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E_1929_Zeitung_Nr.057

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18 AUTOMOBIL-REVUE An,

18 AUTOMOBIL-REVUE An, der Julisonne... Solche Bilder wollen wir haben! Liebe Leserinnen, sendet uns Eure Aufnahmen von Autotouren und Badestrand. stens ohne den Wirt zu machen. So auch bei Sebald Hühnerei. Er langte an auf unserer lieben Erdenmutter und war kaum seiner Arche entstiegen, als diese schon in hellen Flammen stand. Hei-- mann Hesse (mein lieber Freund) stand verbindlichst lächelnd mit der Petroleumkanne in der Linken neben dem Aschenhaufen der Arche Hühnereis und hielt au den zu Tode Bestürzten folgende Ansprache: «Teurer Bruder Hühnerei. Ihre Fahrt war ein Irrtum. Aber seien Sie ohne Trauer. Manches hat -sich seither auf dieser Welt zum Guten gewendet. Es existieren keine Verkehrsmaschinen mehr. Zu meiner grössten Genugtuung und zum Wohle des Friedens und der Gesundheit aller Erdenbürger. Da keine Ausnahmen zugelassen werden, musste auch Ihr überschlaues Vehikel da den entgegengesetzten Weg des Werdens gehen. Was Menschenhände bauten, können Dichterarme stürzen. Zum Ueberfluss stelle ich mich Ihnen hiermit vor als vollziehender Beamter des. Wavemi (Wellantivertehrsministerium), Abteilung Alpenland. Hühnerei vernahm nur schwach diese sein altes Ich vernichtende Ansprache. Er war wie ausgelöscht. Und so gewahrte er auch nicht, wie man ihn seiner sämtlichen Kleider beraubte, die in den letzten Gluten der Himmelsarche verschwanden. Man begoss ihn mit einer Schale Ganges-Wasser, Rabindranath Tagore segnete ihn und ein altes Weiblein aus Bombay zog ihm ein härenes Gewand über, das in den Spinnstuben Mahatma Gandhis verfertigt -worden war. Also verwandelt wurde Sebald Hühnerei einer Gruppe junger Frauen überantwortet, die ihn nach einer Süppenküche schleppten. Man hat nie mehr etwas von Sebald Hühnerei gehört. Er war ein zu unbedeutendes Glied in der Gesellschaft der Neo-Menschheit. Es gibt viele .Sebald Hühnereier. Der Mann, der nicht will,, dass seine Frau sich den Launen der Mode unterwirft, überwirft sich mif seiner Frau. '"•:: i ( Wunderbar im Aroma. Belebend u. I erfrischend. erfrischend. Gesundheitl. Gesundheitl. wertvoll. wertvoll. 1 Fabrikanten : H Fabrikanten W. u. G. Weisflog & Co., Altstetten-Zch. j A KTIENGESELLSCHAFT LEU & Co., ZÜRICH GEGRÜNDET 1755 BAHNHOFSTRASSE 32 DEPOSITENKASSEN HEIMPLATZ - LEONHARDS PLATZ — INDUSTRIEQUARTIER Wir empfehlen Ihnen für die Reise- u. Ferienzeit die Benützung von Schrankfächern in unsern modernst eingerichteten diebsund feuersichern Tresoranlagen Handels-u. Hypothekenbank Inseriert im „Autler-Feierabend" Der Mann der Schrump hiess Er hiess Sohxump. Da ist weiter nichts dabei und «chliesslich konnte er nichts dafür. Aber er war Künstler. Und das ist etwas anderes. Ein Schreibung oder Kaminfeger darf schon Schrump heissen. Wenn man dagegen Künstler sein will, Maler ...! Und dann : Schrump war jung, blutjung. Schrump war ein «Mensch ohne Lebenserfahrung», wie der Herr Schulvorsteher beim dritten Bier zu sagen pflegt. Der Name, nun der Name hätte sich noch ändern lassen (obwohl Schrump so eigensinnig war zu sagen, man müsse ihn schon so nehmen wie er sei, es könne einer ein Künstler sein und wenn er Mistkäfer Messe) — der Name ja, — aber die Jugend! In Schrumps eigenen Augen war es ganz in der Ordnung, eine Idee zu haben und sich für diese Idee einzusetzen. In anderer Leute Augen aber war das eine Frechheit. So was durfte nicht sein. Denn : Schrump lebte in einer Stadt mit engen Winkeln. An den Fenstern klatschten die Weiber •und die Strassenbahn zog zwanzig Kurven um die Brunnen. Es war eine schöne Stadt, oh gewiss, besonders aus der Vogelschau. Denn da lag sie im Arm eines Flusses, war von guter alter Rasse hingebettet, wU'Sste es auch und benahm sich danach. War man aber mitten drin, waren die Häuser ebenso malerisch wie argwöhnisch und die Menschen so ränkisch wie die Strassonbahn. Metzger Gmünder wusste vom Beamten Pfnüsel. dass der Bannwart Scheidegger dem Hausierer Bünzli bei einem Prozesschen etwas ganz Dickes über den Uhrenflicker Deppelbacher unterbracht hatte und dass der Bünzli darauf das Prozesschen gewonnen hätte, wenn nicht der Notar Querkopf... usw. Und alle wiederum wussten voneinander, dass ihnen der Biertisch mehr war, als der Stubentisch mit der keifenden Frau und den vielen Gofen. Das war nun mal so. Aber es war eine schöne Stadt. Die Männer trugen Hosen und die Frauen usw...., man maulte und krümmte den Buckel, gewann oder verlor seinen Zuger, lief in die Kinos und fluchte über die Gasrechnung. Aber in einem Hessen sie sich nicht lumpen : in der Kunst. Die Stadt hatte eine schöne Sammlung, kein Mensch ging hinein; aber man hatte sie. Gott sei Dank! Eine Halle für Ausstellungen, Museen, historische und alpine, mit erbeuteten Fahnen und Kristallsammlungen, wie es sich für eine Kulturstadt gehört, einen Saal für Musik, wohin man manchmal lief oder es dann doch wenigstens in der Zeitung las. Denn Zeitungen hatte man auch, oh ja — das auch. Sie druckten fleissig die Agenturmeldungen aus aller Welt und waren sonst sehr zurückhaltend, ja werteten das Leben mit einer gewissen Ueberlegenheit, d. h. mit Ausnahme der Wahlen. Sie machten sich sogar um die schöne Literatur verdient und labten das junge Schrifttum der Rusr sen und Südseeinsulaner. Denn sie waien sehr universell, diese Blätter. Darum las man sie auch und glaubte ihnen. In dieser Stadt, in dieser schönen und bedeutenden Stadt lebte der blasse Schrump mit seinen Ideen und seinen schmalen Händen: der Maler Schrump. In der Stadt waren noch, andere Maler, und sie alle waren Schrumps, auch wenn sie Meier, Müller und Huber hiessen. Neben dem dunklen Geschlecht der Schrumps leuchtete ein lichtes Dreigestirn und das waren die Grossen, denn sie hatten Lebenserfahrung und Denkmäler aufgestellt und Ratssäle garniert. Jedermann kannte sie. Sie schleppten silberwallende Barte durch die Gassen und waren umflüstert und umgrüsst. Die waren es. Einer war der berühmte Zuber, der andere mit dem ehrwürdigen Schlapphut der Bildhauer Kellermann, — Grüss Gott, — das war jetzt der Dritte. Und deshalb — neben den drei Grossen! — war es eine masslose Ueberhebung, Maler Schrump zu sein, Künstler 6ein zu wollen — Künstler mit zwanzig Jahren! Genügten nicht die bewährten drei! Was brauchte mart neue Schrumpenl Es geschah, dass Schrump wieder etwas vollbracht hatte und damit an die Oeffentlichkeit getreten war, mit einigen andern. Das Ding war gut, war ein Erfolg, aber es war ein Schrump. Was hiess, dass in den Redaktionsstuben die Stirnen kraus wurden. Schrump? Ein gewisser Schrump? Sonderbarer Name, Schrump? Kennen wir nicht. Wie? Kann man von uns verlangen, altes junge Gemüse in die Zeitung zu pflanzen? wir gleich zur Fabrik, um den Wagen aus- zu lassen. In den seltensten Fällen Und sie schwiegen ihn tot. Schrump war ge-besserschlagen. Armer Schrump. Er hatte viele Glückwünsche zu seiner Arbeit erhalten (es gab auch Menschen, die weder seinen Namen noch seine Jugend sahen, sondern sein Werk!) und er war auf die Kritik gespannt gewesen. Nichts. Schrump lief zur Redaktion. — Halt, anmelden, echrie jemand. Wie heissen Sie? — Schrump. — Schrump? Kennen wir nicht. — Ich komme wegen der Kritik. Sie haben mich in der letzten Ausstellung totgeschwiegen. — Ach so, ja. Sie sind wohl der gewisse Sehr..., Wie sagten Sie? — Schrump. — Schrump, ja. Was, totgeschwiegen? Das war «ine Ehre, dass Sie überhaupt ausstellen durften, junger Mann. Nur nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand! Nehmen Sie sich nicht wichtiger als Sie sind. Aeh — was sind Sie? Sie sind noch gar nicht Sie! Die heutige Jugend ist masslos, wissen Sie, Herr — — Herr Schrumpf! Sehen Sie «ich Kellermann an, oder Zuber. Die können zurückblicken — die haben erlebt. Sie fangen erst an. Sind Sie überhaupt zwanzig? Also — kommen Sie mal wieder, Herr — und es hat uns gefreut. Schon gut, junger Mann — verdammt, halb elf! Das Bankett des Stieizüchtervereins! (ein ^Telephon schrillt). Hallo — Redaktion, ja — wieviel Vereine? Dreissig! Kolossal — ah — ja, ja, — Bürgermeister Jops — die Festrede — aha, aha — oh! Es gibt drei Schlüsse * für diese Geschichte. 1. Schrump hat den Redakteur erschlagen. 2. Schrump hat sich aufgehängt. 3. Schrump hat sich einen Bart wachsen lassen. Aber: Schrump darf auf keinen Fall Schrump bleiben, sonst verhungert er. Slow. Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersiohtllch In O. R. Wagners Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Kanton St. Gallen Von den Automobilisten bevorzugtes Haus. Autoboxen. — Zimmer mit fliessendem Wasser. 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Wenn es uns gelang bis nach Milwaukee zu kommen — ein© Strecke von etwa 40 Kilometern — fuhren kehrten wir am gleichen Tage zurück.» So beschreibt Hopkins, der erfolgreiche amerikanische Propagandamann in seinem Buch «Propaganda, meine Lebensarbeit» (Verlag für Wirtschaft und Verkehr Stuttgart) seine ersten Gehversuche auf dem Gebiete der Automobilpropaganda. Dass er die Sache gleich von der praktischen Seite anfasste und sich selbst in einen Wagen setzte, bevor er ihn anderen empfehlen wollte, zeigt wiederum den praktischen Amerikaner. Die amerikanische Propaganda ist viel mehr als die europäisch© auf «Massenwirkung» eingestellt. Sie rechnet mit dem Mann der Strasse, eigentlich mit einem sehr niedrig gehaltenen Durchschnitt, und wenn man Hopkins glauben darf, so hat Aesthetik, künstlerisches Empfinden, Geschmack und Feingefühl mit Propaganda verwünscht wenig zu tun. Seine, übrigens recht aufschlussreichen Plaudereien, beweisen dies am besten. Aber der Erfolg scheint ihm recht zu geben, denn wer kennt nicht auch in Europa Palmolive, Puffed-Rice und Quaker-Oats ? Nun ja, die hat alle Herr Hopkins bei uns untergebracht. Mit seinen, verhältnismässig primitiven Methoden. Wodurch bewiesen wird, dass der Mensch auch in Europa von unten herauf immer noch leichter zu nehmen ist als von oben herab. „AI your Service ddy and niaht" Hü In zentralster Lage von Zürich, =1 100 Meter vom Paradeplatz, HÜ Talstrasse 11, Tel, Selnau 66.36 Besitzen Hotel Elite beherbergt and pflegt ihren Wagen, liefert ihnen alles. Wer/te Schirme in grouerfiutwabl Reise-Decken Picknick-Decken ausschlicsshch empfehlenswerte Qualitäten von Er. 24.75 bis 180.— ächuste;&£?iZÜ£klli 1929 — N° 56 Was Hopkins sagt. . . Zürich Gai*ca

1929 EDEEEQ Miss Wanderwell BD a QE Das Girl, das um die Welt fuhr. Vor dem Berner «Kapital-Theater» stehen, umdrängt von einer neugierigen Menge, zwei silbergraue Fordwagen. Hochbeinig kommen sie über äas Pflaster