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E_1938_Zeitung_Nr.089

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22 AUTOMOBIL-REVUE

22 AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, t. NOVEMBER i«38 — Mehr Verantwortung und Kameradschaft Am 15. November 1933 ist das Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr erlassen und noch am 1. Dezember des gleichen Jahres in Kraft gesetzt worden. Dass auf Grund der rapiden Entwicklung des Strassenverkehrs und des Motorfahrzeugbaues dies Gesetz bald einmal überholte und ungenügende Bestimmungen aufweisen würde, war vorauszusehen. Kein Wunder also, wenn in den vergangenen knapp fünf Jahren bereits eine ganze Reihe von Zusatzverordnungen erlassen werden mussten ! Alles in allem aber hat sich — abgesehen von ein paar schikanösen Bestimmungen wie etwa Art. 25, wonach der Führer sein Fahrzeug ständig beherrschen und die Geschwindigkeit den gegebenen Strassen- und Verkehrsverhältnissen anzupassen habe — die Vereinheitlichung der schweizerischen Verkehrsgesetzgebung absolut bewährt. Eines allerdings hat auch dies Gesetz bis anbin, und zwar trotz seiner speziellen Bezeichnung als nicht für den Motorfahrzeug-, sondern ebenfalls für den Fahrradverkehr geltend, nicht zu erreichen vermocht : Die Velofahrer nehmen ihre Pflichten als Strassenbenützer noch immer nicht ernst, anerkennen noch immer nicht, dass selbst sie sich an gewisse Verkehrsregeln zu halten haben ! Welche Folgen das für die Verkehrssicherheit nach sich zieht, kann man so richtig erst bei Inbetrachtziehung der Tatsache ermessen, dass nicht weniger als der vierte Teil unserer Bevölkerung unter die Fahrradbesitzer zu zählen ist ! Aus dieser Ueberlegung heraus wird man auch der Forderung nach vermehrter Erstellung von Fahrradstreifen die Berechtigung nicht abzusprechen vermögen, sondern sie im Gegenteil begrüssen und unterstützen. Erfreulicherweise ist bereits eine wesentlich aufgeschlossenere Haltung der Baubehörden gegenüber Verlangen dieser Art zu konstatieren. Und doch muss man sich darüber klar sein : Trotzdem eine merkliche Steigerung der Verkehrssicherheit erst auf Grund einer durchgehenden Trennung zwischen der Fahrbahn für Motorfahrzeuge und derjenigen der Fahrräder zu erreichen, wird die Durchführung dieser Massnahme in Städten und Ortschaften wohl in den meisten Fällen Wunschtraum bleiben. Auf der andern Seite aber werden bei einer weitern Zunahme der Velos die Strassenverkehrsverhältnisse in dichtbesiedelten Ortschaften mit regem Vorortsverkehr zu bestimmten Stosszeiten unter Zuhilfenahme der heutigen Beordnung einfach nicht mehr gemeistert werden können. Die Tatsache, dass im Jahre 1937 mehr als 10000 Velofahrer an Strassenverkehrsunfällen partizipierten (vergleiche auch Fig. 6 auf Seite 2), zeigt das Unhaltbarwerden der Situation deutlich. Da helfen vorderhand nur zwei Dinge : einmal . ?< intensivste Verkehrserziehung dieser Kategorie von Strassenbenützern und dann äusserste Strenge des Gesetzes hinsichtlich der im MFG verankerten Bestimmungen über den Fahrradverkehr ! Nicht unerwähnt bleibe, dass die von den Radfahrerverbänden diesbezüglich bis heute geleistete Aufklärungs- und Schulungsarbeit höchste Anerkennung verdient. Allein aber werden diese der Arbeit niemals gewachsen sein, schon aus dem Grunde nicht, weil von den 1,1 Millionen schweizerischer Radfahrer nur deren 90 000 Mitglieder der verschiedenen Clubs sind. Ganz abgesehen von den Unfallmöglichkeiten, welche die täglichen Akrobatikvorstellungen von Ausläufern, Metzgerburschen und Bäckerlehrlingen mit oder ohne Hütte, das dichte Aufschliessen von Radfahrern hinter Omnibussen, Trams und Lastwagen und das einer Windsbraut vergleichbare Heruntersausen einer Steigung, bieten, sei hier auf die nachgerade unhaltbar werdenden Verhältnisse auf Ueberlandstrassen hingewiesen. Art. 29/2 des MFG schreibt schwarz auf weiss vor, dass vom Eintritt Auf dem Lande sind sie Herr und Meister: was scheren sie deshalb die Verlangen der «Herren der Landstrasse» ! Wehe dem Orts- oder Kantonspolizisten, der es wagen sollte, da zum Rechten zu sehen! Man würde es ihm schnell verleiden, dem Gesetze Nachachtung zu verschaffen. Im ureigensten Interesse der Velofahrer müssen die Behörden hier unverzüglich Remedur schaffen, am zweckmässigsten durch Einsetzung motorisierter Strassenpatrouillen. Die Ausrede des schnelleren Vorankommens mit ausgeschaltetem Dynamo, also ohne Licht, fällt nicht ins Gewicht gegen die aus diesem Vorgehen resultierende Gefährdung der Verkehrssicherder Dämmerung an die Fahrräder beim Gebrauche mit Licht und mit einem nach rückwärts wirkenden Leuchtzeichen zu versehen seien. Während hinsichtlich der sogenannten Katzenaugen wesentliche Fortschritte zu verzeichnen sind, muss die Handhabung der Beleuchtungsvorschriften knapp aber treffend mit liederlich qualifiziert werden. So sind beispielsweise auf der Strecke Emmenbrücke-Bera am letzten Sonntag zwischen 18.15 und 20.00 Uhr — also auf einer Strecke von rund 85 km — nicht weniger als 69 Velofahrer und -fahrerinnen aut unbeleuchtetem Vehikel angetroffen worden! Diese Mentalität und auch die Ansicht, es genüge vollauf, wenn ein einziger Fahrer eines ganzen Rudels seine Lampe in Funktion setze, sind um so bedauerlicher und unverständlicher als heute ja ein Druck auf den Kleindynamo zum Ingangsetzen der Beleuchtung genügt. Wenn diese Leute erst hätten Karbidlampen anzünden müssen ! Diese wenig verantwortungsbewusste Haltung einer ganzen Reihe von Fahrradbenützern dürfte teilweise der Ausdruck gewöhnlicher Faulheit, teilweise derjenige einer Sorglosigkeit sondergleichen, in vielen Fällen der einer vollständigen Unkenntnis der dadurch heraufbeschworenen Gefahren, nicht zuletzt aber der Mentalität unserer Bauernbevölkerung sein : heit. Uebrigens setzt diese Sorte Velofährer durch ihr Verhalten vor allem die eigene Person grossen Gefahren aus. Das Soheinwerferlicht des entgegenkommenden Autos wird zu spät ausgedreht, weil der Velofahrer ohne Beleuchtung erst auf kurze Distanz erkennbar. Infolgedessen wird dieser geblendet, in 'den meisten Fällen unsicher und schwenkt fast regelmässig fast direkt vor dem Motorfahrzeug gegen die Fahrbahnmitte oder aber er springt ab in die Fahrbahn des Automobils. Ereignet sich auf Grund dieses Tatbestandes ein Unfall, bei dem in der weitaus grössern Zahl der Fälle der Radfahrer der Leidtragende ist, dann wird dieser prompt erklären : Er sei geblendet worden und habe sein Velo doch vorschriftsgemäss beleuchtet gehabt! Der Gegenbeweis ist, sofern nicht einwandfreie Zeugenaussagen beigebracht werden können, schwer zu erbringen. Und da der Automobilist ja immer und prinzipiell schuld und wahrscheinlich auch der wirtschaftlich Stärkere, wird ihm der Schaden aufgebrummt. ein spezielles Kapitel bildet das blendende Licht der neuzeitlichen Fahrradlampen. Die Zustände auf nächtlicher Strasse haben oft eine ausgesprochene Aehnlichkeit mit der Faustrecht-Aera, nur sind an Stelle der Fäuste nunmehr die Scheinwerfer getreten. Automobilisten, die beim Herannahen eines beleuchteten Fahrrades nicht abblenden, aus Bequemlichkeit oder Unachtsamkeit, sollten zu nächtlichen Velotouren verknurrt werden. Falls inzwischen die rücksichtslose Gattung der nächtlichen Motorfahrzeuglenker ausgestorben sein sollte, mtisste ihnen das Unkameradschaftliche und Gefährliche ihres Verhaltens nötigenfalls behördlicherweise vordemonstriert werden. Blendende Fahrradlampen aber wären durch verschärfte Kontrollen auszumerzen. Ein weiteres schwieriges Kapitel aus dem Sündenregister der Radfahrer bildet das beliebte Nebeneinanderfahren in möglichst breiter Reihe. Art. 70 des MFG schreibt zwar vor, dass mehr als zwei Radfahrer nicht nebeneinander fahren dürfen, ja dass beim Vorfahren oder Kreuzen anderer Fahrzeuge, Tiere oder Fussgänger die Velofahrer, sofern die Strassen- und Verkehrsverhältnisse es erfordern, hintereinander zu fahren hätten. Wie dieser Bestimmung nachgelebt wird, ist zu bekannt, um darüber viele Worte zu verlieren. Erlaubt sich ein Automobilist iedoch einer solchen gemütlichen Radfahrerreihe ihr gesetzwidriges Verhalten in aller Ruhe vorzuhalten, dann oh weh ! Er wird die Kosenamen, mit denen er belegt zu werden die Ehre hat, im Duden umsonst suchen. Da loben wir uns die Fahrpraxis der Veloclubs! Möchte man vorfahren, dann genügt ein einmaliges knappes Signal und schon gibt selbst die grösste Gesellschaft die Strasse in vorbildlicher Weise frei — wenn nicht ohnehin bereits die rechte Strassenseite eingehalten wurde. Man merkt : Hier herrschen Ordnung und Disziplin, und zwar auch dann noch, wenn deren in die Praxis-Umsetzen infolge schlechter Strassenverhältnisse (Staub, Kot) wahrhaftig keine Annehmlichkeit bedeutet. In gewissen Landesgegenden allerdings hat auch die Fahrpraxis der « Wildlinge » der Strasse bereits bedeutend gebessert. Auf der nicht gerade breiten Strasse zwischen Kerzers und Müntschemier beispielsweise passierten wir kürzlich zirka 250 Velofahrer, welche in Gruppen von 2—10, aber alle hintereinander fuhren. Einen Hinweis noch hinsichtlich der Benützung der Radfahrwege! Was nützt es unter Aufwendung grösserer Mittel eigens für die Radfahrer bestimmte und entsprechend gekennzeichnete Fahrbahnstreifen zu erstellen, wenn in Missachtung von Art. 71 des MFG, welcher ausdrücklich zur Benützung derselben verpflichtet, die Radfahrer weiterhin die den Motorfahrzeugen zugewiesenen Fahrbahnen unsicher machen ? Die dargelegten Verhältnisse sind unerfreulich; die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen das Velo partizipiert, ist im Steigen begriffen. Im Interesse einer Erhöhung der allgemeinen Verkehrssicherheit heisst es energisch durchgreifen und nötigenfalls den Fehlbaren durch zwangsweise Verkehrserziehung das nötige Verantwortungsbewusstsein beibringen! -ew- Nutzlast 18 Ton. 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