KB_West_Autunno_2017

weinheimer

Magazin für Kunst und Kultur

DER KUNSTBLITZ

kostenlos

Oktober - Dezember |2017

www.kunstblitz.de

08 Andreas Achenbach

28 Edouard Manet

MATISSE –

BONNARD

städel museum

16 Amedeo Modigliani


Andreas

Achenbach

Revolutionär und Malerfürst

14. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

FORUM

CONFLUENTES

Kunst.Kultur.Bildung.

MITTELRHEIN-MUSEUM

ROMANTICUM

TOURIST-INFORMATION

STADTBIBLIOTHEK


UNTER UNS

Patrizio Medagli

Liebe Leser/innen,

das Jahr 2017 war ein Jahr voller „Überraschungen“.

Die Erste gab es in den Vereinigten

Staaten: die Präsidentenwahl,

an zweiter Stelle würde ich die Wahl in

Deutschland platzieren. Beide Ergebnisse

zeigen sehr viele Gemeinsamkeiten. Politik

wird von Emotionen gesteuert und

nicht mehr mit dem Verstand umgesetzt.

Die Geschichte lehrt, dass solche „hypnotisierten

Massen“ jubeln, auch wenn

ihre eigenen Interessen und ihre eigene

Meinungsfreiheit missachtet wird. Kriege

werden gefeiert, Gewalt wird als tägliches

Brot geduldet. Ein anerkannter Feind der

Dummheit ist die Kultur. Zum Glück haben

wir im Lande noch eine Mehrheit von circa

88% der Wähler, die gewissen Fake News

keinen Glauben schenken. Es wäre im Jahr

2018 wünschenswert, wieder eine Politik

der Vernunft zu kultivieren, sowohl in Europa,

als auch in der ganzen Welt.

Am Ende des Jahres gibt es ein „Feuerwerk“

an interessanten Ausstellungen. Wir haben

eine regelrechte „Überflutung“ an Informationen

erhalten, mit denen wir sicherlich

500 Seiten hätten füllen können. An dieser

Stelle entschuldigen wir uns, dass wir eine

derarte „Mammut-Publikation“ nicht herausgebracht

haben, allerdings wäre sie sicherlich

nicht so handlich gewesen wie die

aktuelle Ausgabe. Sie werden trotzdem bei

der Lektüre unserer ausgewählten Berichte

viel Freude erfahren und wir versprechen im

Jahr 2018 noch mehr spannende Reportagen

für Sie zu publizieren.

Die fünf Ausstellungen aus der Reihe „Die

leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

(die in diesem Jahr in Magdeburg, Koblenz,

Neubrandenburg, das Publikum begeistern

konnten und die in Wuppertal und Wildau,

bei Berlin, im Oktober erneut präsentiert

werden) bieten eine überzeugende wMöglichkeit

die regionalen Kunstszenen außerhalb

der gewohnten Kanäle bekannt zu machen.

Immer mehr Künstler/innen wählen

diese Ausstellungsmöglichkeit, bei der sie

die Gelegenheit bekommen, ihre Arbeiten

hunderttausenden von Besuchern zu präsentieren.

Nicht zu vergessen, ist die bedeutungsvolle

Gegebenheit, dass die Ausstellungen

sowohl in Wuppertal, als auch in

Magdeburg und Wildau von einigen Kunstpreisen

begleitetet werden. Die durch den

Verkauf von Kunstwerken gewonnenen

Erträge, fließen ohne Abgaben von Provisionen

direkt an die Künstler/innen.

Kunstschaffende, die nächstes Jahr an den

Ausstellungen teilnehmen möchten, können

sich an uns wenden, um weitere nützliche

Informationen zu erhalten (www.kunstblitz.de)

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre.

Bleiben Sie uns auch im Jahr 2018 treu!

1


DER KUNSTBLITZ | INHALT

4 PANORAMA MUSEUM

8 MITTELRHEIN MUSEUM

16 TATE GALLERY LONDON

22 CLEMENS SELS MUSEUM NEUSS

28 VON DER HEYDT-MUSEUM WUPPERTAL

32 STÄDEL MUSEUM

4o

BUNDESKUNSTHALLE IN BONN

Modigliani, Seated Nude, 1917, Oil paint on canvas 1140

x 740 mm, Royal Museum of Fine Arts Antwerp, Lukasart

in Flanders Photo credit: Hugo Maertens

IMPRESSUM Herausgeber und Eigentümer: Patrizio Medagli

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Patrizio Medagli

Redaktion: Harald Klee, Patrizio Medagli, Helga Wicher, Giuliana

Medagli, Claudia Rohde, Ulrich Walter Redaktion Postadresse:

Vohwinkeler Str. 154, 42329 Wuppertal (Germany) Telefon

0202 738217, info@derkunstblitz.com, www.derkunstblitz.de

Redaktion Frankfurt, Postadresse: Am Sandhügel 30, 63150

Heusenstamm. Verlag: Weinheimer Verlags-GmbH Konzeption/

Layout: Eduardo Rahmani, Simonsstraße 80, 42117 Wuppertal,

Tel: 0202 451654, Fax: 0202 450086, info@bvg-menzel.de,

www.bvg-menzel.de Bildmaterial: Clemens-Sels Museum Neuss,

Städel Museum Frankfurt am Main, City Arkaden Wuppertal, Löhr-

Center Koblenz, Mittelrhein-Museum Koblenz, Dr. Sandra Abend,

Wilhelm-Fabry-Museum Hilden, Tate Gallery London, Panorama Museum,

Bundeskunsthalle Bonn, Fabry Von der Heydt Museum Wuppertal

Titelseite: Städel Museum Frankfurt am Main, Mittelrhein-

Museum Koblenz, Tate Gallery London, Von der Heydt-Kunsthalle

Wuppertal. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird

keine Gewähr übernommen. Der Nachdruck ist – auch auszugsweise

– nur mit Quellenangabe gestattet. Mit Namen oder Initialen gezeichnete

Beiträge geben die Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt

die der Edition ARTistica wieder.

50 WILHELM-FABRY-MUSEUM

54 LÖHR-CENTER-ART

„Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

58 CITY-ART-KADEN 2017

„Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

64 NOTIZEN

2

HERBST | 2017


VON DER HEYDT-MUSEUM

WUPPERTAL

24.10.2017 - 25.2.2018

Edouard Manet

manet-ausstellung.de

3


DER KUNSTBLITZ | PANORAMA MUSEUM

Cécile Reims d´après Hans Bellmer

Le coq ou la poule 1971

Cécile Reims

D´après Hans Bellmer

Panorama Museum

11.11.2017 bis 18.02.2018

4

HERBST | 2017


Cécile Reims d´après Hans Bellmer

Rencontre à l´íle de Ré ou Nénuphar 1970

Zwischen 1967 und 1975 entwickelte

die Kupferstecherin Cécile Reims

mehr als zweihundert druckgrafische

Interpretationen nach Zeichnungen

von Hans Bellmer. Die Ergebnisse der in

Deutschland kaum beachteten fruchtbaren

Zusammenarbeit zwischen Bellmer

und Reims stellt das Panorama Museum

Bad Frankenhausen mit einer Übersichtsschau

vor, in der ein großer Teil des Konvoluts

d´après Hans Bellmer zu sehen sein

wird, ergänzt durch eigenständige Kreationen

von Reims, die die Kollaboration in

ihrem Kontext erfahrbar machen.

Cécile Reims, 1927 als Tsila Remz in Paris

geboren, absolvierte ihre Ausbildung

als Kupferstecherin im Paris der späten

vierziger Jahre und übernahm die Aufgabe,

Hans Bellmers Zeichnungen auf die Druckplatte

zu übertragen, vermittelt durch den

5


DER KUNSTBLITZ | PANORAMA MUSEUM

Cécile Reims d´après Hans Bellmer

La chauve-souris 1968

surrealistischen Verleger Georges Visat. Bis

zu Bellmers Tod im Jahre 1975 übersetzte

sie Einzelblätter und ganze Serien in die

Druckgrafik, etwa Petit Traité de morale

(1968), Les Marionnettes (1969, Illustrationen

zur Erzählung von Heinrich von

Kleist), Les Chants de Maldoror (1971, zum

Text des Comte de Lautréamont), Unterweisungen

der Sexualität I und II (1972),

Les Anagrammes du corps (1973) oder Miroir

des songes I und II (1974).

Hans Bellmer begann seine künstlerische

Laufbahn in den zwanziger Jahren

als Gestalter beim Malik-Verlag. 1934 publizierte

er sein Schlüsselwerk Die Puppe

im Eigenverlag und in der surrealistischen

Zeitschrift Minotaure. Er stellte erotische,

verstörende Fotografien von Puppen vor,

die er aus Teilen von Schaufensterpuppen,

Holz, Metall und Gips montiert hatte, und

präsentierte die Motivwelt, die für sein

Schaffen bis zuletzt zentral sein sollte.

Spätestens mit seiner Emigration im

Jahr 1938 wurde Bellmer in den Kreis der

6

HERBST | 2017


Panorama Museum

06567 Bad Frankenhausen

Tel: +49 (0) 34671 6190

www.panorama-museum.de

Cécile Reims d´après Hans Bellmer

La danseuse 1968

Pariser Surrealisten um André Breton aufgenommen;

zu Beginn des Zweiten Weltkrieges

als Deutscher interniert, arbeitete

er im Lager Les Milles eng mit Max Ernst

zusammen. Die Zeichnung entwickelte

sich zu seinem bevorzugten Medium, mit

dem er sich dem Unterbewussten, der sexuell

aufgeladenen Imagination widmete

und zum Mitbegründer des fantastischen

Realismus reifte.

Seine filigranen, geschwungenen Linien

setzte Reims meisterhaft in die Druckgrafik

um. Die in eigenen Serien wie Les

Métamorphoses (1957-58, Illustrationen

zu Ovid, publiziert 1959) erprobte klare

Linienführung entfaltet auf den Blättern

nach Bellmer ihre Kraft: Gliedmaßen winden

sich umeinander, Gesichter werden zu

Architektur, roboterartige Marionetten erwachen

zum Leben, ein Torso blättert sich

Schicht um Schicht bis auf die Organe auf.

Frauenkörper, transsexuelle Körper, zerlegte

Körper, bloßgelegte Körper, sie alle bestimmen

Bellmers Bildwelt.

Noch während der Zusammenarbeit mit

Bellmer begann Reims, die Arbeiten anderer

Künstler in die Druckgrafik zu überführen,

allen voran Leonor Fini und Fred Deux, mit

dem sie als Lebenspartnerin bis zu seinem

Tode eng verbunden war. Gleichzeitig schuf

sie regelmäßig Naturstudien und fertigte

seit 1998 zahlreiche eigene Serien an, zuletzt

L´Élan vital (2010-11, publiziert 2013),

wunderschön poetische Kupferstiche, die bis

in die Zellstruktur von Pflanzen vordringen.

Öffnungszeiten Di bis So 10 – 17 Uhr

7


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

ANDREAS

ACHENBACH

Revolutionär und Malerfürst

14.09.2017 bis 18.02.2018 im Mittelrhein-Museum Koblenz

Andreas Achenbach (1815 – 1910)

vereint wie kein anderer Düsseldorfer

Maler die Gegensätze und

Entwicklungen des 19. Jahrhunderts. Bereits

als 30-jähriger Künstler wurde er als

„Meteor am Himmel der Landschaftsmalerei“

bezeichnet, seine Themenvielfalt und

technische Versiertheit faszinierten das

Publikum bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Frühe Reisen – als Kind bereits nach St. Petersburg,

später nach Skandinavien, England,

Holland, Italien – prägten sein visu-

elles Gedächtnis. In seiner künstlerischen

Entwicklung spiegelt sich die Kunstgeschichte

eines ganzen Jahrhunderts: Von

der frühen romantischen Landschaft bis

hin zum späten realistischen Industriebild.

Das gemalte Licht wurde bei ihm zu einem

Markenzeichen, das er im Spätwerk mit

fast impressionistischen künstlerischen

Mitteln perfektionierte.

Trotz aller Konzentration auf das Künstlerische

– in dem er als wahrer ‚Malerfürst’

gefeiert wurde – blieb er Zeit seines Le-

8

HERBST | 2017


Andreas Achenbach

Römische Landschaft

Öl auf Leinwand 1844

Privatsammlung

Foto © LA8 Baden Baden

9


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Andreas Achenbach, Hafen von Amsterdam bei Mondschein, Öl auf Leinwand 1887,

Privatsammlung, Foto © LA8 Baden Baden

bens seiner freiheitlichen Gesinnung treu.

Intensiv setzte er sich zeichnerisch mit den

politischen Unruhen von 1848/49 auseinander,

die er mit einer schonungslosen Offenheit

karikierte. Sein scharfer Beobachtungsgeist

und eine pointierte Bildsprache

lassen ihn zu einem unmittelbaren Augenzeugen

der 1848er Revolution werden.

Diese Karikaturen gehören zu den faszinierenden

Neuentdeckungen seines Werkes.

Sie bestechen durch ihre auch heute noch

ungebrochene Aktualität, in der mit schonungsloser

Offenheit die sozialen Gegensätze

aufgezeigt werden.

So stand für Achenbach stets der Mensch

auch im Mittelpunkt seiner Kunst – seine

Landschaften sind vom Menschen geprägt,

nur durch den Menschen erlebbar

und ohne ihn nicht denkbar. Es findet

sich kaum ein Bild, in dem nicht Spuren

menschlichen Wirkens in die Landschaft

eingebunden sind.

10

HERBST | 2017


Die Sixtina des Nordens

Panorama Museum

Werner Tübkes Monumentalgemälde wird 30 Jahre.

Feiern Sie dieses Jubiläum mit uns gemeinsam.

Unsere Museumsnacht am 07. Oktober 2017

von 19 Uhr bis 24 Uhr bietet ein unterhaltsames Programm

aus Kunst, Musik und Kulinarik.

© Tübke, VG Bild-Kunst Bonn, 2017

Panorama Museum

Am Schlachtberg 9

06567 Bad Frankenhausen

Tel: 034671/6190

www.panorama-museum.de

Di bis So

April bis Oktober 10 - 18 Uhr

November bis März 10 - 17 Uhr

Juli/August auch montags 13 - 18 Uhr

11


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Andreas Achenbach, Große Marine, Öl auf Leinwand 1836

Privatsammlung, © Foto LA8 Baden Baden

Achenbach, der 1861 als „Herrscher über

Land und Meer“ bezeichnet wurde, war

auch als Kunstagent höchst erfolgreich: Er

war nicht nur bereits ab 1832 in deutschen

Ausstellungen vertreten, sondern stellte ab

den frühen 1850ern auch in Europa und

den USA aus.

Alle im Mittelrhein-Museum Koblenz gezeigten

Werke stammen aus einer süddeutschen

Privatsammlung und dokumentieren

erstmals zusammenhängend sämtliche

künstlerischen Bereiche Achenbachs: Gemälde,

Aquarelle, Ölstudien, Karikaturen,

Druckgrafik, Skizzenbücher sowie persönliche

Dokumente und Auszeichnungen.

Die Ausstellung ist eine Koproduktion mit

dem Museum LA8 in Baden-Baden.

Begleitband zur Ausstellung:

„Andreas Achenbach – Revolutionär und

Malerfürst“, hrsg. von Wolfgang Peiffer und

Matthias Winzen; 320 Seiten, Athena-Verlag

Dortmund. In der Ausstellung 19,00 €.

12

HERBST | 2017


CéCile Reims

D´après Hans Bellmer

11.11.2017 bis 18.02.2018

Panorama Museum

Doriane ou Chapeau-fille, 1969

Am Schlachtberg 9

06567 Bad Frankenhausen

Tel.: 034671 / 6190

www.panorama-museum.de

Di bis So 10 - 17 Uhr

13


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

BEGLEITPROGRAMM ACHENBACH

IM MITTELRHEIN-MUSEUM

Sonderführungen:

Kuratorenführungen mit Dr. Irene Haberland,

Bonn: Sonntags, 22. 10.2017; 10.12.2017;

18. 02. 2018; jeweils 15 Uhr

Führung mit dem Sammler Wolfgang Peiffer,

Baden-Baden: Donnerstag, 18. 01. 2018, 19 Uhr

Kosten jeweils: 3,00 €/ ermäßigt 2,00 € zzgl.

Museumseintritt

Vorträge:

„Achenbachs Reisen“ am Donnerstag den,

23.11.2017 um 19 Uhr Vortrag mit Kuratorin Dr.

Irene Haberland, Bonn

„Andreas Achenbach. Malerfürst mit revolutionären

Ansichten“ am Donnerstag, den

01.02.2018 um 19 Uhr Vortrag mit dem Direktor

des LA8 Prof. Dr. Matthias Winzen, Baden-Baden

Kosten jeweils: 8,00 € / ermäßigt 6,00 €

Kunstgespräch:

„Andreas Achenbach: Auf den Spuren des Malerfürsten

- Mensch und Landschaft“

Das Kunstgespräch am 21.11.2017 widmet sich

von 18 - 19.30 Uhr der Sonderausstellung zum

Werk Andreas Achenbach. Als Revolutionär und

Malerfürst bezeichnet, wird er für seine Landschaften

gefeiert. Zusammen mit dem Kunstund

Kulturbüro Ductus lernen die Besucher den

Künstler in all seinen Facetten kennen.

Kosten: 12,00 € / ermäßigt 10,00 €

Wochenendmalworkshop mit Andreas Bruchhäuser:

Atmosphärische Landschaftsmalerei

Der Koblenzer Künstler Andreas Bruchhäuser

führt die Workshopteilnehmer am Samstag, den

27.01. 2018 und Sonntag, den 28.01.2018 jeweils

von 11 – 17 Uhr in die Landschaftsmalerei

ein. Um die Stimmung und die Atmosphäre der

Achenbach-Gemälde aufzufangen wird vorwiegend

Pastellkreide zum Einsatz kommen.

Kosten: 140,00 € für beide Workshoptage inklusive

Material. Wir bitten um Voranmeldung.

Medienworkshops für Kinder ab 9 Jahren

Bei Sturm am Meer….

mit der Stadtbildstelle Koblenz (Medien-Kompetenz-Netzwerk)

Samstag, 4.11.2017 von 10-12 Uhr

Wild tost die See… im Hörspielstudio

Wir produzieren unser eigenes Hörspiel

Freitag, 19.01.2018 und Freitag, 26.01.2018

von 15-17 Uhr Twilight… im Trickfilmstudio

Wir produzieren passend zur aktuellen Sonderausstellung

unseren eigenen Trickfilm

Wir bitten um Voranmeldung.

Kosten: jeweils 5,00 €

Anmeldung für alle Workshops bitte bis spätestens

eine Woche vor dem Workshoptermin an

der Kasse des Mittelrhein-Museums telefonisch

unter 0261 / 129-2520 und 129-2521

oder per Mail an: mrm-kasse@stadt.koblenz.de

14

HERBST | 2017


Gefördert von

Wunsch & Wirklichkeit

Der Einfluss der Fotografie

auf das Porträt

15.10.2017–18.2.2018

www.clemens-sels-museum-neuss.de

15


DER KUNSTBLITZ | TATE GALLERY LONDON

TATE MODERN

MODIGLIANI

16

HERBST | 2017


23 November 2017 – 2 April 2018

Reclining Nude, 1919

Oil on canvas, 724 x 1165 mm, Museum of Modern Art, New York

In diesem Herbst wird die Tate Modern die

umfangreichste Ausstellung über Modigliani

zeigen, die jemals in Großbritannien

zu sehen war. Sie präsentiert seine wichtigsten

Porträts und Skulpturen und die größte Gruppe

von Aktdarstellungen, die je in diesem Land

gezeigt wurde.

Obwohl er tragisch jung gestorben ist, war

Amedeo Modigliani (1884 -1920) ein bahnbrechender

Künstler, der die Grenzen des damaligen

Kunstverständnisses überschritt. Mit rund

100 Werken will die Ausstellung ein neues Licht

auf den bekannten Künstler und die Entwicklung

seiner Bildsprache werfen, die ihn zu einem

der größten Künstler des 20. Jahrhunderts

gemacht hat.

Zu den Highlights der Ausstellung gehört die

Abteilung, die den Aktbildern gewidmet ist, die

zweifellos zu den bekanntesten und provokativsten

Arbeiten seines Gesamtwerks zählen.

Sie stellen eindrucksvolle und neue Kompositionen

dar, die die figurative Malerei erneuerten.

Seine Darstellungen waren ebenso explizit wie

umstritten. So wurde seine in der Berthe Weill‘s

Gallery organisierte einzige Solo-Show, die ihm

zu Lebzeiten gewidmet wurde, von der Polizei

17


DER KUNSTBLITZ | TATE GALLERY LONDON

wegen Anstößigkeit zensiert. Die zehn ausgestellten

Akte sind die größte Gruppe an

Nacktmalereien, die jemals in Großbritannien

präsentiert wurde. Unter den Exponaten

befinden sich «Sitzende nackte Frau» aus

dem Jahr 1917 (Königliches Museum der

Schönen Künste, Antwerpen) und «Liegende

nackte Frau» (Museum of Modern Art, New

York), das um 1919 entstanden ist.

Modigliani wurde in Livorno, Italien, geboren

und lebte ab 1906 in Paris. Seine Karriere

zeichnet sich durch eine kontinuierliche

Entwicklung aus. Die Ausstellung beginnt

mit der Ankunft des Künstlers in Paris und

illustriert sein kreatives Umfeld und die

Elemente der Volkskultur, die für sein Leben

und seine Arbeit von zentraler Bedeutung

waren. Modigliani begann unter dem

Einfluss der Kunst von Paul Cézanne, Henri

Toulouse-Lautrec und Pablo Picasso zu experimentieren

und seinen eigenen unverwechselbaren

Stil zu entwickeln, der in frühen

Bildern wie «Büste einer jungen Frau»

aus dem Jahr 1908 (Lille Métropole Musée

d‘Art Moderne, Villeneuve-d‘Ascq) und «Der

Bettler von Livorno»aus dem Jahr 1909 (Privatsammlung)

zu erkennen ist.

Zu seinem Freundeskreis gehörten Dichter,

Kunsthändler, Schriftsteller und Musiker,

von denen viele für seine Porträts Modell

standen wie «Diego Rivera» 1914 (Kunstsammlung

Nordrhein-Westfalen, Düssel-

Juan Gris 1915

Oil paint on canvas, 549 x 381 mm

The Metropolitan Museum of Art, New York

dorf), «Juan Gris» 1915 (Metropolitan Museum

of Art, New York) und «Jean Cocteau»

1916 (The Henry und Rose Pearlman Foundation,

Princeton University Art Museum).

Die Ausstellung wird auch einen neuen

Blick auf die Rolle der Frau in der Kunst

Modiglianis werfen. Dabei wird ein besonderer

Schwerpunkt auf die Dichterin und

Schriftstellerin Beatrice Hastings gelegt.

Hastings wird nicht nur als seine Muse in

18

HERBST | 2017


Beatrice Hastings 1915

Oil on paper, 400 x 285 mm

Private Collection, Switzerland

Jeanne Hébuterne 1919

Medium Oil paint on canvas, 914 x 730 mm

The Metropolitan Museum of Art, New York

den Mittelpunkt gerückt, sondern auch als

wichtige Figur der Kulturszene ihrer Zeit.

Die Werkschau wird auch weniger bekannte

Arbeiten präsentieren, bei denen es sich vor

allem um Skulpturen handelt. So wird eine

wesentliche Gruppe seiner «Köpfe» zu sehen

sein, die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden

ist. Trotz Krankheit und Armut widmete

er sich unter dem Einfluss von Zeitgenossen

und Freunden, darunter Constantin Brâncusi

und Jacob Epstein, kurz aber intensiv der

Bildhauerei. Aus gesundheitlichen Gründen

verließ Modigliani im Jahr 1918 Paris und

hielt sich eine Zeit lang in Südfrankreich

auf. Hier wurde seine Farbpalette bunter

und heller und statt seiner üblichen Modelle,

begann er Bauern und Kinder aus der

Umgebung zu malen wie die «Junge Frau

aus dem Volk» 1918 (Los Angeles County

Museum of Art) und «Junge mit blauer

19


DER KUNSTBLITZ | TATE GALLERY LONDON

Seated Nude, 1917, Oil paint on canvas 1140 x

740 mm, Royal Museum of Fine Arts Antwerp,

Lukasart in Flanders Photo credit: Hugo Maertens

Jacke» 1919 (Indianapolis Museum of Art).

Die Ausstellung wird mit einigen von Modiglianis

bekanntesten Darstellungen aus

seinem engsten Umfeld abschließen. Sein

Leben war sehr bewegt. Freunde und Liebhaberinnen

unterstützten ihn finanziell und

moralisch und dienten ihm gleichzeitig als

Modell. Dazu gehörten sein Kunsthändler

und Freund Léopold Zborowski, dessen Lebensgefährtin

Hanka sowie Jeanne Hébuterne,

die Mutter von Modiglianis Kind und

eine der bedeutendsten Frauen in seinem

Leben. Als Modigliani 1920 an den Folgen

der tuberkulösen Meningitis starb, nahm

sich Jeanne das Leben. Die Tate Modern

wird mehrere bedeutende Porträts von ihr

präsentieren, die Modgliani in seinen letzten

Schaffensjahren entworfen hat. Sie zeigen

sie als junges Mädchen und Mutter und

sind Leihgaben internationaler Museen wie

des Philadelphia Museum of Art und des Metropolitan

Museum of Art, New York.

«Modigliani» wird von Nancy Ireson kuratiert,

Kuratorin für internationale Kunst der Tate

Modern, sowie von Simonetta Fraquelli, unabhängige

Kuratorin, und Emma Lewis, assistierende

Kuratorin. Die Besucher werden in

den Genuss einer neuen Erfahrung kommen.

Antonio da Trento , Johannes der Täufer

Der virtuelle Reality-Erlebnisraum wird sie in

1520/1550, Farbholzschnitt, Graphische Sammlung,

Welt Wallraf-Richartz-Museum des Künstlers eintauchen & und Fondation ihnen

die

seine Corboud, Kunst Köln und sein Leben näher bringen.

Die Ausstellung wird von einem vollständig

illustrierten Katalog der Tate Publishing begleitet

sowie von einer Reihe von Veranstaltungen

in der Galerie.

Tate Gallerie

LONDON

20

HERBST | 2017


ART

ISTICA

Malschule

Möchten Sie Ihre Maltechnik verbessern oder suchen

Sie eine Geschenkidee für jemanden, der kreativ

ist? Bei uns sind Sie richtig!

Kurse für Acryl- und Ölmalerei, Aquarell, Pastelle,

Tempera & Gouache. Zeichnen und malen wie die alten

Meister. Abstrakte und informelle Malerei. Kurse für

Anfänger und Fortgeschrittene.

Kursleiter: GIUSEPPE MEDAGLI

Kontakt: ARTistica

artistica@medagli.de

www.medagli.de

Tel. 0202 736554

Mobil: 015759338425

Vohwinkeler Str. 154

D - 42329 Wuppertal

WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM &

FONDATION CORBOUD

Obenmarspforten

(Am Kölner Rathaus)

D - 50667

Telefon: +49 (0)221 / 221 211 19

www.wallraf.museum

ART ISTICA

21


DER KUNSTBLITZ | CLEMENS SELS MUSEUM NEUSS

Franz von Stuck, Bildnis der Tochter

Mary mit Hut, um 1916, Öl auf Karton/Holz,

Dauerleihgabe aus Privatbesitz

seit 200

Wunsch und Wirklichkeit

Der Einfluss der Fotografie auf das Porträt

15. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

Ist es Realität oder bewusste Komposition? Ist es geschönt

oder die ungeschminkte Wahrheit? Momentaufnahme oder

Manipulation? In der Kunst wird alles, was geschieht, durch

die persönliche Wahrnehmung gebrochen. Zeigt aber ein

Spiegel das reale Leben?

1923 meinte Picasso: »Wir wissen alle, dass Kunst nicht

Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen

lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen

begreifen können. Der Künstler muss wissen, auf welche Art

er die anderen von der Wahrhaftigkeit seiner Lügen überzeugen

kann.«

In der Ausstellung »Wunsch & Wirklichkeit« widmet sich

das Clemens Sels Museum Neuss vom 15. Oktober 2017 bis

22

HERBST | 2017


Mary mit dunklem Hut, 1915, Fotograf: Mary

oder Franz von Stuck (zugeschrieben), Gelatine-

Entwicklungspapier / 58,0 x 40,0 cm / © Museum

Villa Stuck, München

23


DER KUNSTBLITZ | CLEMENS SELS MUSEUM NEUSS

Marguerite Khnopff, um 1898,

Fotograf: Fernand Khnopff

Fernand Khnopff, L‘Encens – Weihrauch, um

1917, Öl auf Holz, Clemens Sels Museum Neuss

zum 18. Februar 2018 dem Einfluss der Fotografie

auf das künstlerische Porträt.

Über das soziale Netzwerk Instagram

werden täglich gut 100 Millionen Fotos

– ein Großteil davon Porträts – einer breiten

Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um

schöne Momente festzuhalten und zu teilen

oder um dem Drang nach Aufmerksamkeit

und Selbstdarstellung nachzugehen.

Mit dem Siegeszug der Fotografie rückte

für die Künstler ein »Konkurrenzmedium«

ins Blickfeld, das die Porträtmalerei

vor neue Herausforderungen stellte: Ging

es nun noch um die makellose Darstellung

oder um realistische Abbildungen?

Berühmte Persönlichkeiten, Musen und

Modelle oder auch Selbstporträts aus dem

vielfältigen und hochkarätigen Sammlungsbestand

des Clemens Sels Museums Neuss

treffen auf historische Fotografien, welche

dieselbe Person präsentieren. Dabei zeigen

sich nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern

vor allem auch die eklatanten Unterschiede

beider Medien. Die Handschrift des Malers

24

HERBST | 2017


25


DER KUNSTBLITZ | CLEMENS SELS MUSEUM NEUSS

Auch der akademische Naturalismus

hatte den Rückzug angetreten und dergestalt

allmählich einer neuen, individuellen

Darstellungsweise des Menschen Platz gemacht.

Damit entwickelte sich eine abstrakte,

expressive Malweise, der es weniger um

die Wiedererkennbarkeit der Porträtierten

als vielmehr um die freie und subjektive Interpretation

des Modells ging. Der Anspruch

der Malerei war dabei nicht unbedingt die

formale Veränderung oder Verschönerung

einer Person, sondern das Abbild der Persönlichkeit

mittels neuer künstlerischer

Ausdrucksformen.

Gabrielle Vallotton im gelben Kleid, 1908, Öl auf

Leinwand, Clemens Sels Museum Neuss

Gabrielle Vallotton, um 1911

© Fondation Félix Vallotton, Lausanne

ist für den Fotografen genauso wenig darstellbar

wie das sekundenschnelle Festhalten

eines Augenblickes für den Künstler.

Da die Fotografie seit dem Ende 19. Jahrhunderts

vermehrt die Abbildfunktion übernahm,

die zuvor nur das künstlerische Porträt

hatte wahrnehmen können, eröffneten

sich den Künstlern neue Herausforderungen

und Möglichkeiten. Auftragsarbeiten zur

Erstellung individueller Porträts unter Berücksichtigung

formaler und ästhetischer

Kriterien wurden seltener, sodass sich die

künstlerische Auseinandersetzung mit dem

Modell freier entfalten konnte und musste.

26

HERBST | 2017


Die Ausstellung zeigt unter anderem das

Porträt des Kunstsammlers Clemens Sels,

der dem Neusser Museum seinen Namen

gab, ein Bild der Gabrielle Vallotton aus den

Augen ihres Ehemannes Félix Vallotton sowie

Fernand Khnopffs Weihrauch – jeweils

im direkten Vergleich mit zeitgenössischen

Fotografien der Dargestellten.

Das Nebeneinander technisch reproduzierter

Menschenbilder und gemalter Porträts

offenbart Abstraktionen, Verfremdungen,

Transformationen und Interpretationen

und zeigt überdies, wie sich einige Künstler

die technische Entwicklung der Fotografie

zu Nutzen gemacht haben. Weitere Beispiele

der Sammlung sind unter anderem Franz

von Stuck oder Max Slevogt, die sich nicht

scheuten, fotografische Umrisse abzupausen

und auf ihre Porträtarbeiten zu übertragen.

Die Ausstellung fordert in vielfacher Hinsicht

zum Mitmachen auf: Auf Instagram

gepostete Selfies werden Teil der Ausstellung

und Bildbearbeitungs-Apps lassen unsere

Wunschvorstellung zur Realität werden.

In Kinderworkshops können auch die

Kleinsten ihre kreativen Einfälle umsetzen.

Die Begegnung historischer Fotografien

und künstlerischer Porträts erzeugt bemerkenswerte

Spannungsmomente und stellt

uns bei der Betrachtung immer wieder die

Frage: »Was ist Wunsch, was Wirklichkeit?«

Rudolf Huthsteiner, Bildnis Dr. Clemens Sels (1822

– 1893), 1897, Öl auf Leinwand, Clemens Sels

Museum Neuss

CLEMENS SELS MUSEUM NEUSS

Am Obertor, 41460 Neuss

Öffnungszeiten:

Di–Sa 11–17 Uhr und

So + Feiertag 11–18 Uhr.

TIPP: Jeden ersten Sonntag im Monat ist

der Eintritt frei (gültig bis 31.12.2017)!

Weitere Informationen:

www.clemens-sels-museum-neuss.de

27


DER KUNSTBLITZ | VON DER HEYDT-MUSEUM WUPPERTAL

Edouard Manet

24. Oktober 2017-25. Februar 2018

Edouard Manet, Chez le père Lathuille 1879 Leinwand 92 x 112 cm © Musee des Beaux-Arts, Tournai/ Bridgeman Images

28

HERBST | 2017


29


DER KUNSTBLITZ | VON DER HEYDT-MUSEUM WUPPERTAL

Zeit seines Lebens war Edouard Manet

(1832-1883) ein Einzelgänger.

Vielleicht macht gerade diese Unabhängigkeit

seine Sicht auf die Kunst und die

Phänomene der Welt so neu und interessant,

dass uns seine – oft rätselhaften – Werke

Edouard Manet, Der Fischer um 1862 Öl auf Leinwand

46 x 56 cm © Von der Heydt-Museum Wuppertal

Edouard Manet, Die Reiterin um 1882 Öl auf Leinwand

73 x 52 cm © Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid

schauung und Gesellschaft im Frankreich

des 19. Jahrhunderts steht im Zentrum der

Ausstellung. Der Überblick über sein Werk

umfasst auch Bilder seiner spanischen Phase

sowie die bekannten Seestücke. Seine

späten Porträts und Figurenszenen begeistern

vor allem durch die psychologische

Spannung zwischen den Protagonisten;

sie scheinen bereits Fragen der modernen

Psychoanalyse in Bildform vorwegzunehmen.

Manets frappierende Bildkompositibis

heute faszinieren. Nun unternimmt das

Von der Heydt-Museum Wuppertal das

Wagnis, das Werk dieses Außenseiters in

einer umfassenden Ausstellung neuen Publikumsschichten

zu eröffnen. Die Schau

präsentiert das ganze Oeuvre, beginnend

mit den ersten tastenden Versuchen als

Schüler von Thomas Couture und endend

mit den letzten so strahlenden Gartenbildern

aus Rueil von 1882.

Manets Verhältnis zu Politik, Weltan-

30

HERBST | 2017


Edouard Manet, Porträt Carolus Duran 1876 Öl auf

Leinwand 189 x 170 cm © The Barber Institute of

Fine Arts, University of Birmingham / Bridgeman

Images

Edouard Manet, Frau mit Krug (Suzanne Leenhoff,

später Manet) 1858-60 Öl auf Leinwand 61 x 54,5 cm

© Ordrupgaard, Copenhagen Foto: Anders Sune Berg

onen waren wegweisend und machten ihn

zu einem Künstler, der Bahnbrechendes für

die Malerei geleistet hat und nachfolgende

Künstlergenerationen bis heute inspiriert.

Der Künstler ist am 23 Januar 1832 in

Paris geboren. Die Familie ist sehr wohlhabend

und Manets Eltern planen eine juristische

Karriere für ihren Sohn. Der Plan geht

nicht auf, denn die schwache schulische

Leistung des Künstlers macht alle Hoffnungen

zunichte. Es folgt ein gescheiterter

Versuch Marineoffizier zu werden und nach

seiner Rückkehr aus Brasilien unterstützt

Manets Vater den Wunsch seines Sohnes,

eine künstlerische Ausbildung zu starten.

Seine ersten technischen Erfahrungen sammelt

der Künstler im Atelier von Thomas

Couture, zusammen mit dem deutschen

Maler Anselm Feuerbach.

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8

D-42103 Wuppertal

T +49(0)202 563 6231

F +49(0)202 563 8091

www.von-der-heydt-museum.de

31


DER KUNSTBLITZ | STÄDEL MUSEUM

Pierre Bonnard (1867–1947) Liegender Akt auf weißblau kariertem Grund, um 1909, Öl auf Leinwand, 60 x 65 cm

Städel Museum, Frankfurt, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V. © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

BIS 14. JANUAR 2018

MATISSE – BONNARD

„ES LEBE DIE MALEREI!“

32

HERBST | 2017


33

Pierre Bonnard (1867-1947) Akt vor dem Spiegel, 1931, Öl auf Leinwand, 152 x 102 cm Photo Archive - Fondazione Musei Civici di Venezia © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Foto: Claudio Franzini


DER KUNSTBLITZ | STÄDEL MUSEUM

Henri Matisse (1869 – 1954) Odaliske mit einem Tamburin,

1925/26, Öl auf Leinwand, 74,3 x 55,6 cmThe Museum of Modern

Art, New York /© Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst-

Bonn 2017 / Foto: 2017. Digital Image, The Museum of Modern

Art, New York / Scala, Florenz

Vom 13. September 2017 bis 14. Januar

2018 zeigt das Frankfurter

Städel Museum zwei herausragende

Protagonisten der Klassischen Moderne

erstmals gemeinsam in Deutschland: Henri

Matisse (1869–1954) und Pierre Bonnard

(1867–1947). Im Mittelpunkt der Sonderausstellung

„Matisse – Bonnard. ‚Es lebe die

Malerei!‘“ steht die über 40 Jahre andauernde

Künstlerfreundschaft der beiden französischen

Maler. Beide setzten sich intensiv

mit den gleichen künstlerischen Sujets auseinander:

Interieur, Stillleben, Landschaft

und besonders auch mit dem weiblichen

Akt. Anhand von rund 120 Gemälden, Plastiken,

Zeichnungen und Grafiken eröffnet die

Schau einen Dialog zwischen Matisse und

Bonnard und bietet damit neue Perspektiven

auf die Entwicklung der europäischen

Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts

bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Bereichert wird die Werkauswahl durch eine

Reihe von Fotografien Henri Cartier-Bressons,

der die beiden Maler 1944 in ihren

Landhäusern an der französischen Riviera

besuchte.

Für die groß angelegte Ausstellung konnte

das Städel Museum eine Vielzahl hochkarätiger

Leihgaben aus international bedeutenden

Sammlungen gewinnen, darunter das

Art Institute of Chicago, die Tate Modern in

London, das Museum of Modern Art in New

York, das Centre Pompidou und das Musée

d’Orsay in Paris, die Eremitage in Sankt Petersburg

sowie die National Gallery of Art

in Washington. Zudem zeigt die Werkschau

zahlreiche Hauptwerke aus Privatsammlungen,

die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich

sind. Besondere Höhepunkte sind

dabei die beiden Gemälde, die die Künstler

jeweils voneinander besaßen und die hier

in Frankfurt zum ersten Mal gemeinsam

34

HERBST | 2017


RAFFAEL

Raffael, Porträt des Bindo Altoviti (Detail), ca. 1514/15; National Gallery, Washington Courtesy National Gallery of Art, Washington

29. 9. 2017 – 7. 1. 2018

ALBERTINAPLATZ 1, 1010 WIEN

TÄGLICH 10–18 UHR, MITTWOCH 10–21 UHR

35


DER KUNSTBLITZ | STÄDEL MUSEUM

gezeigt werden: Pierre Bonnards Abend im

Wohnzimmer (1907, Privatbesitz) und Henri

Matisse’ Das offene Fenster (1911, Privatbesitz).

Ein weiteres Highlight der Ausstellung

ist Matisse’ 1935 entstandenes Hauptwerk

Großer liegender Akt, das zum ersten Mal

seit über 30 Jahren wieder in Deutschland

zu sehen ist und vom Baltimore Museum of

Art ausgeliehen wird. Der längst

zur Ikone gewordene Akt war ein

Meilenstein auf dem Weg des

Künstlers zu einer Ästhetik stark

reduzierter Formen und stellt seine

Atelierassistentin und zugleich

sein letztes bedeutendes Modell,

Lydia Delectorskaya, dar. Gut

möglich, dass das Gemälde von

Bonnards kompositorisch eng verwandtem

Werk Liegender Akt auf

weißblau kariertem Grund (um

1909) inspiriert wurde, welches

sich seit 1988 in der Sammlung

des Städel Museums befindet. Die

Gegenüberstellung dieser beiden

Bilder war ein wichtiger Impuls

zur Vorbereitung der Ausstellung.

Der Sponsor-Partner der Schau ist die

global tätige Bank Société Générale. Gefördert

wird die Ausstellung vom Städelschen

Museums-Verein e. V. Zusätzliche Unterstützung

leistet die Georg und Franziska

Speyer’sche Hochschulstiftung.

Henri Matisse (1869 – 1954) Odalisken, 1928 Öl auf Leinwand,

54 x 65 cm Moderna Museet, Stockholm© Succession H. Matisse

/ VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Photo: Moderna Museet, Stockholm

„Henri Matisse und Pierre Bonnard sind

in unserer Sammlung mit zwei großartigen

Gemälden vertreten: einem Akt von

Bonnard und einem Stillleben von Matisse.

Darauf aufbauend eröffnet unser diesjähriges

Ausstellungshighlight ein visuelles

Wechselspiel zwischen den Künstlern, deren

gegenseitiger Einfluss bei vergleichender

Betrachtung unverkennbar zum Vorschein

kommt. Die Schau reiht sich ein in

die erfolgreichen Präsentationen im Städel,

mit denen wir unserem Publikum einzigartige

Meisterwerke zeigen und dabei immer

36

SOMMER | 2017


Pierre Bonnard (1867-1947) Das Fenster, 1925, Öl auf Leinwand,

108,6 x 88,6 cm, Tate, London© VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Foto:

Tate, London 2017

auch einen neuen und frischen Blick auf die

Protagonisten der Moderne werfen“, so Städel

Direktor Philipp Demandt.

Kuratiert haben die Ausstellung Felix

Krämer, der ab Oktober die Stelle als Generaldirektor

am Museum Kunstpalast in

Düsseldorf antreten wird, und Ko-Kurator

Daniel Zamani (Städel Museum). „Nach

der Ausstellung ‚Monet und die Geburt des

Impressionismus‘ (2015) widmet sich das

Städel Museum erneut einem spannenden

Kapitel der französischen Kunstgeschichte,

der über 40 Jahre andauernden Freundschaft

zwischen Henri Matisse und Pierre

Bonnard“, erläutert Felix Krämer. „Die

Ausstellung ermöglicht es, den kreativen

Dialog der beiden Ausnahmekünstler nachzuvollziehen.

Es ist lange her, dass so viele

Hauptwerke dieser bedeutenden Maler

in Deutschland zu sehen waren.“ Daniel

Zamani führt aus: „Beide Künstler entwickelten

eine unverwechselbar individuelle

Formsprache, die von einem unablässigen

Arbeitseifer und einer lebenslangen Experimentierfreude

angetrieben wurde. Bereits

zu Lebzeiten zählten Matisse und Bonnard

zu den bedeutendsten Wegbereitern der

Moderne. Gerade bei Bonnard entfaltet

sich die Faszination für seine Werke dabei

erst vollständig bei der Begegnung mit dem

37


DER KUNSTBLITZ | STÄDEL MUSEUM

Henri Matisse (1869–1954)

Großer liegender Akt, 1935,

Öl auf Leinwand,

66.4 x 93.3 cm,

The Baltimore Museum of

Art, The Cone Collection

© Succession H. Matisse /

VG Bild-Kunst, Bonn 2017 /

Foto: Mitro Hood

Original. Allein dafür lohnt sich ein Besuch

hier im Städel.“

Der Titel der Ausstellung, „Es lebe die

Malerei!“, beruht auf dem programmatischen

Ausruf, mit dem Matisse seinen

Freund Bonnard am 13. August 1925 grüßte.

Die wenigen Worte auf einer Postkarte

aus Amsterdam waren der Beginn eines

über 20-jährigen Briefwechsels, der von

tiefer gegenseitiger Wertschätzung zeugt.

Beide verlegten ihren Lebensmittelpunkt

aus der Kunstmetropole Paris an die Côte

d’Azur und behaupteten von dort ihren Ruf

als führende Protagonisten der europäischen

Kunstszene. ln der Malereigeschichte

werden die Kollegen trotz ihrer markanten

zeitlichen Nähe oft zwei entgegengesetzten

Strömungen zugerechnet: Bonnard, mit

seinem luftigen, lockeren Pinselduktus und

dem Einsatz zarter, flirrender Pastellfarben

als letzter großer Erbe des Impressionismus;

Matisse, mit seinem Interesse an grellen

Farben und flächigen, stark konturierten

Bildkompositionen als ein weit ins 20. Jahrhundert

weisender Pionier der Abstraktion.

MATISSE–BONNARD.

„ES LEBE DIE MALEREI!“

Städel Museum,

Schaumainkai 63,

60596 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa,

So + Feiertage 10.00–18.00 Uhr,

Do + Fr 10.00–21.00 Uhr,

montags geschlossen

38

HERBST | 2017


2017

AUSSTELLUNG 12.10.-28.10. 2017

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Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen!

Alte Freiheit 9, 42103 Wuppertal

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39


DER KUNSTBLITZ | BUNDESKUNSTHALLE BONN

Ferdinand Hodler, Selbstbildnis, 1879

FERDINAND HODLER!

Bis 28.Januar 2018

40

HERBST | 2017


Ferdinand Hodler

Bildnis Berthe Holder, 1894, Privatbesitz, © SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

Man betritt die Halle, erwartet

blaue Berge und Seen, helle

Frauengestalten, die einem

mit erhobenen Armen willkommen heißen,

prächtige Bauernburschen, die einem zeigen,

wo der Bartl den Moscht holt, bzw. wie

ein Baum artgerecht gefällt wird!! Aber erst

mal nichts dergleichen, eine dunkle Wand

mit Biografischem verstellt den Weg, rechter

Hand ein großformatiges Fotopanorama,

den Lebensweg präsentierend, im Rücken

frühe Bilder in Petersburger Hängung.

Man merkt – und das hat Intendant Rein

Wolfs beabsichtigt – wir sind in einer räum-

41


DER KUNSTBLITZ | BUNDESKUNSTHALLE BONN

Ferdinand Hodler,

Der Holzfäller 1910

Öl auf Leinwand, © Kunstmuseum Bern

lich angepassten chronologischen Aufarbeitung,

vom dunklen (Vordergrund) zum

hellen Wesentlichen. Die Anfänge werden,

auch mit Hilfe der Fotografien von Freunden,

Freundinnen und Ehefrauen und sonstigen

Ereignissen klar und nachvollziehbar:

Landschaften, Selbstbildnisse des 20- und

des 26-Jährigen, Kinder- und Auftragsbilder

dicht aneinander.

Die Ausstellung öffnet sich dem Betrachter

in einer zweiten – in hellem Blau gehaltenen

– Abteilung und, um es gleich vorweg

zu sagen, es wird immer intensiver, immer

mehr Licht in den folgenden Abschnitten,

die nicht mehr nur chronologisch, sondern

auch thematisch gruppierte Werke zeigen.

Durch ovale Öffnungen (Kongeniale Architektur:

Marcel Schmalgemeijer) blickt man

in die nächste Schaffensperiode, z.B. auf

das Bild „Der Tag“ (das Skandalbild „Die

Nacht“ fehlt leider in der Ausstellung). Die

Entwürfe dazu sieht man an anderer Stelle

im Bereich der Zeichnungen, die ausgeschnittenen

Papierfiguren werden hin und

her geschoben, bis die gewünschte Konstellation

erreicht ist. Die Arbeitsweise Hodlers

wird durchschaubar. Ein „fröhliches Weib“

tanzt selbstversunken, in der „Heilige(n)

Stunde“ sinnieren 4 Damen inmitten einer

Rosenhecke. Blau und Rot dominieren.

Die Landschaftsmalerei entwickelt sich,

es erscheinen sofort zwei typische Bildformen:

Gebirgs- und Seenlandschaften mit

intensiven Blau- und Gelbtönen in horizontalen

parallelen Schichten, Abbilder seiner

Heimat am Thuner See und dem Berner

Oberland, andererseits Frauengestalten,

wie erstarrt in manieristischen Posen, mit

erhobenen Händen, im wilden Tanz oder gerader

Haltung. Auch hier gibt die Parallele

im Vertikalen das Bildformat, die Blickachsen

werden gewagter, die Farben heller und

dabei kräftiger. Nach frühen Aufenthalten

in Thun, Genf und Madrid – viele seiner Fa-

42

HERBST | 2017


folgende eindrucksvolle skizzenhafte Darstellung

der Gestorbenen fehlen nicht und

beleuchten eine weitere Seite des sonst oft

vor Kraft strotzenden Malers.

Zunächst allerdings trifft Hodler trotz

mehrerer Ausstellungen auf nur mäßige

Resonanz im eigenen Land („… ich habe

nur einen Gedanken mehr: heraus aus der

Schweiz, es muss sein…“) seine ersten großen

Erfolge in Paris, dann mit der Wiener

Sezession, in Deutschland wurden die Galeristen

Gurlitt und Cassirer in Berlin, Tannpassepartout

WERKSTATT

Individuelle Lösungen für Ihre perfekte Präsentation.

Individu

Ferdinand Hodler,

Weib am Bach um 1903, Öl auf Leinwand

Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz)

milienangehörigen sind inzwischen an der

Tuberkulose gestorben, die Aufenthaltsorte

wechseln – werden Bildnisse in verschiedenen

Perspektiven sein Thema. Dies gilt

für Landschaften und Figuren und macht

ihn im Übrigen im Lauf der Jahre zu einem

gefragten (und gut bezahlten) Portraitmaler.

Die Ausstellung verdeutlicht es. Aber

auch intime Bildnisse wie das „Bildnis der

kranken Valentine Godet-Darel“ und die

Passepartouts & Rahmen

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43


DER KUNSTBLITZ | BUNDESKUNSTHALLE BONN

Ferdinand Hodler, Der Tag um 1901 (vor 1910 überarbeitet)

Öl auf Leinwand, © Kunstmuseum Luzern, Depositum der Bernhard Eglin-Stiftung, Foto: Andri Stalder, Luzern

hauser in München, Kunstvereine in Köln

und Frankfurt auf ihn aufmerksam, Kunstsammler

interessierten sich für seine Werke.

Der Industrielle Karl-Ernst Osthaus erwarb

für das Folkwang-Museum in Hagen (später

Essen) mehrere Werke und schmückte

auch seine von van de Velde entworfene

Villa Hohenhof in Hagen mit dem Bild „Der

Auserwählte“ – es kann zum Glück noch

heute dort besichtigt werden, nachdem die

Pläne der Stadt Hagen, es zu Gunsten der

Stadtkasse zu verscherbeln, an massiven

Protesten gescheitert waren. Der Weg dorthin

lohnt sich!

Ausstellungen mit der Berliner und dann

der Wiener Secession machen Hodler berühmt,

Mäzene und Industrielle kaufen seine

Werke, er ist innerhalb kurzer Zeit ausgesprochen

wohlhabend, wird Millionär!

Warum Hodler - nach Österreich – in

Deutschland so erfolgreich ist? Sein Monumentalstil

begeistert die Nationalgesinnten!

In der Universität von Jena verwirklicht

er „der Auszug der deutschen Studenten in

den Freiheitskrieg von 1813“ ca. dreieinhalb

mal fünfeinhalb Meter, hier im Original

zu sehen (die Logistik des Transports

nach Bonn beeindruckt und kann in einem

Film nachvollzogen werden). Er bearbeitet

große Wände u.a. in Hannover und Dresden.

Das Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum –

es besitzt immerhin sieben herausragende

Gemälde - zeigte Hodler zuletzt 1999 in

einer großen monographischen Ausstellung,

damals konnten von seinen monumentalen

Wandgemälden nur Studien gezeigt wer-

44

HERBST | 2017


45


DER KUNSTBLITZ | BUNDESKUNSTHALLE BONN

den. Als er allerdings 1914 mit 140 Schweizer

Kollegen die Beschießung der Kathedrale

von Reims durch deutsche Truppen als

„Akt der Barbarei“ brandmarkt, ist es mit

der Begeisterung vorbei. Das Jenaer Bild

wird für 5 Jahre hinter einer Bretterwand

unsichtbar, Hodlers Gemälde verschwinden

aus öffentlichen Sammlungen und Galerien.

Auch dies wird in der Bonner Präsentation

ausführlich dokumentiert.

Man hat letztendlich alles gesehen: die

kraftvoll ausgeführten blauen Berge und

Seen, die statuengleichen Frauengestalten,

die eurythmischen Tänzerinnen, die derben

Schnitter und Holzfäller, die gleichgeschalteten

Soldatenfiguren, heroische Volksverführer,

Selbstbildnisse von der Jugend

bis zum Alter, intime Momente, zarte und

kraftvolle zeichnerische Entwürfe.

Der Bundeskunsthalle ist es gelungen,

chronologische und malerische Schaffensphasen

geschickt zu vermengen und doch

Zäsuren zu setzen, die ein Eindenken in die

persönliche malerische Entwicklung, die

künstlerischen Einflüsse, die politischen

Zeitgänge und -zwänge provozieren und

nachvollziehbar (?) machen.

Vor allem letzteres sollte uns zu denken

geben!

E.-Ulrich Walter

Ferdinand Hodler

Blick ins Unendliche, Kopfstudie 1914

© Privatsammlung Schweiz, Foto: Peter Schälchli,

Zürich

Ferdinand Hodler

In der Bundeskunsthalle in Bonn

Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Öffnungszeiten: 10:00–21:00

46

HERBST | 2017


BRIGITTA PULEY

MALEREI

BRIGITTA PULEY

„Kartenspieler“

Öl auf Leinwand & Collage

Kontakt:

ARTistica

info@arte-artistica.com

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DER KUNSTBLITZ

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Tel. 0202 738217

Mobil 0157 88159041

47


DER KUNSTBLITZ | BUCH-NEUHEITEN

„Der schöne Mensch und seine Bilder“

Im November erscheint im Münchener

morisel Verlag Der schöne Mensch und

seine Bilder, herausgegeben von Sandra

Abend und Hans Körner. Der Band hat

den Körperdiskurs im „Bild“ zum Inhalt

und lockt dabei mit zahlreichen Rückblicken

in die Kultur- und Kunstgeschichte.

Was macht einen Menschen zu einem

schönen Menschen und seinen Körper zu

einem schönen Körper? In einer Zeit, in der

das Regulativ der „Natürlichkeit“ längst

aufgegeben wurde und in der Schönheitsideale

inzwischen digital produziert werden,

stellt sich die Frage nach den soziokulturellen,

medizinischen und medialen

Konstruktionsbedingungen von Schönheitsidealen

ganz neu. Welchen Anteil

nehmen Bilder an der Formatierung und an

der Demontage von Schönheitsvorstellungen,

wie agieren und wie reagieren sie? All

diese Fragen haben sich Kunst- und Kulturwissenschaftler,

Philosophen und Fotoexperten

gestellt und aus unterschiedlichen

Perspektiven beantwortet.

So macht Jörg Scheller am Beispiel des

Bodybuildings deutlich, warum die Rede

vom Schönheitswahn „unterkomplex“ ist

und alternative Körperkulturen mehr Aufmerksamkeit

verdienen. Kunsthistorisch

vermessen wird der geformte Mensch im

Beitrag „Natürliche“ Körper und modellierte

Körper. Das Korsett in der französischen

Skulptur des 19. Jahrhunderts von Hans

Körner zu einem bisher weitestgehend

unerforschten Thema, das in seiner Folge

heute aktueller scheint denn je.

Matty Zimmerman,

Marilyn Monroe, 1954

48

HERBST | 2017


Eugène Delacroix, Le 28 Juillet. La Liberté guidant le people, 1830

Tizian,

Philip II, 1551

Giovanni Bellini,

Nackte Frau mit Spiegel, 1515

Ray Jones,

Ava Gardner, 1946

49


DER KUNSTBLITZ | BUCH-NEUHEITEN

Bodybuilder in Hongkong, 2012

Klaus Honnef beschäftigt die persönliche

Frage Wie hätte ich anstelle von Paris

entschieden? Die Antwort wird zu einem

grandiosen Ritt durch die Kunst- und

Filmgeschichte. Kreativität als Pflicht, so

lautet der Titel des Aufsatzes von Wolfgang

Ullrich, in dem er den Leser überzeugt,

dass manche Venusdarstellungen

der Renaissance im Sinne der Familienplanung

konzipiert und verwendet wurden.

Sie dienten also als Anregung für die eigene

Schönheit. In Chrysalis und Imago. Die

Metamorphosen im Bildkonzept der Marilyn

Monroe beschreibt Michael Ebert, warum

Fotografen im Leben des Megastars

viel wichtiger waren als Regisseure und

wie eine der größten Fotoikonen des 20.

Jahrhunderts entstand. Einen weiteren

Ausflug ins Cineastische bietet Angela

Stercken mit Sex Sells: Obsessionen von

Schönheit und Technik im Spielfilm der

1960er Jahre. Manja Wilkens betitelt ih-

ren Beitrag mit der Frage: Muss eine Bundeskanzlerin

schön sein? Darin zeichnet

sie das Inszenierungskonzept von Angela

Merkel nach. In Marianne – Von nationaler

Heldin zur erotischen Identifikationsfigur

visualisiert Sandra Abend den Verlebendigungsprozess

der schönen, machtvollen

französischen Personifikation der Freiheit.

Schönheit und Arbeit – ein Paradox? Ob

das so ist, diskutiert Dieter Birnbacher in

seinem Aufsatz.

Die interdisziplinären Beiträge des Buches

bekräftigen die Erkenntnis, dass Schönheitsideale

machtvoll sind, in einer Zeit, in

der ein expressiver Körperkult stärker ausgeprägt

scheint als je zuvor.

Von den Herausgebern erschien im gleichen

Verlag 2015: Vor-Bilder – Ikonen der

Kulturgeschichte. Vom Faustkeil über Botticellis

Venus bis John Wayne.

Tizian, Venus von Urbino, 1538

50

HERBST | 2017


Die Künstlergruppe

Farbe im Tal

stellt aus:

Noch bis Dezember in der

Clemensgalerie in Solingen

(jeweils Samstag 11:00 bis 14:00 Uhr)

Am 23.12.2017 mit großem

Weihnachts-Begleitprogramm

M. Fidelak

U. Rustler

U. Walter

Auf der WOGA in Wuppertal

am 14. Und 15. Oktober

in der Luisenstraße 69

A. Rick

B. Giebel

Farbe im Tal

Kontakt: Mobil 0176 23852865

Mobil 0172 8564619

I. Andersen


DER KUNSTBLITZ | WILHELM-FABRY-MUSEUM

EINE UNGEWÖHNLICHE FOTOAUSSTELLUNG

KÜNDIGT DAS HILDENER WILHELM-FABRY-

MUSEUM FÜR DEN OKTOBER AN:

IM FELDE VERWUNDET – BILDER AUS DEM AMERIKANISCHEN BÜRGERKRIEG VERSPRICHT EINE BEEINDRUCKENDE

VISUELLE REISE IN EINES DER WICHTIGSTEN GESCHICHTSEREIGNISSE DES 19. JAHRHUNDERTS.

Der Amerikanische Bürgerkrieg war

nicht nur der größte Konflikt des 19. Jahrhunderts,

es war der erste moderne Krieg,

in dem Telegraphie, die Eisenbahn und

Panzerschiffe eingesetzt wurden. Aber es

war auch der erste Krieg, der umfassend

fotografiert wurde. Neben Millionen privater

Bilder entstanden erstmals auch

dokumentarische Fotos in großem Stil.

Sicher auch einer der Gründe, warum der

Konflikt zwischen Nord und Süd nicht nur

in der amerikanischen Alltagskultur heute

noch so präsent ist. Auch bei uns ist spätestens

seit dem Jahrhundertroman „Vom

Winde verweht“ und dessen legendärer

Verfilmung der Bürgerkrieg ein populäres

Geschichtsthema, das die Menschen in seinen

Bann zieht. Passend zur Ausrichtung

des Hauses stellt die Ausstellung medizinische

Themen in den Mittelpunkt.

„Das ist einer der interessantesten Aspekte

in der Fotografie des Sezessionskrieges

überhaupt.“ erläutert Kurator Michael

Ebert, der an den Hochschulen von Hannover

und Magdeburg lehrt. Schließlich war

die hohe Zahl an Verwundeten eine riesi-

52

1863 / New York /

Matthaw Brady

1864 od. 1865 / New York /

Matthaw Brady

NN / NN / NN

HERBST | 2017


ge logistische Herausforderung. Während

des Bürgerkrieges wurde ein medizinisches

Versorgungssystem bisher ungekannten

Ausmaßes aufgebaut. Daher existieren zahlreiche

Fotos, die sich mit dieser Thematik

befassen: Bilder von Verwundeten, Ärzten,

Lazaretten und auch dem Engagement der

Zivilbevölkerung.

Fast alle Fotos stammen aus der Library

of Congress in Washington, wo sie in hoher

Qualität digitalisiert wurden. Das gab

Kurator Michael Ebert die Möglichkeit, die

historischen Bilder exklusiv für die Ausstellung

aufwendig digital zu restaurieren,

stark zu vergrößern und sie so in neuem

Glanz erstrahlen zu lassen. „Das eröffnet

eine völlig ungekannte Bildwirkung!“, freut

sich Ebert. Den Hauptwerken, rund 40 Bilder

von Matthew B. Brady, Alexander Gardner

und anderen, ist ein Prolog vorangestellt, in

dem einige ganz frühe Kriegsfotos gezeigt

werden. Der Epilog schlägt die Brücke in die

Gegenwart und nimmt auch Bezug auf die

aktuelle weltpolitische Lage. Das erste bekannte

Kriegsfoto überhaupt ist eine medizinische

Darstellung. Es stammt aus dem

Mexikanisch-Amerikanischen Krieg von

1847. Es steht im Prolog neben Aufnahmen

aus dem Krimkrieg und dem Sardinischen

Krieg. Dazu begleiten zwei Exkurse das Thema.

Sie befassen sich mit den Fotografen

des Bürgerkrieges und dem hohen Risiko

von Kriegsfotografen, die selber häufig zu

Opfern werden.

Die Ausstellung wird am 12.10.2017 um

19.30 Uhr eröffnet. Sie endet am 4. Februar

2018; während der Laufzeit findet

ein umfangreiches Begleitprogramm statt.

Näheres erfahren Sie unter:

http://www.wilhelm-fabry-museum.de/

Wilhelm-Fabry-Museum

Benrather Straße 32a

40721 Hilden

1864 / Washington D.C. /

Matthaw Brady

1865 / Unbekannter Ort /

Unbekannter Fotograf

1864 / New York /

Matthaw Brady

53


DER KUNSTBLITZ | LÖHR CENTER

Löhr-Center-ART 2017

Eine Premiere der Ausstellungsreihe „Die leichteste ART der

KUNST zu begegnen“, fand jetzt auch im Koblenzer Löhr Center

großen Anklang.

Für die zweiwöchige „Löhr-Center-ART

2017 (31.08.- 17.09.2017) verwandelte sich

die Einkaufszone im Erdgeschoss des Centers

in eine Kunstmeile. Wie bei einer Kunstmesse

hatten Kunstschaffende der Region

Rheinland Pfalz nun Gelegenheit, ihre Werke

einem großen Publikum zu präsentieren.

Das Löhr Center bot mit den neu gestalteten

Räumlichkeiten ein geeignetes Ambiente

für die Schau, da die Ausstellungsfläche

offener, heller und lichtdurchfluteter wirkte.

Stephan Antwerpen (Center Manager) bekam

für sein Vorhaben auch die Unterstützung

der Kulturdezernentin PD Dr. Margit

Theis-Scholz, die die Aktion positiv begrüßte.

Fünfzehn Künstler/innen aus den Bereichen

der Malerei, Fotografie und der Bildhauerei

(die sich mit ihren Werken einer Vorauswahl

unterzogen hatten) folgten dem Slogan „Die

leichteste ART, der KUNST zu begegnen“ und

nutzten die Möglichkeit die neue, ungewöhnliche

Bühne für ihre Kunst in Anspruch

zu nehmen. Die Vielfältigkeit der ausgestellten

Arbeiten bot den Besuchern der ersten

Löhr-Center-ART einen überzeugenden Eindruck

des künstlerischen Schaffens der teilnehmenden

Künstler/innen.

Die Künstler/innen:

Der Bildhauer Bruno Weygand stellte einige

Skulpturen aus, die großes Interesse seitens

des Publikums erweckten. Insbesondere

eine Plastik mit dem Titel „Minotaurus“, bei

der er sich von der griechischen Mythologie

Marita Massoth

Skulpturen

Armón Schanz, „When love

takes over“, Digitale Kunst

Hermann Josef Wilhelm

„Spielseitigkeit“, Gestalation

Reizfilter Fotografie

„Federleid“

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HERBST | 2017


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DER KUNSTBLITZ | LÖHR CENTER

Ludwig M. Langner

„Sandwellen“, Fotografie

Klaus Ruschmann

„Gesicht 18“, Acryl auf Holz

Elisabeth Schael

Ohne Titel

Bruno Weygand

„Minotaurus“

inspirieren ließ. Dieses Werk, das fast als

„unvollendet“ erscheint, zeigte eine spannende

Verbindung von verschiedenen Materialien.

Sowohl die Verwendung von Stein,

als auch der Einsatz von Metallgestängen,

ließen sich gut miteinander kombinieren.

Die Skulptur vermittelte einen Eindruck von

Kraft und Stärke, obwohl die fragmentarische

Darstellung an Fundstücke archäologischer

Ausgrabungen erinnerte, bei denen

Einzelteile abhanden gekommen zu sein

schienen. Diese „Unvollkommenheit“ bietet

dem Betrachter die Möglichkeit, mit seiner

eigenen Vorstellungskraft das Werk zu vollenden.

Marita Massoth, auch bildhauerisch

tätig, konnte den Betrachter mit mehreren

kleineren Skulpturen, die teilweise an

manche Arbeiten von Max Ernst erinnern,

überzeugen. Mit dem Einsatz zahlreicher

Gebrauchsgegenstände (wie z. B. Gabeln

aus Silber, Zangen und ähnliche Werkzeuge)

und der Kombination von Holz oder Stein,

gestaltet Sie ihre meist aufrecht stehenden

Gebilde von symbolistischer und surrealer

Natur. Der ausgebildete Werbefotograf

und Fotodesigner Markus Redert zeigte

großformatige Objekt-Fotos, die durch den

gezielten Lichteinsatz (die Lampen sind im

Inneren des Objektes eingebaut) ihre effektvolle

Wirkung entfalteten. Wie in einem

3D-Kino verstärkten die Leuchtkästen

so die Dreidimensionalität der Bilder, und

die nächtlichen Aufnahmen von Wolkenkratzern

wurden, durch die Überlagerung

der Ebenen, zu wahren Tempeln des Lichtes.

Noch mehr Arbeiten der Fotografie in hervorragender

Qualität lieferten das Reizfilter

Fotografie-Team (mit amüsanten und oft

ironischen Titeln), Ludwig M. Langner (mit

einem fantastischen und fast surrealen Bild

aus Neuseeland und diversen Luftaufnahmen),

Walter Nussbaum (mit Landschaften,

bei denen die Fotografie die Nähe zur Malerei

sucht) und Christine von Glyschinsky

(der „Mensch“ in seiner Dynamik oder in

seiner neuen und fremden Umgebung, wird

von der Künstlerin aufmerksam festgehalten).

Katharina Knorr von Rosenroth, Maria

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Kiki Dietz

„Schlafende“, Maleei

Walter Nussbaum

„Der Mittelrhein“, Fotografie

Mümken und Elisabeth Schael, lieferten

überzeugende Beispiele der Abstrakten

und Informellen Malerei. Die Qualität ihrer

Arbeiten war hervorragend! Mit digitaler

Kunst, brachte Armón Schanz politische

und soziale Themen auf die Leinwand. Der

Künstler sucht die Nähe zur klassischen

Kunst. Hier wirkt die Maus als technisches

Eingabegerät seines Computer, wie ein Pinsel

in der konventionellen Malerei. In der

zeitgenössischen Kunst besteht kein Antagonismus

zwischen den verschiedenen

Disziplinen. Der Künstler ist frei, er darf

sowohl die traditionellen Maltechniken, als

auch die neusten technischen Hilfsmittel

bedienen. All things are possible! Die Figurative

Kunst war auch stark durch folgende

Künstler/innen vertreten,: Sandra Illenseer

(mit fabelhaften und idealisierten Wesen,

meistens auf Holzplatten gemalt. In ihren

Bildern wird die Struktur des Holzes in der

Malerei integriert, dies mit sehr überzeugenden

Resultaten), Kiki Dietz (die Künstlerin

lässt die Farbe Hauptdarsteller der

Maria Mümken

Ohne Titel, Malerei

Komposition werden, soweit, dass sie sich

in manchen Bildern ganz von der Form löst

und in der Abstraktion landet) und Klaus

Ruschmann (sein beliebtes Thema sind junge,

schöne Frauengesichter, die er mit einer

ausgefeilten Technik umsetzt. Der Künstler

bereitet seine Untermalung wie eine abstrakte

Komposition vor, die zum Schluss die

Figurative Vollendung erreicht). Hermann

Joseph Wilhelm ist ein genialer, kreativer

Kunstschaffender. Seine Plastik erinnerte

sehr stark an spielerische, bunte Skulpturen

von Niki de Saint Phalle. Der Künstler

sammelt und kombiniert Objektteile und

Elemente, die in der Komposition eine neue

Funktion und eine neue Bedeutung erhalten.

Seine erfinderische Natur kennt keine

formale Grenzen...alles kann verwendet

werden und muss keine geregelte Ordnung

respektieren, die eventuell das Werk einschränken

könnte.

Am Ende, wünschen wir den Künstlern

und den Organisatoren der Ausstellung eine

Fortsetzung der gelungenen Aktion!

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DER KUNSTBLITZ | CITY-ART-KADEN

City-ART-Kaden 2017

„Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

City-Arkaden Wuppertal, 12. 10. - 28. 10. 2017

Die neuste „City-ART-Kaden“ wird wie

gewohnt, mit großer Spannung erwartet,

denn auch in diesem Jahr haben sich über

200 Künstler/innen aus Nordrhein Westfalen

mit ihren Arbeiten beworben. Die Jury

(Dr. Rolf Jessewitsch, Direktor des Kunstmuseums

Solingen - Dr. Sandra Abend,

Wilhelm-Fabry Museum Hilden – Katrin

Becker, Managerin der City-Arkaden Wuppertal

– Swidbert Obermüller, Vertriebsleiter

der Sparda-Bank West EG in Wuppertal

– Giuseppe Patrizio Medagli, DER KUNST-

BLITZ - Hendrik Walder, TOP-Magazin – Dr.

Georg Fudickar, Kunstsammler) hat die

eingereichten Werke mit Sorgfalt unter die

Lupe genommen. Am Ende sind aus den Bereichen

Fotografie, Malerei und Bildhauerei,

sechsunddreißig Künstler/innen ausgewählt

worden. Hier die Namen der Protagonisten

der City-ART-Kaden 2017:

Moritz Albert, Tim Borgmann, Sabine

Clemens, Hans Joachim Conrad, Jutta

Dollbaum, Lidia Epshtein, Doris Färber, Elvyra

Gessner, Thea Heise, Rolf Hucke, Ail

Hwang, Ewa Jaczynska, Patrick Jaksic, Oliver

Jung, Katajun Kaiasi, Rosemarie Kau,

Anna Kleeberg, Hubertus Knopff, Marion

Kruse, Christian Lüttgen, Johanna Müller,

Margit Wölk

„Verschwommen 1“

Ewa Jaczynska

„Ohne Titel“

Johanna Müller

„Rückzug“

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HERBST | 2017


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DER KUNSTBLITZ | CITY-ART-KADEN

Hartmut von der Mühlen

„Ohne Titel“

Claudia Rohde

„Adele“

Ulrich Walter

„Erwartung“

Matthias Neumann, José-Luis Ortega, Marianne

Pietsch, Angel Richter, Claudia Rohde,

Ralf Schmidt, Simon Thon, Hartmut von der

Mühlen, Jutta Wagner, Ulrich Walter, Pauline

Winkelmann, Henrik Wischnewski, Andreas

Wundersee, Margit Wölk, Xiaolei Zhang.

Die Voraussetzung zur Teilnahme an der

City-ART-Kaden beschränkt sich nicht auf

einen erfolgreichen Abschluss an einer anerkannten

Kunstakademie; auch Autodidakten,

die Kunst auf hohem Niveau präsentieren,

sind willkommen. Es gibt auch keine Beschränkung

des Alters bzw. der Themenwahl,

entscheidend ist die Qualität der Kunstwerke.

Auch deswegen ist die City-Arkaden

unter den Künstlern sehr beliebt und hoch

geschätzt. Nicht unerheblich ist die hohe

Anzahl von Besuchern (circa fünfhunderttausend)

die in der Zeit, die Arbeiten der

sechsunddreißig Künstler bewundern und

ihre Stimme durch Nutzung einer Wahlkarte

erteilen können; denn auch in diesem

Jahr wird ein Publikumspreis in Höhe von

1‘000.00 Euro vergeben.

Katajun Kaiasi

„Erscheinungen III“

Wischnewski

„Unwetter“

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DIETER SCHWALM

Ölbilder, Zeichnungen und Skulpturen

„Amors Pfeil“ Ölbild

Web: www.dieterschwalm.de

Dieter Schwalm Tel. 0202 7866160

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DER KUNSTBLITZ | CITY-ART-KADEN

Xiaolei Zhang

„Landschaft“

Ail Hwang

„Ohne Titel“

Hubertus Knopff

„Wem die Stunde schlägt“

Zusätzlich entscheidet die Jury über die

Vergabe von weiteren drei Preisen: Der/die

erste Preisträger/in erhält 3‘000 Euro (gespendet,

wie im Fall des Publikumspreises, von der

Sparda Bank Wuppertal). Darüber hinaus gewinnt

ein/e Kunstschaffende/r einen Einkaufgutschein

der Firma Boesner Düsseldorf im

Wert von 500.00 Euro. Der „Sonderpreis“ geht

an ein/e Künstler/in, die nächstes Jahr, in den

Räumen der Sparda Bank West Wuppertal, mit

einer Einzelausstellung gewürdigt wird.

Wie es schon in den letzten Jahren der

Fall war, werden aufmerksame Besucher

und Kunstsammler auch in der neuesten

„City-ART-Kaden“ sicherlich das eine oder

andere Kunstwerk für ihre Sammlung entdecken

können. Eine Gelegenheit, die niemand

verpassen sollte!

Hans Joachim Conrad

Köln Nachmittag

Ralf Schmidt

„Bring den Müll raus“

Sabine Clemens

„Neues Land“

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DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

„ARTIKULIERT“

Der Mettmanner Künstler Lothar Weuthen

hat zu seiner Jahresendausstellung 2017 fünf

überregional bekannte Künstler eingeladen, die

Arbeiten aus 2016/2017 im Kunsthaus Mettmann

ausstellen werden. Etliche Werke der

meisten Künstler befinden sich in öffentlichen

und privaten Sammlungen. Die Präsentation

der Exponate in den interessanten Räumlichkeiten

des historischen Gebäudes versprechen

eine interessante Kunstausstellung.

Die Künstler/innen:

Der Düsseldorfer Maler Klaus Sievers stellt

eine Auswahl seiner bekannten Bilder mit außergewöhnlichen

Motiven auf schwarzer Leinwand

vor. Angela Hiß folgt mit Ihren Plastiken

den Gesetzmäßigkeiten ihres bevorzugten

Materials Holz, strapaziert dieses, wenn notwendig

bis zur Grenzüberschreitung und Auf-

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

lösung. Ihre Holzskulpturen faszinieren durch

eine körperlose Leichtigkeit, entwickeln dabei

tänzerische Linien, weiche, fließende Formen,

die das Stoffliche abstreifen.

Die Wuppertaler Malerin Claudia Rohde zeigt

Werke der Figurativen Kunst, die sich mit der Informellen

und Abstrakten Malerei verbinden. Sie

war die Preisträgerin der City-ART-Kaden 2016.

Der Düsseldorfer Maler Hinrich Schüler präsentiert

seine abstrakten Landschaften, zu

denen er sich vom Licht und der Weite der

Küsten- und Wüstenlandschaften inspirieren

ließ. Der Haaner Fotograf Dieter Wundes zeigt

brilliante Fotoarbeiten der Scheich-Zayid-

Moschee in Abu Dhabi.

Lothar Weuthen

„red boat“

Digital Fotografie unbearbeitet

Der Mettmanner Maler und Fotograf Lothar

Weuthen bringt erstmals Fotoarbeiten aus seiner

neuen Werkreihe „Photo-Painting“ sowie

neue Informel-Bilder aus seinem Zyklus „Inspiration

K.O.G.“ die erst nach dem Tode seines

Vorbildes Karl-Otto Götz entstanden sind.

Ausstellung: vom 08. bis 17. Dezember 2017

Ausstellungsort: KUNSTHAUS METTMANN –

Mühlenstr. 27/29

40822 Mettmann

Vernissage: Freitag 08. Dez. - 19 Uhr (Einführung

durch Kunsthistorikerin Monika Kißling)

Öffnungszeiten: samstags 11 bis 15 Uhr

sonntags 14 bis 18 Uhr

Freitag 15. Dez. - 17 bis 19 Uhr

Claudia Rohde

„Schlafende“

Acryl auf Leinwand

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HERBST | 2017


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