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VDI-Statusreport Digitaler Transformationsprozess in Unternehmen

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30 Digitaler Transformationsprozess inUnternehmen 7Ablauf eines digitalen Transformationsprozesses Nachumfassender Planungund Überlegung will Thomas, der Hersteller der Brezelschlingmaschinen, jetzt seinendigitalenTransformationsprozessstarten. AufBasis des Leitplans hat erden Gesamtablauf für alle erforderlichenUmsetzungsschritte inklusive der notwendigen Schritte für Personal- und Organisations entwicklungskizziert. Im Folgendensind die Schritte der technologischen/technischenEntwicklung in der linkensowie die korrespondierenden Aspekte der Organisationsentwicklung inder rechtenSpalte dargestellt. Mensch & Technik Thomas hat sich dafür entschieden, verschiedene individuelle Rezepturen stärker in den Mittelpunkt zustellen und die Wartung der Maschinen selbst effizient durchzuführen. Die Entwicklung und Verfeinerung dieser Dienstleistungen ist ein mehrjähriger Prozess, der nicht nur Informatikerinnen und Informatiker sowie Ingenieurinnen und Ingenieure erfordert, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Verkauf, Kundenservice und Einkauf. Zur Schaffung des notwendigen Rahmens für die digitale Transformation imUnternehmen werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Ebenen durch die Geschäftsführung darüber informiert, was die angestrebte Digitalisierung für das Unternehmen bedeutet, welche konkreten Ziele damit verfolgt und welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Für die Begleitung des anstehenden Prozesses können beispielsweise ein Lenkungskreis Digitalisierung (zusammengesetzt aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Bereiche und Ebenen im Unternehmen) oder Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für Digitalisierung eine wichtige Unterstützung bieten. Datenquelle Es sind drei grobe Datenquelle nutzbar: Die erste Datenquelle ist die Schlingmaschine. Die Maschine muss intern mit digitalen Sensoren ausgestattet sein (das ist bei aktuellen digitalen Steuerungen schon weit verbreitet). Weiterhin braucht die Anlage ein Modul für den Internetanschluss, welches sich nutzerfreundlich konfigurieren lässt und die verfügbaren Daten der Maschine sicher an den Internetdienst des Herstellers überträgt. Zum Schluss braucht der Hersteller einen IT- Service zur Verwaltung dieser Daten, die er zum Beispiel bei einer Cloud-Dienstleister/-in betreiben lässt. Die zweite Datenquelle stellen Stammdaten zu den jeweiligen Anlagen dar, welche Kundendaten, Anlagenkonfiguration und Wartungsinformationen umfassen. Diese Informationen werden üblicherweise in einem betrieblichen Informationssystem (ERP etc.) gespeichert und müssen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (mit mehr oder weniger IT-Hilfe) gepflegt werden. Die Basis jeglicher Digitalisierung bilden alle zur Verfügung stehenden Daten: Betriebsdaten der Anlagen sowie Stammdaten der Anlagen, ihrer Lieferanten und der Kunden. Sind diese Stammdaten nicht „sauber“, kann ein neues System diese nicht oder nur teilweise nutzen. Die Folge ist, dass die Daten nicht sinnvoll ausgewertet werden können. Bezogen auf Daten liegt –unabhängig von der Größe des Unternehmens –inAbteilungen oder auch bei einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig ein „Besitzdenken“ vor. Deshalb stellt das notwendige Teilen der Daten inder Stufe „Datenverfügbarkeit“ eines der größten Hemmnisse dar. Es ist notwendig, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dieses Thema zusensibilisieren, um ein einheitliches Verständnis für die Bedeutung von vollständigen und je Bereich einheitlich strukturierten Stammdaten in der Digitalisierung zu schaffen. www.vdi.de

Digitaler Transformationsprozess inUnternehmen 31 Die dritte Datenquelle besteht aus Stammdaten bezüglich der individuellen Produkte, die einen Schwerpunkt der eigenen Entwicklungsund Vermarktungsanstrengungen bilden. Für diese Daten ist ein eigener IT-Service erforderlich, der die Entwicklung, Pflege und Kundenauslieferung dieser Produkte unterstützt. Auch der zukünftige Nutzen für die eigene Arbeit sollte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erklärt werden. Dies kann bspw. durch einen Infopoint unterstützt werden: Die neuen Komponenten und ihre Funktionalität werden dort erläutert und die Menschen erhalten erste Berührungspunkte mit dem Thema Digitalisierung. Stufe 1:Datenverfügbarkeit Ziel der ersten Stufe ist es, allen im darauffolgenden Schritt betroffenen und involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Stand und die exemplarischen Details konkret erfahrbar und „begreifbar“ zumachen. Nach Abschluss der Entwicklungen der ersten Stufe wären Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kundenservices z.B.inder Lage, die Störung einer Anlage direkt in einem IT-System angezeigt zu bekommen und schnell disponieren zu können. Damit wäre eine erste Stufe der verbesserten Dienstleistung erreicht. Der Hersteller wäre auch inder Lage, Rezepturen digital zuverwalten, auch wenn die dafür notwendigen Konfigurationen an den Maschinen noch ineinem konventionellen Ingenieursprozess zuübertragen wären -sprich, eine Maschine für eine bestimmte Rezeptur individuell „zusammengebaut“ werden müsste. Betrifft –wie im vorliegenden Beispiel –die Verfügbarmachung der Daten auch Partner in der Wertschöpfungskette, sind diese mit ihren eigenen Vorstellungen und Bedenken entsprechend frühzeitig indie Überlegungen einzubeziehen. Konkret ist z.B.zuklären, ob Kundinnen und Kunden einer permanenten Erfassung ihrer Daten zustimmen. Mit den Herstellern von Backzutaten und Lieferanten von Ersatzteilen und Verbrauchsmaterialien ist zuprüfen, welche Digitalisierungsstrategien diese verfolgen und welchen Einfluss diese auf die eigene, zu entwickelnde neue Dienstleistung hat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Bereichen werden ineinem Projekt-Kickoff, der auch für interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intern öffentlich ist, zusammengebracht. Eswird über das Projekt sowie dessen Zielsetzung und die weiteren Schritte informiert. Ideen –aber auch Vorbehalte –von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können in die weitere Projektplanung aufgenommen werden. Die Pilotphase sollte genutzt werden, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit tiefen Prozesskenntnissen einzubinden sowie auch diejenigen abzuholen, die letztendlich mit der Veränderung leben und arbeiten müssen. Diese Einbindung kann z. B. erfolgen durch das Einholen eines regelmäßigen Feedbacks der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Rahmen solcher Gespräche sollten Bedenken aus dem Weg geräumt werden. Im Zuge einer positiven Fehlerkultur sollte aufgezeigt werden, dass aus Fehlern gelernt werden kann. www.vdi.de

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