OK KID im Interview: - Gießener Allgemeine

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OK KID im Interview: - Gießener Allgemeine

6. Jahrgang · 4/2013

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

OK KID im Interview:

Am 5. April erscheint

das Album der »Exil-Gießener«

Blickpunkt

Zum Semesterstart:

Den Test zum Gießen-

Master bestehen nur

Experten. Seite 4

Kultur

Der »Dollbohrer«:

Comedian und Autor

Henni Nachtsheim im

Interview. Seite 42


www.IMMO-in-mittelhessen.de

ist: Wenn die

Zukunft beginnt.


Editorial

Die Zeiten, in denen sich Auswärtige, die zum Studieren nach Gießen kamen, als Opfer der ZVS betrachtet haben, dürften

längst vorbei sein. Zum einen weil unsere Stadt in den letzten Jahren an Attraktivität gewonnen hat, zum anderen da die

beiden Hochschulen auch bei den Studierenden sehr gut ankommen. Bei einer Befragung der Evaluationsplattform »Mein-

Prof.de« jedenfalls landeten im März sowohl die Justus-Liebig-Universität als auch die THM Mittelhessen deutschlandweit

unter den Top Ten. Die JLU wurde von den Teilnehmern hinter der Hochschule Aschaffenburg und der Uni Köln sogar auf

den dritten Rang gewählt und erhielt 3909 Bewertungspunkte. Insgesamt gingen 424 391 Bewertungen ein. Die THM

schloss das Hochschulranking, das allein die Qualität der Lehre berücksichtigt, auf Rang sieben ab. Dass man in Gießen

allerdings nicht nur für Prüfung, Abschluss und Diplom lernen kann, sondern auch fürs Leben, haben wir bereits vor einem

Jahr mit unserem Gießen-Bachelor bewiesen. Für die neuen Erstsemester, aber auch für die alten Stadthasen, haben wir

nun in dieser Ausgabe den Gießen-Master aufgelegt. Natürlich etwas schwerer. Wer trotzdem alle »Aufgaben« abhaken kann, darf sich gerne bei

uns melden. Statt Vokalbelheft, Statistikbuch oder UB-Besuche empfehlen wir zur Vorbereitung auf den Test allerdings einzig die Lektüre des

streifzugs, denn auf diesen Seiten findet sich eigentlich alles, was man über das Leben in Gießen wissen sollte.

Marc Schäfer

Inhalt

Der streifzug verleiht den

Gießen-Master

Foto: Four Music

BLICKPUNKT 4

Semesterbeginn: Der Gießen-Master · »Wohnen für Hilfe« · Studentenleben

im Vorher/Nachher-Check · Spotted erhöht die Flirtchancen auf dem Campus

RAMPENLICHT 20

Die Gießener Band OK KID vor ihrem

Albumdebüt im Interview

RUMKOMMEN 16

Mit dem Semesterticket ohne Umweg

nach: Frankfurt

BRAD SHAWS KOLUMNE 17

Unser Kolumnist über Uni-Leben und

Beverly Hills 90210

STADTGESPRÄCH 18

Stadtführungen: Altbewährtes trifft auf

neue Ideen im Programm

MEDIATHEK 23

App und CD im Test

BLICK IN DIE REGION 24

Laserplaza: Zwei Redakteure testen die

erste Lasertagarena der Region · Pohlheimer

Wiesnfest

UNTERWEGS 26

Mittelalterliche Tafeleyen: Der »Ritterkeller«

auf Burg Staufenberg

AUSLESE 28

VERANSTALTUNGSKALENDER 30

VINOTHEK 36

Kaffee-Schoko-Pinotage aus Südafrika

AM MAIN 37

»moon 13«: Ein Besuch im neuen

Cocoon · Meat Loaf auf Abschiedstour

in Frankfurt

SPORTWELT 40

Mein erstes Mal: Drums Alive

KULTUR 42

Comedian Henni Nachtsheim im

Interview über sein neues Buch der

»Dollbohrer«

SPERRSITZ 45

Neu im Kino:

Gänsehauthorror bei »Mama«

streifzug

Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

IMPRESSUM

Herausgeber: Mittelhessische Druck- und Verlagsgesellschaft

mbH

Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel

Redaktion: Marc Schäfer (verantwortlich), Florian Dörr

E-Mail: streifzug@giessener-allgemeine.de

Verlag: Mittelhessische Druck- und Verlags gesellschaft mbH

Marburger Straße 20, 35390 Gießen (zugleich auch ladungsfähige

Anschrift für alle im Impressum aufgeführten Verantwortlichen)

Erscheinungsweise: Der Streifzug erscheint monatlich in der

»Gießener Allgemeine Zeitung«, »Alsfelder Allgemeine Zeitung«

sowie in über 200 ausgewählten, stark frequentierten

Auslagenstellen. Auflage: 40000 Exemplare

Verantwortlich für Anzeigen:

Anzeigenleitung: Wilfried Kämpf

Anzeigenverkaufsleitung:

Ulrich Brandt, Tel. 0641/3003-224, Anschrift siehe oben

Gültig ist der Anzeigen tarif Nr. 4 vom 1. Januar 2013

streifzug – Magazin für Stadt und Landkreis Gießen

Titelbild: OK KID / Foto: Braunbarth

Mitteilung gemäß § 5, Absatz 2 des Hessischen Pressegesetzes:

An der Finanzierung des Verlages sind beteiligt:

D. Obermann-Weller, Dr. Ch. Rempel, Dr. J. E. Rempel,

Dr. M. Rempel, B. Sälzer.

Sofern Sie Artikel dieser Publikation in Ihren internen elektronischen

Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die

erforderlichen Rechte unter www.presse-monitor.de oder

unter Telefon 030/284930, Presse-Monitor Deutschland

GmbH & Co. KG. © Streifzug, Gießen

4/2013 streifzug 3


BLICKPUNKT

Der streifzug verleiht den

Gießen-Master

2013

an Herrn/Frau

für herausragende Kenntnisse in den Fächern

Neuere Stadtgeschichte, Kneipenkunde

und Angewandte und Vergleichende Freizeitkultur

4 streifzug 4/2013


BLICKPUNKT

Blatt 1/3 Name Studiengang

Fürs Leben lernen II

Wer zum Studieren neu nach Gießen kommt, muss nicht nur an der JLU oder der

THM lernen, sondern auch im Alltag. Wer die folgenden 57 Aufgaben in der

neuen Heimat abhaken kann, hat sich den Gießen-Master verdient und darf sich

die Urkunde neben die vom »Gießen-Bachelor 2012« in sein 1-Zimmer-Appartement

oder in die WG-Küche hängen.

1

Du bist für eine

Schiffenberg-Party in

tiefster Nacht den dunklen

Weg nach Petersweiher zu

deinem Auto gelaufen.

2

3

4

Du hast bei »Gießen

kocht« mitgemacht.

Du weißt, wer Jona:S war

und wie sie jetzt heißen.

Ohne Laserschwert aus

dem Monkeys gehst du

nicht mehr vor die Tür.

5

Du musstest mittwochs

schon einmal am

Kanzleiberg wenden, weil du

vergessen hast, dass Markt ist

und du deswegen nicht über

den Brandplatz fahren kannst.

6

In der Kleinen Kneipe

steht ein Glas mit deinem

Namen im Schrank.

7

Du warst schon mal mit

deinen Kumpels samstags

an der Ostschule Basketball

spielen und beim gegnerischen

Team haben Bundesligaspieler

der 46ers mitgespielt.

8

Du bist schon mal zum

Lernen in die UB gefahren

und nach vier Stunden in der

cUBar unverrichteter Dinge

wieder zurück nach Hause

gefahren.

9

Du liegst nachts nicht mehr

mit aufgerissenen Augen

im Bett und betest unentwegt

dein Mantra – »Es ist gar nicht

so schlimm, Frankfurt ist

ganz nah« – herunter.

10

Beim Radfahren durch

die Stadt verspürst du

inzwischen sogar an der

Gabelung von Grünberger

u n d L i ch e r S t ra ß e k e i n e

Todesangst mehr.

11

12

Du weißt das Eulenkopf

kein Schimpfwort ist.

Du weißt, warum

einer der Läden im

Dönerdreieck mehrmals im

Jahr seinen Namen ändert.

13

Du hast dir im

Pita-Gyros-Grill in der

Neuen Bäue eine griechische

Spezialität geholt.

14

Du weißt, dass Worte

wie Traweskomoss

oder Matscheskero keine

Beleidigungen sind.

15

Du hast dein letztes

Hemd schon mal mit

dem Schlammbeiser am

Kirchenplatz geteilt.

16

Du weißt, wann man auf

dem Wochenmarkt eine

Tüte Pilze für 1 Euro bekommt.

4/2013 streifzug 5


Blatt 2/3 Name Studiengang

17

Du bist regelmäßig vor der

JVA anzutreffen, weil du die

Unterführung an der Ostanlage

benutzen willst, solange es sie

noch gibt.

18

Du bist mit Besuchern auf der

D a cht e r r a s s e d e s D a ch c a f é s

gewesen und hast ihnen von oben

dein Haus gezeigt.

19

Du hast dir bei Zach das

beste Mettbrötchen der

Stadt geholt.

20

Du hältst im Rewe am

Marktplatz beim

Schlangestehen die Luft an und

bewunderst die Mitarbeiter für

ihre Geduld.

21

Du bist im Sowieso von Britta

zum Schnapstrinken in die

Küche eingeladen worden.

22

Du weißt, dass Elephant Toilet

nicht nur die englische

Übersetzung des Namens der größten

sichtbaren Betonplatte in Gießen ist.

23

Du kennst das Gießener

Flat Iron Building und hast

dort schon mal die Bundesligakonferenz

verfolgt oder

zumindest ein Getränk geordert.

24

Du hast Alkohol in

Limoflaschen gefüllt, um die

Security vor dem Uni-Hauptgebäude

zu überlisten.

25

Du hast in einem ehemaligen

Blumenladen in der

Ludwigstraße im Schaufenster getanzt.

26

Du hast den Besitzer des

Marbobo-Kiosks schon mal

außerhalb des Marbobo-Kiosks

gesehen.

27

Du kleidest nicht nur dich

hübsch, sondern denkst beim

Shoppen auch daran, dass du die Drei

Schwätzer mal wieder umstylen könntest.

28

Du bist schon mal von

der Polizei dabei fotografiert

worden, wie du nachts auf dem

Kugelbrunnen geknutscht hast.

29

Du weißt aus dem Kino,

wo man in der Nähe

Gießens seine Bremsbacken

testen kann.

30

Du hast dich mit Freunden

schon darüber gestritten,

ob das neue Kino ein Grund

zur Freude ist, weil die anderen

ranzig sind, oder ob es unnötig ist,

weil die anderen dann vielleicht

leer stehen und außerdem

gar nicht ranzig sind.

31

Du bist nach Lich gefahren,

um einen Film zu sehen,

der auch in Gießen lief, weil du

das Kino Traumstern unterstützen

wolltest.

32

Du sehnst dich nach

Licher Bier, wenn du bei

deinen Eltern auf Besuch in der

alten Heimat bist.

33

Du warst morgens früh

nach einer Party schon mal

im Döner-Dreieck und hast entgeistert

bemerkt, dass die Buden doch

eine Sperrstunde haben.

Idee und Text: Marc Schäfer, Florian Dörr, Martin Vogel, Nikolai Fritzsche, Jan Sommerlad, Laura Jax


BLICKPUNKT

Blatt 3/3 Name Studiengang

34

Du hast nach einer

Brückenparty den

Inhalt deines Kühlschranks

in deine Fahrradtaschen

gepackt, um am See zu

frühstücken.

35

Du weißt, welcher See

der Silbersee und

welcher der Hippie-See ist.

36

Du hast am Hippie-

See mit dem Tau

einen Salto gemacht.

37

Du bist schon mal

auf einem Punkkonzert

in einer WG gewesen –

und hast gehofft, dass die

alten Holzdielen durchhalten.

38

Als dir der Weg

zum Badesee mal zu

weit war, hast du am eigenen

Leib erfahren, dass die Lahn

zwar nicht schmutzig, aber

sogar im Hochsommer

ziemlich kalt ist.

39

Du hast mit Freunden

noch rechtzeitig ein

Erinnerungsfoto am

Liebe-Haus gemacht.

40

Du weißt, ob sich

der Vorname

unserer OB mit »e« am Ende

schreibt oder nicht.

41

Du kennst einen

k o s t e nl o s e n

Geheimparkplatz in der

Innenstadt, der garantiert

nicht von Hipos

überwacht wird.

42

Du weißt, dass

das Kürzel »GFV«

nicht für Gießener

Fußball-Verein steht.

43

Wenn Gießener

ankündigen, dass

sie zu »Maria« wollen,

weißt du, was sie vorhaben.

44

Als Autofahrer

findest du locker

die Zufahrt zu Deutschland

verstecktester Tiefgarage

an der Ostanlage.

45

Wenn du es eilig

hast, fährst du

niemals durch die untere

Frankfurter Straße,

sondern weichst auf

Ludwig- oder Lahnstraße aus.

46

Du fährst nicht auf

die Autobahn

Richtung Frankfurt, wenn

Du zu einer Adresse in

Sachsenhausen gebeten wirst.

47

Du kennst den Butterweg

und weißt, dass

das nicht der Teil des Wochenmarkts

zwischen Lindenund

Brandplatz ist.

48

Den Wochenmarkt

steuerst du ausschließlich

nach 13 Uhr

an, um dort Schnäppchen

zu machen.

49

Dem Satz »Gießen ist

eine hässliche Stadt«

lässt du stets ein »Aber« folgen.

50

Du trauerst wie die

alten Schlammbeisern

auch dem Volksbad an der

Westanlage nach.

51

Wenn dich jemand

nach dem »Roten

Weg« fragt, denkst

du nicht an eine Errungenschaft

der regierenden SPD,

sondern kannst zielsicher eine

Wegbeschreibung abgeben.

52

Du bist aus Ärger

über die Gießener

Ampelschaltung schon mal

über Rot gefahren.

53

Du hast dich schon

einmal an einen

Baum am Schwanenteich

gekettet, um gegen irgendetwas

zu demonstrieren.

54

Obwohl du der

Meinung bist, dass

das Management der 46ers

unfähig ist, wirst du das Team

auch in der Pro A anfeuern.

55

Wenn du »Lange

Nacht der Mathematik«

hörst, denkst du nicht an

schlaflose Stunden vor einer

Mathe-Klausur.

56

Du weißt, dass dir

der Ballefusser

helfen kann, wenn dein

Pony zu lang ist.

57

Du trinkst Apfelwein

mittlerweile auch

pur, ohne dabei das Gesicht

verziehen zu müssen.

4/2013 streifzug 7


Rettung des Uni-Flirts

Sie schaut kurz herüber. Er lächelt. Doch sie anzusprechen – das traut er

sich nicht. Und schon ist sie im Gewimmel des Campus verschwunden.

Früher war die Uni-Romanze damit zu Ende, bevor sie angefangen hatte.

Dank eines neuen Trends bei Facebook besteht nun Hoffnung: Auf

»spotted«-Seiten können Nutzer eine Art anonyme Kontaktanzeige veröffentlichen.

Wenn ein anderer den Gesuchten kennt, kann er Hinweise

geben. Die Seiten boomen, haben Tausende Fans – in Deutschland gibt

es sie inzwischen für viele Universitäten, u.a. in München, Hannover,

Frankfurt und Hamburg, aber natürlich auch in Gießen.

Als der Autor dieses Artikels damals die erste Ausgabe

des streifzug in der Hand hielt, lobte er das

Magazin. Nur eines gab es anzumerken: »Wo sind

die Kontaktanzeigen?« 1695 erschien in England die

erste Kontaktanzeige der Welt (»Ein Herr von etwa

30 Jahren mit ansehnlichem Besitz sucht eine junge

Dame mit einem Vermögen von ca. 3000 Pfund«),

heute sind sie oft das Salz in der Suppe von Stadtmagazinen

und Zeitungen: Kurze Texte, oft kaum

länger als eine SMS. Meist sind sie Biotop für Abkürzungen

und Wortschöpfungen wie »tageslichttauglich«,

oft kurze Geschichten mit Poesie. Jene

Anzeigen, in denen sich Leute suchen, die sich aus

den Augen verloren haben und mindestens ein Teil

hofft, mithilfe der Öffentlichkeit seine(n) Liebste(n)

wiederzufinden.


BLICKPUNKT

Fotos: Schepp

Während die Anbahnung zwischen Unbekannten

schon lange ein Milliardengeschäft

im Internet ist, schwappt Anfang

2013 das Konzept der alten Fernsehshow

»Bitte melde dich« ins deutsche Web 2.0.

Wie 318 Jahre zuvor wurde auch dieses

Konzept in Großbritannien entworfen:

An der Universität in Glasgow wurde Ende

2012 eine Facebook-Seite eingerichtet,

an die Bibliotheksnutzer eine Nachricht

schicken können, wenn sie jemanden erspähen,

der ihnen gefällt. Daraufhin posten

die Seitenadministratoren ohne Namensnennung

des Autors den Text, auf dass der

oder die Angebetete ihn liest und sich dann

wiederum bei den Seitenbetreibern meldet,

um die Kontaktdaten des Suchenden zu

erfahren.

Seit dem 28. Dezember 2012 existiert

auch für die Justus-Liebig-Universität eine

Spotted-Seite (facebook.com/

spotteduniversityofgiessen), die seitdem

mehr als 3200-mal mit »gefällt mir«

markiert wurde (Stand: 17. Februar). Und so

erscheinen Suchen wie »Die Schöne mit

dem neonpinken Oberteil und dem weißen

Schal von den WiWi-Erstis. Wenn du nicht

allzu vielen Männern des Öfteren so charmant

zulächelst, solltest du wissen, wer ich

bin ;)« oder »Hallo :) Ich habe dich schon

oft in der UB und in der Cubar gesehen.

Du sitzt immer im ersten Stock auf der

linken Seite, dort in der letzten Reihe, also

quasi direkt vor dem Computerraum! Du

bist sehr groß, hast eine Brille, dunkle kurze

Haare. Meistens guckst du recht ernst –

was es mir auch ein bisschen erschwert,

dich anzusprechen ;-) Ich würde mich freuen

wenn du demnächst mal zurückgrinst

oder ähnliches ;-)« regelmäßig im Newsfeed

der Facebook-Nutzer in Mittelhessen.

Darüber sind jedoch nicht alle glücklich:

Datenschützer schlagen, wie so häufig,

wenn es um Facebook geht, Alarm: Man

gibt seine Kontaktdaten an Unbekannte

weiter, zudem möchten viele User, die

»erspotted« wurden, nicht direkt von ihren

Bekannten unter den jeweiligen Beitrag

verlinkt werden. In den Kommentaren

können Freunde, die glauben, jemanden

erkannt zu haben, beispielsweise einen

Link zu deren Facebook-Seite posten. Immerhin

– Fotos werden nicht veröffentlicht.

Rainer Gerling, Experte für Datenschutz an

der Münchner Hochschule für Angewandte

Wissenschaften, hält die »spotted«-Seiten

trotzdem für problematisch. »Auch wenn

man in bester Absicht schreibt und meint,

man würde nur unverfängliche Informationen

preisgeben, kann das für den Einzelnen

fatale Folgen haben.« Zum Beispiel,

wenn der Arbeitgeber die Anzeige sieht

und feststellt, dass der Gesuchte ein Mitarbeiter

ist, der sich krankgemeldet hatte –

»Das ist im Grunde

ein altes Phänomen,

nur eben getunt«

und nun in der S-Bahn gesehen wurde.

Das Problem sei vor allem die große Reichweite

der Seiten, aber auch, dass die Anfragen

über einen langen Zeitraum abrufbar

seien. Gerling rät deshalb, vor jeder

Nachricht an solche Seiten sehr sorgfältig

nachzudenken, was man schreibt.

Bei vielen Suchanzeigen fällt es tatsächlich

schwer, jemanden wiederzuerkennen. Nur

leidlich eindeutig ist etwa der Kommentar

auf »spotted: Stabi München«: »An den

Kreuzberg-Pulli-Träger: Dank dir konnte

ich mich heute nicht mehr auf mein Lernen

konzentrieren, du bist das Interessanteste,

was diese Uni zu bieten hat ...« Meist

beschränkt sich die Beschreibung jedoch

auf »den heißen Typen« oder »die Süße mit

den Glitzerschuhen«.

Deshalb sieht sich das Bayerische Landesamt

für Datenschutzaufsicht auch nicht

zuständig für die Seiten. »Eine reine

Beschreibung reicht nicht aus für einen

konkreten Personenbezug. Bei den spotted-

Seiten sehen wir diese Schwelle nicht überschritten«,

sagt Referentin Miriam Meder.

Aber: Wer sich in einer Beschreibung

wiedererkennt, hat das Recht, sie von den

Betreibern löschen zu lassen. Das betrifft

wohl vor allem einige »spotted«-Ableger,

die zu Lästereien aufrufen.

Auch in Gießen existiert ein solcher Ableger,

der sogar eine offizielle Reaktion der

JLU nach sich gezogen hat: »Vor Kurzem

ist auf Facebook eine Seite entstanden, die

dazu anregt, anonym über andere Leute

zu lästern. Die Seite trägt den Namen

unserer Uni im Titel und zeigt unser Hauptgebäude.

Es handelt sich dabei nicht um

eine Seite der JLU und wir distanzieren uns

hiermit ausdrücklich davon. Anonyme

Posts auf Kosten von Einzelpersonen finden

wir feige und sicher nicht lustig«, postete

das Facebook-Team der Universität kurz

nach der Eröffnung der »Verspotted«-Seite

– ein Abklatsch, der, wie der Name schon

sagt, dem anonymen Verspotten von Leuten

dient.

Also lieber zurück zu »Spotted«: »Das ist

im Grunde ein altes Phänomen«, sagt

Astrid Carolus. »Nur eben getunt, weil der

potenzielle Adressatenkreis viel größer ist«,

so die Medienpsychologin der Universität

Würzburg über das neue Phänomen, das

sich nicht nur auf die Bibliotheken und

Seminarräume der Hochschulen beschränkt.

Auch für Diskotheken wie das

Münchner P1 oder den öffentlichen Nahverkehr

wie den VVS in Stuttgart existieren

Flirtseiten. Einige Betreiber entkoppeln die

Aktion inzwischen von Facebook und

programmieren eigene Homepages – wie

zum Beispiel »bibflirt.de«.

Ist »Spotted« nun also das Aus für die »Ich

suche dich«-Seiten der lokalen Gratisblätter?

Das bleibt abzuwarten, denn noch

sind die Seiten nicht mehr als eine Randerscheinung

im schnelllebigen Internet. Doch

die Vorteile liegen auf der Hand: Nirgendwo

sonst kommt man so direkt an das Objekt

seiner Begierde, stehen die Chancen

so hoch, dass jemand, der jemanden kennt,

eben den kennt, den man sucht. Zur

Sicherheit wird der Autor aber auch weiterhin

die gedruckten Suchanzeigen durchforsten.

Und ab und an bei der Redaktion

nachbohren, ob das nicht auch etwas für

den streifzug wäre. Spotted hin oder her.

Martin Vogel/dpa

4/2013 streifzug 9


Die halbe Miete

Foto: Schepp

Wer morgens für eine Stunde mit dem Hund des Vermieters Gassi geht,

muss für sein 30-m²-Zimmer am Ende des Monats keine Miete zahlen.

Denn die Faustregel beim Projekt »Wohnen für Hilfe« des Studentenwerks

lautet: »Pro m² Wohnfläche eine Stunde Arbeit im Monat.« Bald soll es

losgehen nach dem Motto: Ein bisschen Haushalt ist die halbe Miete.

Man könnte meinen, die Zeit scheint wie gemacht für

das Projekt. Jüngst entbrannten Debatten über hohe

Mietpreise und studentische Wohnungsnot in München,

Frankfurt oder Hamburg. Erst im vergangenen

Herbst berichtete die Gießener Allgemeine Zeitung,

dass Studenten auch hier mindestens ein halbes Jahr

auf einen Wohnheimplatz warten müssen. Deutschlandweit

war in den Hochschulstädten der Wohnraum

für Studierende noch nie so knapp und die Mieten

noch nie so hoch. Bundesbauminister Peter Ramsauer

sprach anlässlich der studentischen Wohnungsnot

jüngst von 70 000 fehlenden Unterkünften. In diesem

Jahr entlassen die hessischen Schulen nun erstmals in

großem Umfang G8-Klassen, sodass es doppelte Abiturjahrgänge

gibt. Man lehnt sich wohl nicht allzu weit

aus dem Fenster, wenn man prognostiziert: Abmindern

wird das die Wohnungsnot nicht.

»Wohnen für Hilfe« könnte seinen Teil betragen, einige

Studenten vom Wohnungsmarkt zu holen. Die Idee

hinter dem Projekt ist einfach: Ein Vermieter bietet eine

Unterkunft im Austausch für vorher vereinbarte Hilfeleistungen.

»Das kann die Pflege des Gartens ebenso

sein wie die Einkaufshilfe, Babysitterdienste oder

Nachhilfeunterricht«, heißt es in einem Konzeptpapier

des Studentenwerks Gießen. Ausdrücklich nicht einbezogen

sind Hilfeleistungen, für die eine Ausbildung –

etwa als Pflegekraft – erforderlich sind. Die Studenten

zahlen im besten Fall letztlich nur noch einen individuellen

Abschlag für ihre Nebenkosten.

Was klingt wie ein Projekt, zurechtgeschustert für die

Zeit der hohen Mieten und fehlenden Zimmer, ist in

Gießen nicht neu: Bereits 2006 startete das Studentenwerk

einen Anlauf. Damals richtete sich »Wohnen für

Hilfe« besonders an ausländische Studierende der JLU.

Doch nach einiger Zeit schlief das Projekt ein. Dieser

Ansatz ist nun, beim zweiten Versuch, in den Hintergrund

gerückt. Ralph Vogtmann, Abteilungsleiter

Studentisches Wohnen des Studentenwerks, erklärt:

»Die Schaffung zusätzlichen Wohnraums für Studierende

ist notwendig und das wichtigste Ziel des Projekts.«

Die Finanzierung ist für ein Jahr durch die Bereitstellung

von QSL-Mitteln sichergestellt.

Im vergangenen Herbst nahm die Wohnungsnot in

deutschen Hochschulstädten teils groteske Züge an: So

schliefen Studenten in Konstanz im Schaufenster eines

Kaufhauses, um auf hohe Mietpreise und fehlende

Zimmer aufmerksam zu machen. In Freiburg suchte

das Studentenwerk mit Transparenten an Bussen und

Bahnen nach leer stehenden Zimmern. Ähnliche Auswüchse

möchte man in Gießen vermeiden – und mit

»Wohnen für Hilfe« Senioren oder Berufstätigen, die

ein wenig Hilfe im Haushalt brauchen, einen Anreiz

zum Vermieten eines leer stehenden Zimmers oder

Dachgeschosses geben.

Florian Dörr


Vorher/Nachher-Check

Matthias, Sven und Marie sind Studierende, die vor einem halben Jahr

beim WG-Speed-Dating im Lokal International auf Zimmersuche waren.

Sven war zuvor Koch in England, für Matthias aus Dillenburg

war der Umzug nach Gießen genauso ein Sprung ins »Großstadtleben«

wie für Marie, die vorher in Stendal an einer der kleinsten deutschen

Unis studiert hat. Was alle vereinte: Sie kamen zum Studium an die Lahn

und brauchten ein Dach überm Kopf. Unser Mitarbeiter Jan Kampmann

hat sie damals kurz nach ihrer Ankunft getroffen und nun nach einem

Semester wieder befragt. Der Vorher/Nachher-Check beweist:

Ankommen in Gießen dauert …

Matthias Schröder

Alter: 20

Herkunft: Dillenburg

Studiengang:

Bachelor

in Ernährungswissenschaften

finde es gut, dass die Fakultäten über die Stadt verteilt sind.

Hoffentlich kann ich so öfter mal den Ort wechseln!

Wie soll dein Studiengang aussehen?

Ich hab was von 10 Prozent Männeranteil gehört – da bin

ich wohl ein Hahn im Korb. Ich habe mich dafür entschieden,

weil ich einfach viele Interessen habe. Die konnte ich

mit Ernährungswissenschaften gut kombinieren.

NACHHER

VORHER

Deine WG-Erwartungen?

Ich will auf keinen Fall nach Dillenburg pendeln und

deswegen in eine WG. Aber nicht wieder mit Rigipswänden

und demolierter Küche ... Meine letzte WG war

schwierig. Wir hatten Leute von überall: Bulgarien, Polen,

Russland. Das ist ja okay. Aber einer hatte einen Schrei-Tic

und hat morgens immer angefangen, laut zu singen … Ich

will zwar nicht alleine wohnen, aber auch keine Party-WG.

Eher öfter mal zusammen kochen. Ich hoffe, ich habe

Auswahlmöglichkeiten, aber mache mir da keine großen

Hoffnungen …

Erste Eindrücke von und Erwartungen an Gießen?

Ich hab das Gefühl, hier muss man auf alles warten!

Egal ob bei der Einschreibung oder auf den Bus, von den

Ampeln ganz zu schweigen.

Die Gießener an sich – was erwartest du von den

Menschen?

Von den Leuten habe ich bis jetzt einen guten Eindruck –

sogar abserviert wurde ich hier beim WG-Casting mit

beängstigender Freundlichkeit! (lacht)

Was hältst du und erhoffst du dir von der Uni?

Die Gebäude der Naturwissenschaften finde ich ganz

schick – nicht so baufällig wie das Philosophikum. Ich

Na – WG gefunden?

Aber sicher – ist auch halb so schwer, wenn man mal hier

wohnt und sich auskennt. Um die Pendelzeit wieder aufzuholen,

musste ich mich aber die letzten Wochen hinter meinen

Büchern verstecken und hab deshalb meine Mitbewohner

kaum gesehen. Die sind sowieso recht verschwiegen …

Schon hoffnungslos verliebt in Gießen?

Nennen wir es erst mal eine gute Freundschaft. Überschaubar,

aber nette Leute und schöne Lokale. Es ist so klein,

dass man fast überall hinlaufen kann und groß genug, um

eine Menge zu erleben. Auch wenn hier Warten immer

noch Programm ist.

Wie sind die Gießener so drauf?

Gute Frage! Ich komme vom »Lande« und bin eher Beständigkeit

gewohnt. Das Stadtleben ist ein wenig rasanter,

da merke ich, dass ich ein bisschen zu zuverlässig bin

manchmal. Die Menschen sind aber sehr nett, da kann

ich nicht meckern!

Wie läuft das Studium?

Bei den Schwierigkeitsgraden blicke ich noch nicht ganz

durch – In manchen Modulen muss man lernen ohne

Ende, in anderen kann man die Prüfung auch schaffen,

ohne eine einzige Vorlesung besucht zu haben.

Wie schneidet die JLU bisher bei dir ab?

Über das Campus-Leben selbst kann ich noch nicht so viel

sagen, aber: besonders gut finde ich die Sport-Angebote!


BLICKPUNKT

Marie Grimm

Alter: 22

Herkunft: Magdeburg

Studiengang:

Master in Inklusive

Pädagogik und

Elementarbildung

VORHER

Deine WG-Erwartungen?

Ich hätte gerne eine gemischte WG mit Leuten,

mit denen man viel lachen kann – das ist

enorm wichtig. Jeder sollte mal Zeit für sich

haben, aber man sollte auch viel zusammen

machen. Ordentlich sollte es sein, aber bitte

kein Putzplan! Ich hatte bisher sechs Besichtigungen,

leider noch keine Zusage.

Erste Eindrücke von und Erwartungen an

Gießen?

Naja, die Stadt ist ja eher nicht so schön. Was

ich toll finde ist, dass es rundherum doch sehr

grün ist! Ich hoffe, dass es hier ein lebendigeres

Studentenleben gibt als im kleinen Stendal, wo

ich vorher studiert habe.

Die Gießener an sich – was erwartest du von

den Menschen?

Ich bin erst seit gestern hier – aber alle, die mir

bisher begegnet sind, waren okay!

Was hältst du und erhoffst du dir von der Uni?

Ich war heute im Phil II und dachte echt, ich bin

im Wald! Das hat mir gefallen.

Wie soll dein Studiengang aussehen?

In Stendal war alles sehr familiär, die Professoren

kannten einen mit Namen, man hat sich geduzt.

An einer größeren Uni ist das bestimmt anders –

aber es wäre schön, wenn die Distanz trotzdem

nicht so groß wäre.

NACHHER

Na – WG gefunden?

Klar – ging recht schnell übers Internet. Bin am

11. November eingezogen und sehr zufrieden.

Ein Junge, ein Mädel und ich – und ja: wir lachen

viel! Die Lage im Schiffenberger Tal ist ideal,

nur die Mietpreise sind mir hier ein bisschen

zu hoch. Die anderen beiden sind BWLer, die

können sich das eher leisten! (lacht) Spaß beiseite,

die gehen auch mal feiern, und ich finde es

gut, dass sie etwas komplett anderes studieren.

Schon hoffnungslos verliebt in Gießen?

Ich sag nur eins: ich freu mich auf den Sommer!

Ganz so grün, wie ich anfangs dachte, ist Gießen

gar nicht. Ich geh gerne wake- und longboarden

und bin deswegen ein echtes Sommerkind. Und

brauche Natur. Das hat Gießen leider momentan

beides nicht zu bieten. Aber da kann die Stadt ja

nichts für! (lacht) Mal was Positives: Wir gehen

oft ins »Sowieso« und das »News Café«, interessant

finde ich auch das Off-Szene-Kunstprojekt

»Ludwigstraße 6«, was neulich eröffnet hat.

Wie sind die Gießener so drauf?

Ich vermisse die WG-Partys ein bisschen, da

hatten wir in Stendal mehr von. Aber vielleicht

kommt das, wenn man die Leute kennt. Ich

mache viel mit etwa einem Dutzend Leuten aus

meinem Studiengang, dann kommt meine WG

und andere Freunde dazu. Trotzdem freue ich

mich auf den Heimaturlaub und darauf, meine

Freunde zu besuchen! Eine lebt in Bukarest – die

ist zuerst dran …

Wie läuft das Studium?

Gefällt mir echt gut, nur haben wir im Master

schon wenig Vorlesungen und oft sind dann

unsere Profs beschäftigt oder krank – und dann

fallen die auch noch weg. Und geduzt wird hier

auch nicht – aber ist halb so schlimm.

Wie schneidet die JLU bisher bei dir ab?

Es ist nicht alles so familiär wie in Stendal, aber

man findet auch hier seine Leute. Der Campus ist

einfach voll von Leuten und da braucht man ein

bisschen länger, seine Clique zu finden.

Sven Schlicht

Alter: 36

Herkunft: Frankfurt

Studiengang:

Bachelor Außerschulische

Bildung

VORHER

Deine WG-Erwartungen?

Ich habe ja schon einmal in einer WG in Gießen

gewohnt, die lag sehr zentral – und war sehr

dreckig, auch was das menschliche angeht. Es

gab andauernd Streit! Jetzt wohne ich erst mal

in Pohlheim und bin damit ganz zufrieden. Auf

lange Sicht wäre ein Umzug nach Gießen aber

schon wünschenswert.

Erste Eindrücke von und Erwartungen an Gießen?

Die Entscheidung herzukommen fiel pragmatisch

– es war am nächsten an Marburg dran. Da habe

ich vorher gewohnt und daher kenne ich Gießen

natürlich ein bisschen. Super finde ich das Mathematikum

und diesen Garten da …(Anm. d.

Red.: Sven meint den Botanischen Garten) … find

ich cool!

Die Gießener an sich – was erwartest du von

den Menschen?

Bei der WG-Suche hat genervt, das jedes Casting

einem Vorstellungsgespräch geglichen hat …

Und mir werden zu private Fragen gestellt! Als

Routinier bin ich den meisten außerdem zu alt.

Bisher bin ich mit den Gießenern also noch nicht

ganz warm geworden.

Was hältst du und erhoffst du dir von der Uni?

Ich möchte mich gerne politisch engagieren

und hoffe, dass ich mich auch wieder künstlerisch

austoben kann – in Marburg war ich in

der Poetry-Slam-Szene aktiv. Das wäre cool!

Wie soll dein Studiengang aussehen?

Ich habe vor meiner Studentenzeit in Manchester

unter dem Koch des Jahres in England gearbeitet

– das war mir einfach zu viel Drill, physisch und

psychisch. Ich hoffe, dass ich an der Uni meine

akademischen Stärken etwas freier entfalten

kann. Weniger Körper, mehr Kopf!

NACHHER

Na – WG gefunden?

Ja, nach einer gefühlten Ewigkeit dann doch

noch! Ich bin in Pohlheim ausgezogen und zu

meiner Freundin nach Kassel – und dann gependelt

wie ein Weltmeister. Bei Klausuren, die wir

um zehn Uhr geschrieben haben, musste ich

um sechs aufstehen! Das hab ich ein Semester

gemacht und gestern endlich eine Mail mit der

Zusage für ein Zimmer im Studentenwohnheim

bekommen. 11 Quadratmeter im Eichendorffring

sind nicht die Welt, aber das Studentenwerk hat

super kooperiert – und ich hatte vom ewigen

Castingmarathon die Schnauze voll.

Schon hoffnungslos verliebt in Gießen?

Ich freue mich wie Bolle, dass die Pendelei bald

vorbei ist und ich nach Gießen komme. Das heißt,

ich kann endlich mit meinen Kommilitonen rumhängen

und in Gießen arbeiten. Ich finde die Stadt

moderner als Marburg, Einkaufen kann man hier

wesentlich besser. Marburg mag romantischer sein

und verwinkelter mit mehr Bergen – wahrscheinlich

besser für meine Figur …

Wie sind die Gießener so drauf?

Die werde ich dann jetzt kennenlernen! Aber

meine Kommilitionen sind schon mal sehr nett.

Wie läuft das Studium?

Pefekt! Ich bin ein bisschen traurig, dass eine

super Dozentin weg ist, aber ansonsten ist das

Lehrpersonal echt gut. In meinem vorherigen

Studium war alles Einheitsbrei, jetzt ist es schön

getrennt in Vor-, Haupt- und Nachspeise – um es

mit den Worten eines Kochs zu sagen. Es dreht

sich immer noch um Menschen, aber es ist komplexer

und liegt meiner Denke einfach mehr.

Wie schneidet die JLU bisher bei dir ab?

Mit meinem politischen Engagement war es bis

jetzt nicht weit her, ganz logisch – und auch

das Poetry-Slammen, ich weiß ja nicht …

In Kassel bin ich zuletzt in der Vorrunde

rausgeflogen. Muss noch

ein bisschen an meinen

Texten und der Vortragsweise

feilen!


Foto: Schepp

Treffpunkt für junge

Studis und alte Semester

Der Inhaber hat vor Kurzem seinen 66. Geburtstag gefeiert, die Kneipe selbst

über 33 Lenze auf dem Buckel. Bei solchen Schnapszahlen kommt man

schnell auf die Idee, dass Spirituosen beim abendlichen Ausschank die

Hauptrolle spielen. Weit gefehlt. Das »Klimbim« trägt den Titel Bierhaus

nicht nur auf dem Schild am Eingang, ein hervorragend gezapftes Pils gehört

in der Kneipe an der Ecke Riegelpfad/Ebelstraße zum Pflicht programm.

Und deswegen führt das »Klimbim« unsere Bier-Top-Drei auch an.

Heinz Mohr, seit 1997 Inhaber des »Klimbim«, weiß,

dass es auf ein gut gezapftes Bier ankommt. Auf der

Homepage findet sich ein dezenter Hinweis darauf,

was in der Gaststätte mit dem langen Holztresen die

Hauptrolle spielt: »Wo die Schoppen noch Kronen

tragen«, heißt es dort. Und dieses Versprechen lockt

seit Jahren ein bunt gemischtes Publikum in den

Riegelpfad: Hier treffen sich Hartz-IV-Empfänger und

Herzchirurgen, junge Studenten und alte Semester,

Einzelgänger und Stammtischbrüder.

Wer die Kneipe betritt, entdeckt hinter der Eingangstür

mit dem dicken Vorhang ein Sammelsurium aus Antiquitäten

und Nippes. Da hängt ein Engel an der Wand

und ein Puppenwagen von der Decke, Straßenschilder

und Relikte von Sportplätzen sind ebenso zu finden

wie alte Werbeplakate oder ein Ofenrohr über der Theke.

Der Großteil der gemütlich-skurrilen Einrichtung

stammt noch von Ingo Steinke, der das Bierhaus damals

nach dem Ende des »Holzwurm« übernommen

hatte. Manches Schmuckstück wurde auch von Gästen


mitgebracht. Dem Eindruck, hier habe sich

seit Ende der 70er nichts geändert, widerspricht

Mohr. »Eine Kneipe ist kein Selbstläufer.

Man muss immer wieder was tun, ohne

viel zu ändern.« Diese Kunst beherrscht der

Inhaber, der auf über 40 Jahre Kneipenerfahrung

zurückblickt, meisterhaft. Da wird in eine

neue Belüftung investiert, das »kleine Pils«

in 0,25-Liter-Gläsern eingeführt oder die Musikanlage

auf den neuesten Stand gebracht.

Während bundesweit seit 2001 im Schnitt

jede siebte Kneipe schließen musste, berichtet

der Chef von neuen Besucherkreisen.

»Wir haben inzwischen wieder mehr junge

Gäste«, freut sich Mohr.

Warum das »Klimbim« viele Stätten der In-

Gastronomie überlebt hat? Außer dem liebevoll

gezapften Pils, dessen letzte Preiserhöhung

mehr als zehn Jahre zurückliegt, gibt

es schnelle und aufmerksame Bedienungen,

eingängige und eher rockige Musik mit einer

täglich wechselnden Playlist, einen Kicker, an

dem regelmäßig deutsche und internationale

Meister trainieren, Darts sowie Schach und

Backgammon. »Außerdem ist Rauchen erlaubt«,

nennt Mohr einen weiteren Grund.

Für viele ist eben richtige Kneipenatmosphäre

ohne blauen Dunst kaum denkbar.

Zur Atmosphäre im »Klimbim« gehört es

auch, dass Stammgäste einen »Deckel«

erhalten, den sie erst am Schluss des Abends

bezahlen. Es gibt keine Türsteher, dafür gewährt

Mohr Vertrauensvorschuss. »Jeder ist

willkommen, wenn er gewisse Grundregeln

einhält«, fasst der Chef die »Hausordnung«

zusammen. Die ist genauso übersichtlich wie

die »Speisekarte«, die mit Chips, Salzstangen

und Erdnüssen umfassend beschrieben ist.

Kleine Durststrecken gibt es lediglich im

Sommer, wenn auch Stammgäste ihren

Schoppen lieber im Biergarten trinken. Dafür

herrscht an Wochenenden oft dichtes Gedränge

rund um die rustikale Holztheke.

Im »Klimbim« hat sich so manches Paar

gefunden, und ab und zu geht hier auch mal

eine Hochzeitsfeier feuchtfröhlich zu Ende.

Manche reservieren die Tische im hinteren

Teil der Kneipe, um mit Freunden auf ihren

Geburtstag anzustoßen. Aus dem Zuprosten

um Mitternacht kann sich was entwickeln:

»Wir machen nie vor eins zu«, verrät der

Inhaber ein weiteres Erfolgsgeheimnis.

Inzwischen ist aus der Kneipe ein kleiner

»Familienbetrieb« geworden. Mohrs Tochter

Eva gehört zwei- bis dreimal pro Woche zum

Thekenteam – »und hat viele junge Leute mitgebracht«,

freut sich der Inhaber. Vom Aussterben

bedroht ist das »Klimbim« also noch

lange nicht. Ein Grund mehr für das Kneipen-

Urgestein, den Eintritt ins Rentenalter zu verschieben:

»Bis zum 70. mache ich auf alle

Fälle weiter.«

Armin Pfannmüller

U N S E R E

TOP 3

Braun Bruchstraße 32

Lambertz Krofdorfer Straße 35

Dünsbergbäckerei Walltorstraße 2

BLICKPUNKT

Neu in der Stadt und noch keinen

Schimmer, wo es das beste Brot,

die beste Wurst, das beste gezapfte Bier

und den besten Haarschnitt gibt?

Dann frag uns. Wir sind nämlich lange genug hier, um Ratschläge zu geben.

Kurz und knapp. Das Wichtigste, das man so braucht zum Wohlfühlen. Unsere

Top-Drei der besten Bäcker, Metzger, Zapfer und Frisöre ist natürlich eine

persönliche und vollkommen subjektive Einschätzung. Die Reihenfolge auf dem

Treppchen ist auch von der Tagesform abhängig, eigentlich – finden wir – haben

alle den ersten Platz verdient.

1 23

BESTES GEZAPFTES BIER

Klimbim Ebelstraße 2

Sowieso Liebigstraße 21

Kaffee Wolkenlos Henselstraße 10

1 23

BESTER BÄCKER

BESTER METZGER

1 23

Zach-Zach Landgraf-Philip-Platz 9

Burk

Steinstraße 67a

Klatschmohn Neue Bäue 2

1 23

BESTER FRISEUR

Sommerlatte Kirchenplatz 2

MClassic Ludwigsplatz 41

Natur-Friseur Ludwigstraße 59

4/2013 streifzug 15


RUMKOMMEN

Semesterticket Datum: 5. 4. 13

von: Gießen nach: Frankfurt

über: ohne Umweg Preis: 0,00 EUR

Jeden Monat stellen wir an dieser Stelle eine Stadt vor, die mit dem Semesterticket

erreicht werden kann. In diesem Monat ist Frankfurt mit seinen 705 000 Einwohnern an der

Reihe. Aus Gießen ist man mit dem Zug im besten Fall in etwa 40 Minuten dort.

So ist der Ruf: Skyline und Apfelwein,

Banken und Buchmesse.

Das sagen die Promis: Die nun

folgende Zusammenfassung liefert

Arthur Schopenhauer: »Gesundes

Klima. Schöne Gegend. Annehmlichkeiten

großer Städte. Besseres Lesezimmer. Das

Naturhistorische Museum. Besseres Schauspiel,

Oper und Konzerte. Mehr Engländer.

Bessere Kaffeehäuser. Kein schlechtes Wasser.

Die Senckenbergische Bibliothek. Keine

Überschwemmungen. Weniger beobachtet.

Die Freundlichkeit des Platzes und seiner

ganzen Umgebung. Ein geschickter Zahnarzt

und weniger schlechte Ärzte. Keine so unerträgliche

Hitze im Sommer.« Ebenfalls häufig

wahr ist die These von Charly Körbel: »Die

Eintracht ist vom Pech begünstigt.«

Stars aus der Stadt: Ach, es sind so

viele. Johann Wolfgang von Goethe

etwa. Oder Anne Frank. Roland Koch,

Thomas Reiter, Eckhard von Hirsch hausen,

Sonya Kraus wurden ebenfalls hier geboren.

Fakten zum Angeben: Neun der

zehn höchsten Häuser Deutschlands

stehen in Frankfurt. Zum Auswendiglernen:

Commerzbank Tower, Messeturm,

DZ Bank, Main Tower, Tower 185, Trianon,

Opernturm, Silberturm und das Westend

Gate. Das höchste Bauwerk der Stadt ist da

übrigens noch nicht dabei: Der Ginnheimer

Spargel ist ein Fernmeldeturm.

Die Highlights für Touristen: Für

1 Historiker die Alte Oper, die Paulskirche

oder das Goethehaus. Für

Glasfasadenfreunde das Bankenviertel.

Wohin der Durst treibt: Zu Ivo in

die Gute Stute an der Kölner Straße.

Hier hinkt man dem Zeitgeist hinterher

und ist glücklich. Tipp vom Wirt: »Es empfiehlt

sich, Pils zu trinken.« Gallus at its best.

Wer es gern schick hat, geht woanders hin.

Wenn der kleine Hunger kommt:

Snacken bei Schreiber. Die beste

Fleischwurst der Stadt am Stehtisch

in der Kleinmarkthalle. Sieht aus wie eine

Wurst, ist aber eine Offenbarung.

Der Geheimtipp: Pissoir im

49. Stockwerk des Commerzbank

Towers – mit Blick über die Skyline.

An kaum einem Ort ist die Aussicht besser.

Leider kommt man nicht problemlos hinein.

Pssst

Das Accessoire zur Stadt: Um den

Hals einen Schlips, in der Hand

einen Bembel, um den Bauch ein

Trikot. Letzteres im Idealfall nicht vom OFC.

Warum gerade jetzt: Weil man als

Neu-in-Hessen-Erstsemester zuerst

die wohl spannendste Stadt im Land

kennenlernen möchte. Auch ein Anlass: Adam

Green und Binki Shapiro kommen am 4. April

ins Zoom. Ach so: Bis zum 14. April ist Dippemess.

Außerdem: Weitere Termine ab S. 37. fd

My Zeil

Portikus

Römer

Fotos: Frankfurt Tourismus

16 streifzug 4/2013


BRAD SHAWS KOLUMNE

Brad Shaw schreibt exklusiv Kolumnen

für den streifzug. Normalerweise veröffentlicht

der Journalist sie im Netz auf

www.bradsticks.com. Sein Blog befasst

sich mit Lifestyle, Fashion, Musik, Promis

und Kultur – und immer wieder mit

der Suche nach Mr. und Mrs. Right.

Beverly Hills

war weit

Interessanterweise werden zuvor quotenträchtigen

Teenager-Serien zunehmend

qualvoll, wenn ihre Protagonisten von der

High School aufs College wechseln –

spätestens nach der vierten Staffel. Sprich,

wenn sie plötzlich ätzend erwachsene Probleme

wie Psychosen, ungewollte Schwangerschaft

und Drogenmissbrauch haben;

wenn wir gebotoxten US-Schauspielern

Mitte 20 ohnehin nicht mehr abnehmen,

noch irgendeinem ersten Mal nach dem

gefühlt zehnten Prom entgegenzufiebern.

Prompt sinken sie in der Gunst der

Zuschauer, die doch eher Petting auf der

Pyjama-Party als Philosophieren im Plenarsaal

sehen wollen.

Dabei ist das Studium doch die spannendste

Zeit, die wir unterhalb

der 30 erleben – klammern wir gewollte

Schwangerschaften in der

Mittelstufe mal aus. Ich zumindest

verließ die Schule desillusioniert

und hatte an das Danach ganz

geringe Erwartungen. Seit meinem

14. Lebensjahr war ich fest davon

ausgegangen, dass die Zeit kurz vor

dem Geschachere um Zulassungen

an den besten Hochschulen tatsächlich

so abläuft wie in besagten High-School-

Serien: Poolpartys, Partnertausch und

Prachtkerle mit Prollschlitten. Doch Beverly

Hills war eben nur Teil der Traumfabrik und

90210 nicht meine Postleitzahl. Also ließ

ich mich von einer anderen Zahl leiten –

vorerst mit unbekanntem Ziel. Nur die

Eckdaten waren klar:

1. Ich war zu schlecht in Mathematik, um

eine Naturwissenschaft zu studieren und

rauchte zu viel, um Mediziner zu werden.

2. Ich wollte auf keinen Fall in Tübingen

studieren. Was sollten rote Wähler im

fernen Baden-Württemberg?

Und 3. Ich wollte unbedingt eine Sozialwissenschaft

studieren.

Die Eins vor dem Komma war immerhin gut

genug, um sich im Geschachere um die

Zulassung an der bevorzugten Hochschule

auch ohne Härteantrag einen entscheidenden

Vorteil zu verschaffen. Zumindest

auf den ersten Blick. Denn ein Numerus

Clausus sorgt eben in vielerlei Hinsicht für

eine geschlossene Gesellschaft. Drin waren

vor allem Menschen, die die Oberstufe

gänzlich auf dem Gymnasium und ganz

und gar nicht im Gym verbracht hatten.

Oberätzend! Ich stellte mich also gänzlich

auf Lernen und ganz und gar nicht auf

Libido ein. Kurz vor dem Langeweiletod

warf ich alle elitären Beschränkungen über

Bord. Ich begann, außerhalb meines

Numerus Clausus zu daten und die Traumfabrik

zu übertrumpfen.

Wer außerhalb seines Numerus Clausus

datet, hat auf jeden Fall beste Chancen auf

die volle Packung Studentenfutter: von

harten Nüssen wie Diplomsportlern bis zu

Weichfrüchten wie Sozialpädagogen – und

anderen Rosinen. Die trockene Theorie ist

den Praxistest auf jeden Fall wert.

Schließlich lautet ein Zauberwort moderner

Bildung interdisziplinäres Lernen. Glücklicherweise

kommt der Appetit beim Essen.

Und er kam. Und kam. Irgendwann später

sollten wir uns fragen, warum wir all die

angehenden Ärzte, Anwälte und Architekten,

die uns irgendwann mal zum Essen

ausgeführt haben, nach dem vierten

Semester abgeschossen haben, um doch

wieder Jungs zu daten, die nach der

Gymnasialzeit auch das Studium mehr mit

Kampf- als mit Denksport verbrachten.

Die Kunst, an überfüllten Unis erfolgreich

zu daten, besteht umso mehr darin, nicht

auf Etikettenschwindel reinzufallen. Wir

haben tatsächlich mal zehn Euro Eintritt für

eine Sportler-Party ausgegeben, die sich

letztendlich als zu Marketingzwecken

getarnte Pharmazeuten-Party entpuppte.

Die sind bekanntermaßen auch nicht ohne,

allerdings wenig sexy, zumindest ohne die

Ergebnisse der privaten Laborexperimente.

Später wussten wir immerhin, warum die

Drehbuchschreiber unsere liebsten Teenager-Serien

ab Staffel vier mit Psychosen,

ungewollten Schwangerschaften und

Drogenmissbrauch geißelten.

Interessanterweise haben sich alle

Klischees, die das Date-Verhalten von

Studenten betreffen, über die Jahre

ebenso wenig verändert wie die tollen

Traumbilder, die uns amerikanische

Teenager-Serien verkaufen. Im August

1968 resümierte der SPIEGEL die

groß angelegten Studie »Studenten-

Sexualität« (erschienen bei Rohwolt)

folgendermaßen: 1. »Studenten, die oft

lieben, haben früh damit begonnen,

sind schwach in Mathematik, trinken

mehr und rauchen stärker als andere.«

2. »Studentinnen, die in Berlin leben, lieben

lieber als die in Tübingen. Kommilitoninnen,

die politisch links stehen, sind erfahrener als

andere Mädchen.« Und 3. »Wer Technik

oder Theologie studiert, lebt meist enthaltsamer

als Hochschüler, die sich mit Volkswirtschaft

oder Pädagogik beschäftigen.«

Das Studium ist wirklich die spannendste

Zeit, die wir unterhalb der 30 erleben. Ich

zumindest verließ die Uni übermotiviert

und hatte an das Danach ganz große Erwartungen.

Noch heute denke ich gern an

improvisiertes Paaren in hellhörigen Mini-

WGs, an minimales Schlafpensum in dunklen

Prüfungsphasen und maximales Ausreizen

jeder Packung 30-Cent-Tomatensoße. Wenn

heute amerikanische Teenager-Serien anlaufen,

schalte ich erst ab Staffel 4 ein. Wenn

auf die poplige Pubertät endlich das pralle

Leben folgt: Poolpartys, Partnertausch

und Prachtkerle mit

Prollschlitten.

Brad Shaw

4/2013 streifzug 17


STADTGESPRÄCH

Ein Freilichtmuseum

Gießen ist schön! Glauben Sie nicht? Dann kommen Sie mit uns auf die spannenden

Streifzüge durch die Stadt. Das neue Programm mit vielen unterschiedlichen Stadtführungen

liegt ab sofort in der Tourist-Information am Berliner Platz bereit.

Bismarcks Blick und bezaubernde Botanik,

Gailsche Gigantik und gußeiserne Gießkannen,

karge Konversionsflächen und klotzige

Kugeln, schmackhafte Suppenwürfel und

schaurige Schrumpfköpfe... Das sagt Ihnen

nichts? Diese kleinen Denkmäler und stillen

Wahrzeichen kennen Sie nicht? Dann wird’s

aber Zeit! In unzähligen Stadtrundgängen

und Führungen bietet das Tourismusbüro

ausreichend Gelegenheit, die Schönheit unserer

Stadt zu entdecken.

Wenn ab März die neue Saison »Gießen zu

Fuß« mit den öffentlichen Stadtführungen

beginnt, liegen hinter Daniela Ruth, Leiterin

der Tourist-Information, und den zahlreichen

Mitarbeitern, die das neue Programm vorbereitet

haben, arbeitsreiche Wochen der

Planung. Denn auch für 2013 haben sich

kundige Menschen Gedanken gemacht,

mit welchen Themen sie nicht nur die vereinzelten

Touristen für diese Stadt interessieren,

sondern auch den Bewohnern Gießens ihre

eigene Umgebung aus spannenden und vielleicht

ganz neuen Perspektiven zeigen

können.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Nach

zwei Semestern Studium in Gießen stellt sich

plötzlich elterlicher Besuch ein und will nun

endlich die Lage beim Nachwuchs erkunden.

Was tun? Außer Hörsaal und Kneipe

noch nichts gesehen? Wie zeigt man die

Stadt, in der man, frei nach dem Ikea-Slogan,

schon seit über einem Jahr nicht nur wohnt,

sondern vielleicht auch lebt. Wohin also,

wenn der Eindruck, den Gießen über seine

Ausfallstraßen oder dem schon länger wegen

Sanierungsmaßnahmen in Baustelle befindlichen

Bahnhof vermittelt – eine ziemliche

Ödnis – nicht als schockierendes Erlebnis

anhalten soll? »Da können wir sicher abhelfen«,

verspricht Ruth. Denn dieses

Szenario tritt immer wieder ein, wenn in

ihrem Büro das Telefon klingelt und sich

Menschen hilfesuchend an die Mitarbeiter

wenden. Ruth empfiehlt, sich mit ein paar

praktischen Informationsbroschüren und der

Orientierungskarte zur Innenstadt ausrüsten

zu lassen – oder sich gleich anzumelden zu

einer der ganzjährig buchbaren Spazierführungen

»Gießen für Gruppen«.

»Gießen historisch«

traditioneller Auftakt

Für einen Unkostenbeitrag je nach Thema

und Dauer der Rundgänge zeigen erfahrene

Stadtführer historische und neue Sehenswürdigkeiten.

Das Programm für 2013 erzählt in

einzelnen thematischen Führungen nicht nur

von den augenfälligen Attraktionen, sondern

bietet auch spezielle Events wie Mitmachaktionen

im Mathematikmuseum, lukullische

Verlockungen (beim Trüffel- oder, rustikaler,

dem Bierseminar mit Verkostung), Vorträge in

historischen Kostümen, Bootsrundfahrten auf

der Lahn und vieles mehr. Auch für die

kleinen Erkunder gibt es ein buntes Angebot,

um die Stadt kindgerecht zu erobern.

Die Führungen sind überraschend, unterhaltsam,

lehrreich und meist zudem amüsant! So

findet auch der spontane Gießen-Besucher

also ausreichend Möglichkeiten, sein

touristisches Interesse zu befriedigen. Doch

was empfiehlt die Gießen Marketing den

Bewohnern, die die Stadt eigentlich schon

ganz gut kennen?

»Neu sind u. a. der Spaziergang ›Vom

Unteren Hardthof zum Bismarckturm‹, ein

Rundgang durch den ältesten Gießener

Stadtteil Wieseck oder eine Busfahrt zu

den Stationen der Gießener Garnisonsgeschichte«,

sagt Ruth über das aktuelle

Programm, das traditionell mit dem Klassiker

»Gießen historisch« offiziell am 23. März

startet. Die versierte Kunsthistorikerin

Dagmar Klein führt bei dieser Veranstaltung

durch den historischen Stadtkern Gießens

und empfiehlt sich, laut Tourismus-Büro,

allen, »die erste Bekanntschaft mit der Stadt

und ihrer Geschichte machen wollen.«

Den Interessierten wird im Burgmannenhaus

an einem Modell ein Überblick über die

Stadtstruktur gegeben, Kirchenturm und die

Marktlauben am Brandplatz werden inspiziert,

bevor es über Zeughaus und Neues

18 streifzug 4/2013


STADTGESPRÄCH

Fotos: Schepp

STADTFÜHRUNGEN

IM APRIL:

14. April, 15 Uhr:

3

TIPPS

Die Architektur der 50er Jahre – Stilmerkmale

und städtebauliche Aspekte

Die typische Nachkriegsarchitektur der 50er Jahre hat auch das Stadtbild

des stark zerstörten Gießen maßgeblich geprägt: Ob Alte UB,

Dörmann-Hochhaus, Dachcafé oder Blumen Corso – an vielen Ecken

der Stadt finden sich Merkmale dieses Baustils. Die Spaziergänger

werden in die Zeit von Wiederaufbau und Pulverkaffee am Nierentisch

entführt. Treffpunkt: Stadtkirchenturm, Kirchenplatz;

Teilnahme: 3 Euro, ohne Voranmeldung; Dauer: ca. 2 Std.

Schloss weiter durch den Botanischen Garten und schließlich zum

Theater geht; der Rundum-Service kann auf Wunsch auch das Liebig-

Denkmal im Stadtpark einschließen. Mit diesem Auftakt ist man

bestens gerüstet für die folgenden speziellen Führungen, die die Stadt

bis zum Dezember anschaulich machen werden. Die Stammgäste

warten bereits darauf, dass sie sich einer der rund 100 Stadtführungen

anschließen dürfen. Die Themenvielfalt bietet schließlich für nahezu

jedes Interesse und jeden Geschmack etwas; wissenschaftliche Themen

werden kenntnisreich vermittelt und auch das Ausprobieren und

Selbermachen steht bei vielen Führungen im Vordergrund. »Es gibt

immer eine große Schnittmenge bei den zielgruppenorientierten

Themen, denn man will die Leute generell interessieren.«

Stadtrundgang zur Nachkriegsarchitektur

ist einer von Ruths Favoriten

Einer der Favoriten von Ruth ist der Stadtrundgang zur Nachkriegsarchitektur

in Gießen, zu dem auch ein schmuckes kleines Bändchen

mit dem Titel »Kurven, Raster, Solitäre« vor einigen Jahren erschien.

»Gießen ist ein Freilichtmuseum der 50er und 60er Jahre«, bemerkt

sie und legt einem ans Herz, sich gründlich über die architektonischen

Überbleibsel und die Geschichten dieser Zeit zu informieren.

»Es gibt so viele schöne Ecken«, man müsse sie nur gezeigt bekommen.

»Wir wollen die Stärken unserer Stadt in das Bewusstsein der

hier lebenden Menschen rücken«, lautet daher das Credo.

Ein weiterer Schwerpunkt sind in diesem Jahr natürlich die Führungen

und Veranstaltungen zum 200. Geburtstag des Vormärz-Autors Georg

Büchner, gleichzeitig literarisches Aushängeschild der Stadt. In die

zahlreichen Veranstaltungen, die in ganz Hessen zu Ehren des berühmten

Dramatikers stattfinden, reihen sich auch die Stadtrundgänge

in Gießen ein. Den Auftakt macht am 24. März eine »Frühschoppen-

Lesung« mit Vespermahl auf Burg Gleiberg. Doch das ganze Jahr

begleiten Büchner-Interessierte Spaziergänge zu den Orten, die in

Gießen die Spuren des gesellschaftskritischen Revolutionärs und

Verfassers des »Hessischen Landboten« aufweisen.

Und auch wenn wir wissen, wie unglücklich der junge Georg

Büchner in seinen zwei Semestern in Gießen war, vielleicht fehlten

ihm damals bloß die Stadtrundgänge, um die wahren Schönheiten

der kleinen Universitätsstadt an der Lahn zu erkennen ...

Sabine Wolfrum

20. April, 15 Uhr:

Auf den Spuren der Amerikaner –

60 Jahre US-Amerikaner in Gießen. Was bleibt?

Nicht nur Panzer und McDonald’s haben die amerikanischen Streitkräfte

in die Stadt gebracht – wussten Sie z.B., dass es ein kleines

Kino mit englischsprachiger Filmauswahl gab oder wie es sich in den

»Housing Areas« der »Amis« wirklich lebte? Dies kann man u.a. in

einem etwa 2,5 km langen Rundgang erfahren. Treffpunkt: Eingang

der Volkshalle/Miller Hall, Grünberger Straße; Teilnahme: 3 Euro,

Anmeldung bei der Tourist-Information; Dauer: ca. 2 Std.

27. April, 15 Uhr:

Burschen, Büchner & Co.

Literarischer Stadtspaziergang durch Gießen

im Vormärz

Die revolutionäre Flugschrift »Hessischer Landbote« verfasste Georg

Büchner als Student in Gießen unter Mithilfe seiner Mitstreiter aus

Mittelhessen auf der Badenburg, und ist damit unwiderruflich mit der

Stadtgeschichte verknüpft. Was Büchner weiterhin antrieb, Weltliteratur

wie »Woyzeck« oder »Dantons Tod« zu erschaffen, erfahren

Sie hier. Treffpunkt: Altes Schloss, Brandplatz; Teilnahme: 5 Euro,

ohne Voranmeldung; Dauer: 1,5 – 2 Std.

Foto:Schepp

4/2013 streifzug 19


ampenlicht

OK KID:

Debütalbum der

»Exil-Gießener«

Am 5. April erscheint nach den EPs »Elektrisch« und »Grau« das erste richtige Album von

Jonas Schubert, Raffael Kühle und Moritz Rech. Die aus Gießen stammende Formation

OK KID – vormals Jona:S – hat sich für die 13 Songs auf der gleichnamigen Platte Zeit

genommen und beweist, dass sie sich musikalisch unglaublich weiterentwickelt hat. Unser

Mitarbeiter Nikolai Fritzsche hat die Band im »Hostel Weltempfänger« in ihrer Wahl-

Heimat Köln-Ehrenfeld getroffen.

20 streifzug 4/2013


RAMPENLICHT

Schön, dass ihr euch Zeit genommen habt,

obwohl ihr momentan intensiv für eure Tour

mit dem »Fourabend«, der Newcomer-

Konzertreihe eures Labels Four Music, probt.

Ist bei Proben eigentlich jemand von der

Plattenfirma dabei?

Kühle: Nein, nie.

Wie zeigt ihr dem Label

dann, dass ihr vorankommt?

Schubert: Für viele Leute

klingt Major-Label nach

kompletter Kontrolle, man

macht nur das, was die Plattenfirma sagt. Wir

haben das Album selbst aufgenommen, mit

unseren Produzenten Robert Koch und Sven

Ludwig und haben uns die beiden ausgesucht.

Wir haben die Platte aufgenommen

und abgegeben. Es wurde uns bei keinem

Song reingeredet. Wir hätten die Platte auch

so gemacht, wenn wir kein Major gehabt

hätten. Natürlich mit weniger Geld. Aber

vom musikalischen Ansatz her hat das Label

keinen Einfluss genommen.

Die Plattenfirma hat euch einfach einen

Betrag gegeben und darauf vertraut, dass ihr

gute Musik abliefert?

Kühle: Im Prinzip, ja. Natürlich sind die

daran interessiert, zu wissen, was mit dem

Geld passiert. Deshalb kommen sie ab und

zu vorbei und fragen: »Habt ihr neue Demos,

die wir uns anhören können?« Dann gibt

man ihnen Demos, und die sagen: »Ja, das

ist geil.« Es gibt aber bestimmt auch Verhältnisse,

wo das anders abläuft.

Schubert: Unser Label ist sehr künstlerfreundlich.

Die haben uns unter Vertrag genommen,

weil sie glauben, dass wir es gut machen,

und nicht, weil sie einen Künstler prägen und

für den Markt formen wollen. Die suchen

sich Bands aus, von denen sie glauben,

dass schon viel vorhanden ist und dass die

logische Konsequenz ist, dass sie so weitermachen.

Was anderes wäre für uns auch

nicht infrage gekommen. Es wird auch auf

jeden Fall ein zweites Album geben.

Natürlich müssen wir jetzt verkaufen, aber

der Druck ist ziemlich gering.

Kühle: Wir wussten ja auch, wo wir hinwollten.

Es gibt Künstler, die sagen: »Hauptsache

Plattenvertrag«, ohne ein eigenes Profil zu

haben. Bei uns war klar, in welche Richtung

es gehen soll.

Wenn das Angebot nicht gekommen

wäre, hättet ihr die Platte mit selbst aufgetriebenem

Geld gemacht?

Schubert: Es gab mehrere Optionen. Wir

hatten noch ein weiteres Angebot von einem

Major-Label, das finanziell sogar besser war.

»Es wurde bei keinem

Song reingeredet«

Das Bauchgefühl war aber bei Four besser.

Gemacht hätten wir die Platte so oder so,

aber das Label hilft uns natürlich, eine

größere Öffentlichkeit zu erreichen. Wenn

man die Öffentlichkeit schon hat, kann man

eine Platte auch alleine machen. Das

machen, gerade im Rap-Bereich, ja viele

Künstler so. Man darf aber nicht denken, dass

man sich nur einen

Plattenvertrag sichern

muss und dann alles von

selbst läuft. Ein Vertrag ist

kein Selbstzweck. Wir

kennen viele Bands, die

einen Vertrag hatten, aus denen aber nichts

geworden ist. Danach waren die so demotiviert,

dass sie nichts mehr herausgebracht

haben.

Apropos Charts: Deutscher Rap ist momentan

extrem erfolgreich. Was haltet ihr zum

Beispiel von Cro?

Schubert: Respekt dafür, dass er mit solcher

Musik so viele Leute erreicht. Das ist auf

jeden Fall positiv für den deutschsprachigen

Rap, auch wenn das nicht die Ästhetik

unserer Musik ist. Vielleicht sind wir auch

schon zu alt dafür. Aber er hat auf jeden Fall

dazu beigetragen, das Image der Rap-Szene

zu erweitern, die eben nicht nur aus schlecht

gemachtem Straßenrap besteht, wie er zuletzt

oft zu hören war.

Cro ist ein Teil der Wiederauferstehung Stuttgarts

als Hip-Hop-Stadt. Warum ist es bei

euch Köln geworden?

Kühle: Wir hätten auch nach Berlin oder

Hamburg gehen können, aber Jonas wohnt ja

schon seit einiger Zeit hier in der Gegend.

Die Hauptsache war, dass wir endlich in

einer Stadt wohnen. Wir waren fünf Musiker

in fünf verschiedenen Städten und man kriegt

einen Aggro, wenn du proben musst. Das

wird logistisch alles irgendwann so scheiße,

dass es der nächste zwangsläufieg Schritt war,

alle in eine Stadt zu ziehen.

Rech: Vor dem Umzug waren wir Proberaumnomaden

und sind von Proberaum zu

Proberaum getingelt. Wir

hatten nie eine feste Base.

Jetzt sind wir zum ersten

Mal alle in einer Stadt.

Wenn wir proben, müssen

wir nicht erst alles aufbauen,

sondern können direkt loslegen.

Kühle: Im Nachhinein betrachtet war

Köln der beste Schritt. Wir sind in einer

Großstadt und haben das volle Angebot, aber

es ist trotzdem klein genug, dass man Leute

auch mal wiedertrifft, wenn man abends

weggeht. Köln ist nicht so überladen wie

Berlin.

»Wir sind Wahl-Kölner

und Exil-Gießener«

Fühlt ihr euch schon in Köln zu Hause?

Rech: Auf jeden Fall.

Schubert: Wir sind eine Band aus Gießen,

die in Köln wohnt. Zu Hause fühlen definitiv,

aber es ist nicht unsere Heimat.

Was sagt ihr bei Konzerten: »Wir sind OK

KID aus Gießen« oder »Wir sind OK KID

aus Köln«?

Schubert: Wir sagen gar nichts mehr

(alle lachen).

Warum?

Schubert: Dass wir die Fahne für Gießen

überall hochhalten, ist eh klar. Weil wir da

groß geworden sind und da die erste Fanbase

hatten, ist das unsere wichtigste Stadt. Aber

die Platte ist komplett in Köln entstanden,

und wir sind in Gießen nicht mehr im Alltag

drin, da wäre es komisch, zu sagen:

»Wir sind OK KID aus Gießen.« Auf der

anderen Seite würde es uns auch komisch

vorkommen, Köln zu sagen. Deswegen sagen

wir gerade gar nichts.

Rech: Wir haben es uns ausgesucht, in Köln

zu wohnen, also sind wir Wahl-Kölner. Und

Exil-Gießener (lacht).

Wahl-Gießener wiederum erkennen im

Radio an der Postleitzahl »35398«,

dass euer Song »Stadt ohne Meer« von

Gießen handelt.

Schubert: Genau. In dem Song geht es

darum, wo wir herkommen. Die Stadt, aber

auch die pulsierende Szene, die es damals im

Holzpalast-Umfeld gab, mit Zwohandbreit,

der Kellercrew, Scid da Beat. Ein Grund, den

Song zu machen, war auch, dass es noch

keinen coolen Song über Gießen gibt.

Kühle: Doch, »35398« von der Kellercrew

(lacht).

Schubert: Klar, stimmt. Von deiner alten

Band.

»Stadt ohne Meer« klingt für mich von allen

Songs auf dem Album am meisten nach

Jona:S. Ist das Absicht?

Schubert: (zitiert aus dem Songtext) »Du

riechst immer noch nach

gestern«, ja (lacht).

Nein, es ist keine Absicht,

aber es ist eben schon

ein älterer Song, den die

Leute von Konzerten

auch schon länger kennen.

»Stadt ohne Meer« sticht auf der Platte

etwas raus. Der Rest ist ja schon eher ruhig.

Kühle: Das stimmt. Es ist auf jeden Fall der

gitarrenlastigste Song.

Schubert: Uns hat mal ein Fan auf Facebook

geschrieben: »Früher war eure Musik zum

4/2013 streifzug 21


RAMPENLICHT

Tanzen und Feiern, jetzt ist sie zum Nachdenken

und Heulen.«

Trifft es das für euch? Und wollt ihr das?

Kühle: Das ist schon eine übertriebene

Formulierung, aber ich kann schon nachvollziehen,

wie das gemeint ist. Aber andererseits

war ja vollkommen klar, dass wir solche

Songs wie auf der »Elektrisch« nicht mehr

machen würden. Davon wollten wir ganz

klar weg.

Warum?

Kühle: Eine Partyspaßband zu sein, ist musikalisch

und inhaltlich irgendwann vorbei.

Einen Partysong machst du in einer Minute.

Du brauchst einfach nur: (klopft mit der Faust

einen gleichförmigen Beat auf die Stuhllehne)

und irgendeinen spruchreifen Text drauf,

mehr nicht. Darin liegt keine tiefere Befriedigung.

Das ist schnell gemacht und inhaltlich

nicht das, was wir mitteilen wollen.

Schubert: Wobei Schnelligkeit und Partysong

nicht automatisch einfache Musik bedeuten.

Kühle: Ja, aber zum Beispiel einen Song wie

»Steig ein« auf »Elektrisch« würden wir heute

nicht mehr machen.

Schubert: Nee, natürlich nicht.

Rech: Oder »Oh Oh Oh«.

Das war mein Lieblingssong

von Jona:S.

Schubert: Es ist doch auch

für Leute, die uns als Band

schon sechs Jahre kennen,

schön zu sehen, dass wir uns weiterentwickeln,

neue musikalische Einflüsse bekommen

und die den Anspruch haben: Wir wollen –

für uns – bestmögliche Popmusik machen. Es

gibt immer Leute, die sagen: Der Name

»Jona:S« war viel cooler, die alte Version von

»Mehr Mehr« – der einzige Song von »Elektrisch«,

der es aufs neue Album geschafft hat,

war geiler. Das ist aber völlig normal. Der

Mensch mag Sachen, die er kennt, wenn sich

das plötzlich ein bisschen verändert, wird es

skeptisch beäugt. Aber wir sind ja jetzt keine

anderen Menschen. Live wird es immer noch

ziemlich nach vorne gehen und sehr ekstatisch

sein, daran wird sich nichts ändern.

Kühle: Früher ist unsere Musik unter größerem

Zeitdruck entstanden, dadurch waren

die Songs musikalisch oft einfacher, weil es

schnell gehen musste. Wenn man Zeit hat,

kommen Sachen dabei raus, die vielleicht ein

bisschen schwerer zu genießen sind.

Die neue Version von »Mehr mehr« ist beim

ersten Hören tatsächlich ziemlich sperrig.

Warum gefällt der Song euch so jetzt besser?

Schubert: Nein, nicht besser. Aber …

Kühle: Ich find’s schon besser.

»Es geht nicht nur

um Halligalli«

OK KID: Moritz Rech, Raffael Kühle und Jonas Schubert.

Schubert: Das ist mit der Zeit so passiert. Wir

haben gedacht: Das ist ein starker Song, den

wollen wir auf der Platte haben und dann so

einbetten, dass er zur Platte passt. Da hätte

dieser normale funky Hip-Hop-Groove überhaupt

nicht funktioniert. Das ist der älteste

Song auf dem Album, und ich würde auch

heute so

einen Text nicht mehr

schreiben, weil er sehr

einfach und gradlinig ist.

Trotzdem wollten wir ihn

definitiv mitnehmen. Dass

er da nicht mehr so klingen kann wie vor vier

Jahren, muss man uns nachsehen.

Ihr habt euch seit »Elektrisch« stark verändert.

Würdet ihr sagen, ihr seid eine

melancholische Band?

Schubert: Wenn du das sagst, würde ich es

stehen lassen, aber wir würden das nie sagen.

Nachdenklich, ja, aber nicht melancholisch.

Die Texte sind nunmal Beobachtungen und

handeln von dem, was wir in unserem Leben

wahrnehmen. Wenn es dann um Party geht,

heißt es halt nicht: »Hey ho, heute geht’s

richtig ab, wir saufen uns schlapp.« Dann

geht’s auch um die negativen Seiten daran,

nicht nur um Halligalli.

»2013 definitiv ein

Konzert in Gießen«

Aber trotzdem glaube ich

nicht, dass wir eine melancholische

Band sind,

weil auch sehr viel Hoffnung

auf der Platte ist.

Immer dann, wenn es melancholisch zu werden

droht, zieht es textlich wieder raus.

Wenn ich merke, jetzt zieh ich mich gerade

runter, kommt in der nächsten Zeile ein Wortspiel

oder irgendwas, was einen wieder rauszieht.

Aber klar: Wir sind eher eine nachdenkliche

Band als eine … progressive

Partykapelle mit positiven Texten.

Alle Fotos: Braunbarth

Trifft es pessimistisch besser?

Schubert: Es gibt nur einen Song auf der

Platte, der keine Hoffnung macht. »Alles oder

nichts mehr«. Aber wenn das jemand anders

sieht, ist das auch okay. Wir wollen den Leuten

nicht vorschreiben, was sie bei einem

bestimmten Song zu denken haben. Die Texte

sind eher Beobachtungen als Feststellungen,

eher Fragen als Antworten.

Eine Frage, die sich eure Fans in der Heimat

stellen, ist, wann sie euch das nächste Mal in

Gießen zu sehen bekommen.

Kühle: Definitiv 2013. Ob es beim Stadtfest

wieder klappt, hängt vom Rahmen ab. Die

Greenhill-Bühne wird es ja leider nicht mehr

geben. Und zeitlich muss man natürlich auch

schauen, ob es passt. Wir haben schon über

30 Festivals diesen Sommer und dazwischen

ist nicht mehr viel Platz.

Was sind die Höhepunkte im Plan?

Schubert: Das krasseste ist für uns als Hip-

Hop-Fans das Splash, obwohl es nicht das

größte Festival ist, das wir spielen.

Rech: Wir dürfen es sogar

eröffnen und spielen am

Freitag als erster Act. Das

ist schon besonders.

Kühle: Aber auch Hurricane

und Southside.

Schubert: Oder Frauenfeld, das größte

Schweizer Festival, wo Wu-Tang-Clan und

Snoop Dogg kommen. Unser Booker hat sich

echt den Arsch aufgerissen, dass wir bei vielen

Festivals dabei sind. Wir spielen in diesem

Jahr fast 70 Auftritte. Nikolai Fritzsche

22 streifzug 4/2013


MEDIATHEK

Klick-Sparer

Diese App spart Klicks. hr3 hat seine Software für Smartphones

und Tablets überarbeitet und liefert nun nett

aufbereitete Informationen ohne lange Suche auf der

Homepage. Neben Standardfunktionen wie die Programmübersicht

(mit Fotos der Moderatoren), einem Livestream (in

zwei unterschiedlichen Qualitätsstufen, um Datenvolumen zu

sparen) oder die Playlist bieten die Radiomacher beispielsweise

regionale Wetterinformationen, wie man sie aus dem Online-

Angebot des Senders kennt. Dazu wählt man den nächstgelegenen

aus zehn hessischen Orten aus und bekommt danach eine ordentlich

auf bereitete Vorhersage. Die aktuellen Verkehrsnachrichten

sind auch mit einem Klick auf dem Display und lassen sich notfalls

noch schnell während einer Rotphase an der Ampel checken. Eine

Übersicht der wichtigsten News aus Hessen und einen (Radio-)

Wecker bietet die App für iOS und Android ebenfalls. Außerdem

erhoffen sich die Frankfurter ein wenig

Unterstützung ihrer Hörer: Sie können

Fotos, Videos und Audioclips mit der

App aufnehmen und diese gleich ins

Funkhaus über tragen. Und wer die Musik

der Welle nicht mag? Der findet das

identische Konzept bei den anderen hr-

Programmen von youFM bis hr4. http://

goo.gl/Iazat

kus

Wegen Sortimentsbereini-gung

viele Einzelstücke und

Unikate stark reduziert.

49,-

Reinschauen lohnt sich!

Freuen auf

Herrenmagazin

Hätten Herrenmagazin ihr neues Album »Das Ergebnis

wäre Stille« einige Jahre früher produziert, würde es

nun wohl heißen: Passt perfekt in die Zeit und prima

neben Tomtes »Buchstaben über der Stadt« ins Plattenregal.

Heute schreiben wir stattdessen: Solchen

deutschen Indiepop – unaufgeregt, eingängig, hoffnungsvoll

– hatten wir ja schon lange nicht mehr. Bei

Tomte zuletzt. Seit ihrem Debüt »Atzelgift« wurden

Herrenmagazin immer ein bisschen verkannt: Besonders

gerne als »Sauf- und Raufrabauken«, wie es im Presseheft

zum neuen Album geschrieben steht. Gerecht wurde man ihnen

damit nie. Den Musikern. Nicht den Rabauken. Aber nun dürfte es

ohnehin vorbei sein damit, denn die neue Platte bietet kein

Geschrammel, anregende Texte sowie ein aufgeräumtes Cover. Und

wie Konzerte von Herrenmagazin inzwischen ablaufen, davon

kann man sich am 24. April

über zeugen, wenn die Hamburger

Jungs im MuK auftreten.

Wir freuen uns. Und

wenn sich Thees Ulmann

irgendwann wieder mit seiner

Kapelle zusammensetzt, um

ein Album herauszubringen,

können wir dann frohlocken:

Die neue Platte von Tomte

passt bestimmt ganz prima

neben »Das Ergebnis wäre

Stille« von Herrenmagazin. fd

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4/2013 streifzug 23


Foto: ras

Laser frei!

Mit dem »Laserplaza« hat in Großen-Linden kürzlich die erste Lasertagarena der Region ihre

Pforten geöffnet. Für sieben Euro pro Spiel und Spieler ist man zum Normalpreis dabei. Der

streifzug hat sich Westen und Waffen umgeschnallt und für eine Viertelstunde den Redaktionsfrieden

aufgekündigt. Christoph Agel und Florian Dörr erzählen von der »Schlacht in Linden«.

Christoph: »Red Armed Christoph« lese ich

auf dem Display, das meine rot leuchtende

Weste ziert. Ich bin also Kämpfer »Rot« und

obendrein bewaffnet. Das ist »Green Armed

Florian« natürlich auch, und wir werden uns

gleich gegenseitig abschießen. Weste und

Hallenschuhe sitzen, die Knarre liegt gut in

der Hand. Dann noch der obligatorische

Kurzfilm mit der martialischen Instructor-

Stimme, und schon sind die Erinnerungen an

die gerissene Hose beim Laser-Kampf vor

über zehn Jahren in Prag vergessen. Die

Bilder vom Schießstand beim Bund – noch

länger her – ebenfalls. Wir betreten die

schicksalhafte Halle, Florian geht links, ich

rechts. Gleich schießen wäre langweilig, erst

mal müssen wir uns verschanzen. Dafür

gibt’s, wie ich sehe, jede Menge: diverse Reifenstapel

oder Bauzäune mit Abdeckungen.

Und in der Mitte ein Konstrukt zum Durchlaufen.

Mit Schlitzen zum Durchschießen

und Getroffen-werden. Es dauert nicht lange

und ich sehe grüne Lichter, wie sie durch das

Dunkel huschen. Feuer frei! Das denkt sich

auch »Green Armed Florian« und hält drauf.

»Hit« erklingt es aus meiner Weste, verdammte...

– das geht ja gut los. Aber was

sind schon ein paar Sekunden Schießunfähigkeit.

Ich habe eine Viertelstunde, um mich

zu revanchieren.

Florian: Ich liebe es, wenn Pläne aufgehen.

Mit Christoph den körperlich Größten im

Kollegenkreis heraussuchen und zum Duell

auffordern. Das klingt für andere wie der

heldenhafte Auftritt von David gegen Goliath,

dabei stellt er doch nur ein umso größeres

Ziel dar. Brillant! Nun sitze ich zufrieden hinter

einer Tonne und ziehe nach meinem

Treffer eine positive Zwischenbilanz: 1:0.

Dass der Kollege längst hinter mir steht,

werde ich erst gleich merken.

Christoph: »Well done« klopft mir die Stimme

aus der Weste verbal auf die Schulter, als

ich »Grün« erwische. Genau die kann

24 streifzug 4/2013


BLICK IN DIE REGION

übrigens, neben dem Frontaltreffer, auch erwischt

werden, Vorsicht also? Quatsch, hier

wird mit offenem Visier gekämpft. Jeder Unteroffizier

würde mich

Bruce Willis oder

ein verwirrtes Reh?

wahrscheinlich für dieses

stümperhafte Rumgeballer

fünf Stunden »Stube

und Revier reinigen«

lassen. Aber Spaß

macht’s! Ich verschanze mich dann doch mal,

und zack, hat er mich wieder. Vermutlich traf

Kamerad »Green« gerade meine Waffe, das

ist nämlich Achillesferse Nummer drei.

Florian: Von seiner Vergangenheit bei der

Bundeswehr hatte Christoph im Vorhinein

nichts verraten. Ich wittere zwar Wettbewerbsverzerrung,

bin aber nach meinem letzten

Treffer wieder guter Dinge. Mein nächstes

Manöver ist nichts Neues. Man kennt das aus

dem Kino von Bruce Willis und Daniel Craig:

Während des Hechtsprungs von einem Versteck

zum nächsten – Zeitlupe wäre in dieser

Einstellung selbstverständlich – liege ich quer

in der Luft und halte den Abzug gedrückt. Jedenfalls

fühlt es sich in meinem Kopf so an.

Christoph dürfte der Anblick wohl eher an

ein verwirrtes Reh erinnern, das ziellos in der

Gegend herumirrt. »Hit«, schreit meine

Weste und reist mich aus meinem Kopfkino.

Für mich klingt das nach: Wettbewerbsverzerrung!

Christoph: »Green« scheint

das zentrale »Versteck« zu

bevorzugen, ich verlagere

mich nach rechts, gehe in

die Hocke und ziele auf Grün. Treffer! Ich

sehe ihn danach nicht, höre aber ein »Hit«

und bin kurz außer Gefecht, während die

Techno-Rhythmen wummern und Florian

seinen nächsten »Schützengraben« wählt.

Florian: Es sind kaum zehn Minuten vergangen,

und ich pumpe wie ein Eichhörnchen.

Keine Nerven für Weisheiten. Und keine Luft.

Goliath ist flink wie ein

Luchs. David tappst umher

wie ein Maulwurf. Zu viele

Tierassoziationen? »Hit«,

brüllt mich die Weste an.

Christoph scheint überall zu

sein. Zwar können bis zu elf Spieler gleichzeitig

in der 300 m² großen Halle die Jagd

eröffnen, doch dürfte es dann etwas eng

werden hinter den ganzen Reifen, den vielen

Tonnen und den Bauzäunen, die sich zum

Versteck eignen.

Christoph: Bei der Suche nach Grün, dem

Schießen und Verschanzen kommen mir zwei

Gedanken: Ich weiß nicht, wie oft wer wen

getroffen hat. Und ich habe keine Ahnung,

wie lange wir uns schon duellieren. Zur Restzeit

meldet sich die martialische Stimme aus

der Weste zu Wort, und ganz zum Schluss

vermeldet sie: »Game Over.« Blut ist nicht

geflossen, dafür Schweiß. Shake Hands, »Gut

gekämpft« und der Blick auf Trefferquote und

Scorerliste. Bin zufrieden, aber es ging ja sowieso

»nur um Kampf«, nicht um Wettkampf.

Florian: Zieht man von Christophs Punktzahl

den verheimlichten Bundeswehr-Bonus, die

Vorerfahrung in Prag,

die größere Lebenserfahrung

und das reichhaltigere

Frühstück ab,

liegen wir ungefähr

gleichauf. Man muss

das Ergebnis nur richtig interpretieren. Den

Statistikbogen nehme ich trotzdem gerne an

Die Waffe ist Achillesferse

Nummer drei

mich, nicht dass er in der Redaktion die Runde

macht. Florian Dörr/Christoph Agel

»Wiesn-Gaudi«

Vom 20. bis zum 30. April geht es auf der Mockswiese in Watzenborn-Steinberg wieder

zünftig zu. Drei Wiesnhitnächte und die Schürzenjäger sind die Highlights auf der Wiesn.

Nächste Runde für die Wiesn-Gaudi: Zum fünften Mal steigt auf der

Watzenborn-Steinberger Mockswiese vom 20. bis 30. April das

Licher-Wiesnfest. Wieder mit den Schürzenjägern, die 2012 einen

absoluten Sahne-Auftritt hinlegten, und diesmal mit drei FFH-

Wiesnhitnächten. »Urgestein« Antonia, Mickie Krause, Tim Toupet

und die Partyvögel (Foto) sind dabei – um nur einige der Stimmungsgranaten

zu nennen, die im rappelvollen Zelt den Bär zum

Steppen bringen. Und – Brüderle hin oder her – Wiesnzeit ist

Dirndlzeit. Am ersten Sonntag (21. April) werden sich die Damen

die Ehre geben, die den Titel »Miss Dirndl« tragen möchten. Im

vergangenen Jahr schon ein echter Hingucker, dürfte auch diesmal

wieder einiges fürs Auge geboten werden. Die Top Ten der Bewerberinnen

werden auf der Bühne stehen. 2012 war natürlich

auch noch Geschicklichkeit, Cleverness und Spontanität gefragt.

Schaun mer mal, welch schweren Prüfungen sich die Macher

diesmal ausgedacht haben. Elf Tage Wiesn bieten darüber hinaus

Biergarten, Vergnügungspark, Ballonglühen, »Pohlheim singt« und

Modenschau... Und die Organisatoren von der Firma Bill und der

Licher Brauerei stellen sogar – zusätzlich zum Zelt – eine Almhütte

mit bis zu 170 Sitzplätzen auf. Na dann, aufi geht’s!

agl

4/2013 streifzug 25


UNTERWEGS

»Ritterkeller«

Burg Staufenberg · Burggasse 10 · 35460 Staufenberg · Telefon 06 406/3014020 · www.burg-hotel-staufenberg.com

»Zarte Brust vom Schnabeltier auf Bira-

Knollenfrucht-Gemüse mit lauwarmen

roten Krautspänen und Mandeltunke«, steht

in akkurater Schrift auf der festlichen Menükarte.

Sie wissen nicht, was das ist? Mit viel

Fantasie kann man’s erraten: »Rosa gebratene

Entenbrust auf Birnen-Sellerie-Ragout

mit lauwarmen Rotkohlsalat und Mandelsauce.«

Das ist nur einer von mehreren

möglichen Gängen, die im »Ritterkeller«

auf der Burg Staufenberg stilecht beim mittelalterlichen

Mahl serviert werden. Ostersonntag

ist es wieder so weit: »Dann wird

Gaukler Rasputin den Gästen mittelalterliche

Tischmanieren beibringen«, versichert

Hotel-Direktorin Cornelia-Germaine

Sebald. Rund 100 Personen finden am

Abend Platz bei diesem rustikalen Burgenschmaus

in vier Gängen – Schnabernack

und Gaukeley sind im Preis von 39,50 Euro

inbegriffen, eine Tisch reservierung ist

empfehlenswert. Und keine Sorge: Es geht

zivilisiert zu bei dieser Tafeley – hier muss

keiner Knochen hinter sich werfen!

26 streifzug 4/2013

Fotos: Schwarzmann

Mit derartiger Erlebnisgastronomie hat sich

der »Ritterkeller« weit über die Grenzen

des Lahntals, auf das man von der Burg aus

malerisch blickt, einen Namen gemacht.

Sogar Popsängerin Bonnie Tyler hat hier

kürzlich während ihrer Deutschland-Tour

Station gemacht, zeigte sich vom historischen

Weinkeller ganz besonders entzückt.

Das Ambiente des Hauses, seit gut zehn

Jahren in Besitz des Privathotel-Unternehmens

von Dr. Rolf Lohbeck, der ein Faible

für alte Gemäuer zu haben scheint, ist auch

wirklich einmalig. Glänzend polierte Ritterrüstungen

sowie allerlei martialische

Waffen und Werkzeuge aus finsteren Zeiten

sorgen für die angemessene Atmosphäre,

die zum Genuss des rustikalen Ritterspießes

passt. »Das ist der absolute Renner auf

unserer Speisekarte«, versichert Sebald.

Und: »Wir servieren ihn natürlich auch

gern in einer vegetarischen Variante mit geschmortem

Gemüse.« Die Fleischvariation

bietet eine saftig gegrillte Mischung aus

Rumpsteak- und Schweine filetwürfeln,

dazu werden aromatische Rotwein-Charlotten

und gebratene Kartoffeln gereicht

(17,90 Euro).

Auch wenn das Altbewährte wie Rumpsteak,

Lamm- und Wildschweinrücken bei

den Gästen immer gut ankommt, sind

Restaurantleiter Michael Vogler und

Küchenchef Eugen Klamm stets bemüht, für

neue kulinarische Erlebnisse zu sorgen. So

werden ab dem 7. April unter dem Motto

»Frühlingserwachen« leichte Gerichte

offeriert, und vom 15. bis 21. April hat die

Küche eine Ostalgie-Woche ausgerufen.

»Die Idee dazu hatte unser Restaurantleiter«,

erzählt Sebald: »Bei einer Reise in

Ostdeutschland hat er sich ein Jägerschnitzel

bestellt – und bekam panierte

Jagdwurstscheiben serviert.« Die Verblüffung

war natürlich groß. Mal sehen und

pro bieren, mit welchen Speisen der Koch

die Gäste noch zu überraschen weiß.

Für Familienfeiern aller Art gibt’s im weitläufigen

Haus selbstverständlich die

passenden Räumlichkeiten. Und sobald die

ersten Sonnenstrahlen locken, werden

Tische und Stühle nach draußen gestellt,

um auf der Terrasse das wunderbare

Panorama zu genießen. Für durstige Kehlen

empfiehlt sich ein frisch gezapfter Gerstensaft

aus der Landskron Brauerei in Görlitz.

Und wer ein wenig zu tief ins Glas geschaut

hat, kann sein Haupt in einem der

34 Hotelzimmer betten. Denn die Straßen

von und zur Burg Staufenberg sind ziemlich

steil!

Marion Schwarzmann

Im Überblick

Sitzplätze: 100 im Ritterkeller,

20 im Weinkeller

Küche: Handfeste Gerichte auf

gehobenem Niveau

Spezialitäten: Mittelalterliche

Ta f e l e ye n , r u s t i k a l e r R i t t e r s p i e ß

Öffnungszeiten: Täglich von

12 bis 22.30 Uhr (nachmittags

k l e i n e S p e i s e k a r t e )

Küche ★★★✩

Ambiente ★★★★

Service ★★★✩

Preise U U U


UNTERWEGS

… Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis

Viebrock-Werke und Preisverleihung

Der Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis rückt nun zum sechsten Mal die für das Theater so wichtige

Kunstgattung Bühnenbild in die öffentliche Aufmerksamkeit und schließt eine Lücke in der Landschaft

der deutschen Kulturpreise. Ausgezeichnet wird die international anerkannte Bühnen- und Kostümbildnerin

sowie Regisseurin Anna Viebrock am 14. April im Stadttheater Gießen. Geehrt werden in

aller Regel Bühnenbildner, die in ihren Arbeiten die Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst

kreativ einfließen lassen – ganz im Sinn des künstlerischen Erbes des aus Gießen stammenden Malers,

Bühnenbildners und Oscar-Preisträgers Hein Heckroth (1901 - 1970). Verliehen wird außerdem der mit

2500 Euro dotierte Förderpreis, den die Stadt Gießen zur Verfügung stellt. Dieser geht an die Bühnenund

Kostümbildnerin Dorothée Curio aus Berlin. Am 13. April (17 Uhr) stellt die 62-jährige Frankfurterin

Viebrock, die schon mehrfach als Bühnenbildnerin sowie Kostümbildnerin des Jahres ausgezeichnet

wurde, einige ihrer Werke in der Kunsthalle Gießen am Berliner Platz aus.

… Marktplatz der Projekte

Zwischen den Zeilen eines Künstlerschaffens

Ein Kunstwerk. Mal hängt es, mal steht es. Doch wie kam es dazu? Was kam davor? Und was danach?

Was wird klammheimlich in den Ecken eines Künstlerateliers versteckt, weil es melancholisch

an einen Weg erinnert, aber doch zu phrasenhaft für einen Diskurs scheint? Ein Teil dieses Geheimnisses

wird nun gelüftet. Unfertig, roh und ganz persönlich zeigen sich am 7. April um 17 Uhr im

Kiosk des Neuen Kunstvereins Gießen ungeschliffene Diamanten verschiedenster Kunstschaffender.

»Im Verlauf eines Studiums, eines Künstler- oder Nichtkünstlerlebens häufen sich Materialien, vielleicht

auch nur noch dünnblättrige Erinnerungen an, das ein großes Werk hätte werden können,

wenn da nicht – ja, was ist eigentlich dazwischengekommen?«, fragen die Verantwortlichen dieses

außergewöhnlichen Projekts, wo Patenschaften für Schubladenarbeiten übernommen und das Wort

Projekt gestrichen wird. »Rudi’s Resterampe« ist ein Zwischenspiel in der Intermezzo-Reihe des

Neuen Kunstvereins an der Licher Straße. Initiiert und organisiert ist diese Schatzsuche in Künstlertruhen

von Florian Seel und Kathrin Hylla. Wer weiß, welche Schmuckstücke auf dem Weg liegen.

… auf dem Mittelaltermarkt

Tavernenspiel und Musik aus alten Zeiten

Bereits im vierten Jahr in Folge findet vom 12. bis 14. April ein Mittelaltermarkt in der Klosterruine Schiffenberg

statt, bei der die Macher in vergangene Zeiten entführen. Höhepunkte sind das Tavernenspiel und das

Konzert der Gruppe Triskilian am Samstag. Rund um die Klostermauern beziehen 40 historische Lager mit

über 300 Zelten und 600 Teilnehmern Quartier. Sie sind in Epochen aufgeteilt. Die Veranstalter setzen vermehrt

auf Optik: Wo in den vergangenen Jahren Security-Mitarbeiter die Torwache hielten, sind nun Ritter

zu finden. Details wie Fackeln oder Feuerkörbe werten das Areal auf. Im Inneren können die Gäste an rund

80 Ständen historisches Kunsthandwerk, Naturseifen, Gewandungen, Öle, Liköre und Schmuck erstehen.

Tavernen locken mit typischen mittelalterlichen Getränken und historischen Speisen. Neu ist neben dem

Markttaler, einer eigenen Währung, auch der Kloster-Met. Musikgruppen, Feuershows, Handwerks- und

Falknervorführungen, Akrobatik und Schwertkämpfe bieten am Samstag und Sonntag ein außergewöhnliches

Programm. Höhepunkt am Samstagabend ist das große Tavernenspiel, bei dem alle Mitwirkenden zur

großen Abendshow auf die Bühne kommen. Außerdem ist eine historische Gerichtsverhandlung geplant.

Am Samstag spielt zudem die Gruppe Triskilian, die in einem rauschenden Wirbel durch die Musik verschiedener

Zeiten und Kulturen tanzt. Infos, auch zum Shuttle-Bus, unter www.schiffenberg-rockt.de.

4/2013 streifzug 27


AUSLESE

Solo und akustisch

Die letzten Töne der »Eisheiligen Nacht« sind kaum verklungen, da

packt Subway-to-Sally-Frontmann Eric Fish seine Akustikgitarre aus

und begibt sich auf Tour mit seinem Projekt »Eric Fish & Friends«.

Dabei setzt er eher auf die leisen Töne denn auf harten Rock.

Am Freitag, 19. April, ist er mit seiner Band in der Stadthalle in

Staufenberg zu hören. Beginn um 21 Uhr. Einlass um 19.30 Uhr. Die

auf 350 Stück limitierten Tickets sind an alle bekannten Vorverkaufsstellen

oder auf generation-music-shop.de ab 19,80 Euro zu haben.

GLANZ-

LICHTER

DES MONATS

Kräutertag am Schiffenberg

Am Sonntag, 28. April, informieren –

nach dem großartigen Erfolg vom letzten

Jahr – erneut rund 30 regionale

und überregionale Aussteller auf dem

Schiffenberg in Gießen über Kräuter

und Anverwandtes. Selbst die mittelalterlichen

Mönche wussten viel über

Heil- und Gewürzkräuter. Dieses alte

Wissen um die Kräuterkunde kann

nun neu entdeckt werden. Der fünfte

Kräuter-Erlebnistag bietet außerdem

Vorträge, Führungen und Aktionen

und findet von 10 bis 18 Uhr statt.

Erwachsene zahlen 4 Euro.

Vom MoMA ins MaMu

Jo Niemeyer zählt

zu den führenden

Vertretern der

Konkreten Kunst.

Seine Bilder und

Objekte wurden

bereits in zahlreichen

internationalen

Ausstellungen

gezeigt und sind

in herausragenden

Sammlungen wie

der Pinakothek

der Moderne in

München oder

der MoMA in

New York vertreten.

Ab dem

27. März sind Teile

aus Niemeyers

Schaffen nun auch

im Gießener Mathematikum

ausgestellt.

Der Besuch der Ausstellung, die bis zum 12. Mai

läuft, ist im Eintrittspreis für das Mathematikum enthalten.

Eine Nacht in »Big Apple«

Ihr sucht den Hauch der Stadt, diesen gewissen Flair einer Nacht in »Big Apple« und alles

hinterlegt mit dem Soundtrack eurer Alltime-Favourites, genau diese Songs, die ihr alle

schon ewig nicht mehr gehört habt, die aber immer zeitlos gut waren? Das alles könnt ihr

am Freitag, 5. April, im Scarabee erleben! Präsentiert vom Doppel-DJ-RatPack JES7ER &

Senza Nome wird euch ein unvergesslicher Abend mit alten und neuen Klassikern geboten,

den ihr so schnell nicht vergessen werdet! Ganz im Zeichen des Mottos erwartet euch jede

Menge Apfelwein und -Saft als »Special Getränk«, und an der Kasse gibt es außerdem noch

für jeden Besucher ein kleines Überraschungsgimmick.

28 streifzug 4/2013


AUSLESE

Rausch der Verwandlung

Es wird eine rauschende Gala-Nacht in der Kongresshalle Gießen. Am 14. April

treten dort ab 19 Uhr Deutschlands schillerndste Travestiekünstler Rainer Luhn,

Mario Ecard, Larissa Tornado, Red Shoe Boys, Wanda Kay oder Dominique du Pont

auf und wollen das Publikum verzaubern. Dominique du Pont ist die Grand Dame

der Berliner Travestiewelt und besticht mit grenzenlosem Charme. Der einzigartigen

Welt des Glanzes und Glitters begegnete sie zum ersten Mal in Wien. Seitdem

begeistert Dominique du Pont nicht nur die Travestiewelt, sondern auch mit Auftritten

in Film und Fernsehen. Ihr Zuhause ist, nach wie vor, das Theater, in dem sie

mit Anmut, Grazie und Eleganz begeistert. Tickets gibt es an allen bekannten VVK-

Stellen oder auf www.resetproduction.de ab 29,90 Euro.

Pestpocken

Seit mehr als 15 Jahren tourt die Gießener

Punkband Pestpocken mittlerweile quer

über den Globus. Das letzte Konzert in

aktueller Besetzung findet allerdings unter

dem Motto »Wohnzimmerkonzert« als

Schlusspunkt einer neuntägigen Europa-

Tour am 6. April ab 21 Uhr im AK44 in

Gießen statt. Mit dabei sind die Senkrechtstarter

Mirror Monkeys, die mit

tollen Melodien und Ohrwürmern im

Midtempo aufwarten, und Frontex. Eine

Band, bei der man sich um 30 Jahre zurückversetzt

fühlt. Authentischer Deutschpunk

der ersten Stunde, der mit fiesem

Gesang und fast cleanen Gitarren die

rauen Punk-Anfänge den 80er Jahre wieder

zum Leben erweckt.

Monsters auf Tour

Am Dienstag, 16. April, gehen die Monsters

of Liedermaching wieder auf Tour

und es heißt: Die »Monsters« sind auf

»Schnaps-&-Kekse«-Tour. Nach einem

extrem erfolgreichen Jahr 2012 machen

sich die sechs Liedermacher wieder auf,

um voller Ironie, Leidenschaft und herzerfrischender

Leichtigkeit aus dem Leben

zu erzählen. Dabei setzen sie sich musikalisch

auch in dieser Spielzeit keine

Grenzen. Das Konzert beginnt um 20 Uhr

im Gießener Jugendzentrum Jokus.

D

ie

Saison der Livercheese Booth Corporation beginnt

wieder. Am Samstag, 13. April, spielen die Gießener im

Irish Pub in der Walltorstraße ihre unvergleichlichen Interpretationen.

Wer

die Jungs dort nicht

s e h e n k a n n h a t a m

darauffolgenden

Samstag die Gelegenheit,

das Konzert

der LBC im Molly

M al o n e s I r i s h P u b

in Marburg zu hören.

Konzertbeginn

j e w e i l s u m 21 U h r.

Eintritt 5 Euro.

4/2013 streifzug 29


VERANSTALTUNGEN IM APRIL

Ihre Veranstaltungen in der

Kongresshalle Gießen

Veranstaltungen

03.04. | Mittwoch | 14–17 Uhr

Tag der älteren Generation

Amt für soziale Angelegenheiten

06.04. | Samstag | 10 Uhr

First Contact Day 2013

www.first-contact-day.de

12./13.04. | Fr. und Sa. | 20.00 Uhr

Abschlussbälle der Tanzschule Bäulke

www.tanzschule-baeulke.de

14.04. | Sonntag | 19.00 Uhr

Die Galanacht der Travestie

www.resetproduction.de

26.04. | Freitag | 20.00 Uhr

31. TANZ-GALA 2013

www.tanz-giessen.de/TANZ-GALA

02.05. | Donnerstag | 20.00 Uhr

United Kingdom Ukulele Orchestra

DTT Konzerte GmbH

29.05. | Mittwoch | 14–18 Uhr

Seminar »Aktuelles Steuerrecht«

Arbeitskreis für Wirtschafts- und Steuerrecht

www.aws-online.de

30.05. | Donnerstag | 14–20 Uhr

Hip-Hop- und Breakdance-Festival

TSG Blau Gold

1 MO

BÜHNE

Gießen

Die Verfolgung und

Ermordung

Jean Paul Marats

19.30 Stadttheater

Die Wanze

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

Independent Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

2 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

KONZERTE

Gießen

Minimal Rock

da House

21.00 Irish Pub

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

14.00 Mathematikum

3 MI

BÜHNE

Gießen

Tag der

älteren Generation

Musik, Zauberei,

Comedy mit

Mathias Amstadt und

Ingi Fett

14.00 Kongresshalle

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Fantastic Holidays

Schüler- und

Studentenparty

21.00 Admiral

Music Lounge

Salsa-Party

21.00 Centralbar

Beat’n’Bass

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Jakob’s Keenmen

Jazz

20.30 Ulenspiegel

Mac Frayman

Amerikanischer Folk

Rock/Grunge

21.00 Irish Pub

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

14.00 Mathematikum

VORTRÄGE

Gießen

Otto Pankok:

Sinti Bilder 1931 – 1948

Die politische

Dimension in der Kunst

Otto Pankoks. Vortrag

von Kay-Hermann

Hörster zur Ausstellung

(22. März bis 12. Mai)

19.00 Netanya-Saal

4 DO

BÜHNE

Gießen

Kostprobe

Lenz.Fragmente (UA)

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Ferien im Museum

Familienführung:

Geheimnisvolle Nachrichten

im Burgmannenhaus

– Der Geschichte

Gießens auf der Spur mit

Kay-Hermann Hörster

14.00 Oberhessisches

Museum, Leib’sches

Haus

KONZERTE

Gießen

Dorena, My Education

Postrock

20.00 AK44

Mac Frayman

Amerikanischer Folk

Rock/Grunge

21.00 Irish Pub

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

Familientag

13.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

14.00 Mathematikum

5 FR

BÜHNE

Gießen

Freitag.Vier

Die verliebte Wolke –

Türkisches Märchen

gespielt in deutsch

und türkisch vom

Blinklichter-Theater

16.00 Stadtbibliothek

Kinder der Sonne

19.30 Stadttheater

I wanna be loved by

you (UA)

Marylin. Das Kind in

der Frau – Musiktheater

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Zumba-Fitness-Party

19.30 Astaire’s

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa-Party

21.00 Café Amélie

Party Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

We Love Electro V.5

22.00 Monkeys

Mixtape

22.00 Admiral

Music Lounge

Big-Äppler-Party

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Wettenberg

Das Holz- +

Technik-Museum

14.30 Holz- +

Technik-Museum

KONZERTE

Gießen

Ewig Fröst und

Victims of Classwar

Metal

20.00 AK44

Ashes Of Pompeii,

Amber, Akela

Post-Rock/Posthardcore

20.00 MuK

Garden of Delight

Celtic Rock/Pirate Folk

21.00 Irish Pub

Alsfeld

Musical-

Gourmet- Dinner

19.00 Stadthalle

Die großen 4 des

deutschen Schlagers

Die Paldauer,

G.G. Anderson, Mary

Roos, Charly Brunner

und Tony Christie

20.00 Hessenhalle

Grünberg

Powerhouse Swingtett

Jazz

20.30 Gaststätte

Zum Bahnhof

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Bastelworkshop

14.00 Mathematikum

6 SA

BÜHNE

Gießen

Agrippina

19.30 Stadttheater

Hypnotic Poison

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Guinness Karaoke

Mit Andy Pfälzer

21.00 Irish Pub

Rhythm and House

22.00 Admiral

Music Lounge

Die große 90er Party

22.00 Monkeys

Bassculture

Reggae mit Roots

Heritage Sound System

22.00 Café Amélie

30 streifzug 4/2013


VERANSTALTUNGEN IM APRIL

Dancing Devils

in Angels Way

22.00 Scarabée

Electrified-Party

Tech-Floor: Steph,

Tobi Bolesta, Marc Wilker

– Dupstep-Floor:

Basspenetrors (Kara Boga

& Der Jo), K-lone, Nemo

23.00 MuK

FESTE/FESTIVAL

Allendorf/Lumda

So ein Mist

Hoffest

11.00 Schulbauernhof

Tannenhof

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer Straße

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Ferien im Museum

Familienführung

11.00 Altes Schloss

Gewässerführung

in Gießen

Wehre, Eindeichungen

mit Peter Eschke

14.00 Klinkel’sche

Mühle, Uferweg

KONZERTE

Gießen

Pestpocken, Mirror

Monkeys, Frontex

Punk

21.00 AK44

Grünberg

Oliver Müller und seine

Egerländer Schmankerl

20.00 Gallushalle

Laubach

Fourlaut

A-cappella-Konzert

17.00 ev. Stadtkirche

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

Buseck

Busecker Spur-0-Tage

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

SONSTIGES

Gießen

First Contact Day

Star-Trek-Party. Mit

Kostümprämierung,

Galaxie-Disco-Party

10.00 Kongresshalle

SPORT

Lollar

13. Gießener Tanztage

10.00 Bürgerhaus

Gießen

Basketball-Bundesliga

LTi Gießen 46ers –

BBC Bayreuth

20.00 Sporthalle Ost

WBU-Weltmeisterschafts-Boxkampf

Andreas Sidon vs.

Sheldon Hinton

20.00 Hessenhallen

7 SO

AUSSTELLUNGEN

Gießen

Aufbruch in die Utopie

Ausstellungsreise auf

den Spuren einer

deutschen Republik in

den USA

11.00 KiZ

Rudis Resterampe

Schatzsuche in Künstlertruhen

mit Florian Seel

und Kathrin Hylla

17.00 Neuer Kunstverein

Licher Straße

BÜHNE

Gießen

Wir Besser-Esser

Bühnenshow für die

Familie mit Prof. Dr.

Dietrich Grönemeyer

11.00 Kongresshalle

vorgestellt: Eisenstein

11.00 Stadttheater

Lucie Lauthals

16.00 Kleine Bühne

Ihre Version des Spiels

19.30 Stadttheater

König Ödipus

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

FÜHRUNGEN

Gießen

Otto Pankok:

Sinti-Bilder 1931 – 1948

Kuratorenführung

15.00 Oberhessisches

Museum

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Antik- & Trödelmarkt

8.00 Hessenhallen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

Frühlingserwachen &

Sport in der City

13.00 Innenstadt

Alsfeld

Bundesschau Alpaka

9.00 Hessenhalle

Buseck

Busecker Spur-0-Tage

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

SONSTIGES

Gießen

Flamenco für Kinder

mit Alma Gitana

Workshop für 6- bis

10-Jährige (14.00 bis

15.30 Uhr) und

für 10- bis 17-Jährige

(16.00 bis 17.30 Uhr)

14.00 MuK

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

SPORT

Lollar

13. Gießener Tanztage

11.00 Bürgerhaus

VORTRÄGE

Gießen

Georg Büchner

Gedenkjahre

Die Gießener Auswanderungsgesellschaft

von

1834 – Eine Utopie der

Büchnerzeit.

Lichtbildervortrag von

Dr. Ludwig Brake

11.00 ZiBB

8 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Karaoke

21.00 Irish Pub

Independent Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Feldatal

Osterdisco mit DJ Lil K

21.00 Feldatalhalle

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Seniorennachmittag

15.00 Mathematikum

9 DI

BÜHNE

Marburg

Pelzig stellt sich vor…

Kabarett mit

Frank-Markus Barwasser

20.00 Stadthalle

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

FÜHRUNGEN

Gießen

Mehr als nur alte Akten

Führung durch das

Archiv der Stadt Gießen

mit Dr. Ludwig Brake

16.00 Rathaus, Foyer

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

VORTRÄGE

Gießen

Beutelspachers Sofa

Gast: Dr. Marc Zschiegner

– Wie wird man

guter Mathematiklehrer?

19.30 Mathematikum

10 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa-Party

21.00 Giramondi

Beat’n’Bass

22.00 Scarabée

Erstiparty

THM Fachschaft Bau

22.00 Südanlage 6

KONZERTE

Gießen

Sascha Sanorineos

Akustik/Folk/Punk

21.00 Irish Pub

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

VORTRÄGE

Gießen

Die (bundes-)deutsche

Justiz und das

Dritte Reich

Vortrag von Gerhard

Fieberg im Rahmen der

Ausstellung Verstrickung

der Justiz in das

NS-System 1933 – 1945

14.00 Amtsgericht

Immanuel Kant

Vortrag von Dr. Hans-

Peter Hauschild

19.30 Pankratiusgemeinde

11 DO

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

Indiepassion mit

DJ Jimmy

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Louis Fitz

Irish Folk Musik

21.00 Irish Pub

Tiergestützte Therapie

Dirk Großhaus

Maler- und Lackierermeister

Geprüfter

Restaurator

im Maler- und

Lackiererhandwerk

COELAN Balkon- und Terrassenbeschichtung

Raum- und Fassadengestaltung

Unsere Stärken:

Breites Leistungsspektrum –

Kreativität – Individualität

Ich habe die Möglichkeit, die

Vielseitigkeit des Berufes

zu erlernen, da ich mit erfahrenen

Kollegen zusammenarbeite.

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4/2013 streifzug 31


VERANSTALTUNGEN IM APRIL

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

Familientag

13.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Kinder der Nacht

Musikalischer Abend mit

dem Stadttheater

19.00 Netanya-Saal

VORTRÄGE

Gießen

Liszts Wagner –

Eine Provokation?

Vortrag mit Musikbeispielen

von

Prof. Wolfram Huschke

15.30 Netanyasaal

12 FR

BÜHNE

Gießen

Foyer um fünf

Operissimo mit dem

Chor des Stadttheaters

17.00 Stadttheater

Reise ins Glück

Mit den Schmachtigallen

hin und weg

19.30 Stadttheater

The Keller Theatre

Who’s Afraid of

Virginia Woolf?

19.30 Mathematikum

Lenz. Fragmente (UA)

Premiere

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Ghettoblastin’

22.00 MuK

Planet Radio

Black Beats

22.00 Admiral

Freitagsparty

22.00 Monkeys

Seek & Destroy

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Wall, Abest, Ur

Doom

20.00 AK44

Philip Bölter

Singer/Songwriter

20.00 Giramondi

Danny Nova,

Chris Kaiser & Pat Lang

Akustik/Folk Rock/Roots

21.00 Irish Pub

„Ich bin Kunde der

Volksbank Mittelhessen.“

„Ich auch.“

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt.

Wir machen den Weg frei.

Lich

Paul-Simpson-Project

20.00 Traumstern

Grünberg

The Swinging Tuxedos

20.30 Zum Bahnhof

Marburg

Luka Belani

Singer-Songwriter

21.00 Molly Malones

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

Mittelaltermarkt

15.00 Schiffenberg

SONSTIGES

Lecker Lachen

Comedy-Dinner

19.00 Hotel

Steinsgarten

13 SA

AUSSTELLUNGEN

Gießen

Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis

Ausstellungseröffnung

mit Werken von

Anna Viebrock

17.00 Kunsthalle

Der typische Volksbank-Kunde ist um die 50 und wohnt im Eigenheim?

Mit SAM ist der typische Volksbank-Kunde um die 20 und wohnt im

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BÜHNE

Gießen

Eisenstein

Premiere

19.30 Stadttheater

Amor und Psyche

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Hard to Beat

22.00 MuK

Pure Club

22.00 Admiral

Samstagsparty

22.00 Monkeys

Countdown to

Armageddon

22.00 Scarabée

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer

Straße

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Biebertal

Bergbauwanderung

14.00 Hotel am

Keltentor Fellingshausen

KONZERTE

Gießen

The Livercheese

Funk/Soul/Rock/Pop

21.00 Irish Pub

Laubach

Something New –

Something Blue

Doppelchorkonzert.

18.00 Rathaus

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Mittelaltermarkt

11.00 Schiffenberg

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

SONSTIGES

Gießen

Wasser und Reis

Kreativer Zugang zur

chinesischen Alltagskultur

für Kinder von

5 bis 8 Jahren

10.00 Himbeerblau

Studio

MuSEHum

Jackson Pollocks Drip

Paintings. Workshop

für Kinder von

6 bis 9 Jahren.

11.00 Oberhessisches

Museum

Wortspiel

Poetry-Slam-Workshop

12.00 Jokus

SPORT

Gießen

Basketball-Bundesliga

LTi Gießen 46ers –

s.Oliver Würzburg

20.00 Sporthalle Ost

VORTRÄGE

Gießen

Das Liebig-Museum

Experimentalvorlesung

im Liebig-Labor mit

Prof. Wolfgang Laqua

16.00 Liebig-Museum

14 SO

BÜHNE

Gießen

Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis

Öffentliche Preisverleihung

11.00 Stadttheater

Solistenportrait

Olivia Jeremias

(Violoncello)

15.00 Stadttheater

Brundibar

15.00 & 18.00 TiL

Der gestiefelte Kater

16.00 Kleine Bühne

Die Galanacht

der Travestie

19.00 Kongresshalle

Fosca

19.30 Stadttheater

FÜHRUNGEN

Gießen

Führung durch

das Mathematikum

11.00 Mathematikum

Die Architektur der

50er Jahre

Stilmerkmale und städtebauliche

Aspekte mit

Paul-Martin Lied

15.00 Stadtkirchenturm,

Kirchenplatz

KONZERTE

Gießen

Panflöte und Harfe

18.00 St.-Bonifatius-

Kirche

Langgöns

Frühlingskonzert des

Blasorchesters

16.00 Bürgerhaus

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

Pax 2013

Hessische Messe

für Bestattungskultur

10.00 Hessenhallen

Frühjahrsmesse

13.00 Hessenhallen

Mittelaltermarkt

11.00 Schiffenberg

Buseck

Mittelhessische

Spielzeugbörse

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

SONSTIGES

Gießen

Wortspiel

12.00 Jokus

Tanzcafé

15.00 Astaire’s

Tanzcafé

20.30 Astaire’s

Wettenberg

Dampf- und Gattertag

12.00 Holz- &

Technik Museum

15 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Pub Quiz

21.00 Irish Pub

Independent Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

KONZERTE

Marburg

Karat

20.00 Stadthalle

16 DI

DISCO/PARTY

Gießen

Gießen 46ers

Bingo-Night

21.00 Irish Pub

Affenkammer

21.00 Monkeys

KONZERTE

Gießen

Monsters of

Liedermaching

Schnaps & Kekse Tour –

Pop, Hip-Hop, Rock,

Klischee-Schlager

20.00 Jokus

8. Sinfoniekonzert

Werke von Hector

Berlioz und Edward Elgar

20.00 Stadttheater

17 MI

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa-Party

21.00 Centralbar

Beat’n’Bass

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Lavender &

Special Guest

20.30 Ulenspiegel

Abel & Cain

Britpop/Indie/Alternative

21.00 Irish Pub

32 streifzug 4/2013


VERANSTALTUNGEN IM APRIL

SONSTIGES

Gießen

Tippen, Wetten, Zocken

Jugendliche und

Glücksspiele

9.00 Jokus

Bier-Kennenlerntage

Genießen im Alt Gießen

mit Florian Bischoff

18.00 Alt Gießen

Poetry Slam

20.00 Jokus

18 DO

BÜHNE

Gießen

Agrippina

19.30 Stadttheater

Grünberg

Einfrautheater:

Kein Augenblick kehrt

je zurück

Mit Brigitte Koischwitz

20.00 Barfüßerkloster

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Mittagskonzert

13.00 Rathaus

Gießener Singer-Songwriter-Contest

20.30 Ulenspiegel

Miller & Heath

21.00 Irish Pub

Brutality Will Prevail,

Coldburn, Survival,

Harm/Shelter

Hardcore

21.00 MuK

VORTRÄGE

Gießen

Das Florenz der Medici

Lichtbildervortrag von

Oda Peter

15.30 Altes Schloss,

Netanyasaal

Otto Pankok:

Sinti Bilder 1931 – 1948

19.00 Altes Schloss,

Netanyasaal

Die Querleser

Buchverführer stellen vor

19.30 Stadtbibliothek

19 FR

BÜHNE

Gießen

The Keller Theatre

Who’s Afraid of

Virginia Woolf?

19.30 Mathematikum

Die Verfolgung und

Ermordung

Jean Paul Marats

19.30 Stadttheater

Martin Guth

Meine Frau, ihr Mann

und ich. Musik-Kabarett

20.00 Rathaus

I wanna be loved

by you (UA)

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Freitagsparty

22.00 Monkeys

Mixtape

22.00 Admiral Music

Lounge

90er Eurodance-Party

22.00 MuK

Save the Bats

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Das Buchdruckmuseum

Setzkasten

Mit Peter Kaluzza

14.00 Wellersburgring

10

KONZERTE

Gießen

Musik bei Vitos

Österliche musikalische

Bildmeditation mit

Improvisationen

19.00 Vitos-Kapelle

Frühlingskonzert

Mit den Chören

Singstemit, Männergesangverein

Allendorf,

Frauenchor All Cantabile,

Modern Voices

19.00 Mehrzweckhalle

Allendorf

On voit bientôt que

cette histoire est un

compte du temps passé

Märchenabend.

Prosamärchen von

Charles Perrault aus

dem Jahr 1697

19.30 ZiBB

Mühlleitners Liedermacher:

Blümchenknicker

20.00 Café Amélie

FAB3

Rock/Pop/Blues

21.00 Irish Pub

Grünberg

Pino Gambioli

20.30 Zum Bahnhof

Heuchelheim

Tenöre4You

Pop-Klassik-Programm

19.30 Martinskirche

Staufenberg

Eric Fish & Friends

21.00 Stadthalle

Wetzlar

Gregorian

20.00 Rittal-Arena

SONSTIGES

Schotten

Oldtimer-Event

15.30 Schottenring

VORTRÄGE

Gießen

Macht bricht Recht

Sind Selbsthilfeprojekte

in Bangladesch ein

Mittel zur Gegenwehr?

18.30 Café Amélie

20 SA

BÜHNE

Gießen

The Keller Theatre

Who’s Afraid of

Virginia Woolf?

19.30 Mathematikum

Victoria und ihr Husar

19.30 Stadttheater

Crazy Broadway 2

Musical-Hommage

20.00 Astaire’s

Kaspar Häuser Meer

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Vintage Dance Party

20.00 MuK

Ibiza’s Most Wanted

22.00 Admiral

Samstagsparty

22.00 Monkeys

Rock of Ages

22.00 Scarabée

Reggae Night

23.00 Domizil

Buseck

90er Discoparty

20.00 DGH Trohe

FESTE/FESTIVAL

Alsfeld

Kings of Black Metal

Festival + Metalmarkt

13.00 Stadthalle

Pohlheim

Licher Wiesnfest

FFH-Wiesnhitnacht. Mit

den Partyvögeln, Antonia,

Markus Becker und

dem Chaos Team

20.00 Mockswiese

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer Str.

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Auf den Spuren der

Amerikaner

15.00 Miller Hall

Quelle: Statista 2012

www.DIVIICE.de

» Weil unsere Kinder

auch später noch

Wärme brauchen.«

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ein Muss, denn sie schont Umwelt

und Geldbeutel.

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4/2013 streifzug 33


VERANSTALTUNGEN IM APRIL

KONZERTE

Gießen

Steven Hein

21.00 Irish Pub

Dominik Pytka

22.00 Café Amélie

MÄRKTE/MESSEN

Alsfeld

Antik- & Trödelmarkt

9.00 Hessenhalle

Laubach

La Villa Cotta

10.00 Schlosspark

SONSTIGES

MuSEHum

Workshop für Kinder

11.00 Oberhessisches

Museum

VORTRÄGE

Gießen

Mathematik in der Natur

Kindervorlesung

11.00 Mathematikum

Vergessen und ermordet:

Christa Winsloe

12.00 FrauenKultur-

Zentrum

21 SO

BÜHNE

Gießen

Du, Du & Ich

11.00 TiL

Rotkäppchen

16.00 Kleine Bühne

Hemingways Party

19.30 Stadttheater

Lenz. Fragmente (UA)

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Discofoxparty

20.30 Astaire’s

FESTE/FESTIVAL

Pohlheim

Licher Wiesnfest

Frühschoppen.

Wahl zur Dirndlkönigin

11.00 Mockswiese

FÜHRUNGEN

Gießen

streIFZüge

Wissenschaftliche

Sonntagsausflüge –

Von Amsel bis Zilpzalp,

Vogelwanderung an der

Lahn

6.30 Parkplatz

Restaurant Rhodos

Der Alte Friedhof

Engel & Lyrik

11.00 Alter Friedhof

Sonntags

am Schiffenberg

Frühlingspracht im

Buchenwald

14.30 Waldparkplatz

Schiffenberger Tal

Otto Pankok:

Sinti Bilder 1931 – 1948

Kuratorenführung

15.00 Oberhessisches

Museum

MÄRKTE/MESSEN

Alsfeld

Antik & Trödelmarkt

9.00 Hessenhalle

Käsemarkt

11.00 Marktplatz

Buseck

Büchermarkt

10.00 Sammler- und

Hobbywelt

Laubach

La Villa Cotta

10.00 Schlosspark

SONSTIGES

Gießen

Richtig Lernen lernen

10.00 Jokus

Entspannter durch den

Schulalltag mit Yoga

Ab 14 Jahren

12.00 Jokus

Pohlheim

Volkswandertage

7.00 Bürgerhaus

Hausen

Schotten

Oldtimer-Event

8.30 Schottenring

22 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Independent Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

23 DI

BÜHNE

Lich

Figurentheater

Das Grüffelokind

16.00 Bürgerhaus

DISCO/PARTY

Gießen

Affenkammer

21.00 Monkeys

KONZERTE

Gießen

Bernays Propaganda

20.00 AK44

VORTRÄGE

Gießen

Stromwechsel

19.00 Jokus

24 MI

BÜHNE

Gießen

Kleine Eheverbrechen

20.00 Kleine Bühne

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34 streifzug 4/2013


VERANSTALTUNGEN IM APRIL

Lars & Robert sein poetisches

Wohnzimmer

21.00 Ulenspiegel

Laubach

Das Grüffelokind

16.00 ev. Stadtkirche

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Salsa-Party

21.00 Giramondi

Asta-Uni-Party

21.00 Foyer Audimax

Beat’n’Bass

22.00 Scarabée

KONZERTE

Gießen

Evi & das Tier

20.00 Konzertsaal

Herrenmagazin

21.00 MuK

VORTRÄGE

Gießen

Georg Büchner

Gedenkjahre

Auftaktveranstaltung

19.00 Uni-Aula

25 DO

BÜHNE

Gießen

Square & Director’s Cat

Fast Forward Theatre

20.00 Jokus

Die Verwirrungen des

Zöglings Törleß

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Land unter

22.00 Scarabée

FÜHRUNGEN

Gießen

Blatt, Blüte, Blende

Botanische

Abendexkursion

18.00 Obermühle

KONZERTE

Gießen

Tobi Wessel

21.00 Irish Pub

26 FR

BÜHNE

Gießen

Who’s Afraid of

Virginia Woolf?

19.30 Mathematikum

Eisenstein

19.30 Stadttheater

Kleine Eheverbrechen

20.00 Kleine Bühne

Lenz. Fragmente (UA)

20.00 TiL

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.30 Astaire’s

Party Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

Freitagsparty

22.00 Monkeys

Hot Chocolate

22.00 Admiral

RandGruppen

Beschallung

22.00 MuK

A Tribute to

Quentin Tarantino

22.00 Scarabée

FESTE/FESTIVAL

Gießen

Hands-Up-Festival

Mit Emergency, Fulltime

Job, Reezee, Ich kann

fliegen, Domi.Bade

19.00 Jokus

Pohlheim

Licher Wiesnfest

FFH-Wiesnhitnacht

19.00 Mockswiese

FÜHRUNGEN

Gießen

Der Alte Friedhof mit

weiblichem Blick

Nur für Frauen

15.00 Alter Friedhof

Baustellenführung

Landesgartenschau

16.00 Messeplatz

KONZERTE

Gießen

Konzert für Amazonien

19.30 Petruskirche

The Flaw

21.00 Irish Pub

Alsfeld

Völkerball

21.00 Stadthalle

Grünberg

Funk 5

20.30 Zum Bahnhof

MÄRKTE/MESSEN

Laubach

Frühjahrsmarkt

11.00 Freienseen

SONSTIGES

Gießen

31. Tanz-Gala

Deutsche Meisterschaft

der Professionals

Standard und Latein

20.00 Kongresshalle

27 SA

BÜHNE

Gießen

Who’s Afraid of

Virginia Woolf?

19.30 Mathematikum

Fosca

19.30 Stadttheater

Kleine Eheverbrechen

20.00 Kleine Bühne

Kaspar Häuser Meer

20.00 TiL

Grünberg

Der Fleischhauerball

Kabarett mit

Sarah Hakenberg

20.00 Barfüßerkloter

Langgöns

Dietrich Faber

Der Tod macht Schule

20.00 Bürgerhaus

DISCO/PARTY

Gießen

Tanzparty

20.00 Astaire’s

Indie Fresse Party

22.00 Monkeys

Lach und Krach

22.00 MuK

We Love

22.00 Admiral

Dancing Devils in

Angels Way

22.00 Scarabée

FESTE/FESTIVAL

Pohlheim

Licher Wiesnfest

FFH-Wiesnhitnacht

19.00 Mockswiese

FLOHMÄRKTE

Gießen

Trödelmarkt

7.00 Rodheimer Str.

Buseck

Floh- und Trödelmarkt

8.00 Sammler- und

Hobbywelt

FÜHRUNGEN

Gießen

Der Wochenmarkt

10.00 Kirchenplatz

Führung durch das

Mathematikum

11.00 Mathematikum

Otto Pankok:

Sinti-Bilder 1931 – 1948

Führung für Studierende

14.30 Oberhessisches

Museum

Georg-Büchner-

Gedenkjahre

Literarischer

Spaziergang

15.00 Altes Schloss

KONZERTE

Gießen

Multikulturelles

Orchester Gießen

19.00 ZiBB

Blatoidea, The Shrine

21.00 AK44

Edwin O Putman &

Grand Moff Tarkin

21.00 Irish Pub

SONSTIGES

Gießen

Metropolitan Opera

18.00 Kino-Center

SPORT

Gießen

Basketball-Bundesliga

LTi Gießen 46ers –

EWE Baskets Oldenburg

20.00 Sporthalle Ost

28 SO

BÜHNE

Gießen

Kommilitonen!

11.00 Stadttheater

Dornröschen

16.00 Kleine Bühne

Kinder der Sonne

19.30 Stadttheater

I wanna be loved

by you (UA)

20.00 TiL

FÜHRUNGEN

Gießen

Mathematische

Stadtführung

15.00 Mathematikum

KONZERTE

Gießen

Geistliche Abendmusik

17.00 Johanneskirche

Kammermusikabend

17.00 Uni-Aula

Musik bei Vitos

18.00 Vitos-Kapelle

MÄRKTE/MESSEN

Gießen

5. Kräuter-Erlebnistag

10.00 Schiffenberg

VORTRÄGE

Gießen

Literaturcafé

Gertrud Kolmar

11.00 ZiBB

29 MO

DISCO/PARTY

Gießen

Karaoke

21.00 Irish Pub

Independent Tanzbar

21.30 Ulenspiegel

KONZERTE

Gießen

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20.00 MuK

30 DI

BÜHNE

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Der Boßhammersch-Hof ist als Liefervertrieb biologischer Lebensmittel ein Aktiv-Partner

des Demeter- und Mitglied des deutschlandweiten Ökokisten-Verbandes. Bereits über 15

Jahre ist er am heimischen Markt etabliert. Seit dem pflegt die Ökokiste Boßhammersch-

Hof enge und langjährige Beziehungen zu den Bio-Landwirten der Region und zu seinen

Vertriebspartnern der Naturkosthandels. Diese langjährigen Verbindungen ermöglichen

transparente Produktwege und garantieren 100 % ökologische Qualität. Die Bestellung

per Internetshop, Telefon und Mail ist einfach und ermöglicht den Einkauf jederzeit und,

dank mobiler Netzwerke, von zuhause und überall – passend für »Spätheimkehrer,

Stubenhocker und Sonntags-Einkäufer«.

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MAI-AUSGABE

› Erscheinungstermin: 25. April 2013

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4/2013 streifzug 35


WEIN DES MONATS

Vinothek Vinothek

Wein

des

Monats

Senf statt Schokolade

Weinautor

Manfred Merz

Trockener Rotwein schmeckt nur selten zu

Schokolade. Und noch seltener zu Kaffee.

Praktisch nie. Und er schmeckt niemals

selbst nach Schokolade und Kaffee. Er duftet

zwar hin und wieder nach Zartbitterschoko.

Aber nicht nach Kaffee. Dachte ich zumindest.

Bis ich auf den Pinotage der Diemersfontein

Estate traf.

Dieser Wein duftet nach Schokolade und

Kaffee. Und mit ein bisschen Fantasie

schmeckt er sogar danach.

Um den Stoff zu erschnüffeln,

müssen Sie nicht auf die Worte

eines Weintesters hören.

Sie kennen ja den Trick: Wenn

es einer nur oft genug wiederholt,

dass der Rebsaft, sagen

wir, eine leichte Schärfe besitzt,

die an Senf erinnert,

dann kommt Ihnen bei einem

neuerlichen Schluck tatsächlich

Senf in den Sinn. Weil Sie

es sich im Unterbewusstsein vorstellen wollen.

Das macht Weintester zu potenziellen

Lümmeln.

Natürlich ist der Geschmack von Senf ein

schlechtes Beispiel. Weshalb Sie vermutlich

nicht darauf hereinfallen werden. Auch die

Schoko-Kaffee-Kombi ist ein schlechtes Beispiel.

Aber es gibt sie

tatsächlich.

Diemersfontein heißt das

Weingut in Wellington,

Südafrika, das so etwas

kann. Es ist ihr Geheimnis

dort, den im Barrique gereiften Pinotage, die

Kreuzung aus Cinsault und Spätburgunder,

kaffeeschokoladig duften zu lassen. Die Trauben

stammen aus mindestens sechs verschie-

denen Lagen – einem Weinberg

allein entspringt das Aroma also

nicht.

Im Glas beinahe rubinrot; in der

Nase Kakao, Zartbitterschoko,

Minze, Kaffee und fleischige

Noten; am Gaumen weich und

verwegen, mit feinem Schmelz

und reifer Frucht (Kirsche,

Pflaume), pinotagetypischem

Tannin sowie Anklängen an

Schoko und Kaffee; das Ganze ist eingebettet

in eine stolze Würzkomponente, die ins warme

Finish führt.

Wenn Sie herausgefunden haben, wie sie das

bei Diemersfontein mit der Schokolade und

dem Kaffee machen, lassen Sie es mich bitte

wissen. Damit ich meinen Senf dazugeben

kann.

Diemersfontein Pinotage

Diemersfontein Pinotage, Jahrgang

2011, Südafrika, 14 Prozent Alkohol,

13,90 Euro, Bezug über Weinhandlung

Fertsch, Tel. 0 60 32/3 12 07

Musik

zum

Zum Kaffee-Schoko-Pinotage

Wein

ist Kaffeehausmusik zwar

eine Idee, aber dann müssen Sie

den walzerseligen Dreivierteltakt überstehen

und so manches ungarische Potpourri.

Besser Sie greifen gleich zu Hot Chocolates

»You sexy thing«. Bei der Zeile »I believe in

miracles« klappt’s auch mit dem Weinaroma.

Schreiben Sie an

Manfred Merz:

vinothek@mdv-online.de


Fotos: Sven Stinn

Mondlandung

in der Clubszene

Für die meisten Fans elektronischer Musik war es die Hiobsbotschaft schlechthin im Spätherbst

2012. Aufgrund einer Insolvenz schloss der renommierte und europaweit bekannte

Cocoon-Club, an dem auch der Technopionier Sven Väth beteiligt war, seine Tore. Doch es

war schnell klar: Eine derart attraktive Location mit einer der besten Musikanlagen weltweit

würde bestimmt wieder einen neuen Betreiber finden. Seit Anfang März ist der Club im

Frankfurter Stadtteil Fechenheim wieder geöffnet und heißt jetzt »moon13«.

Wer das alte Cocoon mit seinen zu Sitzgelegenheiten

gestalteten Waben, die in der

Wand eingelassen sind, noch in Erinnerung

hat, wird sich optisch nicht groß umstellen

müssen. Denn die besagten »Cocoons«

sind geblieben und sollen jetzt Mondkrater

symbolisieren. Ein paar Wände mehr, neue

Sitze, Mondbilder an der Wand – und

schwupps wurde aus dem »Cocoon« das

»moon«. Der Club in der Carl-Benz-Straße

unterteilt sich in fünf Bereiche. Das Kernstück

ist der als »Main« benannte Mainfloor

in der Mitte des Gebäudes. Dort soll auch

weiterhin vorrangig elektronische Musik

gespielt werden und nach Angaben der

Betreiber Top-Djs wie Felix Kröcher am ersten

Aprilwochenende auflegen. Die biomorph

geformte DJ-Kanzel ist weiterhin der

»Eyecatcher«, wird aber durch eine Tanzinsel

in der Raummitte ergänzt. Das zuvor

recht dunkle Foyer wurde hell und freundlicher

gestaltet, ein weiterer Tanzraum ist

hinzugekommen. Im ehemaligen Raucherraum,

der nun »Orbit« heißt, soll vorrangig

»Mash-Up« gespielt werden. Die Möbel

sind dort im Chesterfield-Stil gehalten.

Weiße Sofas und orangefarbene Kissen

prägen das »Luna« - der Raum, in dem der

Ibiza House Sound bei Snacks und Drinks

gespielt wird. Ruhiger geht es in der »Moon

Bar« zu. Hier sollen sich die Gäste eine

Verschnaufpause vom Tanzbetrieb und den

lauten Beats gönnen dürfen.

Das neue Clubkonzept ist

nicht risikofrei

Das »moon13« setzt mit seinem neuen Konzept

und mit einem breit gefächerten

Angebot mehr auf Mainstream. Auch die

neue Preisstruktur – der Eintritt soll nicht

unter 10 Euro liegen – und die lässigere

Kleidungsordnung unterstreichen dies.

Ganz risikofrei ist dieses Vorhaben nicht,

denn die Idee, House, Black und Mash-up

Platz für 1600

Tänzer bietet

das »moon13«

anzubieten, ist in Frankfurt nicht neu und

wird bereits vom Adlib, dem Apartment

und dem King Kamehameha oder dem derzeit

angesagtesten Frankfurter Club, dem

Gibson, gespielt. Neu und innovativ ist indes

die Verköstigung im »moon«. In vielen

Räumen kann man sogar noch nach Mitternacht

etwas Essbares bekommen. Der

Betreiber beschreibt den Club daher mit

»Essbar – Tanzbar – Kostbar«. Das Wochenende

in dem 1600 Menschen fassenden

Club ist für Elektrofreunde reserviert, donnerstags

gibt es Black Beats, Soul, Funk und

R ’n’ B und der Eintritt kostet nur fünf Euro.

Jan Martin Strasheim

Foto: pm

4/2013 streifzug 37


AM MAIN

Farewell –

tschüss, Meat Loaf!

Meat Loaf verschwindet von der Bühne. Mit sechs Konzerten verabschiedet sich der stimmgewaltige

Sänger von seinen deutschen Fans. Am 25. April gastiert der Texaner mit seiner

»Last At Bat Farewell Tour« in der Festhalle in Frankfurt.

Das waren noch Shows: Eine riesige Harley

auf der Bühne, obendrauf sich lasziv räkelnde

Damen, umgeben von einem Hauch

aus Nichts, und die Musik so dramatisch

wie ein Unwetter.

Der Texaner Marvin Lee Aday war schon

immer für Überraschungen gut. Seine

Shows hat Meat Loaf, so sein Künstlername,

stets perfekt inszeniert – für Augen, Ohren

und Bauch. Seine Musik ist eine Mischung

aus dem Rock’n’Roll der 1950er Jahre und

Artrock. Kein Mainstream, aber durchaus

massentauglich. »It was a hot summer

night...« – wer mit dieser Musik erwachsen

geworden ist, bekommt Gänse haut.

Satte 36 Jahre steht der »Hackbraten« inzwischen

auf der Bühne, ebenso wie seine

Musik ist der inzwischen 65-Jährige selbst

längst eine Legende. Unvergessen sein

Auftritt im Kultfilm »Rocky Horror Picture

Show«, in dem er 1976 den Motorrad-

Rocker Eddie mimte.

Dank seiner Vier-Oktaven-Stimme und

seiner emotionsgeladenen Interpretation

wurden aus pompösen Mini-Opern auf

Multi-Millionen-Sellern wie »Bat Out Of

Hell« (1977) oder dem Nachfolger »Back

Into Hell« (1993) Meilensteine der Popmusik.

Angestiftet dazu hatte ihn seinerzeit

kein Geringerer als der Eliteschüler, Pianostudent

und Wagner-Freak Jim Steinman.

Als »Götterdämmerung, zu der man tanzen

kann«, hatte diese Musik einst ein

Kritiker bezeichnet. Meat Loaf, der

»Fleischklops«, serviert seine Songs auf

Tonträgern wie auch live stets mit geballtem

körperlichem Einsatz, der ihn an die

Grenze der Belastbarkeit bringt. Anfang

der 1980er hatte er im Erfolgstaumel

und Tourneestress eine schwere Stimmerkrankung

erlitten, später gar einen

Ner ven zusammenbruch.

Jetzt sagt der längst nicht mehr so schwergewichtige

Meat Loaf Goodbye – er

schwört dem Bühnenleben ab. Mit sechs

Veranstaltungen in Frankfurt

Dienstag, 2. April

Rat Pack

Eine Hommage an Frank Sinatra, Sammy

Davis jr., und Dean Martin mit ihrem Las-

Vegas-Sound der 50er und 60er Jahre.

➛ 20.00 Alte Oper

Mittwoch, 3. April

Andrea Schroeder

Raue Stimme, dezente Streicher-, Orgelund

Gitarrensounds und Melodien wie ein

flüchtiger Windhauch.

➛ 20.00 Das Bett

Donnerstag, 4. April

Hans Werner Olm

Als Motivationsstratege widmet sich der

Komiker den Widrigkeiten und Paradoxien

des Lebens.

➛ 20.00 Die Käs

Samstag, 6. April

Die Fledermaus

Eine komische Operette in drei Akten

von Johann Strauß

➛ 19.00 Opernhaus

Montag, 8. April

Heinz Strunk

In »Junge rettet Freund aus Teich« erzählt

Strunk von Kindheit und früher Jugend in

Hamburg.

➛ 20.00 Mousonturm

Dienstag, 9. April

Glashaus

Die deutsche Soulband auf Tour.

➛ 20.00 Alte Oper

Stornoway

Die britische Indie-Folk-Band erzählt

Geschichten vom Leben und Tod,

Erwachsenwerden und Heiraten.

➛ 20.00 Brotfabrik

Freitag, 12. April

Mohammad Reza Mortazavi

Virtuose Klänge, Leidenschaft und Tanz –

allein mit Mortazavis Rahmentrommeln.

➛ 20.00 Brotfabrik

Montag, 15. April

Kashmir

Seit 20 Jahren spielen die dänische Indie-

Rocker zusammen; Zeit für ein musikalisches

Zwischenfazit mit Krautrocksongs und

Tanzflächen-Hits.

➛ 20.00 Brotfabrik

Samstag, 16. April

Dead Fingers

Country-Rock, Folk und Americana aus den

Staaten; Vorband ist The Deep Dark Woods

aus Kanada.

➛ 21.00 Mousonturm

38 streifzug 4/2013


AM MAIN

Konzerten verabschiedet sich der stimmgewaltige

Sänger von seinen deutschen

Fans. Am 25. April gastiert er mit seiner

»Last At Bat Farewell Tour« in der Festhalle

in Frankfurt. Im Konzert wird er von dem

mit John Miceli (Schlagzeug), Patti Russo

(Backgroundgesang), Paul Crook (Gitarren),

Randy Flowers (Gitarren, Gesang),

David Luther (Saxophon, Gesang), Justin

Avery (Tasteninstrumente, Gesang) und

Danny Miranda (Bass) besetzten Neverland

Express begleitet.

Das Programm verspricht führwahr einen

unvergesslichen Abend. Im ersten Teil gibt

es Hits wie »Dead Ringer For Love« oder

»I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do

That)«; im zweiten Teil das Klassiker-

Album »Bat Out Of Hell« mit allen Songs

(inklu sive »Paradise By The Dashboard

Light«, »You Took The Words Right Out Of

My Mouth«) in der Original-Reihenfolge.

Gespielt werden die dramatischen Bombast-Epen

als Mini-Theaterstücke in einer

aufwendig-opulenten Inszenierung von

wagnerscher Dimension.

Karten zur Abschiedstour von Meat Loaf,

der übrigens in den USA anfangs im

Musical »Hair« auftrat und als Schauspieler

später noch mehrfach seine Visitenkarte

abgab – etwa in »Wayne’s World« (1992),

»Fight Club« (1999) oder »Kings Of Rock –

Tenacious D« (2006) – sind zwischen 36

und 90 Euro im Vorverkauf erhältlich. Das

Konzert in der Frankfurter Festhalle beginnt

um 20 Uhr. Einlass: 19 Uhr.

Gabi Krämer/pm

Zum letzten Mal in Frankfurt auf der Bühne: Meat Loaf

Foto: pm

Dienstag, 16. April

Frau Jenny Treibel

Theodor Fontane nimmt in seinem Roman

das Gesellschaftsleben des elitären Bürgertums

auf die Schippe.

➛ 19.00 Katakombe

Leona Lewis

2006 gewann die Sängerin die britische

Version der Castingshow X-Factor.

➛ - 20.00 Jahrhunderthalle

Donnerstag, 18. April

Alfons

Der französische Kultreporter der ARD

versucht, die Deutschen zu verstehen.

➛ 20.00 Die Käs

Wortfront

Sandra Kreisler und Roger Stein spielen

politische, poetische und prosaische Songs.

➛ 20.30 Romanfabrik

Freitag, 19. April

Nächtliche Expedition

Für junge Natur- und Tierforscher zwischen

acht und zwölf Jahren; Lagerfeuer inklusive.

Anmeldung beim Zoo erforderlich.

➛ 19.30 Zoo

Die Kammer

Das Duo spielt Songs zwischen Folk

und Wienerlied, Grunge und Klassik.

➛ 20.00 Das Bett

Montag, 22. April

Wiglaf Droste

Kompromisslos titelt der Prosa-Autor: »Die

Würde des Menschen ist ein Konjunktiv«.

➛ 20.00 Mousonturm

Freitag, 26. April

Frau Müller muss weg

Zoff im Klassenzimmer; und eine Lehrerin

ist mittendrin.

➛ 20.00 Fritz-Rémond-Theater

Samstag, 27. April

Hermann van Veen

Liedermacher, Komponist, Clown:

der Niederländer Hermann van Veen mit

seiner Tournee »Für einen Kuss von dir«

➛ 20 Uhr Alte Oper

Gilgi. Eine von uns

Das Stück um die Schriftstellerin Irmgard

Keun feiert Premiere.

➛ 20.00 Titania

4/2013 streifzug 39


Das andere links

So schwer wird es schon nicht sein. Ein bisschen mit zwei Holzstöcken auf einen Gummiball

trommeln. Vielleicht die eine oder andere Bewegung um den Ball herum. Mehr nicht. Dachte

ich. Doch die Übungsstunde beim SV Queckborn sollte mich eines Besseren belehren.

Vor allem die Anforderungen an die mentale Fitness liegen hier höher als ich gedacht habe.

Mir wird recht deutlich vor Augen geführt, dass ich in Sachen Koordination durchaus etwas

verbessern kann. Aber egal, es ist ja mein erstes Mal beim Drums Alive.

Es ist nicht allzu warm in der Sporthalle in

Queckborn, doch kalt soll es mir nicht

werden in den nächsten 60 Minuten. Gerade

sind die jugendlichen Fußballer mit

ihrem Training fertig geworden. Aber Fußball

kenne ich schon. Heute ist es Zeit,

etwas Neues auszuprobieren. Die Vorbereitungen

sind schnell abgeschlossen. Große

Gymnastikbälle, die mit einem Kunststoffring

am Boden fixiert werden, und gewöhnliche

Trommelsticks sind alles, was man

braucht. Die Kinder sind weg. Viele Muttis

sind geblieben.

Übungsleiterin Veronika Chowdhury ist

lizenzierte Drums-Alive-Trainerin. Sie steht

auf der Bühne – leicht erhöht, damit die

Teilnehmer, unter denen ich übrigens der

einzige Mann bin, ihr besser folgen

können. Schon bevor es so richtig losgeht,

wird es kompliziert: Veronika hat nicht bloß

einen Ball vor sich, sondern gleich fünf.

Was hat das wohl zu bedeuten?

Da alle Teilnehmerinnen schon über mehr

Erfahrung verfügen, erklärt sie extra für

40 streifzug 4/2013


SPORTWELT

Fotos: ras

mich: »Jeder braucht einen Ball vor sich,

links und rechts neben sich sowie auf

beiden Seiten hinter sich.« Das heißt, dass

man bei einigen Übungen den Ball seines

Nachbarn mitbenutzt. Klar ist auch, dass es

bei Verwechslungen zwischen rechts und

links zum Zusammenstoß kommen kann.

Ich bin gewarnt.

Die ersten Übungen bereiten mir keine

großen Probleme. Mit beiden Sticks schlage

ich gleichzeitig auf den Ball – rechts, mittig,

links, mittig, rechts, usw. Keine Riesensache.

Auch die Synchronizität zu den anderen

ist einigermaßen vorhanden. Doch

es geht weiter.

Bei der nächsten Übung soll ich die

Klöppel abwechselnd nach unten hämmern

– und das auch noch über Kreuz. Es wird

schwieriger, obwohl sich bisher noch

alles auf die Arme beschränkt. Die ersten

Übungen, die eine Hand-Fuß-Koordination

erfordern, werden um den Ball herum ausgeführt.

Mit Sidesteps geht es um die grünen

und blauen Gummibälle herum. Idealerweise

treffen sich die Trommelstöcke

über dem Kopf, wenn die Füße unten

schließen. Da die Übungen schnell hintereinander

folgen, fällt es mir oft schwer, den

richtigen Einstieg zu schaffen und vor

allem, die vorgegebene Richtung einzuhalten.

Im Uhrzeigersinn oder doch linksherum?

Oder hat sie etwa das andere

»links« gemeint? Alles nicht so einfach!

»Ich versuche, jede Stunde so aufzubauen,

dass auch Anfänger sich in die Bewegungen

hineinfinden können«, erklärt Veronika

später. »Es fängt leicht an und wird schwerer.«

Die Schwierigkeit nimmt auch mit der

Anzahl der Bälle zu, die in eine Übung

integriert werden. Und sie steigt langsam

aber sicher an. Zunächst stehen Schritte

zur Seite auf dem Programm, die von Veronika

mit den Anweisungen »Step« und

»Repeater« begleitet werden. Ich muss ein

Bein einmal oder mehrer Male anziehen.

Beim »Repeater« schlagen die Sticks

abwechselnd vor und hinter dem Körper

zusammen. Da uns Veronika frontal gegenübersteht,

begleitet eine nach rechts

gerichtete Aktion von ihr idealerweise eine

nach links gerichtete von mir. »Das ist ganz

normal. Wer schon mal im Aerobic-Kurs

war, für den ist das kein Problem«, erklärt

mir die aufmerksame Übungsleiterin.

Aerobic-Angebote hatte ich bisher noch

nicht wahrgenommen. Daher fällt es mir oft

leichter, mich an meinen in die gleiche

Richtung blickenden Nachbarinnen zu

orientieren, um den Anweisungen besser

folgen zu können. Ein guter Ausgleich zu

den Konzentrationsphasen ist der immer

wieder eingebaute Trommelwirbel, der

auch blutige Anfänger vor keine Schwierigkeiten

stellt: Dabei klöppelt jeder in hohem

Tempo – abwechselnd rechts und links –

auf den Ball. Es geht dabei nicht um die

Härte der Schläge sondern um Geschwindigkeit.

Ansonsten kann man hier nichts

falsch machen. Herrlich.

Bei den anschließenden Grätschschritten

hilft mir die Grätsche aus dem Fußballtraining

nur wenig weiter, dafür tue ich mich

bei den Kreuzschritten hinter dem Ball aufgrund

jüngster Erkenntnisse aus dem Tanzkurs

nicht ganz so schwer. Gekicher kommt

bei den anschließenden Übungen auf. Auf

einen Zwischenruf von Veronika wissen alle,

dass sie sich nun im Uhrzeigersinn um

den rechten hinteren Ball drehen sollen.

Ich ertappe mich dabei, wie ich mich bei

dieser Anweisung natürlich erst mal gegen

den Uhrzeigersinn um den linken hinteren

Ball drehe. Dank der Umsicht meiner aufmerksamen

Nachbarin können wir aber

größere Unfälle vermeiden. Es beruhigt

mich, dass auch meine Nachbarin zum Teil

noch so ihre Schwierigkeiten hat, obwohl

es für sie gar nicht das erste Mal ist.

Christoph Sommerfeld

Drums Alive

... ist ein Fitness- und Wellnessprogramm,

das seine Ursprünge in den

USA hat. Es fängt das Wesen von

Bewegung und Rhythmus ein und soll

durch viel Spaß zu effektiven Fitnessresultaten

führen. Die Choreografien

sind darauf ausgerichtet sowohl die

physische als auch die mentale Fitness

zu steigern, Fett zu verbrennen und

Spaß zu bringen. Drums Alive vereint

Elemente aus Tanz und Aerobic. Die

Bewegungen sind durchaus anstrengend

und strahlen – angefangen von

den Armen über die Schultern – in die

gesamte Oberkörpermuskulatur aus.

Doch auch die Beine kommen nicht

zu kurz.

Es handelt sich um ein intensives Ganzkörpertraining,

das sich an keine bestimmte

Zielgruppe richtet. Wer sich

mit Trommeln und einer besonderen

Variante des Schlagzeugspielens fithalten

will, ist bei Drums Alive richtig.

Das Training regt das Herz-Kreislauf-

System an und stärkt die Konzentration

sowie Koordination. Zugleich können

die Teilnehmer durch das Trommeln

auf den Gymnastikball ihren Stress abbauen.

Das Programm soll die Fettverbrennung

ankurbeln und das Abnehmen

unterstützen. Pro Stunde

können bis zu 500 Kalorien verbrannt

werden. Das Workout wird in unterschiedlichen

Kursen angeboten, die

dabei unterschiedliche Intensitäten verfolgen.

Wer Drums Alive ausprobieren

will, braucht nicht viel: Lust am Trommeln,

etwas Rhythmus im Blut, einen

Gymnastikball und zwei Schlagstöcke.

Im Kreis Gießen wird dieses Fitnessprogramm

u.a. vom Sportverein

Queckborn angeboten. Derzeit läuft

beim SVQ der zweite Kurs (insgesamt

zehn Abende). Weitere Kurse sollen

folgen. Ein zwischenzeitlicher Einstieg

ist problemlos möglich. Die Übungseinheiten

finden immer donnerstags

von 19 bis 20 Uhr in der Sporthalle

Queckborn statt (Licher Straße).

Veronika Chowdhury als lizenzierte

Drums-Alive-Trainerin leitet die Einheiten.

Teilnahmegebühr 40 Euro.

Mitglieder erhalten eine Ermäßigung.

Weitere Infos gibt es bei Iris Heßler

unter der Telefonnummer 06401/37 61

oder 01 70/7 37 9067.

cso

(Quellen: www.drumsalive.de;

www.fit4life-magazin.de)

4/2013 streifzug 41


Foto: Klingelhöfer

Neue Literatur

Ab 9. April räumt Henni Nachtsheim mit den Klassikern der Weltliteratur auf. Der eine Teil

des Comedy-Duos Badesalz beweist mit seinem Buch »Dollbohrer«, dass große Werke ihren

Ursprung in Hessen haben. Nachtsheim lässt 1000-Seiter in kleinen Episoden neu entstehen

und zeigt unbekannte Facetten. So muss sich Moses beispielsweise mit einem pfiffigen

Klempner aus Südhessen auseinandersetzen, um das Rote Meer zu teilen. Nachtsheim

schreibt seine Kurzgeschichten unbarmherzig wie »Der Pate«, mit der feinen Klinge der »Drei

Musketiere« und raffiniert wie »Sherlock Holmes«, der im »Dollbohrer« unter Flöhen ermittelt.

Was ist ein Dollbohrer? Nachtsheim: Dollbohrer

ist ein Begriff aus dem Handwerk.

Das war ein Gerät mit dem man Dollen

gebohrt hat, um dann wiederum Nägel in

diese zu schlagen. Dollbohrer ist aber auch

eine Bezeichnung aus dem Südhessischen

für Typen, die einen an der Waffel haben und

Leute mit ihren Übertreibungen nerven. Das

sind Typen, die auf den Keks gehen.

Ist das ein passender Titel für ein Buch?

Warum haben Sie sich dafür entschieden?

Weil es noch eine dritte Definition gibt.

In der Archäologen-Branche spricht man

bei motivierten Archäologen auch von

Dollbohrern (lacht). Zumindest habe ich

mir das eingeredet. Da wir das Buch ja

mit einer Ausgrabung begründen, fand

ich das passend. Da wurde ja auch ganz

doll gebohrt, und dann kamen diese literarischen

Schätze zutage.

Sie haben gerade angedeutet, dass sich

das Buch auf Funde von Papyrusrollen im

Odenwald begründet. Genau. Im Odenwald

ist ein serbischer Baggerführer am

Steuer eingeschlafen. Bei diesem Unfall

wurde zufällig eine Höhle freigelegt. Dabei

fand man auch heraus, dass es lange vor

dem Bernsteinzimmer ein Handkäsezimmer

gegeben hat. Und man fand man die

Papierrollen. Die wurden ausgewertet, und

nun habe ich sie und habe daraus das Buch

gemacht.

Wie sind Sie in den Besitz der Rollen gekommen?

Über Kanäle, die ich nicht

nennen darf (lacht). Diese Idee ist natürlich

auf meinen Mist gewachsen. Ich fand es

schön, eine alberne Begründung zu finden.

Wir werden das bei den Live-Lesungen mit

einem kleinen Einführungsfilm aufgreifen.

Danach kommen wir auf die Bühne und

lesen die wichtigsten Kapitel vor.

»Wir« heißt … Rick Kavanian, mein großartiger

Kollege, den man u.a. aus den Bully-

Filmen kennt, und dessen Stimmen- und

Sprachenvielfalt ein Hammer sind, und

Martin Johnson, ein brachial guter Keyboarder,

der unsere Lesung musikalisch

zusätzlich belebt.

Welche der 28 Geschichten gefällt Ihnen

am besten? Große Freude hatte ich an

»Herr der Ringe«. Das spielt im Baumarkt.

Es geht um einen vergoldeten Duschring,

42 streifzug 4/2013


KULTUR

der dem Mitarbeiter des Jahres verliehen

wird. Um den dreht sich die Geschichte

und die Gier der Mitarbeiter. U. a. gibt es

vier Mitarbeiter der Gartenabteilung. Kleinwüchsige,

die extra eingestellt wurden, weil

Zwerge und Garten in Assoziation hier gut

ankommen, was die selbst natürlich nicht

wissen. Das sind die Hobbits! Und natürlich

kommt es auch zu riesigen Schlachten.

Bei »Herr der Ringe« war ich wie im

Rausch. Aber ich habe auch viel Spaß dabei

gehabt, »Feuchtgebiete« neu zu schreiben.

Oder die »Meuterei auf der Bounty«,

oder »Sherlock Holmes« den ich in die

Szenerie eines Flohzirkus verlegt habe.

Ich habe übrigens durch das Recherchieren

echt viel gelernt, quasi unfreiwilliges

Zusatzwissen.

Wie ist die Idee zum Buch entstanden?

In Gießen beim Krimifestival. Dort war ich

zum Lesen eingeladen, wollte aber nicht

normal aus einem Krimi vorlesen und habe

ein Kapitel aus »Der Pate« einmal im Original

und einmal übersetzt ins Hessische vorgetragen.

Das kam so gut an, dass ich gedacht

habe, das könnte man

auf ein Buch ausweiten. Also

immer ein Originalkapitel

und dann die »Übersetzung«.

Aber da gab es

Probleme mit der Rechtefrage.

Wir hätten nie im

Leben eine Freigabe für

z. B. »Harry Potter« bekommen.

Außerdem hätte man

immer, bevor man meine

Version liest, die Originalversion

lesen müssen.

Dazu wollte ich den Leser

aber nicht nötigen. Dann

kam mir die Idee, dass

ich nicht übersetze sondern

gleich sage, die sind

eigentlich ganz anders

geschrieben worden. Im

Prinzip sind das jetzt alles Assoziationen zu

Themen der Weltliteratur. Die drei Musketiere

sind bei mir 80-jährige Drillinge, die

auf der Boulebahn sitzen und über ihre

Streiche von früher lachen. Ich spiele mit

den Werken. Man darf das also nicht zu

streng sehen. Bei »Psycho« erzähle ich einfach

nur, wer die Frau unter der Dusche

gefunden hat. Das waren nämlich – wie

man nun weiß – hessische Handwerker.

Mir gefällt das Kapitel »Der Pate«. Das

spielt im Freibad in Bad Soden. Meine

Mafia-Clique sind alte dürre Männer, die

dem ungarischen Aushilfsbademeister brennende

Zigarren in den Hüftspeck rammen

und ihn ins Wasser schubsen, um ihm klarzumachen,

dass er gefälligst auf ihre Forderungen

einzugehen hat. Zum Schluss gehen

sie zu ihrem Liegeplatz, wo ihr Boss wartet.

Die Männer erklären ihm, dass sie dem Bademeister

gesagt haben, dass das Freibad in

ihrem Besitz ist, dass sie jeden Tag frische

Handtücher brauchen, keinen Eintritt zahlen

und dass sie Märkchen für den Kiosk

benötigen. Der Bademeister habe sie ausgelacht

und dafür die Quittung bekommen.

Sind Sie eigentlich ein Literaturexperte?

Nein. Am Anfang dachte ich, dass ich mir

aus jedem Buch ein Kapitel heraussuchen

müsste. Das hatte zur Folge, dass ich

120 Bücher bestellt habe. Ich habe aber

schnell festgestellt, dass es so nicht funktioniert

und langweilig gewesen wäre. Die

»Drei Musketiere« sind im Film die ganze

Zeit am Fechten, im Buch wird die ganze

Zeit nur gelabert. Am Ende hat mir eine

kurze Inhaltsangabe gereicht, um meine

eigenen Versionen zu schreiben.

Entwickeln Sie sich so langsam zum Autor?

Das entscheiden Verlage und Leser. Meine

Eintracht-Bücher sind sehr

gut gelaufen. Und ich

muss nicht, bis ich 80 oder

90 bin, auf der Bühne stehen.

Ich fühle mich dort

zwar wohl und weiß, dass

ich das kann, aber ich bin

nicht süchtig danach. Ich

zähle mich nicht zu den

Rampensäuen. Wenn mir

jemand sagen würde, du

musst in einem Jahr vier

Bücher schreiben und

verdienst so viel wie auf der

Bühne, würde ich zumindest

darüber nachdenken.

Ist das eine überraschende

Entwicklung? Nein. Das hat

mit dem Alter zu tun und mit

der langen Zeit auf der Bühne. Badesalz

gibt es seit 30 Jahren. Wir verlängern immer

für eine Tour. Im Frühjahr 2014 machen

wir die nächste, und 2016 entscheiden wir

dann, ob wir weitermachen. Was wir

übrigens schon lange so handhaben. Was

das Schreiben angeht... ich schreibe wahnsinnig

gerne und bin fast süchtig danach.

Mit Badesalz und »Bindannda« blicken

Sie auf eine super erfolgreiche Tournee

zurück. Die dritterfolgreichste überhaupt.

Aber auch wenn es die fünfterfolgreichste

gewesen wäre, von zwölf, wäre das nach

der langen Zeit bemerkenswert.

Premieren im

Theater

Kommilitonen!

Oper von Maxwell Davies

5. Mai, 19.30 Uhr, Stadttheater

Eigentlich wollte Peter Maxwell Davies

keine Oper mehr schreiben – aber dann

juckte es ihm in den Fingern: In seinen

2010 uraufgeführten »Kommilitonen!«

verknüpft er drei zentrale Begebenheiten

zu einem bewegenden Ganzen. James

Meredith, der sich als erster afroamerikanischer

Student an der Uni von Mississippi

einschreibt, die Geschwister Scholl und

ihr Kampf gegen den Nazi-Terror, und die

chinesischen Studenten, die sich gegen

die Kulturrevolution auflehnen: Sie alle

sind vereint durch den Wunsch nach

Freiheit. Das Stadttheater präsentiert die

Deutsche Erstaufführung in der Inszenierung

von Cathérine Miville.

Survivial Of The Fittest

Mit dem Jugendclub Spieltrieb

4. Mai, 20 Uhr, TiL

Blitzlichtartig ziehen Bilder der Gier nach

Erfolg an uns vorbei… Wer singt, spielt,

tanzt, flirtet am besten? Wer funktioniert

reibungslos? Mit welchen Mitteln steigt

wer auf der Leiter nach oben? Das Jugendclub-Projekt

ist ein Kaleidoskop der Sehnsüchte

nach Anerkennung, Macht und

dem großen Los. Einige bleiben auf der

Strecke, andere steigen aus, doch Casting,

Challenge, Battle locken überall …

Siddartha

Tanzstück von T. Assam und M. Hecktor

16. Mai, 20 Uhr, TiL

Schon Hermann Hesse oder die Beatles

waren von der spirituellen Ausstrahlung

des Orients fasziniert. Spätestens seit den

60ern suchen jährlich viele Pilger in Indien

neue Transzendenzerfahrungen. Mit den

spirituellen Ideen und den orientalischen

Heilmethoden kommen aber auch materielle

Symbole wie Räucherstäbchen, Sitar-

Musik, Chai-Tee und Heiltinkturen in den

Westen zurück, die, wenn auch aus dem

Kontext gerissen, uns eine Verbindung mit

einer Welt vorgaukeln, die eine Art von

Erleuchtung in sich birgt. Tarek Assam und

Mirko Hecktor untersuchen in einer experimentellen

Multimediashow mit psychoaktiver

Musik dieses Phänomen der

Sehnsucht nach der Spiritualität des ostasiatischen

Raums und lassen dabei die westlichen

Stereotypen nicht unkommentiert.

4/2013 streifzug 43


KULTUR

Und angesichts der großen Konkurrenz.

Stimmt. Das kann man nicht mehr vergleichen.

Dass vor 30 Jahren Leute vor der

Halle geschlafen haben, um sich Karten zu

kaufen, hatte auch damit zu tun, dass wir

das damals fast exklusiv gemacht haben.

Heute ist die Konkurrenz größer. Deswegen

waren die Verkaufszahlen der letzten Tour

ein Brett. Das war erstaunlich, weil wir

auch nicht oft im Fernsehen sind.

Wie begründen Sie diesen großen Erfolg?

In den letzten Jahren hat man oft gehört,

dass es zu viel Comedy gibt. Das lag aber

nicht an den Comedy-Acts, die es schon

gab, sondern dass man von neuen überschüttet

wurde. Was ein bisschen genervt

hat, war, dass es bei den Neuen viele

Kopisten gab. Die haben sich aber nicht

durchgesetzt. Durchgesetzt haben sich die

mit neuen Ansätzen, und die, die es schon

länger gibt. Das Publikum hat ein gutes

Gespür für Authentizität. Bei den jungen

Komikern gibt es ein paar wirklich saugute,

aber eben auch eine Menge mittelmäßige.

Wer hat Sie denn kopiert? Naja (lacht).

Mundstuhl hat schon Anleihen genommen.

Wobei der Kalte Krieg der hessischen

Comedy-Duos ausgestanden ist. Ich habe

mit Lars sogar einen lustigen Eintracht-Kurzfilm

gedreht. Das war eine ehrlich saunette

Zusammenarbeit. Wir haben viel gelacht.

Henni Nachtsheim und Hund Matilda

Sie haben eben gesagt, dass es ein neues

Badesalz-Programm geben wird. Es gibt eine

Idee. Wir bleiben bei dieser Comedytheater-

Form und werden keine Nummernprogramme

mehr schreiben, denn wir mögen es,

dass die beiden Figuren miteinander zu tun

haben. Gerade wo wir jetzt so viel alleine

spielen, ist das Zusammenspielen dann

wieder ein großer Genuss.

Ist es für einen Comedian nicht schrecklich

anstrengend, dass man in der Öffentlichkeit

ständig mit einem Lachen unterwegs sein

muss? Ich finde nicht, dass man das muss.

Ich lache, wenn mir danach ist, und wenn

nicht, gebe ich nicht den Clown. Manchmal

ist es aber anstrengend. Ich hatte zum Beispiel

eine Augenoperation und war kurz danach

bei der Premiere von »Schlussmacher«

auf dem roten Teppich. Mir wurde kotzübel

von dem grellen Licht, aber trotzdem musste

ich möglichst witzige Interviews geben. Das

ist dann aber keine aufgesetzte Rolle, sondern

eher das Bemühen, es professionell zu

machen. Generell bin ich aber sowieso eher

mit einem fröhlichen Wesen ausgestattet.

Wenn Ihnen mein Hund jetzt den Arm abbeißen

würde, was durchaus passieren kann,

wäre ich allerdings schon betroffen.

Das ist aber nett. Danke. Über was konnten

Sie zuletzt gar nicht lachen? Ich wurde kürzlich

gefragt, ob ich traurig bin, wenn Armin

Foto: Klingelhöfer

Veh die Eintracht verlässt. Vor ein paar

Monaten ist meine Mutter gestorben, während

ich auf der Bühne stand. Das ist etwas,

weswegen ich traurig war, aber doch nicht

der Weggang eines Trainers bei meinem

Lieblingsverein. Das ist eigentlich völlig

unbedeutend.

Wie haben Sie erfahren, dass Ihre Mutter

gestorben ist? Meine Mutter lag im Sterben.

Es ging ihr so schlecht, dass die Ärzte schon

gesagt hatten, dass sie nicht mehr zurückkommt.

Ich stand im Krankenhaus an ihrem

Bett und habe gedacht: Lass sie einschlafen,

damit sie erlöst wird. Als ich ein paar Tage

später von der Bühne kam – wir hatten einen

perfekten Auftritt – hatte ich eine Nachricht

von meinem Bruder auf dem Handy. Das

war eine enorme Fallhöhe. Du stehst auf der

Bühne, hast Standing Ovations, hast gut

gespielt … Gerd hat im Nachhinein gesagt,

dass sie sich das vielleicht zum Abschied

gewünscht hat. Dass wir gerade an diesem

Abend so besonders gut und intensiv gespielt

haben.

Was geht einem da durch den Kopf? Der

erste Gedanke war: Sie hat gewartet, bis ich

auf die Bühne gegangen bin. Wenn sie nachmittags

gestorben wäre, hätten wir den

Auftritt ja abgesagt. Wir haben es so empfunden,

als hätte sie uns diesen letzten Gefallen

tun wollen. Sie hat geliebt was ich mache

und immer darauf bestanden, dass ich ihr

zuliebe nie absage. Bei meinem Vater war

das ähnlich. Er ist vor vier Jahren gestorben,

kurz bevor wir in der Jahrhunderthalle

gespielt haben. Ich hatte ihn im Krankenhaus

besucht und er sagte: »Ich weiß nicht, wie es

weitergeht, ich fühle mich schwach, aber ich

will, dass du diesen Auftritt in der Jahrhunderthalle

spielst, die ist ausverkauft! Und ich

erzähle hier jeder Krankenschwester, dass

du in der ausverkauften Jahrhunderthalle

spielst. Das dürft ihr nicht absagen, egal, was

mit mir passiert.« Wir haben dann vier Tage

nach seinem Tod gespielt. Das war sehr

schwierig für mich. Wir haben ihm aber den

Abend gewidmet und es glorreich

hinbekommen.

Wie schafft man das? Man geht komischerweise

mit viel größerer Konzentration auf

die Bühne, weil man nicht will, dass die

Zuschauer etwas merken. Ich habe auch

mit Gerd darüber gesprochen, und wir haben

festgestellt: Wann immer wir im Leben

besonders emotionalisiert auf die Bühne

gegangen sind, auch bei Liebeskummer, lief

es richtig gut. Wenn wir privat richtig auf die

Fresse kriegen, setzen wir das auf der Bühne

positiv um.

Marc Schäfer

44 streifzug 4/2013


SPERRSITZ

Kinostart: 18. April

Mit »Mama« beweist sich Regisseur Andy

Muschietti als Experte des Schaurigen: In

beeindruckend stilsicheren Bildern erzählt

er die Geschichte zweier Schwestern, die

nach dem Tod ihrer Eltern spurlos verschwinden.

Erst Jahre später werden sie in

einer abgelegenen Hütte scheinbar unversehrt

gefunden. Doch nachdem ihr Onkel

Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) und seine

Freundin Annabel (Jessica Chastain) sie zu

sich nehmen, zeigen die Schwestern beängstigend

bizarres Verhalten.

Haben sich Isolation und posttraumatischer

Stress in ihre Psyche gegraben? Oder lauert

in den Schatten tatsächlich jene unheimliche

Gestalt, die sie »Mama« nennen?

In einer bemerkenswerten Gratwanderung

zwischem psychologischem Gänsehauthorror

und beklemmendem Geisterschocker

entfalten Muschietti und Produzent

Guillermo del Toro, Meister des Fantasy-

Kinos, einen visuell eindrucksvollen und

packenden Thriller übernatürlicher Ängste,

der nicht zuletzt dank der herausragenden

Jessica Chastain brillant nervenzerreißende

Spannung und Anspruch vereint.

Der gefeierte gleichnamige Kurzfilm des

Argentiniers Muschietti diente als Vorlage

für den atmosphärisch dichten Thriller, in

dem Chastain als Adoptivmutter Annabel

von unheimlichen Ereignissen heimgesucht

wird.

Nichts für schwache Nerven: »Mama«

Foto: Verleih

GEWINNSPIEL

Der streifzug verlost mit den Gießener

Kinos 3x 2 Tickets für die erste Vorstellung

des Films »Mama« am 18. April.

Wer den Film sehen möchte, sollte bis

zum 12. April eine Karte mit dem Kennwort

»Kino« an streifzug, Marburger

Straße 20, 35390 Gießen oder eine Mail

an streifzug@giessener-allgemeine.de

senden. Viel Glück!

4/2013 streifzug 45


SPERRSITZ

Neu im

Kino

Gießen

Kinocenter Gießen

Bahnhofstraße 34, Telefon 06 41/7 21 08

Heli

Frankfurter Str. 34, Telefon 06 41/7 45 11

Roxy

Ludwigsplatz 4, Telefon 06 41/3 25 47

www.die-giessener-kinos.de

Kommunales Kino JOKUS

Ostanlage 25 a, Telefon 06 41/3 06-24 95

Grünberg

Bismarckstraße 10, Telefon 0 6401/68 69

Lich

Kino »Traumstern«

Gießener Straße 15,

Telefon 06404/38 10

Oblivion

Originelle Erzählweise setzt neue Maßstäbe im Science-Fiction-Genre – Start: 11. April

Weitere Kino-Tipps

finden Sie täglich in der Gießener Allgemeine

Zeitung oder auf unserer Internetseite unter

www.giessener-allgemeine.de/kino.

Das Die Hochzeit hält kein unserer Jahr..!

dicksten Freundin

Mittwoch, 17.04.2013

zur Abendvorstellung

Montag, 22.10.2012 zur Abendvorstellung

Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!

Eintritt inklusive einem Glas Prosecco!

Männer sind herzlich willkommen!

Männer sind herzlich willkommen!

Änderungen möglich, aber nicht beabsichtigt!

Kinocenter Bahnhofstraße 34 35390 Gießen

Kinocenter • Bahnhofstraße 34 • 35390 Gießen

Roxy Ludwigsplatz 35390 Gießen

Roxy • Ludwigsplatz 4 • 35390 Gießen

Heli Frankfurterstraße 34 35390 Gießen

Heli • Frankfurterstraße 34 • 35390 Gießen

Mehr Infos im Kino und unter www.die-giessener-kinos.de

Nach einer Apokalypse hat die Menschheit

den Planeten Erde verlassen und lebt

schon seit Jahrzehnten hoch über den

Wolken. Der hoch spezialisierte Techniker

Jack Harper (Tom Cruise) ist einer der wenigen

Menschen, die noch auf der fast

verwüsteten Erde stationiert sind. Es ist ein

gefährlicher Ort.

Nach jahrelangen Kämpfen mit furchterregenden

alienartigen Lebewesen um lebenswichtige

Ressourcen hat Jack seine

Aufgabe nun erfüllt. Doch da entdeckt er

auf einem Patrouillenflug in einem abgestürzten

Raumschiff eine Überlebende.

Dieser überraschende Vorfall löst eine Kettenreaktion

höchst mysteriöser Ereignisse

aus. Gibt es vielleicht noch weitere Lebewesen,

die ihm bislang verborgen

blieben?

Mit von der Partie sind Morgan Freeman,

sexy Ex-Bond-Girl Olga Kurylenko und

Andrea Riseborough. Gedreht wurde an

atemberaubenden Locations in den USA

und Island.

46 streifzug 4/2013


SPERRSITZ

Thor 3D

»Ein hammermäßiges Abenteuer« – Start: 11. April

Thor ist ein junger Schmied, der in einem friedlichen Dorf lebt.

Sein Vater, so heißt es, ist Odin, der legendäre Göttervater. Thor

hat ihn allerdings nie kennengelernt. Eines Tages fallen die gefürchteten

Giganten über das Dorf her und verschleppen die Einwohner.

Nur Thor wird lediglich bewusstlos geschlagen. Als er erwacht,

hat er den magischen Hammer und weiß sofort: Nun liegt

es an ihm, die Dorfbewohner zu retten. Gemeinsam mit seiner

besten Freundin Edda macht er sich auf die Suche.

Beautiful Creatures

Fesselnder Film über Liebe vor dem ersten Blick – Start: 4. April

Jede Nacht wird Ethan (Alden Ehrenreich) von einem Alptraum geplagt.

Verzweifelt versucht er, ein Mädchen zu retten, das in Gefahr

schwebt. Doch immer wieder scheitert er und wacht schweißgebadet

auf, ohne zu wissen wer die Unbekannte ist. Umso überraschter ist

er, als sie plötzlich als Schülerin in seine Klasse kommt. Lena (Alice

Englert) ist die Nichte des mürrischen Gutsbesitzers Macon Ravenwood

(Jeremy Irons), um den in der Kleinstadt alle einen Bogen machen.

Es dauert nicht lange, und Ethan verliebt sich in die geheimnisvolle

Außenseiterin, ohne zu wissen, dass sie ein düsteres Geheimnis

verbirgt: Lena stammt aus einer Familie von Castern und Hexen und

besitzt übernatürliche Kräfte, die sie immer weniger kontrollieren

kann. Obwohl auch sie sich nichts sehnlicher wünscht, als in Ethans

Nähe zu sein, beschwört sie ihn, sich von ihr fernzuhalten. Denn an

ihrem 16. Geburtstag muss Lena entscheiden, ob sie auf die helle

oder die dunkle Seite der Magie übertritt. Eine Entscheidung, die alle

Menschen in ihrer Nähe und auch sie selbst in Lebensgefahr bringt.

Das hält kein Jahr

GQ: »Der lustigste britische Film seit Jahren« – Start: 18. April

Ein Blick genügt und es ist klar: Nat

(Rose Byrne) und Josh (Rafe Spall) gehören

zusammen – Hals über Kopf stürzen

sie sich in die Ehe. Doch bei der Trauung

bleibt nicht nur dem Pfarrer das

»Hiermit erkläre ich euch…« im Halse

stecken, auch sonst ist niemand so wirklich

vom jungen Glück überzeugt. Und

der Alltag gibt ihnen recht: Unterschiedlicher

kann ein Paar kaum sein. Da hilft

auch keine Paartherapeutin mehr – vor

allen wenn diese noch nicht mal selber

an die Ehe glaubt – und Joshs bester

Freund Danny (Stephen Merchant), für

den Takt- und Schamgefühl Fremdwörter

sind, gibt dem Ganzen den Rest. Als

schließlich der smarte Guy (Simon Baker)

auftaucht und Chloe (Anna Faris),

Joshs Ex-Flamme, zurückkehrt, ist das

Chaos perfekt…

4/2013 streifzug 47


SPERRSITZ

Thor 3D

»Ein hammermäßiges Abenteuer« – Start: 11. April

Thor ist ein junger Schmied, der in einem friedlichen Dorf lebt.

Sein Vater, so heißt es, ist Odin, der legendäre Göttervater. Thor

hat ihn allerdings nie kennengelernt. Eines Tages fallen die gefürchteten

Giganten über das Dorf her und verschleppen die Einwohner.

Nur Thor wird lediglich bewusstlos geschlagen. Als er erwacht,

hat er den magischen Hammer und weiß sofort: Nun liegt

es an ihm, die Dorfbewohner zu retten. Gemeinsam mit seiner

besten Freundin Edda macht er sich auf die Suche.

Beautiful Creatures

Fesselnder Film über Liebe vor dem ersten Blick – Start: 4. April

Jede Nacht wird Ethan (Alden Ehrenreich) von einem Alptraum geplagt.

Verzweifelt versucht er, ein Mädchen zu retten, das in Gefahr

schwebt. Doch immer wieder scheitert er und wacht schweißgebadet

auf, ohne zu wissen wer die Unbekannte ist. Umso überraschter ist

er, als sie plötzlich als Schülerin in seine Klasse kommt. Lena (Alice

Englert) ist die Nichte des mürrischen Gutsbesitzers Macon Ravenwood

(Jeremy Irons), um den in der Kleinstadt alle einen Bogen machen.

Es dauert nicht lange, und Ethan verliebt sich in die geheimnisvolle

Außenseiterin, ohne zu wissen, dass sie ein düsteres Geheimnis

verbirgt: Lena stammt aus einer Familie von Castern und Hexen und

besitzt übernatürliche Kräfte, die sie immer weniger kontrollieren

kann. Obwohl auch sie sich nichts sehnlicher wünscht, als in Ethans

Nähe zu sein, beschwört sie ihn, sich von ihr fernzuhalten. Denn an

ihrem 16. Geburtstag muss Lena entscheiden, ob sie auf die helle

oder die dunkle Seite der Magie übertritt. Eine Entscheidung, die alle

Menschen in ihrer Nähe und auch sie selbst in Lebensgefahr bringt.

Das hält kein Jahr

GQ: »Der lustigste britische Film seit Jahren« – Start: 18. April

Ein Blick genügt und es ist klar: Nat

(Rose Byrne) und Josh (Rafe Spall) gehören

zusammen – Hals über Kopf stürzen

sie sich in die Ehe. Doch bei der Trauung

bleibt nicht nur dem Pfarrer das

»Hiermit erkläre ich euch…« im Halse

stecken, auch sonst ist niemand so wirklich

vom jungen Glück überzeugt. Und

der Alltag gibt ihnen recht: Unterschiedlicher

kann ein Paar kaum sein. Da hilft

auch keine Paartherapeutin mehr – vor

allen wenn diese noch nicht mal selber

an die Ehe glaubt – und Joshs bester

Freund Danny (Stephen Merchant), für

den Takt- und Schamgefühl Fremdwörter

sind, gibt dem Ganzen den Rest. Als

schließlich der smarte Guy (Simon Baker)

auftaucht und Chloe (Anna Faris),

Joshs Ex-Flamme, zurückkehrt, ist das

Chaos perfekt…

4/2013 streifzug 47

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