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Die MALTESER - Festschrift 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg

50 Jahre MALTESER Hospitaldienst Austria - Bereich Tirol/Vorarlberg, 10 Jahre als verlässlicher Partner im Rettungs- und Katastrophendienst des Landes Tirol. Eine Zeitreise!

50 Jahre MALTESER Hospitaldienst Austria - Bereich Tirol/Vorarlberg, 10 Jahre als verlässlicher Partner im Rettungs- und Katastrophendienst des Landes Tirol. Eine Zeitreise!

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Die

MALTESER

TIROL UND VORARLBERG

FESTSCHRIFT 50 JAHRE

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

1


KAPITEL

Aufnahme 1970

50 JAHRE

BEREICH TIROL UND VORARLBERG

Aufnahme 2019

22


4

Grußworte

11

Ein halbes Jahrhundert

12

Menschenspuren

Vier Schwalben an der Tränke

16

24

Gemeinschaft

Zeit, Zuwendung, Zuhören

Ihr seids wirklich der Hammer

Gemeinsam Leben Retten

Professionelle Partnerschaft

26

Rückblick

50 Jahre in 5 Stationen

Bilderreise durch die Jahrzehnte

34

Gelesen Empfohlen

Literatur für Malteser-Interessierte

35

Danksagung

Ein herzliches und inniges Danke

Herausgeber

MALTESER Hospitaldienst Austria, Bereich Tirol/Vorarlberg, 1970-2020

6020 Innsbruck, Leopoldstraße 41, T: +43 512 58 04 58, E: tirol@malteser.at, www.malteser.at

Medieninhaber: Souveräner Malteser-Ritter-Orden (Malteserorden), 1010 Wien

Redaktion und Fotos

Chefredaktion: Fra´Gottfried Kuehnelt-Leddihn, Lukas Krupitza, Katharina Stögner

Fotos: ©MALTESER Austria, Gestaltung: Karin Mayer-Fischer, werbeproduktion.at,

Lektorat und Texte: MMag. Edith Holzer, 1030 Wien, Druck: Aristos – Druckzentrum GmbH, Josef-Dinkhauser

Straße 2, 6060 Hall​. Produktion: 01/2021

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher

Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

3


GRUSSWORTE

STATTHALTER

DES GROSSMEISTERS

Liebe Malteser!

Mit großer Freude habe ich von Eurem Jubiläum gehört.

Leider wird es mir nicht möglich sein, mit Euch zu

feiern und meine Glück- und Segenswünsche persönlich

zu überbringen.

Das starke Engagement im Sinne des Mottos des Malteserordens

„Tuitio fidei et obsequium pauperum“ – Stärkung,

Pflege des Glaubens und Dienst an den Armen, wie es im

Bereich Tirol des Malteser Hospitaldienst Austria gelebt

wird, ist ein Vorbild für alle ehrenamtlichen Werke des

Ordens weltweit.

So wie auch dem zu früh verstorbenen Großmeister

Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto ist

es mir ein großes Anliegen, dass alle, die in den Orden

eintreten wollen, in einem Werk wie dem Euren in die

Schule des Dienens an den Armen des Herrn eingeführt

werden.

Möge die Feier Eure Gemeinschaft stärken für die

Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte und Eure

Freude am Glauben und am Dienst. Der Segen unseres

Herrn begleite Euch weiterhin.

Fra‘ Marco Luzzago

4 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


GRUSSWORTE

GROSSHOSPITALIER

Liebe Tiroler Malteser!

Es ist mir ein wichtiges Anliegen, den Maltesern in Tirol

zum 50-jährigen Bestand ihres Bereiches zu gratulieren.

Immer wieder habe ich gehört, wie stark sich seine Mitglieder

– teilweise seit der Gründung durchgehend – für

den Dienst am Nächsten einsetzen und ihre Begeisterung

für unseren Orden auch an die nächste Generation

weitergegeben haben und weitergeben.

Wenn auch das meteorologische Klima immer wärmer

wird, sind wir mit einer Abkühlung des sozialen Klimas

konfrontiert. Hier braucht es Menschen wie Euch, die

sich dem Kampf gegen das achtfache Elend – Krankheit

und Verlassenheit, Heimatlosigkeit und Hunger, Lieblosigkeit

und Schuld, Gleichgültigkeit und Unglaube,

symbolisiert in den acht Spitzen unseres Kreuzes – verschrieben

haben und ihre Liebe zum Dienst an ihren

Mitmenschen weitergeben.

Ad multos annos!

Dominique de La Rochefoucauld-Montbel

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

5


GRUSSWORTE

ZUM GELEIT

Kein Orden war und ist von so großer Beständigkeit

und Bedeutung auf humanitärem und völkerrechtlichem

Gebiet wie der Souveräne Malteser-Ritter-Orden.

Es ist erstaunlich, mit welcher Ausdauer und Standhaftigkeit

die Ordensmitglieder den jeweiligen Herausforderungen

der Zeit entgegentraten und dabei

nie die Grundsätze von sozialem Engagement und

Fürsorge ihres Gründers Fra’ Gérard aus den Augen

verloren.

Der Malteser Hospitaldienst Austria ist eine Hilfsorganisation

des weltweit tätigen katholischen Ritterordens

mit den meisten, rein ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern im Behinderten- und

Rettungswesen in Österreich. Im Laufe eines Jahres

werden von den insgesamt rund 100 ehrenamtlichen

Tiroler Malteserinnen und Maltesern etwa 20.000

freiwillige Stunden geleistet.

Das gilt auch für die Katastrophenhilfe in Tirol und

dem umliegenden Ausland. In Not geratenen Menschen

zu helfen, Leid zu lindern und den Trost christ-

licher Nächstenliebe zu bieten, das ist ihre Mission.

Der Malteser Hospitaldienst Austria sieht sich einer

zeitlos gültigen Tradition verpflichtet, die in der persönlichen,

menschlichen und von Achtung geprägten

Zuwendung zum Nächsten Ausdruck findet.

Jede und jeder Mitwirkende des Malteser Hospitaldienst

Austria in Tirol leistet im Geiste des Ordens

einen wertvollen Beitrag gegen Krankheit, Verlassenheit,

Heimatlosigkeit, Lieblosigkeit oder Hunger.

Ein herzliches Dankeschön dafür.

Ihr

Günther Platter

Landeshauptmann von Tirol

6 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


GRUSSWORTE

ZEUGNIS GELEBTER

BARMHERZIGKEIT

Seit 50 Jahren lebt der Malteser Hospitaldienst Austria

nun schon in Tirol den jahrhundertealten Ordensauftrag

„Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“.

Es ist ein beeindruckendes Wirken, das sich nicht

nur in zahlreichen Sozial- und Rettungsdiensten und einem

enormen ehrenamtlichen Engagement widerspiegelt,

sondern auch in der hohen Anpassungsfähigkeit

an stets neue Formen von Bedürftigkeit – eine Professionalität,

die gerade im Jubiläumsjahr durch die Corona-Krise

an Brisanz gewinnt.

Jeder Wandel gesellschaftlicher Rahmenbedingungen erzeugt

neue Gesichter von Armut, eröffnet aber gleichzeitig

auch neue Wege der Solidarität, der Geschwisterlichkeit,

des Miteinanders und der missionarischen Aktivität. Möglichkeiten,

sich selbst und seinen Mitmenschen Gutes zu

tun, gibt es aber nicht nur in Zeiten der Bedrängnis, in welchen

Pandemien oder humanitäre Katastrophen und Krisen

das Leben der Menschen erschweren. Aufmerksames

Hinschauen, wo Menschen unter Krankheit und schweren

Lebensbedingungen leiden oder in anderer Weise ungetröstet

sind, ist uns allen ein immerwährender Auftrag.

Viele Gläubige versuchen täglich in unterschiedlichster

Weise ihrer christlichen Berufung nachzukommen. Diese

Vielfalt macht unsere Kirche aus. Die Malteser-Familie,

wenn ich Sie gemeinsam so nennen darf, tut dies im

Vertrauen auf Gott, in der Treue zum Glauben und mit

einer höchst eifrigen Nächstenliebe. Sie unterstützen

jährlich tausende Kranke, an den Rand Gedrängte, Notleidende

und Schutzsuchende, reagieren schnell und

flexibel auf neue Herausforderungen und helfen dort,

wo sonst oft keiner mehr hilft.

Der bedingungslose Kampf gegen Krankheit, Hunger,

Heimatlosigkeit, Verlassenheit, Gleichgültigkeit, Schuld,

Unglaube und Lieblosigkeit, dem sich der Souveräne

Malteser-Ritter-Orden und seine Hilfswerke verschrieben

haben, ist ein unabkömmlicher Dienst am Gemeinwohl.

Es ist ein Engagement, das für Nähe und Barmherzigkeit

steht und ein Menschenbild zeichnet, das alle Bereiche

des Menschseins berührt. Hierbei sind neben den persönlichen

Betreuungs-, Alten- und Krankendiensten

auch die jährlichen Wallfahrten nach Lourdes ein ganz

besonders heilsamer und stärkender Liebesdienst.

Liebe Malteserinnen und Malteser, Ihr unverwechselbares

Wirken hält die Botschaft Jesu an jedem Tag lebendig.

Ich danke Ihnen für Ihr tiefes Glaubenszeugnis, mit

dem Sie Hoffnung stiften, Menschen für Ihre Gemeinschaft

begeistern und zum karitativen Engagement bewegen.

Die Treue in Ihrem Dienst – über die 50 Jahre

des Wirkens in unserem Land hinaus – erfüllt mich und

viele andere mit einer tiefen Dankbarkeit und Freude.

Herzliche Gratulation zum Jubiläum! Gottes Segen weiterhin

für Ihren Dienst und Ihre Gemeinschaft!

Bischof Hermann Glettler

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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GRUSSWORTE

50 JAHRE

Liebe Malteser!

Vor 50 Jahren, im Jahr 1970, haben die ersten beherzten

Malteser in Tirol mit Diensten in Innsbruck, Seefeld, Hall

und Mils begonnen und damit die Erfolgsgeschichte des

Malteser Hospitaldienst Austria - Bereich Tirol/Vorarlberg

eingeleitet.

Neben Eurem Beruf und Euren Aufgaben in der Familie

habt Ihr Euch, Eurer Berufung als Christen und Malteser

gerecht werdend, ehrenamtlich und freiwillig engagiert,

um das Leid, die Not Anderer zu lindern. Dafür

eine aufrichtiges Vergelt‘s Gott!

Aus der spontanen Hilfsbereitschaft hat sich, durch viele

gute Hände und wohl auch den Segen von Oben, ein Bereich

mit über 100 aktiven Mitgliedern entwickelt, dessen

engagierte Helfer rund 20.000 Dienststunden Hilfe

jährlich leisten. Dies macht mich dankbar und stolz!

Mit viel Einsatzfreude und großer Begeisterung, verbunden

mit Fachwissen und Kompetenz sowie dem nötigen

Ernst, wird hier die christliche Nächstenliebe in

die Tat umgesetzt, sei es im Rettungsdienst, der Katastrophen-

und Flüchtlingshilfe oder im liebevollen Dienst

an unseren „Herrn Kranken“.

Ihr Tiroler, von Unwissenden noch immer manchmal

für ein wildes Bergvolk gehalten oder gar – nicht

nur wegen der kernigen Sprache – missverstanden,

habt in diesen fünf Jahrzehnten gezeigt, dass Ihr das

Herz am rechten Fleck habt und dass Ihr Euch bewusst

seid, dass die Treue zu Gott, die Freiheit und Würde

des Menschen und die Familie als Grundzelle von Volk

und Staat zu wahren und zu schützen sind, wie es auch

in Eurer Landesordnung Erwähnung findet.

Mögen die Heilige Muttergottes, sowie Eure Landespatrone,

der Heilige Josef und der Heilige Georg,

weiter auf Euch und den Bereich Tirol achten und

zusammen mit dem Heiligen Johannes dem Täufer,

dem Schutzpatron unseres Ordens, und dem Seligen

Gerhard, unserem Gründer, Euch zu vielen weiteren

segensreichen Jahrzehnten unter dem achtspitzigen

Kreuz anspornen.

Euer

Bailli Norbert Salburg-Falkenstein

Prokurator

8 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


GRUSSWORTE

HELFEN,

WO GERADE NOT IST

Dafür steht der Malteserorden. Dafür steht auch seit nun

genau fünf Jahrzehnten der Malteser Hospitaldienst

Austria – Bereich Tirol/Vorarlberg mit Sitz in Innsbruck.

Wir sind froh, dass wir Euch in unserer Stadt haben.

Eure haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen leisten

im Bereich Rettungs- und Sozialdienste einen wichtigen

Beitrag. Nie hat man das mehr verspürt als heute.

Ihr setzt damit nicht nur ein Zeichen für aktive Hilfe,

sondern auch ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit und

Lieblosigkeit in unserer Gesellschaft.

Es ist mir eine Freude, dem Malteser Hospitaldienst

Austria in Tirol und Vorarlberg zum 50-jährigen

Bestehen zu gratulieren. Vor allem ist es mir aber ein

Bedürfnis Danke zu sagen. Danke, dass Ihr Eure Zeit für

unsere Kranken, Alten, Menschen mit besonderen Bedürfnissen

und Menschen, die in Not geraten sind, in

vorbildlicher Weise einsetzt: gut ausgebildet und dort,

wo man sie wirklich braucht.

Danke, dass Ihr für uns da seid.

Danke, dass Ihr auf uns schaut.

Georg Willi

Bürgermeister von Innsbruck

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

9


GRUSSWORTE

DANKE FÜR DIE

GEMEINSCHAFT IN

CHRISTUS,

UNSEREM HERRN!

50 Jahre Malteser Hospitaldienst Austria ...

... in enger Gemeinschaft mit der Delegation Tirol im

Großpriorat Österreich des Souveränen Malteser-Ritter-

Ordens und seinem immerwährenden Auftrag.

... in echter Gemeinschaft mit vielen Menschen, insbesondere

jenen, die in vielfältiger Weise gerne eine helfende

Hand, ein mitfühlendes Herz und eine professionelle

Hilfestellung annehmen.

10 Jahre als verlässlicher Partner im Rettungsund

Katastrophendienst des Landes Tirol ...

... in guter Gemeinschaft mit dem Roten Kreuz, dem

Österreichischen Rettungsdienst, den Samaritern und

den Johannitern.

Die Malteser in Tirol und Vorarlberg folgen dem obersten

Gebot unseres Herrn Jesus Christus:

„Liebe Gott, im Zeugnis für den gelebten Glauben und

Deinen Nächsten, in der herzlichen Zuwendung zu allen,

denen wir begegnen, besonders jenen, die oft vergessen

werden oder am Rand stehen, in einer auch untereinander

sehr innigen Gemeinschaft, die spüren lässt, dass

ER mitten unter uns ist, wo zwei oder drei in SEINEM

Namen beieinander sind.“

Mit den Worten unseres Ordensgründers, des seligen

Frá Gerhard, schließe ich mit großer Zuversicht für die

Malteser in Tirol und Vorarlberg:

„Unsere Bruderschaft wird unvergänglich sein, weil der

Boden, auf dem diese Pflanze wurzelt, das Elend der

Welt ist und weil – so Gott will – es immer Menschen

geben wird, die daran arbeiten, dieses Leid geringer, dieses

Elend erträglicher zu machen.“

Richard Wittek-Saltzberg

Kommandant

Malteser Hospitaldienst Austria

10 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


KAPITEL

V.l.n.r.: Gregor Holfeld, Bernhard Enzenberg, Nikola Schmidinger, Lukas Krupitza und Florian Schwetz

EIN HALBES JAHRHUNDERT

Mit großer Dankbarkeit dürfen wir unser 50-jähriges

Bestehen feiern – aufgrund der derzeit durch die

COVID-19-Pandemie geltenden Beschränkungen leider

ohne den ursprünglich geplanten Festakt. Umso mehr

freuen wir uns über diese gemeinsame Festschrift, die

unseren Weg von einem Grüppchen „Freiwilliger“ hin zu

einem fixen Bestandteil der Lobby für Alte, Kranke und

Menschen mit Behinderung nachzeichnet.

Darüber hinaus sind wir ein zuverlässiger Partner im

Rettungs- und Katastrophendienst des Landes Tirol.

Der Weg dorthin hat unsere Gemeinschaft gestärkt, sie

wächst kontinuierlich weiter. Unsere Gründungsmitglieder,

die teilweise noch aktiv im Dienst am Nächsten

sind, haben 1970 einen wichtigen Grundstein gelegt,

um die Lebenssituation von unzähligen Betreuten zu

erleichtern.

In den vergangenen Jahren haben wir mit unseren

fast 20.000 ehrenamtlichen Stunden pro Jahr vieles

geleistet. Wir haben uns aktiv an der Bewältigung der

Flüchtlingskrise 2015 beteiligt, stellten bei diversen

Großveranstaltungen den Sanitätsdienst, halfen beim

Jahrhunderthochwasser und sind seit einigen Jahren

Partnerorganisation in der Rettungsdienst GmbH. Im

Jahr 2018 begannen wir erfolgreich unser Engagement

in Vorarlberg auszuweiten.

Durch das kontinuierliche Angebot für Menschen mit

Behinderung engagieren wir uns vor allem dort, wo die

staatliche Versorgung endet. Im ständigen Kampf gegen

das achtfache Elend sehen wir es als unsere Verpflichtung,

diese Menschen in die Mitte unserer Gemeinschaft

zu holen.

Systemerhaltend in Krisenzeiten

Das Jahr 2020 hat sich als Katastrophenjahr entpuppt.

Die Isolation und Lage von Menschen am Rande der

Gesellschaft hat sich massiv verschlechtert und unsere

Aufgabe, einsamen Menschen zu helfen, ist größer

denn je. Die aktuelle Krisensituation durch Corona hat

uns vor Augen geführt, was unsere Arbeit bewirken

kann, wie wertvoll die Gesellschaft eines Menschen

oder auch nur seine Stimme am Telefon sein kann.

Wir sind stolz auf unsere vielen aktiven Mitglieder und

hoffen, dass wir durch unser Tun und Wirken Menschen

in Tirol und Vorarlberg weiterhin unterstützen können.

Ebenso hoffen wir, dass wir beispielgebend für junge

Menschen sein können, die sich ehrenamtlich in den

Dienst des Nächsten stellen möchten. Gerade die Themen

Pflege und Betreuung älterer Menschen, aber auch

die Jugendarbeit werden in Zukunft immer wichtiger

werden. Als „Systemerhalter“ können wir Malteser einen

wichtigen Beitrag leisten.

A propos Beitrag: An dieser Stelle sei unseren vielen Partnerorganisationen,

Subventionsgebern, Spendern sowie

den zahlreichen Unterstützern gedankt. Ohne sie wäre

vieles nicht möglich! Ein aufrichtiges Vergelt‘s Gott!

Gregor Holfeld, Bernhard Enzenberg, Nikola Schmidinger

Bereichsleitung Tirol/Vorarlberg

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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MENSCHENSPUREN

Valentina Walderdorff

VIER SCHWALBEN AN DER TRÄNKE

Die Gemeinschaft darf keine Maske sein, unter der der eine lächelt und der andere weint.“

Von Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn

Dieses Zitat des ehemaligen französischen Präsidenten

Georges Pompidou beschreibt unsere Gemeinschaft

ziemlich gut, haben sich doch bei uns unter

dem Malteserkreuz Menschen gefunden, die einander

wunderbar ergänzen. Viele haben in der Vergangenheit

Spuren hinterlassen, aber auch der aktiven Generation

den Weg gewiesen.

„Spät erst habe ich Dich kennengelernt, und schnell

bist Du mir wieder entrissen worden.“ Dieser Satz des

heiligen Bernhard von Clairvaux fällt mir immer ein,

wenn ich an die vielen besonderen Menschen denke,

die uns im Laufe der letzten fünfzig Jahre ein Stück

des Weges begleitet, uns geformt haben.

Doch lesen wir noch den Rest des Absatzes aus dem

Brief 334 an Abt Robert von Dunes: „Aber wie könnte

ich auch das mit Gleichmut ertragen, wenn nicht Gott

allein die Ursache wäre? Der Tag wird jedoch kommen,

er wird kommen, an dem wir einander wiedergegeben

werden. Das Band einer so innigen Verbindung wird

der sein, der jetzt die Ursache unserer kurzen Trennung

ist: Er wird uns für immer nahe sein und dafür

Sorge tragen, dass auch wir einander für immer nahe

sind.“

Wichtiger als Bauwerke und Orte

So geht es nicht nur mir mit den Menschen, denen wir

in liebender Freundschaft verbunden waren und trotz

Trennung durch den Tod verbunden bleiben. Über

einige dieser Menschen, mit denen wir nicht nur die

Höhen und Tiefen der Erdoberfläche erlebt haben oder

bis ans Ende der Welt gegangen sind, will ich erzählen,

weil diese Menschen wichtiger sind als Bauwerke oder

Orte, mögen sie auch noch so heilig sein. Denn in den

Menschen sehen wir das Abbild des Herrn, dem zu dienen

wir versprochen haben.

In meinen Gedanken bin ich bei denen, die über ihre

Krankheit, ihre Behinderung, ihre Verlassenheit nie

geklagt haben, die alles mit unglaublichem Mut getragen

haben, mit einem Mut, der den Heldenmut übertrifft:

mit Gleichmut; die mit Demut das Wenige, das

wir ihnen bieten konnten, dankbar angenommen haben:

unsere Zeit, unsere Zuwendung, unser Zuhören.

Marianne, Herta und Volker

Marianne und Herta haben uns in den frühen Jahren

jegliche Schwellenangst vor der nahen, engen Berührung

von Kranken genommen. Fast vier Jahrzehnte

sind wir miteinander gegangen, haben den zunehmen-

12 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


MENSCHENSPUREN

den Verlust ihrer körperlichen Fähigkeiten gesehen,

gespürt – und doch waren da zwei Konstante: der Humor

und die Liebe in ihrem Gesichtsausdruck.

Den Humor hat auch Volker nie verloren. Das hat uns

motiviert, ihn jahrzehntelang am Samstag um sieben

Uhr früh – jeder, der einmal studiert hat, kennt die unheimliche

Größe dieser Herausforderung – zu pflegen.

Zum Abschluss haben wir uns Witze erzählt, nie ließ

er es sich nehmen, Malteser-Neulinge zu fragen, was

das Malteserkreuz darstellt. Immer kam brav die Antwort:

„die acht Elende, die wir bekämpfen: Krankheit

und Verlassenheit, Heimatlosigkeit und Hunger, Lieblosigkeit

und Schuld, Gleichgültigkeit und Unglaube“.

„Nein, nein“, entgegnete er, „das sind vier Schwalben

an der Tränke“.

Vera, Eva und Robert

Von Vera durfte ich lernen, welch große Gnade gesunde

Kinder sind (auch an Tagen, an denen ihre schulischen

Leistungen keineswegs Anlass zu Jubel und

Frohlocken gegeben haben). Wie manche andere hat

auch Eva den schwierigen Weg vom Zorn über die

Krankheit und die damit verbundenen Schmerzen und

Einschränkungen zur gläubigen Annahme des Leides,

zur Zuversicht geschafft.

Lange waren wir mit Robert beisammen, dessen vielversprechende

Sport-Karriere eine scharfe Wendung

in den Rollstuhl bekam. Seine Stegreif-Meditationen

haben selbst erschöpfte Malteser aufgeweckt und zutiefst

bewegt, diese Momente sind unvergessen.

Grete und Gretl

Grete hat sich nie über ihr Leben als Querschnittgelähmte,

verlassen von ihrem Mann, beklagt. Mit Liebe

hat sie nicht nur ihre eigenen Kinder aufgezogen, sondern

auch noch die, die ihr Mann ihr aus einer zweiten

Verbindung „überlassen“ hat. „Mir geht’s gut, danke!“

Nie habe ich eine Klage von ihr gehört, auch nicht über

den Dekubitus, auf dem sie saß. Und die andere Gretl,

die wir nur zu viert auf die Trage legen konnten, die

aber im Bett sitzend ihren Oberkörper so geschickt bewegte,

dass sie malen, zeichnen, nähen konnte.

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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MENSCHENSPUREN

Fridolin, Franz und Maresi

Eigentlich hätte Fridolin auf Grund seines Schicksals

das Lachen längst vergangen sein müssen, trotzdem

erklärte er (selbst auf den Rollstuhl angewiesen) angesichts

der Geier, die über uns zwischen Hontanas und

Castrojeriz am Camino kreisten: „Die suchen Essen auf

Rädern“.

von Lieselotte und Kuno war von der Treue zu unserem

Orden durchdrungen. Bis ins hohe Alter haben sie

Zeit, Zuhören und Zuwendung allen gespendet, die unserer

Zuneigung bedurften.

Da war auch noch Franz, der trotz schwerster, progredienter

Krankheit Theologie studiert und sogar den

Doktorgrad erworben hat. Bis ans Ende der Welt, ans

Cabo Finisterre, ist er mit uns gegangen. Er gehörte,

wie auch Maresi, wohl zu den Menschen, die das Wort

„aufgeben“ nur in Verbindung mit Postsendungen verwendet

haben.

Vorbilder und Freunde, unvergessen!

Ein Rollstuhl hat zwei Seiten – auf der einen sitzt jemand,

der Einschränkungen der Mobilität hinnehmen

muss, auf der anderen Seite hat es jemand in der Hand,

diese Einschränkungen zu minimieren. Wir Malteser

haben in diesen fünf Jahrzehnten auf beiden Seiten

(manche haben auch die Seiten gewechselt) viele Vorbilder

gefunden, Freunde, denen wir tief verbunden

waren, die nicht vergessen sind.

Ich kann nicht alle unsere Freunde hier würdigen, darum

habe ich nur einige wenige Beispiele erwähnt, um

uns allen in Erinnerung zu rufen, wem wir so viel zu

verdanken haben. Wir sind deswegen keine besseren

Menschen, wir wurden lediglich mit einer ganz großen

Gnadengabe beschenkt.

Lieselotte und Kuno

Sie alle – und noch einige mehr – lebten nach dem Motto:

„Wenn Du bis zum Hals im Schlamm steckst, sollst

Du den Kopf nicht hängen lassen!“ Das lange Leben

Unvergessen sind auch jene Menschen, die nicht die

Kraft hatten, ihr Schicksal zu meistern, die an ihrem

Leiden zerbrochen sind. Wir haben keine Antwort auf

die Frage, warum sie die Barmherzigkeit Gottes nicht

im Leben auf der Erde erfahren haben, sondern erst

von Angesicht zu Angesicht.

Wesentlich mehr als „Humankapital“

Zu diesem Jubiläum möchte ich Ihnen, geschätzte Leser,

keine nüchternen Zahlen liefern, die nicht darü-

14 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


MENSCHENSPUREN

ber hinwegtäuschen können, dass es nicht in unserer

Macht steht, das Leid und das Elend der Welt zu beseitigen.

Wir können nur daran arbeiten, diese Plagen

geringer, erträglicher zu machen.

Ich wollte zumindest andeutungsweise beschreiben,

was unser wertvollstes Gut ist: Mitmenschen, denen

wir begegnet sind und immer noch begegnen, mit denen

wir eine kürzere oder längere Strecke unterwegs

waren und sind, die uns durch ihre Liebe geprägt haben

und immer noch prägen. Ich bin sicher nicht der

Einzige, der darüber mit Dankbarkeit erfüllt ist, der

einen besonderen Sinn in seinem Leben gefunden hat.

Das Abbild Gottes ist eben wesentlich mehr als Humankapital.

Trotz schwerer Krankheit stets um das Seelenwohl der Malteser

und Betreuten in Tirol und Vorarlberg bemüht: Bereichsseelsorger

Pater Gratian

Und dann braucht es auch die ...

... die wesentliche Funktionen übernommen haben

und übernehmen: In der Leitung, Ausbildung und der

spirituellen Führung haben sie sich oft weit über die

Pflichten der Mitglieder hinaus engagiert:

Die Bereichsleiter haben sich in in den verschiedenen

Phasen dieses halben Jahrhunderts alle Mühe

gegeben, den Bereich in unterschiedlichen Erfordernissen

der jeweiligen Zeit zukunftsorientiert zu

leiten: Andreas Trentini, Ludwig Hoffmann-Rumerstein,

Ulrich Paumgartten, Gottfried Kühnelt-Leddihn,

Georg Zepharovich, Lorenz Leitinger, Hannes

Flir, Peter Penn, Ulrich Thun-Hohenstein, Paul

Kühnelt-Leddihn, Constantin Call, Lukas Krupitza,

Florian Schwetz, Gregor Holfeld.

Die Aus- und Fortbildung der Mitglieder lag in den

Händen der Bereichsärzte: Dr. Peter Psenner, Dr.

Heinz Wykypiel, Dr. Norbert Woertz, Dr. Franz

Dienstl, Dr. Michael Wildner, Dr. Christoph Hörmann,

Dr. Benedikt Klein, Dr. Theresa Lutterotti, Dr.

Klaus Kapelari.

• Und schließlich haben die Bereichsseelsorger unsere

Gemeinschaft ganz wesentlich mitgestaltet:

P. Gratian Müller OFMCap, P. Johannes Wrba SJ,

D. Gottfried Scheiber OPraem, D. Martin Riederer

OPraem, D. Patrick Bußkamp OPraem.

Ihnen, Euch allen, ein herzliches Danke und

Vergelt’s Gott!

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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GEMEINSCHAFT

ZEIT, ZUWENDUNG, ZUHÖREN

Menschen mit verschiedenen Behinderungen, einsame Menschen, ältere Menschen und solche, die mit chronischen

Krankheiten leben: Sie alle sind auf dem einen oder anderen Weg zu uns Maltesern gekommen. Wir betreuen sie im

Rahmen unserer vielfältigen Sozialdienste.

Von Barbara Knapp und Christoph Leopold

Aktuell sind es rund 70 an der Zahl. Viele von ihnen begleiten

uns schon über viele Jahre, manche sind erst seit

kurzem dabei. Wir sehen uns alle, sowohl Betreute als

auch Betreuer, als Teil der Malteser, als eine Art große

Familie. Gerade das ist das Schöne für uns.

Wir leisten keine professionelle Pflege im Sinne einer

Berufsausübung, sondern wir leisten Laienpflege. Das

bedeutet nicht, dass wir nicht mit viel Wissen, Können

und einer guten Ausbildung ans Werk gehen. Wir haben

eine andere Beziehung zu den Menschen, die sich uns

anvertrauen, und vielleicht auch mehr Schwung und

Freude an der Arbeit, da wir diese ja nicht täglich als Beruf

machen, sondern in unserer Freizeit – aber trotzdem

es als unsere Berufung ansehen.

Das Ungewöhnliche teilen

Wer als Malteser schon auf einer Wallfahrt dabei war

oder auf einer „Urlaubsreise mit Gott“ an Orte, die mit

unserer Geschichte eng verknüpft sind, weiß, welches

Engagement und welches Teamwork den Dienst von

Maltesern ausmacht. Aber Leben ist eben mehr als nur

satt, sauber und trocken zu sein. Zum Leben gehört Lebensfreude

in einer Gemeinschaft, mit der man auch

das Ungewöhnliche teilen kann.

Das ist die Spezialität der Malteser: „Malta tours unlimited

– besondere Reisen für besondere Menschen“. Hier

sind Menschen mit Behinderung gemeinsam mit tatendurstigen

Maltesern unterwegs, um besondere Reiseerfahrungen

zu machen. Oder kennen Sie ein Reisebüro,

das ein Mittagessen in den Vatikanischen Gärten

oder im Park von Castel Gandolfo anbieten kann, das

seine Gäste auf Händen durch die enge Türe in die Geburtsgrotte

in Bethlehem trägt? „Geht nicht“ gibt’s bei

den Maltesern nicht!

Internationales Malteser Sommerlager

Eine Besonderheit für junge, weltoffene Betreute ist

das Internationale Malteser Sommerlager, an dem

16 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


KAPITEL

Menschen mit und ohne Behinderung von allen Enden

der Erde teilnehmen und eine Woche voller Freude,

Freundschaft, Abenteuer und Spaß erleben. Diese Reisen

werden österreichweit (im Falle des Internationalen

Sommerlagers jedes Jahr von einem anderen Land) organisiert.

Tirol freut sich immer, mit vielen motivierten

Maltesern und begeisterten Betreuten dabei zu sein.

Mit den Reisen ist es freilich nicht getan. Das Alltagsleben

der Malteser in Tirol besteht aus sich wöchentlich,

monatlich und im Jahreskreis wiederholenden Diensten.

Dazu gehört etwa das Therapieschwimmen. Es erfreut

sich großer Beliebtheit, denn im warmen Wasser

können sich verkrampfte Muskeln entspannen und

Menschen, die ohne Hilfe nicht stehen können, gehen

dank der Auftriebskraft und Hilfestellung durch Malteser

im Becken ihre Runden.

„Malta“ in Tirol

Unsere barrierefreie Zentrale mit dem Namen „Malta“

ist die Drehscheibe unserer Gemeinschaft. Hier feiern

wir einmal monatlich gemeinsam eine Heilige Messe.

Von der „Anreise“ im eigenen Spezialfahrzeug, über die

feierlich gemeinschaftliche Atmosphäre der Messe bis

hin zum fröhlichen Essen danach – der Herr ließ seine

Jünger ja auch nicht hungrig nach Hause gehen –, ist

die Monatsmesse der Sozialdienst mit der längsten Tradition

und dem größten Einzugsgebiet.

Wir versuchen auch regelmäßig

abwechslungsreiche

Aktivitäten anzubieten, die

besonders junge Betreute

ansprechen. Der „Tafie Ball-

4all“ bietet barrierefreies Ballvergnügen für wirklich alle

– egal, ob mit Tanzschuhen oder Gummireifen.

Auch einige saisonale Sozialdienste sind bereits liebgewonnene

Tradition geworden. Dazu zählen etwa

das Törggelen im Herbst, das Adventkranzbinden, die

Weihnachtsfeier und Besuche am Christkindlmarkt –

auch gerne mal im benachbarten Südtirol. Den Frühling

markiert der Muttertagsausflug, bei dem wir immer mit

einer großen Gruppe eine Wallfahrtskirche besuchen –

meist mit anschließendem Picknick. Wir nehmen auch

gerne am Freiwilligentag der Caritas teil. Als Abschluss

des Malteser-Arbeitsjahres winkt dann das Sommerfest,

bei dem gerne gegrillt wird, wenn uns nicht Corona

einen Strich durch die Rechnung macht.

Sonderdienste mit viel Kreativität

Und dann streuen wir natürlich noch viele kleine, aber

feine Dienste über das Jahr. Bei diesen Sonderdiensten

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

17


KAPITEL

sind der Kreativität der Malteser (fast) keine Grenzen gesetzt.

Hier kann jeder seine individuellen Ideen, Fähigkeiten

und Interessen einbringen. So macht sich praktisch

jedes Jahr eine kleine Tiroler Gruppe auf den Weg nach

Vorarlberg, nach Kärnten oder sonst wohin, um eine kurze

Urlaubs- oder Kulturwoche zu verbringen.

Manchmal sind es auch ausgefallene Aktivitäten, wie

Eishockeyspielen (mit Rollstühlen ein Erlebnis!), Wandern

auf Almwegen (sehr sportlich mit Rollator oder

auch für Malteser beim Rollischieben), Kochen und Backen

oder Basteln. Oft nutzen wir öffentliche Angebote

in Innsbruck oder auch weiter weg. Wir besuchen ein

Musical, ein Theater oder ein Museum, genießen Kaffee

und Kuchen im gemütlichen Rahmen, eine Speckjause

mit toller Aussicht oder Konzerte.

Der große Wert kleiner Dinge

Was bei allen am längsten im Gedächtnis bleibt, sind

zumeist die ganz kleinen Dinge – zum Beispiel ein gemeinsames

Eisessen, die Polsterschlacht in der Jugendherberge,

die Geburtstagsfeier zweier Freundinnen im

Rollstuhl oder der Besuch bei einem Menschen, der aus

gesundheitlichen Gründen schon lange nicht mehr zu

uns nach „Malta“ kommen kann.

Neben all diesen Aktivitäten mit unseren Betreuten widmen

wir uns auch dem Dienst an Menschen, an denen

wohl viele achtlos vorübergehen – oder auch Ärgernis

nehmen. So fahren wir an bestimmten Tagen mit dem

Vinzibus, um Essen an Obdachlose und Heimatlose zu

verteilen. Immer wieder unterstützen wir Seniorenheime,

indem wir mit Hilfe unseres Spezialfahrzeuges mit

deren Bewohnern Ausflüge machen.

Besonders in der Flüchtlingskrise 2015 erweiterten wir

unser Tätigkeitsfeld und halfen nicht nur bei der medizinischen

Versorgung in einem Flüchtlingslager, sondern

organisierten auch Deutschkurse, halfen bei der

Wohnungssuche und Einrichtung und haben die

Wenn auch Du Deine Zeit als Malteser

anderen Menschen widmen willst, dann

melde Dich bei uns!

tirol@malteser at; +43 512 58 04 58;

6020 Innsbruck, Leopoldstraße 41.

Die Ausbildung beginnt immer Anfang Oktober.

18 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


GEMEINSCHAFT

Dienst ist der „Herzenswunsch“. Menschen wollen noch

einmal eine bestimmte Landschaft sehen oder bei der

Hochzeit der Enkelkinder dabei sein. Hier stellen wir unser

bestens ausgestattetes Fahrzeug und qualifiziertes

Personal zur Verfügung. So kann mit unserer Hilfe ein

schwerkranker Mensch ein letztes Mal nach Hause und

mit seiner Familie gemeinsam essen oder noch einmal

seine Heimat besuchen.

Ich glaube, dass unsere Gemeinschaft gerade von diesen

berührenden – den traurig berührenden und den fröhlich

berührenden – Begegnungen lebt. Warum ist das Erste,

das ein komplett übernächtigter und erschöpfter Malteser,

gerade von einer Lourdes-Wallfahrt heimgekehrt,

ausruft: „Nächstes Jahr wieder!“, bevor er in Tiefschlaf

fällt und erst 16 Stunden später wieder aufwacht?

Schutzsuchenden in unsere Gemeinschaft einbezogen.

Mit einigen sind wir nach wie vor in Freundschaft verbunden.

„Nächstes Jahr wieder!“

Immer wieder lernen wir neue Menschen und ihre Geschichten

durch Zufall – zum Beispiel auf einer bestellten

Transportfahrt – kennen. Auch daraus entwickeln

sich dauerhafte Verbindungen. Ein ganz besonderer

Ich habe es noch nicht herausgefunden! Es muss wohl

eine Mischung sein aus jedem Lächeln, jeder geteilten

Sorge, der Freude, dem Vertrauen, das uns von den

Betreuten entgegengebracht wird, dem Gefühl etwas

„Richtiges“ zu machen und der Kraft dieser Gemeinschaft

– der Malteserfamilie. Gut fasst es eines unserer

Jahresmottos zusammen: „Das Leuchten in den Augen

des Anderen ist jede Anstrengung wert. Bringen wir die

Augen zum Leuchten!“

Schwetz Lagersystemtechnik - Jahrzehntelange Erfahrung und Know-how in den Bereichen Planung,

Projektierung und Montage. Höchste Qualität und Sicherheit durch zertifizierte Produkte und Dienstleistungen.

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50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

19


Romzug 1971 mit allen Tiroler Maltesern

„IHR SEIDS WIRKLICH DER HAMMER!“

Wie sich das Engagement der Malteser anfühlt, schildern zwei Betreute, die echte Malteser-Fans geworden sind, wie

sie sagen. Danke für das schöne Kompliment und danke, dass wir als Malteser für Euch da sein dürfen!

„DIE NACHT DER OFFENEN TÜR“

Danke, liebe Reinelda, dass du beim Interview

mitmachst!

Danke, es freut mich, dass i da mitmachen darf, dass ihr

mi no haben könnts!

Ja, absolut! Wie hast du uns Malteser denn kennengelernt?

Wann war dein erster Kontakt?

Das war 1971 bei der ersten Romreise. Nein, i hab nix

gwusst von euch! Mir hat damals unser Pfarrer gsagt,

dass es eine Romfahrt gibt und ob i da mitmachen

möcht. I hab mir gedacht: „Na, i und Romfahren, das

gibt’s ja nit!“ Der Pfarrer hat gemeint, das geht schon, da

sei i gut betreut und er würde mir ein Formular mitbringen.

Dann is ein Monat vergangen, und wie der Pfarrer

gekommen is, hab ich gfragt: Ja was issn los? Fahren

di nimmer? „Doch, doch“, hat er gemeint: „Gib mir glei

an Zettl, i schreibs auf.“ I hab ihm alles angsagt, was i

halt so brauch. Dann hab i gwartet, aber es kimmt nix

und kimmt nix. Dann hab i in der Zeitung zufällig von

einer Romfahrt gelesen und an die Adresse nach Innsbruck

geschrieben. Und dann is eine Woche vor der Abfahrt

ein Expressbrief kemmen, von Wien auffa, es sei

jemand ausgfallen und sie nehmen mich mit. Dann hab

i mir schnell alles vom Arzt bestätigen lassen und bin

auffikemmen, meine Cousine hat mich geführt. Dann

Von Barbara Knapp und Christoph Leopold

sind die da gestanden und haben mi gleich in Empfang

gnommen, siehst, das war schon so nett, und haben mi

reingebracht in den Zug – i hab nit amal mehr „Pfiat di“

dasagt zu meiner Cousine.

Und dann is losgangen?

Und dann is losgangen! Wir sind in der Früh gestartet

und haben im Zug gefrühstückt und mittaggegessen

und es war einfach ein Traumwetter. Ja, und mia sin

umma zehn auf‘d Nacht, mein i, in Rom ankommen und

in Zimmer einteilt worden. Ja, und so is der Tag verlaffen,

einer nach dem anderen – marsch, marsch und Busfahren

– und es ist so nett gewesen, und die Malteser

auch alle – sowas gibt’s gar nimmer!

Und dann hast du beschlossen, dass du da öfter

mitmachst, bei den Maltesern?

Ja, ja, i hab so viele schöne Erlebnisse ghabt mit die

Malteser, so viele schöne Ausflüge, und in Lourdes war

i auch. Oan Tag und a Nacht sein mir mitn Zug gfahren.

In der Früh simma am Bahnhof umgstiegn in Busse und

wie wir in die Stadt reinkommen sin, da hab i mir dacht:

„Da kann i aussischaun!“ – Aber, kannst dir vorstellen

– Rosenkranz beten ham wir müssen! Mit Schauen war

da nit viel los! Damals is noch das alte Haus gstanden

– „Sieben Schmerzen“ hat‘s gheißen. Das Zimmer – da

waren so 20 Betten drinnen. Es hat a keinen Duschraum

20 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


GEMEINSCHAFT

gegeben, nur so Waschbecken und ein Klo. Dann haben

wir ja den Rollstuhl gar nicht mitnehmen dürfen, damals.

Da bin i no gangen mit dem Stock.

Was war denn dein schönstes Erlebnis, kannst

dich da noch erinnern?

Das war Jerusalem, Israel, 1989! Dann bin ich alle fünf

Jahre mit nach Rom gfahren. Später wollt ich auch noch

fahren, aber da bin i so schlecht beinander gwesen. Ja

meine Güte, jetzt is nix mehr mit Jerusalem, so a Fahrt

mach i nimmer, das is scho anstrengend! Dann waren

wir in Malta, in Ungarn, in der Schweiz, in Polen, mit

der Brigitte Eischil in der Toskana – die hat da immer

ganz schöne Platzln ausgsucht. Und wir waren halt auch

immer die Richtigen beieinander, wir haben‘s schon

recht lustig ghabt. „Die Unterlandler Mafia“ haben‘s uns

genannt!

Was macht die Malteser aus?

Die Malteser, die haben ein gutes Einfühlungsvermögen

für den anderen, sie geben sich sehr viel Mühe und opfern

auch sehr viel Freizeit. I find das wahnsinnig schön

und so liebevoll, es ist nie a schlechtes Wort kemmen.

Also, ich weiß nicht, vielleicht haben sie mit andere

gschimpft, aber mit mir nie!

Gibt‘s was, was die Malteser verbessern könnten

oder was du dir wünschen würdest?

Dass es immer so gut weitergeht wie bisher. Ja, vielleicht,

dass sie die Leute bsuchen oder a bissl spazieren

gehen oder amal an Kaffee trinken, also mehr das Persönliche,

vor allem außerhalb von Innsbruck.

Danke für‘s Interview, Reinelda!

Ja gern. Was i no sagn wollt: I war auch auf vielen Ausflügen

dabei. I hab alweil gesagt, i hab einen Sprachfehler,

i kann nit nein sagen, bei die Malteser! Es war einfach

schön, es war immer ein Erlebnis!

„DA IS NIX GSTELLT!“

So, lieber Mario! Danke dass’d Zeit hast für unser

Interview heute – mei erste Frage is: Was war

denn dein erster Kontakt zu den Maltesern?

A Telefonkontakt! Dass i euch kennenlerne, und dass i

andere Leute auch kennenlerne.

Weißt du noch, wann der erste Dienst war, bei

dem du dabei warst?

I denk beim Schwimmen war i dabei.

Was war das lustigste Erlebnis?

Lustig is alweil gwesen. In Mariazell unten, die Midi

und i haben beieinander gschlafen und der Volker hat

gesagt: „I kimm euch dann bsuchen“. Er is kommen und

mir haben tratscht und dann kommen halt die Malteser

rein und sagen: „Ja Volker, was is jetzt, jetzt gemma

schlafen, ja bleibst du heut da?“ Ja und dann is halt weitergangen

und die Tür is offen blieben und es sind immer

wieder Malteser vorbeigegangen und haben gsagt:

„Ja, was ist denn bei euch heut los?“ Wir haben gsagt:

„Wir haben die Nacht der offenen Tür!“

Wie bist du zu den Maltesern gekommen? Woher

hast du erfahren, dass es uns gibt?

Andere Leute haben mir das gsagt.

Was würdest denn sagen, was war dein schönstes

Erlebnis dass’d mit den Maltesern ghabt hast?

Schwimmen gehen!

Erinnerst du dich an eine Panne, die amal mit den

Maltesern passiert ist?

Aja, mit der Frau da!

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

21


GEMEINSCHAFT

Was war da?

Da is amal wer umgflogen. Da warst du eh dabei.

Ist dir auch mal was passiert? Vielleicht was Lustiges,

was du erlebt hast bei den Maltesern?

In Paris! Da bin i eingschlafen, am Flughafen! Am Boden.

Du bist am Boden eingschlafen! Was hast denn in

Paris gmacht?

Des war a Reise. In die Bretagne. Mit den Maltesern

(Anm: zum Internationalen Malteser Sommercamp).

Mario, was würdest denn sagen, was macht denn

die Malteser aus? Was macht uns besonders?

Ja, i mein lei, dass uns gut geht bei euch. Bei di Maltesern.

Mit uns Behinderten. Des hab i beim Zirkus a

mitkriegt. Des war super. Dort hab i mitkriegt, dass ihr

euch um uns kümmerts.

Beim Zirkus?

Beim „Krapoldi“, der war vor drei Wochen oder sowas.

Du bist ja bei anderen Organisationen auch dabei.

Gibt’s da irgendwas, was uns ausmacht, wo wir

anders sein?

Ihr seids so freundlich zu uns.

Hast du Ideen, was wir verbessern können?

Wir könnten zur Zeit wieder woanders hinfahren, amal

wieder. Irgendwohin.

Du würdest lieber wieder Ausflüge machen?

Ja, weil das is für mi schwer. Ja hoffentlich lasst uns Corona

das wieder zu.

Ja, das ist zur Zeit leider echt schwer.

Sowas wie mit dem Kamel, wo wir da waren, in Garmisch!

Auf welchen Reisen warst denn du mit? Kannst di

no erinnern, Mario?

Da wo der Andi mit war, des war eh am IMS, in Bayern.

Ja, des war der Besuch dort, wo du am Kamel

gritten bist.

Mutter von Mario: Ja, und die große Reise da in die Bretagne!

Des hättest fast net „überlebt“, vor lauter Schlafentzug!

Mario: Des war des wo i am Flughafen eingschlafen bin!

Du Mario, I hätt no a ganz besondere Frage an

dich, und zwar: Was würdest du für an Tipp am

neuen Malteser geben? Worauf muss der schauen?

Ja, er soll si des amal anschauen, und dann soll er sich

amal, an Monat, sich einarbeiten.

Vielen Dank Mario, danke für das Interview!

Mutter von Mario: I sag ja jedem: Wenn’s was spendets,

bittet spendet’s den Maltesern. I find, bei den Maltesern

kriegen’s die Leut wieder zurück.

Das freut uns. Magst du no was sagen, zu den

Maltesern?

Mutter von Mario: I sag jo, i mach lei Reklame für euch! I

sags jedem, und dann schaun mi alle so an und sagen, ja,

eigentlich, ja, des is a Organisation, die geben’s wieder

zrück. Und das is nicht bei alle Organisationen so. I find,

ihr seids wirklich der Hammer. Ihr machts des einfach

mit Herz, da is nix gstellt.

Danke sehr!

22 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


Ausbildung

Camino

de Santiago

Flüchtlingshilfe

KAPITEL

Sanitätsdienst

im Karwendel

Lourdes

Straßensammlung

Internationales

Malteser

Sommerlager

Jerusalem

Malta

Moskau

Mariazell

Rom

Rhodos

Ambulanzen

Wintersport

Fahrzeugweihe Rettungsdienst

Küchendienst

Herzenswunsch

Aufnahme

Nächste Generation

23


PROFESSIONELLE PARTNERSCHAFT

Gleichzeitig mit seinem fünfzigjährigen Bestehen feiert der Malteser Hospitaldienst Austria (MHDA) in Tirol seine

zehnjährige Geschichte als Dienstleister in der Notfallrettung. Mit gutem Grund, denn es ist eine echte Erfolgsstory!

Von Ulrich Thun-Hohenstein

Sehr früh schon konnte der MHDA in Tirol neben seiner

Kerntätigkeit – also der Behindertenbetreuung – auch

im Bereich des Rettungswesens Fuß fassen. Es begann

mit Diensten im Krankentransport- und Ambulanzwesen.

Gesetzliche Grundlage dafür ist das neue Rettungsdienstgesetz,

das der Tiroler Landtag im Sommer

2009 beschlossen hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt war

es jeweils Aufgabe der einzelnen Gemeinden gewesen,

das Rettungswesen im Gemeindegebiet sicherzustellen.

Im Sinn eines modernen Rettungswesens erkannte der

Landesgesetzgeber jedoch, dass diese Kompetenz an

das Land Tirol übergehen musste, um ein effizienteres

Rettungswesen zu etablieren.

Zuschlag für einen gemeinsamen

Rettungsverbund

Während sich die Gemeinden bei der Vergabe des

Rettungsdienstes der regional gewachsenen und etablierten

Anbieter bedienten, musste das Land Tirol

entsprechend der neuen gesetzlichen Regelung – ein

europaweites Ausschreibungsverfahren durchführen.

Neben diversen ausländischen Anbietern bewarb sich

ein Verbund aus Rotem Kreuz, Arbeiter Samariterbund,

Johanniter Unfallhilfe, Österreichischer Rettungsdienst

und Malteser Hospitaldienst Austria, der

auch den Zuschlag erhielt.

24 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


GEMEINSAMLEBENRETTEN

In diesem gemeinsamen Verbund leistet der MHDA

nun bereits seit zehn Jahren seinen Dienst. Im Rahmen

der eigenen Sanitätsschule werden die Mitglieder des

MHDA professionell ausgebildet. Das Bewusstsein um

die Verantwortung, die wir in der Notfallrettung gegenüber

den Tirolerinnen und Tirolern haben, spornt uns

an, uns durch regelmäßige Fortbildung auf dem neuesten

Stand zu bringen und unsere Kompetenzen laufend

zu verbessern.

Ein herzliches Danke an das Land Tirol und

unsere Partner

Obwohl der MHDA der mit Abstand kleinste Partner

im Rettungsverbund ist, blicken wir dennoch mit Stolz

auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Schließlich hat

sich das Land Tirol neuerlich dazu entschieden, den

öffentlichen Rettungsdienst wieder an die bestehende

Kooperation zu vergeben – im Übrigen ohne neuerliche

Ausschreibung, welche aufgrund der neuesten Rechtsprechung

nicht mehr erforderlich ist.

Wir bedanken uns im Namen aller Malteser beim Land

Tirol und seiner Bevölkerung für das Vertrauen, das sie

uns zukommen lassen. Ein weiteres großes „Danke“ geht

Die sorgfältige Ausbildung im Bereich Notfallmedizin

ist ein Garant für Qualität und Sicherheit in sämtlichen

sozialen Tätigkeitsbereichen des MHDA. Nur schwer

vorstellbar ist die Durchführung von Pilgerreisen, Exkursionen,

kleinen Ausflügen bis hin zu heiligen Messen,

ohne dass die gesundheitliche Versorgung und

Betreuung der Teilnehmenden entsprechend gewährleistet

werden kann.

an unsere Partner im Rettungsverbund. Nichts ist so

wichtig wie eine gute und kollegiale Zusammenarbeit.

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

25


RÜCKBLICK

50 JAHRE IN 5 STATIONEN

Die Geschichte des Malteser Hospitaldienstes Austria in Tirol beginnt in einer kleinen Dachkammer mit Beinahe-Blick

auf den Inn und ist heute in „MALTA“, der professionell ausgestatteten Malteser-Zentrale in Innsbruck, angekommen.

Ein persönlicher Rückblick, verbunden mit fast schon „historischen“ Bildern.

Von Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn

Trogerstraße 2 – Die Anfänge

Vor nunmehr 51 Jahren erteilte der damalige Delegat

für Tirol, Anton Graf Ceschi a Santa Croce, Ulrich Paumgartten

einen „folgenschweren“ Auftrag: „Sammle junge

Leute, um eine Gruppe der Malteser in Tirol zu bilden.“

Wir trafen uns das erste Mal im Innsbrucker Wirtshaus

„Goldene Rose“, danach im „Weißen Kreuz“.

30 waren wir, zwischen 20 und 40 Jahre alt, die diesem

Ruf folgten. Für die Ausbildung (16 Stunden Erste Hilfe)

fanden wir uns in einem Hörsaal der medizinischen

Fakultät zusammen. Danach gab es da und dort gesellige

Überstunden. Die Entstehung unserer Gemeinschaft

blieb nicht allen verborgen, die restlichen Bewohner des

Hauses Trogerstraße 2, in dem wir unser erstes Büro

einrichteten, nahmen lebhaften Anteil an unseren Geburtswehen.

Die Struktur des damaligen Malteser Hilfsdienstes entsprach

nicht unseren Vorstellungen, das Problem wurde

kurz vor unserer Aufnahme am 27.6.1970 behoben,

aus dem Malteser Hilfsdienst wurde der Malteser Hospitaldienst

Austria (MHDA). Ab Herbst desselben Jahres

konnten wir unsere Bereitschaft zum Dienst an den

„Herren Kranken“ in der sonntäglichen Betreuung von

Kindern im Heim St. Joseph in Mils und im Rettungsdienst

in der Ortsstelle Seefeld des Roten Kreuzes beweisen.

Dieser Dienst brachte uns auch zum Karwendelmarsch,

an dessen Sanitätsbetreuung wir 20 Jahre

beteiligt waren.

Dass sich zur Zeit des Imperium Romanum der Nabel

der Welt in Rom befand, haben wir im Lateinunterricht

gelernt, im Religionsunterricht hörten wir, dass

die Ewige Stadt der Mittelpunkt der katholischen Welt

ist. Am großen Pilgerzug des Großpriorats Österreich

im Frühherbst 1971 haben wir erstmals Bekanntschaft

gemacht mit dem Zentrum des Malteserordens in der

Via dei Condotti 67 und der Villa am Aventin mit dem

berühmtesten Schlüsselloch der Welt.

Waren bis dahin Malteser in Tirol weitgehend unbekannt,

ist es uns gelungen, 100 Teilnehmer und damit

ein Viertel der gesamten Wallfahrt zu stellen. Mit diesem

Ereignis konnten wir eine Gemeinschaft von Betreuten

und Betreuern aufbauen, die noch heute funktioniert,

selbst wenn nicht mehr alle von damals noch

auf dieser Welt weilen. Auch die Rundreise in und um

Österreich mit dem Sonnenzug bescherte uns ab 1971

viele Freundschaften. Wir lernten aber auch wunderbare

Eisenbahnstrecken, Landschaften und Orte kennen.

Eine besondere Erfahrung war das mehrfache Passieren

des Eisernen Vorhangs.

1972 pilgerten wir erstmals im Rahmen der großen

Malteser-Wallfahrt nach Lourdes, wo wir den Orden

in geballter Formation erlebten. Diese Erfahrung hat

das Leben in unserer Gemeinschaft einschneidend geprägt.

Für fast alle war es die erste intensive Begegnung

mit pflegebedürftigen Menschen. Wir mussten lernen,

unter erschwerten Bedingungen – wir fuhren mit Lazarettwaggons

aus dem zweiten Weltkrieg, die Heime für

Wallfahrer erinnerten an Kriegslazarette – unsere Betreuten

zu versorgen.

Noch im Herbst desselben Jahres wurde ein zusätzliches

Ausbildungsfach „Krankenpflegehilfe“ (heute

Laienpflege) eingeführt. Die erworbenen Fertigkeiten

setzten wir in der Folge bei Sonntagsdiensten, zuerst

im Bezirkskrankenhaus Hall, dann an der Medizinischen

Klinik Innsbruck ein.

Müllerstraße 29 – Das erste Kursangebot

Die 6. KDV-Novelle BGBl 356/1972 gab uns die Möglichkeit,

Kurse für „Lebensrettende Sofortmaßnahmen

am Ort des Verkehrsunfalles“ abzuhalten. Zu diesem

Zweck übersiedelten wir vom Dachkammerl der Trogerstraße

2 in ein Geschäftslokal in der Müllerstraße 29.

Dieses Jahr bescherte uns auch den ersten großen Sanitätsdienst:

Die Mädchen-Jungschar verantaltete 1972

26 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


RÜCKBLICK

die Jungschar-Olympiade „Palette“ in Innsbruck. Mit

80 Maltesern organisierten und leiteten wir die Betreuung

von gut 3.500 Teilnehmerinnen, die in Innsbrucker

Schulen untergebracht waren.

Die vielen Kontakte mit Maltesern aus allen Bundesländern

förderten das Interesse an der Tiroler Lebensweise.

Im Sinne der „Völkerverständigung“ waren wir selten

um eine Ausrede verlegen, die anderen Bereiche zu

Diensten und Veranstaltungen in Tirol einzuladen. Die

lose Veranstaltungsreihe „Tiroler Wochenende“ feiert

als „Hüttengaudi“ seit 2009 fröhliche Urständ.

Sternwartestraße 2 – Hilfe im Katastrophenfall

Da wir die Kurse für Führerscheinanwärter fast ausschließlich

in Fahrschulen, dem Landwirtschaftlichen

Schulungsheim Reichenau und beim ÖAMTC abhielten,

zogen wir 1974 wieder um, diesmal nach Hötting, in ein

Kellerlokal in der Sternwartestraße 2.

Die Unterstützung von Opfern von Naturkatastrophen

hat im Malteserorden Tradition (so etwa 1693 beim

Erdbeben von Catania). Erstmals war der Bereich Tirol

1976 beim Erdbeben von Friaul in die Hilfeleistungen

involviert. Es folgten 1989 Campanien, 2016 L‘ Aquila.

Karmelitergasse 21 – Das letzte Provisorium

1980 fanden wir ein neues Lokal im Stadtzentrum in

einem Hinterhof in der Maria Theresien Straße 20 in

unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus. Für unser

Auto und das damals noch recht bescheidene Katastrophenmaterial

mieteten wir eine Garage in der Karmelitergasse

21 an.

Leopoldstraße 41 – Die professionelle Zentrale

Die kontinuierlich steigende Zahl an Mitgliedern, Autos

und Material trieb uns wieder auf die Suche nach einer neuen

Zentrale, die alles unter einem Dach vereinen und Platz

für fast alle Zusammenkünfte bieten sollte. So fanden wir

1984 eine ehemalige Weinkellerei in der Leopoldstraße

41, die wir in zwei Ausbaustufen adaptieren konnten. Diese

Zentrale – unser „MALTA“ – hat es uns auch ermöglicht,

2011 in den Rettungsdienst in Tirol einzusteigen.

Seit 1984 ist uns MALTA Dienstort, Ausbildungsstätte,

Lager, Garage – aber auch Treffpunkt, wo wir unsere

Gemeinschaft pflegen: Hier feiern wir Heilige Messen,

essen, veranstalten Kinonachmittage oder organisieren

ein Café – was auch immer: Alles beginnt in MALTA

und endet dort. MALTA ist der Ort der Begegnung mit

den Menschen, die uns geprägt haben und immer noch

prägen. Mit 30 Mitgliedern haben wir begonnen, heute

haben wir 93 aktive Mitglieder, die im Schnitt pro Jahr

mehr als 190 Stunden Dienst leisten. 126 ruhende Mitglieder

unterstützen uns ideell und finanziell. An dieser

Stelle auch ein Dank an unsere hauptamtliche Sekretärin,

Monika Reitmeir, die uns seit Jahren tatkräftig unterstützt.

Ein herzliches Vergelt’s Gott allen Menschen, Institutionen und Gebietskörperschaften, die es uns ermöglicht

haben, ganz im Sinne von Ordensgründer Fra‘ Gerhard „das Leid geringer, das Elend erträglicher zu machen“

und vielen Mitgliedern eine sinnstiftende, erfüllende Tätigkeit zu schenken!

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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KAPITEL

DIE SIEBZIGER JAHRE

KARWENDELMARSCH, ERSTMALIG ROM UND LOURDES,

STRASSENSAMMLUNG, ERDBEBEN FRIAUL

31 motivierte junge Malteser suchen eine sinnvolle

Beschäftigung. Einige Male hieß es:

„Es ist schön, dass sie ehrenamtlich arbeiten

wollen, aber….“, bis die Tiroler/Vorarlberger

Malteser schließlich mit offenen Armen im Heim

St. Joseph in Mils und in der Dienststelle Seefeld des

Roten Kreuzes aufgenommen wurden. Auf Sonnenzügen

lernen sie die Vorzüge des Gemeinschafts(er)

lebens auf engstem Raum kennen, es folgen die ersten

Wallfahrten nach Rom (1971) und Lourdes (1972).

1976 können nach dem schweren Erdbeben Hilfsgüter

nach Friaul geliefert werden.

28 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


KAPITEL

DIE ACHTZIGER JAHRE

INTERNATIONALES MALTESER SOMMERLAGER (IMS), LOURDES,

ROM UND HEILIGES LAND, PAPSTBESUCHE, ERDBEBEN KAMPANIEN

1983: Das erste Internationale Malteser Sommerlager

für junge Betreute. Wallfahrten sind Fixpunkte im

Leben der Tiroler und Vorarlberger Malteser, Lourdes

jährlich, Rom alle fünf Jahre und 1989 erstmals ein

Traumziel: das Heilige Land. Neben dem Gebet an den

Heiligen Stätten Jerusalem, Bethlehem, Nazareth gibt

es Ordensgeschichte in Akkon, Erholung am See Genesareth

und ein Bad im Toten Meer.

Nach Kampanien konnten 50 Wohncontainer im

Dezember 1980 geliefert und aufgebaut werden. Höhepunkte

spirituell und als Sanitätsdienst waren die

Besuche vom Papst Johannes Paul II 1983 und 1988.

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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KAPITEL

DIE NEUNZIGER JAHRE

DIE GEMEINSCHAFT WÄCHST, AIR & STYLE

„Malta tours unlimited – besondere Reisen für besondere

Menschen“, dieses Motto führt die Malteser in Tirol/

Vorarlberg nicht nur wiederholt nach Lourdes und Rom,

sondern auch an viele andere Orte in Österreich und den

Nachbarländern. 1992 und 1999 pilgerte die Tiroler Delegation

erneut ins Heilige Land.

Der Großunfall bei Air & Style am Bergisel 1999 prägte

viele der jungen Malteser.

30 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


KAPITEL

DIE ZWEITAUSENDER JAHRE

CAMINO DE SANTIAGO, MITTELEUROPÄISCHER KATHOLIKEN-

TAG (MEKT), PAPSTBESUCH, ERDBEBEN IN L’AQUILA

2004 kamen über 100.000 Besucher zum MEKT,

Malteser aus Tirol/Vorarlberg waren als Sanitäter und

mit Betreuten dabei. 2004 und 2009 folgten Pilgerreisen

nach Santiago de Compostela. Benedikt XVI besuchte

2007 Mariazell (850. Jahrtag der Gründung). Ein Erdbeben

zerstörte 2009 in der Provinz L’Aquila zahlreiche

Häuser – über Malteser International war der Bereich

Tirol/Vorarlberg am Hilfseinsatz beteiligt.

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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KAPITEL

DIE ZWEITAUSENDZEHNER JAHRE

RETTUNGSDIENST, RHODOS, MALTA

Die Malteser schließen sich der Bietergemeinschaft für

den Rettungsdienst in Tirol an, ab 2011 fahren sie regelmäßig

Dienste an den Wochenenden. 2012 und 2019

gab es „Urlaub mit Gott“ in Rhodos, 2013 einen solchen

in Malta – zwei Inseln, die den Orden für jeweils zwei

Jahrhunderte beherbergten.

32 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


KAPITEL

... UND CORONA

SOZIALE NÄHE TROTZ PHYSISCHER DISTANZ

Die persönliche Nähe zu unseren Betreuten muss stark

eingeschränkt werden, aber die Malteser in Tirol/

Vorarlberg können den Kontakt aufrechterhalten

durch kleine Aufmerksamkeiten, Besuch an der

Wohnungstüre und Telefonate. Sehnsüchtig wird nun auf

die Impfung und das Abflauen der Pandemie gewartet.

Für Malteser gibt es nie „business as usual“, weil sie immer

außergewöhnlichen Menschen dienen.

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

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GELESENEMPFOHLEN

DIE MALTESER ZUM NACHLESEN

Für besonders „Malteser-Interessierte“ empfehlen wir zwei Schriften, die von Autoren aus den eigenen Reihen verfasst

wurden. Die nachstehenden Werkporträts geben einen kleinen Vorgeschmack.

DIE GRUNDLAGEN

DES MALTESERORDENS

Die als Buch erschienene

und mittlerweile ausgezeichnete

Masterarbeit

von Dr. Florian Schwetz,

LLM, beleuchtet die rechtlichen

Charakteristika des

Souveränen Malteser-Ritter-Ordens

als eine außergewöhnliche

Entität. Einerseits

ist der Orden ein

katholischer Laienorden,

andererseits souveränes

Völkerrechtssubjekt mit

zahlreichen speziellen Merkmalen. Das Werk

wurde mit dem „Bischof DDr. Stefan László-Preis 2020“

ausgezeichnet, der an exzellente Arbeiten, die sich u.a.

mit dem Wirken laienapostolischer Gruppen beschäftigen,

vergeben.

Das Buch unternimmt eine umfassende Betrachtung

der staats- und kirchenrechtlichen Aspekte des Eigenrechts

des Ordens sowie seines jüngsten Reformprozesses.

Dazu Prokurator Norbert Salburg-Falkenstein in

seinem Geleitwort: „Ohne Wesentliches zu vergessen

und ohne sich im Detail zu verlieren, hat es der Autor

geschafft, einen guten Überblick über die Souveränität

des Ordens zu geben. Er zeigt seine staats- und kirchenrechtlichen

Besonderheiten sowie seine Eigenrechte auf

und legt auch die karitativen Werke des nach wie vor

stetig wachsenden, weltweit agierenden Ordens dar.

Dank guter Recherche wurden auch die rezenten Ereignisse,

die dem Souveränen Malteser-Ritter-Orden eine

große Publizität eingebracht und zur Einleitung eines

Verfassungs-Reformprozesses geführt haben, ebenso

objektiv dargestellt. Ich empfehle diese gut geschriebene

und klar strukturierte Arbeit sehr zur Lektüre.“

Das Buch kann direkt über den Malteserorden zum Vorzugspreis

von 30 Euro bezogen werden. Bestellungen

sind per E-Mail an smom@malteser.at oder telefonisch

unter +43 1 512 72 44 möglich.

WEISSES KREUZ AUF

ROTEM GRUND

Diesen Titel trägt ein neues, von der Verlagsanstalt

Tyrolia verlegtes Buch zur Geschichte des Johanniterordens

(ab 1530 „Malteserorden“). Von Dr. Gregor Gatscher-Riedl

und Frà Dr. Ludwig Call verfasst, sollte es

rechtzeitig zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Bereichs

Tirol und Vorarlberg des Malteser Hospitaldienstes

Austria vorliegen.

Das Buch behandelt die überaus wechselvolle Geschichte

des Ordens und illustriert sie mit zahlreichen, großteils

farbigen Abbildungen. Aufgelockert durch wenig

bekannte Anekdoten bietet es dem Interessierten einen

kompakten Überblick über den weltweit karitativ tätigen

Laienorden.

Die ursprünglich für 2020 geplante Buchpräsentation

musste coronabedingt verschoben werden. Ein neuer

Termin ist für Ende Juni 2021 geplant. Dies gibt den

Autoren die Möglichkeit,

das Buch zwischenzeitlich

zu erweitern und über die

jüngsten, durch den Tod des

80. Großmeisters Frà Giacomo

Dalla Torre del Tempio

di Sanguinetto im April

2020 ausgelösten Entwicklungen

zu informieren.

Wir sind schon sehr gespannt!

34 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020


DANKSAGUNG

EIN HERZLICHES UND INNIGES DANKE

allen Unternehmen und Geschäftspartnern, die uns in den vergangenen Jahren freundlicherweise unterstützt haben:

Air Liquide

Andrä Hörtnagl Produktion und Handel GmbH

Autobedarf Karl Kastner GmbH

Autopark GmbH

Blasy GmbH

Brozek

D. Swarovski & Co

ERSTE Bank

Fair Rescue

Franz Achleitner Fahrzeugbau und Reifenzentrum GmbH

Gutmann Gesellschaft GmbH

Holzbaur GmbH & Co KG

Ihr Büro GmbH

Mercedes Benz Arja J. Sailer

Metro Cash & Carry

ÖAMTC Fahrsicherheitstraining

Pappas Tirol GmbH

Porsche Innsbruck

Raiffeisen-Landesbank Tirol

Rainerwein

Textilhaus Egger

TIGAS-Erdgas Tirol GmbH

Total Fire Stop Brandschutztechnik GmbH

TÜV Austria Innsbruck

Unterweger Früchteküche GmbH

Würth-Hochenburger GmbH

Aristos Druchzentrum GmbH, mit einem besonderen

Dank für die Unterstützung bei der Realisierung dieser

Festschrift.

Ein herzliches Danke ebenso den Stellen des öffentlichen Dienstes, den kirchlichen Einrichtungen und unseren

Partnerorganisationen:

Amt der Tiroler Landesregierung

Arbeitersamariterbund Tirol

Diözese Feldkirch

Diözese Innsbruck

Freiwilligenkoordination der Caritas Innsbruck

Johanniter Unfallhilfe Tirol

Leitstelle Tirol

Rotes Kreuz Landesverband Tirol und allen

Bezirksstellen des Roten Kreuzes

Rotes Kreuz Tirol Rettungsdienst GmbH

Stadt Innsbruck

Stift Wilten

Tiroler Hospizgemeinschaft

50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

35


KAPITEL

FESTSCHRIFT 50 JAHRE

MALTESER AUSTRIA

BEREICH TIROL/VORARLBERG

U4 MIT HASHTAG ODER CLAIM UND ADRESSE

MALTESER Austria

Bereich Tirol/Vorarlberg

6020 Innsbruck, Leopoldstraße 41

T: +43 512 58 04 58 | E: tirol@malteser.at

www.malteser.at

36 50 Jahre Bereich Tirol/Vorarlberg | 1970 - 2020

„Spenden helfen. Dort, wo Not ist.“

Ihre Spende an die MALTESER in Tirol/Vorarlberg

ist steuerlich absetzbar. Vielen Dank!

Spendenkonto: AT80 2011 1837 2721 7900

STW | 10/2017

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