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E_1936_Zeitung_Nr.056

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Automobil-Revue N°56

Automobil-Revue N°56 Niesenbahn. (Photo F.Heia».) In steilen Kehren windet sich die Bahn zum Alpengarten und wundervollen Aussichtspunkt der Schynigen Platte empor. (Photo .. ,l mm mmmmmmm. mm Das ganze lange Bahnnetz der SBB (welchem guten Schweizer ist es etwa nicht lang genug?) könnte man mit Frigidaire-Kühlschränken bedecken, wenn-auf jedem Meter Bahngeleise ein Frigidaire stünde. (Das SBB-Bahnnetz hat eine L8nge von 3*013'455 Meter. Frigidaire stellte mehr als 3 Millionen Apparate her.) Wo ist der Kühlschrank, gleichgültig welcher Marke, der in 19 Jahren eine solche Beliebtheit errungen hat? Nieversagendes Funktionieren und eleganteste Ausführung haben es geschafft Wo in der Schweiz ist der Kühlsehrank, der seit 1927 Jahr für Jahr um eine wichtige Neuerung verbessert wurde; bewundert und bestaunt, allen andern stets um Jahre voraus? Sintis Schwebebahn, Berastation der Luftseilbahn Trübsee. . Zarten: Slhlgrundbäu, Manessestr. 4; E. Sequln-Dormann, Bahnhofstr. 69a; Schweiz. Bauzentrale. - ftartu: A. Staeheil. - Altstatten: RhelnUllsche Straßenbahnen A.G. — Basels A. Staehell, GUterstr. 125. — Bern: Hans Christen. - Chur: Q. Qlauser. - Chur und Davos: Killlas & Hemml. — Einsiedeln: Ferd. Blrchler. - Frauenfeld: E. Habersaat. — Glarus: Geschv». Tschappu. — Kreuzungen: R. Peyer. — Luzern: Frey & Cle. — Rapperswli: Hans Fan. — Rlchterswll: G. Stelner. — Romanshorn: Schäffeler & Co. — RUtl: E. Walder. — St. Gallen: E. Großen, baeher « Co. - Uster: J. Schmldll. — Wädenswll: W. Metzger. — Welnfelden: J. Oüntert. — Wetzikon: F. Belchll«. — WH: Wlek-Vollmar. — Wlnterthur: Hasler & Co.— Zug: R Wlesendanger.

IV. Blatt \utomobil-RevuS Nr. 56 BERN, 10. Juli 1936 Böhmisches Glasservice, Modell Riefer & Cie. Farbiges, handgewobenes Tischleinen, Lydia Nencki, Bern-Paris. Vom geschmackvoll gedeckten Tisch her weht eine heitere, gemütliche Stimmung. Sein einladendes Gesicht wirkt irgendwie entspannend auf uns. Wir treten jns Zimmer, und bald kommt uns die Welt so aufgeräumt vor wie eben dieser gut zurechtgemachte Tasch. Tischservices verlegt. So tut dies die Werkstätte von Fritz Haussmann in Uster, S. W, B„ deren schönes, bei hoher Brennstärke herausgebrachtes Service wir hier in mehreren Stücken zeigen. Es handelt sich hiebei um eine solide Masse, die dem Steingut an Härte nahe kommt und sich durch eine widerstandsfähige, auffallend schöne Glasur in Weiss wie in dekorativen Farben auszeichnet. Die Formen sind elegant, ausgezeichnet durchgebildet und fern aller modischen Spielerei. Hausmann hat auch: (Photo Guggenbühl) Formschönes Tischgerät vorzüglich geformte Kaffee- und Teeservices herausgebracht. Eine Sonderausstellung von sehr vielseitigen keramischen Arbeiten Fritz Hausmanns ist vom 2. Juli an bei Kiefer in Zürich zu sehen. Böhmen und Frankreich zählen zu den wichtigsten Ursprungsländern verlockender Gläser. Baccarat hat sich in den letzten Jahren wie* der dem einfachen, unverzierten Trinkglas zu* gewandt und schafft entzückende Gebrauchs« formen, was hier ebenfalls im Bilde wiedergegeben ist Aus Böhmen stammen Bowlenform, Krug und Gläser, die sich als geblasene Fadengläser vorstellen. Es handelt sich dabei um eine uralfe Technik, die zum Erzielen eines einfachen Netzmusters verwendet worden ist. Die in Paris lebende Berner Handweberin Lydia Nencki hat die hier abgebildete Tisch- Zum Gelingen braucht es aber nicht bloss Ordnung und Sauberkeit. Es gehören dazu auch wirklich kultivierte Geräte und schöne Tischwäsche. Zweckdienliches Geschirr und andere formvollendete Dinge wirken erzieherisch auf den Menschen. Sie veranlassen ihn, sie behutsam zu behandeln. An einem geschmackvollen Tisch herrschen unwillkürlich bessere Manieren. Es gilt hier so recht das Wort Hans Carossas von dem « Geborgensein der Sinne in einem Kreis beglückend schöner Sachen», Alles, was uns vorgelegt wird, kommt uns zugleich besser, wertvoller vor, wäsche entworfen und gewoben. Sie stellt wenn es in einem frischen, einladenden Rahmen geschieht. sie jeweils nach bestimmten Tischgrössen ihrer Leinenwebereien von grosser Schönheit her, die Auftraggeber webt. Nur auf dem Handwebstuhl Die Schweiz leistet in der Herstellung mancher Elemente dep' gedeckten Tafel sehr Er- für den mechanischen Webstuhl wären sie un- sind solch einzelne Aufgaben zu lösen; denn freuliches. Industrie und handwerklich arbeitende Werkstätten bringen zweckdienliche, stellung erlaubt es der Weberin, ihrer Phanwirtschaftlich. Aber gerade diese Einzelher- kultivierte Dinge heraus. Zwar fehlt es noch tasie freien Lauf zu lassen, ist es ihr dabei an einer dem Ausland ebenbürtigen Glasindustrie, es existieren erst wenige Ansätze für weichungen vom Entwurf eintreten zu lassen, noch während der Arbeit möglich, kleine Ab- gute Gestaltung auf diesem Gebiet. wodurch das Dessin lebendiger und interessanter gestaltet werden kann. So sehen wir bei- Dafür leistet die Keramik ganz Bedeutendes. Nicht allein in der Herstellung von Vasen, spielsweise, dass einzelne Streifen voneinander Schalen und kleinen Gebrauchsgegenständen etwas unterschieden sind, wie auch die abgepasste, dichtere Bordüre nicht überall ganz versorgt sie die Verbraucher mit sehr erfreulichen, in Farbe und Form durchgebildeten gleich aussieht, Lydia Nencki bemüht sich, zu Stücken. Sie hat sich neuerdings, wenigstens ihren Arbeiten schönstes, stark gezwirntes Material zu nehmen, wodurch die Musterung an teilweise, auch auf die Herstellung von ganzen Schärfe gewinnt. Zudem widmet sie den Farben besondere Aufmerksamkeit; diese sind lichtecht, satt und erlesen in den Tönen, einzelne, .so das aparte Blaugrün, verdanken ihre Feinheit sorgfältiger Pflanzenfärbung. Goldgelb, Karmin, Rost, Königsblau, Beige und Grünblau zieren die Tücher. Zur Abwechslung immer wieder andersfarbige Tischtücher- auflegen, ist ein besonderes Vergnügen; mit ^den Tönen, von Geschirr und Silber wirken sie als festliche Stilleben voll Anziehung. E. Seh. Sein und Schein im Kleiderschranke Man kann, durch zehn Geschäfte gehen und kommt nach endlosem Einkaufsstudium zum Schluss, dass sich eben doch nur Qualität lohnt. Manches Billige präsentiert ja tadellos, wir finden es schick und liebenswürdig, solange es auf dem Bügel oder leblösen Mannequin hängt! Kleider beginnen erst richtig zu leben, wenn man sie anzieht. Da verwandelt sich mancher Blickfänger erstaunlich. Wir gefallen uns nicht darin, es klappt hier nicht, dort nicht, und das Ganze wird zweifelhaft. Es kann dabei noch ein hübsches Kleid sein, ein elegantes Complet. Es bringt uns ßut zur Wirkung, doch eben, hier setzt das Misstrauen ein. Wie lang wird die Wirkung anhalten? Wer sich etwas auf Knopfannähen und Knopflöcher versteht, und wer sieht, wie ein Futter hineingenäht ist, wie Kragen und Taschen ausgearbeitet sind, der schliesst von hier aus auf die Lebensdauer des ganzen Kleides. Jedes nichtswertige Kleid wird rasch alt, und eine. Reihe kurzlebiger Kleider macht teure Rechnungen. Darum ist das Billige immer teurer als das Teure. Und .wir helfen dazu noch Arbeitslöhne drücken. Die vielen kleinen Einzelheiten machen anscheinend nichts aus, und doch gehören sie zu den Dingen, die beim Kleid alles ausmachen. Viele hässliche Wesenszüge bilden auch nicht einen wohlgebauten Menschen. Man kann beinahe wetten, dass ein fein ausgearbeitetes Kleid auch tadellos geschnitten ist und aus bestem Material besteht. Teuer ist alles Echte zu bezahlen, sei's in den lebenswichtigen Dingen oder im täglichen Haushalt». Wir können wohl Seidenfetzen tragen un.öMiubsch aussehen für paar Momente. Vielleicht Ii4g} : ans aber auch gar nicht alles am «nett» Aussehen und an den Augenblicken. Wir wollen lieber^ so sein, dass wir vor uns bestehen können. Dann sehen wir von Natur gut aus. Ob es denn wirklich den beständigen Wechsel braucht? Es kommt darauf an, was wir unter Wechsel verstehen. Natürlich tragen wir nicht gern zehn Jahre lang dasselbe. Abe| eine Frau mit Geschick kann vvahre Hexenkünste .vollbringen, Sie trägt vielleicht; jahrelang dasselbe Complet und weiss es doch reizend zu variieren mit 'Bluse, Ansteckblume und Gürtel. Bedenken wir, wie raffiniert die eleganten Kleider oft geschnitten -sind, wie viel Verwandlungsmöglichkeit sie bieten. Heinrich Lämmlin. Hände Tief in deiner Hände Schalen neige ich mein Angesicht; bis die Ruhe, die sie strahlen, meines Lebens Qual zerbricht. Und ich flehe: Stunde weile, denn ich sehne mich nach Ruh nach des Tages Hast und Eile. Tiefer neig ich dir mich zu,, gib mich ganz in deine Hände, die wie Mutterhände sind, und empfange ihre Spende wie ein müdgeweintes Kind.' Unser Auge braucht Schulung. Dann widerstehen wir den Lockvögeln wie einer unbekömmlichen Speise, geradezu aus"Selbstachtung.'Wenn wir nun aber gar kein Geld haben, um etwas Rechtes zu kaufen? Ja, da hilft Theorie nicht viel. -So viel aber lässt sich sagen, ein verfehlter Einkauf steigert das Unglück. Wir wollten sparen und haben nächstes Jahr wiederum nichts anzuziehen. So lassen wir den Kauf schlussendlich überhaupt lieber sein. Altes Abgeschabtes, das einmal gut war, ist immer noch mehr wert als neues Schlechtes. Und vielleicht habe wir einmal Glück, dann wagen wir's und setzen das verfügbare Geld auf eine Karte, um nur etwas Rechtes zu gewinnen. Wir können uns dann wenigstens in der Welt auch besser durchsetzen, denn so wenig wir's schätzen, taxiert uns die Welt eben doch nach dem Aussehen. Das Qualitätskleid sieht vielleicht recht unscheinbar aus, so lange es am Bügel hängt. Ziehen wir's an, so lebt es und beweist alle seine Vorzüge. Technik und solides Handwerk sind eben niemals Nebendinge. Handwerkliches Können ist bei einer Schneiderin kaum zu trennen von ihrem Kunstempfinden. Da stimmt jede Naht, der Stofffall hat Sinn, jede Kante steht richtig, alles ist überlegt, gekonnt, kein Massenprodukt. Kleider können wie Menschen ein reiches Leben entfalten, oder sie zerfallen in nichts, nachdem sie uns vielleicht für Augenblicke betörten. Gertrud Egger. Tafelservice F. Haussmann-Uster Tafeltuch, handgewobenes Leinen Lydia Nencki, Bern-Paris (Gläser Baocarat) Kiefer & Cie. Zürich (Photo Guggenbtilü) bis 15. Juli KERAMIK-AUSSTELLUNG der Werkstätte HAUSSMANN USTER Neue Tafel-, Kaffee—und Teeservice, Vasen, Schalen, Krüge, Tabaktöpfe, Mokkatassen, Kindertassen in Hartfayence uni und dekoriert. Fruchtservice in Rauchglasuren und Klinker. Zürich Arbeiten von-Helly und Fritz Haussmann, Bertha Tappolet, A. Good, Cornelia Fischer. Freie Besichtigung Freie Besichtigung