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OCEAN7 2011-03

Berichte über ein Motorboot aus edlem Holz, eine elegante französische Segelyacht mit eigenem Weinkeller und einen Urlaub im Hausboot an der Seenplatte von Mecklenburg-Vorpommern finden Sie in dieser Ausgabe von OCEAN7.

Berichte über ein Motorboot aus edlem Holz, eine elegante französische Segelyacht mit eigenem Weinkeller und einen Urlaub im Hausboot an der Seenplatte von Mecklenburg-Vorpommern finden Sie in dieser Ausgabe von OCEAN7.

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www.OCEAN7.at

DAS YACHTMAGAZIN

03/11

targetta

Aus edlem Holz

dufour 375

Segelyacht

mit Weinkeller

mecklenburg-vorpommern

Urlaub im

Hausboot

Mit Yacht Club Austria News


2


Editorial

3

Liebe

Ocean7-Leser

Fotos: www.maxmarine.at, www.strand-craft.com

Jahrzehntelang wurden Boote nach einem Muster gebaut. Im

Prinzip sahen sie alle sehr ähnlich aus. Außen und innen. Werften

nannten das „klassisch“ und argumentierten ihre Einfallslosigkeit

mit dem „Wiederverkaufswert“ – der dramatisch abstürzen

würde, je individueller, einzigartiger, eben anders ein

Schiff wäre. Somit blieben als äußere Unterscheidungsmerkmale

der einzelnen Marken bestenfalls die Breiten und Farben der

Linien am Rumpf – im maritimen Navyblau, oder – seltener – in

Bordeaux.

Inzwischen hat sich das rasant geändert. Zumindest bei den

Motorbooten. Ob Runabout oder Megayacht. Hier ist plötzlich

extremes Design gefragt. Architektur auf dem Wasser. Das nicht

nur bei speziellen Einzelbauten, sondern selbst bei Serienschiffen.

Manche kommen auf einmal daher wie Raumschiff Enterprise,

oder wie gewöhnungsbedürftige, ineinander verschachtelte

Holzkisten.

In dieser Ausgabe finden Sie, liebe OCEAN7-Leser, etliche

Beispiele dafür. Das fängt schon mit der Targetta auf dem Cover

an und führt quer durch das gesamte Heft. Lamborghini zum

Beispiel. Na ja, von dem italienischen Traktorhersteller erwartet

man sich ja auch nichts anderes. Da wäre es schon revolutionär,

würden die ein herkömmliches Boot bauen. Oder Jeanneau, die

mit ihren Schiffen NC (für „New Concept“) und dem Smartboat

als Serienwerft einen tatsächlich neuen Weg eingeschlagen

haben.

Bislang gelten diese erfrischenden Design-Eskapaden allerdings

– wie gesagt – nur für Motorboote. Bei Segelyachten bleibt es

bei allem Bemühen und trotz so mancher pink oder grün eingefärbter

Rümpfe und Segel, trotz mancher Ecken, Kanten und

Rundungen, doch eher bei dem, wie es immer war: konservativ,

klassisch, herkömmlich. Nun ja, ein Gefährt auf dem Wasser,

das vom Wind angetrieben werden will, funktioniert anders als

eines mit einer 600 PS-Turbine. Und wenn die Funktion die

Form bestimmt, muss das vielleicht auch so sein. Oder?

Ganz herzlich,

thomas.dobernigg@ocean7.at


4

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

14 TUAO. Küchenhilfe gesucht.

03/11

Ausgabe Nr. 26

Alle Infos und vieles mehr unter

www.ocean7.at

Coverfoto von

Jürg Kaufmann

20 Im osten. Natur und Ruhe.

Revier

12 News.

14 SÜDSEE. Leben mit den Polynesiern.

20 mecklenburg-vorpommern. Sanfter Tourismus.

32 frieden.

Visionärer Traum.

38 Der Zar.

Maritime Vergangenheit.

People

30 News.

32 christian winkler. Der Friedenspionier.

38 SEGLERNATION RUSSLAND. Zar und Zimmermann.

44 Mit Shark 24. Von Wien nach Volos.

48 ÖSTERREICHER UNTERWEGS. Die neue Serie.

44 EM-Dritte. Dominic und Andreas.

Service

52 News.

54 Tourismus und Umwelt. Kann das gut gehen?

60 Marinepool. Der Provokateur.

64 Blo-kart. Die Asphalt-Segler.


Inhalt

5

80 Wianno. Boot des Präsidenten.

70 Dufour 375. Üppig Platz.

74 Noblesse oblique.

Targetta von Pius.

Yachten

68 News.

70 Frauenschiff. Die Dufour 375.

74 Eloge ans edelholz. Die schöne Targetta.

80 Wianno Senior: So segelte JFK.

Regatta

86 News.

88 ADRIA-REGATTA. Die AASW.

| 3 Editorial.

| 6 Best of.

| 10 Ocean woman.

| 90 YCA News.

| 94 Leserbriefe.

| 96 Bücherschapp.

| 37 GUIDE.

| 98 Inserentenverzeichnis – Impressum.

maxmarine

New Concept

New Feeling

NC 11

MaxMarine GmbH, A-3021 Pressbaum, Hauptstraße 2

Jeanneau Motoryachten-Vertragshändler Österreich

T: +43 (0)2233 53005-0, E: info@maxmarine.at, I: www.maxmarine.at

MaxMarine-Handelspartner Donau: Bootswerft Meyer, www.bootswerft-meyer.at

MaxMarine-Handelspartner Süd: Werkhof Diskontmarin, www.maritimo.at


6

oCEAN7 BEST OF

Küchen-Schiff

Das neue Küchenkonzept der Firma Alno wird eingefleischte

Seeleute begeistern, denn die nautisch designte Küche

Marecucina sieht wie ein Schiff aus. Die schöne Küche

wartet mit nautischen Formen, Farben und Materialien auf,

die Seglern sofort ins Auge stechen. Die Designer sehen

hinsichtlich der Leidenschaft für hohe Qualität und präzise

Verarbeitung eine eindeutige Gemeinsamkeit mit dem

Schiffsbau. Das Design ist dominiert von Elementen wie

Segeln, Masten, Wanten und verchromten Dekoreinlagen,

abgerundete Formen erinnern ebenfalls an einen wohlgeformten

Schiffsrumpf. Als Farben wurden die typischen

Schiffsfarben Weiß und Braun gewählt.

www.alno.de

OCEAN7-KLICKTIPP

Täglich aktuell

OCEAN7 Online bietet täglich aktualisierte News, Fotos, Videos

aus dem Bereich der Segelyachten, Motorboote, Fahrtensegler,

Zubehör und Revieren. Mit durchschnittlich rund

1.000 täglichen unterschiedlichen Besuchern zählt unser

Portal zu den führenden im nautischen Bereich im deutschsprachigen

Raum.

Jetzt ist OCEAN7 Online in

einem noch benutzerfreundlicherem

Design für

seine Gäste da. Einfach

mal reinklicken und surfen:

www.ocean7.at

Treffpunkt

OCEAN7

Das war ein stolzer Rekord: Auf dem Stand von OCEAN7

auf der Messe in Tulln fand das Treffen von gleich neun

Weltumseglern statt. Allen voran die Schenks – Karla und

Bobby, das weltweit wohl prominenteste Weltumsegler-

Ehepaar. Die österreichische Katamaran-Legende Wolfgang

Hausner fand sich ebenso ein wie Claus Gintner, der Abenteurer

und die Weltumseglerfamilie Peter, Alexandra

und Finn Schöler, kurz „PAF“ genannt. Sie erfreuten täglich

ihr zahlreiches Publikum mit ihrem Vortrag „Kind,

Küche, Katamaran“, signierten ihr Buch „Wellenzeit“ und

die gleichnamige CD. Auch die See nomaden Wolfgang

Slanec und Doris Renoldner –derzeit noch mit Vortragstournee

quer durch Österreich unterwegs, aber bereits wieder

auf dem Sprung zur nächsten großen Reise – waren

natürlich ebenfalls bei OCEAN7 anzutreffen.


NEWS BEST OF

7

3Fragen an …

Berni Blaha

Chef von PHOENIX Yachting, Generalvertretung

für Dufour Yachten in Österreich

OCEAN7 ist

Emotion

OCEAN7 ist

Lifestyle

OCEAN7 ist

Genuss

Phoenix Yachting ist der Spezialist für Charter in der Türkei. Was ist dran an dem Revier?

Seit 1986 bin ich in der Segelindustrie in der Türkei tätig und bewundere nach wie vor die

höchsten Umweltauflagen, die auch heute noch sauberstes Wasser und grüne Wälder

entlang der Küsten garantieren. Das kostenfreie Ankern in den Buchten und an den Stegen – die

relativ günstigen, nicht überfüllten Marinas – höchste Qualität und Sauberkeit wie auch die

ehrliche Gastfreundschaft der Einheimischen und deren Küche lassen andere Revier im Mittelmeer

weit zurück.

Chartergeschäft wird immer schwieriger. Zu viele Schiffe, zu

viele Anbieter, (zu viele schwarze Schafe). Wohin geht der Trend?

Ja, da ist schon was dran, aber seriöse Firmen in der Branche haben langfristig wohl kein

Problem damit. Phoenix wie einige unserer Mitbewerber haben entgegen des kolportierten

Trends auch ein gesundes Wachstum in den letzten Jahren. Wir sehen uns auch nicht als „nur

Charterfirma“, sondern bieten Lösungen in allen maritimen Bereichen an. Die fünf Säulen der

Phoenix-Geschäftsphilosophie – Charter, Service, Sale, Events, School – garantieren Stabilität

in rauen Zeiten und bieten vom Segelanfänger bis zum Luxusyachtkäufer alles aus einem Haus

in gewohnter familiärer Atmosphäre.

Phoenix-Yachting ist Österreich-Generalvertreter für Dufour.

Was ist das Besondere an dieser Marke?

Als einer der Pioniere der Branche hat Michel Dufour im Jahr 1964 diese Marke in La Rochelle

gegründet. Dufour Yachts steht nach wie vor für höhere Bauqualität und bessere Performance als

vergleichbare Marken. Der Zusammenschluss von Bavaria, Dufour und Grand Soleil unter der

Führung von Herrn Dr. J. Ludmann garantiert uns eine noch stärkere Position auf dem Markt. Wie

man auch bei den letzten beiden neuen Dufour-Modellen „Grand Large 375“ und „Grand Large

445“ sieht, erreichen sie nicht nur höchste Akzeptanz bei den Bootskäufern,

sondern sind auch richtungsweisend im Bootsbau. Als letztes Argument

möchte ich auf den hohen Wiederverkaufswert hinweisen, der wohl für sich

selbst spricht.

www.phoenix-yachting.com

Urlaub zum Trinken

Ob Côte d’Azur, Balearen, Adria oder Ägäis: Wir Segler haben ja alle etwas Mediterranes

in uns. Das hat auch die Firma Niclas Dean begriffen, die in Palma de Mallorca

residiert und aus dem Lebensgefühl eine Marke gemacht hat. Neben einer Modekollektion

und einem Musikalbum setzt die Genießermarke auf ein eigenes Weinlabel,

in Kooperation mit der Finca Son Bordils auf Mallorca. Die charaktervollen Cuvées wie

der Niclas Dean Vi Negre 2006 (etwa 15 Euro) und der weiße Vi Blanc 2009 (etwa

12,50 Euro) schmecken nicht nur nach Mallorca, sondern sogar nach Mittelmeer.

Mehr Informationen: www.niclasdean.com

Besuchen Sie

uns auch auf

www.ocean7.at

– täglich aktuell!


8

oCEAN7 BEST OF

Knöpferl-Drücker

Kalimera, Freunde, kalimera, da bin ich wieder!

Heute wende ich mich einmal an alle Charterer, pardon, Chartergäste

muss es natürlich heißen. Das Chartergeschäft ist ja

eine sehr interessante und manchmal auch aufreibende

Materie. Viele meinen, man könnte noch immer damit haufenweise

Geld verdienen, diese Zeiten sind aber längst Geschichte.

Hat es vor 40 Jahren in der Adria vielleicht fünfzig oder

hundert Charteryachten gegeben, so sind es jetzt tausende,

mehr oder weniger gepflegte und gut ausgerüstete Schiffe, die

auf ihre Chartergäste warten.

Eingeweihte Seglerkollegen wissen, dass auch ich mein Schifflein

einige Wochen im Jahr einer Charterfirma zur Verfügung

stelle, um die enorm gestiegenen Erhaltungskosten wenigstens

einigermaßen abzudecken.

Der Eigner einer Charteryacht sollte aber niemals selbst vor

Ort sein, um die Chartergäste beim Ein- oder Auslaufen mit

seinem geliebten Schiff zu beobachten, manchmal aber lässt

es sich auch nicht vermeiden, mit diesen Leuten sogar in direkten

Kontakt zu kommen.

Ich war etwas früher als sonst am Chartersteg und die Chartercrew

war gerade mit dem Aus-Check beschäftigt. Der Skipper

war mit dem Schiffsbetreuer in einer intensiven Diskussion

über technische Mängel in der Navigationselektronik vertieft,

als mich der Betreuer erblickte und mich sogleich als Eigner

des Schiffes vorstellte und mich auch gleich davon informierte,

dass der Skipper einen Tages-Charterbetrag zurückhaben

wollte, weil einige Navigationselektronik angeblich nicht funktionierte.

Besonders das Navtex, GPS und der Kartenplotter

sollten nicht funktionieren. Konnte ich fast nicht glauben, da

ich ja in der Vorwoche selbst mit meinem Schiff unterwegs

war und alles einwandfrei funktionierte.

Ich setzte mich an den Navi-Tisch und tatsächlich funktionierte

das GPS nicht. Auch der zweite, etwas kleinere Kartenplotter

war „Out of order“. Ebenso das Navtex.

Ich ging ins Menü hinein

und sah, dass am

GPS südliche Breite eingestellt

war, auch beim

zweiten Plotter war’s dasselbe. Das konnte ja nicht funktionieren!

Beim Navtex war: Keine Wettermeldungen empfangen

programmiert. Ich konfrontierte den Skipper daraufhin mit

diesen Fehleinstellungen und er meinte: „Ach, das war sicher

mein Sohnemann, der hat zu Hause einen Computer und da

macht er auch immer rum.“ Ich fragte ihn daraufhin, ob er

denn nicht die Betriebsanleitungen gelesen hätte, aber er

meinte: „Ich brauch doch keine Betriebsanleitung, ich drücke

einfach alle Knöpfe!“ Na klar, wie der Vater, so auch sein

Sohn.

Als Mensch mit technischer Berufsausbildung hab ich mir all

die Jahre zu Eigen gemacht, ein funktionierendes Gerät nur

mit den „russischen“ Schaltern zu bedienen, nämlich mit

dem „Power-On“ und dem „Power-Off“ und bin dabei immer

gut gefahren.

Dass es Leute gibt, die an allem herumfummeln und herumschalten

müssen, war mir bisher neu.

Das Thema mit dem Tagescharter-Retournieren war daher

sehr rasch abgehandelt.

Es dauerte eine Weile, bis ich alle Geräte, die der Skipper und

sein „Sohnemann“ verstellt hatten, wieder auf Vordermann

gebracht hatte und spülte meinen Frust mit einem Schluck

Metaxa hinunter.

Und was lernen wir daraus? Funktionierende Geräte nicht

verstellen und wenn es unbedingt sein muss, vorher die

Betriebsanleitung lesen. Vor allem aber: Nicht alle Knöpfe

drücken – es könnte auch einmal der Schleudersitz sein!

Sollte ich das aber einmal vergessen, na dann Prost!

Ihr sehr ergebener, Bertriebsanleitungen studierender

Kapitän Metaxa

Wildes Tier

Die EXQUIRE ist ein Schiff, das alle Grenzen sprengt: Vorbilder für das äußere

Erscheinungsbild fanden die Designer in der Natur. Schnelle Tiere mit der

Fähigkeit zum Selbstschutz, wie Hai oder Gepard, waren Gestaltungsgrundlage

für die Form. Das Ergebnis ist eine 104 Meter lange Motoryacht mit einer Gasturbine,

die einen Waterjet und zwei Dieselmotoren antreibt. Mit 40.000 PS wird

das Schiff eine Geschwindigkeit von 32 Knoten erreichen, die Cruisinggeschwindigkeit

soll bei 22 Knoten liegen. Um den Platz individuell anpassen zu können,

soll die EXQUIRE über ein austauschbares Modul im hinteren Bereich verfügen.

www.exquire.de


NEWS BEST OF

9

Edelgang

Sie sehen schön aus und sind aus einem ganz neuen

Material – die GS Optima-Gangways. Hauchdünn, leicht,

faltbar und mit geräuscharmen Rädern versehen. Der

rutschfeste Belag bietet große Sicherheit und belastbar

sind sie bis 150 Kilo. Sie können mit dem Schiffsnamen und

in diversen Farben geliefert werden. Bei einer Länge von

220 oder 260 cm und einer Breite von 35 Zentimeter

wiegen sie lediglich 12 bzw. 14 Kilo. Erhältlich bei Werkhof

Diskontmarin oder online.

www.gs-optima.com

www.maritimo.at

Heiße

Durchsicht

Gleich drei speziell für Wassersportler entwickelte Modelle

stehen zur Auswahl. Mit der abnehmbaren Comfort-Foam

Gesichtsauflage ausgestattet, bieten die Brillen eine gute

Belüftung, halten Schweiß ab und sorgen im Extremfall für

schnelle Wasserdrainage,

welche alle

ein optimales Augenklima

gewährleisten.

Weitere Vorteile

für die hohe

Funktionalität sind

ein verzerrfreies

Blickfeld, rutschfeste

Maxigrip-Bügelenden,

Blend- und

Seitenschutz, bruchsichere

Kunststoffgläser

und höchster

UV-Schutz (UV400).

Das Modell Nautisport

gibt’s zusätzlich mit polarisierten, verspiegelten Gläsern;

alle Brillen werden in einer maritimen Hartschalenbox

geliefert. www.nautishades.com

Ins. Yacht_52,5x140:Inserat 26.03.11 12

Alte

Denker

Die beste Bildung findet ein

gescheiter Mensch auf Reisen.

Johann Wolfgang von Goethe

1749–1832

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Das neue UNIQA online Portal

für Versicherungen

„rund um den Wassersport“

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Sicherungsschein

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– mit Regattarisiko

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OeSV Mitgliederversicherungen

exklusiv – prämienbegünstigt

n Bootshaftpflicht

n Skipperhaftpflicht

n Rechtsschutz für Eigner und

Charterer


10

Segelurlaub

mit Freunden

oder wer zahlt den Schinkenspeck?

Sie waren noch nie mit Freunden segeln? Und Sie träumen

schon lange davon? Diese Gemütlichkeit, einfach Zeit für einander

zu haben, gut zu essen, Karten zu spielen, ein bisschen

Abenteuer, ein bisschen verstopfte Toilette reparieren?

Ups – da ist mir was dazwischen gerutscht. Kann nicht sein.

Da ein paar schöne Sonnenuntergänge, dort ein stiller Abend

in der Bucht, hier ein bisschen Bora und eine über die Reling

reiernde beste Freundin. Da schau her – schon wieder.

Mit dem eigenen Boot unterwegs? Wie schön. Den

Traum vom Segeln teilen, stolz sein schwimmendes

Zuhause zeigen, die kleinen Küche, der leere

Süßwassertank? Was, schon wieder kein Süßwasser

nach eineinhalb Tagen?

Na gut, es führt kein Weg

vorbei – wir müssen reden.

Vielleicht haben sie sich ja

gerade mit ihrem OCEAN7-

Magazin irgendwo auf

dem Boot verschanzt

Alexandra Schöler ist

und wollen nur ihre Ruhe! Es ist nämlich so – meint mein

Charter-erprobter Ehemann und Skipper. Eine Woche Gäste

– perfekt. Zwei Wochen an der Grenze, drei Wochen Albtraum.

Warum ist das so?

Stellen sie sich doch vor, sie würden mit ihren besten Freunden

zwei Wochen in einer kleinen, 40-Quadratmeter-Wohnung

verbringen. Ein Klo – klein, eng und heiß. Dusche im Kleiderkasten

und Küche mit Vorratsraum, so groß wie ihr Flat-

Screen-Fernsehapparat. Ginge das gut?

Mögliche Verschärfung. Das ist ihre eigene Wohnung und

keine gemietete Ferienwohnung. Das sind ihre Sachen, die ihre

Freunde benützen und besetzen. Sie haben nicht vor, an Bord

zu kochen? Na ja – ein Frühstück wird es schon werden. Oder

sieben in einer Woche. Und da gibt es dann eine Bordkasse und

vielleicht eine beste Freundin, die nicht versteht, warum sie den

Schinkenspeck mitbezahlen soll, wenn sie doch nur Müsli und

Orangensaft in der Früh zu sich nimmt. Und warum denn

immer das Obst weggefressen wird? Wer holt denn heute das

Brot? Warum ist denn schon wieder kein Brot da? Müssen wir


Kolumne

11

Ich denke es ist nötig, dieses Thema nun, mitten in

der Vorbereitung zur Segelsaison, anzusprechen.

Sie planen, segeln zu gehen – mit Freunden?

heute noch lange segeln? Gibt es irgendwo einen Sandstrand?

Der dort drüben wäre schön! Was heißt, da kann man nicht

ankern? Auflandiger Wind? So schlimm kann es doch nicht

sein.

Es ist nicht ganz einfach, mit Freunden segeln zu gehen oder

mit Bekannten. Gut ist auch, wenn klar ist, wer der Kapitän ist.

Was beim eigenen Schiff klar sein sollte, aber so manchem

Mitsegler ein Dorn im Auge ist. Jeder mag Kapitän sein, oder?

Warum kann man bei starker Bora nicht raussegeln – können

schon, aber … Kein Aber! Let’s go! Da kann es für die Eigner

recht einsam werden, weil dann nämlich die Mannschaft einige

Stunden flach liegt und sich im nächsten Hafen so unwohl

fühlt, dass sie lieber mit dem Bus zum Ausgangshafen zurückfahren

möchte, als nochmal ein Schiff zu besteigen. Für die

Gesamtstimmung ist das vielleicht nicht so gut. Was soll denn

das für ein Urlaub sein? Segelurlauber wollen baden, essen,

gemütlich im Cockpit plauschen – so wie es im Prospekt gezeigt

wird! Man sollte ihnen aber vielleicht auch sagen, Frühstückgeschirr

wegräumen, einkaufen, Wassertank füllen, am

Wind segeln, Gewitter in der Nacht stehen auch auf dem Plan.

Natürlich gibt es die Segelurlauber, die Rauschefahrt wollen,

möglichst viele Meilen, viele verschiedene Ankerbuchten und

Inseln, ein bisserl Sturm – und dann einen einsamen Strand mit

Bar und Restaurant.

Was kann dann aber wer dafür, wenn Flaute angesagt ist? Oder

die Rauschefahrt in die andere Richtung zurück, gegen den

Wind, nur halb so lustig und schnell ist, aber gemacht werden

muss? Und dann: ein einsamer Strand mit netter Bar und gutem

Restaurant. Das gibt es nicht. Nicht in der Karibik, nicht

in der Südsee, nirgends. Weil entweder gibt es auf dem einsamen

Strand kein Restaurant, denn wer macht schon eines auf,

wenn keiner hinkommt? Eine nette Bar – detto. Und wenn dort

ein schöner Strand ist, wie kann er einsam sein, wenn jemand

dort ein nettes Restaurant aufmacht? Weiters, ein nettes Restaurant,

eine nette Bar könnten Lärmbelästigung beinhalten.

Dann ist es vorbei mit der stillen Bucht.

Verstehen Sie, was ich meine? Natürlich ist segeln mit Freunden

schön, aber ich muss sagen, als Fahrtenseglerin bin ich

skeptisch. Da gibt es den Spruch: Mach bloß nichts anderes als

sonst, wenn du Gäste hast! Mach, was du sonst auch machst,

iss, was du sonst auch isst, lass sie an der Alltagsroutine teilnehmen.

Sie sind da, weil sie sehen wollen, wie du lebst. Sie wollen

deinen Traum teilen.

Ich denke, die besten Gäste sind die, die keine Ahnung vom

Segeln haben. Blöd ist dann halt nur, wenn keiner auf dem

Schiff Ahnung vom Segeln hat – eine Tatsache, die mir beim

Sommersegeln immer schon auffiel. Schwarze Wand am Horizont,

wir auf dem Schiff bei der Ankerwache, Charterboot-

Segler um uns gehen gemütlich zum Abendessen.

Vielleicht ist es, weil unser Schiff eben unser Schiff ist und man

auf seine eigene Wohnung einfach mehr aufpasst. Kann sein.

Aber was nutzt mir das, wenn mir dann ein anderes Schiff auf

den Bug treibt? Ich geh’ jetzt mal davon aus, dass das hier nur

Segler lesen, interessierte, die Ahnung haben und auch schon

mal die Bordtoilette entstopfen mussten. Allen anderen hoffe

ich, jetzt nicht den Urlaub völlig vermiest zu habe.

Ein Tipp? Umsichtig sein, tolerant und hilfsbereit. Dann kann

eigentlich nix schiefgehen – und dazu braucht man nicht einmal

einen Segelschein!

WOMAN@ocean7.at


12

oCEAN7 REVIER

Die fünfte Multihull Sailing Week findet

vom 7. bis 13. Mai 2011 in der Türkei

statt. Diese Veranstaltung ist eine spannende

Regatta, die speziell für Katamarane

und Trimarane vor der malerischen

Kulisse der türkischen Küste ausgetragen

wird. Teilnahmeberechtigt sind Eignerund

Charterboote ab einer Länge von

acht Metern. Die Teilnahmegebühr beträgt

pro Yacht

190 Euro, pro Person

240 Euro.

www.multihull.de

Multihull

Im Süden der Türkei

Ins Eis segeln

Die Umsegelung der beiden amerikanischen Kontinente

ist das ehrgeizige Ziel von Wolf Kloss mit seiner SANTA

MARIA AUSTRALIS für das Jahr 2011.

Der 23.000 Seemeilen lange und in zwölf einzelne Etappen

geteilte Törn führt im wahrsten Sinne des Wortes

durch die abwechslungsreichsten Reviere und Klima -

zonen der Erde.

Jetzt ist diese abenteuerliche Reise sogar im Kojencharter

buchbar. Einzigartig ist hier die Möglichkeit, in der

Nordwestpassage mit an Bord zu sein. Die Expedition

Nordwestpassage verspricht ein einmaliges Abenteuer

in Gebieten, die man sonst nur aus dem Fernsehen

kennt.

Die Nordwestpassage ist für August und September 2011

geplant.

www.simexpeditions.com

Vogalonga

Die Vogalonga ist eine der originellsten nautischen Veranstaltungen im euro ­

päischen Raum. Zugelassen sind alle Boote, die mit menschlicher Muskelkraft

angetrieben werden. Die Vogalonga findet traditionell zu Pfingsten in Venedig

statt. Österreich wird bei diesem abwechslungsreichen Event von dem österreichischen

Holzbootspezialisten Dr. Wolfgang Friedl und seinem Team vertreten.

Mit der Vogalonga soll durch motorlose Fortbewegung auf die Verschmutzung

der Lagune Venedigs hingewiesen werden, Ziel des Rennens ist der Markusplatz.

www.vogalonga.it www.woodenboat.at


NEWS Revier

13

Parasailor-Training

Parasailor sind die sicherste, beste und schnellste Vorwindvariante

für alle Fahrtenschiffe und selbst unter böigen und schwierigen

Bedingungen einsetzbar.

Den perfekten Umgang mit den modernen, großen Leichtwindsegeln

können interessierte und wissbegierige Segler bei dem Parasailor-Seminar

im slowenischen Izola erlernen. Unter der sachkundigen

Anleitung von Jan Liehmann und Gerold Bergen werden hier

das sichere Setzen und Bergen, die korrekte Leinenführung sowie

das wirkungsvolle Trimmen der Segel demonstriert und in gemütlicher,

völlig stressfreier Atmosphäre an die Teilnehmer weitergegeben.

Spezielle Tipps und Tricks der Ausbildner führen zusätzlich zu

einem großen Lernerfolg im sicheren Umgang mit großen Segelflächen.

Die Seminare finden in Izola vom 17. bis 22. April 2011 statt.

www.segelschule.at

www.istec.ag

Skipperinnen only

Das weltweit operierende Charterunternehmen Yachting 2000 bietet eine

breite Palette von Ausbildungsmöglichkeiten für engagierte Skipper und

Skipperinnen an. Neben diversen anderen, werden spezielle Übungstörns

ausschließlich für Damencrews veranstaltet. Die Skippertrainings werden

in den Monaten April und

Oktober durchgeführt und

dauern im allgemeinen drei

Tage. Ziel der intensiven Trainingseinheiten

ist es, bereits

existierendes Wissen wieder

aufzufrischen und neue Techniken

zu erlernen.

www.yachting2000.at

Segelurlaub weltweit

70% Wasser, 100% Spaß!

Die Welt besteht zu 70% aus Wasser,

entdecken Sie diese mit Sunsail und

haben Sie zu 100% Spaß.

Beratung & Buchung bei:

CSI Yachtcharter 0720 01 02 12

Ifsec on Waters 01 720 33 33 33

Müller Yachtcharter Attersee 07666 76 22

Segelschule Hofbauer 01 204 34 35 0

Trend Travel & Yachting 05332 74 291

Yachtcharter Müller Linz 0732 65 1005

oder direkt bei Sunsail +49 (0) 6101 55 791 561

Unsere Reviere:

Karibik

Bahamas

Belize

Mittelmeer

Südostasien

Indischer Ozean

Südpazifik

www.sunsail.at

Unser Angebot:

Yachtcharter

Flottillensegeln

Sunsail Clubs

Segelschulen

Chartern mit Skipper

Sunsail Racing

Firmenveranstaltungen


14

Küchenhilfe

in der Südsee

Ich denke immer wieder

daran. Und manchmal, wenn

der Rummel, der Stress, der

Verkehr zuviel wird, dann

flüstere ich das Zauberwort

„Tuao“. Und bin kurz dort. Im

Paradies auf Erden. Das wir

sehen durften. Mitten auf den

Tuamotus. Auf dem wir lebten

wie echte Polynesier mit unserer

polynesischen Familie.

Für drei perfekte Wochen.

Von Alexandra Schöler


Revier

15


16

1

Valentine – kurz Valo genannt – und ihr Ehemann Gaston sind

Perlenzüchter und Fischer auf Tuao. Tuao ist ein kleines Atoll,

circa 150 Seemeilen östlich von Tahiti. Zwei Familien leben dort.

Teilen sich das kleinen Eiland und versuchen in Eintracht zu

leben, was nicht einfach ist, bedenkt man, wie schwierig Nachbarschaft

sein kann und wie schwierig es ist, so unausweichlich

nebeneinander zu existieren auf wenigen Quadratkilometern.

„Da müsst ihr hin“, riet uns Gerhard von der BALU über die

Funke, als wir gerade den Pazifik überquerten. Einige Wochen

später verließen wir die Marchesas mit Ziel Tuamotos und

letztendlich entschied der raue Wind, wo es hinging.

Tuao direkt. Wir sahen einige Palmen am Horizont, dann

einige Schiffsmasten. Zitterten durch die Riffeinfahrt – müde,

nass nach drei Tagen am Wind segeln, hängten uns in eine Boje

2

und gingen schlafen. Am Nachmittag klopfte jemand an unser

Schiff. Gaston. Ein drahtiger, fescher Wassermann. „Bonjour,

Welcome to Tuao. You are ok.?“

Ich blinzelte in die Nachmittagssonne, die Lagune glitzerte

türkis, an Land einige Pfahlbautenhäuser, ein Hund bellte,

sonst Stille. Es war einfach wunderschön.

Gaston kontrollierte mit uns noch mal die Boje, befand alles

als gut und freute sich, uns bald an Land zu sehen. „Valo made

Coffee“. Ok. Das war mein Stichwort, Dinghi ins Wasser, die

restlichen Bananen-Muffin als Mitbringsel. Los!

Valo drückte uns wie alte Freunde an ihren wogenden Busen,

Blüte im Haar, steckte sich ein Muffin in den Mund und führte

uns zu ihrem Haus. Dort saßen die Segler. Deswegen hatten

die Schiffe am Ankerplatz so verlassen gewirkt. Auf der Terrasse

frönten die Frauen dem „beading“; sie machten Muschelketten.

Dosen mit Glasperlen, Muscheln, Holzknöpfen türmten

sich am Tisch, dazwischen Kaffeetassen, Würfelzucker, Kekse.

Begrüßungschor mehrstimmig und mehrsprachig!

Unser Sohn Finn spielte bereits mit den Hunden Balu (benannt

nach dem Schiff, das uns das Tuao empfohlen hatte!) und Nicki

(benannt nach einer Seglerin aus Wien!). Mein Skipper Peter

gesellte sich zu Gaston und einigen anderen Seemännern, um

den Fang des Tages zu bestaunen. Ich hielt meine Kaffeetasse

zwischen den Händen, saß auf einem Holzstuhl, unter den

Bodenplanken glitzerte das Wasser, und vor der Terrasse – um

die durchs Wasser schimmernden Korallenköpfe – spielten

bunte Rifffische. Im Türkis der Lagune schwebte RISHO

MARU. Ilse von der ESPERANZA, auch eben hier angelandet,

schüttelte mich: „Aufwachen! Das hier ist echt. Für die nette

Boje müssen wir nicht bezahlen, aber einmal essen gehen. Valo

führt hier ein Restaurant für Segler. Alles klar?“.


Revier

17

Valo brauchte eine Küchenhilfe und

ich war bereit, in die Lehre zu gehen

3

Schon am nächsten Morgen, als wir unser Dinghi am hölzernen

Steg vertäuten, rief mich Valo zu sich. Sie saß auf einem wackeligen

Stuhl vor der Küche unter einem schattigen Kavabaum

und knetete Teig in einer großen Schüssel. Nein, eher schlug

sie auf ihn ein! Mehl staubte in die Luft! „Is good, if husband

was not good!“ Bum!

Uff, der arme Gaston. Ich wusste nicht, was er ausgefressen

hatte, aber Valo schien etwas verstimmt. Sie drückte mir die

Teigschüssel in die Hand und ließ mich weiterkneten.

„Coconutbread – tres bon – for stomach!“ Wir sprachen in

einem englisch-französischen Kauderwelsch. Valos Englisch

war so gut wie mein Französisch. Violet, Valos Mutter, gesellte

sich zu uns und schabte Kokosnussraspel. Heute abend wollte

Valo einen Coconut Pie backen.

Keine fünf Minuten später stand ich mit Valo im Garten

ihres Hauses und pflückte Blumen für die abendliche Tischdekoration.

Ich zauderte, diese prachtvollen Hibiskusblüten

und Tiaren abzureißen. Valo lachte: „Tomorow again!“ Es

sollte sich herausstellen, sie blühten jeden Tag aufs Neue.

Finn düste mit einer Scheibtruhe um die Ecke, darin Wasserflaschen.

„Ich geh Wasser holen, der Gaston hat mir die

Regentonne gezeigt“. Später rechte er das Laub im Garten.

Peter war bei der Großmutter im Nebenhaus verschwunden

und rätselte mit Helmut von der ESPERANZA über dem

spuckenden Generator. Sie würden eine Lösung finden. Sie

hatten ja Zeit!

Zur RISHO kamen wir erst nach Mitternacht wieder. Nach

einem gigantischen rosa-orange-pinkfarbigen Sonnenuntergang.

Nach über Holzkohle gegrillten Garnelen, nach

Papageienfisch mit Kokoskruste, Poisson crue – dem rohen,

marinierten Fisch in Kokosmilch, nach Sashimi vom Thunfisch,

nach Ukulelenklängen, französischen Chansons und

viel Lachen und guter Laune. Wir beschlossen zu bleiben.

Valo brauchte eine Küchenhilfe. Ich war bereit, bei ihr in

die Lehre zu gehen!

4

1 Wie im bilderbuch. Schöner und einfacher kann ein Ort nicht sein.

2 Die chefin. Valo ist eine grandiose Köchin und liebenswerte Freundin.

3 open air. Das gesamte Leben in Tuao spielt sich im Freien ab. Klar, bei

dem Wetter.

4 bunt und fröhlich. Selbst trocknende Wäsche ist ein herrliches

Fotomotiv.

5 music in the air. Hier ist selbst der Alltag musikalisch ...

5


18

1

Hier lebt Gaston, ein

echter Wassermann

Finn spielte Fußball mit den Hunden und jagte die Hühner

mit größtem Vergnügen durch den Garten. Gut für Finn,

schlecht für die Hühner – zumindest für ihr Fleisch, denn das

Coconut-Curry am Abend schmeckte etwas zäh. Aber egal –

wer isst schon Huhn, wenn es frischen Lobster gibt? Gaston

war in der Nacht zuvor am Riff Lobster fangen gewesen. Barfuß

hüpfte er die halbe Nacht auf den spitzen Riffkanten herum

und nütze die Ebbe, um die Verstecke der Lobster zu finden.

Alles im Mondschein.

Gaston war ein richtiger Wassermann. Peter beobachte ihn an

diesem Tag bei der Arbeit. Mit Gastons Schnellboot düsten sie

über die Lagune zu einer großen Fischreuse. Der Fang war

beachtlich. Mit der Harpune ließ sich Gaston in das Becken

gleiten, um gleich wieder aufzutauchen. „Yellow Shark! Stick!“

Peter reichte ihm einen langen Stock und Gaston tauchte wieder

ab. Mit Herzklopfen sah Peter durch seine Taucherbrille im sicheren

Dinghi, wie Gaston dem Zwei-Meter-Hai den Stock auf

die Nase knallte. Der Hai zog sich daraufhin beleidigt zurück.

Am Außenriff tauchte Gaston nur mit Taucherbrille in 15 Meter

ab. Durch das glasklare Wasser beobachtete Peter, wie Gaston

sich auf den Meeresboden legte, einen nichts ahnenden

Papageienfisch anvisierte und mit der Harpune abdrückte. Zack!

Papageienfisch mit Kokosraspel war für diesen Abend gesichert.

Valo indessen stand mit mir in ihrer reizenden Küche, barfuß

mit Schürze und klagte, dass das Tauchen nicht gut sei für die

Männer. Ihr Vater war früh gestorben und auch ihr Onkel. Sie

machte sich natürlich Sorgen um Gaston. Valos Schwester Lisa

schaute bei der Tür herein. Die Damen standen etwas in Konkurrenz

wegen der Segler und schon war ich von Lisa zu einem

Inselspaziergang eingeladen.

Finn begleitete uns, ebenso wie die Hunde, wobei Balu an die

Leine musste, da er erst kürzlich eines von Lisas Schweinen

gebissen hatte. Wir spazierten über sandige, blumenübersäte

Wege zu Lisas Anwesen. Keine 500 Meter entfernt. Sie hatte

einige kleine Bungalows, die Pension Matariva, die verlassen

wirkten. Auch bei Lisa wurde gebacken. Lisas Tochter, eine

richtige Südseeschönheit, stand knetend in der Küche. Eigentlich

studierte sie in Papete, aber es waren Ferien.

Am Nachmittag umrundeten wir die kleine Insel. Balu führte

uns und jagte in der flachen Lagune die Schwarzspitzenhaie.

Auf der windgeschützen Seite wurde es wirklich heiß und

schwitzend ließen wir uns wieder im Schatten des Kavabaums

nieder. Valo und Violet sammelten gerade Kavafrüchte. Sie

schmeckten nach Litschis und wurden wie Eier geschält.

Am Abend wieder ein Festmahl, ich durfte mitkochen und

servieren, Peter half beim Grillen, Finn räumte Geschirr ab

und füllte Wasser nach. Als die Seglergäste gegangen waren,

2


Revier

19

aßen wir mit der Familie. Und bekamen unseren nächsten Job.

Der nächste Tag sollte der Kopraarbeit gewidmet sein. Um acht

Uhr würden wir vom Schiff abgeholt.

Die winzige Insel Paquai – übersetzt „Allein“ – lag weit draußen

in der Lagune. Gaston vollführte mit seinem selbstgezimmerten

Holzschnellboot plus 150 PS-Außenborder ein Slalomrennen

zwischen den Korallenköpfen. Das Kokoswäldchen von

Paquai schütze uns gut vor der Sonne, aber die Arbeit war hart.

Peter versuchte die Kokosnüsse mit einem speziellen Eisen -

hacken aufzubrechen. Schweiß tropfte auf seine bald mit Blasen

übersäten Hände. Gaston knackte die Nüsse fast wie nebenbei.

Wir Frauen flochten aus den Palmblättern Matten, die zum

Trocknen der Kokosstücke dienen sollten. Handarbeiten war

nie meine Stärke und ich denke, mit meiner außergewöhnlich

schlecht geknüpften Matte habe ich einen bleibenden Eindruck

bei Valo hinterlassen! Valo lachte nur, war froh, dass ihr die

Seglerinnen Arbeit abnahmen und breitete auf einem Holztisch

im Schatten das Mittagsmahl aus. Kokosbrot und rasch über

einem kleinen Feuer gegrillter Fisch. Zur Abkühlung legten

wir uns in einen kleinen, glasklaren Naturpool, von Korallen

gesäumt. Valo steckte gerade eine Zeh ins Wasser. Schwimmen!

Nein danke! Und den Geruch des aus dem Kopra gewonnenen

Kokosöl mochte sie auch nicht. Es wurde zu Kokosseife und

Bodylotion für die Resortgäste verarbeitet – in Tahiti. Valo

freute sich viel mehr über den Nivea Deo Stick, den ich ihr

schenkte!

Am Nachmittag lag schon das Arbeitsschiff aus Papete in der

Bucht, die fünf hart erarbeiteten Säcke Kopra wurden gemein-

3

sam mit Fisch geladen. Wieder senkte sich ein rosa-pink-violetter

Sonnenuntergang über die Lagune. Kitsch as Kitsch can!

Die Gäste kamen. Gekonnt wälzte ich den Papageienfisch in

den Kokosraspeln und buk ihn heraus.

Valo plauderte fröhlich mit zwei etwas steifen Amerikanern, die

Engländer nippten vergnügt an ihrem Rum mit Kokosmilch

und Limette. Der französische Einhand-Segler Eduard, sonst

verschwiegen wie ein Grab, kam richtig in Fahrt bei der Vorspeise:

Poisson cru, erstmals von mir zubereitet! Wer Kokos

nicht mag, ist hier verloren. Zum krönenden Abschluss servierte

Valo wie schon am Vorabend ihren Coconut Pie. Die Salzburger

Nockerl Polynesiens.

Ich könnte unendlich viele Geschichten von diesen drei Wochen

im Paradies erzählen. Von Valos Perlenzucht, den schwarzen

Perlen der Südsee – grün, aubergine oder grau schimmernd.

Bei all der Schönheit denke ich an das ziemlich

brutale Aufstemmen der Austern, um ihnen einen geschnitzten

Kern aus Muschel einzusetzen und der Ausspruch „verschlossen

wie eine Auster“ wurde mir schmerzlich bewusst!

Aber noch heute trage ich meine Perle aus Tuao an einem

Lederbändchen um den Hals. Sie ist nicht perfekt, etwas unrund

und vom Farbton ungleichmäßig, aber das ist gut so. Denn

auch die paradiesische Welt von Valo und Gaston ist nicht

perfekt. Vielleicht versinkt ihr Atoll in den nächsten Jahren,

beim nächsten Hurrikan, weil auf der anderen Seite der Welt

zuviel Auto gefahren wird, zuviel Dreck in die Atmosphäre

gepumpt wird. Zuviel Fleisch gegessen, zuviel Geld gemacht

wird. Zuviel Gier und Desinteresse herrscht. Was in Tuao

perfekt war, war das Leben von Valo und Gaston im Einklang

der Natur. War ihre Offenheit im Umgang mit anderen Menschen.

Und natürlich ihre selbstverständliche Freundlichkeit.

Ich denke immer wieder dran.

Und ertappe mich immer öfter dabei, dass ich es flüstere, das

Zauberwort – zu mir, zu Peter, zu Finn, zu unseren Seglerfreunden,

die auch da waren: „Tuao“. Und schon bin ich dort!

1 glasklar. Traumhaftes Wasser bedeckt die Korallen, dahinter Strand, Hütten

und das Kokoswäldchen.

2 frisch. Köstlicher können die Früchte des Meeres nicht sein, als in Tuao.

3 perfekt. Hier möchte man mit dem Dinghi anlanden und nie mehr wieder

fortfahren.

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20

Mit dem Hausboot ist die Mecklen burgische

Seenplatte am besten zu genießen. Natur

und Ruhe stehen an erster Stelle.

Im Osten

viel Neues

Text: Bernhard Schreglmann


Revier

21

Diktaturen kann man als Demokrat naturgemäß nichts abgewinnen.

Im Fall der DDR kann man den jahrzehntelangen

Stillstand im Einzelfall auch als positiv bewerten. Denn was die

Mecklenburgische Seenplatte betrifft, blieb ihr das Schicksal

von Binnenseen wie etwa in Kärnten erspart, weil buchstäblich

nichts passierte. Nach der Wende 1989 war man so voraus -

blickend, dass große Teile sofort unter Naturschutz gestellt bzw.

ein Teil der Müritz überhaupt gleich zum Nationalpark erklärt

wurden.

Das Ergebnis ist ein sanfter Tourismus, der einen die großteils

unberührten Seen ganz ohne Hektik und Rambazamba erschließen

lässt. Mag sein, dass manche einen Urlaub ganz ohne

Nachtleben und Spaßgesellschaft langweilig finden – wer aber

Entspannung sucht, der ist auf den Seen in Mecklenburg-

Vorpommern richtig. Übrigens spricht man Mecklenburg mit

einem langen „e“ aus, die Bezeichnung hat nichts mit „meckern“

zu tun.

Wie viele Seen das ganze Gebiet nun wirklich hat, kann man

nicht genau sagen. Offiziell wurden 2.014 Seen gezählt, all jene,

die weniger als 10.000 Quadratmeter Wasserfläche aufweisen,

wurden aber gar nicht berücksichtigt. Der größte See ist jedenfalls

die Müritz, die, wenn man den drei Länder umfassenden

Bodensee nicht mitzählt, mit 117 Quadratkilometern der größte

Binnensee Deutschlands ist. Entstanden ist die einzigartige

Seenplatte durch die sogenannte Weichsel-Eiszeit vor etwa

12.000 Jahren.

Das gesamte Seen-System ist jedenfalls ein ökologisch sehr

sensibles Gebiet. Denn die Fließgeschwindigkeit des Wassers

zwischen den Seen und durch die Kanäle und Bäche ist sehr

gering, weshalb Verunreinigungen sich besonders negativ auswirken.

Das betrifft vor allem den Dünger aus der Landwirtschaft,

denn Industrie gibt es in der Gegend de facto nicht.

Durch die umfangreichen Schutzmaßnahmen ist das Wasser

aber von guter Qualität, man kann, wenn die Temperaturen

stimmen, überall baden (an vielen Stellen auch FKK).

Das war nicht immer so. So schenkte die DDR dem Thema

Abwasserbeseitigung keine große Aufmerksamkeit, die Abwässer

der Kommunen flossen in die Seen, und auch die sowjetischen

Militärs zeigten sich wenig sensibel und benützten die

seichten Gewässer, um die Ölschmiere von den Fahrzeugen

und Panzern zu waschen. Davon ist heute Gott sei Dank nichts

mehr zu bemerken. Die Ufer sind grün, mit Schilf bewachsen

und liegen in dichten Mischwäldern.

Damit das auch so bleibt, sind auf allen Schiffen Fäkalientanks

vorgeschrieben, eine „direkte“ Entsorgung ist streng verboten.

Allerdings gibt es auch überall die nötige Infrastruktur zum

Absaugen der Abwässer sowie zum Auffüllen der Frischwassertanks.

Ein sanfter Tourismus, ohne Hektik und

Rambazamba, aber voller Entspannung

Fotos: Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte (1), Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (1), Shutterstock (1)


22

Die Müritz ist weit

wie ein Meer

Revier Brevier

Mecklenburgische Seenplatte

1

Anreise: Per Auto, das man aber dort nicht braucht. Per Zug oder

Flugzeug bis Berlin. Die Marina Wolfsbruch bietet gegen Aufpreis

ein Shuttleservice von den Berliner Flughäfen und Bahnhöfen

direkt nach Klein-Zerlang an. In der Marina selbst kann man nur

bei einem kleinen Bäcker einkaufen. Empfehlenswert ist es daher,

schon bei der Anreise zur Basis in einem Supermarkt die notwendigen

Lebensmittel einzukaufen. Geschirrtücher, Wettex, Geschirrspülmittel

und Bettzeug sind an Bord.

Revier: Der wichtigste und größte See ist die Müritz. Sie ist vom

Stützpunkt Marina Wolfsbruch rasch erreichbar. Auch bei einem

Einwochentörn bleibt genug Zeit, um die Müritz zu erkunden. Wer

lieber auf Entdeckungsreise geht, kann sich nach Südosten

wenden, und – im Fall eines mehrwöchigen Törns – über Potsdam

bis Berlin fahren. Dafür braucht man aber einen Führerschein.

Für ein- bis zweiwöchige Törns stehen unabhängig davon hunderte

Seen mit entzückenden kleinen Ortschaften zur Verfügung.

Waren, Mirow oder Rheinsberg gehören zu den guten Tipps. Ganz

besonders ist etwa Malchow, dessen Altstadt auf einer Insel liegt.

Oneway-Törnplanung ist nicht nötig, da man nicht einen spe -

ziellen Kanal entlangfährt, sondern aus einer Fülle von Seen,

Flüssen und Kanälen wählen kann.

Kulinarisches: Essen und Trinken sind generell nicht die großen

Trümpfe in Deutschland und auch nicht in Mecklenburg-Vorpommern.

Dennoch findet man überall gemütliche Gasthäuser mit

bodenständiger Küche. Zu den Spezialitäten zählen Fische (geräuchert

oder frisch zubereitet), vor allem Aal. Wer möchte, kann

natürlich eine typische Berliner Currywurst bestellen oder sich

bei einem Kebap-Stand versorgen.

Sturmwarnung auf der Müritz. Durch die große Fläche

der Müritz glaubt man sich oft schon ans Meer erinnert. Egal

wie das Wetter ist, herrscht deshalb auf der Müritz Rettungswestenpflicht

für alle Crewmitglieder. Wer mit einem gecharterten

Boot fährt, muss zudem vorher bei der Basis eine Erlaubnis

einholen, bevor die Müritz befahren werden darf. Denn

dort baut sich sehr schnell starker Wind und damit verbunde

Wellen auf, die mit einem herkömmlich und meist bescheiden

motorisierten Hausboot nicht mehr zu bewältigen sind. Da

kann es dann auch passieren, dass man in einem der Orte festsitzt

und nicht mehr zur Basis zurückfahren kann. Einschränkend

ist weiters, dass ein Großteil des Ostufers des Sees im

Nationalpark liegt und nicht befahren werden darf.

Trotzdem ist die Müritz Pflichtstation auf einer Hausbootreise.

Orte wie das im Süden gelegene Hafendorf Müritz (mit sehr

guter Marina), Röbel im Westen und Waren im Norden laden

zu einem Aufenthalt ein. Apropos Hafendorf Müritz: In nur

wenigen Gehminuten erreicht man den kleinen Ort Rechlin,

der ein luftfahrttechnisches Museum beherbergt. Dort war in

der NS-Zeit nicht nur eine luftfahrttechnische Erprobungsanstalt,

auch nach dem Krieg wurde das Gelände von den Sowjettruppen

genützt. Geblieben sind Raritäten als stumme Zeugen

einer kriegerischen Epoche, die für alle Luftfahrtfreunde

dennoch sehr aufschlussreich sind.

Fotos: Bernd Schreglmann (2), Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte (2), Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (1)

Achtung: In Deutschland gibt es ein kompliziertes Pfandsystem

auf Getränkeflaschen und Dosen. Das führt dazu, dass man als

Hausbootreisender jede Menge verschiedener leerer Pfandgebinde

an Bord hat, die man nicht mehr los wird, weil die Märkte

nur jene Pflandflaschen oder -dosen zurücknehmen, die sie selbst

verkaufen. Das geht so weit, dass man die Ein-Liter-Cola flaschen

nur bei Supermarkt A und die 0,75-Liter-Flasche des gleichen

Herstellers nur bei einem anderen Markt nimmt.


Revier

23

Waren am Nordufer ist so etwas wie der touristische Mittelpunkt

der gesamten Region. Vor allem der Stadthafen

mit seinen vielen Booten, den Bars und Lokalen machen

den munteren Ort zu einem attraktiven Ziel.

Nach Süden verlässt man die Müritz durch die kleine

Schwester, die „Kleine Müritz“, und gelangt dann über die

Müritz-Havel-Wasserstraße nach Südosten. Ein Vorteil der

Seenplatte ist hier offenkundig: Man fährt nicht einem

künstlich angelegten Kanal entlang, wie das etwa auf dem

Canal Midi in Südfrankreich der Fall ist, sondern kann

ständig in irgendwelche Seen und Kanäle abbiegen. Vielfalt

ist dadurch garantiert. Empfehlenswert ist etwa auch Mirow

am Mirower See. Hier findet sich mit dem Mirower Schloss

auf der Schlossinsel ein architektonisches Prachtexemplar.

Über eine schmiedeeiserne Fußgängerbrücke gelangt man

auf die Liebensinsel, auf der der letzte regierende Großherzog

von Mecklenburg-Strelitz begraben liegt.

2

3

4

Burgen und Schlösser. Gerade an Burgen und Schlössern

ist die Seenplatte reich, soeben renoviert wurde beispielsweise

das Barockschloss in Rheinsberg, das direkt am Wasser liegt.

Solche Sehenswürdigkeiten lassen sich sehr gut mit einer Hausbootreise

verbinden. Denn die Nächte sollte man jeweils in den

Orten verbringen. Zwar kann man auch ankern, ein „wildes“

Festmachen wie am Canal Midi möglich ist in Deutschland

streng verboten und wird auch bestraft. Apropos Strafe: Auch

beim Thema Alkohol sind die Nachbarn nicht sehr tolerant, es

empfiehlt sich daher, den Sundowner erst nach dem abend -

lichen Festmachen zu kippen.

1 Viel los. Ob unter Segel oder mit Motor: Wasserwandern ist sehr populär auf

der Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern.

2 Keine Bange. Die Schleusen sind relativ groß, überall gibt es Schleusenwärter.

3 perfekt. Die Marina und der Ort Waren bieten alles, was ein Wasserwanderer

benötigt.

4 Adria-Flair. Bei Schönwetter ist das Ufer-Panorama an der Müritz fast schon

mediterran.

5 fahrvergnügen. In Deutschland natürlich verboten:

Kinder am Steuer. Aber wenn’s keiner sieht ...

Was wichtig ist

Boot: Die beschriebene Tour fand mit einem Boot der Type „Consul“ der Charterfirma LeBoat mit

Ausgangsbasis Marina Wolfsbruch in Kleinzerlang, statt. Es verfügt über vier Kojen in zwei Kabinen,

Küche, Wohnraum und einem zweiten Steuerstand auf der Flybridge.

Charter und Buchung: Terramarin Hausboot & Reisen GmbH

Tel. 02742 / 71 777, E-Mail: office@terramarin.com

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5


24

Dass man sich in Deutschland befindet und nicht in Mittelmeernähe,

ist an vielen Dingen zu beobachten, selbst wenn die

deutsche Sprache dort für einen Österreicher fremdländisch

klingt. So sind die Kanäle und Seen zwar grundsätzlich führerscheinfrei

zu befahren, wer sich aber Richtung Berlin wendet,

braucht dann doch einen Schein. Ohne Schein ist in jedem Fall

eine zweistündige Einweisung zu absolvieren, ohne die man

nicht losfahren darf. Dafür sind die an Bord befindlichen Unterlagen

mit Karten, Handbüchern etc. vollständig und vorbildlich.

Mehr als ein Drehzahlmesser ist an Instrumenten allerdings

nicht an Bord, die Mitnahme eines eigenen Kompasses und

eines Fernglases empfiehlt sich, denn in den dichten grünen

Ufern sind die Einfahrten in die Verbindungskanäle oft schwer

auszumachen. Die „Verkehrsschilder“ sind eine große Hilfe,

die Hinweise „rechtes Ufer“ bzw. „linkes Ufer“ erleichtern die

Orientierung enorm.

Auch bei den Schleusen gibt es keine Schlampigkeiten. Alle auf

dieser Tour passierten Schleusen waren mit einem Schleusenwärter

besetzt, nirgendwo „Selbstbedienung“ oder eine Fernbetreuung.

Das ist im Fall des Falles ein gutes Gefühl, vor allem

weil es in den Schleusen manchmal recht eng werden kann. Da

bewährt sich die ordnende Hand eines Schleusenwärters. Zwar

sind die Schleusenkammer relativ groß, da sich Wasserwandern

in der Gegend großer Beliebtheit erfreut, ist man aber oft von

dutzenden Kajakfahrern umgeben, die als letzte in die Schleuse

einfahren, aber zuerst rauspaddeln dürfen.

Der Schleusevorgang selbst ist meist relativ entspannt, da

weder große Strömungen herrschen, noch der Hub besonders

hoch ist. Schleusenmauern mit drei oder mehr Metern sind

eher die Ausnahme. Alle Stellen, an denen man in der Schleuse

festmachen kann, sind gelb lackiert.

Von Vorteil ist es jedenfalls, wenn man im Umgang mit Schiffen

schon Erfahrung hat und auch einige Knoten beherrscht.

1

Das Schleusen ist

immer sehr entspannt

1 Kultur pur. Das frisch renovierte Barockschloss Rheinsberg liegt direkt am

Wasser.

2 historisch. Der Stadthafen von Waren und die imposanten Bauten sind

ein echtes Elebnis.

3 weiter blick. Die Müritz ist der größte rein deutsche Binnensee. Seine Ufer

erinnern schon an das Meer.

Fotos: Bernd Schreglmann (1), Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte (1),

Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (1), Shutterstock (1)

2


Revier

25

Hybrid-Yacht chartern:

Sauber, leise, bequem

Abgase, Lärm und Wellen bei Hafenmanövern – mit der Hybrid-

Yacht Greenline 33 ist das jetzt passé. Ganz neu im Programm

von Yachtcharter Schulz aus Waren an der Müritz und zum ersten

Mal überhaupt auf der Mecklenburger Seenplatte können Urlauber

dieses in Slowenien gebaute Boot jetzt mieten. Es vereinigt

nicht nur maximalen Fahrspaß mit höchstem Komfort, sondern

sorgt außerdem für eine deutlich bessere Umweltbilanz als typische

Motorboote.

Dank der hocheffizienten und energiesparenden Rumpftechnologie,

kombiniert mit dem drei-Funktionen-Hybridantrieb aus

Dieselantrieb, elektrischem Antrieb und der Nutzung als stromerzeugender

Generator, benötigt die Greenline 33 nur halb so viel

Energie wie vergleichbare Motorboote und ist im Kraftstoffverbrauch

mit einer von der Größe identischen Segelyacht gleichzusetzen.

Das Solar-Panel-Dach, das bis zu 2 kW leisten kann,

ergänzt das alternative Konzept in idealer Weise.

Fotos: Shutterstock (1), René Legrand/ Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. (1)

Bei allem Anspruch auf Umweltbewusstsein bleiben der Komfort

und der Hauch von Luxus bei der Greenline 33 aber keinesfalls

auf der Strecke. Vieles wird den Urlauber an zu Hause erinnern:

ein großer Innenraum mit reichlich Bewegungsfreiheit, Dusche

und Toilette in normaler Größe, erheblich verbesserter Schlafkomfort

durch den Einsatz von Hausmatratzen und eine Stromversorgung

auf 230 Volt Basis, die den Einsatz vom großzügigen

Kühlschrank über Mikrowelle und Fernseher bis hin zur Klimaanlage

erlaubt. Der Salon mit Panoramafenster und 360° Rundumsicht,

die ausklappbare Badeplattform und die Sonnenliege

vorne auf dem Kajütaufbau sorgen für absolutes Wohlgefühl.

Das rund 10 Meter lange und 3,50 Meter breite Schiff ist sowohl

für die Müritz als auch für den Einsatz auf der Ostsee buchbar.

www.bootsurlaub.de

3


26

1

Nie hetzen lassen

ist hier Mentalität

Anlegen, ablegen, schleusen, festmachen – all das bedarf einer

gewissen Übung. Hilfreich ist in vielen Fällen ein Bugstrahlruder.

Fehlt es, dann sollte man umso geübter in der Boots -

praxis sein, um mit Manövern wie „Eindampfen in die Spring“

auch von kniffligen Ufern wieder wegzukommen. Grundsätzlich

kann aber jeder, der im Besitz eines Autoführerscheins ist,

einfach losfahren.

Wetterbericht studieren. Vorbereitet sollte man auch auf

schlechtes Wetter sein. Denn auch wenn sich der Sommer für

Hausboottouren anbietet, so gibt es keine Schönwettergarantie.

Zumindest beim hier beschriebenen Törn war das Thema

„Gelsen“ kein solches. Die Hausbootreise Anfang September

kam ganz ohne die lästigen Stecher aus.

Die Gelsengitter an den Fenstern der Schiffe lassen aber vermuten,

dass das nicht den ganzen Sommer über so ist.

Fotos: Bernd Schreglmann (4), Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (1)

2

3


Revier

27

4 5

Noch ein Wort zur Mentalität: Dass man sich in Deutschland

befindet, erkennt man nicht nur an der Sprache, sondern vor

allem an der Gründlichkeit und der Fülle an Regelungen für alle

Lebensbereiche. Doch die Bevölkerung der Mecklenburgischen

Seenplatte orientiert sich schon nach Norden und das bedeutet:

Ruhe, keine Hektik und sich niemals hetzen zu lassen. Eine gute

Voraussetzung für einen erholsamen Hausboottörn.

1 Regentag. Wenn Kinder mit an Bord sind, sollte man auch an die Beschäftigung

bei Schlechtwetter denken.

2 liegeplatz. Anleger gibt es in diesem Revier an allen Ecken und Enden.

3 Sicher ist sicher. Auf der Müritz herrscht Schwimmwestenpflicht.

4 naturpark. Der Schutz der Ufer wird sehr ernst genommen.

5 gemütlich. Auch das ist ein Hausboot, aber eher eine schwimmende

Ferienhütte.

maxmarine

Die neue Sun Odyssey 409

MaxMarine GmbH, A-3021 Pressbaum, Hauptstraße 2

Jeanneau Segelyachten-Vertragshändler Österreich

T: +43 (0)2233 53005-0, E: info@maxmarine.at, I: www.maxmarine.at

MaxMarine-Handelspartner West: Yachtservice Gebetsroither, www.yacht.co.at

MaxMarine-Handelspartner Neusiedlersee: sail.at Kreindl, www.sail.at


28

oCEAN7 People

Der Riff-Schützer

Der Meeresbiologe Dr. Reinhard Kikinger, Leiter

des Meeresbiologischen Institutes der Universität

Wien auf den Malediven und regelmäßiger Autor

von OCEAN7, wurde von Mohamed Nasheed,

dem Präsidenten der Malediven, für seinen vorbildlichen

Beitrag zum Schutz und zur Erhaltung

der Natur und der Artenvielfalt in dem Inselreich

mit dem TUI International Environmental Award

ausgezeichnet.

Dr. Kikinger hat es zu seiner Aufgabe gemacht,

das Ökosystem der Malediven zu erforschen und

zu erhalten.

Für den Wissenschaftler bedeutet der Preis die

Anerkennung seiner jahrelangen intensiven

Arbeit.

www.kuramathi.com

Polizeisegler lernen

vom Profi

Die Regattacrew der Polizei -

sportvereinigung Wien plant,

dieses Jahr an mehreren namhaften

Regatten wie dem Hofbauer-Cup,

der Alpe Adria Sailing

Week, dem IFSEC-Business-Cup

und dem CSI-Cup teilzunehmen.

Dabei konnten die segelnden

Freunde und Helfer den österreichischen

Regattaprofi Christian

„Kletzi“ Bayer als Trainer gewinnen.

„Kletzi“ ist einer der erfolgreichsten

Regattasegler Österreichs

und wird am Hofbauer-Cup erstmals mit der neuen

Aquila, einer TP52, am Start sein.

www.psvwien-wassersport.at

Ausgezeichnet

Gerhard und Manfred Schöchl bauen in ihrer Sunbeam-

Werft am Mattsee Yachten, die in ihrer herausragenden

Qualität und mit ihren großartigen Segeleigenschaften

weltweit im Spitzenfeld sind. Der Österreichische Hochseeyachtsportverband

überreichte während der Messe in

Tulln den beiden den Ehrenpreis.

Laudator Ing. Wolfgang Becker: „Ihre Sunbeam-Yachten

gehören auf Grund höchster Bauqualität und Innovation zu

den besten und meistausgezeichneten Serienyachten der

Welt“.

Weitere Preise erhielten OCEAN7-Autoren Alexandra, Peter

und Finn Schöler, Seglerlegende Wolfgang Hausner und

das wohl bekannteste Seglerehepaar weltweit, Karla und

Bobby Schenk.

www.sunbeam.at


PANTAENIUS

NEWS People

I N S I D E R N E W S

29

Der Visionär

Hier gehen

16,5 Mio. EUR

in Rauch auf…

AUT11046 www.hqhh.de

Janusz Konkol, der visionäre polnische Bootsbauer und

Mastermind der Haber Werft wurde auf einen Schlag gleich

mit drei Preisen für seine großartigen Konstruktionen Ausgezeichnet.

Für seine HABER 800C4 nahm er den Preis der

polnischen Yacht des Jahres 2011 für spezielle Segelyachten

entgegen. Ebenfalls mit der HABER 800C4 staubte er

bei der Wind und Wasser Messe 2011 in Warschau ebenfalls

eine Trophäe ab. Last but not Least wurde Janusz Konkol

noch für sein Hausboot HABER 20 mini Reporter vom

polnischen Touristik- und Landschaftsverband für das beste

Familienboot ausgezeichnet.

www.haber-boote.at

www.pantaenius.at/insider

Die ganze Geschichte online

Deutschland · Großbritannien · Monaco · Dänemark

Österreich · Spanien · Schweden · USA

Wien · Tel. +43-1-710 92 22 · info@pantaenius.at


30

Kaum ein anderer Segler aus

Österreich widmete sich so intensiv

wie Christian Winkler der Idee des

Friedens, der Toleranz zwischen

den Völkern und der Verwirklichung

seines visionären Traums, eine

große Gemeinschaft

benachteiligter Menschen

beim Segeln zu verbinden.

Text und Fotos: Gernot Weiler

Der

Friedens-

Pionier


PEOPLE

31

Fotos: Greenpeace / Ingrid Fankhauser (1)

Christian Winkler (54) ist gebürtiger Wiener und verbrachte

schon die Badeurlaube seiner Kindheit im damaligen Jugoslawien.

Seinen Lebensunterhalt verdiente er nach Matura, Bundesheer

und abgebrochenem Studium als Schmuckmacher. So

lernte er auf der „Aussteigerinsel“ La Gomera (Kanaren) die

ersten Fahrtensegler kennen. Hand gegen Koje ersetzte das

Autostoppen und der allererste Törn auf einer 17m-Ketch von

Teneriffa nach Valencia dauerte fast zwei Monate. In Gibraltar

heuerte er auf einem britischen Schoner an, segelte über den

Atlantik und arbeitete ein Jahr lang als Berufstaucher bei einem

Schatzsucherunternehmen in Puerto Rico und der Dominikanischen

Republik.

Nach seiner Rückkehr in den frühen 1980er-Jahren bewarb sich

Winkler als Schiffsbetreuer beim AYC, einer der ersten Yachtcharterfirmen

an der Adriaküste. Es folgten zahlreiche Mittelmeertörns

als Skipper und als Leiter von Skippertrainings. Der

Kriegsausbruch in Jugoslawien sowie eine schwere Herzerkrankung

machten dem unsteten Leben 1990 ein jähes Ende. Winkler

musste sich einer riskanten Herzklappen-Operation unterziehen

und überdachte in der Reha-Klinik sein Leben. „Was

bleibt von mir, wenn ich diese Welt einmal verlasse?“ fragte er

sich, „Was habe ich in meinem Leben bewirkt?“ Die Aussicht

auf eine Rückkehr in die Unverbindlichkeit reizte ihn nicht

mehr. Er wollte soziale Verantwortung übernehmen. So war es

naheliegend, ein Projekt auf die Beine zu stellen. Geld war zwar

keines vorhanden, aber eine Idee schnell geboren: wie könnte

man den nautischen Tourismus wieder ankurbeln, um der geplagten

Bevölkerung Kroatiens zu Einnahmen zu verhelfen?

Videoreportagen über die Situation im brachliegenden Lieblingsrevier

der Österreicher sollten zeigen, dass es weder gefährlich

noch unmoralisch ist, in den vom Krieg unberührten

Gebieten zu segeln. AYC sponserte zwei Elan 31 und Winkler

stellte ein Filmteam zusammen. Zahlreiche Interviews, ergänzt

durch schöne Segelaufnahmen und mit vor Ort aufgenommener

dalmatinischer Musik untermalt, fanden als Videokassetten

reißenden Absatz. Der Titel des Projektes: Mirno More, friedliches

Meer, der alte kroatische Seefahrergruß. Die Mirno

More-Videoreportagen 1992 und 1993 hatten gewirkt. Im

Sommer 1994 waren fünf von zehn in den Kornaten angetroffenen

Segelyachten aufgrund dieser Filme gekommen.

So entstand die Vision einer Friedensflotte: hundert Schiffe

unter der Friedensflagge, mit Kindern aus verschiedenen Ländern

und Lebensumständen an Bord. Gemeinsam in einem Boot

sollten sie lernen, Hass und Vorurteile über Bord zu werfen und

Andere als gleichwertig zu erleben. Die Pläne wurden anfangs

belächelt. Trotzdem hatte Winkler das Gefühl, dass eine Realisierung

der Vision möglich wäre. Unter vielen Fehlern, Rückschlägen,

aber auch mit großem Staunen über die erzielten

Erfolge bei den ersten jungen FriedensseglerInnen, machte er

sich an die Aufbauarbeit: Sie sollte 15 Jahre dauern.

Die Erreichung des Ziels „100 Schiffe“ im Jahr 2008 war allerdings

von einer Tragödie überschattet. Am Strand von Vodice

wurden zwei von Winklers Kindern beim Schnorcheln von

einem Motorboot überfahren. Der Älteste war sofort tot, der

Zweitälteste verlor ein Bein. Winkler zog sich schwer getroffen

und geschwächt aus der Mirno More Projekt- und der Vereinsleitung

zurück. 2010 hatte der geprüfte Familienvater wieder

genug Kraft, um eine neue Vision zu entwickeln: Das mittlerweile

erfolgreichste sozialpädagogische Segelprojekt Europas

soll nun in die ganze Welt verbreitet werden.

Ein ausführliches Interview mit Christian Winkler lesen Sie

online unter www.ocean7.at

1 eingebung. Urlaubstörns mit den eigenen Kindern brachten Christian

Winkler auf die Idee.

2 umweltbewusst. Greenpeace an Bord. Meeresökologische Workshops

als Hafenprogramm.

2

1


Das große Projekt braucht

Winkler: „Wir brauchen Sponsoren“

OCEAN7: Was sind konkret die Ziele des

neuen Vereins World Peace Fleet?

Christian Winkler: Hundert Friedensflotten weltweit! Die Mirno

More Friedensflotte hat auch mit drei Schiffen begonnen. Warum

sollte ich also daran zweifeln, dass in zehn Jahren weltweit hundert

Friedensflotten segeln?

OCEAN7: Bekommt ihr Unterstützung vom

„Mutterverein“ Mirno More?

Winkler: Ja natürlich. Der hat ja auch die Markenrechte und ist

Eigentümer vieler Basiselemente. Wir arbeiten eng zusammen

und bekommen jede mögliche Hilfe.

OCEAN7: Wie finanziert ihr euch?

Winkler: Wir müssen komplett neue Sponsoring-Partnerschaften

aufbauen. Das ist gerade für einen neuen Verein und ein neues

Projekt schwierig, das war auch in den Mirno More-Anfangsjahren

so. Wir können potenziellen Sponsoren zwar interessante werbliche

Gegenleistungen anbieten – zum Beispiel Präsenz auf den

Webseiten der Franchise-Partner – aber das ganze Projekt wird

vielfach als zu exotisch, zu unrealistisch, zu weltfremd gesehen.

OCEAN7: Und wie wollt ihr diese schwierige

Startsituation überstehen?

Winkler: Indem wir zeigen, dass jene Sponsoren, die jetzt einsteigen,

die Chance auf breite Medienpräsenz haben. Das erfordert

Mut und Weitsicht seitens der Sponsorfirmen. Mercedes Benz

Österreich hat das schon vorgezeigt, und bei der Mirno More

Peace Fleet New Zealand im Oktober wird ein Mercedes-Transparent

mitfahren – da kommt keine Fernsehkamera dran vorbei.

Ich hoffe sehr, dass weitere Firmen diesem Beispiel folgen werden.

Gerade für österreichische Firmen könnten sich dadurch

neue Märkte eröffnen. Und selbstverständlich müssen wir in

den Sponsoringanfragen auch massiv auf jenen wichtigsten

Profit hinweisen, den jedes Mirno

More-Partnerprojekt erzielen

wird: die sozial benach -

teiligten Kinder, die

eine Friedensflotte

erleben dür fen,

gehen mit gestärkter

Sozialkompetenz,

Team -

fähigkeit und

To leranz erfahrung

daraus hervor.

1

2

Friedensflotte weltweit. Das Projekt der weltweiten

Verbreitung soll auf Basis der „Social Franchise“-Methode

umgesetzt und vom Verein World Peace Fleet getragen werden.

Mit dem „Mutterverein“ Mirno More wird dabei eng zusammengearbeitet.

Hundert Friedensflotten bis zum Jahr 2020 ist

das große Ziel.

Die Gründung des Vereins World Peace Fleet erfolgte am

1. Juni 2010. Als Obmann wurde „Mirno More Urgestein“

Peter Hiller gewählt. Christian Winkler hatte schon seit März

2010 am neuen Verein gearbeitet. Was in der Wirtschaft all-


PEOPLE

33

Menschen mit Weitblick

täglich ist, nämlich die Verbreitung erfolgreicher Geschäftsmodelle

mit dem Franchise-System, hat neuerdings auch in der

„Sozialbranche“ Einzug gehalten. Das große Ziel des Vereins

World Peace Fleet ist die Unterstützung der Gründung zahlreicher

Mirno More Friedensflotten rund um den Globus:

Zehntausende sozial benachteiligte Kinder sollen in den

Genuss dieses einzigartigen Abenteuers kommen. Voraussetzung

dafür ist, dass alle Partnerprojekte zur Einhaltung der

bewährten Mirno More-Qualitäts- und Sicherheitsmaßnahmen

verpflichtet werden, die zum Schutz der jungen Friedens -

seglerInnen unerlässlich sind. Mittels Lizenzvergaben und

Franchiseverträgen werden also den Partnerprojekten Qualitätsstandards

vorgeschrieben, im Gegenzug werden sie mit

Know-how, kompetenter Beratung und PR-Material versorgt.

Das zukünftige Netzwerk aus Franchisepartnern wird vom

Verein World Peace Fleet koordiniert und ausgebaut, was die

gemeinsame Nutzung von Ressourcen ermöglicht.

Die Partner werden bereits eingeladen, durch intensive Bemühungen

ist es bereits gelungen, in einigen geeigneten Segelrevieren

vielversprechende Kontakte zu knüpfen. Sehr hilfreich war

dabei das weltweite Stützpunktnetz der deutschen „Trans

Ocean“-Fahrtenseglervereinigung.

1 weltweit. Verein World Peace Fleet. Die Gründung erfolgte am 1. Juni 2010.

2 wachstum. 1999 passten zum letzten Mal alle auf ein einziges Schiff.

3 anerkennung. Bundespräsident Dr. Heinz Fischer bei der Verabschiedung

der Friedensflotte.

3

Die Entwicklung der Friedensflotte

1994: Die Premiere. Drei Schiffe mit 17 Kindern segeln von

Murter nach Cres. Während sich die kroatischen, serbischen,

muslimischen und österreichischen Kinder am

Anfang noch misstrauisch gegenüberstehen, gehen sie

am Ende als Freunde auseinander.

1995: Ein schnell wachsendes Team von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

bereitet die große Friedensflotte 1995 vor:

Hunderte Kinder aus Füchtlingsquartieren in Dalmatien

werden eingeladen, in Korcula wird ein großes Friedensfestival

vorbereitet, zugesagt hat u.a. Marianne Faithful.

Einen Tag vor dem Start rückt die kroatische Armee in der

Krajina ein, das Projekt muss abgesagt werden. Übrig

bleibt ein Schuldenberg.

1996: 3 Schiffe, 24 TeilnehmerInnen. Die positiven Auswirkungen

auf die Kinder werden erstmals wissenschaftlich untersucht

und bestätigt.

1997: 8 Schiffe, 46 TeilnehmerInnen.

1998: 13 Schiffe, 87 TeilnehmerInnen. Erste Beteiligung privater

Schiffseigner.

1999: 19 Schiffe, 144 TeilnehmerInnen.

2000: 26 Schiffe, 251 TeilnehmerInnen. Eine Behindertencrew

des ÖHTB nimmt teil.

2001: 28 Schiffe, 264 TeilnehmerInnen. Erstmals Unterstützung

vom Wiener Landesfeuerwehrverband- und Katastrophenhilfsdienst.

Die mobilkom austria kommt als Haupt- und

Namenssponsor an Bord.

2002: 39 Schiffe, 330 TeilnehmerInnen. Außenministerin Dr.

Ferrero-Waldner spricht der Friedensflotte die offizielle

Anerkennung der Republik Österreich aus.

2003: 47 Schiffe, 405 TeilnehmerInnen. Das Projekt erreicht mit

fast 50 Schiffen eine neue Dimension. Die Verwaltung

wird mit Crewdatenbanken und Online-Anmeldungen den

neuen Erfordernissen angepasst.

2004: 51 Schiffe, 439 TeilnehmerInnen. Die Friedensflotte wird

vom amtierenden Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer

am Wiener Westbahnhof verabschiedet.

2005: 67 Schiffe, 550 TeilnehmerInnen. Die intensive Berichterstattung

in kroatischen Medien ist ein Zeichen dafür, dass

die Friedensflotte nun auch in Kroatien zum anerkannten

Projekt geworden ist.

2006: 73 Schiffe, 611 TeilnehmerInnen. Bei der erstmaligen

Beteiligung von Greenpeace werden Workshops zum

Thema Meeresökologie angeboten.

2007: 76 Schiffe, 651 TeilnehmerInnen. Der neue Zielhafen

Biograd ist für die Aufnahme der gesamten Friedensflotte

geeignet.

2008: 100 Schiffe, 889 TeilnehmerInnen. Zwei Kinder des Flottengründers

Christian Winkler werden in Vodice von einem

Motorboot überfahren. Winkler gibt die Vereinsleitung an

Leopold Frey ab. Die Friedensflotte findet wie geplant statt

und erreicht die unglaubliche Größe von hundert Schiffen.

2009: 105 Schiffe, 920 TeilnehmerInnen. Die maximale Projektgröße

wird erreicht. Der österreichische Botschafter besucht

die Friedensflotte.

2010: 104 Schiffe, 900 TeilnehmerInnen.


34

Mercedes Benz –

ein treuer Partner

Interview mit Mag. Gregor Waidacher, Unternehmenssprecher

Mercedes Benz Österreich

Wie ist Mercedes Benz

Österreich mit der

Kooperation zufrieden?

Mag. Waidacher: Mercedes-Benz

Österreich ist seit 2007 Mobilitätspartner

der Mirno More Friedensflotte

und stellt einen Sprinter

Mannschaftsbus zur freien

Verfügung. Wir stehen voll hinter

diesem sozialpädagogischen

Segelprojekt für benachteiligte

Kinder und Jugendliche und

sind mit dieser Kooperation

hochzufrieden. Wir sind überzeugt, dass diese unbeschwerten

Tage am Segelschiff das Leben der jungen

TeilnehmerInnen nachhaltig bereichern. Der Teamgeist

wird geweckt, Freundschaften werden geschlossen, Vorurteile

werden buchstäblich über Bord geworfen.

Sie unterstützen jetzt auch den Verein World Peace

Fleet durch ein neues und zusätzliches Sponsoring -

engagement. Was sind Ihre Beweggründe dafür?

Ein Sponsoring-Schwerpunkt von Mercedes-Benz Österreich

liegt in der Unterstützung und Förderung von Kindern

und Jugendlichen, die mit schwierigen Verhältnissen

zu kämpfen haben. So sind wir auch Partner eines

SOS-Kinderdorfes und erarbeiten gerade ein integratives

Sportprojekt im Raum Salzburg. Wenn nun der Gründer

der Friedensflotte, Christian Winkler, seine Idee in die Welt

hinausträgt, sind wir auch hier zur Stelle. Wie gesagt, wir

halten diese Idee für zukunftsträchtig und fördern nun

quasi den Export.

Wie beurteilen Sie die Chancen, dass die weltweite

Verbreitung des Projektes mittels der „Social

Franchising“-Methode gelingt?

Ich denke, dass bei einem so weitreichenden Projekt wie

der World Peace Fleet die „Social Franchising“-Methode

das Mittel der Wahl ist. So kann einerseits durch die Lizenzvergabe

die Einhaltung von Qualitätsstandards gesichert

werden, andererseits können Lizenznehmer die

langjährigen Erfahrungen optimal nutzen.

Welche Möglichkeiten zum Ausbau der neuen

Kooperation sehen Sie?

Das ist eng mit der mittelfristigen Entwicklung des Projekts

verknüpft. Mercedes-Benz Österreich hat bei der

World Peace Fleet nun als erster Sponsor „angeheuert“.

Wir sind weiterhin in engem Kontakt mit Christian Winkler

und werden selbstverständlich weitere Ausbaumöglichkeiten

diskutieren.

1

Eine Idee für die ganze Welt

Absehbar sind derzeit folgende Partnerprojekte:

Mirno More Peace Fleet New Zealand, Oktober 2011, Bay of Islands,

veranstaltet von Klaus Kurz, TO-Stützpunktleiter in Russel und Inhaber

der Firma „New Horizons“. Mirno More Peace Fleet Singapore,

noch undatiert, veranstaltet von Jörg Kalisch, TO-Stützpunktleiter

in Singapur und Inhaber der Firma „Dexteritas – Marine Supply

Services“. Mirno More Friedensflotte Ostsee, Sommer 2012, veranstaltet

von einem Interessentenkreis aus privaten Schiffseignern,

wobei die rechtliche Basis (Vereinsgründung) noch aussteht.

Weitere Anfragen laufen z.B. in Niederlande (Ijsselmeer), Chile, Karibik

etc. Die Zielsetzung für 2011 ist die Veranstaltung von zumindest

drei Pilotprojekten.

Das Problem bei dem jungen Projekt ist vor allem die Finanzierung.

Trotz der großen Sympathie, die dem Projekt allseits entgegengebracht

wird, und trotz erster Erfolge im Sponsoring (Mercedes Benz

Österreich steigt ein) ist die Startphase des neuen Vereins World Peace

Fleet äußerst schwierig.

Die Lösung für die Startprobleme erhofft sich der Verein World Peace

Fleet vor allem durch Solidarität seitens der österreichischen

Segelszene. Hier ist die Erfolgsgeschichte der

Mirno More Friedensflotte am besten bekannt,

und hier kann wohl auch am besten eingeschätzt

werden, was ein Gelingen der weltweiten

Verbreitung bewirken würde: sowohl der österreichische

Segelsport, als auch das Image unseres

Landes könnten davon profitieren. Und

tausende Kinder sowieso.


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36

Man kennt Peter den Großen als

begeisterten Seemann – aber Hand aufs

Herz, was wissen Sie sonst noch über die

maritime Vergangenheit Russlands?

Wir schauten in die Geschichtsbücher und

entdeckten Erstaunliches …


People

37

Als der Zar

Schiffszimmermann

Text: Joachim Feyerabend

wurde

Fotos: Shutterstock (1)

Der erste Akt der komischen Oper „Zar und Zimmermann“

zeigt den russischen Zaren Peter I., später „der Große“ genannt,

als Zimmermannsgesellen auf der holländischen Schiffswerft

Saandam. Und im niederländischen Städtchen Zaandam

begann in der Tat die Karriere des wirklichen, im Jahr 1672 im

Moskauer Kreml als 14. Sohn des Alexei Michailowitsch geborenen

Pjotr Alexejewitsch Romanow. Der Aufstieg des jungen

Mannes zum „Zar aller Russen“ signalisierte zugleich den

Eintritt der östlichen Großmacht in den illustren Kreis der

seefahrenden Nationen.

Der junge Peter, 1682 zum Zaren ernannt, baute bereits in jungen

Jahren eine schlagkräftige Armee auf. Zu ihr gehörte auch die

jahrhundertelang stiefmütterlich behandelte Marine. Seine hautnahe

Bekanntschaft mit Salzwasser machte Peter während einer

Schiffsreise nach Kolomensk, später segelte er von Wologda nach

Archangelsk und erlernte nach dem Zaandam-Abstecher in Amsterdam

das Handwerk des Schiffszimmerers in der Krummendiker

Werft der Ostindischen Kompanie. Dort arbeitete er am Bau

der russischen Fregatte Peter und Paul mit.

Ich wäre lieber Admiral in England als Zar in

Russland. Im Zweiten Nordischen Krieg der Ostseeanrainer

um die Vorherrschaft im Baltischen Meer (1700–1721) gelang

es ihm, nach zahlreichen Niederlagen in der Schlacht von

Poltawa, den Zugang zur Ostsee zu erstreiten, schließlich

Schweden als beherrschende Macht auf dem Baltischen Meer

abzulösen und seinem König König Gustav III. große Teile

Südfinnlands abzujagen.

1703 gründete er Stadt und Hafen St. Petersburg am Fluss

Neva mit seiner Mündung in die Ostsee. Bis zu diesem Zeitpunkt

hatte Russland nur im Süden Zugang zum Schwarzen

Meer, an seiner Nordflanke zur meist vereisten Barentsee sowie

dem Ochotskischen Meer und im

äussersten Osten über Wladiwostok

zum Japanischen Meer

und zum Beringmeer. Von

hier aus war auch der Pazifik

zu erreichen.

Innerhalb von zwei Jahrzehnten

beherrschte die

von Zar Peter aufgebaute

russische Flotte mit 34 Linienschiffen,

15 Fregatten

und 800 Rudergaleeren die

Ostsee. Auch auf dem

Schwarzen Meer setzte

sich Russland mit der russisch-baltischen

Flotte unter

Leitung des Grafen Alexei

Orlow als Seemacht zur

Zeit von Katharina der Großen

durch. In der Seeschlacht von

Cesme besiegte die russische

Flotte 1770 die Osmanen und

vernichtete den Großteil der

türkischen Marine.

1 Peter der

Grosse, Gründer

der russischen

Marine und

von St. Petersburg.

1


38

2

1

Lieber Admiral in

England als Zar

in Russland

Die Liebe des Zaren Peter zu Schiffen dokumentierte sich auch

in der Gründung des St. Petersburger Neva Yacht Clubs „Nevsky

Flot“ im Jahr 1718, zwei Jahre vor dem Royal Cork Yacht

Club in Irland. Damit waren die Russen die ersten Segler auf

dem Globus, die den Yachtsport in einem Club organisierten.

1892 wurde ein weiterer Club ganz nach englischem Vorbild

gegründet, der Imperial St. Petersburg Yacht Club. Er hatte 19

Mitglieder, alle aus dem Adelsstand, und verfügte über fünf

Segelyachten. 1892 wurden für große Cruising-Yachten Wettbewerbe

veranstaltet. Die Tradition endete allerdings jäh mit

der kommunistischen Revolution. Der heute wieder existierende

Neva Yacht Club wurde 1958 erneut ins Leben gerufen.

In den Niederlanden waren die offiziellen Stellen froh, dass

sich Peter während seiner Lehrzeit ständig auf der Werft auf-

3

hielt und die offiziellen Ereignisse und Bankette ignorierte.

Denn der Zar pflegte sich regelmäßig total zu betrinken und

ass mit den Händen. Den Gesandten einer anderen Macht

empfing er in der Takelage des Fregattenneubaus in einfacher

Arbeitskleidung, einen Teertopf um den Bauch gebunden und

nahm das Beglaubigungsschreiben in luftiger Höhe in seine

1 Prunkvolle Aufbauten sorgten für Luxusfeeling.

2 Flügel an Back- und Steuerbord: prunkvolle Salons im Doppel.

3 Drei Maschinen, drei Propeller, 10 Knoten Geschwindigkeit für die Ladivia.

4 Querschnitt durch die Zarenyacht.

4


WegWeisend in jedem detail.

Revier

39

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40

2

1

3

4

Teer verschmierten Hände. Er war ein begeisterter Seemann

und äußerte während seiner späteren Regierungszeit einmal,

nachdem er sämtliche nautischen Neuheiten Großbritanniens

und den Kanonendrill an Bord der Schiffe studiert hatte: „Ich

wäre lieber Admiral in England als Zar in Russland.“

Der mari time Startschuss des Zaren führte dazu, dass die Wikinger-Gründung

Russland durch den Nordmänner-Stamm

der Rus eigene Seefahrer und Entdecker hervorbrachte, deren

wohl bekanntester der deutsch-baltische Admiral Adam Johann

von Krusenstern (1770–1846) ist.

Krusenstern führte die erste russische Weltumsegelung von

1803 bis 1806 an. Zu seinen Entdeckungen gehören die Insel

Hokkaidõ (damals Jesso), die Erforschung der La-Pérouse-

Straße, der Küste der Insel Sachalin, der Kurilen, der Aleuten

und der Ostküste Kamtschatkas.

Das heutige Segelschulschiff der russischen Marine, die Krusenstern

(ehemals die deutsche Viermastbark Padua), ist nach

diesem Seehelden benannt. 1787 und 1790 hatte Krusenstern

an den Kriegen gegen Schweden teilgenommen und von 1793

bis 1799 im Dienst der britischen Flotte in Nordamerika, Afrika

und Asien gestanden.

Der letzte Zar des Riesenreiches, Nikolaus II., beispielsweise

verbrachte fast den ganzen Sommer über an Bord seiner Yacht

Standart auf der Ostsee und ließ den Thronfolger, Zarewitsch

Alexej, ständig in Matrosenuniform auftreten. Er litt zwar an

Seekrankheit, gleichwohl harrte er an Bord aus. Täglich kamen

Kurier schiffe aus St. Petersburg längsseits, ganz konnte sich

der Herrscher von den Tagesgeschäften nicht freimachen.

Für das Schwarze Meer hatte sich Nikolaus II. eine sehr ungewöhnliche

Yacht bauen lassen, die von oben gesehen fast kreisrund

wirkende Ladivia. Sie galt in ihrer Zeit als Wunder an

technischen Neuerungen. Entworfen hatte sie Vizeadmiral

Alexander Popow, der dabei von seinen schwimmenden, runden

Geschützplattformen ausging.

Die Fähigkeit, schwere Kanonenlasten tragen zu können und

die rundliche Form waren dazu angetan, die Rollbewegungen

stark zu reduzieren und kamen so der Seekrankheit des Zaren

entgegen. Zudem gestattete sie nach der Schiffbauformel „Breite

statt Länge bringt das größte Platzangebot“ ungewöhnlich

große und luxuriös ausgestattete Räume, in denen unter anderem

backbord und steuerbord in den privaten Suiten ihrer

Majestäten je ein Konzertflügel untergebracht war. Außenbords

Der älteste Yachtclub der Welt ist russisch


Russland maritim

Admirale, Weltumsegler und Polarforscher

Weitere Entdecker und Seefahrer sind in alphabetischer Reihenfolge:

Pjotr Fjodorowitsch Anschu (1796–1869, Neusibirische Inseln),

der Deutsch-Balte Karl Ernst von Baer (1792–1876, Erforschung

der russischen Fischbestände), der Forscher Fabian Gottlieb von

Bellinghausen (1778–1852, Reisen bis zum 70. Südlichen Breitengrad,

Verbandschef der Ostseeflotte), der bei den Northbrok-Inseln

verschollene Arktisforscher und Marineoffizier Georgi Lwowitsch

Brussilow (1884–1914), Semjon Deschjnow (1605–1673), der als

erster, 80 Jahre vor Vitus Bering und 130 Jahre vor James Cook,

die Beringstrasse überquerte. Matwei Matwejewitsch Gedenschtrom

(1780–1845) erforschte die Flussmündungen von Jena und

Kolyma und die neusibirischen Inseln. Er gilt als Mitbegründer der

irrtümlichen These, dass um den Nordpol eine eisfreie Zone herrsche.

Alexander Wassiljewitsch Koltschak (1874–1920), Admiral

der russischen Marine und Befehlshaber der Schwarzmeerflotte,

unternahm Erforschungsfahrten in der Arktis.

Der Deutsch-Balte Otto von Kotzebue

(1788–1846) leitete zwei

russische Weltumsegelungen

und hatte an der ersten unter

Krusenstern teilgenommen.

Chariton Prokofjewitsch Laptew

(1700–1763) forschte in der

Polarregion ebenso wie sein

Cousin Dmitri Laptew, Admiral

Michael Petrowitsch Lasarew

(1788–1851) begleitete Bellinghausen,

Juri Fjodorowitsch Lisjanski

(1773–1837) war unter

5

Krusenstern Kommandant des

Schiffes Neva und übersetzte das englischsprachige Buch der

Segelschiffstaktik von John Maxwell ins Russische. Fedor Lütke

(1797–1882) leitete die vierte russische Weltumsegelung und

entdeckte zahlreiche pazifische Inseln im heutigen Mikronesien.

Admiral Stepan Ossipowitsch Makarow (1849–1904) forschte in

der Polarregion und machte sich für die Nutzung des Nördlichen

Seeweges stark. Er entwarf den ersten Eisbrecher Russlands, die

Jermark. Alexander Theodor von Middendorff (1815–1894) er -

kundete den Amur-Oberlauf und die Küsten des Ochotskischen

Meeres. Nikolai Nikloajeitsch Miklucho-Maklai (1846–1888) widmete

sich der Südsee. Dort wurde er bei den Papuas wie ein Halbgott

verehrt und in seiner Heimat als „der Mondmann“ bekannt.

Athanasius Nikitin reiste schon im 15. Jahrhundert nach Indien

und beschrieb die Fahrt als „Die Reise hinter die drei Meere“. Der

Kosake Permjakow Jakow (gest. 1712) segelte entlang der sibirischen

Küste und entdeckte dort mehrere Inseln.

Demid Pjanda (gest. 1637) gilt als einer der grössten Entdecker

Sibiriens. Er befuhr rund 8000 Kilometer der Lena und einiger bis

dahin unbekannter Flüsse. Wassili Wassiljewitsch Prontschischtschew

(1702–1736) suchte als Marineoffizier die Nordostpassage.

Nikolai Petrowitsch Resanow (1764–1807) nahm Aufgaben in

Russisch-Alaska wahr. Fjodor Rosmyslow (gest. 1771), russischer

Seefahrer und Polarforscher, unternahm eine Expedition nach

Nowaja Semljas und erkundete Meerengen, ebenso wie Wladimir

Alexandrowitsch Russanow (1875–1913), der durch die weitere

Erforschung Nowaja Semljas zu Ruhm kam. Jakob Sanniko (1780–

1812) erforschte die Neusibirischen Inseln. Auch Grigori Iwandowitsch

(1747–1795) forschte in diesem Gebiet. Grigori Iwanowitsch

Schelichow organisierte ab 1775 Handelsfahrten zu den

Kurilen und Aleuten und leitete die Kolonie Russisch-Alaska.

Juli Michailowitsch Schokalski (1856–1940), Marineoffizier, Ozeanograf

und Kartograf, machte sich um die Nordostpassage verdient,

ebenso wie Georgi Jakowlewitsch Sedow (1844–1914),

nach dem ein Segelschulschiff benannt ist. Eduard Toll (1858–

1902) befuhr die Neusibirischen Inseln, Semjon Iwanowitsch

Tscheljuskin (1700–1764) Kamtschatka, wie auch Alexei Iljitsch

Tschrikow (1703–1748), der als Mitentdecker Alaskas gilt. Weitere

Teile der Arktis erkundeten Nikolai Urwanzew und Georgi Uschakow.

Als Kommandant des ersten Eisbrechers Jermak machte sich

Michail Wasiljew einen Namen. Boris Wilkizki, (1885–1961),

versuchte, die Durchfahrt von Wladiwostok nach Archangelsk zu

erzwingen, scheiterte jedoch im Eis vor Kap Tascheljuskin. Als treuer

Marineoffizier des Zaren emigrierte er in den Westen.

hingen elf Beiboote und Barkassen für jeden Zweck. Die Riesenflunder

war 71 Meter lang und 47 Meter breit. Mehrere

Dampfmaschinen und drei Schrauben brachten den Koloss auf

eine Geschwindigkeit von fast 16 Knoten. Die englische Werft

John Elder & Co in Glasgow hatte sie in nur einjähriger Bauzeit

fertiggestellt. Der Zar hat sie leider nie betreten, er wurde

vorher ermordet. Die Ladivia wurde 1926 verschrottet.

1 Kaiser Wilhelm II., Yacht- und Kriegsschiffsnarr der Deutschen, zusammen

mit seinem russischen Kollegen Zar Nikolaus II.

2 Admiral Adam Johann von Krusenstern.

3 Zarewitsch (Kronprinz) Alexej, der den ganzen Sommer in Matro -

senuniform rumlaufen musste.

4 Zar Peter der Grosse, der das Schiffbauerhandwerk in Holland erlernte

und im 17. Jahrhundert die Marine aufbaute.

5 Otto von Kotzebue (1788–1846).


42

VonWien nachVolos

Text und Fotos: Dominic Marsano

OCEAN7 Regatta-Redakteur Dominic Marsano (39) und der Filmschaffende Andreas Handl sind EM-Dritte, WM-

Sechste und dreifache Staatsmeister im Shark 24. Jetzt planen sie das ganz große Abenteuer: Mit ihrer 7,31 Meter

langen Shark namens AUTO wollen sie über die Donau, das Schwarze Meer und den Bosporus bis nach Volos in

der Ägäis segeln. Rund 1.600 Seemeilen – und damit soll noch lange nicht Schluss sein ...

Wenn sie das lesen, sind wir längst über alle Berge. Hoffentlich

und im Idealfall als dottergelbes Treibgut in Richtung Donaudelta

unterwegs, aber so genau lässt sich das gegenwärtig nicht

sagen. Zehn Tage vor dem 2. April wissen wir immer noch

wenig bis gar nichts über das, was auf uns zukommt.

Seglerisch eher zwischen der Luvtonne und dem Leegate beheimatet,

können wir bei Zonen und Überlappungen bestens

mitreden und ein Boot versuchsweise schnell machen. Aber

mit ausgebeulten Tüchern, zwei halb funktionellen

Außenbordern und einer 37-jährigen Lady zwölf

Wochen quasi in ein und dieselbe Richtung

zu schippern und dabei keinen Gegner

im Visier zu haben, ist definitiv

Neuland.

Cruisen statt Racen ist

angesagt, bedeutet

Gleiten und ja

nicht Hetzen. In

Gegenden, die

zwar quasi vor der Haustüre liegen und trotzdem nie oder nur

oberflächlich besucht wurden. Da tauchen zwangsläufig Fragen

auf. Ich weiß nicht, was sich die Jungs von Werkhof-Diskontmarine

gedacht haben, als wir mit unserer Liste vor ihnen

herumgehampelt sind, aber sie waren extrem freundlich und

irgendwie auch sehr geduldig. Mittlerweile sind wir per du,

haben alles und mehr: Lifebelts, Feuerlöscher, Radarreflektor,

Rettungsring, Ankerleine, Top-Licht, Navi-Gerätschaft,

Kanister, zwei Blechnapfe, fünf Kilogramm Nirosta

Schrauben, Sikaflex und und und. Jede Menge nützliches

Klumpert, aber trotzdem nicht aller Tage

Abend. Es sind noch weitere Kleinigkeiten zu

klären, zum Beispiel ob wir den entgegenkommenden

Donauverkehr steuerbord

oder backbord passieren lassen, ein

Solarpanel den Strombedarf

auch wirklich abdeckt

und wie man

sich Seekarten gene-

1


PEOPLE

43

rell zu Nutze macht. Auch die Schleusenzeiten oder die Höhe

diverser Brücken sind Thema und es scheint irgendwie als ob

die derzeitige Planlosigkeit auch noch am Tag der Abfahrt mit

von der Partie ist. Das macht aber nichts, denn fest steht, dass

zwischen der Marina Wien und Volos knapp 2.000 Seemeilen

Platz haben und ausreichend Zeit bleibt, dem Leben einen

auszugeben. Und genau darauf kommt es an.

Hausverstand mit Leatherman. Der eine spart

auf bessere Zeiten und die goldene Ananas, der andere

investiert seine ehrlich verdienten Scheine in das, was

von der Werbung als unverzichtbar angepriesen wird

und bisweilen sogar von Nutzen sein kann. Andere wiederum

kaufen die Ware Zeit. Drei Monate, um genau zu

sein, womit vom Aussteigen keine Rede sein kann. Aber der

Alltag wird anders gewuchtet und sich auf die Fragen,

wo wir am Abend andocken, wie wir auf die Gegebenheiten

reagieren und was tagsüber auf den

Teller kommt, beschränken. Kein Wecker, kein

Verkehrsstau, keine Termine, keine Abgabefristen,

keine E-Mails, kein Telefon. Der

Plan ist simpel und macht Sinn: Wir atmen

ein und atmen aus, wollen sehen

und staunen, werden uns tagsüber

von Strom, Wind und Welle treiben lassen und während der

Nacht eher ankern, um ja nichts zu versäumen. Es gilt, sich in

Erinnerung zu rufen, wie gut es das Leben mit uns meint und

es in Kombination mit der genialsten Fortbewegung nach

Herzenslust auszukosten. An so etwas zu denken ist ziemlich

leicht gefallen, die Kurve tatsächlich zu kratzen und vor allem

die sieben Zwetschken zusammenzubekommen

war und bleibt unweit aufwändiger.

Wir haben den wasserrechtlichen Auflagen

der MA 58 Folge geleistet, den nervenaufreibenden

Papierkrieg gewonnen und das

Schiff tatsächlich vermessen bekommen.

Die sieben Meter lange Schüssel sollte

dicht sein und wird auf dem Weg an die

Schwarzmeerküste in einen hochseetauglichen

Zustand gebracht.

Wir treffen Freunde

in Istanbul, haben gehört,

dass der Bosporus zu

1 Dominic marsano.

Der Redakteur.

2 Andreas handl.

Der Filmschaffende.

2


44

Wien

Volvos

und Leatherman ein devotes learning by doing und bekommen

das schon irgendwie gebacken. Das wäre insofern von Vorteil

und an sich auch notwendig, weil das Schwarze Meer und die

Ägäis eben nicht der Neusiedler See sind und wir in Sachen

Cruiserskills ziemlich minderbemittelt durch die Gegend

schippern.

den verkehrsreichsten Schifffahrtsstraßen zählt, keine Ahnung

vom Marmarameer und dürfen das Boot bei einem Kumpel in

Volos parken. Mehr an Recherche und Vorbereitung war nicht

drinnen. Was blieb, waren jede Menge offener Punkte und das

Wissen zu wenig zu wissen. Aus diesem Grund kommt zwangsläufig

Plan B zur Geltung. Wir betreiben dank Hausverstand

Keine Modeschau. Die interessanteste Frage war jene

nach dem Platz. Sie ließ sich mit „zu wenig“ recht schnell beantworten,

was zu einer spartanischen Einrichtung führt und

uns viele Entscheidungen erspart hat. Dinge, die zwingend mit

müssen, haben gegenüber jenen, die wir ganz gerne mitgehabt

hätten, den Vorzug erhalten. Ganz einfach.

Die Backskiste ist mit zwei Außenbordern und Kanistern voll

gerammelt, unter Deck geht die Tupperware-Party ab. Ob

Werkzeug, Medikamente, Geschirr oder Nahrungsmittel, alles

ist in Plastik und zwischen den beiden Kojen gelagert. Im

Vorschiff sind die Segel und das Ölzeug, dazwischen die Batterie,

ein paar Ersatzteile, die Ausgeh-Panier und aus. Eine

Mit Hausverstand und Leatherman

werden wir das schaffen


Yachtcentrum

PEOPLE

45

Rettungsinsel ist sich zum Beispiel nicht mehr ausgegangen.

Das ist zwar dumm, lässt sich aber aufgrund unserer konservativen

Wege rechtfertigen. Wir meiden Nachtfahrten, gondeln

die Küsten entlang und wollen mögliche Einkehrschwünge

vorab definiert wissen.

Dabei sollten uns der ständige Blick fürs Wetter und der Tiefgang

von lediglich einem Meter zu Gute kommen. Zudem wird

das Beiboot zur Rettungsinsel umfunktioniert. So stellen wir

uns das zumindest vor und hoffen, uns niemals an die Gummischläuche

schnallen zu müssen. Was definitiv auf der Strecke

bleibt, waren die Dinge des täglichen Gebrauchs, eine Modeschau

geht sich demnach für beide nicht aus.

Als Luxusgüter haben zwei Angeln, eine Harpune, ein Schachbrett,

Bücher und jede Menge Papier überlebt. Aber die Zeit,

sich ablenken zu wollen, ist aufgrund der vorüberziehenden

Eindrücke ohnehin rar. Zehn Länder gibt es zu bestaunen,

allein entlang der Donau müssen wir achtmal die Fahne wechseln.

Mit Bratislava, Budapest und Belgrad steuern wir drei

europäische Hauptstädte an, mit Istanbul die weltweit einzige

Metropole, die sich auf zwei Kontinenten befindet. Das

Schwarze Meer, in das die Adria beinahe viermal rein passt, ist

über den Bosporus mit dem Marmarameer und in Folge mit

den Dardanellen und der Ägäis verbunden. Eine Menge Wasser

und viel Zeit für die Natur, dem gegenüber und sich selbst.

Der Bordalltag wird auf unserer Shark 24, die den Namen

„Auto“ trägt, aber auch auf „Mutti“ hört, eventuell ein wenig

unbequem.

Ob alles so passiert, wie wir uns das ausgemalt haben? Lernen

wir zehn Fremdsprachen, oder kommen wir doch mit Händen

und Füßen ins Reden, wird es kalt, warm, windig und beißen

die Fische?

Laut Plan sollten wir Ende Juni zurück sein. Eventuell früher.

Das „Auto“ lassen wir in Volos, eines Tages soll es uns nach

Portugal bringen. Aber eines nach dem anderen und schön der

Reihe nach. Unweit des Donaudeltas zählen andere Gedanken.

Welche das sind, wird hier in OCEAN7 nachzulesen sein. Ab

Juli und unter Garantie gefühlsecht.

1 imposant. Vergleicht man die geplante Strecke mit der Winzigkeit der Shark

24, stockt fast der Atem.

2 bescheiden. Komfort ist auf dieser Reise eine Mokkamaschine auf einem

Gaskocher und eine Winsch, natürlich nicht selbstholend.

Mehr als nur Segeln. CRUISER 36.

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46

Die Hektik der Vorbereitungen ist vorbei:

Das Boot und seine Skipper sind fertig

für die große Reise und wir sind in

unserem schwimmenden Heim und in

einem neuen Leben angekommen.

Angekommen

ÖSTERREICHER

unterwegs

am

Anfang

Birgit Hackl (32) und Christian Feldbauer (34)

berichten aus Kroatien. Als wir vor vier Jahren den Entschluss

fassten um die Welt zu segeln, hatten wir weder Segelerfahrung

ÖSTERREICHER

noch ein Boot. Nur mit Bücherwissen bewaffnet, kauften

wir dann 2008 eine 20 Jahre alte, 41 Fuß große Blauwasseryacht

unterwegs

(Sparkman & Stephens Design) aus Aluminium und segelten sie

zu dritt – sprich ein unerfahrenes Seglerpaar und eine Schiffskatze

– von Mallorca nach Kroatien (OCEAN7 Mai/Juni 2010,

www.pitufa.at). In den folgenden drei Jahren sammelten wir

Segelerfahrung, bastelten an unserer PITUFA herum und sparten

für die Reisekasse.

Als wir nach unserem ersten Segeltörn die Bilge gründlich putzten,

fiel uns ein weißes Pulver auf. Salz? Leider nein, das im Kiel

unserer PITUFA gelagerte Blei hatte mit dem Aluminium-

Rumpf reagiert. Anders als der rote Rost bei Stahlschiffen ist

Korrosion bei Aluminium unscheinbar weiß und deshalb umso

heimtückischer. In Kroatien stellte sich heraus, dass die Lochkorrosion

sich durch sechs mm Aluminium ganz nach außen

gefressen hatte. Wir waren am Boden zerstört und unser ganzes

Österreicher

unterwegs

Unternehmen war in Gefahr. Punktuelle Reparaturen mit dem

Restrisiko eines Kielbruchs kamen vor einer Weltumsegelung

nicht in Frage. Nur eine zusätzliche Ummantelung des gesamten

Kiels mit Aluminiumplatten konnte unsere PITUFA noch retten.

Klaudio Krivičić von Lumbrico aus Pula nahm sich unseres

Problems an, organisierte Schweißer und stand uns auch bei allen

weiteren Reparaturen mit Rat und Tat zur Seite. Während sich

draußen die Schweißer um den Kiel kümmerten, begannen wir

die Arbeit an den übrigen „Baustellen”.

Nach einigen bangen Wochen an Land kam unsere Pitufa

dann stärker denn je wieder zurück ins Wasser. Trotz der umfangreichen

Ausstattung, die bereits beim Kauf vorhanden war

(Windfahne, Radar etc.) kamen noch diverse neue Projekte auf

uns zu. Ein Geräteträger am Heck, eine Badeleiter, weitere Solarpanele,

ein Windgenerator, ein neuer Kühlschrank, ein Watermaker,

ein Satz neuer Segel der kroatischen Firma Dustom

d.o.o. (www.dustomsails.com) und andere Gerätschaften.

Parallel dazu lief unser Leben in Graz weiter. Wir arbeiteten

mehr als vorher, um möglichst viel Geld anzuparen, doch die

Abende und Wochenenden verbrachten wir mit Routenplanun-


PEOPLE

47

Pitufa

Twiganauten

gen, Internetrecherchen nach Ausrüstung und der Fertigstellung

unserer Homepage www.pitufa.at.

Besonders während des letzten Jahres hatten wir oft das Gefühl,

nur noch körperlich in Graz anwesend zu sein. In Gedanken

waren wir schon auf hoher See oder erforschten tropische Inseln.

Wir haben vor, grundsätzlich der Barfußroute zu folgen, uns also

von den warmen Passatwinden westwärts treiben zu lassen, aber

auch Abstecher zu seltener besuchten Destinationen sind geplant.

Diesen Sommer werden wir durch das Mittelmeer bummeln, uns

im September erstmals hinaus auf den Atlantik wagen und nach

einem letzten Stopp auf den Kanaren im Oktober die Atlantiküberquerung

angehen. Das ist zwar noch vor Ende der Hurrikan-

Saison, doch da wir nicht die Karibik, sondern Suriname ansteuern,

können wir uns südlich der Zugbahn dieser gefürchteten

Stürme halten. Suriname zieht uns an, weil sich noch nicht so

viele Segler in dieses angeblich freundliche Land mit einer multikulturellen

Gesellschaft und großen Flächen unberührten Regenwaldes

verirren. An Suriname reizt uns die Möglichkeit, auf

dem schiffbaren Flusssystem in den tropischen Dschungel vorzudringen.

Trotz aller Vorfreude plagten uns zwischendurch auch Zweifel.

Doch jetzt ist es soweit. Wir haben unsere Wohnung vermietet,

die Jobs aufgegeben, das Auto verkauft, Mitgliedschaften und

Daueraufträge geküdigt, eine umfangreiche Reiseapotheke und

Unmengen Vorräte eingekauft. Wir haben alle in unserer Macht

stehenden Vorkehrungen getroffen und die Unsicherheit fällt

von uns ab. Ja, wir sind gut angekommen – am Anfang unserer

Reise Richtung Horizont.

www.pitufa.at www.dustomsails.com

1 knochenjob. Der gesamte Kiel muss mit Aluplatten ummantelt werden.

1

Twiganauten

20°19‘ Süd, 40°17‘ West – hier befindet ich der unter

rot-weiß-roter Flagge segelnde Katamaran TWIGA

im Moment. Über ihre Reise abseits der Trampelpfade

berichten Helga und Peter.

Der Katamaran

TWIGA mit Helga

Langer und Peter

Bochnik an Bord hat

den Atlantik von Südafrika

kommend

überquert und an der

brasilianischen Atlantikküste

in Vitória

Baia do Espírito Santo

festgemacht. Hier will das ungewöhnliche Blauwasserpärchen

mit seinem bunten Schiff einige Zeit verweilen, um

anschließend die brasilianische Küste in nördlicher und

südlicher Richtung zu erkunden. Die TWIGA, ihr in Südafrika

für die lange Fahrt hergerichtete Schiff, verhielt sich

während der Atlantikpassage

tapfer und steckte den teilweise

sehr harten Seegang gelassen

weg. Die Stadt Vitória ist an einer

Flussmündung gelegen, in

der sich eine Insel mit der Altstadt

befindet, die nördlich gelegene

Bucht ist gut geschützt

und ermöglicht den Twiganauten

Helga und Peter einen gemütlichen

Aufenthalt vor weiteren

Abenteuern.

www.twiganauten.com


48

Lutine

Taurus

Southbound

Conny Schifter (22) aus Wien und ihr Lebensgefährte

Kai (25) sind seit Oktober 2009 auf großer Reise. Derzeit

befinden sie sich in der Gegend um Panama. Ihr Schiff

heißt LUTINE, ist 30 Fuß lang, Baujahr 1963 und somit

genau ein Jahr älter als ihre Crew zusammen. LUTINE

erfordert entsprechend viel Liebe, Aufmerksamkeit und

Arbeit. Größtes Problem war der Motor, der schließlich

ganz seinen Geist aufgab. So entschlossen sich Conny

und Kai kurzerhand, den bremsenden Propeller abzumontieren

und werden bei nächster Gelegenheit die defekte

Maschine ausbauen, die nicht nur 300 Kilo Ballast

bedeutet, sondern auch wichtigen Stauraum wegnimmt.

Conny Schifter berichtet von Bord der LUTINE:

Wir haben unsere Arbeit in St. Martin beendet und können nun

von dem verdienten Geld in unserer Tasche einige Monate leben.

Kais Familie, in Martinique auf ihrem Schiff MELODRA-

MA unterwegs, fliegt in ein paar Wochen von Trinidad zurück

nach Europa. Wir wollen soviel Zeit wie möglich mit ihnen

verbringen.

Richtung Tobago! MELODRAMA segelt in drei Seemeilen

Abstand an Steuerbord. Bilderbuchsegeln! Der

Wind ist etwas vorlicher als querqab, nur geringer

nördlicher Schwell, der zusammen mit dem

Strom die See angenehm ruhig erscheinen lässt.

In dieser behaglichen Situation wird mir bewusst,

dass das Meer wirklich tausend Gesichter

besitzt, denn nur zwei Wochen

zuvor mussten wir um

jeden Meter kämpfen.

Glücklich blicke ich dem

Sonnenuntergang entgegen, freue mich auf Tobago, bis jetzt

immer noch meine Lieblingsinsel in der Karibik.

Damit der Tag auch wirklich perfekt wird, läutet kurz nach

Sonnenuntergang der Fischalarm. Wir fangen einen wunderbar

fetten Thunfisch, der nach kurzer Inspektion eindeutig zu groß

für uns beide ist. Nachdem wir ihn zu Steaks verarbeitet haben,

rufen wir MELODRAMA per Funk und besprechen, wie wir

unseren Fang teilen können. Wir verlangsamen unsere Geschwindigkeit,

indem wir ein Reff ins Groß nehmen, MELO-

DRAMA geht etwas höher an den Wind und startet zur Sicherheit

den Motor. Nach kurzer Zeit sind die beiden Schiffe in

etwa 10 m Abstand.

Ich sitze am Steuer und halte einen genauen Kurs, während Kai

eine halbvoll mit Wasser gefüllte Plastikflasche an einer Wurfleine

befestigt. Am anderen Ende dieser Leine ist der restliche

Fisch, sicher verpackt in zwei Plastiksackerln. Nachdem die

Übergabe geklappt hat, geht MELODRAMA wieder auf Kurs.

Auch wir setzen das volle Großsegel und nehmen Fahrt auf.

In Store Bay, im Süden von Tobago, gibt es eine Gasfabrik, die

schnell und ohne Probleme unsere fünf Gasflaschen (blau, drei

kg) für 3,50 Euro aufgefüllt hat. Somit haben wir für die nächsten

fünf Monate Gas, das praktisch umsonst

ist. So etwas lässt das Herz eines Low-Budget-Seglers

höher schlagen.

Am Nordende von Store Bay ist Buccoo

Reef. Ein riesengroßes Korallenriff, an

dem die Wellen nur so brechen. Store

Bay ist ein guter Platz zum Kite- oder

Windsurfen. Wir probieren unseren

kleinen Drachen aus.

Es macht riesig Spaß, sich

durchs Wasser schleifen

zu lassen. Außerdem ist


PEOPLE

49

so ein kleiner Kite ein gutes Zubehör zu jeder Rettungsinsel.

Ein kleines Segel wie dieses würde endloses Driften am Ozean

um einiges verkürzen oder ist zumindest eine gute Beschäftigung

für frustrierte Schiffbrüchige.

Wir sind unterwegs Richtung Chaguaramas, Trinidad. Eine

leichte Brise weht fast die ganze Nacht durch, MELODRAMA

ist etwas hinter uns. LUTINE noch immer ohne Propeller

unterwegs und in Leichtwinden einfach schwer zu schlagen.

Kurz nach Sonnenaufgang sind wir der Küste sehr nahe, der

Wind stirbt jedoch komplett. Wir bergen unsere Segel und

driften. MELODRAMA motort auf uns zu. Rasch haben wir 30

Meter dehnbare Leine zwischen unseren Booten befestigt. So

kommen wir langsam und gemütlich in Chaguaramas an. Es ist

laut und ziemlich „busy“ hier. Viele Schiffe liegen vor Anker,

vielleicht warten sie auf einen Krantermin oder haben einfach

ein paar Reparaturarbeiten zu erledigen. Die ganze Szene ist

umrahmt von Rauch. Fast der ganze Wald um Chaguaramas

brennt, es sind Flammen, die in Bodennähe bleiben, nur die

kleinen Erdpflanzen verbrennen. Die großen Bäume bleiben

stehen und nehmen keinen Schaden – wird uns erzählt.

Wir verbringen zwei Wochen in Trinidad. Die meiste Zeit in

einer wunderschönen Bucht, gleich um die Ecke von Chaguaramas,

genannt „Scotland Bay“. Es ist nun Zeit, Abschied von

Kais Eltern und seinem Bruder zu nehmen. Oh, es fällt schwer!

Die letzten zwei Monate waren einfach zu schön. Im ersten

Moment von der plötzlichen Einsamkeit geschockt, brauchen

wir eine Weile, um zu entscheiden wohin es uns nun treiben

soll. Doch bald ist es entschieden: Wir segeln Richtung Westen!

Vor uns liegen Kolumbien, Panama und Costa Rica.

www.freewebs.com/lutine/

1

2

1 Alte Dame. 48 Jahre ist LUTINE. Das bedeutet endlos viel Arbeit, um das

Schiff seetüchtig zu halten.

2 in flammen. Waldbrand auf Trinidad – Rauchwolken schweben über der

tropischen Bucht Chaguarama.

Taurus

Die österreichische Segelyacht TAURUS befindet sich

zurzeit an der Südspitze Südamerikas, nach der Umrundung

des berüchtigten Kap Hoorns feiern Barbara

und Christoph Einspieler mit befreundeten Crews die

geglückte Umsegelung des gefürchteten Seegebiets.

In der malerischen Kulisse der südlichen Gletscher nutzen

die beiden jede Gelegenheit für einen Landgang, um die

eindrucksvolle Landschaft zu erkunden. Im Beagle-Kanal

ragen zu beiden Seiten der Fjordeinfahrten schroffe Granitwände

und Felsnadeln auf, aus jedem Sattel schäumen

Wasserfälle und am Ende erstrecken sich gigantische Gletscher.

Ihre Drinks kühlen die Segler in diesem Gebiet mit

1.000-jährigem Eis. Trotz der meist sicheren Ankerplätze

muss hier auf die heimtückischen Williwaws, unerwartete

Fallböen, geachtet werden. In einer kleinen Bucht mit eigenem

Wasserfall deponierten Barbara und Christoph nach

alter Tradition ihren Schiffsnamen auf einer Planke am

Baum und sind fasziniert von der kunstvollen Ausführung

mancher Schilder, die andere Crews hier hinterlassen haben.

Wegen der heftigen Böen mit bis zu 60 Knoten muss

die TAURUS gelegentlich mit fünf Landleinen und 50

Metern Ankerkette gesichert werden. Für einige Aufregung

sorgte sogar hier am Ende der Welt das Erdbeben in Japan

und die darauf folgende Tsunami, deren Auswirkungen

auch hier deutlich spürbar waren.

www.sytaurus.com

ÖSTERREICHER

unterwegs


50

oCEAN7 Service

Wetter im Taschenformat

Der Barigo MeteoGuide PRO ist eine vielseitige Wetterstation für unterwegs, mit der sich

jeder Motorbootfahrer oder Fahrtensegler seine persönliche Vorschau auf das aktuelle

Wettergeschehen machen kann.

Das handliche Gerät ist mit Schweizer Präzisionssensoren ausgerüstet und kann Windgeschwindigkeit,

Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und die Höhe

messen. Die Anzeigen können wahlweise in allen gängigen Maßeinheiten

angezeigt und ausgewertet werden. Zusätzlich besitzt der

MeteoGuide eine Uhr mit Weck und Stoppfunktion.

In dem spritzwassergeschützten

Gehäuse verbirgt sich

Hightech wie ein saphirgelagerter

Rotor zur Windmessung oder eine

spezielle Funktion, die mit Hilfe

des Taupunkts verrät, ob Nebel aufzieht.

Das nützliche Gerät kostet

169,90 Euro.

www.bernwieser.at

Hoch

glanz

Mit Schleif- und Poliermitteln ist die die Firma

Frei schon seit zehn Jahren tätig, Ambitionen

in der Pflege von Bootsrümpfen erlangte das

dynamische Team erst durch Erfahrung am

eigenen Leib, als es seinem Boot, einer Grand

Soleil 37, im Vorjahr ihr entsprechendes gepflegtes

Äußeres wiedergeben wollte.

Mit einem Spezialisten für Hochglanzarbeiten

entwickelten sie eine Produktpalette, die mit

wenigen, jedoch effektiven Arbeitsschritten den

alten Glanz wieder herstellte.

Nun werden die qualitativ hochwertigen Produkte

auch dem Yachtsport zugänglich gemacht.

Die Spezialpolituren sind erdölfrei,

lange UV-stabil und salzwasserbeständig.

Refit-Experten stehen nach Absprache jederzeit

zur Verfügung.

www.frei-schleifmittel.at

Sicher

versichert

Den wichtigen Fragen des

ausreichenden Versicherungsschutzes

hat sich das

Team von UNIQA intensiv

gewidmet. Aus den eigenen

Erfahrungen bei Segeltörns

und Regatten wurde ein Versicherungskonzept

entwickelt,

das genau auf die Bedürfnisse

von Chartercrews

abgestimmt ist. Bei allen

Charter- und Skipperversicherungen

ist das Regatta -

risiko mitversichert, ebenfalls

alle Segel, Beiboot mit

Außen bordmotor sowie

Grundberührung.

www.uniqa.at

www.charterversicherungen.at

Schuhe im Orkan

Die Decksschuhe der Firma Gaastra wurden bei einer spektakulären Aktion im Windkanal bei

dreizehn Windstärken getestet. Zwei Segelprofis stellten sich der Herausforderung von 133

Stundenkilometern Windgeschwindigkeit. Die neuen Gaastra-Segelschuhe bestanden den

Härtetest. Mit diesem ungewöhnlichen Verfahren konnte eindrucksvoll demonstriert werden, dass

die Schuhe auch bei Orkan sicheren Halt bieten und sich für die extremsten Bedingungen eignen.

www.gaastra.eu


NEWS SERVICE

51

Der Yachtspion

Mit der Monitoring-, Alarm- und Controll-Software

(M.A.C.) von GMM (Global

Maritime Management) können

alle Bordsysteme zusammen kontrolliert

werden. Mit einzelnen Modulen

kann das System individuell an Yachten

ab 35 Fuß Länge bis zu Super -

yachten angepasst werden. Es ermöglicht

sogar den ferndiagnostischen

Zugriff der Werften über das Internet.

Vercharterer können mit der M.A.C.-

Technik den Zustand ihrer Boote online

überwachen und ihren Chartergästen

dank Monitoring und Fern -

diagnose ebenfalls helfend unter die

Arme greifen. Außerdem erschließt

das System die Möglichkeit, die Yacht

auf ihrem Liegeplatz über den PC von

zu Hause oder aus dem Büro zu überwachen.

www.gmm-yacht.de

Auftrieb

Secumar, die Firma für Sicherheit auf See, feiert ihr 50-jähriges

Bestehen. Zu diesem runden Jubiläum hat das Unternehmen

eine seiner erfolgreichsten Automatikwesten

überarbeitet, aufgerüstet und mit mehr Auftrieb ausgestattet.

Mittels eines verbesserten Schwimmkörpers

und einer größeren CO 2

-Patrone wurde der Auftrieb

von bisher 150 auf 220 Newton erhöht. Die unaufgeblasene

Weste behindert die Bewegungsfreiheit

des Trägers kaum, im Ernstfall justiert sich der Rückengurt

automatisch und das über Bord gegangene

Crewmitglied wird an die Wasseroberfläche

in einer stabilen Lage gehalten. Die Arkona 220

kann wie eine normale Jacke angezogen werden

und wird mit dem patentierten Frontverschluss

gesichert.

www.marineservice.at

Ganz klein

Platz sparen ist auf Törns mit kleinen Schiffen immer ein

wesentliches Thema. Für solche Fälle bietet die Firma Yachticon

jetzt eine Faltschüssel aus stabilem Planengewebe. Sie

hat im entfalteten Zustand eine Größe von 33 x 33 und eine

Höhe von 19,5 Zentimetern. Das Fassungsvermögen der

wasserdichten Faltschüssel liegt bei etwa 15 Litern. Zusammengeklappt

misst sie nur 15 x 30 x 3 Zentimeter und ist

leicht zu verstauen. 11,95 Euro.

www.yachticon.de

Powerdive Vertrieb

Deutschland

Österreich

Schweiz

Karin Schwab

Bei den Lindenwiesen 50

D-72770 Reutlingen

Powerdive Tel. +49 Vertrieb (0)172 74 33 580

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E-Mail: office@powerdive.info

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52

Tourismus und

Umwelt –

eine ambivalente

Beziehung

Text und Fotos: Dr. Reinhard Kikinger


SERVICE

53

Die Sehnsucht nach fremden Ländern und Kulturen. Die Freude auf erholsamen

Urlaub und Entspannung. Der Wunsch nach Abenteuern, um dem

Alltag zu entfliehen. Das sind einige der Motive, die alljährlich Millionen von

Menschen zu Urlaubsreisenden machen. Die Ziele dieser Touristen sind

ebenso vielfältig wie ihre Ansprüche. Von Städte- und Kulturreisen bis zu

Antarktis-Expeditionen spannt sich der Bogen der Möglichkeiten. Angebote

für billigen Massentourismus finden sich ebenso wie ultimative Luxus-

Destinationen. Besonders begehrt sind Aufenthalte am Meer. Tropische Inseln,

weiße Sandstrände, blauer Himmel, majestätische Palmen – und davor das

Korallenriff im kristallklaren Wasser. All das gibt es. Noch, muss dazu gesagt

werden. Sind diese Naturjuwelen mit Tourismus verträglich?


54

1

Das Prinzip der „Recreational Succession“. Eine

kleine Gruppe Individual-Reisender entdeckt ihr Traumziel: ein

Gebiet unberührter Natur in fantastisch schöner Landschaft.

Da keinerlei Infrastruktur vorhanden ist, wird für den nächsten

Aufenthalt vorgesorgt: anstatt der Zelte einfache Unterkünfte;

und zumindest stundenweise elektrischer Strom. Da sich dieser

„Geheimtipp“ herumspricht, kommen zunehmend mehr Urlauber

in dieses Naturparadies. Um deren Bedürfnisse und

Ansprüche zu befriedigen, reicht die primitive Infrastruktur aber

nicht mehr aus. Neue und bessere Quartiere werden gebaut,

Restaurants errichtet, die Erreichbarkeit verbessert. Die Zahl

der Gäste nimmt stetig zu, ebenso das Ausmaß und die Qualität

der Infrastruktur. Allerdings leidet darunter die ökologische

Qualität dieses Ortes. Die Artenvielfalt schwindet, die Luft- und

Wasserqualität verschlechtern sich. Anderes Publikum mit anderen

Ansprüchen ersetzt die ursprüngliche „Entdecker-Gruppe“.

Diese zieht weiter, entdeckt anderswo ein neues Traumziel

und setzt dort die „Recreational Succession“ erneut in Gang.

Auf einem Planeten begrenzter Größe ist diese Entdeckung und

Erschließung stetig neuer Umweltparadiese nicht möglich.

Anstatt beständig neue Destinationen in den verbliebenen Naturresten

zu erschließen, wäre die nachhaltige Nutzung der

bestehenden Möglichkeiten das Gebot der Stunde.

2

Beispiel „Mariner Tourismus“. Segler, Surfer, Schwimmer,

Taucher, Schnorchler, Sonnenanbeter, Jetski-Raser, Miniund

Megayacht-Kapitäne, Fischer, Kreuzfahrtpassagiere: Sie

alle pflegen ihr Hobby im maritimen Umfeld. In vielen Fällen

„Wir zerstören was wir suchen, indem

wir es finden“. Das trifft auf jene Form des

Tourismus zu, der laufend unberührte Natur

als neue Destination erschließt.


SERVICE

55

wird das Meer schlicht als notwendiges Medium wahrgenommen,

um in oder auf ihm der geliebten Freizeitbetätigung

nachzukommen. Tatsächlich haben

die Meere und Ozeane aber wichtigere Funktionen,

als uns als Spielkiste, Transportweg und globaler

Mülleimer zu dienen. Sie versorgen uns mit

Nahrung; sie reichern die Atmosphäre mit dem

für uns lebensnotwendigen Sauerstoff an; sie haben

wesentlichen Einfluss auf die Wärmebilanz und

Klimaentwicklung; und sie sind der Lebensraum für

eine gewaltige Artenzahl von Organismen. Sobald

unsere Form der Urlaubsgestaltung eine dieser wichtigen

Funktionen des Meeres schädigt, sollten wir

innehalten und uns darüber Gedanken machen,

wie wir diese Schäden vermeiden oder zumindest

minimieren können. Das Ziel eines nachhaltigen

Tourismus ist neben dem wirtschaftlichen

Erfolg auch der langfristige Erhalt und Schutz

der natürlichen Ressourcen, die das Kapital

dieses Tourismus darstellen.

Beispiel Korallenriffe. Jeder kennt aus dem Fernsehen die

wunderbaren Korallenriffe, voll mit den buntesten Fischen, und

darüber tanzt noch ein Manta in der Strömung. Das will man

selbst auch erleben, und daher ziehen Korallenriffe massenhaft

Touristen an. Korallenriffe sind zweifellos gut für Tourismus.

Tourismus ist aber nicht unbedingt gut für Korallenriffe! Die

ohnehin durch Klimawandel und Versauerung der Meere gefährdeten

Riffe werden durch Tourismus, falls schlecht gemacht,

noch mehr geschädigt. Einige der Stressoren sind:

• Reef walking. Im Riff zu stehen oder zu gehen zerbricht die

Korallen. Kleine, junge Korallen sind mit freiem Auge nicht

zu sehen und werden zertreten.

• Sammeln oder Kauf von Muscheln, Schnecken, Korallenskeletten,

Haigebissen. Die Tiere werden dafür getötet, das

Riff wird artenärmer.

• Fischen. Das sollte den einheimischen, professionellen

Fischern zur Nahrungsversorgung überlassen werden. Das

Fischen im Riff als Freizeitunterhaltung ist abzulehnen.

1 Ruheplatz. Seeschwalben brauchen ungestörte Sandbänke als Ruhe-,

Schlaf- und Nistplätze. Genau diese einsamen, kleinen Sandinseln sind aber

auch als „Robinson Inseln“ oder „Barbecue Inseln“ bei Tagesausflüglern beliebt.

Ruhende oder nistende Seevögel verlieren dadurch stetig an Lebensraum.

2 Beobachten. Schwerelos im Wasser zu schweben und den Bewohnern

dieser uns fremden Welt zuzusehen, ist ein wunderbares Vergnügen. Wenn

man sich wie ein höflicher Besucher und nicht wie ein Plünderer verhält, können

dieses Vergnügen auch noch nachfolgende Generationen genießen (Federschwanz

Stechrochen, Hypolophus sephen).

3 Freundschaft. Auch mit Fischen kann sich Freundschaft entwickeln.

Manche Fische sind standorttreu und lernen bald, den Besuch aus der Oberwelt

als angenehme Abwechslung zu schätzen (Rundkopf Fledermausfisch, Platax

orbicularis).

3

Verheerend

Als sprichwörtliche „Elefanten im Porzellanladen“ trampeln

viele Touristen durch das Riff. Sie haben meistens keine

Ahnung, welch gravierende Schäden angerichtet werden,

wenn jahrein, jahraus mit Badeschuhen oder Flossen auf

den Korallen gestanden oder gegangen wird.


56

• Eutrophierung. Die Einleitung nährstoffreicher Abwässer

überdüngt das Riff. Als Folge werden die Korallen von

raschwüchsigen Algen überwuchert. Das Riff stirbt ab.

• Sedimentation. Bautätigkeiten an der Küste führen zu hoher

Sedimentbelastung der vorgelagerten Ökosysteme, mit

negativen biologischen Auswirkungen.

Jeder einzelne dieser Punkte ist ein Mosaiksteinchen in der

schleichenden Zerstörung des paradiesischen Korallenriffs, das

zu sehen wir von weither gekommen sind. Außerdem vermindern

diese zerstörerischen Umweltsünden das Potential des

Riffs, seine wichtigen Funktionen zu erfüllen:

• Die Küsten und Strände vor der erosiven Kraft der Wellen

zu schützen.

• Vielen Fischarten als Lebensraum und Brutgebiet zu dienen.

• Die Vielfalt an Wirbellosen zu erhalten, die den Fischen als

Nahrung dienen.

• Durch den Fischreichtum die Lebensgrundlage der lokalen

Fischer zu garantieren.

• Aufgrund seiner Attraktivität langfristig Einnahmen durch

Tourismus zu erzielen.

Ein Lösungsversuch. Für nachhaltige touristische Nutzung

ökologisch sensibler Destinationen muss das Prinzip der

„Recreational Succession“ durchbrochen werden. Komfort im

Urlaub muss nicht zwangsläufig auf Kosten der Umwelt gehen.

Wenn wichtige Umweltaspekte bei Planung, Errichtung und

Betrieb von Hotelanlagen und Resorts berücksichtigt werden,

wird das die Umweltschäden von Beginn an reduzieren. Auch

in bereits bestehenden Einrichtungen kann noch vieles in eine

1

Literatur

2

KINATSCHU, Kinder und Naturschutz im

Urlaub. Kleiner Artenschützer auf Reisen. Aktion,

Spaß und Spannung in der Natur. Bundesamt für

Naturschutz und TUI. Kostenlos und versandkostenfrei zu

bestellen bei: +49(0) 228 8491-4444, E-Mail: presse@bfn.de

ORAMS, M. (1999). Marine tourism. Development, Impacts and

Management. Routledge. 115pp. ISBN 0-415-13938-4.

WAIBEL, M., T. THIMM & W. KREISEL (Hsg.) (2005). Fragile Inselwelten.

Tourismus, Umwelt und indigene Kulturen. Pazifik Forum, Bd.9.

Horlemann Verlag. 254pp. ISBN 3-89502-204-7.

www.kuramathi.com/environment

www.tui-group.com/de/nachhaltigkeit


SERVICE

57

3

umweltverträglichere Richtung gesteuert werden. Die Erkenntnis,

dass intakte Umwelt einen Wert darstellt, wird zu einem

verantwortlicheren Umgang mit ihr führen. Ein mächtiges

Werkzeug ist Information. Die wenigsten Touristen verursachen

absichtlich Schäden. Sehr viele jedoch sind uninformiert

und gedankenlos in den Porzellanläden der Natur unterwegs

und hinterlassen dort eine Spur der Verwüstung. Gezielte Information

und Aufklärung vor Ort hilft nicht nur der Umwelt,

sondern verhilft auch den Gästen zu einer neuen Qualität ihres

Urlaubs. Dass dieses Konzept erfolgreich ist, kann der Autor

dieser Zeilen aus eigener, mehr als zehnjähriger Erfahrung auf

den Malediven bestätigen. Permanente Vorträge, Präsentationen,

Einsicht in Bücher und in mikroskopische Welten vermitteln

Gästen und Betreibern mehr Wissen über das delikate

Ökosystem ihrer Urlaubsortes bzw. ihres Arbeitsplatzes. Das

löst zwar nicht alle Probleme, ist aber ein kleiner Schritt in die

richtige Richtung.

4

1 Jedermanns Liebling. Alle wollen Meeres-Schildkröten sehen. Ähnliches

gilt für Delfine, Mantas und Napoleonfische. Diese spektakulären Tiere sind

daher vielerorts geschützt, da sie wichtige Devisenbringer im Tauchtourismus

sind (Echte Karettschildkröte, Eretmochelys imbricata).

5

2 Vorbildlich. Schnorcheln im Korallenriff ist nicht immer einfach. Die Korallen

reichen bis knapp unter die Wasseroberfläche. Um eine sichere Passage

zu ermöglichen, ist hier ein Schnorchelkanal angelegt. So kann ohne jede

„Feindberührung“ das Riff sicher und umweltfreundlich gequert werden.

3 Lebenslust und Urlaubsfreude. Tourismus kann zum Schutz der

Umwelt beitragen, denn oft garantiert nur eine intakte Umwelt langfristige

Einnahmen im Fremdenverkehr.

4 Verlorenes Paradies. So sieht der Strand in der Kernzone eines Meeres-

Nationalparks im Mittelmeer aus. Im Gegensatz zu biogenem Strandgut wie

Holz verrotten Kunststoffe nur sehr langsam.

5 Ignoranz. Das Hafenbecken einer Inselhauptstadt im Indischen Ozean. Der

Großteil dieses Mülls stammt nicht von Touristen, sondern von der einheimischen

Bevölkerung.


Drei Freunde

Text: Andrea Willen

gegen den

Rest der Welt

Marinepool wird 20. Die Modemarke von Seglern für

Segler fing klein an – und ist inzwischen Branchenriese.


Service

59

„Ich provoziere gern“, sagt Robert Stark und lächelt provokant.

So lächelt ein Erfolgreicher, einer, der es geschafft hat. Provoziert

hat er schon vor 20 Jahren, als er zusammen mit seinen

Freunden Gerhard und Stefan Eberle das Mode-Label Marinepool

lancierte. Drei junge leistungsstarke Sportsegler

forderten eine Branche heraus, die es sich zwischen Ölzeug

und brettharten Jacken bequem gemacht hatte. Das,

was die drei verband, waren das Segeln und eine richtig

gute Freundschaft. Robert segelte zusammen mit

Gerhard auf Lake Racern. Stark war der sportlich

erfolgreichste in dem Trio – als Deutscher Meister

und Vize-Europameister (Star) und Mitglied des

deutschen Nationalteams. Doch auch die Eberle-Brüder

gehörten zur nationalen Segel-Elite,

Gerhard war Deutscher Meister (Dyas) und

Stefan Deutscher Vizemeister (Tempest).

Robert Stark sagt, die Zeit als Leistungssportler

habe ihn geprägt, vor allem, weil er

unter die Fittiche von Heinz Nixdorf kam,

der ihm sportlich wie auch als Unternehmer

ein Vorbild war. „Durch ihn kamen wir

überall hin, wir lernten uns auch auf internationalem

Parkett zu bewegen“, erzählt

Stark. Neben dem Sport fing er schon früh

an, Geschäfte zu machen. „Meine erste

Firma, die hatte ich, glaube ich, mit fünfzehn.“

Einen guten Riecher für den Handel

hatte auch sein Freund Gerhard, der verkaufte

an Segelkumpel, was grade so ging.

Und dachte sich dafür den Namen Marinepool

aus. Der wurde zum Grundstein für das

Unternehmen, das die beiden Eberle-Brüder

im April 1991 zusammen mit Robert Stark

gründeten. Stark war der starke Mann im

Team, er hatte die Vision, eine richtige Marke

aufzubauen, eine, die um die Welt gehen sollte.

Die Idee zum Globus im Logo klaute er keck –

ihn inspirierte das FCKW-Zeichen auf einer Spraydose.

Doch um die Welt zu erobern fehlte noch etwas,

eine andere Ebene, etwas Emotionales,

Spirituelles. Und so wurde das Motto „Spirit of the

Ocean“ geboren.

Angefangen haben die drei mit einem Container voller

Bootsschuhe, dann kam die erste Jacke dazu. Stark hatte

gelernt, hatte mit Musto, Helly Hansen und Murphy & Nye

gearbeitet – und er wusste wie das Geschäft funktioniert. Inzwischen

führen Robert Stark und Stefan Eberle das Unternehmen

zu zweit, Gerhard hat neue Wege beschritten und ist

dem Unternehmen nur noch freundschaftlich verbunden. Das

ist inzwischen in 42 Ländern weltweit vertreten. Bis heute gibt

es bei der Gestaltung der Kollektion das, was er „den roten

Faden der Eigentümer“ nennt. Im Showroom schaut er schon

genau hin – sortiert auch mal ein Hemd aus der letzten Saison

aus. „Man bekommt einen Blick fürs Detail“, sagt er.

Das Unternehmen mag global agieren, doch letztlich sind die

Gründer an jedem wichtigen Punkt der Entwicklung immer

persönlich involviert. Stefan Eberle, der Innenminister, kümmert

sich unter anderem um die Produktion, um Stoffe, Materialien

und Verarbeitungsprozesse. Außenminister ist Stark, er

ist der Marketing-Mann, und sein Ressort ist vor allem die

Pflege der Marke. Und das Networking – denn das, sagt er, sei

ganz wesentlich das Geheimnis des Markenerfolgs. Zwanzig

Jahre nach dem Start ist das Unternehmen ein Branchenriese.

„Niemand weiß, wie Marinepool aufgebaut ist“, sagt Robert

Stark und lächelt vielsagend. „Außer dem Finanzamt.“

Man lässt im Ausland fertigen, dank Beteiligungen in China

auch viel in der Volksrepublik. Dort lasse sich zumindest in

engen Grenzen Einfluss auf die Produktion nehmen, dort sitzen

zum Beispiel keine Kinder an der Nähmaschine, denn das

will niemand bei Marinepool, nicht die Unternehmer, nicht die

Kunden. In Deutschland sind die kreativen Köpfe zu Hause,

Marketing und Vertrieb, insgesamt 42 Leute im Headquarter

in Martinsried bei München. Ein Unternehmen solchen Zuschnitts

hat es nicht leicht, sagt Stark: „Wir sind zu groß, um

Marinepool als Event-Partner

u. a. bei

· Extreme Sailing Series

· Class-1 World Powerboat Championship

· Louis Vuitton Trophy 2010

· Melges 24 Weltmeisterschaft 2010

· RC44 Austria Cup 2009 + 2010

· Travemünder Woche

· Match Race Germany

· German Dragon Grand Prix und Childhood Race

· Alle französischen nationalen Meisterschaften


60

2

2 3

Eine Marke erobert die Segelwelt

klein zu sein und zu klein, um groß zu sein.“ Marinepool ist

heute ein mittelständisches Unternehmen, wo die Chefs noch

immer viel selbst in die Hand nehmen. Aber auch sie haben

gelernt, dass sie andere brauchen. Das setzt Vertrauen voraus,

denn das Wachstum der Marke weckt auch Begehrlichkeiten

bei der Konkurrenz. „Wir sind belächelt worden damals. Und

jetzt sind wir sowas wie der Branchen-Primus“, sagt Stark, der

Außenminister.

Er macht tatsächlich „Außenpolitik“: Er ist weltweit unterwegs,

auch um Events zu entwickeln oder um Marinepool als Partner

bestehender Segelveranstaltungen ins Spiel zu bringen –

manchmal auch, um etwas ganz Neues zu schaffen. Bei den

Régates Royales in Cannes etwa bot Stark die Partnerschaft an,

als Sponsor und mit einer offiziellen Kollektion. Frankreich,

die größte Segelnation der Welt, ist ein wichtiger Markt. Auch

deshalb engagiert sich Marinepool bei der Vendée Globe – mit

glücklichem Händchen, wie Stark sagt. Der Stolz auf das Erreichte

ist ihm deutlich anzumerken. „Wenn man im New

Yorker Yacht Club Kataloge auslegen darf, wenn einem der

Commodore vom Yacht Club Costa Smeralda schreibt, dann

hat man doch was richtig gemacht“, sagt er.

Sein letzter Coup war die Zusammenarbeit mit Louis Vuitton

in Dubai. Marinepool hatte durch geschickte strategische Partnerschaft

das Privileg, die Regatta-Kollektion der Louis Vuitton

Trophy zu machen: „Weil wir im DMC Markenhoheit

haben.“ Die Zusammenarbeit mit Louis Vuitton bedeutet Stark

viel, sie symbolisiert vor allem das, was er sonst nur selten so

direkt formuliert: „Wir haben es geschafft.“ Längst ist Marinepool

auch als Lifestyle-Marke erfolgreich, der Gewinn des

GQ Global Sportstyle Award 2006 war ein Meilenstein in der

Entwicklung. Den Preis, sagt Stark, wollte er unbedingt erobern.

2006 war es so weit, bei den Männern gewann Marinepool,

bei den Damen wurde das Unternehmen als stolzer Zweiter

ausgezeichnet.

Auch wenn es längst bei Marinepool Kleidung für (fast) alle

Lebenslagen gibt: Segeln bleibt doch das wichtigste Thema.

Partnerverbände

· Französischer Segelverband – FFV

· Österreichischer Segelverband – ÖSV

· Estonian Yachting Union

· Cyprus Sailing Federation


Service

61

Nicht zuletzt deshalb feiern die bayrischen Gründer

der Marke im Mai im Bayrischen Yachtclub am

Starnberger See eine große Party mit Freunden.

Und Marinepool hat viele Freunde, sagt Stark.

„Wenn wir da nur die wichtigsten Leute einladen,

dann sind das schon über 600 …“

1 Fun-Mode für Segler.

2 Schick an Bord, zu jeder

Gelegenheit.

3 Italienischer Chic.

4 Spektakel Extreme 40.

5 Zwei Segelfreunde: Robert Stark (links) und

Markus Wieser.

4

Marinepool – Partner von …

· Extreme Sailing Series – offizieller Bekleidungspartner · 49er

· Delle Karth/Resch (AUT) – aktuelle Weltcupsieger 2010 · Dyen

Christidis (FRA) – Weltcupzweiter und Vizeeuropameister · Star

· Johannes Babenerde/Timo Jacobs – Weltranglistenzweite ·

Rohart/Rambeau – Weltmeister 2005, Star Bronze Olympische

Spiele Athen 2004 · Elliott 6m · Katerina Skudina (RUS) –

Europameisterin Match Race 2010 · Laser · Pavlos

Kontides (CYP) – zweifacher Jugendweltmeister

· Andreas Geritzer (AUT) – mehrfacher Medaillengewinner,

Silber Olympische Spiele Athen

2004, Bronze EM 2010 · Sarah Steyaert

– Laser Radial Weltmeisterin 2008 · RS:X

· Andreas Cariolou (CYP) – Weltranglistenneunter

· 470 Herren · Charbonnier/

Meyer (FRA) - Vizeweltmeister 2010,

Weltranglistenachte · Schmied/

Reichstätter (AUT) –

Weltranglistenvierzehnter.

· 470 Damen ·

Vogl/Flatscher (AUT)

– Europameisterin

2008

5


62


SERVICE

63

Um die Welt sind Alexandra, Peter und

ihr Sohn Finn auf zwei Rümpfen

gesegelt. Während der Austrian Boat

Show in Tulln versuchten sie es mit drei

Rädern auf Asphalt. Hier ihr Bericht.

Die

Asphalt-

Segler

Text: Alexandra Schöler · Fotos: Gernot Weiler


64

1

Ich biss

die Zähne

zusammen und

schnappte

mir die

nächste Böe.

Juchuu!

In Neuseeland habe ich sie das erste Mal gesehen. Am Strand.

Dem berühmten 90 Mile-Beach auf der Nordinsel. Verrückt,

dachte ich, wobei ich gleich korrigierte: Naja, was wir machen,

nämlich um die Welt segeln, ist ja auch nicht gerade unverrückt.

Aber ich traute mich nicht. Damals.

Ein Segel, drei Räder und unglaubliches Tempo. Sand wurde

aufgewirbelt, die pazifische Brise ließ das ungewöhnliche Gefährt

dahinflitzen. Die Piloten lachten, juchzten und schienen

nicht besonders erschrocken. Kiwis eben. Was denen alles

einfällt.

Zwei Jahre später schlenderten wir durch das Messe-Angebot

der Tullner Boot 2010. Gerade wieder in Österreich und schon

wieder verrückt nach Schiffen. Und als wir hübsche Holzkanus

betrachteten, spitzen sich meinen Ohren. Englisch am Stand

hinter uns? Neuseeländisch-Englisch? Ein Kiwi in Tulln? In

der Tat. Keine Minute später belagerten wir Hamish am Blokart-Stand,

quetschten ihn aus, wo er herkam (Christchurch)

und wie lange er schon in Österreich sei (16 Jahre) und dass

wir seine „Segelgefährten“ in Neuseeland am Strand gesehen

hatten. Ach Neuseeland, so schön, fast dortgeblieben, herrlich.

Hamish grinste. „Call them Blokart – Blow and Kart – instead

of Go and Kart“. Ok!

Wir plauderten noch ein bisschen, lauschten diesem vertrauten

Idiom und schlenderten weiter.

CUT. Ein Jahr später – Messe Tulln 2011. Wir mit unserer

Show on-Tour, eingeladen in Tulln von Kind, Küche, Katamaran

zu erzählen. Und eingeladen vom Blokart Connection

Leading Team – Hamish Mc Gregor und Austrianer Andreas

Burghardt, als Weltumsegler ihre Landsegler zu testen. Aus

dem kleinen Stand war ein beeindruckender Outdoor-Meeting

Point geworden. Mit weitläufiger Betonfläche. Darauf zogen

die Landsegler ihre Runden. Mir war mulmig. Wenn ich mich

jetzt blamiere, als Weltumseglerin, was für einen Schande.

Schon saß ich festgeschnallt, mit Helm und Handschuh im

Gefährt.

Andreas gab mir einen ordentlichen Schubs und ich rollte

dahin. Dieser böige Wind erinnerte mich an mein lang zurückliegendes

Jollen-Desaster auf der Alten Donau. Naja, zumindest

5-

RiesenSpass

Neuseeland ist ja so nah! Der Blokart-Fun Park ist in Prellenkirchen

– gerade einmal 45 Kilometer von Wien entfernt.

www.blokart-connection.com


65

versenken konnte ich das Ding nicht. Finn schien sich blendend

zu fühlen, legte sich in die Kurve wie ein … äh, naja, Weltumsegler?

Peter fegte durch die Gegend. Typisch Surfer! Ich biss

die Zähen zusammen und schnappte mir die nächste Böe. Juchuu!

War das ich? Ich juchzte, ich lachte und ich schien nicht

besonders erschrocken! Was für ein wunderbarer Spaß. Was

für ein Gefühl, ich fliege, ich schwebe, ich segle!

Die Warteschlange beim Blokart-Zelt wurde länger und Peter

und Finn hatten sich bereits wieder aus ihren Landseglern

geschält und forderten mich auf, auch langsam zu stoppen. Wie

schade, ich könnte ewig so weitersegeln! Wenn ich’s täte, wär’

ich, glaub’ ich, bald richtig gut und verdammt schnell! Und das

erst nach wenigen Runden. Natürlich waren sowohl Andreas

als auch Hamish stets nah an unserer Seite und ich fühlte mich

sicher.

Die beiden lachten wissend, als wir völlig aufgedreht von gerade

Erlebten schwärmten.

Sie wussten es ja schon lange, waren Meister ihres Faches und

abgesehen davon einfach sympathisch und cool. Irgendwie so

neuseeländisch. So, dass man dableiben will. So, wie am 90 Mile-

Beach!

Übrigens: Jeder kann Blokart segeln! Von zehn bis 99 Jahre.

Um es in Andreas Worten zu sagen: Es ist „safe, fun, fast“:

Wobei mich besonders die Kombination von sicher UND

schnell anspricht!

Wer ein bisschen Neuseeland in Österreich sucht und auch für

alle anderen – Blokart ist nicht weit!

Der Blokart-Fun Park ist nur 45 km von Wien entfernt in

Prellenkirchen. Und wer Andreas und Hamish ein Freude

machen will, begrüßt sie einfach mit „Cheers, mates“! Vielleicht

6-11_210x70.FH10 verraten Tue Apr sie dann 05 12:58:05 den einen 2011 oder Seite anderen 2 Blokart Sailing-

Geheimtipp!

1 Weltumsegler. Die drei von der RISHO MARU bretterten ordentlich über

den Beton.

2 Naturtalent. Finn holte das Letzte aus dem Gefährt mit den drei Rädern

und dem Segel.

3 Los geht‘s. Für Peter als erfahrenen Surfer war es ein ganz besonderes

Vergnügen. C M Y CM MY CY CMY K

2

3

SEA RAY WEEKEND 28. & 29. Mai 2011

Probefahrten mit den neuen Sea Ray Modellen am Attersee - Kammer Schörfling im MYC Salzkammergut.

Mehr Infos und Anmeldung unter www.bootefeichtner.at. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Saxingerstrasse 5 | 4020 Linz | +43 732 7744 16

www.bootefeichtner.at | office@bootefeichtner.at


66

oCEAN7 YACHTEN

Lamborghini

schwimmt

XXXXXX

XXXX

Mauro Lecchi, Designer bei

Lamborghini, hat das auffällige

Design der Kultautos

auf das Wasser übertragen.

Das Ergebnis ist eine 15

Meter lange Motoryacht, für

die der legendäre Countach

Lamborghini optisch Modell

stand. Als Antrieb sollen

zwei V12-Motoren aus Bergamo

dienen, die jeweils

etwa 600 PS liefern.

www.lamborghini.at

eius partes molis, ut difficile sit iudicare, quid magis in

stuporem nos agat, infinita partium a [Orig: à] se invicem

distantia, an tanta earundem in se magnitudo. Videbis aspectu

vilia, et tantae subtilitatis corpuscula, ut nulla plane

[Orig: planè] esse appareant; sed quarum virtutes maximis

illis controversiam faciant. Sol centies sexagies, vel ut alii,

centies quadragies maior est Historico naturali terra [Orig:

Aluyacht

terrâ] : tantae velocitVideb subtilitatis corpuscula, ut nulla

plane [Orig: planè] esse appareant; sed quarum virtutes

maximis für illis controversiam alle faciant. Fälle Sol centies sexagies, vel

ut alii, centies quadragies maior est Historico naturali terra

[Orig: Die italienische terrâ] : tantae AY480 velocitatis ist aus idem, stabilem ut una Aluminium [Orig: unâ] gebaut hora

und [Orig: für horâ] Ozeanüberquerungen decies mille milliarium konstruiert. conficiat. Die Proximum Absichten, etsi die

bei terris den Sidus, Entwürfen Luna; ab in erster iisdem Linie tamen, verfolgt dum wurden, minimum waren, distat, ein

ideales LII. terrae Schiff semidiametris; für lange Kreuzfahrten hoc est, milliarium ohne große astronomicorum

178698. das removetur: den Eignern quae ein uneingeschränktes Gefühl

Crew zu

erschaffen,

von www.pancanal.com

Sicherheit vermittelt.

Der 14 Meter lange Segler ist so gebaut, dass er selbst bei

schweren Rumpfschäden nicht sinkt. Alle technischen Elemente

und Anlagen wurden so konzipiert und angeordnet,

dass es möglich ist, sie zu warten, ohne Einrichtungselemente

auszubauen.

www.aluyacht.it

Charter-Kat der

Zukunft

Die Charterzukunft hat gerade begonnen: Der neue Sunsail

444-Katamaran bietet neben einem großen Platzangebot

auch gute Segeleigenschaften.

Durch das neue Gästecockpit auf dem Vorschiff wird zusätzlich

gemütlicher Platz an Deck geschaffen. Serienmäßig ist

das Schiff mit Klimaanlage, Generator, elektrischen Winschen

und der letzten Generation von Raymarine-Navigationselektronik

ausgestattet.

Bei der Entwicklung des Sunsail 444 hat aber auch der

Umweltschutz eine wesentliche Rolle gespielt. Auf dem

Hardtop werden serienmäßig Solarmodule verbaut, die den

Einsatz der Bordmotoren und Generatoren zum Batterieladen

um bis zu 20 Prozent reduzieren und die Lebensdauer

der Batterien um etwa fünf Jahre erhöhen.

Der neue Sunsail 444 Katamaran wird ab sofort in Kroatien,

Griechenland und der Türkei stationiert, ab Winter 2011/12

wird das neue Modell auch in der Karibik zu chartern sein.

www.master-yachting.de


NEWS YACHTEN

67

Ganz schön

smart,

das Smartboat

Das eigenwillige, französische

Designerboot wurde in Tulln

erstmals von MaxMarine, dem

österreichischen Generalimporteur für Jeanneau-Yachten, dem österreichischen Publikum vorgestellt.

Neben dem pfiffigen Aussehen verfügt das Smartboat über eine Kajüte, ein WC und zwei

Schlafplätze. Als Antrieb kann zwischen einem Außenborder mit maximal 150 PS oder einem

Elektromotor gewählt werden. Das äußerst geringe Gewicht von nur 860 Kilogramm in Kombination

mit dem durchdachten Unterwasserschiff lässt das Smartboat auch mit kleiner Motorisierung

leicht durchs Wasser gleiten.

www.maxmarine.at

Die Segelyachten von Elan haben nach etwa

zwei Jahren Pause wieder eine offizielle Generalvertretung

in Österreich. Hans Martin

Höwert und Thomas Hollerer von Elan

Yacht Handel Austria sind begeisterte

Segler und wollen die Marke wieder in

Österreich etablieren. Die Boote des

neuen österreichischen Generalvertreters

können nach Absprache in der

Adria probegesegelt werden.

www.elan-yachten.at

Elan Austria

Offizieller Partner

des RC44 Austria Cup

und Team AEZ44

www.marinepool.at


68

Mit dem

Weinkeller

Text: Detlef Jens

ins Wochenende

Die Dufour 375 wird seit einem Jahr gebaut. Unserem OCEAN7

Tester wird sie als das „Frauenschiff“ angekündigt. Warum?

Schauen wir mal.

1


YACHTEN

69

Nach der größeren 405 ist dies die zweite Dufour mit der

charakteristischen Fenster-Optik, den zwei durch einen dunklen

Steg miteinander verbundenen Salonfenstern. Für ruhige

Gemüter ist das gewöhnungsbedürftig, aber immerhin macht

es diese Schiffe unterscheidbar. Das ist, im Zeitalter der schicken,

sportlichen, weißen Serienboote im weitgehenden Einheitslook

nicht einfach und von daher schon mal gut. Letzten

Dezember, auf der Bootsausstellung in Paris, wurde die dritte

im Bunde vorgestellt, die 445.

Bleiben wir jedoch bei der kleinsten, der 375. Eine Größe, das

spricht sich mittlerweile immer mehr herum, die für die sich

durchschnittlich an Bord befindlichen zwei bis vier Personen

ja eigentlich vollkommen ausreicht. Moderne Yachten wie

diese bieten bei sehr guten Segeleigenschaften auch in dieser

Größe viel Volumen im Innenraum. Elegant, wohnlich und

praktisch. Ein „Frauenschiff“ eben, das der Bordfrau alles bietet,

was sie sich wünscht. Und es ist, noch ein Alleinstellungsmerkmal,

„das Schiff mit dem Weinkeller“. Eine sehr einfache,

aber gute Idee ist die Wiederentdeckung der Bilge als Stauraum.

Hier mit einer Innenschale aus GFK, so bleibt es da

unten immer schön trocken und sauber, und mit Flaschenhaltern,

damit die guten Tropfen auch bei viel Seegang nicht zu

Bruch gehen. Dunkel und temperiert ist die Bilge ja immer.

Das Qualitätsmanagement hat sich auf der Werft in den letzten

zwei Jahren noch einmal verbessert, die Arbeitsabläufe wirken

jedenfalls sauberer und organisierter. Der Rumpf ist solide von

Hand laminiert, darin liegt eine ebenfalls laminierte Innenschale.

Dies ist eher ein Gerüst aus Stringern und Spanten, die

durch die glatten Innenflächen miteinander verbunden sind.

Diese strukturelle Innenschale reicht vom Ruderkopf bis in den

Bug hinein, in der Schiffsmitte ist sie massiv ausgeführt und

1 Deck. Frei und klar, Teak als Extra.

2 Praktisch. Die Heckklappe.

3 Rauschefahrt. Der Gennaker bringt richtig Speed.

verträgt die Kräfte von Kiel, Mast sowie den Ankerpunkten für

die Pütting-Unterzüge. Das Deck hingegen ist im Infusionsverfahren

hergestellt, mit zwei Formen und daraus resultierend

zwei guten Oberflächen, außen und innen. Es ist leicht, fest und

isoliert gut. Alle Schotten und Möbel sind auf der Innenschale

einlaminiert und im Deck von innen eingeklebt, die Möbelund

Holzarbeiten hochwertig. Styling und Finish ebenfalls!

Auch das Cockpit der 375 überzeugt. Bei dem relativ breiten

Heck ist das nicht so schwer, die Doppelsteuerstände passen hier

perfekt – obwohl dies von der Schiffsgröße her wohl die untere

Grenze für diese Konfiguration ist. So ergibt sich ein guter

Durchgang von achtern (die Heckklappe im Spiegel ist gut zum

Baden und beim Anlegen) bis zum Niedergang, vorbei an dem

festen, soliden Cockpittisch. Wer steuert sitzt gut an Deck, hat

von hier aus alles bestens im Blick und die Winschen in Griffweite.

Das Großsegel wird auf einer Winsch neben dem Niedergang

gefahren, vom Rad aus unerreichbar weit entfernt. Der

Traveller ist auf dem Aufbau vor dem Niedergang positioniert.

Ein Plotter hängt achtern unter dem Tisch, an einer cleveren

Halterung zum Rausziehen und Schwenken. Ausreichend Stauraum

befindet sich in zwei flachen, aber dennoch großen

Backskisten, die Rettungsinsel liegt im Heck unter den Bodenbrettern.

Das Deck wirkt insgesamt aufgeräumt, mit guten

Beschlägen.

Technische Daten

Länge über alles ........................................................11,19 m

Länge der Wasserlinie ..................................................9,89 m

Breite ..........................................................................3,85 m

Verdrängung Flachkiel .............................................. 7.160 kg

Verdrängung Standardkiel ......................................... 7.060 kg

Tiefgang Flachkiel ........................................................1,60 m

Tiefgang Standardkiel ..................................................1,90 m

Segelfläche am Wind ....................................................67 qm

Motor ............................................................................30 PS

Design .............................................................. Umberto Felci

Preis ............................................ab 130.000 Euro inkl. MwSt.

www.phoenix-yachting.com

2 3


70

1

2

4 5

3

Dufour 375

Die OCEAN7-Meinung: Ein modernes Fahrtenschiff, das

gleichzeitig elegant und praktisch ist und auch noch

gut segelt (Design von Umberto Felci). Die klassisch

gute Kombination also, die jedes Segelboot haben

sollte, aber nicht jedes hat. In Relation zu dem hier Womit wir beim

gebotenen stimmt der Preis auch: etwas teurer als die Segeln wären.

Billiganbieter (Qualität kostet), aber preiswerter als die

Entworfen wurde

die 375 von

Edelwerften.

Das besondere Detail: Cockpit, Doppelsteuer und fester Umberti Felci,

Cockpittisch sind auf dieser Schiffsgröße einfach gut.

der dank seiner

schnellen Regattaboote

bekannt wurde. So erfüllt sie alle hochgesteckten

Erwartungen an die Segeleigenschaften – sowohl was den

Speed als auch das Handling betrifft.

Unter Deck unterscheidet sich das Schiff dann wieder deutlich

von anderen. Bemerkenswert ist zum Beispiel die große Navigation

mit eigenem Sitz – so, wie es früher einmal war. Übertroffen

wird dies von der tollen Küche – was sonst würde man

von Franzosen erwarten –, die an Steuerbord in Längsrichtung

angeordnet ist. Das ergibt sehr viel Stauraum und Raum für

viele gute Details. Erwähnenswert ist vor allem eine riesige

Kühlbox, Toplader, in die glatt ein halbes oder vielleicht sogar

ganzes Schwein hineinpasst.

Die Wiederentdeckung der Bilge hatte ich schon erwähnt, dazu

sind die entsprechenden Bodenbretter mit Scharnieren ausgestattet.

Überhaupt haben hier alle Klappen und Deckel, von

den Backskisten bis zu den Schranktürchen in der Küche,

Gasdruckfedern. Auch das ist eine Sache, die nicht selbstverständlich

ist.

Der Salon ist mit einem L-Sofa und einer Inselbank ausgestattet,

letztere ist verschiebbar: Zum Segeln an den Tisch ran,

Gut segeln, gut wohnen

sonst etwas abrücken. Eine gute Lösung, weil einfach und

wirkungsvoll wie so vieles hier an Bord. Zum Beispiel sind auch

die eleganten Handläufe unter Deck, an der Decke und anderswo,

aus Holz, dabei schön und funktionell. Das ist das Überzeugende

an diesem Interieur: Es ist elegant und wohnlich, und

es tut nicht so, als sei es eine Hotellobby. Vor allem aber funktioniert

es auch auf See!

Das Bad mittschiffs ist gut dimensioniert, WC und Dusche sind

sehr gut benutzbar, wie die zwei großen Doppel-Achterkabinen

auch. Am besten aber gefällt mir die Vorschiffskabine, ein Raum

mit einem sehr ordentlichen Kleiderschrank und einem großen

Bett an der Backbordseite. Anders als bei einem Bett auf der

Mittschiffslinie, das den Raum einfach komplett ausfüllt, hat

man hier noch Platz zum Stehen und kann ins Bett steigen,

ohne über das Kopfende hineinkrabbeln zu müssen. Regale gibt

es hier außerdem, auch in einem herausnehmbaren Schapp

ganz vorne – hinter dem sich, gut geschützt und von hier aus

auch gut zugänglich, die Mimik der Ankerwinsch verbirgt. Wie

gesagt, dieses Schiff ist nicht nur stilvoll, sondern auch praktisch.

Eine glückliche Kombination!

1 toll. Vorschiffskabine! mit viel Raum.

2 Elegant. Unter Deck geht es stilvoll zu.

3 Klappe auf: Der Weinkeller.

4 Kühlraum. Üppig Platz für Viktualien aller Art.

5 Navigation. So, wie wir sie von früher kennen.


Revier

71

Exclusive yachts are our passion.

Perla del Mare – Saba Yachts · Length 42.2 m

Engel & Völkers Yachting Marbella · Bill Thiem

Tel. +34-682-17 27 71 · Bill.Thiem@engelvoelkers.com

Ilios – Classic ketch · Length 27.3 m

Engel & Völkers Yachting Bodrum

Tel. +90-(0)532-225 14 00 · Bodrum.Yachting@engelvoelkers.com

Borkumriff – Bültjer Shipyard · Length 23.5 m

Engel & Völkers Yachting Marbella · Bill Thiem

Tel. +34-682-17 27 71 · Bill.Thiem@engelvoelkers.com

Mozaiek – Hoek Design · Length 20.1 m

Engel & Völkers Yachting Bodrum

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Bodrum +90-(0)532-225 14 00 Hamburg +49-(0)40-36 13 13 72

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Madrid +34-913-91 10 50 www.engelvoelkers.com/yachting


72

Eloge ans

Edelholz

Ist Individualität der wahre Luxus? Ist es übertrieben, sich ein Boot quasi auf den

Leib schneidern zu lassen? Ist es vermessen, sich über gängige Vorstellungen

hinwegzusetzen, weil man weiss, was man will? OCEAN7 hat sich Targetta, einen

holzgewordenen Bootstraum, auf dem Vierwaldstättersee genauer angesehen.

Text: Stefan Detjen · Fotos: Jürg Kaufmann/Stefan Detjen


Yachten

73


74

Vorfreude und Neugier beim ersten Rendezvous mit dem Werk

von Holzbootbauer Pius Wäger. Man hat schon viel über die

Targetta munkeln hören, aber live erlebt haben wir sie noch

nicht. Da hängt sie nun an der Decke im Bootshaus, bereits im

Schummerlicht erkennt man ihre eigenwilligen, markanten

Formen und kann sich ihrem Reiz nicht entziehen. Die Seilwinden

surren leise, die Targetta berührt das Wasser. Einsteigen und

ins Sonnenlicht fahren … Wie im Spotlicht erstrahlen die lackierten

Holzarbeiten, eine wahre Symphonie von Edelholz

erschlägt den Betrachter. Das Design ist ein raffinierter Mix von

Ecken und Kanten, gewagt kombiniert mit runden, fließenden

Formen. Absolut kein Mainstream-Look und deshalb etwas

gewöhnungsbedürftig für das normierte, abgestumpfte Auge.

Man weiß gar nicht, wohin man schauen soll, glänzend lackiertes

Holz, mattes Decksholz, das Schauspiel von Holzmaserungen

überfordert fast das Sehvermögen, so viel opulente Bootshandwerkskunst

gibt es zu Bestaunen. Pius ist sich der Wirkung des

Bootes sehr wohl bewusst und lässt uns Zeit zum Angewöhnen.

1

Auf zur Klassifikation! Ich reiße mich zusammen und

versuche, wieder kühl und analytisch vorzugehen. Wo soll man

dieses Boot einreihen? Mit was soll man es vergleichen? Ich

komme mir vor wie ein Botaniker, der eine neue Spezies entdeckt

hat und jetzt versuchen muss, das seltene Pflänzlein in

die Reihe zu bekommen. Der Bootskörper hat trotz dem Old-

School-Holzlook etwas avantgardistisches. Futuristischer Retro-Look?

Beim abgeflachten Bug komme ich ebenfalls ins

Grübeln … wo hat man sowas schon mal gesehen? Der spleenige

Kunstgriff bietet Platz für einen Scheinwerfer und das ist

ein klarer, handfester Vorteil und keine gestalterische Verbiegung

zur „l’art pour l’art“. Der Aufbau des „Cabinhouse“ erinnert

mich an eine Kalesche aus der guten alten Zeit, aber die

Cockpit-Instrumentierung ist wiederum Hightech vom Feinsten.

In der Anzeigen- und Schalterfülle entdecke ich sogar die

Steuerung für ein ausfahrbares Bugstrahlruder (die Ein- und

Ausfahrt ins Bootshaus sind wirklich etwas verzwickt, da verwinkelt).

Pius schlägt vor, Bewegung in die Sache zu bringen,

und ich nehme hinter ihm, sozusagen auf dem Soziussitz, Platz.

Das beschauliche Schaukeln der Stillstandposition nimmt ein

jähes Ende, das sanfte Brabbeln des Volvo Penta Duoprop

konvertiert zum potenten Brummen und die Targetta schießt

los. Während ich noch überlege, ob es vielleicht noch ein treffenderes

Wort für „losschießen“ gibt, legt Pius die Holzrakete

in die erste Kurve. Herjesses … so muss das Feeling beim

Bobfahren sein! Auch in Kampfjets sitzen die Top Guns genau

3

2


Yachten

75

4

Noblesse oblige

wie wir in dieser Formation hintereinander. Vorne der Pilot,

hinten der Navigator! Von der Kutsche zum Kampfjet, meine

Assoziationen wandeln sich anscheinend ziemlich schnell. Bei

dieser Fahrleistung verstehe ich auch die markante Reling, die

ich auf den ersten Blick etwas gar zu dominant fand. Wer sich

hier nicht festhält, ist schnell weg vom Fenster! Noch eine

Kurve, noch eine und noch eine … ich bin froh, dass das Cockpit

relativ eng ist, etwas mehr Spielraum und ich würde vom

Hocker fliegen. So aber geben mir die Cockpittüren einen nicht

nur psychologisch wichtigen Seitenhalt. Oder sollte ich mich

vielleicht ganz beifahrerlike an Pius festklammern? Pius hat

mich wohl denken gehört und schaltet auf eine angenehme

Plauschgeschwindigkeit um. Ein Gedanke plagt mich und lässt

mich nicht mehr los: Wer lässt sich so etwas bauen? Wer will

Hardrock auf einer Stradivari spielen?

Carpe diem – aber richtig. Der See signalisiert freie

Bahn, Pius dosiert den Volvomotor auf Spazierfahrt herunter

und klappt die Sitzlehne um. Jetzt sitzen wir uns von Angesicht

zu Angesicht gegenüber und er klärt mich auf. Die Targetta

wurde von einem sturmerprobten Ehepaar bestellt, das seine

gesammelte Bootserfahrung in das neue Projekt einfließen ließ.

Erfahrungen, die in einem umfangreichen Anforderungskatalog

an das neue Boot resultierten. Wessen Freizeit knapp bemessen

ist, muss eben das Maximum aus den freien Momenten machen

– carpe diem at its best. Das Wunschprofil des Bootes war

gekennzeichnet von: Das eine tun und das andere nicht lassen,

die Quadratur des Kreises also. Bequem und sicher sowohl

schnell als auch langsam fahren; ein großes Sundeck mit Liegestühlen,

aber auch eine Zone, wo man schön schattig sitzen

kann; ein möglichst offenes Cockpit, damit man den Fahrtwind

porentief spürt, aber auch eine sturmsichere Kabine, damit man

selbst bei Schietwetter (m)unterwegs sein und gemütlich ein

Buch lesen kann; ein Gästecockpit, wo man Freunde zu Speis

und Trank empfangen kann. Ebenso eine Art Atelierzone zum

Frönen der Aquarellmalerei und eine clevere Sitzgelegenheit,

um zusammen Karten spielen zu können, auch wenn es draußen

Katzen hagelt. Als Pius diese „Zonenpläne“ auf einen Bootsrumpf

packte, ergab sich ein 20 Meter langer Verdränger als

Resultat. Das war aber die falsche Antwort, schließlich sollte

der Genießerflitzer noch ins bestehende Bootshaus passen und

Technische Daten

Länge über alles...........................................................7,70 m

Breite über alles.............................................................2,5 m

Max. Motorenleistung................................................... 198 kW

Max. Personenzahl.................................................................7

Max. Zuladung............................................................ 1000 kg

Entwurfskategorie........................... C (Küstennahes Gewässer)

Zertifizierungsmodul..............................................................A

Preis......................................................................auf Anfrage

Werft:

Pius Wäger, Der Bootbauer GmbH

6015 Luzern, Tel. +41 41 260 82 40, www.holzboote.ch

1 Edelholz. Da hätte Woody Woodpecker seine helle Freude dran.

2 Rolladen hoch. Seitenrouleaus runter … jetzt kann kommen was will.

3 Signatur. Wo Pius draufsteht, st Holzbaukunst drin.

4 Sonnendeck. Schlicht, aber par excellence.


76

Rock the boat,

aber mit Stil

optisch noch etwas zu bieten haben. Die schwimmende

eierlegende Wollmilchsau forderte Erfindergeist und

Kreativität heraus – und da hieß es mehrmals, die letzten

Reserven herauszukitzeln. Irgendwie erinnerte

mich das geschilderte Design- und Konstruktionsdilemma

an den gordischen Knoten und an andere fatale

Rätsel, die es in den klassischen Sagen zu lösen galt.

Pius gestand, einige der Probleme tatsächlich mit alten,

fast vergessenen Kunstgriffen aus der Welt geschafft zu

haben. Natürlich modern interpretiert und clever umgesetzt.

So schließt sich das Cabinhouse mit einer Art

Holzrollladen, wie man ihn von alten Büromöbeln her

kennt. Die Holzlamellen werden dabei von zwei extrem

feinen Eisenbändern transportiert ... die eigentlich

weiter unten am See in einer Firma zum Käseschneiden

verwendet werden! Die gewünschten Sonnenliegen

klappt man einzeln aus den Teakteilen des Vordecks

hoch, Polster drüber, fertig! Zwei Personen können so

ungestört Sonne tanken, die Bordwand ist so hoch, dass

fremde Blicke draußen bleiben – noblesse oblige.

Die Seitenwände des Steuerstandes lassen sich ingeniös

ineinander verschieben, von 100 % geschlossen bis hin

zu 100 % offen sind es nur wenige Handgriffe. Genauso

rasch verwandelt sich die Achterzone in eine Genießerlounge.

Wird der Tisch von der Cockpitrückwand

hochgeklappt, kommt eine Kaffeemaschine zum Vorschein.

Vier Chromstahlstützen tragen das maßgeschneiderte

Sonnensegel. Fast wie Mary Poppins verwandelt

Pius das Multifunktionsboot von einem Bestimmungszweck

zum anderen. Ich habe einen Flash: So waren die

alten Schrankkoffer von Louis Vuitton & Co. konzipiert!

Wer um die Jahrhundertwende des alten Millenniums

Geld und Zeit hatte, ließ sich für seine Reise handgefertigtes

Gepäck herstellen. Je nach Destination, Hobby,

Verwendungszweck und Funktion des Auftraggebers

wurden wahre Wunderboxen realisiert. Aufhängevorrichtungen,

Kleiderbügel und Schubladen, ja selbst ausklappbare

Sekretäre und Feldbetten – es gab nichts, was

es nicht gab. Tragen musste man die Koffer ja nicht

selber, und Limitierungen fürs Handgepäck kannte man

damals noch nicht. Und genau so kam mir jetzt die

Targetta vor. Eine Reminiszenz an die gute alte Zeit, als

distinguierte Herrschaften sich zur Sommerfrische um

den Globus wagten. Und das gleiche Leitbild findet sich

in der Targetta wieder. Hohe handwerkliche Verarbei-


Revier

77

tung von maßgeschneiderten Lösungen in einem ureigenen

Stil, der selbstbewusst zur Schau gestellt wird. Yachtdesigner

Christian Bolliger hat das Kunststück vollbracht, dies alles in

acht Metern unterzubringen und statisch so zu berechnen, dass

die Targetta nicht nur schwimmt, sondern auch gut und gerne

übers Wasser fliegt. Eigentlich wäre er beim Aufbau noch etwas

höher gegangen, aber auch da setzte die Bootshausarchitektur

ein vorzeitiges Limit. Schöner Nebeneffekt des eher niedrigen

Cockpitaufbaus: Wenn man am Steuer steht, schaut man

durchs Dach ins Freie und genießt ein perfektes Targa-Feeling

… und davon ist auch der Typenname „Targetta“ inspiriert.

Rekordbauzeit. Trotz der Menge von individuellen Lösungen

wurde die Targetta in Rekordzeit entworfen und gebaut.

Von der ersten rohen Skizze im Oktober bis zur Übergabe

am 10. Juli vergingen knapp zehn Monate. Das spricht

einerseits für die Leistungsfähigkeit der Wäger-Werft und

andererseits für das Vertrauen des neuen Eigners in die Beratung

der Holzbootbauer. Auch lag kein Budgetlimit vor,

meistens wurden aus Zeitmangel keine Offerten bei den

Werftlieferanten verlangt, man war schon mehr als froh, wenn

überhaupt termingerecht geliefert werden konnte. Die Cabinhouse-Heizung

ist übrigens die gleiche Ausführung wie die

der Jungfraujoch-Bahn. Dort werden 5000 Watt Power für

einen ganzen Waggon kalkuliert, bei der Targetta steht die

gleiche Leistung für den Gefrierpunkt-Notfall bereit. Doch

selbst der Termindruck schlug sich nicht negativ auf die Pflege

der Details aus. Ob Leselampen, indirekte Courtesy-Beleuchtung

oder Kaffeemaschinen-Stauraum – an alles wurde gedacht.

Sehr schönes Detail bei den Kaba-Schlüsseln der Cockpittüren:

Die Schlüssel wurden mit je zwei applizierten Elfenbein-Halbkugeln

in kleine Bijoux verwandelt und damit auch gleichzeitig

als potenzielle Verletzungsgefahr entschärft. Aus der Not eine

schöne Tugend machen und Lösungen finden, die ihre Funktion

formvollendet ausüben – wie gerne möchte man die Targetta-Philosophie

auch in anderen Anwendungsbereichen sehen.

Das Leben wäre nicht nur optisch schöner …

Beim Anlegen wird der gute Denkansatz gleich wieder aufs

Neue bestätigt. Die offene, versetzte Bordwand macht das

Anlegen und Anlandgehen extrem komfortabel, hier muss nicht

mehr gekraxelt oder waghalsig gesprungen werden. Letzter

Blick zurück auf den Bootstraum aus Mahagoni, Teak und

Western Red Cedar (Zeder) und ich lasse das Loblied sanft

ausklingen. Go Targetta, go!

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78

1913, Cape Cod, Massachusetts. Der

Sommer ist lang, die wohlhabenden

Familien in ihren Ferienhäusern auf der

Halbinsel langweilen sich. Das Meer lockt

vor der Haustür, nur fehlt das passende

Spielzeug. Deshalb gibt man der Bootswerft

Crosby den Auftrag, einen regattatauglichen

Daysailer speziell für das Hausrevier zu

entwickeln.

Der

Daysailer des

Präsidenten

Text: Stefan Detjen und Detlef Jens


Yachten

79

1

3

2 4

Es ist eine menschliche, aber auch eine animalische, instinktive

Reaktion – bei Schock zu erstarren, sich nicht zu bewegen.

Übersetzt für den Menschen bedeutet dies: unerreichbar zu

sein. Als John F. Kennedy 1961 vom Bau der Berliner Mauer

hörte, wollte er nur noch genau dies: unerreichbar sein. Damals

ging das noch, in den Zeiten vor Smartphones und mobilen

Internetzugängen und SMS und E-Mails. Was also machte

Kennedy? Er ging segeln. Auf seinem geliebten kleinen Daysailer,

der Victura. Auch so lassen sich Krisen der Weltgeschichte

abwettern.

Kennedy ging überhaupt oft segeln und blieb seiner Victura

ein Leben lang treu. Das Boot ist ein Evergreen, vom Typ

Wianno Senior, zeitlos und auch heute noch attraktiv. Wohl

kaum eine Bootsklasse, ursprünglich aus Holz gebaut und

gaffelgetakelt und bald schon ein Jahrhundert alt, wird noch so

aktiv gesegelt wie diese. In den USA starten immer noch größere

Flotten regelmäßig zu Regatten, und jetzt ist die Klasse

endlich auch in Europa angekommen. Vergleichbar auf unserem

Kontinent wäre höchstens die kleinere XOD, ein offenes

Kielboot und seit mehr als 100 Jahren eine lokale Klasse im

südenglischen Solent. Dort sind die X-One Design extrem

beliebt, mit regelmäßig bis zu 50 und mehr Booten beim eigenen

Start in der Cowes Week.

Die Wianno Senior wurde 1913 geboren. Nicht entworfen;

der Bootsbauer und Werftboss Horace Manley Crosby schnitzte

lieber ein Halbmodell, statt einen Plan zu zeichnen. Ein

neues, regattataug -

liches Boot sollte her,

gewünscht wurde es

von den reichen Familien

auf der Halbinsel

Cape Cod. Hier, in

Hyannis Port, hat seit

jeher auch der segelbegeisterte

Kennedy-Clan

sein Sommerhaus. Gesegelt

wurde in dieser Familie schon seit Generationen, JFK

und seine Geschwister wuchsen praktisch in Segelbooten auf.

Vermutlich nicht immer nur entspannt. Kennedy Senior, ein

sehr erfolgreicher Investment-Millionär, stachelte vor allem

seine Jungs dazu an, gegeneinander in den Wettbewerb zu

treten. Auf allen Gebieten, auch beim Sport, auch beim Segeln.

Crosby, Boss der familieneigenen Crosby Boat Building and

Storage Co. in Osterville, nahm sich also der Sache mit dem

1 JFK: „Messing about in boats“.

2 Beim Segeln immer glücklich. John F. Kennedy.

3 JFKs Wianno. Hübsches Boot mit süßer Crew.

4 Familien- und Regattaboot. Unbeschwerte Stunden.

5 Auf dem titel. Mit Boot und Dame.

5


80

Vom Halbmodell zu 14 segelfertigen

Booten in einem Winter: Ein großer Wurf

1

Die Wianno von JFK

„Jack“ John Fitzgerald Kennedy verbrachte seine Ferien von

Kindesbeinen an am Meer, das ihn tief prägte. Die zehnköpfige

Kennedy-Familie vergnügte sich auf einem Wianno Junior mit

dem treffenden Namen Tenovus (Ten of us = zehn von uns). Als

sich 1932 mit Ted Kennedy die Familie unerwartet vergrößert,

kauft der Senior kurzerhand einen zweiten Wianno Junior und

tauft ihn auf den Namen Onemore. Im gleichen Jahr erhält JFK

zum 15. Geburtstag einen Wianno Senior (Baunummer 94) von

seinem Vater geschenkt.

Die Kennedy-Kids kamen also sehr früh zum Segeln und mit dem

Ehrgeiz des Vaters auch zum Regattasegeln. Mit ihrem Starboot

Flash sind die beiden ältesten Brüder Joseph und John erfolgreiche

Segler der Nantucket Sound Star-Flotte.

Der Kennedy-Wianno Senior trägt den Namen Victura und demonstriert

so den Anspruch der siegverwöhnten und ehrgeizigen

Familie. Auch die spätere First Lady Jacqueline Bouvier kommt

mit zum Segeln und macht auch dort eine gute Figur. Wie sehr

JFK seiner Victura verbunden war, zeigen seine vielen Telefonkritzeleien

auf dem offiziellen Briefpapier des Weißen Hauses, die

heute vom JFK-Museum aufbewahrt werden, und wo Victura vor

dem Eingang steht.

Auch das Oval Office zeugt von der Liebe zum Meer des 35.

Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika: an den Wänden

Gemälde von Marinemalern, Schiffsmodelle und auf dem

Schreibtisch Scrimshaw-Objekte (Horn oder Knochen mit eingravierten

oder geritzten Motiven). Zwei weitere Wianno Senior

wurden von den Kennedys gekauft: Eunice Kennedy Shriver kaufte

1967 die Baunummer 139, Head Star, und Chris Kennedy erstand

1975 eine neue Victura mit Baunummer 167.

neuen Boot an. Das gut siebeneinhalb Meter lange Gaffelboot

war ganz offensichtlich auch durch seine Erfahrungen mit den

typischen „Catboats“ der amerikanischen Ostküste beeinflusst

– breite, flache Schwertboote mit einem enormen Gaffelsegel.

Starke Winde, flache und kabbelige See sowie von Gezeitenströmungen

ständig versetzte Sandbänke kennzeichnen das

Segelrevier des Nantucket Sound südlich von Cape Cod, wo

sich das neue Boot behaupten sollte. Fritz P. Day, Mitglied des

lokalen Wianno Sportclubs, gab die Nummer eins in Auftrag

und legte die Anforderungen fest: schnell, handlich, robust,

seegängig und mit aufholbarem Kielschwert, um überall hinzukommen.

Crosbys Entwurf des Wianno Senior Knockabout

wurde begeistert aufgenommen, und Day hatte keine Mühe,

weitere 13 Clubmitglieder zur Bestellung zu bewegen: Kaufpreis

pro Stück 650 Dollar.

Pünktlich zum nächsten Sommer stand die Regattaflotte bereit.

Vom Halbmodell bis zu 14 segelfertigen Booten – die Crosby-

Werft hatte in Rekordzeit einen großen Wurf gelandet. Die

gaffelgetakelten Sloops schneiden auch erfolgreich gegen die

Fotos: Kennedy Presidential Library and Museum, Boston


Yachten

81

2

bekannten Herreshoff- und Lawley-Designs ab. Am besten

segeln sich die Seniors mit einer Regattacrew aus vier Personen,

sie konnten aber auch problemlos alleine oder zu zweit

gesegelt werden. Die Segelbegeisterung zeigte rasch Folgen:

Der Wianno Sport Club lässt seine Tennisaktivitäten links

liegen und formiert sich um in den Wianno Yacht Club. Namensgeber

ist das kleine Dorf Wianno, das wiederum seinen

Namen von einem Häuptling der Iyanough bekam, einem

Stamm der indianischen Ureinwohner von New England.

Jeden Sommer starten die Senior-Regatten vor den Zuschauern

auf der Great Pier am Ende der Wianno-Avenue. Der sport -

liche Kalender kombinierte interne Clubregatten mit speziellen

Wianno-Cups. In der Zwischenzeit waren auch in den Yachtclubs

von Hyannis Port, Bass River und Harwich Port beachtliche

Senior-Regattagruppen entstanden. Schließlich musste

die Klasse in zwei Divisionen aufgeteilt werden, da bis zu 45

Boote an den Rennen teilnehmen wollten. Eine Gruppe für

Amateure, die zweite für die Teilnahme mit professioneller

Crew, die aber selbst nicht am Ruder sein durfte. Die ehrgeizigen

Familienclans, darunter vor allem auch die Kennedys,

legten sich bei den Rennen jedes Jahr mit neuem Ehrgeiz ins

Zeug. Charakteristisch für die Regatten war, dass nie gerefft

wurde. „A Wianno never reefs“, war ein geflügeltes Wort.

1 Wianno seniors. Beim Regattastart.

2 Der Sportclub. Wandelte sich zum Segelclub.

3 Horace Manley Crosby. Vater der Wianno.

4 Traditionelle Bauweise. In Crosbys Werft.

5 Volles Tuch. Im Rennen wurde alles gegeben.

3 4 5


82

1 2

Lieber opferte man den Holzmast, als die Segelfläche zu reduzieren.

Um so viel Segeltuch überhaupt tragen zu können,

lagen im Kiel und im Rumpf je 260 Kilo Eisen- und Bleiballast.

Verbunden mit beachtlicher Formstabilität ergibt dies ein

besonders steifes Boot.

Das Boot

Länge über alles............................................ 7,62 m

Breite............................................................ 2,43 m

Tiefgang.................................... Von 0,75 bis 1,52 m

Verdrängung...............................................2.100 kg

Groß............................................................31,6 m²

Fock...............................................................7,8 m²

Spinnaker........................................................25 m²

Preis..........ca. 55.000 bis 60.000 Dollar (segelfertig)

Werften:

Crosby Yacht Yard (Osterville, Massachusetts)

www.crosbyyacht.com

Shaw Yacht Inc. (Thomaston, Maine)

www.shawyacht.com

Wianno Senior Italia (Santo Stefano)

www.wiannosenioritalia.com

Klassenvereinigung:

Wianno Senior Class Association WSCA

www.wiannosenior.org

Crosby hatte einst sogar

eine Prämie von 1.000

Dollar demjenigen ausgesetzt,

dem es gelingen

würde, eine Wianno Senior

zum Kentern zu

bringen. Die Prämie ist

bis heute nicht eingefordert

worden, ob mit

oder ohne reffen.

Die fast unzerstörbaren

Wianno Senior segeln

und segeln und segeln.

James G. Hinkle stiftete

im Jahre 1965 seine

Baunummer 11, Fantasy,

dem Mystic Seaport

Museum. Allerdings

erst, nachdem er mit

dem mittlerweile 51 Jahre

alten Boot noch die hart umkämpfte Stone Horse Clubmeisterschaft

gewonnen hatte. Sein erstes Rennen hatte er bereits

1915 gewonnen, und dazwischen lagen unzählige weitere Siege.

Das lässt schon erahnen, dass die solide aus Eichen-, Mahagoni-

und Zedernholz gebauten Renner bei guter Pflege eine

echte Investition waren. Doch die Zeiten wurden moderner,

und mit dem Aufkommen der ersten Kunststoffboote sahen die

Seniors ziemlich altmodisch aus. 1977 lieferte Crosby die letzten

drei Holzboote aus und stellte die Produktion dann wegen

mangelnder Nachfrage ein. Glücklicherweise gab es die einge-

3

4

5


Yachten

83

Diese Evergreens sind in den USA immer

noch eine aktive Regattaklasse

Fotos: Kennedy Presidential, Library and Museum, Boston, Werftaufnahmen: James Robinson Taylor

fleischten Wianno-Fans, die gerne neue Boote in Kunststoff

gebaut haben wollten. Allerdings, die Werften, die infrage kamen,

scheuten die Investition in die notwendige Bauform. Die

Lösung tauchte, wie so oft, unerwartet auf: Die Osterville

Historical Society, eine Art Heimatverein des Geburtsortes der

Wianno Senior, nahm sich des Problems an. Dank steuerlich

absetzbarer Spenden wurde das notwendige Kapital zum Neustart

aufgebracht. Sparkman & Stephens wurden mit der

Erfassung und Digitalisierung der Wianno-Rumpflinien beauftragt,

von denen dann eine Bauform hergestellt wurde. Auch

die Werft Crosby existiert noch, sie baut heute die neuen

Wiannos mit GFK-Rümpfen und Holzdecks und Aufbauten.

Die ersten zwei Boote der neuen Generation wurden 1986

ausgeliefert, und diese Boote und die nachfolgenden sind vom

Gewicht und der Gewichtsverteilung her so austariert, dass sie

ohne Vorteil gegen die alten Holzboote segeln können. Mehr

noch, die GFK-Boote gaben der Klasse einen solchen Aufschwung,

dass nun auch das Interesse an den historischen

Originalen aus Holz enorm gestiegen ist – diese werden mittlerweile

restauriert und wie Preziosen gehandelt.

Dann schwappte die Wianno-Begeisterung gar über den Atlantik

und hielt in Europa Einzug. Drei passionierte Segler aus

Italien gründeten Wianno Senior Italia und erhielten die Lizenz,

Wianno Seniors nach den Klassenvorschriften zu bauen. Um

möglichst originalgetreu produzieren zu können, haben Mauro

Piani (AC-Segler auf Azzurra), Yula di Sambuy und Federico

Nardi (Buchautor über restaurierte Yachten) auch gleich drei

Holz-Wiannos nach Europa gebracht, wo sie nun fachgerecht

restauriert werden. Die ersten drei Fiberglas-Boote (Baunummer

216 bis 218) aus der italienischen Werft in Santo Stefano

sind schon im Wasser, weitere Bestellungen stehen auf der

Liste. Dass ein italienischer Präsident sich schon ein Exemplar

bestellt hat, wurde allerdings noch nicht bestätigt.

1 Langlebig Die Crosbys Werft ist wie eine Wianno.

2 neue Halle. Neben der alten Werft.

3 Moderne Bauweise. Jetzt wird in Italien gebaut.

4 Decksform. Heute aus Kunststoff.

5 Die Neue. Wiano Senior Italia.


84

oCEAN7 Regatta

Andreas Geritzer

Andreas Geritzer, Österreichs Laserspezialist

aus Neusiedl am See arbeitet

hart und trainiert intensiv für die Weltmeisterschaft

2011 und in weiterer

Sicht für die kommenden Olympischen

Spiele. Sein Ziel ist es, seine Form zu

verbessern und aus den Fehlern der

letzten Saison die richtigen Schlüsse zu

ziehen.

Andreas Geritzer: „Alle Arbeit, die jetzt

investiert wird, gilt der WM 2011 und

den Spielen in London.“

Lara und Eva

Lara Vadlau (rechts) und Eva Maria Schimak gelten als eines der

erfolgversprechendsten Teams, das im 470er in Zukunft noch für

Aufsehen sorgen kann. Nach dem Rückzug von Carolina

Flatscher und Sylvia Vogl haben die beiden jungen Seglerinnen

nicht nur die sprichwörtliche

Fackel der österreichischen

470er Damen,

sondern auch das bewährte

Boot von Sylvia

Vogl übernommen. Das

Ziel ist ein Ticket für

Olympia.

Louis Vuitton Cup 2013:

Wie viele

gegen

Larry?

Wer Titelverteidiger Oracle und die

Kanne abservieren könnte, hängt naturgemäß

vom Louis Vuitton Cup ab.

Der Wettstreit der Herausforderer geht

ab 13. Juli 2013 vor der Golden Gate

in Szene, bei Redaktionsschluss war

das Mittun von Italien (Mascalzone

Latino), Schweden (Artemis) und

Frankreich (Aleph) beschlossene Sache.

Zudem haben zwei noch unbekannte

Rennställe gemeldet, Insider

munkeln über ein russisches Boot

und das Antreten von Team New Zealand,

die von der Airline Emirates

eine zusätzliche Finanzspritze injiziert

bekommen haben. Bleiben die Gerüchte

um ein australisches, brasilianisches

oder südkoreanisches Team

und der bittere Beigeschmack, dass

die von 40 Milliarden Dollar Mann

Larry Ellison inszenierte Cup-Revolte

zum Rohrkrepierer verkommen könnte.

Im Idealfall steigen acht Herausforderteams

in den Ring, das Worst-

Case-Szenario sieht deren fünf vor.

Beim letzten Herausforderduell waren

noch zwölf Teams an der Linie.


NEWS REGATTA

85

Hans & Adi

Hans Spitzauer und Adi Lüzlbauer sind mit neuem Star-Boot, einem wieder genesenen

Vorschoter und zufriedenstellenden Ergebnissen auf dem besten Weg zu den

Olympischen Spielen. Für den erfahrenen Starsegler Spitzauer ist es dann bereits

sein sechster Auftritt unter den fünf Ringen.

Nico

&

Niko

Mit ihrem neuen Sponsor zählen

Österreichs 49er-Stars Nico

Delle Karth und Niko Resch zu

den Favoriten für eine der begehrten

Fahrkarten zu den

Olympischen Spielen. Ihre Spitzenklasse

haben die beiden

Schnellsegler bereits in der Vergangenheit

eindrucksvoll demonstriert.


86

Es gibt sie erst seit einigen Jahren. Aber sie hat

bereits einen europäischen Stellenwert, als wäre

die Adria niemals ohne sie gewesen – die Alpe

Adria Sailing-Week, kurz AASW.

Die europäischste

Adria-Regatta

Text und Fotos: Thomas D. Dobernigg und Gernot Weiler

2007 wurde die AASW erstmals gestartet, mit großem organisatorischen

Aufwand und wenigen Schiffen, betrieben von der

Crew Kärnten im Yacht Club Austria (YCA). Inzwischen hat

sie die kritische Größe erreicht. An der AASW 2011 vom 29.

Mai bis 2. Juni werden wieder mindestens 37 Schiffe teilnehmen,

darunter die nagelneue Aquila TP52 – ein Racer vom

Feinsten mit Crew und Skipper vom Feinsten.

Die Bedeutung dieser mehrtägigen Veranstaltung im slowenischen

Izola – also mitten in der EU – wird allein schon dadurch

bewiesen, dass der zehnfache Olympionike Hubert Raudaschl

zum wiederholten Male mit dabei ist. Da kann die sportliche

Qualität dieser knappen Regattawoche mit ihrem erlesenen

kulinarischen und sonstigen Drumherum nicht ganz so schlecht

sein. Was wiederum keinen der übrigen Skipper und seine

Crew abwerten soll.

„Wir vom YCA haben uns als Motto auf die Fahnen geschrieben,

ein internationaler, ein europäischer Cruising Club zu sein.

Uns bewegt und treibt der raum- und länderübergreifende

Alpe-Adria-Gedanke einer Regatta mit Teilnehmern aus Italien,

Slowenien, Österreich und Deutschland“, sagt Fritz Abl. Er ist

mit einer Hand voll Getreuen der Motor hinter der AASW. So

hat die Crew Kärnten des YCA Bewerbe und Klassen geschaffen,

die in ihrer Bandbreite und Zusammensetzung die Fahrtensegler

aufwertet. Fritz Abl: „Ein Fahrtensegler lernt mit

seinem Schiff anders umzugehen, wenn er eine anspruchsvolle

Regatta fährt, als wenn er nur seine Urlaubstörns segelt. Der

Mehrwert, wenn er an der AASW teilgenommen hat, ist rasch

sichtbar. Er wird besser frei segeln, weil er gelernt hat, die

Möglichkeiten des Schiffes auszureizen, auch wenn es ein Charterschiff

ist“.

Weiteres erklärtes Ziel ist es, die Jugend an den Segelsport

heranzuführen.

Die Regattaleitung liegt wieder in der bewährten Hand des

Slowenen Bojan Gale, der souverän und unerschütterlich mit

seiner Crew, der auch seine Mutter angehört, auf dem Startschiff

die Geschicke des Renngeschehens steuert.

Besonders glücklich sind die Kärntner Organisatoren über die

fruchtbare Zusammenarbeit mit den slowenischen Partnern

in Izola. Fritz Abl: „Das ist nicht mehr nur Partnerschaft, das

ist bereits eine gewachsene Freundschaft. Wir kooperieren mit


REGATTA

87

dem Yacht Club Izola, der viele Bereiche der Veranstaltung

auf dem Wasser übernimmt. Marinachef Matjaž Francé

erfüllt uns jeden Wunsch vor Ort und die Tourismus-Schule

Izola mit ihrem Direktor Branko Miklobusec organisiert

das Catering nicht nur für das tägliche Frühstück, sondern

vor allem auch für einen kulinarisch opulenten Abschlussabend“.

Auch bei der AASW 2011 wird es wieder eine allabendliche

umfangreiche und aktuelle Bildershow geben. Der erste

Newsletter wird im Vorfeld bereits die Crews und Skipper

vorstellen, alle Newsletter wird es topaktuell als Webpaper

auf www.ocean7.at zu lesen geben.

1

4

3

Alle aktuellen Informationen und Anmeldung unter

www.yca-crew-ktn.at

2

1 FRITZ ALBL. Der Organisator.

2 BOJAN Gale. Der Regatta-Leiter.

3 Ljuba Gale. Die Mutter immer mit am Startschiff.

4 Matjaž Francé. Der Marina-Leiter.

5 Branko Miklobusec. Der Catering-Chef.

5


88

Praxis-

ausbildung

im YCA

Als Club, der in seinen Vereinsstatuten die Ausbildung

des seemännischen Nachwuchses festgeschrieben

hat, sind wir ganz besonders stolz auf unsere fundierte

Praxisausbildung.

Hat der Nachwuchs-

Seemann/-frau seine Theorieprüfung

positiv bestanden

und die geforderten Seemeilen

gefahren, so kann er zur

praktischen Prüfung antreten.

Diese wird nach den derzeitigen

Richtlinien des ÖSV

und MSVÖ durchgeführt,

um dann die staatlich anerkannten

Befähigungsausweise

zu erhalten.

Sinnvoll ist es jedoch bereits

im Vorfeld, Ausbildungstörns

mit einem erfahrenen Skipper/Ausbildner

zu fahren.

Umfangreiche Manövertechnik,

der Umgang mit Tauen

Ausbildungs-Törn

und Leinen und nicht zuletzt die Seemannsknoten sind zu erlernen.

Dies mag am Anfang für einige nicht ganz einfach erscheinen,

aber an Bord, in netter Crewgemeinschaft, fällt das Lernen nicht

allzu schwer.

Erfahrene, besonders dafür ausgebildete Skipper unterrichten den

Newcomer in allen Belangen der Seemannschaft und stehen ihm

mit Rat und Tat zur Seite. Als „Lernhilfen“ verwenden wir die

Lehrbücher von Erwin Angermayr und das Buch „Hafenmanöver

der Profis“ und damit sind wir auch schon beim einem ganz wichtigen

Thema angelangt. Das Erlernen, eine Yacht im Hafen richtig

und gefahrlos zu manövrieren, ist eine der wichtigsten Dinge, die

auf den Neuling zukommen. Wenn auf See einmal ein Manöver

nicht ganz so 100 %ig gelingt, sieht das keiner, im Hafen oder in

der Marina hat man meistens viele Zuschauer und wird dann

entsprechend klassifiziert. Es sollte durch gutes „Handling“ auch

jeglicher Schaden am eigenen oder fremden Schiff vermieden

Bei starken ablandigem Wind ist das Anlegen durch „Eindampfen in die Achterleine“

ein gutes und sicheres Manöver. Es sollte aber, so wie auf dem Bild,

anfangs auch bei wenig Wind geübt werden.

werden. Nach unserer intensiven Praxisausbildung wird es aber

keinem Nachwuchsskipper schwerfallen, mit einer Yacht in einer

„Box“ festzumachen oder an einer Kaimauer vor Buganker zu

gehen. Hafenmanöver bei Wind und mit entsprechenden Hilfsleinen

werden geübt, bis alle Teilnehmer(Innen) auf demselben

hohen Niveau eine Yacht führen können. Mit im Ausbildungsprogramm

sind auch entsprechende Nachtfahrten, um das Navigieren

mit Leuchtfeuern und Radar zu erlernen.

Ankermanöver unter Segel, Mann/

Frau über Bord-Manöver sowie die

Kenntnisse über Schiffbau und Motorantrieb

gehören ebenfalls zu den

Ausbildungskriterien. Um all das in

so kurzer Zeit erlernen zu können,

sind umfassende Segelkenntnisse

unumgänglich und diese erlangt

man am besten auf einem der heimischen Seen. Der sogenannte

A-Schein ist daher für Segler ein Muss und die Grundlage zur

Praxis-Prüfung für die Skipperlizenz. Was am Wochenanfang

noch unmöglich erscheint, wird bis zum Wochenende fast zur

Routine.

Jetzt sollte auch die Praxisprüfung kein Problem mehr sein, egal

wie sie auch ausgeht, was jeder in dieser Woche lernt, ist der

Grundstoff für seine weitere seemännische Laufbahn und das kann

ihm keiner mehr wegnehmen, denn nicht zuletzt gilt auch hier:

Gute Ausbildung gibt Sicherheit!

Klaus Czap, Ausbildungsreferent


yca-news

89

YACHT CLUB AUSTRIA

The International Austrian Cruising Club

www.yca.at

Crew Tirol und

Vorarlberg

Crew-Commander

Albert Plachel

CLUBABENDE

Volkshaus Reichenau/Cafe-Restaurant Pirmin

Stubn, A-6020 Innsbruck, Radetzkystraße 47

Änderung ab 2011: Crewabende in der Regel

jeden 2. Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr.

Ein neues Clublokal wird gesucht – Vorschläge

willkommen!

Wir laden unsere Mitglieder, Freunde und Interessierte

gerne dazu ein, an den Crewabenden teilzunehmen. Änderungen

vorbehalten.

PROGRAMMVORSCHAU

Mittwoch, 11. 05. 2011 – Günter Reindl – Brasilien – Segeln im Paradies

Freitag, 17. 06. 2011 – Sommerfest mit Grillerei

Juli – August - Sommerpause

AUSBILDUNG

Sonstiges:

April 2011- Feuer löschen – „Was tun bei Feuer?“ (mit praktischen Übungen)

Seminare:

• GMDSS-Betriebszeugnisse (SRC + LRC)

• Ausstellung Royal Yachting Association London - Grundlagen der englischen

Sprache in Wort und Schrift müssen vorhanden sein - Kurs und

Prüfung an einem Wochenende in Tirol oder Vorarlberg

• LRC – Pertisau – Donnerstag, 23.06. – So 26.06.2011 (jeweils 09-18 h)

InteressentInnen bitte beim Yachtmeister Ernst Kocher (Tel. 0650/9063548)

Kontakt

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat · Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

Crew Salzburg

Crew-Commander Arch. DI Christian Zimmer

Pfadfinderweg 8 · 5020 Salzburg

+43/(0)680/2472219 · zimmer_christian@ymail.com

Crew Wien, Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter · Ludwiggasse 3, Haus 4

1140 Wien · +43/(0)1/7109222 · cschifter@pantaenius.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander Gottfried Rieser · Fischillstraße 1

4063 Hörsching · +43/(0)7221/72353 · gottfried.rieser@a1.net

Crew Tirol und Vorarlberg

Crew-Commander Albert Plachel · Laningerweg 1 · 6410 Telfs

+43/(0)699/15267890 · albert.plachel@aon.at · www.yca-tirol.at

Crew Kärnten

Crew-Commander und Vize-Commodore

Prov. Univ. Ass. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3 · 9201 Krumpendorf

+43/(0)650/3400475 · juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

office@yca-crew-ktn.at · www.yca-crew-ktn.at

Crew Tauern

Yacht Club Austria, Generalsekretariat, Lederergasse 88, 4020 Linz

Tel.+43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

Crew Eisenerz/Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Freiheitsplatz 4 · 8790 Eisenerz · +43/(0)664/3458529

mike@gebirgssegler.at · www.gebirgssegler.at

Crew Bayern

Crew-Commander Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Straße 28 · D-85084 Reichertshofen

+49/160/7358209 · Tel./Fax +49/8453/8699

langehofmayer@hotmail.com

Crew Kroatien

Ehren-Commodore und Crew-Commander

Kapitän Miljenko Zanic · Lucka Ispostava

HR-51250 Novi Vinodolski · Tel./Fax +385/51/244345

Crew Schweiz

Yacht Club Austria, Generalsekretariat, Lederergasse 88, 4020 Linz

Tel.+43(0)732/781086 · Fax +43(0)732/771345

office@yca.at · www.yca.at

17. –20. April 2011

DER GEBIRGSSEGLER-CUP 2011 RUFT

Gesegelt werden drei Langstrecken: Trogir – Milna – Vrboska - Krvavica (Makarska)

Für das Nenngeld € 110,– pro Person gibt es: Teilnehmer-Polo, Begrüßungsschnaps

und Snack, Stegfest mit Freibier, O’sole mio Pizza und Bratwürste, 3 Abendessen,

Pokal und Warenpreis für jedes Schiff, Prosecco-Ausklang beim Feuerwerk und Life-

Musik bei der Siegerehrung. Sonderwertung: Länder- oder Clubwertung ab 3 Schiffe,

Biertrinkbewerb und Best Outfit.

Info und Programm unter: Mobil 0664/3458529 oder www.gebirgssegler.at

Beim Hauptsponsor Wimmer Yachting gibt es 25 % Sonderrabatt auf die eigene

Charterflotte – www.wimmer-yachting.at


90

Crew Wien,

Nö,Burgenland

CLUBABENDE

Jeden 2. Dienstag im Monat ab

19.00 Uhr im Clublokal „Restaurant

Pistauer“, 1110 Wien, Ravelinstraße 3

beim Simmeringer Friedhof,

Tel. +43(0)1/7672510

Crew-Commander

STAMMTISCHINFO

Christian Schifter

Stammtisch Mödling: S’Beisl in 2344 M.

Enzersdorf, Hauptstraße 84 – bei Interese bitte

anmelden, da nur begrenzter Raum zur Verfügung.

PROGRAMMVORSCHAU

Dienstag, 10. 05. 2011 – Christian Schifter berichtet vom YCA-Törn

in Schottland 2010

Dienstag, 11. 10. 2011 – Evi Strahser und Wolfgang Wirtl besuchen uns

und erzählen von Ihren Reisen

AUSBILDUNG

Im Mai ist kurzfristig ein Ansegeln und ein Astro-Kennenlernkurs geplant

- bitte auf der Homepage aktuelles nachschauen. Im Herbst/Winter 2011/12

sind wieder FB2+3 Kurse geplant. Wir bitten jetzt schon um Anmeldung.

Termine werden bei einem ersten Kennenlerntreffen nach Ihren Wünschen

geplant.

Crew Oberösterreich

Clubabende

Unsere Clubabende finden immer am letzten Dienstag

im Monat im Volkshaus Dornach, Niedermayrweg

7, 4040 Linz-Dornach statt. Beginn jeweils 19.30 Uhr.

Newsletter

Wir informieren unsere Mitglieder regelmäßig

über Aktuelles aus dem Segel- und Motorbootbereich.

Sollten Sie Anregungen und Ideen für

unseren Newsletter haben, so freuen wir uns

sehr über Ihre Nachricht an gottfried.rieser@a1.net

PROGRAMMVORSCHAU

Dienstag, 26.04.2011 – Mag. Harald Gridl – Spitzbergen

Dienstag, 31.05.2011 – Günter Reindl – Cora Mae – 2. Teil –

Der brasilianischen Küste entlang

Crew-Commander

Gottfried Rieser

STAMMTISCH-INFO

Unsere Stammtische erfreuen sich großer Beliebtheit, hier werden in zwangloser

Atmosphäre Gedanken und Erfahrungen ausgetauscht, Seemannsgarn

gesponnen, und was halt sonst noch auf der Welt wichtig ist, besprochen.

YCA-Stammtisch OÖ Zentralraum (Leiter: Rudolf Hanke): Jeden 2. Mittwoch

im Monat um 19.00 Uhr im Gasthaus „Bratwurstglöckerl“, Angerholzerweg

38, 4020 Linz.

YCA-Stammtisch OÖ Süd (Leiter: Erich Jansch, +43(0)664/4300711):

Jeden 1. Samstag im Monat im Seglerstüberl bei Erich Jansch, Gmunder

Straße 9 (Eingang Hafnergasse), 4861 Schörfling.

YCA-Stammtisch OÖ Nord (Leiter: Sieghard List): Die Benachrichtigungen

über Termin und Ort erfolgen per SMS und sind auf der Homepage unter

www.members.aon.at/crlipe abzufragen.

YCA-Stammtisch Bad Schallerbach (Leiter: Ralph Scholz): Jeden 3. Freitag

im Monat in der Pizzeria Valentino, Trattnachzeile 1, 4701 Bad Schallerbach.

Crew Salzburg

CLUBABENDE

Seglertreff jeweils am zweiten Mittwoch des

Monats ab 19.30 Uhr im Gasthof Krimpelstätter,

Müllner Hauptstr. 31/1. Stk., Salzburg

Zur Belebung der Crew benötigen wir eure Hilfe

und nehmen jede Anregung und deren

Umsetzung sehr gerne entgegen –

Mobil: 0680/2472219 oder

Email: zimmer_christian@ymail.com.

Crew-Commander

Arch. DI Christian Zimmer

Programmvorschau

Mai 2011 – Wir veranstalten einen Vortrag über Regattasegeln, der zweite

Vortrag ist für die beginnende Segelsaison über „ Schwerwettersegeln“

Juni 2011 – ist dem traditionellen Bordfest im Grünen vorbehalten – im

wunderschönen Garten des Krimpelstätters

Genaue Termine werden noch bekannt gegeben.

AUSTRIA CUP 2011

Der YCA ist unserem Antrag auf verstärkte Jugendförderung gefolgt.

Die Crew Salzburg nimmt nun mit 2 Schiffen teil. Für die 2. Yacht suchen

wir noch Segler aus der Jugend - Regattaerfahrung ist nicht unbedingt

erforderlich. Die Kosten für die Yachten übernimmt der YCA –

Nenngeld für Catering pro Person € 175,–.

AUSBILDUNG

Für den Trainingstörn 14.–21. 5. 2011 ab Marina Pommer suchen

wir noch Mitsegler mit Humor.

InteressentInnen bitte bei Crew-Commander Christian Zimmer

(0680/2472219 oder Email: zimmer_christian@ymail.com) melden.

YACHT CLUB AUSTRIA

The International Austrian Cruising Club

www.yca.at

Ich möchte Mitglied beim YCA werden!

Ich bin

m Vollmitglied m Familienmitglied m Jugendmitglied

(Jugendmitglied = bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres)

Ich möchte folgender YCA-Sektion angehören:

m Motoryachtsport m Segelyachtsport

Bitte schicken Sie mir Informationsmaterial zu!

Name/Vorname: _______________________________________________

Anschrift: _______________________________________________________

Geb.-Dat.: ______________________ Beruf: ___________________________

Telefon: _________________________E-Mail: ___________________________

Geworben von (Name): ________________________________________

Mitgl.-Nr.: _______________________________________________________

Unterschrift: _____________________________________________________

www.yca.at

Anmeldebon


yca-news

91

Crew kärnten

CLUBABENDE

YCA-Stammtisch Klagenfurt – jeden Dienstag

ab 19.00 Uhr im Gasthof Jerolitsch in Krumpendorf.

Themenabende im Rahmen des Stammtisches

werden jeweils auf unserer Website

www.yca-crew-ktn.atverlautbart.

PROGRAMMVORSCHAU

Alpe Adria Sailing Week vom 29. Mai bis 2.

Juni 2011 in IzolaSommerfest am 2. Juli

2011 ab 18.00 Uhr beim Gasthof Sille in

Reifnitz

AUsbildung

Praktische Ausbildung

Prüfung- und Meilentörns, Skipper-Training, Spinnaker/Gennaker- Training,

Urlaubstörns – alle auf Anfrage!

Theoriekurse für amtliche Befähigungsausweise BFA

• Fahrtbereich-1 Kurs (FB1) = „Watt- und Tagesfahrt“ - Dieser BFA ist

besonders interessant für Motorboot- und Schlauchbootfahrer an den

Adriaküsten.

• Fahrtbereich-2 Kurs (FB2) = „Küstenfahrt 20 Seemeilen“ für Segel- und

Motorboot mit MSVÖ

• Fahrtbereich-3 Upgrade

Alle Theoriekurse ab Herbst 2011

Funkzeugnis und Radar

SRC-Kurse von RYA (Short Range Certificate) und Radar-Kurse von RYA (mit

Zertifikat) – Termine entnehmen Sie bitte unserer Website

Alle Informationen zu unseren Ausbildungs-Terminen finden Sie auf www.

yca-crew-ktn.atAnfragen und Anmeldungen bitte an: office@yca-crew-ktn.at

oder telefonisch an Fritz Abl: 0664/2436871.

Crew tauern

Crew-Commander

Prov. Univ.-Ass.

Dr. Jürgen Adlmannseder

Die Crew Tauern wird derzeit über das YCA-Generalsekretariat in Linz geführt.

Anfragen über Tel.+43(0)732/781086, Fax +43(0)732/771345

E-Mail: office@yca.at, Homepage: www.yca.at

CREW EISENERZ/

Steiermark

STAMMTISCHINFO

Stammtisch Eisenerz – Leitung: Mike Hecker

0664/3458529. Crewabend jeden 1. Donnerstag

im Monat (Abweichungen werden angekündigt)

um 18.00 Uhr im „GH zur alten Mühle“, 8790 Eisenerz,

Hieflauerstraße 100.

Stammtisch Leoben –

Leitung: Angelika Gailberger 0664/5344993

Stammtischverlegung – Crewabend jeden 3. Montag im Monat um 18.00 Uhr im

„Gösser Bräu“, 8700 Leoben, Turmgasse 3 (gegenüber der Gösser Brauerei).

Stammtisch Graz – Stammtisch jeden Donnerstag, Crewabend jeden 2.

Donnerstag im Monat um 19.00 Uhr beim „Lindenwirt“, 8052 Graz, Peter

Rosegger Straße 125. Stammtischleiter wird gesucht.

Stammtisch Hall in Tirol – Leitung: Gabi Gunda 0676/88508799

Crewabend jeden 2. Freitag im Monat im “Cafe Coretto” ab 20.00 Uhr,

Schlossergasse 4, 6060 Hall in Tirol.

AUSBILDUNG

FB- Binnen (A-Schein) Praxis im Mai/ Juni, Theorie auf Anfrage. ISAF Sicherheitstraining

sowie Spinnakertraining in Planung. Interessenten bitte melden.

Info und Anmeldung bei Jan: 0676/7245252 und Mike: 0664/3458529

LEIHSERVICE

Bordapotheke: Die Leihgebühr beträgt € 5,00 pro Woche (inkl. verbrauchtem

Verbandsmaterial). Die Medikamente werden individuell nach Verbrauch

berechnet.

Seehandfunkgeräte - Die Leihgebühr beträgt € 5,00 für ein Gerät pro Woche,

Kaution € 150,00.

Crew BAYERN

Crew-Commander

Dipl.-Päd. Barbara Lange-Hofmayer

Waldinger Straße 28, D-85084 Reichertshofen

Mobil: +49/160/7358209

Tel./Fax: +49/8453/8699

E-Mail: langehofmayer@hotmail.com

Crew Kroatien

Crew-Commander

Mike Hecker

Crew-Comm. Dipl.-Päd.

Barbara Lange-Hofmayer

STAMMTISCHINFO

Jeden Sonntag ab 10.00 Uhr – Stammtisch in CAPTAINS CLUB, 51250 Novi

Vinodolski, Obala Kneza Branimira 3.

„SARAI“ – eine bildschöne GibSea 32

steht ab sofort allen unseren Mitgliedern am Attersee zur Verfügung.

Sie verbringen mit Familie, mit Freunden wunderschöne Segeltage am

Attersee.

Unkostenbeitrag

Montag bis Freitag

Samstag/Sonn- und Feiertage

€ 30,– p. Tag

€ 60,– p. Tag

InformationEN

Unsere SARAI liegt in der „Marina Kammer“ in

Schörfling und ist ganz einfach zu buchen:

• E-Mail an Yachtcharter Müller: sail@yachtcharter-mueller.at3 oder

Telefon: 0732/651005

• Name, Vorname, YCA-Mitgliedsnummer, Segelschein bekanntgeben

• Gutschein und Erlagschein wird zugeschickt

• Termin reservieren (Telefonnummer steht auf dem Gutschein)

Wir freuen uns über die Realisierung dieses Angebotes für unsere

Mitglieder.

Mit seemännischen Grüßen Gottfried Rieser, Crewcommander OÖ


02/11 4,20 EUR

Mit Yacht Club Austria News

92

www.OCEAN7.at

DAS YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

BOOT TULLN 2011: ALLE BOOTE, ALLE TERMINE

Wir segeln in

den Frühling

RISHO MARU

Verliebt in Thailand

ABENTEUER

Familientörn

nach Kap Hoorn

LeserbriefeOnline-Reaktionen

Tolle Ausbildung

Na, da ist meinem Crew-Commander ein kleiner

Fehler unterlaufen, FB2 geht bis 20 Seemeilen.

Aber abgesehen davon ist die Ausbildung beim

YCA wirklich sehr gut. Ich habe 2009/2010 den

FB2 und FB3 gemacht und möchte keine Stunde

missen, die ich im Seminarraum bzw. auf dem

Meer verbracht habe. Man bekommt nicht nur

den reinen, für die Prüfung notwendigen Stoff

vermittelt, sonder auch Tipps, die man im wirklichen

Skipperleben brauchen kann. Ganz wichtig

sind auch die Freunde und Kontakte, die man

beim Kurs gewinnen kann. Besten Dank an den

YCA Oberösterreich

Berthold Oppitz, Wartberg/Kr., OÖ

Wasserhosen

Hallo liebe OCEAN7-Redaktion, großes Lob an

euer Team! Ich bekomme eure Zeitschrift schon

seit der ersten Ausgabe und ich muss sagen, die

Qualität wird von Mal zu Mal besser und mittlerweile

ist die Ocean7 schon eines der besten

Segelmagazine, die man im Handel erhält. Mit

einem guten Mix aus Boottests, Reiseberichten

und Anzeigen lasst ihr sämtliche andere Lektüren

hinter euch. Besonders interessant fand ich in

dieser Ausgabe den Bericht über die Woche der

Lateinersegel in Kroatien sowie den Artikel über

die Wasserhosen und die Bora in Kroatien. Bitte

mehr davon! Herzlichen Dank für diese erfrischende

Unterhaltung!

Alexandra Voglreiter

Familientörn zum Kap Hoorn

Nach der Überschrift habe ich gedacht, das sind

ja kriminelle Eltern. Aber der Bericht hat gezeigt,

dass die beiden schon genau wissen, was sie tun

und dass man es einem Kind eigentlich nur wünschen

kann, diese Erfahrungen und Erlebnisse

geschenkt zu bekommen.

Ing. Gert S., Linz

Grandiose Fotos

Die Unterwasseraufnahmen von Herrn Kikinger

waren diesmal wieder ein Erlebnis. Ich finde es

immer spannend zu sehen, was da im Meer los

ist, über das wir mit unseren Booten im Urlaub

fahren. Vielen Dank auch für die spannende und

seriös recherchierte Geschichte über Wasserhosen

und andere Wettererscheinungen. Sachlich,

ohne Panikmache.

Greta Meister, Wien

zur Homepage

Das neue Look & Feel ist euch sehr gut gelungen!

Skippy

Gefällt mir sehr gut! Macht sich gut, was ihr

da gemacht hat, gefällt mir sehr, sehr gut! Und

danke für den sensationellen Cafe in Tulln!

Warum ist das Meer so weit weg …

www.gfrorner.at

Gut gelungen! Obwohl es vorher auch nicht

gerade schlecht war!

erpl

Noch besser! Beweist, dass man Gutes noch verbessern

kann. Tolles Outfit, gratuliere! Grüße

HKP2 Hookipa

Sehr schön! Na, dann will ich mit meiner Kritik

nicht sparen! Ich finde das neue Design

SENSATIONELL! Kein Vergleich zur alten

Optik. Ihr habt da wirklich ganze Arbeit geleistet.

Weiter so!

Diktator

Schreiben lohnt sich!

Wir nehmen Ihre Kritik ernst. Wir freuen uns über Ihre Anregungen – und natürlich über Ihr Lob. Damit es sich für

Sie auch lohnt, verlosen wir unter allen Einsendern diesmal einen RITCHIE Handpeilkompass X-11Y, Gehäuse

gelb, beleuchtbar. Diese präzise arbeitenden Handpeilkompasse sind in einem stoßabweisenden Silicongehäuse

eingebettet. Durch die mitgelieferte Leine kann der Kompass für schnellen Einsatz am Hals getragen

werden. Weiters sind im Lieferumfang drei „Light Sticks“ (einschiebbare Leuchtstäbe)

enthalten, die den Kompass bis zu 6 Stunden pro Stab beleuchten. Diese Leuchtstäbe

sind als Zubehör erhältlich. Auch bei diesen kleinen Kompassen ist der Drehzapfen aus

gehärtete Stahl und auf einem Saphir gelagert. Durchmesser der Rose 48 mm,

Gehäusedurchmesser 65 mm.

Ihre Zuschriften an: redaktion@ocean7.at oder

per Post: OCEAN7, Lilienthalstraße 30a, 9020 Klagenfurt.

Der Rucksack für die Zuschrift in der Ausgabe 02/2011 ging an Konrad Ertner.


9 190001 016481

Keine Ausgabe mehr verpassen,

jetzt bequem nach Hause bestellen!

Revier

93

Jahres-

ABO

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D A S Y A C H T M A G A Z I N F Ü R Ö S T E R R E I C H

0 2 / 2 0 1 3 M ä r z / A p r i l 4 , 5 0 E U R

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Tolle Boote, schöne Reviere

TIPPS

Richtig

chartern

Per Anhalter über Ozeane

Das Abenteuer

Segeln in Kampanien

Küche & Kultur

Mit Yacht Club Austria-News

und Hochseeverband-News

Ein marxistisches Segelabenteuer

FRÜHSTÜCK

auf Kuba

So war die Austrian Boatshow

Frischer Wind

Korallenriffe

128 Inseln

Mit Yacht Club Austria-News

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D A S Y A C H T M A G A Z I N F Ü R Ö S T E R R E I C H

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Wolfgang Hausner exklusiv in OCEAN7

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Mit Yacht Club Austria-News

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Segeln an der türkischen Südküste

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U N A B H Ä N G I G E S Y A C H T M A G A Z I N F Ü R Ö S T E R R E I C H

0 1 / 2 0 1 4 J ä n n e r / F e b r u a r 4 , 5 0 E U R

Tim und Jannick erzählen:

SO WAR

unser erster Törn

Mit Wolkenbruch und Schwertfisch

Die Inseln vor Neapel

Wolfgang Hausner mit Taboo III

Mitten im Taifun

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS

P. b. b. Verlagsort: 9020 Klagenfurt am Wörthersee · 12Z039473 M

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6 Ausgaben

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Entwurf_neu_fertig.qxd 21.01.2008 16:24 Seite 1

Österreichs größte Seefahrtsbuchhandlung

präsentiert den OCEAN7 Bücherschapp!

Kohlmarkt 9, 1010 Wien, 01/533 86 85-18, nautic@freytagberndt.at

freytag & berndt

www.freytagberndt.at

Geschichte, Stürme,

Abenteuer

Geoffrey Wolff

Slocum – Nur Reisen

ist Leben

Arche Verlag 2011

336 Seiten · gebunden · 25,60 Euro

Der großartige Seemann Joshua Slocum ist Thema

dieses neuen Buches. Slocum segelte im Jahr

1895 mit seinem kleinen Boot SPRAY als erster

Mensch alleine um die Welt. Erst ein Viertel

Jahrhundert nach seiner nautischen Großtat

gelang wieder einem Einhandsegler die Umsegelung

des Erdballs. 1909 machte Joshua Slocum seine letzte Reise, er

machte sich mit dem Boot auf die Suche der Quellen des Orinoko, bis

heute ist ungeklärt, was mit dem genialen Segler geschah. Tatsache ist,

dass Slocum sich seinen Platz unter den bedeutendsten Abenteurern der

Welt im wahrsten Sinne des Wortes ersegelt hat.

Stefan Krücken/Achim Multhaupt

Orkanfahrt

25 Kapitäne erzählen ihre

besten Geschichten

VerlagAnkerherz, 2007

176 Seiten mit 35 ganzseitigen

Abbildungen · 30,70 Euro

Unerlässlich für alle, die das zweite Buch

mit dem Titel „Wellenbrecher“ zuerst gelesen

haben, ist dieses Werk, das sich auf

die Suche nach den erzählenswertesten nautischen Geschichten macht.

Die Erzählungen der 25 Kapitäne sind abwechslungsreich und schildern

oft die Liebeserklärung an die Seefahrt. Die Männer, die alle Weltmeere

befuhren, erzählen von Monsterwellen, gefährlichen Momenten, von

Matrosen und Liebschaften. Die Geschichten sind so lebensnah geschrieben,

dass sich der Leser direkt in eine authentische Hafenkneipe,

an den Tisch mit alten Seebären versetzt fühlt.

Stefan Krücken/Achim Multhaupt

Wellenbrecher

25 Kapitäne erzählen ihre besten Geschichten

Verlag Ankerherz, 2009

248 Seiten · gebunden · Illustrationen ·

30,80 Euro

Das ist das zweite Buch des Duos Krücken/Multhaupt,

das schon mit dem Titel

„Orkanfahrt“ für Aufsehen sorgte. In dem

Werk „Wellenbrecher“ schildern mehr als

25 Kapitäne die spannendsten Geschichten ihres abenteuerlichen Lebens.

Die Erzählungen handeln von schweren Stürmen, Piraten und

Erlebnissen, die nur auf großer Fahrt stattfinden können. Stefan Krücken

schrieb die persönlichen Geschichten der Kapitäne auf, von Achim

Multhaupt stammen die passenden Bilder. Ein Buch voller Abenteuer,

nautischen Erlebnissen, Fernweh und Dramatik.

Rüdiger Barth

Ein Mann, ein Boot

Verlag: Malik 2011

320 Seiten · gebunden · mit 16 Seiten Farbbildteil · 20,60 Euro

Hier wird die Geschichte des Werdeganges

eines Seglers von seinem ersten Törn als unerfahrener

Passagier bis zum Schiffseigner

erzählt. Seine Eindrücke beim Ankern in gemütlichen

Buchten, seine Erlebnisse bei seiner

ersten Segelausbildung und die Entscheidungsfindung,

jetzt wirklich nautische Erfahrungen

zu machen. Die Geschichte einer

Seglerkarriere, die manche aus eigener Erfahrung

kennen.


Bücherschapp

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Mehr maritime Literatur:

koehler-books.de

Norbert Vörding/Andreas Weber

Geschichte(n) der Seefahrt

Band II – Schiffsschicksale und Schiffstypen

Koehler · 224 Seiten · 14,8 x 21 cm · zahlreiche s/wund

Farb-Abb. · Broschur · 20,50 Euro

„Geschichte mal anders“ lautet das Motto auch beim zweiten der auf

insgesamt vier Bände konzipierten Reihe „Geschichte(n) der Seefahrt“.

Im ersten Band ging es um Seefahrer und Entdecker – der neue Band

II handelt von bewegenden Schiffsschicksalen und von den wichtigsten

Schiffstypen, also von der Faszination der Schiffe an sich.

Im ersten Teil des Buches stehen die Schiffsschicksale im Vordergrund.

Dabei gehen die Autoren u. a. auf die „Titanic“ und die berühmteste

Schiffskatastrophe aller Zeiten ein, berichten von überraschenden Details

der schicksalhaften Reise auf der „Bounty“, erzählen von der tragischen

Begegnung der „Pamir“ mit einem Hurrikan oder dem unerwarteten

Untergang der „Vasa“, des Prunkschiffs der schwedischen

Kriegsflotte, bei ihrer Jungfernfahrt. Im zweiten Teil des Buches geht es

um Schiffstypen und ihre historische Bedeutung für die Seefahrtsgeschichte.

Hier dürfen natürlich der

Einbaum, die Arche Noah und das

erste Segelschiff genauso wenig fehlen

wie die mächtigen Supertanker und

die Containerschiffe der heutigen Zeit.

Erklärt wird aber auch, wie U-Boote das Tauchen „erlernten“ und welche

neuen Entwicklungen die Schiffe der Zukunft erwartet.

Wie schon im ersten Band der Reihe befassen sich die beiden Autoren

auch dieses Mal in informativen und gleichzeitig unterhaltsamen Kurzgeschichten

mit der Thematik und beweisen einmal mehr, dass die

Vermittlung von maritimem Wissen alles andere als „staubtrockene

Materie“ sein muss. Ein spannendes, kurzweiliges Buch für Groß und

Klein!

Eigel Wiese

Kreuzfahrtstadt Hamburg

Koehler · 104 Seiten · 24 x 17 cm · zahlreiche

Farb-Abbildungen · Broschur · 15,40 Euro

Kreuzfahrtschiffe gehören mittlerweile zu Hamburg wie der Michel. Kaum eine andere Hafenstadt feiert

Ankünfte und Abreisen der imposanten Riesen so enthusiastisch. Ganze maritime Feste werden in Hamburg

den Kreuzfahrtschiffen gewidmet.

Eigel Wiese beleuchtet in seinem neuen Buch alle erdenklichen Facetten der Hamburger Kreuzfahrtbranche.

So berichtet der Autor davon, dass die Kreuzfahrt eine Hamburger Erfindung ist, die bereits auf das Jahr 1845

zurückgeht, erläutert das Gestern, Heute und Morgen der drei Hamburger Terminals für Kreuzfahrtschiffe –

Überseebrücke, Hafen City und Altona – und gibt einen imposanten Überblick über die Hamburger Kreuzfahrtreedereien

und deren Anfänge sowie über die verschiedenen Kreuzfahrtschiff-Typen – vom Luxusschiff

bis zum Segelkreuzfahrtschiff.

Aber auch praktische Themen rund um die Hamburger Kreuzfahrt kommen zum Zuge: Ein Kapitel widmet

sich z. B. dem Thema Kontrollen, die seit der Terrorgefahr extrem verschärft worden sind. In Hamburg musste

die Wasserschutzpolizei sogar einen eigenen Verantwortungsbereich dafür einrichten. Außerdem betrachtet

der Autor das Thema auch von Seiten der Wirtschaft und der Umwelt. Dabei geht er auf den Energieverbrauch

sowie auf Pro und Kontra der Versorgung durch Schiffsgeneratoren und Landstrom ein. Auch wird ein

Blick auf die Feierlichkeiten rund um die Kreuzfahrtschiffe in Hamburg geworfen: Zwei Kapitel widmen sich

den beeindruckenden Tauf-Feiern und den Hamburg Cruise Days.

Professionelle Fotos runden dieses schöne Stück Hamburg ab. Eine interessante Lektüre für alle Kreuzfahrtinteressierten

– egal ob vom Deck oder von der Hafenkante aus gesehen!


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Inserentenverzeichnis

Foto: Schöler

37 Adria Yacht Center AYC

www.ayc.at

U3

AEZ

www.aez-wheels.com

37 AML-Atlantis Management Ltd

www.amlmalta.com

U4

Bavaria

www.bavaria-yachtbau.com

67 Boote Feichtner

www.bootefeichtner.at

73 Engel & Völkers Yachting GmbH

www.engelvoelkers.com

96 Freytag & Berndt

www.freytagberndt.at

37 Haase Segel

www.performancesegel.de

19 Haber Yachten

www.haber-yachten.at

37 Inschallah

www.inschallah-sailing-team.at

86 Internationales Maritimes Museum

www.imm-hamburg.de

41 Jaguar Land Rover Austria GmbH

www.jaguar.at

69 Marine Pool

www.marinepool.at

U2

Master Yachting

www.master-yachting.de

5 Max Marine Motor

www.maxmarine.at

27 Max Marine Segel

www.maxmarine.at

87 Werner Ober Yachtelektronik

www.yachtelektronik.at

97 Phoenix Yachting

www.phoenixyachting.com

31 Pantaenius

www.pantaenius.at

37 Palmetshofer Nautic

www.palmetshofer-nautic.at

53 Powerdive

www.powerdive.info

79 Steyr Motors GmbH

www.steyr-motors.com

13 Sunsail

www.sunsail.at

9 Uniqa

www.charterversicherungen.at

47 Yachten Meltl

www.yachten-meltl.de

37 Yachticon

www.yachticon.de

37 Yacht-Pool Versicherungs-Service GmbH

www.yacht-pool.com

37 Yachtprobleme

Chefredakteur:

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Thomas D. Dobernigg

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Feschnigstraße 232, A-9020 Klagenfurt am Wörthersee

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Thomas D. Dobernigg

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Yacht Club Austria, Generalsekretariat, A-4020 Linz, Lederergasse 88, www.yca.at

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