Leute machen Kleider - RegJo

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Leute machen Kleider

Modedesign und Style ausgerechnet aus Hannover? In Sachen Mode muss sich die Landeshauptstadt längst nicht

mehr verstecken. Weder als Standort für die qualifizierte Ausbildung noch als Firmensitz junger lokaler Labels.

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Bild: Claudia Rump


Bild: Claudia Rump

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Label: Lyra Amber, Designerin: Anette Stichnoth, Serie

„Ladiestime am Kanal“ (auch die Doppelseite davor).

Kennzeichen des Labels „Lyra Amber“: Recycling,

Zweckentfremdung, Kapuzen und schräge Details.

Bild: Claudia Rump


Bilder: Roland Schmidt

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Text: Angela Andresen-Schneehage Fotografie: Claudia Rump, Axel Herzig, Dieter Sieg, Andreas Klein, Roland Schmidt, Themenwechsel

Natürlich! Hannover ist weder New York

noch Mailand. Es gibt in der niedersächsischen

Metropole keine internationalen

Fashionshows, die Eskapaden von Naomi

Campbell und Co. ereignen sich nicht am

Kröpcke und in puncto Edelshopping hält

die Georgstraße einem Vergleich mit der

Pariser Avenue Montaigne wohl kaum

stand. Selbst wenn man in Sachen Mode

ganz deutsch denkt, stehlen Düsseldorf

und Berlin der Leinestadt die Schau. Was

allerdings die Leidenschaft für den Look,

die Kreativität und die handwerklichen

Fähigkeiten der hiesigen Designer betrifft,

da kann sich Hannover durchaus mit anderen

Modemetropolen messen.

Davon ist jedenfalls Martina Glomb,

Professorin am Studiengang Modedesign

der Fachhochschule Hannover überzeugt:

„Diese Stadt bietet den jungen Modedesignern

ein ganz wunderbares Wirkungsfeld.

Hannover ist aktiv und kreativ, hier

herrscht eine Atmosphäre, die ein ausgesprochen

konzentriertes Arbeiten zulässt.“

Selbst London, die heimliche Welthauptstadt

der Mode, bekommt von Prof. Glomb

keine Bestnoten: „In London gibt es ein

vergleichsweise oberflächliches Konsumdenken,

die Stadt hat sich zu einem Disneyland

des Modedesigns entwickelt,

hier fehlt inzwischen die Tiefe.“ Und die

Diplom-Designerin weiß, wovon sie spricht.

Schließlich hat sie zwölf Jahre als Assistentin

bei der exzentrischen Mode-Ikone Vivienne

Westwood gearbeitet und am Londoner

Royal College of Art unterrichtet.

Zurück in Norddeutschland ist sie von der

Stimmung in Hannover begeistert. „Verglichen

mit den klassischen Modemetropolen

der Welt ist es hier tatsächlich ein bisschen

provinziell. Doch ich mag das. Hier kann

man das Feld der Mode noch neu bestellen

und etliches bewegen. Und daran arbeiten

die Nachwuchs-Designer verbindlich,

fleißig und bescheiden. Statt eine arrogante

Großstadtattitüde vor sich herzutragen,

überzeugen sie mit ihrer großen

Kreativität.“

nach dem Studienabschluss an der Fachhochschule Hannover gründete

Mareike otto vor fünf jahren das Label „ping pong“.

Drei wichtige Designerschmieden sor-

gen dafür, dass Phantasie und Ideenreichtum

sich auf unterschiedlichen Ausbildungswegen

zu einer höchst professionellen

Gestaltung von Mode entwickeln

können.

Der achtsemestrige Bachelor-Studiengang

Modedesign an der Fachhochschule

Hannover bereitet die Studierenden intensiv

auf die vielfältigen Betätigungsfelder der

Branche vor. Neben der reinen Produktentwicklung

spielen zunehmend auch Marketing,

Werbung und Journalismus eine

Rolle. Hinzu kommen die Bereiche Art

Direction, Illustration und Trendscouting.

Das umfangreiche Repertoire an wissenschaftlichen,

fachlich-gestalterischen und

produktionstechnischen Studienangeboten

bietet beste Voraussetzungen für ein konzentriertes

Studium; ebenso wie die hochmoderne

Ausstattung der Fachhochschule

auf der Expo-Plaza. Hier scheint auch neun

Jahre nach der Weltausstellung noch internationaler

Wind zu wehen: Der Studien-

Shooting im Bretz-Store Hannover / Lyra Amber;

Label: ping pong (Designerin: Mareike otto).

gang Modedesign zeichnet sich durch die

intensive Pflege von weltweiten Kontakten

aus und ermöglicht den Studierenden

Auslands- oder Praktikumssemester,

überwiegend in den Ländern der Europäischen

Union oder im Fernen Osten. Ein

internationales Alumni-Netzwerk unterstützt

die angehenden Modedesigner bei

ihren Projekten und auf der Suche nach

Praktikumsplätzen.

„Unsere Absolventen sind hervorragend

ausgebildet“, so die Leiterin des Studiengangs

Prof. Martina Glomb. „Und

die Industrie liebt uns dafür. Viele der

besten Jungdesigner verlassen nach ihrem

Abschluss daher leider die Stadt und gehen

zu bekannten Modelabels wie Hugo Boss

oder Esprit. Wir hoffen natürlich, dass viele

von ihnen zurückkommen. Eine ganze

Reihe kreativer Köpfe siedelt sich zunehmend

aber auch hier in der Stadt an, vernetzen

sich und arbeiten daran, das provinzielle

Image der Stadt zu korrigieren.“ Wie

groß das Interesse an der Hannoverschen

Bild: Axel Herzig

Entwicklungsarbeit in Sachen Fashion tatsächlich

ist, beweisen die Abschlussmodenschauen.

Wenn die Studierenden ihre

Diplomkollektionen auf den Laufstegen der

Fachhochschule präsentieren, sind regelmäßig

rund 1.000 Zuschauer dabei.

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann

sich auch die vor sechs Jahren in Hannover

gegründete Fahmoda nicht beklagen,

Niedersachsens einzige staatlich anerkannte

Berufsfachschule für Modedesign

und Maßschneiderei, die sich in kurzer Zeit

zu einer bundesweit anerkannten Erfolgsinstitution

der Textilwirtschaft entwickelt

hat. In den denkmalgeschützten Räumen

der ehemaligen Continental AG Limmer

wird nach dem Prinzip „Design und Handwerk

aus einer Hand“ gelehrt. Insgesamt

dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung,

an deren Ende sowohl der von der Handwerkskammer

anerkannte Gesellenbrief für

Maßschneiderei steht wie auch der qualifizierte

Abschluss in Modedesign. „Diese

Kombination aus praktischen und kreati-

ven Lehrinhalten ist unsere Stärke“, erklärt

Fahmoda-Direktorin Karin Lilienthal. „Die

zweigleisige Ausbildung ist besonders effektiv.

Besser kann man sich wohl nicht auf

die hohen Anforderungen im Modebusiness

vorbereiten. Von unseren Absolventen

zählen sicherlich zwei Drittel zu den

Hoffnungsträgern der Branche. So wurde

Mery Esajan bereits als Schülerin von der

Zeitschrift „Burda“ zur besten deutschen

Nachwuchsdesignerin gekürt. Und die

Abschluss kollektion von Wladimir Arutti

brachte ihm bereits Vergleiche mit den

Kreationen von Balmain ein.“

Rund 100 Schüler in insgesamt vier

Jahrgängen streben in der Fahmoda ihren

Abschluss an und damit auch den Eintritt

in eine breit gefächerte Berufswelt.

Das Spektrum reicht von Entwurfs- und

Schnittdirectrice über Trendguide für

Ein- und Verkauf bis zum Damenschneiderhandwerk

mit anschließender Meisterprüfung.

Für viele Absolventen ebenso

interessant: Tätigkeiten bei Theater, Film

Bild: Roland Schmidt


Bild: Themenwechsel

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und Fernsehen oder der Weg in die Selbständigkeit.Einen

weiteren Erfolg versprechenden

Ausbildungsgang in die Welt der

Mode bietet Hannover mit der 2006 mitten

in der Stadt gegründeten Berufsfachschule

M3-MenschenMachenMode e.V.

„Unser Konzept ermöglicht den Studierenden

in allen Bereichen der Mode kreativ

zu arbeiten“, erklärt Diplom-Designerin Eva

Emde aus dem Team der Schulleitung. „Die

Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie

und Kulturwissenschaft, das Engagement

des kompetenten Dozententeams sowie

die Einbindung von Entwurfswettbewerben

vermitteln bereits frühzeitig ein reales

Berufsbild.“ Besonders bemerkenswert sei

die Tatsache, so Emde weiter, dass in sieben

Semestern vier Abschlüsse erreicht

werden können: Maßschneider(in),

Modedesigner(in), die Zusatzqualifikation

Bekleidungsfachtechniker(in) und

In ihrem Design- und vintagestore „Themenwechsel“ führt Modedesignerin julia Penkina eine

erlesene Auswahl junger Kollegen. Alle drei bis vier Wochen wechselt das Motto des Ladens.

das Zertifikat „Digitale Medien im Modedesign“.

Am Nachwuchs an Modedesignern

sollte es der Messestadt also nicht mangeln.

Doch wie sieht es mit den Absatzmöglichkeiten

aus, welche Chancen haben die jungen

Kreativen auch kommerziell erfolgreich

zu sein? „Hier besteht in der Tat noch ein

gewisser Nachholbedarf bei der Förderung

und der Akzeptanz der lokalen Mode“, so

sieht es Prof. Martina Glomb. „Das liegt

nicht zuletzt daran, dass eine Textilindustrie

in Deutschland so gut wie gar nicht

mehr existent ist. Wir müssen dringend

wieder kleine Produktionsstätten schaffen,

die es überhaupt erst ermöglichen, lokales

Design zu vermarkten.

Untersuchungen haben ergeben, dass

sieben Prozent der Frauen gerne bei hier

ansässigen Designern kaufen würden. Das

ist nicht wenig und zeigt, dass das Kundenpotenzial

für hochwertige Bekleidung

durchaus vorhanden ist. Um aber Prototypen

und Kleinserien herstellen zu können,

müss te es deutlich mehr Unterstützung für

die kleinen Labels geben.“

Ähnliches besagt auch eine Untersuchung

zur Förderung der jungen

Modeszene in Hannover, die von der Wirtschaftsförderung

der Landeshauptstadt in

Auftrag gegeben worden war: Die geringe

Produktionskapazität sei ein bedeutsamer

begrenzender Faktor für die Marktentwicklung

der hannoverschen Designlabel. Zur

deutlichen Positionierung im umkämpften

Modemarkt müssten die hiesigen Designer

und Designerinnen ihre Kapazitäten

bündeln, neue Formen der Zusammenarbeit

üben und gemeinschaftlich handeln.

Effektive Kooperationsmöglichkeiten könnten

in der Bildung von Einkaufsgemeinschaften

zur Materialbeschaffung liegen,

aber auch in der gemeinsamen Beauftra-

gung von Dienstleistungen wie Werbefotografie

oder Büroservice. Die Gründung

einer marketingwirksamen Dachmarke

böte die Gelegenheit, hannoversche Mode

über die Grenzen der Stadt hinaus populär

zu machen. Und mit der Auslobung

eines eigenen Modedesignpreises, vielleicht

durch die hier ansässigen Modeschulen,

würde verstärkte Aufmerksamkeit auf

die lokalen Modeschöpfer gelenkt. So lassen

sich die Handlungsansätze zusammenfassen,

die das Fazit dieser Studie bildeten.

Das war vor drei Jahren. Inzwischen haben

Hannovers Designer reagiert.

Zum Beispiel mit der „Styleprovinz“,

einem Netzwerk von zehn Modedesignerinnen

aus der Stadt. „Wir wollten einfach

zeigen, dass Hannover sich – nicht zuletzt

wegen der vielen guten Ausbildungsmöglichkeiten

– durchaus nicht hinter Hamburg

und Berlin verstecken muss, was das

modische Potenzial angeht“, erklärt Daniela

Cebulla-Tscherny, die mit ihrem Modelabel

„Cebulla Cou(l)ture“ zu den Mitbegründerinnen

zählt. „Als gemeinsame

Plattform im Internet bündelt Styleprovinz

Modedesign aus und für die Stadt Hannover

unter einem zentralen Dach.“ Eine wichtige

Art zu kommunizieren. Und Kommunikation

spielt für die Fashion-Frau nicht nur

in der PR, sondern auch in ihren Kollektionen

eine entscheidende Rolle. Die Entwürfe

von Cebulla-Tscherny „sprechen“ – mit

Hilfe von aufgestickten Zitaten. „Literarische

Bekleidung“ nennt sie ihre aus hochwertigen

Materialien gefertigten Unikate.

„Es ist eine zeitlose, einzigartige, spezielle

Garderobe. Anders und besonders. Für Kinder

und Erwachsene. Für alle neugierigen

Menschen unserer Zeit.“ Ein weiterer der

kreativen Köpfe Hannovers sitzt auf den

Schultern von Rike Winterberg, ebenfalls

Mareike otto: „Ping pong-Mode ist nicht

glamourös, sondern alltagstauglich.“

Bild Roland Schmidt


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Label: Lyra Amber, Designerin: Anette Stichnoth,

Shooting in new York mit Stylistin jessica Hofmann.

Bild: Claudia Rump

zuhause in der Styleprovinz. Die an der Fachhochschule Hannover

diplomierte Modedesignerin gründete vor fünf Jahren das eigene

Label „winterberg collection“. Mit Kreationen selbstverständlicher

Eleganz will sie Charakter und Sinnlichkeit ihrer weiblichen Kunden

unterstreichen. „Kleidung ist ein kulturelles Element und geht

weit über den ursprünglichen Sinn des Verhüllens hinaus. Unsere

Garderobe soll dem Wohlbefinden dienen und Inneres und Äußeres

im Gleichgewicht halten.“ Zu finden sind ihre Stücke mitten

in Hannovers City: Der „Rike Winterberg Concept Store“ mit Atelier

und Showroom befindet sich in der Galeria Kaufhof an der

Marktkirche.

Zu Hannovers guten Adressen gehört für die Fans innovativer

Mode zunehmend die Nordstadt; am und um den Engelbosteler

Damm siedeln sich immer mehr junge Designer an. Echten Hannoverstyle

gibt es bei Heide Niemeyers „Hometown“. Schon der Name

lässt erahnen, dass sich bei ihrem hauseigenen Hometown-Label

alles um diese Stadt dreht. Mit einem dezenten Niedersachsenpferd

auf der Brust oder einem originellen handgezeichneten Druckmotiv

hannoverscher Wahrzeichen können sich die Träger von Heide

Niemeyers Shirts und Tops zu ihrer Stadt bekennen.

Nur zwei Häuserblocks weiter führt Modedesignerin Julia

Penkina eine erlesene Auswahl wechselnder junger Kollegen in

ihrem Design- und Vintagestore „Themenwechsel“. Dieser Name

ist Programm: „Zu einer guten Vermarktung von jungem Modedesign

gehört ein Ladenkonzept mit der Präsentation von kompletten

Outfitvorschlägen und – ganz wichtig – viel Abwechslung“, so Pen-

Label: Lyra Amber, Designerin: Anette Stichnoth: Serie „Ladiestime am

Kanal“ (li.), Shooting im „past perfect“Hannover (re.).

kina. „Mein Laden ist daher so etwas wie ein begehbares Schaufenster

und steht alle drei bis vier Wochen unter einem anderen

Motto.“ Unter ihrem Hauslabel „Kina*“ vertreibt Julia Penkina in

ihrem Geschäft auch eine eigene Kollektion von Accessoires mit

Kleidungsstückcharakter: Schals, die jedes vorhandene Kleidungsstück

neu aufpeppen und als Bolero oder Ärmelschal alles andere

tun, als nur langweilig herumzuhängen.

Ebenfalls im „Themenwechsel“-Boot sitzt Mareike Otto (ehemals

Böttcher) mit ihrem Atelier und Showroom. Nach dem Studienabschluss

an der Fachhochschule Hannover vor fünf Jahren

gründete sie das Label „ping pong“. „Meine Kollektionen bestehen

aus Unikaten, Kleinserien und Accessoires. Ping pong-Mode ist

nicht glamourös, sondern alltagstauglich und unkompliziert und

für Frauen gemacht, die Spaß am Kombinieren haben.“

Recycling und Zweckentfremdung, Kapuzen und schräge

Details kennzeichnen die Kreationen von Anette Stichnoth, die

sie unter dem Label „Lyra Amber“ vertreibt. In der Stadt und ihrem

Atelier am Engelbosteler Damm 42 unter dem Dach des „Themenwechsels“

fühlt sich die Designerin ausgesprochen wohl. „Hier ist

es vielschichtig und lebendig. Es gibt eine viel größere Designerszene

als gemeinhin angenommen wird und viele Hannoveraner

sind sehr modebewusst.“

Ein breites Fashion-Spektrum, in dem auch Männer fündig

werden, bietet das „Designkombinat“ Ecke Engelbosteler Damm/

Paulstraße. Der Clou des Ladenkonzeptes: Nachwuchsdesigner

können sich hier einzelne Regalfächer, Taschenhaken oder ein

Bild: Dieter Sieg


Label: Lyra Amber, Designerin: Anette Stichnoth,

Shooting im „past perfect“ Hannover.

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Bild: Dieter Sieg


Bild: Andreas Klein

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Bilder: Themenwechsel

Unter dem Label „Kina*“ vertreibt julia Penkina eine eigene

Kollektion von Accessoires mit Kleidungsstückcharakter.

Stück Kleiderstange anmieten, um ihre Unikate zu präsentieren. Abwechslung

und Auswahl sind damit garantiert.

„Es gibt eigentlich kein Alleinstellungsmerkmal für Mode, die aus

Hannover kommt“, so Karin Lilienthal von der Fahmoda. „Der Ort Hannover

kann nicht als ein Raum begriffen werden, der a priori einen signifikanten

Stil oder eine bestimmte Schule im Bereich der Mode oder des Designs

hervorbringt. Das liegt sicherlich daran, dass Hannover keine mit Paris,

Mailand oder London vergleichbare langjährige Tradition, Vernetzung und

Infrastruktur für die Modeproduktion besitzt. In den großen Modemetropolen

gibt es eine Tradition, die über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist

und die sich im Bewusstsein der Menschen kulturell fest verankert hat.

Ein kulturelles Gedächtnis, das hier fehlt. Dennoch bewegt sich inzwischen

peu à peu immer mehr im Bereich Mode. „Hannover Goes Fashion“, die

im vergangenen Jahr viel beachtete Modeausstellung in insgesamt zehn

Museen der Stadt, war beispielsweise ein deutliches Signal dafür.“ Auch

wenn Niedersachsens Hauptstadt es nicht schafft, sich in absehbarer Zeit

im Ranking der Style-Metropolen ganz nach oben zu schieben, Hannovers

Designer sind auf dem Wege, ihre berufliche Heimat vom Image des Modedorfes

mit Provinzmief zu befreien. Fashion made in H hat’s verdient.

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