Aladdin und die Wunderlampe - web-zwerge.de

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Diesem entnahm er Früchte und Esswaren. Sie aßen und plauderten und waren lustig und guter

Dinge. Dann setzten sie ihren Weg fort und gingen weiter an den Gärten vorbei ins Freie.

Aladdin hatte noch nie einen so langen Marsch gemacht. Als er sich allmählich müde fühlte,

fragte er: ,,Lieber Oheim, wohin gehen wir denn? Wir haben die Gärten schon weit hinter uns.

Wenn wir noch länger so fortgehen, weiß ich nicht, ob ich für den Rückweg stark genug sein

werde. Ich bin nämlich schon sehr müde."

,,Nur Mut", entgegnete der Oheim. ,,Wir haben nicht mehr weit, mein Junge. Ich will dir nur

noch einen Garten zeigen, der alle bisherigen an Pracht übertrifft." So sprach er freundlich auf

Aladdin ein. Auch erzählte er ihm Geschichten, um den Weg zu verkürzen.

Endlich kamen sie in ein schmales Tal zwischen zwei nicht allzuhohen Bergen. Das war die

Stätte, deretwegen der Zauberer aus Afrika bis hierher gereist war.

,,Nun sind wir an Ort und Stelle", sagte er zu Aladdin. ,,Ich werde dir hier wunderbare Dinge

zeigen, die noch kein Mensch gesehen hat. Du wirst mir zu höchstem Dank verpflichtet sein. Nun

wirst du etwas erblicken, was allen Menschen unbekannt ist. Wenn du dich ausgeruht hast,

sammle dürres Holz Wir brauchen auch Reisig, damit wir Feuer machen können."

Als Aladdin das hörte, konnte er seine Neugierde kaum mehr bezähmen. Er sprang im Walde hin

und her und sammelte einen großen Haufen von Holz und trockenen Reisern.

Schließlich sagte der Oheim: ,,Nun ist es genug, mein Sohn." Er entzündete den Haufen, und

dieser brannte hellauf. Dann warfen Räucherwerk hinein. Dicker Rauch stieg empor. Durch

Zauberworte zog der Zauberer den Rauch bald auf diese, bald auf jene Seite.

Plötzlich wurde es finster. Es donnerte und blitzte, und die Erde bebte. Vor Aladdin und dem

Zauberer tat sich ein Spalt in der Erde auf, und eine Steinplatte kam zum Vorschein. Diese maß

viermal einen Fuß und war etwa halb so dick; daran war ein Messingring befestigt. Aladdin

erschrak und machte Miene davonzulaufen. Da wurde der Zauberer zornig. Er packte ihn heftig

beim Arm und gab ihm eine Ohrfeige. Der Junge fiel der Länge nach hin und begann heftig zu

weinen.

,,Oheim", schluchzte er, ,,was habe ich getan, dass du mich schlägst?"

Da suchte ihn der Zauberer zu beruhigen. Er sagte: ,,Ich vertrete jetzt Vaterstelle an dir und

meine es nur gut. Du brauchst dich auch nicht zu fürchten. Aber du musst mir in allem

gehorchen, wenn du Nutzen von meinem Tun haben willst."

Aladdin fasste sich und hörte zu weinen auf.

Der Zauberer aber fuhr fort: ,,Du hast gesehen, was ich durch das Räucherwerk und meine

Zauberworte bewirkte. Unter dem Stein, den du vor dir siehst, liegt ein verborgener Schatz. Er ist

für dich bestimmt und wird dich reicher als den mächtigsten König machen. Aber nur du darfst

den Ring an der Platte berühren. Nur du darfst den Stein auf heben. Selbst mir ist es verboten, an

den Stein zu rühren. Auch darf ich keinen Fuß in das Schatzgewölbe setzen, wenn es geöffnet ist.

Deshalb musst du ausführen, was ich dir sagen werde, du darfst nicht das Geringste versäumen.

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