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Taxi Times München - 3. Quartal 2022

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INHALT

TITEL ILLUSTRATION: Adobe Stock / watsaphol

RESPEKT AUF ALLEN EBENEN

Wer für die gleiche Leistung mehr Geld verlangt, sorgt für Frust

bei denjenigen, die diese Leistung bezahlen. Der Verbraucher

ärgert sich, dass 500 Gramm Butter inzwischen mehr als das Doppelte

kosten, der Mieter wartet mit Grauen auf die nächste Heizkostenabrechnung

und der Taxikunde stöhnt seit der neuerlich

(notwendigen!) Preisanpassung über den höheren Taxipreis für

die Fahrt zum Flughafen, in die Stammkneipe oder zur Arztpraxis.

Damit das so gern zitierte Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt,

ist es wichtig, dass der oder die Taxifahrer für das Mehr an Geld

auch seine (Dienst-)Leistung anpasst. Was in der Theorie so einfach

klingt, weist jedoch in der Praxis einige Unwägbarkeiten auf.

Wer eine hochwertige Dienstleistung anbietet, muss beispielsweise

auch ein gut geschultes Personal zur Verfügung stellen. Mit der

Verpflichtung zum Nachweis einer Fachkunde will der Gesetzgeber

dafür sorgen, dass wenigstens ein Mindestlevel an Grundkenntnissen

vorhanden ist. Doch auch nach über einem Jahr seit der

neuen Regelung hat das zuständige Verkehrsministerium noch

immer keine Inhalte für jene Fachkunde definiert (siehe Seite 6).

Schlimmer noch: Ein für Juli angesetzter Gesprächstermin mit

Vertretern des Taxigewerbes wurde jetzt schon zweimal vom Ministerium

abgesagt. Immer kurzfristig, einmal sogar erst wenige Stunden

vorher, sodass ein Münchner Gewerbevertreter, der ebenfalls

an diesem Gespräch teilnehmen sollte, umsonst angereist war.

Es ist respektlos und eines Ministeriums unwürdig, so mit einer

Branche umzugehen!

Irgendwie scheint diese Respektlosigkeit gegenüber der Taxibranche

derzeit ganz normal zu sein. Das nächste Beispiel dazu liefern

gerade die Fahrzeughersteller ab. Dass Mercedes und Co. der

Branche nun die kalte Schulter zeigen, ist bei allem Verständnis

für deren Lieferprobleme nicht zu akzeptieren. Fahrzeuge sind für

jeden Taxiunternehmer ein unverzichtbares Betriebsmittel. Ohne

Taxi keine Existenz! Dazu kommt, dass der Umstieg auf Elektrotaxis

(klima-)politisch und gesellschaftlich vom Taxigewerbe verlangt

wird. Warum und wie die Münchner Unternehmer*Innen

bei diesem Punkt massiv ausgebremst werden, beschreiben wir

ab Seite 8.

Trotz dieser Widrigkeiten ist es alternativlos, dass die Taxibranche

die Elektromobilität annimmt. Dazu gehört auch, dass man den

E-Taxis kleine Vorteile verschafft, mit denen die infrastrukturellen

Nachteile ausgeglichen werden. Mit einer im August am Flughafen

eingeführten Wartespur nur für E-Taxis wurde ein solcher Vorteil

geschaffen. Auf Seite 21 erläutert IsarFunk-Geschäftsführer

Christian Hess diese Maßnahme und appelliert an die Weitsicht

der dortigen Kollegen.

Wer von der Politik, den Behörden und der Industrie Respekt

einfordert, muss diesen Respekt auch gewerbeintern aufbringen.

Gute Unterhaltung beim Lesen wünscht

– die Redaktion –

PERSONEN

4 Die langen Leiden des Başar Alici

NEUSTART MIT HÜRDEN

6 die vergessene Fachkunde

7 der eklatante Fahrermangel

8 die ungefüllte Mercedes-Lücke

ELEKTRO-TAXIS

10 Interview mit einem Hamburger Politiker

11 Einladung zum runden Tisch

TAXIVERBAND BAYERN E.V. (TVB)

13 individuelle Festpreise im Taxi

TAXITARIF

14 Festpreise: der richtige Knopfdruck

ISARFUNK TAXIZENTRALE

15 Neuer Quality-Check

16 Besuch während des Checks

18 Zeit gewonnen bei der Datenverwaltung

19 Neues Kurzfahrtengebiet

20 Neue Spur für E-Taxis am Flughafen

21 Christian Hess zur E-Taxi-Spur

UBER-FILES

22 Schmutziger Lobbyismus in Deutschland

24 Macron, Kroes & Co im Ausland

VERKEHRSPOLITIK

25 Tal wird Fußgängerzone mit Taxis

DAS LETZTE

26 Mietwagen-Urteil aus Frankfurt

26 Impressum

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI 3. QUARTAL 2022

3


PERSONEN

DIE LANGEN

LEIDEN

DES HILFS-

BEREITEN

BAŞAR ALICI

Der Münchner Taxifahrer Başar Alici wurde in der Silvesternacht von einem

Polizeifahrzeug erfasst und schwer verletzt. Wie geht es ihm heute?

Das Schicksal des 41-jährigen Başar Alici sorgt weit über

das Münchner Taxigewerbe hinaus für Aufsehen. Als er

in der Silvesternacht sieht, wie ein Betrunkener bei der

Staatsbibliothek mehrere Meter tief mit dem Kopf voran zu Boden

stürzt und reglos liegen bleibt, stoppt er sofort sein Taxi und hilft.

Er versucht, ein zufällig mit Blaulicht herannahendes Fahrzeug

anzuhalten, und hofft auf schnelle Hilfe. Es ist aber kein Krankenwagen,

der sich aus der Dunkelheit nähert, sondern die Polizei.

Das Auto erfasst Alici mit großer Wucht, sodass dieser zur

Seite geschleudert wird und einen dreifachen Beckenbruch, angeknackste

Wirbel, einen Ober- und Unterschenkelbruch, ein Schädel-Hirn-Trauma

und eine schwere Darmverletzung erleidet. Nach

Aussage der Ärzte grenzt es an ein Wunder, dass Alici den Unfall

überlebt hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass Alici tatkräftig zupackt, als

jemand in Lebensgefahr gerät. Schon als Schüler erlebt er, wie auf

einem U-Bahnhof ein Mann ins Gleisbett fällt. Zusammen mit

anderen Helfern gelingt es ihm, den Mann vor der Einfahrt des

nächsten Zuges auf den Bahnsteig zu hieven. Für diese Lebensrettungsaktion

wird er von Edmund Stoiber mit einer Medaille

ausgezeichnet.

MEHRERE WOCHEN IM KOMA

Alici wird nach dem Unfall in der Silvesternacht 2021 mehrmals

operiert und wird mehrere Wochen in der Klinik Bogenhausen im

Koma liegen. Seine Frau Anja, die um sein Leben bangt, muss ihr

Ingenieurstudium unterbrechen, um sich alleine um die vier Kinder

zu kümmern und die bürokratischen Notwendigkeiten wegen

ihres Mannes zu bewältigen. Erschwert wird ihre Situation

dadurch, dass die zehnjährige Tochter seit Längerem an Leukämie

leidet und ebenfalls zeitintensiv ärztlich behandelt werden muss.

Um der Familie aus der akuten Finanznot zu helfen, ruft das

Münchner Taxigewerbe zu Spenden auf. Schon damals ist fraglich,

ob Alicis Genesung gelingen wird. Sicher wird sie aber Monate in

Anspruch nehmen. Alici wird später in die Berufsgenossenschaftliche

Unfallklinik in Murnau am Staffelsee verlegt.

Die Spendenaktion führt zu breiter Unterstützung im Taxigewerbe

und großer Dankbarkeit seitens Anja Alici, kann aber die

Finanznot der sechsköpfigen Familie nur für eine begrenzte Zeit

kompensieren.

ALICI IST EIN HELD

Fünf Monate nach dem Unfall hat die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“)

eine Reportage über das Schicksal der Familie gebracht. Sie

bezeichnet Alici wegen seiner selbstlosen Hilfsbereitschaft als

Helden. Er leidet noch immer schwer an den Folgen des Unfalls,

sitzt im Rollstuhl und lernt langsam wieder das Laufen. Er habe

Angst, ein Pflegefall zu bleiben und eine Belastung für die Familie

zu sein, zitiert ihn die „SZ“. Zunächst muss er voraussichtlich

noch mindestens bis Jahresende in der Klinik bleiben.

Der genaue Unfallhergang und die Schuldfrage sind bis heute

nicht restlos geklärt, doch wird das Ergebnis wenig daran ändern,

dass Başar Alici und seine Familie sich in einer sehr schwierigen

Situation befinden.

Inzwischen ist das Geld, das durch die Spendenaktion bisher

eingegangen ist, aufgebraucht, sodass die Familie dringend weitere

Spenden benötigt, um für die drei gesunden und das kranke

Kind zu sorgen. Es wäre wichtig, dass der Kollege, den seine Hilfsbereitschaft

beinahe das Leben gekostet hätte, weitere Hilfsbereitschaft

in Form von Spenden erhält. Die IsarFunk Taxizentrale hat

gegenüber Taxi Times angekündigt, noch einmal einen vierstelligen

Betrag zu spenden.

ar

DAS SPENDENKONTO:

Taxi-München eG

IBAN: DE46 7002 0270 0035 8718 53

BIC: HYVEDEMMXXX

Verwendungszweck: Spende für Başar Alici

FOTOS: privat, Daniel Grohotolski / NounProject.com

4 3. QUARTAL 2022 TAXI


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HOCHFAHREN MIT HÜRDEN

NEUSTART

MIT HÜRDEN

Endlich seit 2020 steigt wieder

die Nachfrage nach Taxis. Doch das

Hochfahren auf eine gute Auslastung

wird durch viele äußere Faktoren

erschwert.

TAXI

Pandemiebedingt musste das Taxigewerbe über zwei Jahre

mit immensen Umsatzverlusten leben. Personal musste in

Kurzarbeit geschickt oder gar entlassen werden, anstatt

Rückstellungen für die nächsten Anschaffungen zu machen, mussten

viele Unternehmer*Innen auf die Reserven zurückgreifen. Der

turnusgemäße Fahrzeugtausch wurde nach hinten geschoben. Seit

diesem Frühjahr zieht das Geschäft nun wieder an, der Bedarf an

Taxis erreichte teilweise schon wieder das Niveau von 2019, als

noch niemand das Wort Corona kannte.

Trotzdem kann die Branche diese positiven Tendenzen derzeit

nicht voll ausnutzen. Das Hochfahren nach dem nahezu völligen

Corona-Stillstand gestaltet sich schwieriger als gedacht. Taxi Times

beschreibt in den folgenden Beiträgen, welche Hürden derzeit zu

bewältigen sind.

jh

DAS LANGE WARTEN AUF DIE FACHKUNDE

Auf den ersten Blick mag es der Taxibranche in die Karten spielen,

dass mit der Abschaffung der Ortskunde im Jahr 2021 der Zugang zum

Beruf des Taxifahrers erleichtert wurde. Doch der Schein trügt.

Der Besitz eines Führerscheins macht noch lange keinen

guten Taxifahrer. Ein paar Grundelemente sollte jeder

Personenbeförderer dann doch wissen. Der Gesetzgeber

sieht dies genauso und hat deshalb als Ersatz für die weggefallene

Ortskunde den Nachweis einer Fachkunde in die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes

(PBefG) aufgenommen. Jedoch hatte

er zum Zeitpunkt des Inkrafttretens im August

2021 noch keine Inhalte definiert. Schlimmer

noch: Bis heute gibt es keinerlei Ansätze dafür.

Das ist skandalös und einer Demokratie unwürdig.

16 MONATE STILLSTAND

Verantwortlich dafür ist das Bundesverkehrsministerium,

das jahrzehntelang unter Führung der

CSU stand und nun von der FDP geführt wird. Und obwohl die

Taxiverbände seit mittlerweile 16(!) Monaten intensiv darauf drängen,

dass hier aus dem Ministerium endlich Vorschläge erarbeitet

werden, bleibt nur die nüchterne Feststellung: Weder Minister

Scheuer noch sein Nachfolger Wissing waren gewillt, hier endlich

die im Gesetz vorgesehene Basis für eine Qualitätsverbesserung

zu schaffen. Das Versprechen, das man gegenüber den Gewerbevertretern

gegeben hat, wurde bislang nicht eingelöst. Man muss

GRUND-

MODUL

es so deutlich formulieren: Das Bundesverkehrsministerium blockierte

über ein Jahr lang die Ausführung eines demokratisch

legitimierten Gesetzes. Erst für Anfang August wurde endlich ein

runder Tisch angesetzt. Vertreter der beiden Taxiverbände BVTM

und TMV saßen mit den Mitarbeitern der Fachabteilung des Verkehrsministeriums

zusammen.

Was dabei herauskam, stand bei Redaktionsschluss

dieser Ausgabe noch nicht fest. Doch selbst wenn die

Inhalte nun zügig definiert werden: Es wird dauern,

bis die kommunalen Behörden die Vorgaben in eine

Prüfung umsetzen werden.

In München haben die beiden Taxizentralen

gegen den politisch verschuldeten Qualitätsverlust

schon früh gegengesteuert. Sie bieten bereits seit

2021 ein gemeinsames Schulungskonzept an, damit die künftigen

Taxifahrer wenigstens eine vernünftige Basis an Grundkenntnissen

mitbringen, ehe sie den ersten Funk-Auftrag übernehmen.

Das Konzept wurde gut angenommen, die Kurse sind permanent

ausgebucht. Sowohl die IsarFunkTaxizentrale als auch die Taxi

München eG stellen so sicher, dass Taxikunden, die telefonisch

oder über die App ein Taxi bestellen, weiterhin von gut ausgebildeten

Fahrer*Innen chauffiert werden.

jh

ILLUSTRATION UND FOTO: Adobe Stock / watsaphol, Ptixabay

6 3. QUARTAL 2022 TAXI


NEUSTART MIT HÜRDEN

DIE MÜHSAME SUCHE NACH FAHRPERSONAL

Nach der Pandemie läuft das Taxigeschäft endlich wieder. Doch vielen Betrieben

fehlt qualifiziertes Personal. Woran liegt das?

FOTO: Screenshot ebay

Wie nahezu alle pandemiegeplagten Branchen klagt

auch das Taxigewerbe über fehlendes Personal. Ehemalige

Taxifahrer sind in krisensichere Jobs gewechselt,

liefern jetzt beispielsweise lieber Amazon-Päckchen ab als

die Seniorin in der Arztpraxis. Dazu kommt ein Generationenproblem:

Viele etablierte Taxifahrer*Innen erreichen das Rentenalter,

doch der Nachwuchs findet andere berufliche Perspektiven attraktiver

als Taxifahren.

Die fahrlässige Außendarstellung im Zusammenhang mit dem

gesetzlichen Mindestlohn war letztlich ebenso ein Bumerang:

Schon vor dessen Einführung im Jahr 2015 wurde keine Gelegenheit

ausgelassen, öffentlich auf die existenzvernichtenden Folgen

für die Taxibranche hinzuweisen, wenn die Branche zu einem

gesetzlichen Mindestlohn von damals noch 8,50 Euro pro Stunde

verpflichtet wird. Das politische Ziel, dass Taxis eine Sonderbehandlung

bekommen, wurde klar verfehlt – und der im Vorfeld

schwarzmalerisch prognostizierte Untergang der Branche ist übrigens

doch nicht eingetreten. Stattdessen hat sich in den Köpfen

der Gesellschaft eingebrannt, dass der Beruf des Taxifahrers lediglich

auf Mindestlohn-Niveau bezahlt ist.

Welche Auswirkungen das konkret hat, beschrieb kürzlich die

Münchner tz: In den vergangenen zwei Jahren hätte das Taxigewerbe

rund ein Drittel der Fahrer verloren, zitiert die Tageszeitung

Bumerangeffekt:

Welche Wertschätzung

erweist

man einem künftigen

Taxifahrer,

wenn man ihn über

Ebay-Klein anzeigen

sucht?

Thomas Kroker in dessen Funktion als Vorsitzender des Landesverbandes

Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen. Allein

in der Landeshauptstadt würden zurzeit 700 bis 800 Taxler fehlen.

„In München sind 3.300 Taxis zugelassen. Wir sind froh, wenn

wir 2.000 auf die Straße bringen“, sagte Kroker der tz. In ganz

Bayern seien rund 6800 Taxis zugelassen.

Für Mehrwagenunternehmer zählt jetzt, dass man sich intensiv

um Interessenten und Neubewerber kümmert, gab kürzlich ein

Mitarbeiter einer Arbeitsagentur wertvolle Tipps. Für München

bedeutet das, dass man parallel zu den Qualitätskursen der beiden

Münchner Taxizentralen noch firmeneigene Schulungsmaßnahmen

ergreift, in denen alle anderen wichtigen Faktoren dieses

Berufs vermittelt werden. Den Kostenaufwand einer solchen Schulung

kann man wiederum über einen Eingliederungszuschuss

durch die Arbeitsagentur erstattet bekommen.

jh

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI 3. QUARTAL 2022

7


NEUSTART MIT HÜRDEN

WER ERSETZT DIE

MERCEDES-LÜCKE?

Mit der Mercedes E-Klasse und

dem Toyota Prius Plus stehen dem

Taxigewerbe die derzeit beliebtesten

Modelle künftig nicht mehr als Taxi zur Verfügung.

Der Wechsel zu einem adäquaten Nachfolger

hat viele Hürden.

Bekanntermaßen wird Mercedes seine E-Klasse nicht mehr

mit Taxipaket anbieten. Taxis mit dem Stern gibt es für

die Branche bald nur noch als V-Klasse, EQV, Vito Tourer

und eVito Tourer. Dazu kommt: Besondere Finanzierungskonditionen

oder auch jahrzehntelang übliche großzügige Kulanzen sind

mittlerweile ein Relikt aus der Vergangenheit.

Im Bereich der Großraumtaxis können Taxiunternehmer

also weiterhin Modelle mit dem Stern

erwerben, auch elektrisch angetriebene. Besondere

Finanzierungskonditionen oder auch jahrzehntelang

übliche großzügige Kulanzen sind aber mittlerweile

ein Relikt aus der Vergangenheit. Münchens beliebtestes

Modell wird demnächst also von den Taxiständen

verschwinden, ebenso wie das am zweithäufigsten

anzutreffende Modell, der Toyota Prius+, der für

Deutschland schon seit dem letzten Jahr nicht mehr

produziert wird. Für diese besondere Fahrzeug-Kategorie

(5+2-Sitzer mit Großraumoption als sparsamer und wartungsarmer

Hybrid) gibt es keinen adäquaten Taxi-Ersatz. Der von

Toyota kurzzeitig als Prius-Alternative proklamierte Camry wird

mittlerweile ebenfalls nicht mehr gebaut. Aktuell bietet Toyota

Rollstuhlbeförderung inklusive:

das London Taxi.

Der Klassiker:

der VW Touran.

London Taxi

soll förderfähig

werden.

VIER LÜCKENFÜLLER

seine Limousinen- bzw. Kombivarianten Corolla sowie das SUV

Corolla Cross an oder den Lexus ES 300h Hybrid. Rein elektrisch

betriebene Toyota-Modelle sind für Taxiunternehmer derzeit keine

echte Alternative, obwohl mit dem Proace-Verso eigentlich eine

Großraumvariante mit akzeptabler Lieferzeit (ca. drei

Monate) auf dem Markt wäre. Der bZ4X, ein vollelektrisches

SUV, ist zwar mittlerweile reservierbar und

kann an einer DC-Ladesäule mit bis 150 kW geladen

werden. Wer aber auf eine Wallbox angewiesen ist oder

generell sein Auto mit Wechselstrom laden möchte,

der sollte gegebenenfalls noch etwas mit seiner Reservierung

warten, denn ab Produktionsbeginn wird der

bZ4X zunächst nur mit maximal 6,6-kW-Wechselstrom

geladen werden können. Voraussichtlich Ende 2022

soll der On-Board-Charger aber durch einen dreiphasigen

11-kW-Charger ersetzt werden.

Volkswagen, im Beliebtheitsranking auf Platz drei bei

den Münchner Taxiunternehmern, setzt nach wie vor auf den Touran

mit Dieselantrieb. Der elektrische ID4 bekommt dagegen kein

werkseitiges Taxipaket, hier wäre eine Umrüstung nur auf Eigeninitiative

möglich. Fragt man bei Taxiunternehmen nach, welche

Bei Taxiunternehmern sehr beliebt:

Toyota-Modelle wie hier der Corolla.

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FOTOS: Simon Günnewig; Taxi Times (2), Volvo FOTO: Daimler AG

8 3. QUARTAL 2022 TAXI


NEUSTART MIT HÜRDEN

Marke sie sich denn als Nachfolger vorstellen können, fällt sehr oft

der Name Volvo. Das würde für München passen, denn das werkseitige

Taxipaket wird – anders als bei vielen anderen Exporteuren

– nicht von INTAX in Oldenburg, sondern von der Firma Adler in

München eingebaut. Zudem gibt es mit dem Autohaus München in

Trudering auch einen Händler, der Interesse an der Taxibranche

zeigt und das nötige Know-How mitbringt. Volvo bietet aktuell eine

breite Taxipalette an, unter anderen den V90 mit klassischem Verbrenner-Motor

sowie den XC90 als Plug-in-Hybrid oder den elektrischen

XC40 – Letzterer aber mit dem Manko längerer Lieferzeiten.

DAS PROBLEM BEI TESLA

Die ehemals schwedische Marke gehört mittlerweile zum chinesischen

Geely-Konzern, ebenso wie LEVC, bekannt unter dem

Namen „London Taxi“. Das ist eigentlich ein Modell, das für den

Einsatz als Taxi alle Voraussetzungen mitbringt: Es ist als reines

Taxi gebaut, hat neben einem Elektroantrieb (und einem Verbrenner,

der als Reichweitenverlängerer fungiert) auch einen integrierten

Rollstuhlplatz und wie Volvo mit der Firma Adler die

passende Taxiumrüstung und mit dem Autohaus München den

kompetenten Münchner Händler. Dem Modell werden allerdings

seitens der Stadt ein paar Knüppel zwischen die Beine geworfen,

weil es bisher weder die Kriterien für eine E-Taxi-Förderung noch

die für einen Inklusions-Zuschuss erfüllt. Letzteres könnte sich

aber demnächst dank eines Stadtrat-Antrags von SPD und Grünen

ändern (siehe nebenstehender QR-Code).

Die bisher häufigsten E-Taxis auf Münchens Straßen sind neben

den 10 Jaguar I-PACE des Münchner Taxi Zentrums die Teslas

Model S und X. Die Tesla-Firmenphilosophie sieht allerdings keine

Sonderbehandlung für Großabnehmer oder Gewerbekunden vor.

Spezielle Rabatte für Taxis oder attraktive After-Sale-Betreuung

wie Leihtaxi, Mobilitätsgarantien etc. kann man von Tesla nicht

erwarten. Seit diesem Jahr zeigen diese Haltung nun auch andere

Hersteller. Ford, Polestar, Hyundai, Kia oder die zum Stellantis-Konzern

gehörenden Marken Citroën, Peugeot, Opel und Fiat

haben eine werkseitige aktive Betreuung der „Zielgruppe Taxi

nahezu komplett eingestellt. Dabei sind spezielle Rabatte für Taxis

oder attraktive After-Sales-Konditionen für einen Taxibetrieb bei

der Fahrzeuganschaffung wichtig, weil das Taxi anders als ein Privatfahrzeug

die Basis für die unternehmerische Existenz darstellt

und deshalb im Vorfeld kalkuliert werden muss, wie mögliche

Ausfälle kompensiert werden können.

Zudem werden Taxis durch ihre hohen Laufleistungen und

ihre häufige Besetzung mit der höchstzulässigen Personenanzahl

intensiver beansprucht als Privatfahrzeuge. Die Forderung nach

großzügigen Kulanzregelungen ist daher nachvollziehbar.

Last, but not least befördert ein Taxi Personen und damit auch

den potenziellen späteren Autokäufer. Jede Taxifahrt ist somit

eine Probefahrt, vor allem bei E-Taxis. All diese Faktoren zählen

bei Fahrzeugherstellern plötzlich nicht mehr. Jetzt liegt der

Fokus scheinbar nur noch auf dem Privatkunden. „Es ist eben viel

lukrativer, Elektromodelle an Privatkunden zu verkaufen als an

Taxiunternehmer, für die man erst aufwendig ein Taxipaket entwickeln

lassen muss und die dann auch noch Rabatte erwarten“,

beschreibt es ein Insider gegenüber Taxi Times. Und ein anderer

meint: „Die Automobilindustrie hat im Moment andere Sorgen

als unsere Randgruppe.“ So wird eine Branche, von der politisch

ein Wandel vom Verbrenner zur Elektromobilität verlangt wird,

systematisch ins Abseits gestellt. Dabei wäre – Stichwort E-Klasse-

Ersatz – im Moment eine riesige Lücke zu füllen.

jh

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FOTO: Daimler Ag.


E-TAXIS

DOPPELINTERVIEW MIT

DR. ANJES TJARKS

UND DIRK RITTER

Senator Dr. Anjes Tjarks

(links) und Sachgebietsleiter

Dirk Ritter (unten)

»HAMBURG

KNACKT

DIE 200«

In Hamburg sind innerhalb der letzten 14 Monate

200 E-Taxis in Betrieb genommen worden. Das macht vor

allem den Senator und den Fachbereichsleiter der Behörde stolz.

In einem ausführlichen Doppelinterview

mit Taxi Times ziehen Dr. Anjes

Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr

und Mobilitätswende, und Dirk Ritter,

Leiter des Sachgebiets Aufsicht und

Genehmigungen, Bilanz. Das Interview

ist in der aktuellen Ausgabe der Taxi

Times DACH sowie auf der Homepage

erschienen. Jene Passagen, die auch

für München interessant sind, fassen

wir nachfolgend zusammen.

TAXI TIMES: Herr Tjarks und Herr

Ritter, sie haben unter dem Namen

„Projekt Zukunftstaxi“ ein umfassendes

Förderprogramm aufgelegt.

Dabei fördern Sie nicht die Anschaffung

eines Taxis, sondern die Mehrkosten.

Wo ist da der Unterschied?

DIRK RITTER: Wir fördern einen Ausgleich

zum betrieblichen Mehraufwand,

der durch den Einsatz von E-Taxen besteht,

weil der Unternehmer sein Personal im

Umgang mit den Fahrzeugen schulen und

qualifizieren muss, weil man beim Laden

der Elektromodelle mehr Zeit aufwenden

muss, vielleicht auch eine Tour weniger

macht oder auch mal eine Fuhre absagen

muss. Damit wollen wir die Unternehmer

nicht alleine lassen.

DR. ANJES TJARKS: Während Verbrenner-Taxen

schon werkseitig umgerüstet

vom Band rollen, müssen E-Taxen nachgerüstet

werden. Auch das ist zusätzlicher

betrieblicher Aufwand, der teurer ist, als

wenn man es gleich einbauen würde.

Neben dem Finanztopf braucht es

auch eine gut aufgestellte Behörde, um

ein solches Projekt organisatorisch

und verwaltungstechnisch zu stemmen.

Wie war das bei Ihnen möglich?

RITTER: Wir haben das ganze Verfahren

bis hin zur Umsetzung der Auszahlung

übernommen, das sind teilweise fünf

Raten pro Jahr. Jede Zahlung muss einzeln

händisch angestoßen werden. Das ist

letztendlich eine Frage der Prioritäten und

der Organisation. Im Rahmen der Digitalisierung,

die wir im Laufe der letzten drei

»Die Infrastruktur

muss mit den

Umstiegszahlen der

Autos mitwachsen.«

Dr. Anjes Tjarks

bis vier Jahre erlebt haben, haben wir die

Abläufe verbessern können. Zudem haben

wir extrem motivierte und „lustreiche“

Mitarbeiter. Alle arbeiten lieber einen Tag

mehr als einen zu wenig.

Insgesamt wollen Sie 500 E-Taxis

fördern, haben aber als Ziel auch

ausgegeben, 30 exklusive Schnellladesäulen

für Taxis zur Verfügung stellen

zu wollen.

TJARKS: Die Infrastruktur muss mit

den Umstiegszahlen der Autos mitwachsen.

Sie muss über die ganze Stadt verteilt

sein, weil Taxen in der ganzen Stadt

fahren. Vor dem Hintergrund ist es für

uns wichtig, hier entsprechende Orte zu

suchen, die ohnehin stark frequentiert

sind, und dann Kooperationen mit Institutionen

einzugehen.

RITTER: Das Wesentliche ist: Wir haben

uns vom Konzept verabschiedet, dass

wir auf öffentlichen Plätzen nach weiteren

geeigneten Plätzen suchen. Das

würde dann auch in Konkurrenz zum

grundsätzlichen öffentlichen Ausbau der

Ladeinfrastruktur stehen, zumal solche

öffentlichen Plätze in einer Stadt rar gesät

sind. Also haben wir den Projektgedanken

fortgedacht und gehen nun auf die

Privatwirtschaft zu, indem wir diese mit

Ladeinfrastrukturanbietern zusammenbringen.

Spielt die Privatwirtschaft dabei mit?

RITTER: Ja.

Alle Infos zum

Hamburger „Projekt

Zukunftstaxi“

FOTO: Henning Angerer, Freie und Hansestadt Hamburg

10 3. QUARTAL 2022 TAXI


E-TAXIS

Bei einer Diskussionsrunde

zu E-Taxis in Stuttgart

saß auch der Münchner

Taxiunternehmer Gregor

Beiner auf dem Podium.

EINLADUNG

ZUM

RUNDEN TISCH

Anders als in Hamburg tut sich das Taxigewerbe im Rest der Republik noch schwer

mit dem Umstieg auf E-Taxis. Warum ist das so und was kann man besser machen?

FOTO: VV Baden

Nicht nur in München steigt die Zahl der Elektro-Taxis nur

sehr langsam, auch in Stuttgart ist der Wille zum Umstieg

noch sehr dürftig. Ein Landtagsabgeordneter der Partei

Bündnis 90/Die Grünen hatte deshalb Anfang Juli zu einer Diskussionsrunde

mit dem Taxigewerbe eingeladen. Man wollte die Probleme

der Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Umsetzung

der Umstellung der Flotte auf E-Mobilität herausarbeiten und

Lösungsansätze aufzeichnen. Was in Stuttgart besprochen wurde,

lässt sich größtenteils auch auf die Situation in München übertragen.

Eingeladen waren dazu Iordanis Georgiadis von der Taxi-Auto-

Zentrale Stuttgart sowie Gregor Beiner, Geschäftsführer des Münchner

Taxi Zentrums und zudem im Vorstand des Bundesverbands Taxi

und Mietwagen (BVTM) sowie im europäischen Taxiverband aktiv.

Georgiadis warf seiner Stadtpolitik vor, durch unglückliche

Entscheidungen den Taxiunternehmen keine Sicherheit und keine

Perspektive geboten zu haben. Um den Wandel zu E-Taxis vornehmen

zu können, brauche die Branche Aufträge und einen funktionierenden

Markt.

DAS GROSSE EICHPROBLEM

Weitere hemmende Faktoren lägen in der nach wie vor geringen

Anzahl an potenziellen Fahrzeugmodellen und an der Tatsache,

dass diese Modelle viel zu lange Lieferzeiten hätten und darüber

hinaus einen zu hohen Anschaffungspreis.

Auf Letzteres ging auch Gregor Beiner ein. Obwohl die Betriebskosten

eines E-Taxis geringer ausfallen (Beiner konnte dies anhand

seiner seit vier Jahren eingesetzten E-Taxis belegen), kompensiere

das nicht die Mehrkosten bei der Fahrzeuganschaffung. Die

Politik sei daher nach wie vor in der Pflicht, finanzielle Anreize

bei der Fahrzeuganschaffung zu bieten.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde wurde durch einen

weiteren Teilnehmer auch das Eichproblem angesprochen: Seit

der Überarbeitung des Eichgesetzes im Jahr 2016 benötigen Taxis

eine Konformitätsbescheinigung. Somit muss der Fahrzeughersteller

eine Erklärung abgeben, dass das Geschwindigkeitssignal

aus dem Fahrzeug dem Eichrecht entspricht. Dieses Dokument

wird von vielen Herstellern nicht zur Verfügung gestellt, sodass

eine eichrechtkonforme Taxiumrüstung bei manchen Modellen

nicht möglich ist. Viele Taxiunternehmer fahren deshalb mit ihren

neu zugelassenen und umgerüsteten Taxis bis nach Bremen, weil

die dortige Eichbehörde den Interpretationsspielraum des Eichrechts

als einzige sehr taxifreundlich auslegt.

Natürlich war auch das Laden ein großes Thema bei dieser

Veranstaltung. Obwohl Baden-Württemberg die Anschaffung von

Ladeinfrastruktur mit bis zu 10.000 Euro fördert, werden diese

Mittel nur sehr wenig abgerufen.

Aus dem Taxigewerbe kamen dazu einige Erklärungen: Probleme

der Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Umsetzung

der Umstellung der Flotte auf E-Mobilität herauszuarbeiten und

Lösungsansätze vor allem mit Blick auf den Ausbau einer ausreichenden

Infrastruktur zu erarbeiten.

GEWERBE BRAUCHT EXKLUSIV-LADESÄULEN

Es sei auch nicht hilfreich, wenn ein Energieversorger viele

Ladeparks installiert, denn das Gewerbe brauche eigene Exklusiv-Schnellladesäulen

genau dort, wo sich die Taxis auch hauptsächlich

bewegen, sagte Beiner dazu.

Er hält deshalb einen runden Tisch mit allen Protagonisten für

unverzichtbar, „damit auch jeder versteht, was der andere braucht.

Sich miteinander vernetzen und das Verständnis füreinander zu

entwickeln, ist extrem wichtig“, sagte Beiner und machte zudem

die Anbieter von Schnellladern darauf aufmerksam, dass die Taxibranche

auch ein ernst zu nehmender Geschäftskunde ist: „So

viel, wie wir laden, lädt kein anderer.“

jh

TAXI 3. QUARTAL 2022

11


IHRE

GEWERBE-

VERTRETUNG

Wir beraten und informieren Sie kompetent in allen wichtigen

Unternehmerfragen rund ums Taxi

Arbeitsmedizinische und

Sicherheitstechnische Betreuung der

Berufsgenossenschaft für Verkehr

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Informationen zu Rechts- und Steuerfragen

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mit Fahrgästen

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Vorbereitung auf die Sach- und Fachkundeprüfung

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TAXI VERBAND BAYERN E. V. (TVB)

WIE KÖNNEN

INDIVIDUELLE

FESTPREISE IM TAXI

FUNKTIONIEREN?

Wichtig für den Wettbewerb mit Uber & Co.:

individuelle Festpreise, die u. a. aus aktuellen

Verkehrsdaten ermittelt werden.

Die Einführung der Staffelpreise war nur der erste Schritt, jetzt sollte

das Taxigewerbe den Kunden auch individuelle Festpreise anbieten.

Das Taxigewerbe kennt bislang nur

die im Pflichtfahrgebiet stets einzuhaltende

Tarifpflicht. Wer diese

missachtet, indem er beispielsweise für

eine Stadtfahrt Pauschalpreise anbietet, riskiert

ein hohes Bußgeld. Seit der Änderung

des PBefG von 2021 ist erstmalig eine flexiblere

Gestaltung der Taxitarife erlaubt.

Doch wie könnte so etwas funktionieren

und was ist dabei zu beachten?

Als Erstes bleibt festzustellen: Die Tarifpflicht

bleibt generell bestehen. Zudem soll

es für Einsteiger kein Festpreisangebot

geben, nur für Kunden, die ein Taxi bestellen.

Die Bestellung erfolgt hier in München

in der Regel über eine der beiden Zentralen

oder per App. Dabei kann dem Kunden nach

Angabe von Start und Ziel anhand der aktuellen

Verkehrslage und sonstigen aktuellen

Gegebenheiten (Hindernisse wie z. B. Baustellen)

ein Festpreis angeboten werden,

den er annehmen oder ablehnen kann. Bei

Ablehnung gilt dann der Taxitarif. Dieser

Festpreis muss sich am jeweiligen Taxitarif

orientieren (Tarifpflicht), kann aber in

einem Korridor prozentual nach oben oder

unten abweichen. Diese Korridore müssen

vonseiten der Behörden genehmigt werden.

Wenn ein Kunde also Start und Ziel

angibt, berechnet eine intelligente Software

in der Zentrale oder der App in Bruchteilen

von Sekunden anhand der kürzesten Strecke

den Preis, der nach Taxitarif zu bezahlen

wäre. Aufgrund der „dynamischen

Bewegungsdaten“ der anderen aktiven

Fahrzeuge (meldepflichtig seit 01.07.2022),

kann die Software auch die Verkehrslage

und sonstige Hindernisse berücksichtigen.

Somit wird also aufgrund von Praxiswerten

ein Preis ermittelt, der je nach Verkehrslage

und Tageszeit teurer, bei freien

Straßen auch geringfügig günstiger sein

kann. Um eichrechtliche Hindernisse bei

Genehmigung und Kontrolle zu berücksichtigen,

wird aller Voraussicht nach zusätzlich

zur Ermittlung der Strecke die

sogenannte „Bayern Map“ zugrunde gelegt,

die einzige „geeichte“ Karte, die den eichrechtlichen

Bestimmungen gerecht wird.

Der Festpreis, den der Fahrer bei der Vermittlung

des Auftrages übermittelt

bekommt, ist also eine Mischung aus Streckenberechnung

und Erfahrungswerten.

Damit dürfte schon relativ klar sein,

dass diese Fahrten nur an Fahrzeuge vermittelt

werden können, die erstens über

einen Fiskaltaxameter und zweitens zwingend

über eine Anbindung des Funkgerätes

an den Taxameter verfügen. Letzteres führt

bei Festeinbauten zu keinen Problemen,

eventuell aber bei der Vermittlung übers

Handy, da nicht alle Handys mit dem Taxameter

verbunden sind. Noch nicht endgültig

geklärt ist, ob der Preis dann automatisch

vom Funkgerät in den Taxameter oder vom

Fahrer händisch eingegeben wird.

Wir vom Taxi Verband Bayern sind überzeugt,

dass diese Form der Festpreise eine

gute Möglichkeit darstellt, den illegalen

Plattformen, die taxiähnlichen Verkehr

anbieten, erhebliche Konkurrenz zu

machen, und hoffen daher auf die Unterstützung

beim KVR und dem Bayerischen

Verkehrsministerium.

fb

TAXI VERBAND BAYERN E. V. (TVB)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

www.taxiverband-muenchen.de

Presserechtlich verantwortlich für

die TVB-Seiten: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann (fb)

Arbeits- und Verkehrsmedizin Kirchheim GmbH & Co.KG

Alle Untersuchungen für Erwerb und Verlängerung von Führerscheinen zu

besonders freundlichen und fairen Konditionen mit oder ohne Anmeldung.

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FOTO: Hale

Wir haben für Sie geöffnet:

Montag bis Freitag von 08:00 bis 12:00 Uhr

Montag und Donnerstag von 14:00 bis 18:00 Uhr

TAXI 3. QUARTAL 2022

13


TAXI-TARIF

ECHTE HANDARBEIT

Seit der Tarifanpassung zum 1. Juni 2022 gibt es in München drei zonendefinierte

und drei streckenbezogene Festpreise. Doch wie werden sie im Taxameter

aufgerufen? Wir haben bei zwei Funkwerkstätten nachgefragt.

Taxameter der aktuellen Generation

verfügen in der Regel über

vier Funktionstasten. Bei mittlerweile

sechs Festtarifen in München und

den angrenzenden Landkreisen Freising,

Erding und Landkreis München muss man

nicht Mathematik studiert haben, um zu

erkennen, dass das nicht aufgeht. Folglich

sind die Tasten mutifunktional definiert

und miteinander kombiniert.

Um einen der Festpreise bei den marktführenden

Taxametern von HALE und

Semitron aufzurufen, sind Geduld und

echte Handarbeit gefragt, denn mit nur

einem Tastendruck ist es nicht getan.

Die nachfolgenden Bilder zeigen und

beschreiben, welche Tastenkombinationen

für welchen Festpreis bedient werden

muss.

HELFENDE HÄNDE

Die Hände, die auf den Fotos zu

sehen sind, gehören Andreas Gialamas

vom Taxameterdienst ER-TAX

und Abdulkadir Taysi von der ADLER

Taxameter & Funktechnik GmbH.

Adler hat die Bedienung zudem auch

auf seiner Website unter

www.adler-taxameter.de/

NEUIGKEITEN/ veröffentlicht.

Bei den Taxametertypen Microtax-05

+ -06 von HALE muss

die Taste 2 (oben rechts) lange

gedrückt werden. Der Taxameter

zeigt dann den ersten Festpreis

an: 85 Euro für eine Fahrt vom

Flughafen zur Zone Messe

(oder umgekehrt).

Für den Festpreis für eine Fahrt vom

Flughafen zur Zone Hauptbahnhof

(oder umgekehrt) muss die Taste 2

lange gedrückt werden, anschließend

die Taste 1 (oben links)

1-mal drücken.

Für den Reichweitentarif

für eine Fahrt bis zu

45 Kilometer muss die

Taste 2 lange gedrückt

werden, anschließend

die Taste 1 (oben links)

5-mal drücken.

Für den Festpreis für eine

Fahrt vom Flughafen

zur Zone Hauptbahnhof

(oder umgekehrt) muss

die Taste 2 lange gedrückt

werden, anschließend die

Taste 1 (oben links) 2-mal

drücken.

Für den Reichweitentarif für

eine Fahrt bis zu 10 Kilometer

muss die Taste 2 lange

gedrückt werden, anschließend

die Taste 1 (oben links) 4-mal

drücken.

Für den Reichweitentarif für

eine Fahrt bis zu 5 Kilometer

muss die Taste 2 lange gedrückt

werden, anschließend die Taste 1

(oben links) 3-mal drücken.

HALE SPT

Bei den Spiegeltaxametern von HALE ist die Systematik identisch

zum Microtax. Hier muss die Taste 2 (2. von links) ebenfalls

erst lange gedrückt werden, anschließend drückt man

sich ebenfalls über die Taste 1 durch die Festpreisoptionen.

FOTOS: Taxi Times

14 3. QUARTAL 2022 TAXI


TAXI-TARIF

Bei den Taxametertypen P6 von

Semitron muss die Taste 1 (ganz

links rechts) 1-mal gedrückt werden

(die Anzeige blinkt).

Anschließend muss die Taste 2 (2. von links) für

eine Fahrt vom Flughafen zur Zone Hauptbahnhof

(oder umgekehrt) 2-mal gedrückt werden.

Bei den anderen Zonen-Festpreisen muss

die Taste 2 entsprechend öfter gedrückt

werden: 3-mal für eine Fahrt vom

Flughafen zur Zone Messe

(oder umgekehrt, 85 Euro),

4-mal für eine Fahrt von der Zone

Hauptbahnhof zur Zone Messe

(oder umgekehrt, 39 Euro)

Sicherung: Jeder

Festpreis-Tarif wird

erst aktiv, wenn die

Eingabe durch das

Drücken der Taste 1

noch mal bestätigt wird.

Für den Reichweitentarif

bis 45 Kilometer

muss die Taste 1 einmal

gedrückt und anschließend

die Taste 2 (2. von

links) 5-mal gedrückt

werden.

Für den Reichweitentarif bis

5 Kilometer muss die Taste 1

einmal gedrückt und anschließend

die Taste 2 (2. von links)

7-mal gedrückt werden.

Für den Reichweitentarif bis

10 Kilometer muss die Taste 1

einmal gedrückt und anschließend

die Taste 2 (2. von links)

6-mal gedrückt werden.

Bei den Zuschlägen funktionieren die

Taxameter von HALE und Semitron

gegensätzlich: Der Zuschlag für ein

Großraumtaxi (8,50 Euro) ist bei

Semitron auf der Taste 4 und bei HALE

auf der Taste 3. Der Fahrradzuschlag

(7,50 Euro) ist bei HALE auf der

Taste 4 und bei Semitron auf Taste 3.

Was kostet das

Taxifahren in

Deutschland?

FOTOS: Taxi Times

TAXI 3. QUARTAL 2022

15


ISARFUNK TAXIZENTRALE

QUALITY-CHECK:

JEDERZEIT UND STETS BEREIT

Die IsarFunk Taxizentrale gibt seit jeher ein Versprechen an ihre Kunden ab:

freundliche, serviceorientierte Fahrer*innen und gepflegte Fahrzeuge in einem

ansprechenden Zustand. Dabei geht man jetzt neue Wege.

Wer aufgrund der letzten, wirtschaftlich notwendigen

Tarifanpassung mehr Geld für die Taxifahrt bezahlen

muss, darf dafür auch ein Plus an Leistung erwarten.

Dazu zählt unter anderem, dass die Folierung bzw. Lackierung im

taxitypischen Hellelfenbein intakt ist, die Taxis keine Unfallbeulen,

die Sitze keine Risse haben etc.

Damit dies gewährleistet ist, führte die IsarFunk Taxizentrale

einmal pro Jahr eine Qualitätsüberprüfung an den Fahrzeugen

durch. Dann waren alle Taxiunternehmer verpflichtet, ihre Fahrzeuge,

mit denen sie an der IsarFunk-Auftragsvermittlung teilnehmen,

an einem bestimmten Tag oder während eines definierten

Zeitraums vorzufahren.

CHECK OHNE VORANKÜNDIGUNG

Dieser „Qualitäts-TÜV“ wird künftig anders ablaufen, indem die

Aufforderung zur Kontrolle jederzeit, 365 Tage und mehrfach im

Jahr, ohne Vorankündigung in den Tag- und Nachtstunden, auch

an den Wochenenden stattfinden kann.

Als Kontrollstationen fungieren dabei die drei Taxibetriebe

Euro-Taxi im Westend, das Münchner Taxi Zentrum in Schwabing

sowie das Taxi-Center Ostbahnhof in Haidhausen.

Die Organisation wird dabei so abgewickelt, dass für den Unternehmer

und dessen Fahrer*innen ein möglichst geringer zeitlicher

Aufwand entsteht. Dazu wird die Disposition der IsarFunk Zentrale

immer nur jene Taxis zur Qualitätskontrolle anfordern, die

sich unbesetzt im Bereich der Prüfwerkstätten aufhalten. Die

Fahrer*innen erhalten dann über ihren Funkdisplay den „Auftrag“,

dort vorzufahren und ihr Taxi überprüfen zu lassen. Vorteil

gegenüber dem bisherigen Verfahren: Durch die gezielte Beauftragung

über die Dispo entstehen beim Quality-Check keine Wartezeiten.

Die Taxifahrer*innen fahren direkt nach dem Erhalt der

Aufforderung zur Prüfstelle, spätestens aber nach 15 Minuten bei

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Um den Quality-Check zu bestehen, ist ein guter Gesamteindruck

notwendig. Neben einem sicheren Fahrzeug muss sich der

Fahrgast auch in dem Wagen wohlfühlen.

der Kontrollstation vor. Sollten sie nicht rechtzeitig zur Kontrolle

erscheinen, werden sie inaktiv gesetzt und sind für die Auftragsannahme

so lange gesperrt, bis sie nach Terminvereinbarung erneut

zum Quality-Check erscheinen. Schmutzige Fahrzeuge werden

ebenfalls unverzüglich inaktiv gesetzt und bleiben so lange für

Funkaufträge gesperrt, bis sie erneut im sauberen Zustand zur

Prüfung vorfahren. „Die Sauberkeit steht an der ersten Stelle“,

definiert IsarFunk die oberste Prämisse der Kontrollaktion.

STRENGER BLICK AUF DEN LACK

Darüber hinaus wird aber auch darauf geachtet, dass die Karosserie,

der Lack und die Folierung tadellos sind und das Taxi keine Unfallschäden

aufweist. Überprüft wird zudem der Zustand des Fahrzeuginneren,

die HU- und TÜV-Plakette, die Profiltiefe der Reifen und ob

die Vorgaben der BOKraft (z. B. Unternehmerschild) eingehalten sind.

Noch ganz im Zeichen eines effektiven Corona-Schutzes steht

zudem die Überprüfung der Trennwände. „Plastikfolien werden

nicht akzeptiert und müssen durch andere Trennwände ausgetauscht

oder komplett entfernt werden“, schreibt IsarFunk vor.

Last, but not least fließt auch der Geruch im Fahrzeug in die

Bewertung ein. Ein Dieselgeruch wegen eines Defekts im Motorraum

oder Zigarettengeruch wegen unerlaubten Rauchens im

Fahrzeug werden beanstandet. „Ein Taxi soll möglichst neutral

riechen“, lautet hier die Maßgabe von IsarFunk.

Alle kontrollierten Fahrzeuge erhalten von den Prüfstellen

einen Prüfbogen, bei dem der Zustand des Fahrzeugs und der

Status des Quality-Checks (bestanden / nicht bestanden etc.)

gekennzeichnet ist. Ein Prüfsiegel in Form eines Aufklebers wird

es künftig nicht mehr geben.

jh

FOTO: Taxi Times

16 3. QUARTAL 2022 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

QUALITY-CHECK:

SO LÄUFT ER AB!

Seit dem 1. Juli wird der IsarFunk-Quality-Check

ganzjährig an drei Prüfstellen durchgeführt. Eine

dieser Stellen ist das Taxi Center Ostbahnhof (TCO).

Für dessen Geschäftsführer Ünal Küçükşahin gehört somit

die Durchführung des IsarFunk-Quality-Checks ab sofort

zu seinem Alltag dazu. Hier ist die Überprüfung der Fahrzeuge

Chefsache und läuft in direkter Absprache mit der Disposition

der Taxizentrale. Die Qualitätskontrolle beginnt immer mit

der Anforderung eines Wagens. Einen Einfluss darauf, welcher

Wagen einbestellt wird, hat Küçükşahin nicht: „Die Auswahl trifft

immer IsarFunk. Es wird aber darauf geachtet, dass der Wagen

in der Nähe ist. Außerdem prüfen wir selbstverständlich keine

eigenen Fahrzeuge.“ Nur fünf Minuten später kommt ein Toyota

Prius+ mit einem überraschten Fahrer im „Prüfzentrum“ an. „Jeder

Wagentyp hat seine bekannten Macken, auf die wir schauen. Nach

einem allgemeinen Rundgang um das Fahrzeug, bei dem wir den

Lack und die Karosserie auf Schäden inspiziert haben, wird die

Beleuchtung überprüft“, so der TCO-Geschäftsführer. „Der Prius

ist beispielsweise dafür bekannt, dass die Glühbirnen der Kennzeichenbeleuchtung

häufig durchbrennen.“

Besonderes Augenmerk kommt auch den Reifen zuteil. Sind sie

beschädigt oder unterhalb der Verschleißgrenze, gibt es keinen Spielraum,

denn neben dem äußeren Erscheinungsbild steht die Verkehrssicherheit

immer an erster Stelle. Genauso ist natürlich auch ein gültiger

TÜV-Stempel eine Voraussetzung, um den Quality-Check zu bestehen.

Bei dem Prius gibt es diesbezüglich keine Beanstandungen.

Mit der Fahrzeugprüfung ist es nicht getan. Das Er

gebnis muss im Nachgang gut dokumentiert werden.

Auch in schwierigen Zeiten:

Ein sauberes

Fahrzeug

allein reicht

nicht. Auch

ein unangenehmer

Geruch kann

laut Ünal

Küçükşahin

problematisch

sein.

FOTOS: Taxi Times

GURTSCHLOSS-DELLE BEIM PRIUS

Weiter geht es im Innenraum. Offensichtliche Mängel wie eine fehlende

Fahrerkarte oder zerrissene Sitze findet Ünal Küçükşahin

bei dem Prüfling nicht. Die Dellen im inneren Radlauf der hinteren

Türen nimmt er nicht als Mangel auf: „Sie lassen sich beim

Prius+ kaum vermeiden, da das Gurtschloss konstruktionsbedingt

regelmäßig zwischen Tür und Radhaus liegen bleibt. Die Fahrgäste

werfen die Tür mit Schwung zu und die Delle ist drin.“

Eine wichtige Rolle beim Quality-Check spielt ein subjektiver

Faktor: der Geruch! Er entscheidet darüber, ob sich der Fahrgast

in dem Taxi wohlfühlt. Für den Kilometerzähler interessiert sich

Ünal Küçükşahin hingegen nicht: „Wenn der Wagen in Ordnung

ist, dann ist der Kilometerstand irrelevant.“

Nach bestandener Prüfung kann der Fahrer nach knapp zehn

Minuten seinen Dienst wieder aufnehmen. Für Küçükşahin ist der

Quality-Check allerdings noch nicht abgeschlossen. Per Mail geht

ein Scan des Prüfbogens, auf dem alle wichtigen Infos zu finden

sind, zurück an die Taxizentrale. Dort wird dann darüber entschieden,

ob der Taxiunternehmer das Fahrzeug nachbessern muss und

gegebenenfalls für die Vermittlung gesperrt wird.

In diesem Fall ist aber alles in Ordnung und die Disposition

kann die Unterlagen digital ablegen – bis zum nächsten Mal, wenn

wieder das TCO oder eine andere IsarFunk-Quality-Check-Prüfstation

angefahren werden muss …

sg

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UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

TAXI 3. QUARTAL 2022

17


ISARFUNK TAXIZENTRALE

ZEIT GEWONNEN

Eine Taxizentrale wie IsarFunk muss viel Arbeit in die Organisation und Ablage

von Daten investieren. Die Umstellung auf eine neue Dokumentenverwaltung

erleichtert die tägliche Arbeit.

BAHNTAXI-FAHRTEN WERDEN DIGITAL

Erfahrene Taxifahrer*Innen kennen das: Am Taxistand am

Bahnhof taucht ein Fahrgast auf und hat einen Gutschein

der Bahn in der Hand. Er ist damit berechtigt, auf Kosten

der Deutschen Bahn per Taxi in seinen Heimatort befördert

zu werden.

In Kürze werden solche Fahrten digital erfasst und abgerechnet.

Zur Gutschein-Erstellung nutzen Mitarbeitende

der Deutschen Bahn das TABEA-Portal (TaxiBEstellAbrechnung),

das unter Federführung von taxi.eu und dem

Bundesverband Taxi und Mietwagen als Gemeinschaftsprodukt

des Taxigewerbes entwickelt wurde.

Nach einer erfolgreichen Pilotphase in Dortmund, Hamburg

und Hannover ist vor Kurzem der bundesweite

„Roll-out“ gestartet. In Bayern und damit auch in München

soll die Umstellung im Oktober erfolgen. Die Annahme

des Gutscheins erfolgt dann unter anderem auch über das

fms-Vermittlungssystem. IsarFunk wird die Unternehmer

und deren Fahrer rechtzeitig vor dem Start informieren. if

Bei über 1.200 angeschlossenen Fahrern ist die Datenverwaltung

keine leichte Aufgabe. Bislang wurden die entsprechenden

Daten teils analog oder dezentral an sicheren

Orten abgelegt.

Jetzt nutzt man dazu die Dokumentenverwaltung von fms /

Austrosoft, jenem System, über das auch die Fahrtenvermittlung

abgewickelt wird. Damit werden die Dokumente zentral abgelegt

und können, wenn eine entsprechende Berechtigung vorliegt, auch

über die fms-Software von jedem IsarFunk-Arbeitsplatz aus eingesehen

werden.

„Dank der Dokumentenverwaltung in dem fms-Vermittlungssystem

ist ein abteilungsübergreifendes Bearbeiten der jeweiligen

Dokumente möglich“, freut sich der Bereichsleiter Levent

Yerdekalmaz: „Das erleichtert die tägliche Arbeit enorm.“ Grundsätzlich

eignet sich die Dokumentenverwaltung

zur Ablage von fast

allen Dateien und Formaten, egal ob

Textverarbeitung, PDF oder Bilddateien.

Beispielsweise können jetzt

die Nachweise von Fahrerprüfungen,

P-Schein-Verlängerungen oder auch

Quality-Check-Ergebnissen ganz einfach

an einem Ort abgelegt werden

und – was bei einer Taxizentrale noch

viel wichtiger ist – auch wieder abgerufen

werden.

Früher konnten Dokumente ausschließlich

über das Tool „Faktura“

hochgeladen werden. Das kann jetzt

Levent Yerdekalmaz ist

bei IsarFunk als Bereichsleiter

Disposition und

Service-Center tätig.

jeder fms-Nutzer, also jeder Disponent bzw. Verwaltungsmitarbeiter.

Aber auch Kostenübernahmen für Rechnungsfahrten, Kündigungen,

Tarifwechsel, Zusatzvereinbarungen wie IsarFunk Courier

oder der Fernfahrtarif können jetzt zentral abgelegt werden.

GERÜSTET FÜR DIE ZUKUNFT

Seit dem Wegfall der Ortskundeprüfung gibt es erfreulicherweise

auch viele Anfragen von neuen Fahrern, die sich bei IsarFunk

registrieren möchten und Fragen telefonisch klären wollen. „Damit

es durch die gesteigerte Nachfrage nicht zu langen Wartezeiten

für die Fahrer kommt, hat uns die Ausweitung des Service-Centers

mit dem neuen Dokumentenmanagement sehr geholfen“, sagt

Levent Yerdekalmaz und sieht IsarFunk gut gerüstet für die

Zukunft.

Hinzu kommt, dass mit dem neuen System jetzt auch acht

zusätzliche Servicemitarbeiter arbeiten. Sie sind rund um die Uhr,

sieben Tage in der Woche für die Taxifahrer erreichbar. Das ist

gerade dann besonders wichtig, wenn ein Nachtfahrer beispielsweise

Probleme mit seiner Anmeldung hat.

Dank des fms-Datenmanagements hat IsarFunk die Abläufe in

der Zentrale deutlich straffen können und zugleich Zeit gewonnen,

die den Fahrgästen, Fahrer Venczel_02-2016.qxp_Layout und Unternehmern zugutekommt. 1 03.02.16 16:15 if Seite

ISARFUNK TAXIZENTRALE GMBH & CO. KG

Rosenheimer Straße 139, 81671 München

Telefon / Taxiruf: 089 / 450 540

Telefon / Verwaltung: 089 / 450 54-100

E-Mail: verwaltung@isarfunk.de

www.isarfunk.de,

www.facebook.com/isarfunk450540

Redaktion und presserechtlich verant wortlich:

IsarFunk-Taxizentrale (if);

Christian Hess

Verkehrsmedizinische

Untersuchungen in Schwabing

Dr. Josef Venczel

Dr. Marta Venczel

Betriebsärzte

Adelheidstraße 23

80798 München

Tel.: 2729460 Fax: 27294614

Handy: 0172/8916575

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Alle med. Untersuchungen

für den Erwerb und die

Verlängerung des P-Scheins

FOTO: privat

18 3. QUARTAL 2022 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

Mit der Veröffentlichung des

noch mal überarbeiteten

Plans im Amtsblatt des

Landratsamtes Erding gilt

seit 25. Mai ein neues Gebiet

für die Kurzfahrtenregelung.

GEBIETSVERKLEINERUNG

Das für den Münchner Flughafen zuständige Landratsamt hat den

Kurzstreckenradius rund um den Münchner Flughafen verringert.

Es ist ein Kelch, von dem jede*r

Taxifahrer*in hofft, dass er an

ihr*ihm vorübergeht: nach drei bis

vier Stunden Wartezeit jenen Fahrgast zu

erwischen, der nur in irgendeinen Nachbarort

in Flughafennähe gebracht werden

will. Anstatt 95 Euro für eine Fahrt zum

Hauptbahnhof stehen dann nur 20 Euro auf

dem Taxameter. Der Stundenlohn und die

Laune rutschen in den Keller.

Doch bekannterweise bekommen diese

Fahrer*innen eine zweite Chance in Form der

Kurzfahrtenregelung. Sie dürfen sich nach

ihrer Rückkehr wieder ganz vorne einreihen.

Jahrelang war diese Regelung zeitlich

definiert. Wer innerhalb von 20 Minuten

nach Fahrtantritt wieder am Terminal

zurück war, durfte wieder an die erste Stelle.

Die Regelung war fair, hatte aber auch

ihre Schattenseiten – in Form von vereinzelten

Taxifahrer*innen, die fest der

Überzeugung waren, man könne die physikalischen

Gesetze zwischen Zeit und Weg

aushebeln, indem frau*man während der

Fahrt zu einem Formel-1-Fahrer mutiert.

Besonders fahrlässig agierten jene

Kolleg*innen, die den Rennparcours auch

noch einhändig zurücklegten, weil sie mit der

anderen Hand parallel die Quittung ausstellten

und schon mal den (grob geschätzten)

Fahrpreis kassierten – damit auch wirklich

gewährleistet ist, dass der Fahrgast am Ziel so

schnell wie möglich das Fahrzeug verlässt.

Was jene oder jener denn auch gerne tat, meist

mit einer Gesichtsfarbe, die ebenso blass war

wie das Hellelfenbein des Renntaxis.

ABFRAGE BEI FAHRER-APP

PER GPS

Mit der Digitalisierung der Taxibereitstellung

am Münchner Flughafen über eine

Fahrer-App im Februar 2022 wurde dann

auch die Kurzfahrtenregelung neu definiert.

Sie ist seitdem nicht mehr zeitlich

basiert, sondern wird stattdessen über das

befahrene Gebiet definiert, welches von der

Fahrer-App per GPS abgefragt wird.

Allerdings haben die ersten Erfahrungen

ergeben, dass die ursprüngliche geografische

Definition zu großzügig ausgelegt war

– mit der Folge, dass deutlich mehr Fahrten

zu Kurzfahrten wurden als nach der alten

Regelung. Das zuständige Landratsamt hat

daher in Absprache mit dem Flughafen und

der am Flughafen für die Taxiorganisation

zuständigen IsarFunk Taxizentrale das

Kurzfahrtengebiet angepasst. Es umfasst

nun in der Ausdehnung von Nordost nach

Südwest einen Radius von 25,6 km (bisher

36,3 km) und von Nordwest nach Südost

einen Radius von 20,7 km (bisher 32,7 km).

Das neue Kurzfahrtengebiet wurde vom

Landratsamt Erding im Amtsblatt vom 25. Mai

2022 veröffentlicht und ist damit bereits seit

diesem Tag gültig. In der Fahrer-App ist das

neue Gebiet bereits hinterlegt. jh

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TAXI 3. QUARTAL 2022

19


ISARFUNK

EINE

EIGENE

SPUR

FÜR

ELEKTRO-

TAXIS

IsarFunk wird am Münchner Flughafen

die vollständige Digitalisierung des

Aufstellmanagements demnächst

abschließen. Elektrotaxis werden davon

schon jetzt profitieren.

Dieses Schild ist seit 1. August im Nachrückbereich

am Terminal 2 (von den dortigen Taxlern „Schweinebucht“

genannt) aufgestellt. Die mittlere Spur ist für E-Taxis.

Rund 500 Taxis warten im Schnitt

auf Fluggäste aus den Terminals 1

und 2 des Münchner Airports. Sie

stehen dafür an unterschiedlichen Nachrückplätzen

bereit, von wo aus sie dann

nach und nach bis in die Einstiegsspur an

den Modulen des Terminals 1 bzw. 2 vorrücken.

Die Organisation dieses Vorrückens

wird derzeit mithilfe einer appbasierten

Technologie von analog auf digital umgestellt.

Die Taxifahrer*Innen, die am Flughafen

bereitstehen, nutzen dafür eine

Fahrer-App.

Seit Februar 2022 wird das neue digitale

Verfahren bereits erfolgreich für den

Ankunftsbereich des Terminal 1 angewendet.

Demnächst wird es auch für das Terminal

2 so weit sein. Nach den Sommerferien

und dem daran anschließenden Münchner

Oktoberfest soll der digitale Switch vollzogen

werden.

Ein wenig vorher kommen bereits die

Elektrotaxis in den Genuss der Digitalisierung.

Für sie wurde zum 1. August 2022

am Terminal 2 in der Nachrückbucht eine

eigene Wartezone eingerichtet. Sie umgehen

damit die Wartezeit im Hauptspeicher.

Aus dieser Nachrückbucht heraus sind sie

nach vorherigem Aufruf berechtigt, sich in

die Modulspur im Einstiegsbereich des Terminal

2 zwischen die Hybrid- oder Dieseltaxis

einzureihen.

Dieser Aufruf erfolgt über die Fahrer-

App, die sich jeder Fahrer / jede Fahrerin

eines Elektrotaxis herunterladen und bei

der er oder sie sich anmelden muss. Für die

Teilnahme wird somit ein Smartphone mit

aktuellem Android-Betriebssystem benötigt.

POSITIONSKONTROLLE PER GPS

Registrierte E-Taxis können sich dann für

den E-Taxi-Bereich am Flughafen anmelden.

„Die App prüft den jeweiligen Standort

per GPS und gestattet die Positionierung

am Speicher (Nachrückbucht) ab einer

bestimmten räumlichen Nähe“, erläutert

IsarFunk den Ablauf. „So positionierte Fahrerinnen

und Fahrer erhalten dann der

Reihe nach einen Aufruf, wenn der bevorrechtigte

Platz für E-Taxis am Standplatz

des Terminal 2 frei geworden ist.“

Der Standplatz, von dem hier die Rede

ist, ist jene Modulspur unmittelbar vor dem

Ausgang des Terminal 2. Hier stellen sich bis

zu 13 Taxis hintereinander auf und rücken so

lange nach, bis vorne ein Fahrgast einsteigt.

Das bedeutet für E-Taxis: Bekommen Sie

den Aufruf, in den Standplatz einzufahren,

rücken sie zunächst hinter das letzte dort

wartende Taxi. Ist das E-Taxi dann vorne

angekommen und verlässt die Modulspur

mit einem Fahrgast, muss der oder die

Fahrer*In das über eine bestimmte Funktion

in der App kommunizieren.

Das löst dann im System wiederum den

Aufruf an das nächste wartende E-Taxi in

der Nachrückbucht aus, sich in die Modulspur

einzureihen. Somit darf sich jedes

E-Taxi nach jeweils 13 Hybrid- und Diesel-

Taxis einreihen.

Anders als in Hamburg, wo sich am dortigen

Flughafen jedes E-Taxi sofort auf einen

eigens gekennzeichneten Platz ganz vorne

einreihen darf, ist die Münchner Regelung

nach jahrelangem heftigen Ringen einen

Kompromiss zwischen Elektro-Taxis und

Taxis mit Verbrennermotoren. jh

Die IsarFunk-Taxizentrale sorgt

seit fast 20 Jahren im Auftrag der

Münchner Flughafengesellschaft

(FMG) und auf Basis gewonnener

Ausschreibungen für die Organisation

des Taxi-Ablaufs am Münchner

Airport. Aufstellberechtigt sind dort

nur Taxis, die mit IsarFunk einen

Vertrag abgeschlossen haben.

jh

FOTO: IsarFunk

20 3. QUARTAL 2022 TAXI


ISARFUNK

DIE E-TAXI-SPUR IST EIN

FAIRER AUSGLEICH

Seit August gibt es bei der sogenannten Schweinebucht eine eigene Spur nur für

E-Taxis. Diese neue Maßnahme ist alternativlos und hat viel Gründe.

Der Umstieg von Verbrenner- auf

Elektromotoren ist in Europa in

vollem Gang. Es ist ein politisch

gewollter Prozess und er wird auch vom

Taxigewerbe eingefordert. Würde man sich

dieser Forderung verschließen, hätte man

in vielen Bereichen schlechte Karten: Verkehrsberuhigte

Zonen in den Innenstädten

wären künftig auch für Taxis mit Verbrennermotoren

Tabuzonen (siehe Seite 25 in

dieser Ausgabe). Auch privatrechtlich geregelte

Aufstellungen an Flughäfen, Bahnhöfen

und bei Messen werden nach und nach

an die Bedingung geknüpft, dass dort vorrangig

umweltschonende (Elektro-)Taxis

bereitgestellt werden.

Vom Taxigewerbe muss daher das deutliche

Signal ausgehen, dass man den Wandel

zur Elektromobilität mitgeht. Nur so

kann man als unverzichtbarer Teil des

ÖPNV und der mobilen Daseinsvorsorge

auch in Zukunft bestehen. Deshalb ist es

alternativlos, am Münchner Flughafen die

Forderung der Münchner Flughafengesellschaft

FMG nach Elektro-Taxis zu erfüllen.

ANREIZE GEGEN DIE NACHTEILE

Allerdings ist die Anschaffung sowie der

Betrieb eines Elektrotaxis mit Hürden und

Nachteilen verknüpft: Höhere Anschaffungspreise,

geringere Reichweiten, längere

Ladezeiten. Um diese Nachteile

auszugleichen, müssen Anreize geschaffen

werden. Die Politik schafft diese in Form

Christian Hess

von Fördergeldern. Die Taxibranche selber

steht in der Verantwortung, durch interne

Maßnahmen für einen fairen Ausgleich zu

sorgen.

Wenn nun also am Flughafen am Terminal

2 eine Spur für E-Taxis eingerichtet

wurde, dann geht es nicht darum, die Taxikollegen

mit Verbrennertaxis zu benachteiligen

oder gar zu bestrafen, sondern die

oben erwähnten Nachteile der E-Taxis auszugleichen.

Wenn ein E-Taxifahrer pro

Schicht im Schnitt eine Stunde laden muss

(während ein Verbrenner seinen Tank in

fünf Minuten wieder auffüllt), bekommt er

das mit der E-Taxi-Spur wieder ausgeglichen,

weil er dadurch eine kürzere Wartezeit

hat. Ebenso wird damit kompensiert,

dass eine Ferntour aufgrund einer zu knappen

Reichweite abgelehnt werden muss.

Die E-Taxi-Spur am Münchner Flughafen

ist daher keine Bevorzugung, sondern ein

Ausgleich für diejenigen Kollegen, die trotz

einer noch nicht ausgereiften Infrastruktur

schon jetzt den Mut für den Umstieg

auf eine neue Antriebstechnologie haben

und damit ein deutliches Signal an die

Politik geben, dass die Taxibranche auch

in Zukunft ein verlässlicher Partner ist.

UBER WARTET SCHON

Solange wir solche Signale geben können,

bleiben wir Ansprechpartner Nummer

eins – für die Politiker wie auch für die

Verantwortlichen beim Münchner Flughafen.

Können wir als gewerbepolitische

Verantwortliche solche Signale allerdings

nicht senden, sitzen am Verhandlungstisch

bald nicht mehr Vertreter des Taxigewerbes,

sondern die Lobbyisten von Uber, Free

Now und anderen Global Playern.

Deshalb möchte ich mich an dieser

Stelle ganz herzlich bei all jenen

Unternehmer*Innen bedanken, die eine

E-Taxi-Spur am Münchner Flughafen als

Chance für den eigenen Unternehmenserfolg

sehen und uns aktiv dabei helfen, diejenigen

Kollegen zu überzeugen, die diese

Weitsicht bisher noch nicht haben. ch

FOTO: IsarFunk

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TAXI 3. QUARTAL 2022

21


UBER-FILES

Für politischen wie

gesellschaftlichen

Lobbyismus nahm

Uber viel Geld in

die Hand.

Ubers Angriff

auf Taxi

Deutschland.

UBERS SCHMUTZIGER

LOBBYISMUS

Am 10. Juli hat ein internationales Redaktionsnetzwerk die fragwürdige

Vorgehensweise des Fahrtenvermittlers Uber enthüllt. Wir fassen Erkenntnisse

und Reaktionen zusammen.

Eigentlich war die Überraschung im

Taxigewerbe gar nicht so groß,

denn irgendwie hatte man es ja

schon immer vermutet: Die Vehemenz, mit

der sich manche Politiker, einige Medien

und selbst der eine oder andere Wissenschaftler

seit 2014 in Deutschland für Uber

eingesetzt haben, hatte oft den Beigeschmack,

dass dabei Uber im Hintergrund

die Fäden gezogen hat. Durch die Veröffentlichung

der sogenannten Uber-Files (siehe

nebenstehenden Kasten) wurde aus der

Vermutung eine Gewissheit.

Alleine in Deutschland hat Uber zeitweise

bis zu vier Beratungsagenturen gleichzeitig

beschäftigt. Dafür hat das Unternehmen

pro Monat mehr als 150.000 Euro ausgegeben.

Der große Koordinator war Otto Fricke

von der FDP. Er war 2013 kurz nach

seinem Ausscheiden aus dem Bundestag

(die FDP hatte damals die 5-Prozent-Hürde

verpasst) bei der Münchner Lobbyagentur

CNC Communications & Network Consulting

(heute heißt das Unternehmen Kekst

CNC) als Partner eingestiegen und hatte

die Verantwortung für das Uber-Lobbying

übernommen.

„Seine Aufgabe habe vor allem darin

bestanden, die Dienstleistungen weiterer

Beratungsunternehmen zu strukturieren“,

schreibt der NDR. „Er bot an, SMS an den

damaligen Bundesverkehrsminister Alexander

Dobrindt zu schicken, er traf verschiedene

Parlamentarische Staatssekretäre, einen

Abteilungsleiter im Verkehrsministerium

und sprach mit Jens Spahn.“

ZWEIFACHER SEITENWECHSEL

Fricke hatte diese Tätigkeit bis 2015 durchgeführt.

Er sitzt mittlerweile wieder für

die FDP im Bundestag und fungiert dort

als haushaltspolitischer Sprecher. Zu den

Uber-Files wollte er keine näheren Angaben

machen, für eine Entschuldigung – beispielsweise

gegenüber dem auch aufgrund

seiner Tätigkeit massiv geschwächten Taxigewerbe

– fehlt dem FDP-Politiker bisher

der Anstand. Eine rechtliche und moralische

Bewertung seines zweifachen Wechsels

zwischen Politik und Lobbyarbeit gibt

der Professor Andreas Polk von der Hochschule

für Wirtschaft und Recht in Berlin

ab: „Illegal ist das sicherlich nicht, aber

wollen wir solche Abgeordnete haben? Ich

denke, eigentlich eher nicht.“

Otto Fricke wird rechtlich nicht belangt

werden können, ebenso wenig wie ein Professor

für Volkswirtschaftslehre an der Universität

Düsseldorf, dessen enge Verbindungen

zu Uber nun ebenfalls enthüllt wurden.

Uber hatte bei seinen Bemühungen um

gesellschaftliche Akzeptanz auch auf die

„neutrale“ Wissenschaft gesetzt. Bei der

Suche nach einem anerkannten Fürsprecher

ist man – eingefädelt von Otto Fricke –

schließlich bei Professor Justus Haucap

gelandet. Als „Wettbewerbsökonom, meinungsstark,

in Fachkreisen angesehen und

als Politikberater anerkannt“, war er genau

der richtige Mann.

Haucap hat 2015 eine wissenschaftliche

Studie unter dem Titel „Chancen der Digitalisierung

auf dem Markt für urbane Mobilität“

veröffentlicht. Zwar wurde Uber in der

Studie als Auftraggeber genannt, durch die

Uber-Files wurde nun aber bekannt, dass

der Konzern vor der Veröffentlichung noch

einmal eingreifen durfte. „So entstand ein

Plädoyer für eine umfassende Reform des

Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) mit

Abschaffung der Tarifpflicht, der Begrenzung

der Taxikonzessionen und der Ortskundeprüfung“,

bewertet die „Süddeutsche

Zeitung“ („SZ“) die Studie.

Vertragspartner war die Dice Consult

GmbH, eine Ausgründung des von Haucap

geleiteten Dice Instituts für Wettbewerbsökonomik

an der Uni Düsseldorf, sowie ein

kommerzieller Ableger des DIW, die DIW

Econ GmbH. Auch für einen uberfreund-

FOTO: Pixabay

22 3. QUARTAL 2022 TAXI


UBER-FILES

lichen Beitrag in der „FAZ“ floss nachweislich

Geld. Ob Haucaps Firmen auch

während der Diskussion um die PBefG-

Novelle ab 2018 noch Gelder von Uber

erhalten haben, wäre reine Spekulation –

die Uber-Files gehen nur bis 2017. Der

Professor hatte unter dem Deckmantel der

wissenschaftlichen Erkenntnis – und meist

eingeladen von der FDP - an diversen Diskussionen

rund um die PBefG-Novelle teilgenommen.

Er hatte dort mantramäßig die

Aufhebung der Tarifpflicht gefordert und

die Begrenzung der Taxikonzessionen für

unnötig befunden. Selbst bei einer öffentlichen

Expertenanhörung im Bundestag

durfte er seine Meinung äußern.

UBER UND DIE „BILD“-ZEITUNG

Meinungsäußerungen – meist pro Uber

und gegen das Taxi – konnte man in all den

Jahren auch in jenen Medien vernehmen,

die zum Springer-Konzern gehören (z. B.

„Die Welt“ und „Bild“). Die internen Uber-

Dokumente belegen, dass dies von Uber

durchaus beeinflusst und gewollt war –

ebenso wie der Versuch, mithilfe eines

intern angefertigten Dossiers den Zentralenverbund

Taxi Deutschland zu schädigen

(siehe nebenstehender QR-Code).

Im Bewusstsein dieser Enthüllungen

wird im Rückblick deutlich, wie ungleich

und schmutzig der Kampf zwischen Uber

und dem Taxigewerbe geführt wurde. In

einer Stellungnahme hat sich Uber dafür

entschuldigt und beteuert, dass man seine

Firmenphilosophie mittlerweile geändert

habe.

Doch genau das ist die nächste PR-Lüge

des Unternehmens. „Von Anfang an hat

Uber Gesetze und Gerichtsurteile systematisch

und skrupellos umgangen“, sagt

dazu Herwig Kollar vom Bundesverband

WAS SIND DIE UBER-FILES?

Taxi und Mietwagen (BVTM). „Dieses Spiel

treibt Uber bis heute, in Deutschland und

international: Das Unternehmen bricht

Gesetze, wird verurteilt, gelobt Besserung,

bricht Gesetze, wird verurteilt und so weiter.

Sowohl der BVTM wie auch der TMV

haben in offenen Briefen an die Ministerpräsidenten

und Verkehrsminister Konsequenzen

gefordert. Jetzt seien die Städte

und Gemeinden gefordert, sagt Kollar: „Sie

müssen die Regeln des Gesetzes vor Ort

konsequent durchsetzen. Skrupellosigkeit

darf sich nicht lohnen.“

jh

Der britischen Zeitung „The Guardian“ wurden 124.000 vertrauliche

Uber-Dokumente zugespielt. Sie dokumentieren insbesondere

die Praktiken und internen Anstrengungen des US-Konzerns im

Bereich des Lobbying von 2013 bis 2017. Sie wurden von mehr als

180 Journalistinnen und Journalisten ausgewertet. Geleitet wurden

die Recherchen durch das International Consortium of Investigative

Journalists (ICIJ), zu dem internationale Medien wie beispielsweise

„The Guardian“, „Le Monde“, „Washington Post“ und „El

País“ gehören. Für Deutschland haben investigative Reporterinnen

und Reporter von NDR, WDR und der „Süddeutschen Zeitung“

recherchiert.

Noch mehr Infos

zu den

Uber-Files.


UBER-FILES

DIE MACHENSCHAFTEN

IM AUSLAND

Uber hat nicht nur in Deutschland schmutzigen Lobbyismus betrieben. In

Frankreich reichen die Verstrickungen bis zum heutigen Präsidenten und

in den Niederlanden war die Steuerbehörde bemüht, Uber aus der Schusslinie

zu nehmen.

Ubers europäischer Hauptsitz ist

Amsterdam. Entsprechend war

das Unternehmen für den niederländischen

Fiskus ein wichtiger Steuerzahler.

Die Uber-Files haben aufgedeckt, wie

eng die Kooperation lief und wie sehr die

niederländischen Steuerbehörden gegen

zahlreiche Regeln verstoßen haben. Berichtet

hat darüber die Finanzzeitung „Het

Financieele Dagblad“ („FD“).

Die Uber-Akten zeichnen ein Bild von

Steuerbeamten, die Informationsanfragen

aus anderen Ländern über das Unternehmen

absichtlich verzögern und informell

vertrauliche Informationen über andere

Behörden an Uber-Mitarbeiter weitergeben.

Die Steuerbehörden setzten sich auch bei

den Franzosen für eine freundlichere Steuerregelung

für das amerikanische Unternehmen

ein.

„Bei der Ermittlung, wie viel Steuern

Uber zahlen muss, wollen die Niederlande

dazu beitragen, dass hierüber lange

Zeit ein unklares Bild aufrechterhalten

wird“, heißt es dazu in den vertraulichen

Uber-Unterlagen. „Sie (die Uber-Strategen

– Anm. d. R.) arbeiten an einem Einnahmenmodell,

das eigentlich nicht legal

ist, also muss legal Lobbyarbeit geleistet

werden, und die niederländischen Steuerbehörden

schaffen ihnen diese Zeit.“

Nach Einschätzung eines niederländischen

Professors für Steuerrecht hat die Steuerund

Zollverwaltung „illegal die Zusammenarbeit

mit anderen Steuerbehörden

untergraben“. So habe man beispielsweise

eine multilaterale Steuerfahndung gegen

Uber koordiniert und in dieser Funktion

die Amerikaner vor anderen europäischen

Mitgliedsstaaten geschützt.

KROES: ERST EU – DANN UBER

Neben den Steuerbehörden hatte Uber in

den Niederlanden noch eine weitere Verbündete:

Die frühere EU-Kommissarin

Neelie Kroes soll bei Politikern in ihrem

Heimatland interveniert haben, als dort

wegen UberPOP ermittelt wurde, berichtet

die „Süddeutsche Zeitung“. Kroes soll im

Zusammenhang mit einer Razzia offenbar

mehrere Kabinettsmitglieder der niederländischen

Regierung, beispielsweise den Wirtschaftsminister,

angerufen haben, „um die

Regulierungsbehörde und die Polizei zum

Rückzug zu zwingen“. Zudem habe sie auch

Treffen von Uber-Vertretern mit dem niederländischen

Ministerpräsidenten Mark Rutte

sowie zwei Verkehrsministern organisiert.

„Das Pikante“, schreibt die „SZ“: „Kroes

befand sich damals noch mitten in der

18-monatigen Karenzzeit, während derer

ehemalige Kommissionsmitglieder keine

Lobby-Jobs in ihrem alten Zuständigkeitsbereich

annehmen dürfen. Das war Uber

wohl bewusst: „Unsere Beziehung zu NK

ist streng vertraulich und sollte nicht

außerhalb dieser Gruppe besprochen werden“,

heißt es in einer E-Mail vom April

2015. Deshalb solle ihr Name auch „nie auf

einem Dokument erscheinen, egal ob intern

oder extern“. Erst exakt nach Ablauf der

18 Monate bestellte Uber die Niederländerin

im Mai 2016 offiziell zur Beraterin und

in den Uber-Beirat.

Die EU hat nach Bekanntwerden der

Verstrickungen von Kroes eine Untersuchung

angekündigt. Auch in Frankreich

wird es wohl eine Untersuchung geben. Sie

richtet sich gegen den wohl prominentesten

Politiker, der in die Uber-Machenschaften

verwickelt ist. Der heutige französische

Staatspräsident Emmanuel Macron hatte

2015 bei der Polizeipräfektur interveniert,

als in Marseille ein Uber-Dienst verboten

werden sollte. Dem Netzwerk liegt hierzu

eine Textnachricht von Macron an Uber

vor, in der er verspricht, sich darum zu

kümmern. Man werde bis zum Abend eine

Entscheidung treffen. „Ob durch seine

Hilfe oder aus anderen Gründen: Das Verbot

fiel“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Macron war zu diesem Zeitpunkt

Wirtschaftsminister.

jh

FOTOS: Pixabay

24 3. QUARTAL 2022 TAXI


VERKEHRSPOLITIK

So soll das Münchner Tal

irgendwann einmal aussehen.

Neben dem Linienbus sollen

auch Taxis ein Durchfahrtsrecht

bekommen.

TAL: FUSSGÄNGERZONE

MIT TAXI-ERLAUBNIS

Die Regierungsparteien des Münchner Stadtrats haben die Umgestaltung des

Straßenabschnitts Tal sowie der angrenzenden Westenriederstraße in eine

Fußgängerzone beantragt. Taxis sollen aber auch weiterhin durchfahren dürfen.

Der vorgelegte Antrag ist eine

unmittelbare Reaktion auf die im

Juni bekannt gewordene Verzögerung

zum Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke.

Diese wird nun nicht wie geplant

2028, sondern wohl erst 2037 fertiggestellt

sein. Auch die Kosten werden deutlich

höher ausfallen als ursprünglich

geplant.

Im Zuge der zweiten Stammstrecke wird

auch am S-Bahnhof Marienhof gebaut. Bisher

war festgelegt, dass der für den Bau

benötigte Baustellenverkehr bis zu dessen

Fertigstellung durch das Tal führen soll.

Durch die Verzögerung bis 2037 ist das

der Münchner Stadtpolitik nun zu lange.

München kann mit seinen Planungen für

ein autofreies Tal nicht bis Mitte der 2030er-

Jahre warten“, heißt es im Antrag, das Tal

als Fußgängerzone direkt umzusetzen. „Es

muss gelingen, den Baustellenverkehr Zweite

Stammstrecke anderweitig zu bewältigen,

damit das Tal und die Westenriederstraße

bereits 2023 den Auftakt machen können

für eine lebenswerte neue und weitgehend

autofreie Altstadt mit viel mehr Platz für

die Münchner*innen.“

PILOTPHASE SCHON 2023

Deshalb wird das Mobilitätsreferat gemeinsam

mit dem Baureferat gebeten, „noch im

Jahr 2022 einen konkreten Umsetzungsvorschlag

für die Umwandlung des Tals in

eine Fußgängerzone vorzulegen und die

Umsetzung nach einer kurzen Pilotphase

2023 baulich durchzuführen“.

Komplett autofrei soll der Abschnitt zwischen

dem Marienplatz und dem Isartor

allerdings nicht werden. Die Zufahrt in die

Altstadt soll in diesem Gebiet weiterhin

noch für Anwohner*innen, Gewerbe, Linienverkehr,

Taxis und mobilitätseingeschränkte

Personen möglich sein.

Die Münchner Koalitionsparteien,

bestehend aus den Fraktionen SPD / Volt

sowie Die Grünen / Rosa Liste setzten

damit ihr Versprechen um, bei verkehrsberuhigenden

baulichen Maßnahmen das

Taxi nicht auszugrenzen, sondern als

Bestandteil des ÖPNV weiterhin zu berücksichtigen.


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FOTO: Andreas Gregor / Die Grünen – Rosa Liste

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TAXI 3. QUARTAL 2022

25


DAS LETZTE

Mietwagen müssen laut § 30

BOKraft einen Wegstreckenzähler

eingebaut haben. Er misst

die zurückgelegten Kilometer

und berechnet daraus den

Fahrpreis. Genehmigungsbehörden

haben die Möglichkeit,

Unternehmer*innen von der Pflicht

zu befreien, einen solchen Wegstreckenzähler

einzubauen.

FOTO: Hale

UNGENÜGEND

DEFINIERT

Wie kann sich das Taxigewerbe gegen unlauteren

Wettbewerb gegen Mietwagen wehren? Bei einem

Urteil aus Frankfurt ging es um den rechtmäßigen

Einsatz eines Wegstreckenzählers.

Ausgangspunkt des Streits ist eine

Ausnahmegenehmigung für

einen Mietwagenunternehmer,

der dadurch von der Pflicht befreit wurde,

einen Wegstreckenzähler in sein Fahrzeug

einzubauen. Solche Ausnahmegenehmigungen

sind bei vielen Genehmigungsbehörden

gängige Praxis, auch das KVR

gewährt sie. Im Frankfurter Fall war sie

allerdings eingeschränkt: Sie gilt nur dann,

wenn der Mietwagenunternehmer pauschale

Festpreise verlangt.

Nun hatte aber die Frankfurter Taxi-Vereinigung

bei diesem Mietwagenunternehmer

zwei Testfahrten durchgeführt und

dabei festgestellt, dass er diese mit unterschiedlichen

Festpreisen abgerechnet

hatte. Somit hätte er diese Fahrten nur mit

einem eingebauten Wegstreckenzähler

durchführen dürfen. Also forderte die Taxivereinigung

den Mietwagenunternehmer

per Unterlassungserklärung auf, solche

Fahrten zu unterlassen. Da der Unternehmer

dieser Aufforderung nicht nachgekommen

ist, kam es daraufhin zur Verhandlung

vor dem Frankfurter Landgericht, das die

Auffassung der Taxivereinigung bestätigte.

Im Berufungsverfahren vor dem Frankfurter

Oberlandesgericht wurde das Urteil

jedoch gekippt (AZ 6 U 60/21 vom 2.6.22).

Bei den Fahrten, die vom Gericht bewertet

wurden, sei dem Fahrgast durch die Uberbzw.

Free-Now-App jeweils vor Fahrtbeginn

ein fester Fahrpreis angezeigt worden, der

sich bis zum Fahrtende auch nicht mehr

geändert habe. Somit habe es sich laut

Ansicht des OLG in beiden Fällen um einen

„pauschalen Festpreis“ gehandelt. Die Auflage

zur Befreiung von der Anwendung

eines Wegstreckenzählers sei somit erfüllt

worden. Das Gericht monierte an der Formulierung

der Ausnahmegenehmigung,

dass mit „pauschalen Festpreisen“ nicht

genau genug definiert wird, was darunter

zu verstehen ist.

NUR EINE HALBE NIEDERLAGE

Somit darf der Mietwagenunternehmer weiterhin

ohne Wegstreckenzähler Fahrten für

Uber und Free Now durchführen und die

Taxi-Vereinigung Frankfurt musste die Kosten

des Verfahrens übernehmen. Das Taxigewerbe

ist hier also mit seinem Versuch

gescheitert, ungleiche Wettbewerbsbedingungen

zwischen Taxis und Mietwagen

über die Hintertüre Wegstreckenzähler

juristisch zu glätten.

Trotzdem ist es nur eine halbe Niederlage,

denn die Urteilsbegründung des OLG

Frankfurt lässt zwischen den Zeilen durchaus

eine klare Option offen: Ausnahmegenehmigungen

für den Einbau von

Wegstreckenzählern können sehr wohl mit

der Auflage versehen werden, dass dies

NICHT für die Uber- und Free-Now-Vermittlung

gilt. Es muss eben entsprechend deutlich

formuliert werden. Insofern liegt es

nun an den Genehmigungsbehörden, ihre

viel zu laxen Formulierungen nachzuschärfen

– im Sinne eines fairen Wettbewerbs,

der ja auch von politischer Seite immer wieder

eingefordert wird.

jh

IMPRESSUM

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26 3. QUARTAL 2022 TAXI


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Sehr geehrter Taxi Times-Leser,

wie wichtig ist eine Fachzeitschrift als Stimme für das Taxigewerbe? Auf diese Frage an unsere

Leser bekommen wir von gefühlt 95 % die Antwort „sehr wichtig“. Wenn wir dann fragen

„Warum sind Sie dann noch kein Abonnent?“, lautet die Antwort oft, dass man unsere

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ausschließlich mit Meldungen über unsere Website, den Newsletter und in der Taxi Times-App

informieren. Wenn wir den Lesern dann aber sagen, dass wir in diesem Fall unsere Beiträge auf

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Fahren Sie Ihre Fahrgäste kostenlos zum Bahnhof? Auch wir können nicht ohne Gegenleistung

berichten. Wir haben bisher unseren Aufwand für unsere kostenlosen Meldungen auf der Website

über unsere gedruckte Ausgabe querfinanziert. Doch selbst wenn alle Werbekunden der

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ließe sich der Aufwand damit nicht gegenfinanzieren.

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18.000 Abos bzw. verkaufte Exemplare. Deshalb ändern wir unser Abo-Modell: Anstelle von vier

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Mit herzlichen Grüßen

FOTO: freepik.com

Jürgen Hartmann und das Team der Taxi Times

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Lexus ES 300h Hybrid

Benzinmotor mit 131 kW (178 PS) und Elektromotor mit 88 kW (120 PS), Systemgesamtleistung

160 kW (218 PS) , Stufenlose Automatik, Comfort Taxi, 5-türig

Ausstattungs-Highlights:

Pre-Collision System, Vinyl-Ledersitze, Reifendruckwarnsystem, Privacy-Glas,

Regensensor, lenkradintegirerte Bedienelemente für Audiosystem, Bluetooth Freisprecheinrichtung,

USB/AUX Anschlüsse mit iPod-Steuerung, Rückfahrkamera, el.

Fensterheber vorn, und hinten, Tempomat, Start-Stop-Knopf, Smart-Key, Klimaautomatik,

Leichtmetallfelgen mit Bereifung 205/60 R 1 6 u.v.m.

Kraftstoffverbrauch innerorts/außerorts/komb. 5,0/4,4/4,5 l/100 km.

CO2-Emission kombiniert 103 g/km. Energieeffizienzklasse A+.

Unverbindliche Preisempfehlung 1 49.363,00 €

Hauspreis 41.272,70 €

Monatliche

Finanzierungsrate 2 499


Anzahlung 8.821.81 €

einmalige Schlussrate 7.841,81 €

Nettodarlehensbetrag 33.430,89 €

Gesamtbetrag 44.799,84 €

Frachtkosten 980,00 €

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Atilla Döger

Telefon: 089 / 54 71 77 211

atilla.doeger@toyota-dit.de

Die Taxi-Spezialisten für München

www.lexusforum-muenchen.de

Landsberger Straße 222

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Telefon: 089/547 177-95

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Frankfurter Ring 166

80807 München

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Neumarkter Straße 80

81673 München

Telefon: 089/437370-25

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1) Unverb. Preisempf. des Herstellers/Importeurs. 2) Ein Angebot der Lexus Financial Services (ein Geschäftsbezeichnung der Toyota Kreditbank GmbH) Toyota Allee 5, 50858 Köln, Laufzeit 60 Monate, Laufleistung 40.000km/Jahr, Sollzins geb. p.a. 2,95%, eff.

Jahreszins 2,99%. Bearbeitungsgebühr 0 €. Nur gültig für Geschäftskunden bei Anfrage und Genehmigung bis zum 31.12.2019. Unser Autohaus vermittelt ausschl. Leasingverträge der Toyota Kreditbank GmbH. Abb. zeigt Sonderausstattung.

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