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E_1948_Zeitung_Nr.049

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22 AUTOMOBIL REVUE

22 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 17. NOVEMBEK 1918 - Nr. 49 Bucher-Peter & Cie. f Winterte Gut, zuverlässig und von höchster Lebensdauer ist der englisch* Brems- und Kupplungsbelag Generalvertretung für die Schweiz, gegründet 1910 HUGO BREITSCHMID, WOHLEN (Aargau) Depots In Zürich — Dasei — Genf bauen alle Lastwagen-Anhänger und Wagenbrücken in solidester Ausführung, speziell in Leichtmetall Carrosserien aller Art Elektro-Fahrzeuge Universal-Fräsvorrichtungen Beiz > mit einfachem Teilapparat auf Drehbank. Für Kleln-und Grossmechanik Offerten mit Prospekten beim Fabrikanten ALBERT BELZ Konstrukteur, Goldach Klosterstrasse 16 Tel. 4 26 48 St. Gallen Offizieller Steyr-Service Originai-Ersatzteillager Steyr-Spezialreparaturwerkstatt GARAGE ABELE. ZÜRICH 3 Meinrad-Lienert-Strasse. 10 Tel. (051) 33 75 60 Spezialschweisswerkstätte Autozylinder und Motorgehäuse sowie sämtlicher Maschinenteile werden elektrisch und Autogen geschweisst bei: M. Gattlen, Bern, Weissensteinstr.76 Telephon 5 11 23, Bahnstation Weissenbühl auch im Winter, wenn Sie jetzt den Oelwechsel vornehmen und £550 Motor Oil einfüllen - das Produkt Jahrelanger Forschung. Seine Vorteile? In heissem Zustand wird Esso Motor Oil nicht so dünn wie andere Oele, in kaltem nicht so dick. Daher: Leichter Start Kleinster Oel - Verbrauch Der Motor lebt länger GARANTIE: £550 Motor Ofl nur in Originalbüchsen an den Esso Tankstellen. Ins Kühlwasser Atlas Perma-Guard das neue Frostschutzmitte!. Eine einzige Füllung genügt für den ganzen,Winter. In versiegelten Originalgebinden an den Esso Tankstellen. DAS ZEICHEN FÜR QUALITÄT DAS SYMBOL FÜR SERVICE Würdig wie der Hotelportier Muss der Hotelwagen sein Denn der Gast schätzt oft das Hotel Nach dem Äusseren nur ein Darum sei die Wahl erwogen Her und hin mii scharfem Blick Bis der richtige gefunden Zuverlässig, gut und chic Diesen richtigen zu finden Hilft auch diesmal die «Revue > Sie verschafft an Angeboten Eine ganze Galerie Standard-MiiKrätoetproiultl« A.G* Zürich für Ein- und mehrachsige ANHÄNGER sämtliche Verwendungszwecke Speziafausführungen Kugeldrehkränze 4 Patent

Hr.4S - BERN, 17. Nov. 1948 Tfa&tAtf^üertftfkt^* 6&i yJufätrwrf$-/f&(Kt£ Italienfahrt en miniature Nein, aus unserer erträumten, richtigen Auslandsfahrt wurde auch dieses Jahr noch nichts... Wir hatten nur wenige Tage, während deren wir den hier sprichwörtlich gewordenen Regenfluten und der Kühle dieses Sommers entfliehen konnten, und diese wenigen Tage erlaubten kein Südfrankreich, keine Riviera, keine Toscana. Menaggio am Comersee. Aber wozu auch? Unser Land hört ja glücklicherweise nicht bei den Alpen auf, und wir haben die Möglichkeit, ohne jegliche Formalitäten nach wärmeren Regionen zu ziehen. Und ist etwa ein Bad an der Cöte d'Azur erfrischender als im Lago Maggiore oder im Ceresio? — Ist die toskanische Landschaft üppiger und ihre Luft durchsichtiger als die im Mendrisiotto? Wozu denn eine Auslandsfahrt? Wir haben uns diese Frage auf unserer Reise immer wieder gestellt. Nein, schöner als in unserer Heimat kann es nirgends sein. Und doch lebt die Sehnsucht nach der Ferne in uns allen, die Sehnsucht nach Niegesehenem, die Sehnsucht nach den vielen kleinen, spezifischen Abenteuern, die nur eine Reise in fremdem Lande mit sich bringt. Das war es wohl, was uns veranlasste, nicht die ursprünglich gedachte Route über den San Bernardino zu wählen, als wir nach einigen wundervollen Tagen in Locarno ins Bündnerland fahren wollten. Wir hatten natürlich keine Pässe bei uns, aber dies erwies sich als belanglos. Die Kantonspolizei in Lugano stellte uns auf Grund unserer Fahrausweise liebenswürdig und rasch Passierscheine aus, und beim ACS erhielten wir innert einem halben Tag das Triptyque für den Wagen. Und weiteres stand unserer kleinen Auslandsfahrt nicht mehr im Wege, und wir fuhren erwartungsvoll an Gandria vorbei, dem Zoll entgegen. Für Grenzneulinge — und ein bisschen fühlen wir uns nach den langen Jahren der Abgeschlossenheit alle als solche! — ist schon das Dorfplatz in Domaso. Passieren unter dem sich hebenden Schlagbaum und die Zollabfertigung ein aufregendes Ereignis. Ob wir Zigaretten hätten? — auch keinen Kaffee? — und die Photo- und Filmkameras müssten registriert und beglaubigt und gezeich- ?n net sein, und der Inhalt des kleinen mitgefuhrten Benzinkanisterchens müsse in den Tank geleert oder verzollt werden. Während Pierce mit den Kameras und einem der Koffer im Zollgebäude verschwand, trat ein schwarzschnauziger Zollbeamter zu mir an den Wagen und fragte noch einmal eindringlich nach eventuell vorhandenen Zigaretten. Da ich eben eine rauche, seien doch wohl noch mehr vorhanden? Ich bin ein sehr naiver Grenzneuling, und merkte absolut nicht, dass er vielleicht über die Zollgebühr hinaus interessiert war. Als ich durchaus nicht begreifen wollte, zeigte er mir ein Päckchen North State, die er von einem Schweizer erhalten habe. Schliesslich sah er ein, dass ich hoffnungslos blöd sei und öffnete die Wagentür, um kraft seiner zöllnerischen Autorität wenigstens meine Beine anzusehen. Da wir aber noch auf unserer Seite der Barriere standen, schlug ich die Türe kraft schweizerischer Hoheitsrechte wieder zu und er entfernte sich achselzuckend, um eine eben angekommene Velofahrerin nach Schmuggelware abzutätscheln. Zunächst war natürlich auch nach der Barriere alles ähnlich schön wie davor, die vorläufig noch prächtig ausgebaute Strasse führt dem gleichen Bergzug, den gleichen Ufern entlang, bis Porlezza, dem Städtchen am obern Ende des Luganersees. Wir vermissten unsere klaren, blauweissen Ortsbezeichnungen Und Wegweiser, manchmal brauchte es eine gehörige Dosis Intuition, um herauszuspüren, wo wir uns befanden. Nach Porlezza wurde die Strasse so schlecht, dass wir glaubten, auf einem falschen Weg zu sein und beinahe umgekehrt wären, wenn nicht eben der von der Karte verheissene kleine See bei Molino aufgetaucht wäre. Die Landschaft aber ist herrlich. Sie hat den ungemeinen Reiz, der sich aus der Verbindung jäher Bergabstürze und dem lieblichen südlichen Talgrund ergibt, wie er uns auch im Tessin immer wieder entzückt. Bei Menaggio führt die Strasse an den Comersee, den man zuerst aus der Höhe in einer prachtvoll weiten Aussicht erblickt. Menaggio ist eine Ferienstadt mit — durch die Lage am See — ähnlichem Gepräge wie Lugano. An einem elegant gedeckten Tisch im Freien, mit dem Blick auf den See, genossen wir dort eine echt italienische Mahlzeit. Die übrigens ••— nebenbei bemerkt — mit Schweizer Geld bezahlt werden kann, wie man auf der ganzen Strecke sehr wohl Chiavenna. ohne Lire auskommt, da alles auf die vielen durchfahrenden Schweizer eingestellt ist. Am Anfang und Ende der Städtchen und Dörfer am Comersee, sieht man der Strasse entlang immer wieder Marktstände, wo die beliebtesten Italienandenken, wie Seidentücher und Angorapullover feilgeboten werden. Diese Einstellung auf die an schönen Tagen oft kolonnenweise vorüberziehenden Autos spricht aber auch aus weniger angenehmen Dingen. Wir erfuhren dies einerseits in Domaso, wo wir, nachdem wir anhielten, sofort von einem Schwärm Kindern umringt waren, die ihre Händchen ausstreckten und einander zu übertönen suchten mit ihrem « Cioccolataü Sigarette per il papä! », wo — nachdem Pierce nicht widerstehen konnte, einem grässlich verwahrlosten Bettler etwas in: die Hand zu drücken — aus allen Palazzo Salis in Soglio. Richtungen plötzlich ein weiteres halbes Dutzend ähnlich verwahrloster alter Männer auftauchte. Ein weltgewandter Kellner, der die Szene beobachtet hatte, hielt uns dann in rollendem Französisch und mit rollenden Augen einen aufklärenden Vortrag: die da draussen glaubten eben, alle Schweizer seien reich und fahren das ganze Jahr im Auto umher und niemand denke daran, dass man drüben hart arbeite, um sich ein paar Tage Ferien leisten zu können. Die da draussen machen das ganze Jahr lang Ferien, erklärte er unter heftigem Gestikulieren. Und dann andererseits der Trick, auf den jeder Automobilist, der kein Herz aus Stein hat, hereinfallen muss, auch wenn er ihn halb ahnend Chiavenna. durchschaut: ein Camion und zwei traurige Burschen stehen weit abseits aller menschlichen Behausung am Wegrand, stoppen uns und bitten in einem nett gelernten deutschen Sätzchen um zwei Liter Benzin, da sie keinen Meter mehr weiterfahren könnten. Und als Pierce achselzuckend fragte, wie die Transfusion von Tank zu Tank zu geschehen hätte, zückten sie eilfertig eine bereitliegende Chiantiflasche und einen Schlauch, mit dem sie recht geübt zu manipulieren wussten. Oberhalb des Comersees weicht das Liebliche der Landschaft rasch und immer mehr dem wild Romantischen. Die Berge werden höher und zerklüfteter, die Luft weht herber. In Chiavenna machten wir einen letzten Halt und bummelten zu Fuss durch die malerische kleine Stadt an der Mera, die den Knotenpunkt von Splügenund Malojastrasse bildet. Abends spät langten wir wieder auf Schweizer Boden an und fuhren nach Soglio hinauf, wo wir im alten Palazzo Salis übernachteten, um am nächsten Morgen durch das Bergell nach Maloja und in eine andere Welt — das Engadin — zu gelangen. D. H. So sah Henri Durernois: Die Mondäne am Steuer Die Ferienzeit war für Odette besonders schrecklich. Mehr noch als die « Vergnügungsfahrt » in die Normandie zum Weekend fürchtete sie die Spazierfahrt im Auto. Dieses Auto, das während des ganzen Winters im Ruhestand war, gehörte dem Onkel Edmond, der es für 1500 Fr. gekauft hatte. Das Aussehen dieses seltsamen Fahrzeugs, recht und schlecht zusammengeflickt und mit abblätternder Lackfarbe, rief immer die Heiterkeit des Publikums hervor. Edmond empfand, wenn er auch ganz gut fuhr, solange es eben und grade ging, unüberwindliche Schwierigkeiten, um zu manövrieren. Da er Dichter war, fasste er Unfälle mit Sorglosigkeit ins Auge. Aber eines Tages, auf der Strasse von Quarante-Sous, stiess das Auto ein sanftes Aechzen aus, wie ein erschöpftes Tier, das unter dem Saumsattel zusammenbricht, weigerte sich weiterzufahren und suchte in einem schattigen Graben jene Ruhe, die dem Tod vorangeht. « Wartet hier auf mich, ich werde einen Wagen zum Abschleppen holen », sagte Onkel Edmond. In diesem Augenblick bemerkte Odette, die mit im Auto sass, einen überholenden Wagen, in dessen Fahrerin sie eine Klientin des Hauses erkannte, Mme Fredit. Diese hielt an: « Sie haben eine Panne? » fragte sie. « Genau das », antwortete der Onkel, « und wir sind in grosser Verlegenheit. • « Nein. » « Also, was wollen Sie? Die Tiere riskieren genau soviel wie wir... Das ist das Leben! Wenn er verwundet gewesen wäre, hätte ich ihn netterweise in den Graben gelegt, mit einem Kissen aus Gras unter dem Kopf. Ich habe ein grosses Stück Linoleum, um diese Rettungen auszuführen, ohne mich schmutzig zu machen. Und einen Sack mit einer vollständigen Apotheke ... Mein Arzt hat sie mir geschenkt. Er hat sie als Reklame geschickt bekommen ... Man weiss nie, was vorkommen kann. Ich habe eine Tante, die wie ich Auto fuhr: ein bisschen schnell, aber vorsichtig. Sie ist ins Schleudern gekommen, und plautz! gegen einen Baum. Sie hatte die schönste Nase der Welt,, eine Adlernase; und jetzt sitzt sie da mit einer Kaffernnase und vier gebrochenen Zähnen. Sie hat eine Bananenniederlage, rue Coquelliere. Ich habe ihr einen Dentisten gefunden, der Bananen leidenschaftlich gern isst: er hat ihr eine glänzende Prothese angefertigt. Mit drei Kisten Früchten und mit der Angst war sie quitt... Was? man pfeift? Ja, ja, Stopp. Was gibt's, Gendarm? ... Wollen Sie den Brigadier rufen ... Brigadier, Sie erkennen mich nicht? Nein! Ich bin die Frau Ihres Unterpräfekten. Ich bin Mme Tillereau... Es ist gut, ich werde Sie nicht anzeigen, aber ein andermal keinen Uebereifer, wenn ich bitten darf; mein Mann verabscheut das ... Was für eine Geschichte! — Wollen Sie sich bitte umdrehen, kleine Freundin, und sehen, ob diese Dummköpfe die Nummer meines Wagens notieren? Nein! Allright! ... Ich habe ein erstaunliches Gedächtnis. Ich habe die Namen der Präfekten und Unterpräfekten von allen Departements im Kopf, durch die ich komme... Wenn die Geschichte nicht verfangen will, bin ich gewappnet: Ich habe eine Pensionsfreundin, deren Mutter in zweiter Ehe mit einem der höchsten Tiere von der Gendarmerie verheiratet ist. Ich bin erst dreimal verpfiffen worden. Das ist nichts! Ich wette, Sie sind noch nie 130 in der Stunde gefahren? Schliessen Sie das Fenster! Gut. 80, 90... 100, 110, 120. Zum Teufel, da kommt Teer! Schade, es ging so gut. Heute abend leihe ich Ihnen eine Schürze, und wir werden uns damit amüsieren, den Teer mit Butter wieder wegzubringen ... Nicht wahr, ich fahre ausgezeichnet? Aber zum Beispiel das Ersatzrad anzubringen, das brächte ich nicht fertig ... Ich warte, bis ein galanter Mann vorbeikommt. Ich habe Beobachtungen anstellen können unterwegs. Die gefälligsten sind die Schweizer... Ja, die Schweizer, die schon bemerkenswert sind durch ihre Gastfreundlichkeit. Ein- Schweizer Herr hat zwei Stunden lang geschwitzt, um die Panne zu beheben; es war in der Nähe von Grenoble. Stellen Sie sich vor, meine Liebe, er trug eine weisse Hose, eine tadellose Hose, mit einer schönen Falte in der Mitte. Als er fertig war, war die Hose schwarz von Wagenschmiere, und von Falte keine Spur mehr. Ich habe gelacht wie toll! Es gibt doch noch brave Leute auf Erden! Von