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E_1948_Zeitung_Nr.026

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE MITTWOCH, 9. JUNI 1948 - Nr. 26 Automobilland Schweiz — von einem Ausländer gesehen was besonders nachts stark in die Waagschale fällt. Immer wieder musste ich an meine Fahrten durch Belgien denken, das in vieler Beziehung in automobilistischen Dingen mit der Schweiz vergleichbar ist. Wie oft hatte ich dort die Orientie- «Ein Artikel über die Reiseeindrücke eines rung verloren, weil die Wegweiser uneinheitlich, tschechoslowakischen Automobilisten in der die Ortsbezeichnungen einmal französisch, einmal Schweiz wird unsere Leser sicher interessieren » — flämisch gehalten sind, die Straßenschilder in so ungefähr lautete der Auftrag, den mir die Form, Farbe und Grosse wechseln und häufig ungeschickt «A.-R.» erteilte. Aber die anfängliche Freude angebracht 6ind. Und wie nützlich und über ein so dankbares Thema wich bald einer gewiesen Verlegenheit. Mit welchem der vielen Erlebnisse beginnen? Wie soll man das richtige Mas6 zwischen objektiver Beschreibung und der Schilderung höchst subjektiver Eindrücke finden? Die Freude an einer Schweizer Autotour beginnt — zu Hause, sozusagen am grünen Tisch, denn das war einmal, dass man 6ich ohne viele Vorbereitungen in den Wagen setzte und losfuhr. In der Zeit der Devisen- und Treibstoffknappheit geht es -nicht ohne Planen. Wieviele Kilometer? gleichzeitig wie nett ist «s doch, wenn man in der Schweiz über eine Brücke fährt, und ein Schild sagt einem, wie der Fluss da unten heisst. Und da ich gerade von der Strassensignalisierung spreche, sei auf eine Beobachtung hingewiesen, die subjektiv sein mag, mir von anderen Automobilisten aber als richtig bestätigt wurde: Die Kombination der Farben blau-weiss, wie sie in der Schweiz und einem Grossteil Oesterreichs üblich ist, bewährt sich bei guter Beleuchtung ausgezeichnet und sieht vor allem schön aus. Im Halbdunkel, im Dämmerlicht und gar in der Nacht scheint mir die in Wieviel Geld? Was für Papiere? Vor allem: wieviel Treibstoff muss ich mitnehmen, um überhaupt bis in die Schweiz zu gelangen? Und schon bei Deutschland vorherrschende Farbenzusammenstellung gelb-schwarz deutlicher sichtbar. Da jedoch diesen Vorbereitungen erlebt man nun Ueber- viele Wegweiser in der Schweiz nachts beleuch- raschungen von der angenehmsten Sorte. Ob mantet öind, wird dieser Nachteil — wenn man diesen nun zum Schweizer Konsulat oder Verkehrsbüro oder zum Automobil-Club geht, überall erwartet einen eine solche Fülle von Reisebehelfen, dass man seine helle Freude daran hat. Es dürfte wenig Länder geben, die über 60 ausgezeichnetes Kartenmaterial verfügen' wie die Schweiz; Kilometerentfernungen, Stadtpläne, Steigungen, Befahrbarkeit von Paßstrassen, Hotellisten, Preise, Anregungen für Au-sflüge — alles klar und übersichtlich. Wieviel Vergnügen bereitet doch das alles, noch bevor man auch hur im Wagen sitzt. Und ist man einmal in dieser kleinen, aber schönen Schweiz, dann kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Fährt man in geschäftlicher Mission, gilt es also ein bestimmtes Ziel zu einer bestimmten Zeit zu erreichen, dann gewahrt man plötzlich, dass der Durchschnitt höher geworden ist, ohne dass man sonderlich « drauigetreten » wäre. Natürlich, denkt man, die guten Strassen. Das ist aber nicht der einzige Grund. Ich möchte die Behauptung wagen, dass man sich in der Schweiz beim besten Willen nicht verfahren kann. Ueberall vorbildliche, vor allem einheitliche Wegweiser Man verliert keine Zeit, um nach dem Weg zu fragen, vielleicht ganz individuellen Eindruck überhaupt so bezeichnen darf — mehr als ausgeglichen. Was immer wieder auffällt und angenehm berührt, ist die Sauberkeit. Ich meine nicht die Hotels, die Strassen und Städte; das ist alles zu bekannt und beinahe sprichwörtlich geworden. Was un6 Automobilisten interessiert, ist die ungewöhnliche Sauberkeit in den Garagen und Reparaturwerkstätten. Die Mechaniker sind sauber und leisten auch saubere Arbeit, beschmutzen den Wagen kaum, weder von aussen noch von innen, und sind obendrein noch höflich und meist auch sprachgewandt. Ich musste in einer Berner Werkstatt meinen Wagen von unten nachsehen, weil an der Steuerung etwas nicht in Ordnung war. Mit sehr gemischten Gefühlen nahm ich die Einladung des Garagechefs an, doch mit ihm in die Montagegrube zu steigen. Anderswo mus6 man nach solchem Unternehmen seine Kleider mitunter chemisch reinigen lassen. Aber hier! Durch einen blitzsauberen unterirdischen Gang gelangte ich unter den Wagen und musterte ausser der Steuerung des Wagens auch meine Umgebung: Die hellerleuchtete Montagegrube erinnerte mich mit ihren blitzblanken Kacheln eher an den Operationssaal eines Spitals als an eine Werkstatt. Nach der Diagnose musste ich mir nicht einmal die Hände waschen, von Oel- oder Schmutzflecken war noch weniger die Rede. Ueberhaupt der Autodienst! Diese; Fülle ion guteingerichteten Servicestellen! Nicht nur in der Stadt, wo man selbstredend nicht irgendeine Werkstatt, sondern den « Spezialdienst» der eigenen Wagenmarke aufsucht, auch draussen auf den Landstras.sen — jede paar Kilometer Benzinstationen, Oelstellen, Pneuhilfsdienst. Nur wer in anderen mitteleuropäischen Ländern stundenlang oder kilometerweit fahren oder laufen musste, -um •Wasser zu finden oder einen Schlauch reparieren lassen zu können, weiss diesen Vorteil richtig einzuschätzen. Wenn ich meinen Wagen jedesmal beim Verlassen sorgfältig abschloss, wurde ich von Freunden ausgelacht. Dabei verschwieg ich wohlweislich, dass ich zu Hause, aber erst recht in Oesterreich und in Deutschland, sogar ein Vorhängeschloss am Volant anzubringen pflege. Wie einfach ißt doch das « Autoleben » in einem Lande, wo diese Vorsichtsmassnahmen überflüssig und sämtliche Pneus ITALIEN Der italienische Automobilmarkt hat sich Ende April überraschenderweise erholt. Bei den Vertretern der grossen Firmen, in erster Linie Fiats und Lancias, laufen wieder in verstärktem Masse Bestellungen ein. Die bereits vorliegenden und nach der letzten Entwicklung zu erwartenden Aufträge sichern die Beschäftigung der Industrie über die Sommermonate hinaus. Während im Februar und März praktisch überhaupt keine Lieferfristen mehr bestanden, werden heute für den Fiat 500 (Topolino) wieder Termine von etwa einer Woche verlangt, für die HOOer-Klasse und für Wagen vom Typ Lancia Aprilia sogar Lieferfristen von zwei und maximal drei Monaten. Die Industrie stellt auf Grund dieser allerjüngsten Entwicklung fest, dass die alarmierenden Meldungen über die kritische Situation und den schlechten Auftragsbestand der Fabriken völlig unbegründet seien. Niqht nur habe der inneritalienische Markt seine Aufnahmefähigkeit zurückgewonnen, auch aus dem Ausland kommen wieder in steigendem Masse Aufträge herein. Unter den besten Kunden rangiert heute die Schweiz, die sich nach der Ansicht der italienischen Industriellen wieder mehr von den amerikanischen Fabrikaten mit Einschluss des Reserverades am Wagen geblieben 6ind, wenn man ihn einmal unter freiem Himmel nachts stehen Hess! Zum Schluss seien mir auch ein paar Worte der Kritik gestattet. Kommt man aus einem devisenarmen Lande, dann schmerzt auch die kleinste Ausgabe, besonders dann, wenn 6ie überflüssig erscheint. Wenn z. B. eine in der Tschechoslowakei abgeschlossene Versicherungspolice « für alle Länder Europas » gilt, dann ist nicht einzusehen, weshalb man beim Eintritt in die Schweiz gleich 4.10 sFr. an Zusatzprämie berappen muss. Und ist diese Zahlung schon unvermeidlich, warum kann sie nicht durch ein zwischenstaatliches Abkommen beim eigenen Auto-Club in einheimischer Währung geleistet werden? In die Schweiz reisende Automobilisten wären für diese Lösung gewiss dankbar. E. S., Prag. Verstärkte Nachfrage nach italienischen Wagen (Römer-Spezialbericht der « A.-R. >) abzuwenden scheint, um die wirtschaftlicheren italienischen Wagen zu kaufen. Gute Aussichten bieten sich nach wie vor für den südamerikanischen Markt, dagegen haben 6ich die italienischen Lieferungen — vorwiegend infolge der billigeren französischen Konkurrenz — für den belgischen und holländischen Markt verringert. Allerdings zeichnen sich nur bei den Personenwagen günstige Perspektiven ab. In völliger Umkehrung der Vorjahressituation besteht dagegen heute so gut wie keinerlei Nachfrage nach mittleren und schweren Lastwagen. Die Stagnation auf diesem Sektor, die nun schon seit Monaten anhält, bereitet der Industrie sehr ernste Besorgnisse. Besonders werden diejenigen Firmen in Mitleidenschaft gezogen, die im vergangenen Jahr unter gTOSsen Opfern ihre Lastwagenproduktion wieder in Gang gebracht haben, wie Bianchi, O. M., Isotta Fraschini und daneben auch die Lastwagenabteilungen von Fiat und Lancia. Der Grund dieser Entwicklung liegt in der hohen Produktion der beiden letzten Jahre, in den immer noch nicht beendigten Verkäufen der ARAR aus amerikanischem Ueberschussmaterial und schliesslich in einer gewissen wirtschaftlichen Unsicherheit. Der Automobilbestand Italiens übersteigt heute jenen des Jahres 1940 bereits um 50 %. Im vergangenen Jahr wurden etwas über 20 000 Lastwagen an die italienische Wirtschaft verkauft. Für das laufende Jahr sind die-Aussich- Individuell angepasst, dauerhaft und kurzfristig lieferbar. Der PETER-HEBER (1- und 4-Säulen-Lift) mit 3, 4, 6 und 10 Tonnen Tragkraft ist der unentbehrliche Helfer jeder Auto-Service- und Reparaturwerkstätte. 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