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E_1948_Zeitung_Nr.044

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16 AUTOMOBIL REVUE

16 AUTOMOBIL REVUE .serie nimmt vier Personen bequem auf; sie wird serienmässig mit Schiebedach geliefert (Achtung England, mithören!) und besitzt äusserlich sehr schöne, fliessende Linien. Ein guter Wurf. Ford besitzt bekanntlich in Frankreich ein eigenes Werk, das bisher den altvertrauten ll-PS-V-8 baute, der wie seine Brüder hochbeinig, brav und bieder, aber sehr zuverlässig, seines Amtes waltete. Dem amerikanischen neuen Typ folgt nun der französische kleine Ford auf dem Fuss. Die neue « Vedette » soll nichts anderes sein als der « Kleine Ford » Amerikas, von dem vor ein, zwei Jahren so viel die Rede war, der aber nicht ins Programm gelangte, sondern nunmehr von Ford-France gebaut wird. Die schon bekannte Formel: « Amerikaner mit europäischen Eigenschaften » wurde hier einmal anders aufgezäumt, und wahrlich, was uns hier geboten wird, ist ganz hervorragend. In mancher Beziehung gleicht der Typ den amerikanischen Serienwagen von heute, hat, wie die grossen Fords, Einzelradaufhängung vorn, einen niederen Rahmen, Sitze zwischen den Rädern und eine bis über die Räder hinaus gebaute Karosserie. Alle Dimensionen dagegen sind, auf europäische Verhältnisse hin ausgerichtet, etwas kleiner als bei s den Ueberseern. Einige charakteristische Masse: Motor V-8 66X78,8 mm, 2158 cm 8 , 60 Brems-PS, Radstand 269 cm, Länge 450 cm, Breite 172 cm, Höhe beladen 157 cm, Gewicht leer 1180 kg. Die Vedette ist breit, niedrig und sehr geräumig, und ihre amerikanische Linienführung gefällt uns, wenigstens aus der Nähe, besser als bei den grossen Amerikanern! Neben der viertürigen Limousine wird auch ein wunderschönes Cabriolet gezeigt (aber noch nicht geliefert), das besonders die Damenwelt zu entzücken scheint. Preis in Frankreich: Sechssitziger Sedan 560 000 fFr. Der Raum zwingt uns, die bekannten ausgestellten Wagen summarisch zu behandeln; da sie in Detailbeschreibungen unseren Lesern vorgestellt wurden oder noch werden, sei dieses Vorgehen gestattet. Die schon in Genf gezeigten Modelle können wir dabei übergehen. Bei Renault zieht besonders eine als Muster gezeigte Luxusausführung des Heckmotortyps an, die zeigt, wie man auch einem solchen Fahrzeug eine äusserlich ansprechende Fertigung geben kann. Versuchsweise zeigt S i m c a ein Sportcabriolet italienischer Art auf dem Chassis des Typs 8 mit einem hochgezüchteten 1,2-Liter- Motor ä la Gordini. Der obengesteuerte französische Topolino, den wir schon letztes Jahr im Bild zeigten, kommt in Serie und heisst Simca 6. Auf dem Dyna-Chassis stellt P a n h a r d ein Stromliniencoupe mit vier Sitzen aus, dessen Form aerodynamisch sehr gelungen, ästhetisch etwas gewagt erscheint, die Fahrleistungen aber dank des geringen Luftwiderstandes und einem geeigneten Uebersetzungsverhältnis wesentlich gesteigert wurde (man spricht von 140 km/h ohne höhere Motorleistung). Vorläufig besitzt der Typ den Charakter eines Versuchs, der vor allem auch über Verbrauchsreduktionen durch die Stromlinie Auf schluss geben wird. Bei D e - läge und Delahaye findet man neue Karosserien, und zwar auch unter den halbserienmässig gebauten; der grosse Typ mit 4,5-Liter- Motor hat nunmehr das Baustadium erreicht. Nach einer Periode der Unschlüssigkeit, die durch die allgemeine Lage in Frankreich bedingt war, hat sich Hotchkiss zur Schwingachse durchgerungen und verwendet Schraubenfedern und Dreiecklenker mit unterem, langem Schubarm nach hinten (wie Delahaye und früher Packard); das normale Vierganggetriebe wird vom Werk gebaut, und die Karosserien sind leicht geändert. Auf dem kurzen Sportchassis hat T a 1 b o t ein zweisitziges Coup6 entwickelt, dessen Linienführung vor allem durch Einfachheit und langggezogene Seitenwand wirkt; die Karosserie ist sehr komfortabel und praktisch gebaut. Salmson bringt auf dem grösseren Vierzylinder ein der neuen Limousine angepasstes Cabriolet. GEPÄCKRAUM DES KLEINEN CITROEN. Das Rolldach gibt den Zugang zum Heck frei. Weitgehende Verwendung von glatten Blechen DETAILS DES FORD «VEDETTE«. Links: die klassische Frontaufhängung des französischen Ford, entspricht mit Dreiecklenkarn und Schraubenleder sowie Torsionsstabilisator (nicht auf dem Bild) derjenigen des amerikanischen grösseren Bruders. Rechts: das Gesicht, das dem Mercury gleicht Neue Wagen am Salon Geniale, gekonnte, bizarre und skurrile Prototypen Frankreich besitzt eine Anzahl Automobilingenieure, die mit nicht erlahmendem Eifer ihre Anschauungen in Form von einzeln gebauten Prototypen einem leider viel zu unaufmerksamen internationalen Publikum predigen. Viele der dabei gezeigten Ideen werden oftmals in geänderter Form einige Jahre später an anderen Ständen gezeigt, aber ganz selten gelingt es einem (er muss im Nebenberuf schon populäre Aperitifs herstellen), in die Geschichte einzugehen. Manche der dieses Jahr vorgeführten Wagen besitzen wertvolle, gute Ideen, bei anderen muss man sich oft fragen, was der Konstrukteur eigentlich beabsichtige. Alle diese Leute werden nie in Serie bauen, sondern suchen Produzenten, die ihnen ihre Entwürfe abkaufen. Leider besitzt fast jede Automobilfabrik ihr eigenes Studienbüro ... Bei Gregoire stossen wir auf den schon CITROEN-FEDERUNG. Längsarme arbeiten mit einem Gestänge auf das in der Mitte liegende Federelement, über dessen Aufbau Schweigen bewahrt wird. Citroen erprobte sowohl Schrauben- wie Luftfederung MITTWOCH, IS. OKTOBER 1948 - Nr. 44 letz.3s Jahr gezeigten Zweiliter mit Frontantrieb und Boxermotor sowie weitgehender Verwendung von Aluminium, der immer noch den meisten Mittelklasswagen des Salons weit voraus ist. Das gleiche gilt für den Sechsplätzer «Descartes » von C 1 a v e a u , der weniger als 1000 kg wiegt, einen mittleren Achtzylinder in V (jetzt ohne hydraulische Ventilsteuerung) besitzt und bei sehr niedriger Höhe aussergewöhnlich geräumig ist. Dass Emile Claveau diesen Wagen nach dreijähriger Arbeit und sich fast unüberwindlich auftürmenden Schwierigkeiten fertigstellen konnte, zeugt von einem ungeheuren Mass an Idealismus und Beharrlichkeit, Der Wagen von Jean-Pierre W i m i 11 e hat eigentlich theoretisch das Stadium des Prototyps verlassen, da seine Serienfabrikation gesichert ist. Gegenüber den ersten Ankündigungen hat diese neue Marke, die die Erfahrung und die Ueberzeugungen von Europas heute bestem Rennfahrer verkörpert, einige Aenderungen durchgemacht. Noch immer handelt es sich um einen dreisitzigen, sportlichen Stromlinientourenwagen, dessen Heckmotor vor der Hinterachse liegt. Nun das Neue: Als Motor wird der unveränderte Block des Ford «Vedette» eingebaut, verschiedene Ford-Teile verwendet und das ganze Fahrzeug von Ford-France gebaut und vertrieben. Das Fahrgestell ist neu entwickelt, alle Räder einzeln aufgehängt und ein Viergang-Cotalgetriebe eingebaut. Der Führersitz liegt in der Mitte zwischen den beiden Passagiersitzen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca. 150 km/h, der Preis in Frankreich ca. fFr. 750 000. Ein neuer Name, wenigstens im Automobilbau, ist derjenige von Jules Brandt. Seine c Reine 1950 » stellt das Ergebnis von mehr als zehn Arbeitsjahren dar, was man ihr bei näherer Betrachtung auch ansieht. Brandt hat mit seinem Fahrzeug einen leichten Viersitzer entwickelt, der keinem anderen Fahrzeug gleicht. Einige typische Merkmale werden dies beweisen: Flacher Tiefbettrahmen, je eine Türe im Bug und im Heck zum direkten Aussteigen auf das Trottoir beim Schrägparkieren, kleiner Taumelscheibenmotor ohne Kurbelwelle unter dem vorderen Trittbrett, Zweitakter mit Benzineinspritzung und 935 cm' Hub und 55 bis 75 PS Bremsleistung, Achtzylinder, Leergewicht des Wagens 550 kg, Gummifederung vorn und hinten durch Querlenker, Stoffdach bis hinten zu öffnen. Die Bilder zeigen, dass die Maschine nach unseren Begriffen nicht als schön anzusprechen ist; immerhin verkörpert sie eine enorme Anzahl ungewöhnlicher und teilweise interessanter Ideen. Ebenfalls einen Zweitaktermotor hat R o u s - s e t, ein Konstrukteur von V61omoteurs, entwickelt, der als Vierzylinderboxer (davon zwei Ladepumpen) gebaut ist und mit Frontantrieb eine Art von verbessertem und vergrössertem DKW anstrebt. Während man von seinem Dreiradwagen nicht mehr spricht, hat M a t h i s etwas Neues gebaut, das ebenfalls eine Ueber- Schluss Seite 19 Sämtliche Wicklungen 1948 1948 Typ 321-6 Zylinder - 10 PS - 4-5 Plätze Fr. 13600.— plus Wust Dynamos Anlasser Industriemotoren Staubsauger etc. werden prompt und sorgfältig ausgeführt durch GEBRÜDER JEANNERET, GENF Avenue du Mail 14 • Tel. 5 92 79 ZUVERLÄSSIGKEIT AUF DER BERGFAHRT an der Spitze des Fortschrittes, betriebssicher, hoher Dauerwert Vertreter für den Kanton Kern: Fr. Riesen, Garage Stadtbach, Bern Telephon 2 36 01 Es werden noch einige Untervertreter im Kanton Bern gesucht ZU VERKAUFEN im Auftrag: CP 14070 1 FORD, 11 PS, 1938, Coupe Fr. 1 ADLER «TRUMPF», 1937, Cabriolet Fr. 1 B. M. W., 10 PS, 1937, Cabriolet Fr. 1 HUDSON, 17,7 PS, 1947, Limousine Fr. 1 CITROEN, 9 PS, 1938, Limousine Fr. 1 WOLSELEY, 11,8 PS, 1947, Limousine Fr. 1 FORD-LASTWAGEN, 18 PS, 1934, 2,8 Tonnen Fr. 1 STUDEBAKER-LASTWAGEN, 14 PS, 1947, 2,5 Tonnen Fr. Grand Garage Burgernziel, P Glauser, Muristrasse 60, Bern. Telephon (031) 2 94 01/02. Y)88627 5 500.— 4 700.— 8 000.— 12 000.— 5 000.— 13 000.— 5 500.— 11 500.— Stossdämpfer und Schwingachsen aller System* rep. die Spez. Werkstätte JOS. MEYER Zürich 9 Industriestrasse 152 Telephon Telephon Werkstatt (051) 25 55 76 Privat (051) 33 42 53 PROTECHNKAG

Nr. 44 - MITTWOCH, 13. OKTOBER 1948 AUTOMOBIL REVUE 17 CLAVEAU. Frontantrieb, V-8-Motor, verlustarme Druckluftkühlung, Stromlinie, tiefe Bauweise, Gummifederung, sechs bequeme Sitze VORSCHAU AUF EARLS COURT. Einige englische Neuheiten. Obere Reihe, von links nach recht!: Der neo« Vauxhall Velox, der Hillman Minx 1949 und das Heck des soeben herausgekommenen neuen Jaguars. — Unten: Bentley-Berline mit einer Karosserie von Pinin-Farina. Man beachte die Frontgestaltung WiMILLE. Heckmotor vor der Hinterachse, Stromlinie, Mittellenkung, drei Sitze, Ford 2,2-Litermotor V8 und viele Ford-Bestandteile BEI DEN AVANTGARDISTEN. Schon ihre Zahl verhindert, dass man sie als Quantite negligeable behandelt PARISER POTPOURRI ROUSSET. Frontantrieb, Zweitakter-Boxer, äusserster Leichtbau rAUMELSCHEIBEN. Der kurbelwellenlose Achtzylindermotor von Jules Brandt GOUT DE PARIS. Figoni & Falaschi zeigen diesmal auf der Delahaye-Drehscheibe ein zweisitziges Reise- Cabriolet auf dem Typ 175 in Weiss und Lichtblau, weisser Lederpolsterung und breiten Chromleisten KONIGIN VON 1950. Brandt-Prototyp mit Fahrgastfluss ä la Grossraumtrams Bug- und Hecktüre, Motor unter dem Vordertritlbrett, Benzineinspritzung, Faltdach MATHIS. leistungsgewicht 10 kg/PS, Boxer-Sechszylinder 2,8 Liter; sechs bequem« Sitze GRAND SPORT. Der Talbot Lago G.S. als Werk-Coupe wird unter den Sportwagen als neue klassische Type eingereiht werden. Ruhig, unauffällig, niedrig, sicher, elegant und überaus schnell SPEZIALKAROSSERIEN. Links ein Cabriolet Figoni & Falaschi mit der letztes Jahr eingeführten Längsschmeifung (Chassis Delahaye 175), in der Mitte ein Franay-Cabriolet mit glatten Seitenwänden auf Bentley. Rechts ein von Po«rtout karossiertet