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E_1931_Zeitung_Nr.042

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22 ÄUPOMOBIt-REVUB

22 ÄUPOMOBIt-REVUB 1931 — N° 42 * Ja, ich hab' auch einmal unten angefangen.» « Mich ärgert nur, dass ich gestern den halben Tag mit Wagenwäschen verloren habe! » Modenotiz: « Das Beret wird diesen Sommer wieder mit Vorliebe getragen! > « ja. aber wie! » « Hallo, hallo! Welche Nummer spricht dort? > « Bitt schön, hier spricht keine Nummer, sondern das Dienstmädchen. > (Präger Presse.) (Saturday Evening Post.) Fliegeraberglaube In nächster Zeit soll Do X 1, das erste Flugschiff der Welt, seinen Flug nach Amerika ausführen. Der Kommandant ist längst bestimmt: Kapitänleutnant a. D. Friedrich Christiansen. Jedes Flugzeug erhält eine Zulassungsnummer vom Reichsverkehrsministerium zugeteilt; für die erste Do X hatte man «D 1930» in Aussicht genommen — doch gewiss treffend und einprägsam für das Jahresdatum dieses hoffentlich glücklich verlaufenden Unternehmens! Dagegen wehrt sich aber Christiansen, der alte Fliegeraberglaube wird wach — 1930? Da ist ja die Quersumme 13! Kommt nicht in Frage! Also muss es «D 1929» sein, das Jahr der Hauptarbeit im Bau des Flugschiffes. Fliegeraberglaube kommt schon in dem gebräuchlichsten Gruss der Flieger unter sich vor dem Start zum Ausdruck : « Hals- und Beinbruch!» Man mag das Gute nicht wünschen, um das Schlechte nicht herauszufordern. Qewiss entsteht heute schon die Generation, der das Flugzeug eben nur ein Verkehrsmittel ist und die in den Führersitz steigt mit denselben Gedanken und Gefühlen wie in ein Auto, aber wir dürfen schon glauben, dass doch noch mancher ein Kettchen auf der Brust trägt mit einem glücksbringenden Anhänger oder einen anderen Talismann bei sich hat. Der Altmeister unter den deutschen Kunstfliegern, Ernst Udet, hat sich nie gescheut, ganz offen zuzugeben, dass er an die Wand des Führersitzes eines jeden Flugzeuges, mit dem er startet, immer die beiden ersten Buchstaben eines weiblichen Vornamens schreibt, wobei wir nicht indiskret genug sind, nachzuforschen, wer sich hinter diesem Namen verbirgt. Und Manfred Freiherr von Richthofen ging niemals in den Luftkampf, ohne die schwere silberne Reitpeitsche des ehemaligen Kavallerieoffiziers in seinen Alkoholfreier Qeira'nk desKennefs Nicht verwechseln mit Mineralwasser-Limonade! Zum guten Auto gehört eine gute, zuverlässige u. schnell bereite Camera. Das Beste finden PHOTOHAUS BERN H. AESCHBACHER Christoffelgasse 3 and 4, neue Laube b. Zeitgl. PHOTO-Apparate Kl NO-Apparate Für Aufnahme und Wiedergabe PHOTO-Arbeiten rasch und in erstklassiger Ausführung Verlangen Sie Preislisten Schrembs & Monnier, Zürich 1 - Telephon 56*10 Unfall-, Haftpflicht- und Lebens- Versicherungen aller Art schliessen Sie vorteilhaft ab bei Schweizerische Unfall-Versicherungs- Gesellschatt m Winterthaf Leben s- Versichenings* Gerätschaft Unsere RADIO-NEUHEITEN finden Oberall grösstes Interesse Ingelen U 6 Sana S 35 Philips Edelempfänger Tungsram Rex Philco amerik. Kennedy amerik. Lumophon Orion Leicht und geschmeidig wie die feinste Wäsche ist das Corselet „Atalante". Es modelliert den Körper wie ein Handschuh die Hand. „Atalante" ist gepflegte Arbeit und sitzt wie nach Mass gemacht. Es ist Büsten- und Strumpfhalterzugleich. Besuchen Sie unsere Sonderausstellung. Sie finden bestimmt, was Sie suchen. Unverbindliche Vorführung in Ihrem Heim. Auf Wunsch' bequeme Teilzahlung. Verlangen Sie Prospekte. Radio-Grammo-Spezialhaus B. KISTLER. ZÜRICH 4 Werdstrasse 11 (Tagesanzeigerhaus) Alleinfabrikanten: RYFF & Co. A.-G.. BEBN Erhältlich m den Fabrik-Depots Gurtengasse 3 und Kornhausplatz 3 Zu beziehen in: Zürich Tricosa A.-G., Rennweg 12 Geneve Tricosa S. A., Place Molard 11 Chaux-de-Fonds Tricosa S. A., Leopold-Robert 9 Biel „Lama", Neuengasse 44 Generalvertreter: BOB. KOLLER, BADEN. für Bim bern uzern huttui

N° 42 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Einsitzer gelegt zu haben. Gerhard Fieselers, des mehrmaligen deutschen Kunstflugmeisters, Begleiterin auf seinen Flügen ist eine Schildkröte — gewiss eine billige Art, sein Leben zu versichern. Ein 5 Dollar-Goldstück war der Talismann des Engländers Butler, das ihn auf seinen vielen Luftreisen und auch auf seinem Fluge London-Kapstadt begleitete. Auf dem diesjährigen Europaflug gehörte Butler zur englischen Mannschaft, die ja bekanntlich stets in der Spitzengruppe zu finden war. Auf dem Flugplatz Orly bei Paris verlor Butler sein Goldstück. Er war nicht abergläubisch genug, deswegen den Flug abzubrechen, sondern flog weiter mit an der Spitze bis Posen. Da, also gewissermassen vor den Toren Berlins, machte er einen Kopfstand, beschädigte den Propeller und musste deswegen aus dem Wettbewerb ausscheiden. Kann man ihm verdenken, dass er den Verlust seines Goldstückes für sein Pech verantwortlich macht? Den jugendlichen 'Weltflieger von König-Warthausen begleitet meist ein Prachtexemplar einer blauäugigen schwarzen Katze, das Geschenk der siamesischen Kronprinzessin. Die Geschickte von Amenold und Ilsmuth Ilsmuth kauerte, halb kniend, unter einer Föhre und sah hinauf, denn sie hatte oben einen Buntspecht entdeckt. Er lief eilig den Stamm hinauf; als er an die Stelle kam, wo die Einde sonnenbeschienen war, leuchtete sein Gefieder rot, weiss und schwarz auf, und das gefiel Ilsmuth so gut, dass sie leise lachte. Der Specht begann zu klopfen, und es hallte hinaus in die Sommerabendstille. Dann lief er eilig auf die andere Seite des Stammes; Ilsmuth sah seinen flachen Kopf mit dem geraden Schnabel hinter dem Stamm herausgukken. Sie wusste, dass er nachsah, ob die Tierchen sich nicht auf der anderen Seite davonmachen wollten. Sie verstanden das Klopfen des Schicksals und suchten, ihm zu entgehen, um ihm desto sicherer zu verfallen. Dies dachte Ilsmuth, und so zu denken hatte sie von Amenold gelernt. «Amenold, ich liebe dich; Amenold, ich denke genau so wie du; wie glücklich macht mich das, und wie viel weiss ich dadurch!» Sie sah den Wald, wo die Stämme sieh hinter der einen grossen Föhre dichter schlössen und längere Schatten auf die kleine Lichtung warfen. Der Wald hatte kein Ende rings um sie; wohin sie auch hätte gehen wollen, sie wäre früher ermüdet als der Wald. Ueberall war es gleich: dieselbe Stille, derselbe Moosboden, in dem man fast versank, dasselbe Knacken der morschen Zweige; nur das Licht wechselte, und auch das, wenn man ihm zusah, kaum merklich. Ganz langsam verschoben sich die Sonnenlichter, und wenn sie am Stamm waren, gab es ihnen einen Euck, und sie lagen ins Moos gefallen da und starben ab. Man konnte Lebendes nur sehen, wenn man ins Moos sah oder ein Polster aufhob; und auch da war oft nur eine schwarze Kühle, in der eine einsame schwarze Ameise verwirrt und aufgeregt davonhastete. Oder man sah ins Gebüsch und suchte die Vögel zu belauschen, und wenn man ein Nest fand, das so vollgepfropft war mit kleinen grauslichen Jungen, dass es kein leeres Fleckchen darin gab, so war es am besten, nur über sie zu lachen und sie nicht anzurühren; denn die Alten merkten das, bleiben aus, und die Jungen verkommen, und niemand auf der Welt kann ihnen helfen; es war zum Weinen. Menschenstimmen hörte Ilsmuth nur, wenn Amenold mit ihr sprach; und auch das tat er nur leise und hörte allmählich auf, denn sie verstanden sich auch so. Dafür hatte sich Ilsmuth ertappt, wie sie sich angewöhnte, mit sich selbst zu reden, wenn sie allein war. Leid und Unglück ist schon über manchen Automobilisten und seine Familie gekommen, weil die Nerven für einen Augenblick versagten. Wenn Sie durch eine schlaflose Nacht od. langes Fahren übermüdet sind, einer bewegten Konferenz beiwohnten, Kopfweh oder Ihren schlechten Tag haben, dann nehmen Sie eine halbe oder ganze Citan-Tablette. Sie gibt Ihnen in kurzer Zeit und für den ganzen Tag klaren Kopf und seelisches Gleichgewicht ; Citan beseitigt ferner die Folgen von Nikotin- und Alkoholgenuss 1 Ein Röhrchen mit 12 Stück „Citan-Tabletten 11 Fr. 2.50. Bei 2 Röhrchen portofreier Versand durch V1CTORIA-APOTH EKE Zürich, Bahnhofstrasse 71 H. Feinstein, vormals C. Haerhn Zuverlässiger Stadt- und Postversand Von Max MelL Sie war eine Königstochter, die man von einer Insel in dieses Land gebracht hatte; sie sollte einem alten König angehören, aber sie liebte bald den jungen Amenold, und das musste geschehen, denn sie hatten zusammen einen Liebestrank getrunken, der sie aneinander kettete. Manchmal sagte sie sich, der Liebestrank wäre wertlos gewesen, sie hätten seiner nicht bedurft, und doch ehrte sie seine zauberhafte Macht. Der alte König hatte die beiden zu lieb, als dass er sie, wie alle rieten, getötet hätte, und so Hess er sie in die Verbannung jagen, fortjagen wie Tiere, in den Wald, und hatte selbst geweint dabei. Nun lebten sie schon lange im Wald; wie lange wussten sie nicht genau, denn die Tage waren einander ganz gleich. Der Wald aber zählte und sagte, es ginge gegen den Herbst. Sie lebten von dem Wild, das Amenold erlegte; aber es kam oft vor, dass sie hungrig blieben, denn mit dem Schwert konnte er das flüchtige Getier nicht erreichen, die Schlingen blieben oft leer, und die Geschosse seines roh verfertigten Bogens verfehlten oft ihr Ziel. Sie hatten sich unter einem Felsen ein Lager gemacht und ein Dach darüber; das waren die schönsten Tage gewesen, so lange sie an den Wänden aus Zweigen und Moosen gearbeitet hatten, und nun hatten sie eine luftige kleine Hütte. Auf einem Stein, der ganz glatt gescheuert war, lagen in der Hütte die Sachen, die Ilsmuth bei sich in der Tasche gehabt hatte, als man sie fortjagte. Es war eine kleine silberne Schere, ein seidenes Tüchelchen, das einmal nach Eosen geduftet hatte, und drei Goldstücke, die sie dem alten Torwart versprochen hatte, aber nicht mehr geben konnte. Dann war da rote Wolle, ein Knäulchen, ein Stückchen Zucker, das sie nie verzehren mochte, und in der Tasche behielt sie bloss ein kleines Fläschchen mit Gift, das sie Amenold nicht zeigen mochte; sie hatte es immer bei sich und freute sich, ein kleines Geheimnis vor ihm zu haben. Nicht weit von der Hütte war ein Bach, um den herum ein Gewirr von Haselbüschen emporgeschossen war; dort pflegte sich Ilsmuth zu waschen, und sie wusch dort auch ihr Hemd und ihr Kleid, sobald Amenold auf die Jagd gegangen war. Aber das Gewebe hatte sich schon allenthalben ausgeweitet und war durchsichtig geworden; das Eot des Kleides erblasste, und die Goldfäden, mit denen es durchwirkt war, waren rostig und standen durchgerissen heraus. Vom Saum des Kleides war schon ein Stückchen herausgerissen, der Nachen und die Brust schimmerten durch das gelockerte Gewebe. Das war alles, was sie am Leibe hatte, denn als sie ertappt wurden, hatte sie nicht Zeit gehabt, mehr als dieses umzuwerfen. Die silbernen Schuhe waren ohne Glanz. Dass (Sie selbst sehr blass und verhungert aussah, das hatte ihr das eilige Spiegelbild des Baches verschwiegen. Gerade als sie bemerkte, dass der Specht nicht mehr klopfte, kam Amenold. Er hatte nichts erlegt, und sie mussten sich von den Brombeeren sättigen, die Ilsmuth gesucht hatte; ihr ganzer Leib war noch zerstochen davon. Als nun Amenold gegessen hatte, sahen sie einander lange an. Er war braun und stark, und seine Arme (Kl. Glarus) schienen grosse Kraft EQ haben; auch seine Kleidung war zerfetzt, der Lederriemen abgewetzt, und nur das Schwert schien unverletzt. Wie sie ihm so in die Augen sah, schlug er plötzlich die Hände IDEALER PFINGST- AUSFLUG! Grand-Hotel Hotel Alpenblick Hotel Niederschlacht Hotel Alpina Moderne Garagen bei der Talstation der Braunwald-Bahn; vors Gesicht und weinte. Ilsmuth erschrak, denn das kannte sie nicht an ihm. Sie drängte sich neben ihn, hielt ihr Antlitz über seine Schulter. Er wehrte ab und sprach dann das erste Wort, seit er zurückgekommen war. Er redete leise und verzweifelt. Unerhört hätte er sie betrogen. Er hätte sie niemals geliebt, und das Elend, das ihr zarter Körper nun um seinetwillen erdulde, sei eine Schmach für sie beide. Ihr Herz sehlug stark, und sie wusste, dass nun — ach — das grosse Ungück käme; und während sie lächelnd, siegesgewiss antwortete: «Das ist nicht möglich, denn der Liebestrank •..», spürte sie, dass sie es nicht anders machte mit diesen Worten als die Tiere, die dem Specht entgehen wollen, und wusste genau, dass seine Antwort alles zerstören musste. So hörte sie denn auch, dass er an den Liebestrank nicht glaube; er wusste von sichbestimmt, dass er sie nur genommen hätte, weil er stolz war, eine Königin zur Liebsten zu haben, und wenn es entdeckt wurde, so war er nur selbst schuld daran, weil er in seiner Eitelkeit kein Geheimnis daraus gemacht hatte. Noch zuletzt hätte es ihn mit Stolz erfüllt, dass tausend Augen ihnen nachschauten, wie sie zusammen fortgejagt wurden. « So war ich dir nicht besser...», sagte sie tonlos und glitt an die laut aufraschelnde Wand der Hütte. Sie Hess sich von ihm nicht stützen, legte die Stirn an die Hand und sagte: « Es ist gut. Geh! » Er kauerte sich aber in einen Winkel der Hütte. Von dem Felsen ging Kälte aus, und Ilsmuth erschauerte. Auf dem Stein lag ein letztes Sonnenfleckchen auf der roten Wolle. Eine Spinne baumelte darüber in der Luft, ohne dass man ihi-en Faden sah. Dann fing Amenold zu bitten an. Er wollte nun endlich aus dem Wald heraus und flehte, sich ihre Gnade dadurch verdienen zu dürfen, dass er sie mit allen Opfern zu den Ihrigen zurückbrächte. Für ihn fände sich wohl irgendwo ein Plätzchen auf dieser weiten Welt, wo er kämpfen und siegen könnte. In den letzten Worten lag eine verhaltene Leidenschaft, und Ilsmuth verstand ihn. Vielleicht dauerte der Zauber des Trankes nicht immer, und bei ihm war er zu Ende; sie entsann sich, dass sie auch wirklich mehr als er getrunken hätte. Er war sehr süss gewesen, und ihre Scham über ihre Gier war nun übergross. Amenold war der Untätigkeit müde, er war jung und brauchte Leben und Menschen. Sie war ihm rar Last; mit ihr käme er nie aus diesem Wald, ohne sie aber leicht. Vielleicht hatte er schon heute auf der Jagd einen Weg ins Leben gefunden; wie sie das überdachte, schien es ihr sogar ganz gewiss. Man brauchte nur den Bach entlang zu gehen, dann kam man an einen Fluss, von diesem an einen Strom oder See, und daran haben die Menschen ihre Häuser gebaut und grosse starke Schiffe voll Soldaten liegen im Hafen, und die Fahnen auf den Masten knattern, und die Lanzenspitzen blitzen prachtvoll. Wie ist es wunderbar, feindliche Ansiedlungea niederbrennen KU können, den Erschlagenen kostbare Eüstüngen abzuziehen und ihre Frauen, die das Weinen schön macht, ins Schiff zu schleppen; am Arm pakt sie die eiserne Faust, und so wollen, sie berührt werden, so sind sie schon froh. Laut musste Ilsmuth sprechen, weil sie das dachte: «Geh allein. Geh.» Dann brach sie in wilde Tränen aus, denn eie erkannte, dass sie dieselben Gedanken hatte wie er und wusste, wie er das weiche Fleisch des Frauenarmes schon durch den Eisenhandschuh spürte. Trösten wollte er sie, beruhigen. «Ich will dich nicht mehr sehen, ich hasse dich!> Da ging er und hatte schon die Hand am Griffe des Schwertes. Wundervoll war diese Gebärde, dacht« sie, legte sich auf den Boden und blieb unbeweglich. Als er auf den Hügel kam, wo es ein« kleine Lichtung gab, blieb er stehen. 3Sr sah die Wälder vor sich, endlos die Kror nen der Bäume aufgehäuft. Darüber war nichts als der hellblaue Abendhimmel. Die Mondsichel stand weiss darin. Darunter zitterte ein Stern, als wäre er eine Spinne, die sich vom Mond herabgelassen hätte. Der Wind war halblaut in den Kronen der Bäume, er ging unruhig herum,, als fröre ihn im herannahenden Herbst. Etwa» klang wie ein Schluchzen. Eine rundliehe Wolke im Westen klebte am Himmel wie eine Assel an einem Stein, wenn man ihn aufhebt. Amenold ermannte sich und ging weiter. Der Wald nahm ihn wieder auf; aber er konnte nicht mehr gut gehen. Es fiel ihm ein, dass es ungeschickt war, am Abend aufzubrechen. Am frühen Morgen war die Zeit dafür; und so beschloss er, umzukehren. Er stand wieder auf dem Hügel. Der Himmel war um einen Schatten dunkler, der Mond trat stärker hervor, der Stern schien im Winde zu schaukeln. Im Westen waren langgezogene Wolken von einer widrigen Färbung, als ob sie verfaulten. Es würgte ihm etwas in der Kehle. Er spürte die Schatten fallen. Der Wald sank zusammen wie ein Aschenhaufen, die grosse Föhre hob sich wie abgebrannt in den Himmel, kläglich mit ihren wenigen Zweigen. Amenold eilte zur Hütte. Ilsmuth hatte, ohne sich zu rühren, das Fläschchen an den Mund gesetzt. «Ich traue dir nicht weniger als dem Liebestrank», sagte sie und trank: sonderbar, beide Säfte hatten den gleichen Geschmack. Eine plötzliche Scham hinderte sie, das Fläschchen ganz zu leeren. Amenold sah sie in der Dämmerung liegen; es kam ihm vor, als zergehe und zerfiele sie schon; alles an ihr schien so dünn und zerbrechlich. Ein Nachtvogel mit schleppenden gerollten Schwanzfedern hatte sich auf unbegreifliche Weise in die Hütte verirrt und stiess klagende Eufe aus. Das erschreckte Amenold so, dass er nach ihren Händen griff und das Fläschchen fand; er erriet, eine dumpfe Verzweiflung verdunkelte ihm die Sinne, und er trank den Best aus. Er schmeckte bitter. «Du glaubst ja auch an diesen Trank nicht», sagte sie, und da überfiel ihn wahnsinnige Eeue, dass er es getan hatte. Bis jetzt hatte er gelebt, und jetzt sollte es aus sein. Niemand kann das fassen. Kalter Schweiss brach aus seiner Stirne: «Doch, ich glaube an ihn», stammelte er. «Dann lege das Schwert», sagte sie sterbend, «lege dein Schwert zwischen uns». Er gehorchte. Dann wurde kein Wort mehr gesprochen in diesem Wald. Autler Frühlingsfahrten machen mehr Vergnügen, wenn Dn ein gutes Fernglas mit Dir ftthnt. Onta Gläser in allen Preis« lagen bei OPTIKER BÜCHI, BERN SPITALGASSE 18