Handwerk in Bremen - Handwerkskammer Bremen

handwerkskammer.bremen.de

Handwerk in Bremen - Handwerkskammer Bremen

Foto: Christian Volk

70677 4/2010 · 5,– €

Handwerk in Bremen

Vertrieb: Verlag Wilhelm Schintz Druck GmbH

Deutsche Post AG, Entgelt bezahlt, 70677 Postvertriebsstück

Kfz-Obermeister Hans-Jörg Kossmann warnt

vor „Flickschusterei“ auf Bremens Straßen

Girls’ Day am 22.4.:

Handwerksbetriebe

laden Mädchen ein

Maler und Lackierer:

Saisonstart mit

Optimismus

Ausbildung:

Praxis hautnah

für die Schüler

Bau-Innung

Gedämpfte

Erwartungen

Die Zeitschrift

für das Handwerk in Bremen

und Bremerhaven


GC BADIDEEN

Damit Sie sich rundum wohlfühlen.

Für Ihre Wohn(t)räume finden Sie bei uns alles aus einer Hand. Überraschende Ideen

und tolle Anregungen für Neubau und Renovierung oder einfach nur weil Sie es sich

gönnen möchten.

In unserer Ausstellung BADIDEEN zeigen wir Ihnen traumhafte Bäder in neuestem

Design und präsentieren die führenden Herstellermarken in vielen Variationen.

Modernste Küchen nach Maß für jeden Geschmack finden Sie in unserer

neu umgebauten Küchenausstellung.

Unsere Mitarbeiter informieren Sie über alles aus den Bereichen

„Haustechnik“ und Energie-Sparen: Wasser, Wärme, Luft sowie

Elektro und edle Kaminöfen.

Lassen Sie sich inspirieren.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

CORDES & GRAEFE

BREMEN

Mehrwert von GC

Fachgroßhandel für Haustechnik

Wulfhooper Straße 1-5

28816 Stuhr

Tel. 0421 8998 - 0

Mo.-Fr. 8.30 - 18.00 Uhr · Sa. 9.00 - 16.00 Uhr · Jeden Sonntag Schautag von13.00 - 17.00 Uhr

www.gc-gruppe.de

Verkauf nur über das eingetragene Fachhandwerk. *Keine Beratung/kein Verkauf außerhalb gesetzlicher Öffnungszeiten.


Liebe Handwerkerinnen und Handwerker,

sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Auf ein Wort – Editorial

der Journalist Friedrich Nowottny hat einmal gesagt: „Aus den Träumen von gestern

werden manchmal die Alpträume von morgen!“ Für viele Unternehmer traf dies in den

vergangenen zwei Jahren in besonderer Weise zu, und der Traum von Selbständigkeit

und Freiheit wurde zum Alptraum. Auch wenn von der Rezession vor allem die Großunternehmen

erfasst wurden, traf es auch Handwerker. Und hier vor allem jene, die der

Industrie zuliefern und als Dienstleister für sie tätig sind. Den auf das Inland ausgerichteten

Mittelstand hingegen traf die Entwicklung weniger hart.

Glücklicherweise scheint diese schwierige wirtschaftliche Phase jetzt ihrem Ende zuzugehen. Wirtschaftsinstitute

prognostizieren bereits eine leichte Stabilisierung. Der Zentralverband des Handwerks

(ZDH) in Berlin ist noch optimistischer, denn nach seinen Zahlen bewegt sich das Umsatz- und Beschäftigtenniveau

im Handwerk bereits jetzt wieder auf dem der Jahre 2006 und 2007. Damit ist das Handwerk

insgesamt deutlich stabiler als beispielsweise das verarbeitende Gewerbe.

Wir sind darum zuversichtlich und erwarten für das Jahr 2010 nur ein geringes Umsatzminus von

einem Prozent und eine weitgehend stabile Beschäftigungsentwicklung.

Die vorüber gehende Krise hat aber eines deutlich gezeigt: Kleine und mittelständische Unternehmen

waren in 2009 zwar stark betroffen. Insgesamt jedoch erwiesen sie sich als Stabilisatoren der Konjunktur!

Das kleine Land Bremen kann sich sogar besonders glücklich schätzen, denn hier zählen 99,7 Prozent

aller Betriebe zu den so genannten KMUs und haben mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 20

Milliarden Euro einen großen Anteil am steuerpflichtigen Gesamtumsatz von rund 55 Milliarden Euro.

Dieser Prozentsatz ist enorm. Vor allem auch deshalb, weil drei Viertel aller bremischen Betriebe weniger

als zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben. Eine Politik allein nur für Konzerne wäre

darum für Bremen nicht zielführend. Vielmehr muss der Mittelstand im Fokus der Landespolitik stehen,

denn Bremen braucht mehr junge Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen, Betriebe, die neue Potenziale

erschließen, und Werkstätten, die Innovationen entwickeln. Die Reduzierung von Existenzgründer-Förderung

ist daher das falsche Signal!

Stattdessen gilt es sofort die Leistungsanreize für Betriebsgründer zu verbessern. Daneben müssen

unsinnige Regelungen – die zusätzlich auch noch extrem teuer sind und einseitig die KMUs belasten –

schnellstens beseitigt werden.

Die Altersteilzeit ist eine solche Regelung: Erstens ist sie extrem teuer. Zweitens wird nur in etwa

einem Drittel aller Fälle die frei gewordene Stelle noch einmal besetzt. Drittens kann sich Deutschland

kein vorzeitiges Ausscheiden von qualifizierten Arbeitnehmern aus dem Erwerbsleben mehr leisten. Viertens

haben qualifizierte Menschen, die nicht mehr beschäftigt sind, viel Zeit – zum Arbeiten. Altersteilzeit

ist daher kontraproduktiv. Sie muss wie geplant auslaufen.

Herzlichst

Ihr

Joachim Feldmann

Präses der

HANDWERKSKAMMER BREMEN

Handwerk in Bremen 4/2010 | 3


Ein Sieger.

300.000 Gewinner.

Von unabhängigen Testern bestätigt: Wir sind die beste Bank in Bremen. Mit

Bestnoten in individueller Kundenbetreuung, Engagement, Diskretion und

Sicherheit. Wann testen Sie uns?

Termine unter 179-2277 oder www.sparkasse-bremen.de


INHALT

BREMEN & BREMERHAVEN

6 Umweltpreis: 60.000 Euro für gute Umwelt-Ideen

8 Perspektiven für das Handwerk

9 Feinschliff im Rathaus-Festsaal

DAS HANDWERK

Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft:

10 Risiken für den Aufschwung

11 So wird man „Wirtschaftsmacht“

12 Am 22. April ist Girls’ Day

HANDWERKSKAMMER BREMEN

13 Nachwuchs: Besuche auf Gegenseitigkeit

14 Ausbildung: Das Fachbuch ist stetiger Begleiter

15 Amtliche Bekanntmachungen der Handwerkskammer Bremen

KREISHANDWERKERSCHAFT BREMEN

Straßenzustand nach dem Winter:

16 Katastrophale Verhältnisse beschädigen die Autos

16 Kundenbeirat findet guten Zuspruch bei Innungen

17 Maler und Lackierer: Optimismus und kritische Worte

18 Bau-Innung: Nur gedämpfte Erwartungen

19 Freisprechungen Elektroniker und SHK

20 Innungsmitgliedschaft: Vorteile und Vorurteile

KREISHANDWERKERSCHAFT BRHV-WEM

25 Bremerhaven begeisterte Gäste aus Niedersachsen und Bremen

26 „Klar Schiff“ – Frühjahrsputz im Haus des Handwerks

27 Handwerk hautnah

28 „Volles Haus“ zum Start in den Frisuren-Sommer

NAMEN & NOTIZEN

29 Fit für die Ausbildung

30 Geburtstage, Jubiläen, Glückwünsche

31 Handwerk testet Erdgas-Caddys

32 Meister-Fußball: „Kampfansage“ lässig gekontert

TIPPS & TERMINE

33 Angebote zur Aus- und Weiterbildung

34 Veranstaltungen – Nachrichten

35 BusinessLife: Mittelstand im Dialog

37 Fahren mit dem 3,5-Tonnen-Brummi jetzt einfacher

MARKTPLATZ

38 Betriebsbörse der Handwerkskammer Bremen

SCHLUSSPUNKT

39 Nachgefragt: Martin Günthner

39 Impressum

Autofahrer werden

derzeit arg gebeutelt

– was die Kraftstoffpreise

angeht –

und arg durchgeschüttelt

– was von

den Folgen des

Winters, den Schlag -

löchern herrührt.

Wie auf Perlenketten

reiht sich auf

manchen Straßen

ein Schlagloch ans

7 77 4/2010 · 5,– €

Handwerk in Bremen

Foto: Christian Volk

Kfz-Obermeister Hans-Jörg Kossmann warnt

vor „Flickschusterei“ auf Bremens Straßen

Girls’ Day am 22.4.:

Handwerksbetriebe

laden Mädchen ein

Maler und Lackierer:

Saisonstart mit

Optimismus

Ausbildung:

Praxis hautnah

für die Schüler

Bau-Innung

Gedämpfte

Erwartungen

D eitschrift

für das Handwerk in Bremen

und Bremerhaven

andere, und die Beseitigung dieser „Perlen“

wird die Kommunen Einiges kosten. Bislang

kosten sie aber vor allem die Autofahrer Geld,

denn die müssen die Steinschlagschäden an

Karosserie, Scheiben und Lack sowie beschädigte

Stoßdämpfer und Radaufhängungen

bezahlen. Hans-Jörg Kossmann, Obermeister

der Kfz-Innung Bremen, sieht Versäumnisse

des Verkehrs-Ressorts in der Vergangenheit –

und befürchtet, dass sich an der „Flickschusterei“

auf Bremens Straßen nichts ändern wird.

Mehr auf Seite 16. Foto: Christian Volk

6

10

11

25

26


BREMEN & BREMERHAVEN

Bei der Preisübergabe (v.l.): Dr. Reinhard Loske,

Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa,

Rolf und Wilfried Treusch, Geschäftsführer Rotek

GmbH & Co. KG, Dr. Oliver Liersch, Staatssekretär

im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Niedersachsen.

(Foto: ecolo)

60.000 EURO FÜR GUTE UMWELT-IDEEN

Die Rotek GmbH & Co. KG aus Bremerhaven gewinnt den

‚preis umwelt unternehmen: Nordwest’ 2009.

Das Projekt „GreenDrive Technology“ der Rotek

GmbH & Co. KG aus Bremerhaven ist Gewinner des

’preis umwelt unternehmen: Nordwest’ 2009. Im

Wettbewerb um vorbildliche Unternehmenslösungen,

die nachhaltig zu Ressourcenschonung, Energieeffizienz

und zum Klimaschutz beitragen, wurden

im Neuen Schauspielhaus Bremen die mit

insgesamt 60.000 Euro dotierten Preise vergeben.

In der Kategorie Logistik setzte sich die Paneuropa-

Rösch GmbH aus Vechta mit dem Projekt „Intermodale

Kühlverkehre als ökomomischökologische

Transportlösung“ gegen die Konkurrenten durch.

Das Rennen in der Kategorie Partnerschaft machte

die Kutec GmbH & Co. KG aus SaterlandRamsloh

mit ihrem „KurreFilter für Nutzfahrzeuge“ während

der EnergiePreis ebenfalls an das Projekt „Green-

Drive Technology“ der Rotek GmbH & Co. KG verliehen

wurde.

Bei der abendlichen Preisverleihung würdigten

sowohl Dr. Reinhard Loske, Bremer Senator für

Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, als auch Dr. Oliver

Liersch, Staatssekretär im niedersächsischen

Wirtschaftsministerium, den Stellenwert der

Umweltleistungen für die Metropolregion BremenOldenburg.

„Ich bin begeistert vom unternehmerischen

Engagement, mit kreativen praxistauglichen

Entwicklungen die Umwelt zu entlasten. Die

Projekte der Finalisten unterstreichen die Vorreiterrolle,

die der Nordwesten in der Entwicklung von

Innovationen im Bereich der Umweltwirtschaft

einnimmt“, so Loske, der den Vorsitz der zuvor

tagenden Jury inne hatte und dessen Ressort den

Umweltpreis 2001 initiiert hat.

Dr. Sabine Johannsen, Geschäftsführerin der

NBank – Investitionsund Förderbank Niedersachsen,

sowie Holger Neumann, Geschäftsführer der

Bremer AufbauBank GmbH beglückwünschten als

Laudatoren die Geschäftsführer der Rotek GmbH &

Co. KG Wilfried, Klaus und Rolf Treusch zum Gewinn

des ’preis umwelt unternehmen: Nordwest’ 2009.

„Viel versprechende Entwicklungen wie die unseres

6 | Handwerk in Bremen 4/2010

Hauptpreisgewinners halten wir für zukunftsfähig

und unterstützenswert, gerade im Hinblick auf die

Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts“, begründet

Johannsen die Entscheidung der Jury, der auch

sie angehörte. „Mit dieser Auszeichnung möchten

wir hervorheben, dass Wirtschaftlichkeit mit dem

Ziel Klimaund Ressourcen zu schonen, absolut zu

vereinbaren ist, wie der Gewinner eindrucksvoll

gezeigt hat“, so Neumann bei der Preisübergabe.

Überaus zufrieden mit dem gesamten Wettbewerbsverlauf

zeigte sich auch Harald Emigholz, Vorstandsvorsitzender

beim Träger und Ausrichter des

Preises, dem RKW Nord e.V.: „Mit über 90 Bewerbungsanfragen

hatten wir den bislang größten

Zuspruch überhaupt. Diesen Erfolg streben wir

auch für die nächste Runde 2011 an.“ Neben den

beiden Förderbanken der Länder Niedersachen und

Bremen, die den ‚preis umwelt unternehmen:

Nordwest’ ermöglichen, stifteten die Kieserling

Holding GmbH, die Bremer EnergieKonsens GmbH

und die Stadt Oldenburg weitere Auszeichnungen

in den Bereichen Logistik, Energie und Partnerschaft.

Außerdem unterstützt die Metropolregion

BremenOldenburg im Nordwesten bereits zum

dritten Mal den Wettbewerb. Die swb zählt ebenfalls

erneut zu den Sponsoren.

Mittelstandsbericht für das Land Bremen veröffentlicht

Die GewinnerProjekte des ’preis umwelt unternehmen:

Nordwest’ 2009 :

Hauptpreis (35.000 Euro) und

Kategorie Energie (10.000 Euro )

Rotek GmbH & Co. KG, Bremerhaven

GreenDrive Technology

Einen hocheffizienten Kleinmotor brachte die

Rotek GmbH & Co. KG in 2008 auf den Markt. Die

Motoren erreichen Wirkungsgrade bis zu über 90

Prozent. Sie kommen in Pelletheizungen, Filteranlagen

und Förderbändern zum Einsatz. Ein einziger

Motor vermeidet das 200-fache seines Eigengewichts

an CO 2 .

Kategorie Logistik (10.000 Euro)

PaneuropaRösch GmbH, Vechta

Intermodale Kühlverkehre als ökonomischökologische

Transportlösung

Durch die intelligente Vernetzung von Informationen,

Warenströmen, Transportmitteln und Menschen

sowie einem umweltorientierten Arbeitsprozess

bietet die PaneuropaRösch GmbH den

Transport von temperaturgeführten Gütern im

kombinierten Verkehr Schiene/Straße.

Kategorie Partnerschaft (7.500 Euro )

Kutec GmbH & Co. KG, SaterlandRamsloh

KurreFilter für Nutzfahrzeuge

Die Kutec GmbH & Co. KG entwickelte ein Dieselpartikelfiltersystem

speziell für den Einbau in 95

Prozent aller gängigen schweren Nutzfahrzeuge

der Emissionsklassen EURO 2 und 3.

Mehr Infos zum Wettbewerb unter

www.preisumweltunternehmen.de.

Das IfM Bonn hat zusammen mit der Rambøll Management Consulting GmbH im Auftrag des Senators

für Wirtschaft und Häfen einen Bericht über die Situation der mittelständischen Wirtschaft in

der Freien Hansestadt Bremen verfasst. Der Mittelstandsbericht liefert grundlegende Informationen

zur Struktur und Situation sowie zu Leistungschancen und -hemmnissen der mittelständischen

Wirtschaft in Bremen im Jahr 2009. Bei der Darstellung des bremischen Mittelstands in Zahlen werden

zum Vergleich die Bundesergebnisse herangezogen. Die aktuelle Situation der kleinsten, kleinen

und mittleren Unternehmen in Bremen vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise wird

als Ergebnis einer Unternehmensbefragung beschrieben. Zudem werden Handlungsempfehlungen

für die zukünftige Ausrichtung der Mittelstandspolitik abgeleitet.

Der Mittelstandsbericht für das Land Bremen als PDF und weitere Informationen unter:

http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=832


�����������

�����������

���������������

���������������

���������������

���������������

������������������������������������

����������������������������������������������

�����������������������������������

�����������������������������������

���������������������������


BREMEN & BREMERHAVEN

Wie beurteilt der Senat Klagen des Handwerks,

dass bremische Schulabgänger oft nicht

für eine Ausbildung im Handwerk geeignet

sind? In welcher Form sind handwerkliche Arbeiten

an den Schulen im Land Bremen im Unterricht

verankert, inwiefern wird dabei auf das

Berufsfeld des Handwerks aufmerksam

gemacht? Und: In welcher Form wurden für das

Handwerk relevante Gesetzgebungsvorhaben,

Verordnungen und Verwaltungsvorschriften in

den letzten fünf Jahren vorab mit Ansprechpartnern

aus der Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaft

und den Innungen diskutiert, und

inwiefern wurden Vorschläge in die jeweiligen

Vorlagenentwürfe der Senatsressorts aufgenommen?

Diese und weitere Fragen richtete zum Ende

des vergangenen Jahres die Fraktion der FDP in

der Bremischen Bürgerschaft in einer Großen

Anfrage an den Senat. Der damals arbeitsmarktpolitische

Sprecher der FDP-Fraktion, Dr. Oliver

Möllenstädt: „Das Handwerk bildet im Land Bremen

im Hinblick auf Umsatz und Beschäftigtenzahl

einen bedeutenden Wirtschaftszweig. Die

überwiegende Zahl der Handwerksbetriebe leistet

einen beträchtlichen Beitrag zur Ausbildung

junger Menschen. Und da die Handwerksbetriebe

eng an die Region gebunden sind, beeinflussen

die Rahmenbedingungen, die die Lan-

Integration: Mitstreiter gesucht

Nach einer erfolgreichen, von der Senatskanzlei

und der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit,

Jugend und Soziales organisierten Integrationswoche

in 2008 (Programm unter

www.labskaus-bremen.de) soll in diesem Jahr

eine Neuauflage der Veranstaltung stattfinden.

In der Woche vom 15. bis 21. August wird Bremen

wiederum im Zeichen der Integration stehen:

In den Stadtteilen und zentral in und um

das Rathaus herum wird es zahlreiche Veranstaltungen

geben, die sich mit Fragen des

Zusammenlebens der Menschen in der Stadt,

mit Bildung und Arbeit, mit Wertvorstellungen

und ethischen Fragen, mit Wirtschaft und Kultur

beschäftigten. Das ganze Spektrum der vorhandenen

kulturellen Vielfalt in Bremen soll

8 | Handwerk in Bremen 4/2010

Dr. Oliver Möllenstädt fragte in der

Bürgerschaft für die FDP-Fraktion

nach der Lage des Handwerks in Bremen.

PERSPEKTIVEN FÜR DAS HANDWERK

Die Bürgerschaft hat die Lage und Entwicklung des Handwerks in Bremen debattiert.

Anlass war eine Große Anfrage der FDP-Fraktion. Sorgen über die Zahlungsmoral

öffentlicher Auftraggeber und die Ausbildungsfähigkeit der Schüler.

des- und die Kommunalpolitik für das Handwerk

setzen, die Geschäftsentwicklung der

Betriebe in unmittelbarer Weise. Dies gilt insbesondere

auch für die Vergabe öffentlicher Aufträge

des Landes und der Stadtgemeinden.“

Ende Februar lagen die Antworten des

Senats vor und konnten in einer Sitzung der

Bürgerschaft diskutiert werden. Dabei hob Dr.

Möllenstädt die besondere Bedeutung des

Handwerks als Wirtschaftsfaktor und Ausbildungsträger

hervor: „Gerade die kleinsten, kleinen

und mittleren Unternehmen sind ein wichtiges

Rückgrat und leisten einen erheblichen

Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt“, sagte er

und wies darauf hin, dass sich das Handwerk in

der aktuellen Krise robuster als andere Unternehmen

erwiesen und sich seine Produktivität

sogar positiv entwickelt habe.

Sorgen bereiteten jedoch ihm wie vielen

Handwerksbetrieben die Zahlungsmoral der

öffentlichen Auftraggeber und die Ausbildungsfähigkeit

der bremischen Schulabgänger. Auch

bei der Konkurrenz für Handwerksbetriebe durch

Beschäftigungsträger, die die öffentliche Hand

über Arbeitsgelegenheiten künstlich schafft,

gäbe es Schwierigkeiten. „Was gut gemeint ist,

darf nicht auf Kosten der Handwerksbetriebe

gehen. Angesichts dessen, was eigentlich erreicht

werden soll, nämlich Beschäftigung zu fördern,

aufgezeigt und als Chance für die Stadt begriffen

werden.

Getragen wird diese Woche von einem

gesellschaftlichen Bündnis, das die christlichen

Kirchen, die Jüdische Gemeinde, die

muslimischen Vereine und Vereinigungen

und andere Religionsgemeinschaften

umfasst. Auch die Bremer Wirtschaft, die

Universität, Bildungs- und Kultureinrichtungen,

die Bürgerhäuser, Werder Bremen und

der Landessportbund, Radio Bremen, die

Medien, die Gewerkschaften, die Kammern

und viele andere unterstützen die Woche.

Neben den zentralen Veranstaltungen im

Rathaus sind es vor allem die von Vereinen

und Verbänden selbst organisierten Events

in den Stadtteilen, die den Integrationsge-

ist dieses Modell kontraproduktiv“, erklärte Dr.

Möllenstedt in der Bürgerschaft und bat den

Wirtschaftssenator und die Arbeitssenatorin um

eine Verbesserung der Zahlungsmoral. Gerade die

kleinen Betriebe hätten oftmals nur eine dünne

Eigenkapitaldecke und „ein erheblicher Teil der

Rechnungen, die bei öffentlichen Aufraggebern

eingehen, sind nach 30 Tagen immer noch nicht

bezahlt“, so Möllenstädt.

Zu den aus Sicht der FDP-Fraktion berechtigten

Klagen über die mangelnde Qualifikation

jugendlicher Bewerber sagte Möllenstädt: „Die

FDP-Fraktion erhofft sich von dem Modell der

Werkschulen, dass Jugendliche, die ein verstärktes

Interesse an handwerklichen Tätigkeiten

haben, an handwerkliche Berufe herangeführt

werden können. Das Handwerk ist ein interessantes

Segment. Es lohnt sich, hier jungen Menschen

Perspektiven aufzuzeigen.“ Bislang sei das

Handwerk nicht im Fokus des Senats gewesen.

Nicht zuletzt dank der Imagekampagne des

Handwerks zeigte sich Möllenstädt jedoch optimistisch,

dass die Politik die weitere Entwicklung

positiv begleiten wird.

danken zu den Menschen bringen. Jeder ist

daher eingeladen, vor Ort mit kleinen oder

größeren Veranstaltungen „Begegnung“ zu

schaffen. „Begegnung“ als das übergeordnete

Thema dieser Woche ist letztlich das

beste Mittel um Vorurteile abzubauen und

gute Erfahrungen mit den „anderen“ zu

machen. Daher wünschen sich die Organisatoren

möglichst Veranstaltungen, die

gemeinsam von Einheimischen und Zugewanderten

organisiert werden bzw. die sich

an den jeweils anderen richten.

Wer mitmachen möchte und eine oder mehrere

Veranstaltungen in dieser Woche organisieren

wird, kann seine Veranstaltungsidee

bis zum 16. April 2010 direkt an das Rathaus

unter labskaus@sk.bremen.de mailen.


Restaurator Florian Kröning erläutert Bürgermeister

Jens Böhrnsen die Holzarbeiten. Im

Hintergrund: Martina Schubert beim Feinschliff.

(Foto: Senatspressestelle)

FEINSCHLIFF FÜR

DEN FESTSAAL

Die Holzvertäfelung im Festsaal des Rathauses

zieht immer wieder bewundernde Blicke auf

sich. Keine Frage – sie gibt dem Raum seine ganz

besondere Atmosphäre. Jetzt ist das repräsentative

Holzwerk, das vor rund 100 Jahren nach Entwürfen

von Gabriel von Seidel entstand, gründlich

aufgearbeitet worden. Das Projekt wird

finanziert mit Mitteln aus dem „Förderprogramm

für Investitionen in nationale UNESCO-

Welterbestätte“ des Bundesministeriums für

Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Aus diesem

Topf erhält Bremen für verschiedene Maßnahmen

insgesamt 600.000 Euro.

Zuletzt wurde das Holzwerk vor 15 Jahren

ausgebessert. Doch im Laufe der Jahre hat es an

vielen Stellen Blessuren gegeben: Kleine Kratzer,

Schrammen und Risse – alles Verletzungen, die

sich einstellen, wenn Räume viel vom Publikum

genutzt werden. Die Restauratoren haben die

Holzflächen zunächst trocken, dann feucht mit

destilliertem Wasser gereinigt. Dies Verfahren

Unsere Finanzplanung unterstützt alle, die unabhängig werden

�������������������������������������������������������������������

������������������������������������������������������������������

������������������������������������������������������������������

���������������������������������������������������������������������

������������������������������������������������

www.BremischeVolksbank.de

����������������������������

���������������������������

���������������������

�������������������������

nennt sich Nebelfeuchtreinigung. Danach bekamen

die Eichenholzflächen einen Feinschliff,

defekte Stellen wurden ausgebessert und

anschließend mit bis zu vier Schichten Schellack

bearbeitet. Wichtig war, das Holz so auszubessern,

dass die ursprüngliche Ausstrahlung wieder

zur Geltung kommt. Noch sind die Arbeiten

nicht ganz abgeschlossen, die Ausbesserung der

Holzbalkone stehen noch bevor.

Im Zuge der Maßnahmen sind auch zwei

Türen komplett ausgebaut und mit einer

Zugangsautomatik ausgestattet worden. Sie

waren bisher nur sehr schwer zu bewegen und

können künftig elektrisch geöffnet werden. Weitere

Vorhaben, die mit

Mitteln aus dem

Förderprogramm auf

den Weg gebracht

wurden, können in

Kürze abgeschlossen

werden: die energetische

Sanierung der

Fenster, Parkettarbeiten

im Ratskeller sowie

Restaurierungen an

den Wandbildern im

Bacchuskeller.

Bis 2012 stellt der

Bund insgesamt 150

Millionen Euro zur Förderung

von Investitionen

in die UNESCO-

Welterbestätten in

Deutschland zur Verfügung.

Mit dem Förder-

programm werden

dringend notwendige

Investitionen in den

Erhalt der historischen

Stätten von Weltrang

ermöglicht und eine

welterbeverträgliche

Entwicklung der Kommunen

unterstützt.

BREMEN & BREMERHAVEN

ESF startet in zweite Förderphase

Zum Start der zweiten Förderperiode des

Europäischen Sozialfonds (ESF) stellte die

Behörde von Arbeitssenatorin Ingelore

Rosenkötter der Deputation für Arbeit und

Gesundheit die Programme vor. So sollen

etwa für die „Bremer Fachkräfteinitiative“

und weitere Programme, mit denen Beschäftigte

und Arbeitslose qualifiziert werden, insgesamt

rund 12,5 Millionen Euro zur Verfügung

gestellt werden. Mit diesen Vorhaben

soll vor allem der wirtschaftliche Strukturwandel

arbeitsmarktpolitisch begleitet werden.

Wie schon beim erfolgreichen Beispiel

der Windenergie sollen die Fördermaßnahmen

von Wirtschafts- und Arbeitsressort so

gebündelt werden, dass sich daraus Vorteile

ergeben. Fortgeführt wird auch das Programm

Bremen produktiv und integrativ“

mit 11,8 Millionen Euro. Hier soll eine öffentlich

geförderte Beschäftigung in stadtteilbezogenen

Projekten für Langzeitarbeitslose

geschaffen werden, um die Wiedereingliederung

in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Dabei soll eine stärkere Einbeziehung

der in den Stadtteilen ansässigen Wirtschaft

erreicht werden.

Nutzung besser als Leerstand

Damit zeitweise leer stehende Gebäude und

ungenutzte Brachflächen eine sinnvolle Verwendung

finden, wurde von den zuständigen

Deputationen im vergangenen Jahr die Einrichtung

einer Zwischennutzungsagentur

beschlossen. Jetzt wurde die ZwischenZeit-

Zentrale vom Senator für Wirtschaft und

Häfen, Martin Günthner, und dem Senator für

Umwelt, Bau, Verkehr und Europa, Dr. Reinhard

Loske, der Öffentlichkeit präsentiert. Die

ZwischenZeitZentrale Bremen soll Nutzungsmöglichkeiten,

neue Ideen und Konzepte für

private wie öffentliche Objekte, kleine oder

große Flächen und Gebäude finden. Das

schafft ideale Startbedingungen für junge

Unternehmen, Initiativen und Vereine. Aus

dem Zusammenspiel von aufgeschlossenen

Eigentümern und kreativen Zwischennutzern

entstehen Start-up-Büros in leer stehenden

Gebäuden, finden temporäre Veranstaltungen

auf verwilderten Brachen statt und werden

ehemalige Güterbahnhofsgebäude zu

Sport- und Freizeitstätten umgewandelt.

Mehr unter: www.zzz-bremen.de.

Handwerk in Bremen 4/2010 | 9


DAS HANDWERK

RISIKEN FÜR DEN AUFSCHWUNG

Die deutsche Wirtschaft fordert beim Spitzengespräch auf der Internationalen

Handwerksmesse München: Konjunkturbelebung unterstützen,

Wachstumshemmnisse beseitigen, Vertrauen stärken.

Deutschland hat die Talsohle der Wirtschaftsund

Finanzkrise durchschritten. Mit entschlossenem

Krisenmanagement von Wirtschaft und Politik

konnten die Schäden bislang begrenzt werden

insbesondere am Arbeitsmarkt. Dennoch bleiben

Risiken für den Aufschwung, aktuell vor allem

die exorbitante Staatsverschuldung im Euroraum

sowie die Schwierigkeiten der Unternehmen bei

der Kreditversorgung.

Vor diesem Hintergrund appelliert die deutsche

Wirtschaft an die Bundesregierung, auf europäischer

und internationaler Ebene weiterhin

standhaft für Stabilität einzutreten, der Sicherung

der Unternehmensfinanzierung hohe Priorität

einzuräumen sowie Bürgern und Betrieben verlässliche

Leistungsanreize zu geben und so ihr

Vertrauen in die Zukunft zu stärken. Der Koalitionsvertrag

steckt dazu einen geeigneten Rahmen.

Deshalb fordert die Wirtschaft die Bundesregierung

auf, an ihrem Leitgedanken festzuhalten,

dass die Arbeit der Bürger sowie Produktion und

Dienstleistungen wirtschaftlich gesunder Unternehmen

die Basis aller Staatsfinanzen sind. Angesichts

der stark angestiegenen Staatsverschuldung

in Deutschland, kommt es darauf an, die

Weichen auf eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung

zu stellen, damit der Verfassungsvorgabe

der Schuldenschranke entsprochen wird. Die im

Koalitionsvertrag vereinbarten Goldenen Regeln

sind dabei ein erfolgversprechender Kompass.

10 | Handwerk in Bremen 4/2010

Die deutsche Wirtschaft begrüßt das Bekenntnis

der Bundesregierung zur Steuerpolitik als

Wachstumspolitik. Sie sollte daher umgehend

eine grundlegende Steuerstrukturreform in

Angriff nehmen und dabei insbesondere –

wie angekündigt – auf Leistungsgerechtigkeit

sowie auf die Beseitigung von Wachstums -

bremsen wie „Mittelstandsbauch“ und kalter

Progression zielen. Ebenso sollten die im

Koalitionsvertrag angekündigten Nachbesse -

rungen bei der Unternehmensbesteuerung

weiter vorangetrieben werden, um das Unter -

nehmenssteuerrecht in Deutschland wettbewerbsfähiger

zu machen. An dieser Zielsetzung

muss sich auch die Reform der Gemeindefinanzen

messen. Mit Blick auf die regional tätige Wirtschaft

bedarf es einerseits nachhaltiger und

stabiler Kommunalfinanzen, andererseits muss es

substanzielle Fortschritte beim Abbau substanzbesteuernder

Elemente in der heutigen Gewerbesteuer

geben.

Die Wirtschaft ist sich bewusst, dass Entlastungen

im Spannungsfeld mit den ebenfalls vorrangigen

politischen Zielen Haushaltskonsolidierung,

Beitragsstabilität in den Sozialversicherungen und

Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur

stehen. Insofern kommt es entscheidend auf ein

stufenweises Vorgehen an. Die Gesundheits- und

Pflegekosten müssen dringend vom Arbeitsverhältnis

entkoppelt werden. Die von der Koalition

geplante Schaffung von mehr marktwirtschaftlichen

Elementen und Anreizen für ein kosten -und

gesundheitsbewusstes Verhalten der Versicherten,

die Festschreibung des Arbeitgeberanteils bei der

gesetzlichen Krankenversicherung, die Einführung

einkommensunabhängiger Arbeitnehmerbeiträge

und die Ergänzung der Pflegeversicherung durch

kapitalgedeckte Vorsorge sind wichtige Schritte

dorthin.

Das Foto zeigt v.l.: ZDH-Generalsekretär Holger

Schwannecke, ZDH-Präsident Otto Kentzler,

Bundeskanzlerin Angela Merkel, BDA-Präsident

Dieter Hundt, BDI-Präsident Hans-Peter Keitel.

Foto: ZDH/Stegner

Ein erhebliches Wachstumsrisiko ist die Unternehmensfinanzierung.

Zwar deuten aktuelle

Kennzahlen darauf hin, dass es nach wie vor keine

flächendeckende Kreditklemme gibt. Sorge macht

uns aber, dass gerade die Unternehmen, die für

sich eine erheblich verbesserte Geschäftslage und

insbesondere steigende Exporte erwarten, gleichzeitig

überdurchschnittlich verschlechterte Kreditbedingungen

beklagen. Es ist deshalb von zentraler

Bedeutung, dass die Kreditinstitute in der Lage

sind, bei anziehender Konjunktur die Unternehmen

ausreichend mit Krediten versorgen zu

können. Von dem von der Bundesregierung eingesetzten

Kreditmediator erwarten wir ein unbürokratisches

Verfahren, in dem geprüft wird, welche

zusätzlichen Kreditoptionen sich im Einzelfall

unter Einbeziehung von Förderprogrammen und

Bürgschaften eröffnen. Auf diese Weise kann

zugleich die Transparenz der Finanzkommunikation

zwischen Kredit suchenden Unternehmen

und Kreditinstituten erhöht und die Basis für

neues Vertrauen gelegt werden.

Mit Sorge sieht die deutsche Wirtschaft den sich

anbahnenden demografiebedingten Fachkräftemangel

bei gleichzeitig fehlendem Angebot an ausbildungsfähigen

Jugendlichen. In Ost-Deutschland

hat diese Negativentwicklung bereits spürbar eingesetzt.

Die PISA-Studien haben in aller Deutlichkeit

den Handlungsbedarf offengelegt. Die richtigen bildungspolitischen

Schlussfolgerungen wurden in

den Dresdner Beschlüssen vom Oktober 2008 gezogen.

Deren Umsetzung darf nicht weiter auf die

lange Bank geschoben werden, im Interesse der

wirtschaftlichen Entwicklung und der gesellschaftlichen

Stabilität Deutschlands.

Handwerk schaut mit

Optimismus in die Zukunft

„Wir stehen besser da, als die meisten anderen

Branchen“, stellte Otto Kentzler, Präsident

des Zentralverbandes des Deutschen

Handwerks (ZDH) zur Eröffnung der Internationalen

Handwerksmesse (IHM) in München

fest. Kentzler erwartet für 2010 nur

einen geringen Umsatzverlust von einem

Prozent, bei gleichbleibend hoher Beschäftigung.

Wichtig ist, so Kentzler, dass sich die

Bauwirtschaft darauf verlassen kann, dass

die Mittel für kommunale Investitionen aus

dem Konjunkturpaket auch ausgeschöpft

werden: „Es muss sicher gestellt werden,

dass Aufträge, die 2010 erteilt werden, auch

noch 2011 begonnen und fertiggestellt werden

können.“


SO WIRD MAN „WIRTSCHAFTSMACHT“

Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Handwerker setzten bereits

deutlich sichtbare Zeichen zur Imagekampange. Mit kostenlosen Materialien

kann jeder Betrieb „Kampagnen-Botschafter“ werden.

Mit Plakaten und Aufklebern, Internet-Bannern

und in ihren Außendarstellungen können

Handwerker zeigen, dass sie Teil der „Wirtschaftsmacht

von nebenan“ sind. Viele Handwerker

haben bereits Werbemittel aus dem

Startpaket (lag für Betriebe der Februar-Ausgabe

von HiB bei) im Schaufenster oder am Firmenwagen

angebracht. In zahlreichen Verkaufsräumen

und Werkstätten machen die Poster auf

die Kampagne aufmerksam.

Darüber hinaus können alle Betriebe den TV-

Spot, Onlinebanner oder das Logo der Kampagne

downloaden und im Arbeitsalltag verwenden

– für Websites, Geschäftsausstattungen

oder auch in den Ladengeschäften. Je mehr

Handwerker die Kampagne unterstützen, desto

erfolgreicher wird sie. In ganz Deutschland verdeutlicht

das Handwerk so seine Größe und

seine Vielfalt. Und jeder Handwerker zeigt, dass

er zu diesem bedeutenden und modernen Wirtschaftszweig

gehört.

Logo, Anzeigen- und Plakatmotive gibt es kostenlos

im sogenannten „Brand Management“ im

Internet. Die Nutzung der Materialien ist nicht

schwierig. Um in das „Brand Management“ zu

gelangen, ist zunächst eine Anmeldung unter

http://brandmanagement.handwerk.de erforderlich.

Im Anschluss können Nutzer auf die

genannten Materialien zugreifen – und zum Beispiel

das Logo gleich für ihr Briefpapier verwenden.

Auch das dazugehörige Design-Handbuch

IG BAU will mehr Demokratie in

der Selbstverwaltung im Handwerk

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-

Umwelt (IG BAU) fordert, zukünftig die Arbeitnehmerseite

zu 50 Prozent an der Selbstverwaltung

des Handwerks zu beteiligen. „Die

einseitige Privilegierung der selbständigen

Meister mit zwei Dritteln der Vollversammlungssitze

in Handwerkskammern sei nicht

mehr zeitgemäß und benachteilige die Arbeitnehmerseite

in ihren demokratischen Rechten“,

heißt es dazu in einer Pressemitteilung

der Gewerkschaft.

Die IG BAU fordert außerdem die politische,

organisatorische und finanzielle Entflechtung

kann dort heruntergeladen werden. In dem kleinen

Nachschlagewerk kann man nachlesen, wie

die Kampagnenlogos am besten eingesetzt werden.

Auf diese Weise setzt jeder Handwerker

Logos, Motive und seinen eigenen Betrieb gut in

Szene.

TV-Spot, Wallpaper für den eigenen Computer

oder das Making-of der Kampagne, gibt es

ebenfalls kostenlos. Unter www.handwerk.de/

die-wirtschaftsmacht/downloads stehen die

Dateien für alle Interessierten zum Download

bereit. Mit diesen Materialien tragen Handwerker

ihre Imagekampagne auch multimedial weiter.

Neben den kostenlosen Materialien gibt es

auch kostenpflichtige Werbemittel zur Bestellung

über das Internet. In den Shop der Imagekampagne

gelangen Handwerker und Vertreter

von Handwerksorganisationen über www.shophandwerk.de.

Oder sie nutzen den Bestellbogen

aus dem Werbemittel-Starterpaket. Ob im Onlineshop

oder per Bestellschein: Werbemittel wie

Aufkleber, Roll-ups und Fahnen, aber auch T-

Shirts, Tassen oder Mousepads kann jeder in der

gewünschten Stückzahl erwerben – und so für

das Handwerk Flagge zeigen.

und Trennung des Zentralverbandes des Deutschen

Handwerks (ZDH) vom Deutschen

Handwerkskammertag (DHKT). Der DHKT ist

der Spitzenverband der öffentlich-rechtlichen

Handwerkskammern, die gesetzliche Aufgaben

in der Berufsausbildung wahrnehmen und

Pflichtbeiträge von allen Handwerksbetrieben

in Deutschland erheben.

„Der ZDH finanziert sich mittels Umlageverfahren

aus öffentlich-rechtlichen Kammerbeiträgen,

ist aber gleichzeitig einseitiges Sprachrohr

von Arbeitgeberinteressen und

neoliberaler Politik“, so der Vorwurf von IG

BAU-Vorstandsmitglied Andreas Steppuhn,

zuständig für Handwerkspolitik.

DAS HANDWERK

Altersteilzeit muss wie geplant auslaufen

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes

des Deutschen Handwerks

(ZDH), zu Forderungen von SPD und Die Linke,

die direkte Förderung der Altersteilzeit durch

die Bundesagentur für Arbeit (BA) zu verlängern:

„Die Förderung der Altersteilzeit durch die

BA muss wie geplant auslaufen. Als beschäftigungspolitisches

Instrument ist Altersteilzeit

gescheitert: Nur in etwa einem Drittel der Fälle

wird die Stelle überhaupt wieder besetzt. Mit

1,4 Milliarden Euro jährlich ist die Altersteilzeit

ein extrem teueres Instrument, das vor allem

von großen Unternehmen und dem öffentlichen

Dienst in Anspruch genommen wird.

Kleine Unternehmen – gerade auch im Handwerk

– müssen die Kosten mittragen und finanzieren

auf diese Weise die personelle Umstrukturierung

von Großunternehmen. Ein

vorzeitiges Ausscheiden von qualifizierten

Arbeitnehmern aus dem aktiven Erwerbsleben

können sich in Deutschland in Anbetracht des

aufkommenden Fachkräftemangels die meisten

Betriebe gar nicht mehr leisten.“

Etappensieg beim Bürokratieabbau

Zur Zustimmung des Europäischen Parlaments

zum Kommissionsvorschlag, Kleinstunternehmen

von den EU-Bilanzierungspflichten auszunehmen,

erklärt ZDH-Präsident Otto Kentzler:

„Die EU-Parlamentarier haben gezeigt, dass sie

es mit dem Bürokratieabbau ernst meinen.

Das positive Votum ist ein entscheidender

Schritt zur Entlastung kleiner Betriebe von aufwendigen

Bilanzierungspflichten. Für unsere

Betriebe ist dieser Etappensieg ein wichtiges

Zeichen, dass die EU das Prinzip ‚Vorfahrt für

kleine Unternehmen‘ beherzigt. Nun müssen

auch die EU-Mitgliedstaaten ihren Widerstand

endlich aufgeben und die Richtlinie zügig verabschieden.“

Handwerk in Bremen 4/2010 | 11


HANDWERKSKAMMER

AM 22. APRIL

IST GIRLS’ DAY

‚Mädchen-Zukunftstag‘ in Bremen.

Eine Ausbildung im Handwerk ist Gold wert:

In keinem anderen Berufszweig sind Gleichbehandlung,

schnelle Aufstiegsmöglichkeiten und

erfolgreiche Selbstständigkeit so greifbar wie im

Handwerk. Und das Handwerk braucht dringend

motivierten Nachwuchs. Darum wirbt das

Handwerk in Fernsehen, Kino und auf Plakaten

mit einer groß angelegten Imagekampagne.

Zusätzlich bittet die Handwerkskammer alle

Inhaber von Handwerksbetrieben zum Girls’ Day

am 22. April möglichst viele der Mädchen ab

Jahrgangsstufe 5 hinter die handwerklichen

Kulissen schauen oder weibliche Vorbilder in

Führungspositionen des Handwerks kennenlernen

zu lassen. Hans-Joachim Stehr, Vize-Präses

der Handwerkskammer Bremen und selbständiger

Fleischermeister, freut sich schon heute auf

den Mädchen-Zukunftstag und sagt: „Mehr als

40 Prozent der Mädchen verlassen die Schule

mit dem Realabschluss. Fast ein Drittel sogar mit

dem Abitur. Als Fachkräfte sind aber nur 15 Prozent

der weiblichen, jedoch 61 Prozent der

männlichen Beschäftigten tätig. Das Handwerk

bildet dabei traditionell besonders viele Frauen

aus. Aber vor allem in den technischen Handwerksberufen

ist die Zahl von Frauen noch

immer verhältnismäßig gering. Darum wollen

wir mit unserem Engagement beim Girls’ Day

praktische Einblicke geben und die Präsenz von

Mädchen in technischen oder anderen männlich

dominierten Handwerksberufe gezielt fördern“,

sagt er. Der Vizepräses ist überzeugt, dass der

Girls’ Day den Mädchen zeigen kann, dass sie

von einer Ausbildung im Handwerk doppelt profitieren.

„Einerseits ist das Handwerk besonders

Schwarzarbeit bekämpfen, Konjunktur stärken

Sieben Prozent mehr Arbeitslose als vor einem

Jahr und ein Prozent mehr als im Vormonat – so

stellt sich die Arbeitslosigkeit in Bremen dar. Der

Anstieg resultiert laut Agentur für Arbeit hauptsächlich

aus der Meldung von Jugendlichen in der

Altergruppe von 15 bis unter 25 Jahre nach Beendigung

ihrer Ausbildung. Daneben haben im Bezirk

Bremen 88 weitere Betriebe für insgesamt 706

Personen Kurzarbeit neu angezeigt. Hiervon

12 | Handwerk in Bremen 4/2010

Der Girls’ Day feiert in Bremen sein 10-Jähriges. Beim Anschnitt der Jubiläumstorte (v.l.): Kammer-HGF

Michael Busch, die Landesbeauftrage für Frauen, Ulrike Hauffe, die Senatorinnen Renate Jürgens-Pieper

(Bildung) und Ingelore Rosenkötter (Frauen und Arbeit) sowie Kammer-Vizepräses Hans-Joachim Stehr.

(Foto: Dirk Troue)

vielfältig. Andererseits unterscheiden die meisten

Handwerksbetriebe beim Einkommen nicht

nach Geschlechtern“, sagt er. In nahezu allen

anderen Wirtschaftsbereichen bestehen zwischen

den Geschlechtern zum Teil erhebliche

Lohnunterschiede und viele Frauen verdienen

im Durchschnitt nur 80 Prozent des Stundenlohns

von Männern.

Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper

dankte den Unternehmen und Forschungseinrichtungen,

die Mädchen und jungen Frauen

Einblicke in Berufe geben, in denen Frauen noch

immer unterrepräsentiert sind. „Die Zielrichtung

des Girls’ Day passt zu unserer MINT-Initiative“,

sagte die Senatorin. Dabei gehe es insbesondere

um Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft

und Technik, die sich stärker in den Profilen der

allgemeinen Schulen widerspiegeln sollen. Sie

finde es richtig, dass sich der Girls’ Day nun als

Berufsorientierungstag für Mädchen in Bremen

fest etabliert habe, sagte Jürgens-Pieper und

unterstrich, dass die Schulen an diesem Tag auch

spezielle Angebote für Jungen machen. Insbesondere

Leseförderung stehe im Mittelpunkt.

Arbeits- und Frauensenatorin Ingelore Rosen-

waren unter anderem Arbeitnehmer

aus dem Ausbaugewebe

betroffen. Der Präses der Handwerkskammer

Bremen, Joachim Feldmann, appelliert

darum an alle Handwerksbetriebe dieses

Potenzial junger Fachkräfte zu nutzen.

„Frisch qualifizierte junge Menschen brauchen

nach Abschluss ihrer Berufsausbildung eine Perspektive.

Sie sind gut ausgebildet und hoch motiviert

und es lohnt sich ihnen eine Chance auf eine

Beschäftigung zu geben“, sagt er.

Angesichts von immer mehr Arbeitslosen und

kötter bekräftigte, dass der Girls’ Day inzwischen

viel mehr sei, als den Eltern bei der Arbeit zuzugucken.

Viele Unternehmen bieten an diesem

Tag ein interessantes Programm, das darauf ausgerichtet

ist, die weiblichen Fachkräfte von morgen

für den Betrieb zu interessieren. „Um eine

Trendwende in der Berufswahl zu schaffen,

brauchen wir das Engagement aller und

gemeinsam einen langen Atem. Der Girls’ Day ist

dabei ein wichtiger Bestandteil. Mädchen werden

ermuntert, sich für neue Berufswege zu

interessieren. Das öffnet manchmal die Augen

für ganz andere berufliche Karrieren“, so Rosenkötter

weiter.

Die Landesbeauftragte für Frauen, Ulrike

Hauffe, betonte: „Noch nie hatten wir in unserem

Land eine Generation von Mädchen und

jungen Frauen, die so gut ausgebildet ist. Ich

freue mich, wenn sich viele Unternehmen am

Girls’ Day als attraktive Arbeitgeber für diese

Zielgruppe präsentieren. Damit Mädchen in

technikorientierten Berufen Fuß fassen, ist es

notwendig, dass die Betriebe auf sie zugehen

und ihre Unternehmenskultur entsprechend

gestalten.“

parallel immer mehr Schwarzarbeit in Deutschland,

die zunehmend legale Beschäftigungsverhältnisse

gefährdet, fordert der Präses verbessere

Rahmenbedingungen für die Betriebe: „Experten

gehen von einer Erhöhung der deutschen Schattenwirtschaft

von bis zu 8,3 Milliarden Euro auf

rund 253 Milliarden Euro in diesem Jahr aus. Allein

mit zusätzlichen Planstellen für Fahnder ist das

Problem nicht zu lösen, solange die Steuern- und

Abgabenlast viel zu hoch ist. Wer sie senkt und so

die Schwarzarbeit wirksam bekämpft, macht die

beste Konjunkturpolitik!“, so der Präses.


BESUCHE AUF GEGENSEITIGKEIT

Immer mehr Betriebe in der Region müssen damit rechnen, dass Ausbildungsplätze

künftig unbesetzt bleiben. Handwerkskammer, Betriebe und Arbeitsagentur

setzen auf Besuche bei Schülern und Schülerbesuch in Betrieben.

In den vergangenen Wochen konnten sich

Schulabgänger von 13 Bremerhavener Schulen

auf eine mögliche Ausbildung im Handwerk vorbereiten:

Regina Falke von der Außenstelle der

Handwerkskammer Bremen war zusammen

mit selbständigen Handwerksmeistern unterwegs,

um Schulklassen zu besuchen. Für Praxisnähe

zum „Anfassen“ sorgten die Handwerksmeister

Artur Böhlken (Maler/Lackierer),

Matthias Schröter (Raumausstatter), Thorsten

Klonczinski (Maurer), Torsten Appel (Zimmerer),

Kai Kupferschmidt (Elektroniker), Andreas Stölting

(Tischler), Monika Schulz (Friseur), Holger

Dahl (Bäcker), Frank Helmke (Dachdecker), Bernd

Brunßen (Kfz-Mechatroniker, Kfz-Innung) und

Reinhard Wetjen (Metallbauer). Das so umfangreiche

Angebot möglicher Gesprächspartner

war für die Schüler eine einmalige Gelegenheit,

sehr anschaulich von Experten etwas über einen

bestimmten Beruf und die Ausbildungsmöglichkeiten

zu erfahren sowie ganz nebenbei Bewerbungstipps

zu erhalten.

Da immer mehr Betriebe in der Region damit

rechnen müssen, dass die von ihnen angebotenen

Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben,

kommt das Handwerk mit den Schulbesuchen

seinem Nachwuchs entgegen. Nicht von ungefähr,

denn im Handwerk werden die meisten

jungen Leute ausgebildet. Viele Berufe sind aber

bei den Schülern unbekannt oder es liegen falsche

wie unvollkommene Informationen vor.

Tatkräftig steuert das Handwerk nun mit

einer gewissen „Doppelstrategie“ dagegen.

Denn, zu den Schulbesuchen wurde jetzt zusätzlich

die Ausbildungstour Handwerk gestartet,

bei der nun umgekehrt Schüler, Eltern und Lehrer

vier Fachbetriebe des Handwerks besuchen

konnten. Nach Feierabend geb es Gelegenheit

zum Zuschauen, Mitmachen und Nachfragen.

Unter dem Motto „Was macht eigentlich

ein…?“ konnten ganz persönliche Eindrücke vor

Ort gewonnen werden. Gemeinsam organisierten

die Außenstelle der Handwerkskammer

(Passgenaue Vermittlung), die Agentur für

Arbeit Bremerhaven und das Schulamt (Reinhard

Rehwinkel, Koordinator der Praxisphase)

die Ausbildungstour Handwerk.

Ihre Türen öffneten die Firmen Elektro Sasse

GmbH, Huth Metallbau, das Autohaus Fischer

und der Friseur „Hauptsache“. Ausbilder, Gesellen

und Auszubildende nahmen sich Zeit, um die

Jugendlichen über ihre Berufe zu informieren.

Damit genügend Raum für Nachfragen,

Betriebsrundgänge und intensive Gespräche

blieben, stellten die Handwerker den Besuchern

ihren Feierabend zur Verfügung. Dafür dankte

der Vizepräses der Handwerkskammer, Hans-

HANDWERKSKAMMER

Handwerk hautnah: Dirk (2. v. re.) und Timo Sasse

(lins) von der Firma Elektro Sasse GmbH erklären

Schülern und Eltern eine Schalttafel. Vier Bremerhavener

Handwerksbetriebe hatten nach Feierabend

ihre Türen für Schüler, Eltern und Lehrer

geöffnet gelassen. Zuvor hatten elf Handwerksmeister

zusammen mit Regina Falke 13 Bremerhavener

Schulen besucht.

(Foto: Oliver Brandt)

Joachim Stehr, den vier Betrieben ausdrücklich.

Die anwesenden Schüler ermunterte der Vizepräses,

sich ein Bild vom modernen Handwerk

zu machen. Außer Meistern, Ausbildern und

Auszubildenden standen in den Werkstätten die

Berufsberater der Agentur für Arbeit, für Fragen

bereit.

Großer Preis des Mittelstandes mit neuem Nominierungsrekord

Mit einem neuen Nominierungsrekord wurde die 1. Etappe im 16. bundesweiten Wettbewerb

um den „Großen Preis des Mittelstandes 2010“ abgeschlossen, der von der Oskar-Patzelt-Stiftung

jährlich ausgelobt wird. Bis zum Nominierungsschluss am 31. Januar wurden

von über 1.000 Nominierenden aus allen 16 Bundesländern insgesamt 3.580 (2009: 3.366)

kleine und mittelständische Unternehmen für den Wettbewerb nominiert.

Der Wettbewerb verzeichnet damit erneut unter den bundesweiten Wirtschaftswettbewerben

die größte Resonanz. Die zeigt sich auch durch die Übernahme von Schirmherrschaften in allen

Bundesländern durch die jeweiligen Ministerpräsidenten oder Wirtschaftsminister. Alle Nominierungen

sind unter www.kompetenznetz-mittelstand.de und www.mittelstandspreis.com veröffentlicht.

Dort gibt es auch weitere Informationen zum laufenden Wettbewerb.

Bis 31. Mai erfolgt eine Vorauswertung der eingereichten Unternehmensdaten. Im Herbst

werden die Preisträger auf regionalen Auszeichnungsgala in Magdeburg (11.09.), Würzburg

(18.09.) und Düsseldorf (09.10.) geehrt. Bis dahin bleiben die Ergebnisse „unter Verschluss“.

Abschluss des Wettbewerbsjahres 2010 und Auftakt für den 17. Wettbewerb 2011 ist der

große Bundesball am 30. Oktober in Berlin, wo auch die bundesweiten Sonderpreise verliehen

werden.

Handwerk in Bremen 4/2010 | 13


HANDWERKSKAMMER

DAS FACHBUCH IST STETIGER BEGLEITER

Nach der Serie „Mentoren im Handwerk“ startet HANDWERK IN BREMEN nun mit der

Vorstellung einer Reihe von Ausbildungsbetrieben.

Draußen ist es eisig kalt, drinnen duftet es

nach warmem Motorenöl. Männer in Blau beugen

sich in einen Motorraum und im Hintergrund

klingelt ein Telefon; der Winter hat Schaden angerichtet:

Autos springen nicht an und deren Besitzer

brauchen Hilfe. In der kleinen Kfz-Werkstatt

am Rande des Bremer Holzhafens arbeitet das

vierköpfige Team von Kfz-Meister Thomas Jakob.

Erfahrungsgemäß stellt der 44-Jährige einen Auszubildenden

im Jahr ein. Beim Bewerbungsverfahren

setzt er gutes Wissen in Mathematik, Physik,

Chemie, sowie technisches Interesse voraus.

Über die oft mangelnden Grundkenntnisse der

angehenden Azubis wundert er sich nicht: „Viele

Lehrer sind unmotiviert und eine Menge Schüler

sehen die Schule nur als eine lästige Pflicht an“,

empfindet der Meister. Manchmal bekommt er

Bewerbungsschreiben mit bis zu 25 Rechtschreibfehlern.

„Daran merkt man, dass es keine Eltern

gibt die ihren Kindern zuhause helfen“, weiß der

DER NEUE NV200 –

NEUES ERFAHREN.

INTERNATIONAL VAN OF THE YEAR.*

Ausbilder um die sozial schwachen Bedingungen

in denen die viele aufwachsen. So sind auch die

Noten der Bewerber nicht immer ausschlaggebend:

„Bei mir kommt es nicht auf die schulischen

Leistungen an, sondern der Mensch zählt“,

begründet Jakob die Bewerberauswahl. So hat

auch der 18-jährige Marcel Thoben die Möglichkeit

bekommen, eine Ausbildung in der kleinen

Werkstatt zu machen. Zuerst hat er die Hauptschule

besucht, danach folgte die Berufsfachschule.

„Ich hatte in der Schule viele Vieren und

Fünfen. Manchmal auch Dreien“, gibt der Lehrling

aus dem ersten Lehrjahr zu. Der Kfz-Meister greift

nicht auf schwer vermittelbare Jugendliche von

der Agentur für Arbeit zurück. Auch schreibt er die

freie Lehrstelle nicht aus. Er schöpft aus seiner

eigenen Quelle. Über Berufspraktika holt der er

sich die angehenden Kfz-Mechatroniker in den

Betrieb. „In der achten Klasse habe hier mein

erstes Praktikum gemacht“, erzählt Azubi Marcel

begeistert. Während seiner gesamten Schulzeit

hat der junge Mann mit den roten Haaren zehn

Wochen in das Praktikum bei der kleinen Werkstatt

investiert. Die Zeit hat sich für ihn ausgezahlt.

Vorab durchläuft er eine abgespeckte Version

der Kfz-Mechatroniker-Ausbildung. In zwei

Jahren soll er zum Kfz-Servicemechaniker ausgebildet

werden. Um in der kurzen Lehrzeit Berufsschule

und Prüfung bestehen zu können, hilft der

Ausbilder dem angehenden Servicemechaniker

bei der Theorie. Die Hausaufgaben macht der

Mentor mit seinem Schützling zwischen Wagenhebern

und Reifen. „Wir üben so lange bis der

Stoff ‚sitzt‘. Das ölverschmierte Fachbuch ist

unser stetiger Begleiter“, sagt der Mann mit

geduldiger Stimme.

Viele Lehrlinge sind während ihrer Ausbildung

in dem kleinen Betrieb aufgeblüht. Und der

Betrieb blüht allmählich durch die Lehrlinge auf.

So hofft der junge Marcel Thoben eines Tages in

der Werkstatt übernommen zu werden. Und seine

Chancen in der Werkstatt sehen nicht schlecht

aus, wie Meister Jakob betont: „Da ich meinen

Betrieb vergrößern möchte, kann ich noch einen

Gesellen gut gebrauchen. Daher würde sich die

Übernahme von Marcel anbieten“. Vor kurzem

hat er bereits einen Auszubildenden übernommen.

Der heute 22-Jährige Alexander Osburg

sollte sich zunächst nach der Ausbildung einen

Job in der freien Wirtschaft suchen. „Ich wollte ihn

erstmal in der freien Wirtschaft zwei bis drei Jahre

arbeiten lassen, damit er noch mehr Erfahrungen

sammeln kann“, begründet Kfz-Meister Jakob die

damalige zaghafte Entscheidung der Übernahme.

Als der Junggeselle auf dem Arbeitsmarkt keine

Stelle fand, holte der Meister ihn als Mitarbeiter in

seinen Betrieb zurück. In diesem Jahr geht es dann

wieder von vorne los. Der Meister wird einen

neuen Auszubildenden einstellen und mit ihm

üben „bis es sitzt“.

(Text und Foto: Joanna Lawrynowicz)

NISSAN CENTER EUROPE GMBH, 50319 BRÜHL

NV200 Kastenwagen

16V110, 81 kW (110 PS)

UVP ab € 13.100,–**

• sehr gute Übersichtlichkeit dank erhöhter Sitzposition

• wendig bei kompakter Länge von 4,40 m

• Laderaum mit über 2 m Länge

• Nutzlast: bis zu 708 kg inkl. Fahrer

• als Kombi mit 5 oder 7 Sitzen erhältlich

*

Der neue Stadtlieferwagen NV200 besticht durch intelligentes Design, sein modernes

Downsizing-Konzept, das enorme Ladevolumen und sein unschlagbares Preis-

Leistungs-Verhältnis. Mit einer Innenraumlänge von 2,04 m und einer Breite von

1,22 m zwischen den hinteren Radkästen nimmt er leicht zwei Europaletten mit.

In der Kombivariante fi nden bis zu 7 Personen Platz – inklusive Gepäck.

Fragen Sie Ihren NISSAN Händler nach seinen aktuellen Angeboten.

Autoprofi D.E. Handels GmbH • Stresemannstraße 37

27570 Bremerhaven • Tel.: 04 71/3 08 48-91

www.autoprofi -bremerhaven.de

MAXIMALE INNENMASSE FÜR UNBEGRENZTE MÖGLICHKEITEN.

SHIFT_ the way you move

Gesamtverbrauch: innerorts 9,3 l/100 km, außerorts 6,3 l/100 km, kombiniert 7,4 l/100 km; CO2-Emissionen: kombiniert 174,0 g/km (Messverfahren gem. EU-Norm).

Abb. zeigt Sonderausstattung. *Die Auszeichnung „International Van of the Year“ wird jährlich vom Verband ITM (International Transport Management) und einer speziell dafür gegründeten

Fachjury aus 23 Journalisten vergeben. **Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, zzgl. MwSt.

60-180x90.indd 1 04.03.2010 13:43:21 Uhr

14 | Handwerk in Bremen 4/2010


AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN

DER HANDWERKSKAMMER BREMEN

Änderung des Gebührentarifs der Handwerkskammer Bremen

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Bremen hat am 15. Dezember 2009 die nachstehende

Änderung der Anlage zu § 4 (1) der Gebührenordnung der Handwerkskammer Bremen beschlossen:

F. Urkunden

alt neu

1) Zweitausfertigung eines Gesellenprüfungszeugnisses

od. Abschlusszeugnisses 25,-- Euro 45,-- Euro

2) – 6. …

Der vorstehende Beschluss wurde durch die Senatorin für Bildung und Wissenschaft durch

Bescheid vom 25. Februar 2010 genehmigt.

Bremen, 9. März 2010

Feldmann Flathmann

Präses stv. Hauptgeschäftsführer

Änderung der Prüfungsgebühren der Handwerkskammer Bremen

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Bremen hat am 15. Dezember 2009 die nachstehende

Änderung der Anlage zu § 4 (1) der Gebührenordnung der Handwerkskammer Bremen beschlossen:

B. Ausbildungswesen (alte Fassung)

1. …

2. Prüfung Teil 1/Zwischenprüfung für Lehrlinge/Umschüler 50,00-190,00 Euro

3. Prüfung Teil 2/Gesellen- od. Abschlußprüfungen für Lehrlinge/Umschüler 90,00-360,00 Euro

4. Wiederholung von Prüfungsteilen bzw. -fächern 70,00-360,00 Euro

5. wird gestrichen

6. Bei Nichtzulassung o. Rücktritt vor Beginn der Gesellen- od. Abschlußprüfung wird die Prüfungsgebühr

nach Abzug der entstandenen Kosten zurückerstattet.

Der Mindestabzug beträgt:

a) bei Innungsmitgliedern 16,00 Euro

b) bei Nichtinnungsmitgliedern 24,00 Euro

7. Bearbeitungsgebühr "Qualifizierungsbausteine"

a) bis d) …

B. Ausbildungswesen (neue Fassung)

1. …

2. Prüfungen Teile 1 und 2, Zwischen-, Abschluss-, Gesellen- und Wiederholungsprüfungen

(auch bei Wiederholung von Prüfungsfächern und Prüfungsteilen) für Auszubildende und

Umschüler zuzüglich notwendige Materialkosten im Zusammenhang mit der Durchführung

der Prüfung 50,00-580,00 Euro

3. Bei Nichtzulassung o. Rücktritt vor Beginn der Gesellen- od. Abschlussprüfung wird die Prüfungsgebühr

nach Abzug der entstandenen Kosten zurückerstattet. Der Mindestabzug

beträgt: 35,00 Euro

4. Bearbeitungsgebühr "Qualifizierungsbausteine"

a) bis d) …

Der vorstehende Beschluss wurde durch die Senatorin für Bildung und Wissenschaft durch

Bescheid vom 25. Februar 2010 genehmigt.

Bremen, 9. März 2010

Feldmann Flathmann

Präses stv. Hauptgeschäftsführer

HANDWERKSKAMMER

Änderung der Anordnung zur überbetrieblichen

Lehrlingsunterweisung im Ausbildungsberuf

Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk

(Schwerpunkt Konditorei)

Nach entsprechender Beschlussfassung des

Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer

Bremen am 11. November 2009 hat die

Vollversammlung der Handwerkskammer Bremen

am 15. Dezember 2009 die nachstehende

Änderung der Anordnung zur überbetrieblichen

Lehrlingsunterweisung beschlossen:

Die Durchführung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung

im Ausbildungsberuf Fachverkäufer/-in

im Lebensmittelhandwerk

(Schwerpunkt Konditorei) wird dem Berufsbildungszentrum

der Kreishandwerkerschaft Märkischer

Kreis e.V. in Iserlohn übertragen.

Der vorstehende Beschluss wurde durch die

Senatorin für Bildung und Wissenschaft durch

Bescheid vom 25. Februar 2010 genehmigt.

Bremen, 9. März 2010

Feldmann Flathmann

Präses stv. Hauptgeschäftsführer

Ergänzung der Anordnung zur überbetrieblichen

Lehrlingsunterweisung im AusbildungsberufSpeiseeishersteller/Speiseeisherstellerin

Nach entsprechender Beschlussfassung des

Berufsbildungsausschusses der Handwerkskammer

Bremen am 11. November 2009 hat die

Vollversammlung der Handwerkskammer Bremen

am 15. Dezember 2009 die nachstehende

Ergänzung der Anordnung zur überbetrieblichen

Lehrlingsunterweisung beschlossen:

neu:

Beruf Speiseeishersteller

Lehrjahr 1.

Lehrgangsbezeichnung

Herstellen und Weiterverarbeiten

von Massen, Herstellen von kleinen

Gerichten

Kennung G-Eis 1/09

Dauer (Wo.) 2

Lehrgangsort: BBZ der KH Märkischer

Kreis e.V., Iserlohn

Der vorstehende Beschluss wurde durch die

Senatorin für Bildung und Wissenschaft durch

Bescheid vom 25. Februar 2010 genehmigt.

Bremen, 9. März 2010

Feldmann Flathmann

Präses stv. Hauptgeschäftsführer

Handwerk in Bremen 4/2010 | 15


KH BREMEN

KATASTROPHALE VERHÄLTNISSE IN

BREMEN BESCHÄDIGEN DIE AUTOS

Kfz-Innung Bremen fordert schnelle und langlebige Sanierung der Fahrbahnen.

Das Tauwetter brachte es an den Tag: Der

winterliche Frost hat den Straßen in Bremen arg

zugesetzt. Allerorts werden Autofahrer von

Schlaglöchern durchgerüttelt und aus der Fahrbahndecke

gerissene Steine beschädigen nachfolgende

und entgegen kommende Fahrzeuge.

„Ein Großteil der bremischen Straßen ist in

einem erbärmlichen Zustand. Jetzt rächen sich

die Sünden der vergangenen Jahre“, sagt Hans-

Jörg Kossmann, Obermeister der Innung des

Kfz-Techniker-Handwerks in Bremen. „Um Kosten

zu sparen hat das Verkehrs-Ressort viele

Straßen schlecht gepflegt. Es gibt Stellen, da

wurde über Kopfsteinpflaster einfach Asphalt

KUNDENBEIRAT FINDET GUTEN ZUSPRUCH BEI INNUNGEN

Der Kundenbeirat zeigt sich als gutes Kommunikations-Instrument zur Lösung

der Aufgaben und Fragen zwischen Innungen, Kreishandwerkerschaft und dem

Kompetenzzentrum HandWERK.

„Kundenbeirat“ heißt das Gremium, in dem

sich Vertreter der KH Bremen, der Innungen und

der Ausbilder mit der Geschäftsführung der

HandWERK gGmbH treffen, um gemeinsam

Ausbildungsaufgaben und Abstimmungsfragen

zu besprechen. Jetzt kam der noch junge

Gesprächskreis zu seiner zweiten Sitzung im

Haus des Handwerks zusammen.

Die Veranstaltung war gekennzeichnet von

einer sehr guten Beteiligung der Obermeister

und Lehrlingswarte diverser Innungen sowie von

einem regen Interesse an dem innovativen

Instrument Kundenbeirat. Initiator und KH-

Geschäftsführer Andreas Meyer konnte denn

auch bei seiner Begrüßung erfreut feststellen,

dass der Kundenbeirat von den Verantwortlichen

der Innungen gut angenommen wird und in

höchstem Maße weitere Nachfrage besteht.

In seinem Bericht über den Umsetzungsstand

und die Aktivitäten der Kreishandwerkerschaft

ging Meyer auf ein aktuelles Beispiel der gut

funktionierenden Zusammenarbeit im Beirat

ein. So sei in der Kfz-Innung kürzlich ein Ausbildungsmangel

aufgetaucht, der sich über den

direkten Kommunikationsweg: Info an die Kreis-

16 | Handwerk in Bremen 4/2010

gegossen. Jetzt müssen es die Autofahrer ausbaden,

wenn ihnen Steine in die Windschutzscheiben

fliegen oder den Lack ihrer Autos

beschädigen“, sagt Kossmann.

Im Grunde könnten sich die Kfz-Werkstätten

über die katastrophalen Zustände vieler

Fahrbahnen freuen. Sie bescheren den

Innungsbetrieben eine Menge Aufträge um

defekte Stoßdämpfer, Trag- und Achsgelenke

auszutauschen, Scheiben zu ersetzen und Lackschäden

zu reparieren.

„Im Sinne der Autofahrer ist es jedoch nicht,

wenn Schlaglöcher immer nur mit ein paar

Eimern Teer und einigen Schaufeln Splitt

handwerkerschaft, Rücksprache mit dem Hand-

WERK, Problemanalyse, Entscheidung und Behebung

des Mangels bestens lösen ließ.

Reiner Krebs, pädagogischer Leiter des Hand-

WERK stellte im Beirat eine aktuelle Statistik mit

der Benotung des HandWERK durch Berufsschullehrer

vor. Die durchweg positiven Bewertungen

der Lehrer wurden von einigen Sitzungsteilnehmern

skeptisch aufgenommen. Daher sollen

Bewertungsbögen dieser Art zukünftig an Obermeister

und Lehrlingswarte verschickt werden.

Der Kundenbeirat möchte Betrieben künftig

mehr Informationen über die Ausbildung am

HandWERK zukommen lassen. Informationen an

die Betriebe beziehungsweise Präsentationen

auf den Innungsversammlungen sind geplant.

So sollen die konkreten Lehrpläne an die Betriebe

verschickt werden und ein stärkerer Einklang

zwischen Theorie und Praxis entstehen.

Gelegenheit, das Thema Ausbildung im

Handwerk und die Angebote der HandWERK

GmbH in den Mittelpunkt zu rücken, wird es

demnächst auf der ‚Job4U‘-Messe geben. Dort

werden sich im Mai das HandWERK, die Handwerkskammer

und mehrere Innungen gemein-

Straßenarbeiter beim Beseitigen der Winterschäden

sind derzeit überall zu sehen. Doch sollte es

nicht beim provisorischen Flickwerk bleiben,

mahnt Hans-Jörg Kossmann. (Foto: HiB)

geflickt werden. Jetzt kommt es darauf an, dass

im Sinne aller Autofahrer die Schäden schnell

beseitigt und von Grund auf saniert werden!“,

sagt Hans-Jörg Kossmann. „Wer – statt Langlebigkeit

zu forcieren – bei der Reparatur jetzt

Flickschusterei betreibt, nimmt erneute

schnelle Schäden in Kauf.“

sam präsentieren. Im Kundenbeirat wurden die

anwesenden Innungsvertreter gebeten, sich um

eine Beteiligung der jeweiligen Innung Gedanken

zu machen. Die nächste Kundenbeirats-Sitzung

wird voraussichtlich am 2. Juni stattfinden.

Transporter-

Gebrauchtwagen-

Center

Ihr Partner für gebrauchte

Transporter aller Marken und

aller Klassen.

Mercedes-Benz Niederlassung Weser-Ems

der Daimler AG,

TGC Bremen, Osterholzer Heerstr. 215, Ihr

Ansprechpartner: Herr Carsten Wedekind,

Tel. 0421 4681-501, Fax 0421 4681-578,

TGC Bremerhaven, Stresemannstr. 50,

Ihr Ansprechpartner: Herr Mike Schmidt,

Tel. 0471 188-17, Fax 0471 188-13,

E-Mail: tgc@mercedes-weserems.de,

www.mercedes-weserems.de


Obermeister Thomas Kurzke spannte zum

Saisonstart der Maler- und Lackierer-Innung

Bremen im Gewerbehaus einen weiten Bogen

vom aktuellen Wettergeschehen bis hin zu

politischen Einschätzungen und Wertungen.

Klirrende Kälte ab Mitte Dezember, Schnee

bis weit in den März hinein, Streusalzmangel,

unpassierbare Straßen, hunderte Unfälle, eingestellter

Nahverkehr und so wenig Sonne wie

selten – einunddreißig Jahre lang gab es keinen

solchen Winter. Für die Maler eine schwierige

Jahreszeit. Wie hoch die Einbußen für sie in diesem

Jahr sein werden, wird aber wohl in keiner

Zeitung stehen, meinte Kurzke. Stattdessen

gäbe es für die Medien scheinbar fast nur noch

zwei Gruppen, über die sich zu berichten lohnt.

„Da sind zum einen die Hartz IV-Empfänger, die

angeblich den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen,

in dritter Generation fernsehen und es sich auf

Staatskosten gut gehen lassen. Und dann gibt

es noch eine zweite Gruppe in diesem Land, die

scheinbar nur ihre Millionen in die Schweiz

oder ins ferne Ausland schaffen und sich ihrer

Steuerpflicht entziehen“, sagte der Obermeister

beim Empfang zum Start in die neue Saison.

„Ganz sicher gehören diese beiden Gruppen

zu unserer Gesellschaft. Sie sind aus uns

entstanden und ihre Vergehen müssen auch

geahndet und verachtet werden, aber sie sind

nicht die Gesellschaft“, betonte er und fügte

hinzu: „Die Gesellschaft sind auch wir alle hier

im Saal. Sie alle und ihre Mitarbeiter und ihre

Familien, sie tragen dieses Land. Doch leider

finden wir gar nicht statt, es gibt uns eigentlich

gar nicht, denn wir werden in der Presse und

Politik gar nicht wahrgenommen, weil wir alle

viel zu langweilig sind!“

Trotz solcher kritischen Worte versprühte

der Obermeister Optimismus und erwartet ein

gutes Jahr für die Betriebe der Maler-Innung. Es

sei völlig übertrieben, nach acht Wochen das

neue Jahr schon abzuschreiben. Im Gegenteil

gebe es sehr viele Anzeichen in der Stadt, dass

die Maler- und Lackierer ein gutes Jahr erwar-

Obermeister Thomas Kurzke bei seiner Rede zum

Saisonstart der Bremer Maler und Lackierer.

ten dürften, sagte er vor seinen Gästen aus

Innung, Politik, Verwaltung und von Partnern

aus der Industrie. Nach vielen Gesprächen

zeige sich aber auch, dass regelmäßiger Austausch

in Zeit in der Gemeinschaft immer

wichtiger wird. „Nur gemeinschaftlich kann

man überhaupt noch etwas erreichen“,

betonte er und erinnerte daran, dass Politiker

und Entscheidungsträger immer dann erfolgreich

seien, wenn sie für ihre Visionen Menschen

gewinnen und begeistern können und

von Kompromissbereitschaft geprägt seien.

Auch Handwerker hätten Visionen, wie sich

Bremen in den nächsten Jahren entwickeln

könnte. Gerade für sie sei es wichtig, dass sie

weiterhin mobil sein können und ein gutes Verkehrsnetz

zur Verfügung steht.

Als Gastredner kam Staatsrat Wolfgang

Golasowski vom Senator für Umwelt, Bau, Verkehr

und Europa, geradewegs von einem Termin

in Brüssel und beschrieb mit welcher

Hochachtung man über Bremen spräche, je

weiter man von Bremen entfernt sei.

Angesichts der von Obermeister Kurzke

angesprochenen Mobilitätsfrage berichtete der

Staatsekretär wie erstaunlich schlecht der

Zustand der Straßen in Brüssel sei. „Die sehen

aus als hätten wir drei solcher Winter hinterein-

KH BREMEN

OPTIMISMUS UND KRITISCHE WORTE

Zum Saison-Start der Maler- und Lackierer-Innung Bremen sieht Obermeister

Thomas Kurzke Anzeichen der Besserung für die Betriebe.

ander gehabt und dazwischen nichts repariert“,

sagte er und betonte, dass auch der bremische

Verkehrssenator ein Interesse am fließenden

Verkehr habe, und dass am selben Tag die

zuständige Deputation für Bremen drei Millionen

Euro zu Sofort-Behebung der Schäden

genehmigt hatte. „Es scheint vielleicht so, als

würden wir es schneien lassen, bloß damit der

Verkehr still steht – aber das ist nicht so!“,

scherzte er. Nachdrücklich machte er auf die Klimawandels

aufmerksam und unterstrich, dass

nach Untersuchungen führender Wissenschaftler

die Menschheit kaum noch Chance habe,

eine Erwärmung um zwei Grad zu verhindern.

Angesichts dessen müssten sofort Maßnahmen

ergriffen werden, die helfen, CO 2 zu reduzieren.

„Bis 2020 will der Bremer Senat bis vierzig

Prozent CO 2 verringern. Dies ist ein

sportliches und ehrgeiziges Ziel“, sagte der

Staatsrat und schlug den Bogen zu den Malern

und anderen Handwerkern: Sie seien die Fachleute,

die mit ihren Erfahrungen etwas beitragen

könnten. Zurzeit habe man insgesamt noch

zu wenige Erkenntnisse über die Auswirkungen

von Dämmungen auf Häuser. Man wisse nur,

dass sich deren Aussehen verändere und zunehmend

kleinere Fensteröffnungen und dreifach

verglaste Fenster eingebaut würden.

Obermeister Thomas Kurzke (2.v.l.) begrüßt Ehrenobermeister und Ehrenlandesinnungsmeister Ewald

Langbein (3.v.l.), flankiert von Bodo Albers, Günter Cohrs, Klaus Menkens (v.l.n.r.). (Fotos: Stefan Schiebe)

Handwerk in Bremen 4/2010 | 17


KH BREMEN

NUR GEDÄMPFTE ERWARTUNGEN

Jan-Gerd Kröger, Obermeister der Bau-Innung Bremen, fordert Handwerker zu

Geschlossenheit und Präqualifizierung auf.

Die deutsche Bauwirtschaft hat das erste

Jahr der Wirtschaftskrise mit einem blauen

Auge überstanden. Wie der Hauptverband der

Deutschen Bauindustrie mitteilt, ist der Umsatz

im Bauhauptgewerbe 2009 um vier Prozent

gesunken. Damit haben die Konjunkturpakete

den Einbruch beim Bau zwar nicht auffangen,

aber doch mildern können. Für die Unternehmen

sei der Einbruch schmerzlich; die Bauwirtschaft

habe damit aber besser abgeschnitten als

die meisten anderen Branchen des Produzierenden

Gewerbes, heißt es beim Hauptverband, der

es als Hoffnungsschimmer wertet, dass sich die

Bau-Nachfrage gegen Ende des vergangenen

Jahre stabilisiert hat. Man erwartet daher, dass

sich im Jahr 2010 der Umsatzrückgang auf

nominal 1,5 Prozent verlangsamt.

Viel diskutiertes Thema bei den Bau-Leuten

aber ist der aktuelle Skandal um den Bau der U-

Bahn-Station ‚Heumarkt‘ in Köln. Anlässlich der

Mitgliederversammlung der Innung des Bauhandwerks

Bremen in der Handwerkskammer

drückte darum Obermeister Jan-Gerd Kröger

seine Erleichterung darüber aus, dass er mit seinem

Betrieb nicht zur Industrie sondern dem

Handwerk angehört. „Gestohlene Bügel,

gefälschte Abnahmeprotokolle, Verantwortliche,

die nicht aufpassen – ich mag es kaum noch

hören, was im Kölner Klüngel alles möglich ist“,

sagte der Obermeister und erwartet, dass als

Konsequenz für die Fehler der Großen die Kleinen

bezahlen und mehr Aufwand treiben müssen

– „weil entweder kein Schuldiger gefunden

wird oder die wahren Schuldigen geschützt werden!“,

wie er hervor hob. Auch bei der Finanzkrise

sei es so gewesen, dass „andere den Mist

gebaut“ hätten und nun „zigtausend Kleinbetriebe

durch den plötzlichen Nachfrage-Ausfall

und den massiven Gewinnrückgang unverschuldet

in Not geraten“ seien und bei Ratings der

Banken ausgerechnet von denen jetzt schlechtere

Konditionen für Kreditlinien bekämen, die

alles zu verantworten hätten.

Alle Bewerber um öffentliche Ausschreibungen

wies der Obermeister darauf hin, dass die

vorübergehende Aussetzung des Präqualifizierung-Erlasses

zum Ende dieses Jahres ausläuft.

Danach wird es Betrieben ohne Präqualifizierung-Zertifikat

nicht mehr möglich sein, sich an

öffentlichen Aufträgen zu beteiligen. „Lassen Sie

18 | Handwerk in Bremen 4/2010

Ihre Betriebe präqualifizieren. Die spart im Fall

des Falles viel Aufwand für Einzelnachweise“,

bat er.

Ganz allgemein forderte er die Handwerker

auf, Geschlossenheit zu zeigen und sich zu engagieren.

„Bei etlichen Entscheidungen liegt die

Richtung der bremischen Politik zurzeit neben der

Arbeitswirklichkeit. Viele Entscheidungen verbessern

kaum etwas, aber zerstören vieles. Wenn wir

Handwerker die Dinge nicht offen und klar

ansprechen, tut es niemand. Und wenn es niemand

tut, dann werden sich die Dinge niemals

zum Besseren ändern!“, zeigte er sich kämpferisch

und schlug vor, dass die Betriebsinhaber nötigenfalls

ihr Petitionsrecht nutzen um unmittelbare

Anstöße zur Kontrolle der Verwaltung und in Ausnahmefällen

sogar zur Gesetzgebung zu geben.

„Dies sollten wir künftig verstärkt nutzen, damit

sich für Handwerk etwas ändert.“

Am Rande der Veranstaltung referierten

Gäste zum fachgerechten Einbau von Fundament-Erdern,

über krisenfesten Hoch- und Tief-

Termine KH und AGVH Bremen

6. April, 17.30 Uhr: Vorstandssitzung Elektro,

Besprechungszimmer KH 2 (1. OG)

6. April, 17.30 Uhr: Vorstandssitzung Tischler,

Besprechungszimmer KH 1 (2. OG)

8. April, 19 Uhr: Innungsversammlung Musikinstrumentenmacher,

Innungssaal

12. April, 10 Uhr: LIV Friseure, KH Brhv.-Wem.

12. April, 18.30 Uhr: Vorstandssitzung SHK,

Innungssaal

13. April, 19 Uhr: Vorstandssitzung Metall,

Bibliothek, Gewerbehaus

13. /14. April: Geschäftsführer-Tagung der KHen aus

dem Kammerbezirk Braunschweig-Lüneburg-

Stade und Bremen, KH/Haus des Handwerks

15. April: Bäcker-Innungs-Tag bei der Bürgerpark-Tombola

15. April, 17.30 Uhr: Vorstandssitzung Kfz, und 18:30

Uhr: Innungsversammlung Kfz, HandWERK

17. April: Vorstellung „Bremer Bratwurst“ durch

die Fleischer-Innung, Ansgarikirchhof

19. April, 10 Uhr: Vorstandssitzung Friseure,

Besprechungszimmer KH

19. April, 18 Uhr: Vorstandssitzung Maler und

Lackierer, Innungssaal, 19 Uhr: Innungs-

Obermeister Jan-Gerd Kröger forderte zu mehr

Geschlossenheit und Engagement auf.

bau – kostengünstig, energiebewusst und schadensfrei

– sowie über die im Jahr 2010 anstehenden

Baumaßnahmen des Konjunkturpakets II.

Nach einem Imbiss in der Handwerkskammer

besuchten die Gäste gemeinsam die Aufführung

„ABBA Hallo!“ auf dem Theaterschiff.

versammlung Maler und Lackierer, Handwerkssaal

20. April, 19 Uhr: Innungsversammlung Metall,

ikk gesund plus

20. April, 19 Uhr: Innungsversammlung Tischler,

Handwerkssaal

21. April, 19 Uhr: Innungsversammlung Goldund

Silberschmiede, Innungssaal

22. April, 18 Uhr: Mitgliederversammlung

KH/AGVH, Handwerkssaal

26. April, 15 Uhr: Vorstandssitzung

KH/AGVH,Besprechungszimmer KH

27. April, 10 Uhr: Vorstandssitzung Orthopädiemechaniker,

13 Uhr: Innungsversammlung

Orthopädiemechaniker, Parkhotel Luisenhöhe,

Walsrode

27. April, 15 Uhr: Innungsversammlung Konditoren,

Innungssaal

28. April, 19 Uhr: Innungsversammlung Zahntechniker,

Wandschneidersaal

29. April, 18:30 Uhr: Innungsversammlung Glaser,

Wandschneidersaal

3. Mai, 16.30 Uhr: Vorstandssitzung SHK, Innungssaal,

18 Uhr: Innungsversammlung SHK,

Handwerkssaal


Bremens Alt-Bürgermeister Henning Scherf gratulierte

35 jungen Elektronikern zur bestandenen

Gesellenprüfung. An der Prüfung, Fachrichtung Energie-

und Gebäudetechnik, hatten 47 Auszubildende

teilgenommen, darunter eine Frau. Für zwölf Prüflinge

reichte es nicht zum erfolgreichen Abschluss, ein Prüfling

bestand mit Auszeichnung. Die Anzahl der Auszubildenden

ist durchaus beachtlich und wieder ein

Anzeichen für die nach wie vor bestehende

Attraktivität des Ausbildungsweges zum Elektriker,

meinte Innungs-Obermeister Dieter Siever.

Henning Scherf hielt eine aufmunternde Rede,

in der er den jungen Gesellen Mut für die

Zukunft machte und ihnen die sich nun ergebenden

Chancen im Berufsfeld Elektro darstellte.

Zur Freude der ehemaligen Auszubildenden

über das Ausbildungsende, meinte Scherf,

käme die der Lehrer, Ausbilder und vor allem die

der Eltern hinzu. Die hätten nach dem Entwachsen

aus den Windeln und dem Ende der Schulzeit

jetzt die wohl größte Freude, die Kinder aus

dem Haus und damit aus „aus dem Portemonnaie“

zu haben.

Prüfungsbester wurde Erdal Moustikoglou. Für

ihn gab es einen 100 Euro-Gutschein für einen

Weiterbildungskurs am HandWERK, dem Kompetenzzentrum

der Handwerkskammer Bremen,

und einen besonders herzlichen Händedruck

vom Alt-Bürgermeister.

Auf den Fotos oben (v.l.n.r.): Alt-Bürgermeister

Henning Scherf, Obermeister Dieter Siever, der

Prüfungsbeste Erdal Moustikoglou und Lehrlingswart

Thomas Gnutzmann. Daneben die

Gruppe der jungen Elektroniker.

(Fotos: Fotostudio Penz)

SHK-NACHWUCHS HAT GUTE CHANCEN FÜR DIE ZUKUNFT

„Das Sanitär Heizung Klima Handwerk ist

heute mehr denn je das Handwerk der Zukunft“,

sagte Carl Bock, Obermeister der Innung SHK

Bremen, zur Freisprechung der 41 Auszubildenden,

die ihre Abschlussprüfung bestanden

haben. 38 junge Männer und eine Frau erhielten

jetzt in der Handwerkskammer Bremen den

Gesellenbrief im Bereich „Anlagenmechanik für

Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“. Zwei

weitere junge Gesellen können sich seitdem

„Behälter- und Apparatebauer“ nennen.

Beide Ausbildungsberufe haben Potenzial.

„Energieeinsparung, Klimaschutz, Wasserschonung,

Nachhaltigkeit, Hygiene, Komfort für

Generationen – unser Können und unsere Kompetenz

sind gefragt“, sagte der Obermeister.

Ingelore Rosenkötter, Senatorin für Arbeit,

Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales

betonte in der Festrede, dass die jungen Gesellen

ein gutes berufliches Fundament gelegt hätten,

auf das sie nun aufbauen könnten. „Kaum ein

Lebenslauf ist heute noch gradlinig“, sagte die

Senatorin. Neuanfänge und Flexibilisierung

Glückwünsche für den besten Abschluss (v.l.):

Markus Köß (Osmers+Köß GmbH & Co. KG),

Senatorin Ingelore Rosenkötter, Martin Brandt

und Obermeister Carl Bock.

gehörten dazu. „Seien Sie mutig und suchen Sie

Ihren persönlichen Weg!“

Für die Anwesenden war nicht nur der Gesellenbrief

ein Grund zur Freude, circa die Hälfte der

ehemaligen Auszubildenden können im Ausbildungsbetrieb

weiterarbeiten. „Es gibt ungewöhnlich

viele Übernahmen“, berichtete Jens

Bergmann, Lehrlingswart der Innung SHK. Die

positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sah

er im demografischen Wandel begründet, der

die Innungsbetriebe erreiche. „Auch bei uns kündigt

sich ein Facharbeitermangel an. Der Nachwuchs

wird dringend benötigt.“

Für Martin Brandt, den frischgebackenen

Anlagenmechaniker im Ausbildungsbetrieb

KH BREMEN

Osmers + Köß GmbH & Co. KG in der Bremer

Neustadt, war die Prüfung besonders gut gelaufen.

Er nahm für den besten Abschluss – Praxis

und Theorie Note 2 – eine Auszeichnung entgegen.

Damit qualifizierte er sich als Landessieger

für den bundesweiten Leistungswettbewerb,

der Mitte des Jahres stattfinden wird.

Doch weder bei Brandt noch bei seinen

Berufskollegen ist jetzt an Zurücklehnen zu denken.

„Die Ausbildung hört nicht auf“, gab Carl

Bock den jungen Gesellen mit auf den Weg.

„Nutzen Sie die Weiterbildungsmöglichkeiten

der Handwerkskammer. Der technische Fortschritt

in unserem Beruf ist zugleich Fluch und

Segen!“

Handwerk in Bremen 4/2010 | 19


KH BREMEN

INNUNGSMITGLIEDSCHAFT: VORTEILE UND VORURTEILE

Langweilig, verstaubt, antiquiert – die Vorurteile gegenüber einer Innungsmitgliedschaft

sind ebenso zahlreich wie falsch. In ihrem folgenden Beitrag will die KH

Bremen am Beispiel der Friseur-Innung zeigen, dass sich die Mitgliedschaft lohnt.

Zugegeben: der Name „Innung“ ist gewöhnungsbedürftig

und nicht jeder kann damit

etwas anfangen. Er wurde 1881 in die Gewerbeordnung

eingeführt, die Begrifflichkeit ist noch

älter, und einige werden jetzt auftrumpfen und

sagen: „Siehste!“ Aber seien wir ehrlich: das ist

eine sehr oberflächliche Betrachtung und wird

dem, um was es eigentlich geht, nämlich die

Inhalte: modern, am Puls der Zeit und des Geschehens,

nicht gerecht.

Eine Innung vereint Gleichgesinnte, Handwerker

(und selbstverständlich sind damit auch

Frauen gemeint) mit ähnlichen Interessen, Menschen,

die etwas für ihr Handwerk, ihren Beruf,

bewegen wollen. Innung bedeutet Gemeinschaft.

Aus Erfahrung wissen wir alle:

Zusammen geht’s oft einfacher als allein.

Manche Ziele sind überhaupt nur gemeinsam

zu erreichen, zum Beispiel wenn es um die Interessenvertretung

selbständiger Handwerksbetriebe

gegenüber Politik, Industrie oder Verwaltung

geht. Einzelkämpfer haben da keine Chance. Die

Innungen und Verbände als Organisationen aller

für alle sind deshalb eine starke Gemeinschaft.

Die Eintragung in die Handwerksrolle ist ein

Muss, es ist ein Pflichtbeitrag an die Handwerkskammer

zu zahlen. Demgegenüber ist die

Innungsmitgliedschaft freiwillig. Hier findet allerdings

die fachspezifische Vertretung statt – hier

vor Ort in Bremen, durch den Zentral- oder

Bundesverband aber auch in Berlin und, immer

wichtiger, in Brüssel. Wer sich dem entzieht, der

kann nur als Trittbrettfahrer bezeichnet werden.

In Bremen sind momentan rund 150 Betriebe

in der Friseur-Innung organisiert.

150 Betriebe haben erkannt, dass es wichtig ist,

eine Interessensvertretung zu haben, noch dazu

eine Interessensvertretung, die genau weiß, was sie

tut, da sie von Betriebsinhabern gesteuert wird.

20 | Handwerk in Bremen 4/2010

Ein Team von sechs Personen, der Vorstand,

nimmt aktuelle Herausforderungen an und versucht,

mit viel Elan Themen, die Friseure in Bremen

beschäftigen, voran zu bringen. Wer einen Betrieb

hat, ist eingeladen, sich zu engagieren, je nachdem,

ob man es möchte – jeder kann Vorstandsmitglied

werden. Auf der anderen Seite lebt die Innung

davon, dass ihr viele Betriebe angehören und sie so

an Gewicht und Einfluss im Konzert der Übrigen,

zumeist Einzelkämpfer, gewinnt.

Im Fokus steht, die neuesten Trends der Branche

aufzunehmen und den Betrieben zu vermitteln.

Dazu findet zwei Mal im Jahr die „Hair Fashion“,

eine Frisuren- und Modenschau statt, die

sich zu einer festen Institution für Bremens Friseure

entwickelt hat. Die Innung trägt dazu bei,

der Berufsgruppe ein positives Image zu verleihen,

das sich neben Innovation auf das Vertrauen

in die Leistungsfähigkeit der Branche gründet.

Am Anfang des Jahres erscheint das Seminarprogramm

der Innung. Innungsbetriebe können

sich anmelden und an exklusiven und zudem

günstigen Schulungen teilnehmen. Meist sind

diese Seminare nach kurzer Zeit ausgebucht.

Auch auf der betriebsorganisatorischen

Seite bietet die Innung viele Vorteile.

Mit dem Versorgungswerk der Kreishandwerkerschaft

Bremen steht den Innungsbetrieben

exklusiv ein Partner zur Verfügung, der hilft, den

Überblick im Versicherungsdschungel zu behalten.

Zudem ergeben sich günstige Konditionen, etwa

über die sogenannte Meisterpolice. Bei einem Jahresumsatz

von 120.000 Euro würde sich der Jahresbeitrag

beim Versicherungsumfang „Feuer, Einbruch/Diebstahl,

Leitungswasser, Sturm/Hagel,

Glas/Elektronik/Autoinhalt/Maschinenbruch“ im

Normaltarif bei jährlich 935 Euro bewegen. Der Beitrag

in der Meisterpolice über das Versorgungswerk

beträgt inklusive Steuern 625 Euro.

Gute Adresse für Rat und Hilfe: Die Kreishandwerkerschaft

im Haus des Handwerks vertritt die

Interessen der Innungen und der in den Innungen

zusammengeschlossenen Betriebe.

Es bestehen viele weitere geldwerte Vorteile,

zum Beispiel beim Strom- und Gasbezug, mit

denen sich eine Innungsmitgliedschaft neben

den unbezahlbaren Werten, die sich aus der

Stärke der Gemeinschaft ergeben, auch betriebswirtschaftlich

messbar rechnet.

Zwei weitere Beispiel: vor Kurzem konnte mit

dem Hauptzollamt eine Vereinbarung getroffen

werden, wie Innungsbetriebe mit der Anzeige von

Schwarzen Schafen der Branche umgehen können.

Immer wieder angeboten werden Seminare

zur Ersten Hilfe, denn in vielen Betrieben sind Ersthelfer

gesetzlich vorgeschrieben.

Schließlich ist ein wichtiges Thema die Ausbildung

des Nachwuchses. Kaum ein Handwerk bildet

so viel aus wie die Friseure. Die Gemeinschaft

der Innung kümmert sich. Die Innung stellt Mitglieder

des Gesellenprüfungsausschusses. Sie

sorgt für eine moderne und marktgerechte

Berufsbildung, die hilft, die Fachkräfteentwicklung

der Branche zu sichern.

Natürlich lassen sich nicht alle Vorteile einer

Innungsmitgliedschaft in ihrer ganzen Vielfalt auf

einer Seite darstellen. Es soll aber deutlich werden,

dass Innung heutzutage viel mehr bietet, als

womöglich gedacht wird und dass sie viel wichtiger

ist, als womöglich geglaubt wird.

Daher sollten sich Betriebsinhaber, die noch

nicht Innungsmitglieder sind, zumindest einmal

näher mit dem Leistungsangebot der für sie

zuständigen Innung befassen. Denn: Ein Betrieb

muss heute stark sein. Allein zu stehen und als

Einzelkämpfer überleben zu wollen, führt nicht

unbedingt zum Erfolg. Gemeinschaft dagegen

macht stark.

(Text: Stefan Schiebe)

Zwei Mal im Jahr bietet die Hair-Fashion den

Innungsmitgliedern Gelegenheit zur Präsentation

und Information.


ANZEIGE

praxis aktuell

BRANCHENREPORT

HANDWERK

Demografie als Chance

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Das Alter ist die Zeitspanne, in der man

viele Fehler ablegt, weil man sie nicht mehr

braucht“, sagt der Volksmund. Und in der

Tat: Erfahrung, Lebensklugheit und Gelassenheit

gerade auch in Krisensituationen –

das sind Qualitäten, die ein Mensch erst

mit den Jahren erwirbt. Im betrieblichen

Alltag allerdings – mit seinen kürzer werdenden

Produktzyklen, dem technischen

Anpassungsdruck und dem globalisierten

Marktgeschehen – setzen die Personalabteilungen

heute vor allem auf Flexibilität

und schnelle Auffassungsgabe. Alles

Attribute, die eher der Jugend zugeschrieben

werden.

Auf Erfahrung setzen. Das Handwerk

macht hier keine Ausnahme. Auch wenn

erfahrene Kollegen in den Betrieben eine

hohe Wertschätzung genießen – auf dem

Arbeitsmarkt gelten Stellenbewerber bereits

ab Mitte 40 in vielen Gewerken als

AUFBLÄTTERN

Ratgeber Einen kostenlosen Leitfaden

für Unternehmen zum Thema „Ältere

Mitarbeiter im Betrieb“ hat die Bundesvereinigung

der Deutschen Arbeitgeber

(BDA) herausgegeben. Im Mittelpunkt

der mehr als 60 Seiten

um fassenden Broschüre

stehen Empfehlungen

für eine an Leistung

und In novationsfähigkeit

Äl te rer ausgerichtetenbetrieblichen

Personalpolitik

und Maßnahmen zur geziel ten

Förderung älterer Arbeitnehmer.

Der Leitfaden steht als kosten loser

Download zur Verfügung.

kaum noch vermittelbar. Dabei ist das

Handwerk mehr denn je auf Mitarbeiter

der Generation 50plus angewiesen, weil

gerade die älteren Mitarbeiter mit ihrer

Berufserfahrung und Menschenkenntnis

den Betrieben den Zugang verschaffen

zu dem wichtigsten Wachstumsmarkt der

Zukunft: zur Generation 50plus.

Marktchancen in silbergrau. Ob Ernährung

und Gesundheit, altersgerechtes

Bauen und Wohnen oder Mobilität – in

der sogenannten Silver Generation finden

die Handwerksbetriebe eine Zielgruppe,

die guten Service und Einfühlungsvermögen

nicht nur mit jahrelanger

Treue belohnt, sondern die ihre Handwerker

und Dienstleister dann auch mit

Begeisterung weiterempfiehlt. Immer

wichtiger wird für Handwerksbetriebe

damit Leistungsfähigkeit und Gesundheit

ihrer Beschäftigten bis zur Rente zu

erhalten. Ein Betriebliches Gesundheits-

Information

der AOK Bremen/

Bremerhaven

management kann entscheidend zur

Gesund erhaltung beitragen. Die AOK

Bremen/Bremerhaven bietet viel Erfahrung

und Know-how auf diesem Gebiet.

Sprechen Sie unsere Experten an – wir

helfen Ihnen gerne!

Heinzpeter Mühl

Vorstand der AOK Bremen/Bremerhaven

ANKLICKEN AUFDECKEN

Handlungsempfehlungen Welche Folgen

hat der demografische Wandel für das

Handwerk, und in welcher Weise können

insbesondere kleine und mittlere Betriebe

darauf reagieren? Inzwischen liegen

zahlreiche Studienergebnisse und

ein umfangreiches Praxiswissen zur

Frage einer alternsgerechten betrieblichen

Personalpolitik vor. Das internationale

Projekt „awise“ (ageing workforce

in small enterprises), das in

Deutschland von der Zentralstelle für

die Weiterbildung im Handwerk (ZWH)

geleitet wird, hat diese Erkenntnisse

zusammengetragen und will den Handwerksunternehmen

konkrete Lösungsstrategien

aufzeigen.

Auf einen Blick Die Online-Anwendung

„Der Demograf“ des Bundesministeriums

für Arbeit und Soziales bietet Basis-

und Hintergrundinformationen zum

Thema Demografie. Besonderes Featu re

dabei ist „Der Demograf für Unternehmen“:

Er entwickelt Beispielszenarien

für die Entwicklung

der

betrieblichen

Altersstruktur

und zeigt

Betriebsinhaberndetailliert,

ob ihr Unternehmen für die

Herausforderun gen des demografischen

Wandels ge rüstet ist.

www.bda-online.de www.awise-project.net www.der-demograf.de


ANZEIGE

praxistipps

PRAKTISCHE HILFEN Wie sieht eine altersgerechte

Arbeitsgestaltung in Handwerksbetrieben

aus? Zwei spezielle Angebote geben

Antworten auf diese und weitere Fra gen: die

Lernsoftware „PersonalMeister“ für Handwerksbetriebe

und das „Handbuch Demographie

Beratung“. Mit interaktiven Tests

und Datenbanken hilft die Software bei der

Ana lyse des Umgangs mit

älteren Beschäftigten. Sie

macht auf Defizite aufmerk

sam und zeigt Lö -

s ungs wege auf. Welches

sind die nächsten Schritte

hin zu einem altersgerechten

Betrieb? Das „Handbuch

Demographie Beratung“

liefert dafür Ansprechpartner und

Kontaktdaten. Den Inhalt bilden Berichte zu

Erfahrungen, Beispielen und Konzepten für

Bildung, Training und Beratung in Betrieben.

Beide Materialen sind für 7,90 EUR

(Software) bzw. 19,90 EUR (Handbuch) im

Online-Shop der Zentralstelle für die Weiterbildung

im Handwerk (ZWH) zu bestellen.

www.zwh.de

ORIENTIERUNG IM WANDEL In den kommenden

Jahrzehn ten wird unsere Gesellschaft

nicht nur schrump fen, sondern zugleich

auch altern. Auch für das Handwerk

ergeben sich daraus zahlreiche Herausforderungen:

Dazu zählen die Sicherung des

Bedarfs an Auszubildenden und Fachkräften

sowie der Umgang mit alternden Belegschaften.

Zugleich bietet der wachsende

Anteil älterer Menschen aber auch vielfältige

Marktchancen für das Hand werk. In seinem

Strategiepapier „Demografischer

Wandel – Chancen und Herausforderungen

für das Handwerk“ greift der Zentralverband

des Deutschen Handwerks (ZDH) diese

Thematik auf. Es will den Betrieben

eine Orientierungshilfe bieten, um auf die

Herausforderungen der demografischen

Veränderungen frühzeitig und angemessen

zu reagieren, aber auch Anregungen geben,

wie sie die zahlreichen Chancen einer

alternden Gesellschaft nutzen können.

www.awise-project.net > Projektaktivitäten

Marktchancen

in silbergrau

Wachstumsmarkt Das Durchschnittsalter der Bundesbürger

steigt – unsere Gesellschaft ergraut. Handwerksunternehmen

merken das: an ihren Belegschaften ebenso wie an ihrer Kundschaft.

Wer sich jetzt auf die demografische Wende einstellt,

dem tun sich vielfältige neue Marktchancen auf. In Deutschland

gibt es immer mehr Menschen, die die Generation 50plus

nicht mehr vorrangig als Belastung für die Sozialsysteme sehen,

sondern vor allem auch als attraktive neue Zielgruppe.

Noch aber setzt sich dieser Einstellungswandel nur sehr lan gsam

durch: Das Gros der Unternehmen buhlt weiterhin vornehmlich

um die Gunst der 16- bis 49-Jährigen. Und auf dem

Arbeitsmarkt gelten berufserfahrene Fachkräfte schon ab

Mitte 40 als kaum noch vermittelbar. Das allerdings wird nicht

von Dauer bleiben. Unter Experten ist unstrittig, dass Menschen

mit grauen Schläfen und spezifischen Bedürfnissen den

betrieblichen Alltag in den Unternehmen bald ebenso prägen

werden wie den Markt, den diese bedienen. Gerade die Handwerksbranche

mit ihrem hohen Dienstleistungsgrad und ihren

individuellen Problemlösungen kann hier ihre Stärken

besonders gut ausspielen. Ob Alles-aus-einer-Hand-Dienstleistungen

(Concierge-Handwerker), Rundum-sorglos-Angebote

(24 Stunden, sieben Tage die Woche), Durchführung von Handwerksarbeiten

in Abwesenheit, Vorort-Service, Hol- und Bringdienste,

Erinnerungsfunktion, Reinigungsdienst, Wohnungsbetreuung,

Auto-Rundum-Service: Quer durch die Gewerke

sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, um Angebote und

Beratungsleistungen auf die Bedürfnisse älterer Menschen

auszurichten.

Auch innerbetrieblich ist eine Rückbesinnung auf Qualitäten

wie Lebenserfahrung, fachliche Versiertheit und die Fähigkeit

zu vorausschauendem Handeln überfällig. Ergeben sich

daraus doch auch handfeste Vorteile: Denn ältere Arbeitnehmer

bringen nicht nur Know-how und viel Erfahrung in die betriebliche

Praxis ein, sondern auch Wissen, das sie an Auszubildende

und jüngere Kollegen weitergeben.

Mehr noch: Wer ältere Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend

fördert und im Dienst am „betagten Kunden“ einsetzt,

schafft in seiner Belegschaft gleichzeitig die Kompetenz und

Einfühlsamkeit, derer es bedarf, um die Zielgruppe der Zukunft

als kaufkräftige und treue Kunden für sich zu gewinnen.

Beratung

für Handwerker:

Nutzen Sie

die Kompetenz der AOK

Welche gesundheitlichen Probleme

treten gerade bei älteren Mitarbeitern

vermehrt auf? Was können Arbeitgeber

gezielt unternehmen, um

diese zu lindern oder ihnen vorzubeugen?

Wie sieht er aus, und wie

lässt er sich gestalten – der gesunde

Arbeitsplatz für ältere Beschäftigte

in Handwerksunternehmen?

Mit der AOK Bremen/Bremerhaven

erfahren Sie, was Sie konkret tun

können, um nicht nur von der umfassenden

Erfahrung und dem Knowhow

älterer Mitarbeiter zu profitieren,

sondern ebenso von deren

Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Die AOK Bremen/Bremerhaven

analysiert und entwickelt gemeinsam

mit Ihnen lösungsorientierte

Konzepte, die exakt auf Ihren

Betrieb zugeschnitten sind.

Für eine umfassende und kompetente

Beratung wenden Sie sich an

Birgit Pharao, AOK-Expertin für Betriebliches

Gesundheitsmanagement

unter birgit.pharao@hb.aok.de.


nachgefragt:

Das Alter ist die Zeitspanne, in der man

viele Fehler ablegt, weil man sie nicht

mehr braucht“, sagt der Volksmund.

Auf dem Arbeitsmarkt aber gelten Menschen

heute schon ab 40 Jahren als

kaum noch vermittelbar. Wie sind die

Erfahrungen im Handwerk mit älteren

Mitarbeitern?

Das Handwerk wusste ältere Mitarbeiter

schon immer zu schätzen. Ihr Erfahrungswissen

ist ein unersetzbarer Wettbewerbsvorteil

für die Betriebe und ein wichtiger

Faktor für die fundierte Ausbildung von

Jugendlichen. Das Handwerk hat stets

appelliert, Frühverrentungsanreize abzubauen.

Die Politik ist gefordert, mehr

Beschäftigung auch für ältere Mitarbeiter

zu fördern. Gerade ältere Arbeitslose finden

überproportional zurück in den ersten

Arbeitsmarkt. Dies darf nicht durch

eine Ver längerung der Altersteilzeit gefährdet

werden.

Der Fach- und Führungskräftemangel ist

inzwischen quer durch alle Wirtschaftszweige

zum Risikofaktor geworden. Inwieweit

kann im Handwerk eine gezielte

Akquise der Generation 50plus den Nachwuchsmangel

kompensieren?

Das Handwerk setzt auf erfahrene Mitarbeiter

und grenzt die Generation 50plus

nicht aus. Allein über die Erwerbsbeteiligung

der Älteren kann der Bedarf an Fachkräften

aber nicht gedeckt werden. Daher

hat das Handwerk auch die Lehrlingswerbung

verstärkt. Zudem müssen die Handwerksunternehmen

– unabhängig vom

Alter der Mitarbeiter – zusätzliche Anstrengungen

bei der Weiterbildung unternehmen,

damit das Wissen stets auf dem

aktuellen Stand bleibt.

Sollten die Betriebe sich in puncto Gesundheitsmanagement

systematischer

als bislang auf älter werdende Belegschaften

einstellen? Oder machen sie

durch das häufig persönliche Arbeitsverhältnis

ohnehin intuitiv viel richtig?

Gesundheitliche Prävention ist gerade

in arbeitsintensiven Handwerken eine

wichtige Aufgabe. Schließlich geht es

auch um die Produktivität der Mitarbeiter

und darum, Fehlzeiten zu vermeiden.

Die Krankenkassen und Berufsgenossenschaften

leisten hier seit vielen Jahren

erfolgrei che Arbeit. Auch der ZDH wirbt

für das Thema. Dabei wollen wir die besonderen

Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer

berücksichtigen.

Wie kann ein Betrieb sicherstellen, dass

das Erfahrungswissen älterer Mitarbeiter

nach der Verrentung nicht verloren

geht?

Der Erfahrungsaustausch zwischen Alt

und Jung ist im Handwerk die Regel. In

unseren Betrieben arbeiten Auszubilden-

Holger Schwannecke

ist derzeitiger Geschäftsführer und

seit 2010 Generalsekretär des Zentralverbands

des Deutschen Handwerks

(ZDH). Der 47-Jährige stammt selbst aus

einer Unternehmerfamilie und war mehrere

Jahre als Gesellschafter des Familienunternehmens

im Bereich der Holzverarbeitung

tätig. Im ZDH hatte er sich

mehrere Jahre als Leiter der Rechtsabteilung

engagiert.

de und Meister von der Ausbildung an

Hand in Hand. Erfahrungen bleiben so erhalten.

Alte Meister sind zudem oft über

ihre ehrenamtliche Tätigkeit etwa in der

Ausbildung mit dem Beruf verbunden.

Welche Handwerksbranchen sollten

sich jetzt besonders auf die neuen

Senioren-Märkte einstellen?

Das ist der Wachstumsbereich der Zukunft.

Das gilt insbesondere für altersgerechtes

Wohnen, Gesundheit, Mobilität und Dienstleistungen.

Es gibt bereits zahlreiche

Projekte von Handwerkskammern und

Verbän den, die Betriebe darin zu unterstützen,

ihre Angebote und Beratungsleistung

auf die Bedürfnisse der älteren

Generation auszurichten.

Wagen Sie bitte einen visionären Blick

in die Zukunft: Wie werden Handwerks-

Dienstleistungen im Jahr 2030 Ihrer

Einschätzung nach aussehen?

2030 wird mehr als jeder dritte Bürger

60 Jahre und älter sein. Individuelle

Problemlösungen und ein hoher Dienstleis

tungscharakter werden noch wichtiger

werden. Gerade ältere Menschen

schätzen begleitende Beratung und eine

möglichst einfache Abwicklung von Aufträgen.

Hier kann das Handwerk seine

Stärken ausspielen.

www.zdh.de

ANZEIGE


* Für 3,9 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz. Aus Mobilfunknetzen höchstens 42 Cent/Minute.

ANZEIGE

Partner des Handwerks

Mehr Gesundheit, weniger Kosten

Sie wollen etwas für die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter

tun, wollen die Motivation stärken und das

Betriebsklima verbessern? Mit dem Betrieb lichen

Gesundheitsmanagement (BGM) der AOK Bremen/Bremerhaven

können Sie die Gesundheit

Ihrer Beschäftigten fördern, krankheits be dingte

Fehlzeiten senken und so spürbar Lohnnebenkosten

sparen. Wir bieten maßgeschneiderte

Konzepte und begleiten Sie auf dem Weg

zu einem rundum gesunden Unternehmen. Informieren

Sie sich unter www.aok-business.de/

bre > Gesunde Unternehmen. Und fallen Mitarbeiter

dann doch einmal wegen Krankheit aus,

bie tet Ihnen die AOK Bremen/Bremerhaven Sicher

heit aus einer Hand: mit der Entgeltfortzahlungsversicherung.

Sie hilft Ihnen, die finanziellen

Risiken durch Arbeitsunfähigkeit der Beschäftigten

zu minimieren. So sparen Sie bei den

Lohnnebenkosten, profitieren von günsti gen

und flexiblen Umlage sätzen, hoher Erstattung,

sofortiger Auszahlung und dem bewähr ten AOK-

Service aus einer Hand. Fragen Sie Ihren AOK-

Firmenkunden berater.

Mit aok24 jederzeit erreichbar

Mit einem Klick können sich Firmenkunden unabhängig von Zeit und Ort mit der AOK Bremen/Bremerhaven

verbinden, aktuell informieren und Daten austauschen. Die Internetplattform

aok24 macht all dies möglich. Sie ergänzt die persönliche Beratung durch die Gesundheitskasse

ideal. Details zu den Stammdaten, Versicherungsläufen oder Entgelten der AOKversicherten

Mitarbeiter sind jederzeit einsehbar. Im Formularpool stehen wichtige Vordrucke

für die Sozialversicherung zur Verfügung – direkt zum Herunterladen oder Ausfüllen

am Bildschirm, Ausdrucken und Versenden. Möchten Sie mehr über aok24 erfahren oder

sich gleich anmelden? Dann klicken Sie ins Internet auf www.aok-business.de/bre > aok24

und nutzen Sie das Onlineformular für Ihre Anmeldung oder senden Sie eine E-Mail an info@

� AOK BREMEN/BREMERHAVEN. GESUNDHEIT IN BESTEN HÄNDEN.

AOK Bremen/Bremerhaven

Bürgermeister-Smidt-Straße 95 · 28195 Bremen

E-Mail info@hb.aok.de

Internet www.aok-business.de/bre

AOK-Service-Telefon 0421 1761-0 – Ihr direkter Draht

zur AOK Bremen/Bremerhaven – Montag bis Freitag

von 8 bis 20 Uhr, am Samstag von 10 bis 13 Uhr.

AOK-Service-Fax 0421 176191991

Clarimedis-Ärzte-Team 0180 1 112255*

Unsere Experten finden eine Antwort auf Ihre Fragen rund

um die Gesundheit, zum Beispiel zu Ernäh rung, Bewegung

oder Stressbewältigung und zu allen AOK-Gesundheitsangeboten.

Montag bis Freitag von 7 bis 22 Uhr.

Am Wochenende von 9 bis 17 Uhr.

Impressum: Herausgegeben und verlegt von der AOK Bremen/Bremerhaven, 28195 Bremen, und

CW Haa r feld GmbH, Postfach 10 15 62, 45015 Essen · Verantwortlich für den Inhalt: Heinzpeter Mühl

Fotos: AOK, Fotolia, GettyImages, iStockfoto

Gemäß § 13 SGB I sind die Sozialversicherungsträger verpflichtet, die Bevölkerung im Rahmen ihrer Zuständigkeit aufzuklä ren.

Guter Rat

ist nicht teuer

Expertenchat Unfälle passieren leider immer

und überall – es kann den Chef genauso

treffen wie die Mitarbeiter. Eine Gruppenunfallversicherung

bietet der Handwerksbranche

hier finanzielle Unterstützung. Arbeitgeber

können zur Absicherung ihrer Be -

schäftigten Einzel- oder Gruppenunfallversicherungen

abschließen. Sie ergänzen den

Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung,

die nur bei Arbeits- und Wegeunfällen eintritt.

Es handelt sich dabei um eine freiwillige

soziale Leistung des Arbeitgebers.

Nach mehreren Urteilen des Bundesfinanzhofs

bewertet die Finanzverwaltung die Versicherungsprämien,

die ein Arbeitgeber für

den zusätzlichen Unfallversicherungsschutz

gezahlt hat, neu.

Doch in welchen Fällen gelten sie als Arbeitslohn?

Wann sind also Prämienzahlungen und

Leistungen im Versicherungsfall steuer- und

beitragspflichtig? Die Experten der AOK Bremen/Bremerhaven

beantworten Ihre individuellen

Fragen zur Gruppenunfallversicherung

im Chat – schnell, konkret und kompetent.

Am 22. und am 29. April 2010 haben

Sie von 14 bis 16 Uhr

die Möglichkeit, Ihre

Fragen von den Fachleu

ten der Gesundheits

kasse beantworten

zu lassen. Klicken

Sie da für einfach ins

Internet und melden

sich zum Chat an.

hb.aok.de – wir melden uns umgehend bei Ihnen. www.aok-business.de/bre > Expertenchat

Thema des nächsten Branchenreports:

Auftrag auf Knopfdruck: E-Vergabe

Neuerdings werden Aufträge des Bundes nur noch

online ausgeschrieben; Länder und Kommunen folgen

bei der Umstellung auf die (ausschließliche) E-Vergabe.

Dies verspricht vor allem den mittelständischen Unternehmen

neue Auftragschancen – aufgrund der größe ren

Transparenz aller Vergabeinformationen.

Doch gerade kleine und mittlere Handwerksbetriebe

sind mit dem neuen Verfahren noch wenig vertraut.

Für sie gilt es, sich fit zu machen für die E-Vergabe,

um alle ihre Chancen zu nutzen.


BREMERHAVEN BEGEISTERTE GÄSTE

AUS NIEDERSACHSEN UND BREMEN

Aus Anlass des 90. Jubiläums der Innung der

Elektrohandwerke Bremerhaven-Wesermünde

lud der Landesinnungsverband für Elektro- und

Informationstechnik Niedersachsen/Bremen

seine Mitglieder zur Jahreshaupttagung in die

Seestadt ein.

Vor 90 Jahren gründete sich im heutigen

Gebiet von Bremerhaven die „Freie Vereinigung

der Elektroinstallateure“. Im Lauf der Jahrzehnte

ist aus ihr die Innung der Elektrohandwerke Bremerhaven-Wesermünde

entstanden. Zu ihrem

90. Jubiläum traf sich nun der Landesinnungsverband

für Elektro- und Informationstechnik

Niedersachsen/Bremen in der Seestadt.

Rund 120 Gäste aus beiden Bundesländern

durfte Obermeister Kay Kupferschmidt zur

Tagung vom 11. bis zum 13. März in Bremerhaven

begrüßen. Nach den ersten Sitzungen und dem

Empfang mit Ingelore Rosenkötter, Senatorin für

Arbeit des Bundeslandes Bremen, trafen sich die

Gäste am nächsten Tag zur gemeinsamen Tagung

im neuen Atlantic Hotel Sail City inmitten der

„Havenwelten“.

Bevor das offizielle Tagungsprogramm startete,

legten die Gäste eine Schweigeminute für

den kurz zuvor bei einem tragischen Unglück verstorbenen

Ehrenobermeister der Innung Bremerhaven-Wesermünde,

Hans-Georg Wappler, ein.

Dankbar für die Anteilnahme begrüßte Kay Kupferschmidt

anschließend die Gäste und stellte

ihnen in einem kurzen Abriss die Seestadt Bremerhaven

und ihr Elektrohandwerk vor. Schon die

Gründungsväter der heutigen Innung hätten sich

über die Landesgrenzen zwischen den damals

noch eigenständigen Städten Geestemünde,

Lehe und Bremerhaven hinweggesetzt und gut

zusammengearbeitet. Diese Tradition, so Kupferschmidt,

hat sich bis heute gehalten. Die Kreis-

Thomas v. Wrangel, Geschäftsführer des LIV,

Landesinnungsmeister Karl-Heinz Bertram und

Obermeister Kay Kupferschmidt (v.l.n.r.) begrüßten

Arbeitssenatorin Ingelore Rosenkötter.

handwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde

ist bundesweit die einzige Kreishandwerkerschaft,

mit Zuständigkeit in zwei Bundesländern.

Die vorbildliche Zusammenarbeit im Handwerk

zwischen Stadt und Land lobte auch der Bremerhavener

Stadtverordnetenvorsteher Artur

Beneken in seiner Begrüßungsrede. Auf die enge

Verknüpfung zwischen dem Landkreis Cuxhaven

und der Stadt Bremerhaven als Oberzentrum der

Region ging auch David McAllister, Vorsitzender

der CDU Niedersachsen und der CDU-Landtagsfraktion,

bei seiner Rede am folgenden Tag ein.

Andere Regionen könnten sich daran ein gutes

Beispiel nehmen.

Am gleichen Tag stand auch die Neuwahl des

Vorstands des Landesinnungsverbands auf dem

Programm. Dabei wurde Landesinnungsmeister

Karl-Heinz Bertram mit großer Mehrheit im Amt

bestätigt.

Obermeister Kay Kupferschmidt zog nach

dem Ende der Jahreshaupttagung eine durchweg

positive Bilanz. Nach dem Rahmenprogramm mit

Besuch des Deutschen Auswandererhauses und

des Klimahauses sowie der Festveranstaltung

zum Jubiläum der Innung zeigten sich viele Gäste

von der Stadt Bremerhaven begeistert.

(Text und Fotos: Oliver Brandt)

Rund 120 Gäste waren zur Jahreshaupttagung

des Landesinnungsverbandes Niedersachsen/

Bremen für Elektro- und Informationstechnik in

die Seestadt gekommen.

Umschulungen mit dem

Schwerpunkt Windenergie

KH BRHV-WEM

Mit zwei neuen Umschulungen richtet

sich die InCoTrain GmbH im Bremerhavener

Haus des Handwerks an Personen, die

eine neue berufliche Perspektive im

gewerblich-technischen Bereich suchen.

Bei beiden Angeboten liegt der Schwerpunkt

im Bereich Windenergie. Wer dort

tätig werden möchte, kann bei den

Umschulungen zum Mechatroniker beziehungsweise

Elektroniker für Betriebstechnik

die nötigen Kenntnisse erwerben.

Voraussetzung für die Teilnahme an den

Umschulungen ist ein Hauptschulabschluss

oder ein vergleichbarer Abschluss,

Berufserfahrung in den Bereichen Metall

oder Elektro oder eine entsprechende

angelernte Tätigkeit, ein Berufsabschluss

als Facharbeiter oder Geselle oder ein vergleichbarer

Abschluss. Außerdem sollten

Interessenten möglichst über eine

geprüfte Höhentauglichkeit verfügen.

Die Umschulungen zum Mechatroniker

und Elektroniker für Betriebstechnik

beginnen am 19. April 2010 und enden am

31. Juli 2012. Nach bestandener Prüfung

erhalten die Teilnehmer den Facharbeiterbrief.

Die Kosten werden bei Vorliegen der

Voraussetzungen von der Bundesagentur

für Arbeit oder der ARGE Job-Center Bremerhaven

getragen. Interessenten sollten

sich frühzeitig bei der Bundesagentur für

Arbeit oder der ARGE melden. Informationen

bekommen sie auch bei der InCoTrain

GmbH im Haus des Handwerks, Columbusstraße

2, Bremerhaven, Telefon (04 71)

185-232 oder 185-0, www.incotrain-bhv.de.


WWW.AUSBILDUNGSASS.DE

KH BRHV-WEM

„KLAR SCHIFF“

Wenn in einer Küstenstadt aufgeräumt

wird, sagen die Einwohner oft, es wird „Klar

Schiff“ gemacht. Deswegen hat die Seestadt

ihre große Aufräumaktion ebenso

genannt. Mit dabei waren rund 150 Mitarbeiter

der Kreishandwerkerschaft und Auszubildende

der InCoTrain GmbH. Mit Handschuhen

und Mülltüten ausgestattet,

brachten sie das Gebiet vor den Gewerblichen

Lehranstalten auf Vordermann.

Obwohl die Aktion an einem Sonnabend

26 | Handwerk in Bremen 4/2010

stattfand, zogen die meisten Auszubildenden

mit und ließen sich von den Argumenten

ihrer Ausbilder überzeugen. „Wir tun das ja

A U S B I L D U N G S - A S S 2 0 1 0

für unsere Stadt, in der wir leben“, sagte die

angehende Friseurin Thülay Kirbet.

(Text: Oliver Brandt; Foto: Lothar Scheschonka)

Schüler lernen das Handwerk kennen

Rund 100 Schülerinnen und Schüler aus den

neunten Klassen der Bremerhavener Wilhelm-

Raabe-Schule konnten sich jetzt wieder beim

Berufs-Info-Tag über alle Fragen rund um die

Ausbildung informieren. Stark vertreten war

auch dieses Mal wieder das Handwerk. Zusammen

mit Horst Lüdtke, Leiter der Kammer-

Außenstelle Bremerhaven, informierten zahlreiche

Innungsbetriebe, darunter Dachdeckermeister

Frank Helmke (im Bild) über ihre Ausbildung.

Angesprochen wurde auch das Thema Existenzgründung

im Handwerk. Klaus Wirth, Vorsitzender

des Netzwerks Schule-Wirtschaft-Wissenschaft

zeigte sich von dem Info-Tag überzeugt

und freute sich über die Möglichkeit, Schülern

und Lehrern die Ausbildung in unterschiedlichen

Unternehmen nahe zu bringen.

(Text: O. Brandt; Foto: Wilhelm-Raabe-Schule)

Ausbildung: Investition in die Zukunft

➲ Die Situation

Immer mehr Unternehmen finden heute

keine oder nicht ausreichend qualifizierte

Bewerber für ihre Ausbildungsplätze und

stehen vor einem Fachkräftemangel.

Gleichzeitig verlassen nach wie vor Jugendliche

die Schule ohne Perspektive.

➲ Unser Ziel

Gemeinsam wollen wir Zeichen für mehr

Kreativität und Qualität bei der Ausbildung

junger Menschen setzen. Darüber hinaus

die Chancen der Jugendlichen verbessern,

die eine besondere Förderung brauchen.

➲ Unser Engagement

Das Ausbildungs-Ass, der Förderpreis der

jungen deutschen Wirtschaft, würdigt

außergewöhnliche Ausbildungsaktivitäten

von Unternehmen aus Handwerk und

Industrie sowie Initiativen, damit sie Anerkennung

und Nachahmer finden.

Förderpreis der Wirtschaftsjunioren Deutschland

(WJD) und Junioren des Handwerks e.V.,

gefördert durch INTER Versicherungen und

WirtschaftsKurier – dotiert mit 15.000 €

Machen Sie mit!

Ihre Teilnahme ist wichtig!

Ausschreibungsunterlagen anfordern

bei (Einsendeschluss: 31. Juli 2010):

INTER Versicherungen

Stichwort: „Ausbildungs-Ass“

Erzbergerstraße 9 –15

68165 Mannheim

Telefon 0621 427-1370

Telefax 0621 427-8565

iris.glatzer@inter.de


HANDWERK

HAUTNAH

Tage der offenen Tür im Handwerk.

Praktisch arbeiten und dabei das Handwerk

kennen lernen. Diese Gelegenheit haben zurzeit

viele Schülerinnen und Schüler der achten Klassen

aus Bremerhaven und dem Altkreis Wesermünde.

Bei den Tagen der offenen Tür de Kreishandwerkerschaft

Bremerhaven-Wesermünde können sie in

kleinen Gruppen die Werkstätten im Haus des

Handwerks erkunden und Ausbilder, Auszubildende

sowie Sozialpädagogen mit Fragen löchern.

Geführt werden die Jugendlichen von Scouts,

die zurzeit ihre Ausbildung im Haus des Handwerks

absolvieren. Mit den T-Shirts der Imagekampagne

des Handwerks zeigen sie nicht nur

eine hohe Identifikation mit ihren Berufen, sondern

sind für die jugendlichen Gäste auch sofort

als Ansprechpartner zu erkennen.

In neun Werkstätten herrscht an den Tagen

der offenen Tür Hochbetrieb. Pro Tag begrüßen

das Organisationsteam und die Ausbilder rund

100 Schüler. Um ein intensives Arbeiten möglich

zu machen, werden drei Gruppen gebildet, die

sich für die Besuche der Werkstätten nochmals in

Kleingruppen aufteilen.

Bei den ersten Durchgängen der Veranstaltungsreihe,

die noch bis Mitte April dauert, hatten

die Jugendlichen merklich Spaß am praktischen

Arbeiten. Mit großem Eifer wechselten sie Autoreifen,

stellten Namensschilder aus Metall her

oder Mauerten kleine Wände.

Beim Ausfüllen der Fragebögen konnten sie

zeigen, was sie vorher in der Praxis gelernt hatten.

Nach dem Ende des letzten Tages der offenen Tür

wird unter den korrekt ausgefüllten Bögen ein

Preis mit Bezug zum Handwerk ausgelost.

Mit Eifer bei der Arbeit: die Jugendlichen in den Werkstätten

im Haus des Handwerks (oben).

Scouts in den T-Shirts der Imagekampagne gaben

Auskunft über Handwerk und Berufe (unten).

Text und Fotos: Oliver Brandt

2. Bremerhavener Solartage

KH BRHV-WEM

Zum zweiten Mal veranstaltet das Berufsfortbildungswerk

(bfw) die Bremerhavener Solartage

im Schaufenster Fischereihafen. Am 8.

und 9. Mai wird auf dem Marktplatz des

Schaufensters Fischereihafen über die Möglichkeiten

der privaten Nutzung von Solarstrom

und Solarwärme informiert. Neben Fakten

zur Technik sowie zur Förderung und

Finanzierung will die Veranstaltung auch Spaß

zum Thema Sonnenenergie bieten, die Solartage

sind in die Veranstaltungsreihe „Sonntagsvergnügen“

eingebettet.

Interessierte Aussteller melden sich beim

Berufsfortbildungswerk (bfw), Bauökologisches

Bildungszentrum Bremerhaven, Heinfried

Becker, Telefon (04 71) 30 99 88 22 oder

E-Mail: becker@bbz-breerhaven.de, Internet:

www.bbz-bremerhaven.de.

Handwerk in Bremen 4/2010 | 27


KH BRHV-WEM

„Ein hervorragender Repräsentant

des Handwerks“

Hans-Georg Wappler, Ehrenobermeister der

Innung der Elektrohandwerke Bremerhaven-

Wesermünde, ist gestorben.

Obermeister im Handwerk. Bei

dem Gedanken an dieses Ehrenamt

haben viele einen bestimmten

Typ Mensch vor Augen. Wollte

man ihn charakterisieren, würde

man Begriffe wie Bodenständigkeit,

Durchsetzungskraft und

Aufrichtigkeit benutzen. Hans-

Georg Wappler stand für all diese

Eigenschaften. Viele seiner Wegbegleiter

sagen, er war der ideale

Obermeister. Durch einen tragischen

Unfall ist Hans-Georg Wappler vor kurzem

im Alter von 78 Jahren gestorben.

Mit seinem großen Engagement hat er einen

unschätzbaren Beitrag zum Wohle des Handwerks

Bremerhaven-Wesermünde geleistet. „Er

Wenn die Friseur-Innung zur Mode-Info einlädt,

sind die Sitzreihen im Theater im Fischereihafen

(TiF) meist voll belegt. So auch bei der jüngsten Veranstaltung.

Rund 270 Gäste waren gekommen, um

sich über die Frisuren- und Make-up-Trends für das

Frühjahr und den Sommer 2010 zu informieren.

Das Kreativ-Team der Innung unter Leitung von

Sabine Schwarz und Jeanette Jürgens stellte im

Rahmen der bunten Show die wichtigsten Neuerungen

vor, darunter der klassische Bob und der

ebenso zeitlose Pilzkopf. Auch Locken sind in der

kommenden Saison wieder angesagt. Nichts wirk-

28 | Handwerk in Bremen 4/2010

war ein hervorragender Repräsentant des Handwerks“,

sagt Kreishandwerksmeister Sieghardt

Reinhardt, der über viele Jahre hinweg eng mit ihm

zusammengearbeitet hat, unter anderem im Beirat

des Berufsbildungs- und Technologiezentrums.

In dieser Funktion habe er auch in wirtschaftlich

schwierigen Phasen wichtige

Impulse für die Zukunft gesetzt.

Darüber hinaus engagierte sich

Hans-Georg Wappler von 1985 bis

2003 im Vorstand der Kreishandwerkerschaft

und bei vielen ehrenamtlichen

Tätigkeiten. Sein größtes

Engagement aber widmete er

seiner Innung, der Innung der

Elektrohandwerke Bremerhaven-

Wesermünde. Über viele Jahre

hinweg bekleidete er in ihr verschiedene

Ämter, von 1984 bis

1999 das des Obermeisters. Nach dem Ausscheiden

wurde er von den Innungsmitgliedern zu

ihrem Ehrenobermeister gewählt.

Begonnen hatte Wappler seine Karriere im

Elektrohandwerk mit einer Ausbildung zum

„VOLLES HAUS“ ZUM START IN DEN FRISUREN-SOMMER

lich Neues also, aber zeitgemäß aufgelegt, so

könnte man die Frisurenmode des Frühjahrs

zusammenfassen. Die Trend-Frisuren kommen mit

leichten Abwandlungen daher. Immer mehr

gefragt ist auch Vielseitigkeit. „Ein Haarschnitt, drei

bis vier Gestaltungsmöglichkeiten“ brachte es

Sabine Schwarz auf den Punkt. „Es ist wichtig, den

Kunden Ideen für ein Umstyling mitzugeben“,

ergänzte Jeanette Jürgens.

Auf der Bühne zeigten sie und ihre Kollegen

Sabine Schwarz, Jasna Gurk, Manuela Heinsohn,

Sarah Isabell Langhans, Anjuly Reimers, Manuela

Radio- und Fernsehtechniker; zuvor hatte er eine

Lehre als Maurer beendet. In den 50er-Jahren

übernahm er das Radio- und Fernsehfachgeschäft

seines Vaters. Auch nach dem Aufkommen

der großen Elektromarkt-Ketten setzte er

auf vorbildlichen Service und enge Beziehung

zu seinen Kunden.

Hans-Georg Wapplers großes Engagement

wirkt bis heute. Anfang der 90er-Jahre hat er die

Innung Bremerhaven-Wesermünde wieder in

den Landesinnungsverband Niedersachsen/

Bremen zurückgeführt. Eines seiner großen

Ziele war die Festigung des Zusammenhalts

innerhalb der Innung.

„Er hat seine Meinung immer mit großer Vehemenz

und Überzeugungskraft vertreten, konnte

aber auch Kompromisse eingehen“, erinnert

sich der heutige Obermeister Kay Kupferschmidt.

Trotz seiner großen Verdienste habe er

nie viel Aufhebens davon gemacht. In der Charakterisierung

müsste außer Bodenständigkeit,

Durchsetzungsfähigkeit und Aufrichtigkeit also

auch der Begriff Bescheidenheit vorkommen. All

das und viel mehr war Hans-Georg Wappler.

Marquardt und Shamsul Herrmann ihr Können. Bei

der stimmungsvollen Show gaben sie den Besuchern,

von denen auch viele den benachbarten

Innungen angehören, Tipps und Anregungen für

die Arbeit im Salon.

Einen besonders emotionalen Augenblick gab

es gleich zu Beginn der Veranstaltung als Ehrenobermeister

Jochen Wohkittel seine langjährige

Bremer Kollegin Brigitte Seekamp mit vielen herzlichen

Worten und einem großen Blumenstrauß

verabschiedete.

(Text und Fotos: Oliver Brandt)


FIT FÜR DIE AUSBILDUNG

HWK und Agentur für Arbeit unterstützen mit einem Kompetenz-Check Schüler

bei der Suche nach einem geeigneten Beruf. Erste Zertifikate übergeben.

Nur etwa jeder zweite Schulabgänger verlässt

die Schule mit der erforderlichen Ausbildungsreife.

Entsprechend bleiben viele Ausbildungsplätze

unbesetzt. Das bundesdeutsche Handwerk

beispielsweise hat zurzeit mehr als 10.000 freie

Ausbildungsstellen.

Die Handwerkskammer Bremen und die

Agentur für Arbeit in Bremen bieten daher seit

August 2009 Schülern der 9. und 10. Klassen allgemein

bildender Schulen mit dem Projekt ‚Be lm

Handwerk – Berufliche Impulse im handwerklichen

Bereich für Schülerinnen an allgemein bildenden

Schulen‘ eine kostenfreie Orientierungshilfe.

Insgesamt haben bisher 130 Schüler und

Schülerinnen freiwillig an einem Kompetenzcheck

oder einem Vermittlungsangebot zu Betrieben

mit freien Ausbildungsstellen teilgenommen.

Insgesamt 39 Schüler haben eine 12stündige

praktische Orientierungsphase in einer der Ausbildungswerkstätten

der HandWERK gGmbH, des

Kompetenzzentrums der Handwerkskammer

Bremen, für sich genutzt. Jetzt überreichten der

Präses der Handwerkskammer Bremen, Joachim

Feldmann und der Geschäftsführer der Agentur

für Arbeit, Frank Münkewarf, und der Projektverantwortliche

bei der HandWERK gGmbH, Kaan

Karayilmaz, die ersten Zertifikate, die den Schülern

bei Vorstellungsgesprächen um einen Ausbildungsplatz

helfen sollen.

„Egal ob sich jemand für Lebensmittel oder

den Umgang mit Holz, Metall, Energie, Kunststoff

oder Leder interessiert oder vielleicht für einen

Gesundheitsberuf, fürs Büro oder die Umwelt –

Frank Münkewarf, Geschäftsführer bei der Agentur

für Arbeit: „Projekte wie ‚Be lm Handwerk

sind eine gute Orientierungshilfe. Sie vermitteln

Qualifikationen, die bei der Suche nach einem

Ausbildungsplatz hilfreich sein werden.“

(Foto: Dirk Troue)

bei uns im Handwerk ist er richtig! Allein im Land

Bremen lernen zurzeit 3.300 Azubis 84 verschiedene

Handwerksberufe. Pro Jahr werden etwa

1.300 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen“,

sagte der Präses und wies darauf hin, dass Mädchen

von einer Ausbildung im Handwerk sogar

doppelt profitieren können: Denn einerseits ist

das Handwerk besonders vielfältig. Andererseits

unterscheiden die meisten Handwerksbetriebe

beim Einkommen nicht nach Geschlechtern.

„Also: Beweist Euch selbst was in Euch steckt! 151

Handwerksberufe stehen Euch zur Verfügung –

sucht Euch einen aus!“, motivierte er die Schüler.

Wie erfolgreich ‚Be lm Handwerk‘ ist, erklärte

Frank Münkewarf und bedankte sich bei den Mitarbeitern

an diesem Projekt um Kaan Karayilmaz:

„Die Schülerinnen und Schüler haben sich in den

Werkstätten des HandWERKs in verschiedenen

Berufsfeldern ausprobieren dürfen und dabei für

sich entdeckt, was gefällt, und natürlich auch was

nicht gefällt. Wo Neigungen und Interessen liegen,

NAMEN & NOTIZEN

Schüler der 9. und 10. Klassen allgemein bildender

Schulen haben in den Werkstätten des Hand-

WERKs die Anforderungen verschiedener Berufsfelder

getestet und für sich entdeckt, wo ihre

Neigungen und Interessen liegen.

(Foto: Jörg Nowag)

und wo nicht. Dabei wurden ihnen auch zusätzliche

Qualifikationen vermittelt, die bei der Suche

nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein werden“,

sagte er und erinnerte die Projektteilnehmer,

das erhaltene Zertifikat den Bewerbungsunterlagen

beizulegen. „Denn wenn man etwas geleistet

hat, Motivation und Zeit investiert, dann kann und

soll man das auch ruhig zeigen!“

Nach der Übergabe der Zertifikate nahmen die

Gäste die Gelegenheit war und besichtigten die

Ausbildungswerkstätten des HandWERK.

Kontakt für Fragen zum Projekt:

Kaan Karayilmaz, HandWERK gGmbH,

Schongauer Straße 2, 28219 Bremen,

Telefon (04 21) 22 27 44-44 80,

Fax (04 21) 22 27 44-4 95,

E-Mail: karayilmaz.kaan@handwerkbremen.de,

Internet: www.handwerkbremen.de.

Handwerk in Bremen 4/2010 | 29


NAMEN & NOTIZEN

Glückwünsche zum Jubiläum

125 Jahre

Am 3. April

OTTO HAYEN HAUSTECHNIK GMBH, Bremen, Gas-/Wasserinstallateur,

Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk,

Installateur- und Heizungsbauerhandwerk

100 Jahre

Am 1. April

G. THEODOR FREESE GMBH & CO. KG, Bremen, Maurerund

Betonbauerhandwerk, Estrichlegerhandwerk,

Bodenlegergewerbe

50 Jahre

Am 4. April

HEINZ FRIEDRICH BORRMANN, Bremen, Maurerhandwerk,

Maurer- und Betonbauerhandwerk

25 Jahre

Am 1. April

JOACHIM PAULENZ, Bremen, Kraftfahrzeugmechanikerhandwerk

Am 3. April

FRED CORALL, Bremerhaven, Fleischerhandwerk

Am 10. April

BIRGIT KAMMANN, Bremen, Textilreinigerhandwerk

30 | Handwerk in Bremen 4/2010

Am 13. April

HERTHATIMM, Bremerhaven, Kosmetikergewerbe

Am 15. April

FRANK GRAUPNER, Bremen, Steinmetzen- und Steinbildhauerhandwerk

KLINK HÖR-AKUSTIK BREMEN-NORD GMBH, Bremen, Hörgeräteakustikerhandwerk

Am 18. April

TIME-FOTO-SERICE HANDELSGESELLSCHAFT MBH, Bremen,

Fotografenhandwerk

Am 23. April

CLASSIC CARS EXCLUSIVE AUTOMOBILE GMBH, Bremen,

Kraftfahrzeugmechanikerhandwerk

Am 30. April

AYSEL YILDIRIM, Bremen, Änderungsschneidereigewerbe

Glückwünsche zum Geburtstag

Am 2. April

HANS-FRIEDRICH FRESE, Ehrenobermeister der Innung

Metall Brhv.-Wem.

HANS KOSCHNIK, Altbürgermeister der Freien Hansestadt

Bremen

GRATULATION AN MARTIN GÜNTHNER

Vorstand und Geschäftsführung der Handwerkskammer

Bremen haben Martin Günthner

zur Wahl als Senator für Wirtschaft und Häfen

gratuliert und wünschen ihm für sein verantwortungsvolles

Amt viel Durchsetzungskraft

und Erfolg. In einer Mitteilung der Handwerkskammer

Bremen äußert sich Präses Joachim

Feldmann:

„Martin Günthner ist als PR-Berater selbstständig

und gehört dem Ausschuss für Angelegenheiten

der Häfen im Lande Bremen sowie

der staatlichen Deputation für Wirtschaft und

Häfen und zahlreichen anderen Gremien an. Seit

2007 ist er stellvertretender Vorsitzender der

SPD-Bürgerschaftsfraktion. Seine Eignung für

eine so wichtige Funktion wie die des Wirtschaftssenators

muss er jedoch erst beweisen.

Dies kann er tun, indem er dazu beiträgt, dass

der Fokus der bremischen Landespolitik künftig

stärker auf der Wirtschaft liegt. Die unnötige

Einführung einer Umweltzone und die aktuellen

Planungen von innerörtlichen Tempolimits und

die Verlangsamung des Verkehrs durch verkehrsbremsende

Ampeln schrecken bekanntlich

Unternehmer und Betriebe und insbesondere

Existenzgründer von einem unternehmerischen

Engagement in Bremen häufig ab.

Die Handwerkskammer erwartet darum

ganz klar ein starkes Engagement des Senators

für eine Politik, die die Bedürfnisse des Handwerks

– und somit die Chance auf neue und

sichere Arbeitsplätze für Bremens Bürger – stärker

berücksichtigt.

Dringenden Handlungsbedarf sehen wir beispielsweise

der Förderung von Existenzgründungen

und Betriebsübergaben sowie bei der

Vergabe von Kleinkrediten und Bürgschaften für

Handwerksbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern.

Des Weiteren erwartet das Handwerk

eine stärkere Beteiligung an den Gremien sowie

im Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung Bremen.

Die Amtszeit von Herrn Günthner fällt in eine

Zeit, in der wichtige Weichenstellungen für eine

erfolgreiche bremische Zukunft erfolgen müssen.

Wenn er mehr bewirkt als PR und positive

wirtschaftliche Akzente setzt, wird das Handwerk

Senator Günthner gern unterstützen.“

Ebenso gratulierte Kreishandwerksmeister

Jan-Gerd Kröger dem neuen Wirtschaftssenator.

Er sagte: „Senator Günthner hat in der ablaufenden

Legislaturperiode wichtige Entscheidungen

für die bremische Wirtschaft und die bremische

Zukunft zu treffen. Damit das Handwerk als

Am 5. April

WOLFGANG MEDZECH, stellvertr. Obermeister der

Innung des Kfz-Technikerhandwerks Brhv.-Wem.

Am 6. April

GÜNTHER ENGELKE, stellvertr. Obermeister der Innung

des Kfz-Technikerhandwerks Bremen und Vorstandsmitglied

der Handwerkskammer Bremen

Am 7. April

REINER VON GLAHN, stellvertretender Obermeister der

Innung des Dachdeckerhandwerks Brhv.-Wem.

Am 8. April

KURT MÜLLERSTEDT, ehemaliger Gesellen-Vizepräses

Am 10. April

DIETER OSTENDORF, Ehrenobermeister der Innung für

Sanitär-Heizung-Klima Brhv.-Wem.

THEODOR F. OVERHOFF, Obermeister der Zahntechniker-Innung

Bremen

Am 19. April

ARNO PLAGGENMEIER, ehem. Obermeister der Malerund

Lackierer-Innung Bremen und ehem. Vorstandsmitglied

der Handwerkskammer Bremen

Am 20. April

JOCHEN WOHKITTEL, Ehrenobermeister der Friseur-

Innung Brhv.-Wem.

unverzichtbare Kraft der gesellschaftlichen

Mitte unseres Landes auch in der anhaltenden

Krise weiterhin stabil bleibt und seine derzeitigen

Beschäftigungszahlen beibehalten kann,

muss der Senator dafür sorgen, dass die bremische

Binnenkonjunktur angekurbelt wird und

tatsächlich Bremer Betriebe davon profitieren. In

etlichen bremischen Schulen, Kindergärten und

Krankenhäusern besteht weiterhin enormer

Bedarf für energetische Sanierungen. Auch bei

der Verbesserung der bremischen Verkehrsinfrastruktur

gibt es dringenden Handlungsbedarf.

Für die Beibehaltung der hohen Ausbildungsquote

fordern die Handwerksbetriebe seit langem

dringend eine stärkere Verzahnung der

Berufsschule mit der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung,

damit die Ausbildungsqualität

endlich den Erfordernissen des Alltags

angepasst wird. Zugleich muss dringend etwas

gegen die Schwarzarbeit unternommen werden.

Sie hat in Deutschland im Krisenjahr 2009

um bis zu sechs Milliarden Euro auf insgesamt

rund 253 Milliarden Euro zugenommen und für

2010 wird eine weitere Steigerung von acht

Milliarden Euro erwartet. Dies vernichtet reguläre

Arbeitsplätze in arbeitsintensiven Gewerken

des Handwerks, so dass dringend Anreize für

mehr legale Beschäftigung geschaffen werden

müssen.“


HANDWERK TESTET

ERDGAS-CADDYS

Bremer Offensive bietet kostenlosen

Test von Erdgasfahrzeugen.

Firmen müssen für ihre Kunden jederzeit

mobil sein. Wie man dabei spart und gleichzeitig

der Umwelt etwas Gutes tut, will die Bremer

Offensive mit der Aktion ‚Gewerbe testet Erdgas-Caddys

von Volkswagen‘ demonstrieren. Die

Bremer Offensive stellt zusammen mit Volkswagen

Nutzfahrzeuge bis Ende des Jahres sechs

Caddy EcoFuel für kostenfreie Probefahrten zur

Verfügung.

Mitmachen kann jede Firma, die für eine

Arbeitswoche die Erdgas-Erfahrung machen

möchte. Ob Logistikunternehmen, Handwerksbetrieb

oder Lieferdienst: Die Devise ist, auf

eigene Faust die Vorzüge des Erdgasantriebes

aufzuspüren. „Mit einem Erdgasfahrzeug spart

man im Vergleich zu einem Benziner bis zu 50

Oppenheimerstraße 26 | 28307 Bremen | Tel. (04 21) 4 85 78-0 | Fax (04 21) 4 85 78 48

www.schintz-druck.de | info@schintz-druck.de

Prozent an Tankkosten. Mit dieser Aktion wollen

wir speziell mittelständischen Unternehmen

das hohe Einsparpotenzial aufzeigen“, erläutert

Fred Jackisch, Koordinator Umwelt- und Klimaschutz

bei swb Vertrieb, den Hintergrund der

Zusammenarbeit mit dem Autohersteller.

Gestartet ist die Aktion auf dem Ansgarikirchhof,

wo die Erdgasautos den ersten Testfahrern

übergeben wurden. Für die Auftaktwoche

konnten die fünf Obermeister der Innungen

Sanitär-Heizung und Klimatechnik, Elektro,

Schornsteinfeger, Tischler sowie Maler und

Lackierer gewonnen werden.

Volkswagen Nutzfahrzeuge Region Nord

stellt die sechs Fahrzeuge zusammen mit den

drei Bremer Autohäusern Tiemann (Neustadt),

Brandt (Habenhausen) sowie Schmidt+Koch

(Stresemannstraße) bereit. „Wir versprechen

uns von der Kooperation mit der Bremer Offensive,

eine gute Ansprache von interessierten Bremer

Betrieben, die sich selbst von Komfort und

Sicherheit unseres Caddy EcoFuel überzeugen

möchten. Wir hoffen, dass bis Ende des Jahres

möglichst viele Firmen unsere Autos getestet

NAMEN & NOTIZEN

Thomas Kurzke, Obermeister der Maler und

Lackierer-Innung, Marco Röpki vom Meisterbetrieb

Peinemann und Sohn GmbH und Günter

Dieckhöner, Innungsobermeister der Schornsteinfeger

vor den Erdgas-Testwagen von Volkswagen.

(v.l.n.r.). (Foto: ecolo)

haben und sich für einen Erdgasantrieb unserer

Fahrzeuge entscheiden“, erklärt Michael

Nadolny, Regionalleiter Volkswagen Nutzfahrzeuge

Region Nord.

Erdgasfahrzeuge sind auf Grund des geringeren

Schadstoffausstoßes deutlich umweltfreundlicher

und entsprechen den modernsten

Abgasstandards für Verbrennungsmotoren in

der EU. „Nicht nur vor dem Hintergrund der Einfahrtsbeschränkungen

in die Umweltzone, sondern

ganz allgemein aus ökologischen Gesichtspunkten,

müssen wir Handwerksbetriebe über

umweltfreundliche Alternativen nachdenken",

so Thomas Kurzke, Obermeister der Maler- und

Lackierer-Innung.

Die Initiative „Bremer Offensive“ wird getragen

von swb, flankiert durch den Senator für

Umwelt, Bau, Verkehr und Europa. Unternehmen,

die sich für eine kostenfreie Probewoche

interessieren, melden sich unter Telefon (04 21)

23 00 11 23 oder erdgas@ecolo-bremen.de. Mehr

Informationen, auch zur Förderung von 700 Euro

pro Fahrzeug, unter: www.bremer-erdgasfahrzeug.info.

Handwerk in Bremen 4/2010 | 31


NAMEN & NOTIZEN

„KAMPFANSAGE“ LÄSSIG GEKONTERT

„Wir werden euch vernichten, ihr Meister und Gesellen“, tönt Sepp Maier den

Handwerkern entgegen, die sich im von Mercedes-Benz ausgerichteten Fußball-

Wettbewerb „Meister vs. Meister“ dem Allstars-Team stellen.

Im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft in

Südafrika hat Mercedes-Benz die Aktion „Meister–vs–Meister“

gestartet. Bei dem Fußballwettbewerb

können Mannschaften aus dem

Handwerk gegen eine „DFB-Allstars-Mannschaft“

antreten. Vier Mal wird die „Weltmeistermannschaft“

gegen Fußballmannschaften

aus dem Handwerk spielen, jeweils in Nord-,

Süd-, Ost- und Westdeutschland.

Der ehemalige Nationaltorhüter Sepp Maier

hat sich schon einmal weit aus dem Fenster

gelehnt und den Handwerker-Mannschaften

spaßhaft angedroht: „Wir werden euch vernichten,

ihr Meister und Gesellen.“ Dieser selbstbewußten

„Kampfansage“ stellten sich bis zum

Anmeldeschluss 816 Handwerker-Mannschaften

und gaben ihre Bewerbung zum Spiel gegen

die Fußball-Meister ab. Darunter zehn Mannschaften

aus Bremen und umzu (siehe rechts).

Sekretär erhält Bundespreis der „Guten Form“

Der diesjährige Bundespreis der „Guten Form“ im Tischler- und Schreinerhandwerk geht an

Jack Kugel aus Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen). Mit seinem Sekretär aus weiß lackierter

Hochdruck-Schichtpressstoffplatte (HPL) und Nussbaum hat der 20-jährige die Jury überzeugt.

Aus dem Feld der 20 Titelanwärter wurde er zum Bundessieger 2010 gekürt.

Zweite wurde Anne Luft aus Kriftel (Hessen), Dritte Barbara Kremm aus Frankfurt am Main.

Der Bundesentscheid des renommierten Gestaltungspreises fand in diesem Jahr auf der Internationalen

Handwerksmesse (IHM) in München statt. Der Bundesverband Holz und Kunststoff

(BHKH) hatte dort zusammen mit der OPO Oeschger GmbH die schönsten Gesellenstücke

des jüngsten Abschluss-Jahrgangs in einer Ausstellung präsentiert. Alle Exponate waren

zuvor bereits auf Bundeslandebene ausgezeichnet worden. (Foto: BHKH)

32 | Handwerk in Bremen 4/2010

Haben sich im Trainingslager von Malente einem

Geheimtraining unterzogen, die Allstars des deutschen

Fußballs: Mario Basler, Stefan Beinlich, Marco

Bode, Andi Brehme, Horst Eckel, Jürgen Kohler, Sepp

Maier, Hansi Müller und Karl-Heinz Riedle.

Die Regeln sind einfach: Eine Expertenjury

wählt unter allen Bewerbern vier Handwerkermannschaften

aus, die gegen die DFB-Allstars

antreten. Jede Handwerkermannschaft tritt

auf einem Fußballplatz (Kleinfeld) in ihrer

Region in Deutschland an. Gespielt wird sechs

gegen sechs in zweimal 30 Minuten. Voraussichtliche

Spieltage sind: 15., 16., 29. und 30. Mai.

Die Handwerkermannschaft, die das beste

Ergebnis gegen das DFB-Allstar-Team erzielt,

gewinnt einen Mercedes-Benz Vito für ihr

Unternehmen. Ein weiterer Vito wird zusätzlich

unter allen Bewerbern verlost.

AUS INDONESIEN INS HandWERK

Akhmad Rofiq ist seit Anfang Februar Praktikant

im Kompetenzzentrum HandWERK. In seiner

Heimat Indonesien unterrichtet er Berufsschullehrer

und Auszubildende im Bereich

Elektrotechnik. Vermittelt über die Internationale

Weiterbildung und Entwicklung gGmbH

(InWent) besucht er derzeit verschiedene Fortbildungsinstitute

in Deutschland, um Informationen

über Aufbau, Lehrmaterial, Methodik

und Didaktik zu erhalten. Sein aktuelles Hauptinteresse

gilt dem Bereich der solaren Energieerzeugung.

Mannschaften aus Bremen und umzu

Bau- und Ausbaugewerbe:

Aug-Hespenheide, 28215 Bremen.

Die Böltaner, 28790 Schwanewede.

Die Königlichen, 28201 Bremen.

Elektro- und Metallgewerbe:

Die Wolpmänner, 28357 Bremen.

1. FC Kurzschuss, 28755 Bremen

Tandler Allstars, 28201 Bremen.

Weser-Ems-Bus Bremen, 28195 Bremen.

Grote Gang, 28816 Stuhr.

Parker L&S, 28816 Stuhr

Gesundheits-, Körperpflege-, Chemisches- und

Reinigungsgewerbe:

Bremen-Ost-Forensik, 28325 Bremen.


ANGEBOTE ZUR AUS- UND WEITERBILDUNG

Kompetenzzentrum HandWERK

Unternehmensführung

Betriebsübergabe, 1 Samstag: 24. April

Existenzgründung, 8 Abende: ab 10. Mai

Der Handwerker als Visitenkarte des Unternehmens, 2 Tage: 15.+16. April

Meistervorbereitung (berufsbegleitend)

ab August 2010 in den Gewerken: Elektrotechnik / Tischler / Malerund

Fahrzeuglackierer / Feinwerkmechanik / Metallbau

Meistervorbereitung (Vollzeit)

Teil IV - Ausbildereignung AEVO, Vollzeit 2 Wochen / BU: ab 28. Juni

Fachlehrgänge (berufsbegleitend)

Nageldesigner/-in, 64 Stunden, ab 4. Mai

Gabelstaplerfahrer/-in, 1 Samstag: 5. Juni

Lichtwellenleitertechnik, 4 Abende: 10. Mai

Fachlehrgänge (Vollzeit)

Nageldesigner/-in, 6 Tage: ab 5. Juli

CNC-Technik, 4 Wochen: ab 10. Mai

SPS-Techniker, 4 Wochen: ab 31. Mai

Hydraulik, 2 Wochen: ab 31. Mai

Tischler-Maschinenlehrg. TSM1: ab 12. April

Airbag - Sachkundenachweis: 29. April

Mess- und Regelungstechnik: ab 7. Juni

Öl- und Gasfeuerungsmonteur: ab 17. Mai

Gewerkeübergreifende Bildungsangebote

Gebäudeenergieberater/-In (HWK), 200 Std., 2 Abende/Woche: ab 20. April

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten, 108 Std., 2 Abende/Woche:

ab 13. April oder 3 Wochen Vollzeit: ab 31. Mai

Fachkraft Wärmedämmtechnik (HWK), 140 Std., ca. 6 Monate: ab 4. Mai

Grundlagen Bauphysik, 16 Std.: ab 4. Mai

Baustoffe Dämmtechnik, 16 Std.: ab 25. Mai

EnEV-Energieeinsparverordn.: 10.+11. Juni

Gabelstaplerfahrer/-in: 5. Juni

Akademie des Ehrenamtes

Grundlagen der Bewertung praktischer und mündlicher Prüfungsleistungen:

Fr. 16. April

Vorträge (in Kooperation Bremer Energiekonsens)

Was tut sich am Dämmstoffmarkt – Überblick und Neuerungen, 1

Abend: 6. Mai

EnEV - Update, 1 Abend: 17. Juni

Informationen und Anmeldungen: HandWERK gemeinnützige GmbH

Das Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Bremen

Schongauer Straße 2, 28219 Bremen, Telefon (0421) 222744 - 422 oder 421

E-Mail: info@handwerkbremen.de, Internet: www.handwerkbremen.de

Akademie des Handwerks an der Unterweser

Seminare

Workshop: I. Demografischer Wandel und dessen Folgen; II: Alternative

Suche nach Fachkräften (mit der IHK Brhv.): 8., 15. und 22. April, 18 bis 21.15 Uhr

Gesundheitsmanagement (Vollwertkost und Schüßler Salze): 10. +

17. April, 14 bis 17.15 Uhr

Betriebsübergabe/Betriebsübernahme (mit der Handwerkskammer Bremen,

Außenstelle Bremerhaven): 14., 21., 28. April, 5., 12. Mai, 18 bis 21.15 Uhr

Femme digitale (Seminar für Unternehmerfrauen), Internetrecht und

Datensicherheit: Teil 1: 14. April, 18 bis 21.15 Uhr, Teil 2: 21. April, 18 bis 21.15 Uhr

Berufsorientierung für Um- und Wiedereinsteigerinnen… 20. bis 22.

April, 8 bis 11.30 Uhr

Kompaktseminar Arbeitsrecht und Forderungsmanagement: 21. +

28. April, 18 bis 21.15 Uhr

Netzwerken: 23. April, 9 bis 16 Uhr

Baurecht: Die zehn gravierendsten Fehler: 28. April + 5. Mai, 18 bis 21.15 Uhr

Betriebliche Veränderungen erfolgreich kommunizieren: 8. + 9. Juni, 8.30

bis 16 Uhr

Meisterausbildung

Teil IV: AEVO (Teilzeit): ab 9. August

Informationen und Anmeldungen:

Akademie des Handwerks an der Unterweser e.V., Columbusstraße 2,

27570 Bremerhaven, Tel.: 0471/185-249

info@akademie-bremerhaven.de

www.akademie-bremerhaven.de

VERANSTALTUNGEN

TIPPS & TERMINE

Informationsveranstaltung zur „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“

(GDA) am 26. Mai, von 13 bis 15.30 Uhr in der Regionaldirektion

Bremen der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution,

Falkenstraße 7, Bremen.

Der Landesarbeitskreis für Arbeitschutz Bremen informiert darüber,

wie Betriebe das Erreichen der Arbeitschutzziele und die dazu durchgeführten

Arbeitsprogramme unterstützen und sich optimal auf die

Betriebsbesuche vorbereiten können. Im Rahmen der Informationsveranstaltung

werden die Ziele und der Ablauf der Programme aus erster

Hand erläutert. Kontakt: Tuku Roy-Niemeier, Arbeits-, Gesundheitsund

Umweltschutzberatung, Handwerkskammer Bremen

Telefon (04 21) 30 500-312, E-Mail: roy-niemeier.tuku@hwk-bremen.de.

Alternative Antriebsarten (Vortrag), am 20. Mai, von 14 bis 17 Uhr in der

Handwerkskammer Bremen; Ansgaritorstraße 24. Veranstalter: Bremer

Offensive in Kooperation mit der Handwerkskammer Bremen.

Info/Anmeldung: Tuku Roy-Niemeier, Telefon (04 21) 30 500 312.

Fachtag für Alternative Antriebs- und Kraftstofftechnologie, am 1. Juni,

von 14 bis 19 Uhr, Altes Pumpwerk e.V., Salzburger Straße; 28219 Bremen.

Veranstalter: Bremer Offensive in Kooperation mit der ewe AG, Gebühr: 50

Euro. Info/Anmeldung: Frank Marquardt, Telefon (04 21) 230011 15.

Handwerk in Bremen 4/2010 | 33


TIPPS & TERMINE

2. Nachhaltigkeitsmesse ProBio

im Weserpark Bremen

Vom 22. bis zum 24. April 2010 findet von

jeweils 10-20 Uhr die zweite ProBio Messe im

Bremer Weserpark statt. Die Messe kombiniert

unter dem Oberbegriff Nachhaltigkeit die Themenschwerpunkte

Bio, Energie-Effizienz und

erstmalig Bildung. In Kooperation mit der Bremer

Handwerkskammer werden Produkte und

Dienstleistungen aus elf Lifestyle-Kategorien für

einen zukunftsorientierten Lebensstil präsentiert.

Das Spektrum der Angebote reicht von

Ökostrom und zertifizierten Hölzern, über

Naturtextilien bis hin zu Bio-Lebensmitteln und

Recycling. Erstmalig wird auch nachhaltig

geführten Unternehmen mit der ProBio eine

Präsentations-Plattform geboten und ein Nachhaltigkeitstag

für Bremer Schulen angeboten.

Die ausstellenden Unternehmer profitieren

von der hohen Aufmerksamkeit des innovativen

Themas. Das Rahmenprogramm aus Öko-

Modenschauen, einer Wellness-Show und Bio-

Showkochen in der energieeffizienten Showküche

ist informativ und unterhaltsam.

Als weiterer Programmpunkt wird der Film

„Unsere Ozeane“ vom Cinestar Kristallpalast

gezeigt. Der Film ist Teil des zum ersten Mal im

Rahmen der ProBio stattfindenden Nachhaltigkeitstages

für Bremer Schulklassen am Freitag,

23. April. Mit der innovativen Kombination aus

Informationen und Erlebnis wollen die Initiatoren

die Schüler der Klassen 7 bis 13 für zukunftsorientiertes

Denken und Handeln animieren

und vor allen Dingen Perspektiven aufzeigen.

Geplant sind Vorträge von Michael Busch,

Unternehmen fit für die Zukunft ?

Die Unternehmen der Metropolregion Bremen-

Oldenburg im Nordwesten stehen in vielerlei

Hinsicht für geballte Innovationskraft. Doch

sichern sie ihren Erfolg gegen künftige Herausforderungen

ausreichend ab? Neben wirtschaftlichen

Risiken, wie sie sich erst unlängst in

der Banken- und Finanzkrise gezeigt haben,

kommen in Zukunft neue Herausforderungen –

auch durch den Klimawandel – auf Unternehmen

zu. Durch extreme Sturmereignisse, Stromausfälle

oder lang anhaltende Hitzeperioden

können etwa Zulieferketten sehr schnell grundlegend

betroffen sein. Hier ergeben sich neue

betriebswirtschaftliche Risiken, aber auch

Geschäftschancen, wie durch robustere Pflanzensorten,

innovative Klimatisierungstechnologien

oder Infrastrukturmaßnahmen.

34 | Handwerk in Bremen 4/2010

Hauptgeschäftsführer der Bremer Handwerkskammer,

Tuku Roy-Niemeier, Verantwortliche im

Ressort Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzberatung

der Handwerkskammer Bremen,

und Erika Müller, zuständig für den Bereich

Öffentlichkeitsarbeit bei der FSC (Forest Stewardship

Council) Arbeitsgruppe Deutschland

e.V. Im Anschluss können die Schulklassen auf

die Messe im Weserpark gehen und sich unter

anderem in der Nachhaltigkeitsarena der Bremer

Handwerkskammer informieren. Das ermäßigte

Kino-Ticket für Schüler kostet 5 Euro. Dafür

erhält jeder Schüler zusätzlich zwei kostenlose

Magazine im Gesamtwert 9 Euro, die von Rohrbachs

Lesemappen gesponsert werden.

Für Betriebe der Handwerkskammer Bremen

stehen noch wenige Messe-Stände zur Verfügung.

Anmeldungen: Telefon (04 21) 30500-312

und E-Mail: roy-niemeier.tuku@hwk-bremen.de.

Mehr unter: www.probio.de und

www.nachhaltigkeitstag.info.

Das Team von nordwest2050 startet Mitte Mai

eine Befragung von 4.000 regionalen Unternehmen,

um zu erfahren, inwieweit sich diese

mit den betriebswirtschaftlich relevanten

zukünftigen Herausforderungen beschäftigen

und was sie strategisch unternehmen, um Risiken

zu minimieren und Chancen zu nutzen. Um

feststellen zu können, ob sich im Laufe der Zeit

die Wahrnehmung und Positionierung der

Unternehmen in der Metropolregion verändern,

werden die Teilnehmer drei Mal innerhalb

von drei Jahren befragt. Allen Mitwirkenden

werden die Ergebnisse zur Verfügung gestellt

und genügend Raum für Diskussionen geboten.

Nicht angeschriebene Unternehmen sind eingeladen,

sich ab Mitte Mai online an der

Umfrage zu beteiligen. Mehr zu nordwest2050

unter: www.nordwest2050.de.

Arbeitsschutz mit System

Arbeitsmanagementsysteme

Im Arbeits- und Gesundheitsschutz ist es

durch die Änderungen in der Gesetzgebung zu

einer Liberalisierung und Deregulierung gekommen.

Dieser Umstand erhöht die Flexibilität und

den Handlungsspielraum von Unternehmen.

Aber: Der Gesetzgeber fordert nun auch mehr

Eigenverantwortung der Betriebe im Arbeitsund

Gesundheitsschutz.

Die Ausführung konkreter und detaillierter

Vorgaben allein reicht nicht mehr aus. Vielmehr

müssen Forderungen an Arbeitssicherheit und

Gesundheitsschutz - auf gesetzlicher und

berufsgenossenschaftlicher Basis – künftig verstärkt

als unternehmensinterne Ziele definiert

und in daraus abgeleiteten Maßnahmen umgesetzt

werden. Die Folge: Die Einführung eines

Arbeitsschutzmanagementsystems gewinnt an

Bedeutung.

Ignorieren Unternehmen arbeits- und

gesundheitsrelevante Regelungen, kann das zu

haftungs-rechtlichen Problemen führen. Etwa

wenn potentielle Gefährdungen am Arbeitsplatz

nicht erkannt werden und entsprechende

individuelle Vorsorge- und Schutzmaßnahmen

fehlen. Ein funktionierendes Arbeitsschutzmanagementsystem

(AMS) reduziert hier nicht nur

möglichen Gefahrenquellen, es erhöht auch die

Rechtssicherheit.

In einer Informationsveranstaltung von

Handwerkskammer und HandWERK gGmbH

werden verschiedene Arbeitsmanagementsysteme

(AMS) vorgestellt, um einen Einblick in die

Thematik zugeben. Und es geht darum, wie ein

AMS eingeführt werden kann und mit welchen

Veränderungen zu rechnen ist.

Arbeitsschutz mit System – Arbeitsmanagementsysteme,

Termin: 29.April, 14-17 Uhr, im

HandWERK gGmbH, Raum 2102, Schongauer

Straße 2, 28219 Bremen.


MITTELSTAND

IM DIALOG

„b2d BusinessLife“ am 2. und 3. Juni

2010 in der Messe Bremen.

Aus BusinessLife wird „b2d BusinessLife“. Das

Forum zum Aufbau von Geschäftskontakten und

Netzwerken öffnet am Mittwoch, 2. Juni, und

Donnerstag, 3. Juni 2010, mit neuem Namen, starken

Partnern und einem noch enger an die

Bedürfnisse des Mittelstandes angepassten Konzept

in der Messe Bremen seine Tore.

„Die BusinessLife im Jahr 2008 hat gezeigt,

dass der Bedarf an einer zentralen branchenübergreifenden

Plattform für Geschäftskontakte und

Partnerschaften groß ist“, sagt Hans Peter Schneider,

Geschäftsführer der Messe Bremen. „Die b2d

BusinessLife will daher weiterhin ein Forum zum

Austausch über Branchengrenzen hinweg schaffen

– und einen Ort, an dem sich Unternehmen

präsentieren und auch potenzielle Auftraggeber

oder Kunden kennen lernen können. Als Messeund

Kongressveranstalter kennen wir uns mit

dem Thema Networking bestens aus. Gemeinsam

mit unseren Partnern haben wir das Wirtschaftsforum

für die Metropolregion Bremen-

Oldenburg im Nordwesten weiterentwickelt und

auch neue Partner ins Boot geholt.“

PROJEKTE FÜR DIE UMWELT

Aufruf „Umweltinnovationen 2010“

bietet Beratung und Finanzierung

Der Aufruf „Umweltinnovationen 2010“ bietet

Unternehmen und wissenschaftlichen

Einrichtungen im Land Bremen bis zum 15.

April 2010 die Möglichkeit, sich für attraktive

Förderung und Beratung zu bewerben.

Innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen,

die ökologische Lösungen mit

wirtschaftlichen Effekten verbinden, sind

dabei besonders willkommen. Neben den

Clustern Luft- und Raumfahrt, Maritime

Wirtschaft und Neue Energien/Wind -

energie, die besonders angesprochen sind,

können sich auch Unternehmen aus anderen

Branchen bewerben, die sich mit

umweltrelevanten Innovationen befassen.

Insbesondere kleine und mittlere Unterneh-

Ein neuer starker Partner für die Veranstalter

ist die Braunschweiger Firma b2d Business to Dialog

Hofes e.K., Veranstalter von Dialog-messen für

den Mittelstand. „b2d veranstaltet deutschlandweit

Messen zum Aufbau regionaler Unternehmenskontakte“,

berichtet Ernst Rieso, Projektleiter

bei der Messe Bremen. „Gemeinsam mit b2d

können wir unser Wirtschaftsforum erfolgreich

ausbauen und eine Veranstaltung schaffen, bei

der Unternehmen verschiedener Branchen und

Wirtschaftszweige miteinander in Kontakt kommen.

Von den so entstehenden Synergieeffekten

können alle Aussteller und Besucher der „b2d

BusinessLife“ nur profitieren.“

Der Branchenschwerpunkt der Veranstaltung

liegt auf den regionalen Kompetenzen im Nordwesten:

Automotive, Energiewirtschaft, Luft-und

Raumfahrt sowie Innovationen im Handwerk.

Angesprochen werden sollen Entscheider sowohl

aus Industrie und Handwerk als auch Vertreter

des Handels und des Dienstleistungssektors. „Ein

Plus dieser Mischung ist es, dass sich Firmen branchenübergreifend

kennen lernen und Partner-

men sollen mit diesem Aufruf zu innovativen

und vermarktungsfähigen Entwicklungen

ermutigt werden. Teilnehmen können Entwickler,

Produzenten und Anwender von umwelttechnologischen

Verfahren, Produkten und

Dienstleistungen, sowohl von Unternehmen

mit Sitz im Land Bremen, als auch wissenschaftlichen

Einrichtungen im Rahmen von

Kooperationsprojekten. Ansatzpunkte für konkrete

Maßnahmen sind die effizientere Nutzung

von Rohstoffen, der Ersatz fossiler durch

erneuerbare Energien, das Schließen von Stoffkreisläufen

oder Projekte zur Beförderung

nachhaltiger Lebensstile. Die einzelnen Projekte

können auf einen breiten Fundus von

Beratungs- und Finanzierungsmöglichkeiten

zurückgreifen. Beratung finden die Interessierten

beim Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und

Europa sowie der BIS Bremerhavener Gesell-

TIPPS & TERMINE

schaften, die auf den ersten Blick vielleicht nicht

nahe liegen, aufbauen können“, so Rieso. „Diesen

Vorteil haben bereits die Aussteller der Business-

Life 2008 hervorgehoben: Sie konnten unkompliziert

in Kontakt treten und Geschäfte anbahnen.“

Weitere Partner wie die Handelskammern

Bremen und Oldenburg, die Handwerkskammer

Bremen, die Unternehmensverbände im Lande

Bremen und die Metropolregion Bremen-Oldenburg

im Nordwesten e.V. unterstützen die Veranstaltung.

So wird es neben der Ausstellung auch

2010 ein abwechslungsreiches Programm aus

Foren und Workshops zu Unternehmensthemen

geben.

Eine weitere Partnerschaft befindet sich derzeit

in Vorbereitung: Es ist geplant, die „b2d BusinessLife“

im jährlichen Wechsel in der Messe Bremen

und in der Weser-Ems-Halle Oldenburg zu

veranstalten.

Die „b2d BusinessLife“ 2010 findet am Mittwoch,

2. Juni, und Donnerstag, 3. Juni 2010, in Halle

4 der Messe Bremen statt. Weitere Informationen

unter www.businesslife-bremen.de.

schaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung

mbH und der WFB Wirtschaftsförderung

Bremen GmbH. Unter www.wfbbremen.de

steht der Aufruf zum Download

bereit. Die „initiative umwelt unternehmen“

ist eine Gemeinschaftsinitiative des Senators

für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa und der

RKW Bremen GmbH, in Kooperation mit der

WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH,

BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung

und Stadtentwicklung mbH

und der Bremer Energie-Konsens GmbH.

Ansprechpartner in Bremen:

Dr. Detlef Pukrop, WFB Wirtschaftsförderung

Bremen GmbH, Telefon (04 21) 96 00 346,

E-Mail: detlef.pukrop@wfb-bremen.de

Ansprechpartner in Bremerhaven:

Dr. Mathias Grabs, BIS Bremerhavener Gesellschaft

für Investitionsförderung und Stadtentwicklung

mbH, Telefon (04 71) 94 64 67 41,

E-Mail: grabs@bis-bremerhaven.de

Handwerk in Bremen 4/2010 | 35


TIPPS & TERMINE

Forderungsmanagement – Wie macht man das?

Viele Unternehmer sind als Spezialisten die Fachleute für ihren Bereich. Dies gilt insbesondere für das

Handwerk. Leider bleiben dabei manchmal wichtige unternehmerische Handlungen auf der Strecke. Eine

zentrale Tätigkeit eines Unternehmens sollte das Forderungsmanagement sein. Offene Forderungen binden

Kapital und müssen von den Unternehmen finanziert werden, sie wirken sich negativ auf die Eigenkapitalquote

aus und es besteht ein latentes Ausfallrisiko. Ein professionelles Forderungsmanagement sollte

ein „Muss“ für jedes Unternehmen sein. Die HandWERK gGmbH hat gemeinsam mit der Rechtsanwältin

Anja Siebenmorgen-Kölle (Foto rechts) ein Online-Seminar zum Thema Forderungsmanagement aufgesetzt.

Hier lernen die Teilnehmer die Instrumente und Möglichkeiten eines schnellen und nachhaltigen Forderungsmanagement

kennen und anwenden. Das Besondere: Dieses Seminar findet nicht in einem Seminarraum statt, sondern ist nur Online über das Internet

abrufbar. So können die Interessierten schnell, unkompliziert und jederzeit auf die Seminarinhalte zugreifen.

Weitere Informationen unter www.handwerkbremen.de/online-campus oder bei Dipl.-Ing. Johann Dirks, Telefon (04 21) 22 27 44-433 oder E-Mail:

dirks.johann@handwerkbremen.de.

Themenabend Unternehmensnachfolge

Mittwoch, 21. April, 18 bis 20 Uhr im t.i.m.e. Port

II, Barkhausenstraße 2, 27568 Bremerhaven:

Themenabend Unternehmensnachfolge.

Einen etablierten Betrieb zu übernehmen, kann

der Schritt in die Selbstständigkeit sein. Auf der

anderen Seite sollte ein Betriebsinhaber rechtzeitig

über eine Nachfolge nachdenken. Beide

Seiten beleuchtet die Veranstaltung der

B.E.G.IN- Gründungsleitstelle.

Zum Auftakt werden ein realer Unternehmensübergeber

und ein Übernehmer eine Nachfolge

szenisch aufführen. Anschließend folgt ein Vortrag

mit Einbindung von zwei Praxisbeispielen.

Danach besteht die Möglichkeit, mit den Beteiligten

ins Gespräch zu kommen. Anmeldungen

unter Telefon (04 71) 14 04 60 oder E-Mail:

info@begin24.de.

Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Informationsreihe

zum Thema ‚Nachfolgeregelung

im Betrieb’ statt, die am 14. April startet. Das

genaue Programm gibt es bei der Handwerkskammer

Bremen.

Wirtschaftsförderung lädt zum 1. Bremer Innovationstag ein

Am 13. April startet um 15 Uhr der erste Bremer Innovationstag unter dem Motto „Innovation als

Marke“ im Atlantic Hotel Universum (Wiener Str. 4, 28359 Bremen). Nach der Eröffnung der Veranstaltung

durch Wirtschaftssenator Martin Günthner können sich Interessierte in Vorträgen und in

einer begleitenden Messeausstellung über Netzwerke und Fördermöglichkeiten für innovative

Projekte informieren und sich vor Ort zu individuellen Fragenstellungen rund um die Innovations-

36 | Handwerk in Bremen 4/2010

4. Bremer Altbautage am 24. und 25. April

Das Interesse der Verbraucher am energetischen Bauen und Modernisieren ist ungebrochen

und der Bedarf an qualifizierter Beratung zu diesen Themen steigt ständig. Daher veranstaltet

die Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens auch in diesem Jahr wieder die „Bremer Altbautage“.

Die vierte Auflage der Verbrauchermesse findet am 24. und 25. April im BLG-Forum

jeweils von 10 bis 18 Uhr in der Bremer Überseestadt statt. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist an

beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr.

Auch diesmal bieten die Altbautage den Besuchern wieder alles rund um die energieeffiziente

Altbaumodernisierung und Energiesparmaßnahmen für den Gebäudebestand: In der Halle und

im Außenbereich werden rund 100 Aussteller aus den Bereichen Planung, Beratung, Handwerk,

Handel und Hersteller das Thema umfassend beleuchten. Darunter sind auch „Bremer Modernisieren“,

die Altbauinitiative der Klimaschutzagentur und das Qualitätsnetzwerk „Energie Experten“.

Fester und bewährter Programmbestandteil ist auch diesmal wieder das umfangreiche

Vortragsprogramm sein. Die etwa 35 Vorträge geben Antworten auf zentrale Fragen rund um

die energieeffiziente Modernisierung und Tipps aus der Praxis. Sie widmen sich Themen wie der

richtigen Planung und dem Ablauf einer Altbaumodernisierung, Qualitätssicherung bei der

Sanierung oder Auswahl der richtigen Dämmstoffe.

Mit der thematisch klaren Begrenzung auf energieeffiziente Altbaumodernisierung und Energiesparmaßnahmen

für den Gebäudebestand sowie einem umfangreichen neutralen Vortragsund

Beratungsangebot bieten die 4. Bremer Altbautage Eigentümern von Gebäuden sowie

Bauwilligen und Modernisierern Informationen ebenso kompakt wie umfassend. Im vergangenen

Jahr kamen rund 7.600 Gäste ins BLG-Forum, über 1.200 Zuhörer besuchten die Vorträge.

Informationen, Vortragsprogramm und Ausstellerliste unter: www.bremer-altbautage.de.

förderung beraten lassen. Im Rahmen der Informationsbörse

werden außerdem die Schwerpunkte

der neu ausgerichteten Innovationsförderung

im Land Bremen vorgestellt.

Mit der Veranstaltung wollen die Wirtschaftsförderer

kleinen und mittleren Unternehmen

aus Bremen die Möglichkeit geben, die Instrumente

und Möglichkeiten kennen zu lernen, die

in Bremen für die Förderung innovativer Vorhaben

zur Verfügung stehen. Dazu stellen sich

Netzwerkpartner und Institutionen mit ihren

Dienstleistungen und Beratungsangeboten vor.

Die Veranstaltung endet mit einem Get-toge -

ther. Das Programm des Bremer Innovations -

tages unter www.wfb-bremen.de. Eine Anmeldung

ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.


TIPPS & TERMINE

FAHREN MIT DEM 3,5-TONNEN-BRUMMI JETZT EINFACHER

Die Ausnahmeregelungen für Handwerker bei Auslieferungsfahrten und Bauschutt-Transporten mit Fahrzeugen über 3,5

Tonnen sind von Bund und Ländern neu definiert worden. Das Engagement der Handwerksorganisationen zeigte Wirkung.

Die im Fahrpersonalrecht festgelegten

Lenk- und Ruhezeiten und die Tachographenpflicht

belasten zahlreiche Handwerksbetriebe

erheblich durch Kosten und Bürokratie.

Auf europäischer Ebene wird weiterhin der

Entbürokratisierungsvorschlag des deutschen

Handwerks zur Erweiterung der Handwerkerausnahme

in der betreffenden europäischen

Verordnung auf einen Umkreis von 150 Kilometern

diskutiert. Ein konkreter Vorschlag der

Kommission liegt aber noch nicht vor. Der

Zentralverband des Deutschen Handwerks

(ZDH) drängt hier weiterhin auf eine zeitnahe

Umsetzung.

Auf deutscher Ebene hat das Handwerk

dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und

Stadtentwicklung (BMVBS) eine Reihe von Vorschlägen

unterbreitet, um schon vor den europäischen

Änderungen Entlastungen für die

Betriebe zu erreichen. Bund und Länder haben

einige Vorschläge gemeinsam beschlossen.

Ausnahmen von Aufzeichnungspflichten

bei Auslieferungsfahrten

Bislang war die Ausnahmeregelung für

Handwerker von den Vorschriften des Fahrpersonalrechts

im Bereich der Fahrzeuge oberhalb

von 3,5 Tonnen deutlich restriktiver als im

Bereich von 2,8 bis 3,5 Tonnen. So vertraten die

zuständigen Behörden die Auffassung, dass

insbesondere Aus- und Anlieferungsfahrten

handwerklicher Produkte (z.B. Back- und Fleischwaren)

und Transporte von Restmaterialien

(z.B. Bauschutt) nicht in den Geltungsbereich

der Ausnahmeregelungen fallen würden.

Durch intensives Engagement der Handwerksorganisationen

haben sich Bund und

Länder jedoch darauf geeinigt, dass auch oberhalb

von 3,5 Tonnen Aus- und Anlieferungsfahrten

von der Ausnahmeregelung umfasst werden.

Und zwar innerhalb eines Umkreises von

50 km bis zu einem maximalen Gesamtgewicht

von 7,5 t, wenn das Führen des Fahrzeugs

nicht die Haupttätigkeit des Fahrers darstellt.

Gleiches gilt für den Abtransport von Abfallprodukten

wie Bauschutt und Aushub.

Die Ministerien folgen damit der Argumentation

des Handwerks und führen eine

weitgehende Angleichung an die Auslegung

der Ausnahmeregelungen des Berufskraft-

fahrerqualifikationsgesetzes durch. Für die

Anwendbarkeit der Ausnahmeregelung (§ 18

Abs. 1 Nr. 4b FPersVO) kommt es nun entscheidend

darauf an, dass das Führen des Fahrzeugs

nicht die Haupttätigkeit des Fahrers

darstellt. Somit sind auch Aus- und Anlieferungsfahrten

von dieser Ausnahmeregelung

erfasst, wenn das Führen des Fahrzeugs nicht

die Haupttätigkeit des Fahrers darstellt. Gleiches

gilt für den Abtransport von Abfallprodukten

wie Bauschutt und Aushub.

Der Betrieb des Fahrzeugs darf im Rahmen

der gesamten Tätigkeit des Fahrers lediglich

Hilfstätigkeit sein. Im Beschluss der Bund-Länder-Besprechung

heißt es dazu: „Ist das Fahren

dagegen die Haupttätigkeit und fallen die übrigen

Tätigkeiten demgegenüber weniger ins

Gewicht, so unterliegt der Fahrer den Sozialvorschriften

im Straßenverkehr. Grundsätzlich ist

darauf abzustellen, wie viel Zeit der Transport

von Gütern neben den übrigen Aufgaben

regelmäßig in Anspruch nimmt (arbeitsvertragliche

Hauptleistung). Als weiteres Indiz

kommt auch die Branchenzugehörigkeit (z.B.

bei selbständigen Handwerkern) und eine

besondere über die Fahrtätigkeit hinausgehende

Berufsqualifikation in Betracht. Die

Tätigkeiten des Fahrers am jeweiligen Fahrtag

sind für sich allein nur ein Indiz.“

Für Bäcker, Fleischer, Privatbrauereien, produzierende

Tischler sowie für das Bauhandwerk

ergeben sich durch die Neuregelung

erhebliche Erleichterungen. Die bisherige Praxis

der Behörden, dass zwar Arbeitsgeräte

mitgeführt werden dürften, nicht aber fertig

hergestellte Materialien oder Restmaterialien,

ist durch die nun eingeführte vornehmliche

Orientierung an der Hauptbeschäftigung

des Fahrers nicht mehr haltbar.

Vereinfachungsdiskussion zum Nachweis

berücksichtungsfreier Tage

Der Nachweis berücksichtigungsfreier Tage

(§ 20 Fahrpersonalverordnung) verursacht insbesondere

bei Handwerksbetrieben große Probleme,

da die Erstellung der maschinenschriftlichen

Dokumente mit Unterschrift des

Betriebsinhabers kaum in die Praxis der handwerklichen

Tätigkeit zu integrieren ist.

In dieser Frage ist noch keine nachhaltige

Erleichterung erfolgt, die dementsprechenden

Forderungen des Handwerks werden jedoch

auch in Gesprächen von EU und BMVBS

geprüft. So soll ggf. zukünftig keine Bescheinigung

verlangt werden, sofern der Nachweis

durch Nachtragen der Zeiten im Kontrollgerät

bzw. auf dem Schaublatt dokumentiert wird.

Den weitergehenden Forderungen des Handwerks

nach Verzicht auf maschinenschriftliche

Nachweise und die Möglichkeit zu pauschalen

und nachträglichen Bescheinigungen wurde

bislang nicht gefolgt.

Neues Formblatt zum Nachweis

berücksichtigungsfreier Tage

Die Europäische Kommission hat Ende

2009 ein neues Formblatt veröffentlicht, das

von Fahrern zum Nachweis von Urlaubs-,

Krankheits- und anderen berücksichtigungsfreien

Tagen in allen Mitgliedstaaten verwendet

werden kann (in Deutschland in § 20

FPersV geregelt). Die in Deutschland bislang

verwendeten Nachweisformulare der einzelnen

Fachbehörden bleiben jedoch bis auf weiteres

auch gültig.

Das Bundesamt für den Güterverkehr bietet

unter www.bag.bund.de das Formblatt sowie

ein Download der Bescheinigung an.

Wir drucken’s für Dich.

Oppenheimerstraße 26 | 28307 Bremen | Tel. (04 21) 4 85 78-0 | Fax (04 21) 4 85 78 48

www.digitalgut.de | E-mail: info@digitalgut.de

Handwerk in Bremen 4/2010 | 37


MARKTPLATZ

BETRIEBSBÖRSE DER HANDWERKSKAMMER BREMEN

Sie suchen einen Nachfolger für Ihr Unternehmen?

Sie möchten Ihr Unternehmen verkaufen? Oder

suchen Sie einen Partner, Gesellschafter mit Knowhow

und/oder Kapital? Hier können Sie fündig werden.

Nutzen Sie die Betriebsbörse für Ihr Angebot

oder Ihr Gesuch. Geben Sie Ihren Text für eine kostenlose

Veröffentlichung zusammen mit Ihrem

Namen, Ihrer Anschrift, Telefonnummer und gegebenenfalls

einem Ansprechpartner per Fax an die

Abteilung Betriebsberatung der Handwerkskammer

Bremen, Stichwort: Betriebsbörse (Kontakt:

unten rechts). Die Offerten werden kostenlos und

ohne Gewähr veröffentlicht.

Bremen Angebote

1062 Friseurgeschäft mit 7 Plätzen, 1 Kosmetikkabine,

100 qm, ausbaufähig, mit gutem Kundenpotential,

aus persönlichen Gründen zu verkaufen. Lage:

in einem interessanten Wohn- und Arbeitsgebiet.

1091 Friseurgeschäft (Einrichtung neuwertig, gute

Geschäftslage, Kundenstamm vorhanden, Preis VB)

aus gesundheitlichen Gründen zu verkaufen.

1140 300 qm Betriebsfläche als Handwerksbetrieb/Lager

+ Wohnhaus zu verkaufen (110qm Dachbodenfläche

ausbaufähig, Freiflächen vorhanden).

1151 Parkettlegermeisterbetrieb (Einzelunternehmen),

nähe Bremen Zentrum, sucht Nachfolger

zur kompletten Übernahme.

1155 Markterfahrene/Etablierte Schlosserei aus

persönlichen Gründen im PLZ-Bereich 28 mit guter

Verkehrsanbindung, Nähe A 1 + A 27, zu verkaufen.

Werkhalle ca. 750 qm und Sozialräume/Büro ca. 120

qm; Verkaufsoption für Grundstück (ca. 1800 qm).

Umfangreich ausgestatteter Maschinenpark. Das

Unternehmen ist seit fast 109 Jahren am Markt.

Kerngeschäft ist die Herstellung und Montage von

Stahltreppen, Geländern, Edelstahlbauteilen, Stahlund

Sonderkonstruktionen für Privat und Industrie.

1159 Suche Friseurmeisterin zur Übernahme eines

alteingesessenen Friseurgeschäftes in Bremen-West

(fester Kundenstamm vorhanden; 100qm; 7 Bedienplätze,

2 Herrenplätze, 3 Waschplätze).

1165 Nachfolger/in gesucht für alteingesessene

Änderungsschneiderei, ca. 45qm, mit guter Stammkundschaft,

Preis VB.

1169 Komplettes Inventar eines Friseurgeschäftes

(6 komplette Arbeitsplätze, 2 Rückwaschbecken, Friseurwagen,

Warteplätze, Zubehör, etc) zu verkaufen.

1171 Nachmieter für Friseurgeschäft in der Neustadt

ab sofort gesucht; komplette Einrichtung (VB) +

großer Kundenstamm vorhanden.

1172 Traditionelles Back- und Konditoreihandwerk

38 | Handwerk in Bremen 4/2010

mit mehreren Verkaufsstandorten und Verkaufswagen.

Der Erfolg und der hervorragende Ruf dieses

Familienbetriebes basieren auf einer konsequenten

Qualitätsphilosophie. Der Betrieb ist aus Altersgründen

zu guten Konditionen abzugeben.

1174 Sehr moderner Friseursalon (6 Plätze); Nähe zu

Großfirmen; in Bremen-Ost/Sebaldsbrück mit guter

Stammkundschaft abzugeben bzw. zu verkaufen.

1178 Friseursalon (ca. 80 qm) in Bremen-Mitte komplett

zu verkaufen oder günstige Miete für Räumlichkeiten;

Inventar ist auch einzeln zu erwerben.

Betriebsbörse (04 71) 97 24 9-0

1179 Erfolgreiches, kleines Bremer Werbetechnik-

Handels- und Dienstleistungsunternehmen (100%

GmbH Anteile) mit breitgefächertem Kundenstamm

aus Altersgründen lastenfrei zu verkaufen. Erwerb

geeignet für Werbetechniker oder für Fachmann mit

technischem Verständnis aus der Werbebranche.

1180 Für Heizungs- und Sanitärbetrieb Nachfolger

gesucht in Bremen-Nord auf Pachtbasis; 124 qm

Werkstatt + Lager.

1184 Alteingesessener Heizungs- und Sanitärbetrieb

sucht Nachfolger zwecks Verkaufs: Gut zugängliche

Werkstatt-, Büro- und Lagerräume sowie Garagenplätze

sind vorhanden und können

übernommen werden.

1185 Kleiner Malereibetrieb zu verkaufen (incl.

Maschinen, Gerüst etc.); Lager-/Büroraum; guter

Kundenstamm vorhanden.

1187 Kfz-Werkstatt in HB-Nord aus Altersgründen

zu verkaufen oder zu verpachten (Grundstücksgröße

ca. 1000 qm, Werkstatt für 2 Arbeitsplätze ausgestattet,

2 Hebebühnen vorhanden).

1188 Gewerbegrundstück im Bremer Umland,

bestehend aus: Zweifamilienhaus; Werkstattraum

6x10 m; 9 Garagen; eine Halle; Grundstücksgröße ca.

13800 qm; 2000 qm für LKW bis 40 t zugelassen. VB:

280.000 Euro.

1193 Landwirtschaftlich ausgerichteter Metallbaubetrieb

im Weser-Elbedreick aus Altersgründen zu

verkaufen. Betriebshalle (600qm) auf 5000 qm

Grundstück; Halle unterteilt in 300 qm Werkstatt

und 300 qm für Verkaufsraum, Büro-Lager- und Sozialräume;

Werkstatt voll eingerichtet, Fuhrpark mit 1

LKW, 2 Anhänger, 1 Stapler, Kundendienstwagen

1194 Damen- und Herrenfriseursalon (incl. Fußpflege,

Maniküre) zu vermieten. Damenabteilung

und Fußpflegebereich ausbaufähig, Stammkunden

vorhanden).

Bremen Gesuche

2045 Bestehende Fleischerei zu kaufen gesucht.

2046 Friseurmeisterinmit eigenem Kundenstamm

sucht Möglichkeit zur Stuhlmiete in Bremen (Horn,

Horn-Lehe, Oberneuland, Schwachhausen, Vahr,

Osterholz).

2047 Tischlerei/Innenausbaubetrieb(incl. Gebäude

+ Maschinen) gesucht: Bestehende Bremer Tischlerei

sucht auf diesem Wege räumliche Veränderung.

2048 Kosmetikerin sucht neuen Wirkungskreis auf

selbständiger Basis bzw. Übernahme Kosmetikbereich

in Friseursalon.

2050 Friseur-/Kosmetiksalon sucht Friseurmeister/in

zur Stuhlmiete in der Bremer Neustadt.

2051 Friseursalon (4Plätze) von erfahrener Friseurmeisterin

zur Übernahme gesucht. HB Mitte, Horn,

Schwachhausen, Borgfeld, Oberneuland.

Bremerhaven Angebote

3038 Tischlerei im Landkreis Cuxhaven aus Altersgründen

abzugeben.

3039 Werkstatträume mit Wohngebäude

besonders geeignet für Nutzung in den Bereichen

Lebensmittel (Fleischerei), Sanitär-Heizung-Klima,

Malerei etc., günstig zu verkaufen oder zu verpachten.

3056 Alteingesessener Heizungs- und Sanitärbetrieb

sucht aus Altersgründen einen Nachfolger.

Übernahme auf Kauf- oder Pachtbasis möglich. Ein

guter Auftragsbestand, ein solider Kundenstamm

und ein eingespieltes Team sind vorhanden.

3063 Kleinerer Friseursalonin guter Lage abzugeben.

Geschäftseinrichtung auch separat zu verkaufen.

3065 Alteingesessener Heizungs- und Sanitärbetrieb

mit umfangreichem Kundenstamm sucht aus

Altersgründen einen Nachfolger, Preis VB. Ideal für

Neubeginn: Maschinen + Werkzeuge sind vorhanden.

Interessenten wenden sich unter Angabe der

Chiffre-Nr. an die Abteilung Betriebsberatung

der Handwerkskammer Bremen, Außenstelle

Bremerhaven, Ansprechpartnerin: Anke Pötsch,

Columbusstraße 2, 27570 Bremerhaven,

Telefon (04 71) 97 24 9-0, Telefax (04 71) 20 70 29,

E-Mail: hwk-bremerhaven@hwk-bremen.de.

Die vollständige Betriebsbörse der Handwerkskammer

Bremen und weitere Angebote und

Gesuche aus dem gesamten Bundesgebiet

unter www.nexxt-change.org im Internet.


NACHGEFRAGT: MARTIN GÜNTHNER

Martin Günthner ist Bremens neuer Wirtschaftssenator

(s.a. Rubrik Namen&Notizen). HANDWERK IN BREMEN fragte

den SPD-Politiker nach seinen Plänen für die Zukunft und

seiner Einstellung zum Handwerk.

HANDWERK IN BREMEN: Herr Günthner, als neuer

Senator für Wirtschaft und Häfen warten große

Aufgaben auf Sie. Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte

für Bremen?

MARTIN GÜNTHNER: Vor dem Hintergrund der allgemeinen

haushaltspolitischen Situation muss es

uns gelingen die Rahmenbedingungen für den

Wirtschaftsstandort Bremen weiterhin attraktiv

zu gestalten. Hierzu gehört es auch, verstärkt private

Investoren für vereinzelte Projekte wie die

Entwicklung der Bremer Innenstadt oder den Bau

des Offshorehafens in Bremerhaven zu gewinnen.

Die Umsetzung dieser beiden Projekte wird

zeigen ob die von uns gesetzten Rahmenbedingungen

den Realitätstest bestehen.

Bremens Handwerker erwarten von Ihnen

Impulse für die Wirtschaft. Haben Sie schon konkrete

Ideen im Schreibtisch?

Das Handwerk im Land Bremen mit seinen rund

5.000 Handwerksbetrieben, etwa 32.000

Beschäftigten und mehr als 3.300 Auszubildenden

hat für mich als neuer Senator für Wirtschaft

und Häfen eine besondere wirtschafts- und

gesellschaftspolitische Bedeutung.

Angesichts der Tradition des Handwerks wird

leicht übersehen, dass das Handwerk eine hochmoderne,

innovative und vielfältige Branche ist,

die sich immer wieder neu entwickelt. In jedem

Bereich verbergen sich eine Vielzahl von neuen

Produkten und Innovationsfeldern, wie regenerative

Energieerzeugung, Energieeinsparung, neue

Lebensmittel und neue Techniken gerade auch im

Gesundheitshandwerk. Deshalb müssen wir noch

stärker auf das Angebot der Innovationsberatung

im Handwerk hinweisen, damit sie den Herausforderungen

sich schnell entwickelnder und

neuer Märkte noch besser gewachsen sind.

Doch Innovation kann nicht ohne qualifizierte

Fachkräfte gelingen. Gerade für das Handwerk

sind daher Qualifizierungsangebote im Rahmen

der „Bremer Fachkräfteinitiative“ von hoher

Bedeutung. Hier werden wir uns im Sinne

zukunftsgewandter Politik besonders anstrengen

müssen.

Wie stehen Sie zur Forderung eines ermäßigten

Mehrwertsteuersatzes für arbeitsintensive

Dienstleistungen?

Mit der Verdopplung der einkommenssteuer-

lichen Ermäßigung für die Inanspruchnahme von

arbeitsintensiven Dienstleistungen in den Privathaushalten

wurde zuletzt das richtige Signal

gesetzt. Dies ist eine zielführende und beim Endkunden

ankommende Steuerermäßigung, die

insbesondere den Handwerksbetrieben zu Gute

kommt. Ansonsten sollten wir über eine generelle

Verschlankung des Steuerrechts debattieren und

nicht ständig neue Ausnahmeregelungen einbauen.

Die Klein- und Mittelbetriebe des Handwerks

haben es schwer, an Kredite für notwendige

Investitionen zu kommen. Können Sie hier für

Bremen Hilfen anbieten?

Bremen bietet über seine Förderbank, die Bremer

Aufbau-Bank GmbH (BAB), insbesondere kleinen

Mittelständlern eine Kreditvergabe über den zinsvergünstigten

Bremer Unternehmerkredit an.

Diese Kredite sind über die Hausbanken bei der

BAB zu beantragen. Daneben stellt die Bürgschaftsbank

Bremen GmbH – an der auch die

Handwerkskammer eine Beteiligung hält – Bürgschaften

für kleine und mittlere Unternehmen

(KMU) zur Verfügung. Das Engagement der Bürgschaftsbank

wird durch gemeinsame Rückbürgschaften

des Bundes und des Landes Bremen

abgesichert.

Um auch für zukünftig schnell auf Finanzierungsschwierigkeiten

einzelner Betriebe reagieren zu

können, sind zurzeit auch kombinierte Produkte

der BAB und der Bürgschaftsbank in Vorbereitung.

Wo wird Bremen in zehn Jahren stehen?

Bremen wird auch in zehn Jahren noch ein vom

Mittelstand dominierter Wirtschaftsstandort

sein, der von seiner hanseatischen Tradition, der

Innovationskraft und dem gesellschaftlichen Miteinander

lebt.

Handwerk-Kontakt

Handwerkskammer Bremen

Ansgaritorstraße 24

28195 Bremen

Telefon (04 21) 30 50 0-0

Telefax (04 21) 30 50 0-1 09

Außenstelle Bremerhaven

Columbusstraße 2

27570 Bremerhaven

Telefon (04 71) 2 80 14

Telefax (04 71) 20 70 29

Internet: www.hwk-bremen.de

E-Mail: service@hwk-bremen.de

Redaktionsleitung HWK:

Thomas Dürr

Telefon (04 21) 3 64 99 10

Mobil (01 51) 14 13 68 10

E-Mail: info@thomas-duerr-bremen.de

KH Bremen: Stefan Schiebe

Telefon (04 21) 222 80 620

E-Mail: schiebe@bremen-handwerk.de

KH Bremerhaven-Wesermünde:

Oliver Brandt, Telefon (04 71) 18 52 18

E-Mail: brandt@kreishandwerkerschaftbremerhaven.de

Impressum

SCHLUSSPUNKT

HANDWERK IN BREMEN

Verlag: Schintz Druck GmbH & Co. KG

Oppenheimerstraße 26, 28307 Bremen

Telefon (04 21) 48 57 8-0

Telefax (04 21) 48 57 848

Internet: www.schintz-druck.de

Herausgeber:

Handwerkskammer Bremen (s.o.)

Anzeigen: Schintz Druck

Telefon (04 21) 48 57 822

Telefax (04 21) 48 57 848

anzeigen@handwerk-in-bremen.de

Redaktion: Rainer Haase (V.i.S.d.P.)

Telefon (01 71) 64 25 483

redaktion@handwerk-in-bremen.de

HANDWERK IN BREMEN ist das

offizielle Mitteilungsmagazin der

HANDWERKSKAMMER BREMEN

Alle redaktionellen Beiträge sind sorgfältig

recherchiert oder stammen aus

zuverlässigen Quellen. Jegliche Haftung

ist ausgeschlossen. Für unverlangt

eingesandte Beiträge und Fotos

wird keine Haftung übernommen.

Handwerk in Bremen 4/2010 | 39


Wir machen den

Alten fertig!

FT 260 K Citylight

2,2l TDCI, 63 kW (85 PS)

Kostenlose Feinstaubplakette

Sonderserie, 0,8 t Nutzlast, EURO 4

Trennwand, E-Fenster, B-Doppelsitz, ZV

Lieferbar in rot, blau und weiß

Euro-4-Leasing

Kostenlose Feinstaubplakette

€ 2.500,- Sonderzahlung aus Umweltprämie

inkl. 10.000 Km p. a.

48 Monate Leasing

Volker

Engelhardt

Tel.: 0421.4 58 08-143

Fax: 0421.4 58 08-203

volker.engelhardt@bremot.de

Frank

Sommer

Tel.: 0421.4 58 08-117

Fax: 0421.4 58 08-205

frank.sommer@bremot.de

€ 15.900,-

- € 2.500,-

€ 13.400,- *

zzgl. der gesetzlichen MwSt.

Woltmann

Föhrenstraße 70-72, 28207 Bremen, Tel.: (0421) 4 58 08-221, www.woltmann-bremen.de

Sichern Sichern Sie Sie sich sich

€ 2.500,-

Umweltprämie

von von Ford Ford

monatliche Leasingrate

ab € 189,- *

zzgl. der gesetzlichen MwSt.

Abbildung zeigt Wunschausstattung gegen Mehrpreis. *Angebotspreis unter rechnerischer Einbeziehung der Ford-Umweltprämie für die Verschrottung eines Altautos

(mind. 3 Jahre alt, mind. 6 Monate auf Halter zugelassen), zzgl. € 750,- Frachtkosten und MwSt.

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km nach 80/1268/EWG): 7,4 (kombiniert), 9,1 (innerorts), 6,4 (außerorts), Co2-Emission: 195 g/km (kombiniert)

Aus Rot

Bei Abgabe dieser Plakette

erhalten Sie eine kostenlose

Autowäsche und Beratung

zum Thema Umweltprämie.

Woltmann

mach Grün!

Jetzt €2.500,–

-Umweltprämie

für Nutzfahrzeuge

Nutzfahrzeuge Föhrenstraße

Telefon (0421) 4 58 08-0

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine