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E_1936_Zeitung_Nr.062

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u Automobil-Revue —

u Automobil-Revue — N° 62 vaf- und Feudalinteressen wirrten sich durcheinander, und mancher Hans und Heinz wusste nicht, zu welchem Lager er stehen sollte, auf dass ihm der. Weizen blühe. Dem Haupt der jüngeren Habsburgerlinie, Rudolf dem Schweigsamen von Laufenburg, erging es ebenso. Er trat plötzlich zur päpstlichen oder Weifenpartei über, eben als er sich anschickte, dem Gemengsei seiner privaten und erblichen Reichsvogteirechte über Schwyz landesherrlichen Charakter aufzuprägen. Diese Sachlage benützten nun die dem Alpenpasstale der Reuss vorgelagerten Talleute von Schwyz, um nach dem Beispiel der Urner die erblichen Reichsvogtrechte der Habsburger abzuschütteln. Im Winter 1240 sandten sie ihre Leute — wohl auch Hilfstruppen, denn das Tal war übervölkert — nach Faenza und boten dem dort lagernden Kaiser Friedrich II. Hilfe und Treue an. Sie kamen ihm gelegen. Er erhielt dadurch bessere Sicherung des eben in Aufschwung kommenden Goffhardpasses, er konnte so dem abtrünnigen Habsburger einen Denkzettel geben. Den Schwyzern aber — sie werden es ihm wohl zu verstehen gegeben haben —* stellte er als Gegendienst am 20. Dezember 1240 einen Freibrief aus: eine Urkunde mit prächtiger Schrift und kaiserlichem Siegel. Freilich, dass in der Folge die Schwyzer tatsächlich frei wurden, dafür mussten sie selber sorgen; aber diese Urkunde stärkte dennoch ihren unentwegten Freiheitswillen in den kommenden wirren Zeiten. Die Schweiz war damals, wenn auch gebietlfch kreuz und quer, so doch politisch scharf in zwei Lager getrennt. Als der 'Habsburg-Laufenburger, Rudolf der Schweig- 'same, das Missliche seiner Lage erkannte) Wechselte er im Frühling 1242 die Partei und schloss sich wieder den Kaiserlichen an. Da gab es für Schwyz nichts anderes, als sich zu fügen. Aber schon 1245 wiederholte sich die Lage von 1240. Wie aber immer das wechselnde Kampfgeschick der Grossen sich gestalten mochte, die einmal verbriefte Reichsfreiheit behielten die Talleute fest im Auge, offen oder im stillen: die Zeit bot ihnen Rat und Recht. Die obigen Ausführungen bilden ein Kapitel des kürzlich im Verlag Benzinger & Co., Einsiedeln, erschienenen, vorzüglichen Bändchens: «Die Bundesbriefe zu Schwyz» von Dr. Anton Castell (broschiert Fr. 1.50, gebunden Fr. 2.20). Castell gibt zunächst eine volkstümlich treffsichere und lebendige Einführung in jene bedeutungsvolle Zeit, aus der die wichtigsten Dokumente, die unsere Staatsgeschichte besitzt, erwachsen sind. Er zeigt uns ferner den Geist jener naturwüchsigen Diplomaten, die damals unser kleines Vaterland lenkten, Bünde schlössen, Gefahren bannten, Frieden sicherten und mit umsichtigem, solidem Sinn die Jugend unserer Demokratie behüteten» urtd forderten. Die einzelnen Bundes- oder Freibriefe behandelt der Verfasser ihrer Zeitfolge nach.--Einige der bedeutsamsten sind auch in der Ursprache wiedergegeben, andere in lebendiger Uebersetzung, wiederum andere in anschaulicher Inhaltsangabe. Das Wachstum der dreizehn «alten Orte» offenbart sich; der heutige Schweizer wird sich der Kräfte bewusst, die unseren Staat schufen und erhielten. Klar spricht der Schweizergeist zu uns, dessen Art zu erhalten unsere Pflicht und Aufgabe ist. So ist das kleine Werk, das zwei Doppeltafeln schmücken, eine bedeutsame Gabe an Volk und Jugend. Wer es kennt und hintritt vor jene Pergamente in der Briefhalle zu Schwyz, wird Sinn und Lehre dieser Urkunden verstehen. Znr Bandesfeier Nun läutet wieder durch die Lande Der abendliche Glockenchor, Es steigen feierlich im Brande Die Höhenfeuer hoch empor; Und wie die Stimmen stark und erzen Erdröhnen durch die Sommernacht, Da haben sie in unsern Herzen Auch schon ein Feuer angefacht. Wenn innig wir uns heut' erinnern An uns'rer Heimat alte Zeit, Dann steig' empor in unsern Innern Die Flamme echter Dankbarkeit; Wenn hell die erz'nen Stimmen mahnen, Die Feuer leuchten durch die Nacht, Dann sei den alten, mut'gen Ahnen Der Dank der Enkel dargebracht. Hörst du's, wie nun vereint zusammen Erklingt der Glocken Feierklang? Siehst du's, wie brüderlich die Flammen Sich grüssen rings von Hang zu Hang? Drum nichts, was ernstlich uns entzweie! Denn immer sagt's uns diese Nacht: In Einigkeit und Brudertreue Liegt, Schweizer, deine ganze Macht! Emil Hügli. Der Aufruf des Bundespräsidenten

NO 62 — Automobil-Revue 15 Im Militärsanatorium Montana Heilbehandlung und Fürsorge für unsere kranken Wehrmänner. Junge Eidgenossen Phot. OtbezeU, Th»!wil Die diesjährige Sammlung zum ersten August als im Sanatorium. Sie brauchen ja nicht mehr gilt bekanntlich der Tuberkulosefürsorge. Von der dauernd Spital- oder Heilstättenbehandlung. Von Tuberkulosebehandlung unserer kranken Schweizer Soldaten weiss man noch wenig. Und doch men lassen. Die Kranken werden einen Teil ihres Zeit zu Zeit kann man die Familien heraufkom- ist in Montana ein Werk entstanden, das grosse Beachtung verdient. Wenn auch die Militärversicherung zahlt, so ist damit keineswegs alle Not behoben. Die Krankheit dauert oft monate- oder jahrelang. Kommen dazu noch materielle Sorgen um die Familie, so wird die Genesung aufgehalten. Das eidgenössische Militärsanatorium besteht seit elf Jahren. Montana im Wallis liegt 1300 m hoch. Aber selbst die schönste Landschaft und das beste Klima erwirken nicht alles. Man muss den Leidenden Mut geben und ihr Selbstgefühl stärken. Das wird in Montana getan, und zwar vornehmlich durch die Arbeitskur. Die verständnisvollen Leiter des Sanatoriums wollen nicht nur Lungen und 'Knochen heilen. Was hilft das, wenn unterdessen der Zugang zum tätigen Leben verpasst wird? Von * Ueberansfrengung ist natürlich nicht die Rede. Der Kranke wird auch bei seiner Beschäftigung vom Arzt genau überwacht. Die Leistung steigert ' man vorsichtig. Es wird nicht etwa durch Krankenarbeit an Personal gespart. Stelle man sich vor, wie schwer es heute für geheilt entlassene Tuberkulöse ist, wieder Arbeit zu finden. Man kennt junge Leute aus Spitälern, wo sie sich ganz der Arbeit entwöhnten. Sie werden im Erwerbsleben von hundert Fähigeren an die Wand gedrückt. Montana hat schon jetzt Werkstätten, in denen ein Kranker seine frühere Tätigkeit ausüben kann. Es gibt da Räume für Schreiner, Schlosser, Schmiede, für Elektriker und Installateure, Maler, Zimmerleute, Maurer, Tapezierer und Schneider. Dazu besitzt man einen ausgedehnten Gutsbetrieb mit Gemüse- und Obstbau, .Hühnerfarm, Schweinezucht. Etwas vom Erfreulichsten ist das Webhäuschen. Herr Bundesrat Minger setzte sich dafür ein, dass man die frühere primitive Webstube ausbauen konnte. Gerade der Weberei waren die Soldaten anfangs nicht so ganz gewogen, wie überhaupt der «weiblichen> Handarbeit. Bald aber merkten sie, dass es nicht unmännlich ist, zu weben oder zu sticken. Montana arbeitet heute mit ausgezeich- .neten Kräften ,in vielen Gebieten der Handarbeit. Wappenstuhl mit Gobelin-Stickerei Unterhalts in den Werkstätten verdienen. Frau und Mann werden sich nicht mehr so sehr entfremden, wie das heute leider oft der Fall ist. Die Siedelung hätte einen grossen Teil der Lebenskosten selber aufzubringen. Natürlich ist bei einem solchen Unternehmen auch ein bescheidener Warenabsatz nötig. Man denkt da an die Verbindung mit irgendeiner Industrie. Die Gewerbetreibenden brauchen nicht zu erschrecken, handelt es sich doch niemals um eine ernsthafte Konkurrenz. Gertrud Egger. würdige Bedienung Auswärts essen? Hotel Adler T.C.S. A.C.S. an der neuen Automobilstrasse Luzern-Bern. „Rendez-vous der Automobilisten" bei Ia. Küche und Keller zu bescheidenen Preisen. Spezialität: Bergbachforellen. — Zimmer mit fliessend. Wasser von Fr. 3.— an. Telephon 1 Auto-Service Station: Mercedes-Benz, Ford, Fiat. E. Enzmann, Bes. Forellen, Hanune, Güggeli, Nidleplatte, Glace. Neues, heimeliges Gartenrestaurant. Nachmittags-Tee. Unterhaltung. Bescheidene Preise. Höflich empfiehlt sich Familie Künzi. Altbekannter Gasthof an der Autostrasse Kirchberg- Burgdorf-Bern. Gutgepflegte Küche und Keller. Leb. Forellen. Güggeli. Parkplatz und Werkstatt für Autos. Schattiger Restaurationsgarten. Benzintank. 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Wenngleich bescheiden, lindert er hier und dort die Not der Angehörigen. Man ist jederzeit froh über Aufträge. Serienware wird nicht hergestellt, aber gute, kunstgewerbliche (und nicht zu teure!) Artikel wie Teppiche und Kissenstoffe, Decken, Bettdecken und Vorhänge. Auf kleinen Webrahmen entstehen Krawatten, Gürtel, Webtaschen und Buchhüllen. Auch eine Strickmaschine steht im Betrieb. Selbstverständlich werden die versandbereiten Artikel alle desinfiziert. Ein geschickter Bastler konstruierte im Gipsbett einen Webstuhl. Liegend und ohne die geringste Anstrengung benützen ihn die Wirbelkranken. Montana teilt sich auf in eine SpitalabteJIung für die schwerer Kranken und Bettlägerigen und in die Heilstättenabteilung. Hier können die Kranken täglich aufstehen und 1 bis 6 Stunden arbeiten. Es soll keiner entlassen werden, bevor er täglich mindestens 4 Stunden gearbeitet hat. Und nun zum wichtigsten Kapitel Montana, der Nachfürsorge. Im Ausland kennt man sie längst und hat die allerbesten Erfahrungen gemacht. Es ist nötig, dass auch Montana ein derartiges Nachfürsorgewerk aufbauen kann. Bedenken wir, wie viele Kranke wegen Ansteckungsgefahr auf Jahre hinaus versorgt werden müssten. Und die Familien? Kann man einem Ehepaar zumuten, dass es sich jahrelang trennt? So gehen viele Unheilbare nach Hause, nur um wieder in der Familie zu sein. Dabei stecken sie Frau und Kinder an. Ganz anders könnte man Vorsorgen, -wenn der Plan des Chefarztes, Herrn Dr. VoOte, schon verwirklicht wäre. Neben der Heilstätte ist eine Werkstätten- und Familiensiedlung zu bauen. Hier werden die Unheilbaren oder jahrelang Kranken freier leben Bündner Kreuzstich-Kissen Helvetia! Helveüa, führ uns mit starker Hand, Sicher durch Klippen und Völkerbrand, 6s drohen die Wetter, sie ziehen zu Häuf, Oh Väterland, wache beizeiten doch auf. « Seid einig » sei unser Losungswort, Es töne in jedem Schweizer fort, Winkelrieds Geist beseel uns erneut, Einer für Alle, die Not es gebeut. Schirmet und schützet das Schweizerland, Es sei uns allen ein heiliges Pfand, Das unsre Väter uns haben vermacht, Haltet zusammen, bewacht es mit Macht, Weg mit der Zwietracht, mit Zank und Streit, Grosses vollbringt nur die Einigkeit, Vertrauet alle dem höchsten Gott, Er hilft uns sicher aus jeglicher Not. Frieda Bindschedler. Schweizer Arzt macht Blinde sehend. In der «Schweizer Medizinischen, Wochenschau» berichtet Professor Franceschetti, der Leiter der Universitätsaugenklinik Genf, über seinen erfolgreichen Versuch, einen Blinden durch Ueberpflanzung der Hornhaut, die einer Toten entnommen war, wieder sehend zu machen. Merkwürdigerweise betont Prof. Franceschetti, dass eine derartige Ueberpflanzung nur dann Erfolg verspreche, wenn sie von männlichen Sehorganen auf weibliche oder umgekehrt vorgenommen werde. Künstliche Eiterungen gegen Asthma. - Von franzosischen Äerzten wird ein neues Verfahren angewendet, das geeignet erscheint, die Asthmabeschwerden zu verringern oder ganz zum Verschwinden zu bringen. Da man beobachtet hat, dass das Asthma durch zufällige fiebrige Infektionskrankheiten gebessert wird, und da man diese Tatsache auf eine «Umstimmung» des Körpers zurückgeführt hat, ist man jetzt dazu übergegangen, durch Terpentin-Behandlung eine künstliche Hauteiterung hervorzurufen, die Fieber im Gefolge hat. Diese Methode hat sich da besonders bewährt, wo sie mit der « Gymnastik der grossen Körperschlagader » kombiniert wird; diese Gymnastik besteht darin, dass die Kranken die vernachlässigte Ausatmung forcieren, was am besten in einem warmen Bade geschieht. Nach dem Abheilen der Eiterung ist mit dieser selbst das Asthma meistens verschwunden; wenn die Schlagader-Gymnastik systematisch weiter fortgesetzt wird, so dass die starren Hände des Brustkorbs wieder beweglicher werden, ist auch ein schwerer Rückfall kaum zu fürchten. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die künstliche Eiterung nur durch einen Arzt erzeugt werden darf und auch von diesem ständig kontrolliert werden muss. '