Mein Kranken-Haus

klinikfuehrer.rheinland.de

Mein Kranken-Haus

04 / 2011

Mein Kranken-Haus

ZEITSCHRIFT

für Mitarbeiter, Patienten und Besucher

Die Wurzeln

des MKH

Seite 16/19

Augenarzt

Dr. Markus

Stephan in Nepal

Seite 20/21

Marien-Krankenhaus

Reha Reuterstraße

Marienberg Service Gesellschaft

Oldtimer

im Bergischen

Seite 4/5

4/5

10 Jahre

Caritas-

Servicewohnen

Seite 27


Mein Kranken-Haus

Editorial

Das Marien-Krankenhaus hat eine lange

Tradition und eine bewegte Geschichte.

Als Maria-Hilf-Krankenhaus wurde es am

Ende des letzten Jahrhunderts zunächst als

Ambulanz gegründet.

Roswitha Wirtz zeichnet Ausschnitte der

Geschichte bis hin zum Neubau des Hauses

im Jahre 1975 nach. In diesem Beitrag wird

deutlich, wie spannend und gleichzeitig

amüsant Geschichte sein kann.

Die Innere Medizin des Marien-Krankenhauses

unter der Leitung von Privat-Dozent

Dr. Jürgen v. Schönfeld ist bekannt für ihr

breites Leistungsspektrum und besonders

die Angebote in der Gastroenterologie. Ein

weiterer Schwerpunkt der Abteilung ist die

Behandlung des Diabetes. Wir freuen uns mit

Stephan Hinzmann und seinem Team über

das 10-jährige Jubiläum der Fußambulanz

zur Behandlung des diabetischen Fußes.

Ich glaube, der Artikel auf Seite 22 zeigt aber

auch eins: Der an Diabetes erkrankte Patient

kann sich auf eine professionelle und kompetente

interdisziplinäre Zusammenarbeit

von Innerer Medizin, Chirurgie und Radiologie

in unserem Hause verlassen.

Zudem sei ein Hinweis für alle, die unter Gelenkbeschwerden

leiden, gestattet. Unsere

Orthopädie unter der Leitung von Chefarzt

Dr. Andreas Schmidt führt am 5. Oktober

2011 ein weiteres Patientenseminar zum

schmerzenden Kniegelenk durch.

Aber auch nichtmedizinische Themen wie

das Oldtimertreffen im Bergischen, die Aus -

führungen zur Seelsorge oder der Bericht

zum Tierschutz u.v.m. runden diese Ausgabe

von Mein Kranken-Haus ab.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Ihnen

Benedikt Merten

Benedikt Merten

Geschäftsführer

02 MKH

Inhalt

Wort des Gesellschaft ers 3

Die besondere Aktion 3

Sternstunden in der Adventszeit

Oldtimer im Bergischen 4 - 5

MAV informiert 6

Seelsorge 6 - 7

Was bedeutet Seelsorge?

Fit-Tipp 8 - 9

Staby-Stab

Menschen im MKH 10 - 13

Frauenfußball in Deutschland

Ordensschwestern angekommen

Verabschiedung von Mathilde Gerve

Tiere gehen mir unter die Haut

Junge Leute im MKH 14 - 15

Auf dem Weg zur Krankenschwester

Case-Management 15

Geschichte des MKH 16 - 19

Die Wurzeln des Marien-Krankenhauses

Herausgeber

Marien-Krankenhaus gGmbH

Bergisch Gladbach

Öff entlichkeitsarbeit

Dr.-Robert-Koch-Str. 18

51465 Bergisch Gladbach

Telefon: 0 22 02/9 38-0

E-Mail: info@mkh-bgl.de

Internet: www.mkh-bgl.de

Redaktion/Konzeption

Jörg Zbick, PR-Berater (DAPR)

Telefon: 0 22 02/9 38 21 31

v.i.S.d.P.

Benedikt Merten, Geschäft sführer

04 / 2011

Reisebericht 20 - 21

Augenarzt Dr. Markus Stephan in Nepal

Top-Termin 22 - 23

10 Jahre Diabetische Fußambulanz

Team der Orthopädie/

Unfall chirurgie engagiert

sich ehrenamtlich 24

Kurzmeldungen 25

Helle Eingangshalle

Aufl ösung des MKH-Rätsels

MKH als Trikotsponsor

Kommunionshelfer 26

10 Jahre

Caritas-Servicewohnen 27

Der Fachbeitrag 28 - 29

Hygiene im häuslichen Umfeld

Was war – Rückblick 30

Was kommt 31

Weltdiabetestag 2011

Zu guter Letzt 32

EDV-Kurse starten im Herbst

Bildnachweis

Marien-Krankenhaus Bergisch Gladbach,

Fotolia, Asselborn, privat

Layout

Marion Gräfrath-Klaas, grafi k-DESIGN

Rösrath

Druck

Druck & Kommunikation RASS

Bergisch Gladbach

Aufl agenhöhe

2.000 Exemplare

4. Ausgabe Oktober 2011


Wort des Gesellschafters

Deus caritas est – Gott ist Liebe

Von Kreisdechant Norbert Hörter

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

In den neuen Leitlinien unser Kliniken,

die in diesen Tagen von der Gesellschafterversammlung

verabschiedet worden sind,

heißt es am Beginn: „Warum betreibt eine

Kirchengemeinde heute ein Krankenhaus

und ein Reha-Zentrum? Damit soll deutlich

gemacht werden, dass neben Verkündigung

und Liturgie die Caritas d.h. die Sorge

um Hilfsbedürftige, Arme und Kranke

eine entscheidende Säule der katholischen

Kirche ist. Damit ist zugleich auch ein hoher

Anspruch formuliert. Es muss deshalb

deutlich werden, womit ein Patient, ein

Mitarbeiter, ein Angehöriger, ein Kooperationspartner

auf jeden Fall rechnen kann,

wenn er eines der Häuser betritt.

Was bedeuten Caritas und Nächstenliebe

im praktischen Alltag – diese Frage

soll in Leitlinien nochmals festgehalten

und verdeutlicht werden.“ Caritas heißt

übersetzt Liebe. Im caritativen Handeln der

Die besondere Aktion

Sternstunden in der Adventszeit

Für alle, denen es Jahr für Jahr auch

so geht: etwas basteln zu wollen und dann

nicht (mehr) zu wissen, wie dieser Stern

sich faltet. Der Fröbelstern, der Aureliostern

oder der Transparentpapierstern fürs Fenster.

Für alle, die einfach gerne mal mit

anderen zusammen etwas Schönes tun

möchten.

Für alle, die ihr räumliches Denken

schulen und auch mal Kompliziertes

knacken möchten.

Für alle, die noch ein nettes, persönliches

Geschenk für einen lieben Menschen

brauchen.

Sie alle laden wir zu zwei „Sternstunden“

in der Adventszeit ein.

Kirche d.h. im Liebesdienst der Christen

wird Gottes Liebe selbst erfahrbar, Gottes

Liebe weitergeschenkt. Im Marien-Krankenhaus

und im Reha-Zentrum wird diese

Liebe durch Ihren Dienst greifbar, spürbar.

Die Leitlinien sollen Ihnen dabei in

Ihrer alltäglichen Arbeit helfen. Sie sind

vergleichbar „Leitplanken einer Autobahn:

Sie sind breit genug, um Eigenständigkeit

Raum zu geben und setzen doch klare

Grenzen.“ Es sind Ihre Leitlinien, denn sie

wurden in sechs Monate von ca. 30 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern aus allen

Bereichen und Hierarchiestufen unserer

beiden Häuser entwickelt. Als Gesellschafterin

freuen wir uns, dass dieser Prozess so

wunderbar gelungen ist und ein ansehnliches

„Produkt“ entstanden ist. Anfang

November werde ich dann die Leitlinien

in Anwesenheit der Mitglieder der Projektgruppe

und der Leitenden Mitarbeitenden

unserer Häuser offi ziell in Kraft setzen und

Ihnen übergeben.

Pfarrerin Irmgard MacDonald,

Martina Stremlau und

Gerda Kaltenbach

Wir sorgen für Material,

Tee, Kaffee und etwas zum

Knabbern. Damit wir besser

planen können, legen Sie bitte

einen kleinen Anmeldezettel

ins Seelsorgefach an der Pforte.

Spontane Sternsucher sind uns

aber auch willkommen!

Wir freuen uns auf Sie!

Kreisdechant Norbert Hörter,

Pastor von St. Laurentius

Ich wünsche Ihnen und mir, dass diese

aus Ihrer Mitte entstandenen Leitlinien den

Alltag in unseren beiden Kliniken prägen

werden, damit die Menschen auch weiterhin

im klinischen Alltag erfahren:

Deus caritas est – Gott ist Liebe.

In diesem Sinnen danke ich Ihnen Allen

ganz herzlich, dass Sie durch Ihre tägliche

Arbeit Gottes Liebe erfahrbar machen.

Es grüßt Sie herzlich!

Sternstunden

1. Termin: Freitag, 2. Dezember 2011

14:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr

2. Termin: Freitag, 9. Dezember 2011

14:00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr

Ort: Kleiner Seminarraum, Ebene -1

MKH 03


Bergischen Kreis auch viele Leute, die

Oldtimer-Traktoren, -Motorräder oder

Sonderfahrzeuge ihr eigen nennen.

Der Spaß an den Oldtimern hat verschiedene

Gründe. Zum einen ist es die

Erinnerung an die Kinder- und Jugendzeit,

denn „solch ein Auto gab es auch in unserer

Familie und damit sind wir in Urlaub nach

Italien gefahren“, hört man häufi g. Zum anderen

sind es die verschiedenen schwungvollen

Karosserieformen, denen man sogar

liebevolle Spitznamen gab. „Barock-Engel“

für das Modell 501 von BMW, „Ente“ für

den 2 CV von Citroen oder „Knutsch kugel“

für die BMW-Isetta. Die Nostalgie hat aber

noch einen anderen Grund. Mit einem

schönen Oldtimer hebt man sich von der

Masse der heutigen Fahrzeuge deutlich ab.

„Die Blechkisten sehen doch alle gleich aus“,

sagt zum Beispiel ein Oldtimer-Be sitzer,

„wenn ich meinen BMW parke, schaut da

kein Mensch mehr hin. Bin ich aber mit

meinem Oldtimer unterwegs, dann bekomme

ich viele freundliche, bewundernde

Blicke und wenn ich parke, muss ich häufi g

interessierte Fragen beantworten“.

Oldtimer sollen aber auch der Nachwelt

erhalten bleiben und so hat fast jede

Automobilmarke sein eigenes großes, meist

dem Werk angegliedertes Museum, deren

Kurt K t Serbitzer S bit mit it kl kleinen i NNutzfahrzeugen t f h

Zuschauerzahlen von Jahr zu Jahr steigen.

Darüber hinaus gibt es bundesweit über

250 kleinere Museen oder private Sammlungen,

die der Öffentlichkeit zugänglich

sind. Meist sind diese nach einem Sammelsystem

geordnet, zum Beispiel Vor- oder

Nachkriegsautos, bestimmte Modele,

Caprio`s oder Sportwagen.

Und es gibt es Kurioses. Die weltweit

größte Sammlung einer einst bekannten

französischen Marke mit dem Namen

„Rosengart“ fi ndet man nicht in Frankreich,

sondern in der Nähe von Bergheim.

Karl-Heinz Bonk hat hier 46 verschiedene

Modelle dieser Marke zusammengetragen

und in einem kleinen Museum ausgestellt.

Hier haben sich schon Oldtimerfans aus

der ganzen Welt die Klinke in die Hand gegeben

und ein Sammler aus den USA hat

schon eine enorme Summe für diese einmalige

Sammlung geboten.

Die Preise dieser Schätzchen, insbesondere

wenn sie in wenigen Stückzahlen

gebaut wurden, steigen ständig. Das könnte

sich aber schlagartig nach oben entwickeln,

wenn immer mehr „Blechkisten“ bald auch

zum Oldtimer werden und die Exklusivität

dann nur noch bei den alten Fahrzeugen

vorhanden ist.

MKH 05


Mein Kranken-Haus

Ihre MAV informiert

Von Markus Küster

In diesen Tagen feiert die Diözesane

Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen,

kurz DiAG MAV, ein kleines

Jubiläum. Denn genau seit 20 Jahren gibt

es das Gremium im Erzbistum Köln. Die

Die MAV-Dinosaurier des Erzbistums unter sich, v.l.:

Renate Müller, Markus Küster, Monika Krings

Seelsorge

Was ist das eigentlich: Seelsorge?

Von Pastoralreferent Dr. Raimund Hanisch

Seelsorge ist irgendwie tröstlich, aber wie

genau? Schauen Sie sich das einmal mit

mir genauer an und vielleicht können Sie ja

Elemente davon auch in Ihre Begegnungen

einfl ießen lassen.

Die seelsorgliche Begegnung

ist eine wahrnehmende

Begegnung

Wenn ich einem Patienten begegne,

versuche ich zunächst, mit allen Sinnen

präsent zu sein und wahrzunehmen, was

ist und dafür Raum zu lassen. Für mich

als Seelsorger kommt es darauf an, nach

Möglichkeit Bewertungen und Kategorisierungen

außen vor zu lassen, um mein Gegenüber

möglichst ganz wahrzunehmen.

06 MKH

Arbeitsgemeinschaft vertritt die Interessen

von sage und schreibe 750 Mitarbeitervertretungen

und rund 60.000 Mitarbeiter-

Innen im Erzbistum Köln.

Das dies nicht

ehrenamtlich zu

machen ist, liegt auf

der Hand. Daher

steht der DiAG ein

Vorstand vor, der

sich um die Belange

aller Mitarbeitervertretungenkümmert.

Dazu zählen

die Unterstützung

und Vernetzung der

MAV’s vor Ort, die

professionelle Beratung

zum Beispiel

Ich betrete ein Krankenzimmer, treffe

einen ca. 40-jährigen Patienten, Herrn A.,

allein im Zimmer an, der mich nach der

Vorstellung einlädt zu bleiben und Platz

zu nehmen. Herr A. hat Krebs, vor einigen

Tagen hat er eine Darmoperation hinter

sich gebracht und hatte gehofft, schon zu

Hause zu sein, aber erhöhte Temperatur

lässt eine Entlassung noch nicht zu. Herr A.

liegt auf der Seite und zieht die Decke von

innen sehr weit hoch, so dass nur sein Kopf

ab Mund aufwärts sichtbar ist. Allmählich

entsteht eine vertrauensvolle Atmosphäre,

in der auch Gesprächspausen ihren Platz

haben ohne peinlich zu wirken. Herr A.

spricht über die belastende Ungewissheit,

nicht zu wissen, wie es für ihn weitergeht.

Dr. Raimund Hanisch

Pastoralreferent (rk)

mav

Marien-Krankenhaus gGmbh

Bergisch Gladbach

04 / 2011

bei Fragen zum Arbeitsrecht, aber auch die

aktive Mitwirkung in den Landesverbänden

und dem Bundesverband. Dabei steht die

DIAG-MAV in einem konstruktiven und

dauerhaften Dialog mit der Bistumsleitung

und dem Diözesan-Caritasverband.

Seit zwei Jahren ist unser MAV-Vorsitzender

Markus Küster hier mit an

Bord. Gemeinsam mit Renate Müller und

Monika Krings bildet er den dreiköpfi gen

Vorstand dieses Gremiums. Damit ist er

nah dran am Geschehen und kann uns

immer brandaktuell informieren.

Ich bin mit meiner Aufmerksamkeit hier,

bei ihm, in seinem Krankenzimmer. Mein

Blick bleibt bei einigen Utensilien hängen,

die ich von Patienten mit künstlichem

Darmausgang kenne. Ich sehe, wie Herr A.

seinen Körper mit der Bettdecke zu verbergen

scheint.


Mit Übung können wir lernen, diese

Filter zu öffnen und Wahrnehmungen zu

akzeptieren, die zunächst unannehmbar

scheinen. Menschen, die in solchen leidvollen

Situationen stehen, die erleben,

was niemand erleben möchte, die Gefühle

haben, die schier unerträglich sind, brauchen

Gegenüber, die dies mit ihnen aushalten

und annehmen können. Dabei hilft mir

die vertrauensvolle Beziehung zu der unbegreifl

ichen Macht, die diese Welt so, wie sie

ist und insbesondere mich selbst existieren

lässt und bejaht. Eine solche Beziehung

wächst in lebenslanger Praxis von Gebet,

Gottesdienst, Meditation, Achtsamkeitsübungen

und nicht zuletzt dem Dialog mit

anderen Menschen auf diesem Weg.

Zum Akzeptieren gehört auch die Bereitschaft,

nicht ändern zu wollen, was

nicht zu ändern ist. Oft wirkt die akzeptierende

Präsenz eines Menschen bereits lindernd,

sie ist in jedem Falle eine wichtige

Ergänzung zum aktiven Eingreifen. Und

ich erlebe bei nicht wenigen Pfl egenden

und Ärzten die Fähigkeit zu dieser akzeptierenden

Präsenz beim Patienten während

sie gleichzeitig aktiv intervenieren.

Die seelsorgliche Begegnung

ist eine solidarische

Begegnung

Wenn wir die Gefühle unseres Gegenübers

wahrnehmen entsteht Mitgefühl. Als

Mensch leiden wir mit, auch wenn wir vielleicht

dieses Gefühl aus unserem Leben gar

nicht kennen. Zunächst begegnen wir uns

von Mensch zu Mensch und nicht als Hilfsbedürftige

vs. Helfer, Kranke vs. (medizinisch)

Kompetente. Ich versuche, mich mit

meinem Gegenüber auf die gleiche Ebene

zu stellen, wenn nötig dafür ganz nach unten

zu gehen. Auch ich kenne Gefühle der

Schwäche, Frustration, Ohnmacht oder

Wertlosigkeit.

Im Gespräch mit Herrn A. spüre ich

seine Scham, sein Gefühl, die Unversehrtheit

und Ganzheit seines Körpers verloren

zu haben. In der besonderen Atmosphäre

dieses Gesprächs scheint es mir möglich zu

sein, auch diese Verletzung anzuschauen.

Ich frage vorsichtig danach, ob er bei

der Operation auch einen künstlichen

Darmausgang bekommen habe. Wir

sprechen darüber, wie es ihm damit

geht, dass er Gefühle des Ekels hat, wie

er diese Situation bewertet und dass er

es seiner Frau nicht abnimmt, wenn

sie sagt, dass sich dadurch nichts Wesentliches

geändert habe und dass er

sich große Sorgen mache, wie es mit

seiner Frau und ihm weitergehen könne.

Ich fühle mich gerade auch als Mann

sehr angerührt von dem, was Herr A. mir

von sich zeigt.

Die Bibel verwendet für diese Verbundenheit

das Bild vom Leib Christi. Jeder

von uns ist wie eine Zelle dieses Leibes.

Auch wenn wir vielleicht an ganz verschiedenen

Stellen „sitzen“, gehören wir doch

alle zusammen, sind auf vielfältige Weise

miteinander verbunden und Empfangen

vom Ganzen her Sinn und Energie.

Die seelsorgliche Begegnung

ist eine „phantastische“

Begegnung

Kürzlich sagte eine Patientin aus ihrer

86jährigen Lebenserfahrung: „Gott hilft immer

fünf vor 12.“ In meinen Worten: ganz

unten erfahre ich, dass ich zwar gebrochen,

doch auch ganz und heil bin.

Mit Herrn A. spreche ich darüber, dass

darin wie er seine Frau und sie ihn liebt

viel, viel mehr ist als körperliche Anziehung

und dass diese Liebe auch diese Schwierigkeit

„aufheben“ kann. Ich schlage am Ende

Herrn A. vor, dieser geistigen Dimension des

Menschlichen immer wieder einmal nachzuspüren,

die seinen Körper übersteige, die

ihn mit seiner Frau über die Körperlichkeit

hinaus verbinde und die ihm einen neuen,

manchmal sogar humorvollen Blickpunkt

biete, auch auf sich selbst.

Krankheit bringt viele Menschen an

den Rand ihrer Identität. „Wer bin ich

noch, wenn mein Körper kraftlos und

hilfsbedürftig ist? Wenn gar meine Erinnerung

und mein Gehirn schwindet?“

Ich glaube

und erfahre,

dass unsere

Ich-Identität im

Lieben, Leiden

und Sterben aufgehoben

wird in eine umfassendere,

ganzheitliche Identität. Oft ahne ich

dieses Gesicht hinter den Augen,

empfi nde einen Kontakt dazu im

Schweigen, spüre diese Identität in

einer Berührung. Oder ich höre

diese Identität aus phantastischen

Worten heraus, die vielleicht gerade

Kontakt zu Toten beschreiben

oder zu anderen Zeiten.

Und natürlich sprechen wir unser Gegenüber

auch durch Gebete, Segensgesten,

kleine Rituale, die Krankenkommunion

oder Krankensalbung auf dieser „göttlichen

Frequenz“ an.

MKH 07


Mein Kranken-Haus

Fit-TIPP

der Reha Marienberg

Von Sportlehrerin Claudia Reichling

Staby-Stab „Schütteln nicht Rütteln“

Er, der Staby-Stab, möchte geschüttelt

nicht gerüttelt werden. Er will mit

kleinen Schwingungen ungen den

Körper aus dem Gleichgewicht

bringen und

die Rumpf- und d

Haltemuskulatur

effektiv trainieren

und somit

den Body stylen.

Und das ganze

Trainingsprogramm

kann

auch noch in nur

15 Minuten durchgeführt

werden, also so

geradezu ideal für eine

aktive Pause, zu Hause use und

im Job.

Der Trainingseffekt des Stabes beruht

auf dem Prinzip „Aktion gleich Reaktion“.

Durch eigene Körperkraft wird der Staby-

Stab mit kleinem Bewegungsausmaß in

Schwung versetzt und durch kurze Bewegungsimpulse

in Schwingung gehalten.

Der Körper versucht dabei refl exartig die

Schwingungen auszugleichen. Zu kräftige

Schwünge überfordern die Muskulatur und

lassen sie schnell ermüden. Diese Schwingungen

werden über den Arm und die

Schulter auf den restlichen Körper übertragen.

Vor allem die tiefe und oberfl ächliche

Rumpf- und Haltemuskulatur wird angeregt

diesen ständigen Vibrationen entgegenzuwirken,

um den Körper zu stabilisieren.

Es kommt zu einer Koaktivierung dieser

Muskelgruppen. Dadurch sind 200-300

Muskelkontraktionen pro Minute möglich.

Dieses Wirkungsprinzip macht den „Staby“

zu einem effektiven Trainingsgerät und Erfolgserlebnisse

lassen sich schnell erkennen.

Das „Stäbchen“ erfordert eine hohe Kon-

08 MKH

zentration und ein gute Koordination und

ist damit auch ein geistiges Training.

Denn die verschiedenen versc Wahrnehmungssysteme

nehmung

mit

den entsprechenden

Sinnesorganen Sinn

sind

daran da ebenso beteiligt,

te wie das

gesamte g zentrale

Nervensystem.

Es wirkt somit

ausgleichend

auf a Stress und

ist is deshalb auch

Man nimmt den Stab locker am

Griff in eine oder beide Hände

und schwingt den Stab rhythmisch

ohne den Schwung zu verlieren.

Sagittale Bewegung

beugen und aufrichten

04 / 2011

für Kinder besonders gut geeignet. Um den

Trainingseffekt zu steigern sollten neben

der Steigerung der Wiederholungen auch

die Intensitäten durch Veränderungen am

Gerät variiert werden. Dies kann zum einen

durch unterschiedliche schwere Endstücke,

oder durch axiale Verschiebungen der Gewichte

zur Stabmitte, also zum Griffbereich,

erreicht werden. Je näher die Gewichte an

den Griff verschoben werden, um so intensiver

und höher ist der Trainingsreiz. Der

Staby-Stab bietet also für jeden Fitnessgrad

und fast jedes Alter eine intensive Trainingsmöglichkeit.

Die Übungen können stehend (ein-

oder beidbeinig), sitzend, liegend,

sich bewegend oder balancierend

durchgeführt werden.

Transversale Bewegung

Oberkörperdrehung rechts-links

Frontale Bewegung

Seitliche Neigung


Mein Kranken-Haus

Menschen im MKH

Frauenfußball in Deutschland

Ausgelacht, verboten und gefeiert – die Welt zu Gast bei Freundinnen

Von Janina Baldauf,

Mitarbeiterin der Buchhaltung

Der Frauenfußball boomt. Allein in

Deutschland kicken heute rund

850.000 Mädchen und Frauen regelmäßig.

Und spätestens nach der WM im eigenen

Lande ist wohl von einer erneuten Steigerung

der Mitgliederzahlen auszugehen.

Janina Baldauf an ihrem Arbeitsplatz

Ich selbst spiele seit meinem zehnten

Lebensjahr auf der Torwartposition Fußball.

Neben der Auswahlmannschaft U16

im Jugendbereich konnte ich als Seniorin

einen Aufstieg in die Regionalliga West, der

Ordensschwestern angekommen

Nach über 35 Jahren hat das MKH

wieder eine Ordensgemeinschaft gewinnen

können, deren Schwestern in der

Pfl ege unseres Krankenhauses arbeiten. Es

ist der Orden der Schwestern vom Heiligsten

Herzen Jesu (Sacred Heart Sisters), die aus

Indien stammen und seit vielen Jahren in

Deutschland u.a. auch an mehreren Orten

im Erzbistum Köln in der Krankenpfl ege

tätig sind.

Bereits seit dem Sommer 2011 arbeiten

vier Ordensschwestern auf verschiedenen

Stationen unseres Hauses.

10 MKH

damaligen zweithöchsten Spielklasse im

Frauenfußball zu meinen Erfolgen zählen.

Und das zu einer Zeit, in der der Frauenfußball

gerade erst im Kommen war.

Alles begann um 1900, als die ersten

Frauen in England, dem Mutterland

des Fußballs, anfi ngen gegen den

Ball zu treten. Trotzdem verbot der

Deutsche Fußball-Bund den Mädchen

und Frauen in Deutschland

noch bis 1970 organisiert im

Verein zu spielen.

Die Förderung des Frauenfußballs

hatte der

DFB dann beim

DFB-Bundestag

1970 in seine

Satzung aufgenommen,

sodass

bald die Gründung

einer eingleisigenFrauen-Bundesliga

erfolgen konnte.

Vor allem die hiesige Frauenmannschaft

der SSG Bergisch Gladbach 09 verschaffte

04 / 2011

sich durch den neunmaligen

deutschen Meistertitel

Gehör. In den Jahren

1981, 1982 und 1984

konnten die Damen

zudem den DFB-

Pokal ins Bergische

holen. Die SSG

brachte einige bekannte

Spielerinnen

hervor. Hätten Sie

gewusst, dass selbst

Silvia Neid, unsere

heutige Nationaltrainerin,

in dieser Zeit für die

SSG gekickt hat?

In den Neunzigern wechselte

dann die gesamte Fußballabteilung

aus dem Bergischen Richtung

Köln. Unsere Mädels vom

neu gegründeten Frauenfußball-

Verein 1. FFC Bergisch Gladbach,

den wir seit zwei Jahren sponsern,

wollen diesem Erfolg nur zu gern

nacheifern. Viel Erfolg dabei!


Menschen im MKH

Verabschiedung von Mathilde Gerve

in den Ruhestand

Nach gut zwei Jahrzehnten der Leitung

des Pfl egedienstes des Marien-Krankenhauses

und zuletzt auch des Reha-Zentrums

Reuterstraße wurde Pfl egedirektorin

Mathilde Gerve am 5. Juli 2011 im Rahmen

einer Feierstunde in den wohlverdienten

Ruhestand verabschiedet. Nach

einer von Kreisdechanten Norbert Hörter

zelebrierten und von einigen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern musikalisch gestalteten

Heiligen Messe, fanden sich über

200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer

Häuser im Restaurant ein, um Frau

Gerve danke zu sagen.

In den Ansprachen wurde deutlich,

dass Frau Gerve Engagement, Achtsamkeit,

Fairness, Herzlichkeit, Humor, Augenmaß,

Bauchgefühl, Herz und Verstand an

der richtigen Stelle, Angemessenheit und

Gerechtigkeit im Führungsstil aber auch,

wenn es erforderlich war, Durchsetzungsvermögen

ausgezeichnet haben.

Sie hat es sehr gut verstanden, den Charakter

der Häuser ganz entscheidend mit

zu prägen. „Dabei war auch die Stärkung

des caritativen Markenzeichens unserer

Häuser ein Ziel ihrer Arbeit. Hier hat Ihnen

Anlässlich der Errichtung und Segnung

des Klosters und der Klosterkapelle

und der Einführung der Schwestern vom

Heiligsten Herzen Jesu in unserem Krankenhaus

gab es eine Festmesse am Hochfest

des Heiligsten Herzen Jesu, dem Patronatsfest

des Ordens.

Weihbischof Manfred Melzer, Bischofsvikar

für Frauenorden hat mit uns die Festmesse

gefeiert und die Ordensschwestern in

Bergisch Gladbach begrüßt.

Geschäftsführer Benedikt Merten verabschiedet Pflegedirektorin Mathilde Gerve

ihr Fundament und damit der katholische

Glaube ganz entscheidend geholfen“,

so Geschäftsführer Benedikt Merten.

Auch die Redaktion von Mein Kranken-Haus

dankt Frau Gerve ganz herzlich für ihre

Tätigkeit in den letzten Jahrzehnten und

wünscht ihr Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

MKH 11


Mein Kranken-Haus

Menschen im MKH

Tiere gehen mir unter die Haut

Von Dipl. Sozialpädagogin Gaby Berner

Seit über 20 Jahren bin ich neben meiner

berufl ichen Arbeit hier im MKH auch

immer ehrenamtlich aktiv gewesen: Im

Kindergarten, bei der Gründung des Kinderhortes

„Odenthaler Kobolde“, im Fußballverein

und in der Elternschulpfl egschaft

der Integrierten Gesamtschule Paffrath.

Als mein Sohn 2004 von zuhause auszog,

bin ich meinem Herzenswunsch, einen

Hund zu besitzen, gefolgt. Infrage kam für

mich nur ein älterer Hund aus dem Tierschutz.

Ich begegnete erstmals Oso (spanisch:

der Bär) im Kürtener Tierheim, er

war etwa 7 Jahre alt und wurde aus einer

der Tötungsstationen auf Gran Canaria gerettet.

Drei Jahre lebte ich mit diesem wunderbaren

Vierbeiner zusammen, der mein

Leben und meine Einstellungen in vielerlei

Hinsicht umgekrempelt hat und dessen

Portrait seit diesem Sommer für immer

meinen Rücken schmückt.

Ich setzte mich fortan neben der

Hunde erziehung zunehmend mit dem

Tierschutz auseinander und knüpfte erste

Kontakte zu organisierten Tierschützern

im In- und Ausland.

12 MKH

Gaby Berner mit Helfern in Rumänien

Oso’s Sterben bei uns Zuhause vor vier

Jahren und die tiefe Trauer um ihn erlebte

ich wie eine Botschaft und ein Zeichen zum

Aufbruch: „Du hast dich um mich gekümmert,

jetzt gebe ich dich frei, geh und kümmere

dich um meine Artgenossen, die Hilfe

und Gehör brauchen“.

Nach seinem Tod haben mein Freund

und ich eine Woche lang deutsche Tierschützer

auf Gran Canaria begleitet, und so

die unfassbaren Zustände auf der beliebten

spanischen Urlaubsinsel live mit erlebt. In

der „Albergue Insular de Animales“, wie

die größte Tötungsstation sich tatsächlich

nennt, trafen wir unsere jetzige Hündin,

ausgedient, misshandelt und halb verhungert

und mit acht Jahren und 40 Euro zur

Tötung abgegeben. Wir tauften sie auf Osa

(spanisch: die Bärin).

Während diverser Urlaube in den vergangenen

Jahren waren wir aktiv für Tierschutzorganisationen

in Polen, Italien und

Rumänien unterwegs und haben uns als

Flugbegleiter nützlich gemacht.

04 / 2011

In Brasov/Rumänien arbeiteten wir

eine Woche lang im „Azil Canin“, betreuten

dort 800 ehemalige Straßenhunde, versorgten

streunende Katzen- und Hunderudel,

durften die ehemals so gequälten Bären

in ihrem neuen riesigen Bärenpark in den

Karpaten beobachten und brachten noch

zwölf Hundenasen für den Bund gegen den

Missbrauch der Tier, kurz bmt, sicher nach

Deutschland.

Hauptsächlich im Urlaub aktiv zu

sein und Hunde vom Flughafen abzuholen,

war mir auf Dauer aber einfach zu wenig

Engagement. Das leidvolle Leben der

Kettenhunde in ganz Polen und auch in

Italien, die unvorstellbaren Zustände, die

Not und grausame Tötung tausender von

Straßentieren in Rumänien und die Bilder

von hunderten meist gesunder und junger

Hunde in Tötungsstationen hatten sich in

meine Seele eingebrannt.


Im Frühjahr 2009 nahm ich dann Kontakt

zum Tierheim Wipperfürth auf und

bin seit dieser Zeit, sooft es möglich ist, vor

Ort und helfe. Es ist ein kleines Heim, in

dem die Notfälle, Fundtiere und Abgabetiere

aus der Region aufgenommen

werden, aber auch eine

enge Zusammenarbeit mit dem

Auslandstierschutz besteht.

Ohne die Mitarbeit von uns

Ehrenamtlichen könnte dieses

liebevoll geführte Haus nicht

weiter existieren. So kämpfen

wir derzeit um die Kostenübernahme

der Katzenkastration

durch Stadt und Kreis und die

gesetzliche Kastrationspfl icht

für „Freigänger“, um das Elend

der unkontrollierten Vermehrung

einzudämmen.

Die Aufgaben von uns

Ehrenamtlichen sind breit gefächert und

jeder bringt sich mit seiner Zeit und seinen

Fähigkeiten ein: Handwerkliche Arbeiten,

Vorbereitung und Organisation von

Festen, Öffentlichkeitsarbeit, Internetpfl ege,

Putzen, Hunde ausführen, mit Hunden

Grunderziehung trainieren,, Sozialisierungsspaziergänge

in größerer Gruppe,

Tierarztbegleitung, Tiere vom Flughafen

abholen, Nachkontrollen, Jugendarbeit,

Zusammenarbeit mit Schulen, Spendenaktionen

usw. Es gibt viel zu tun.

Natürlich fi nden auch regelmäßig gemeinsame

Treffen mit den Mitarbeitern

und dem Vorstand statt, um Aufgaben,

Probleme, politische Aktionen, Kooperation

mit anderen Tierschutzorganisationen,

Sponsoren, etc. zu besprechen.

Stetige Werbung für neue Ehrenamtliche,

neue Mitglieder und Pfl egestellen

für Notfälle sind unser tägliches Anliegen.

Denn wir brauchen jeden Mann und jede

Frau.

Einmal im Jahr veranstalten wir im

Winter den „Scheunenzauber“ und im

Sommer einen Tag der Offenen Türe, an

dem ich als überzeugte Vegetarierin auch

mal stundenlang Würstchen grille.

Sabine Petersen, Ärztin in unserer

Geriatrie hat übrigens vor zwei Jahren mit

ihrer Familie bei uns ihren Traumhund

Lucy aus Malaga gefunden.

„Familienzuwachs bei Petersen“

MKH-Ärztin Sabine Petersen mit ihren Kindern

und Mischling Lucy

Ein Leben ohne Hunde kann ich mir

heute nicht mehr vorstellen. So habe ich

in diesem Jahr in einem Kölner Hospiz

an einer Fortbildung zum Thema „Tiergestützte

Therapie“ teilgenommen.

Neben der Arbeit im Tierschutz ist

mein nächstes Ziel, eine Ausbildung für die

Begleitung Schwerkranker mit Hund zu absolvieren.

So schließt sich der Kreis, meinen

Beruf mit meiner tiefen Verbindung zu den

Tieren miteinander zu verbinden.

Sozialpädagogin Gaby Berner engagiert sich

seit 25 Jahren nicht nur im MKH, sondern auch

im Tierschutz

„Menschen, Pfl anzen und Tiere

zusammen sind das „Reich

Gottes“ und das Schicksal des

einen Bereiches ist auch das

Schicksal des anderen.“

Luise Rinser

MKH 13


Mein Kranken-Haus

Junge Leute im MKH

Auf dem Weg zur Krankenschwester

Von Lena Hösel, Auszubildende

Wie unglaublich schnell doch ein Jahr

vergeht! Jetzt bin ich schon im Mittelkurs.

Und das heißt für mich, gerade mal

noch zwei Jahre bis zum Examen. Aber immer

schön der Reihe nach!

Bevor ich mich nach meinem Freiwilligen

Sozialen Jahr an der Friedrich Fröbelschule

in Moitzfeld hier im MKH für eine

Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpfl

egerin bewarb, hatte ich überhaupt

keine Erfahrungen in der Pfl ege. Und hätte

man mir vor zwei Jahren gesagt, dass ich

mal in einem Krankenhaus in der Pfl ege arbeiten

würde, hätte ich dieser Person ganz

sicher einen Vogel gezeigt.

Um es gleich vorwegzunehmen. Woher

sollte ich damals auch wissen, dass es genau

das ist, was mir so unglaublich viel Spaß

macht? Und wo ich mit Herz dabei bin und

vor allem glücklich? Und ganz ohne vorheriges

Praktikum wusste ich gleich am

ersten Tag, das das genau das Richtige für

mich ist.

„Einige Male musste ich leider

hier im MKH verschiedene Stationen

aufsuchen. Die ärztliche

Betreuung war überall sehr gut.

Sauberkeit wurde überall sehr,

sehr groß geschrieben. Ein dreifaches

Hoch auf die Krankenschwestern,

sie sind für die Patienten

immer liebevoll da. Hier

fühlt man sich geborgen und

gut aufgehoben. Ich kann dieses

Krankenhaus nur empfehlen,

um gesund zu werden. Noch

eines muss gesagt werden: Was

wären die Ärzte doch bloß ohne

die Schwestern. Vielen Dank an

das ganze Krankenhausteam!“

(Patientin Elisabeth Klein)

14 MKH

Schwesternschülerin Lena Hösel beim Blutdruckmessen

Theorie und Praxis – beides

muss stimmen

Die ersten zwei Monate meiner Ausbildung

hatten wir Unterricht am Vinzenz-

Pallotti Hospital in Bensberg. Dort befi ndet

sich die Krankenpfl egeschule, an denen die

Auszubildenden der vier Verbundkrankenhäuser

unterrichtet werden. Damals konnte

ich mit dem theoretischen Wissen noch gar

keinen Bezug zur Praxis herstellen. Doch

das änderte sich sehr schnell, als alle Schüler

des Unterkurses Anfang November endlich

auf die Stationen und auf die Patienten

losgelassen wurden.

An den ersten Tag hier kann ich mich

sehr genau erinnern, wie aufgeregt und

gespannt ich war, auf das was mich nun

die nächsten drei Jahren erwarten wird.

04 / 2011

Welche Probleme es zu lösen gibt, wie man

mit schwierigen Situationen umgeht, den

Umgang mit den Patienten wie auch mit

den Angehörigen zu erlernen, sich selbst

besser kennen und einzuschätzen lernen.

Aber auch zu erfahren, wie sehr man an

den Aufgaben die einem Tag täglich bevorstehen

wächst. Auch die Erfahrungen,

die man in Bezug auf Menschenkenntnisse

erlangt, weiterzuentwickeln und ein offenes

Ohr und Auge für jede noch so kleine

Sache zu haben. Alles das interessierte mich

brennend.

Natürlich war ich auch gespannt darauf,

wie es sein wird, im Schichtwechsel

zu arbeiten. Sich jeden Tag auf neue Situationen

einzustellen und auf die verschiedensten

Arbeitsweisen der Kollegen ist

schon sehr aufregend.

Das Marien-Krankenhaus ist riesig

und am Anfang kommt man sich häufi g etwas

verloren vor, wenn es heißt: „Kannst du

die Blutröhrchen bitte ins Labor bringen?“

oder „Ruf doch mal eben in der Küche an

und bestell ein Essen nach!“ Aber wo war

denn noch gleich das Labor und wie ist die

Nummer der Küche und wo genau fi nde

ich die? Dann muss nachgefragt werden,

oder man sucht sich selbst einen Weg. Aber

genau das ist es, was so unglaublich wichtig

ist. Denn anders als in der Schule, muss man

hier schnell lernen eigenständig zu arbeiten.

Denn auf den Stationen herrscht ein buntes

Treiben. Manchmal ist die Station personell

gut besetzt, manchmal aber auch nicht.

Mir ist aufgefallen, dass aber jede Station

eigentlich immer eine Lösung parat hat.

Sollte jemand fehlen, dann kommt halt ein

Kollege zum Zwischendienst um acht und

bleibt dafür bis sechzehn Uhr.


Praxisanleiter unterstützen

tatkräftig

Ich arbeite gerne hier im MKH und bin

glücklich, diesen Weg gewählt zu haben.

Klar hat man es als Auszubildender nicht

immer leicht, man schluckt auch einiges

runter, wo man vielleicht gerne mal was

gesagt hätte. Aber wenn man sich überfordert

fühlen sollte, ist immer jemand da, an

den man sich wenden kann, allein ist man

nie und nachfragen ist immer erwünscht.

Schließlich ist man ja auch noch Schüler

und kann vieles einfach noch nicht wissen.

Jede Station hat auch meistens zwei

Praxisanleiter, die einen überwiegend in

den Diensten begleiten. Diese führen auch

am Ende des Einsatzes zusammen mit der

Pfl egedienstleitung ein Abschlussgespräch

durch. Man wird für das, was man gezeigt

und geleistet hat, sicherlich gerecht benotet.

Case-Management

Ein Gewinn für die Region

RheinBerg

Im Sommer diesen Jahres konnte das

Gesundheits- und Bildungszentrum Oberberg

dreizehn sogenannten Case Managern

das Zertifi kat der Deutschen Gesellschaft

für Care und Case Management überreichen.

Mit dabei auch Kollegin Karin

Mayerle-Deussen, die sich zusammen mit

Dorothea Klement im MKH bereits um

das Entlassmanagement, einem Fachgebiet

des Case-Management kümmert. Das neue

Fach nimmt, vielleicht ähnlich dem Qualitätsmanagement

und der Public Relations,

in der Klinik eine Sonderstellung ein und

ist in Fachkreisen in aller Munde.

Pfl egedirektorin Sabine Martin ist

sich sicher, dass das Case Management zukünftig

immer wichtiger wird. „Durch die

demografi sche und gesundheitliche Entwicklung

steigt die Zahl der pfl egebedürftigen

Patienten und somit häufi g auch die

Unmöglichkeit sich selbst um den weiteren

Versorgungsweg zu kümmern. Aufgabe

von Frau Mayerle-Deussen und Frau Klement

ist es daher, ein zielgerichtetes System

von Zusammenarbeit mit den einzelnen

Disziplinen zu organisieren welches am

Karin Mayerle-Deussen

konkreten Unterstützungsbedarf des einzelnen

Patienten ausgerichtet ist.“ Die betroffenen

Personen bzw. deren Angehörige

müssen dabei konkret beteiligt und unter

dem Aspekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ begleitet

werden.

Case Manager verstehen sich als Navigatoren

im Gesundheitswesen. Sie wollen

im Krankenhaus, ganz einfach gesagt, für

Effi zienz, entlastetes Personal und zufriedene

Patienten sorgen. Der Case Manager

behält den Überblick (hoffentlich) und

sorgt dafür, dass die Zahnräder der Klinik

besser ineinandergreifen. Wir beglückwünschen

Mayerle-Deussen zu ihrem Abschluss

und hoffen, dass sie zukünftig mit

dazu beiträgt, dass sich die Gesundheitsund

Krankheitsvorsorge in der Region

deutlich verbessern wird.

Als Auszubildende durchläuft man alle

Stationen mit den verschiedenen Fachrichtungen,

arbeitet in Pfl egediensten, in

Alten heimen und Rehakliniken. Es ist nicht

leicht, sich immer auf alles Neue einzustellen,

andere Arbeitsweisen, Einstellungen

und Abläufe zu akzeptieren und direkt umzusetzen.

Aber doch ist dies alles machbar

und es macht mir unglaublich viel Spaß.

Ich jedenfalls bin noch immer glücklich

mit meiner Entscheidung eine Ausbildung

zur Gesundheits- und Krankenpfl egerin

begonnen zu haben. Denn es ist eine abwechslungsreiche,

spannende und für mich

sehr interessante Tätigkeit.

Öffnungszeiten

Notdienstpraxis

Für die Betreuung im Bereitschaftsdienst

hat die Kassenärztliche

Vereinigung Nordrhein auch

im MKH eine Notdienst praxis eingerichtet.

Sie fi nden diese in Nähe

der Ambulanz, der Weg dorthin

ist ausgeschildert.

Öffnungszeiten:

Mittwoch und Freitag

16 bis 20 Uhr

Samstag, Sonn- und Feiertag

9 bis 13 Uhr und 16 bis 20 Uhr

Patienten, die aus gesundheitlichen

Gründen die Praxis nicht

auf suchen können, werden

weiter hin durch den Bereitschaftsarzt

zu Hause besucht. Rufen Sie

bitte dazu die Ruf nummer des

Bereitschaftsdienstes

01 80/50 44 100

In lebensbedrohlichen Situationen

rufen Sie den Notarzt der Feuerwehr

unter 112 an!

MKH 15


Mein Kranken-Haus

Spezial – Geschichte des MKH

Die Wurzeln des

Marien-Krankenhauses

Von Roswitha Wirtz

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entsprach

Pfarrer Fußbahn von St. Laurentius

dem Erbe und dem Wunsch seines

Vorgängers Peter Endert und der Gemeinde,

ein Krankenhaus zu errichten mit dem Namen

„Maria Hilf“ unter der Pfl egeleitung

von kath. Schwestern. Doch bis zum Krankenhausbau

dauerte es noch eine ganze Weile.

Der erste wichtige Schritt war, das medizinisch

ausgebildete Nonnen vom Orden der

„Armen Schwestern vom hl. Franziskus“ aus

Aachen nach Bergisch Gladbach kamen.

Am 21. August 1892 war es endlich so

weit. Die Schwestern begannen sofort mit

ihrer Aufgabe der ambulanten Armen- und

Krankenpfl ege. Die Verhandlungen zwischen

Land, Stadt und Kirche (St. Laurentius)

zum Bau des so notwendigen Krankenhauses

kamen endlich voran. Es wurde ein

Krankenhausbauverein gegründet, in dem

es viele Mitglieder gab. Die monatlichen

Beiträge lagen damals zwischen 30 Pfennig

und 5 Mark. Jeder zahlte so viel er konnte.

Am 15. Juli 1894 war die feierliche Grundsteinlegung.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit

konnten die Armen Schwestern vom hl.

Franziskus am 9. Februar 1896 ihren Dienst

im Krankenhaus „Maria Hilf“ aufnehmen.

16 MKH

Nur wenige Wochen später waren

schon zwanzig Betten belegt. Die ärztliche

Leitung wurde Dr. Carl Rhode übertragen.

„Aus Dankbarkeit für die guten Geschäfte

aus seinem Steinbruch“ stiftete der Gladbacher

Kalkfabrikant und Stadtverordnete

Theodor Zimmermann im Jahre 1898 zu

Ehren der Mutter Gottes die Lourdes-Grotte

(aus Grottenstein, Steinbruch: Schlade). Sie

fand ihren Platz im Garten des Krankenhauses.

Noch heute kommt man als Fußgänger,

die Treppe rechts neben dem Rathaus

nehmend, zum Krankenhaus an ihr vorbei.

Die Aufgaben der Schwestern reichten

weit über den Krankenhausdienst hinaus.

Sie waren als Fachschwestern in vielen Gemeinden

vor Ort tätig. Und sie kümmerten

sich um Kinder in der Kinderbewahranstalt

an der Friedhofsstraße, der heutigen Dr.-

Robert-Koch-Straße. Das Haus wurde 1901

erbaut und im Laufe der Jahre wurde aus

der Bewahranstalt ein Kindergarten. Nach

60 Jahren war ein Neubau fällig und so entstand

1961 die heutige KiTa.

Das Krankenhaus seinerseits wurde

rasch zu klein, und somit erfolgte im Jahr

1909 die erste Erweiterung, durch eine Isolierstation

und eine eigene Hauskapelle.

Sanitätsrat Dr. Carl Rhode mit seinem Assistensarzt Dr. Ignaz Tenckhoff und dem Fahrer Asselborn

Foto: Asselborn, Bergisch Gladbach

04 / 2011

Die Schwestern waren bestrebt, autark

zu sein. Unter ihrer Fürsorge entstanden

ein großer Gemüsegarten, Felder und Unterkünfte

für das Hausvieh. So war auch die

Versorgung der Patienten gesichert. Um das

Saatgut zu schützen gab es sogar im August

1913 eine „polizeiliche Genehmigung zum

Abschuss von Spatzen auf dem eigenen

Grund.“

Während des Ersten Weltkrieges wurde

das Krankhaus zum Lazarett umfunktioniert.

Die Bevölkerung hungerte und die

Schwestern richteten wieder eine Suppenküche

ein, in der in einem Winter 6.000 bis

7.000 Portionen ausgegeben wurden.

Sanitäter im 1. Weltkrieg


1917 feierte Schwester Firma ihr

25-jähriges Professjubiläum. Sie war sehr

bekannt und beliebt. Dr. Ignaz Tenckhoff,

früherer Assistenzarzt bei Dr. Rhode

und später Chefarzt (1945 - 1952) war begeistert

von Schwester Firma, er berichtete,

sie sei die beste Narkoseschwester, die er

je kennen gelernt habe. Sie starb 1952 und

fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof

St. Laurentius im Gemeinschaftsgrab

der Armen Schwestern vom Hl. Franziskus.

Die Zeit des Nationalsozialismus und

des Zweiten Weltkriegs (1933 - 1945) war

hart für die Armen Schwestern des Hl.

Franziskus. Sie mussten vieles erdulden,

mussten Einschränkungen, Herausforde-

rungen, Schikanen und Beleidigungen hinnehmen.

Trotzdem taten sie alles, um das

Krankenhaus funktionstüchtig zu halten.

Wieder wurde Maria Hilf zum Teil zum

Lazarett umfunktioniert. Ab Februar 1941

waren ständig 120 Betten von kranken Soldaten

belegt.

Das 50-jährige Ortsjubiläum der Ordensniederlassung

am 21.08.1943 wurde

wegen der schweren Zeit nicht gefeiert. Mit

dem Einzug der amerikanischen Besatzung

am 13. April1945 war der Krieg in Bergisch

Gladbach zu Ende. Im Nachhinein kam

heraus, dass die „Nationalsozialistische

Volkswohlfahrt“ jahrelang versucht hatte,

die Ordensschwestern zu vertreiben. Das

Ziel war, sie durch sogenannte „Braune

Schwestern und NS-Ärzte zu ersetzen“. Das

ging so weit, dass ein Elektrokabel gekappt

wurde, um den Krankenhausbetrieb lahm

zu legen. Es wurden Konten gesperrt, um

die Schließung des Krankenhauses zu erzwingen.

Doch die Schwestern trotzten

allen Drohungen und setzten ihre Arbeit

fort.

Die Nachkriegszeit war geprägt von

Hunger und Armut. Die Patienten mussten

versorgt werden und die Produkte des eigenen

Gartens, der Ställe und Felder reichten

nicht aus. Der Mann für alles – das Krankenhaus-Original

Gerhard, sammelte unter

anderem für die hauseigenen Schweine

bei den Bewohnern Kartoffelschalen und

Gemüsereste ein. Er war so bekannt in der

Stadt, dass niemand sich daran störte, wenn

er in die Häuser ging, genau wissend wo der

Eimer für ihn stand, um das Futter abzuholen.

Die Schwestern waren auch nicht untätig,

unter der Leitung von Schwester Vigilia

zogen sie über Land und kollektierten bei

den Bauern Naturalien. Unterdessen feierte

Schwester Vigilia im Jahr 1963 ihr 45jähriges

Ortsjubiläum.

Roswitha Wirtz

seit 2002 PC-Kompetenztrainerin

im Kath. Bildungsforum Bergisch

Gladbach

seit 2010 offi zielle Stadtführerin

von Bergisch Gladbach

als „Bergische Landfrau“ unterwegs

um Einheimischen und Gästen

Bergisch Gladbach und das

Bergische Land näher zu bringen

an Geschichte und Geschichten

unseres Bergischen Landes

interessiert

Telefon: 0 22 02/3 33 78

E-Mail: roswitha.wirtz@web.de

MKH 17


Mein Kranken-Haus

Die Wurzeln des

Marien-Krankenhauses

Am 9. Februar 1946 konnte das 50jährige

Bestehen des Krankenhauses „Maria

Hilf“ gefeiert werden. Die Zahl der Ordensschwestern

war auf 53 gestiegen. Sie kümmerten

sich unter anderem mit Hilfe von

30 Pfl egerinnen um 220 Krankenbetten.

Der Flüchtlingsstrom aus dem Osten

riss nicht ab. Die Schwestern verteilten täglich

80 bis 90 Mahlzeiten an die Flüchtlingskinder.

Das alles setzte eine gut funktionierende

Logistik und sparsames Wirtschaften

voraus. Differenzen oder gar Misswirtschaft

gab es in all den Jahren nicht, wie aus den

Berichten des Kirchenvorstands hervorgeht.

Im Gegenteil, die Korrektheit, die Transparenz

und die Vielseitigkeit waren erstaunlich.

Noch im Oktober 1949 wurde eine

Krankenpfl egeschule eingerichtet, in der

Schwester Engelmunda sich über 25 Jahre

lang um den Nachwuchs kümmerte.

18 MKH

Die Schülerinnen standen vor der Aufgabe:

„Dem Kranken Schwester sein, das heißt

ihn pfl egen nach modernen medizinischen Erkenntnissen,

in christlichem Geist teilnehmen

an der körperlichen und seelischen Not des

Patienten, ein wenig Helle bringen in das Dunkel

seiner Krankheit.“ Wir nennen das heute

ganzheitliche Methode und wünschen uns,

dass wir mal nicht nur „die Galle“ oder „der

Blinddarm“ sind.

1952 wurde das Krankenhaus vom

Beleg- zum Vertragskrankenhaus. Bis dahin

hatten vornehmlich Ärzte mit eigener,

externer Praxis im Krankenhaus gearbeitet.

Nun hatte das Krankenhaus einen eigenen

Ärztestab.

Nach den Plänen von Architekt Bernhard

Rotterdam bekam das Krankenhaus

1958 (Bauunternehmung Jakob Bilo) seinen

zweiten Erweiterungsbau.

Lourdes-Grotte am Treppenaufgang zum MKH, gestiftet 1898 vom Gladbacher Kalkfabrikant

und Stadtverordneten Theodor Zimmermann zu Ehren der Mutter Gottes

04 / 2011

Die Bettenzahl wurde erhöht, es bekam

eine Röntgen abteilung und weitere Behandlungs-

und Verwaltungsräume. Und

1959/60 erfolgte der Um- und Ausbau der

Altbauten.

Am 25. Oktober 1961 fand schließlich

die Einweihung und Übergabe eines neuen

Ordensschwester-Wohnheims, eines neuen

Wohnheims für freie Schwestern und eines

neuen Kindergartens statt.

Bereits 1962 begannen die ersten Überlegungen

ein neues Krankenhaus an alter

Stelle zu bauen, da weitere Erweiterungs-

und Umbaumaßnahmen an ihre Grenzen

stießen, um allen nötigen Fachabteilungen

einzurichten.

Das Krankenhaus-Hochhaus mit 14

Stockwerken wurde Wirklichkeit, nach

anderthalb Jahren Bauzeit konnte am

30.11.1973 Richtfest gefeiert werden. Und

im März 1975 arbeiteten bereits 250 Fachkräfte

im Krankenhaus.


Gemeinschaftsgrab der Armen Schwestern vom

Hl. Franziskus auf dem Friedhof St. Laurentius,

gegenüber vom MKH

Die aktiven Ordensschwestern wurden

immer älter und der Nachwuchs blieb

langsam aus. 1974 wurde Schwester Klara

als Schwester Oberin nach Bergisch Gladbach

berufen, um die 83 Jahre bestehende

Niederlassung der „Armen Schwestern

vom heiligen Franziskus“ in B.Gl. wegen

Schwestermangels aufzulösen.

Am Sonntag, dem 5. Januar 1975 war

es soweit. In einer feierlichen Messe mit

vielen wichtigen Gästen von nah und

fern und noch mehr Einheimischen

wurden die Schwestern verabschiedet.

Es gab nicht die übliche Laudatio,

sondern eine dem Orden gewidmete

Ansprache von Willy Schmitz, in der

er Rückschau hielt, aber vor allen

Dingen den Schwestern Respekt,

Ehrlichkeit, Ehrfurcht und aufopfernde

Empathie bescheinigte, die

sie allen Menschen in Not gaben

und geben.

Diese 83 Jahre in Bergisch Gladbach

waren geprägt von zwei Kriegen, für mich

unvorstellbare Zeiten der Entbehrung, der

Angst, des Hungers und der Krankheit.

Wie gut, das gerade die Schwestern dieses

Ordens hier waren.

Aus dem „María Hilf“ Krankenhaus

wurde das heutige Marien-Krankenhaus,

doch ihre Mitbegründerinnen bleiben

unvergessen. Und seit Juni 2011 hat das

Abschrift:

Dienstanweisung für den Chefarzt im Krankenhaus „Maria Hilf“

(Auszug) von 1904

Die Anstellung des Chefarztes erfolgt durch den Kirchenvorstand in geheimer Wahl

durch absolute Stimmenmehrheit. ...

... er ist verpfl ichtet, in den Sitzungen auf Einladung zu erscheinen und die ge-

wünschten Auskünfte zu geben, insoweit das ärztliche Amtsgeheimnis dies zulässt.

In den Tage- und Krankheitsbüchern hat er die nötigen Eintragungen zu machen,

die jährlichen Berichte zu erstatten, den ärztlichen Teil der Briefführung zu erledigen

bezw. die hierfür erforderlichen Anweisungen zu geben.

Zu seinen Obliegenheiten gehört die eventl. Isolierung der Kranken, ihre Abweisung

in begründeten Fällen und ihre Entlassung bei grober oder wiederholter Über-

tretung der Hausordnung. Die Verteilung der Zimmer erfolgt durch die Schwester

Vorsteherin im Auftrage des Kirchenvorstandes.

Er hat für die strenge Innehaltung der Hausordnung zu sorgen, die Reihenfolge der

Operationen nach Rücksprache mit den übrigen im Krankenhause zuge lassenen

Ärzten zu bestimmen.

Die Hygiene des Hauses, die Aufsicht über die Leitungen, die Prüfung der Speisen

und der Getränke steht ihm zu.

Die mit der Pfl ege der Kranken betrauten Schwestern sind gehalten, den leitenden

Arzt bei Durchführung obigen Aufgaben nach Möglichkeit zu unterstützen und

seinen Anordnungen nachzukommen.

Er hat mindestens einmal am Tag und zwar nicht nach 9 Uhr morgens das

Krankenhaus zu besuchen.

Er hat das Recht, sich für die Dauer von 3 Tagen selbst zu beurlauben.

für den Kirchenvorstand

A.A.

gez. Msg. Umpfenbach

Marien-Krankenhaus wieder katholische

Schwestern. Sie gehören dem Orden des

„Heiligsten Herzen Jesu“ (Sacred Heart

Sisters) an und kommen aus Indien.

Quellen:

„1892-1975/83 Jahre Armen-Schwestern vom

hl. Franziskus in Bergisch Gladbach“ Erinnerungschronik

Herausgeber: Kath. Pfarrgemeinde St. Laurentius

Autor Willy Schmitz, Stadtkämmerer a.D.

mit Unterstützung von:

Erich Werheit, Schwester Maria Lucia, Helga Rittmann

MKH 19


Mein Kranken-Haus

Reisebericht Nepal 2011

Von Dr. Markus Stephan, Augenarzt

Normalerweise führt mich meine jährliche

Reise in ein kleines Augenkrankenhaus

nach Ghana, um dort Patienten

am grauen Star zu operieren. Und obwohl

ich schon tausende Patienten erfolgreich

am grauen Star operiert habe, entschloss

ich mich in diesem Jahr eine besondere Art

der operativen Weiterbildung zu begehen.

Ich wollte eine Neuentwicklung der, in der

3. Welt überwiegend angewendeten, extracapsulären

Cataractextraction (ECCE)

kennenlernen. Anders als die hier im MKH

durchgeführte, moderne Methode der Phacoemulsifi

kation, kommt diese Methode

ohne teure Geräte aus und ist deshalb in

armen Ländern die Operationsmethode

der Wahl.

Deshalb organisierte ich einen Aufenthalt

in dem Sagarmatha Choudhary Eye

Hospital, das im Süd-Westen Nepals gelegen,

seit über 2 Jahrzehnten erfolgreich von

einem deutschen Kollegen geführt wird. Erfolgreich

bedeutet, dass dieses Hospital, was

Operationszahlen betrifft, mittlerweile an

Platz 2 weltweit steht. In dieser Augenklinik

werden zu Spitzenzeiten bis zu 400 Operationen

am Tag durchgeführt, ca. 85.000 im

Jahr. Doch dazu später mehr.

Zusammen mit einem Freund erreichte

ich nach etwa 20 Stunden die Hauptstadt

Nepals, Kathmandu, wo es uns im wahrsten

Sinne des Wortes den Atem verschlug. Ein

chaotischer Verkehr auf der Straße, tausende

von Mopeds und Autos, Menschen überall,

dazu klein- und mittelgroße Industrie,

dies alles verursacht, neben der akustischen

Emission, eine beständige Smogglocke in

und über der Stadt, die ihresgleichen sucht.

Ein gutes nepalesisches Bier bei einer guten

italienischen Pizza machte das Ganze

schließlich erträglich. Am nächsten Tag

führte uns ein etwa einstündiger Weiterfl

ug und eine dreistündige Autofahrt endlich

ans Ziel. Inmitten einer recht tristen,

ärmlichen und fl achen, durch Reisfelder

20 MKH

Dr. Markus Stephan

geprägten Gegend, glich schon der Eingang

des Krankenhauses einer kleinen, nicht nur

medizinischen Oase.

Der Hausherr, Dr. Albrecht Hennig

und seine Ehefrau Christina, erwarteten

uns schon und präsentierten sogleich das

weitläufi ge Gelände auf dem in vielen verschiedenen

Gebäuden der Klinikbetrieb

stattfand. Dort war in den vergangenen

28 Jahren der Betrieb, fi nanziert durch die

Christoffel Blindenmission und drei nepalesischen

NGO´s, immens gewachsen. Das

gesamte Spektrum der konservativen und

operativen Augenheilkunde wird hier geboten,

wozu natürlich zum Großteil die Heilung

blinder Patienten durch die graue Star

Operation gehört. So sieht man jeden Morgen

eine Schlange von bis zu 1.500 Patienten

vor dem Klinikeingang stehen, die aus ganz

Nepal, aber auch aus dem nahegelegenen

Nordindien zu Dr. Hennig und seinen einheimischen

Kollegen kommen. Während

der konservative Part weitestgehend von

erfahrenem medizinischem Assistenzpersonal,

sprich Krankenschwestern und -pfl egern,

oder auch angelernten Hilfskräften,

04 / 2011

versorgt wird, verbringen die Assistenzärzte

ihre Zeit überwiegend im OP. An zehn

Tischen wird wie am Fließband, aber qualitativ

hochwertig operiert. Und dies zu

sehen war ja auch der Grund meiner Anreise.

Dr. Hennig hat eine extracapsuläre

Cataract Operationsmethode entwickelt,

die es erlaubt sicher und schnell, ohne Naht

und ohne aufwendige technische Apparaturen

den grauen Star zu operieren.

Operationen klappen wie am Schnürchen


Ein ca. 6 mm großer, selbstabdichtender

Tunnelschnitt in der Lederhaut bei 12 h

eröffnet das Auge, aus dem, nachdem

eine horizontale Capsulotomie durchgeführt

wurde, die trübe Linse mit einer

angel hakenähnlich gebogenen 30G Nadel

heraus gezogen wird. Die Einführung einer

Kunstlinse und das Absaugen einer viscoelastischen

Hilfssubstanz beendet die Operation.

Vor- und Nachbereitet wird der

Vorgang durch den OP-Pfl eger am Tisch.

Dadurch dauert die Operation in geübten

Händen nur 4 Minuten.

Nach einem Tag des Zusehens war es

mir dann an zwei weiteren Tagen möglich,

selber einige Patienten zu operieren, um in

die Feinheiten der Operationsmethode eingeweiht

zu werden. Denn so einfach wie es

sich oben liest, ist es dann doch nicht. So

fein wie die Strukturen im Auge sind, so

fein sind auch die Details, auf die es letztendlich

für einen erfolgreichen Abschluss

ankommt. Schon kleine „Sünden“ am Anfang

der Operation, bauen sich womöglich

zu großen Problemen an deren Ende auf.

Diese neu gewonnene Erkenntnis soll mir

im nächsten Jahr bei der operativen Tätigkeit

in Ghana helfen.

Nach dem doch recht kurzen Aufenthalt

in Lahan verließen wir die beeindruckende

Klinik, aber noch nicht Nepal, denn als

Nepalneulinge wollten wir doch noch ein

wenig vom Land sehen. Ein monumentaler

Mountainfl ight vorbei am Mount Everest

machte den Anfang. Gefolgt wurde dieser

von einigen Tempelbesuchen, die uns ein

wenig den Hinduismus näher brachten.

Aber für uns Westeuropäer sind Ochsenopferung

am Straßenrand und Totenverbrennung

in der Öffentlichkeit vor den Toren

des Tempels doch sehr ungewohnt.

Wir besichtigten ein weiteres, beeindruckendes

Projekt, Maiti Nepal, welches

vom „Sonja Kill Fond“ unterstützt wird.

Hier werden zwangsprostituierte Kinder

und junge Frauen behandelt sowie rehabilitiert,

aber auch Waisenkinder versorgt.

Schließlich hieß es Abschied nehmen,

von einem Land, das sicher eine Reise wert

ist, da es weiterhin medizinische Hilfe benötigt,

aber auch touristisch vom Sumpf in

der Tiefebene bis zum höchsten Berg der

Welt, alles zu bieten hat.

MKH 21


Mein Kranken-Haus

Top-Termin

10 Jahre Diabetische Fußambulanz am MKH

Nationales Symposium zum Diabetischen Fuß

mit namhaften Experten aus ganz Deutschland

Von Stephan Hinzmann, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin

Das Diabetische Fußsyndrom stellt eine

der gefürchtetsten Komplikationen des

Diabetes mellitus dar. In Deutschland werden

jährlich 70 Prozent aller Amputationen

im Bereich der unteren Extremitäten bei

Diabetikern durchgeführt, das entspricht

mindestens 30.000 Operationen pro Jahr.

Etwa ein Viertel aller Behandlungskosten

bei Diabetikern entfallen allein auf das Diabetische

Fußsyndrom, jeder vierte Diabetiker

erkrankt im Laufe seines Lebens daran.

Wesentlich für seine Entstehung sind

als Folge des Diabetes Nervenschäden und

häufi g zusätzlich auch Durchblutungsstörungen.

Bagatellverletzungen werden nicht

bemerkt weil sie nicht schmerzen, zusätzliche

Durchblutungsstörungen und unsachgemäße

Entlastung der Verletzungen

führen zur Ausbreitung von Infektionen bis

schließlich die Amputation droht.

Fußbehandlungszentren für

Diabetiker gründen sich

Seit Jahren ist bekannt, dass nur die

sachgerechte Therapie unter Einbindung

aller entscheidenden Fachdisziplinen wie

Diabetologen, Chirurgen, Angiologen, Fußpfl

egern und Orthopädieschuhmachern

sowie letztlich natürlich die Aufklärung des

Patienten die Zahl der Amputationen vermindern

kann. Seit Anfang der 80-er Jahre

ist diese Zusammenarbeit der Spezialisten

organisiert in sogenannte Diabetischen

Fußbehandlungseinrichtungen. Es wurde

inzwischen wiederholt wissenschaftlich

bewiesen, dass das Risiko einer Bein- oder

Fußamputation für den betroffenen Patienten

um ein Vielfaches niedriger ist, wenn

er sich in einem solchen Zentrum behandeln

lässt. Eine qualitativ hochwertige und

dem aktuellen Stand der Wissenschaft ent-

22 MKH

04 / 2011

Das Team der Fußambulanz, v.l.: Stephan Hinzmann (Oberarzt Innere Medizin), Ulrike Hermeth (Diabetesassistentin),

Andrea Palausch (Krankenschwester Ambulanz)

Nicht im Bild: Dr. Peter Theine (Oberarzt Innere Medizin), Daniel Hauser (Assistenzarzt Innere Medizin)

sprechende Therapie wird vor allem durch

regelmäßige Zertifi zierung gewährleistet.

Hospitationen und Vorstellungen der

Behandlungsergebnisse auf dem Jahreskongress

der „Arbeitsgemeinschaft Diabetischer

Fuß der Deutschen Diabetesgesellschaft“

sind zwingend vorgeschrieben um als sog.

zertifi zierte Behandlungseinrichtung des

Diabetischen Fußes von der Deutschen

Diabetesgesellschaft anerkannt zu werden.

Inzwischen gibt es Deutschland rund 150

ambulante und 70 stationäre Fußzentren,

die von der Gesellschaft anerkannt sind.

Fußambulanz am MKH

aufgebaut

Nachdem die Behandlung von Diabetikern

schon immer ein Schwerpunkt der

Inneren Abteilung am Marienkrankenhaus

war wurde im Dezember 2001 ebenfalls

eine Fußambulanz am Hause gegründet.

Seit Beginn des Zertifi zierungsverfahrens

durch die AG Fuß im Jahr 2003, hat sich

unser Team daran beteiligt und sind seitdem

eine anerkannte Fußbehandlungseinrichtung

sowohl für den ambulanten

als auch den stationären Sektor. 2002 ge-


hörten wir zu den Gründungsmitgliedern

des „Netzwerkes Diabetischer Fuß-Köln

und Umgebung“, einem regionalen Netzwerk

zur Verbesserung der Versorgung von

Menschen mit Diabetischem Fußsyndrom.

Die erfolgreiche Arbeit an unserem Haus

war vor allem durch die enge Zusammenarbeit

mit der chirurgischen Abteilung, insbesondere

in der Person von Oberarzt Dr.

Michael Schulze-Dickow möglich.

Sämtliche Therapieverfahren sind hier

verfügbar, einschließlich der Biochirurgie

mit den Maden der Goldfl iege. Notwendige

angiologische Eingriffe werden in enger

Kooperation mit Dr. Stefan Ernst von der

Praxis am Berg und benachbarten gefäßchirurgischen

Abteilungen durchgeführt.

Fußambulanz am MKH

Wissenschaftliches Symposium

im November geplant

Das nunmehr 10-jährige Bestehen unserer

Fußambulanz im Dezember ist Grund

genug erstmals ein wissenschaftliches Symposium

zu diesem Thema zu veranstalten.

Am Samstag, den 26. November 2011, werden

dazu Ärzte und Interessierte aus der

näheren und ferneren Umgebung in den

Spiegelsaal des Bergischen Löwen, eingeladen

um über Neues und Bewährtes in der

Behandlung des Diabetischen Fußes zu diskutieren.

Eine ganz besondere Anerkennung erfährt

die Veranstaltung dadurch, dass namhafte

Referenten aus Deutschland ihr Kommen

zugesagt haben.

Sprechstunden

Montag und Donnerstag 13:30 - 17:00 Uhr

und nach Vereinbarung in der Chirurgischen Ambulanz, Ebene 1

Neben Dr. Heinrich Reike und Dr.

Stephan Moorbach, die federführend bei

der Erstellung der deutschen Leitlinien zum

Diabetischen Fußsyndrom waren, wird Dr.

Gerald Engels aus Köln erwartet. Er ist über

die Landesgrenzen bekannt als Fußchirurg.

Prof. Dr. Ernst Chantelau aus Bremen gilt

als Vater der Fußambulanzen, er hat mit

seinem Buch „Fußamputation – nein danke!“

die Etablierung von Fußambulanzen in

Deutschland begründet. Weltweit ist er anerkannter

Experte für die Charcot‘ Erkrankung,

einer besonderen Form des Diabetischen

Fußes.

Die Vorbereitung zu unserer Jubiläumsveranstaltung

laufen bereits auf Hochtouren.

Für wen?

Menschen mit Diabetes mellitus und einem Fußproblem (Diabetisches Fußsyndrom –

Verletzungen, Geschwüre, Nervenschmerzen, Nagelprobleme u. a.)

Voraussetzung

Überweisung von diabetologisch geschulten Hausärzten

(Ärzte die am DMP Diabetes teilnehmen)

Überweisung von Diabetologen

Privatversicherte

Anmeldungen

Oberarzt Stephan Hinzmann

Telefon 0 22 02/9 38 - 24 30

Magret Richter

Telefon 0 22 02/9 38 - 25 60 und 0 22 02/9 38 - 24 30

fussambulanz@mkh-bgl.de

MKH 23


Mein Kranken-Haus

Team der Orthopädie/Unfallchirurgie

engagiert sich ehrenamtlich

Jungen aus Angola erfolgreich

operiert

Pedro und Miguel (Namen geändert)

sind 12 und 9 Jahre alt und kommen

aus der Krisenregion von Angola. Doch im

Sommer diesen Jahres lagen die beiden

netten Jungs im MKH.

Nicht ohne Grund, denn die kleinen

Patienten mussten dringend professionell

medizinisch versorgt werden. Beide Kinder

hatten Knochenbrüche erlitten, die aufgrund

der schlechten Lebensbedingungen

in ihrer Heimat nicht versorgt werden

konnten. Fehlstellung und Verkürzung des

Oberschenkels bzw. des Unterschenkels

mit ausgeprägter Knochenentzündung

und eitriger Fistelung, so die Diagnose der

MKH-Ärzte. Die Jungen konnten kaum

richtig gehen, geschweige denn rennen, mit

ihren Freunden herumtollen oder Fußball

spielen.

„Die Aussicht auf Heilung war gleich

null“, so Dr. Andreas Schmidt. „Zunächst

mussten wir die entzündlichen Veränderungen

behandeln, erst im Mai konnte

die Korrektur der Fehlstellung und die

Wiederherstellung der Länge erfolgen.“

Äußere Knochenspanner, sogenannte

Fixateur externe, konnten das Bein nach und

nach verlängern. „Durch einen Knochentransport

haben wir den Knochendefekt

wieder verschlossen“, so der Chefarzt der

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Der Heilungs- und Behandlungsprozess

nach dieser aufwendigen Operation

dauerte leider mehrere Monate. Mittlerweile

sind die Jungen aber wieder im

Friedensdorf in Dinslaken angekommen.

Rundum gut versorgt

nach der OP

Seit dem Eingriff lagen die beiden Kinder

hier auf der Station 5 und wurden von

den Krankenschwestern und Pfl egern fürsorglich

gepfl egt. Mit Erfolg, weiß Renate

Müller-Grünow zu berichten. „Denn es

sind Riesenfortschritte zu sehen.“ Die Betreuerin

vom Friedensdorf International

stand, zusammen mit ihren Kolleginnen

und Kollegen den Jungen von Anfang an

24 MKH

Pfleger David Offermann und Chefarzt Dr. Andreas Schmidt sind froh,

dass es den beiden Jungen aus Angola wieder besser geht

liebevoll zur Seite. „Wir sehen unsere Aufgabe

schlichtweg darin, die kleinen Racker

bei Laune zu halten.“ Denn ein Krankenhaus-Aufenthalt

in einem fremden Land,

nach einer so schweren OP, insbesondere

bei den erforderlichen mehrfachen und

großen Operationen beider Jungen ist eine

große Herausforderung, für alle Beteiligten.

Täglich kümmern sich die ehrenamtlichen

Helferinnen und Helfer darum, dass

es ihren Schützlingen gut geht. Gemeinsame

Spiele werden gespielt, kleinere Einkäufe

getätigt und Wäsche zum Anziehen

organisiert. Ebenso stehen regelmäßig Maniküre,

Pediküre und Haare schneiden auf

dem Programm. „Dabei ist es natürlich sehr

hilfreich, dass einige von uns sogar spanisch

und etwas portugiesisch sprechen.“ Vor

allem der Ältere von beiden habe schon

sehr unter heftigem Heimweh gelitten. Und

da sei es einfach gut, wenn jemand da ist ,

die Kinder „bespielt“ und ihnen zeigt, dass

sie nicht alleine sind.

Erfolgsgeschichte Friedensdorf

International

Die Einrichtung hat es sich zur Aufgabe

gemacht, Kindern aus Krisenregionen

zu helfen. Denn ohne medizinische Versorgung

haben sie in ihren Heimatländern

Angola, Afghanistan oder dem Kaukasus

Tipp:

04 / 2011

keine Chance. So werden jedes Jahr im Friedensdorf

etwa tausend Kinder betreut, die

zuvor in einer Klinik irgendwo in Deutschland

medizinisch behandelt wurden, und

zwar kostenlos. So auch im MKH. Denn

als Dr. Andreas Schmidt, selbst Vater von

drei Kindern, von dem Schicksal der kleinen

Jungen erfuhr, sagte er spontan zu die

beiden kostenlos zu operieren. Die Kinder

kommen aus bedürftigen Familien, in die

sie nach ihrem Aufenthalt in Deutschland

auch wieder zurückkehren. Entscheidend

bei der Auswahl der Kinder vor Ort ist es

unter anderem, dass deren Versorgung im

eigenen Land medizinisch nicht machbar

ist. Bei der Organisation der Transporte

und der Behandlung hier in Deutschland

verfügt das Friedensdorf über viel Erfahrung.

Schon bald steht der 50. Friedensdorf-Hilfseinsatz

bevor – im Gepäck dann

wieder große Hoffnungen, aber sicher auch

viel Unsicherheit.

Gelenkbeschwerden?

Moderne Endoprothetik im Rheinland

Patientenseminar:

„Das schmerzende Kniegelenk“

Mittwoch, 5. Oktober, 18:00 Uhr, MKH


Kurzmeldungen

Helle Eingangshalle – neue

Lampen wurden eingebaut

Elektriker Andy Lippmann gut gelaunt bei der Arbeit

MKH als Trikotsponsor

Die 1. Damenmannschaft vom THC

rot-weiß Bergisch Gladbach ist in der

Region kaum zu schlagen. So haben die

jungen Damen in der letzten Saison geradezu

eine Serie von Siegen hingelegt. Die

Tore im gegnerischen Tor jedenfalls purzelten

wie Fallobst. Kein Wunder, dass die

sympathische Truppe um Trainer Hendrik

Richter und Dennis Moritz jetzt mehr

oder weniger mühelos in die Oberliga aufgestiegen

ist.

Hoffen wir, dass die jungen Damen, die

übrigens größtenteils aus Gladbach kommen,

sich jetzt auch dort durchsetzen werden.

Für das professionelle Outfi t jedenfalls

ist schon mal gesorgt.

MKH-Rätsel

Gewinnerin steht fest!

Klar, das Bild hängt im Vorraum zu unserer Krankenhaus-

Kapelle. Die drei Massagen hat gewonnen:

Causa Carmela Lilly, Krankenschwester von Station 4.

Herzlichen Glückwunsch und allen Teilnehmern vielen Dank

für‘s Mitmachen wünscht

Ihre Redaktion

Mit Spaß dabei: die Hockeydamen vom THV Rot-Weiß Bergisch Gladbach im schicken MKH-Dress

MKH 25


Mein Kranken-Haus

Kommunionhelfer

Stärkung für die Seele – Kommunionhelfer am MKH

Von Doris Jansen,

ehrenamtliche Kommunionhelferin

In unserem Krankenhaus steht die medizinische

und pfl egerische Versorgung

der Patienten an erster Stelle. Doch gerade

wenn ein Mensch krank oder gebrechlich

ist, hat er oft ein besonderes Bedürfnis nach

zwischenmenschlichen Beziehungen. Und

dabei kann auch der Glaube wieder mehr

an Bedeutung gewinnen.

Um die Seelsorger in ihrem Dienst zu

unterstützen, gibt es im MKH ehrenamtliche

Kommunionhelfer. Sie sind bereit, bei

der Spendung der Krankenkommunion zu

helfen. Nach der sonntäglichen Eucharistiefeier

in der Kapelle gehen die Helfer auf

alle Stationen im Haus. Dort, wo es zuvor

gewünscht wurde, bringen sie die Heilige

Kommunion direkt an das Krankenbett.

Kommunion

auf dem Krankenzimmer

„Oft erlebe ich, dass

Menschen tief berührt

sind, wenn sie die Heilige

Kommunion empfangen.

In solchen Momenten

glaube ich, dass Jesus den

Menschen besonders nahe

ist“, so Doris Jansen.

„Wenn ich auf das

Zimmer komme, begrüße

ich die Kranken freundlich

und wechsle ein paar

persönliche Worte mit

ihnen. Damit die Kommunionfeier

im Krankenzimmer

zu einer kleinen

Zeremonie wird, breite ich

auf dem Tisch ein weißes Tuch aus. Auf das

Tuch stelle ich ein Kreuz, ein vergoldetes

Gefäß mit der Kommunion und eine Kerze,

die ich vor Beginn der Feier anzünde.

Für die Kommunionfeier wähle ich ermu-

26 MKH

tigende Texte und Gebete, die Trost geben.

Am Schluss spreche ich ein Segensgebet.

Wenn ich mich dann verabschiede, ist oft

eine Erleichterung in den Gesichtern zu

sehen. Denn viele empfi nden die Heilige

Kommunion als Stärkung und Wegzehrung

in Krisenzeiten.“

Kommunionhelfer am MKH

gläubig und hoch motiviert

Norbert Zinzius: „Das schönste und

größte Geschenk meines Lebens ist, dass

ich Jesus kennen lernen durfte. Seitdem hat

sich alles verändert. Nicht äußerlich, aber

innerlich: ich versuche, mein Leben mit Jesus

zu leben, nach Ihm auszurichten, denn

Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Als ich gefragt wurde, ob ich gelegentlich

Zeit hätte, den Kranken die Heilige Kommunion

zu bringen, habe ich das als eine

Anfrage von Ihm selbst verstanden. Die

Erfahrungen, die ich dabei machen durfte,

04 / 2011

haben meine Motivation weiter verstärkt.

Wie vielen Kranken bin ich begegnet, die

ihr Leben ganz und voller Vertrauen in Ihn

setzen, und das trotz schwerer Krankheit

und oft langen Leidens. Diese Menschen

geben mir viel für mein Leben im Glauben

und dafür bin ich dankbar.“

Peter Berghaus: „Ich war schon Kommunionhelfer

in der Gemeinde, als ich gefragt

wurde, ob ich nicht auch Patienten im

Krankenhaus die Hl. Kommunion bringen

wollte. Ich ging einige Male mit einem anderen

Kommunionhelfer mit und wusste

dann: es ist eine gute Aufgabe. Ich habe später

dann auch im eigenen Umfeld miterlebt,

wie gut das für einen bettlägerigen

Kranken ist, durch

die Kommunion noch mit

dem Gottesdienst und der

Gemeinde verbunden zu

sein.“

Ergänzend sagt Marita

Kierdorf: „Oft bin ich

sprachlos, wie viel Vertrauen

mir von den Kranken

entgegengebracht wird.

Von allen Ehrenämtern

erfüllt mich der Dienst

als Kommunionhelfer am

meisten. Ich fühle mich

reich beschenkt und bin

sehr dankbar.“

Abschließend kann

man sagen, dass der Glaube

an Gott und die Liebe zu

den Menschen der Grund

dafür ist, diesen Dienst zu tun. Das Schöne

daran ist, dass der Kommunionhelfer zwar

gibt, aber auch reichlich empfängt. So kann

er aus seiner Aufgabe Kraft und Freude für

sein Leben schöpfen.


10 Jahre Caritas-Servicewohnen

Verzällcher, Dröppelminna und Gehirn-Jogging

im Clubraum

Zehn Jahre sind es nun schon her, dass

jung gebliebene Senioren in die 36

Wohnungen des neuen Wohnkomplexes

Haus Marienberg“ eingezogen sind.

Gerade die Nähe zum Krankenhaus

und die damit verbundene Sicherheit im

Alter bewogen damals wie heute die Senioren,

den Schritt vom eigenen Haus oder

der Familienwohnung in das neue Wohnprojekt

zu wagen. „Servicewohnen Haus

Marienberg“ ist ein begleitendes Wohnen

in barrierefreier Umgebung, mit herrlichem

Blick über Bergisch Gladbach bis hin nach

Köln.

Als Kooperationspartner des MKH

bietet der Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen

Kreis den Bewohnern

den begleitenden Service. „Hier ist immer

etwas los, denn bei insgesamt 3394 Jahren

Lebenserfahrung gibt es viel Abwechslung

hier im Haus“, schmunzelt Klaudia Drötboom,

Leiterin des Servicewohnens. Besonders

beliebt sind die Aktivitäten und

geselligen Angebote im Clubraum. So

laden Heinz Rühmann, Liselotte Pulver,

Heinz Erhard und andere Filmgrößen zum

monatlichen Kino. Auch die wöchentliche

Gemeinsam G i sportlich tli h aktiv kti

Gymnastikgruppe darf im Programm, das

über den Wochenplan bekannt gegeben

wird, nicht fehlen.

In regelmäßigen Sprechzeiten im

Service-Büro und nach Absprache auch

in der Wohnung beraten die Caritas-Mitarbeitenden

in persönlichen und organisatorischen

Angelegenheiten, informieren

über Angebote und Aktivitäten zur Begegnung

und Kommunikation und unterstützen

beim Ausfüllen von Anträgen und

dem Kontakt mit den Behörden. Manchem

reisefreudigen Hausbewohner ist die Blumenpfl

ege und die Leerung des Briefkasten

bei Abwesenheit ein wichtiges Serviceangebot.

Hilfestellung in Not-und Krisensituationen

und die Vermittlung zusätzlicher

Dienstleistungen gehören ebenso zum Service

wie kleine handwerkliche Hilfen.

Durch diese Unterstützung ist für die

Bewohner im Haus Marienberg auch im

fortgeschrittenen Alter wohnen in den

eigenen vier Wänden möglich.

MKH 27


Mein Kranken-Haus

Der Fachbeitrag

Hygiene im häuslichen Umfeld

Von Alfons Schön, Hygienefachkraft

Die Zahl der Todesopfer von Infektionskrankheiten

ist in den letzten

Jahrzehnten in Deutschland deutlich gesunken.

Dank der Einführung von Hygienemaßnahmen

in der Lebensmittel- und

Trinkwasserversorgung, aber auch durch

die Neuerungen in der Abfall- und Abwasserentsorgung

und nicht zuletzt durch die

Behandlung mit Antibiotika, scheint die

Situation zumindest in Mitteleuropa größtenteils

im Griff zu sein.

Ulrike Hermeth, bei der Händedesinfektion

Doch diese Einschätzung ist leider fatal.

Denn gerade die Hygienevorkehrungen im

Alltag werden für uns immer wichtiger. So

hat sich die Behandlung von Infektionen

durch Antibiotika insgesamt als trügerisch

erwiesen, zumal die Krankheitserreger mit

Resistenzmechanismen auf jene Substanzen

reagieren, sodass nur noch von einer

eingeschränkten Wirkung ausgegangen

werden muss.

Das Vorkommen von zuweilen schwer

verlaufenden Infektionserkrankungen im

Zusammenhang mit Lebensmitteln und

besonderen Erregern, lenkt aktuell unmerklich

den Blick auf Risiken im Umfeld

jedes Einzelnen.

28 MKH

Damit Infektionen erst gar nicht auftreten,

sollte gerade auch im eigenen Umfeld

Hygienemaßnahmen besonders beachtet

werden. Denn mehr als die Hälfte der

Infektionsausbrüche haben ihren Ursprung

zuhause in den eigenen vier Wänden. Hieraus

ergibt sich aber nicht nur eine permanente

Gefahr, sondern auch ein enormes

Vorbeugungspotenzial.

Damit Sie, liebe Leserinnen und Leser,

sich über mögliche Vorbeugungsmaßnahmen

informieren können, hat die Redaktion

sich zu einer Artikelserie entschlossen,

die in loser Folge erscheinen wird. Wir

werden Ihnen fortan Hygienefelder in

Ihrem häuslichen Umfeld aufzeigen.

Dabei wollen wir bei Ihnen Verständnis

für diese Risiken wecken und sich daraus

ergebende Tipps und Tricks für den Alltag

geben. In dieser Serie starten wir mit dem

Thema Wäschehygiene.

Wäschehygiene

Im häuslichen Umfeld wird der Umgang

mit Lebensmitteln und der Toilettengang

als besonders risikoreich in Bezug

auf die Verbreitung von krankmachenden

Mikroorganismen wahrgenommen.

Viel seltener jedoch werden im Haushalt

genutzte Textilien, wie die Kleidung,

Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche,

Reinigungstücher, Taschentücher als Möglichkeit

der Übertragung von Krankheitskeimen

genannt. Diese haben in der Regel

einen sehr engen Kontakt mit der Haut des

Menschen und dessen Umgebung.

Darum kann eine Übertragung unter

anderem dort erfolgen, wo die Familienmitglieder

oder Andere den Gebrauch der

Bettwäsche oder z. B. Handtüchern teilen.

Kleidung hat wie jede andere Handkontaktfl

äche das Potenzial der Erregerübertragung

im Alltag. Hierbei kommt den sportlichen

Aktivitäten der Einzelnen besondere

Bedeutung zu.

Alfons Schön, Hygienefachkraft

04 / 2011

Um das Risiko einzuschätzen seien

zum Einen der Umgang mit den Textilien

vor und während der Wäsche genannt

und zum Zweiten im Falle einer unzureichenden

Abtötung der Kontamination

der Kleidung mit Erregern die Bedeutung

der gewaschenen Textilien als Quelle von

Übertragungen.

Insbesondere Erreger von Durchfall-

und Erkältungskrankheiten und Grippe

haben das Potenzial durch unzureichend

behandelte Textilien verbreitet zu werden.

Das gilt natürlich auch für Hautkeime

Staph. aureus (einschl. MRSA) und Pilze,

Herpesviren etc..

Keimquellen

Die Quellen für die Kontamination der

Wäsche mit krankmachenden Keimen sind

natürlich zunächst in der eigenen Keim fl ora

des Trägers selbst zu sehen. Aber auch der

„Alles muss richtig sauber sein“, Maria Fonseca

achtet genauestens auf Reinlichkeit beim Waschen


Kontakt mit kontaminierten Nahrungsmitteln,

der Kontakt mit anderen Menschen

(ggf. Träger von multiresistenten Keimen)

und nicht zuletzt auch mit Haustieren sowie

Ausscheidungen über Stuhl, Nasensekrete,

etc. insbesondere im Zusammenhang

mit der Pfl ege von Familienmitgliedern im

eigenen Haushalt, führt zu einer nicht unerheblichen

Kontamination der Kleidung.

So können beispielsweise 10 10

(10.000.000.000) Noroviruspartikel/

Gramm Stuhl ausgeschieden werden. Zur

Auslösung einer Durchfallerkrankung sind

im Falle von Noroviren lediglich 100 Partikel

erforderlich.

Übertragung

Die Übertragung von Krankheits erregern

kann neben dem alltäglichen Kontakten ebenso

während des Waschvorgangs erfolgen.

Hierbei kann es zu Übertragungen von

einem Gewebe zum anderen aber auch von

der Trommel auf die gewaschene Wäsche

kommen. Natürlich spielen auch die Hände

bei der Keimverbreitung über Wäsche eine

große Rolle, wenn die frisch gewaschene

nasse Wäsche mit ungewaschenen Händen

berührt wird.

In einem ungeeigneten Waschverfahren,

das im Wesentlichen durch ein ungenügendes

Verhältnis der Wäschemengen

und des Waschmittels bzw. der Waschtemperaturen

gekennzeichnet ist, werden die

krankmachenden Keime lediglich verdünnt

und ungenügend auf den unterschiedlichen

Geweben abgetötet.

Der zunehmende Einsatz und das Propagieren

von Waschprozessen mit niedrigen

Temperaturen zur Kosteneinsparung kann

möglicherweise das Erkrankungsrisiko für

die zunehmende Zahl von Menschen mit

einem reduzierten Immunsystem erhöhen.

Es kommt beim hygienisch einwandfreien

Waschen nach dem Tragen oder

Gebrauch eines Kleidungsstücks oder der

Bettwäsche somit nicht nur auf die optische

Sauberkeit des Wäscheteils an, sondern

ebenso darauf, das davon keine Infektionsgefahr

ausgehen sollte.

Berufskleidung von Personen, die im

Gesundheitswesen tätig sind, sollten daher

nicht mit ungenügend desinfi zierenden

Verfahren zuhause gewaschen werden.

Ihnen stellen die Dienstgeber in der Regel

nachweislich desinfi zierende Verfahren zur

Verfügung.

Tipps für den Haushalt:

Vor dem Waschen „risikoreiche“ Wäschestücke wie Unterwäsche,

Geschirrtücher und Babykleidung von den anderen Wäschestücken

trennen

Reinigungstücher nicht mit Bettwäsche und Leibwäsche zusammen

waschen

Hände mit Seife waschen, nachdem man die Schmutzwäsche in die

Maschine gefüllt hat

Vor der Entnahme der gewaschenen Wäsche aus der Waschmaschine

erneut Händewaschen. Das Händewaschen nach der Manipulation von

Schmutzwäsche kommt häufig vor, doch erfolgt es nach der Manipulation

gewaschener Wäsche selten, da fälschlicherweise angenommen

wird, dass sie keine Mikroben mehr enthält

Benutzte Waschmittel müssen Mikroben wirksam bekämpfen

Wäsche so schnell wie möglich nach der Verschmutzung waschen, vor

allem wenn es sich um feuchte Wäsche wie Handtücher handelt.

Wäsche nicht erst dann waschen, wenn sie sehr stark verschmutzt ist.

Je mehr Bakterien vor der Wäsche enthalten sind, desto größer ist die

Wahrscheinlichkeit, dass auch nach der Wäsche noch Bakterien vorhanden

sind

MKH 29


Mein Kranken-Haus

WAS WAR

Stadtlauf – wir kommen

Schüler der Gemeinschafts-Grundschule Heidkamp

im Sponsoren-T-Shirt der Firma Krüger GmbH

Lecker, wie das schmeckt: Herz-und hirngesundes

Brot der Bäckerei Peter Lob, Bergisch Gladbach-

Paffrath

30 MKH

Wie geht’s weiter?

Jede Minute zählt 112

6. Oktober, 18 Uhr

Vortrag und Diskussion,

Fachhochschule der Wirtschaft

8. Oktober, 10 bis 15 Uhr

Tag der offenen Tür im MKH

mit Besichtigung der Stroke Unit

12. Oktober, 18 Uhr

Vortrag und Diskussion

beim Sportverein Blau-Weiß Hand

14. Oktober, 17 Uhr

Gesundes Kochen mit Toni Richerzhagen,

AOK-Kochstudio

04 / 2011

Die drei Organisatoren im Bergischen Löwen, v.l.:

Prof. Thomas Els (MKH), Birgit Härtle (Böhringer

Ingelheim), Prof. Hans-Peter Hermann (EVK)


WAS KOMMT

Weltdiabetestag 2011

Samstag, den 13. November

9:30 bis 12:00 Uhr

Es ist schon eine bewährte Tradition. Seit mehr als

10 Jahren führt die Innere Abteilung des Marien-

Krankenhauses für Interessierte und Betroffene

eine Veranstaltung anlässlich des Weltdiabetestages

durch. Neben dem Welt-Aids Tag ist der Weltdiabetestag

der zweite offi zielle Tag der UN, der einer

Krankheit gewidmet ist. Jedes Jahr am 14. November

soll die Erkrankung des Diabetes mellitus im

Mittelpunkt von Aufklärung und Patientenschulung

stehen. Das spezielle Motto heißt in diesem Jahr

heißt „Handeln sie jetzt“ (engl. „Act on Diabetes,

now!“). Die Notwendigkeit dazu ergibt sich vor allem

auch aus der Kernbotschaft, dass der Diabetes

alle 8 Sekunden auf dieser Welt ein Menschenleben

kostet und 1 Mio. Menschen jährlich infolge

des Diabetes amputiert werden. Der 14. November

erinnert an den Geburtstag des Insulinentdeckers,

Frederick Banting, der im Januar 1922 erstmals

zusammen mit seinem Kollegen, Charles Best,

einen Menschen mit Insulin behandelte und damit

die heutige Behandlung von Menschen mit Diabetes

möglich machte.

Ernährungsberaterin Mirjam Miczka klärt auff

Erstmals will das Diabetesschulungsteam von s einem

bisherigen Konzept eines Diabetesmarktes ab weichen

und den Patiententag zu einer Vortrags- und Informationsveranstaltung

umgestalten. Am Samstag,

den 13. November wird es von 9:30 bis 12:00 Uhr

Informationen zu aktuell wichtigen Themen des Diabetes

geben. Neben einem Überblick über alte und

neue Behandlungsmöglichkeiten mit Tabletten (OA

Dr. Peter Theine) werden Fehlermöglichkeiten der

Insulininjektion (Elisabeth Niemand) und die Risiken

der Unterzuckerung (OA Stephan Hinzmann) besprochen.

Zum Abschluss wird es um das wichtige

Thema der Nagelveränderungen am Fuß des Diabetes

gehen (Frau Karabaz, Köln).

Es wird aausgiebig

Gelegenheit sein mit den

Tea Teammitgliedern Tricks und Tipps der

DDiabetestherapie

zu besprechen, für

das leib liche Wohl wird gesorgt.

MKH 31


Mein Kranken-Haus

Zu guter Letzt

EDV-Kurse starten im Herbst!

Zur Einstimmung

Anfrage von Anwenderin:

Wenn ich einen Film auf meinem

USB-Stick speichern möchte, kommt die

Meldung, dass auf dem USB-Stick nicht

genügend Speicherplatz vorhanden ist.

Dann versuche ich es mit – Verknüpfung

speichern – und dann ist genug Platz da

und mein Film ist auf dem USB-Stick.

Problem ist aber, wenn ich diesen Film

auf dem USB-Stick auf einem anderen PC

anschauen möchte. Da kommt die Meldung

„nicht gefunden“. Aber auf meinem

PC funktioniert es. Was kann das sein?

Antwort IT-Hotline:

Sehr geehrte Anwenderin, in Ihrer

Handtasche passt Ihr Pelzmantel einfach

nicht rein. Ein Zettel mit dem Vermerk,

dass Ihr Pelzmantel im Schrank hängt,

passt aber in Ihre Handtasche rein. Also

solange Sie diesen Zettel daheim lesen,

fi nden Sie Ihren Pelzmantel im Schrank.

Schwieriger wird es, wenn Sie Ihre

Freundin besuchen und dort Ihren Zettel

lesen und erfahren, dass Ihr Pelzmantel im

Schrank hängt. In dem Schrank von Ihrer

Freundin können Sie suchen, so lange Sie

wollen, Ihren Pelzmantel fi nden Sie dort

bestimmt nicht…

In dem Sinne, viel Spaß bei den kommenden

Fortbildungen!

Ihre Redaktion

Marien-Krankenhaus

Bergisch Gladbach

Menschlich Kompetent Hilfsbereit

www.mkh-bgl.de

Dr.-Robert-Koch-Str. 18, 51465 Bergisch Gladbach

Telefon: 0 22 02/9 38-0, E-Mail: info@mkh-bgl.de

Handtasche = USB-Stick

Pelzmantel = Film

Zettel = Verknüpfung

Schrank = PC

04 / 2011

Motten im Schrank = PC-Virus

Nachbar im Schrank = Hacker

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