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E_1938_Zeitung_Nr.089

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 4. NOVEMBER 1938 — N° 89 «Sempach (Station), 18. Sept. Als eine Passantin mit ihrem kleinen Sohne von 6V2 Jahren Sonntag mittags 1 Uhr auf der offenen Strasse Richtung Sempach-Station lief, kam von hinten ein von einer Frau gesteuertes Basler Auto, in welchem sich an der Seite der Frau ein Hündchen befand. Unerklärlicherweise steuerte das Auto direkt auf die Passantin zu. Diese floh, so gut sie konnte, doch der Wagen kam ihr und dem Kinde immer näher. Schliesslich konnte das Kind ausweichen; die Frau jedoch wurde angefahren, vom Kühler erfasst und direkt über die Schutzscheibe in den offenen Wagen geschleudert. In ziemlich schwer verletztem Zustande lag die Frau im Wagen, während die Lenkerin noch weiterfuhr, das heisst der Wagen kam erst nach Aufprallen auf einen Baum zum Stillstand.» Hunde sind gefährliche Mitfahrer im Führersitz. Hunderte von Malen mögen sie sich als ruhige, verständige Begleiter erwiesen haben, und doch bildeten sie unaufhörlich eine Gefahrenquelle. Ihre Unruhe hätte die Aufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers nur während einer kritischen Sekunde zu absorbieren brauchen, das Auftauchen einer, Katze und ein japsender Sprung des vierbeinigen Fahrgastes in Fensterrichtung könnten den Fahrer zu einer instinktiven Abwehrbewegung veranlassen; beim Schleudern des Wagens auf glitschriger Strasse brauchte das Tier nur ausgerechnet gegen die Füsse seines Herrn geworfen zu werden: ein kleineres oder grösseres Unglück wäre bestimmt die Folge gewesen! Die gute Dressur, Bravheit oder Kleinheit Ihres vierbeinigen Freundes spielen da gar keine Rolle. Tiere sind unberechenbar in ihren Reaktionen, und um so bestimmter wird ihr Besitzer ob dem Ausbruch einer solchen momentan erschrecken, je seltener sie auftritt. Doch es gibt noch andere unberechenbare Dinge, die im Interesse der Verkehrssicherheit nicht auf den Vordersitz neben den Führer gehören, beispielsweise Pakete mit zerbrechlichem Inhalt, offene Zigarettenschachteln oder Topfpflanzen. Plötzlich sieht man sie unauf^ haltsam rutschen, instinktiv will man das Unglück mit einer hastigen Bewegung verhüten, — im selben Augenblicke hat der Vordermann? gestoppt, und schon haben sich die Stoss-! Stangen der beiden Wagen verfangen! ' «Zürich, 21. Sept. Eigenartiger Verkehrsunfall;, An der Hohen Promenade kollidierte eine rückwärtsfahrende Automobilistin mit einem parkier* ten Motorfahrzeug. Unglücklicherweise war dieses durch keinen eingeschalteten Gang gesichert, sQ dass es sich infolge des Anpralles in Bewegung! setzte, das ob dem rechtsufrigen Bahngeleise ver-< laufende Strassengeländer glatt durchschlug und in die Tiefe, das heisst auf den Bahnkörper stürzte. Innert Sekunden war von dem Wagen nurmehr ein Trümmerhaufen geblieben. Der Bahnverkehr blieb während einer halben Stunde unter-; brochen.» Kaum zu glauben und doch wahr! Während des Jahres 1937 sind nämlich infolge unvorsichtigen Rückwärtsfahrens nicht weniger als 579 Verkehrsunfälle entstanden. Diese Unfälle, an denen sage und schreibe 349 Personenwagen und 205 Lastwagen f mitwirkten >, lassen sich durch Vorsicht, Ueberlegung und guten Willer» zum grössten Teil vermeiden. j; Eine Reihe von Beispielen haben wir hier! zitiert — bunt aus der Fülle der Ereignissei herausgegriffen. Kleine Gedankenlosigkeiten] Unüberlegtheiten meistens, die dann soviel Leid und Schaden für Fahrer und Betroffen^ nach sich ziehen. Lächerliche Kleinigkeiten vielleicht, doch Kleinigkeiten, die Menschenleben im wörtlichen und übertragenen Sinne zu zerstören vermögen! ! i Hüten wir ups vor solchen Gedankeniosigi keiten! Die Zahl der bei aller Vorsicht nicht zu verhütenden Unfälle infolge höherer Gewalt ist an sich schon hoch genug; deshalb wollen wir Automobilisten alles daran setzen, urfi wenigstens jene Kollisionen auszumerzen, füf die wir verantwortlich sind. Wa. « Schleudergefahren und deren Verhütung Eine der unangenehmsten Situationen, denen selbst der korrekteste Automobilist bei aller Vorsicht kraft der Tücke des Objektes nicht entrinnen kann, ist zweifellos das Schleudern. Jählings rutscht der hintere Teil des Wagens seitlich weg, das heisst das Fahrzeug bekundet eine,plötzliche Tendenz zu mehr oder weniger starker Querung der Der kleine Gernegross: Er kann das Vorfahren eines andern Wagens nicht verwinden; wütend misshandelt er das Gaspedal. bisherigen Fahrrichtung. Es vollführt einen unberechenbaren Tanz von einer Strassenseite zur andern; unaufhörlich rutscht es weiter. Der Steuernde sieht sich und seinen Wagen zum Spielball fremder Gewalten geworden, zum ersten Male vielleicht überkommt ihn jenes Gefühl der Ohnmacht seiner Maschine gegenüber, das einem förmlich starr machen kann. Und doch hängt alles vom sofortigen und zweckmässigen Handeln abl Denn werden die Schleuderkräfte nicht augenblicklich durch geeignete Gegenmassnahmen abgebremst, so dreht sich das Fahrzeug unter Umständen mehrmals um die eigene Achse, um schliesslich auf irgendeinem Widerstände aufzu- Der Ellbogen-Typ: Sein Wagen besitzt ausgesucht solide Stoßstangen, die er vorzugsweise beim Parkieren zum cLuftmachen» gebraucht. prallen und sich unter schwerer Beschädigung festzurammen. Oder aber die Rutscherei geht weiter, bis seitliche Reibung der Räder den Wagen zum Umkippen bringt. Eigentlich sind es stets die gleichen Ursachen, denen das Schleudern eines Wagens zuzuschreiben ist: Hohe Geschwindigkeit, vor allem in Kurven, und aus irgendeinem Grunde plötzlich notwendig werdendes Bremsen; tiefe Schlaglöcher; dicke Staubschicht; schlüpfriger Asphalt; gefallenes und feucht gewordenes Laub; Glatteis und ähnliche auf Witterungseinflüsse zurückzuführende ungünstige Verhältnisse. Ausser diesen sattsam bekannten Gefahrenquellen gibt es jedoch noch eine §anze Reihe anderer Ursachen, die zu einem chleudem des Wagens führen können, das dann oft als ohne ersichtlichen Grund erfolgt fast nicht erklärt werden kann: zum Beispiel ungenügend oder verschieden stark aufgepumpte Reifen; vor allem aber solche, bei denen kein Schimmer von einem Profil mehr festzustellen ist; zu locker oder ungleich eingestellte Stossdämpfer, was bei Unebenheiten der Strasse genügt, um den Wagen in Schwingungen zu versetzen, die schon den Anfang des Schleuderns darstellen. Bei Lastwagen kommt der gleichmässigen Verteilung der Ladung grosse Bedeutung zu; unregelmässig verteilte Last kann zu ähnlichen Erscheinungen führen, wie der ungleiche Druck der Reifen. Das Hauptaugenmerk ist unbedingt auf gleichmässige Bremswirkung zu legen, ungleichmässig wirkende Bremsen tragen das Fahrzeug fast notwendigerweise aus seiner Fahrbahn. Schleudert ein Wagen aus dem einen oder andern Grunde, dann in erster Linie nicht den Kopf verlieren I Hat man Glück, das heisst ist genügend Platz, und zwar zu beiden Seiten wie hinten und vorn, dann dürfte die Sache halb so schlimm sein. Bei augenblicklichem zweckentsprechendem Handeln bedeutet es in diesem Falla Der Rücksichtslose: Ihm genügt es vollauf, wenn der liebe Nächste abblendet; ihn geniert das eigene Vollicht ja nicht. gar keine ausserordentliche Hexerei, den Wagen wieder aufzufangen und zur Vernunft zu bringen. Anders, ganz anders sieht die Sache aus, wenn sich das Fahrzeug zu Beginn des Schleuderns in einem Engpass befindet, etwa zwischen Strassenbahnwagen und parkierenden Autos oder zwischen Mauer und entgegenkommenden Vehikeln. In einem solchen Falle heil davonzukommen und keine Verheerungen zu hinterlassen, ist zum kleinsten Teile eigenes Verdienst, zum grössten eher Glückssache. Generelle Regeln, nach denen man — schleu« dert der Wagen — vorzugehen hätte, lassen sich nicht aufstellen. Wir haben an anderer Stelle dieser Nummer schon auf diese Unmöglichkeit hingewiesen. Ob man dann das Gas wegnehmen und stets nach der Mitte der Strasse zurücksteuern soll. Der Unüberlegte: Die stärkste Bodenwelle hält ihn nicht vom Vorfahren ab. Dass er ein allfällig entgegenkommendes Fahrzeug viel zu spät erblickt, bringt ihm erst die Karambolage zum Bewusstsein. oder besser Vollgas geben, das hängt einmal von den jeweiligen Platzverhältnissen, dem Zustand der Fahrbahn und wahrscheinlich auch der eige* nen Veranlagung und Verfassung ab. Pour votre Securite Für Ihre Sicherheit REGLOSCOP CIB1E Der Apparat zur genauen Kontrolle und Reglage der Scheinwerfer auch bei Tageslicht* Unentbehrlich für Garagen und Servicestationen mit vollständigem Service. Alleinvertretung für die Schweiz: G.Hamberger, Bern Schlaf Iistrasse 6 Telephon 32364 GRIPGLACE (Patent angemeldet) Das Problem des Verkehrs bei verschneiten, vereisten oder aufgeweichten Strassen wird praktisch durch die rasche Montage von GRIPGLACE gelöst. Gripglace, eine neue schweizerische Erfindung, ist ein Gleitschutzband, das in zehn Sekunden - selbst durch ein Kind - befestigt oder weggenommen werden kann. Lässt sich sowohl auf Speichen- wie auf Scheibenräder montieren. 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