die weiteren

für 2021 geplanten Veranstaltungen der Messe Düsseldorf

seien von dieser Entscheidung nicht betroffen,

betonte das Unternehmen.

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Handel & Service

News

Blechwarenfabrik Limburg erhält Deutschen Umweltpreis

Limburg. Die Blechwarenfabrik

Limburg und deren Geschäftsführer,

die Geschwister Annika und

Hugo Sebastian Trappmann, werden

von der Deutschen Bundesstiftung

Umwelt (DBU) mit dem

diesjährigen Deutschen Umweltpreis

gewürdigt. In einer Pressemitteilung

begründete die DBU

ihre Entscheidung für das Unternehmen

mit dessen Beitrag zur

Energie- und Ressourceneffizienz

im Klimaschutz. Mit 500 000 Euro

handelt es sich beim Deutschen

Umweltpreis um die höchstdotierte

Auszeichnung ihrer Art in Europa.

Der Preis soll am 25. Oktober

in Hannover überreicht werden.

Freuen sich über den Deutschen Umweltpreis:

Annika und Hugo Sebastian

Trappmann, Geschäftsführer der

Blechwarenfabrik Limburg

Aktuell ist die Blechwarenfabrik

Limburg dabei, in einen Neubau

umzuziehen. Damit beabsichtige

Foto: Michael Heindrich/Blechwarenfabrik Limburg

das Unternehmen, die Produktion

stärker zu digitalisieren und

zugleich alle Betriebsabläufe

und Technologien zu verbessern,

erklärt DBU-Generalsekretär

Alexander Bonde. Dafür seien

Maschinen und Werkzeuge

selbst entwickelt sowie intelligente

Wärme- und Beleuchtungssysteme

verbaut worden.

Außerdem werde Solarstrom

vom eigenen Dach für viele Prozesse

genutzt. Mit dem neuen

Gesamtkonzept stoße das Unternehmen

im Jahr etwa 2 600 Tonnen

Kohlenstoffdioxid weniger

aus und spare rund 100 Tonnen

Weißblech ein.

Maschinen- und Anlagenbau rechnet 2020 mit

Produktionsrückgang von 17 Prozent

Frankfurt/Main. Die Corona-Pandemie sorgt im Maschinen-

und Anlagenbau für große Investitionszurückhaltung.

Darunter leidet die Produktion auch

im zweiten Halbjahr. Für 2021 erwartet der Verband

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)

dann wieder ein kleines Produktionsplus von

2 Prozent.

»Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und

Anlagenbau ist in den ersten sieben Monaten um real

16 Prozent gesunken, die Produktion lag um real

14 Prozent unter dem Vorjahreswert«, sagte VDMA-

Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. »Auch wenn sich

am aktuellen Rand eine leichte Entspannung auf niedrigem

Niveau abzeichnet, müssen wir damit rechnen,

dass die schwache Nachfrage im zweiten Halbjahr

noch spürbar auf die Produktion durchschlagen wird.

Daher gehen wir für das Gesamtjahr 2020 von einem

Produktionsrückgang von 17 Prozent aus.«

Welthandel: Schnellere Erholung als nach Lehman-Pleite

Kiel. Wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) mitteilt, erholt sich der weltweite Güterhandel in der

Corona-Krise deutlich schneller als in der Finanzkrise 2008/09. In einer Kurzauswertung auf Basis neuer

Handels daten errechneten Gabriel Felbermayr vom IfW und Vincent Stamer von der Christian-Albrechts-

Universität zu Kiel, dass der weltweite Güterhandel im Juni nur noch um rund neun Prozent unter dem Niveau

vom Februar 2020 lag. Zuvor war er von Februar bis April 2020 um 15 Prozent eingebrochen. Hingegen

habe die Erholung in den Jahren 2008/09 erst acht Monate nach Beginn des Einbruchs begonnen. Erst 13 Monate

nach Beginn der Krise infolge der Lehman-Brothers-Pleite wurde den Experten zufolge damals jenes Niveau

wieder erlangt, das in der Coronakrise schon nach zwei Monaten erreicht worden sei. »Der Welthandel

scheint heute deutlich robuster zu reagieren«, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr. Statt eines U-förmigen

Verlaufs der Krise deute sich eine schnellere Erholung in einem V-förmigen Verlauf an: harter Einbruch und

schnelle Erholung. Das gleiche Muster soll auch für den Handel der Eurozone gelten.

10 10 | 2020


Deutschland

Handel & Service

UnionStahl erweitert Sortiment

an verschleißfesten Stählen

Duisburger Grobblech-Service-Center ist exklusiver Vertriebspartner

für CREUSABRO-Bleche

Duisburg. UnionStahl ist seit Mai 2020 exklusiver Vertriebspartner

für CREUSABRO-Bleche, ein verschleißfester Stahl, der sich

durch eine höhere Standzeiterwartung im Vergleich zu anderen

Grobblechen und eine gute Verarbeitbarkeit auszeichnen

soll. Mit der Übernahme der Exklusivvertretung für die Märkte

D-A-CH, Benelux und Ungarn hat das Duisburger Unternehmen

sein Sortiment an verschleißfesten Stählen erweitert. Die Bleche

in CREUSABRO 4800, CREUSABRO 8000 und CREUSABRO

Dual eignen sich nach Unternehmensinformationen besonders

für den Einsatz in den Branchen Eisenhüttenwesen, Mining,

Zementindustrie, Recycling, Fahrzeugbau, Landmaschinen,

Baumaschinen und Maschinenbau.

CREUSABRO kombiniert kosteneffizient

hohe Verschleißfestigkeit

mit guter Kaltverformbarkeit

beziehungsweise generell

leichter Verarbeitung und hoher

Kerbschlagzähigkeit. Über das

TiNiCrMo- Legierungskonzept und die

kontrollierte Abkühlung werden einzigartige

Materialeigenschaften erreicht,

die speziell bei Anwendungen

in hohen Temperaturbereichen im

Vergleich zu den klassischen Verschleißblechen

zu längeren Standzeiten

führen«, teilt UnionStahl mit.

CREUSABRO zeichne sich durch eine

bis zu 50 Prozent längere Standzeit

im Vergleich zu klassischen verschleißfesten

Stählen aus. Daraus

resultiere zusätzlich das Potenzial

einer erheblichen Gewichtseinsparung

durch die Reduzierung der Einsatzdicken.

Höhere Standzeiterwartung

»Durch die hohe Zähigkeit und die

gute Schweißbarkeit dient

CREUSABRO nicht nur für reine Verschleißauskleidungen,

sondern kann

auch unterschiedlich einwirkenden

Kräften standhalten. Aufgrund der

sehr homogenen Gefügestruktur sind

die mechanische Bearbeitung, das

Verformen und das Fräsen beziehungsweise

Bohren sehr einfach.

Durch seine geringe Eigenspannung

verfügt CREUSABRO auch nach dem

Verarbeiten über eine hervorragende

Ebenheit, so UnionStahl. Das Mate rial

sei ideal geeignet für Anwendungen

bei hohen Betriebstemperaturen bis

zu 450 Grad Celsius durch fast gleichbleibende

Materialeigenschaften. Im

Bereich der Brennschnittkanten und

von Schweißnähten weise das

Material im Vergleich zu herkömmlichen

Verschleißstählen ein niedrigere

Wärmeeinflusszone auf.

»CREUSABRO übertrifft klassische

verschleißfeste Stähle oder rostfreie

Stähle, die der kombinierten Wirkung

von Verschleiß, Hitze und Korrosion

beim Einsatz in feuchten, nassen oder

leicht korrosiven Umgebungen ausgesetzt

sind«, so UnionStahl. Vor allem

in den Bereichen Eisenhüttenwesen,

Zementindustrie, Recycling,

Mining, Landmaschinen, Baumaschinen

und Maschinenbau habe sich der

UnionStahl bietet umfangreiche Anarbeitungsmöglichkeiten:

Blechzuschnitte

(Autogen, Plasma und Laser) und Anarbeitungsleistungen

wie Fräsen, Bohren,

Kanten, Walzen und Schweißen ermöglichen

neben der Lieferung von Blechen

auch die Bereitstellung einbaufertiger

Komponenten.

Einsatz von CREUSABRO nachhaltig

bewährt.

Gute Verarbeitbarkeit

Norman Sandrock, Geschäftsführer

der UnionStahl GmbH, zeigt sich

überzeugt: »CREUSABRO stellt eine

optimale Ergänzung unseres Sortiments

dar. Die Erfahrungen der vergangenen

Monate zeigen bereits,

dass CREUSABRO die ideale Lösung

für die anspruchsvollen Anwendungen

unserer Kunden ist.«

Dank des Maschinenparks am

Standort Duisburg kann Union Stahl

eigenen Angaben zufolge Zuschnitte

bis zum einbaufertigen Bauteil fertigen:

Autogenes Brenn-, Plasma- oder

Laserschneiden sowie mechanische

Bearbeitungen wie Fräsen, Bohren,

Drehen, Kanten oder Walzen bis hin

zum Schweißen, seien für CREUSABRO

in vollem Umfang möglich, heißt

es.

www.unionstahl.com

Foto: UnionStahl GmbH


10 | 2020 11


Handel & Service

Deutschland

Fotos (3): Günther + Schramm

Ein Bereich, der sich einfach auslagern lässt, ist die Materiallogistik. Entfällt diese im Unternehmen, übernimmt der Dienstleister

die Kosten und das Handling.

Stahlhandel 2020: Vom Verkäufer

zum Kundenbetreuer

Wie sich die Branche im Wandel der Zeit entwickelt

Oberkochen. Die Stahlindustrie in der EU steht vor der Herausforderung eines Strukturwandels.

Die Veränderung der Automobilindustrie, zunehmende Importe aus Nicht-EU-Ländern sowie die

Corona-Pandemie setzen die Branche stark unter Druck. Wie Händler und Servicedienstleister

die fertigende Industrie in Krisenzeiten unterstützen, erklärt Bernd Seibold, Geschäftsführer von

Günther + Schramm.

Zwischen Januar und Oktober

2019 ging die Stahlproduktion

in der EU um 3,6 Prozent zurück

– so schreibt das Handelsblatt. Ein

Grund ist sicherlich die Unsicherheit

in der Automobilindustrie. Insbesondere

die Zulieferer erhalten weniger

Aufträge, dementsprechend wird

auch weniger Rohmaterial nachgefragt.

Eine ähnliche Situation hat die

Stahlindustrie bereits erlebt: In den

1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren

hatte die rasant steigende Automobilproduktion

den Eisenbahnbau abgelöst.

In den 1980er-Jahren kam der

Niedergang des europäischen Bergbaus

hinzu. Außerdem machte sich in

den frühen 1980er-Jahren die einsetzende

Schiffbaukrise bemerkbar. Die

Folge: Die abnehmende Nachfrage

und die gleichzeitige Weiterentwicklung

der Produktionsmethoden führten

zu einer enormen Überproduktion.

Der zunehmende Einsatz von

Ersatzmaterialien, etwa keramischen

Werkstoffen oder Kunststoffen, steigerte

das Absatzproblem noch.

Günther + Schramm als nach eigenen

Angaben führender Systemdienstleister

für Stahl, Edelstahl und Alumi-

12 10 | 2020


Deutschland

Handel & Service

»Die Globalisierung

hat auf den Stahlmarkt

mittlerweile größere

Auswirkungen als noch vor

zehn oder 20 Jahren.«

Bernd Seibold, Geschäftsführer

von Günther + Schramm

nium feiert in diesem Jahr sein

90-jähriges Firmenjubiläum und hat

all diese Entwicklungen miterlebt.

Aufgrund der aktuell schwierigen

Lage durch die Coronakrise und der

zu erwartenden wirtschaftlichen Rezession

kommt nun auf das Handelshaus

mit seinen Kunden aus der Fertigungsindustrie

eine ganz neue

Situation zu. Da es bisher keine vergleichbare

Entwicklung gab, sind

auch die Herausforderungen, denen

sich Unternehmen gegenübersehen,

unklar. Doch wie können Dienstleister

ihre Kunden insbesondere in

herausfordernden Situationen aktiv

unterstützen?

Der Stahlhandel und die

Globalisierung

Der Beschaffungsmarkt an sich wird

zunehmend globaler. »Die Globalisierung

hat auf den Stahlmarkt mittlerweile

größere Auswirkungen als noch

vor zehn oder 20 Jahren«, erläutert

Bernd Seibold, Geschäftsführer von

Günther + Schramm. »Oft sind auch

politische Rahmenbedingungen

schwer abschätzbar. Dabei denke ich

nicht nur an die derzeitige Coronapandemie,

sondern auch an politische

Entscheidungen wie den Brexit.«

Haben Kunden des Stahlhändlers

Fertigungsbetriebe in Großbritannien,

steht durch den Brexit die Frage

im Raum, wie und zu welchen Bedingungen

die Waren ins Land gelangen.

»Was unsere Beschaffung angeht,

haben wir uns früh um Alternativen

gekümmert. Wir stehen

unseren Kunden bei solchen Fragen

jederzeit mit Rat und Tat zur Seite«,

so Seibold.

Dienstleistung und

Outsourcing als Lösungswege

Um mehr Kapazität und Fläche für

das eigene Kerngeschäft zu schaffen

und um eine Verbesserung der Kapitalrentabilität

zu erreichen, entscheiden

sich viele Unternehmen dafür,

Arbeitsschritte outzusourcen. »Die

Nachfrage nach Dienstleistungen hat

in den letzten Jahren stark zugenommen.

Unsere Kunden bestellen immer

mehr auftragsbezogen und nicht für

das eigene Lager. In den letzten 15

Jahren hat das Just-in-time-Geschäft

noch mal maßgeblich an Fahrt aufgenommen«,

erklärt Seibold. Im Ergebnis

liegt weniger gebundenes Kapital

im Lager. Große Firmen setzen zudem

auf wenige Lieferanten, die die gefragten

Dienstleistungen vollumfänglich

abdecken. Ein Bereich, der sich

einfach auslagern lässt, ist die Materiallogistik.

Entfällt diese im Unternehmen,

übernimmt der Dienstleister

die Kosten und das Handling. Auch

mechanische Arbeitsschritte, wie das

Entgraten von Material, werden oftmals

ausgelagert. »Neben der Anarbeitung

gehört eine ausgefeilte

Material- und Prozesslogistik zu unserem

Angebotsspektrum. Durch

Lager outsourcing, elektronische Datenverarbeitung

und kundenspezifische

Verpackungslösungen ermöglichen

wir unseren Kunden eine erhebliche

Steigerung der Prozesseffizienz«,

erklärt Seibold.

Dienstleister als Fels in der

Brandung

Der Strukturwandel Mitte des letzten

Jahrhunderts hat nicht nur die Nachfragesituation

verändert, auch die

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10 | 2020 13

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Handel & Service

Deutschland

Neben der Anarbeitung gehört eine ausgefeilte Material- und Prozesslogistik zum Angebotsspektrum von Günther + Schramm.

Branche an sich ist eine andere: Im

Fokus der Händler steht heute viel

mehr als damals der Wunsch des

Kunden. War das Material rar, entschied

letztlich der Händler, wer

es für welchen Preis erhielt. »Heute

ist der Kunde derjenige, der mit

seinen Anforderungen die Vorgaben

macht. Unser Ziel ist es, als

Dienstleister bestmöglich zu unterstützen«,

so Seibold. »Dazu gehört

auch die gemeinsame Entwicklung

einer langfristigen Partnerschaft. Je

mehr Informationen wir vom Kunden

erhalten, desto effektiver können wir

unsere Dienstleistungen individualisieren.«

Besteht ein reger Austausch

zwischen Kunde und Dienstleister,

kann der Händler mithilfe seiner detaillierten

Marktkenntnis als strategischer

Partner die Fertigungsbetriebe

gezielt beraten, um Rohstoffe

rechtzeitig zur Verfügung zu stellen.

Günther + Schramm hat sich an die

Anforderungen und die Nachfrage

»In den letzten

15 Jahren hat das

Just-in-time-Geschäft

noch mal maßgeblich an

Fahrt aufgenommen.«

Bernd Seibold, Geschäftsführer

von Günther + Schramm

angepasst: Verändert hat sich das Materialsortiment

ebenso wie das Angebot

der Dienstleistungen. Der Systemdienstleister

ermöglicht heute eine

breite Palette vom Sägen, Entgraten

und Anfasen übers Zentrieren und

Waschen bis hin zum Bohren und vielem

mehr. Darüber hinaus übernimmt

Günther + Schramm auch die Materiallogistik

für seine Kunden. »Für uns

als Dienstleister und Beschaffer ist es

zudem wichtig, Sicherheitsbestände

für die Kunden aufzubauen. Je nach

Materialverfügbarkeiten heißt es dabei,

frühzeitig weitere Lieferquellen

zu akquirieren«, fügt Seibold

hinzu.

Digitalisierung als

Kostenminimierer

»Wichtig ist für uns, über die Dienstleistungen

hinaus Lösungen anzubieten,

die Prozesse vereinfachen«, erläutert

Seibold. »Wir haben für unsere

Kunden bereits vielfältige

Maßnahmen zum Bürokratieabbau

und zur Komplexitätsreduktion entwickelt,

darunter einen komplett

elektronischen Bestell- und Lieferdatenaustausch,

der die potenziellen

Fehlerquellen papiergebundener

oder telefonischer Bestellungen eliminiert.«

Die optimierte Abwicklung

sorge nicht nur für eine Entlastung

des Personals, sondern steigere auch

die Effizienz und minimiere die Prozesskosten.

»Unsere Kunden initiie-

14 10 | 2020


Deutschland

Handel & Service

ren eine Bestellung entweder

manuell oder sie erfolgt

automatisch nach Erteilung

eines Fertigungsauftrages«,

erklärt Seibold. Die

Bestellinformationen werden

anschließend sofort im

ERP-System erfasst und der Lieferant

informiert. Das System des

Lieferanten bestätigt nach Unternehmensinformationen

automatisch die

Bestellung, wobei die Übertragung

der Daten 24 Stunden am Tag und

sieben Tage die Woche möglich sei.

Der Kunde erhalte nach Lieferung

der Ware einen Datensatz, der auf

Wunsch automatisch den Wareneingang

vormerke. Zudem werde der

Kunde direkt über den Eingang der

Rechnung informiert und könne diese

abschließend auf Plausibilität prüfen.

»Mit Blick auf immer komplexer

werdende Beschaffungsvorgänge

und die geforderte Flexibilität bei

oftmals kleinen Losgrößen überzeugt

eine effektive elektronische Projektabwicklung

wie diese. Mit Lösungen,

die einen Prozess nachhaltig entschlacken,

erhält der Kunde einen

hohen Mehrwert«, teilt Günther +

Schramm mit.

»Wichtig ist für uns,

über die Dienstleistungen

hinaus Lösungen

anzubieten, die Prozesse

vereinfachen.«

Bernd Seibold, Geschäftsführer

von Günther + Schramm

Besteht ein reger Austausch zwischen

Kunden und Dienstleister, kann der

Händler mithilfe seiner detaillierten

Marktkenntnis als strategischer Partner,

die Fertigungsbetriebe gezielt beraten,

um Rohstoffe rechtzeitig zur Verfügung

zu stellen.

IT-Lösungen wie EDI stehen Unternehmensangaben

zufolge beispielhaft

für die Vereinfachung von Prozessen

durch digitale Lösungen. Für

Handelshäuser und ihre Kunden eröffneten

sich dadurch neue Möglichkeiten:

Frei werdende Ressourcen

könnten im Kerngeschäft eingesetzt

werden. Das seien nicht nur in Krisenzeiten

wichtige Voraussetzungen.

»Der ehemals ausschließliche Verkäufer

im Stahlhandel wird zum strategischen

Berater und Partner, der die

Materialienmärkte genau kennt und

die Unternehmen gezielt dabei unterstützen

kann, Rohstoffe zeitgerecht

zur Verfügung zu stellen und

Prozessketten zu optimieren«, so

Günther + Schramm. Reine Verkaufspreise

von Materialien prüfen und

Bestellungen aufnehmen und bearbeiten

– diese Tätigkeiten übernehmen

mittlerweile IT-Lösungen. »Wichtig

ist für uns auf Seiten des Dienstleisters

vielmehr, dass wir die Risiken

für unsere Kunden im Auge behalten

und frühzeitig die richtigen Maßnahmen

in Angriff nehmen«, so Seibold

abschließend. »Dazu gehört

auch ein Risikomanagement, das

frühzeitig auf Alarmzeichen reagiert

und die komplette Supply-Chain auch

in schwierigen Zeiten absichert.« •

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10 | 2020 15


Handel & Service

Deutschland

»Der Stahlhandel wird seine

Performance steigern«

Valentin Kaltenbach, geschäftsführender Gesellschafter des

Internetdienstleisters KALTENBACH.SOLUTIONS im Interview

Ob Corona, Handelskonflikte oder immer strengere Umweltstandards: Die Stahlbranche steht vor

großen Herausforderungen. Doch bieten sich auch Chancen – etwa durch die Digitalisierung. Was

das für den Stahlhandel bedeutet, darüber sprach der »stahlmarkt« mit Valentin Kaltenbach, dem

geschäftsführenden Gesellschafter des auf die Stahlbranche spezialisierten B2B-Internetdienstleisters

KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH.

Guten Tag, Herr Kaltenbach. Was

sind aus Ihrer Sicht zurzeit die großen

Entwicklungen in der Stahldistribution?

Valentin Kaltenbach: Zu den strategischen

Herausforderungen, die die

Stahldistribution bewältigen muss,

gehört das Erreichen einer hohen Liefertreue

bei steigender Anarbeitung

und hoher Materialverfügbarkeit.

Dabei sollen die Preise wettbewerbsfähig

und auch die internen Kosten

im Rahmen bleiben. Der zunehmende

Kostendruck macht eine Fokussierung

auf diese Kernkompetenzen notwendig.

Aus unserer Sicht ist die Digitalisierung

eine der großen positiven

Entwicklungen im Stahlhandel – sie

kann den Unternehmen dabei helfen,

individuell passende Lösungen zu implementieren.

Der Stahlhandel wird

seine Performance steigern, um den

Anschluss nicht zu verpassen.

Vor welchen Herausforderungen

steht die Branche?

Kaltenbach: Die Corona-Krise wirkt

meiner Meinung nach wie ein Zeitraffer,

der neue Entwicklungen beschleunigt,

die sonst erst mit einer

gewissen Verzögerung auf uns zugekommen

wären. Zusätzliche Themen

wie die Vision einer CO 2 -neutralen

Produktion in Europa und die Verschiebungen

auf den globalen Märkten

durch Abschottung kommen noch

hinzu. Die Branche steht jetzt vor der

Valentin Kaltenbach, geschäftsführender

Gesellschafter der KALTENBACH.

SOLUTIONS GmbH

Herausforderung, schnell zu reagieren.

Wir haben schon heute zuverlässige

neuartige Werkzeuge, mit denen

sich diese großen Aufgaben bewältigen

lassen.

Wo sehen Sie Chancen für den

Stahlhandel?

Kaltenbach: Gerade in schwierigen

Zeiten ist es wichtig, den Erfolg aktiv

zu steuern. Die aktuelle Marktlage

kann gezielt als Chance genutzt werden,

um die eigene strategische Positionierung

nach vorne zu bringen.

Digitale Lösungen helfen den Unternehmen

dabei, die Beziehungen zum

Kunden zu festigen, indem sie wichtige

strategische Erfolgsfaktoren wie

hohe Liefertreue und niedrige Kosten

in den Fokus rücken. Mit unserer

Expertise und einer an den jeweiligen

Standort angepassten Vorgehensweise

sind Performance-

Steigerungen von 30 Prozent und

mehr in kurzer Zeit umsetzbar. Wir

wissen, dass jedes Unternehmen anders

ist und berücksichtigen dies bei

der individuellen Projektierung und

Umsetzung.

Hält die Digitalisierung inzwischen

stärkeren Einzug in den Stahlhandel

– oder haben Sie den Eindruck,

dass sich die Branche noch

schwer damit tut?

Kaltenbach: Diese Frage lässt sich

nicht pauschal beantworten. Im Bereich

der klassischen Digitalisierung

ist die Branche schon weit ausdifferenziert

und verfügt über spezifische

und hocheffiziente Branchenlösungen,

beispielsweise für die Optimierung

von Lager und Logistik oder für

die Tourenplanung. Was die neuartige

Digitalisierung mit den Schwerpunkten

Industrie 4.0, DataAnalytics,

Machine Learning und KI angeht,

unternimmt der Stahlhandel derzeit

große Schritte. Unsere Kunden stehen

diesen Themen grundsätzlich sehr

offen gegenüber und die Umsetzungsgeschwindigkeit

in den Projekten

ist hoch.

Was gibt es Neues im Bereich Auslastungs-

und Kapazitätsmesstechnologie

für die Stahlbranche?

16 10 | 2020


Deutschland

Handel & Service

Kaltenbach: Die KALTENBACH.SOLU-

TIONS GmbH bietet innovative branchenspezifische

Plug & Play-Lösungen

an, um die Performance und die

Auslastung von Maschinen in der

Anarbeitung zu messen. Erst die

genaue Datenerfassung macht

vorhandenes Potenzial sichtbar.

Auch die Intralogistik wird durch

Messungen an Krananlagen und

Lagersystemen transparent, denn

häufig liegen die Engpässe in der Intralogistik

und nicht im Bereich der

Maschinen.

Inwieweit ist Ihre Software

»Steel-Suite« eine Branchenlösung?

Kaltenbach: Alle unsere Software-

Lösungen werden grundsätzlich an

die speziellen und individuellen Bedürfnisse

unserer Kunden aus dem

Stahlhandel angepasst. Mit der

Hintergrund

KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

»Steel-Suite« konzentrieren wir uns

auf den Bereich Lager/Logistik/Operations

sowie auf die Schnittstellen zu

den angrenzenden Fachbereichen.

Zunächst messen wir alle Daten der

angeschlossenen Maschinen und Anlagen

und stellen diese übersichtlich

dar. Danach erfolgt die Analyse und

Die KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH mit Büros in Düsseldorf und Freiburg

strebt eine langfristige Zusammenarbeit mit Unternehmen der

Stahlbranche an. Als Full-Service-Provider mit fundierter Expertise in

der Stahlbranche entwickelt sie webbasierte Branchenlösungen zur Performance-Steigerung

im Bereich Lager/Logistik/Operations. Gerade die

Verknüpfung der Welt des Maschinenbaus mit der digitalen Welt ermöglicht

den Unternehmen der Stahldistribution auch in Krisenzeiten

messbaren Erfolg und schafft nachhaltigen Mehrwert.

»Die Corona-Krise

wirkt meiner Meinung nach

wie ein Zeitraffer, der neue

Entwicklungen beschleunigt, die

sonst erst mit einer gewissen

Verzögerung auf uns

zugekommen wären.«

Valentin Kaltenbach, Geschäftsführer der

KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

zuletzt die Umsetzung der gewonnenen

Erkenntnisse – immer mit dem

Ziel, den betriebswirtschaftlichen Erfolg

des Unternehmens auszubauen.

Die KALTENBACH.SOLUTIONS

GmbH gibt es seit knapp drei

Jahren. Welche Geschichte steht

hinter der Gründung?

Kaltenbach: Ich komme aus einer

Familie technikbegeisterter Unternehmer,

die sich schon immer an den

Bedürfnissen des Marktes und der

Zeit orientiert haben. Diese Leidenschaft

für ständige Veränderung und

Verbesserung ist auch mein Antrieb.

Mein früheres Unternehmen hat den

Kunden neue Maschinen und Fertigungstechnologien

zur Verfügung

gestellt, mit denen sie ihre Herausforderungen

im Bereich der Anarbeitung

bewältigen konnten. Heute

bieten wir digitale Gesamtlösungen

an und steigern damit die Performance

bestehender Maschinenparks.

Aus dem Maschinenbau kommend

sind wir in die Welt der Digitalisierung

eingetaucht – das macht uns

einzigartig. Auf der Basis unseres fundierten

Branchenwissens bieten wir

kreative Lösungen mit höchstem betriebswirtschaftlichem

Nutzen.

Was sind die bisherigen Meilensteine

Ihrer jungen Unternehmensgeschichte?

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10 | 2020 17


Handel & Service

Deutschland

Kaltenbach: Ein großer Schritt war

die Markteinführung der MES-

Business-Lösung »Steel-Suite«. Seither

konnten wir zahlreiche namhafte

Konzerne und Mittelständler

als Kunden gewinnen. Aktuell

bereiten wir gerade den nächsten

Produkt-Launch vor. Dabei geht es

um das Schließen digitaler Lücken

zwischen ERP-Systemen und der Maschinenwelt.

In diesem Bereich sehen

wir noch viel Potenzial zur Effizienzsteigerung

und Kostensenkung.

Erzählen Sie uns kurz von Ihrem

Projekt »DASHBOARD«.

Kaltenbach: Das »Dashboard« ist in

Verbindung mit der »boosterBOX«

unser Premium-Produkt. Mit Hilfe der

Plug & Play-Lösung lässt sich die Performance

von Maschinen aller Hersteller

in übersichtlichen Dashboards

darstellen. Inzwischen haben wir so

schon bei über 100 Maschinen Transparenz

geschaffen. Dieser erste

Schritt ist die Basis für das Performance-Management

unserer Kunden. Die

»Aus unserer Sicht

ist die Digitalisierung

eine der großen positiven Entwicklungen

im Stahlhandel – sie

kann den Unternehmen dabei helfen,

individuell passende Lösungen

zu implementieren.«

Valentin Kaltenbach, Geschäftsführer der

KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

Implementierung erfolgt innerhalb

von wenigen Tagen – ganz ohne Vorlaufzeiten

und Sekundärkosten für

Projektleitung oder Schulungen.

Wagen wir abschließend einen

Blick in die Kristallkugel: Wie wird

die Digitalisierung den Stahlhandel

in den kommenden zehn Jahren

verändern?

Kaltenbach: Meiner Ansicht nach

kann man den Digitalisierungsprozess

einer Branche in drei Phasen einteilen.

Zuerst wird die Effizienz durch

den Einsatz digitaler Werkzeuge gesteigert.

Dazu gehört beispielsweise

die Ausweitung bestehender

ERP-Lösungen und der Einsatz

webbasierter Dienstleistungen. In

der zweiten Phase werden vorhandene

analoge Produkte mit digitalem

Mehrwert angereichert. Beispiele

hierfür wären im Stahlhandel

Smart Materials oder im Maschinenbau

Apps für Wartung und Instandhaltung.

In der dritten Phase wird der

Kern des Unternehmens digitalisiert.

Ich denke dabei an Plattformanbieter

wie booking.com für Übernachtungsmöglichkeiten

oder FreeNow für Mobilität

– und an den Weg, den mein

eigenes Unternehmen gegangen ist.

Es ist gut möglich, dass auch die

Stahlbranche diese Schritte durchläuft.

Wirtschaftliche Hochphasen

wirken dabei tendenziell verlangsamend,

Krisenzeiten eher beschleunigend.

www.kaltenbach-solutions.com


Fotos (2): KALTENBACH.SOLUTIONS GmbH

Beispiel-Darstellung des steelsuite-Dashboards

18 10 | 2020


Deutschland

Handel & Service

Klöckner & Co: Deutliche Erholung

im dritten Quartal

Handelshaus steigert erneut Umsatz über digitale Kanäle

Duisburg. Klöckner & Co hat im dritten Quartal dieses Jahres ein operatives Ergebnis (EBITDA) von

40 Millionen Euro erzielt. Das teilte der Stahlhändler mit. Damit bewegt sich der Konzern an der

oberen Grenze der zuvor gesetzten Prognosespanne.

Noch Ende September hatte

Klöckner & Co ein Ergebnis

von 30 bis 40 Millionen Euro in

Aussicht gestellt. Auch das Konzernergebnis

hat das Unternehmen im direkten

Jahresvergleich von -23 Millionen

(Q3 2019) auf -5 Millionen Euro

deutlich verbessert.

Als maßgeblich für diese Entwicklung

betrachtet Klöckner & Co seine

aktuellen Digitalisierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen

im Rahmen

des Transformationsprojekts

»Surtsey«. Mit dem Begriff spielt der

Konzern sinnbildlich auf die durch

eine Ausbruchsserie entstandene,

gleichnamige Vulkaninsel im Atlantischen

Ozean an, erklärte der Vorstandsvorsitzende

Gisbert Rühl in einer

Telefonkonferenz. »Die erste Welle

der Pandemie haben wir erfolgreich

bewältigt und für die zweite Welle

sind wir durch die Transformation und

das Projekt Surtsey gut gerüstet«,

zeigte Rühl sich sicher.

Prognose: EBITDA von 75 bis 95

Millionen Euro

Den über digitale Kanäle erzielten

Umsatzanteil konnte Klöckner & Co

nach eigenen Angaben weiter auf 42

Unterstützt durch die digitale Transformation

erzielte Klöckner & Co im

dritten Quartal ein EBITDA in Höhe von

40 Millionen Euro.

Prozent steigern. Den für das Jahresende

angegeben Zielanteil von 40

Prozent habe das Unternehmen damit

bereits übertroffen. Wesentlicher

Treiber dieses Wachstums, so das Unternehmen,

sei der Kloeckner Assistant

gewesen. Dabei handelt es

sich um eine durch künstliche Intelligenz

(KI) getriebene Applikation zur

Automatisierung des Vertriebs.

Foto: Shutterstock

Weiter gewachsen sei auch die offene

Industrieplattform XOM Materials.

Dessen kumulierter Brutto-

Warenwert habe im bisherigen Jahresverlauf

bereits 64 Millionen Euro

betragen, unter anderem dank der

neuen eProcurement-Lösung zur Automatisierung

des Beschaffungsprozesses.

Aufgrund der steigenden Covid- 19-

Infektionszahlen bleibe die Unsicherheit

im Hinblick auf die weitere

Absatzentwicklung im Jahr 2020 bestehen,

so Klöckner & Co. Zusätzlich

bedingt durch saisonale Effekte erwartet

der Konzern für das vierte

Quartal einen niedrigeren Absatz und

Umsatz als im Vorquartal. Dennoch

rechne er – aufgrund der fortgeschrittenen

Digitalisierung und der Umsetzung

von »Surtsey« – mit einem

EBITDA von 75 bis 95 Millionen Euro.

Der ab Mai 2021 amtierende Nachfolger

von Gisbert Rühl, Guido Kerkhoff,

ist nach eigenen Angaben

»positiv im Unternehmen aufgenommen«

worden. Derzeit erfahre er

einen »Übergang, wie er sein sollte«,

so Kerkhoff.


www.kloeckner.com

10 | 2020 19


Handel & Service

Marktbericht

Aussichten für Flachstahlpreise

weisen nach oben / mehr Risiken

Aufwärtsbewegung bei Langstählen deutlich verhaltener

Von Peter Fertig*

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe stiegen nur marginal und verfehlten damit die

Erwartungen. Derweil konnten die Auftragseingänge im Bereich Eisen, Stahl und Ferrolegierungen

saison- und kalenderbereinigt zulegen. Die Stahlpreise sollten sich in den nächsten Wochen

weiter erholen.

Mit dem Beginn des vierten

Quartals stellt sich für viele

Akteure an den Stahlmärkten

die Frage, wie es mit den

Preisen nicht nur in den folgenden

Wochen, sondern auch im Jahr 2021

weitergehen wird. Für die Flachstahlpreise

bleiben die Prognosen

der quantitativen Modelle von MBI

Research optimistisch und sagen einen

Anstieg bei Warmbreitband

und Feinblech voraus. Auch in den

restlichen Monaten dieses Jahres

sollte der Preisanstieg über 5 Prozent

hinausgehen. Beim

»Stahl Tag 2020« stellte MBI Research

die Prognosen für das nächste

Jahr vor. Sowohl bei den Preisen

im Hoch und Tief sowie beim Jahresdurchschnitt

werden höhere Werte

als in diesem Jahr erwartet.

EUR/t

600

550

500

450

400

350

300

Warmbreitband (l.S.)

Index der Profitabilität deutlich

gestiegen

Die Erholung der Flachstahlpreise

hat sich beschleunigt. Der Preis für

Warmbreitband ex Werk legte zu,

während es bei Feinblech am Kassamarkt

nur verhältnismäßig gering

nach oben ging. Der Index von MBI

Research für die Profitabilität beim

klassischen Hochofenverfahren hat

sich erholt, liegt jedoch noch immer

im negativen Bereich. Die Stahlproduzenten

könnten also nicht nur

die Kostenbelastungen an die Verbraucher

weitergeben, sondern

auch noch weitere Preiserhöhungen

durchsetzen.

Verhaltene Preisaussichten

Bei den Langstahlprodukten sind die

Preisaussichten verhalten. Hier zeigen

Preis für Warmbreitband dürfte nun stärker

der Kostenentwicklung folgen

2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020

Produktionskostenindex 6 Wochen Vorlauf (r.S.)

120

110

100

90

80

70

60

50

40

Index

die Modellprognosen nur ein moderates

Plus. Bei der Preisentwicklung

im Jahr 2021 geht MBI Research jedoch

auch in diesem Segment von

deutlich höheren Preisen im Jahresmittel

aus.

Spürbar verlangsamte

Konjunkturerholung

Die Daten zum Auftragseingang und

der Produktion der deutschen Industrie

im Juli haben die Erwartungen

der Bankvolkswirte enttäuscht, unter

anderem da die Bestellungen im Vormonatsvergleich

nur geringfügig zunahmen.

Die Erholung der Konjunktur

nach dem Ende des »Lockdowns«

hat sich also spürbar verlangsamt.

Aber für die Stahlbranche erfolgte im

Juli eine Wende, die noch Auswirkungen

auf die Preisentwicklung, insbesondere

bei Flachstahl, haben könnte.

Stahlerzeuger konnten an

Verhandlungsmacht zulegen

Auf saison- und kalenderbereinigter

Basis stieg der Auftragseingang

im Bereich Eisen, Stahl und Ferrolegierungen

um 26,2 Prozent

gegenüber Juni, während die Produktion

nur um 9,6 Prozent zunahm.

Hierdurch lag der Index für

den Auftrags eingang wieder über

dem der Produktion. Die Wirtschaftsvereinigung

Stahl berichtete

für Juli sogar einen Rückgang der

Rohstahlerzeugung um 2,1 Prozent

auf 2,42 Millionen Tonnen. Hierdurch

konnten die Stahlerzeuger an

20 10 | 2020


Marktbericht

Handel & Service

Verhandlungsmacht zulegen und

steigende Preise durchsetzen.

Die Lage der Industrie verbessert sich in der Eurozone,

was für höhere Stahlpreise spricht

Einkaufsmanagerindizes im

Zeichen der Pandemie

65

60

75

50

Die ersten Wirtschaftsindikatoren

für September fallen gemischt aus.

Bei den vorläufigen Schätzungen

für die Indizes der Einkaufsmanager

kam es im Verarbeitenden Gewerbe

für Deutschland zu einem Anstieg

von 52,2 auf 56,6 Punkte, aber der

Index für den Dienstleistungssektor

fiel von 52,5 auf 49,1 Punkte und

liegt somit wieder unter der kritischen

Schwelle. Ähnlich waren die

Tendenzen für die Eurozone. Die

positive Entwicklung im Industriebereich

spricht für weiter steigende

Stahlpreise, insbesondere bei Flachstahl.

Index

55

50

45

40

35

30

160

2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020

PMI Manufacturing Eurozone Vorlauf 1 Monat (l.S.)

Warmbreitband Deutschland %Preisänderung ggü. vor 12 Monaten (r.S.)

Wohl nur temporärer Rückgang bei Betonstahl in China

und wenig Entlastung bei Eisenerz

25

0

-25

-50

-75

-100

-125

4500

%

Schärfere Corona-Maßnahmen

würden Rückschlag für Stahlnachfrage

bedeuten

Der Rückgang beim Index der Einkaufsmanager

im Dienstleistungsbereich

dürfte in erster Linie eine

Folge der wieder steigenden Fallzahlen

neuer Corona-Infektionen in

Deutschland, aber insbesondere im

benachbarten Ausland sein. Dies

führt zumindest regional zu wieder

schärferen Maßnahmen, jedoch

wollen die Regierungen landesweite

Restriktionen vermeiden, könnten

aber im Rahmen der zweiten

Welle doch dazu gezwungen werden.

Dies würde auch für die Stahlnachfrage

einen Rückschlag bedeuten.

Eine schnelle Verfügbarkeit

eines wirkungsvollen Mittels gegen

Covid-19 könnte dieses Risiko

erheblich reduzieren.

US-Präsidentschaftswahlen

gelten als zusätzliches Risiko

für Stahlpreisentwicklung

Ein weiteres Risiko für die Entwicklung

der Stahlpreise ist die US-

Präsidentschaftswahl. In den Umfragen

führt noch Joe Biden als

USD/t

140

120

100

80

60

40

2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020

Heraus forderer, aber mit dem Tod

einer Richterin am obersten Gericht

sind die Karten neu gemischt worden.

Für Un sicherheit sorgt dabei

auch, wie sich Donald Trump im Fall

einer Niederlage verhalten und wie

der Supreme Court bei einer Klage

entscheiden wird – etwa wegen

Manipulationen einer Briefwahl.

Sollte Donald Trump eine zweite

Amtszeit erhalten, dann könnten

die Spannungen mit China eskalieren.

Eine komplette Separierung

beider Volkswirtschaften dürfte

nicht ohne negative Folgen für das

globale Wirtschaftswachstum bleiben.

Chinas Wirtschaft entwickelt

Eisenerz SGX-Frontmonat (l.S.)

SHFE Betonstahl Terminkontrakt (r.S.)

4000

3500

3000

2500

2000

1500

sich zwar positiv, und die Industrieproduktion

stieg im August um

5,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Dennoch kam es zu einem temporären

Anstieg der Lagerbestände an

Betonstahl, was zu sinkenden Notierungen

bei den Terminkontrakten

auf Stahl an der Shanghai Futures

Exchange (SHFE) führte. Aber auch

bei Eisenerz gaben die Preise am

Terminmarkt wieder nach. Dies

könnte eine kurzfristige Konsolidierung

darstellen. Beim Index von MBI

Re search für die Produktionskosten

ist deshalb auch eine Stabilisierung

oder leichte Korrektur möglich. •

*Der Autor ist Senior Analyst beim

Informationsdienstleister MBI.

CNY/t

10 | 2020 21


Handel & Service

International

Foto: Shutterstock

Pittsburgh, Pennsylvania. Experten zufolge könnte ein Sieg in diesem US-Bundesstaat über den Ausgang der Wahl entscheiden.

US-Wahlkampf: Trump und Biden

umwerben Amerikas Stahlarbeiter

USA reduzieren brasilianische Einfuhrkontingente für Stahlhalbzeuge

von 350 000 auf 60 000 Tonnen – angeblich wegen Covid-19

New York. Trotz der Covid-19-Pandemie reisten US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer

Joe Biden im Vorfeld der US-Wahl wiederholt in das einstige Stahlzentrum Pittsburgh in

Pennsylvania. Beide vermieden es, von den internen Problemen der Stahlbranche zu sprechen.

Trump hat der Stahlindustrie acht Wochen vor dem Wahltag weiteren Importschutz beschert.

Von unserer New Yorker Korrespondentin Brigitte Nacos

In ihrem knapp 100 Sekunden langen

Wahlkampf-Video »Gebrochene

Versprechen« erinnerte die Gewerkschaft

»United Steelworkers

(USW)« in den Wochen vor den

November-Wahlen an Trumps Versprechen

im Wahlkampf vor vier Jahren

und als Präsident: eine neue Blütezeit

für die Stahlindustrie und

neue Stahlarbeiterjobs mit hohen

Löhnen. Dann erschienen die Namen

von ganz oder teilweise geschlossenen

Stahlwerken auf dem Bildschirm,

während ein Ticker die Zahl von

12 000 entlassenen Arbeitern anzeigte.

Die USW erklärte ihre Unterstützung

für Biden. Unternehmensbosse

und der Stahlindustrie-Dachverband

»American Iron and Steel Institute

(AISI)« zeigten sich hingegen im

Wahlkampf neutral. Lourenco Gon-

22 10 | 2020


International

Handel & Service

calves, der CEO von Cleveland-Cliffs,

der das integrierte Stahlunternehmen

»AK Steel« erwarb, gab sich diplomatisch:

Egal ob unter Biden oder Trump

– in jedem Fall hätten Stahlhersteller

auch künftig Schutz vor unfairen

Importen, erklärte er auf einer

Online-Konferenz.

USW: Unterstützung für Biden

Obwohl die Zahl der Stahlarbeiter

lediglich circa 83 000 beträgt, umwarben

der amtierende US-Präsident und

sein Herausforderer diese Wählergruppe

besonders intensiv. Trotz der

Covid-19-Pandemie reisten beide –

Biden mit und Trump ohne Gesichtsmaske

– wiederholt in das einstige

Stahlzentrum Pittsburgh in Pennsylvania.

Vor vier Jahren gewann Trump in

diesem Bundesstaat mit 44 000 Stimmen

mehr als Hillary Clinton. In der

letzten Phase dieses langen Wahlkampfes

lag Biden in den Meinungsumfragen

vorn. Experten zufolge

könnte ein Sieg in diesem Bundesstaat

über den Ausgang der Wahl

entscheiden. Auch die anderen Staaten

mit maßgeblicher Stahlproduktion,

Ohio und Michigan, sind hart umkämpft.

Trotz der Pro-Biden-Position

der USW ist Trump bei einem Teil der

Stahlarbeiter nach wie vor populär.

Im Gegensatz zu Biden konnte

Trump Wahlgeschenke verteilen. Bei

einem Wahlkampfstopp in Duluth,

Minnesota, wies Vizepräsident Mike

Pence darauf hin, dass der US-Präsident

die Wiedereröffnung der Eisenerzförderung

im Superior National

Forest genehmigt habe. In diesem Teil

Minnesotas ist jedwede Wirtschaftsbelebung

willkommen.

»Schutz vor unfairen Importen«

Acht Wochen vor dem Wahltag hat

Trump der Stahlindustrie weiteren

Importschutz beschert: Er hat die brasilianischen

Einfuhrkontingente für

Stahlhalbzeuge für den Rest dieses

Jahres von 350 000 auf 60 000 Tonnen

reduziert – angeblich wegen der Covid-19-Pandemie.

Die Kontingente

für andere Stahleinfuhren aus Brasilien

bleiben hingegen in Kraft. Zudem

hat Washington ein Arrangement

mit Mexiko erreicht, demzufolge

der Nachbar im Süden bis Mitte

2021 alle Ausfuhren von Standardrohren,

mechanischen Rohren und

Halbzeugen in die USA kontrolliert.

Die Sonderkontrollen sollen versichern,

dass diese Produkte nicht in

China hergestellt wurden. Offensichtlich

begünstigen diese Regelungen

mit Brasilien und Mexiko Hersteller

der benannten Produkte in Pennsylvania

und North Carolina – beides

Bundesstaaten, in denen Trump und

Biden sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen

liefern.

Kevin Dempsey, der amtierende

CEO von AISI, dankte Trump für die

Zusammenarbeit mit der Stahlindustrie.

Gleichzeitig malte Dempsey ein

düsteres Bild von der Branche in der

anhaltenden Covid-19-Krise. Die

Stahlproduktion sei in den ersten acht

Monaten dieses Jahres 20 Prozent

niedriger als im Vergleichszeitraum

des Vorjahres, und die Kapazitätsnutzung

von 66 Prozent sei 15 Prozent

niedriger als in den Vergleichsmonaten

2019.

Regelungen mit Brasilien und

Mexiko

Anders als Hillary Clinton, die vor vier

Jahren insbesondere die Arbeiter im

Rostgürtel des Landes als traditionelle

Demokraten im Wahlkampf weitgehend

ignonierte und ins Trump-

Camp trieb, versuchte Biden von Beginn

seiner Kandidatur an, die

ehemaligen Demokraten in den früheren

Industrie-Hochburgen zurückzugewinnen.

Als Biden in der gleichen

Woche wie Trump nach Michigan

reiste, versprach er insbesondere

Stahl-und Autoarbeitern, dass er als

Präsident vom ersten Tag an amerikanische

Stellen schützen und das

Outsourcing von Jobs nach Übersee

mit Extra-Steuern bestrafen werde.

Unternehmen, die stillgelegte Werke

wiedereröffnen und ihre Produktion

ins Inland zurückbringen, sollen Bidens

Plan zufolge mit Steuervergünstigungen

belohnt werden. Kandidat

Biden wiederholte seine Versicherung,

dass in seiner Präsidentschaft

endlich eine massive Infrastruktur-

Erneuerung finanziert werde.

Trump machte bei seinen Stopps

immer wieder »unfaires« Handelsgebahren

ausländischer Unternehmen

und Regierungen sowie Covid-19 für

Probleme in der Stahlindustrie verantwortlich.

Seine Handelspolitik, so versicherte

er in jeder Wahlkampfrede,

habe jahrzehntelange Fehler seiner

Vorgänger wettgemacht und einen

beispiellosen Wirtschaftsaufschwung

erreicht.

Stahlproduktion um

20 Prozent eingebrochen

Während Biden seinen Wahlgegner

Trump für seine Fehlschritte im Kampf

gegen Covid-19 bei jeder Gelegenheit

scharf kritisierte, schien er wie der

US-Präsident einer protektionistischen

Handelspolitik das Wort zu reden.

Anstatt jedoch wie Trump andere

Regierungen und ausländische

Unternehmen anzugreifen, konzentrierte

er seine Vorschläge auf Maßnahmen

im Washingtoner Polit-

Establishment und in den Chefetagen

der amerikanischen Unternehmen.

Weder Trump noch Biden sprachen

von den internenen Problemen der

Stahlbranche, die ihre Kapazitäten

Jahr für Jahr ausbaut. Allein die Kapazität

für die Produktion von Stahlblechen

soll innerhalb der nächsten

zwei Jahre um weitere 20 Prozent

wachsen, während es keine definitiven

Pläne gibt, alte und ineffiziente

Werke zu schließen.


10 | 2020 23


Industrie & Technologie

Deutschland

Grab eines Hundes. Rund 50 Prozent

der Hunde und Katzen werden in

Deutschland auf Privatgrundstücken

beerdigt. Etwa 10 000 Hunde und

Katzen werden pro Jahr auf Tierfriedhöfen

beigesetzt.

Foto:Shutterstock

Verpackungsstahl füllt eine

Marktlücke im Heimtierbedarf

Tierurnen aus Weißblech machen Keramik und Co Konkurrenz

Andernach. Bestanden Tierurnen bislang vor allem aus Keramik oder Edelstahl, gibt es nun mit

der Tierurne aus Weißblech eine Alternative. Hinter diesem Trend steht die Österreichische Blechwarenfabrik

Pirlo. Den für die Urnen benötigten Verpackungsstahl erhält sie von thyssenkrupp

Rasselstein, Deutschlands einzigem Weißblechhersteller.

Der Heimtierbedarf ist in Europa

ein Milliardenmarkt. Denn

immer mehr Menschen entscheiden

sich für ein Haustier.

Spitzenreiter ist Großbritannien:

Im Jahr 2017 wurden dort nach

Informationen der Frankfurter

Allgemeinen Zeitung 5,3 Milliarden

Euro für die Haustierhaltung

ausgegeben, gefolgt von

Deutschland mit 4,8 Milliarden

Euro und Frankreich mit

4,6 Milliarden Euro. In vielen großen

Ländern wie Spanien und Polen stiegen

die Ausgaben seit 2008 zwischen

50 und mehr als 100 Prozent. Doch

Haustierbesitzer investieren nicht nur

Das Unternehmen Österreichische

Blechwarenfabrik Pirlo bringt erstmals

Tierurnen aus Weißblech in Europa auf

den Markt.

zu Lebzeiten in ihre tierischen Mitbewohner.

Die emotionale Bindung ist

oft groß, eine würdevolle Ruhestätte

nach dem Tod des Tieres

ist für viele Haustierbesitzer sehr

wichtig.

Steigende Nachfrage nach

Tierurnen

Laut Bundesverband der Tierbestatter

werden in Deutschland

rund 50 Prozent der Hunde und

Katzen auf Privatgrundstücken beerdigt.

Etwa 10 000 Hunde und Katzen

werden pro Jahr auf Tierfriedhöfen

beigesetzt. Da die Möglichkeit der

Erdbestattung im eigenen Garten

Foto: Österreichische Blechwarenfabrik Pirlo GmbH & Co. KG

24 10 | 2020


Deutschland

Industrie & Technologie

oder auf Tierfriedhöfen für viele

Heimtierbesitzer nicht besteht, gewinnt

die Einäscherung des vierbeinigen

Freundes zunehmend an Beliebtheit.

Folgerichtig steigt auch die Nachfrage

nach Tierurnen. Besonders beliebt

sind Modelle, die nicht auf den

ersten Blick als Urne erkennbar sind,

sondern stattdessen ein Dekorationsobjekt

oder sogar Kunstwerk darstellen.

Dies können beispielsweise Urnen

in Tierform oder in künstlerischen

Formen wie Kugeln, Pyramiden oder

Herzen sein, oft individualisiert mit

Namen und Datum. »Waren die Tierurnen

bisher vorrangig aus Keramik

oder Edelstahl, so macht nun ein Newcomer

von sich reden – die Tierurne

aus Weißblech. Erkannt und vorangetrieben

hat diesen Trend das Unternehmen

Österreichische Blechwarenfabrik

Pirlo GmbH & Co. KG, das erste

Unternehmen, das Tierurnen aus

Weißblech in Europa auf den Markt

gebracht hat«, teilt die thyssenkrupp

Rasselstein GmbH mit. Der Stahlproduzent

ist als Lieferant des zur Herstellung

des Tierurnenrumpfes und

-deckels eingesetzten Verpackungsstahls

mit im Boot.

Aber warum Weißblech? Die Vorteile

liegen für Volker Schöffel, Leiter Produktentwicklung

bei Pirlo, auf der

Hand: »Weißblech ist hochwertig,

direkt bedruckbar, nachhaltig und

Hintergrund

thyssenkrupp Rasselstein

Die thyssenkrupp Rasselstein GmbH gehört zu den global führenden

Anbietern von hochwertigem, mit Präzision gefertigtem Verpackungsstahl.

Am Standort in Andernach, Deutschland – der weltweit größten

Produktionsstätte dieser Art – werden nach Unternehmensangaben

jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl hergestellt. 2 400

Mitarbeiter bedienen in einer Vielzahl von Märkten circa 400 Kunden in

80 Ländern – von Herstellern von Lebensmittel- und Tiernahrungsdosen

über Hersteller von Getränke- und Aerosoldosen, Behältern für chemisch-technische

Füllgüter sowie von Kronkorken und Drehverschlüssen.

Expertenteams in Service, Vertrieb und der technischen Kundenberatung

vervollständigen das Produktportfolio.

kostenseitig für Tierhalter attraktiv.

Ein Pluspunkt liegt in der schnellen,

industriellen Produktion von bis zu

120 gefertigten Tierurnen pro Minute.«

Die von Pirlo angebotene Urne

hat eine zylindrische Form, verfügt

über einen expandierten Rumpf und

einen Deckel mit Schraubverschluss.

»Diese Art der Blechverschraubung

können nur sehr wenige Anbieter

herstellen«, so Schöffel.

Hohes Dehnvermögen und

eine gute Tiefziehfähigkeit

Der stark expandierte Rumpf und der

Schraubverschluss der Tierurne sind

nach Informationen von thyssenkrupp

Rasselstein nicht aus Standardweißblech

herstellbar. »Wir liefern

Pirlo für seine Dose unseren Rasselstein

High Formability Steel, da dieser

über ein besonders hohes Dehnvermögen

sowie eine gute Tiefziehfähigkeit

verfügt. Das sind Materialeigenschaften,

die die Herstellung der Tierurne

überhaupt erst ermöglichen«,

erklärt Jürgen Bracht, Leiter Vertrieb

Deutschland und Österreich bei der

thyssenkrupp Rasselstein GmbH.

Nach intensiver Entwicklungsarbeit,

in der neben der Auswahl des erforderlichen

Materials unter anderem

spezielle Werkzeuge bei Pirlo entwickelt

sowie verschiedene Designs getestet

wurden, liegen nun erste serienreife

Muster vor. Dieses Beispiel zeigt

einmal mehr die vielseitige Anwendbarkeit

von Weißblech.

www.thyssenkrupp-steel.com


10 | 2020 25


Handel & Service

Deutschland

thyssenkrupp: Stabilisierung im

vierten Quartal erwartet

Geschäfte in den ersten neun Monaten 2019/2020 klar unter Vorjahr

Essen. Die Geschäftsentwicklung von thyssenkrupp war in den ersten neun Monaten des laufenden

Geschäftsjahres maßgeblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt.

Wie der Konzern mitteilte, war die Produktion in vielen Geschäftsbereichen durch zeitweise

Werksschließungen bei Kunden zu Beginn des dritten Quartals nahezu zum Erliegen gekommen.

Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden die von der Automobilindustrie abhän gigen Werkstoffund

Komponentengeschäfte, hinzu kamen strukturelle Herausforderungen im Stahlbereich.

Vor diesem Hintergrund sei der

Auftragseingang in den ersten

neun Monaten des laufenden

Geschäftsjahres im Vergleich

zum Vorjahr um 19 Prozent auf

19,8 Milliarden Euro zurückgegangen,

so thyssenkrupp. Der Umsatz sei um

15 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro

gefallen.

Strukturelle Herausforderungen

belasten den Stahlbereich

Trotz der zügig eingeleiteten Gegenmaßnahmen

im Zuge der Corona-

Pandemie habe das Bereinigte EBIT

nach neun Monaten mit -1 122 Millionen

Euro deutlich unter Vorjahr

(42 Millionen Euro) gelegen. Allein

auf das von der Pandemie besonders

betroffene dritte Quartal sei ein Bereinigtes

EBIT von -679 Millionen

Euro entfallen.

Die Geschäftsentwicklung bei Steel

Europe war nach Informationen von

thyssenkrupp weiterhin durch die äußerst

herausfordernde Lage im Stahlmarkt

gekennzeichnet. Die bereits im

März spürbar gesunkene Nachfrage

aus der Automobilindustrie brach im

Verlauf des dritten Quartals zunehmend

auch durch rückläufige Bestellmengen

seitens anderer Industriekunden

weiter ein. Stabil entwickelte

sich der Verpackungsstahl. In der

Summe lagen Auftragseingang und

Umsatz nach neun Monaten um 24

beziehungsweise 20 Prozent unter

Vorjahr. Das Bereinigte EBIT rutschte

durch die rückläufigen Versandmengen

und den anhaltenden Kostendruck

weiter in die Verlustzone und

betrug -706 Millionen Euro nach

77 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Materials Services bekam thyssenkrupp

zufolge die pandemiebedingt

schwache Nachfrageentwicklung und

Preisrückgänge in nahezu allen Produktsegmenten

insbesondere im dritten

Quartal weiter zu spüren. Negative

Effekte kamen aus der temporären

Schließung des italienischen

Edelstahlwerkes AST ab der zweiten

Märzhälfte. Auftragseingang und

Umsatz entwickelten sich rückläufig,

jeweils um 18 Prozent.

Corona-Folgen bei Automotive

Technology besonders deutlich

Bei Automotive Technology seien die

Folgen der Corona-Pandemie besonders

deutlich, so thyssenkrupp. Auftragseingang

und Umsatz gingen

demnach in den ersten neun Monaten

um 14 beziehungsweise 12 Prozent

gegenüber dem Vorjahr zurück.

Bei Industrial Components verringerten

sich Auftragseingang und Umsatz

um 21 beziehungsweise 17 Prozent.

Plant Technology konnte seinen

Umsatz in den ersten neun Monaten

um 6 Prozent steigern. Der Auftragseingang

bei Marine Systems

ging um 7 Prozent zurück. Auch der

Umsatz fiel um 9 Prozent. Das als

nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesene

Aufzuggeschäft verzeichnete

in den ersten neun Monaten einen

Auftragseingang und Umsatz auf

Vorjahres niveau.

Umsatz nach neun Monaten

15 Prozent unter Vorjahr

Für das vierte Quartal erwartet

thyssenkrupp mit möglicher Ausnahme

von Steel Europe in nahezu allen

Geschäften eine stabile Entwicklung

oder eine leichte Verbesserung im

Vergleich zum Vorquartal. »Dennoch

wird mit einem negativen Bereinigten

EBIT der fortgeführten Aktivitäten

im mittleren bis höheren dreistelligen

Millionen-Euro-Bereich gerechnet.

Für das Gesamtjahr ist damit ein

negatives Bereinigtes EBIT zwischen

1,7 Milliarden Euro und 1,9 Milliarden

Euro wahrscheinlich. Der Ergebnisrückgang

gegenüber dem Vorjahr

(fortgeführte Aktivitäten: -110 Millionen

Euro) ist dabei stark durch den

hohen Verlust im Stahlbereich von bis

zu gut einer Milliarde Euro beeinflusst

(Vorjahr, Steel Europe:

31 Millionen Euro)«, prognostiziert

thyssenkrupp.

www.thyssenkrupp.com


26 10 | 2020


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10 | 2020 27


Industrie & Technologie

International

Swiss Steel Group: Q2 2020 stark

betroffen von Covid-19

Absatzmenge sank im zweiten Quartal 2020 auf 301 Kilotonnen von

486 Kilotonnen im Vorjahresquartal

Luzern/Schweiz. Die Finanzzahlen der Swiss Steel Group (ehemals SCHMOLZ + BICKENBACH) im

zweiten Quartal 2020 waren massiv gezeichnet von der COVID-19-Krise, der durch Produktionsstillstände

verursachte Nachfragerückgang zeigt sich in reduzierten Absatzmengen und Umsatz.

Das Unternehmen meldete um 38,1 Prozent geringere Absatzmengen von 301 Kilotonnen im Vergleich

zu 486 Kilotonnen im zweiten Quartal 2019. Der Umsatz sank demnach um 41,8 Prozent von

808 Millionen Euro auf 470 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA fiel negativ aus.

Im zweiten Quartal 2020 wurde mit

301 Kilotonnen um 38,1 Prozent

weniger Stahl abgesetzt als im Vorjahresquartal

(Q2 2019: 486 Kilotonnen).

Dieser Rückgang war getrieben

von um 42,3 Prozent geringeren Absatzmengen

bei Qualitäts- & Edelbaustahl.

Grund dafür ist der starke Nachfragerückgang

aus der Automobilindustrie,

der sich vor allem in dieser

Produktgruppe auswirkte. In den

beiden anderen Produktgruppen

RSH-Stahl (rost-, säure- und hitzebeständiger

Stahl) und Werkzeugstahl

wurden zwar auch geringere Mengen

verkauft als im gleichen Quartal des

Vorjahrs, allerdings mit weniger starken

Rückgängen von 28,3 Prozent

beziehungsweise 22,2 Prozent«, teilte

die Swiss Steel Group mit.

Negative Preisentwicklung und

gesunkene Absatzmenge

Der durchschnittliche Verkaufspreis je

Tonne Stahl lag nach Unternehmensinformationen

im zweiten Quartal

2020 bei 1 561,1 Euro und war damit

um 6,1 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal.

Der Rückgang sei vor

allem auf geringere Schrott- und Legierungszuschläge,

aber auch auf

niedrigere Basispreise als im Vorjahr

zurückzuführen, hieß es.

»Die negative Preisentwicklung sowie

die gesunkene Absatzmenge

führten zu einem Umsatz von

469,9 Millionen Euro, was um 41,8 Prozent

geringer als im Vorjahresquartal

war. Der Rückgang fiel dabei am

stärksten bei der Produktgruppe Qualitäts-

& Edelbaustahl mit 50,1 Prozent

aus. Der Umsatz mit RSH-Stahl sank

um 33,6 Prozent, jener mit Werkzeugstahl

um 34,2 Prozent«, so die Swiss

Steel Group. Geografisch betrachtet

habe man in allen Regionen der Welt

einen zweistelligen Umsatzrückgang

gegenüber dem Vorjahresquartal hinnehmen

müssen.

Zweistelliger Umsatzrückgang

in allen Regionen

Das um Einmaleffekte bereinigte

EBITDA lag eigenen Angaben zufolge

mit -45,8 Millionen Euro deutlich unter

dem Wert des Vorjahresquartals.

Die Einmaleffekte beliefen sich auf

7,9 Millionen Euro und seien auf Beratungsleistungen

im Rahmen von

Effizienzsteigerungsprogrammen sowie

Restrukturierungsmaßnahmen

zurückzuführen. Die Einmaleffekte

eingeschlossen, sank das EBITDA auf

-53,7 Millionen Euro. Damit einhergehend

sank die bereinigte EBITDA-

Marge auf -9,7 Prozent und die

EBITDA- Marge auf -11,4 Prozent.

»Das Hauptaugenmerk der Swiss

Steel Group wird eigenen Angaben

zufolge 2020 weiterhin und noch verstärkt

auf den kurzfristigen Liquiditätssicherungsmaßnahmen

liegen,

»um die Covid-19-Krise und den daraus

resultierenden Nachfrageeinbruch

in der Automobilindustrie, dem

Maschinen- und Anlagebau sowie der

Öl- und Gasindustrie sicher zu bewältigen.

Im Rahmen der strukturellen

Verbesserungen wird der Fokus auf

der konsequenten Exekution und

Umsetzung des Transformationsplans

liegen«, erklärte die Swiss Steel

Group.

Kurzfristige Liquiditätssicherung

im Fokus

Ein weiterer Fokus liege auf der Sicherung

der mittel- bis langfristigen

Finanzierung. Dabei sei vorgesehen,

weitere staatliche Hilfsprogramme zu

nutzen. Während die Swiss Steel

Group in Frankreich für eine der Business

Units bereits staatlich garantierte

Kredite erhalten habe, seien

weitere Kredite in Frankreich, in der

Schweiz und in Deutschland in fortgeschrittenem

Stadium.

»Aus heutiger Sicht erwarten wir

frühestens im Laufe des vierten Quartals

eine vorsichtige Erholung auf tiefem

Niveau«, so die Swiss Steel Group.

Es zeichne sich allerdings ab, dass das

negative bereinigte EBITDA bis zum

Ende des Jahres 2020 saisonal und

durch das Marktumfeld bedingt nicht

aufgefangen werden könne.

www.schmolz-bickenbach.com


28 10 | 2020


International

Industrie & Technologie

Granshot für Böhler Edelstahl

Stahlerzeuger bestellt Anlage zur Metallgranulierung

Kapfenberg/Österreich. voestalpine Böhler Edelstahl hat den

Maschinenbauer UHT mit der Lieferung einer Granshot-Anlage

zur Metallgranulierung beauftragt, die in das neue Spezialstahlwerk

im österreichischen Kapfenberg integriert werden soll.

Durch Verfestigung in Wasser

wandelt die Granshot-

Metallgranulierung flüssiges

Metall in Granulat um. Die neue Anlage

in Kapfenberg wird nach Angaben

von UHT mit der neu entwickelten

Rotating-Tundish-Technologie ausgestattet.

»Wenn der Tundish (Verteiler)

rotiert wird, verteilt sich das Metall

durch Düsenauslässe in radialer Richtung

über die Wasseroberfläche. Diese

neue Granulierungstechnologie, die

entwickelt wurde, um die Granulateigenschaften

zu verbessern, eignet

sich besonders für die Granulierung

von Stahl und Ferrolegierungen«, teilt

das Unternehmen UHT mit, das eine

komplette Anlage einschließlich Verfahrenstechnik

und Automatisierung

nach Kapfenberg liefern wird.

Neue Granulierungstechnologie

Das neue Spezialstahlwerk in Kapfenberg

soll rund 205 000 Tonnen Hochleistungsstähle

produzieren, insbesondere

für die internationale Luftfahrt-

und Automobilindustrie sowie

für den Öl- und Gassektor. UHT - Uvån

Die Granshot-Anlage zur Metallgranulierung

im neuen Spezialstahlwerk in

Kapfenberg soll 2021 in Betrieb gehen.

Hagfors Teknologi AB ist ein schwedisches

Maschinenbauunternehmen

und ein Anbieter von metallurgischen

Prozessen und Technologien für die

Eisen-, Stahl-, Edelstahl- und Ferrolegierungsindustrie.


www.uht.se

Abbildung: UHT

Anarbeitung in Perfektion.

www.universal-stahl.com

UNIVERSAL Eisen und Stahl GmbH

Hauptsitz Neuss

Duisburger Straße 26, 41460 Neuss

Tel.: +49 2131 185-0

Hannover Tel.: +49 511 21996-0

Fax: +49 2131 185-444

Nürnberg Tel.: +49 911 37751-0

info@universal-stahl.com

Zwickau Tel.: +49 375 35380-0

10 | 2020 29


Industrie & Technologie

Branche im Fokus

Robotik: Effiziente Treiber der

wirtschaftlichen Erholung

Steigende Nachfrage nach Robotersystemen verzeichnet

Frankfurt/Main. Wie arbeitet

die Industrie der Zukunft? Eine

Antwort auf die Frage liefert

die Robotik, denn die automatisierten

Lösungen sind bereits

heute ein gängiges Bild

in der modernen Produktion.

Ein Trend, der sich fortführen

wird, meint die Organisation

»International Federation of

Robotics (IFR)« – und weist

darauf hin, dass Unternehmen

auch zu Zeiten des wirtschaftlichen

Abschwungs für das

entsprechende Know-how

sorgen müssen.

Von unserem Redakteur

Niklas Reiprich

Effiziente Prozesse: In einigen Wirtschaftszweigen hat sich die Robotik bereits vollständig

etablieren können, beispielsweise im Automobilbau. Wie das Bild zeigt, gibt

es aber auch in der Stahlindustrie Potenziale.

Foto: Kuka

Ob ein Industrieunternehmen

wettbewerbsfähig aufgestellt

ist, entscheidet sich

heutzutage maßgeblich daran, wie

effizient dessen Produktionsprozesse

gestaltet sind. So werden Informationen

aus der Produktion vernetzt, die

Anlagen intelligenter und flexibler

und die Produkte können – datengestützt

– bereits während der Fertigung

über ihren vollständigen Lebenszyklus

betrachtet werden. Damit

all das funktioniert, bedarf es hochentwickelte

Technologien, vor allem

im Bereich der Automatisierung.

Ein Top-Treiber auf diesem Weg ist

der Einsatz von Industrie-Robotern.

Ihnen wird eine »entscheidende Rolle

in der Digitalisierung der Industrie«

zugeschrieben, etwa von der International

Federation of Robotics (IFR).

Die Organisation betont, die roboterbasierte

Automatisierung liefere die

Lösung für zahlreiche gegenwärtige

Herausforderungen, die sich nicht zuletzt

aus den sich rasant verändernden

Trends aus der Industrie ergeben.

Schlüsseltechnologie mit

derzeitigem Dämpfer

Nach wie vor befinden sich viele Abnehmer

der Robotik im wirtschaftlichen

Tiefflug. So meldet der Fachverband

Robotik und Automation innerhalb

des Verbands Deutscher

Maschinen und Anlagenbau (VMDA),

dass die aus Vorjahren bekannte

Herbstbelebung der Branche im laufenden

Jahr ausgeblieben sei. »Nach

einem Jahrzehnt der Rekorde muss

auch unsere Innovations- und Wachstumsbranche

aufgrund der schwierigen

weltwirtschaftlichen Lage nun

einen deutlichen Dämpfer hinnehmen«,

sagt Wilfried Eberhardt, Vorsitzender

von VDMA Robotik und

Automation und Marketingchef der

Kuka AG. Der Geschäftsführer des

VDMA-Fachverbands, Patrick

Schwarzkopf, sieht in dem Bereich

jedoch weiterhin eine Schlüsseltechnologie

für die Optimierung der Produktion.

»Als Garant für hohe Qualitäts-

und Nachhaltigkeitsstandards

wird die Robotik und Automation

auch in Zukunft eine zentrale Rolle

spielen und mittelfristig auf ihren

Wachstumskurs zurückkehren«, so

Schwarzkopf.

Auch in der Stahlindustrie zählen Roboter

als Zukunftsprojekt. In der Produktion

sind sie so konzipiert, dass sie

direkt mit dem Menschen zusammenarbeiten

können – und werden vor

diesem Hintergrund nicht selten »Cobots«

(collaborative robot) genannt.

30 10 | 2020


Branche im Fokus

Industrie & Technologie

Meist übernehmen sie in den

von extremen Bedingungen geprägten

Werken besonders belastende

Aufgaben, woraufhin

sich die menschlichen Mitarbeiter

stärker den wesentlichen,

wertschöpfenden Tätigkeiten annehmen

können. Zum Beispiel kommen

beim österreichischen Stahlhersteller

Voestalpine schon seit Jahren

Industrieroboter des Typs »LiquiRob«

zum Einsatz, die an einer Brammenstranggießanlage

im Linzer Werk

installiert sind. Dort widmen sie sich

etwa der automatischen Anbindung

der elektrischen Versorgung oder der

Messung von Temperatur, Sauerstoffund

Wasserstoffgehalt. Entwickelt

hat die mechanischen Helfer der Anlagenbauer

Primetals Technologies,

der »LiquiRob« als das »weltweit erste

erfolgreiche System seiner Art im

industriellen Maßstab« bezeichnet.

In ähnlicher Weise erleichtern Roboter

in der anschließenden Verarbeitung

die Prozesse.

Zusammenarbeit zwischen

Mensch und Maschine

Noch vor wenigen Wochen hat Kuka

neue Modelle seiner »KR Cybertech

Nano Serie« vorgestellt, mit denen

der Automatisierungskonzern ein

Multifunktionswerkzeug etwa für

»Nach einem Jahrzehnt

der Rekorde muss auch

unsere Innovations- und

Wachstumsbranche aufgrund

der schwierigen weltwirtschaftlichen

Lage nun einen deutlichen

Dämpfer hinnehmen.«

das Handling, Schweißen, Palettieren

oder Kleben liefern will.

Vor dem Hintergrund der steigenden

Anforderungen an Qualität und

Effizienz in der Industrie wird erwartet,

dass die Nachfrage nach Robotersystemen

tendenziell steigen wird. Bis

2022 geht die IFR davon aus, dass

etwa vier Millionen entsprechender

Lösungen rund um den Globus eingesetzt

werden – vor allem, um die Wirtschaft

nach der Corona-Pandemie zu

beschleunigen. Demzufolge appelliert

die Organisation an Regierungen und

Unternehmen weltweit, sich darauf

zu konzentrieren, die nötigen Kompetenzen

zu vermitteln, die für die

Arbeit mit Robotern und intelligenten

Automatisierungssystemen erforderlich

seien. »Das ist wichtig, um das

Potenzial dieser Technologien voll

auszuschöpfen«, sagt IFR-Präsident

Milton Guerry.

Wilfried Eberhardt,

Vorsitzender VDMA-Fachverbands

Robotik und Automation

Bislang betreiben laut »Automation

Readiness Index« – eines

globalen Rankings zu

Robotik und künstlicher Intelligenz

der »Economist Intelligence

Unit (EIU)« – nur vier Länder

eine ausgereifte Bildungspolitik,

die den Herausforderungen

einer automatisierten Wirtschaft

gerecht wird. Südkorea führt dieses

Ranking an, gefolgt von Estland,

Singapur und Deutschland. Länder

wie Japan, die USA und Frankreich

stuft das EIU als »entwickelt« ein,

während China noch als Schwellenland

rangiert. Laut IFR unterstützen

Roboterhersteller die Aus- und Weiterbildung

in der Robotik bereits

mit praxisorientierten Schulungen.

IFR-Generalsekretärin Susanne Bieller

sieht darin jedoch nur eine kurzfristig

angelegte Maßnahme. Vielmehr

müssten schon die Lehrpläne

für Schule und Ausbildung der

Nachfrage nach den »Arbeitskräften

der Zukunft« entsprechen. Sie

betont: »Volkswirtschaften sollten

die Automatisierung annehmen und

die nötigen Kompetenzen dafür

aufbauen.« Nur so werde es gelingen,

von den Vorteilen der Techniken

zu profitieren und, so Bieller,

»nicht vom internationalen Wettbewerb

abgehängt zu werden«. •

10 | 2020 31


Special

Bauen mit Stahl

Wirtschaftsbau: Weiterhin

deutlicher Auftragsrückgang

ZDB: Nachfrage bleibt »sehr verhalten«

Berlin. Die Daten zur Entwicklung des Auftragseingangs am Bau sind nach der Einschätzung

des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) alles andere als erfreulich. Insbesondere die

Nachfrage im Wirtschaftsbau bleibe leider sehr verhalten.

Wir sehen im Wirtschaftsbau den fünften Monat

in Folge deutliche Auftragsrückgänge

(-10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Während es in den letzten Monaten besonders den

Wirtschaftshochbau getroffen hat, halten sich nun auch

die Auftraggeber im Wirtschaftstiefbau erkennbar mit

Ordern zurück. Insgesamt liegen die Order im

Wirtschaftsbau um gut eine Milliarde Euro unter dem

Vorjahresniveau (-5,3 Prozent).« Mit diesen Worten kommentierte

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des

Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), die

vorgelegten Daten des Statistischen Bundesamtes zur

Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe zum Juli

2020. Diese beziehen sich auf Betriebe mit 20 und mehr

Beschäftigten.

»Öffentliche Hand in der Pflicht«

Demnach stiegen die Auftragseingänge auch in den

anderen Bausparten lediglich verhalten an, im Wohnungsbau

um +2,0 Prozent und im Öffentlichen Bau um 3,5 Prozent

im Vergleich zum Vorjahresmonat. »Dank guter

Witterung, hoher Auftragsbestände zum Jahresbeginn

und ununterbrochener Bautätigkeit sind wir bisher

vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen.

Es zeigt sich aber, dass auch die Bauwirtschaft nicht unberührt

von den Umsatzeinbußen bei Industrie und

Dienstleistungen bleibt. Der Auftragsrückgang wird sich

in den nächsten Monaten auch in der Umsatzentwicklung

niederschlagen«, erklärt Pakleppa.

Der Hauptgeschäftsführer des größten Branchenverbandes

sieht daher die öffentliche Hand in der Pflicht: »Wichtig

ist daher, dass der Bund seine Investitionslinie wie

geplant aufrechterhält, so wie sich das in der Planung jetzt

für 2021 niederschlägt. Allerdings muss auch in den

darauffolgenden Jahren die Investitionslinie verstetigt

werden. Verwaltungsaufwendungen aus dem

Transformationsp rozess der Autobahn GmbH dürfen nicht

zu Lasten der Investitionsbudgets gehen. Wir brauchen

einen ausreichenden Projektvorlauf, um die Mittel auf die

Straße zu bringen und den vorhandenen Investitionsstau

abzubauen.«

Dringender Handlungsbedarf

Die öffentliche Hand habe nun auf allen staatlichen

Ebenen eine Vorbildfunktion, erklärt Pakleppa. »Die Mittel

zur Entlastung der Kommunen aus dem Konjunkturpaket

müssen nun dringend vor Ort ankommen. Die

Kommunen benötigen die Finanzhilfen zum Ausgleich der

coronabedingten Haushaltsbelastungen auch über das

Jahr 2020 hinaus. Nur dann sind sie auch zukünftig in der

Lage, ausreichende zahlungsrelevante Maßnahmen umzusetzen,

welche wiederum die Wirtschaft stärken. Ohne

Planungssicherheit entsteht Unsicherheit, was in den

Haushaltsplanungen ab 2021 dazu führen wird, dass

insbesondere die Investitionstätigkeit zurückgefahren

wird. Der Investitionsstau bei den Kommunen liegt seit

Jahren bei knapp 150 Milliarden Euro. Hier muss dringend

etwas getan werden«, so Pakleppa abschließend.

Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes hätten

die Bauunternehmen im Juli das Umsatzniveau aus dem

Vorjahr etwa halten können, teilt der ZDB mit. Während

der Umsatz im Wohnungsbau dabei um gut 5 Prozent

gestiegen sei, sei er im Wirtschaftsbau um circa 3 Prozent

und im öffentlichen Bau um 1,6 Prozent gefallen. Dank der

steigenden Umsätze im ersten Quartal habe der Umsatz

im Bauhauptgewerbe insgesamt bei den Betrieben mit

mehr als 20 Beschäftigten per Juli noch bei gut +6 Prozent

gelegen


www.zdb.de

32 10 | 2020


Bauen mit Stahl

Special

Vorrang für Sekundärbaustoffe

bei öffentlichen Ausschreibungen

FEhS-Institut vermisst klare und justiziable Formulierungen

Duisburg. Dass beim Bauen die Förderung der Kreislaufwirtschaft und die Schonung natürlicher

Ressourcen zukünftig im Vordergrund stehen müssten, sei weitgehend unstrittig, teilt das FEhS

– Institut für Baustoff-Forschung mit. Das unterstrichen aktuell Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein,

die den verstärkten Einsatz von Recycling-Baustoffen bei öffentlichen Bauvorhaben

forderten. Für das FEhS-Institut ein richtiger Ansatz, dem jedoch eindeutige Definitionen folgen

müssten.

Die Experten für Eisenhüttenschlacken

vermissen bei der

Ausgestaltung der geplanten

Verordnungen und Gesetze die ausdrückliche

Einbeziehung aller Sekundärbaustoffe,

also auch der industriellen

Gesteinskörnungen. Zum anderen

sei die angestrebte Bevorzugung

als Verpflichtung für den öffentlichen

Auftraggeber rechtlich bindend zu

formulieren.

Weichenstellung auf Bundund

Länderebene gefordert

Thomas Reiche, Geschäftsführer des

FEhS-Instituts: »Wir begrüßen die Absicht

von Bund und Ländern, den Einsatz

von Sekundärbaustoffen bei öffentlichen

Vorhaben Vorrang einzuräumen.

Wichtig ist dabei aber, dass

nicht nur von Recyclingbaustoffen die

Rede ist. Eisenhüttenschlacken

sind bewährte und

begehrte industrielle Nebenprodukte,

aus denen

technologisch hochwertige,

umweltverträg liche

und ressourcenschonende

Baustoffe entstehen. Ihr

Beitrag für nachhaltiges

Bauen und eine effiziente

Kreislaufwirtschaft ist seit

Jahrzehnten enorm. Zudem dürfen

die Vorgaben nicht als unverbindliche

Soll-Formulierungen verfasst werden.

Wir brauchen hier auf Bund- und Länderebene

eine ganz klare Weichenstellung

für den bevorzugten Einsatz

von Sekundärbaustoffen. Dies gilt in

besonderem Maße für die gerade im

Bundestag diskutierte Novellierung

des Kreislaufwirtschaftsgesetzes.«

Thomas Reiche,

Geschäftsführer des

FEhS-Instituts

CO 2 -Emissionen

vermeiden

Aus den rund zwölf Millionen

Tonnen Eisenhüttenschlacken,

die jedes Jahr

bei der Stahlproduktion in

Deutschland anfallen, entstehen

nach Informationen

des FEhS-Instituts sieben

Millionen Tonnen

Hüttensand und fünf Millionen

Tonnen Gesteinskörnungen.

Demnach konnten durch ihre Verwendung

in Zement und Beton sowie

im Straßenbau bereits der Abbau von

mehr als einer Milliarde Naturstein

und die Emission von mehr als 200

Millionen Tonnen CO 2 vermieden

werden.


www.rohstoff-schlacke.de

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10 | 2020 33

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Special

Bauen mit Stahl

Brandschutz durch Feuerverzinken

Statik-Software erleichtert Verfahren für Konstrukteure ohne

umfassendes Expertenwissen

Düsseldorf. Feuerverzinkter Stahl zeichnet sich durch ein langsameres

Erwärmungsverhalten im Brandfall aus. »Durch Feuerverzinken

ist deshalb vielfach eine Feuerwiderstandsdauer von

30 Minuten (R30) ohne zusätzliche Brandschutzmaßnahmen

erreichbar«, teilt das Institut Feuerverzinken mit. Um den Brandschutz

durch Feuerverzinken in der Praxis zu vereinfachen, hat

der Bausoftware-Hersteller mb AEC Software das Verfahren als

neue Brandschutz-Option in ein Statik-Modul integriert.

Mit dem neuen Modul S855.

de, »Stahl-Querschnitte,

Nachweise im Brandfall –

EC 3, DIN EN 1993-1-2«, soll es Anwendern

gelingen, feuerverzinkte

Stahlprofile hinsichtlich ihrer

Tragfähigkeit unter Brandbeanspruchung

nachzuweisen.

»Zur Anwendung des Baustatik-Moduls

S855.de ist kein

umfassendes Expertenwissen

über die Heißbemessung erforderlich.

Die notwendigen Eingaben

können von jedem Tragwerksplaner

sinnvoll vorgenommen

werden«, sagt Uli Höhn, geschäftsführender

Gesellschafter von mb AEC

Software, und ergänzt: »Dies soll jedoch

kein Plädoyer für eine blinde

Anwendung der Software sein.« Daher

bietet der Software-Hersteller

gemeinsam mit dem Institut Feuerverzinken

Informationen zu den

fachlichen und normativen Grundlagen

zum Brandschutz durch Feuerverzinken

und zum Thema Heißbemessung.

Vergleich zwischen Brandschutzlösungen

möglich

Nach entsprechender Dateneingabe

stellt die Software nach Angaben des

Instituts Feuerverzinken eine vollständige

und prüffähige Ausgabe des

Nachweises der Tragfähigkeit unter

Brandbeanspruchung zur Verfügung.

»Zur Anwendung des

Baustatik-Moduls S855.de

ist kein umfassendes Expertenwissen

über die Heißbemessung

erforderlich. Die notwendigen

Eingaben können von jedem

Tragwerksplaner sinnvoll vorgenommen

werden.«

Uli Höhn, geschäftsführender

Gesellschafter von mb AEC Software

Diese beinhalte alle für den Prüfer

relevanten Informationen sowie die

Option, auch Zwischenergebnisse zur

besseren Nachvollziehbarkeit auszugeben.

Neben dem Brandschutz durch

Feuerverzinken bemesse das neue

Hintergrund

Institut Feuerverzinken

Feuerverzinkter Stahl kommt

auch im Wohngebäude »The

Silo« in Kopenhagen zum

Einsatz.

Modul auch ungeschützte Stähle

sowie Brandschutzmaterialien

wie Verkleidungen und Spritzputze.

Der Vorteil: »Hierdurch ist eine

direkte Vergleichbarkeit zwischen

den verschiedenen Brandschutzlösungen

gegeben«, betont das Institut

Feuerverzinken. Die Nutzung des Moduls

soll auch durch Ingenieurbüros

möglich sein, die bisher nicht mit

mb-Software arbeiten. •

www.feuerverzinken.com

Das Institut Feuerverzinken GmbH ist die Serviceorganisation des Industrieverbands

Feuerverzinken. Beide vertreten die deutsche Stückverzinkungsindustrie.

Im Jahr 2019 wurden nach Verbandsangaben in

Deutschland mehr als 1,9 Millionen Tonnen Stahl stückverzinkt. Wichtige

Anwendungsbereiche des Korrosionsschutzes durch Feuerverzinken

sind unter anderem Architektur und Bauwesen sowie die Verkehrstechnik

und der Fahrzeugbau.

Foto: Shutterstock

34 10 | 2020


Bauen mit Stahl

Special

Der sichere Weg zur Zugspitze

thyssenkrupp Schulte lieferte diverse Materialien für erneuerte

Bogenbrücke

Grainau. Die Zugspitze gilt als

eines der beliebtesten Reiseziele

für Wanderer und Bergsteiger.

Der naturgewaltige

Weg zum Gipfel führt durch

die Höllentalklamm und dort

über die alte Bogenbrücke. Für

dessen Neubau und Sicherung

hat thyssenkrupp Schulte gemeinsam

mit dem Bauunternehmen

Züblin knapp sieben

Tonnen Stahl verbaut, wie der

Werkstoffhändler mitteilt.

Die Bogenbrücke führt auf circa 1 000 Metern Höhe über die einen Kilometer lange

Höllentalklamm.

Foto: Johannes Zettel/Strabag AG

Die Wanderroute durch die Höllentalklamm bietet

Gipfelstürmern ein schönes Erlebnis auf dem Weg

zur Zugspitze. In einzigartiger Landschaft werden

zahlreiche Wasserfälle entlang riesiger Fels- und Steinformationen

passiert, die den Blick freigeben auf Schluchten

von bis zu 150 Metern Tiefe. Für diese Kulisse hat

thyssenkrupp Schulte nach eigenen Informationen im

Rahmen eines Sponsorings knapp sieben Tonnen Stahl

geliefert. Eingesetzt wurde das Material beim Neubau der

Bogenbrücke, die auf circa 1 000 Metern Höhe über die

einen Kilometer lange Klamm führt. Verantwortlich für

die Initiierung des Gemeinschaftsprojekts war die Sektion

Garmisch-Partenkirchen des Deutschen Alpenvereins (DAV

Garmisch). Die Umsetzung und Fertigstellung erfolgte in

Kooperation mit dem Bauunternehmen Züblin.

der Zugspitze in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen per

Helikopter zu einer der höchstgelegenen Baustellen

Deutschlands geflogen. An seinem Bestimmungsort ist nun

jedes der Stahlteile in der Bogenbrücke eingesetzt und

dient als Träger, Stegblech, Pfosten oder Handlauf. Mit

dem eingesetzten Material soll damit künftig bis zu 100 000

Wanderern jährlich eine sichere Überquerung der Höllentalklamm

ermöglicht werden.


www.thyssenkrupp-materials-services

Stahlteile in mehr als 20 Ausführungen

Für die Anwendung im Gebirgsgelände gelten für die

Bauteile besondere Anforderungen an die Materialgüte.

Dazu zählen höchste Wetterfestigkeit sowie Trag- und

Belastungssicherheit. Auf Basis dieser Vorgaben erstellte

thyssenkrupp Schulte eigenen Angaben zufolge eine

passgenaue Stückliste und stellte maßgeschneiderte

Stahlbleche, -stäbe und -rohre zur Verfügung. Die Lieferung

habe Werkstoffe in insgesamt mehr als 20 unterschiedlichen

Ausführungen umfasst – von bis zu 12 000 Millimetern

Länge und 20 Millimetern Dicke.

Für den Korrosionsschutz wurden die Materialien von

Züblin weiterverarbeitet und schließlich vom Fuße

10 | 2020 35


Special

Bänder & Bleche

Alle Service-Infos in einer Gravur

Lasersystem für lückenlose Dokumentation von Prozess-Stahlbändern

Ulm. Wie lang befindet sich ein Produkt bereits im Einsatz, wann wurde es das letzte Mal gewartet?

Die Beantwortung dieser und anderer Fragen ist im Rahmen von Service- und Wartungsarbeiten

essenziell. Eine gute Lösung, entsprechende Informationen am Produkt zu bündeln, ist, per Lasergravur

eine auslesbare Seriennummer oder einen Code auf das entsprechende Produkt aufzutragen.

Von Dieter Steck*

Lasergravuren haben im Gegensatz

zu anderen Methoden den

Vorteil, dass diese sich langlebig

und fälschungssicher verhalten, ohne

das Material anzugreifen. Auch das

Unternehmen IPCO war auf der Suche

nach einer passenden Lösung zur eindeutigen

Kennzeichnung und Rückverfolgung

seiner Produkte: Der weltweit

führende Experte für die Herstellung

von Stahlbändern benötigte

für seinen Firmensitz in Fellbach ein

Lasermarkiersystem, welches ohne

Veränderung der bestehenden Produktionsinfrastruktur

in der Lage ist,

zuverlässige, präzise und langlebige

Gravuren an Stahlbändern durchzuführen

und fand in der Mobil-Mark

GmbH schließlich den passenden Kooperationspartner.

Zwei innovative Firmen

Mit der Erfindung des Stahlbands

wurde 1901 der erste Grundstein in

der Firmengeschichte von IPCO gelegt:

Das erste Stahlförderband ging

in einem Sägewerk in Schweden in

Betrieb. Auch über 100 Jahre später

werden die Stahlbänder des international

operierenden Unternehmens,

mit Hauptsitz in Sandviken/Schweden,

heute noch zum Transport unterschiedlichster

Produkte eingesetzt,

um Fertigungsprozesse weltweit zu

vereinfachen. Durch jahrelange Erfahrung

und Nutzung hochspezialisierter

Technik nimmt das Unternehmen eine

Vorreiterrolle am Markt ein: Die Stahlbänder

von IPCO sind äußerst stabil

und weisen eine einzigartige Planlage

und Oberflächenglätte auf – Eigenschaften,

die für eine effiziente Produktion

unerlässlich sind. Darüber

hinaus sind die Bänder sehr einfach zu

reinigen, was in hygiene-sensiblen

Bereichen eine große Rolle spielt.

Doch die Einsatzbereiche gehen

über den reinen Transport weit hinaus:

So dienen die Stahlbänder zum

Beispiel auch zur Pressung, Trocknung

oder Gefrierung verschiedenster Produkte

für unterschiedlichste Zielbranchen.

Von der Herstellung von Keksen

bis hin zur Produktion von Medikamenten

sind die Anwendungen somit

sehr facettenreich. Stahlbänder weisen

einen besonders langen Lebenszyklus

auf und haben gegenüber anderen

Förderbändern den Vorteil, dass

sie geringere Betriebskosten verursachen.

Eine regelmäßige Wartung gehört

bei IPCO deswegen zum A und O.

Obwohl die Mobil-Mark GmbH ein

jüngeres Unternehmen ist, setzt auch

diese auf eine weltweit einzigartige

Innovation zur Steigerung der Effizienz

in vielen Produktionsbereichen:

mobile Lasermarkiersysteme, die zum

Produkt fahrbar sind und nahezu jedes

Material fälschungssicher und

langlebig beschriften können. Die Lasermarkiersysteme

sind in unterschiedlichsten

Branchen im Einsatz.

Üblicherweise müssen Produkte erst

umständlich zu einer Laserstation gefahren

werden, was zusätzlichen logistischen

Aufwand – und somit auch

Mehrkosten – erzeugt. Dank dem

handlichen Lasersystem kann die Lasermarkierung

jedoch direkt am Produkt

vorgenommen werden. Von Holz

über Keramik, von Kunststoff bis

Metall: Mobil-Mark hat seine Lasersysteme

so konzipiert, dass diese nahezu

jedes Material für jede Branche

beschriften können.

Abriebfeste, feine Gravuren

Die Stahlbänder von IPCO am Standort

Fellbach werden insbesondere für

die pharmazeutisch-chemische Industrie,

für die Lebensmittelindustrie

sowie für die Automobilindustrie gefertigt.

Je nach kundenseitiger Produktionsumgebung

müssen die Stahlbänder

sehr herausfordernden Bedingungen

– zum Beispiel hohen oder

niedrigen Temperaturen – oder

schnellen Bandgeschwindigkeiten

standhalten. Des Weiteren kann die

Lebensdauer eines IPCO Stahlbandes

je nach Applikation 20 Jahre überschreiten.

Vor diesem Hintergrund

war es IPCO sehr wichtig, einen Laser

zu finden, der in der Lage ist, eine

nicht sehr tiefe und dennoch dauerhafte

Gravur aufzutragen. Zudem

musste diese den mitunter extremen

kundenseitigen Produktionsumgebungen

gewachsen sein. Wichtig war

IPCO außerdem, dass die besondere

Oberflächenbeschaffenheit der Stahlbänder

durch die Gravur nicht angegriffen

wird. Herkömmliche Markierungsmethoden,

etwa mit Ätztinten

kamen nicht in Frage, da diese mit

der Zeit unter diesen Bedingungen

abgetragen werden. Ein weiteres

Augenmerk lag ebenso auf der flexiblen,

lokalen Bedienbarkeit eines Lasers:

Da die Markierung immer am

Ende des Fertigungsprozesses oder

beim Kunden vor Ort erfolgt, sollte

36 10 | 2020


Bänder & Bleche

Special

ein möglichst fahrbares, sicheres und

einfach zu bedienendes Lasersystem

gefunden werden.

Mobil, sicher, langlebig

Die Lösung wurde schließlich bei der

Mobil-Mark in Ulm gefunden: Das Lasersystem

überzeugte den Kunden

durch seine einfache Handhabung

und das passgenaue Gravur-Ergebnis.

Der oder die Bedienende kann den

kompakt gebauten Laser ganz einfach

zum Produkt fahren und dort auf

Knopfdruck die Gravur vornehmen –

und ist dabei rundum geschützt. Bei

diesem Vorgang sind keine zusätzlichen

Schutzvorkehrungen nötig,

denn der Laser ist nach Laserschutzklasse

1 zertifiziert und kann dadurch

sofort am Wunschort in Betrieb genommen

werden. Auch das Markierungsergebnis

konnte den Kundenanforderungen

gerecht werden: Eine

schnell durchzuführende, gut lesbare,

filigrane Gravur, die auch im Langzeiteinsatz

der Stahlbänder besteht und

hygienischen Standards gerecht wird.

Außerdem konnte das Lasersystem

durch seine Flexibilität in der Eingabe

wechselnder Beschriftungslayouts

punkten: Inhalte können innerhalb

kürzester Zeit verändert und graviert

werden. Andere Parameter wie Datum

und Uhrzeit aktualisieren sich

automatisch und müssen nicht neu

eingegeben werden.

Optimierter Serviceprozess

dank Lasereinsatz

Durch den Einsatz des Mobil-Mark-

Lasers wurde der Firma IPCO die Möglichkeit

gegeben, kundenspezifische

Service- und Wartungsprozesse zu

optimieren: Anhand einer Seriennummer

sind Mitarbeitende nun in

der Lage, alle relevanten Daten in

Bezug auf das Stahlband auszulesen.

Lieferscheine, Angebote, Auftragsbestätigungen

und Prüfprotokolle können

so direkt beim Kunden eingesehen

werden. Insbesondere der Lebenszyklus

eines Stahlbandes kann

auf diese Weise genauestens nachverfolgt

werden, auch wenn dieses schon

über mehrere Jahre im Einsatz ist.

Einer lückenlosen Dokumentation

steht somit nichts mehr im Weg. Die

Gravur selbst kann flexibel, sicher und

einfach in wenigen Schritten durchgeführt

werden. Da sich der Einsatz

des Lasersystems von Mobil-Mark für

Kennzeichnungslösungen

für die

stahlverarbeitende

Industrie

Codes drucken

Tinte · Laser

rea-jet.com

Codes applizieren

Etiketten

rea-label.com

IPCO bewährt hat, ist eine Ausstattung

des Standortes in Schweden mit

dem Lasersystem in Planung. •

www.mobil-mark.de

*Der Autor ist Diplom-Ingenieur (FH)

und Geschäftsführer des Unternehmens

Mobil-Mark.

Code Qualität prüfen

1D & 2D Codes

rea-verifier.com

REA Elektronik GmbH · 64367 Mühltal · Telefon: +49 (0)6154 638-0 · info@rea-jet.de

10 | 2020 37


Special

Bänder & Bleche

Effiziente Kraftübertragung

in der Stahlindustrie

Gigantisches Spezialgetriebe ermöglicht Fertigung von

vier Millionen Tonnen Stahlcoils pro Jahr

Hattingen. Für die Herstellung von Stahl coils

in großen Mengen ist eine leistungsstarke

Produktionslinie nötig, die sowohl den gewünschten

Output als auch die erforderliche

Effizienz bietet, um im globalen Wettbewerb

der Stahlindustrie bestehen zu können. Hierbei

spielen die Antriebskomponenten eine große

Rolle und damit auch der Einsatz von Anlagen

zur Kraftübertragung. Ein internationaler

Stahlkonzern bestellte für sein Werk in Südfrankreich

ein robusteres Getriebe, das bereits

in Betrieb genommen wurde.

Hiermit wurde unter anderem die FCMD GmbH beauftragt,

ein deutscher Experte für Antriebslösungen.

Das Unternehmen ist Teil der französischen

Groupe CIF, zu der auch das Gießereiunternehmen

Ferry-Capitain sowie der Getriebehersteller CMD gehören.

»Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt war

natürlich die schiere Größe des Getriebes«, erklärt Michael

Hornecker, CEO der FCMD GmbH in Hattingen. »Angefangen

bei den Zahnrädern über das Gehäuse bis zum Transport

von einzelnen Bauteilen mussten verschiedenste Aspekte

bedacht werden.« Wie FCMD mitteilt, begannen die Planungen

im Jahr 2017, direkt nachdem das Sondergetriebe

bestellt worden war. Geleitet wurde das Projekt von der

französischen Seite der Groupe CIF, zu der auch FCMD gehört.

Innerhalb eines Jahres konnten sämtliche Produktionsschritte

– von der Konstruktion über die Fertigung der

Einzelkomponenten und die Montage bis zur Lieferung und

Inbetriebnahme – abgeschlossen werden.

Extreme Hitze und Luftfeuchtigkeit

Durch die Größe der eingesetzten Zahnräder sowie dank einer

optimalen Kraftumsetzung konnte mit dem Sondergetriebe

eine Leistung von neun Megawatt erreicht werden.

»Das Getriebe sollte auf einer Warmbreitbandstraße eingesetzt

werden, die unter anderem aus fünf Vorwalz- und

sechs Fertigwalzwerken besteht«, erläutert Hornecker.

»Stahl-Brammen werden hier ausgewalzt und später zu

Coils aufgewickelt.« Die Überlegungen beim Engineering

des Getriebes betrafen nun vor allem die Umgebungsbedingungen

im Stahlwerk. Denn bevor das Material gewalzt

werden kann, müssen die Brammen auf eine Temperatur

von etwa 1 250 Grad Celsius erhitzt werden, um

die für das Walzen nötige Kraft zu verringern und die

Verformbarkeit zu erhöhen. Die vorherrschende Temperatur

erfordert, dass sämtliche Maschinen und Bauteile

der näheren Umgebung hitzebeständig sind. Gleichzeitig

muss dem beständigen Auftreten von Schlacke auf der

Oberfläche der Brammen in Form von oxidiertem Kohlenstoff

mit wiederholter Reinigung durch Wasserstrahlanlagen

begegnet werden. Der hierbei entstehende Wasserdampf

sorgt für extreme Luftfeuchtigkeit, was wiederum

das Material der Maschinen angreifen kann. »Daher

fertigen wir unsere Getriebe aus korrosions- und hitzebeständigen

Materialien«, erklärt Hornecker. »So ist die

Foto: FCMD GmbH

38 10 | 2020


Bänder & Bleche

Special

Maschine sowohl gegen Hitze als auch gegen Korrosion

geschützt.«

190 Tonnen schweres

Getriebe mit einer Leistung von neun Megawatt

Ein weiterer entscheidender Faktor im Walzwerk war die

benötigte Leistung. »Auf dem Warmbreitband werden die

Brammen mehrfach ausgewalzt, um die gewünschte Dicke

zu erreichen«, so Hornecker. Hierbei wird zwischen den

Walzen der Vorstraße, wo der Stahl reversierend gewalzt

wird, und denen der Fertigstraße unterschieden. Insgesamt

kommen elf Walzen zum Einsatz, die für eine Produktion

von vier Millionen Tonnen Stahl-Coils pro Jahr ausgelegt

sind. Das Getriebe musste somit eine hohe Leistungsdichte

aufweisen, um genug Kraft auf begrenztem Raum übertragen

zu können. »Durch die Größe der eingesetzten

Zahnräder sowie dank einer optimalen Kraftumsetzung in

diesem 190 Tonnen schweren Getriebe, mit einer Länge

von fast neun Metern und einer Höhe von fast fünf Metern,

konnte eine Leistung von neun Megawatt erreicht werden.

Auf diese Weise ist es möglich, sämtliche Walzwerke parallel

zu betreiben«, berichtet Hornecker.

Doch auch der Wechsel zwischen den Betriebszuständen

war aufgrund der permanenten und starken Beanspruchung

eine Herausforderung: »Das Getriebe musste sieben

Tage die Woche rund um die Uhr einsatzfähig sein – und

das einerseits bei ununterbrochenem Betrieb mit nichtperiodischen

Last- und Drehzahländerungen und andererseits

bei periodischem Aussetzbetrieb, der auch Anlauf- und

Bremsvorgänge des Getriebes beinhaltet«, erklärt Hornecker.

»Dies stellte eine große mechanische und elektrische

Belastung für das Aggregat dar, die wir beim Engineering

berücksichtigen mussten.«

Fünf verschiedene Unternehmen steuern

Expertise bei

Die Fertigung wurde nach Unternehmensangaben in Kooperation

mehrerer Firmen innerhalb der Groupe CIF durchgeführt.

Die meisten Arbeitsschritte fanden demnach unter

Leitung der in Cambrai ansässigen CMD Gears statt, wie

zum Beispiel die finale Montage der einzelnen Teile vor Ort.

»Vor Abschluss des Auftrags bestand noch eine letzte Herausforderung

im Transport des extrem schweren Aggregats

über 930 Kilometer zum Stahlwerk im Süden Frankreichs«,

erklärt Hornecker. »Dafür musste das Getriebe in sechs

Sendungseinheiten unterteilt werden, die selbst einzeln

noch bis zu 60 Tonnen wogen. Gemeinsam mit Ferry-Capitain

und CMD bewerkstelligten wir auch dies, sodass bereits

2018 die Sonderanfertigung in Betrieb genommen werden

konnte.« Ein zweites Getriebe, das noch im selben Jahr

bestellt worden sei, habe 2019 geliefert werden können

und warte noch auf seinen Einsatz, so FCMD. •

www.fcmd-gmbh.de

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Special

Bänder & Bleche

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ergonomisch entpacken

KASTO: Neue Lösung für Blechhandels- und -bearbeitungsbetriebe

Achern. KASTO Maschinenbau erweitert sein Portfolio um einen neuen Blechwender, der Unternehmensangaben

zufolge ein sicheres und benutzerfreundliches Entpacken und Einlagern von

Blechpaketen ermöglicht. Demnach sollen Anwender damit das manuelle Handling der schweren

Bleche deutlich reduzieren können – das spare nicht nur Zeit, sondern beuge vor allem auch Unfällen

und Verletzungen vor.

Der Blechwender von KASTO besteht aus einer trommelförmigen

Dreheinrichtung mit einer heb- und

senkbaren Auflagefläche. Per Gabelstapler platziert

der Benutzer darauf das einzulagernde, noch verpackte

Blechpaket. Die Bleche liegen mittig auf, das macht

die gesamte Konstruktion KASTO zufolge besonders stabil.

Der Anwender kann nun zuerst die Umreifungsbänder

und Folien sowie den Kantenschutz auf der Oberseite

entfernen. Anschließend dreht sich die Trommel des Blechwenders

mitsamt Ladung um 180 Grad, sodass sich die

restliche Verpackung sowie die Holzpalette ganz einfach

entnehmen lassen sollen. Danach kehrt der Blechwender

in seine Ausgangsposition zurück.

Neuer Blechwender

Ist die Verpackung komplett entfernt, richten vertikale und

horizontale Schieber die Bleche präzise gemäß den Anforderungen

des Anwenders aus – entweder zentriert oder an

einer Referenzecke. Stationäre Teleskopgabeln transportieren

dann die fertig positionierten Bleche auf einen neben

der Trommel bereitstehenden Einlagerwagen und legen

sie dort auf einer Lagerpalette ab. »Damit ist die Ware

ideal für die automatisierte Lagerung und Bearbeitung

vorbereitet – und das ganz ohne schweres Heben oder

Tragen. Das verbessert sowohl die Prozesseffizienz als auch

die Ergonomie am Arbeitsplatz. Unfälle oder Verletzungen

lassen sich zuverlässig vermeiden«, teilt KASTO mit.

Der KASTO-Blechwender ist laut Hersteller für Blechpakete

in den Formaten MF, GF und XF mit einem Gewicht

bis zu fünf Tonnen geeignet. »Er bietet Handels- und Bearbeitungsbetrieben

eine attraktive Möglichkeit, das mühsame

Entpacken und Einlagern von Blechpaketen wirtschaftlich

zu automatisieren. Er ist auch für das Wenden

von Riffelblechen geeignet – diese lassen sich nach Wahl

beidseitig ablegen. Zudem lässt er sich nahtlos an sämtliche

KASTO-Blechlagersysteme anbinden – das sorgt für einen

durchgängig effizienten und ergonomischen Materialfluss«,

so KASTO.

www.kasto.com


40 10 | 2020


Sonderstrecke

Special

2020

10 | 2020 41


Special

Golden Summer

Vor dem Schweißen müssen die

beiden überlappend liegenden

Rohrenden eines Stranges der

»Nord Stream 2«-Pipeline durch

das Verlegeschiff angehoben

und zugeschnitten werden.

Foto: Nord Stream 2 / Axel Schmidt

Mit Volldampf

Richtung H-Gas-Versorgung

Pipelineprojekte – mehr denn je gefragte Energiebündel

Sie verrichten ihren Dienst meist kaum sichtbar – und doch fällt reichlich Scheinwer fer licht auf sie:

Pipelineprojekte, unterirdisch oder auf dem Meeresgrund verlegte Energiebündel, glänzen mit

Dauerpräsenz in den medialen Schlagzeilen. Ein Trend, der sich verstärken dürfte.

Neue Pipelines wie die TurkStream,

Nord Stream 2, EastMed

und das Baltic Pipe Project verzücken

die Energieanbieter und -anwender

sowie obendrein die Zulieferer.

Der Rohrhunger ist groß – er muss

zügig und in bester Qualität gestillt

werden.

In die zahlreichen bestehenden Pipelines

eingereiht hat sich zum Jahresanfang

die TurkStream, die – verlegt

durch das Schwarze Meer – das

russische und türkische Gastransportsystem

verbindet. Ein Strang liefert

Gas in die Türkei und weiteres Gas

durch die Türkei nach Süd- und Südosteuropa.

Zusammen besitzen die

Stränge eine jährliche geplante Gesamtkapazität

von 31,5 Milliarden Kubikmetern.

Die Pipeline glänzt außerdem,

weil erstmals in der Welt ein

Rohr mit einem Durchmesser von

mehr als 810 Millimetern 2200 Meter

tief verlegt wurde. Immer mehr Grenzen

verschieben sich, weil auch die

Rohrhersteller die Entwicklung ihrer

Produkte mit Vehemenz vorantreiben.

Offene Bauweise

Als innovativ erweist sich ebenfalls

die mit zwei Strängen geplante Nord

Stream 2, die weitgehend parallel zur

bereits fertiggestellten Nord Stream

durch die Ostsee verlaufen wird und

jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas

von Russland nach Deutschland transportieren

soll, wo es weiter in die

Europäische Union geleitet wird.

42 10 | 2020


Golden Summer

Special

Außen:

Oberfläche

perfekt geschält

Innen:

Klima bestmöglich

geschützt

Unser auf engste Toleranzen geschälter Blankstahl ist nicht

nur höchst maßgenau. Er ist auch höchst klimafreundlich.

Zum Beispiel, weil wir ihn aus recyceltem Schrott möglichst

emissionsarm im Elektrolichtbogenofen erschmelzen und

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10 | 2020 43


Special

Golden Summer

»Auf Rohranbieter

warten zahlreiche

Pipelineprojekte. Um eine

zügige Auftragsabwicklung

bei bestmöglicher

»Der geradlinige landseitige Abschnitt

wurde mit Hilfe einer innovativen,

offenen Bauweise mit Grabenkästen

errichtet«, berichtet die

Nord Stream 2 AG. Diese Vorgehensweise

erlaube die Minimierung der

Baufläche, da die Rohrleitungen

durch bereits vorgefertigte Baugruben

gezogen und in der Mitte des

landseitigen Abschnittes verbunden

würden.

Pipeline und Umwelt schützen

Die Rohranbieter müssen eine Mammutaufgabe

schultern: Über 200 000

Rohrsegmente werden geliefert. Das

Gesamtgewicht beträgt 2,2 Millionen

Tonnen für eine 2 500 Kilometer

lange Strecke. Europipe – Gesellschafter

sind der Salzgitter-Konzern und

die AG vom Dillinger Hüttenwerk –

fertigt hiervon 890 000 Tonnen für

etwa 1 100 Kilometer.

Und es ist noch mehr in der Pipeline:

Im Januar unterzeichnete

Gaz-System einen Vertrag mit Europipe

über die Lieferung von Unterwasserrohren

für den Offshore- Teil des

Baltic Pipe Project. Die geplante Pipeline

soll ab Oktober 2022 den Import

von erhöhten Mengen von bis zu

zehn Milliarden Kubikmetern Gas aus

den Vorkommen auf dem norwegischen

Festlandsockel nach Polen ermöglichen.

Europipe fertigt Rohre mit einem

Nenndurchmesser von 900 Millimetern,

die in Abschnitten mit einer

Nennlänge von 12,2 Metern hergestellt

werden, erklären die Projektpartner

Energinet und Gaz-System.

Der Vertrag umfasse ebenfalls Rohre

Qualität zu bieten, sind

Investitionen not-

desselben Durchmessers für den kurzen

landseitigen Abschnitt der Gasleitung

bis zum Empfangsterminal. Er

werde auch alle im Projekt enthaltenen

Schutzbeschichtungen einschließen,

»die sowohl die Pipeline schützen

als auch ihre Auswirkungen auf

die Umgebung und die Umwelt minimieren

werden«.

wendig.«

Gasumstellung stemmen

Die Stahlwandstärke der Gasleitung

wird zwischen 20,6 und 23,8 Millimetern

liegen. »Die Pipeline wird mit

einer speziellen, 4,2 Millimeter dicken

Korrosionsschutz beschichtung überzogen,

die sie während des Betriebs

auf dem Meeresboden schützt«, betonen

die Projektpartner. Die Ostsee-Pipeline

werde auch durch eine

60 bis 110 Millimeter dicke Betonschicht

geschützt.

Offiziell begonnen haben die Bauarbeiten

an der 216 Kilometer langen

Ferngasleitung Zeelink im April 2019

– das Projekt beinhaltet auch den

Neubau einer Gaspipeline von der

belgisch-deutschen Grenze nach Legden

bei Ahaus (NRW). Die Leitung soll

bis 2030 die Umstellung von L- auf

H-Gas, also von Erdgas mit einem

niedrigeren Energiegehalt auf Erdgas

mit einem höheren Energiegehalt, für

Millionen Haushalts-, Gewerbe- und

Industriekunden unter anderem in

Nordrhein-Westfalen gewährleisten.

Hintergrund: Der Anteil von L-Gas

sinkt aufgrund zurückgehender Fördermengen

in den Niederlanden. Die

Projektgesellschaft ist ein Joint Venture

von Open Grid Europe (75 Prozent)

und Thyssengas (25 Prozent).

Die Inbetriebnahme ist für März 2021

geplant.

Auf der »Nord Stream 2«-Baustelle in Lubmin installieren Arbeiter Molchschleusen.

Foto: Nord Stream 2 / Paul Langrock

44 10 | 2020


Special

Unsere Erfahrung – Ihr Erfolg

Beiz-

Inhibitoren

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Schutz von Stahl-

Oberflächen in

Beizbädern und bei

der sauren

Vorbehandlung

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Säuren

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Passivierung und

Korrosionsschutz von

Metalloberflächen für

die Zwischenlagerung

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Reinigung, Entfettung

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Säure-Resten nach der

Behandlung mit Säuren

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Stahloberfläche

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10 | 2020

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45

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Special

Golden Summer

Foto: Baltic Pipe Project

Auf beste Qualität wird auch beim Baltic Pipe Project Wert gelegt.

Das Projekt beschert Mannesmann

Großrohr einen Auftrag, der rund

215 Kilometer Gasleitungsrohre mit

einem Durchmesser von 1 016 Millimetern

(DN 1000) umfasst. Die

mit Polyethylen beschichteten

Rohre sind etwa 18 Meter lang

und bis zu acht Tonnen schwer.

Die rund 100 000 Tonnen Warmbreitband

als Vormaterial für die

spiralnahtgeschweißten Großrohre

stammen von Salzgitter Flachstahl.

Die 543 Rohrbögen der Leitung werden

im konzerneigenen Rohrbiegewerk

produziert, das hierzu längsnahtgeschweißte

Großrohre aus Vormaterial

von Salzgitter Mannesmann

Grobblech verarbeitet.

Zügige Auftragsabwicklung

Die steigende Zahl

der Pipelines sichert nicht

nur die Energieversorgung,

sondern sorgt auch

für hohe Einnahmen bei

Energieanbietern und

Rohrherstellern.

Und die Branche gibt weiter Gas: Die

Planungen für die Eastern Mediterranean

Pipeline (EastMed) nehmen Gestalt

an. Griechenland, Zypern und

Israel unterzeichneten im Januar ein

Abkommen zum Bau der EastMed,

die ab 2025 Erdgas aus dem Leviathan-Feld

im Mittelmeer über Zypern

und Kreta zum griechischen Festland

und in Verbindung mit den Poseidonund

IGB-Pipelines das Erdgas weiter

nach Italien und in andere europäische

Regionen transportieren soll. Die

EastMed-Pipeline wird laut Planung

eine Länge von 1 900 Kilometern haben

und eine jährliche Kapazität von

zehn Milliarden Kubikmetern besitzen.

Auf Rohranbieter warten also zahlreiche

Pipelineprojekte. Um eine zügige

Auftragsabwicklung bei bestmöglicher

Qualität zu bieten, sind

Investitionen notwendig, wie sie beispielsweise

Butting tätigt. Bislang verfügt

das Unternehmen über eine

Zwölf-Meter-Hydroformingpresse, in

der ein korrosionsbeständiges Butting-Edelstahlrohr

und ein Kohlenstoff-Mangan-Stahl-Rohr

mechanisch

zu einem sogenannten »BuBi-Rohr«

(Butting- Bimetall-Rohr, Anm. d. Red.)

verbunden werden. Die Fertigung

von durchschnittlich circa 15 Kilometern

Bimetallrohr pro Monat

von einer mittleren Rohrabmessung

möchte das Unternehmen

langfristig verdoppeln. Durch einen

Hallenneubau und einhergehende

Anpassungen der Prozesse

sollen die Produktionsabläufe nochmals

optimiert und die Produktivität

gesteigert werden.

Win-Win-Situation für alle

Beteiligten

Zudem wurde gemeinsam mit einem

Maschinenbau- Unternehmen eine

neue Zwölf-Meter-Hydroforming-

Presse geplant und zur Fertigung in

Auftrag gegeben. Produktionsbeginn

der ersten BuBi-Rohre im neuen Produktionskreislauf

soll im dritten

Quartal 2020 sein.

Die steigende Zahl der Pipelines

sichert nicht nur die Energieversorgung,

sondern sorgt auch für hohe

Einnahmen bei Energieanbietern und

Rohrherstellern – eine Win-Win-Situation

für alle Beteiligten. Denn wenn

die Qualität stimmt, muss sozusagen

kaum einer in die Röhre gucken. •

46 10 | 2020


Special

IT‘S MORE THAN JUST A MACHINE.

WE MAKE YOUR PRODUCT GOLD

10 | 2020 KOCKS.DE 47


Special

Golden Summer

Aus Mitarbeitern Sparfüchse

machen und Fixkosten senken

Ideenmanagement ist gerade in Krisenzeiten wichtig

Foto: Shutterstock

Beschäftigte sind die besten Unternehmens berater, wenn es um das Optimieren des Alltagsgeschäfts geht.

Darmstadt. In der aktuellen Krisensituation müssen viele mittelständische Unternehmen ihre

Fixkosten senken. Unklar ist ihnen aber oft, wie sie ihre Mitarbeiter zum Entwickeln von Ideen, um

Zeit und Geld zu sparen, motivieren können.

Von Lukas Leist*

In Krisenzeiten, wenn die Umsätze und Erträge im Keller

sind, steht auf der Prioritätenliste vieler Unternehmen

ein Thema ganz oben: Sparen, um die Liquidität zu

wahren. Das ist meist auch möglich, denn: In guten Zeiten

setzen Unternehmen – wie Menschen – oft Speck an.

Deshalb wirken Kostensenkungsprogramme nicht selten

wie Fitnesskuren.

Die Einsparpotenziale identifizieren

Um die Einsparpotenziale zu ermitteln, können Unternehmen

teure Berater ins Haus holen. Doch in Krisenzeiten,

wenn die Nerven ohnehin blank liegen, gilt: Kaum laufen

die Damen und Herren mit Aktenkoffer über die Flure,

machen Gerüchte über bevorstehende Entlassungen die

Runde. Die Verunsicherung der Belegschaft wächst also

weiter. Deshalb agieren vorausschauende Unternehmen

beim Sparen anders: Sie nutzen die Kreativität ihrer Mitarbeiter,

um die gewünschten Einsparungen zu erzielen.

Wie groß das Einsparpotenzial in vielen mittelständischen

Unternehmen ist, zeigt ein Online-Rechner, den die

Firma Innolytics, Leipzig, auf Basis von Unternehmensdaten

entwickelt hat: Ihm zufolge spart ein Unternehmen mit

100 Beschäftigten und einem professionellen Ideenmanagement,

das zwei Ideen- beziehungsweise Sparkampa-

48 10 | 2020


10 | 2020 49


Special

Golden Summer

gnen pro Jahr durchführt, im Schnitt fast 100 000 Euro pro

Jahr. Dabei lautet der Schlüssel zum Erfolg laut Dr. Jens-

Uwe Meyer, die Mitarbeiter durch fokussierte Ideenmanagement-Kampagnen

zu aktivieren. Der Geschäftsführer

der Innolytics GmbH ist überzeugt: Bei der Suche nach

Einsparpotenzialen sind die Mitarbeiter und Teams auf der

operativen Ebene Beratern von außen und dem Management

überlegen, denn: Sie kennen die Arbeitsabläufe im

Detail. Dieser Auffassung ist auch der Organisationsberater

Klaus Doll aus Neustadt an der Weinstraße: »Kein Manager

ist mit den Abläufen so vertraut wie die Mitarbeiter, die

bestimmte Tätigkeiten Tag für Tag verrichten.«

Innolytics hat seit 2014 mehr als 100 Ideenkampagnen

in Unternehmen organisatorisch begleitet. Dabei kristallisierten

sich mehrere Erfolgsfaktoren heraus.

Auf den Punkt kommen

In vielen Unternehmen wird das Ideenmanagement laut

Meyer als eine Art Vorschlagswesen für alles »missbraucht«.

Deshalb werden oft viele Ideen ohne wirtschaftlichen

Wert eingereicht. Bei den wirklich erfolgreichen

Ideenmanagement-Kampagnen wird hingegen das Thema

Sparen direkt in den Mittelpunkt gestellt. Zum Beispiel

indem sie eine Überschrift wie »Ausschuss minimieren«

oder »Doppelarbeiten vermeiden« tragen. Zudem werden

die Köpfe der Mitarbeiter mit themenbezogenen Erfolgsbeispielen

angeregt.

Mitarbeiter an Einsparungen beteiligen

Unternehmen mit einem überdurchschnittlich erfolgreichen

Ideenmanagement sind großzügig gegenüber

den Ideengebern: Sie schütten zehn bis zwanzig Prozent

der erzielten Einsparungen im ersten Jahr an ihre Beschäftigten

aus. Das ist für beide Seiten ein gutes Geschäft.

Angenommen, eine Idee bewirkt 50 000 Euro Einsparungen

pro Jahr. Dann erhalten die Beschäftigten einmal 5 000

oder gar 10 000 Euro als Bonus; das Unternehmen hingegen

profitiert langfristig von den Einsparungen, denn diese

Kosten entfallen fortan Jahr für Jahr.

In vielen Unternehmen bestehe diesbezüglich eine

»Geizkragenmentalität«, kritisiert Meyer. Ihrem Top-Führungspersonal

bezahlen sie für das Erreichen gewisser

Ziele selbstverständlich Boni; bezogen auf die Mitarbeiter

auf der »wertschöpfenden Ebene« besteht aber die Einstellung:

Die kontinuierliche Verbesserung ist ein Teil

ihres Jobs. Diese Diskrepanz nehmen die Mitarbeiter

wahr. Also engagieren sie sich kaum für das Sparen, auch

weil sie sich, wie der Managementberater Rainer Paszek

aus Eglfing in Oberbayern betont, nicht selten fragen,

welchen Nutzen sie davon haben. Oft lautet ihre Antwort:

»Keinen, außer dass meine Arbeit weiter rationalisiert

wird.« Deshalb empfiehlt Meyer: »Lieber den Beschäftigten

eine hohe Provision bezahlen als zum Beispiel teure

Prozess- oder Qualitätsmanagementberater engagieren.«

Regelmäßig Kampagnen starten

Für ein erfolgreiches Ideenmanagement gilt: Einmal ist

kein Mal. An der ersten Spar-Kampagne beteiligen sich

meist nur Mitarbeiter, die auch zuvor Verbesserungsvorschläge

machten. Der einzige Unterschied: Ihre Vorschläge

sind durchdachter, weil eine Prämie lockt. »Erhalten

jedoch die ersten Mitarbeiter Prämien, spricht sich dies

herum und plötzlich kommen sogar Einsparvorschläge von

Mitarbeitern, von denen deren Vorgesetzte dies nie erwartet

hätten«, berichtet Meyer.

Er ist überzeugt: »Beschäftigte sind die besten Unternehmensberater,

wenn es um das Optimieren des Alltagsgeschäfts

geht.« Anders ist es, wenn ein Unternehmen sich

zum Beispiel coronabedingt ganz neu aufstellen muss.

Dann ist meist externe Unterstützung nötig, betont Organisationsberater

Doll. Doch auch dann sollte man interne

Experten mit an Bord holen – »auch weil sie meist einen

realistischeren Blick auf die Machbarkeit haben«.

Im Zuge der Covid-19-Pandemie wird oft von der »Krise

als Chance« gesprochen. Hierzu zählt, dass Mitarbeiter sich

in Krisenzeiten leichter als sonst motivieren lassen, Einsparpotenziale

zu identifizieren und neue Problemlösungen

zu entwickeln, denn: In ihnen müssen ihre Vorgesetzten

keine lange Überzeugungsarbeit leisten, warum ein sparsamer

Umgang mit den begrenzten Ressourcen an Zeit

und Geld wichtig ist.

Viele Unternehmen haben jedoch wenig Erfahrung, wie

sie ein effektives Ideenmanagement starten und am Leben

halten können. Deshalb bietet Innolytics Unternehmen ein

»Ideenmanagement as a Service«-Modell an. Das heißt,

Ideenmanagement-Experten richten als externe Unterstützer

eine digitale Plattform für sie ein, entwickeln und

managen die Kampagnen und sorgen dafür, dass möglichst

hochwertige Ideen entstehen.

»Kostensparen« ist eines der Top-Themen

Inwieweit Unternehmen beim Etablieren eines professionellen

Ideenmanagements einen solchen Support nutzen,

müssen die Verantwortlichen vor Ort entscheiden. Unabhängig

davon werden die Themen »Verschwendung vermeiden«

sowie »effizienter Umgang mit den Ressourcen an Zeit und

Geld« in den kommenden Monaten in vielen Unternehmen

jedoch auf der Agenda des Top-Managements ganz oben

stehen, betont Rainer Paszek. Und was liegt in Zeiten, in

denen die Finanzmittel ohnehin knapp sind, näher als eine

Problemlösung zunächst mit Bord mitteln zu probieren statt

sogleich teure Berater zu engagieren?


*Der Autor arbeitet unter anderem für die PRofiBerater

GmbH, Darmstadt.

50 10 | 2020


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10 | 2020 51


Special

Golden Summer

Heiß & chillig: Grillen mit

Edelstahl Rostfrei

Nichtrostender Werkstoff sorgt für langlebigen Grillspaß

Düsseldorf. Drei Viertel der deutschen Haushalte

grillen regelmäßig im Hochsommer, zur

Geburtstagsfeier oder im Winter am prasselnden

Feuer. Edelstahl Rostfrei mit Qualitätssiegel

sorgt für ebenso attraktiven wie langlebigen

und hygienischen Grillspaß.

Von Dr. Hans-Peter Wilbert*

Ob Holzkohle-, Elektro-, Gasgrill oder Barbecue-Station:

Die Geräteauswahl ist nahezu grenzenlos.

Ein Anzündkamin aus Edelstahl sorgt innerhalb

kurzer Zeit für eine gleichmäßige Glut – ganz ohne Chemikalien,

unangenehmen Geruch und mit minimaler

Rauchentwicklung. Der Kamin besteht aus einer Edelstahl-Kammer

mit einem Rost, auf dem Holzkohle oder

Briketts erhitzt werden. Verbrennungen beim Anzünden

beugt ein Schutzschild aus nichtrostendem Stahl vor.

Gas geben beim Grillen

Bei einem Gasgrill ist entscheidend, dass der Grill genügend

Brenner besitzt. Bei den Hauptbrennern – bis zu

sechs Stück in großen und hochwertigen Gasgrills – sind

Stabbrenner aus Edelstahl Rostfrei zu empfehlen. Bei der

Konstruktion der übrigen Brenner gibt es bei Gasgrills

große Unterschiede: vom einfachen Rohrsystem mit mehreren

kleinen Flammen unter dem Grillrost über runde

Seitenbrenner oder Sizzle Zone, die mit bis zu 100 Flammauslässen

bis zu 750 Grad Celsius produziert, bis hin zum

vertikal an der Rückwand angebrachten Backburner, der

das Grillgut von allen Seiten gleichmäßig grillt. Für alle,

die Rollbraten, Grillhähnchen und selbstgemachte Dönerspieße

zum ultimativen Grillvergnügen brauchen, darf ein

Drehspieß aus Edelstahl Rostfrei nicht fehlen. Er wird über

dem Grillrost befestigt und durch Hauptbrenner und

Backburner von allen Seiten erhitzt. Ein Motor aus Edelstahl

sorgt dabei für genügend Power. Durch die konstant

hohe Hitze und das gleichmäßige Rotieren wird selbst sehr

voluminöses Grillgut perfekt gegart. Für die gebotene

Sicherheit beim Gasgrill sorgen Flammenverteiler – Brennerabdeckungen

aus Edelstahl der V2A- oder V4A-Güte

– deren schräge und unterschiedlich hohe Anordnung eine

gleichmäßige Hitzeverteilung bewirkt und die Flamme

vor Fettspritzern schützt.

Grillen mit einem Holzkohlegrill aus Edelstahl gehört zu den

beliebtesten Grillarten.

In einer Edelstahl-Räucherbox erhält Grillgut beim Räuchern

mit geringer Temperatur, verschiedenen Holzarten

und Kräutern ein ganz besonderes Aroma. Edelstahl-Grillschalen

sagen Einweg-Schalen aus Aluminium den Kampf

an. Sie ermöglichen sorgenfreien Genuss, da sich beim

Erhitzen – im Gegensatz zu Modellen aus Aluminium –

keine Partikel lösen, die ins Grillgut übergehen können.

Zudem tropft kein Fett in die Glut, sodass die Rauchbildung

reduziert und gesundheitsschädliche Verbrennungsdämpfe

verhindert werden. Eine Grillpfanne aus Edelstahl verhindert,

dass kleinere Stücke vom Rost in die Flamme fallen

und ermöglicht problemloses Wenden von Gemüse oder

Fisch auf dem Grill.

Alle Elemente wie Gasbrenner oder Flammenverteiler,

die hohen Temperaturen ausgesetzt sind, sollten aus hochwertigem

Edelstahl Rostfrei mit Qualitätssiegel gefertigt

sein. So halten die Geräte nicht nur der Witterung, sondern

auch starken Temperaturschwankungen dauerhaft stand.

Neben Korpus und Zubehör müssen auch Schrauben, Muttern

und Unterlegscheiben aus nichtrostendem Stahl gefertigt

sein. So sitzen sie auch bei häufigem Gebrauch fest,

rosten nicht und gewährleisten jahrelange Haltbarkeit des

Grills.

* Dr. Hans-Peter Wilbert ist Geschäftsführer des Warenzeichenverbands

Edelstahl Rostfrei.

www.wzv-rostfrei.de

Foto: Thüros


52 10 | 2020


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10 | 2020 53


Special

Golden Summer

Passio Musicae

in Edelstahl

Foto: Shutterstock

54 10 | 2020


Special

Golden Summer

Bereits die Eckdaten beeindrucken: Mit seinen 24 Tonnen und einer Größe von 8,5 mal

10,5 mal 6,5 Metern vermittelt das Sibelius-Denkmal eine ähnlich Monumentalität wie

die »Finlandia«, das wohl bekannteste Stück des Komponisten Jean Sibelius (1865–1957).

Die Anordnung der rund 600 wellenförmig miteinander verschweißten Edelstahlrohre

wirkt so abstrakt wie das Spätwerk des finnischen Tonpoeten. Die Skulptur der Bildhauerin

Eila Hiltunen steht im Sibelius-Park in Helsinki, wo das Denkmal im Herbst 1967

enthüllt wurde. Es trägt den Titel »Passio Musicae«. Und genau diese »Leidenschaft der

Musik« wurde vor einigen Jahren, anlässlich Sibelius‘ 150. Geburtstages, im Rahmen

einer Sonderausstellung in Helsinki hörbar gemacht. Basierend auf den Daten

jeder einzelner Röhre (Länge, Durchmesser) wurden alle Töne synthetisiert.

Jede Bewegung innerhalb der auf dem Museumsboden angedeuteten

Umrisse des Denkmals wurde mit Kameras aufgezeichnet und

in Klänge übersetzt. Auf diese Weise konnte der Besucher »en

passant« sein eigenes Werke komponieren – und die Rohre so

zum Klingen bringen. phi

10 | 2020 55


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58 10 | 2020


Automotives

Anwender

Vollgas für die E-Mobilität

Der Werkstoff Stahl verändert sich mit der automobilen Zukunft

Düsseldorf/Hagen. Während Elektrofahrzeuge in Zeiten der Klimawende zunehmend die Straße

erobern, versuchen für dieses Segment auch Stahlproduzenten leichtere, sichere und umweltverträglichere

Produkte zu entwickeln. Auch im Zukunftsmodell »E-Mobilität« bewährt sich Stahl.

Von unserem Redakteur Niklas Reiprich

Die Abhängigkeit der deutschen

Stahlindustrie von der Automobilbranche

ist unumstritten.

Laut Wirtschaftsvereinigung Stahl war

die Automobilindustrie im vergangenen

Jahr mit 26 Prozent Anteil am

Stahlbedarf in Deutschland nach der

Bauindustrie die zweitgrößte Abnehmerbranche

der Stahlproduzenten. In

Kombination mit neuen Fertigungsverfahren

trägt die Entwicklung immer

festerer und trotzdem gut zu

verarbeitender Stähle dazu bei, die

kontinuierlich steigenden Anforderungen

zu erfüllen, die an neue Fahrzeugmodelle

gestellt werden. Auf der

einen Seite erwarten die Autobauer

eine bessere Fahrleistung, höheren

Komfort und ein Plus an Sicherheit.

Auf der anderen Seite steht die Forderung

nach mehr Umweltverträglichkeit

– und somit auch die Umstellung

von klassischen Antriebstechnologien

auf alternative Energien.

Stahl spielt zentrale Rolle im

Werkstoffmix

Das Elektrofahrzeug gilt als wichtiger

Baustein dieser Energiewende. Seine

Umweltbilanz lässt sich nicht anhand

seiner CO 2 -Emissionen messen, sondern

vielmehr an der Strombereitstellung

und der Herstellung des Autos.

Bezüglich der Produktion soll in der

Elektromobilität künftig ein »intelligenter

Werkstoffmix« vorherrschen,

in dem auch der Stahl eine entscheidende

Rolle spielt. Das ist das Ergebnis

einer Studie, die das Handelsblatt Research

Institute (HRI) im Auftrag des

österreichischen Technologiekonzerns

voestalpine durchgeführt hat. Darin

heißt es, Stahlhersteller und -forscher

hätten mit der Entwicklung einer Vielzahl

von hochfesten Stählen große

Fortschritte erzielt und würden aus

Sicht vieler Automobilproduzenten

heute das beste Werkstoffpaket im

Zusammenspiel von Gewichtsreduktion,

Umweltbilanz und Wirtschaftlichkeit

bieten. Aluminium und Carbon

hingegen hätten zwar die Möglichkeiten

zur Gewichtsreduktion erweitert,

deren Produktion sei aber relativ teuer

und die Recyclingfähigkeit in der

Praxis nicht auf dem erhofften Niveau.

Anteil hochfester Stähle soll

auf 30 Prozent steigen

Ein Blick in die nahe Zukunft des Autobaus,

Beispiel BMW: Während der

Hybrid i3 weitgehend aus Carbon bestand,

soll der i5 ab 2021 aus Stahl

und Leichtmetall konstruiert werden,

beruft sich die voestalpine auf die

HRI-Studie in einer Pressemeldung.

Auch der Elektrofahrzeug-Pionier

Tesla fahre in seinem Model 3 die Anteile

von Aluminium und Titan zugunsten

von Stahl zurück. »Der Anteil

hochfester Stähle im Fahrzeugbau

wird von derzeit 18 auf 30 Prozent

der genutzten Stahlsorten steigen«,

zitiert Jan Kleibrink vom HRI aus den

Vorarbeiten des Posco Research Instituts.

Um 25 bis 39 Prozent ließe sich

so nach Angaben des Weltstahlverbands

worldsteel das Gewicht eines

Fahrzeuges reduzieren.

Der Trend hin zu alternativen Antriebstechnologien

werde das Wertschöpfungsnetzwerk

Stahl in den

kommenden fünf bis zehn Jahren

stark beeinflussen, meint auch Norbert

Brachthäuser, Leiter der Werkstofftechnik

Elektroband bei Waelzholz.

Das Hagener Unternehmen

belie fert die Auto mobil zuliefererindustrie

unter anderem mit Komponenten

für hocheffiziente Motoren im

elektrischen Antrieb. »Ein Elektromotor

besteht im Stator als auch im Rotor

aus geschichteten, nicht kornorientierten

Elektrobandpaketen, die je

nach technologischer Anforderung

eine hohe Effizienz der Motoren sicherstellen«,

erklärt Brachthäuser. Die

Elektrobänder müssen ihm zufolge

besondere Anforderungen erfüllen.

Das Material sei aufgrund der Ansprüche

hoch legiert und mit einer maximalen

Dicke von 0,3 Millimetern deutlich

dünner als das normalerweise

verarbeitete Elektroband.

Dass sich die Emissionen in der Elektromobilität

bereits maßgeblich bei

der Fahrzeugherstellung verringern

lassen, hat zudem Manuel Schweizer,

Student der Technischen Hochschule

Ingolstadt, herausgefunden. In einem

Forschungsprojekt kommt er zu dem

Ergebnis, dass der Leichtbau im Gegensatz

zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor

keinen Vorteil gegenüber

dem Werkstoff Stahl bringt. Seine vergleichenden

Berechnungen ergaben,

dass die Leichtbauvariante bei Elektrofahrzeugen

über den gesamten Lebenszyklus

gerechnet sowohl mehr

Energie benötigt als auch mehr Emissionen

ausstößt als bei einer Verwendung

von Stahl. »Stahl wird in diesem

Zusammenhang wegen der deutlich

geringeren Kosten an Bedeutung gewinnen«,

unterstreicht Brachthäuser.



10 | 2020 59


Menschen & Events

Seitenblick

Zahlungsmoral schwindet

Wer fürchtet, dass sein Geschäftspartner in die Pleite schlittert, muss

rechtzeitig handeln

Viele Unternehmen haben zuletzt ihre Zahlungsziele verkürzt – in der Hoffnung, so ihre Liquidität

zu verbessern. Doch viele Gläubiger lassen sich mit der Begleichung von Rechnungen Zeit. Wer

Angst hat, dass sein Geschäftspartner insolvent wird, muss frühzeitig handeln.

Von unserem Autor Stefan Weber

Es klingt zunächst nach einer guten Nachricht: Die

durchschnittliche Laufzeit von Forderungen im

B2B-Geschäft hat sich im ersten Halbjahr 2020 gegenüber

dem Zeitraum Januar bis Juni 2019 leicht verkürzt.

Kreditgeber mussten zuletzt also weniger lange auf

die Begleichung ihrer Rechnungen warten. Laut einer

Analyse des Creditreform Debitorenregisters Deutschland

(DRD) hatten sie ihr Geld im Mittel nach 42,88 Tagen auf

dem Konto; im Vorjahr waren es 43,11 Tage gewesen.

Bei genauem Hinsehen gibt die Auswertung von 3,5

Millionen Rechnungen, die Forscher der Wirtschaftsauskunftei

Creditreform vorgenommen haben, jedoch Anlass

zur Sorge. Denn die Forderungslaufzeiten verkürzten sich

nicht etwa deshalb, weil Schuldner pünktlicher zahlten.

Der Grund war vielmehr, dass Lieferanten ihre Zahlungsziele

kappten – von durchschnittlich 32,33 auf 32,06 Tage.

»Hier zeigt sich das in der Corona- Wirtschaftskrise gestiegene

Risiko bewusstseins vieler Unternehmen. Insbesondere

Großhändler als typische Lieferantenkreditgeber haben

ihren Kunden zuletzt deutlich kürzere Zahlungsziele eingeräumt«,

erläutert Janine Stappen, Abteilungsleiterin

DRD beim Verband der Vereine Creditreform. Leidtragende

waren vor allem kleinere Unternehmen (weniger als 50

Beschäftigte). Bei ihnen hatten die Kreditgeber offensichtlich

häufiger Sorge vor Zahlungsausfällen und

Gefahr, in eine unangenehme Sandwitchposition zu geraten:

Zahlungseingänge verschieben sich, weil sie großen

Kunden mehr Zeit für die Begleichung ihrer Rechnung

einräumen, um diese an sich zu binden. Dagegen drängen

Lieferanten auf frühzeitigere Bezahlung. »Damit droht

eine Kettenreaktion, insbesondere in stark verflochtenen

Wirtschaftsbereichen, bis hin zu vermehrten Insolvenzanmeldungen«,

betont Janine Stappen.

Die Laufzeit einer Forderung setzt sich zusammen aus

dem Zahlungsziel und einem eventuellen Zahlungsverzug.

Kürzere Zahlungsziele führen nur dann zu einem rascheren

Geldeingang, wenn die Schuldner auch pünktlich

zahlen. Das war jedoch im Verlauf des ersten Halbjahrs

seltener der Fall. Die durchschnittliche Verzugsdauer der

von Creditreform untersuchten Rechnungsbelege betrug

10,82 Tage, gegenüber 10,69 Tagen im ersten Halbjahr

2019. Vor allem Unternehmen aus den Branchen Chemie/

Kunststoff (plus 2,14 Tage auf 10,87 Tage) und Grundstoffe

(plus 1,63 Tage auf 12,91 Tage) zahlten häufiger verspätet.

Am meisten Geduld benötigten nach wie vor

Gläubiger von Baubetrieben. Forderungen an sie waren

zuletzt um durchschnittlich 16,35 Tage überfällig.

Unbedingt branchenübliche Sicherheiten vereinbaren

versuchten ihr Risiko mit einem verkürzten

Zahlungsziel zu reduzieren. Komfortabler

war die Situation für große Unternehmen

»Viele Gläubiger

Welche Möglichkeiten bleiben im Fall der

Insolvenz eines Geschäftspartners? Sind

in diesem Fall tatsächlich alle Forde-

(mehr als 250 Beschäftigrungen

verloren? »Rechtzeitiges

versäumen zu erwähnen,

te). Sie kommen ohnehin häufig

und richtiges Reagieren verringert

im Insolvenzfall die eigenen

dass sie aus dieser Sicherheit gesondert

befriedigt werden wollen.

in den Genuss vergleichsweise

üppiger Zahlungsziele, die sich

Risiken«, betont Martin Gogger,

in den ersten sechs Monaten

2020 nochmals von 34,81 Tagen

auf 35,75 Tagen verlängerten.

Ohne diesen schriftlichen Hinweis

wird der Insolvenzverwalter diese

Sicherheit nicht bedienen.«

Richter am Landgericht Würzburg

und Fachbuchautor zu Insolvenzthemen.

Bereits in Zeiten,

Drohende Kettenreaktion

in denen es noch keine An-

Martin Gogger, Richter am Landgericht

zeichen für die Insolvenz eines

Würzburg und Fachbuchautor zu

Diese Entwicklung stellt das Liquiditätsmanagement

kleiner Unternehmen

vor Herausforderungen. Sie laufen

Insolvenzthemen

Geschäftspartners gibt, können

Unternehmen nach seiner Meinung

viel tun, um ihre Position für den denk-

60 10 | 2020


Seitenblick

Menschen & Events

Indiz dafür, dass der Lieferant von der

bar schlechtesten Fall zu optimieren.

Wer kein Risiko Schieflage wusste. Das könnte sogar wollen. Ohne diesen schriftli-

gesondert befriedigt werden

eingehen will, dem rät er,

ausschließlich gegen Vorkasse

zu liefern oder eine ausreichende

Kreditversicherung

abzuschließen. Der Haken dabei:

dazu führen, dass alle Zahlungen,

die er seit Stellung der Sicherheiten

erhalten hat, zurückgezahlt

werden müssen.«

chen Hinweis wird der Insolvenzverwalter

diese Sicherheit

nicht bedienen«, erläutert

Gogger. Nach seiner Beobachtung

verfügen viele Unterneh-

Viele Kunden werden eine

men, auch kleinere, über ein For-

Robert Buchalik, geschäftsführender

Gesellschafter der Wirtschaftskanzlei

Lieferung gegen Vorkasse möglicherweise

nicht akzeptieren. Und

auch in Insolvenzfällen gut bestehen

derungsmanagement, mit dem sie

Buchalik Brömmekamp

einen Schutzschirm von der Kreditversicherung

gibt es nicht zum Nulltarif. Neben

einer (zuletzt deutlich gestiegenen) Prämie verlangen die

Versicherer häufig einen Selbstbehalt von etwa 20 Prozent.

Mitunter lehnen sie auch die Übernahme von Risiken

komplett ab.

können. »Für die Formulierung erster Briefe

an den Insolvenzverwalter und die Durchsetzung

von Standardsicherheiten in der Insolvenz benötigt

man noch keinen spezialisierten Juristen. Aber die Mitarbeiter

in den betreffenden Abteilungen sollten sich frühzeitig

kundig machen und eine Reihe von Musterschreiben

Auf keinen Fall, so rät Gogger, sollen Unternehmen

jedoch darauf verzichten, branchenübliche Sicherheiten

zu vereinbaren. »Sie erlauben es dem Gläubiger, im Insolvenzfall

auf das Sicherungsgut zuzugreifen. Eine Standardsicherheit

wie ein verlängerter Eigentumsvorbehalt bringt

dem Gläubiger von Gesetz wegen 72 Prozent aus dem

Verwertungserlös, den der Insolvenzverwalter bei Abverkauf

des Produkts erzielt.« Das ist deutlich mehr als jene

vier Prozent, die Gläubiger mit ungesicherten Forderungen

im Durchschnitt erhalten. Eine höhere Quote ist häufig

nicht drin, weil in den meisten Insolvenzfällen nur wenig

oder gar keine werthaltige Masse vorhanden ist, die zur

Bezahlung offener Forderungen der Gläubiger dienen

könnte.

Sicherheiten mit Tücken

Sicherheiten können jedoch auch ihre Tücken haben,

insbesondere, wenn sie über das branchenübliche Maß

hinausgehen. Darauf weist Robert Buchalik, geschäftsführender

Gesellschafter der Wirtschaftskanzlei Buchalik

Brömmekamp, hin: »Sicherheiten sind unter Umständen

im Insolvenzfall anfechtbar und möglicherweise ein Indiz

dafür, dass der Lieferant von der Schieflage wusste. Das

könnte sogar dazu führen, dass alle Zahlungen, die er seit

Stellung der Sicherheiten erhalten hat, zurückgezahlt

werden müssen.« Dafür muss der Insolvenzverwalter jedoch

nachweisen, dass der Gläubiger die Zahlungsunfähigkeit

des Kunden frühzeitig erkannt hatte.

Der Besitz einer Sicherheit und die bloße Anmeldung

einer Forderung beim Insolvenzverwalter reichen jedoch

in vielen Fällen nicht, um Geld zu erhalten. »Viele Gläubiger

versäumen zu erwähnen, dass sie aus dieser Sicherheit

»Sicherheiten sind unter

Umständen im Insolvenzfall

anfechtbar und möglicherweise ein

zur Hand haben.«

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Menschen & Events

Veranstaltungen

Einführung in die Metallurgie von Stahl

Vom 25. bis 27. November ver anstaltet das Stahlinstitut

VDEh das Online-Seminar »Eisen- und Stahlherstellung:

Einführung in die Metallurgie von Stahl für Nicht-Techniker«.

Damit widmet sich die Einrichtung speziell der

Schulung nicht-technischer Mitarbeiter der Stahlhersteller,

Zulieferer, Stahlrecycler und Stahlverarbeiter sowie

der Händler des Werkstoffes. Das Programm zielt nach

Angaben der Organisa toren darauf ab, die komplexe

Prozessroute der Stahl erzeugung überblicksmäßig in

verständlicher Form darzustellen. Zu den behandelten

Themen gehören demnach etwa die benötigten Rohstoffe

für die Eisen erzeugung (Kokskohle und Eisenerz),

die Stahlerzeugung in Konverter und Elektrolichtbogenofen,

Sekundärmetallurgie und Stranggießen. Auch die

Bedeutung und Aufbereitung von Stahlschrott sowie

das Trend thema »CO 2 -Reduzierung in der Eisen- und

Stahlpro duktion« werden thematisiert. Das Seminar

findet in Kooperation mit der Bundesvereinigung Deutscher

Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen und

unter Leitung von Dr. Peter Schmöle statt.

www.vdeh.de/stahl-akademie/seminare

»Guss im Wandel« in digitaler Ausführung

Mit der in diesem Jahr rein digital stattfindenden Tagung

»Guss im Wandel« am 17. und 18. November will

der Carl Hanser Verlag seine bisherige Tagung »Leichtbau

im Guss« um aktuelle Themen rund um Qualität,

Effizienz und Innova tion erweitern. »Der Leichtbaugedanke

ist seit jeher immanenter Bestandteil der deutschen

Ingenieurs kunst. Um nachhaltig den Technologievorsprung

zu festigen und die Produktion am

Hochlohnstandort Deutschland zu erweitern, müssen

innovative Lösungen für mehr Effizienz entlang der

gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt werden«,

erklären die Veranstalter die Idee hinter der Tagung.

Das Programm widme sich demnach Themen wie der

Prognose von Eigenschaften der Reduzierung des

Ressourcen einsatzes. Zu den vortragenden Unternehmen

und Instituten gehören unter anderem Magma,

Feinguss Blank und der Lehrstuhl für Umformtechnik

und Gießereiwesen der TU München.

www.hanser-tagungen.de/guss

Inserentenverzeichnis

BEPRO Blech- und Profilstahl

Handelsgesellschaft mbH & Co. KG 1

Burghardt + Schmidt GmbH 7

Business-Control Software GmbH 19

Coiltec Maschinenvertriebs GmbH 15

Friedrich Kocks GmbH & Co. KG 47

Georgsmarienhütte Holding GmbH 43

GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-

Systeme mbH 17

Hagener Feinblech Service GmbH 9

HYDROWATT AG 49

IMS Messsysteme GmbH 25

Karl Diederichs GmbH & Co. KG 68

KASTO Maschinenbau GmbH & Co. KG 61

Keller & Bohacek GmbH & Co. KG 45

Made in Steel srl 67

markmann + müller datensysteme gmbh57

NLMK Europe 51

OHRA – Regalanlage GmbH 31

Peter Drösser GmbH 13

Peter Holzrichter GmbH 39

REA Elektronik GmbH 37

Salzgitter AG 2

Schages GmbH & Co. KG 15

SMS group GmbH 56

STEULER-KCH GmbH 53

The Coatinc Company Holding GmbH 58

UnionStahl GmbH 11

Universal Eisen und Stahl GmbH 29

Van Heyghen Staal s.a.

Beilage

Verlag Focus Rostfrei GmbH Beilage

Walzstahlhandel Essen GmbH 15

Warenzeichenverband Edelstahl Rostfrei

e.V. 35

Wilbers Lifting GmbH 33

62 10 | 2020


Menschen & Events

Termine

Termin / Ort Thema Veranstalter Info / Kontakt

12.11.2020

Online

1. Lausitzer Fachtagung

Klimaneutrale Industrie

Kompetenzzentrum Klimaschutz

in energieintensiven

Industrien (KEI)

+49 355 47889 101

www.klimaschutz-industrie.de

17.-18.11.2020

Online

Fachbetriebe nach AwSV:

Aufgaben und Anforderungen

Stahlinstitut VDEh +49 211 6707 478

www.vdeh.de/stahl-akademie

17.-18.11.2020

Online

stanzen, schneiden, umformen

2020

Carl Hanser Verlag GmbH &

Co. KG

+49 8999 830 535

www.hanser-tagungen.de/stanzen

17.-18.11.2020

Online

Tagung »Guss im Wandel«

Carl Hanser Verlag GmbH &

Co. KG

+49 8999 830 535

www.hanser-tagungen.de/guss

18.–19.11.2020

Online

Aachener Stahlkolloquium

»steel and more«

Institut für Eisenhüttenkunde,

RWTH Aachen University

+49 2418 095 809

www.ask2020.de

23.-25.11.2020

Online

26.-27.11.2020

Online

30.11.–2.12.2020

Online

Refractory Technology: Application,

Wear Mechanisms and

Failures

Einfühung in die Metallurgie

von Stahl für Nicht-Techniker

ECHT 2020 – European

Conference on Heat Treatment

Stahlinstitut VDEh +49 211 6707 478

www.vdeh.de/stahl-akademie

Stahlinstitut VDEh +49 211 6707 478

www.vdeh.de/stahl-akademie

A3TS +33 145 2622 35

www.a3ts.org

25.–28.1.2021

Birmingham, UK

MACH 2021

The Manufacturing

Technologies Association

+44 020 7298 6402

www.machexhibition.com

9.-10.2.2021

Online

European Conference:

Hydrogen & P2X 2020

FORTES Media Group +48 61 250 4880

www.fortesmedia.com

21.–25.2.2021

Seoul, KR

11 th International Conference

on Molten Slags, Fluxes and

Salts (MOLTEN 2021)

The Korean Institute of Metals

and Materials

+82 2 565 3571

www.molten2020.org/

2.–5.3.2021

Leipzig

9.–12.3.2021

Hannover

17.–18.3.2021

Ulm

17.-19.3.2021

Mailand, IT

12.–15.4.2021

Hannover

4.–6.5.2021

Nürnberg

InTEC 2021 Leipziger Messe GmbH +49 341 678 0

www.messe-intec.de

Euroblech 2021 Mack Brooks Exhibitions +44 1727 814 400

www.euroblech.com/2020/deutsch/

Coiltech Deutschland 2021 QuickFairs +39 02 8723 4050

www.quickfairs.net

Made in Steel 2021 Made in Steel srl +39 030 2548 520

www.madeinsteel.it/en

Hannover Messe 2021 Deutsche Messe +49 511 890

www.hannovermesse.de

SENSOR + TEST 2021 AMA Service GmbH +49 5033 9639 0

www.sensor-test.de

10 | 2020 63


Menschen & Events

Personen

Die Segel richtig setzen

Jörg Delveaux von rff im Porträt

Stuhr/Bremen. Seit Beginn des Jahres ist Jörg Delveaux weiterer Geschäftsführer bei der rff Rohr

Flansch Fitting Handels GmbH. Mit dieser Personalie hat das Handelshaus aus Stuhr bei Bremen

eine weitere wichtige Entscheidung getroffen. Im Exklusivinterview mit dem »stahlmarkt« bezieht

Delveaux Stellung zu Fragen, die sowohl ihn als auch rff heute und in Zukunft beschäftigen.

Guten Tag, Herr Delveaux, seit Anfang

des Jahres sind Sie Geschäftsführer

bei rff. Wie haben Sie Ihren

Start rückblickend erlebt?

Jörg Delveaux: Zunächst kann ich sagen,

dass ich mich inzwischen gut

eingelebt habe und mich sehr wohlfühle.

Das hängt unter anderem mit

der Art und Weise zusammen, wie ich

bereits im Vorfeld auf die neue Aufgabe

bei rff vorbereitet wurde. Das

sogenannte »Onboarding« verläuft

von Anfang an sehr strukturiert und

zielorientiert. Es gefällt mir, dass die

Einarbeitung sehr professionell und

dennoch kollegial verläuft. Ich habe

bereits im ersten Gespräch gemerkt,

dass rff und ich gut zusammenpassen.

Sie kannten das Haus rff bereits im

Vorfeld. Was hat Sie vor dem Start

mit dem Unternehmen verbunden?

Delveaux: Aus meiner Zeit vor rff

wusste ich ziemlich genau, mit welcher

Philosophie dort gearbeitet

wird. Es wird sowohl viel Wert auf

Qualität als auch auf eine partnerschaftliche

Zusammenarbeit gelegt.

Viele Kunden, Lieferanten und nicht

zuletzt Kollegen sind schon sehr lange

mit dem Unternehmen eng verbunden.

Das merke ich insbesondere

in der täglichen Zusammenarbeit mit

allen Interessengruppen.

Mit welchen Themen haben Sie

sich zu Beginn beschäftigt, und wie

sehen die Pläne für die Zukunft

aus?

Delveaux: In meiner Verantwortung

als Geschäftsführer arbeite ich mich

Zur Person

Jörg Delveaux

ist seit Januar 2020 weiterer

Geschäftsführer bei rff und

hauptverantwortlich für den

Bereich Materialwirtschaft. Der

41-Jährige ist verheiratet und

hat zwei Söhne im Alter von

sechs und vier Jahren.

nach und nach in die einzelnen Unternehmensbereiche

ein. Diese Aufgabe

ist komplex und wird sicher

noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Dennoch liegt der Schwerpunkt meiner

Arbeit im Bereich Materialwirtschaft.

Das ist ein guter Einstieg, und

die Einblicke in die bisherigen strategischen

und operativen Ausrichtungen

bilden ein gutes Fundament für

die Zukunft. Hartmut Böttche, Michael

Allexi und ich arbeiten derzeit intensiv

am Um- und Ausbau des Zentrallagers

in Stuhr. Es gibt viele Ideen,

die wir gerne in den kommenden

Jahren umsetzen möchten.

Foto: rff Rohr Flansch Fitting Handels GmbH

Jetzt zu Ihnen als Mensch Jörg Delveaux.

Womit sorgen Sie für den

nötigen Ausgleich zu Ihrer verantwortungsvollen

Aufgabe als Geschäftsführer?

Delveaux: Unter der Woche lebe ich

derzeit noch von meiner Frau und

meinen beiden Söhnen getrennt.

Meine Abende in Bremen sind geprägt

durch sportliche Aktivitäten.

Umso mehr genießen wir als Familie

die Zeit an den Wochenenden. Diese

Zeit ist kostbar und gibt mir viel Kraft

für meine Aufgaben bei rff.

Zu guter Letzt noch ein Blick in die

Zukunft. Wo sehen Sie sich und das

Unternehmen rff in den kommenden

Jahren?

Delveaux: Ich möchte mich persönlich

als Mensch Jörg Delveaux weiterentwickeln

und meinen Teil dazu beitragen,

dass das Unternehmen rff stabil

bleibt und nachhaltig wächst.

Die Themen Produktpolitik, Digitalisierung

und Nachwuchsförderung

nehmen dabei eine zentrale Rolle

ein. Direktinvestitionen ins Ausland

werden kontinuierlich analysiert und

auf ihre Zukunftsfähigkeit geprüft,

um die internationale Präsenz von rff

zu intensivieren. Wir werden die Segel

richtig setzen, egal aus welcher

Richtung der Wind bläst. So wie es

sich für ein norddeutsches Handelshaus

mit hanseatischen Wurzeln gehört.

Die Fragen stellte Philipp Isenbart.

www.rff.de


64 10 | 2020


Personen

Menschen & Events

Foto: Schmolz + Bickenbach

Josef Schultheis

Josef Schultheis soll die Swiss Steel Group

aus der Krise führen

Um seine tiefgreifende Reorganisation zu intensivieren, hat die Swiss Steel Group (ehemals

Schmolz + Bickenbach) Josef Schultheis als Chief Restructuring Officer (CRO) in die

Konzernleitung geholt. Schultheis hat eine mehr als 30-jährige Management- und Beratungserfahrung

in der operativen Restrukturierung, im Liquiditätsmanagement und

Finanzierungsverhandlungen. Seine Expertise sammelte er unter anderem als Sanierer

beim deutschen Versandhändler Quelle und der Warenhaus-Gruppe Karstadt.

Frank B. Jehle ist neuer CFO der Benteler-Gruppe

Nachdem Guido Huppertz die Benteler-Gruppe im vergangenen Juli verlassen hatte, ist

mit Frank B. Jehle nun ein neuer Chief Financial Officer (CFO) und damit auch ein weiteres

Vorstandsmitglied gefunden. Der Finanzexperte bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung

in der Automobilindustrie mit. So war Jehle rund zehn Jahre als kaufmännischer Geschäftsführer

und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung für den Automobilzulieferer

Mann + Hummel tätig. Seine Karriere startete er beim Automobilhersteller

Ford, bei dem er insgesamt zehn Jahre in unterschiedlichen Positionen in Europa tätig

war – zuletzt als Finanzdirektor sowie Mitglied des Vorstands Ford Benelux, Schweiz und

Österreich. Seinen Wechsel zu Benteler vollzog Jehle von der Beteiligungsgesellschaft

Cranemere, wo er als Senior Manager Director das Europageschäft verantwortete.

Frank B. Jehle

Foto: Benteler Gruppe

Foto: Kemper

Elisabeth Richter

Elisabeth Richter ist neue CFO bei Kemper

Mit der Berufung in den Vorstand bei Kemper verantwortet Elisabeth Richter nun als

Chief Financial Officer (CFO) die Bereiche Human Resources, Finance und Controlling.

Nach einem freiwilligen Praktikum begann Richter 2001 ihre Ausbildung zur Industriekauffrau

bei Kemper. Danach erhielt sie eine Festanstellung als Vertriebsassistentin, ehe

sie ab 2009 als Servicemanagerin die erste Leitungsfunktion ausübte. Es folgten Anstellungen

als Vertriebscontrollerin und als Leiterin des Qualitätsmanagements. Neben ihrer

neue Position als CFO koordiniert sie seit zehn Jahren die Ausbildung in dem Unternehmen.

Führungswechsel in der VDW-Messeabteilung

Martin Göbel hat die Leitung der Messeabteilung im Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken

(VDW) übernommen. Göbel war in den vergangenen elf Jahren als Projektleiter

für die Fachmesse METAV verantwortlich. Auch war er in diesem Zeitraum in alle

weiteren Messeprojekte des VDW eingebunden und kann, »auf weitreichende Erfahrungen

im Messegeschäft zurückblicken« so der VDW. Darüber hinaus kenne sich der 50-Jährige

in der Verbandsarbeit aus: Bevor Göbel zum VDW wechselte, hat der gelernte Zerspanungsmechaniker

und studierte Wirtschaftsingenieur sieben Jahre im Fachverband

Präzisionswerkzeuge im VDMA gearbeitet.

Martin Göbel

Foto: VDW

10 | 2020 65


Vorschau & Impressum

Ausblick

VORSCHAU 11.2020

Foto: Deutsche Edelstahlwerke

Neuer austenitischer Stahl für die additive Fertigung

Die Deutschen Edelstahlwerke (DEW), ein Unternehmen der Swiss Steel Group (ehemals

SCHMOLZ + BICKENBACH), haben ihr Portfolio für die additive Fertigung erweitert. Beim

Printdur HSA handelt es sich um ein mittels Gasverdüsung hergestelltes Pulver, das im gedruckten

Zustand ein zu 99 Prozent austenitisches Gefüge aufweisen soll. Damit einhergehend

ist der Werkstoff unmagnetisch. Nach Informationen der DEW zeichnet er sich durch

verbesserte Festigkeitswerte aus und bietet Anwendungspotenzial in vielen Branchen.

Im Vergleich zu typischen austenitischen Stählen zeichnet sich der Printdur

HSA nach Angaben der Deutschen Edelstahlwerke (DEW) durch eine

deutlich erhöhte Streckgrenze, Zugfestigkeit und Härte aus.

Premiere für Markenstahl DIWETEN 460+M bei der Carrington Bridge

Mit der Verdopplung der Southern Link Road wurde eine der verkehrsreichsten

Straßen in Worcester, England, an die aktuellen Erfordernisse angepasst. Letzter

Teil dieses Infrastrukturprojektes, das zu den größten in der Geschichte der Region

zählt, ist der Neubau der Carrington Bridge. Für die Stahlbaukonstruktion der 205

Meter langen Brücke kam der Stahl DIWETEN 460+M zum Einsatz. Dieser wetter-

und zugleich höherfeste Stahl ist mit der überarbeiteten EU-Normenreihe

EN 10025-2 bis 6:2019 nun auch in Europa zugelassen.

Brückenbauprojekt in vollem

Gange: Stumpfnähte werden aus

ästhetischen Gründen bündig

geschliffen.

Foto: Cleveland Bridge

Foto: Phantom Athletics

GKD entwickelte einen Pollenfilter

für Trainingsmasken für den

Fitness- und Ausdauersport.

Pollenfilter für Leistungs- und Ausdauersportler

Die technische Weberei GKD – Gebr. Kufferath AG (GKD) ist immer auf der Suche nach

neuen Anwendungen für Metallgewebe. So lag für den Filtrationsexperten schon früh in

der Corona-Zeit die Idee zu einer Filtermaske nahe. Da die Entwicklung einer neuen Maske

viel zu lange gedauert hätte, galt die Aufmerksamkeit dem Optimierungspotenzial bestehender

Masken. Zündende Idee war ein Pollenfilter für die im Fitness- und Ausdauersport

verbreiteten »Phantom Athletics«-Trainingsmasken. Hierfür entwickelte GKD einen Filtereinsatz

aus Edelstahlgewebe.

Impressum

Verlag:

Maenken Kommunikation GmbH

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Niklas Reiprich, niklas.reiprich@maenken.com

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© 2020 Maenken Kommunikation GmbH, Köln

Printed in Germany · ISSN 0178-6571

66 10 | 2020


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