09.01.2019 Aufrufe

SOCIETY 356/2010

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE<br />

<strong>SOCIETY</strong><br />

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–<br />

SEIT 1945 | 65. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. <strong>356</strong>_WINTER <strong>2010</strong><br />

COVERSTORY<br />

LIU XIUMING<br />

LÄNDERSCHWERPUNKT<br />

CHINA<br />

65. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. <strong>356</strong>_WINTER <strong>2010</strong> CHINA LIU XIUMING <strong>SOCIETY</strong><br />

04|10<br />

WWW.<strong>SOCIETY</strong>.AT


WELTWEIT FÜR SIE DA.<br />

Über 100 Stützpunkte zur Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft auf<br />

allen 5 Kontinenten stehen Ihnen zur Verfügung! Profitieren Sie vom Know-how des<br />

weltweiten Netzes der österreichischen Außenhandelsstellen und nützen Sie das<br />

vielfältige Service unserer Handelsdelegierten!<br />

l AUSSENHANDELSSTELLEN<br />

l MARKETING- & ZWEIGBÜROS<br />

OSLO l<br />

STOCKHOLM l<br />

HELSINKI l<br />

l ST. PETERSBURG<br />

l TALLINN<br />

l RIGA<br />

JEKATERINBURG l<br />

VANCOUVER l<br />

l MOSKAU<br />

l KOPENHAGEN<br />

l VILNIUS<br />

DUBLIN l<br />

l MINSK<br />

l BERLIN<br />

l WARSCHAU<br />

LONDON l l DEN HAAG<br />

l DRESDEN<br />

l<br />

l<br />

DÜSSELDORF<br />

KRAKAU<br />

l KIEW<br />

BRÜSSEL l<br />

PRAG l<br />

FRANKFURT/MAIN l<br />

l LWIW<br />

BRÜNN l<br />

PARIS l<br />

l STUTTGART<br />

l PRESSBURG<br />

l DONEZK<br />

STRASSBURG l l MÜNCHEN l BUDAPEST<br />

ZÜRICH l<br />

l KLAUSENBURG<br />

BOZEN l l LAIBACH<br />

MAILAND l ZAGREB l l BELGRAD l BUKAREST<br />

l SOTSCHI<br />

PADUA l<br />

l SARAJEVO<br />

SOFIA<br />

PODGORICA l<br />

l<br />

ROM l<br />

l PRISTINA<br />

l BARCELONA<br />

TIRANA l l SKOPJE l ISTANBUL<br />

l ANKARA<br />

MADRID l<br />

l LISSABON<br />

ATHEN l<br />

l NICOSIA<br />

LOS ANGELES l<br />

MEXICO CITY l<br />

TORONTO l<br />

CHICAGO l<br />

NEW YORK l<br />

WASHINGTON l<br />

ATLANTA l<br />

l MONTREAL<br />

CASABLANCA l<br />

ALGIER l l TUNIS<br />

TRIPOLIS l<br />

SHENYANG l<br />

PEKING l<br />

l SEOUL<br />

l ALMATY<br />

TIFIS l<br />

BAKU l<br />

XIAN l<br />

SHANGHAI l<br />

ERBIL l l TEHERAN<br />

DAMASKUS<br />

BAGDAD<br />

CHONGQING<br />

l l<br />

l<br />

TEL AVIV ll<br />

AMMAN<br />

KAIRO<br />

KUWAIT<br />

NEW DELHI<br />

GUANGZHOU<br />

TAIPEI<br />

l<br />

l<br />

l<br />

l<br />

l<br />

l KARACHI<br />

HONGKONG l<br />

DOHA l l DUBAI<br />

DHAKA l<br />

l ABU DHABI<br />

RIYADH l<br />

HANOI l<br />

JEDDAH l<br />

MUMBAI l<br />

l TOKIO<br />

CARACAS l<br />

LAGOS l<br />

l CHENNAI<br />

l MANILA<br />

l BANGKOK<br />

l HO CHI MINH CITY<br />

l BOGOTA<br />

KUALA LUMPUR l<br />

l SINGAPUR<br />

l JAKARTA<br />

l LIMA<br />

SAO PAULO l<br />

JOHANNESBURG l<br />

SANTIAGO DE CHILE l<br />

l BUENOS AIRES<br />

SYDNEY l


Demner, Merlicek & Bergmann<br />

KATHARINA von GARZULY-HOHENLOHE<br />

und BARON LUKAS PIUS von GEUSAU,<br />

unablässig eine gute Figur abgebend.<br />

www.habsburg.co.at


Stil hat man. Oder nicht.<br />

Kattus ist offi zieller Partner der<br />

www.kattus.at


EDITORIAL<br />

Schritt für Schritt mit Engagement und Überzeugung<br />

Ach, das Erhabene<br />

Nur der Gezeichnete wird reden<br />

und das Vermischte bleibe stumm,<br />

es ist die Lehre nicht für jeden,<br />

doch keiner sei verworfen drum.<br />

***<br />

Themenschwerpunkt China<br />

Mit dieser Lyrik von Gottfried Benn möchte ich<br />

das vierte Magazin dieses Jahres beginnen und eine<br />

großartige Ausgabe über vierzig Jahre diplomatische<br />

Beziehungen zwischen China und Österreich<br />

in Kooperation mit der chinesischen Botschaft einleiten.<br />

Wir lernen über die Bedeutung Österreichs<br />

als Vorreiter Europas im Aufbau von politischen und<br />

wirtschaftlichen Kontakten mit China, was auch<br />

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in seiner Grußbotschaft<br />

an <strong>SOCIETY</strong> hervorstreicht. Wie immer gibt es eine Vielzahl<br />

an von uns recherchierten Berichten und Kommentare zum<br />

Leitthema.<br />

Ach, das Erhab‘ne ohne Strenge,<br />

so tief umschleiernd, tief versöhnt,<br />

ganz unerfahrbar für die Menge,<br />

da es aus einer Wolke tönt.<br />

***<br />

Titelblattkünstlerin<br />

Liu Xiu Ming, mit mir schon seit mehr als zwanzig Jahren befreundet,<br />

bietet mit ihren Kunstwerken Einblick in die bilateralen<br />

Kulturprojekte. Als Schülerin Arik Brauers unterrichtet sie an<br />

der Universität in Peking ebenso wie in Wien. Ihre bewegten, duftigen<br />

Kunstwerke bezaubern durch ihre Dynamik und mit einer<br />

aus Tradition und Moderne entsprungenen Mischung.<br />

Nur wer ihm dient, ist auch verpflichtet,<br />

es selbst verpflichtet nicht zum Sein,<br />

nur wer sich führt, nur wer sich schichtet,<br />

tritt in das Joch der Höhe ein.<br />

***<br />

Eigenveranstaltungen<br />

Wieder blicken wir auf eine Reihe von bemerkenswerten Veranstaltungen<br />

zurück. Hervorzuheben ist das besonders erfolgreiche<br />

„Junior Diplomats Event“, wo wir die Jungdiplomaten erstmals<br />

in das Bank Austria Kunstforum zur Frida Kahlo Ausstellung<br />

mit darauffolgendem Empfang in den Tresor einluden. Mehr als<br />

300 Juniors folgten unserer Einladung mit Tombola, bei der wir<br />

u. a. einen iPad verlosten. Wieder einmal haben wir damit ein Vorreiterzeichen<br />

gesetzt. Juniors sind jene Diplomaten,<br />

die erst kürzlich in Wien akkreditiert<br />

sind, zum Unterschied von den Senior Diplomaten,<br />

die schon länger in Österreich arbeiten. Das<br />

Echo war enorm.<br />

Ebenso haben wir mit unserer Auftaktveranstaltung<br />

in Salzburg im Hotel Sheraton einen<br />

längst fälligen Schritt in Richtung der Eröffnung<br />

unseres Salzburgbüros gesetzt. Mit Lea Millesi<br />

konnten wir auch in den Vereinigten Staaten<br />

ein weiteres redaktionelles Standbein aufbauen.<br />

Nur wer es trägt, ist auch berufen,<br />

nur wer es fühlt, ist auch bestimmt –:<br />

da ist der Traum, da sind die Stufen<br />

und da die Gottheit, die es nimmt.<br />

Mit diesem Gedicht, quasi zwischen den Zeilen, wünsche ich<br />

Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Magazins und beim Besuchen<br />

unserer Veranstaltungen, die wir weiterhin mit viel Engagement<br />

und Überzeugung durchführen werden.<br />

***<br />

<strong>SOCIETY</strong> innovativ<br />

Dass die Firma Apple unsere iPad-Applikation im iTunes<br />

Store seit kurzem kostenlos in ihre Liste der empfohlenen Magazine<br />

aufgenommen hat, ist ein großes Kompliment an unser anspruchsvolles<br />

Produkt, ebenso wie die Worte, die Bundespräsident<br />

Dr. Fischer unserer Tätigkeit widmet: „Ich danke bei dieser Gelegenheit<br />

<strong>SOCIETY</strong> für die Bemühungen, mit denen das Magazin<br />

seit vielen Jahren in engagierter Weise zum Brückenschlag zwischen<br />

Österreich und den in Wien ansässigen Botschaften und<br />

Vertretungen beiträgt.“<br />

In Dankbarkeit und im Sinne des beigefügten Gedichts von<br />

Gottfried Benn<br />

Herzlich Ihre<br />

Gerti Tauchhammer<br />

COVER: LIU XIUMING, BLAUER WALZER (DETAIL), ÖL AUF LEINWAND, 180 X 90 CM, 2009<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 5


INHALT<br />

WINTER | 2011<br />

■ <strong>SOCIETY</strong> EVENTS<br />

Junior Diplomats‘ Reception im BA Kunstforum ........ 34<br />

Salzburg-Präsentation von <strong>SOCIETY</strong> ........ 38<br />

IMPRESSUM<br />

■ CHINA<br />

Grußbotschaften ................ 10<br />

Länderporträt: Faszination China ................ 12<br />

Interview mit Botschafter SHI Mingde ................ 16<br />

Österreich: Interview mit Botschafter Martin Sajdik ................ 20<br />

Handelspartner China: WKO Oskar Andesner ................ 24<br />

Chinas Wirtschaft auf der Überholspur ................ 26<br />

Chinesische Sprachschule ................ 28<br />

Kommentar: Hermine Schreiberhuber ................ 30<br />

Chinesische Küche ................ 32<br />

■ DIPLOMATIE UND POLITIK<br />

Diplomatenkarussell ................ 42<br />

OSZE Gipfel in Astana ................ 49<br />

Wiener Opernball in Washington, DC ................ 51<br />

European Cultural Parliament ................ 52<br />

Fokus: Mazedonien-Österreich ................ 54<br />

Simon Inou: „Charta des Zusammenlebens“ ................ 56<br />

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT<br />

Interview mit Gabriel Lansky ........ 68<br />

Herbert Pietschmann: Das Atomzeitalter ........ 72<br />

Georg Zanger über China ........ 74<br />

The Boss Is Watching You ........ 76<br />

Herbert-Batliner-Europapreis in Salzburg ........ 78<br />

■ LIFE UND STYLE<br />

Après Feiertage: Gesundheitszentrum Igls ........ 83<br />

Gesunde Zähne mit „Smile“ ........ 85<br />

Geheimtipp: Wiener Punschkrapfen ........ 86<br />

Cucina Austriaca in Rom ........ 88<br />

Stylingtipps von Ingrid Chladek ........ 89<br />

Designerin Tatjana Petrovic: Mode ist Individualität ........ 90<br />

Paul Prinz - Lederdesign vom Feinsten ........ 96<br />

■ KUNST UND KULTUR<br />

Nestroypreis ........ 102<br />

Porträt: Maria Bisso ........105<br />

Interview mit Produzent und Songwriter Peter Wolf ........ 107<br />

Coverstory: Liu Xiuming ........ 110<br />

Doris Maria Kofler ........ 114<br />

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE<br />

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE<br />

MEDIA EVENTS NETWORKING<br />

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich<br />

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand<br />

Einzelheft: ¤ 4,--<br />

BESTELLUNG: abo@society.at<br />

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG<br />

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

LEITUNG REDAKTION:<br />

Mag. Stephan Hofstätter<br />

REDAKTIONELLE MITARBEIT:<br />

Eva Bavandi, Lilian Borek, Anthony Jacobson, Alexandra<br />

Ortíz, David Zalud<br />

AUTOREN DIESER AUSGABE:<br />

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Simon Inou,<br />

Gerhard von Lentner, Mag. Eva von Schilgen, Wolf von<br />

Schilgen, Dr. Susanne Scholl, Mag. Hermine Schreiberhuber,<br />

Mag. Tanja Tauchhammer, Dr. Monika Türk<br />

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi<br />

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer<br />

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at<br />

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,<br />

Hüttelbergstraße 23A,<br />

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8<br />

E-MAIL: mail@society.at<br />

www.society.at<br />

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Ekaterina Prokofieffa,<br />

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,<br />

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße<br />

5, 1400 Wien<br />

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,<br />

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at<br />

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin<br />

Mag. Gertrud Tauchhammerin Kooperation mit der<br />

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-<br />

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)<br />

Seit 1945<br />

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)<br />

PRÄSIDENT:<br />

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel<br />

VIZEPRÄSIDENTEN:<br />

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch<br />

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg<br />

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner<br />

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen<br />

EHRENPRÄSIDENTEN:<br />

BM a.D. Dr. Willibald Pahr<br />

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg<br />

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer<br />

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:<br />

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)<br />

Gregor Waldhauser (AFA)<br />

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:<br />

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani<br />

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)<br />

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny<br />

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik<br />

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik<br />

Gen Mag. Raimund Schittenhelm<br />

Mag. Liselotte Waldheim-Natural<br />

Dr. Axel Wüstenhagen<br />

<strong>SOCIETY</strong> IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER<br />

DER ÖGAVN<br />

BLATTLINIE: <strong>SOCIETY</strong> berichtet über Top-Ereignisse aus<br />

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.<br />

<strong>SOCIETY</strong> informiert außerdem in Zusammenarbeit<br />

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die<br />

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.<br />

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit<br />

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt<br />

<strong>SOCIETY</strong> wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich<br />

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator<br />

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.<br />

6 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


TOP TABLES OF VIENNA:<br />

ES IST ANGERICHTET!<br />

Das Rezept für vollendete Wiener Tafelfreuden? Erlesene Speisen, serviert auf zartem,<br />

handbemaltem Porzellan, edle Weine in feinsten, glitzernden Kristallgläsern, exklusive<br />

Tischwäsche aus edelsten Materialien, kostbares Besteck und luxuriöser Tischschmuck.<br />

Mit TOP TABLES OF VIENNA präsentiert WIEN PRODUCTS eine buchstäblich kostbare<br />

Auswahl an erlesenen Gegenständen, die jedes Essen zu einem Fest für alle Sinne machen.<br />

Entdecken Sie, wie viel Genuss hinter WIEN PRODUCTS steckt!<br />

www.wienproducts.at<br />

J. & L. LOBMEYR<br />

www.lobmeyr.com<br />

Jarosinski & Vaugoin<br />

Silberschmiede<br />

www.vaugoin.com<br />

Wiener Silber Manufactur<br />

www.wienersilbermanufactur.com<br />

Zur Schwäbischen Jungfrau<br />

www.schwaebische-jungfrau.at<br />

Wiener Porzellan manufaktur<br />

Augarten<br />

www.augarten.at<br />

WIEN PRODUCTS ist ein Projekt der Wirtschaftskammer Wien,<br />

welches 1995, mit dem Ziel ausgewählte Wiener Konsumgüterhersteller in ihren Exportaktivitäten<br />

zu unterstützen, gegründet wurde. Die derzeit 50 WIEN PRODUCTS Betriebe<br />

stehen für höchste Produktqualität, exzellenten Service sowie das Bestreben den einzigartigen<br />

Flair und die Ästhetik Wiens in ihre Erzeugnisse einfließen zu lassen.<br />

TAKE<br />

VIENNA<br />

HOME<br />

Nähere Informationen zu WIEN PRODUCTS erhalten Sie im<br />

Internet unter www.wienproducts.at oder im WIEN PRODUCTS<br />

Service Center unter der Telefonnummer +43 1 514 50 1517.<br />

www.wienproducts.at


GASTAUTOREN<br />

WINTERAUSGABE<br />

Partner von <strong>SOCIETY</strong><br />

Qualität verbindet<br />

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben in der aktuellen Winterausgabe von <strong>SOCIETY</strong><br />

zu den unterschiedlichsten Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.<br />

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Simon Inou Gerhard Gutruf Susanne Scholl<br />

***<br />

Prof. HERBERT PIETSCHMANN ist<br />

Emeritus am Institut für theoretische Physik<br />

der Universität Wien und Buchautor. Er<br />

verbrachte viele Jahre als Forscher im Ausland.<br />

Seit fünf Jahren schreibt er für SO-<br />

CIETY über Themen der Wissenschaft,<br />

Philosophie und Gesellschaft. In dieser<br />

Ausgabe fragt er angesichts ungelöster Probleme:<br />

Kernenergie - Quo vadis?<br />

***<br />

Mag. HERMINE SCHREIBERHUBER<br />

war stellvertretende Ressortleiterin der<br />

Außenpolitik bei der APA. Für die <strong>SOCIETY</strong>-<br />

Länderschwerpunkte verfasst sie regelmäßig<br />

politische Analysen und Hintergrundberichte<br />

mit den Schwerpunkten<br />

Kaukasus, Zentralasien, Lateinamerika<br />

und EU. Dieses Mal erläutert sie den Aufstieg<br />

Chinas und berichtet vom 11. OSZE-<br />

Gipfel in Astana.<br />

***<br />

SIMON INOU stammt aus Kamerun, studierte<br />

Soziologie und ist Journalist (z. B. Radio<br />

Afrika International) mit dem Schwerpunkt<br />

interkultureller Medienarbeit. Er<br />

ist Mitbegründer von www.afrikanet.info<br />

und Projektleiter von M-Media. Für seine<br />

Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen<br />

bekommen, u. a. vom Land Steiermark<br />

und der EU. Im <strong>SOCIETY</strong>-Kommentar<br />

macht er Vorschläge für eine Wiener<br />

„Charta des Zusammenlebens“.<br />

***<br />

GERHARD GUTRUF, Prof. MMag., ist Maler<br />

und Grafiker; für <strong>SOCIETY</strong> verfasst er<br />

von Zeit zu Zeit Artikel. In China waren bisher<br />

zwei große Gutruf-Museumsausstellungen<br />

zu sehen (Peking 2000, Ningbo<br />

2008). Er ist heuer als einziger Österreicher<br />

bei der 1. Internationalen Shanghai Watercolour<br />

Biennale vertreten. Sein Gastartikel<br />

in dieser Ausgabe behandelt die intensiven<br />

Kulturbeziehungen zwischen der<br />

Alpen- und der Volksrepublik.<br />

***<br />

Dr. SUSANNE SCHOLL ist weithin als<br />

ORF-Korrespondentin in Moskau bekannt,<br />

wo sie ab 2000 das ORF-Büro leitete. In<br />

zahlreichen Publikationen (u. a. „Russisches<br />

Tagebuch“ und „Töchter des Krieges“)<br />

beschäftigt sie sich mit dem Thema<br />

Russland. Die Trägerin des Österreichischen<br />

Ehrenkreuzes für Wissenschaft und<br />

Kunst beschäftigt sich in ihrer Kolumne<br />

mit den Herausforderungen für die Fußball-WM<br />

2018.<br />

***<br />

Mag. INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin<br />

der Dresscode Company und Head von<br />

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-<br />

Outfit, Image, Stil und Styling. Ihr Wissen<br />

präsentiert sie anhand von Prominenten-Styling-Checks.<br />

In dieser Ausgabe verrät sie<br />

uns, wie man sich in der Ballsaison stilgerecht<br />

in Schale wirft.<br />

***<br />

Dr. GEORG ZANGER ist als Rechtsanwalt<br />

u. a. auf Wettbewerbs-, Urheber- und Medienrecht<br />

spezialisiert. In China hat er ein<br />

Netzwerk mit 25 Rechtsanwaltskanzleien<br />

geschlossen, um Investitionen nach Österreich<br />

zu bringen. In dieser China-Ausgabe<br />

widmet er sich den rechtlichen Herausforderungen,<br />

die bei Geschäften mit China<br />

zu beachten sind.<br />

***<br />

GERHARD VON LENTNER blickt für<br />

<strong>SOCIETY</strong> in die Sterne. Der mediale Berater,<br />

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt<br />

sich intensiv mit Lebensberatung<br />

und verrät den <strong>SOCIETY</strong>-Lesern in jeder<br />

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt<br />

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,<br />

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.<br />

***<br />

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind<br />

langjährige Stammschreiber für <strong>SOCIETY</strong>.<br />

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und<br />

Journalistin Eva von Schilgen ist das<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Standbein in Salzburg und berichtet<br />

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft<br />

abseits der österreichischen<br />

Bundeshauptstadt. Der „lachende Satiriker“<br />

und Ehemann Wolf von Schilgen, gefeierter<br />

Buchautor, beschließt jede <strong>SOCIETY</strong>-<br />

Ausgabe mit seinen Satiren und zaubert ein<br />

Lächeln auf die Lippen der <strong>SOCIETY</strong>-Leser.<br />

Ingrid Chladek Georg Zanger Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen<br />

8 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


LIFE UND STYLE<br />

REISE<br />

Megayacht „Le Boréal“<br />

Ponant Yachtkreuzfahrten<br />

Savoir-vivre auf hoher See<br />

Auf den neuen Megayachten „Le Boréal“ und ab 2011 „L’Austral“ oder dem Großsegler „Le Ponant“<br />

bietet Ponant Yachtkreuzfahrten höchsten Komfort, exzellenten Service und feinste Küche.<br />

KREUZFAHRTEN/TERMINE<br />

ADRIA - KROATISCHE RIVIERA / VENEDIG - VENEDIG<br />

8 Tage<br />

31. Mai - 07. Juni 2011 07. - 14. Juni 2011<br />

14. - 21. Juni 2011 28. Juni - 05. Juli 2011<br />

05. - 12. Juli 2011 12. - 19. Juli 2011<br />

19. - 26. Juli 2011<br />

ab 1.950 Euro<br />

ANTARKTIS / USHUAIA - USHUAIA<br />

11 Tage<br />

19. - 29. Januar 2011<br />

29. Januar - 08. Februar 2011<br />

08. - 18. Februar 2011<br />

ab 2.950 Euro<br />

KONTAKT<br />

Sabine Rajkovic<br />

SEEREISEN CENTER<br />

Tel. +43 1 713 04 00 • Fax: +43 1 715 45 10<br />

A-1030 Wien, Landstraßer Hauptstraße 71/2/313<br />

E-mail: office@seereisen-center.at<br />

Ein Unternehmen von Caravelle Seereisen & Touristik<br />

Ges.m.b.H., HG Wien, FN87405m, ATU 15460203<br />

Besuchen Sie unsere Homepage<br />

www.seereisen-center.at<br />

Der Kreuzfahrtmarkt boomt, in den vergangenen<br />

Jahren wurden immer größere<br />

Schiffe für immer mehr Passagiere<br />

in Dienst gestellt. Mit dem Resultat,<br />

dass man sich auf manch großem Luxusdampfer<br />

bereits wie an überfüllten Stränden<br />

fühlt. Die entgegengesetzte Richtung<br />

hat die französische Reederei Ponant Yachtkreuzfahrten<br />

eingeschlagen.<br />

Auf fünf Yachten mit persönlicher Atmosphäre<br />

kann sich die Besatzung aufmerksam<br />

um jeden Gästewunsch kümmern:<br />

den beiden Superyachten der Extraklasse<br />

„Le Boréal“ und „L’Austral“ für 264 Passagiere,<br />

dem Dreimaster „Le Ponant“ für 64 Gäste<br />

sowie der Motoryacht „Le Levant“ mit 45<br />

Kabinen und dem Expeditionsschiff „Le<br />

Diamant“ für 226 Passagiere.<br />

Savoir-vivre ist das Leitmotiv an Bord der<br />

Schiffe, die eine mehrsprachige, europäische<br />

Atmosphäre mit französischem Touch<br />

bieten. Neben großzügig ausgestatteten Kabinen<br />

und Suiten erwartet die Reisenden<br />

ein persönlicher Premium-Lifestyle-Service,<br />

der sämtliche Wünsche schnell und<br />

diskret erfüllt. An Bord wird hervorragende<br />

französische Küche serviert.<br />

Das größte Plus aber sind die ausgefallenen<br />

Kreuzfahrten abseits der viel befahrenen<br />

Routen: Aufgrund der geringeren<br />

Schiffsgrößen können exklusive Reiseziele<br />

angefahren werden, die von Kreuzfahrtriesen<br />

aufgrund ihrer Größe ausgelassen werden<br />

müssen. Dies führt zu einmaligen Ausflugserlebnissen.<br />

Die „Le Boreál“ wurde vom europäischen<br />

Kreuzfahrtverband EUCRAS übrigens<br />

als bester Neubau <strong>2010</strong> ausgezeichnet.<br />

Großsegler „Le<br />

Ponant“


CHINA<br />

GRUSSBOTSCHAFT<br />

„Mit dieser Ausgabe werden<br />

die Leserinnen und Leser<br />

einen besseren Überblick über<br />

China und die guten Beziehungen<br />

beider Länder<br />

bekommen.“<br />

SHI MINGDE<br />

S.E. SHI Mingde<br />

Grußwort des chinesischen Botschafters<br />

Ich freue mich sehr, dass das Magazin<br />

„Society“ zum vierten Mal eine Ausgabe<br />

mit Schwerpunkt China präsentiert. Ein<br />

besonderer Anlass dafür ist das vierzigste<br />

Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen<br />

Beziehungen zwischen China und<br />

Österreich. Mit dieser Ausgabe werden die<br />

Leserinnen und Leser einen besseren Überblick<br />

über China und die guten Beziehungen<br />

beider Länder bekommen. Für diesen<br />

Beitrag möchte ich mich bei dem Magazin<br />

recht herzlich bedanken.<br />

Mit Freude stelle ich fest, dass sich in<br />

den vergangenen vierzig Jahren dank Bemühungen<br />

beider Seiten die Beziehungen<br />

beider Länder schnell und umfassend entwickelt<br />

und eine nie dagewesene Breite<br />

und Tiefe erfahren haben. China ist das<br />

größte Entwicklungsland auf der Welt.<br />

Österreich ist ein wichtiges Mitglied der<br />

Europäischen Union und spielt eine besondere<br />

Rolle in der Region. Eine gute<br />

und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen<br />

China und Österreich liegt nicht nur im<br />

Interesse beider Länder, sie leistet auch einen<br />

wichtigen Beitrag zur Entwicklung<br />

der Beziehungen zwischen China und der<br />

Europäischen Union.<br />

Im Jubiläumsjahr 2011 wird es eine Reihe<br />

vielfältiger, interessanter Veranstaltungen<br />

in China und in Österreich geben, die<br />

beide Länder vorstellen und vor allem die<br />

Menschen zum besseren Verständnis und<br />

Austausch bringen werden. Mit voller Zuversicht<br />

blicken wir auf die zukünftige<br />

Entwicklung der Beziehungen und vorteilhafte<br />

Zusammenarbeit beider Länder<br />

auf den politischen, wirtschaftlichen und<br />

kulturellen Gebieten. Gemeinsam wollen<br />

wir unsere Beziehungen mit neuem Inhalt<br />

und mehr Substanz gestalten und vorantreiben.<br />

SHI Mingde<br />

außerordentlicher und bevollmächtigter<br />

Botschafter der Volksrepublik China in<br />

Österreich<br />

10 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


CHINA<br />

GRUSSBOTSCHAFT<br />

„Ich gratuliere dem Magazin<br />

<strong>SOCIETY</strong> sehr herzlich<br />

zur vorliegenden Jubiläumsausgabe<br />

aus Anlass des 40-<br />

jährigen Bestehens der diplomatischen<br />

Beziehungen<br />

zwischen Österreich und der<br />

Volksrepublik China.“<br />

HEINZ FISCHER<br />

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer<br />

Grußbotschaft<br />

Ich gratuliere dem Magazin <strong>SOCIETY</strong> sehr<br />

herzlich zur vorliegenden Jubiläumsausgabe<br />

aus Anlass des 40-jährigen Bestehens<br />

der diplomatischen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und der Volksrepublik<br />

China.<br />

Es ist bekannt, dass ich in allen meinen<br />

bisherigen politischen Funktionen – als<br />

Parlamentarier, als Wissenschaftsminister,<br />

als Nationalratspräsident, und jetzt als<br />

österreichischer Bundespräsident – die<br />

Entwicklung in China immer mit großer<br />

Aufmerksamkeit verfolgt habe.<br />

So hatte ich bereits seit 1974 viele Male<br />

die Gelegenheit, das Land zu besuchen<br />

bzw. hochrangige Gäste aus der Volksrepublik<br />

China in Österreich zu begrüßen.<br />

Diese Besuche sind, wenn auch über große<br />

Entfernung hinweg, ein wichtiger Beweis<br />

unserer freundschaftlichen Beziehungen.<br />

Es ist sehr erfreulich, dass besonders die<br />

wirtschaftliche Zusammenarbeit in diesen<br />

vergangenen vier Jahrzehnten intensiviert<br />

wurde; unsere beiden Länder pflegen<br />

einen erfolgreichen ökonomischen Austausch.<br />

Davon konnte ich mich zuletzt bei<br />

meinem Staatsbesuch in der Volksrepublik<br />

China gemeinsam mit Mitgliedern<br />

der österreichischen Bundesregierung und<br />

einer großen Wirtschaftsdelegation im<br />

Jänner <strong>2010</strong> neuerlich überzeugen.<br />

Die Dynamik des Wirtschaftswachstums<br />

im „Reich der Mitte“ wird auf der<br />

ganzen Welt mit großem Interesse zur<br />

Kenntnis genommen, ebenso der Reichtum<br />

seiner Kunst und Kultur.<br />

Seit vielen Jahren besteht ein breites<br />

Interesse an einem wechselseitigen kulturellen<br />

Austausch. In diesem Sinn pflegen<br />

die Republik Österreich und die Volksrepublik<br />

China einen intensiven künstlerischen<br />

Dialog.<br />

Im politischen Verständigungsprozess<br />

der Gegenwart sind wir als internationale<br />

Staatengemeinschaft immer wieder Lernende,<br />

die versuchen müssen, einander<br />

auf friedliche Weise besser zu verstehen<br />

und miteinander verantwortlich umzugehen.<br />

Ich danke bei dieser Gelegenheit<br />

<strong>SOCIETY</strong> für die Bemühungen, mit denen<br />

das Magazin seit vielen Jahren in engagierter<br />

Weise zum Brückenschlag zwischen<br />

Österreich und den in Wien ansässigen<br />

Botschaften und Vertretungen<br />

beiträgt.<br />

Ich gratuliere herzlich zur gelungenen<br />

Nummer „40 Jahre österreichisch-chinesische<br />

Beziehungen“ und verbinde das mit<br />

meinen besten Wünschen für eine gute,<br />

friedliche, humane, gemeinsame Zukunft<br />

unserer beiden Länder!<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 11


CHINA<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

China ist Inspiration<br />

Das Land des roten Drachen vereint eine reiche Vielfalt an kulturellen Highlights, eine atemberaubende<br />

Landschaft und historische Bauwerke.<br />

Die Abwechslung der Fülle an Naturschönheit<br />

und die faszinierende Kultur<br />

zeichnen China aus. Gerne auch<br />

als „schlafender Riese“ bezeichnet, hat sich<br />

das Land zur beliebten Urlaubsdestination<br />

entwickelt. Es wird auch gerne als Land der<br />

Paläste und Pagoden bezeichnet. Im kaiserlichen<br />

China dominierten die Grundprinzipien<br />

der architektonischen Gestaltung<br />

auf der Kosmologie, die von Himmel und Erde<br />

bestimmt war. Das oberste Ziel galt hier<br />

dem Streben nach dem perfekten Einklang.<br />

Aber nicht nur auf geschichtlichem Terrain<br />

kann man auf eindrucksvolle Denkmäler<br />

verweisen, denn China ist wirtschaftlich<br />

längst auf der Überholspur angelangt.<br />

In den letzten zwanzig Jahren<br />

prosperierte die Wirtschaft des Landes<br />

enorm. Dadurch erreichte man eine Lebensqualitätsoptimierung<br />

für Millionen<br />

von Menschen, speziell im Bereich der Ostküste.<br />

China besitzt zwar hohe Vorkommen<br />

an fossilen Energieträgern, jedoch<br />

nicht genug Öl, um den eigenen Bedarf zu<br />

decken, und zählt weltweit zu den größten<br />

Importeuren von Rohöl.<br />

Was man erlebt haben muss<br />

Die Besteigung eines heiligen Berges<br />

blickt auf eine lange Tradition zurück.<br />

Diese Pilgerreisen zu den heiligen Bergen<br />

des Daoismus und Buddhismus sind relativ<br />

leicht zu organisieren. Die Wanderung<br />

zum Emeishan, der als einer der vier heiligen<br />

buddhistischen Berge gilt, ist ein Faszinosum<br />

der Naturgewalten. Bei klarem<br />

Blick reicht die atemberaubende Aussicht<br />

bis zu den verschneiten Spitzen des östlichen<br />

Himalaja. Eine gut strukturierte<br />

Reiseroute und idyllische Beherbergungs-<br />

12 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


FACTS IN BRIEF<br />

squelle<br />

möglichkeiten, in einem der vielen Tempelanlagen,<br />

lassen den Aufenthalt unvergesslich<br />

bleiben. Innerhalb von zwei bis<br />

drei Tagen kann man den Gipfel, der in<br />

3099 Meter Höhe liegt, erreichen. Ausgangspunkt<br />

für dieses einzigartige Erlebnis<br />

stellt das Baooguo-Kloster dar.<br />

Ein weiterer Höhepunkt ist das Laternenfest,<br />

das im Anschluss an das Neujahrsfest<br />

in ganz China zelebriert wird. Am<br />

15. Tag des 1. Mondmonats, errechnet nach<br />

dem traditionellen chinesischen Kalender,<br />

werden die kunstvollsten Laternen angefertigt<br />

und zur Schau gestellt. Die Motive<br />

reichen von prunkvollen Palästen, historischen<br />

Figuren bis wunderbaren Blüten.<br />

Ein Spektakel bildet das abendliche Anzünden<br />

der Laternen. Früher wurden die<br />

Laternen an der Hausmauer platziert. Heute<br />

werden die herausragendsten Stücke an<br />

exponierten Stellen in den Städten ausgestellt,<br />

wie der alten Stadtmauer in Xi`an.<br />

***<br />

Was man gesehen<br />

haben muss<br />

Die Große Mauer in der Umgebung Pekings<br />

zählt zu den „neuen sieben Weltwundern“.<br />

Ein Muss für jeden Reisenden,<br />

der dies gleich mit einem Ausflug zum kaiserlichen<br />

Sommerpalast in Chengde verbinden<br />

möchte. Die ersten Mauern wurden<br />

bereits vor mehr als 2000 Jahren von verschiedenen<br />

Fürstentümern erbaut. Vollendet<br />

wurde der Bau zwischen dem 14.<br />

und 17. Jahrhundert. Die Große Mauer (in<br />

China sagt man „Lange Mauer“) erstreckt<br />

■ LÄNDERNAME: Volkrepublik China<br />

■ FLÄCHE: 9.572.419 km 2<br />

■ KLIMA: Aufgrund der räumlichen<br />

Ausdehnung ist China von einer klimatischen<br />

Vielfalt und extremen<br />

Temperaturunterschieden geprägt:<br />

Im Nordosten des Landes herrscht<br />

Kontinentalklima, im Süden subtropisches<br />

und tropisches Klima. Die<br />

Sommermonsune dauern von Mai bis<br />

September an und bringen Regen<br />

vom Pazifik.<br />

■ LAGE: China liegt im Osten Asiens<br />

und erstreckt sich fast über ein Viertel<br />

des Kontinents. Es hat die längste<br />

Landesgrenze auf der Erde und<br />

grenzt an 14 Staaten: Mongolei, Russland,<br />

Nordkorea, Vietnam, Laos, Myanmar,<br />

Bhutan, Nepal, Indien, Pakistan,<br />

Afghanistan, Tadschikistan,<br />

Kirgistan, Kasachstan.<br />

■ HAUPTSTADT: Peking (17,6 Mio.<br />

Ew.)<br />

■ BEVÖLKERUNG: 91,6% Han-Chinesen,<br />

1,4% Zhuang, 0,8% Mandschu,<br />

0,8% Hui, 0,7% Miao, 4,3% Mongolen,<br />

Koreaner, Turkvölker, Tibeter<br />

■ SPRACHEN: Chinesisch, viele<br />

regionale Dialekte<br />

■ WÄHRUNG: Renminbi (Yuan),<br />

1 EUR = 10 RMB<br />

■ RELIGIONEN: 00 Mio. Buddhisten,<br />

30 Mio. Daoisten, 20 Mio. Muslime, 15<br />

Mio. Protestanten, 4 Mio. Katholiken<br />

■ NATIONALFEIERTAG: 1. Oktober,<br />

Staatsfeiertag<br />

■ STAATSFORM: Volksrepublik<br />

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-<br />

RUNG: Staatspräsident Hu Jintao<br />

(seit 2003), Regierungschef Wen Jiabao<br />

(seit 2003)<br />

■ UNABHÄNGIGKEIT: Ausrufung der<br />

Volksrepublik durch Mao Zedong am<br />

1. Oktober 1949<br />

■ VERWALTUNG: 23 Provinzen, 5<br />

autonome Gebiete, 4 regierungsunmittelbare<br />

Städte, 2 Sonderverwaltungszonen<br />

■ MITGLIED IN INTERN. ORGANI-<br />

SATIONEN: WTO, APEC, UNO, SCO<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 13


Grenzenlos: Wandern auf der Mauer<br />

Kontrastreich: Hongkong ][ Kulturzeugnis:<br />

Terrakottaarmee von Xi‘an<br />

CHINA<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

BUCHTIPPS<br />

Shanghai<br />

Robert Zsolnay<br />

Michael Müller Verlag<br />

Globetrotter, Trendsetter, Geschäftsleute<br />

und Künstler strömen<br />

in die von Kontrasten geprägte<br />

Metropole, die <strong>2010</strong> die<br />

Weltausstellung ausrichtete. Im<br />

Morgendunst des Huangpu-Flusses üben sich Einheimische<br />

im Fächertanz, dahinter thronen die Kolonialbauten<br />

der Prachtstraße „Bund“, und gegenüber schimmern die<br />

Fassaden gewaltiger Hochhäuser.<br />

on tour<br />

China<br />

China<br />

Polyglott Verlag<br />

flipmap<br />

China<br />

Der Reiseführer mit innovativem<br />

Tourenkonzept bringt Sie zu den<br />

schönsten Reisezielen in China.<br />

Man entdeckt den Südwesten, Peking,<br />

Xi'an, Shanghai und Hong-<br />

NEU<br />

kong. Zum Einstieg bekommt man<br />

einen Überblick über die Reiseregion und stellt die<br />

schönsten Touren vor. Weitere Stichworte dieses Kapitels:<br />

Klima und Reisezeit, Anreise und Reisen in der Region,<br />

Sport und Aktivitäten sowie Unterkunft.<br />

China: Erkundungen im Reich<br />

der Mitte<br />

Francoise Hauser<br />

Trescher Verlag<br />

Dieser Reiseführer bietet kompetente<br />

Hilfe bei der Reisevorbereitung<br />

und vor Ort. Neben<br />

ausführlichen Informationen<br />

über Land und Leute sowie der Vorstellung aller interessanten<br />

Reiseziele und Regionen beinhaltet das Buch<br />

zahlreiche praktische Hinweise und Tipps sowohl für Individualtouristen<br />

als auch für organisierte Reisen.<br />

WUSSTEN SIE, DASS...<br />

■ …Shanghai auf eine jahrtausendelange Geschichte zurückblickt<br />

und es trotzdem kaum Gebäudekomplexe<br />

gibt, die älter als zwanzig Jahre sind? Man trumpft dafür<br />

mit mehr als 2.000 modernen Wolkenkratzern auf.<br />

■ …„Forbes“ Chinas Staatschef Hu Jintao als mächtigsten<br />

Mensch der Welt einstufte? US-Präsident Barack Obama<br />

fiel laut diesem Ranking auf Platz zwei zurück.<br />

CHINA IM INTERNET<br />

Lokalregierung Beijing<br />

www.beijing.gov.cn<br />

Presse<br />

www.china.org.cn<br />

Außenministerium<br />

www.fmprc.gov.cn<br />

Botschaft in Österreich<br />

www.chinaembassy.at<br />

Die 18-Millionen-Einwohner-<br />

Metropole Shanghai<br />

sich 6.000 km lang über Berge und Gipfel.<br />

Oftmals fälschlich als Grenzmarkierung<br />

bezeichnet, diente sie einzig und allein als<br />

Schutz vor den feindlichen Barbaren.<br />

„Die Verbotene Stadt“ ist die einzige historisch<br />

erhaltene kaiserliche Residenz<br />

Chinas. Die insgesamt 9000 Räumlichkeiten<br />

boten 24 Kaisern eine herrschaftliche<br />

Herberge. In den Zeremonienhallen wurden<br />

wichtige Festivitäten zelebriert und<br />

heute ist hier das größte Museum Chinas<br />

angesiedelt. Das politische und kulturelle<br />

Zentrum hingegen findet sich am Tianmen<br />

Platz. Der weitläufigste Platz der Welt<br />

kann eine Menschenmasse von einer Million<br />

Menschen fassen und liegt im Herzen<br />

Pekings.<br />

Wenn man einen Ausflug nach Osten<br />

nach Xi’an unternimmt, dann stößt man<br />

auf gigantische Grabanlagen des Qin Shihuangdi,<br />

die 1974 von Archäologen entdeckt<br />

wurden – die Terrakotta-Armee. 8000<br />

Kriegsfiguren, die in Schlachtformation<br />

in elf Korridore aufgegliedert sind. Die<br />

Herstellung der Figuren erfolgte in Fließbandfertigung<br />

aus verschiedenen Teilen<br />

und sie unterscheiden sich untereinander<br />

nur durch ihre individualisierten Gesichter.<br />

Komplettiert wurden die Tonkrieger<br />

durch bunte Bemalungen und hölzerne<br />

Kampfausrüstungen. Das Grab des Qin Shihuangdi<br />

selbst ist noch immer ungeöffnet.<br />

***<br />

Was man probiert<br />

haben muss<br />

Durch chinesische Auswanderer hat die<br />

kantonesische Küche weltweite Bekanntheit<br />

erlangt. Die chinesische Küche ist aber<br />

mindestens genauso vielfältig wie das Land<br />

selbst. Es gibt deshalb viele regionale lukullische<br />

Genüsse zu entdecken. Als Start in<br />

DIE CHINESISCHE SPRACHE<br />

Als bevölkerungsreichstes Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern<br />

avanciert Chinesisch zur global meistgesprochenen<br />

Sprache. Natürlich gibt es eine Mehrzahl an sprachlichen Abspaltungen<br />

wie den Süd-Fujian-Dialekt, Hakka und die<br />

Sprachen der Ureinwohner. Es hat sich jedoch eine einheitliche<br />

Sprache etabliert. Diese firmiert unter der Bezeichnung<br />

Putonghua, die früher als Mandarin bekannt war. Die gemeinsame<br />

Schrift blickt auf eine lange Historie zurück und<br />

gehört zur längsten Kulturtradition weltweit. Unter der linguistischen<br />

Dominanz wurde die chinesische Schrift von den<br />

ostasiatischen Kulturen (Korea und Japan) ebenfalls angenommen.<br />

Im chinesischen Raum nimmt die Schrift eine zentrale<br />

Rolle ein. Die Erlernung der Sprache und des Schriftsystems<br />

gestaltet sich diffizil und fordert viel persönliches<br />

Engagement. Die elementaren Grundzüge sind aufgrund des<br />

Wegfallens von Konjugationen und Deklinationen überschaubar.<br />

Die größte Hürde besteht wohl darin, die vier Töne<br />

beim Erlernen der Schriftzeichen und die Vielzahl von<br />

Sprichwörtern zu lernen.<br />

14 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


AUS DER GESCHICHTE<br />

FOTOS: CHINESISCHES FREMDENVERKEHRSAMT, PIXELIO, GEO REISEN<br />

Bergdorf im Südosten Chinas<br />

Die weltberühmte Terrakotta-Armee<br />

Eine kantonesische Spezialität:<br />

Frühlingsrollen<br />

BERÜHMTE PERSÖNLICHKEITEN<br />

■ Konfuzius (551 v. Chr.–479 v. Chr.): War ein chinesischer<br />

Philosoph zur Zeit der östlichen Zhou-Dynastie. Das<br />

zentrale Thema seiner Lehren war die menschliche Ordnung,<br />

die seiner Meinung nach durch die Achtung anderer<br />

Menschen erreichbar sei.<br />

■ Laotse (ca. 600 v. Chr.-500 v. Chr.): Philosoph, Begründer<br />

des Daoismus. Über Lao Zis Leben und Wirken<br />

sind nur legendenhafte Angaben überliefert.<br />

■ Du Fu (712 v. Chr.–770 v. Chr.): Ein berühmter Dichter in<br />

der Tang-Dynastie. Von seinen Gedichten, die er über die<br />

Natur und die Leiden des Menschen schrieb, sind heute<br />

1.400 erhalten geblieben.<br />

■ Sun Yatsen (1866–1925): Der Arzt wird gerne als Vater<br />

der Republik bezeichnet. Er leitete den Sturz der Monarchie<br />

und gründete die Guomindang (GMD), die nationale<br />

Volkspartei.<br />

■ Lu Xun (1881-1936): War ein berühmter Literat des 20.<br />

Jahrhunderts. Er hatte die Entwicklung des modernen<br />

chinesischen Romans ganz entscheidend geprägt.<br />

■ Guo Moruo (1892-1978): Ein berühmter Schriftsteller, Historiker,<br />

Literaturkritiker und Archäologe Chinas.<br />

■ Mao Zedong (1893-1976): Einer der einflussreichsten Politiker<br />

des 20. Jahrhunderts. Mitbegründer der KP Chinas<br />

und der 1. Vorsitzende der Volksrepublik China.<br />

■ Mei Lanfang (1894-1961): Der berühmteste Peking-<br />

Opern-Sänger des 20. Jahrhunderts in China.<br />

■ Jackie Chan (*1954): Schauspieler, Produzent, Regisseur<br />

und Stuntman. Hat in über 140 Filmen mitgespielt, berühmt<br />

für die Karatefilme der Jackie-Chan-Serie.<br />

Verbotene Stadt<br />

den Tag kann der morgendliche Pfannkuchen<br />

am Straßenrand genossen werden.<br />

Dann geht die kulinarische Reise weiter<br />

mit einer heißen Nudelsuppe am Imbiss, einem<br />

grünen Tee am Teestand mit lokalen<br />

Gerichten im Restaurant, der kaiserlichen<br />

Küche oder dem Besuch eines Spezialitätenrestaurants.<br />

Da eine Küche mit Backofen<br />

bis heute eine Rarität ist, werden gegrillte<br />

oder gebackene Speisen nur außer<br />

Haus konsumiert. Die berühmte Peking-Ente<br />

wird in einem speziellen Ofen unter großer<br />

Hitze gegart und das „Bettlerhuhn“ in<br />

einem Lehmmantel vor sich hin geschmort.<br />

Als Beilage kommt natürlich nur Reis in<br />

die Schüssel. Dass jeder Chinese täglich<br />

Reis isst, ist aber nur ein Klischee. Gerade im<br />

Norden wird verstärkt auf Weizenmehl gesetzt<br />

und hier sind Nudeln und Brotfladen<br />

am Speiseplan. Salat wird von den Chinesen<br />

nicht gegessen, jedoch werden alle anderen<br />

Gemüsesorten immer gekocht serviert. Die<br />

uns bekannten Sorten sind genauso anzutreffen<br />

wie reichliche Mengen an grünem<br />

Blattgemüse, Wasserkastanien, frischem<br />

Bambus, Taro und Lotoswurzeln.<br />

Grundsätzlich kann die chinesische Küche<br />

in die südliche Kanton-Küche, die südwestliche<br />

Küche, die östliche und nördliche<br />

Küche eingeteilt werden: Gemeinsam ist<br />

ihnen, dass alle Zutaten fein geschnitten<br />

und frisch zubereitet werden.<br />

2. Jt. v. Chr.: Für frühere Dynastien keine geschichtlichen Belege.<br />

Shang-Dynastie hinterlässt erste kulturelle Spuren.<br />

6. Jh. v. Chr.: Entstehung des Konfuzianismus und Daoismus.<br />

221 v. Chr.: Fürst Qin ruft sich zum ersten Kaiser Qin Shihuangdi<br />

aus.<br />

Ab 206 v. Chr.: Rebellen stürzen die Qin- und etablieren die<br />

Han-Dynastie.<br />

Ab 65 n. Chr.: Der Buddhismus hält über die Seidenstraße<br />

Einzug.<br />

618: Li-Klan ruft Tang-Dynastie aus. Ausweitung des Reichs<br />

– Verbindungen zum tibetischen Hof.<br />

Ab 960: Schwerpunkt Chinas verlagert sich südwärts nach<br />

Kaifeng als Hauptstadt der Song-Dynastie.<br />

1206: Dschingis wird Großkahn der Mongolen.<br />

1279-1368: Beginn des Eroberungsfeldzugs nach Westen und<br />

Süden. Dschingis Enkel Kublai herrscht erstmals als Nicht-<br />

Chinese über das Reich. Zur Hauptstadt wird Khanbaliq auserkoren.<br />

1368-1644: Nach Aufständen ersteigt ein Chinese den Thron<br />

und gründet die Ming-Dynastie. Dritter Kaiser Yongle ernennt<br />

Peking zur Hauptstadt.<br />

Ab 1644: Zerfall der Ming-Dynastie und Besetzung Pekings<br />

durch die Manschuren.<br />

Ab 1842: Europa versucht mit Gewalt den Handel zu China<br />

zu betreiben.<br />

1850: Taiping-Aufstand in Süd- und Mittelchina wird brutal<br />

niedergeschlagen.<br />

1898: Kaiser Guangxu versucht China zu modernisieren,<br />

scheitert aber daran. „Die Boxer“ bekämpfen das Vordringen<br />

der Ausländer und besetzen von Juni bis August 1900<br />

das Pekinger Gesandtenviertel. Alliierte Truppen sprengen<br />

Teile Pekings.<br />

1911: Im Süden bildet sich eine Oppositionsbewegung.<br />

1937: Japan erobert den chinesischen Küstenstreifen.<br />

1.10.1949: Mao ruft die Volksrepublik China aus.<br />

1958-1961: „Der große Sprung nach vorne“ sollte China wirtschaftlich<br />

an die Spitze bringen.<br />

1971: Eintritt in die UNO und Anerkennung seitens des Westens.<br />

1976: Mao stirbt.<br />

1997: Hongkong kehrt zu China zurück. Deng Xiaoping<br />

stirbt, ihm folgt Jiang Zemin nach.<br />

20.12.1999: Portugal gibt Macau zurück.<br />

2001: Beitritt Chinas zur WTO.<br />

2003: Hu Jintao wird Generalsekretär der KP, Staatspräsident<br />

und Vorsitzender des Militärs.<br />

2008: Olympische Spiele in Peking<br />

<strong>2010</strong>: Weltausstellung „Expo“ in Shanghai<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 15


CHINA<br />

BOTSCHAFTER<br />

Mag. Gerti Tauchhammer und S.E. Shi Mingde<br />

FOTOS: <strong>SOCIETY</strong>/SCHIFFL<br />

16 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


40 Jahre diplomatische Beziehungen<br />

Auftakt für das „China-Jahr“ 2011<br />

China und Österreich blicken auf vierzig erfolgreiche Jahre diplomatischer Beziehungen zurück.<br />

Im <strong>SOCIETY</strong>-Interview spricht der neue Botschafter Chinas, S.E. Shi Mingde, über die Vorreiterrolle<br />

Österreichs, die Pläne für eine ausgewogenere Wirtschaft und den kulturellen Austausch.<br />

Vierzig Jahre diplomatische Beziehungen<br />

China-Österreich: Wie entstanden die ersten<br />

Beziehungen?<br />

China und Österreich haben am 28.<br />

Mai 1971 diplomatische Beziehungen aufgenommen.<br />

Der damalige Außenminister,<br />

Dr. Rudolf Kirchschläger, hat im Jahr 1970,<br />

also zur Zeit des Kalten Krieges, dem österreichischen<br />

Parlament einen Bericht überreicht,<br />

mit der Absicht diplomatische Beziehungen<br />

mit China aufzunehmen. Dabei<br />

stieß man auf Widerstand, vor allem seitens<br />

der Amerikaner, da der Sitz Chinas im<br />

Sicherheitsrat noch nicht wieder hergestellt<br />

war.<br />

War Österreich, gemessen an anderen<br />

europäischen Ländern, ein Vorreiter?<br />

Im Vergleich zu Deutschland: Ja. Österreich<br />

war Deutschland um ein Jahr voraus,<br />

also für die Anerkennung Chinas. Außenminister<br />

Kirchschläger hat eine Politik der<br />

Neutralität und Unabhängigkeit verfolgt<br />

und sich klar von den Vorstellungen der<br />

Sowjetunion und Amerikas abgegrenzt.<br />

Es war sozusagen eine Pionierleistung<br />

Österreichs, deshalb schätzen wir es, dass<br />

dieses Land damals schon den Mut hatte,<br />

als ein westliches europäisches Land China<br />

diplomatisch anzuerkennen und damit<br />

die Grundlage für die Intensivierung unserer<br />

Beziehungen auf der Ebene der Politik,<br />

der Kultur und des Handels zu schaffen.<br />

Können Sie uns vielleicht einen Rückblick<br />

der vergangenen Jahre und einen Vorgeschmack<br />

auf das kommende Festjahr<br />

vermitteln?<br />

Wir blicken auf die vergangenen vierzig<br />

Jahre mit großer Zufriedenheit zurück.<br />

Die Beziehungen haben sich im<br />

Großen und Ganzen sehr schnell entwickelt<br />

und sind stabil. Daher freuen wir<br />

uns, fast jedes Jahr hohe politische Besuche<br />

empfangen zu dürfen. Soweit ich<br />

weiß, werden im Frühjahr der Vizekanzler,<br />

der Finanzminister und der Außenminister<br />

eine Reise nach China antreten.<br />

Am 25. Jänner werden wir im Rahmen<br />

des traditionellen chinesischen<br />

Neujahrskonzertes im Musikverein viele<br />

hohe Persönlichkeiten von der öffentlichen<br />

Seite Österreichs sowie wahrscheinlich<br />

die Vizeparlamentspräsidentin<br />

aus China in Empfang nehmen – der<br />

Auftakt für das „China-Jahr“. Ansonsten<br />

wird kommendes Jahr noch einiges geschehen,<br />

vor allem um den Jahrestag<br />

herum, dem 28. Mai. Beide Seiten sind<br />

dabei, Pläne auszuarbeiten und sich<br />

über gegenseitige Besuche auf hoher<br />

Ebene auszutauschen. Darüber hinaus<br />

wird am 1. Oktober zum Jahrestag der<br />

Gründung der Volksrepublik China ein<br />

zweitägiges Symposium im Wiener Konzerthaus<br />

stattfinden.<br />

Nennen Sie uns ein paar Höhepunkte<br />

„Auslandschinesen hier sind<br />

bereit, sich in die Gesellschaft<br />

zu integrieren und sie zu respektieren.“<br />

S.E. SHI MINGDE<br />

der Beziehung der letzten Jahre!<br />

2009 war unser Parlamentspräsident<br />

hier in Wien und hat sehr gute Gespräche<br />

geführt. Im Jänner <strong>2010</strong> hat Bundespräsident<br />

Fischer China einen offiziellen Besuch<br />

abgestattet, was die Beziehung zwischen<br />

China und Österreich auf allen<br />

Ebenen intensiviert hat. Nach einer Reihe<br />

von Übereinstimmungen wurde beispielsweise<br />

unmittelbar nach den Gesprächen<br />

der chinesische Handelsminister nach<br />

Österreich entsandt und in Folge wurden 17<br />

Handelsverträge im Ausmaß von 900 Millionen<br />

US-Dollar unterzeichnet. Das gibt einen<br />

enormen Auftrieb, gerade in der Zeit<br />

der Krise. Ebenso wurde ein Besuch vom Vizepremier,<br />

der für den Industriesektor zuständig<br />

ist, und dem Außenminister in die<br />

Wege geleitet. All das steht für die Stärke<br />

unserer Kooperation und deutet auf eine<br />

sehr gute Entwicklung der Handelsbeziehungen.<br />

Zwar haben wir 1971 diplomatische Beziehungen<br />

aufgenommen, dennoch lassen<br />

sich die ersten Handelsbeziehungen bis in<br />

die Jahre 1957/58 zurückverfolgen. Schon<br />

damals hat man beiderseitig Geschäftskontakte<br />

und Delegationen ausgetauscht. Im<br />

Jahr 1971 betrug das Handelsvolumen zwischen<br />

China und Österreich nur 29 Millionen<br />

Euro. Heute beläuft der Handel, laut<br />

österreichischer Statistik 2009, etwa bei 6, 8<br />

Milliarden Euro. Nach unserer Einschätzung<br />

4,8 Milliarden US-Dollar. Die Differenz<br />

ergibt sich daraus, dass Österreich die Einfuhr<br />

über Hongkong mit berechnet, da<br />

Hongkong ein eigenes Zollgebiet und Mitglied<br />

der WTO ist. Bemerkenswert ist es<br />

auch, dass der Handel zwischen China und<br />

Österreich um 42 Prozent in der ersten<br />

Hälfte des Jahres gestiegen ist, damit erwarten<br />

wir in diesem Jahr einen neuen Rekord.<br />

Seit 2003 ist China für Österreich der größte<br />

Handelspartner in Asien und nach den<br />

USA der zweitgrößte außerhalb Europas.<br />

Bei dem Tempo sind wir zuversichtlich, die<br />

Vereinigten Staaten zu überholen und Handelspartner<br />

Nummer Eins von Österreich zu<br />

werden. Dabei ist es unsere Absicht, die Bilanz<br />

ausgewogen zu halten.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 17


CHINA<br />

BOTSCHAFTER<br />

Gebäude der chinesischen Botschaft im<br />

3. Wiener Gemeindebezirk<br />

Welche Prioritäten hat China in Österreich<br />

in den Gebieten Wirtschaft und Politik?<br />

In den vergangenen dreißig Jahren<br />

konnte die chinesische Wirtschaft eine<br />

enorme Entwicklung verbuchen. Wir haben<br />

ein jährliches Wachstum von über<br />

neun Prozent. Eine große Leistung, die<br />

nicht zuletzt zur Verbesserung des Lebensstandards<br />

der Bevölkerung beigetragen<br />

hat. Dennoch haben wir einen hohen Preis<br />

dafür bezahlt. Etwa Schäden in Umwelt<br />

oder unausgewogene wirtschaftliche<br />

Strukturen waren die Folge, sowie eine<br />

ungleiche Einkommensentwicklung zwischen<br />

der Bevölkerung und den Regionen.<br />

Deshalb werden wir im kommenden Jahr<br />

den zwölften Fünf-Jahresplan erstellen,<br />

der auf eine ausgewogenere Wirtschaft<br />

abzielen soll – nach dem Motto „Qualität<br />

statt Quantität“. Auch erneuerbare Energien,<br />

Umwelt und Ökologie werden dabei<br />

wichtige Themen sein. Gerade in diesen<br />

Gebieten wollen wir künftig den Schwerpunkt<br />

unserer Zusammenarbeit setzen,<br />

da Österreich in den Bereichen Maschinenbau,<br />

Metallurgie, Energie und Umweltschutz<br />

über weltweit führende Technologien<br />

verfügt.<br />

Überhaupt verbinden Österreich und<br />

„Außenminister Kirchschläger<br />

hat eine Politik der Neutralität<br />

und Unabhängigkeit verfolgt.“<br />

S.E. SHI MINGDE<br />

BOTSCHAFTSGEBÄUDE<br />

IN WIEN DER VR CHINA<br />

Das heutige Botschaftsgebäude steht auf den ehemaligen<br />

Gründen der einst einflussreichen Familie Metternich.<br />

Nach dem Tod Metternichs nahm1897 ein österreichischer<br />

Bankier neben einigen Adelsfamilien das Anwesen in Besitz<br />

und ließ eine Residenz errichten. Im Jahre 1972, kurz<br />

nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, erwarb<br />

schließlich die VR China das Gebäude und nennt es seither<br />

seine Adresse als zentrale Anlaufstelle für chinesisch-österreichische<br />

Beziehungen.<br />

China viele Gemeinsamkeiten. In Puncto<br />

Sicherheitsrat haben wir gerade dieses<br />

Jahr sehr eng zusammengearbeitet und intensive<br />

Konsultationen geführt sowohl<br />

über internationale als auch regionale Fragen.<br />

Dabei haben wir festgestellt, dass wir<br />

sehr viele gemeinsame bzw. ähnliche Positionen<br />

zu internationalen Fragen vertreten.<br />

Schließlich sind wir für friedliche<br />

Dialoge und sprechen uns gegen jegliche<br />

Art von Konflikten aus. Unsere bisherigen<br />

Bemühungen in der UNO brachten große<br />

Leistungen hervor. Ab nächstem Jahr wird<br />

Österreich zwar kein Nicht-ständiges Mitglied<br />

beim Sicherheitsrat sein, dennoch<br />

streben wir eine Intensivierung unserer<br />

Dialoge an.<br />

Würden Sie sagen, dass Österreich für<br />

China, obwohl Österreich ein so kleines<br />

Land ist, eine gewisse Bedeutung hat?<br />

Es hat nicht nur eine gewisse Bedeutung,<br />

Österreich genießt einen sehr guten<br />

Ruf in China. Von der Bevölkerungszahl<br />

her mag es vielleicht ein kleines Land sein,<br />

aber es ist ein Land einer großen Kultur,<br />

der Musik, der Ökologie und nicht zuletzt<br />

ist es ein wichtiges Mitglied der EU. Gerade<br />

nach dem Beitritt gewann Österreichs<br />

Politik und Wirtschaft mehr und mehr an<br />

Einfluss und Ansehen. Durch die geographische<br />

Lage und die traditionell gepflegten<br />

Beziehungen zu den Nachbarstaaten<br />

ergeben sich viele erweiterte Möglichkeiten<br />

für eine Zusammenarbeit. So haben<br />

beispielsweise etliche chinesische Unternehmen<br />

großes Interesse bekundet, Ihren<br />

Sitz nach Wien zu verlegen.<br />

18 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Auch der kulturelle Austausch ist sehr<br />

intensiv. China ist ein Land mit langer Geschichte<br />

und Kultur, daher können wir uns<br />

in einigen Gebieten sehr gut ergänzen.<br />

Hier wären die Salzburger Festspiele erwähnenswert,<br />

wofür schon Gespräche aufgenommen<br />

worden sind. Aber auch in den<br />

modernen Künsten sind wir in den letzten<br />

Jahrzehnten stark vorangeschritten und<br />

wollen hier ebenfalls einen Austausch mit<br />

Österreich forcieren.<br />

Wie viele Chinesen leben in Österreich<br />

und welche Rolle spielt die deutsche Sprache<br />

in China?<br />

Zu Zeit leben etwa 30. 000 Chinesen in<br />

Österreich. Rund zwei Drittel davon in<br />

Wien. Viele haben in den 80er Jahren hier<br />

studiert und inzwischen ist die zweite Generation<br />

herangewachsen. Mit dem Besuch<br />

von Bundespräsident Fischer an einer<br />

der hier zwei vertretenen chinesischen<br />

Schulen, vermittelte man, dass Österreich<br />

um die Förderung und Unterstützung der<br />

chinesischen Sprache und Kultur stets bemüht<br />

ist. Ein wichtiges Merkmal für die<br />

Auslandschinesen hier besteht darin, dass<br />

alle, ob jung, ob alt, bereit sind, sich in die<br />

Gesellschaft zu integrieren und sie zu respektieren,<br />

dabei aber gleichzeitig ihre eigene<br />

Identität bewahren. An der Zahl der<br />

in Österreich studierenden Chinesen, das<br />

sind an die 3000, erkennt man den zunehmenden<br />

Austausch. Auch die deutsche<br />

Sprache gewinnt mehr an Bedeutung.<br />

Grund dafür ist wohl auch das steigende<br />

Wachstum an Handelsbeziehungen zwischen<br />

China und den deutschsprachigen<br />

Ländern im Allgemeinen, was den Anspruch<br />

an einen vermehrten Gebrauch der<br />

deutschen Sprache erhöht.<br />

Schildern Sie Ihre persönlichen Eindrücke<br />

von Österreich. Wie erleben Sie das<br />

Land?<br />

Ich bin zwar erst seit wenigen Monaten<br />

hier, dennoch ist es mir nicht fremd. Im<br />

Laufe meiner Tätigkeit als Abteilungsleiter<br />

im Außenministerium in Europa, speziell<br />

für die deutschsprachigen Länder, habe<br />

ich u. a. viele Delegationen nach Österreich<br />

begleitet. Es war mir schon immer<br />

ein großer Wunsch, das Amt des Botschafters<br />

in Österreich einzunehmen und hier<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Shi Mingde ist 1954 geboren, verheiratet und Vater eines<br />

Sohnes. Nach der Absolvierung seines Studiums in der<br />

DDR im Jahr 1975 war er bis 1981 an der chinesischen Botschaft<br />

beschäftigt. Daraufhin folgte ein fünf Jahre langer<br />

Aufenthalt in Peking als Angestellter im Servicebüro für<br />

Diplomaten. Zurück in der DDR verfolgte er von 1986 an<br />

seine Karriere als: 2. Sekretär der chinesischen Botschaft<br />

in der DDR (1986-1990), Vizereferatsleiter der Westeuropaabteilung<br />

des chinesischen Außenministeriums (1990-<br />

1993), Botschaftsrat der chinesischen Botschaft in Bonn<br />

(1993-1997), Botschaftsrat des Planungstabs, Vizeabteilungsleiter<br />

für Westeuropa des chinesischen Außenministeriums<br />

(1997-2002), Gesandter der chinesischen Botschaft<br />

in Berlin (2002-2006), Generaldirektor des zentralen<br />

Büros für auswärtige Angelegenheiten beim ZK der KP<br />

Chinas (2006-<strong>2010</strong>), Chinesischer Botschafter in Wien<br />

(seit August <strong>2010</strong>).<br />

ständig arbeiten zu dürfen. Bei einer Fülle<br />

an Antrittsbesuchen bei Vertretern aus allen<br />

Bereichen habe ich eine große Sympathie<br />

und Wertschätzung unserer bilateralen<br />

Beziehungen festgestellt. Es ist mir<br />

„Wir haben für die wirtschaftliche<br />

Entwicklung einen hohen<br />

Preis bezahlt.“<br />

S.E. SHI MINGDE<br />

weiters eine besondere Ehre, bei der Überreichung<br />

meines Beglaubigungsschreibens<br />

bei Bundespräsident, Dr. Heinz Fischer,<br />

ein freundschaftliches und inhaltlich sehr<br />

wertvolles Gespräch über die Intensivierung<br />

unserer Beziehung geführt zu haben.<br />

Ich bin davon überzeugt, dass ich in meiner<br />

Dienstzeit hier die Zusammenarbeit<br />

aufgrund der guten Voraussetzungen vorantreiben<br />

kann.<br />

Welche Rolle spielen die 17 Provinz- und<br />

Städtepartnerschaften zwischen China und<br />

Österreich?<br />

Die offiziellen Beziehungen werden ergänzt<br />

von den Städtepartnerschaften und<br />

basieren auf einer soliden Grundlage. Ich<br />

habe hier auch viele Delegationen, die aus<br />

den Provinzen kommen, betreut. Es gibt eine<br />

Reihe von Vereinbarungen über Personen,<br />

Kultur- und Handelsaustausch, die<br />

mit substanziellen Inhalten gefüllt sind.<br />

Diese Kontakte ermöglichen es den regionalen<br />

Politikern Österreichs, sich vor Ort,<br />

also in China, von den Fortschritten zu<br />

überzeugen. Ein persönliches Zusammentreffen<br />

erachte ich als äußerst sinnvoll<br />

und unentbehrlich, denn selbst durch das<br />

modernste Kommunikationsmittel kann<br />

es nicht ersetzt werden.<br />

Können Sie uns ein österreichisches Menü<br />

nach Ihrem Geschmack zusammenstellen?<br />

Kürbiskernsuppe, Tafelspitz mit Rösterdäpfel<br />

und Kren in Begleitung eines Rieslings.<br />

Zum Dessert ein Eis vom Tichy oder<br />

„Mohr im Hemd“.<br />

„<strong>SOCIETY</strong>“ IN CHINA<br />

Der ehemalige chinesische Botschafter Österreichs LU<br />

Yonghua, der in Wien unser Magazin <strong>SOCIETY</strong> kennen und<br />

schätzen gelernt hat, importierte die Idee der Zeitschrift,<br />

die sich dem interkulturellen Dialog widmet, nach Peking.<br />

Mag. Gerti Tauchammer freut sich, seit <strong>2010</strong> Vorbild für das<br />

chinesische Pendant von <strong>SOCIETY</strong> Magazin zu sein.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 19


CHINA<br />

INTERVIEW<br />

Vierzig Jahre diplomatische Beziehungen<br />

sind eine Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen.<br />

Wie sieht diese aus österreichischer Sicht<br />

aus? Welche außenpolitischen Erfolge gibt<br />

es zu verzeichnen?<br />

Ob sich die Politiker und Diplomaten<br />

Chinas und Österreichs damals, 1971, als<br />

die bilateralen diplomatischen Beziehungen<br />

aufgenommen wurden, auch nur entfernt<br />

vorstellen konnten, dass in vierzig<br />

Jahren Österreich einer der reichsten von<br />

27 EU-Mitgliedstaaten sein werde und China<br />

zur Nummer zwei der Weltwirtschaft<br />

und zur Handelsmacht Nummer eins aufsteigt,<br />

das wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln.<br />

Die Qualität der bilateralen Beziehungen<br />

und die Intensität der<br />

hochrangigen politischen Besuche zwischen<br />

Österreich und China sind heute so<br />

gut wie nie zuvor. Und dass sich diese<br />

jahrzehntelange Arbeit, trotz aller Höhen<br />

und Tiefen, heute in knallharten Fakten<br />

widerspiegelt (China ist heuer noch vor<br />

den USA der viertwichtigste Handelspartner<br />

Österreichs, Tendenz steigend), zeigt<br />

wohl am besten, dass Österreichs Außenpolitik<br />

hier viel richtig gemacht hat.<br />

Zu dieser Bilanz gehört auf der Erfolgsseite<br />

gewiss die Dichte an gegenseitigen<br />

hochrangigen Besuchen. Welchen Stellenwert<br />

hat Österreich aus Ihrer Sicht in China?<br />

Sicherlich, die politischen Besuche, allen<br />

voran der im Jänner <strong>2010</strong> stattgefundene,<br />

höchst erfolgreiche, Staatsbesuch von<br />

Bundespräsident Dr. Fischer schaffen den<br />

politischen Rahmen für die Beziehungen<br />

Österreichs Vertreter in Peking<br />

Knallharte Fakten<br />

Botschafter Dr. Martin Sajdik spricht im <strong>SOCIETY</strong>-Interview<br />

über die ausgezeichneten Beziehungen zu China, die<br />

Dynamik des Landes und das Leben in Peking.<br />

und sind gleichzeitig ein Gradmesser für<br />

deren Qualität. Und die ist erfreulich hoch.<br />

Chinesen sind bekanntlich pragmatische<br />

Menschen. Sie nehmen Österreich als das,<br />

was es ist: ein wirtschaftlich hochentwickeltes<br />

Land mit – trotz seiner geringen<br />

Größe – vielen spannenden Unternehmen,<br />

mit einem wunderbaren kulturellen Erbe<br />

und einer wunderbaren intakten Natur.<br />

Und einem immer manifesteren politischen<br />

Selbstbewusstsein.<br />

Wie viele Österreicher leben in China?<br />

Wie leben sie? Was arbeiten sie? Welche Hilfe<br />

oder Unterstützung benötigen die Österreicher?<br />

Österreicher registrieren sich bei Botschaften<br />

bekanntlich freiwillig, das sind<br />

rund 1.500 in ganz China, Hongkong<br />

mit eingeschlossen. Dazu kommen sicherlich<br />

Dutzende, vielleicht sogar Hunderte<br />

Österreicher, die sich kurzfristig in<br />

China aufhalten, etwa im Rahmen von<br />

Wirtschaftsprojekten oder Studenten,<br />

Kunstschaffende und Wissenschaftler.<br />

Geografischer Schwerpunkt ist der<br />

Raum Schanghai, wo auch die meisten<br />

österreichischen Unternehmen konzentriert<br />

sind. Arbeitsmäßiger Schwerpunkt<br />

sind die Zulieferer für die Sektoren Telekommunikation<br />

und Automotiv, bei den<br />

Dienstleistungen das Hotelgewerbe. Konsularischer<br />

Hilfe – außer den üblichen<br />

Tätigkeiten wie Passausstellung und -<br />

verlängerung – bedürfen unsere Landsleute<br />

selten. Im Wirtschaftsbereich<br />

unterstützen wir punktuell in Abstimmung<br />

mit den Außenhandelsstellen.<br />

Wie würden Sie die Dynamik, die in China<br />

herrscht, beschreiben?<br />

Auch wenn es klischeehaft klingt: Wolkenkratzer<br />

schießen wie die Pilze aus der<br />

Erde, nagelneue Autobahnen und Eisenbahnhochgeschwindigkeitsstrecken<br />

legen<br />

sich wie von Zauberhand in die Landschaft,<br />

die Großstädte ersticken im dichter und<br />

dichter werdenden Verkehr, die Menschen<br />

sind vom Fortschrittsglauben beseelt und<br />

wünschen einander wachsenden Reichtum.<br />

20 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


„Chinesen sind bekanntlich<br />

pragmatische Menschen. Sie<br />

nehmen Österreich als das,<br />

was es ist: ein wirtschaftlich<br />

hochentwickeltes Land…“<br />

BOTSCHAFTER MARTIN SAJDIK<br />

Was sind die größten Herausforderungen<br />

für einen Europäer in China? Welche<br />

Grundregeln muss man kennen, um nicht<br />

in Fettnäpfchen zu treten?<br />

Die größte Herausforderung in China<br />

ist wohl die Sprache, insbesondere die<br />

Schrift. Grundregeln? Wir Österreicher<br />

mit der uns eigenen Höflichkeit und unserem<br />

Humor umkurven elegant allfällige<br />

Fettnäpfchen. In diesem Sinn geben wir<br />

Österreicher aber auch selbstbewusst zu<br />

verstehen, dass auch Europäer ein Gesicht<br />

haben, das verloren gehen kann.<br />

Welche Chancen hat Österreich auf wissenschaftlichem<br />

bzw. technischem Gebiet,<br />

in China zu reüssieren?<br />

Das seit mehreren Jahren sehr erfolgreich<br />

agierende und vom österreichischen<br />

Wissenschaftsministerium aktiv unterstützte<br />

„Eurasia Pacific Uninet“ schuf in<br />

China ein beeindruckendes Netzwerk an<br />

Partnerschaften zwischen österreichischen<br />

und chinesischen Universitäten, das eine<br />

breite Palette an gemeinsamen wissenschaftlichen<br />

Aktivitäten, wie etwa in der<br />

Krebsforschung, umfasst. Auf technischem<br />

und technologischem Gebiet ist Österreich<br />

auch bereits seit mehreren Jahren aktiv,<br />

Schwerpunkt dafür ist, neben direkten Kooperationen<br />

auf Betriebsebene, der Industrieraum<br />

Schanghai.<br />

Welche Aktivitäten und Veranstaltungen<br />

gab es in jüngster Zeit an der Botschaft,<br />

z. B. Charity-Events?<br />

Charity-Aktivitäten sollen nach Ansicht<br />

meiner Gattin und mir nicht gesetzt werden,<br />

um sich selbst in Szene zu setzen. In<br />

China gibt es unzählige Menschen, welche<br />

der Hilfe anderer bedürfen, zuallererst natürlich<br />

Kinder. „SOS-Kinderdorf“ unterhält<br />

in China zehn ausgezeichnet geführte Kinderdörfer,<br />

diese unterstützten wir und die<br />

Außenhandelsstelle mit drei Veranstaltungen.<br />

2008 war es ein Galakonzert-Diner mit<br />

österreichischer Operettenmusik. Das im<br />

Februar <strong>2010</strong> vom Handelsdelegierten Dr.<br />

Oskar Andesner organisierte Charity-Schiwochenende<br />

mit Rennen war ein echter<br />

Hit und wird im kommenden Jahr wiederholt.<br />

Als Höhepunkt erwies sich dann –<br />

nicht nur von den Einnahmen her – eine<br />

Kunstauktion im vergangenen Mai, die<br />

meine Gattin, unterstützt vom Dorotheum,<br />

auf die Beine stellte. Insgesamt<br />

gingen aus diesen Events mehr als 100.000<br />

Euro an „SOS-Kinderdorf“.<br />

Österreich punktet bei chinesischen Touristen<br />

mit seinen Kulturgütern. Die Zahl der<br />

österreichischen Touristen in China hält<br />

sich in Grenzen. Woran liegt das?<br />

Die Nächtigungszahlen chinesischer<br />

Touristen entwickeln sich <strong>2010</strong> erfreulich.<br />

Dennoch, auch in Europa wird das „Buhlen“<br />

um das chinesische Klientel immer<br />

härter, wer es heute verabsäumt, ein für<br />

den chinesischen Markt entsprechend<br />

adaptiertes Angebot zu erstellen, wird es<br />

schwer haben. Die genauen Ziffern österreichischer<br />

Touristen in China kennen wir<br />

nicht, aber es stimmt, es kommen nicht<br />

allzu viele. Der Hauptgrund dafür liegt,<br />

nach meinem persönlichen Dafürhalten,<br />

Konzert der „5 + 1 Cellisten der Wiener Philharmoniker<br />

– Gerhard Kaufmann & Cello Ensemble“<br />

in der österreichischen Residenz<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 21


CHINA<br />

INTERVIEW<br />

Teilnahme am Diplomatic<br />

Football Championship<br />

in den großen Distanzen, zuerst die lange<br />

Anreise und dann die weiten, in China<br />

selbst zurückzulegenden Strecken. Im<br />

Sommer ist es dazu in China schwül und<br />

oft stickig heiß, im Winter im Norden<br />

und Zentralteil des Landes in etwa so kalt<br />

wie in Österreich. Bleiben als Reisezeiten<br />

Frühling und Herbst, also dann, wann die<br />

Österreicher in der Regel nicht urlauben.<br />

Wie gestaltet sich Ihr Alltag in Peking<br />

bzw. wie lebt es sich in dieser Stadt? Was gefällt<br />

Ihnen am meisten? Und was ist Ihre<br />

Lieblingsspeise?<br />

Wir leben hier zu Dritt, meine Gattin,<br />

unsere achtjährige Tochter Leonie und<br />

eben ich. Als anpassungsfähige Österreicher<br />

leben wir hier gut, leider trüben die<br />

starke Luftverschmutzung und der immer<br />

katastrophalere Formen annehmende Pekinger<br />

Verkehr die an sich riesige, täglich<br />

neu zu spürende Freude, in diesem faszinierenden<br />

Land in dieser faszinierenden<br />

Periode (Olympia 2008, EXPO <strong>2010</strong> etc.) zu<br />

leben. Die Küche Chinas ist so variantenreich,<br />

wie das Land groß ist. Wir lieben die<br />

Teigtaschen, Jiaozi, aber auch die Speisen<br />

aus Sinkiang, dem Westen Chinas, ähnelt<br />

doch die Küche der Uiguren jener der Kirgisen<br />

– meine Gattin ist Kirgisin.<br />

Für den sogenannten Alltag bleibt recht<br />

wenig Zeit. Nach Peking kommen logischerweise<br />

zahlreiche bedeutende Besucher<br />

aus Österreich. Es gibt auch ständig<br />

„Die Menschen sind vom Fortschrittsglauben<br />

beseelt und<br />

wünschen einander wachsenden<br />

Reichtum.“<br />

BOTSCHAFTER MARTIN SAJDIK<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Botschafter Dr. Martin Sajdik ist am 14. Jänner 1949 geboren.<br />

Er maturierte am Theresianum in Wien, studierte<br />

Rechtswissenschaften an der Universität Wien und erhielt<br />

danach Stipendien für Auslandsstudien an der Moskauer<br />

Staatlichen Universität (Lomonosov) und der John Hopkins<br />

Universität Bologna. Nach dem Gerichtsjahr trat er 1975 in<br />

den auswärtigen Dienst ein. Er war an der UN-Vertretung<br />

in Genf und an der österreichischen Botschaft in Moskau<br />

tätig sowie in Wien Leiter der Abteilung für Immobilienmanagement,<br />

später Leiter der Abteilung EU-Erweiterung<br />

und ab 2003 Leiter der Wirtschafts- und Integrationspolitischen<br />

Sektion. Zwischenzeitig war er Leiter der Pressestelle<br />

der KSZE, Leiter der Creditanstalt-Bankverein-Repräsentanz<br />

in Moskau und von 1991 bis 1994 Geschäftsführer<br />

von Maculan International GmbH. Seit 2007 ist Martin Sajdik<br />

Botschafter Österreichs in der Volksrepublik China, der<br />

Mongolei und in Nordkorea mit Sitz in Peking.<br />

Veranstaltungen, an denen wir teilzunehmen<br />

haben. Dazu betreut die Botschaft<br />

von Peking aus auch die Mongolei und<br />

Nordkorea. Besonders zur Mongolei intensivierten<br />

sich die Beziehungen in letzter<br />

Zeit in erfreulicher Weise.<br />

Für unsere Interessen hätten wir gerne<br />

mehr Zeit. Wir setzen uns sehr mit der<br />

Kunst Chinas auseinander, meine Gattin<br />

malt selbst mit Freude und Hingabe chinesische<br />

Sujets. Außerdem praktiziert sie Tai<br />

Chi. Ich selbst lese viel und fröne auch in Peking<br />

meinem großen Hobby, dem Fußball.<br />

Ich besuche regelmäßig Matches des Pekinger<br />

Klubs Guo’an und spiele auch immer<br />

wieder selbst mit Freunden. Leonie spricht,<br />

wie nicht anders zu erwarten, am besten<br />

von uns drei Chinesisch und fühlt sich<br />

dementsprechend in Peking „pudelwohl“.<br />

SOS Kinderdorf Kunstauktion in<br />

der österreichischen Residenz<br />

22 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


EINFACH PRAKTISCH.<br />

EINFACH ZULASSEN.<br />

Mit Stil fortfahren: der neue Zulassungsschein<br />

im Scheckkartenformat made by OeSD.<br />

Sicher, praktisch und bequem: Seit 1. Jänner 2011 können<br />

Fahrzeugbesitzer in Österreich auf den neuen und besonders<br />

fälschungssicheren Scheckkartenzulassungsschein umsteigen.<br />

Österreich gehört damit zu den Vorreitern in der EU bei der<br />

elektronischen Kfz-Zulassung.<br />

smart solutions by OeSD<br />

www.scheckkartenzulassungsschein.at<br />

www.staatsdruckerei.at


CHINA<br />

WKO<br />

Besuch des chinesischen Botschafters<br />

Shi Mingde und Dr. Oskar Andesner in<br />

Linz bei LH Josef Pühringer.<br />

Entwicklungschance: Export<br />

Der dynamische<br />

Wirtschaftspartner China<br />

Im <strong>SOCIETY</strong> Interview spricht Dr. Oskar Andesner, Österreichischer Handelsdelegierter in<br />

China, darüber, wie er die zukünftige Entwicklung Chinas als globale Wirtschaftsmacht sieht.<br />

China ist der zweitwichtigste außereuropäische<br />

Handelspartner Österreichs (1.<br />

Stelle USA). In welchen Sparten kann Österreich<br />

mit seinen Exportprodukten punkten?<br />

Mit einem solch dynamischen Wirtschaftspartner<br />

wie China ändern sich Fakten<br />

schnell. Im August <strong>2010</strong> hat China die<br />

USA als wichtigsten Handelspartner in<br />

Übersee abgelöst. Diese Entwicklung war<br />

nur eine Frage der Zeit. Die österreichischchinesischen<br />

Handelsbeziehungen haben<br />

sich in den letzten Jahren weit dynamischer<br />

entwickelt als die bilateralen Beziehungen<br />

mit den USA. Zu verdanken haben<br />

wir den Erfolg unseren starken Maschinenund<br />

Anlagebauern, sowie Lieferanten aus<br />

dem Bereich Infrastruktur und Automotive.<br />

Wie wird sich der österreichische Außenhandel<br />

mit China schätzungsweise in den<br />

nächsten fünf Jahren entwickeln?<br />

Wir rechnen auf alle Fälle mit einem<br />

weiteren Anstieg. Vor allem bei den Exporten<br />

sehen wir große Entwicklungschancen.<br />

In den ersten drei Quartalen <strong>2010</strong><br />

konnten wir die schleppende Entwicklung<br />

im Krisenjahr 2009 bereits wieder wettmachen<br />

und sehen derzeit durchschnittliche<br />

Wachstumsraten von knapp fünfzig Prozent<br />

bei den österreichischen Exporten. Ich<br />

wäre nicht überrascht, wenn wir unsere<br />

Exporte bis 2015 nochmals verdoppeln<br />

können.<br />

24 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Sehen Sie trotz der Masse an chinesischen<br />

Exportgütern eine Chance, die Handelsbilanz<br />

mit China (doppelt so hohe Einfuhren<br />

aus China wie Ausfuhren nach<br />

China) zu verbessern oder gar auszugleichen?<br />

Unser Handelsbilanzdefizit mit China<br />

hat sich in den letzten Jahren bereits verbessert.<br />

Während es zwischenzeitlich<br />

bis zu fünfzig Prozent des bilateralen<br />

Außenhandelsvolumens betrug, liegt es<br />

derzeit nur noch bei knapp dreißig Prozent.<br />

Ein Ausgleich ist jedoch noch wenig<br />

realistisch. Auch wenn unsere Exporte<br />

weit schneller als die chinesischen<br />

Importe steigen, können wir das enorme<br />

Defizit auf absehbare Zeit nicht aufholen.<br />

Wir sind jedoch auf bestem Wege.<br />

Österreichische Firmen investieren in<br />

China. Können Sie einen kurzen Überblick<br />

geben?<br />

Es haben sich bereits über vierhundert<br />

österreichische Firmen mit über 640 Ansiedlungen<br />

in China niedergelassen. Die<br />

österreichischen Investitionen belaufen<br />

sich mittlerweile auf über eine Milliarde<br />

US-Dollar. Natürlich sind da auch die großen<br />

österreichischen Vorzeigeunternehmen<br />

wie Andritz und Swarovski vertreten.<br />

Der Großteil unserer Unternehmen<br />

sind jedoch, analog zur Wirtschaftsstruktur<br />

in Österreich, KMUs.<br />

China hat zahlenmäßig eine hohe Position<br />

bei den Exporten, beim BIP, immensen<br />

Handelsbilanzüberschuss etc. Dennoch ist<br />

das BIP pro Kopf relativ gering, der tertiäre<br />

Sektor eher klein, das soziale Konfliktpotenzial<br />

ein wichtiges Thema. Wie sehen Sie<br />

die zukünftige Entwicklung Chinas als globale<br />

Wirtschaftsmacht?<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Dr. Oskar Andesner<br />

wurde am 24.August<br />

1953 geboren. Nach<br />

einem Doktoratsstudium<br />

an der Wirtschaftsuniversität<br />

Wien folgte der Eintritt<br />

in die Wirtschaftskammer<br />

Österreich in Wien.<br />

Seine Ausbildung vervollständigte er mit einer Kadettenausbildung<br />

in der Außenwirtschaftsabteilung. Dr. Andesner<br />

fungierte als stellvertretender Handelsdelegierter<br />

im Iran, in China, Schweden und Jordanien. Daraufhin war<br />

er als Handelsdelegierter in Indonesien und in Thailand tätig.<br />

Im Jahr 2000 übernahm der Deutsch, Englisch, Französisch,<br />

Spanisch, Indonesisch und Schwedisch Sprechende<br />

die Leitung des Länderreferats Asien mit<br />

Betreuungsbereich Südostasien und Iran der WKO. Seit<br />

2007 bekleidet Dr. Andesner das Amt des Handelsdelegierten<br />

in China.<br />

Die soziale und wirtschaftliche Entwicklungsschere<br />

stellt natürlich ein großes<br />

Problem dar. Gleichzeitig garantiert<br />

diese mittelfristig weiterhin hohes Entwicklungspotenzial.<br />

Dabei geht es nicht<br />

nur um die infrastrukturelle Aufholjagd,<br />

„Im August <strong>2010</strong> hat China die<br />

USA als wichtigsten Handelspartner<br />

Österreichs in Übersee<br />

abgelöst.“<br />

OSKAR ANDESNER<br />

sondern vor allem auch um den Aufbau<br />

von Schlüsselindustrien, Modernisierung<br />

von Staatsbetrieben und den Ausbau des<br />

Dienstleistungssektors. Das verfügbare Einkommen<br />

steigt seit Jahren um ca. zehn<br />

Prozent pro Jahr und wird es auch die<br />

nächsten Jahre tun. Es wird jedoch noch eine<br />

ganze Weile dauern, bis auch in den<br />

ländlichen und zentralchinesischen Regionen<br />

eine ausreichende Kaufkraft generiert<br />

werden kann. Nur so kann China seine<br />

Binnenwirtschaft stärken und seinen<br />

Dienstleistungssektor ausreichend entwikkeln.<br />

Die nächsten Jahre werden auf alle<br />

Fälle spannend, und es bleibt abzuwarten,<br />

wie die chinesische Regierung mit<br />

den drohenden Wirtschaftsrisiken, wie Inflation,<br />

Überkapazitäten und Überhitzung<br />

des Immobiliensektors umgehen wird. Ich<br />

persönlich bin jedenfalls zuversichtlich.<br />

Welchen Stellenwert hat die chinesische<br />

Sprache im internationalen Business? Sollte<br />

Chinesisch in Österreich unterrichtet<br />

werden?<br />

Expats, die chinesisch sprechen, haben<br />

es auf alle Fälle leichter. Viele chinesische<br />

Entscheidungsträger sprechen kein oder<br />

nur wenig Englisch. Auch im privaten Umfeld<br />

stößt man ohne Chinesischkenntnisse<br />

schnell an seine Grenzen. Bei Verhandlungen<br />

ist ein Dolmetscher jedoch auch für<br />

Österreicher mit guten Sprachkenntnissen<br />

ein Muss, da dadurch Gesicht gewonnen<br />

wird. Ich beobachte bereits seit einigen<br />

Jahren, dass vor allem junge Manager<br />

teilweise in China studiert haben und Chinesischkenntnisse<br />

mitbringen. Hier liegt<br />

sicherlich die Zukunft und könnte durchaus<br />

bereits in den österreichischen Schulalltag<br />

aufgenommen werden.<br />

FOTO: LAND OÖ – KRAML<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 25


CHINA<br />

WIRTSCHAFT<br />

Wirtschaftswunder im Reich der Mitte<br />

Made in China<br />

Im Jahr <strong>2010</strong> erlebte China einen so starken Wirtschaftsaufschwung, dass das Land zur zweitgrößten<br />

Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen ist. Bis 2020 wird China sogar als Weltwirtschaftsführer<br />

vorhergesagt. Laut dem New Yorker Forbes Magazin ist seit heuer der chinesische<br />

Präsident Hu Jintao erstmals der mächtigste Mann der Welt. Doch wie wurde China so stark?<br />

China hat seit der Jahrtausendwende<br />

ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum<br />

von ca. zehn Prozent jährlich<br />

(Österreich im Vergleich dazu hat ca.<br />

zwei Prozent!). Vergleichbare Schwellenländer<br />

wie Brasilien mit etwa drei Prozent<br />

oder Indien mit sechs Prozent per anno liegen<br />

laut dem IWF weit nach China, dass<br />

seit Anfang <strong>2010</strong> auf Platz zwei der größten<br />

Volkswirtschaften liegt. Sogar in den<br />

Jahren der Finanzkrise 2008 und 2009<br />

konnte China die Zehn-Prozent-Marke<br />

halten.<br />

***<br />

Anfänge<br />

Chinas wirtschaftliche Erfolgsgeschichte<br />

begann mit Mao. Dieser führte, nach sowjetischem<br />

Vorbild, die Planwirtschaft ein. Sein<br />

Ziel war es, das Land so rasch wie möglich<br />

zu industrialisieren, um so das Wirtschaftswachstum<br />

zu steigern. Die verschiedenen<br />

Regionen Chinas sollten sich selbst erhalten,<br />

denn er erkannte recht bald, dass eine zentralistisch<br />

geführte Wirtschaft für China<br />

nicht zielführend sei. Sein Nachfolger Deng<br />

Xiao Ping führte Sonderwirtschaftszonen<br />

ein, also Regionen und einzelne Städte mit<br />

bestimmten wirtschaftlichen Sonderregelungen,<br />

die ausländische Investoren anlocken<br />

sollten. Deng Xiao Ping setzte die Kollektivlandwirtschaft<br />

schrittweise ab und<br />

gab den Bauern Eigentumsrechte an den<br />

von ihnen erwirtschafteten Gütern. Von<br />

nun an war es den Bauern möglich, den<br />

Überschuss, den sie von den planwirtschaftlichen<br />

Vorgaben übrig hatten, auf freien<br />

Märkten nach ihrem Belieben zu verkaufen.<br />

In den 1980er Jahren wurde dieses System<br />

auch für die industriellen Wirt-<br />

26 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


schaftszweige angewendet, was den Effekt<br />

eines kräftigen Wachstumsschubs hervorbrachte.<br />

1987 wurde ein Wirtschaftsplan<br />

mit drei Phasen aufgestellt. Bis zu den<br />

1990er Jahren sollte sich das BIP verdoppeln,<br />

als zweiter Schritt sollte es sich bis<br />

zum Jahr 2000 ein weiteres Mal verdoppeln<br />

und schließlich sollte bis 2050 erreicht<br />

werden, dass China den Status eines<br />

Schwellenlandes annimmt. Betrachtet man<br />

die Wirtschaftszahlen (siehe Factbox) ist<br />

China am besten Weg, die vorgegebenen<br />

Ziele zu erreichen. Um die wirtschaftliche<br />

Stabilität weiter zu sichern und auszubauen,<br />

wird die industrielle Entwicklung im<br />

Reich der Mitte auf das ganze Land ausgedehnt<br />

und beispielsweise in Infrastruktur<br />

investiert, wie neue Flughäfen oder den<br />

massiven Ausbau des Eisenbahnnetzes.<br />

***<br />

Ausfuhr<br />

Die Hauptausfuhrgüter Chinas sind<br />

Elektronikgüter sowie Textilien und Nahrungsmittel.<br />

Sie ergeben zusammen über<br />

fünfzig Prozent der Ausfuhren Chinas. Den<br />

Löwenanteil unter den elektronischen Exportprodukten<br />

stellen Erzeugnisse für die<br />

Nachrichtentechnik, Radio und Fernsehen<br />

sowie für Büromaschinen und EDV. China<br />

ist einer der Hauptlieferanten für Textilien<br />

und Kleidung. Diese Tatsache macht sich<br />

auch für den alltäglichen Textilerwerber<br />

bemerkbar, wenn er auf die Herstellungsetiketten<br />

seiner Kleidungsstücke sieht.<br />

Über siebzig Prozent der Bevölkerung<br />

Chinas leben am Land und arbeiten in der<br />

Agrarwirtschaft, was China gleichzeitig<br />

zum größten Getreide- und Reiserzeuger<br />

der Erde macht. Weiteres verfügt China<br />

über ein großes Vorkommen an Eisenerz<br />

und Kohle, welche die Rohstoffe für Chinas<br />

bedeutende Stahlindustrie bilden. Ein<br />

reichhaltiges Vorkommen von verschiedenen<br />

Mineralien, wie Bauxit (für Aluminium),<br />

Blei, Phosphate und Mangan, bilden<br />

die letzte Gruppe an Hauptexportgütern.<br />

Einen kleinen Anteil am Export Chinas<br />

stellt zudem noch die chemische Industrie<br />

dar. China ist im Begriff, eine petrochemische<br />

Industriesparte aufzubauen, da es<br />

über Erdölvorkommen verfügt. Aufgrund<br />

des hohen Verbrauchs müssen aber fünfzig<br />

Prozent des Bedarfs importiert werden.<br />

***<br />

Handelspartner<br />

Die wichtigsten Handelspartner Chinas<br />

sind die Vereinigten Staaten, Japan, Südkorea<br />

und Deutschland. Sie bilden zusammen<br />

über 34 Prozent des Exports und über<br />

36 Prozent des Imports in China. Im Jahr<br />

2008 führte die EU Güter im Wert von<br />

247,6 Milliarden Euro aus China ein und<br />

exportierte im Vergleich dazu Waren im<br />

Wert von 78,4 Milliarden Euro nach China.<br />

Ferner hat China den zweitgrößten Anteil<br />

an Direktinvestitionen weltweit, die nachhaltig<br />

die Stabilität der Wirtschaft Chinas<br />

sichern werden.<br />

***<br />

Österreich in China<br />

Österreich kann im diesjährigen Jahr<br />

ein Plus von 42,2 Prozent bei den Exporten<br />

nach China vorweisen. Ein weiterer Erfolg<br />

für Österreich war der moderne Pavillon<br />

auf der EXPO in Shanghai, der mit über 2,2<br />

Millionen Besuchern mehr Leute anziehen<br />

konnte als die meistbesuchte Sehenswürdigkeit<br />

Wiens, das Schloss Schönbrunn.<br />

Österreich konnte sich als<br />

High-Tech-Land präsentieren und hat mit<br />

China einen Hoffnungsmarkt. Vor allem<br />

im Bezug auf Umwelttechnologie hofft<br />

Österreich auf Aufträge, da China in den<br />

nächsten Jahren ca. fünfzig Milliarden Euro<br />

in Energieeinsparung und Umwelteffizienz<br />

investieren möchte. Österreich zählt<br />

im Bereich Energieeffizienz, Energie- und<br />

Umwelttechnik sowie Abwasseraufbereitung<br />

bereits zu den Weltmarktführern<br />

und könnte seine Stellung in diesem Sektor<br />

noch weiter ausbauen. Auch im Bereich<br />

Nahverkehr plant die chinesische MTR<br />

(Masstransit Railway Coporation Limited)<br />

massive Erweiterungen, die für österreichische<br />

Unternehmen von Interesse sein können.<br />

Bereits eine große Anzahl, teils führender,<br />

österreichischer Unternehmen hat<br />

bereits Tochterfirmen in China oder einen<br />

Sitz, wie zum Beispiel Schenker International<br />

AG, Bank Austria Creditanstalt, Raiffeisen<br />

Zentralbank Österreich AG, Swarovski<br />

Asia Ltd. oder die Andritz Hydro GmbH.<br />

***<br />

Mit Blick in die Zukunft<br />

Im aktuellen Fünfjahresplan (<strong>2010</strong>-2015)<br />

investiert China ca. 600 Milliarden US-Dollar<br />

in den weiteren Ausbau des Wirtschafts-,<br />

Rechts-, Bildungs- und Sozialsystems.<br />

Vor allem die ländlichen Regionen<br />

in West- und Zentralchina sollen ausgebaut<br />

und gestärkt werden, um dort ein<br />

nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen.<br />

Investiert wird hier vor allem in<br />

neun „Schlüsselbranchen“: Neue Energien,<br />

neue Materialien, Informationstechnologie,<br />

Biologie und neue Medizin, Energieeinsparung<br />

und Umweltschutz, Raumfahrtindustrie,<br />

Schiffsbau, Fertigung<br />

hochwertiger Güter sowie High-Tech<br />

Dienstleistungen. An oberster Priorität für<br />

die chinesische Regierung steht hierbei<br />

die große Kluft zwischen Arm und Reich<br />

und die damit einhergehende soziale Instabilität<br />

des Landes zu schließen.<br />

WIRTSCHAFTSDATEN<br />

Bedeutende Wirtschaftssektoren: Elektronik, Textilien,<br />

Nahrungsmittel, Eisen und Stahl, chem. Erzeugnisse, Mineralien<br />

Währung: Renminbi Yuan (RMB)=10Jiao=100 Fen; 1 EUR =<br />

9,03 RMB<br />

BIP: 4.900 Mrd. US-Dollar (2009)<br />

BIP/Kopf: 3.280 US-Dollar (2008)<br />

Wirtschaftswachstum: 8 Prozent (<strong>2010</strong>)<br />

Arbeitslosigkeit: 4,3 Prozent<br />

Inflation: 3,4 Prozent (<strong>2010</strong>)<br />

Auslandverschuldung: 375 Mrd. US-Dollar (2008)<br />

Exporte: 1429 Mrd. US-Dollar<br />

Importe: 1133 Mrd. US-Dollar<br />

Wichtigste Exportmärkte: USA, Japan, Korea, Deutschland<br />

Wichtige Exportprodukte: Elektronik, Textilien, Elektrotechnik,<br />

chem. Erzeugnisse, Eisen und Stahl<br />

Wichtigste Importmärkte: Japan, Korea, USA, Deutschland<br />

Wichtige Importprodukte: Elektronik, Rohstoffe, chem.<br />

Erzeugnisse, Brennstoffe, Maschinen, Elektrotechnik, Messund<br />

Regeltechnik, Eisen und Stahl, KfZ-Teile<br />

Außenhandel von China mit Österreich<br />

Importe Österreichs aus China: 1,642 Mrd. Euro<br />

Bedeutendste Importprodukte: Maschinen, Textilien, Produkte<br />

aus der Leichtindustrie, Elektro- und Haushaltsgeräte,<br />

Nahrungs- und Genussmittel, Produkte aus der Tierhaltung<br />

Exporte Österreichs nach China: 4,566 Mrd. Euro<br />

Bedeutendste Exportprodukte: Maschinen und –teile,<br />

KfZ-Zubehör, Eisen-, Stahl- und Chemieprodukte<br />

Quellen:<br />

Fischer Weltalmanach <strong>2010</strong><br />

www.gtai.de<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 27


CHINA<br />

BILDUNG<br />

Sprache und Integration<br />

Bananenkinder ade!<br />

Jing Zhao bringt Kindern chinesischer Migranten Chinesisch<br />

bei. Im Interview erklärt sie, warum auch das Lernen<br />

der Muttersprache der Integration dient und weshalb die<br />

Chinesen in Österreich eine so unauffällige Gruppe sind.<br />

Von MICHAELA MAYER-DANIELS<br />

Mann 1997 die Chinesische<br />

Schule. Am Anfang hatten<br />

wir nur sechs Kinder, heute<br />

gut dreißig Klassen mit über<br />

700 Kindern.<br />

Was für Kinder sind das?<br />

Aus welchen sozialen Schichten<br />

kommen sie?<br />

Natürlich vor allem Kinder<br />

aus chinesischen Familien.<br />

Seit die chinesische<br />

Wirtschaft boomt, kommen<br />

aber auch Kinder ohne asiatischen<br />

Hintergrund zu uns. Aus den USA<br />

kennen wir das Phänomen, dass chinesische<br />

Eltern wollen, dass ihre Kinder möglichst<br />

schnell Englisch lernen und sonst<br />

nichts. Sie sind dann zwar ethnische Chinesen,<br />

kennen aber Sprache und Kultur<br />

fast nicht. Sie sind sozusagen außen gelb,<br />

innen aber weiß – wir sagen deshalb ironisch<br />

auch „Bananen-Kinder“. Unsere<br />

Schule arbeitet daran, dass es möglichst<br />

wenige davon gibt.<br />

Aber fällt es den Kindern dann nicht<br />

umso schwerer, sich in Österreich zu integrieren?<br />

Natürlich ist auch Deutsch sehr wichtig.<br />

Doch das lernen die Kinder automatisch<br />

in der Schule und mit Freunden.<br />

Und nebenbei lernen sie eben Chinesisch.<br />

Das ist kein Widerspruch, sondern<br />

ein Vorteil! Ich sehe oft, dass Kinder viel<br />

selbstsicherer sind und sich besser integrieren,<br />

wenn sie ihre eigene Muttersprache<br />

beherrschen und sich mit ihren<br />

Wurzeln identifizieren.<br />

Also trägt Ihre Schule zur Integration<br />

bei?<br />

In unserer Schule lernen die Kinder<br />

nicht nur Chinesisch, sondern auch singen,<br />

tanzen, Schach, oder verschiedene<br />

Sportarten. Wir bieten auch Deutschkurse<br />

für die Eltern an. Die Lehrer vermitteln<br />

nicht nur Sprache, sie weisen auch auf kulturelle<br />

Unterschiede hin und erklären, wie<br />

man sich in bestimmten Situationen am<br />

besten verhält.<br />

Selbst ausländerfeindliche Menschen<br />

haben selten etwas gegen Chinesen. Woran<br />

liegt das?<br />

Wir sind zahlenmäßig kleiner als andere<br />

Migrantengruppen und auch kaum in<br />

den Medien präsent. Das liegt daran, dass<br />

vielen einfach Zeit und Interesse fehlen,<br />

um sich in der Öffentlichkeit zu äußern.<br />

Sie wollen einfach ihre Arbeit gut machen,<br />

ihre Kinder erziehen und ihnen gute<br />

Bildung geben. Darin sehen sie ihren<br />

Beitrag zur Gesellschaft, nicht in politischem<br />

Engagement.<br />

Warum haben Sie diese<br />

Schule gegründet?<br />

Begonnen hat alles damit,<br />

dass ich wollte, dass mein<br />

Sohn Chinesisch lernt – möglichst<br />

mit anderen gemeinsam.<br />

Später haben mich andere<br />

Eltern angesprochen, die<br />

wussten, dass ich Sprachen<br />

studiert und unterrichtet hatte.<br />

Sie baten mich, Chinesischkurse<br />

zu organisieren. So<br />

gründete ich mit meinem<br />

Mag. Jing Zhao ist Leiterin des Bildungszentrums<br />

für chinesische Sprache in Wien. 1989 zog<br />

sie von China nach Österreich, wo sie 1997 die<br />

Einrichtung mit ihrem Mann eröffnete.<br />

Das Interview erschien ursprünglich in<br />

„Integration im Fokus“ 4/<strong>2010</strong> –<br />

www.integrationsfonds.at<br />

WEBTIPP<br />

www.chineseschool.at<br />

28 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


CHINA<br />

SALZBURG<br />

Salzburg verfügt über jahrelange Chinakompetenz<br />

Jumelage mit „Sa er ci Bao“<br />

Mit einem China-Zentrum an der Universität Salzburg, einem China-Büro zur Unterstützung<br />

heimischer Unternehmen bei der Anbahnung von Wirtschaftskontakten zu China<br />

und diversen Partnerschaften zu Städten und Provinzen in der Volksrepublik ist Salzburg<br />

eng mit dem „Zukunftsmarkt China“ verbunden.<br />

Schwesternstädte Salzburg und Shanghai: Bürgermeister<br />

Heinz Schaden und Volkskongress-Vorsitzender<br />

Liu Yungeng<br />

Salzburger Wirtschaftsdelegation in Shanghai: Im Bild v.li.: Dr. Wilfried<br />

Haslauer, Dr. Doris Fuschlberger, Mag. Agnes Steger, Jianzhen<br />

Reiter, Dr. Gabriele Ramsauer und Dr. Johannes Honsig-Erlenburg<br />

China Business Club: Im Bild v. li: Li Ou Vortragender,<br />

Georg Winkler, Prok. Commend, LH-Stv. Wilfried Haslauer,<br />

LH-Stv. a.D. Wolfgang Eisl, Xu Jinghua Botschafterin,<br />

Jianzhen Reiter (China Büro)<br />

FOTOS: FRANZ NEUMAYR, STADTGEMEINDE SALZBURG / KILLER, STANDORT AGENTUR SALZBURG GMBH<br />

KONTAKTDATEN<br />

Standort Agentur Salzburg GmbH<br />

Südtiroler Platz 11, A-5020 Salzburg<br />

Tel.: +43-(0)662-45 13 27 0<br />

Fax: +43-(0)662-45 13 27 11<br />

E-mail: office@salzburgagentur.at<br />

www.salzburgagentur.at<br />

Als Markt mit hohen Absatz- und<br />

Wachstumschancen ist China schon<br />

seit längerer Zeit in den Fokus der<br />

internationalen Wirtschaft gerückt. Die<br />

Volksrepublik China ist in den vergangenen<br />

Jahren durch die immer weiter fortschreitende<br />

Öffnung zum Westen ein<br />

interessanter und starker Wirtschaftsraum<br />

für Österreich geworden. Besonders Salzburg,<br />

oder „Sa er ci Bao“ wie die Mozartstadt<br />

auf Chinesisch heißt, hält seit den<br />

vergangenen zwei Jahrzehnten engste Beziehungen<br />

zum „Reich der Mitte“.<br />

***<br />

Langjährige Partnerschaften<br />

Bereits seit 2000 gibt es eine Jumelage<br />

zwischen Salzburg und der chinesischen<br />

Provinz Hainan, die eine enge touristische<br />

und wirtschaftliche Zusammenarbeit vorsieht.<br />

Mit der Provinz Heilongjiang existiert<br />

seit 2005 ein Freundschafts- und<br />

Partnerschaftsabkommen, seit <strong>2010</strong> eine<br />

intensive Kooperationsvereinbarung. Die<br />

Stadt Salzburg und Shanghai sind seit dem<br />

Jahr 2009 offiziell Partnerstädte.<br />

Salzburg war auch wiederholt Gastgeber<br />

für hochrangige Politiker aus China,<br />

unter ihnen die Ministerpräsidenten Li<br />

Peng im Jahr 1994 und Jiang Zemin 1999,<br />

der Vorsitzende des ständigen Ausschusses<br />

des Nationalen Volkskongresses, Wu Bangguo<br />

im Vorjahr, und Vize-Ministerpräsident<br />

Dejiang Zhang sowie Außenminister<br />

Yang Jiechi heuer im Sommer. Mit September<br />

dieses Jahres wurde eine vertiefende<br />

Kooperationsvereinbarung zwischen dem<br />

Land Salzburg und der Provinz Heilongjiang<br />

unterzeichnet. Der zwischen Landeshauptmann-Stellvertreter<br />

Dr. Wilfried Haslauer<br />

und Vice-Governor Du Jiahao unterzeichnete<br />

Kontrakt bezieht sich auf die<br />

Schwerpunkte Wintertourismus, Wintersporteinrichtungen,<br />

Energieeffizienz und<br />

nachhaltiger Umgang mit den natürlichen<br />

Ressourcen wie Holz sowie betriebliche<br />

Forschung und Entwicklung.<br />

***<br />

Salzburger Delegationen in Shanghai<br />

Die Beziehungen zwischen der Volksrepublik<br />

China und dem Land Salzburg haben<br />

sich in den vergangenen 15 Jahren<br />

sehr gut entwickelt und weiter vertieft. Bereits<br />

seit ca. acht Jahren werden in regelmäßigen<br />

Abständen hochrangige Delegationen<br />

nach China entsandt. Vor diesem<br />

Hintergrund sind auch die jüngsten Salzburger<br />

Wirtschaftsdelegationsreisen nach<br />

Shanghai zu sehen.<br />

Im Juli dieses Jahres haben Bürgermeister<br />

Dr. Heinz Schaden und Oberbürgermeister<br />

Han Zheng in Shanghai ein Memorandum<br />

unterzeichnet, welches den offiziellen Partnerstatus<br />

der beiden Städte bestätigt. Auf<br />

dem Programm der Salzburger Delegation<br />

standen Gespräche mit den Vertretern der<br />

Stadtregierung in Shanghai, mit Wirtschafts-<br />

und Umweltbehörden, Treffen mit<br />

Firmen, der Kultur- und Tourismusverwaltung,<br />

sowie Besuche von Universitäten.<br />

Im Oktober stattete eine fast 60-köpfige<br />

Salzburger Wirtschaftsdelegation, unter der<br />

Führung von Landeshauptmann-Stellvertreter<br />

Dr. Wilfried Haslauer, der EXPO in<br />

Shanghai einen Besuch ab. Das Engagement<br />

der Salzburg Delegation in China<br />

ging jedoch weit über die EXPO hinaus. Mit<br />

Besuchen bei Regierungsmitgliedern der<br />

Stadt Shanghai, einem Termin mit hochrangigen<br />

Vertretern der Millionenmetropole,<br />

Meetings mit potentiellen chinesischen Zulieferfirmen<br />

sowie einem Salzburg Empfang<br />

im Opernhaus von Shanghai, dem<br />

„Grand Theater“, schaffte es Salzburg einen<br />

bleibenden Eindruck zu hinterlassen.<br />

***<br />

China-Büro unterstützt Salzburger Unternehmen<br />

2002 wurde in der Standort Agentur<br />

Salzburg, der Standortmarketing- und Betriebsansiedlungsgesellschaft<br />

von Stadt und<br />

Land Salzburg, ein China-Büro eingerichtet,<br />

das Firmen bei der Anbahnung von Wirtschaftskontakten<br />

zu China unterstützt. Des<br />

Weiteren ist im Land Salzburg LH-Stv. a.D.<br />

Wolfgang Eisl als Chinabeauftragter für die<br />

Intensivierung der bilateralen Beziehungen<br />

zuständig. Derzeit sind etwa fünfzig<br />

Salzburger Unternehmen geschäftlich in<br />

China aktiv. Sony und Porsche besitzen in<br />

Shanghai eigene Niederlassungen. Die Firma<br />

Alpine Mayreder hat den Österreich-Pavillon<br />

auf dem Gelände der Expo in Shanghai<br />

errichtet. Zudem verfügt Salzburg seit<br />

1999 an der Universität Salzburg über ein eigenes<br />

China-Zentrum und unterstreicht dadurch<br />

auch im Bildungsbereich seine China-Kompetenz.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 29


CHINA<br />

KOMMENTAR<br />

Am Reich der Mitte führt wirtschaftlich und politisch kein Weg vorbei<br />

Chinas rasanter Aufstieg zum<br />

Global Player<br />

An der Volksrepublik China führt kein Weg vorbei. Der Terminus „emerging market“ wird<br />

der aufstrebendem Wirtschaftsmacht in Asien eigentlich schon längst nicht mehr gerecht. Das<br />

Reich der Mitte ist zu einem Land der Superlative geworden. Von HERMINE SCHREIBERHUBER<br />

Es hat die größte Bevölkerung der Erde<br />

und ist im Begriff, zur zweitgrößten<br />

Volkswirtschaft weltweit zu werden.<br />

Mit der ökonomischen Stärke hat China<br />

zunehmend politisches Selbstbewusstsein<br />

entwickelt.<br />

Von Amerikanern und Europäern<br />

gleichermaßen umworben, ist sich China<br />

seiner Anziehungskraft durchaus bewusst.<br />

Kaum ein anderes Land hat eine derart rasante<br />

wirtschaftliche Entwicklung durchlaufen.<br />

Nur Indien und Brasilien könnte<br />

man, gemessen an Bevölkerungsstärke und<br />

Wirtschaftswachstum, noch in einem<br />

Atemzug mit China nennen. Die so genannten<br />

BRIC-Staaten haben im globalen<br />

Dorf die Karten neu gemischt.<br />

Die Volksrepublik China hat die Wirtschaftskrise<br />

unerwartet gut gemeistert.<br />

Die Wachstumsraten sind zwar nicht mehr<br />

im zweistelligen Bereich, doch für das<br />

30 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


nächste Jahrzehnt wird jährlich ein Wirtschaftswachstum<br />

von sieben oder acht Prozent<br />

prognostiziert. Ein Hoffnungsmarkt<br />

für potenzielle Investoren – auch für Österreich.<br />

***<br />

Bedarf an Rohstoffen und Nahrung<br />

Mit dem Aufstieg zu einer führenden<br />

Wirtschaftsnation geht ein enormer Bedarf<br />

Chinas nach Ressourcen einher. Die<br />

Schwellenländer haben die Nachfrage angekurbelt.<br />

Der „China-Faktor“ ist auf den<br />

Rohstoffmarkten stets präsent. Rund um<br />

den Globus investiert das Riesenreich Milliarden<br />

in Unternehmen, um seinen Bedarf<br />

zu decken: 2009 betrug die Rekordsumme<br />

an chinesischen Investitionen zur Sicherung<br />

von Bodenschätzen weltweit 32 Mrd.<br />

US-Dollar. An Kapital mangelt es bei den<br />

Einkaufstouren nicht: Peking verfügt mit<br />

rund 2,45 Bio. US-Dollar über die weltgrößten<br />

Devisenreserven.<br />

Es geht aber nicht nur um Öl und Gas,<br />

sondern auch um Metalle wie Eisenerz,<br />

Kupfer und Aluminium. Und um die Suche<br />

nach Nahrungsmitteln, die China vor allem<br />

nach Lateinamerika und Afrika treibt.<br />

Experten erwarten einen wachsenden<br />

Metallbedarf Chinas in den kommenden<br />

Jahrzehnten. Schon jetzt verbraucht das<br />

Reich der Mitte zwei Mal mehr Stahl als Europa,<br />

die USA und Japan zusammen.<br />

Die internationalen Bergbaukonzerne<br />

beginnen angesichts des chinesischen<br />

Energiehungers zu bremsen. So verhinderten<br />

die drei brasilianischen Großkonzerne<br />

– bei Rio Tinto ist China bereits der größte<br />

Anteilseigner – weitere Beteiligungen<br />

Chinas. In Brasilien hat Peking übrigens einen<br />

guten Kunden für seine Nuklear- und<br />

Rüstungstechnik gefunden. Mit gewisser<br />

Sorge wird auch betrachtet, wie sich China<br />

auf dem afrikanischen Kontinent ausbreitet.<br />

Der Handel Chinas mit Afrika hat sich<br />

seit dem Jahr 2000 auf fast 80 Mrd. Euro<br />

verzehnfacht. China holt sich Öl und Rohstoffe<br />

und liefert dafür Konsumgüter.<br />

***<br />

Europa definiert strategische Partner<br />

Wo steht Europa in diesem globalen<br />

Wirtschaftsgeflecht? Beim 8. ASEM-Gipfel,<br />

dem Treffen zwischen 27 EU- und 16 asiatischen<br />

Staaten, im Oktober hatten die Europäer<br />

keinen leichten Stand. Ihnen gegenüber<br />

standen China, Indien und Japan,<br />

mit deren Wirtschaftswachstum sie nicht<br />

konkurrieren können. Man schätzt einander<br />

als Handelspartner und Investoren,<br />

doch die unverbindlichen ASEM-Erklärungen<br />

haben aber kaum je etwas bewirkt.<br />

Globales wirtschaftliches Handeln wurde<br />

diesmal als Ziel festgeschrieben.<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Mag. Hermine Schreiberhuber absolvierte Studien an<br />

den Universitäten Wien und Paris (Dolmetsch, Publizistik,<br />

Kunstgeschichte, Politologie). Danach war sie als Übersetzerin,<br />

Dolmetscherin, Reiseleiterin sowie freie Journalistin<br />

tätig und arbeitete an den österreichischen Vertretungsbehörden<br />

in Spanien und Frankreich. Sie war<br />

stellvertretende Ressortleiterin der Außenpolitik bei der<br />

Austria Presse Agentur (APA). Ferner verfasst sie Reportagen<br />

für Wochenzeitungen wie „Die Furche“ und wirkt<br />

an politischen Reisebüchern mit.<br />

Beim EU-Gipfel einen Monat zuvor bildete<br />

der Umgang mit den aufstrebenden<br />

Mächten China, Indien und Brasilien als<br />

„strategischen Partnern“ allerdings ein<br />

wichtiges Thema. Bei einem weiteren Gipfeltreffen,<br />

dem der Südostasiatischen Staatengemeinschaft<br />

ASEAN, wurde offenkundig,<br />

dass China mit seinem<br />

selbstbewussten Auftreten mittlerweile<br />

auch die Mitglieder im eigenen Umfeld beunruhigt.<br />

Die USA und Russland wurden<br />

vom Gastgeber Vietnam mit eingeladen,<br />

um eine Art Gegengewicht zu China zu<br />

schaffen, so die diplomatische Formulierung.<br />

Das heißeste Eisen im globalen Umgang<br />

mit China ist und bleibt freilich der<br />

Disput um die chinesische Wechselkurspolitik.<br />

China hält seine Währung um seiner<br />

Exportwirtschaft willen künstlich niedrig.<br />

Seit Jahren pochen die USA vergeblich auf<br />

eine Aufwertung des Yuan. Bei den Europäern,<br />

konkret in den Euro-Ländern, steht<br />

aber auch der niedrige Dollar-Wechselkurs<br />

in der Kritik.<br />

***<br />

Hoffungsmarkt für Österreich<br />

Österreich sieht in China, wie viele seiner<br />

EU-Partner, einen ausgesprochenen<br />

Hoffnungsmarkt. Bundespräsident Heinz<br />

Fischer stattete China Anfang des Jahres einen<br />

Staatsbesuch ab, begleitet von einer<br />

starken Wirtschaftsdelegation. Bei seiner<br />

Staatsvisite in Malaysia im November betonte<br />

Fischer das starke Engagement Österreichs<br />

in Asien, vor allem in China, Japan<br />

und Indien. Auf diesen riesigen Märkten<br />

sehen österreichische Firmen in Sektoren<br />

wie Infrastruktur-, Spitals- und Umwelttechnik<br />

Chancen.<br />

In China nützen österreichische Unternehmen<br />

die – noch – kostengünstigen<br />

Standorte, zugleich werden hierzulande<br />

Produktionen geschlossen. Andererseits<br />

gewinnt China als Absatzmarkt an Bedeutung;<br />

es nimmt Rang 12 ein. Die Fremdenverkehrsbranche<br />

erwartet einen Anstieg<br />

chinesischer Touristen. Bei der Expo <strong>2010</strong><br />

in Shanghai bemühte sich Österreich, die<br />

Alpenrepublik nicht nur als Musikland,<br />

sondern auch als innovativen, technologiefreudigen<br />

Staat zu präsentieren. Nicht zu<br />

vergessen: Seit Jahren haben österreichische<br />

Universitäten und Forschungsinstitute<br />

mit China ein dichtes Kooperationsnetz<br />

aufgebaut.<br />

***<br />

Warten auf politische Reformen<br />

Chinas ökonomischer Marathon gepaart<br />

mit einer wirtschaftlichen Öffnung<br />

war bisher nicht von einer politischen Liberalisierung<br />

begleitet. Eine demokratische<br />

Mitsprache der Bürger wird in der sozialistischen<br />

Volksrepublik noch auf sich warten<br />

lassen. Jüngste Beispiele zeigten dies<br />

deutlich, vor allem die harte Reaktion Pekings<br />

auf die Verleihung des Friedens-Nobelpreises<br />

an den inhaftierten Bürgerrechtler<br />

Liu Xiaobo.<br />

Die Diskussion um den unwillkommenen<br />

Nobelpreisträger und der Ruf nach politischen<br />

Reformen gingen der Herbstsitzung<br />

der höchsten Parteigremien voraus.<br />

Diese hatten nicht nur über den neuen<br />

Fünf-Jahres-Plan zu befinden, sondern<br />

auch die Weichen für einen Generationswechsel<br />

an der Staats- und Parteispitze zu<br />

stellen. Als voraussichtlicher Nachfolger<br />

von Hu Jintao gilt Xi Jinping, der 2012 mit<br />

der „fünften Führungsgeneration“ das Ruder<br />

übernehmen soll. Xis Vater schuf in<br />

den 90er Jahren die ersten Sonderwirtschaftszonen<br />

Chinas.<br />

Nichts geht ohne China, weder wirtschaftlich<br />

noch politisch. Der Präsident<br />

der Supermacht USA, Barack Obama, hat<br />

zum Ausdruck gebracht, dass die Lösung<br />

der großen globalen Probleme auch der<br />

Mitwirkung der Wirtschaftsmacht China<br />

bedarf. Ob es um die Bewältigung der<br />

Wirtschaftskrise geht, um den Klimaschutz<br />

oder um die unberechenbaren<br />

Atomstaaten Iran und Nordkorea – von<br />

der Volksrepublik wird erwartet, dass sie<br />

auf der Weltbühne auch Verantwortung<br />

als Großmacht wahrnimmt.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 31


CHINA<br />

KULINARIK<br />

Chi le ma? (Haben Sie schon gegessen?)<br />

Mehr als nur Acht Schätze<br />

Der westlichen Welt wird ein Großteil der chinesischen Küchen- und Speisenvielfalt vorenthalten.<br />

Es existieren weitaus mehr kulinarische Köstlichkeiten als die uns bekannten Speisen aus<br />

dem China-Restaurant, welche oftmals an die nationale Küche angepasst sind.<br />

Hast du auch Hund gegessen; als du in<br />

China warst?“ Eine Frage, die vielen<br />

Chinareisenden gestellt wird, wenn<br />

sie wieder in ihre westliche Heimat zurückkehren.<br />

Es ist zum Teil sicherlich wahr,<br />

dass Hunde oder Katzen in vereinzelten Regionen<br />

als Spezialität gelten – in anderen<br />

Regionen wiederum gar nicht auf der Speisekarte<br />

zu finden sind. China ist ein großes,<br />

ja ein fast unüberschaubares Land<br />

und so auch die chinesische Küche.<br />

***<br />

Chinesische Vielfalt<br />

Geographisch spaltet sich die chinesische<br />

Küche in vier facettenreiche Küchenarten:<br />

Die südliche Kanton-Küche, die südwestliche,<br />

die östliche und die nördliche<br />

Küche. Die Zutaten und Zubereitung variieren<br />

je nach Region. In den Küstenregionen<br />

liegt der Fokus auf Meeresfrüchten, in<br />

zentraler gelegenen Regionen konzentriert<br />

man sich auf traditionelle Fleischsorten<br />

wie Schwein, Huhn und Rind. Im Norden<br />

des Landes wird auch mit Hammel und<br />

Lammfleisch gekocht. Da der Reisanbau in<br />

Nordchina nur schwer möglich ist, sind getreidehaltige<br />

Produkte und Nudelgerichte<br />

sehr beliebt. Eine weitere Spezialität des<br />

Nordens ist die Pekingente, welche auch in<br />

westlichen Ländern bekannt ist und gern<br />

gespeist wird.<br />

Es gibt in China außerdem acht große<br />

Regionalküchen, nämlich die Küchen von<br />

von Sichuan, Hunan, Kanton, Shandong, Jiangsu,<br />

Anhui, Fujian und Zhejiang.<br />

***<br />

Chinesische Ausgeglichenheit<br />

Die fünf Elemente sind in der chinesischen<br />

Kultur von enormer Wichtigkeit, so<br />

auch in der chinesischen Küche: Das Element<br />

Holz entspricht der Geschmacksrichtung<br />

sauer, Feuer steht für bitter, die Erde<br />

ist süß, Metall scharf und Wasser salzig.<br />

Diese Unterteilung steht indirekt auch mit<br />

dem Yin- und Yang-Prinzip in Verbindung,<br />

da es sowohl Yin-Speisen, wie etwa Meeresfrüchte<br />

und gedämpfte Gerichte, als auch<br />

Yang-Speisen, wie Fleisch und Gebratenes,<br />

gibt und man bei der Einnahme der Mahlzeiten<br />

darauf achten sollte, dass die Speisen<br />

im Gleichgewicht von Yin und Yang<br />

eingenommen werden.<br />

***<br />

Die Entstehung des Woks<br />

Der Mangel an Brennholz führte zur<br />

Entwicklung einer Essenszubereitungstechnik,<br />

die den maximalen Nutzen aus so<br />

wenig wie möglich verwendetem Brennmaterial<br />

herausholte. So schneidet man<br />

beispielsweise alle Zutaten in kleine Stücke<br />

und gart sie unter Zugabe von ein wenig<br />

Öl, Wasser und ständigem Rühren im<br />

Wok.<br />

Der Wok selbst entwickelte sich aus<br />

dreifüßigen Kochgefäßen, die direkt in<br />

das Feuer gestellt wurden. Die charakteristische<br />

Rundung des Wok verteilt die Hitze<br />

gleichmäßig und spart somit Brennstoff.<br />

Durch das schnelle Garen bei großer<br />

Hitze bleiben zudem Eigengeschmack und<br />

Nährstoffe erhalten. In diesem Sinne:<br />

„Qingmànyòng!“ (Guten Appetit!).<br />

FOTO: PIXELIO.DE


CHINA<br />

KULTUR<br />

Kommentar von Gerhard Gutruf<br />

China und Österreich<br />

Die Kulturbeziehungen zwischen der Volks- und der Alpenrepublik<br />

sind intensiv und freundschaftlich. Seit etwa zehn<br />

Jahren findet ein reger Künstleraustausch statt und die Zusammenarbeit<br />

wurde vertieft.<br />

Gutruf-Ausstellung „Kleine<br />

Variationen nach großen<br />

Meistern“ im Ningbo Museum<br />

of Art, 2008<br />

Im März <strong>2010</strong> wurde die erste Aquarell-<br />

Biennale in Shanghai eröffnet. Im Vorwort<br />

des fulminanten Katalogs der<br />

Shanghai Zhujiajiao International Watercolour<br />

Biennial Exhibition liest man genau<br />

das, was weltweit und zu Recht anlässlich<br />

von Ausstellungen gerne gesagt und geschrieben<br />

wird: diese Kunst-Präsentation<br />

öffnet die Pforten zur Kommunikation,<br />

zur gegenseitigen Wahrnehmung. Seit China<br />

das Tor zur Welt öffnete – nach dem<br />

Schrecken und den Zerstörungen der Kulturrevolution<br />

und seit dem Beginn der Politik-Reform<br />

– boomt im Reich der Mitte<br />

die Wirtschaft. Mit den Olympischen Spielen<br />

in Peking zeigte China der staunenden<br />

Welt, wozu dieser Staat von der Größe eines<br />

Kontinents imstande ist. Die Besinnung<br />

auf die eigene Jahrtausende alte Kulturtradition<br />

wurde zur bewussten Quelle<br />

eines neuen chinesischen Selbstverständnisses.<br />

***<br />

Zarte Anfänge…<br />

Österreich hat seit November 2001 ein<br />

bilaterales Kulturabkommen mit China.<br />

Vor dieser Zeit war die Präsenz österreichischer<br />

Künstlerinnen und Künstler in China<br />

ÜBER DEN AUTOR<br />

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte von 1962 bis 1970<br />

an der Ak.d.b.K. Wien. Er ist Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker.<br />

Teilnahmen an den Biennalen von Ibiza,<br />

Florenz, New Delhi, Kairo, Shanghai. Einzelausstellungen<br />

u. a. in Rom, Wien, Essen, Ascona, Kairo, Bratislava, Mexiko-City,<br />

Guadalajara, Pretoria, Lissabon, Coimbra, Peking,<br />

Istanbul, Madrid, Kiew, Ningbo und Delft.<br />

www.gutruf.at<br />

eher selten und sporadisch: so gab es 1985<br />

eine Albertina-Ausstellung von Meisterzeichnungen,<br />

1998 Hrdlicka-Ausstellungen<br />

in Chengdu und Peking sowie eine Weiler-<br />

Retrospektive in Peking. Es folgte auf Einladung<br />

des Doyens der chinesischen Maler<br />

Liu Xun meine große Ausstellung im International<br />

Art Palace, die von Kulturminister<br />

Pan eröffnet wurde: „The exhibition of<br />

Austrian painter Gutruf at the Beijing<br />

International Yi Yuan Museum (June 5th –<br />

30th) has unexpectedly fascinated Chinese<br />

painters and audience“ (Beijing Daily 14.<br />

Juni 2000).<br />

Seither ist viel geschehen: die Vereinbarung<br />

zur Zusammenarbeit in allen Kulturbereichen<br />

ist wirksam, es gibt regen Experten-<br />

und Künstleraustausch und vermehrt<br />

privat vermittelte Veranstaltungen. Die<br />

Wiener Philharmoniker und kleinere Ensembles<br />

konzertieren jährlich in China.<br />

Prof. Jin Ling z. B. organisiert seit über<br />

zehn Jahren Konzerte und Ausstellungen<br />

in ihrer Heimat. Hans Hollein kuratierte<br />

wichtige Architektur- und Design-Ausstellungen<br />

in Shanghai und Peking. Im September/Oktober<br />

2008 wurde die Gutruf-<br />

Ausstellung „Kleine Variationen nach<br />

großen Meistern“ mit über 130 Arbeiten<br />

im Ningbo Museum of Art – einem der imposantesten<br />

neuen Kunstmuseen Chinas –<br />

präsentiert. Heute soll ein einziges Österreichisches<br />

Kulturforum den offiziellen<br />

Kulturaustausch zwischen der Alpen- und<br />

der Volksrepublik mit einem unverantwortlich<br />

niedrigen Jahresbudget koordinieren.<br />

***<br />

Chinesische Investitionen im<br />

In- und Ausland<br />

In China hat man den Stellenwert von<br />

Kunst und Kultur erkannt – enorme Investitionen<br />

für den Ausbau der Infrastruktur<br />

sind bereits geflossen und weiter vorgesehen:<br />

so wird etwa für Peking eine Mega-City<br />

of Music geplant; in Chongqing wird an<br />

einer Oper von gigantischen Ausmaßen gebaut.<br />

In zahlreichen Städten des Landes<br />

wurden oder werden repräsentative Museen<br />

errichtet, so z. B. in Xi’an; in Peking<br />

wird demnächst das neue Nationalmuseum<br />

für zeitgenössische Malerei fertig.<br />

Die Volksrepublik China hat überdies ein<br />

ehrgeiziges Auslands-Kulturprogramm. Es<br />

sollen insgesamt an die tausend Konfuzius-<br />

Institute weltweit zur Vermittlung chinesischer<br />

Kultur und Sprache installiert werden;<br />

2006 wurde eines in Wien eröffnet.<br />

Ein weiteres China-Kulturzentrum in Wien<br />

soll im nächsten Jahr fertig gestellt sein.<br />

In Österreich konnte chinesische Kunst<br />

u.a. im Künstlerhaus Wien, im Mateschitz-<br />

Hangar 7 in Salzburg und zuletzt in der<br />

Sammlung Essl bewundert werden; die<br />

Konzerte anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes<br />

im Musikverein sind schon Tradition.<br />

Zahlreiche kleinere Präsentationen<br />

und Veranstaltungen zeigen, wie selbstverständlich<br />

heute die Auseinandersetzung<br />

mit anderen Kulturkreisen bereits geworden<br />

ist. Schaut und hört man genauer<br />

hin, offenbaren sich vorerst fremd scheinende<br />

Werke: fasziniert entdecken wir<br />

dann im Wesen der chinesischen Kunst eine<br />

sehnsuchtsvolle Suche nach universeller<br />

Harmonie – und bemerken, wie ähnlich<br />

unsere Sehnsüchte und Utopien im<br />

Grunde sind.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 33


DIPLOMATIE<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENT<br />

Tombola-Hauptpreis für die Junior<br />

Diplomats: ein Apple iPad.<br />

Fürs Foto posierte Botschaftsrat<br />

William Calvo (Costa Rica)<br />

Start-up für neue Veranstaltungsreihe<br />

Junior Diplomats‘ Reception<br />

<strong>SOCIETY</strong> lud die Junior Diplomats zu einem exklusiven Get-together im Tresor des Bank Austria<br />

Kunstforums mit anschließender Führung durch die grandiose Frida-Kahlo-Ausstellung ein.<br />

Eine immense Schar von „Junior Diplomats“,<br />

von neu in Wien akkreditierten<br />

Diplomaten, kam der Einladung von<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin Gerti Tauchhammer<br />

in das Bank Austria Kunstforum nach<br />

und ließ sich die Gelegenheit für exklusive<br />

Führungen durch die Frida-Kahlo-Ausstellung<br />

und die gleichzeitige Möglichkeit,<br />

mit Kollegen aus anderen Ländern in Kontakt<br />

zu treten, nicht entgehen.<br />

Das Feedback für die Veranstaltung war<br />

überwältigend: Die Kombination von<br />

Kunst und Kontakteknüpfen in dieser geballten<br />

Konzentration ist für neue Diplomaten<br />

nicht alltäglich. Mehr als dreihundert<br />

Gäste aus über fünfzig Ländern<br />

wurden bei diesem Start-up für die neue<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Veranstaltungsreihe „Junior Diplomats“<br />

zusammengeführt, bei der sich<br />

die neu in Wien ansässigen Diplomaten in<br />

gemütlicher Atomsphäre kennenlernen<br />

können. Weitere Veranstaltungen für die<br />

Junior Diplomats sind geplant und werden<br />

das Konzept nahtlos fortsetzen.<br />

***<br />

Tombola mit wertvollen Preisen<br />

Neben dem künstlerischen Highlight<br />

der Frida-Kahlo-Ausstellung wurden für<br />

die Gäste aus aller Welt als zusätzliches<br />

„Zuckerl“ bei einer Tombola wertvolle Preise<br />

verlost. Die Gewinnerin, Mag. Elisabeth<br />

Kamper, durfte sich über ein nagelneues<br />

iPad freuen, mit dem sie auch gleich das<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Magazin als Applikation kostenlos<br />

abonnieren kann. Die weiteren Gewinner<br />

waren: Asim Penava (Bosnien und<br />

Herzegowina) – ein iPod MP3-Player, Simon<br />

Weinstein – ein Wochenende im Hotel<br />

Sacher, Tatiana Kupalova (Russische Föderation)<br />

und Mordechai Ish-Shalom<br />

(Israel).<br />

Für das leibliche Wohl sorgte das Catering<br />

des China-Restaurant „Sichuan“ bei<br />

der UNO-City von Frau Chunah Urban-<br />

Chao mit exquisiten Köstlichkeiten der<br />

südwestchinesischen Küche.<br />

INFO<br />

Mehr Fotos auf www.society.at und auf Facebook<br />

„Society-Magazin“. Filmbericht auf Youtube unter<br />

„Tauchhammer im Gespräch“.<br />

34 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE<br />

Mhd. Nasser Alarwy (Jemen) · Robert Vincent Andrews<br />

(USA) · Salim Baddoura (Libanon) · Erlan Begezhanov (Kasachstan)<br />

· Frank Bernhard (Deutschland) · Carlos Bocanegra<br />

(Kolumbien) · Benjamin Boddy (Großbritannien) · Sabri<br />

Chaabani (Tunesien) · Lusine Davtyan (Armenien) · Thi<br />

Huong Doan (Vietnam) · Ernie Enriquez (Philippinen) · Tamar<br />

Giorgobiani (Georgien) · Bakhodir Irgashev (Usbekistan)<br />

· Veikko Kala (Estland) · Ivana Karanusic (Kroatien) ·<br />

Tatiana Kupalova (Russische Föderation) · Steve Lambert<br />

(Kanada) · Sandor Csaba Mazak (Ungarn) · Spiros Miltiades<br />

(Zypern) · Filip Nelkovski (Mazedonien) · Jacqueline Okoth<br />

(Kenia) · Wendy Olivero (Dom. Rep.) · Dinesh Patnaik (Indien)<br />

· Asim Penava (Bosnien und Herzegowina) · Radoslaw<br />

Poltorak (Polen) · Oberst i. G. Christine Poussineau<br />

(Frankreich) · Katja Reichhard (Deutschland) · Alma Shehu<br />

(Albanien) · Silja Skjelnes (Norwegen) · Obstlt. Viorel Tudor<br />

(Rumänien)<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 35


DIPLOMATIE<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENT<br />

ORF-Seitenblicke<br />

berichteten vom Event<br />

36 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


WIRTSCHAFT<br />

DIVERSITÄT<br />

WDLS-EU 2011<br />

Europaweites Netzwerk für<br />

Diversität<br />

Nach dem großen Erfolg des ersten World Diversity Leadership Summits Europe (WDLS-EU)<br />

in Wien im März <strong>2010</strong> findet zum zweiten Mal der Diversity Summit in Wien am 24. und 25.<br />

März 2011 statt.<br />

Veranstalterin Beatrice Achaleke (Mitte)<br />

Der zweitägige Gipfel<br />

steht unter dem Titel<br />

„Benchmarking European<br />

and Global Diversity<br />

in and for Leadership“.<br />

Auch dieses Mal wird<br />

WDLS-EU in den Räumlichkeiten<br />

der Wirtschaftskammer<br />

Wien veranstaltet.<br />

WDLS-EU ist die Europäische<br />

Variante des WDLS<br />

Gipfels, der seit 2005 erfolgreich<br />

in den USA stattfindet.<br />

WDLS-EU ist ein<br />

hochrangiges europäisches<br />

und globales Forum, das<br />

über zweihundert internationale Diversity<br />

und Inclusion Experten, Entscheidungsträger,<br />

EU-Beamte, CEOs, HR Manager, CSR<br />

Manager und Vertreter der Zivilgesellschaft<br />

zusammenführt, damit Erfahrungen<br />

bzw. „best practice cases“ sowie auch<br />

„worst practice cases“ und Innovationen<br />

im Bereich der Vielfalt und Inklusion ausgetauscht<br />

werden.<br />

WDLS-EU soll erstmals ein europaweites<br />

Netzwerk schaffen, sodass Entscheidungsträger<br />

aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft<br />

zusammenarbeiten und sich austauschen<br />

können.<br />

Zum ersten Mal wird der Gipfel im Jahr<br />

2011 von einem nationalen, zweitägigen<br />

Pre-Summit fokussierend auf Bildung und<br />

Logistik, wovon Wien als Drehscheibe gilt,<br />

am 22. und 23. März 2011, begleitet werden.<br />

Die Zukunft braucht Diversität. Der<br />

Bildungs-presummit steht unter dem Titel<br />

„Facing Diversity and Inclusion challenges<br />

in Education and Training in<br />

the 21. Century – Comparative<br />

experiences from Austria,<br />

Europe and the USA“. Bildungsexperten<br />

und Stakeholder<br />

werden sich mit den Herausforderungen<br />

und<br />

Chancen von „Diversity und<br />

Inclusion“ auf nationaler, regionaler<br />

und globaler Ebene<br />

auseinander setzen.<br />

***<br />

Logistik und Diversität<br />

Der Logistik-presummit<br />

am 23. März unter dem Titel<br />

„WDLS-EU 2011 Global Transporters’<br />

Diversity Summit – Leveraging<br />

comparative advantages of Diversity and<br />

Inclusion in new market acquisition and<br />

customer retention for global transporters”<br />

fokussiert auf die Herausforderungen,<br />

Chancen, und Trends von Diversity im<br />

Logistikbereich als Wettbewerbsvorteil und<br />

Standortfaktor. Vorhergesehen ist unter<br />

den internationalen Beiträgen die Keynote-<br />

Rede vom Diversity- und Mergerexperten<br />

Christian Baldia in den Schwerpunktbereichen<br />

von „Vertrauensbildung, Kostenfaktor,<br />

Netzwerken und Akquisition neuer<br />

Märkte und Belegschaften“.<br />

Veranstalterin und Konferenzmanagerin<br />

des WDLS-EU Gipfels ist Frau Beatrice<br />

Achaleke. Die Pionierfrau Achaleke ist Präsidentin<br />

des Black European Women‘s<br />

Councils und wurde am 3. November <strong>2010</strong><br />

vom preisgekrönten „Black Women in Europe<br />

Blog“ zur drittmächtigsten schwarzen<br />

Frau in Europa gekürt.<br />

INFO<br />

Für weitere Informationen über WDLS-EU 2011 besuchen<br />

Sie die WDLS-EU Homepage: www.wdls.eu<br />

Oder schreiben Sie uns: diversitysummit@wdls.eu<br />

Mobil: +43-(0)699-119 69 115<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 37


WIRTSCHAFT<br />

<strong>SOCIETY</strong>-PRÄSENTATION<br />

Gerti Tauchhammer, Helma<br />

Schröcker, Eva Maria von Schilgen<br />

präsentieren <strong>SOCIETY</strong> in Salzburg<br />

<strong>SOCIETY</strong> in Salzburg<br />

Die Mozartstadt im Gesellschaftsreigen<br />

<strong>SOCIETY</strong> ist ab sofort mit einem eigenen Team stärker in Salzburg vertreten. Die Präsentation<br />

des Magazins fand im Hotel Sheraton statt, zu dem hochkarätige Vertreter aus Salzburg<br />

geladen waren.<br />

KR Mag. Gertrud Tauchhammer, Herausgeberin<br />

und Chefredakteurin von<br />

<strong>SOCIETY</strong>, Mag. art. Eva Maria von<br />

Schilgen, Redaktion Salzburg, und Helma<br />

Schröcker, Marketing Salzburg, baten am<br />

26. November hochkarätige Vertreter der<br />

Salzburger Wirtschaft, Kunst, Kultur und<br />

Wissenschaft sowie der Politik zur Präsentation<br />

des Magazins <strong>SOCIETY</strong> in das Hotel<br />

Sheraton.<br />

<strong>SOCIETY</strong> plant jetzt auch in Salzburg<br />

stärker vertreten zu sein, zum Teil angeregt<br />

durch das überaus positive Echo auf<br />

die bisherigen Salzburger Beiträge.<br />

<strong>SOCIETY</strong> besteht in seiner heutigen<br />

Form seit 1992. Ein spezieller Service liegt<br />

pro Ausgabe im jeweiligen Länderschwerpunkt.<br />

Hier informiert <strong>SOCIETY</strong> umfassend<br />

und aktuell über den gewählten Welt-Ausschnitt.<br />

Die Herausgeberin plädiert für Qualitätsjournalismus<br />

mit emotionellem IQ:<br />

„Unterhaltung mit Herz, Hirn und Seele –<br />

welche die Sinnsuche nicht aufgegeben<br />

hat.“ <strong>SOCIETY</strong> erscheint viermal jährlich.<br />

***<br />

Salzburger High-<strong>SOCIETY</strong>…<br />

Unter den ersten Gratulanten zu finden<br />

war die begeisterte <strong>SOCIETY</strong>-Leserin sowie<br />

Chefredakteurin der Salzburger Publikationen<br />

„Highlights“ und „Salon“, Dr. Angelica<br />

Pral-Haidbauer. Public Relation Vertreter<br />

waren Mag. Anja Sindermann von Pleon<br />

Publico, Uwe Brandl von der Salzburger<br />

Internet-Plattform City-Guide und Peter<br />

Krakowizer vom Salzburg Wikipedia. Die<br />

COCO Communication Company Werbeagentur<br />

war vertreten mit GF Maria Würzburger<br />

und Roland Aigner. Aus München<br />

kam Iris Dobbelstein, Executive Producer<br />

der story house production Gmbh.<br />

Das diplomatische Corps war vertreten<br />

unter anderen mit dem Generalsekretär<br />

Honorarkonsul Dr. Winding, dem Botschafter<br />

des Souveränen Malteser Ritterordens<br />

in Rumänien, Franz Alfred Graf von Hartig,<br />

dem chilenischen Konsul Dr. Hans Günther<br />

und dem serbischen Generalkonsul<br />

Zoran Jeremic.<br />

***<br />

…aus Politik und Wirtschaft…<br />

Die Politik stellte sich ein mit der Abgeordneten<br />

zum Salzburger Landtag Dr. Brigitta<br />

Pallauf, die ihren Fünfziger feierte.<br />

Weitere offizielle Vertreter waren Herbert<br />

38 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Nina Pall (Mode Pia Antonia),<br />

Helma Schröcker, Gerti Tauchhammer,<br />

Verena Troyer (Juwelier Karner)<br />

Roland Aigner mit Maria Würzburger<br />

(beide GF COCO Werbeagentur)<br />

Kristina Mees (Sheraton Salzburg Hotel<br />

& Hotel Goldener Hirsch)<br />

Dr. Roman und Andrea<br />

Moser (Rechtsanwalt)<br />

Matthias und Marianne Lesch<br />

(Lesch Institut Mondsee)<br />

Franz Alfred Graf von<br />

Hartig (Souveräner<br />

Malteser Ritterorden)<br />

Mag. Angelica Pral-<br />

Haidbauer (Redakteurin<br />

Salon), Mag. Klaudia<br />

Gründl de Keijzer (lawine<br />

torrèn), Andrea Kriechhammer<br />

(WOW)<br />

HK Dr. Karl Winding<br />

mit Dr. Irene Schulte<br />

(GF Salzburger<br />

Industriellenverband)<br />

FOTOS: ANDREAS KOLARIK<br />

Isabella Bogner-Bader (Performance-Künstlerin),<br />

Mag. Anna<br />

Burgstaller (Pleon Publico)<br />

Dr. Brigitta Pallauf (Abg. Salzburger<br />

Landtag)<br />

Dr. Kurt Oberholzer (WK<br />

Salzburg), Mag. Herbert<br />

Brugger (Managing<br />

Direktor der Tourismus<br />

Salzburg)<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 39


WIRTSCHAFT<br />

<strong>SOCIETY</strong>-PRÄSENTATION<br />

Brugger, Managing Direktor der Tourismus<br />

Salzburg GmbH, und Dr. Christian Möller,<br />

Leiter der Abteilung für Handelspolitik<br />

und Außenhandel der Wirtschaftskammer<br />

Salzburg.<br />

Aus der Banken- und Versicherungsbranche<br />

wurden gesichtet u. a. Dr. Erwin<br />

Seeauer von der Oberbank, Anneliese Pomberger<br />

vom Raiffeisenverband Salzburg,<br />

die AWD Direktion mit Erich Burtscher.<br />

Aus der Wirtschaft kam Dr. Irene Schulte,<br />

Geschäftsführerin des Salzburger Industriellenverbandes,<br />

KR Anton Bucek, Prokurist<br />

Unimog Verkaufsleitung Österreich<br />

Mercedes Benz, Copiz & Partner, international<br />

business development, Dr. Ewald<br />

Schneider von den internationalen Kunsttransporten<br />

Hasenkamp, Erich Stuhl von<br />

Stuhl-Industry, Kurt Oberholzer von der<br />

Wirtschaftskammer Salzburg, Isabella<br />

Schlager und Sigrid Felbersohn vom Altstadt<br />

Marketing, Mag. Margit Hofer von ISG<br />

Personalmanagent.<br />

Aus dem Immobiliensektor kamen CEO<br />

Roswitha Prommegger PURE PRO ESTATE,<br />

Engel & Völkers waren vertreten durch<br />

Walter Trentinaglia, UNSER HAUS mit<br />

Klaus Zecha, Markus Mayr, Sales Manager<br />

Corporate Accounts & Travel Industrie NH<br />

– Hotels Central & Eastern Europe.<br />

***<br />

…Wellness, Life-Style und Kunst…<br />

Als Vertreter der Wellness und der<br />

Schönheit gesichtet: Dr. Ludger Meyer von<br />

VILLA BELLA aus München, der in Salzburg<br />

eine Dependance soeben eröffnete, die<br />

Sprecherin der Salzburger Zahnärzte Dr.<br />

Sabine Lexer-Koitz, der Lebensberater Richard<br />

Lesch.<br />

Den Life-Style vertraten Andrea Kriechhammer<br />

von WOW world of woman, Pia<br />

Antonia-Mode und die Juweliere Karner<br />

mit Verena Troyer.<br />

Last but not least Vertreter der Kunst mit<br />

der Performance-Künstlerin Isabella Bogner-Bader,<br />

die von Probenarbeiten der am<br />

Abend stattfindenden Charity-Gala zugunsten<br />

der Salzburger Kinderseelenhilfe aus<br />

dem nahegelegenen Kongress-Haus kam,<br />

Dr. Renate Bienert von Re*creation, die alljährlich<br />

das Fest zur Festspieleröffnung<br />

plant und durchführt, die Pressesprecherin<br />

der Salzburger Festspiele Mag. Ulla Kalchmair<br />

und Mag. Karin Zehetner, Mag. Juliane<br />

Stahlknecht, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit<br />

des Salzburger Landestheater<br />

sowie ihre Kollegin von der Universität<br />

Mozarteum Dr. Ulrike Godler.<br />

***<br />

Networking und Danksagung<br />

Beim anschließenden Networking wurden<br />

unter den vielen Gästen noch gesehen:<br />

Rechtsanwalt Dr. Roman Moser und Heidelinde<br />

Schiechtl von „Rettet Salzburg“.<br />

Für das musikalische Programm sorgte<br />

der Komponist, Musiker und Schauspieler<br />

Hartmuth Scheyhing.<br />

„Give-aways“ stellte liebenswürdigerweise<br />

Nägele & Strubell zur Verfügung. Für die fotografische<br />

Dokumentation sorgte Austria-<br />

Presse-Foto Andreas Kolarik. Für das leibliche<br />

Wohl der Anwesenden war die Küche des<br />

Sheraton verantwortlich.<br />

http://www.salzburg-cityguide.at/partyzone<br />

http://www.salzburg-cityguide.at/node/1648<br />

Interessierte Gäste bei<br />

der Präsentation<br />

Dr. med Ludger Meyer (FA f.<br />

Chirurgie und plastische Chirurgie<br />

VILLA BELLA) mit Iris Dobbelstein<br />

(Storyhouse Productions)<br />

Erich Burtscher (Direktion AWD),<br />

Roswitha Prommegger (CEO PURE<br />

pro estate), Helma Schröcker<br />

FOTOS: ANDREAS KOLARIK<br />

Give-away von Nägele & Strubell<br />

Eva Maria von Schilgen, Dr. Ewald<br />

Schneider<br />

Regierungsrätin Monika Steinitz, Dr.<br />

Brigitta Pallauf und Dr. Ulrike Godler<br />

(Universität Mozarteum)<br />

Eva Maria von<br />

Schilgen, Dr. Erwin<br />

Seeauer, Dr.<br />

Irene Schulte G.<br />

iR Robert Ertl<br />

Baron von Schilgen, Mag. Roland<br />

Hans Ertl (General i.R.)<br />

40 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Kongress in München<br />

Immobilien in Griechenland<br />

WIRTSCHAFT<br />

EVENT<br />

Bereits zum 4. Kongress mit dem Thema „Immobilien in Griechenland“ lud Athina Theofanidou<br />

von der „Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer Athen“ ein.<br />

Zusammen mit den Mitgliedsfirmen<br />

FOS-Estate (Athen), Sorbas-Immobilien<br />

(Hamm) und deren österreichischen<br />

Partner, UnserHaus Real Estate GmbH, sowie<br />

durch die Unterstützung des griechischen<br />

Generalkonsulats in München, konnte<br />

ein weites Spektrum an fachlichem<br />

Hintergrundwissen über den Erwerb von<br />

Immobilien in Griechenland vermittelt<br />

werden. Kompetente Referenten vom griechischen<br />

Generalkonsulat, griechische<br />

Rechtsanwälte, Architekten und Bauingenieure<br />

konnten einer großen Anzahl geladener<br />

Gäste und Interessenten im Sofitel Hotel<br />

München Einblick in die Wertschöpfungskette<br />

zum Immobilienerwerb<br />

in Griechenland bis hin zu einer Vielzahl<br />

an Investitionsmöglichkeiten in Griechenland<br />

geben.<br />

An dem großen Interesse und der positiven<br />

Resonanz zeigte sich, dass sich durch<br />

die derzeitige Unsicherheit an den Geldmärkten<br />

die Investition in Stabilität und<br />

greifbare Werte einer Liegenschaft wieder<br />

großer Nachfrage erfreut. Damit nimmt<br />

die „Qualitätsimmobilie mit Zukunft“ erneut<br />

den Stellenwert einer weltweit anerkannten<br />

Währung ein. Mit Angebotsbeispielen<br />

zu traumhaften Liegenschaften<br />

aus der wohl größten Angebotspräsentation<br />

im Internet im deutschsprachigen<br />

Raum, wurden die Kongressteilnehmer zu<br />

persönlichen Fachgesprächen und „Networking“<br />

verabschiedet.<br />

Klaus D. Zecha, Athina Theofanidou, Evangelos Grozakis, Daphne<br />

Vitsikounaki, RA Stavros Valsamidis, Athanassios Spyrou<br />

Ein kabarettistisch, romantischer und besinnlicher Adventsabend<br />

Der ganz normale<br />

Weihnachtswahnsinn<br />

Ulrike Beimpold und Corinna Fuhrmann boten in der Propstei Aflenz die Möglichkeit, sich einen<br />

Abend lang von Musik und Literatur wärmen zu lassen und neue Kraft zu tanken.<br />

Im Rahmen des „Weihnachtszaubers“<br />

erzählte Ulrike Beimpold in der wundervollen<br />

Propstei Aflenz vom Schilaufen,<br />

von Lebkuchenbäckerein, müden Weihnachtsmännern<br />

und klingenden Weihnachtskarten.<br />

Sie sang über heitere Feiertage<br />

und träumte von besinnlichen<br />

Stunden. Dichter wie Christian Morgenstern<br />

und Rainer Maria Rilke, Trude Marzik<br />

und Loriot kamen „zu Wort“. Am Klavier<br />

hörte man Corinna Fuhrmann, die<br />

engelsgleich Vivaldi, Mozart, Cesar Franck<br />

und Weihnachtslieder aus aller Welt interpretierte.Die<br />

Gäste wurden von Ulrike<br />

Beimpold durch die Abgründe des Weihnachtswahnsinns<br />

geführt – da blieb kein Auge<br />

trocken. Sie zeigte aber auch die romantischen<br />

und besinnlichen Momente der<br />

Weihnachtszeit. Und warum wir alle<br />

Weihnachten lieben: Es ist und bleibt eben<br />

v.l.n.r.: Ulrike Beimpold (Burgschauspielerin, Kabarettistin, Autorin) ,<br />

Gerti Tauchhammer, Marcus Paar (Geschäftsführender Gesellschafter<br />

Propstei Aflenz GmbH), Rainald Brezovsky, Rolf Thaler<br />

die schönste Zeit im Jahr. Das Knistern im<br />

Kamin, die hellen Kinderaugen, die<br />

schneebehangenen Tannen, die große<br />

Freude, die Mitmenschlichkeit – und dass<br />

in jedem von uns ein Engel wohnt. Ein unvergesslicher,<br />

fröhlicher und stimmungsvoller<br />

Weihnachtsabend, der den üblichen<br />

Weihnachtsstress vergessen ließ.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 41


DIPLOMATIE<br />

AKKREDITIERUNGEN<br />

DIPLOMATENKARUSSELL<br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

VOLKSREPUBLIK<br />

CHINA<br />

S.E. SHI MINGDE<br />

Geboren im Jahr 1954.<br />

Verheiratet, ein Sohn.<br />

DÄNEMARK<br />

H.E. TORBEN<br />

BRYLLE<br />

Born on 7 July 1948<br />

in Copenhagen,<br />

Denmark.<br />

ITALIEN<br />

H.E. EUGENIO<br />

D’AURIA<br />

Born on 5 August<br />

1948 in Lauria (PZ),<br />

Italy. Married, two<br />

daughters.<br />

Ausbildung<br />

■ 1972-1975: Studium in der DDR<br />

Berufliche Laufbahn<br />

■ 1976-1981: Mitarbeiter der chinesischen<br />

Botschaft in der DDR<br />

■ 1981-1986: Mitarbeiter im Servicebüro<br />

für Diplomaten in Peking<br />

■ 1986-1990: 2. Sekretär der chinesischen<br />

Botschaft in der DDR<br />

■ 1990-1993: Vizereferatsleiter der Westeuropaabteilung<br />

des chinesischen<br />

Außenministeriums<br />

■ 1993-1997: Botschaftsrat der chinesischen<br />

Botschaft in Bonn<br />

■ 1997-2002: Botschaftsrat des Planungstabs,<br />

Vizeabteilungsleiter für<br />

Westeuropa des chinesischen Außenministeriums<br />

■ 2002-2006: Gesandter der chinesischen<br />

Botschaft in Berlin<br />

■ 2006-<strong>2010</strong>: Generaldirektor des zentralen<br />

Büros für auswärtige Angelegenheiten<br />

beim ZK der KP Chinas<br />

■ Seit August <strong>2010</strong>: Chinesischer Botschafter<br />

in Wien<br />

Education<br />

■ 1977: MA, Political Science, University<br />

of Copenhagen<br />

Professional Career<br />

■ 1987-1989: Private Secretary to the Secretary<br />

of State for Foreign Affairs<br />

■ 1989-1991: Deputy Head of Department,<br />

Danish Ministry of Foreign Affairs<br />

■ 1991-1994: Head of Department, Danish<br />

Ministry of Foreign Affairs (Africa)<br />

■ 1994-1996: Head of Cabinet Offices of<br />

the Minister for Foreign Affairs and<br />

the Minister of Development Cooperation<br />

■ 1996-1997: Head of Department<br />

(Middle East, North Africa and Latin<br />

America)<br />

■ 1997-2001: Ambassador; Under-Secretary<br />

for Multilateral Affairs, Danish<br />

Ministry of Foreign Affairs<br />

■ 2001-2007: Ambassador Extraordinary<br />

and Plenipotentiary to the Republic<br />

of South Africa; Accredited to Swaziland,<br />

Lesotho, Namibia, Madagascar,<br />

Botswana<br />

■ March 2007: Ambassador to the Arab<br />

Republic of Egypt and the Republic of<br />

Sudan<br />

■ Oct 2008-August <strong>2010</strong>: European<br />

Union Special Representative for the<br />

EU Peacekeeping Operation in Chad<br />

and the Central African Republic, EU-<br />

FOR Tchad/RCA<br />

Education<br />

■ 1972: Master in Economics, Università<br />

degli Studi “Federico II”, Naples<br />

■ Higher Institute for Entrepreneurs and<br />

Managers of Palermo: Post-graduate<br />

training course<br />

■ 1972 –1973: Italian Society for International<br />

Organisations: Preparatory Course<br />

for Diplomatic Career<br />

Professional Career<br />

■ 1981-1984: First Secretary, Cairo<br />

■ 1984-1987: Deputy Head of Mission,<br />

Dakar<br />

■ 1987-1992: General Directorate for Development<br />

Co-operation; Head of the<br />

Office at the State Undersecretary for<br />

Middle East and Asia, Rome<br />

■ 1992-1997: First Counsellor – Italian Permanent<br />

Delegation at the OECD, Paris<br />

■ 1997-1999: First Counsellor; Head of<br />

Chancery – Political Affairs, Bonn<br />

■ 1999-2000: First Counsellor; Head of<br />

Chancery – Political Affairs, Berlin<br />

■ 2000-2005: General Directorate for<br />

Mediterranean and Middle Eastern<br />

Countries; Head of Maghreb Desk; Minister<br />

Plenipotentiary; National Coordinator<br />

for the Barcelona Process and<br />

Euro-Mediterranean Dialogue; Multilateral<br />

Affairs and Special Programs<br />

for Iraq, Libya and Palestinian Territories,<br />

Rome<br />

■ 2005-<strong>2010</strong>: Ambassador of Italy to the<br />

Kingdom of Saudi Arabia, Riyadh<br />

FOTOS: DRAGAN TATIC/HBF<br />

42 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


SEPTEMBER BIS DEZEMBER <strong>2010</strong><br />

JAPAN<br />

H.E. SHIGEO<br />

IWATANI<br />

JEMEN<br />

H.E. ABDULHAKIM<br />

A. AL-ERYANI<br />

KOLUMBIEN<br />

H.E. FREDDY<br />

PADILLA DE LEÓN<br />

Born on 8 September<br />

1950. Married, two<br />

children.<br />

Married, two children.<br />

Born on 10 October<br />

1948 in Montería, Colombia.<br />

Married.<br />

Education<br />

■ 1973: Graduated from Hitotsubashi<br />

University, Faculty of Law<br />

Professional Career<br />

■ 1993: Counsellor, Embassy of Japan in<br />

Germany<br />

■ 1996: Minister, Embassy of Japan in<br />

the People’s Republic of China<br />

■ 1998: Director, Policy Division, Immigration<br />

Bureau, Ministry of Justice<br />

■ 1999: Director-General, Sendai Regional<br />

Immigration Bureau, Ministry of<br />

Justice<br />

■ 2001: Deputy Director-General, Consular<br />

and Migration Affairs Department<br />

■ 2002: Director, Abandoned Chemical<br />

Weapons Office, Cabinet Office<br />

■ 2004: Minister, Embassy of Japan in<br />

Germany<br />

■ 2005: Consul-General of Japan at Honolulu<br />

■ 2007: Ambassador Extraordinary and<br />

Plenipotentiary to Kenya<br />

Education<br />

■ 1984: Bachelor degree in economics,<br />

George Mason University in Virginia,<br />

USA<br />

Professional Career<br />

■ Director of the Minister’s Cabinet; Deputy<br />

Chief of Mission in Washington;<br />

senior member of the Minister’s Cabinet;<br />

Head of Specialized International<br />

Organizations Directorate; Head of Monitoring<br />

and Evaluation Directorate;<br />

Head of the consular section in the<br />

embassy of Yemen in Damascus, Syria.<br />

■ Head of the programs section in the<br />

Supreme National Committee for Human<br />

Rights of Yemen<br />

■ Member of the Permanent Sub Committee<br />

for Human Rights.<br />

■ Member of the Technical Committee<br />

for human rights.<br />

■ Ad – joint Economic Advisor for the<br />

Agricultural Development Project and<br />

later, as a Co – director of the same<br />

project.<br />

Education<br />

■ 1969: Graduated José María Córdova<br />

Military Cadet School<br />

■ Graduate of the Defense Intelligence<br />

Analysis Center as Strategic Intelligence<br />

expert, Washington, DC<br />

■ Bachelor’s Degree in Industrial Engineering<br />

and Master’s Degree in Political<br />

Studies, Pontificial Javeriana University<br />

■ Master’s Degree in Security and National<br />

Defense from the Superior War<br />

School<br />

Professional Career<br />

■ 1999: Geopolitics and Military Geography<br />

Academic Professor at the Chilean<br />

Army’s War Academy, Chile<br />

■ 2001-2002: Commander of the 5th division<br />

■ 2002: Head of Army Operations<br />

■ 2002-2003: Army Inspector General<br />

■ 2003-<strong>2010</strong>: Joint Chief of Staff of the<br />

Colombian Military Forces<br />

■ 2006-<strong>2010</strong>: Commanding General of<br />

the Military Forces<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 43


DIPLOMATIE<br />

AKKREDITIERUNGEN<br />

DIPLOMATENKARUSSELL<br />

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.<br />

LAOS<br />

MALAYSIA<br />

MAZEDONIEN<br />

H.E. KHAMKHEU-<br />

ANG BOUNTEUM<br />

Born on 10 March 1957<br />

in the Province of<br />

Champassak, Laos.<br />

Married, two children.<br />

H.E. DATO’<br />

MUHAMMAD<br />

SHAHRUL IKRAM<br />

BIN YAAKOB<br />

Born on 21 May 1961 in<br />

Bentong, Pahang. Married,<br />

four sons.<br />

H.E. GJORGJI<br />

FILIPOV<br />

Born on 26 October<br />

1956 in Kavadarci, Macedonia.<br />

Married,<br />

three children.<br />

Education<br />

■ 1985: Bachelor of Arts in Hungarian<br />

Linguistics and Literature, Jozsef Attila<br />

University of Sciences, Szeged,<br />

Hungary<br />

■ 1995: Certificate of International Crisis<br />

Management Course, Institute of<br />

Diplomacy and Foreign Relations,<br />

Malaysia<br />

■ 1999-2000: Master of Arts in Foreign<br />

Affairs and Trade, Monash University,<br />

Australia<br />

■ 2008: Higher Diploma of Politics and<br />

Public Administration, National Academy<br />

of Politics and Public Administration,<br />

Vientiane, Laos<br />

Professional Career<br />

■ 1989-1991: Executive Officer in the<br />

Department of Press and the Ministerial<br />

Cabinet<br />

■ 1991-1994: Third secretary in the Lao<br />

Embassy, Canberra, Australia<br />

■ 1994: Executive Officer in the Department<br />

of Treaties and Laws<br />

■ 1996: Deputy Director of Bilateral<br />

Treaty Division<br />

■ 1997-1998: Director of Bilateral Treaty<br />

Division<br />

■ 2000-2003: Director of Bilateral Treaty<br />

Division<br />

■ 2003-2006: Deputy Director General<br />

of Department of Treaties and Law<br />

■ since 2006: Director General of Department<br />

of Treaties and Law<br />

Education<br />

■ Bachelor of Science in Ecology, University<br />

of Malaya, Kuala Lumpur, Malaysia<br />

■ 1987: Diploma in Public Administration<br />

■ 2009: Advanced Management Programme,<br />

Harvard Business School<br />

Professional Career<br />

■ 1991: Posted to the Embassy of Malaysia<br />

in Beijing, People’s Republic of<br />

China as Second Secretary.<br />

■ 1994: Posted to the Embassy of Malaysia<br />

in Washington, DC as First Secretary<br />

(Economics)<br />

■ 1998: Assigned as Senior Assistant Secretary<br />

in the American Affairs Division<br />

■ 1999: Appointed as Principal Assistant<br />

Secretary in the American Affairs<br />

Division.<br />

■ 2002: Assigned to the Embassy of Malaysia<br />

in Vienna<br />

■ 2005: Undersecretary for Multilateral<br />

Political Division<br />

■ 2007-<strong>2010</strong>: Ambassador of Malaysia to<br />

the state of Qatar<br />

Education<br />

■ 1981: Diploma Mechanical Engineer,<br />

Sts. Cyril and Metodius University in<br />

Skopje<br />

■ 1985: Master of Mechanical Engineering<br />

Sciences, Sts. Cyril and Metodius<br />

University in Skopje<br />

■ 1998: Doctor of Technical Sciences,<br />

Sts. Cyril and Metodius University in<br />

Skopje<br />

Professional Career<br />

■ 1999: Chairman of the Board of Directors<br />

in Intellectual Property Agency<br />

■ 2000: Lecturer of the World Intellectual<br />

Property Organization in various<br />

member countries<br />

■ 2000-2001: Consultant of Luxembourg’s<br />

Government for Projects in<br />

Macedonia, Luxembourg/Skopje<br />

■ 2000-2001: Chief-In-Editor of the Magazine<br />

“Intellectual Property Law and<br />

Management”, Skopje<br />

■ 2001-2005: President of the Union of<br />

Inventors and Authors of Technical<br />

Improvements of Macedonia, Skopje<br />

■ 2002-2004: Member of the Executive<br />

Committee of the International Federation<br />

of Inventors Associations,<br />

Geneva<br />

■ 2004: Professor of “Industrial Property<br />

Management” and of “Management<br />

in ITC”, Sts. Cyril and Metodious<br />

University in Skopje<br />

■ 2005-<strong>2010</strong>: Ambassador in Berlin<br />

FOTOS: DRAGAN TATIC/HBF<br />

44 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


SEPTEMBER BIS DEZEMBER <strong>2010</strong><br />

MOLDAU<br />

SCHWEIZ<br />

BRUNEI<br />

H.E. VALERIU<br />

CHIVERI<br />

Born on 26 December<br />

1963 in Floresti, Republic<br />

of Moldova. Married,<br />

two children.<br />

S.E. URS BREITER<br />

Geboren 1953 in Winterthur/ZH.<br />

S.E. MOHAMMAD<br />

YUSOF BIN ABU<br />

BAKAR<br />

(residiert in Berlin)<br />

Education<br />

■ 1985-1990: Technical University,<br />

Chisinau, Republic of Moldova (Civil<br />

Engineer)<br />

■ 1993-1995: National School for Political<br />

and Administrative Studies,<br />

Bucharest, Romania (International Relations)<br />

■ 1996: George Marshall Centre for Security<br />

Studies, Germany (European<br />

Security)<br />

■ 1997-1999: Moldovan State University<br />

(Modern languages – English)<br />

Professional Career<br />

■ 1995-1998: Second secretary, Commonwealth<br />

of Independent States Department,<br />

MFA<br />

■ 1998-1999: First secretary/counselor/<br />

head of division, International Security<br />

Department, MFA<br />

■ 1999-2000: Political officer, OSCE Mission<br />

to Georgia<br />

■ 2000-2001: Deputy Head, International<br />

Security Department, MFA<br />

■ 2001-2005: Counselor, Embassy of the<br />

Republic of Moldova to Austria/ Permanent<br />

Delegation of the Republic<br />

of Moldova to the OSCE<br />

■ 2005-2006: Political officer, OSCE Centre<br />

in Tashkent, Uzbekistan<br />

■ 2006-2009: Political officer, OSCE Centre<br />

in Almaty/Astana, Kazakhstan<br />

■ 2009-<strong>2010</strong>: Project Co-ordinator, OSCE<br />

Centre in Ashgabat, Turkmenistan<br />

Ausbildung<br />

■ 1980: Doktorat der Rechte, Universität<br />

Zürich<br />

Berufliche Laufbahn<br />

■ 1983: Stagiaire in Bern und Moskau<br />

■ 1985: Diplomatischer Mitarbeiter des<br />

Finanz- und Wirtschaftsdiensts des<br />

EDA<br />

■ 1989: Botschaftssekretär, Madrid<br />

■ 1990: Botschaftsrat, Madrid<br />

■ 1993: Erster Mitarbeiter des Missionschefs,<br />

Ankara<br />

■ 1996: Erster Mitarbeiter, Ständige Vertretung<br />

bei den Int. Org. in Wien<br />

■ 2000-2002: Stellvertreter des Chefs der<br />

Sparte für die Zusammenarbeit mit<br />

Osteuropa und der GUS bei der Direktion<br />

für Entwicklung und Zusammenarbeit.<br />

■ 2002-2006: Botschafter in Bosnien und<br />

Herzegowina<br />

■ 2006-<strong>2010</strong>: Botschafter in den Vereinigten<br />

Mexikanischen Staaten und Belize<br />

■ Seit September <strong>2010</strong>: Schweizerischer<br />

Botschafter in Österreich<br />

BANGLADESCH<br />

S.E. MOSUD<br />

MANNAN<br />

(residiert in Berlin)<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 45


DIPLOMATIE<br />

UN WIEN<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

Generaldirektor Yury Fedotov im Hauptsitz der UNOV/UNODC in<br />

Wien.<br />

United Nations Office At Vienna –<br />

United Nations Office On Drugs and Crime<br />

UKRAINE: S.E. IHOR PROKOPCHUK<br />

MALAYSIA: S.E. DATO’ MUHAMMAD SHAHRUL IKRAM BIN YAAKOB<br />

INFORMATION<br />

Nyron Sequeira, Protocol Assistant<br />

Tel. +43-(0)1- 26060 – 4499<br />

Fax +43-(0)1- 26060 – 5929<br />

E-Mail: Nyron.Sequeira@unvienna.org<br />

KOLUMBIEN: S.E. FREDDY PADILLA DE LEÓN<br />

NAMIBIA: S.E. RAPHAEL NAKARE DINYANDO<br />

SPANIEN: I.E. CARMEN BUJAN FREIRE<br />

LETTLAND: S.E. GINT APALS<br />

IRLAND: S.E. JAMES BRENNAN<br />

LITAUEN: S.E. GIEDRIUS PUODZIUNA<br />

UNGARN: S.E. BALÁZS CSUDAY<br />

UN – UNITED NATIONS/<br />

VEREINTE NATIONEN<br />

Am 26.6.1945 wurde in San Francisco die Charta der Vereinten<br />

Nationen beschlossen. Sie trat am 24.10.1945 in Kraft.<br />

Mitglieder sind alle Staaten der Welt mit Ausnahme der<br />

Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), der<br />

Republik China (Taiwan) und Vatikanstaat.<br />

Die Grundsätze und Ziele der UN sind: Wahrung des<br />

Weltfriedens, internationale Sicherheit, Achtung der Menschenrechte,<br />

internationale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem,<br />

kulturellem, sozialem und humanitärem<br />

Gebiet, Umweltschutz.<br />

Diese Ziele sollen gemäß den Grundsätzen des allgemeinen<br />

Gewaltverbots und der Verpflichtung zur friedlichen<br />

Beilegung von Streitigkeiten verwirklicht werden.<br />

Die Ausnahme davon bilden vom Sicherheitsrat beschlossene<br />

legitime Zwangsmaßnahmen.<br />

Die Hauptorgane der UN sind die Generalversammlung,<br />

der Sicherheitsrat, die UN-Friedenstruppen und das Sekretariat.<br />

Die UNOV – das Büro der Vereinten Nationen in Wien –<br />

ist eine von vier Hauptsitzen der UN auf der Welt und besteht<br />

seit 26 Jahren. Folgende Organisationen sind u. a. in<br />

Wien untergebracht: UNODC (Drogen- und Verbrechensbekämpfung),<br />

IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation),<br />

UNIDO (Industrielle Entwicklung), CTBTO (Comprehensive<br />

Test Ban Treaty Organisation).<br />

46 | <strong>SOCIETY</strong> 4 10


DIPLOMATIE<br />

UNIDO<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen<br />

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.<br />

United Nations Industrial Development Organization<br />

INFORMATION<br />

Cristina Stricker, Information Officer<br />

Tel: +43-(0)1-26026-3034<br />

Fax: +43-(0)1-26026-6881<br />

E-Mail: c.stricker@unido.org<br />

JEMEN: S.E. ABDULHAKIM ABDURRAHMAN YAHYA AL-ERYANI<br />

SPANIEN: I.E. CARMEN BUJÁN FREIRE<br />

UNIDO<br />

KOLUMBIEN: S.E. FEDDY PADILLA DE LEÓN<br />

LITAUEN: S.E. GIEDRIUS PUODZIUNAS<br />

Die United Nations Industrial Development Organization<br />

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)<br />

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen<br />

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern<br />

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu<br />

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-<br />

und Technologieförderung, Förderung von Handel<br />

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft<br />

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft<br />

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.<br />

UNGARN: S.E. BALÁZS CSUDAY<br />

IRLAND: S.E. JAMES BRENNAN<br />

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde<br />

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet und<br />

ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der VN.<br />

Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K. Yumkella<br />

(Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten, in 53 Ländern<br />

Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter. Darüber<br />

hinaus arbeiten über 2100 Experten international bei UNIDO-<br />

Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller Tätigkeiten<br />

für <strong>2010</strong>/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro (UNIDO ist die einzige<br />

UN-Organisation, die in Euro budgetiert).<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 47


DIPLOMATIE<br />

CTBTO<br />

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an<br />

den Generalsekretär der CTBTO, Botschafter Tibor Tóth. Die Überreichungen<br />

fanden im Hauptsitz der CTBTO in Wien statt.<br />

Comprehensive Test Ban Treaty Organisation<br />

INFORMATION<br />

Annika Thunborg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit<br />

Tel. +43-(0)1-26030-6375<br />

Fax +43-(0)1-26030-5823<br />

www.ctbto.org<br />

E-Mail: annika.thunborg@ctbto.org<br />

KOLUMBIEN: S.E. FREDDY PADILLA DE LEÓN<br />

LITAUEN: S.E. GIEDRIUS PUODZIUNAS<br />

CTBTO<br />

Die CTBTO PrepCom ist die Vorbereitende Kommission für<br />

die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot<br />

von Nuklearversuchen.<br />

Die CTBTO PrepCom wurde am 19.11.1996 gegründet und<br />

ist mit allen notwendigen Vorbereitungen für die Umsetzung<br />

des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen<br />

befasst. Alle Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnen,<br />

sind automatisch Mitglieder der Kommission.<br />

Ziel des Vertrages ist die Nichtverbreitung von Kernwaffen<br />

sowie die atomare Abrüstung. Mit dem Verbot von Nuklearversuchen<br />

soll die Weiterentwicklung von Atomwaffen<br />

gebremst werden.<br />

Seit 24.9.1996 wurde der Vertrag von 182 Staaten unterzeichnet,<br />

davon haben ihn mittlerweile 153 ratifiziert. Aktuellster<br />

Vertragsunterzeichner ist Trinidad und Tobago. Die<br />

aktuellste Ratifizierung erfolgte durch die Zentralafrikanische<br />

Republik. Der Vertrag tritt erst dann in Kraft, sobald er<br />

von allen 44 im zweiten Anhang des Vertrages (Annex 2)<br />

aufgezählten Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden<br />

ist. Das sind jene Staaten, die zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen<br />

bereits über friedliche oder militärische<br />

Nukleartechnologie verfügt haben. 41 Annex-2-Staaten haben<br />

den Vertrag unterzeichnet, davon haben ihn 35 auch ratifiziert.<br />

Derzeit fehlen noch die Unterzeichnungen von Indien,<br />

Pakistan und Nordkorea, sowie die Ratifizierungen von<br />

Ägypten, dem Iran, USA, China, Indonesien und Israel.<br />

Österreich zählt ebenfalls zu den Annex-2-Staaten und<br />

hat den Vertrag am 24.9.1996 unterzeichnet und am 13.3.1998<br />

ratifiziert. Das Atominstitut der Österreichischen Universitäten<br />

betreibt in Wien einen Forschungsreaktor.<br />

UNGARN: S.E. BALÁZS CSUDAY<br />

MADAGASKAR: S.E. RAJEMISON RADOTOMAHARO<br />

SPANIEN: I.E. CARMEN BUJÁN FREIRE<br />

48 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Zwei Tage lang stand Kasachstans Hauptstadt Astana Anfang Dezember im Zentrum des<br />

eurasischen Geschehens. Es war ein schwieriges Unterfangen, dieses erste Gipfeltreffen der<br />

Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seit elf Jahren.<br />

Von HERMINE SCHREIBERHUBER<br />

DIPLOMATIE<br />

OSZE<br />

Kasachstan versammelte beim OSZE-Gipfel in Astana die Welt<br />

Schwieriges Ringen um eurasische<br />

Sicherheit und Stabilität<br />

Die kasachische Präsidentschaft, die<br />

2011 als erstes asiatisches, muslimisches<br />

und postsowjetisches Land die<br />

Geschicke der mit 56 Mitgliedern weltweit<br />

größten Sicherheitsorganisation lenkte,<br />

warf ihr ganzes Gewicht in die Waagschale.<br />

„The Spirit of Astana“ – gemäß<br />

dem omnipräsenten Leitspruch der Großveranstaltung<br />

sollte dem Helsinki-Prozess<br />

neues Leben eingehaucht werden.<br />

Für ein substanzielles Schlussdokument<br />

reichte der politische Wille einiger Mitgliedsstaaten<br />

letztlich nicht aus. Doch einmal<br />

mehr wurde in Astana klar, dass die<br />

OSZE mit ihrem Stabilisierungs- und Demokratisierungsinstrumentarium<br />

durch<br />

nichts zu ersetzen ist. Kirgistan und Afghanistan<br />

haben die OSZE auf den Prüfstand<br />

gestellt, erklärte UNO-Generalsekretär Ban<br />

Ki-moon vor dem Forum. Von vielen Rednern<br />

erntete das Gastland ausdrückliches<br />

Lob für sein Krisenmanagement im benachbarten<br />

Kirgistan. EU-Präsident Herman<br />

Van Rompuy charakterisierte die OS-<br />

ZE als „Symbol für Kontinuität und<br />

Veränderung zugleich“.<br />

Spitzenpolitiker von Rang und Namen<br />

waren in die junge Metropole gekommen,<br />

um ein Zeichen gegenseitigen Vertrauens<br />

zu setzen. Sie alle bekannten sich zu den<br />

Werten der OSZE, auch wenn dies nicht<br />

mittelbar in einem akkordierten Aktionsplan<br />

Niederschlag fand: der russische Präsident<br />

Dmitri Medwedew, US-Außenministerin<br />

Hillary Clinton, die deutsche<br />

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Ministerpräsidenten<br />

Frankreichs, Francois Fillon,<br />

und Griechenlands, Georgios Papandreou,<br />

der türkische Staatspräsident<br />

Abdullah Gül, um nur einige zu nennen.<br />

***<br />

Engagement in aktuellen und<br />

schwelenden Konflikten<br />

Gastgeber Nursultan Nasarbajew bot<br />

sein Land als „Katalysator für die eurasische<br />

Sicherheit“ an. In den Botschaften der<br />

Der kasachische Staatspräsident Nursultan Nasarbajew<br />

und Bundespräsident Dr. Heinz Fischer<br />

Gipfel-Gäste spiegelten sich die Wunschlisten<br />

der einzelnen Akteure wider. Aus der<br />

Sicht der Europäischen Union haben Prävention<br />

und Lösung aktueller Krisen – siehe<br />

Kirgistan und Afghanistan – sowie „eingefrorener“<br />

Konflikte – wie Transnistrien,<br />

Nagorny-Karabach und Georgien – oberste<br />

Priorität. Clinton und Merkel sprachen die<br />

festgefahrene Situation im Georgien-Konflikt<br />

mit Russland im Gegensatz zum<br />

Kreml-Chef deutlich an. Zu einer Annäherung<br />

der Standpunkte kam es in Astana bedauerlicherweise<br />

nicht.<br />

Die Anwesenheit des afghanischen<br />

Staatschefs Hamid Karzais war ein sichtbares<br />

Signal für den Einsatz Kasachstans im<br />

Land am Hindukusch. Die Chefin des State<br />

Department unterstrich ebenfalls das<br />

fortgesetzte US-Engagement für Afghanistan.<br />

Karzais Botschaft: Regionale Kooperation<br />

sei unabdingbar für die Stabilisierung<br />

seines Landes. Frankreichs Premier<br />

betonte, der Umsturz in Kirgistan habe<br />

die Notwendigkeit einer besseren Reaktionsfähigkeit<br />

der OSZE aufgezeigt. Die<br />

kirgisische Präsidentin Rosa Otunbayeva<br />

versprach die Wiederherstellung des interethnischen<br />

Dialogs.<br />

***<br />

Krönender Abschluss des Vorsitzes<br />

Der Astana-Gipfel bildete den krönenden<br />

Abschluss der kasachischen OSZE-Präsidentschaft.<br />

Das Vorsitzland versammelte<br />

über 5000 Gäste in seiner zwölf Jahre jungen,<br />

supermodernen Hauptstadt, darunter<br />

etwa 1000 ausländische Journalisten und<br />

500 Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen,<br />

die im Vorfeld tagten. Den Gipfel-Gästen<br />

blieb nicht viel Zeit zum Sightseeing.<br />

Einen Eindruck vom „Abu Dhabi in<br />

der Steppe“ bekamen sie allemal. Astana<br />

zeigte sich im winterlichen Glitzerkleid.<br />

Bunte Weihnachtbäume und Leuchtsterne<br />

schmückten die Straßen, OSZE-Transparente<br />

flatterten im Steppenwind.<br />

Das Ende des OSZE-Vorsitzes bedeutet<br />

für Kasachstan keineswegs einen Rückzug<br />

aus dem internationalen Engagement.<br />

2011 hat das führende zentralasiatische<br />

Land den Vorsitz in der Islamischen Konferenz-Organisation<br />

(OIC) inne. Nasarbajew<br />

geht es darum, „dem religiösen Fundamentalismus<br />

als politischer Ideologie entgegenzuwirken,<br />

ohne den Islam als Religion<br />

zu dämonisieren“. Kasachstan sieht<br />

sich in der Rolle eines Mittlers zwischen<br />

Kulturen, Religionen und Ethnien. In der<br />

ehemaligen GUS-Republik leben mindestens<br />

130 Volksgruppen.<br />

***<br />

Litauen am OSZE-Ruder<br />

Litauen übernimmt mit 1. Jänner das<br />

OSZE-Ruder. Die EU-Staaten werden gut<br />

daran tun, das kleine baltische Land nach<br />

Kräften in der schwierigen Vorsitzführung<br />

zu unterstützen. Dies sagte auch Bundespräsident<br />

Heinz Fischer zu, der Österreich<br />

auf dem Gipfel in Astana vertrat und seinen<br />

Aufenthalt in Astana mit einer bilateralen<br />

Visite beschloss.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 49


DIPLOMATIE<br />

INTERNATIONAL<br />

NATIONALFEIERTAGE<br />

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von Jänner bis März<br />

1.<br />

1.<br />

1.<br />

26.<br />

26.<br />

JÄNNER<br />

Kuba Jahrestag der Revolution: Unter<br />

der Führung von Fidel und Raúl<br />

Castro, Camilo Cienfuegos und dem<br />

Argentinier Ernesto „Che“ Guevara<br />

befreite die kubanische Revolution<br />

1959 das Volk von der langjährigen<br />

Diktatur Fulgencio Batistas. Seit 1961<br />

ist Kuba ein sozialistisches Land.<br />

Slowakei Unabhängigkeitstag: Seit<br />

1993 ist die Slowakei unabhängig.<br />

Sudan Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung<br />

(1956)<br />

Australien „Australia Day“: Jahrestag<br />

der offiziellen Annektierung Ostaustraliens<br />

und Tasmaniens für die<br />

britische Krone durch Captain Arthur<br />

Phillip am 26. Jänner 1788 in<br />

Sydney.<br />

Indien Tag der Republik (1950)<br />

4.<br />

11.<br />

11.<br />

15.<br />

16.<br />

17.<br />

24.<br />

25.<br />

27.<br />

FEBRUAR<br />

Sri Lanka Unabhängigkeitstag<br />

Iran Jahrestag der Staatsgründung:<br />

1979 beendete die iranische islamische<br />

Revolution die autoritäre Herrschaft<br />

des Schah Reza Pahlewi und<br />

formte mit dem Hoffnungsträger<br />

Ayatollah Khomeini einen islamischen<br />

Staat.<br />

Japan Tag der Staatsgründung<br />

Serbien Nationalfeiertag (Inkrafttreten<br />

der ersten Verfassung 1835)<br />

Litauen Jahrestag der Staatsgründung:<br />

Nach Beendigung der Besetzung<br />

durch Russland, Polen und<br />

Deutschland und dem Ende des Ersten<br />

Weltkrieges wurde die litauische<br />

Republik gegründet.<br />

Kosovo Unabhängigkeitstag (17. Februar<br />

2008)<br />

Estland Jahrestag der Staatsgründung<br />

(1918)<br />

Kuwait Jahrestag des Amtsantritts<br />

des Emirs Abdullah Salem Al-Sabah<br />

Dominikanische Republik Unabhängigkeitstag<br />

(1844 Trennung von<br />

Haiti)<br />

1.<br />

3.<br />

17.<br />

20.<br />

21.<br />

23.<br />

25.<br />

MÄRZ<br />

Bosnien & Herzegowina Unabhängigkeitstag<br />

(29. Februar 1992)<br />

Bulgarien Friede von San Stefano<br />

(1878)<br />

Irland St. Patrick’s Day: Der irische<br />

Nationalheilige war der erste katholische<br />

Missionar in Irland.<br />

Tunesien Unabhängigkeitstag: 1956<br />

gewährte Frankreich die Unabhängigkeit<br />

Tunesiens.<br />

Namibia Unabhängigkeitstag: Seit<br />

1990 ist Namibia, nach mehr als<br />

100-jähriger Fremdbestimmung, ein<br />

unabhängiger demokratischer Staat.<br />

Pakistan Nationalfeiertag (Verkündigung<br />

der Verfassung 1956)<br />

Griechenland Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung<br />

(1821): Seit<br />

1453 war Griechenland Teil des Osmanischen<br />

Reiches. Nach Volksaufständen<br />

wurde Griechenland 1821 zu<br />

einem selbstständigen Staat erklärt.<br />

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN<br />

Jänner bis März 2011<br />

JÄNNER<br />

12.-13.1 UNCITRAL: Colloquium on Microfinance<br />

17.-21.1. UNODC: Open-ended Intergovernmental Expert Group on Cybercrime<br />

27.1. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Briefing to Permanent Missions on the<br />

48 th session of the Scientific and Technical Subcommittee (p.m.)<br />

31.1-4.2. INBC: International Narcotics Control Board, 100 th session*<br />

FEBRUAR<br />

2.2. INBC: Presentation of the Annual Report to Governments (a.m.)<br />

7.-18.2. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Scientific and Technical Subcommittee,<br />

48 th session<br />

7.2-4.3. CTBTO: Working Group B, 36 th session*<br />

MÄRZ<br />

7.-11.3. IAEA: Board of Governors<br />

10.3. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Briefing to Permanent Missions on the<br />

50th session of the Legal Subcommittee (p.m.)<br />

14.-25.3. UNODC: Commission on Narcotic Drugs, 54 th session (tent.)<br />

28.3-8.4. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Legal Subcommittee, 50 th session<br />

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend284.pdf<br />

50 | <strong>SOCIETY</strong>4_10


DIPLOMATIE<br />

BERICHT<br />

Wiener Opernball in Washington:<br />

Charlton Heston und Ehefrau, Dr.<br />

Monika Türk, Wiener Vizebürgermeister<br />

Dr. Bernhard Görg, Botschafter<br />

Dr. Helmut Türk.<br />

Nostalgische Erinnerungen<br />

Wiener Opernbälle<br />

in Washington<br />

In Österreich steht die Ballsaison vor der Tür und dabei werden<br />

für uns Erinnerungen an die beiden Bälle wach, die wir<br />

in Washington organisiert haben. Von MONIKA TÜRK<br />

Der erste Wiener Opernball in<br />

Washington fand am 14. März 1997<br />

statt. Er stand unter dem Ehrenschutz<br />

von Präsident Bill Clinton und First Lady<br />

Hillary, sowie von Bundespräsident Dr.<br />

Thomas Klestil. Dieses Ereignis mit mehr<br />

als 1300 Teilnehmern bedurfte umfangreicher<br />

Vorbereitungen. Zunächst wurde ein<br />

Damenkomitee zusammengestellt. Die Vorsitzenden,<br />

die auch die Koordination übernahmen,<br />

waren zwei prominente Damen<br />

der Washingtoner Gesellschaft und ich. Damit<br />

die Ballkarte steuerlich absetzbar war,<br />

wurde die „Austrian-American Alliance for<br />

the Children“ gegründet, deren Erträge<br />

den SOS Children´s Villages USA zugutekommen<br />

sollten.<br />

***<br />

Walzer-Euphorie im Weißen Haus<br />

Zur Vorbereitung auf das große Fest<br />

wurden vom Tanzlehrerehepaar Herbert<br />

und Carol Traxler an der Botschaft Walzertanzstunden<br />

angeboten. Wir dachten, dass<br />

sich hierfür etwa 100 Personen anmelden<br />

würden, es waren dann aber zwischen 600<br />

und 700.<br />

Wir kontaktierten auch Capricia Marshall<br />

(derzeit Protokollchefin im State Department),<br />

damals persönliche Assistentin<br />

von Hillary Clinton, die auch für Chelsea<br />

Clinton zuständig war, und luden diese ein,<br />

Tanzunterricht an der Botschaft zu nehmen.<br />

Capricia Marshall meinte, Chelsea<br />

habe so viele Termine außer Haus und<br />

möchte deshalb keine weiteren annehmen.<br />

Wir boten daher an, mit den Tanzlehrern<br />

ins Weiße Haus zu kommen. An fünf Abenden<br />

fanden wir uns sodann im Weißen<br />

Haus ein, wo Walzerstunden für Chelsea<br />

und einige ihrer Mitschüler sowie junge<br />

Gruppenfoto<br />

im Weißen<br />

Haus nach<br />

Tanzunterricht<br />

Mitarbeiter des Präsidenten gegeben wurden.<br />

Hin und wieder kamen der Präsident<br />

und seine Frau vorbei, um sich von den<br />

Fortschritten ihrer Tochter zu überzeugen.<br />

***<br />

Amerikanische Begeisterung für Wiener<br />

Opernball<br />

Der Ball selbst fand im National Building<br />

Museum statt, einem großartigen<br />

Rahmen für diese für Washington außerordentliche<br />

Veranstaltung. Nach dem Einzug<br />

der Ehrengäste – an der Spitze Wiens Bürgermeister<br />

Dr. Michael Häupl und seine<br />

Frau sowie die damalige Staatssekretärin<br />

im Außenministerium Dr. Benita Ferrero-<br />

Waldner – folgten Eröffnungspolonaise<br />

und Walzer des Jungdamen- und Jungherrenkomitees.<br />

Im Verlauf des Abends erfreuten<br />

Darbietungen des Wiener Staatsopernballetts<br />

die Ballbesucher.<br />

Die weitere Ballnacht wurde eifrig getanzt<br />

und in höchst angeregter Stimmung<br />

verbracht. Vor allem die amerikanischen<br />

Gäste waren begeistert, sie hatten eine solche<br />

Art von Ball noch nie erlebt. Die Anwesenheit<br />

von Chelsea Clinton weckte das besondere<br />

Interesse der Journalisten.<br />

Darüber hinaus nahm eine große Anzahl<br />

prominenter Persönlichkeiten an der Veranstaltung<br />

teil, darunter mehrere Höchstrichter,<br />

Senatoren und Gouverneure, etwa<br />

dreißig Kongressabgeordnete, ein<br />

Dutzend Stellvertretende Gouverneure,<br />

hochrangige Mitarbeiter des Weißen Hauses<br />

und des State Department sowie der bekannte<br />

Schauspieler Fred Duval.<br />

Der zweite Wiener Opernball in Washington<br />

fand am 25. September 1998 statt,<br />

diesmal im Washington Hilton Hotel. Dieser<br />

war ebenfalls ein großes Ereignis für<br />

die amerikanische Bundeshauptstadt, an<br />

dem von offizieller österreichischer Seite<br />

der Wiener Vizebürgermeister Dr. Bernhard<br />

Görg und seine Frau teilnahmen. Unter<br />

den Ehrengästen befand sich auch<br />

Charlton Heston. So mancher Dame tat es<br />

leid, ihn nicht in seinen jüngeren Jahren<br />

kennen gelernt zu haben. Der Ablauf des<br />

Balls war ähnlich wie im Jahr zuvor und<br />

der Ertrag ging wiederum an die „SOS<br />

Children´s Villages USA“. Es war allerdings<br />

schon ein gewisser Gewöhnungseffekt<br />

eingetreten und der Ball stellte nicht<br />

mehr die gleiche Sensation dar wie beim<br />

ersten Mal.<br />

Bei unseren Besuchen in Washington<br />

werden wir noch immer auf diese beiden<br />

wunderschönen Wiener Opernbälle angesprochen,<br />

die die Aufmerksamkeit der<br />

amerikanischen Öffentlichkeit in besonderem<br />

Maße auf Österreich lenkten. Sie sind<br />

leider einmalige Ereignisse geblieben.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 51


DIPLOMATIE<br />

INTERVIEW<br />

Strengthening the Role of Culture and Art<br />

The Importance of Being<br />

Cultural<br />

We have to recognize the fact that culture is the core of our society” – the Swedish diplomat,<br />

Karl-Erik Norrman, accentuates the need for cultural awareness especially in Europe.<br />

<strong>SOCIETY</strong> met the Secretary-General of the European Cultural Parliament for an interview.<br />

By DONATA ALBERTI<br />

Last July I attended a weeklong seminar<br />

at the ICD in Berlin, entitled “Arts as<br />

Cultural Diplomacy: A Forum for Young<br />

Leaders”. One of the speakers was Ambassador<br />

Karl-Erik Norrman, a great diplomat<br />

from Sweden with a charismatic personality.<br />

After a distinguished diplomatic<br />

career in the Swedish Foreign Ministry including<br />

posts in Moscow, Peking, Geneva,<br />

Rome, as Swedish Commissioner General<br />

in Expo 92, Seville, and as Head of the Cultural<br />

Department, Foreign Ministry, Karl-<br />

Erik Norrman is now Secretary-General of<br />

the European Cultural Parliament (ECP)<br />

based in Berlin.<br />

I somehow got involved in one of his<br />

projects and on the occasion of the 9th session<br />

of the European Cultural Parliament,<br />

which took place in Athens in September,<br />

I had the opportunity to discover something<br />

more about the ECP. The European<br />

Cultural Parliament was founded in the<br />

premises of the Council of Europe, Strasbourg,<br />

in 2001 and today offers a forum for<br />

regular debate on crucial issues between<br />

cultural personalities from all European<br />

countries. Its objective was, and is, to<br />

strengthen the role of cultural and artistic<br />

ideas and initiatives in Europe.<br />

“Culture and arts should be<br />

the core of the European future<br />

society.”<br />

KARL-ERIK NORRMAN<br />

How did you come up with the European<br />

Cultural Parliament?<br />

The reason was a feeling based on some<br />

experience of European Capitals of Culture<br />

and European cooperation that culture is<br />

missing, or was missing at least, in the European<br />

cooperation. And at the same time<br />

that Europe somehow was missing in culture,<br />

as well. So it was a crosscutting issue.<br />

In that direction I came across with a<br />

statement made by the famous violinist,<br />

conductor and tireless contributor to religious,<br />

social, and environmental organisations<br />

throughout the world, Yehudi<br />

Menuhin, who said that artists need a Parliament.<br />

He did not probably mean exactly<br />

this, but we took this statement. The<br />

next step was the creation of a Parliament<br />

for European artists and cultural lectors.<br />

We wanted to contribute in our own way<br />

by bringing balance to the European debate,<br />

which mainly focused on political,<br />

technocratic and economic discussions.<br />

We wanted to add concern to the cultural<br />

aspect.<br />

What is the philosophy that lies at the<br />

heart of the ECP?<br />

Culture and arts should be the core of<br />

the European future society. Discussions<br />

about European values are very important<br />

and ethic and aesthetic values should be<br />

given more room in the European debate.<br />

So we offer a forum, a sort of platform, an<br />

agora for such discussions, for aesthetic<br />

and ethic values from a European point of<br />

FOTOS: ECP<br />

52 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


view. But the agenda is to discuss Europe.<br />

What were your dreams as a twentyyear-old<br />

student and how are they different<br />

from the ones of today?<br />

Oh, you are speaking about last century!<br />

Very long ago… Anyway, I think my<br />

dream as a student was to work internationally.<br />

As a young student, probably<br />

like many young students of my generation,<br />

I wanted to save the world. But I<br />

have limited this ambition in the last ten<br />

years to save Europe. It still takes some<br />

saving works here.<br />

How does the Parliament operate?<br />

First of all we had a call recruitment of<br />

members. At first in 2001 we had forty<br />

members, and since then it has been growing.<br />

Now there are 160 members from 43<br />

different countries and they are invited<br />

once a year to an annual session. The ECP<br />

met for the first time in 2002 in Bruges, in<br />

the following years they met in Graz,<br />

Genoa, Lisbon, Turku, Sibiu, Liverpool,<br />

Gothenburg and this year in Athens. On<br />

top of this, if we have financial resources,<br />

we also try to make a think-tank between<br />

the sessions, as preparatory work for the<br />

following year. So this is an additional aspect.<br />

When we meet once a year, we meet<br />

in a European city for three working days<br />

more or less. We always work in a tight cooperation<br />

with the city that hosts us. This<br />

cooperation ranks from the organizational<br />

aspects to the definition of the theme of<br />

the year and we want our host city to be<br />

happy with the theme.<br />

Do you really think that the ECP can be<br />

a trigger for new impulses?<br />

Well I hope they are. Every member of<br />

the ECP is to be considered as an Ambassador<br />

for the European culture, as an Ambassador<br />

for values and for the mission itself<br />

of the ECP. When they go back home<br />

they report, inform, and hopefully also inspire<br />

others. I heard about some interest in<br />

ECP at the Hellenic Parliament<br />

creating a similar forum in Latin America,<br />

but this is a second hand rumour. Then of<br />

course, we are not in the formal sense of<br />

the word a “lobby” towards the European<br />

Commission, but of course we always forward<br />

our resolutions, our decisions and<br />

hope that they somehow will inspire others.<br />

What are the biggest challenges for the<br />

ECP today and what is your personal outlook?<br />

I think that the biggest challenge for<br />

the ECP each year is to have enough financing<br />

to continue what we are doing. But we<br />

have succeeded for 9 years and I think we<br />

are getting better now, so for instance for<br />

the next year we have already four candidates<br />

to host us and this shows an improvement.<br />

My personal hope is of course that<br />

we should be better known in the media<br />

and, thanks to our think tank and our sessions,<br />

we should be able to say that our<br />

work has lead to a new policy in the European<br />

Commission and thus in the European<br />

politics. This has happened only once<br />

until now. Hopefully a resolution taken<br />

here can somehow save people whose<br />

rights for a cultural freedom of expression<br />

have been threatened.<br />

Solemn reading of the ECP Athens<br />

declaration at the famous Pnyx<br />

What can you tell us about the “Youth<br />

ECP”?<br />

The idea of the Y-ECP was presented on<br />

the occasion of the 8th ECP session in<br />

Gothenburg in December 2009 and it has<br />

been further discussed and developed by<br />

an informal advisory group. In July <strong>2010</strong> I<br />

held a speech at the Institute for Cultural<br />

Diplomacy (ICD), in Berlin, and presented<br />

the new project to some 30 “young leaders”<br />

with a cultural orientation and some<br />

of them followed us here in Athens. We believe<br />

the “cultural actors of tomorrow”<br />

should play a crucial part in the development<br />

and shaping of Europe’s future. The<br />

Y-ECP should provide a platform for young<br />

cultural personalities who want to foster<br />

new ideas, new projects, new networks<br />

and other initiatives by promoting cultural<br />

interaction within Europe. It should encourage<br />

open artistic exchange through<br />

conferences, workshops, seminars, think<br />

tanks and sound cooperation projects between<br />

individual artists and managers.<br />

Can you briefly give us some highlights<br />

about the issues that are of utmost concern<br />

for the ECP today?<br />

I think we have to try to address a really<br />

important issue. I have a vision that culture<br />

should be as strong as environment<br />

and sustainable development, and it<br />

should be a kind of super goal in politics.<br />

That was what happened in the early 90’s,<br />

when people said environment and sustainable<br />

development are more crucial issues<br />

compared to other financial, economic,<br />

social and political goals. We have to<br />

recognize the fact that culture is the core<br />

of our society. Then it should also be recognized<br />

as superior to others, for a kind of<br />

sustainable culture. It should be considered<br />

as a value per se and also a value,<br />

which is very important for the European<br />

society. And, in my view, also a great European<br />

comparative advantage in comparison<br />

to other big countries and continents.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 53


DIPLOMATIE<br />

MAZEDONIEN<br />

EU-tauglich?<br />

Brücke der Freundschaft<br />

Der Botschafter von Mazedonien, Univ. Prof. Dr. Gjorgji Filipov, im <strong>SOCIETY</strong>-Gespräch<br />

über sein Leben in Österreich, die mazedonisch-österreichischen Beziehungen und Mazedoniens<br />

Weg in die EU.<br />

Exzellenz, können Sie uns schildern, wie<br />

es Ihnen hier in Österreich geht, wie es Ihnen<br />

(und der Familie) gefällt und was Ihnen<br />

nicht gefällt?<br />

Obwohl wir hier noch nicht so lange<br />

sind, kann ich mit Sicherheit sagen, dass<br />

ich sehr zufrieden mit meinem Leben und<br />

der Arbeit in Österreich bin. Österreich ist<br />

ein politisch, wirtschaftlich und kulturell<br />

wichtiges Land. Es ist für mich eine Herausforderung,<br />

Botschafter hier zu sein.<br />

Das kulturelle Leben ist ausgezeichnet,<br />

fast wie nirgendwo. Was mir weniger in<br />

Wien und in der Republik Österreich gefällt,<br />

sind der dichte Straßenverkehr und<br />

ein bisschen längere Verfahren für die Erledigung<br />

der alltäglichen Bedürfnisse.<br />

Wie sind die Beziehungen zwischen den<br />

beiden Ländern?<br />

Die beiden Länder sind traditionell gute<br />

Partner. Die bilateralen Beziehungen<br />

sind ausgezeichnet. Unsere wirtschaftlichen<br />

Beziehungen entwickeln sich dynamisch.<br />

Österreich ist der größte Investor in<br />

Mazedonien. Der wirtschaftliche Austausch<br />

könnte größer sein und an dieser Aufgabe<br />

arbeite ich sehr viel. In Österreich leben<br />

16.000 mazedonische Bürger, sie bilden eine<br />

Brücke der Freundschaft zwischen unseren<br />

Völkern. Ich freue mich, dass viele mazedonische<br />

Studenten an österreichischen<br />

Universitäten studieren und ausgezeichnete<br />

Ergebnisse zeigen. Die letzten Besuche<br />

des Bundespräsidenten Heinz Fischer und<br />

des Außenministers, Michael Spindelegger,<br />

in Mazedonien, das Treffen zwischen<br />

dem mazedonischen Präsidenten Ivanov<br />

und Fischer, sowie zwischen dem Bundeskanzler<br />

Faymann und dem Ministerpräsidenten<br />

Gruevski, sind Beweis für die Unterstützung,<br />

die die Republik Österreich der<br />

Republik Mazedonien gibt.<br />

Geben Sie uns bitte einen kurzen Überblick<br />

über die Politik Ihres Landes.<br />

Mazedonien ist ein souveräner, selbständiger,<br />

bürgerlich-demokratischer<br />

Staat mit einer bürgerlichen Verfassung,<br />

der zufolge alle Bürger, unabhängig von<br />

ihrer ethnischen Zugehörigkeit, gleiche<br />

Rechte und Freiheiten genießen. Das aktuelle<br />

Ziel unserer Außenpolitik ist die<br />

Mitgliedschaft in der Europäischen<br />

Union. Dabei sind eine ausgewogene Regionalpolitik,<br />

sowie freundschaftliche<br />

und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren<br />

Nachbarländern unverzichtbare<br />

und stabilitätswahrende Elemente.<br />

Mazedonien unterhält mit Griechenland<br />

insgesamt gute Beziehungen. Ausnahme –<br />

Athen möchte nicht, dass Ihr Land sich Mazedonien<br />

nennt. Was ist der aktuelle Stand<br />

der Dinge?<br />

Die Verhandlungen zwischen Mazedonien<br />

und Griechenland sind unter der<br />

Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.<br />

Wir hoffen, dass dieser Streit endlich beendet<br />

wird. Die Lösung muss für beide Länder<br />

akzeptable sein. Die internationale Gemeinschaft<br />

muss dabei die Würde und die Identität<br />

des Volkes in Mazedonien respektieren.<br />

Wo aber steht Mazedonien heute und<br />

was kann das Land in die EU einbringen?<br />

Unsere Regierung hat eine klare Agenda<br />

für den Beitritt zur Europäischen Union.<br />

Auf der Basis der nationalen Strategie für<br />

den mazedonischen Beitrag zur Europäischen<br />

Integration, setzt unsere Regierung<br />

das Annäherungsverfahren fort. Die übergreifenden<br />

Reformen im Justiz-, Polizeiund<br />

Verwaltungsbereich, zur Korruptionsbekämpfung,<br />

aber auch in wirtschaftlicher<br />

Hinsicht zur Schaffung stabiler makroökonomischer<br />

Rahmenbedingungen, sind,<br />

trotz der wirtschaftlichen Krise, in vollem<br />

Gange. Mazedonien ist fest entschlossen,<br />

am Bau eines gemeinsamen Europas mitzuwirken:<br />

Die Demokratie ist in den Köpfen<br />

der Menschen fest verankert.<br />

Welche besonderen Reformen in der Wirtschaft<br />

und welche Kampagne von Auslandsinvestitionen<br />

werden durchgeführt?<br />

Seit 2007 wurde die Einheitssteuer eingeführt.<br />

Damit zählt die Republik Mazedonien<br />

zu den Ländern mit den niedrigsten<br />

Steuersätzen. Zum Beispiel gibt es in Mazedonien<br />

die niedrigste einheitliche Gewinnund<br />

Einkommensteuer von nur zehn Prozent.<br />

Gleichzeitig ist die Steuer auf reinvestierten<br />

Gewinn null Prozent. Die Regierung<br />

der Republik Mazedonien hat ein<br />

Projekt, genannt „Regulatorische Guillotine“,<br />

das eine Reduktion der bürokratischen<br />

Prozeduren in allen Tätigkeitsbereichen<br />

der juristischen Personen ist,<br />

durchgeführt. Dieses Projekt ist ein starkes<br />

Instrument im Kampf gegen die Korruption<br />

geworden.<br />

Welche Perspektiven haben Mazedonien<br />

und die anderen Länder des Westlichen Balkans<br />

für den EU-Beitritt?<br />

Mazedonien hat sich als funktionierende<br />

Demokratie in der Region Südosteuropas<br />

etabliert, es ist ein Beispiel von Stabilität<br />

und ethnischer Toleranz. Mazedonien<br />

bringt in die EU: Kultur, Natur und Stabilität<br />

an ihrer südlichen Grenze. Der Weg<br />

nach Europa ist unser Weg und niemand<br />

außer uns kann ihn durchlaufen, das ist<br />

uns bewusst. In Bezug auf die anderen<br />

westbalkanischen Länder darf man nicht<br />

vergessen, dass der Balkan ein Teil Europas<br />

ist und dass, wie der mazedonische Außenminister<br />

Milososki sagt: „Die Einigung Europas<br />

ohne den Balkan als integraler Teil<br />

der europäischen Konstruktion, ist einfach<br />

nicht möglich.“<br />

54 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


DIPLOMATIE<br />

MAZEDONIEN<br />

Interkulturelle Zusammenarbeit Mazedonien-Österreich<br />

Der mazedonische Kulturbeitrag<br />

<strong>SOCIETY</strong> lud die Kulturministerin Mazedoniens, Elizabeta Kanceska Milevska, zum<br />

Interview anlässlich ihres Wienbesuchs, bei dem das österreichisch-mazedonische Kulturabkommen<br />

unterzeichnet wurde.<br />

Interview in der<br />

Villa Flora<br />

Sprechen wir über das Kulturabkommen,<br />

das jüngst zwischen Österreich und<br />

Mazedonien unterzeichnet wurde. Was ist<br />

das Ziel dieses Abkommens?<br />

Außenminister Michael Spindelegger<br />

und ich haben ein kulturelles Abkommen<br />

zwischen der Republik Mazedonien und<br />

der Republik Österreich unterzeichnet. Es<br />

ist das erste in dieser Art und wir freuen<br />

uns, dadurch unsere Zusammenarbeit im<br />

Bereich der Bildung und Kultur intensivieren<br />

zu können. Darüber hinaus stehen Themen<br />

wie der Schutz des Weltkulturerbes,<br />

die Malerei, die Musik sowie Szenenaufführungen<br />

im Fokus. Wir werden nun die<br />

Möglichkeit haben, verschiedene Projekte<br />

aus diesen Bereichen zu implementieren.<br />

Die Republik Mazedonien ist reich an<br />

kulturellem Erbe. Wir haben sehr viele<br />

Künstler im Bereich der bildenden Künste,<br />

Theater und Musik, die auch weltweit Auszeichnungen<br />

erhalten haben. Ich bin als<br />

Kulturministerin sehr stolz darauf, was unser<br />

Land an kulturellem und landschaftlichem<br />

Reichtum zu bieten hat. So schöpfen<br />

wir beispielsweise aus unseren zahlreichen<br />

archäologischen Fundstätten, Kirchen, Klöstern,<br />

Fresken, handgefertigten Ikonostasen,<br />

aber auch aus den Naturschönheiten,<br />

wie den Seen und Bergen.<br />

Gibt es konkrete Kooperationen zwischen<br />

Mazedonien und Österreich auf kultureller<br />

Ebene?<br />

Bisher wurden viele Projekte aufgrund<br />

von Einladungen diverser kultureller Institutionen<br />

oder einzelner Künstler realisiert.<br />

Letztes Jahr, zum Beispiel, gab es eine<br />

Ausstellung, die von zeitgenössischen,<br />

mazedonischen Malern unter anderem<br />

hier in Wien ausgerichtet wurde. Weiters<br />

fand eine Aufführung des mazedonischen<br />

Balletts und der Oper im Rahmen einer<br />

Veranstaltung auf dem Michaelerplatz<br />

statt – eine Zusammenarbeit mit der Stadt<br />

Wien. Zu Gast dabei war die Konzertpianistin<br />

und Kulturbotschafterin Elena Misirkova.<br />

Sie lebt und arbeitet in Wien und genießt<br />

weltweiten Ruhm.<br />

Darüber hinaus arbeitet man eng mit<br />

der österreichischen Botschaft in Skopje<br />

zusammen und organisiert verschiedene<br />

Festivals mit der mazedonischen Oper und<br />

dem Ballett.<br />

Wie sieht die Orientierung Richtung Mitgliedschaft<br />

bei der EU aus?<br />

Eine der Prioritäten der Republik Mazedonien<br />

ist die Annäherung an die Europäische<br />

Union. Diesbezüglich hat gerade<br />

der kulturelle Bereich eine wesentliche<br />

Bedeutung. Das Ministerium arbeitet intensiv<br />

in diese Richtung und fördert<br />

internationale Projekte, die auch den<br />

kulturellen Reichtum unseres Landes repräsentieren<br />

sollen. So hoffe ich, dass wir<br />

gerade jetzt in Zukunft die Möglichkeit<br />

eines verstärkten Kulturaustausches haben<br />

werden und an dem gegenseitigen<br />

Verständnis der kulturellen Vielfalt<br />

innerhalb der EU beitragen können.<br />

Wie sehen Sie die Rolle Österreichs als<br />

Partner Ihrer Bestrebungen bei der EU beizutreten<br />

und welche Kriterien sind dafür<br />

maßgeblich?<br />

Erst kürzlich habe ich dem Bundesaußenminister<br />

meine Dankbarkeit ausgedrückt.<br />

Diese gilt vor allem seiner Unterstützung<br />

bei der Zusammenführung von<br />

Süd-Osteuropa. Wir schätzen die Bemühungen<br />

seitens Österreichs sehr, uns bei<br />

der Annäherung an die EU beizustehen.<br />

Nun warten wir auf den Fortschrittsbericht,<br />

um die Verhandlungen aufnehmen<br />

zu können. Es gibt konkrete Schritte seitens<br />

der Republik Österreich, als größter<br />

ausländischer Investor Mazedoniens, unser<br />

Land in wirtschaftlicher und kultureller<br />

Hinsicht zu fördern, da das Interesse an<br />

der Entwicklung des westlichen Balkans<br />

sehr groß ist. Wie Sie sehen, pflegen wir eine<br />

sehr intensive Beziehung zu Österreich,<br />

nicht zuletzt zu Außenminister Spindelegger<br />

und Bundeskanzler Faymann.<br />

Welche Empfehlung würden Sie einem<br />

Österreicher in Mazedonien aussprechen?<br />

Auf jeden Fall die mazedonische Küche,<br />

wie beispielsweise die Ohrider Forelle – eine<br />

sehr traditionelle Speise. Dann Skopje<br />

und die wunderschöne antike Stadt Ohrid<br />

mit wertvollem Kulturgut und historischen<br />

Denkmälern.<br />

Minister Elizabeta Kanceska Milevska<br />

und Michael Spindelegger unterzeichneten<br />

ein Kulturabkommen<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 55


POLITIK<br />

KOMMENTAR<br />

Charta des Zusammenlebens<br />

Vier Vorschläge an die neue<br />

Wiener Regierung<br />

Die Wiener rot-grüne Regierung will erstmals eine „Charta des Zusammenlebens“ formulieren<br />

die das Zusammenleben von Ansässigen und Zugewanderten regelt. Hier ein Vorschlag,<br />

was in dieser Charta festgehalten werden sollte. Von SIMON INOU<br />

3) Mehrsprachigkeit und Ganztagschulen:<br />

Wir sollten uns von der Illusion befreien,<br />

dass „Migrantenkinder“ das Schulproblem<br />

Wiens sind. Mangelnde<br />

Chancengleichheit und mehrwertige Förderungen<br />

für alle Kinder und Jugendlichen<br />

nach ihren jeweiligen Bedürfnissen<br />

sind das Bildungsproblem in Wien. Die<br />

Ausbildung der LehrerInnen soll mehrsprachig<br />

gestaltet werden.<br />

Am 25. November wurde in Wien die erste<br />

Rot-Grüne Regierung eines österreichischen<br />

Bundeslandes angelobt. In<br />

dem rot-grünen Regierungsabkommen<br />

„Gemeinsame Wege für Wien“ wird auf<br />

Seite 38 auf das Thema Diversität und Integration<br />

eingegangen. Ein wichtiger Bestandteil<br />

dieses Kapitels ist die Formulierung<br />

einer „Wiener Charta des<br />

Zusammenlebens“. Diese Charta, die es<br />

zum Beispiel in Bologna (Italien) schon<br />

gibt, soll Spielregeln für ein gutes Zusammenleben<br />

zwischen ansässigen Wienern<br />

und neu Zugewanderten festlegen.<br />

Diese Charta existiert noch nicht und wird<br />

demnächst ausgearbeitet. Hier unsere Vorschläge<br />

an Rot-Grün, damit das Zusammenleben<br />

in Wien funktioniert:<br />

1) Bekämpfung von Rassismen und Fremdenfeindlichkeit<br />

als oberste Priorität: Im<br />

Wien des 21. Jahrhunderts gibt es noch Orte<br />

zu denen man, aufgrund der Hautfarbe,<br />

des Aussehens, keinen Zugang bekommt.<br />

Orte, an denen bestimmte Menschen nicht<br />

essen, nicht tanzen, nicht wohnen dürfen.<br />

Das widerspricht der so gern proklamierten<br />

Weltoffenheit Wiens. Antirassistische<br />

NGOs und Initiativen zeigen es jedes Jahr<br />

in verschiedenen Berichten: Rassismus ist<br />

Alltag.<br />

2) Migranten sollen sichtbar gemacht<br />

werden: Sie putzen, arbeiten an unsichtbaren<br />

Stellen vieler Firmen (Keller, Küche,<br />

Bau). Oft sind sie dafür zuständig, dass,<br />

wenn wir morgens in unser Büro kommen,<br />

alles glänzt. Unter Ihnen sind viele höher<br />

Gebildete. Realitäten wie diese sollten zur<br />

Vergangenheit gehören. Für Wien ist die<br />

Zeit reif, Farbe zu bekennen. Nicht nur im<br />

öffentlichen Dienst sollten Menschen mit<br />

Migrationshintergrund an sichtbaren Stellen<br />

beschäftigt werden. Auch in allen verbreiteten<br />

Werbemitteln der Stadt: Zeitungsinserate,<br />

Plakate, TV-Werbespots<br />

sollten Migranten verstärkt sichtbar werden.<br />

4) Wien braucht eine Vertretung für alle<br />

MigrantInnen der Stadt: Am 12. Dezember<br />

2008 teilten die IntegrationssprecherInnen<br />

der Wiener Parteien SPÖ, ÖVP und<br />

Grüne via Presseaussendung mit, dass sie<br />

mit der Einstellung der Förderung für das<br />

Vernetzungsbüro der Wiener Integrationskonferenz<br />

(WIK) durch die Magistratsabteilung<br />

17 einverstanden waren. Die Wiener<br />

Integrationskonferenz (WIK) war ein Dachverband<br />

aller Migrantenvereine in Wien<br />

und diente als Plattform zwischen Politik,<br />

Verwaltung und Communities. Nach den<br />

Wahlen am 25. Oktober 2008 gestaltete<br />

sich die Kommunikation unter den Mitgliedervereinen<br />

schwer. Dies führte dazu,<br />

dass mehrere Vereinsmitglieder sich von<br />

WIK abgewendet haben. MigrantInnen in<br />

Wien sind ohne Vertretung und brauchen<br />

eine.<br />

ÜBER DEN AUTOR<br />

Simon Inou stammt aus Kamerun, studierte Soziologie<br />

und ist Journalist (Radio Afrika International), Mitbegründer<br />

von www.afrikanet.info und Projektleiter von M-Media.<br />

Er hat für seine journalistische Arbeit zahlreiche Auszeichnungen<br />

bekommen, u. a. vom Land Steiermark und<br />

der EU.<br />

M-Media ist der „Verein zur Förderung interkultureller<br />

Medienarbeit“ und gestaltet u. a. wöchentlich eine Seite<br />

in der Tageszeitung „Die Presse“.<br />

Kontakt: www.m-media.or.at<br />

56 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


POLITIK<br />

KOMMENTAR<br />

Bericht aus Moskau<br />

Wikileaks und die Fussball-WM<br />

Die Wikileaks-Enthüllungen sind auch für Russland unangenehm – doch viel mehr Kopfzerbrechen<br />

dürfte dem Land die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2018 bereiten.<br />

Denn noch nichts ist dafür wirklich bereit. Von SUSANNE SCHOLL<br />

GRAFIK: GERD ALTMANN/PIXELIO.DE<br />

Nein, man war natürlich nicht amused,<br />

als man plötzlich schwarz auf weiß<br />

hatte, was man allerdings ohnehin<br />

schon wusste: Dass die amerikanischen<br />

Diplomaten überzeugt waren, der Plutonium-Mord<br />

an dem ehemaligen Geheimdienstagenten<br />

Litvinenko in London sei<br />

von oberster Stelle in Moskau bestellt worden;<br />

dass das amerikanische diplomatische<br />

Personal in Moskau Russland für die<br />

Weltmacht der Korruption hält. Wirklich<br />

neu sind diese Erkenntnisse tatsächlich<br />

nicht – trotz aller Beteuerungen der Wikileaks-Betreiber.<br />

***<br />

Wo ist das Leck?<br />

Man war in Moskau wie gesagt nicht erfreut<br />

darüber, aber auch nicht über die Maßen<br />

empört. Stattdessen machte sich Häme,<br />

Schadenfreude und die immer schon<br />

sehr beliebte Suche nach den eigentlichen<br />

Schuldigen breit. Die Duma, das Unterhaus<br />

des russischen Parlaments, verbreitete das<br />

Gerücht, es sei ganz klar, dass nur der amerikanische<br />

Geheimdienst CIA hinter den<br />

peinlichen Online-Enthüllungen stecken<br />

könne. Andere Stellen in Russland setzen<br />

sich ernsthaft mit der These auseinander,<br />

die Verbreiter amerikanischer diplomatischer<br />

Depeschen könnten eigentlich nur<br />

„die Chinesen“ sein.<br />

***<br />

Strahlender Sieger?<br />

Mit einem Wort, man fand Schuldige<br />

und sah sich selbst als Opfer – eine Rolle, die<br />

Russland traditionell gerne einnimmt. Man<br />

ist entweder das Opfer – oder der strahlende<br />

Sieger. Der man in Sachen Fußballweltmeisterschaft<br />

entgegen allen Erwartungen<br />

wurde. Der Jubel um das zweite sportliche<br />

Großereignis, das innerhalb von vier Jahren<br />

in Russland stattfinden soll wird allerdings<br />

von Experten sogleich heftig gedämpft.<br />

Noch ist nicht einmal Sotschi tatsächlich<br />

für die Winterspiele 2014 gerüstet – und<br />

jetzt will man bis 2018 13 höchstmoderne<br />

Stadien in ganz Russland errichten. Manch<br />

einem in Moskau stehen da schon jetzt die<br />

Haare vor Schreck zu Berge.<br />

Zumal, wenn man sich jene Stadien anschaut,<br />

die schon stehen. Veraltet, völlig<br />

unzureichend ausgestattet und natürlich<br />

in keiner Weise jenen Sicherheitsvorgaben<br />

entsprechend, die man bei einem<br />

internationalen Großereignis wie der Fußballweltmeisterschaft<br />

voraussetzt. Ja, Russland<br />

wünscht das mit den Spielen und der<br />

WM einhergehende Prestige für sich. Aber<br />

die Voraussetzungen sind durchaus nicht<br />

vorhanden. Ein Kollege merkte denn auch<br />

etwas resigniert an, offenbar sei die vollkommene<br />

Voraussetzungslosigkeit zum<br />

entscheidenden Kriterium bei der Vergabe<br />

ÜBER DIE AUTORIN<br />

Dr. Susanne Scholl ist am 19.9.1949 in<br />

Wien geboren. Sie studierte Slawistik,<br />

war ab den 1970er Jahren bei „Le<br />

Monde“, Radio Österreich International<br />

und in der Austria Presseagentur<br />

(APA) tätig. Ab 1985 arbeitete sie für<br />

den ORF: Als Redakteurin der Osteuroparedaktion, Korrespondentin<br />

in Bonn und Leiterin des ORF-Europajournals,<br />

und ab 2000 als Leiterin des ORF-Büros in Moskau. Zahlreiche<br />

Publikation (u. a. „Russisches Tagebuch“ u. „Töchter<br />

des Krieges“) sowie Auszeichnungen (u. a. Österr. Ehrenkreuz<br />

f. Wissenschaft und Kunst 2003, Journalist des<br />

Jahres 2009).<br />

solcher internationaler sportlicher Großereignisse<br />

geworden.<br />

***<br />

Kriterium für die Vergabe<br />

Interessant wäre die Frage, ob die Entscheidungsträger<br />

der FIFA ein bisschen bei<br />

Wikileaks geschmökert haben, bevor sie<br />

Russland die Weltmeisterschaft 2018 zugestanden.<br />

Vermutlich nicht. Und bei aller<br />

Zurückhaltung gegenüber dem freizügigen<br />

Internetportal mit der erdrückenden<br />

Menge an politischen Dokumenten muss<br />

man eines sagen: Wo auch immer, aber die<br />

Herren über den internationalen Fußball –<br />

und übrigens auch jene des Internationalen<br />

Olympischen Komitees – hätten doch<br />

gut daran getan, sich etwas genauer darüber<br />

zu informieren, wie es in jenen Ländern<br />

zugeht, denen sie so freizügig ihre<br />

Großereignisse anvertrauen.<br />

Auf der virtuellen Ebene ist Russland ja<br />

bestens gerüstet – im Internet sieht man<br />

glückliche Kinder und wunderschöne fertige<br />

Sportstätten. In der Realität könnte es<br />

aber ziemlich schwierig werden mit der<br />

tatsächlichen Fertigstellung. Und das<br />

könnte Moskau in den kommenden acht<br />

Jahren mehr Kopfzerbrechen bescheren<br />

als alle Wikileaks-Enthüllungen zusammengenommen.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 57


DIPLOMATIE<br />

WELCOME TO AUSTRIA<br />

The Board of “Welcome To Austria”<br />

with Dr. Michael Spindelegger<br />

Lectures and Events<br />

Highlights of “Welcome<br />

To Austria”<br />

With a variety of cross-cultural events and interesting lectures, “Welcome To Austria” follows<br />

its aim of promoting the awareness and understanding of Austria's rich cultural heritage.<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazine presents the highlights<br />

of the autumn season of “Welcome<br />

To Austria”.<br />

***<br />

General Assembly Meeting with<br />

Michael Spindelegger<br />

At the 13th General Assembly Meeting<br />

of “Welcome To Austria” Federal Minister<br />

for Foreign Affairs and President of “WA”,<br />

Dr. Michael Spindelegger, gave a cheering<br />

speech in which he highlighted the importance<br />

of the Association in helping to<br />

make Vienna and Austria a home for people<br />

from all over the world. “WA” adds to<br />

the overall aim of making Vienna an international<br />

meeting place and hub for<br />

global expertise. Dr. Spindelegger congratulated<br />

to the very good job of “WA“ so<br />

that diplomats – when they eventually<br />

Dr. Michael Spindelegger<br />

leave Vienna – have a positive image of Austria<br />

and its people.<br />

After the General Assembly Meeting,<br />

which took place in the famous Marmorsaal<br />

of the Foreign Ministry, a reception<br />

was held during which members of WA<br />

had the chance to converse with BM Dr.<br />

Spindelegger.<br />

***<br />

L’Ambassade de France<br />

Mme Chantal Coural gave an extraordinary<br />

lecture in French on the history and<br />

architecture of the French Embassy building.<br />

She has published a book entitled<br />

“L'Ambassade de France”, Edition du Patrimoine,<br />

about this particular building in<br />

the centre of Vienna. It is a unique case of<br />

a building in Vienna especially constructed<br />

as an Embassy from the beginning.<br />

58 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Mme Coural knowledgeably talked about<br />

the particulars of the art nouveau architecture<br />

and interiors of the Embassy. Afterwards,<br />

a reception was held by Mme<br />

Valentine Carré, wife of the French Ambassador.<br />

***<br />

Neue Galerie N.Y.C.<br />

Under the patronage of H.E. Mrs. Donna<br />

Eacho, wife of the US-Ambassador, Dr.<br />

Christian Witt-Doerring presented a slide<br />

lecture with two screens on the “Neue Galerie”<br />

in New York City at the Club Room of<br />

“WA”. He is the curator of the museum created<br />

by Ronald Lauder on the Fifth Avenue<br />

The Board of “Welcome To Austria”<br />

Dr. Erhard Busek<br />

in New York, which contains so many outstanding<br />

Austrian paintings, furniture and<br />

works of art that it has become a wonderful<br />

and strong link between the United<br />

States and Austria.<br />

***<br />

Lecture by Erhard Busek<br />

Former Vice Chancellor Erhard Busek, a<br />

brilliant speaker, always very much in demand,<br />

gave a lecture on issues about Central<br />

Europe and problems and achievements<br />

of the Danube Region. He has been<br />

chairman since 1995 of the well-known<br />

“Institute for the Danube Region and Central<br />

Europe” IDM.<br />

Mrs. Donna Eacho,<br />

Gabrielle Schallenberg<br />

INFORMATION<br />

WA “Welcome to Austria” was founded<br />

in 1997 by Dr. Benita Ferrero-<br />

Waldner, who was then State Secretary<br />

for Foreign Affairs, with the<br />

overriding objective of introducing<br />

foreign diplomats and international<br />

civil servants assigned to Vienna and<br />

their spouses to the Austrian way of<br />

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding<br />

of Austria’s rich heritage of culture and history<br />

past and present. WA would welcome newly accredited diplomats<br />

and their spouses to join the club.<br />

***<br />

WA invites you to join:<br />

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed<br />

atmosphere and make new friends.<br />

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes<br />

and learn a great deal about your host country.<br />

■ You will be invited to private homes and through WA<br />

events you will enjoy many things which you would not<br />

have access to outside our Association.<br />

***<br />

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”<br />

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President<br />

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President<br />

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art<br />

Dr. Monika Türk – Second Vice President<br />

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,<br />

“Schriftführerin”<br />

Dr. Elisabeth Wolff – Music<br />

Dr. Heide Almoslechner – German<br />

Anne Thun-Hohenstein – History, Art<br />

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine<br />

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer<br />

***<br />

OFFICE HOURS<br />

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.<br />

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.<br />

Gabriela Znidaric, Secretary<br />

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna<br />

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37<br />

E-mail: office@welcome-to-austria.org<br />

www.welcome-to-austria.org<br />

r. Christian Witt-Doerring<br />

Mme Chantal Coural, Gabrielle<br />

Schallenberg, Mme Valentine Carré<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 59


DIPLOMATIE<br />

ÖGAVN<br />

Im Aufwind<br />

ÖGAVN-Jahresrückblick<br />

Mit fast 300 Veranstaltungen blickt die Österreichische Gesellschaft für Außenpolitik und die<br />

Vereinten Nationen (ÖGAVN) sowie deren unabhängige Jugendorganisation (Akademisches Forum<br />

für Außenpolitik) auf das aktivste Jahr seit 1945 zurück.<br />

Bei den Großveranstaltungen im Parlament,<br />

der Hofburg und anderen Räumlichkeiten<br />

waren neben dem UNO-Generalsekretär<br />

Ban Ki-moon mit rund 1000<br />

Besuchern die Außenminister der Slowakei,<br />

Sloweniens, Brasiliens und Ungarns<br />

zu Gast ebenso wie der stv. Premierminister<br />

von Serbien, Bozidar Djelic oder Friedensnobelpreisträgerin<br />

Shirin Ebadi.<br />

***<br />

Außenpolitik in der Stallburg<br />

Der neue Clubraum der ÖGAVN, der am<br />

25. Jänner <strong>2010</strong> von Außenminister Dr. Spindelegger<br />

und dem Präsidenten der ÖGAVN<br />

Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel<br />

eröffnet wurde (<strong>SOCIETY</strong> berichtete darüber),<br />

wurde nicht nur zu einem Meeting<br />

Point für einen offenen außenpolitischen<br />

Dialog sondern zur Austragungsstätte von<br />

fast 100 Veranstaltungen im heurigen Jahr.<br />

Ein besonderes Highlight ist hierbei der<br />

„Internationale Club“ der ÖGAVN, immer<br />

Mittwoch um 12:00 Uhr mit Gästen aus Politik,<br />

Wirtschaft und Wissenschaft aus<br />

Österreich und aller Welt. Am 6. Oktober<br />

<strong>2010</strong> konnten die Mitglieder der ÖGAVN einen<br />

besonderen Gast begrüßen. Dr. Igor<br />

Yurgens, Direktor des Institute for Contemporary<br />

Development in Moskau und einer<br />

der engsten Berater des Präsidenten der<br />

Russischen Föderation, Dmitry Medvedev,<br />

sprach zum Thema „Russia-Nato Relations:<br />

Problems and Perspectives“.<br />

***<br />

Aktive Jugend<br />

Seitens des Akademischen Forum für<br />

Außenpolitik (AFA) in Wien, finden jeden<br />

Montagabend für 25 ausgewählte Studierende<br />

die Einheiten des außeruniversitären<br />

Praxislehrgangs – Global Advancement Programme<br />

(GAP) – statt. Jeden Dienstag haben<br />

die Mitglieder des AFA die Gelegenheit<br />

Außenminister Dzurinda<br />

spricht im Palais Pallavicini<br />

zur Diskussion politischer, wirtschaftlicher<br />

und gesellschaftlicher Themen im Rahmen<br />

der „AFA-WIEN-Clubabende“. Mittwochabend<br />

ist der Clubraum in der Stallburg<br />

für den AFA-Debattierclub reserviert,<br />

in dessen Rahmen Rhetorik und Argumentationstechnik<br />

trainiert werden kann.<br />

Die Stallburg ist darüber hinaus auch<br />

für die Veranstaltungen des Vereins „Welcome<br />

to Austria“ und ausgewählter Partner<br />

der ÖGAVN geöffnet.<br />

***<br />

40 Jahre Außenpolitische Gespräche auf<br />

Schloss Hernstein<br />

Die „Jubiläumsgespräche“ fanden von<br />

22. bis 23. Oktober <strong>2010</strong> statt und waren<br />

dem Thema „Staat und Souveränität in der<br />

heutigen Zeit“ gewidmet. Spitzenbeamten<br />

des Außenministeriums wie der Leiter der<br />

politischen Abteilung Bot. Dr. Stefan Lehne<br />

sowie der Leiter der Völkerrechtsabteilung<br />

Bot. Dr. Helmut Tichy und andere Experten<br />

beleuchteten insbesondere neue Entwikklungen<br />

im Völkerrecht sowie das Verhältnis<br />

von staatlicher Souveränität und Europäischer<br />

Union. Die Gespräche <strong>2010</strong><br />

wurden von den langjährigen österreichischen<br />

Spitzendiplomaten Bot. Dr. Alexander<br />

Christiani, Dr. Gregor Woschnagg und<br />

Dr. Eva Nowotny inhaltlich betreut.<br />

***<br />

Jour-Fixe-Mittagessen im Hotel de France<br />

Auch die schon vor vielen Jahren eingeführten<br />

Jour-Fixe-Mittagessen im Hotel de<br />

France konnten <strong>2010</strong> erfolgreich weitergeführt<br />

werden und bieten insbesondere die<br />

Gelegenheit, mit Mitgliedern der Österreichischen<br />

Bundesregierung zu diskutieren.<br />

Gastredner im heurigen Jahr waren<br />

Frauenministerin Heinisch-Hosek, Justizministerin<br />

Bandion-Ortner sowie Wissenschaftsministerin<br />

Karl.<br />

Botschafter Schweisgut<br />

(2.v.l) mit Vorstandsmitgliedern<br />

der ÖGAVN in<br />

der Stallburg<br />

Botschafter Lehne, Christiani<br />

und Josef Braml in<br />

Hernstein<br />

MITGLIEDSCHAFT<br />

Alle Personen, die am internationalen<br />

Geschehen interessiert sind<br />

und zur Stärkung der Vereinten<br />

Nationen beitragen wollen, können<br />

ordentliche Mitglieder der<br />

Seit 1945<br />

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen<br />

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende<br />

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer<br />

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:<br />

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK<br />

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)<br />

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien<br />

Tel.: +43-(0)1-535 46 27<br />

E-Mail: office@oegavn.org, www.oegavn.org<br />

MAGAZIN <strong>SOCIETY</strong><br />

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin SOCIE-<br />

TY als offizielles Organ schon seit 1995 fungiert und übt<br />

seitdem mit verschiedensten Aktivitäten den Brückenschlag<br />

zwischen Österreich und den Vereinten Nationen<br />

aus. Auf Vorschlag von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang<br />

Schüssel wird die Kooperation zwischen dem Magazin SO-<br />

CIETY und der ÖGAVN fortgesetzt. <strong>SOCIETY</strong> ist zu hundert<br />

Prozent im Eigentum der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud<br />

Tauchhammer.<br />

60 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10<br />

Der serbische Vizepremiere<br />

zu Gast in der Hofburg


DIPLOMATIE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER DIPLOMATIE Von Oktober bis Dezember <strong>2010</strong><br />

BELGIEN:<br />

KÖNIGSTAG<br />

Am Tag des Heiligen<br />

Leopold, dem Namenstag<br />

von König Leopold I.<br />

von Belgien, lud Botschafter<br />

Frank Recker<br />

zum Empfang in die Residenz.<br />

S.E. Sergej Netschajew (Russ. Föd.),<br />

S.E. Alejandro Diaz (Mexiko)<br />

S.E. Ali Chaouch<br />

TUNESIEN: „TAG DES 7. NOVEMBER 1987“<br />

Zum 23. Jahrestag des „Tages des 7. November 1987“ lud der tunesische<br />

Botschafter Ali Chaouch zu einem Musikabend mit anschließendem<br />

Empfang in das Palais Auersperg.<br />

Die Receiving Line<br />

Alt und Jung beim Konzert<br />

S.E. Milovan Bozinovic<br />

(Serbien), S.E. Vili Minarolli<br />

(Albanien)<br />

(v. l.) Botschafter Gianfranco Varvesi mit-<br />

Gattin und das Botschafterehepaar<br />

ITALIEN: NEUER BOTSCHAFTER<br />

Anlässlich seiner Ankunft in Wien luden der neue Botschafter Italiens in<br />

Österreich, S.E. Eugenio d'Auria und Gattin Maria Rosaria Vricella d'Auria,<br />

zu einem Empfang im Palais Metternich, der Botschaft von Italien. Botschafter<br />

d'Auria ist Nachfolger von Massimo Spinetti und war vor seiner<br />

Entsendung nach Österreich italienischer Botschafter in Riad.<br />

Dr. Elena Kirtcheva (Vienna<br />

Economic Forum), S.E. Sergej<br />

Netschaew (Russ. Föderation)<br />

62 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10<br />

Gaetano Manzo (ENIT)


Dr. Georg Zanger und Staatssekretär<br />

Andreas Schieder<br />

CHINA:<br />

NATIONALFEIERTAG<br />

Der chinesische Nationalfeiertag wurde traditionell<br />

mit einem großen Empfang im Hotel<br />

Savoyen in Wien gefeiert. Gleichzeitig<br />

wurde dem neuen Botschafter S.E. Shi Mingde<br />

ein herzliches Willkommen bereitet.<br />

Die Receiving Line<br />

S.E. Ikram Bin Yaakob (Malaysia), Shi<br />

Mingde, Dr. Melitta Schubert (BMEiA)<br />

Mao Zedong als Kunstwerk<br />

INNSBRUCK: TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT<br />

Honorarkonsul Dr. Ernst Wunderbaldinger und der deutsche Botschafter<br />

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein luden anlässlich des<br />

Tages der Deutschen Einheit zu einem Empfang im Landhaussaal<br />

in Innsbruck. Sie begrüßten zahlreiche Gäste aus der Diplomatie<br />

und Wirtschaft sowie in Österreich ansässige deutsche Bürger.<br />

Dr. Ernst Wunderbaldinger, S.E. Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, Bürgermeisterin Mag.<br />

Christine Oppitz-Plörer, ÖVP-Klubobmann Josef Geisler<br />

S.E. Paata Gaprindashvili, Dr.<br />

Bruno Baumgartner mit dem<br />

„Orden des Goldenen Vlieses“<br />

Die Receiving Line<br />

GEORGIEN: ORDENSVERLEIHUNG<br />

Dem ehemaligen Zwettler Gymnasialprofessor Dr. Bruno Baumgartner<br />

wurde durch Botschafter Paata Gaprindashvili feierlich<br />

der „Orden des Goldenen Vlieses“ für seine Verdienste um die Erforschung<br />

der georgischen Kulturdenkmäler auf dem Gebiet der<br />

Türkei verliehen. Baumgartner erforscht seit mehr als zwanzig<br />

Jahren georgische Baudenkmäler in Ostanatolien und schrieb<br />

zum Thema eine Dissertation an der Wiener Universität. Seine<br />

zahlreichen Arbeiten werden derzeit ins Georgische übersetzt. Der<br />

Orden des Goldenen Vlieses wird an Ausländer verliehen, die sich<br />

um Georgien verdient gemacht haben, zu den Trägern zählen u.<br />

a. auch der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder<br />

und der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan.<br />

Dr. Andreas Hopf<br />

(Central Danube)<br />

Botschafter mit<br />

Gattin<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 63


DIPLOMATIE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER DIPLOMATIE Von Oktober bis Dezember <strong>2010</strong><br />

Orientalische Bauchtanzeinlage<br />

Botschafter Omar Zniber<br />

trug sich ins Goldene Buch<br />

der Stadt Graz ein.<br />

S.E. Omar Zniber im Steirerjanker<br />

GRAZ: STYRIA MEETS MOROKKO<br />

Botschafter Omar Zniber und Konsul Michael Ksela luden zur Veranstaltung „Styria meets<br />

Morokko“. Mehr als 150 Gäste u. a. Veronica Kaup-Hasler, Peter Pakesch, Friedrich Kleinhapl<br />

sowie Wirtschaftsgrößen wie Helmut List, Angelika Kresch, Edith Hornig, Rudolf Roth und<br />

viele andere mehr erlebten die kulturelle, wirtschaftliche, kulinarische und musikalische<br />

Vielfalt eines Landes, das viele Berührungspunkte mit der Steiermark hat. Besonderer Höhepunkt<br />

und ein Zeichen der Verbundenheit zwischen der Steiermark und Marokko: Konsul<br />

Ksela überreichte an Botschafter Omar Zniber einen echten Steirerjanker – und sieh<br />

da, er passte wie angegossen.<br />

OSZE: FÜHRUNG DURCH DIE ALBERTINA<br />

Botschafter Gianfranco Varvesi,<br />

Ständiger Vertreter Italiens bei<br />

der OSZE in Wien, lud alle OSZE-<br />

Botschafter sowie den OSZE-Generalsekretär<br />

Marc Perrin de Brichambaut<br />

zu einer Führung<br />

durch die Michelangelo-Ausstellung<br />

in der Albertina ein.<br />

Marc Perrin de Brichambaut,<br />

Gianfranco Varvesi<br />

Die Receiving Line, Ishaya El-Khoury mit Gattin<br />

William Eacho III mit Gattin und Mme<br />

Carré<br />

LIBANON:<br />

NATIONALFEIERTAG<br />

Anlässlich des libanesischen Nationalfeiertages<br />

lud der Botschafter<br />

von Libanon und ständige<br />

Vertreter der Vereinten<br />

Nationen Ishaya El-Khoury und<br />

seine Gattin zu einem Empfang<br />

in die Villa Reinheimer in Wien-<br />

Währing.<br />

64 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, HK Helmut<br />

Gerlich, Alfons Schneider, Gabi Burgstaller<br />

TBSL-Obmann Ing. R. Backhausen, KR Alfons<br />

Schneider, TBSL-Obmann Stv. Ing. W. Sima<br />

DEUTSCHLAND:<br />

VERABSCHIEDUNG DES HONORARKONSULS<br />

Mitte Oktober wurde in Anwesenheit des deutschen Botschafters<br />

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, der Landeshauptfrau Mag.<br />

Gabi Burgstaller, diverser Ehrengäste und des Consularischen<br />

Corps Honorarkonsul Alfons Schneider endgültig verabschiedet<br />

und der neue Honorarkonsul Dr. Helmut Gerlich, Vorstandssprecher<br />

des Bankhauses Spängler Salzburg, im festlichen Rahmen<br />

begrüßt. Der neue Doyen, Dr. Norman Dick, dankte KR Alfons<br />

Schneider für seine Tätigkeit als Konsul und Doyen und<br />

überreichte im Namen des Consularischen Corps einen gravierten<br />

Freundschaftsbecher aus mundgeblasenem Kristallglas.<br />

Botschafter Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, LHF Mag.<br />

Gabi Burgstaller, Konsul Dr. Helmut Gerlich, Dr. Maria Gerlich,<br />

Michaela Schneider, KR Alfons Schneider<br />

DISKUSSION: EUROPA IM DIENSTE DER BÜRGER<br />

Mit Unterstützung<br />

der luxemburgischen<br />

Abgeordnetenkammer<br />

und in Kooperation<br />

mit der Europäischen<br />

Akademie der<br />

Wissenschaften und<br />

Künste lud die österreichische<br />

Botschaft<br />

in Luxemburg in die<br />

historischen Kulisse<br />

der Abtei Neumünster<br />

in Luxemburg-<br />

Botschafterin Christine Stix-<br />

Stadt zu einer zweisprachigen<br />

Podiums-<br />

Hackl begrüßt Jacques Santer<br />

veranstaltung unter<br />

Vorsitz von Sir Julien Priestley, dem langjährigen Generalsekretär<br />

des Europäischen Parlaments, zum Thema „Die Wiederentdekkung<br />

des Menschen in unserer Gesellschaft“. Als Schlussredner<br />

konnte der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek,<br />

gewonnen werden, der in seinen Ausführungen die Bemühungen<br />

des Europäischen Parlaments zum Dienst am Bürger (in der Folge<br />

des Vertrags von Lissabon) in den Mittelpunkt stellte. Im Publikum<br />

konnte Botschafterin Christine Stix-Hackl u. a. den ehemaligen<br />

Kommissionspräsidenten und Premierminister Jacques<br />

Santer sowie Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg und Hofmarschall<br />

Pierre Mores begrüßen.<br />

Dr. Vesna Borozan, Dr. Elena<br />

Kirtcheva, beide ehemals<br />

Botschafterinnen in Wien<br />

Die Receiving Line<br />

VAE: NATIONALFEIERTAG<br />

Botschafter M.H. Omran,<br />

ständige Vertreter der<br />

Arabischen Emirate bei<br />

der UNO & UNIDO und H.<br />

Al Kaabi, ständiger Vertreter<br />

bei der IAEA &<br />

CTBTO luden anlässlich<br />

des 39. Nationalfeiertages<br />

der Vereinigten Arabischen<br />

Emirate zu einem<br />

Empfang im Hotel Hilton.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 65


DIPLOMATIE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER DIPLOMATIE Von Oktober bis Dezember <strong>2010</strong><br />

Johannes Hahn beim informellen<br />

Gespräch mit StudentInnen.<br />

DIPLOMATISCHE AKADEMIE:<br />

NEUES STUDIENJAHR<br />

Zum Beginn des neuen Studienjahres der Diplomatischen<br />

Akademie Wien hielt EU-Kommissar<br />

Johannes Hahn die Eröffnungsrede.<br />

FOTOS: DA/WEINGARTNER<br />

DA-Direktor Hans Winkler mit<br />

Johannes Hahn<br />

SAMBIA: NATIONALFEIERTAG<br />

Honorarkonsul Heinz Messinger lud zum Nationalfeiertagsempfang<br />

der Republik Sambia in die Räumlichkeiten des Honorarkonsulats<br />

ein.<br />

Hercules do Nascimento Cruz (Kap Verde), Heinz Messinger, Dr. Helmut Freudenschuss (BMEiA)<br />

Die Receiving Line<br />

S.E. Ba Than Nguyen (Vietnam),<br />

S.E. Dinkar Khullar (Indien)<br />

THAILAND: GEBURTSTAG<br />

König Bhumibol Adulyadej<br />

von Thailand feiert dieses<br />

Jahr seinen 83. Geburtstag.<br />

Zu seinen Ehren gab Botschafterin<br />

Nongnuth Phetcharatana<br />

einen festlichen<br />

Empfang im Naturhistorischen<br />

Museum in Wien.<br />

66 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


JAPAN: GEBURTSTAG<br />

Aus Anlass des Geburtstages<br />

Kaisers Akihito baten<br />

Botschafter Shigeo Iwatani<br />

und dessen Frau Yuko<br />

Iwatani zum Empfang in<br />

die Börsensäle.<br />

S.E. SHI Mingde (China), S.E.<br />

Shigeo Iwatani (Japan)<br />

Die Receiving Line<br />

Dr. Josef Höchtl, Dr. Alexander<br />

Wrabetz (ORF-GD)<br />

OMAN: NATIONALFEIERTAG<br />

Zur Feier des 40.<br />

Jahrestages des<br />

Sultanates Oman<br />

lud Botschafter<br />

Dr. Badr M. Al-<br />

Hinai zu einem<br />

Empfang in das<br />

Grand Hotel am<br />

Kärntnerring.<br />

Florian Uhlig mit dem deutschen<br />

Botschafter<br />

DEUTSCHLAND: JAHRESAUSKLANG<br />

Auf Einladung des deutschen Botschafters, Hans Henning Blomeyer-Bartenstein,<br />

gab der deutsche Pianist Florian Uhlig in der<br />

Deutschen Botschaft vor einem ausgesuchten Publikum ein Klavier-Konzert<br />

mit Werken von Robert Schumann, Ludwig van Beethoven<br />

und Frédéric Chopin. Uhlig, laut Musical Opinion einer der<br />

individuellsten und phantasievollsten jungen Pianisten unserer<br />

Zeit, trug unter anderem als österreichische Erstaufführung zwei<br />

neu entdeckte Kompositionen von Robert Schumann vor: „Romanze<br />

f-moll“ und „Presto possibile f-moll“.<br />

Die Receiving Line<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 67


WIRTSCHAFT<br />

RECHT<br />

LGP Legal Solutions<br />

Mit innovativer Anwaltsallianz<br />

erfolgreich aus der Krise<br />

Der Rechtsanwalt und Gründer der internationalen Anwaltsallianz „LGP Legal Solutions“<br />

Gabriel Lansky im Gespräch mit <strong>SOCIETY</strong> über seine Erfahrungen mit herkömmlichen<br />

Anwaltsnetzwerken und über die Notwendigkeit, Kooperationen den individuellen lokalen<br />

Marktgegebenheiten anzupassen.<br />

Sie sind mit Ihrer Kanzlei seit Jahrzehnten<br />

international aktiv. Nach welchen Modellen<br />

werden denn Ihrer Erfahrung nach<br />

Anwaltskanzleien international aktiv?<br />

Im Wesentlichen sind drei Modelle beobachtbar,<br />

nach denen Anwaltskanzleien<br />

international vorzugehen versuchen: Große<br />

internationale Kanzleien versuchen den<br />

Schein zu erwecken, ein „One-Stop-Shop-<br />

Modell“ würde existieren und funktionieren.<br />

Der Klient sieht die Marke und hofft<br />

auf Inhalt. Er bekommt lediglich die Marke.<br />

Qualitätssichernd und realistisch könnte<br />

ein derartiges Modell bloß auf der Basis<br />

eines mehr oder weniger gemeinsamen<br />

Rechtssystems funktionieren, also in der<br />

EU-27, maximal noch in Staaten, welche<br />

sich bereits konkret auf dem Weg in die<br />

Union befinden. Nur in diesen Ländern<br />

kann es eine gemeinsame Kanzlei geben,<br />

bei der die Qualitätssicherung auf der<br />

„LGP Legal Solutions basiert<br />

auf unserer konkreten Erfahrung,<br />

dass es unmöglich ist,<br />

strategisch dieselbe ‚Melodie‘<br />

auf den riesigen Märkten<br />

Russlands oder Chinas und<br />

gleichzeitig auf den kleineren<br />

netzwerkorientierten Märkten<br />

des Balkans ‚abzuspielen‘.“<br />

GABRIEL LANSKY<br />

Grundlage gemeinsamen Rechts ohne Risiko<br />

für Kunden oder Kanzlei eine gemeinsame<br />

„Brand“ rechtfertigt. Aber selbst in diesem<br />

gemeinsamen Markt ist es schwierig,<br />

für solch ein Konzept die Besten zu finden,<br />

weil diese bereits die Marktführer in ihren<br />

lokalen Ökonomien sind und meist nicht<br />

auf uns gewartet haben. Denn: Die lokal erfolgreichsten<br />

Kanzleien sind in diesen<br />

Märkten oft schon seit Generationen fest<br />

etabliert und würden sich daher niemals<br />

einer ausländischen Marke unterwerfen.<br />

Die internationalen „Law Firms“, die versuchen,<br />

weltweite Präsenz unter einer Marke<br />

und daher einer Qualität zu verkaufen,<br />

suggerieren daher dem Markt etwas, was<br />

es in der Praxis nicht gibt.<br />

Das zweite Modell, nämlich das „Best-<br />

Friends-Prinzip“ wird von allen kleineren<br />

Kanzleien angewandt, die international<br />

tätig sind. Eine One-Stop-Shop-Lösung ist<br />

damit nicht einmal annähernd zu erreichen.<br />

Der Klient genießt durch dieses Modell<br />

lediglich den Vorzug einer Weiter-<br />

68 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


empfehlung durch seine lokale Hauskanzlei.<br />

Allerdings birgt dieses Modell auch Risiken:<br />

Ein schlechtes Referral gefährdet<br />

nicht nur das Mandat vor Ort, sondern potenziell<br />

auch die gewachsene Klientenbeziehung<br />

im eigenen Land. Daher ist außerordentliche<br />

Sorgfalt bei der Auswahl der<br />

Best Friends geboten.<br />

Wie funktioniert das von Ihnen in den<br />

letzten Jahren entwickelte Konzept von<br />

„LGP Legal Solutions“?<br />

LGP Legal Solutions ist unser Modell zur<br />

Lösung dieses Dilemmas und stellt einen<br />

dritten Weg dar. Es basiert auf unserer konkreten<br />

Erfahrung, dass es unmöglich ist,<br />

strategisch dieselbe „Melodie“ auf den riesigen<br />

Märkten Russlands oder Chinas und<br />

gleichzeitig auf den kleineren netzwerkorientierten<br />

Märkten des Balkans „abzuspielen“.<br />

Die Schwierigkeit bei der Positionierung<br />

als international agierender<br />

Berater liegt darin, dass man für verschiedene<br />

geographische Regionen lokal diversifizierte<br />

Business-Modelle finden muss.<br />

Länder wie z. B. Russland oder China erfordern<br />

differenzierte, sogar auf die jeweilige<br />

Region des Landes angepasste anwaltliche<br />

Betreuung. Denn: Moskau ist nicht gleich<br />

Jekaterinburg oder Irkutsk. Deshalb legen<br />

wir den Fokus auf maßgeschneiderte Lösungen<br />

für den jeweiligen Markt – die besten<br />

„Legal Solutions“ eben. Das setzt eine<br />

ausgezeichnete Kenntnis des Zielmarkts<br />

und der Partner ebenso wie die entsprechenden<br />

Personalressourcen im eigenen<br />

Unternehmen voraus. Wir verfolgen aus<br />

Überzeugung einen regionalen, thematischen<br />

und projektbezogenen Ansatz.<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Dr. Gabriel Lansky ist Anwalt und Senior Partner bei Lansky,<br />

Ganzger & Partner, einer internationalen Anwaltskanzlei<br />

mit Sitz in Wien und mit Repräsentanzen in Baku<br />

(Aserbaidschan) und Bratislava (Slowakei) sowie zahlreichen<br />

Partnerkanzleien in Südosteuropa und Zentralosteuropa.<br />

Gabriel Lansky ist eingetragener Anwalt in Bratislava,<br />

Budapest und Brüssel, wo er für die Interessen seiner<br />

Mandanten vor der Europäischen Union auftritt. Er ist<br />

Vortragender an der Universität Wien und Autor einer Vielzahl<br />

von Artikeln und Publikationen in den Bereichen Europäisches<br />

Recht, Harmonisierung des Rechts der verschiedenen<br />

EU-Mitgliedstaaten, Übernahme des aquis<br />

communautaire, Strafrecht und Medienrecht.<br />

Dieses Konzept bedeutet im Detail: Wir<br />

haben je nach Größe des Zielmarkts unterschiedlich<br />

viele und profilierte „Best-<br />

Friends-Kanzleien“ und kombinieren dieses<br />

Standardmodell mit der Anwesenheit<br />

von Juristen aus den jeweiligen Ländern<br />

bei uns an den Standorten Wien und Bratislava.<br />

Sie sind dafür zuständig, dass wir<br />

die geeigneten „Best Friends“ aussuchen,<br />

die optimale Joint-Venture-Struktur für<br />

das jeweilige Projekt finden und mit der lokalen<br />

Kanzlei gemeinsam das Projekt abwickeln<br />

sowie die nötige Qualitätssicherung<br />

gewährleisten.<br />

Was ist das Besondere an EWIV LGP Legal<br />

Solutions?<br />

LGP Legal Solutions ist auch ein Europäischer<br />

Wirtschaftsverein (eine juristische<br />

Person des EU-Rechts, „EWIV“ genannt),<br />

eine Allianz, die derzeit Serbien,<br />

Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien,<br />

Kosovo, Montenegro und Mazedonien<br />

abdeckt. Diese Länder sind hochinteressante,<br />

relativ autarke kleinere<br />

Ökonomien mit stark etablierten regionalen<br />

„Anwaltskaisern“. Wir testen mit<br />

unserem Verein unser Modell! Dass gerade<br />

wir das erste Netzwerk von Topkanzleien<br />

aus jedem Staat des früheren Jugoslawien<br />

unter einem Dach vereinen,<br />

erfüllt mich mit Freude und Stolz.<br />

Die EWIV stellt eine flexible und unbürokratische<br />

Rechtsform dar, welche<br />

die Unabhängigkeit jedes EWIV-Mitglieds<br />

wahrt. Damit haben wir eine Plattform,<br />

über die wir nicht nur Klienten betreuen,<br />

sondern auch Rechtsfragen gemeinsam<br />

analysieren. Und wir erreichen damit,<br />

dass die vorhandenen gemeinsamen<br />

Rechtsstrukturen gestärkt werden. Das<br />

erleichtert auch den Binnenhandel der<br />

Staaten, was wir durch Awards und Kongresse<br />

fördern. Wir verfolgen also einen<br />

an die Mandantenbedürfnisse angepassten<br />

pragmatischen „Can-Do-Ansatz“,<br />

was uns eine gewisse Schlagkraft verleiht,<br />

wenn es darum geht, für Klienten<br />

über nationale Grenzen hinweg Projekte<br />

voranzutreiben.<br />

Politisch ist die EWIV für mich ein Instrument,<br />

das beispielsweise auch in der<br />

Frage der Menschenrechte auf dem Balkan<br />

wichtige Akzente setzen soll. Der Hohe<br />

Repräsentant von Bosnien-Herzegowina,<br />

der ehemalige österreichische<br />

Botschafter, Valentin Inzko, hat bei unserer<br />

konstituierenden Sitzung diese Einschätzung<br />

bestätigt. Wenn man so will,<br />

ist die EWIV in einem Europa mit zunehmenden<br />

nationalistischen Tendenzen<br />

ein Projekt des Friedens und der Gemeinsamkeit.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 69


WIRTSCHAFT<br />

ARABISCHER RAUM<br />

Austro-Syrian relations<br />

Economic Focus<br />

Syria is an important focal country in economic activities<br />

for Austrian businesses, says H.E. Bassam Sabbagh, Syrian<br />

Ambassador in Austria.<br />

In an interview with Sharaka Magazine<br />

(issue 2/<strong>2010</strong>, p. 25) of the Austro-Arab<br />

Chamber of Commerce, H.E. Bassam Sabbagh,<br />

the Syrian Ambassador, stated: „At<br />

the turn of the millenium Syria adopted a<br />

number of measures and laws that aim at<br />

encouraging investment in the country.<br />

Legislations were passed to improve the investment<br />

environment, liberalize trade and<br />

tax and fiscal reform. The results of these reforms<br />

reflected in the high rates of growth<br />

and employment, domestic and foreign investment,<br />

in addition to the significant expansion<br />

in the industrial, financial and<br />

banking sectors, and the expanding role of<br />

the private sector in the development<br />

process. The visit of President Bashar al-Assad<br />

to Austria opened broad prospects for<br />

increasing the volume of trade exchange between<br />

the two countries, whether through<br />

agreements that were signed during the visit<br />

that were for the promotion and mutual<br />

protection of investments, or the decision of<br />

the Oesterreichische Kontrollbank AG<br />

(OeKB) that announced the start of its operation<br />

in Syria. This provides a financial<br />

guarantee for the businessmen of both<br />

countries and supports their projects. I can<br />

say that Syria is an important focal country<br />

in economic activities...“<br />

Symposium über die Jugend in Tunesien<br />

Jugend ist Zukunft<br />

Im „Internationalen Jahr der Jugend“ veranstaltete Tunesien<br />

ein Symposium über die Herausforderungen für die Jugend.<br />

Das 22. Internationale Symposium des<br />

RCD (Rassemblement constitutionnel<br />

démocratique) vom 2. bis 3. November<br />

<strong>2010</strong> in Gammarth war dem Thema “Jugend<br />

und gegenwärtige Herausforderungen”<br />

gewidmet. Das Symposium war Teil<br />

der nationalen Feierlichkeiten Tunesiens<br />

anlässlich des 23. Jahrestages des Wechsels<br />

vom 7. November. Präsident Ben Ali hatte<br />

in seiner Eröffnungsrede auf das „Internationale<br />

Jahr der Jugend“ der Vereinten Nationen<br />

vom August <strong>2010</strong> bis August 2011<br />

hingewiesen und die Bedeutung dieses<br />

weltumspannenden Themas in den Mittelpunkt<br />

gerückt.<br />

Die Tagungsteilnehmer stimmten den<br />

Worten des Präsidenten zu, dass die Schaffung<br />

einer sichereren, stabileren, gerechteren<br />

und entwickelteren Welt ohne Konflikte,<br />

Extremismus und ohne die<br />

unterschiedlichen Ausprägungen des Fanatismus<br />

und Terrorismus davon abhängt,<br />

wie sehr auf die Jugend Acht gegeben wird,<br />

auf deren Erziehung in universalen Werten<br />

und Idealen und davon, sie so gut wie<br />

möglich zu bilden.<br />

Der Schlussbericht des Symposiums<br />

unterstreicht die zivile Verantwortung für<br />

die Jugend, die alle Staaten, Gesellschaften<br />

und internationale Organisationen tragen.<br />

Es ist deren Rolle, das Bewusstsein über die<br />

Wichtigkeit der Jugend zu festigen, die Bestrebungen<br />

die Jugend zu fördern zu<br />

unterstützen, der Jugend Gehör zu schenken<br />

und ihre Sorgen und Hoffnungen<br />

ernst zu nehmen, sowie der Jugend einen<br />

weiten Horizont an Möglichkeiten zu eröffnen<br />

und sie darauf vorzubereiten, mit Herausforderungen<br />

und schwierigen Situationen<br />

fertig zu werden.<br />

FOTOS: S.E. BASSAM SABBAGH © HBF<br />

70 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


He knows there’s a well out there.<br />

So do we.<br />

www.omv.com<br />

Why are nine out of ten appraisal wells drilled by OMV Exploration<br />

& Production GmbH successful? Just as the camel finds water<br />

where others see only sand, we find oil where others can't. OMV,<br />

the leading energy Group in the European growth belt, announces<br />

two new gas-condensate discoveries in the OMV operated Nawara<br />

production concession in Southern Tunisia. This is OMV's ninth<br />

successive well to encounter hydrocarbons in a row in this highly<br />

promising area.<br />

Move & More.


WISSENSCHAFT<br />

KOLUMNE<br />

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN<br />

Kernenergie – Quo Vadis?<br />

Der enorme Widerstand gegen den Transport radioaktiver Abfälle von Atomkraftwerken<br />

in Deutschland wirft die Frage nach der Ursache für die „Angst“ vor der Kernenergie<br />

auf. Wird der ewige Zwiespalt zwischen Verunsicherung und regelrechter Euphorie<br />

jemals ein Ende finden?<br />

Angesichts der außergewöhnlich heftigen Opposition<br />

gegen den Transport radioaktiver<br />

Abfälle von Kernkraftwerken in Deutschland<br />

mag ein Rückblick auf die Geschichte der<br />

Kernenergie geboten erscheinen.<br />

Es war ein diabolisches Zusammentreffen,<br />

dass gerade am Beginn des furchtbaren Weltkrieges<br />

Otto Hahn in Berlin die Möglichkeit einer<br />

Kettenreaktion durch Spaltung von Urankernen<br />

entdeckte. Zwar hat Deutschland nie an einer<br />

Uranbombe gearbeitet, deutsche Physiker versuchten<br />

einen Kernreaktor zu bauen, aber die<br />

Furcht emigrierter Kollegen vor einer Atombombe<br />

in Hitlers Händen war verständlich.<br />

Also kam es dazu, dass der Pazifist Albert Einstein<br />

am 2. August 1939 einen Brief an Präsident Roosevelt<br />

unterzeichnete, in dem er ihn aufforderte, ein Projekt zum Bau<br />

einer Atombombe (das so genannte Manhattan-Projekt) in<br />

den USA zu finanzieren. Unter der Leitung von Enrico Fermi<br />

wurde zunächst ein Reaktor gebaut, der 1941 in Chicago erstmalig<br />

eine Kettenreaktion im Uran verwirklichte. Als dann in<br />

der Wüste von Nevada die erste Atombombe gezündet wurde,<br />

soll Robert Oppenheimer, der Leiter des Projekts, gesagt haben:<br />

„Wir haben die Arbeit des Teufels getan!“<br />

***<br />

So tritt das nukleare Zeitalter<br />

über die Schwelle<br />

Am 6. August 1945 gab es 500 Meter über Hiroshima einen<br />

Urknall, der 130.000 Menschen in den Tod riss. Eine Uranbombe<br />

war zur Explosion gebracht worden und<br />

drei Tage später folgte in Nagasaki eine Plutoniumbombe.<br />

In einem japanischen Bildband über die<br />

schrecklichen Ereignisse heißt es lapidar: „So<br />

tritt das nukleare Zeitalter über die Schwelle.“<br />

Wie sehr die Geburt der Kernenergie aus dem<br />

Geist der Zerstörung (unbewusst) nachwirkte, hat<br />

die französische Zeitschrift „Le Monde“ nach<br />

der Ablehnung der Kernenergie in Österreich<br />

durch die Volksabstimmung im November 1978<br />

zum Ausdruck gebracht: „Einer Energie, die unter<br />

dem Zeichen des Todes geboren wurde, gelingt<br />

es nicht, glauben zu machen, sie könne das<br />

Symbol des Lebens sein.“<br />

Da half es auch nicht, dass Präsident Eisenhower<br />

am 8. Dezember 1953 vor der Vollversammlung<br />

der Vereinten Nationen seine historische<br />

Rede „Atoms for Peace“ gehalten hatte.<br />

Herbert Pietschmann ist Emeritus der<br />

Fakultät für Physik der Universität<br />

Wien und Buch-Autor (Neuerscheinung:<br />

Die Atomisierung der Gesellschaft.<br />

Ibera Verlag Wien 2009).<br />

Zwar führte sie schließlich zur Gründung der<br />

IAEO in Wien im Juli 1957, aber die Zweifel<br />

konnten nicht ausgeräumt werden. Der Nobelpreisträger<br />

Konrad Lorenz schrieb im November<br />

1976 – ohne auf Argumente überhaupt einzugehen:<br />

„Ich gestehe, ohne mich dessen zu schämen:<br />

Ich habe einfach Angst – und nicht nur um<br />

mich und die Meinen.“<br />

Der Zeit der Verunsicherung und des Kampfes<br />

für und wider die Kernenergie ging eine Periode<br />

der Euphorie voraus, die heute kaum mehr verständlich<br />

ist. Es gab um 1960 allen Ernstes Pläne,<br />

in Hinkunft im Bauwesen statt Dynamit Atomsprengköpfe<br />

einzusetzen. So wollte man etwa<br />

den Panama-Kanal mit einer einzigen Schleuse<br />

(wegen des unterschiedlichen Pegels von Atlantik und Pazifik)<br />

durchsprengen. Ja, man wollte eine steigungsfreie Autobahn<br />

durch das Gebirge sprengen, vom Osten bis an die Westküste<br />

Amerikas. Und in Alaska sollte ein eisfreier Hafen aus dem Festland<br />

gesprengt werden. Ähnliche Pläne hatte die UdSSR, die<br />

die großen Flüsse in ihrer Richtung ablenken wollte.<br />

***<br />

Atomkraft? Nein Danke<br />

Solch überzogene Hoffnungen konnten sich nicht durchsetzen<br />

und so war spätestens die Studenten-Revolution von<br />

1968 dazu berufen, Einhalt zu gebieten. Freilich führte dies zu<br />

einem Kampf zweier Lager, die beide sehr schnell ins Extrem<br />

rutschten. „Atomkraft? Nein Danke“ trugen die einen auf Ansteck-Knöpfen<br />

mit der lachenden Sonne; „Steinzeit? Nein Danke“<br />

konterten die anderen.<br />

Die beiden Reaktor-Unfälle in Harrisburg,<br />

Pennsylvania am 28. März 1979 und in Tschernobyl<br />

am 26. April 1986 trugen zur Verhärtung<br />

der Fronten bei. Eine Versöhnung beider Lager<br />

scheint leider schon deshalb ausgeschlossen,<br />

weil in der Euphorie der 60er Jahre eine unverzeihliche<br />

Unterlassung geschehen ist: Man begann,<br />

Reaktoren zu bauen, ohne sich um das Problem<br />

der Abfälle zu kümmern! Das wäre so, wie<br />

wenn ein Flugzeugbauer sich bei der Konstruktion<br />

nur um Start und Reiseflug, nicht aber um<br />

die Landung kümmerte, denn herunter kommen<br />

muss es ja ohnehin irgendwie!<br />

Bis heute gibt es keine ausreichende Forschung<br />

zum Problem der langlebigen Abfälle, obwohl<br />

ernst zu nehmende Vorschläge zur Umwandlung<br />

in kurzlebige Isotope (eine so<br />

genannte Transmutation) existieren!<br />

72 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Globalisierung im Eheleben<br />

Scheidung ohne Grenzen<br />

Die globalisierte Welt führt zu zahlreichen grenzüberschreitenden Lebensgemeinschaften.<br />

Stellt bereits das Leben in transkulturellen Beziehungen die Partner regelmäßig vor ungewöhnliche<br />

Herausforderungen, so birgt auch ihre Trennung besondere Probleme in sich.<br />

Von JULIA ABERMANN<br />

WIRTSCHAFT<br />

RECHT<br />

KONTAKT<br />

Dr. Julia Abermann<br />

Rechtsanwaltsanwärterin<br />

(in Karenzierung)<br />

Lansky, Ganzger & Partner<br />

Rechtsanwälte GmbH<br />

1010 Wien, Rotenturmstraße 29<br />

Tel. +43-(0)1-533 33 30-0<br />

www.lansky.at<br />

Ein erster Einblick in entscheidende Fragen<br />

bei Scheidungen binationaler<br />

Ehen soll einige Problemfelder sichtbar<br />

machen.<br />

In welchen Ländern können sich Ehepartner<br />

aus verschiedenen Herkunftsländern<br />

scheiden lassen? Was passiert, wenn<br />

keiner der Partner aus Österreich kommt<br />

oder einer der beiden schon nicht mehr in<br />

Österreich lebt? Welches Recht kommt betreffend<br />

die Scheidung zur Anwendung?<br />

Hat die Scheidung einen Einfluss auf den<br />

Aufenthaltsstatus?<br />

***<br />

„Forum Shopping“<br />

Vor einem österreichischen Gericht<br />

kann man sich gewöhnlich um eine Scheidung<br />

erfolgreich bemühen, wenn beide<br />

Ehegatten unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit<br />

ihren gewöhnlichen Aufenthalt<br />

in Österreich haben oder zuletzt hatten<br />

und einer der beiden Ehepartner noch<br />

hier lebt. Weiters, wenn einer der beiden<br />

seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich<br />

hat und gemeinsam ein Antrag gestellt<br />

wird, bzw. der Beklagte seinen gewöhnlichen<br />

Aufenthalt in Österreich hat.<br />

Auch kann hierzulande geschieden werden,<br />

wenn der Kläger österreichischer<br />

Staatsbürger ist und sich zumindest sechs<br />

Monate unmittelbar vor der Antragstellung/Klage<br />

in Österreich aufgehalten hat<br />

bzw. ohne Österreicher zu sein zumindest<br />

ein Jahr unmittelbar vor der Antragstellung/Klage<br />

hier gelebt hat. So sieht es die<br />

in allen Mitgliedstaaten der Europäischen<br />

Union (mit Ausnahme von Dänemark) geltende<br />

EU-EheVO 1347/2000 vor. Sie findet<br />

auf EU-Bürger sowie auf Drittstaatsangehörige<br />

ohne Unterschied unmittelbar Anwendung.<br />

Aufgrund dieser Verordnung kommen<br />

im Ergebnis in vielen Fällen unterschiedliche<br />

EU-Vertragsstaaten zur Durchführung<br />

einer Scheidung in Frage. Da mit der Zuständigkeit<br />

eines Landes auch häufig das<br />

anzuwendende Recht determiniert wird,<br />

führt diese Rechtslage zum sog „forum<br />

shopping“, d. h. das Land, das für den Kläger<br />

das günstigste Ergebnis bringt, wird anvisiert.<br />

***<br />

Recht ist nicht gleich Recht<br />

Dass eine Scheidung vor einem österreichischen<br />

Gericht verhandelt wird, heißt<br />

noch lange nicht, dass auch österreichisches<br />

Recht zur Anwendung kommt.<br />

Grundsätzlich wird die Frage, welches<br />

Recht bei einer Scheidung anzuwenden ist,<br />

nach dem gemeinsamen Personalstatut<br />

(das Recht des Staates, dem eine Person angehört)<br />

der Betroffenen ermittelt. Haben<br />

beide Partner dieselbe ausländische Staatsbürgerschaft,<br />

kommt das Recht ihres Herkunftsstaates<br />

zur Anwendung. So kann es<br />

beispielsweise dazu kommen, dass eine<br />

Ehe von zwei japanischen Staatsbürgern<br />

nach japanischem Recht geschieden wird,<br />

selbst wenn die Scheidung von einem<br />

österreichischen Gericht ausgesprochen<br />

wird. Dies gilt auch, wenn die Partner in<br />

der Vergangenheit die Staatsbürgerschaft<br />

desselben Staates hatten.<br />

Haben die Partner Staatsbürgerschaften<br />

verschiedener Länder, kommt das Recht<br />

des Landes zur Anwendung, in dem sie ihren<br />

letzten gemeinsamen Aufenthalt hatten.<br />

Leben beispielsweise ein Chinese und<br />

eine Deutsche zusammen in Österreich, ist<br />

für die Scheidung österreichisches Recht<br />

maßgeblich. Dies gilt auch für den Fall,<br />

dass ein Österreicher und eine Chilenin zusammen<br />

in Österreich leben.<br />

***<br />

Scheidung auf Österreichisch<br />

Kann nun vor österreichischen Gerichten<br />

nach österreichischem Recht geschieden<br />

werden, stehen bekanntlich zwei Möglichkeiten<br />

zur Verfügung: die<br />

einvernehmliche und die streitige Scheidung.<br />

Gut beraten ist der, der vorab rechtliche,<br />

finanzielle und sonstige Auswirkungen<br />

einer Scheidung konkret bedenkt.<br />

Überlegungen sollten jedenfalls Obsorge<br />

für die gemeinsamen Kinder, Kindesunterhalt,<br />

Ehegattenunterhalt und die Aufteilung<br />

des ehelichen Vermögens bzw. der allenfalls<br />

vorhandenen Schulden betreffen.<br />

Wird eine einvernehmliche Scheidung<br />

angestrebt, muss ohnedies Einigung über<br />

all diese Punkte vorliegen.<br />

***<br />

Scheidung und Aufenthaltsstatus<br />

Auch nach der Scheidung ist Vorsicht<br />

geboten. Drittstaatsangehörige müssen eine<br />

Scheidung der für Niederlassung und<br />

Aufenthalt zuständigen Behörde unmittelbar<br />

bekannt geben. Geschieht das nicht,<br />

bedeutet das vielfach das Aus für den Aufenthaltstitel.<br />

Um im konkreten Einzelfall die beste<br />

Lösung zu finden und böse Überraschungen<br />

zu vermeiden, ist eine genaue Prüfung<br />

und Vorbereitung insbesondere im binationalen<br />

Kontext unerlässlich. Von einer<br />

Scheidung ohne Grenzen darf derzeit nur<br />

geträumt werden.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 73


RECHT<br />

KOLUMNE<br />

40 Jahre diplomatische Beziehungen zu China<br />

Austrian-Chinese Business<br />

Association<br />

Kann Österreich eine zentrale Rolle in den europäischen Wirtschaftsbeziehungen zu China<br />

übernehmen? Österreich wäre ein idealer Standort für die Zentrale einer europäischen<br />

Handelskammer für Fragen chinesischer Investoren. Von GEORG ZANGER<br />

Das Jahr 2011 steht im Zeichen des 40-jährigen Jubiläums der<br />

diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der<br />

VR China. Im Rahmen einer Vielzahl von Veranstaltungen<br />

findet am 26.01.2011 ein Wirtschaftssymposium statt, das vom<br />

Österreichischen Institut für China- und Südostasienforschung<br />

gemeinsam mit der neu gegründeten „Austrian-Chinese Business<br />

Association“ (ACBA) veranstaltet wird. Nach der Eröffnung durch<br />

die Vize-Volkskongressvorsitzende Uyunqimg werden Prof. Dr.<br />

Helmut Sohmen, ein Mitglied des Wirtschaftsausschusses des<br />

Volkskongresses, und Prof. Yan Xiabao aus Shanghai sprechen.<br />

Die „Austrian-Chinese Business Association“ hat sich zur<br />

Aufgabe gemacht, Investoren aus der VR China nach Europa zu<br />

bringen, um die europäische Wirtschaft zu stärken. Als Präsident<br />

der „Austrian-Chinese Business Association“ werde ich auf<br />

dem Symposium zum Thema „Chinesische Investitionen in<br />

Österreich und Europa“ sprechen.<br />

***<br />

Juristische Besonderheiten<br />

Wenn österreichische Unternehmen in die VR China investieren<br />

und am rasanten Aufstieg Chinas als Wirtschaftsmacht<br />

teilhaben wollen, müssen sie sich auf die juristischen Besonderheiten<br />

des Landes einstellen. Das gilt aber umgekehrt<br />

auch für chinesische Unternehmen, die bestrebt sind, in Europa<br />

Fuß zu fassen. Während Großunternehmen, die in der Regel<br />

staatlich gelenkt werden, schon jahrelang am westlichen<br />

Markt agieren und Erfahrungen mit gesetzlichen Rahmenbedingungen<br />

haben, sind Mittelbetriebe darin größtenteils unerfahren<br />

und deshalb auch uns gegenüber skeptisch und misstrauisch.<br />

Die in den letzten Jahren in China in Kraft getretenen Wirtschaftsgesetze,<br />

insbesondere das Kartell-, Lauterkeits-, Patentund<br />

Markenrecht sind beispielhaft und unseren Gesetzen<br />

durchaus vergleichbar. Sie wurden nicht zuletzt unter dem Einfluss<br />

deutscher Professoren verfasst.<br />

Dennoch müssen wir die Mentalität der chinesischen Unternehmer<br />

berücksichtigen, die insbesondere durch die bisher vorherrschende<br />

Anwendung von sogenannten „Strategemen“ geprägt<br />

war. Ebenso befürchten aber Unternehmer aus dem<br />

asiatischen Reich, bei der Niederlassung in Europa und der Beteiligung<br />

an hier gelegenen Unternehmen generell auf Schwie-<br />

74 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


igkeiten zu stoßen, die sie im Vorhinein<br />

nicht erkennen und bedenken können.<br />

Die Chinesen haben z. B. seit Juli <strong>2010</strong><br />

ein neues Produkthaftungsgesetz und<br />

damit einen weiteren Schritt in Richtung<br />

Verbraucherschutz gesetzt. Auch<br />

wenn – so wie bei uns – vom Gesetzgeber<br />

drei Kategorien der Fehlerhaftigkeit definiert<br />

werden, wie fehlerhaftes Design,<br />

Produktionsfehler und unzureichende<br />

Information zur Funktionsweise des Produktes,<br />

kann von einem funktionierenden<br />

Konsumentenschutz, so wie wir ihn<br />

kennen, noch nicht gesprochen werden.<br />

Chinesische Investoren befürchten daher rechtliche Nachteile,<br />

weil ihnen noch die nötige Erfahrung fehlt.<br />

***<br />

Vorurteile bekämpfen<br />

Die Bemühungen, die in den letzten vier Jahren zur Anlockung<br />

von chinesischen Investoren entfaltet wurden, haben<br />

aber vor allem mit den enormen Vorurteilen zu kämpfen, die<br />

bei unseren Unternehmen vorherrschen. Wenn an die Kooperation<br />

mit chinesischen Unternehmen gedacht wird, herrscht<br />

nach wie vor die Meinung vor, dass Chinesen nur an fremdes<br />

„Know-how“ gelangen wollen, und deren Interesse an echten Investitionen<br />

vorgetäuscht sei. Dabei ist es auch unserem Wirtschaftsleben<br />

nicht fremd, Informationen über Mitbewerber<br />

(teils auch illegal) einzuholen.<br />

Die „Austrian-Chinese Business Association“ hat sich zur<br />

zentralen Aufgabe gesetzt, Vorurteile abzubauen. Sie begleitet<br />

chinesische Unternehmen beratend und führt sie durch das<br />

Dickicht unserer Gesetze und Handelsbräuche. In verschiedenen<br />

Vorträgen in der VR China ist es bereits gelungen, chinesischen<br />

Mittelunternehmen den europäischen Business-Standort<br />

näher zu bringen. Dies stellt einen wichtigen Schritt dar,<br />

zur Schaffung einer Brücke, die es ermöglicht, chinesische<br />

Unternehmen dazu zu bewegen, in Europa zu investieren und<br />

sich hier niederzulassen.<br />

***<br />

CURRICULUM VITAE<br />

DR. GEORG ZANGER, M.B.L.-HSG ist seit 1975 selbständiger<br />

Rechtsanwalt in Wien mit besonderem Schwerpunkt auf<br />

kreativen Lösungen für Wirtschaftsunternehmen. Seine<br />

Spezialgebiete umfassen Wettbewerbs-, Telekommunikations-,<br />

Urheber- und Medienrecht. Zuletzt hat er im Bemühen,<br />

chinesische Unternehmen zu Investitionen in Österreich<br />

zu bewegen, ein Netzwerk mit 25 Rechtsanwaltskanzleien<br />

in den wichtigsten Industriestädten Ostchinas geschlossen.<br />

Er ist Autor verschiedenster Fachbücher und Fachartikel.<br />

KONTAKT<br />

Rechtsanwaltskanzlei „Zanger bewegt“<br />

Dr. Georg Zanger<br />

Neuer Markt 1, A-1010 Wien<br />

Tel.: +43-(0)1-512 02 13, Fax: +43-(0)1-513 48 07<br />

office@zanger-bewegt.at • www.zanger-bewegt.at<br />

Streitbeilegung auf Chinesisch<br />

Bei der Gestaltung von Verträgen ist<br />

nicht nur auf den Vertragsinhalt selbst,<br />

sondern insbesondere auch auf die<br />

Streitbeilegung Bedacht zu nehmen. Die<br />

Chinesen vertrauen ihrer eigenen Gerichtsbarkeit<br />

nicht unbegrenzt. Der<br />

Großteil der Rechtsstreitigkeiten wurde<br />

deshalb bisher gesellschaftlich, d. h. unter<br />

Ausschaltung ordentlicher Gerichte<br />

und oft von Schiedsstellen gelöst. Es<br />

empfiehlt sich daher grundsätzlich, von<br />

vorne herein Schiedsklauseln zu vereinbaren.<br />

Die Schiedsvereinbarung sollte<br />

jedenfalls von vorn herein vertraglich<br />

vereinbart werden, da die Vereinbarung<br />

von „ad hoc Schiedsgerichten“ in China<br />

unzulässig ist. Die Möglichkeit der Vereinbarung<br />

von Schiedsgerichten außerhalb<br />

Chinas ist eingeschränkt. Das ist<br />

kein Grund zur Beunruhigung. Die modernen<br />

chinesischen Schiedsgerichte, wie<br />

zum Beispiel jenes in Shanghai, bevorzugen<br />

in keiner Weise chinesische Unternehmen<br />

gegenüber ihren ausländischen<br />

Vertragspartnern. Die Verfolgung von<br />

Rechtsverstößen, Plagiaten, Falsifikationen<br />

und sonstigen Patent-, Marken- und<br />

Urheberrechtsverletzungen hat bereits<br />

einen ähnlichen hohen Standard wie in<br />

Europa erreicht. Bei Rechtsverletzungen<br />

stehen sowohl zivil- als auch strafrechtliche<br />

Behelfe zur Verfügung.<br />

China hat schon bisher große Investitionen<br />

in Europa vorgenommen. Insgesamt<br />

haben sich Chinas Investitionen in Europa seit 2000 verfünffacht.<br />

Es ist durchaus attraktiv und empfehlenswert, die<br />

Bereitschaft chinesischer Unternehmer, im Ausland zu investieren,<br />

ernst zu nehmen und davon zu profitieren. Europäische<br />

Länder gelten als immer attraktivere Standorte für Chinas<br />

ausländische Direktinvestitionen. So ist das in Shanghai ansässige<br />

Unternehmen „Bright Food“ durch die Übernahme von<br />

United Biscuits, dem britischen Biscuit-Hersteller, in Erscheinung<br />

getreten. Der Kauf eines 7,1%igen Anteils am französischen<br />

Ferienclub Mediterrane durch das Shanghai Industrie<br />

Konglomerat Fosun International ist ebenso bemerkenswert.<br />

Der Durst auf Großübernahmen in Europa von chinesischen<br />

Unternehmen wird wahrscheinlich nicht so schnell gelöscht<br />

sein. Es gibt anhaltende Spekulationen darüber, dass angeschlagene<br />

europäische Banken die nächsten Investitionsziele<br />

für chinesische Unternehmen sein könnten.<br />

***<br />

Zentrale Handelskammer<br />

Aus dieser Warte wäre eine der wichtigsten Forderungen,<br />

zentrale Beratungsstellen für Investitionen durch chinesische<br />

Unternehmen in Europa zu errichten. Am besten eignen sich<br />

dafür Organisationen, ähnlich der „American Chamber of<br />

Commerce“.<br />

Bisher hat die Chinesische Volksrepublik lokale Handelsfragen<br />

an der jeweiligen Chinesischen Botschaft festgemacht. Davon<br />

scheint sie jetzt abgehen zu wollen.<br />

Es wäre eine Herausforderung für Österreich,<br />

eine zentrale Bedeutung in diesen<br />

neuen Überlegungen zu spielen, und die<br />

richtige Antwort auf den sich offenbar<br />

entwickelnden Handelskrieg zwischen<br />

den USA und der VR China im Zuge der<br />

Einhebung von Strafzöllen auf chinesische<br />

Importprodukte zu geben. Österreich<br />

wäre ein idealer Standort für die Zentrale<br />

einer solchen Handelskammer, sodass<br />

von hier Zweigniederlassungen in allen<br />

europäischen Staaten errichtet werden<br />

können.<br />

Es muss und darf nicht zugewartet<br />

werden, bis die Chinesen als Retter in der<br />

Not, wie in Griechenland, erscheinen. Die<br />

Kooperationsbereitschaft in guten Zeiten<br />

würde Europa insbesondere auch im Verhältnis<br />

zu den USA schon stärken, bevor<br />

einzelne Staaten krisengeschüttelt sind.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 75


WIRTSCHAFT<br />

RECHT<br />

Ein Partyfoto, Urlaubsgrüße aus dem<br />

Krankenstand und dergleichen im<br />

Internet können fatale Folgen haben.<br />

Schon manch einer hat aufgrund eines Fotos,<br />

welches ihn in illuminiertem Zustand<br />

zeigt, seinen Job verloren bzw. vermutlich<br />

einen Job erst gar nicht bekommen.<br />

Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitgeber<br />

ihre Arbeitnehmer ausforschen.<br />

Diese Überwachung kann durch eine Kontrolle<br />

des E-Mail-Verkehrs, der Telefonate,<br />

durch eine Videoinstallation, Internetrecherche<br />

und der gleichen erfolgen.<br />

***<br />

Welche Fragen sind zulässig?<br />

Welche Ausforschungs- bzw. Befragungsmöglichkeiten<br />

stehen einem Arbeitgeber<br />

bezüglich seines Arbeitnehmers oder<br />

Bewerbers rechtlich überhaupt zu?<br />

Grundsätzlich gilt, dass ein Arbeitgeber<br />

einem Bewerber nur solche Fragen stellen<br />

darf, die für die Klärung der Eignung<br />

für den Job erforderlich sind. Was konkret<br />

erlaubt ist, regelt leider kein Gesetz. Aus<br />

Lehrmeinungen und den wenigen einschlägigen<br />

Gerichtsentscheidungen lässt sich<br />

aber folgendes ableiten: Es darf etwa ein Lagerarbeiter<br />

gefragt werden, ob er ein Rückenleiden<br />

hat, nicht aber ob er schon in<br />

psychischer Behandlung war. Auch muss eine<br />

allfällig durchgeführte gesundheitliche<br />

oder sonstige Untersuchung zur Eignungsabklärung<br />

erforderlich oder gesetzlich gefordert<br />

sein: Eine Blutuntersuchung bzw.<br />

ein HIV-Test ist in etwa bei einem Chirurgen<br />

absolut zulässig, wenn nicht sogar gefordert,<br />

nicht jedoch bei einer Sekretärin.<br />

Fragen nach religiöser oder politischer<br />

Anschauung sind nur bei so genannten<br />

„Tendenzbetrieben“ (Kirche, politische Partei<br />

oder auch Zeitungen) zulässig. Auch solche<br />

nach Vorstrafen sind nur in Ausnahmefällen<br />

gestattet (z. B. Bankkassier).<br />

Fragen betreffend den Intimbereich sind<br />

generell unzulässig.<br />

***<br />

Social Media im Internet<br />

Dass Problem der social Internetplattformen<br />

ist, dass derjenige, der seine Daten<br />

selbst in Internetforen postet, diese der Allgemeinheit<br />

zugänglich gemacht hat und<br />

es sich so nicht um geheime Daten handelt.<br />

Hierbei wird natürlich zu unterscheiden<br />

sein, ob die Daten nur einer eingeschränkten<br />

Gruppe („Freunde“) zugänglich<br />

gemacht wurden, oder ob jedermann darauf<br />

zurückgreifen kann. Jedenfalls wird<br />

ein (auch unzulässiges) Recherchieren des<br />

Arbeitgebers im Internet in der Praxis diesem<br />

wohl nicht nachzuweisen sein.<br />

Konkrete Aussagen der Rechtsprechung<br />

zur Ausforschung eines Arbeitnehmers<br />

Überwachung am Arbeitsplatz<br />

The Boss Is<br />

Watching You!<br />

Immer mehr Arbeitgeber beschaffen sich mit Hilfe des Internets<br />

Zusatzinformationen über Ihre Arbeitnehmer oder Bewerber.<br />

Welche Ausforschungsmöglichkeiten stehen dem<br />

Arbeitgeber zu und was übersteigt seine Befugnisse?<br />

durch dessen Arbeitgeber im Internet fehlen.<br />

Man wird hier aber auf die Judikatur<br />

zu ähnlichen Problembereichen zurükkgreifen<br />

können. Grundsätzlich sind die<br />

Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer<br />

gegeneinander abzuwägen.<br />

***<br />

Kontrolle nur mit Zustimmung<br />

Für einen Arbeitgeber empfiehlt es sich,<br />

sowohl die Internetnutzung als auch das<br />

private Telefonieren bereits im Dienstvertrag<br />

oder der Betriebsvereinbarung festzulegen.<br />

Meist werden diverse Internetseiten<br />

gesperrt und nur die für den Job benötigten<br />

Internetseiten zugänglich gemacht. In<br />

Deutschland untersagen 44 Prozent der<br />

Arbeitgeber ihren Mitarbeitern social media,<br />

in England mehr als sechzig Prozent.<br />

Will der Arbeitgeber seine Mitarbeiter<br />

kontrollieren, ist dazu die Zustimmung des<br />

Betriebsratseinzuholen. In Betrieben ohne<br />

Betriebsrat ist die Zustimmung jedes so<br />

überwachten Arbeitnehmers erforderlich.<br />

Interessant zu wissen ist auch, dass das<br />

Datenschutzgesetz ausdrücklich normiert,<br />

dass Personen deren persönliche Daten<br />

verarbeitet werden, hierüber informiert<br />

werden müssen. Wenn mindestens drei<br />

Arbeitnehmer von der Kontrollmaßnahme<br />

betroffen sind, kann der Betriebsrat<br />

selbst die Klage auf Feststellung der Unzulässigkeit<br />

der durchgeführten Überwachungsmaßnahme<br />

beim Arbeits- und Sozialgericht<br />

einbringen. Ansprüche wegen<br />

Verletzung des Datenschutzgesetzes muss<br />

allerdings der einzelne Arbeitnehmer vor<br />

dem Zivilgericht geltend machen, hier hat<br />

der Betriebsrat keine Klagsbefugnis.<br />

Von Mag. Katharina Braun, Rechtsanwältin<br />

und Autorin, und Mag. Kristina Silberbauer,<br />

Rechtsanwältin, spezialisiert auf Arbeits- und Sozialrecht.<br />

INFO<br />

Mag. Kristina Silberbauer<br />

Rechtsanwältin / attorney-at-law<br />

SILBERBAUER Rechtsanwaltskanzlei<br />

Schreyvogelgasse 3<br />

A-1010 Wien<br />

Tel: +43-(0)1-409 79 78-0<br />

Fax: +43-(0)1-409 79 78-77<br />

office@silberbauer.co.at<br />

www.silberbauer.co.at<br />

76 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


WIRTSCHAFT<br />

SALZBURG<br />

Salzburg – Österreichs Hauptstadt der Herzen<br />

Society Goes West<br />

Salzburg floriert: Neben ihrem Status als Kulturmetropole<br />

hat sich die Stadt zur Wirtschaftsdrehscheibe Mitteleuropas<br />

gemausert. Von EVA VON SCHILGEN<br />

Ja, es gibt sie noch, die Zeitzeugen, die<br />

den Aufstieg Salzburgs vom verschlafenen<br />

Provinzstädtchen zur wirtschaftsdynamischen<br />

Stadt erlebt haben. Wolf von<br />

Schilgen, der 93jährig jung gebliebene Mit-<br />

Autor von <strong>SOCIETY</strong>, besuchte 1929 die<br />

Stadt das erste Mal und sah noch den legendären<br />

Alexander Moissi in der Rolle des<br />

Jedermann. 1934 erlebte von Schilgen Salzburg<br />

als den kulturellen Gegenpol zu den<br />

Bayreuther Festspielen, aber auch die wirtschaftliche<br />

Not der Bevölkerung. Er sah<br />

den Wiederaufbau nach dem Krieg, das<br />

Wirtschaftwunder der Fünfzigerjahre und,<br />

nach dem Beitritt Österreichs zu EU, Salzburgs<br />

rasante Entwicklung zu einer der aktivsten<br />

Wirtschaftsregionen Europas.<br />

***<br />

Symbiose von Kultur und Wirtschaft<br />

Zweifellos haben die Festspiele diese Entwicklung<br />

ins Rollen gebracht und bis heute<br />

geht ein besonderer Theater-Zauber von<br />

hier aus. Neben den Sommer-Festspielen<br />

findet man zahlreiche kleinere Festivals<br />

wie die Mozartwoche, die Oster- und<br />

Pfingstfestspiele, Aspekte Salzburg, die Biennale,<br />

die Dialoge, den Jazz-Herbst, Gustav<br />

Kuhns „Delirium“ oder bedeutende Kultureinrichtungen<br />

wie die Internationale Stiftung<br />

Mozarteum, das Weltklasseorchester<br />

Camerata, das Mozarteumorchester, das<br />

Landestheater und viele mehr. Dass die<br />

Symbiose Kultur und Wirtschaft höchst<br />

einträglich ist, wissen auch Salzburgs große<br />

Sponsoren zu schätzen, wie Nestle, Audi,<br />

Uniqa, Credit Suisse oder Siemens.<br />

So wichtig die Kultur oder die einmalige<br />

geografische Lage auch ist, dass Salzburg<br />

zur wirtschaftlichen Drehscheibe Europas<br />

wurde, verdankt es den Visionen<br />

fähiger Politiker und Wirtschaftsexperten.<br />

So ist es gelungen, Stadt und Land Salzburg<br />

zum Sitz zahlreicher Unternehmenszentralen<br />

nationaler und multinationaler<br />

Konzerne zu machen darunter Porsche,<br />

Red Bull, Mercedes, Miele, Alutech, Senoplast,<br />

Sony und viele mehr. Die jährlich<br />

stattfindenden 37 Fach- und Besuchermessen<br />

locken fast 600.000 Besucher an und<br />

machen die Stadt zu dem beliebtesten<br />

Fachmessenstandort.<br />

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala<br />

steht Salzburg bei Kongressteilnehmern,<br />

die das internationale Ambiente, die exzellente<br />

Hotelerie und die kulturellen Veranstaltungen<br />

nach getaner Arbeit schätzen.<br />

Seit der Gründung der Privaten Medizinischen<br />

Universität Paracelsus PMU ist das<br />

Ansehen der Universitätsstadt als Forschungs-<br />

und Ausbildungsplatz weiter gestiegen,<br />

ebenso durch die zahlreichen<br />

Fachhochschulen und Fortbildungseinrichtungen.<br />

Auch die Universität Mozarteum<br />

genießt internationalen Ruf.<br />

***<br />

Moderne Stadt<br />

Salzburg besitzt zudem Österreichs<br />

dichtestes Datenhighway Netzwerk, ist Sitz<br />

eines der größten Technologiezentren der<br />

Republik und westösterreichisches Zentrum<br />

für Finanzdienstleistungen und verfügt<br />

über eine internationale Anbindung<br />

an das überregionale Straßen-, Schienenund<br />

Flugnetz. So bietet Salzburgs kleiner,<br />

aber effizienter, Flughafen tägliche Flugverbindungen<br />

zu den Großstädten Europas.<br />

Last but not least floriert auch Salzburgs<br />

Designer-und Modeszene. Ob es sich<br />

um konventionelle oder moderne Tracht<br />

handelt, ob Haute Couture oder Pret a<br />

Porter – die Szene ist bunt und interessant.<br />

Salzburgs Nobeljuweliere können durchaus<br />

mit ihren Kollegen in der Züricher<br />

Bahnhofstrasse oder New Yorks 5th Avenue<br />

konkurrieren. In Sachen Gesundheit, Wellness<br />

und Schönheit kann die Stadt ebenfalls<br />

punkten, so haben sich in den letzten<br />

Jahren hier zahlreiche Kliniken etabliert.<br />

Und die Klugen, die Schönen und Reichen<br />

kommen nach Salzburg und viele<br />

wollen hier für immer bleiben. Schlösser,<br />

Villen, elegante Wohnungen, Landsitze,<br />

Bauernhöfe – die Auftragsbücher der hiesigen<br />

Immobilienbranche sind reich gefüllt<br />

mit Schätzen.<br />

Doch trotz des unglaublichen Wandels<br />

dieser Stadt im letzten Jahrhundert ist ihr<br />

jener Zauber erhalten geblieben, der sie zu<br />

Österreichs Hauptstadt der Herzen macht.<br />

Denn schon Hugo von Hofmannsthal, einer<br />

der Gründerväter der Salzburger Festspiele<br />

zitierte 1919: „Das Salzburger Land<br />

ist das Herz vom Herzen Europas. Das mittlere<br />

Europa hat keinen schöneren Raum –<br />

und gerade hier musste Mozart geboren<br />

werden.“<br />

WEBLINKS<br />

www.salzburgagentur.at<br />

www.salzburg-airport.com<br />

www.salzburg.info<br />

www.salzburgcongress.at<br />

www.engelvoelkers.com/at/salzburg<br />

www.pure-proestate.com<br />

www.villa-bella.org<br />

www.schoenheit-medizin.at<br />

www.emco-klinik.at<br />

www.ifm.ac<br />

FOTO: TOURISMUS SALZBURG<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 77


WIRTSCHAFT<br />

SALZBURG<br />

Ex-Vizekanzler Erhard Busek, Prinzessin<br />

Laurentien von Oranien-Nassau,<br />

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller<br />

Preisverleihung <strong>2010</strong><br />

Small is beautiful*<br />

Jedes zweite Jahr wird der „Herbert-Batliner-Europapreis für Verdienste um den Kleinstaat“<br />

verliehen, mit dem eine hervorragende Persönlichkeit oder Institution geehrt wird, die sich<br />

um den Kleinstaat und seine Anerkennung in politischer, wissenschaftlicher, kultureller oder<br />

wirtschaftlicher Weise verdient gemacht hat. Von EVA VON SCHILGEN<br />

Salzburg kann sich glücklich schätzen,<br />

einen Mäzen der besonderen Art gefunden<br />

zu haben, den Fürstlichen<br />

Kommerzienrat und Rechtsanwalt aus<br />

Liechtenstein DDr. Herbert Batliner. Aber<br />

nicht wahllos wie Fortuna schütten er und<br />

seine Frau Rita ihr Füllhorn aus. Es sind gezielte<br />

Förderungen für Projekte, bei denen<br />

kunst- und kulturhistorische Notwendigkeiten<br />

im Vordergrund stehen. Unter anderen<br />

verdankt die Internationale Stiftung<br />

Mozarteum seiner Stiftung Propter Homines<br />

das letzte authentische Portrait Mozarts,<br />

eine Silberstiftzeichnung der Dresdner<br />

Pastellmalerin Doris Stock aus dem<br />

Jahr 1789, ebenso die neue Konzertorgel im<br />

Großen Saal des Mozarteums. Es war seine<br />

Initiative als Gründungsmitglied der Salzburg<br />

Association, dass diese einen Mozart-<br />

Autographen-Fond zur Anschaffung von<br />

Mozarthandschriften ins Leben rief. Ebenso<br />

setzt er sich für die Johann-Michael<br />

Haydn Gesellschaft ein, für das Salzburger<br />

Literaturarchiv, den Aufbau der Wilfried-<br />

Haslauer Bibliothek, für das Institut für<br />

Spielforschung und Spielpädagogik. Batliner<br />

ist einer der größten Sponsoren der<br />

Universität, die Renovierung des Faistauer<br />

Foyers im kleinen Festspielhaus Haus für<br />

Mozart ist mit seiner Hilfe erst möglich gewesen.<br />

Zur Sanierung der Fassade des Domes<br />

trug er ebenfalls maßgeblich bei, oder<br />

– ganz aktuell – zur Restaurierung der<br />

Außenorgel im Toscaninihof, die das erste<br />

Mal zu den Pfingstfestspielen 2012 wieder<br />

erklingen soll.<br />

***<br />

Kontinent der Kleinstaaten<br />

Auch politisch vertritt Herbert Batliner<br />

die Devise „SMALL IS BEAUTIFUL“. Seine Vision<br />

ist ein Europa der Regionen, in dem<br />

kleine Staaten besonders gefördert werden<br />

sollen. 1997 gründete er in Salzburg<br />

das Herbert-Batliner-Europainstitut, das<br />

sich der Erforschung der europäischen Politik,<br />

Geschichte und Kunst widmet, wissenschaftliche<br />

Fachtagungen organsiert,<br />

bislang mehr als fünfzig Publikationen<br />

veröffentlicht hat und die einzige Depositarbibliothek<br />

der Vereinten Nationen in<br />

Österreich ist. Mit dem Europäischen Forum<br />

Alpbach finden jährlich Seminare<br />

und Symposien zu europarelevanten Themen<br />

statt. Im Jahr <strong>2010</strong> beschäftigte sich<br />

das Institut mit „Sprache(n) als europäisches<br />

Kulturgut“. Ein Symposium wird u. a.<br />

die europäische Agenda zur Mehrsprachigkeit<br />

sowie die Charta der Regional- und<br />

Minderheitensprachen des Europarates erörtern.<br />

Auch wird auf die Schwierigkeiten<br />

78 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10<br />

*Zitat Leopold Kohr, 1909-1994, Salzburger Nationalökonom, Jurist, und Philosoph


FOTOS: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON FRANZ NEUMAYR, HERBERT-BATLINER-EUROPAINSTITUT<br />

HERBERT-BATLINER-<br />

EUROPAINSTITUT<br />

Forschungsinstitut für Europäische Politik, Geschichte<br />

und Kultur<br />

Depositar-Bibliothek der Vereinten Nationen<br />

Depositar-Bibliothek des Europarates<br />

Dr. Claudia Schmidt-Hahn<br />

Schlossallee 9, Schloss Urstein, A-5412 Puch/Salzburg<br />

Tel. +43-(0)6245-90 6 01<br />

E-Mail: batliner@europainstitut.at<br />

www.europainstitut.co.at.<br />

Holländische Prinzessin Laurentien<br />

von Oranien-Nassau<br />

und ihr Gemahl Constantijn<br />

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller<br />

und Herbert Batliner<br />

Herbert Batliner und Frau Rita,<br />

Franz Welser-Möst<br />

Generalmusikdirektor Staatsoper Wien Franz<br />

Welser-Möst und Prinzessin Laurentien<br />

der Regulierung des mehrsprachigen Gemeinschaftsrechtes<br />

hingewiesen und der<br />

Frage nachgegangen, ob Englisch als europäische<br />

Einheitssprache vertretbar ist.<br />

***<br />

Auszeichnung für Verdienste um den<br />

Kleinstaat<br />

Zu der jährlich zu Beginn der Festspiele<br />

stattfindenden Festakademie in Salzburg<br />

werden hochrangige Persönlichkeiten, darunter<br />

amtierende Staatspräsidenten und<br />

Regierungschefs, für Festvorträge eingeladen.<br />

Jedes zweite Jahr wird der „Herbert-<br />

Batliner-Europapreis für Verdienste um den<br />

Kleinstaat“ verliehen, mit dem eine hervorragende<br />

Persönlichkeit oder Institution geehrt<br />

werden soll, die sich um den Kleinstaat<br />

und seine Anerkennung in<br />

politischer, wissenschaftlicher, kultureller<br />

oder wirtschaftlicher Weise verdient gemacht<br />

hat. Bisherige Preisträge waren<br />

Lennart Meri, der Staatspräsident von Estland,<br />

Jordi Pujol, Präsident der spanischen<br />

Provinz Katalonien, Carl Baudenbacher,<br />

Präsident des EFTA Gerichtshofes, Vaira Vike-Freiberga,<br />

Staatspräsidentin von Lettland<br />

und 2008 Jean-Claude Juncker, der Premierminister<br />

von Luxemburg.<br />

In diesem Jahr wurde der mit 30.000 Euro<br />

dotierte Preis der 1954 gegründeten European<br />

Cultural Foundation in Amsterdam<br />

verliehen. Die ECF setzt sich für die<br />

soziale, kulturelle und kulturpolitische<br />

Entwicklung in Europa und deren Nachbarstaaten<br />

ein und unterstützt finanziell<br />

grenzüberschreitende Projekte. Das Preisgeld<br />

wird dieses Jahr speziell für die Jugendprojekte<br />

verwendet.<br />

Die Ehrenpräsidentin, die holländische<br />

Prinzessin Laurentien von Oranien-Nassau,<br />

war zur Übernahme mit ihrem Gemahl<br />

Constantijn, dem jüngsten Sohn von<br />

Königin Beatrix, angereist. Begrüßt wurden<br />

sie durch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller<br />

und Landeshauptmann Stellvertreter<br />

Wilfried Haslauer sowie durch den<br />

Präsidenten des Herbert-Batliner Europainstitutes,<br />

dem österreichischen Ex-Vizekanzler<br />

Erhard Busek. Festredner war der neue<br />

Generalmusikdirektor der Staatsoper Wien<br />

Franz Welser-Möst.<br />

***<br />

Glücksfall: Herbert Batliner<br />

Aber wer ist Herbert Batliner, von dem<br />

Salzburgs Erzbischof sagt: „Ein Mann als<br />

Glücksfall“. Geboren wird er 1928 in Liechtenstein,<br />

sein Vater ist Fürstlicher Kommerzienrat<br />

und vierzig Jahre alleiniger Direktor<br />

der Liechtensteinischen Staatsbank.<br />

Seine Mutter ist Österreicherin. Er studiert<br />

an den juristischen Fakultäten in Innsbruck,<br />

Bern und Lyon, und promoviert in<br />

Innsbruck. Nach Praktika in Österreich<br />

und in Liechtenstein gründet er 1954 eine<br />

eigene Kanzlei in Vaduz. 1956 heiratet er,<br />

das Ehepaar hat vier Kinder. Bedeutende<br />

Verdienste erwirbt er sich um Stiftungen<br />

in Liechtenstein. Zahlreich sind seine Auszeichnungen,<br />

u. a. erhielt er den Königlich<br />

Belgischen Leopoldsorden, das Komturkreuz<br />

des Päpstlichen Silvesterordens mit<br />

Stern, das Komturkreuz des Fürstlich<br />

Liechtensteinischen Verdienstordens, das<br />

Großkreuz des Fürstlich Liechtensteinischen<br />

Verdienstordens, das Große Silberne<br />

Verdienstkreuz um die Republik Österreich,<br />

das Goldene Ehrenzeichen des Landes<br />

Salzburg. 1994 erfolgt die Ernennung<br />

zum Rat der Päpstlichen Akademie der<br />

Sozialwissenschaften und 1998 die Ernennung<br />

zum „Gentiluomo di Sua Santità“<br />

durch Seine Heiligkeit Papst Johannes Paul<br />

II. 2001 erhält er das Großkreuz des Päpstlichen<br />

Gregoriusorden durch Seine Heiligkeit<br />

Papst Johannes Paul II.<br />

Ein interessantes Detail: Unter den zahlreichen<br />

Auszeichnungen befindet sich auch<br />

die „Goldene Pfadfinderlilie“. Und so mag<br />

es sein, dass DDr. Herbert Batliner vor allem<br />

nach dem wichtigsten Satz des 1941 verstorbenen<br />

Gründers der Pfadfinderbewegung<br />

Robert Baden-Powell handelt: „Versucht,<br />

die Welt ein bisschen besser zurückzulassen,<br />

als ihr sie vorgefunden habt.“<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 79


WIRTSCHAFT<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER WIRTSCHAFT September bis Dezember <strong>2010</strong><br />

VERLEIHUNG: BAURAT H.C.<br />

Honorarkonsul von Kap Verde Dipl. Ing. Wolfgang Meixner darf<br />

sich über die Verleihung des Berufstitels Baurat h.c. durch den<br />

Bundespräsidenten sowie die Überreichung durch BM Dr. Reinhold<br />

Mitterlehner freuen.<br />

Die Cäsaren <strong>2010</strong><br />

PREISVERLEIHUNG: CÄSAR IMMOBILIENPREISE <strong>2010</strong><br />

Das Rennen um den Immobilienpreis Cäsar <strong>2010</strong> ist abgeschlossen<br />

und die diesjährigen Preisträger stehen fest. Im Rahmen eines exklusiven<br />

Galaabends im Wiener Palais Ferstel wurden die SiegerInnen<br />

<strong>2010</strong> prämiert. In sieben Kategorien vergab epmedia in Kooperation<br />

mit dem Fachverband der Immobilientreuhänder und der<br />

WKO die Preise. Dr. Winfried Kallinger, Gründervater des Berufsstandes<br />

der österreichischen Bauträger, wurde mit einem Cäsar für<br />

sein Lebenswerk geehrt.<br />

(Mitte) BM Dr. Reinhold Mitterlehner<br />

und Baurat h.c. HK Dipl.<br />

Ing. Wolfgang Meixner<br />

KICK-OFF-EVENT:<br />

MYCENTROPE<br />

In der Schiffsstation City am Wiener Schwedenplatz<br />

wurde die Internet-Plattform mycentrope.com „für<br />

grenzenlose Freizeiterlebnisse“ vorgestellt. Konsumenten<br />

erhalten darauf Freizeit-, Shopping- und Kulturtipps<br />

für die Vier-Länder-Region in Tschechien, Slowakei,<br />

Ungarn und Österreich – und das in allen vier<br />

Sprachen. Mycentrope.com ist ein Projekt von Central<br />

Danube Region/echonet communication gemeinsam<br />

mit ComPress und Medien- und PR-Partnern aus allen<br />

vier Ländern. Mit an Bord sind die Wien Holding, die<br />

Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und die Uniqa Versicherung.<br />

Beim Kick-off-Event mit dabei waren Noch-Planungsstadtrat<br />

Rudi Schicker, Bürgermeister Zsolt Borkai<br />

aus Györ, Kreisvorsitzender Pavol Freso aus Bratislava,<br />

Mojmir Jerabek aus Brünn (Abt. Internationale<br />

Beziehungen), KR Peter Hanke (GF Wien Holding), Vorstandsdirektor<br />

Reinhard Karl (Raiffeisenlandesbank),<br />

Andreas Hopf (GF Central Danube) und Roland Vidmar<br />

(GF echonet).<br />

Die Region Centrope ist eine der wirtschafts- und<br />

kulturstärksten Regionen Europas und besteht im<br />

Kern aus dem mährischen Raum, dem Umland von<br />

Bratislava, dem westlichen Teil Ungarns sowie aus Ostösterreich<br />

und umfasst rund sieben Millionen Einwohner.<br />

MyCentrope ist ein weiterer Schritt im Abbau<br />

von Grenzen und ein Musterprojekt für gelebte Nachbarschaft.<br />

Die Centrope-Gründer Andreas<br />

Hopf (Central Danube)<br />

und Roland Vidmar<br />

(echonet)<br />

(v.l.n.r.) Dir. Mojmír Jerábek, Stadt Brünn; GF<br />

Krisztina Kardos, Tourinform Györ; Dir. Reinhard<br />

Karl, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien; GF Andreas<br />

Hopf, myCentrope; GF Roland Vidmar (echonet);<br />

Dir. Peter Hanke, Wien Holding; Stadtrat Rudi<br />

Schicker, Wien; Kreisvorsitzender Pavol FRESO;<br />

Bratislava und stv. Landeshauptmann Ivo Nesrovnal,<br />

Bratislava.<br />

FOTOS: CÄSAR, MC-MEDIENCLUB, DONAU-UNIVERSITÄT KREMS/REISCHER, ECHO/SCHEDL<br />

80 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Die PreisträgerInnen im Bereich<br />

Wissenschaft <strong>2010</strong><br />

DISKUSSION: FILM UND WIRTSCHAFTLICHKEIT<br />

MedienClub-Initiatorin Martina Cejka lud beim Clubabend unter<br />

der Patronanz von WKW und Filminstitut Medienexperten zur Podiumsdiskussion<br />

ins 4-Sterne Rainers Hotel in Wien. Das Thema<br />

„Was vom Film übrig blieb – Wie Wirtschaftlichkeit den Filminhalt<br />

und somit die Kreativität<br />

beeinflusst“ zog rund hundert<br />

Gäste an, wobei sich das<br />

Publikum ganz nach dem<br />

Clubmotto „Executives meet<br />

Talents“ bunt gemischt aus<br />

Medienprofis, engagierten<br />

Studenten und Freiberuflern<br />

zusammensetzte.<br />

NÖ: WISSENSCHAFTSPREISE <strong>2010</strong><br />

In der Donau-Universität Krems wurden die Wissenschaftspreise<br />

<strong>2010</strong> des Landes Niederösterreich durch Landeshauptmannstellvertreter<br />

Wolfgang Sobotka im Rahmen eines Festaktes überreicht.<br />

Ausgezeichnet wurden neun WissenschaftlerInnen und ErwachsenenbildnerInnen<br />

für Lebenswerke und herausragende wissenschaftliche<br />

Projekte. Der Rektor der Donau-Universität Krems, Jürgen<br />

Willer, hob bei der Feier den Stellenwert von Wissenstransfer<br />

und Kompetenzaneignung als Kapital der Zukunft hervor.<br />

Burkhard Ernst, Elisabeth<br />

Scharang, Gerald Ganzger Würdigungspreis <strong>2010</strong><br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 81


LIFE UND STYLE<br />

ERHOLUNG<br />

Lounge mit offenem Kamin<br />

Wohlfühlen in der Salzburger Bergwelt<br />

Eine Oase für<br />

Körper und Geist<br />

Mächtig und sanft anmutend zugleich sind die Berge, an die<br />

sich das Alpina Wellness- und Sporthotel schmiegt. Traditionsbewusst<br />

und modern, sportlich und erholsam, familienfreundlich<br />

und romantisch – bunt und abwechslungsreich<br />

sind die Facetten dieses beeindruckenden Hauses.<br />

Die traumhafte Aussicht auf die Bergwelt<br />

sowie ein umfassendes Wellnessund<br />

Gesundheitsprogramm – von Pilates<br />

über Qigong, Aerobic, Rückenschule,<br />

Nordic Walking, bis zum individuellen Fitnessprogramm<br />

– wecken hier neue Lebensgeister.<br />

Im Winter, wie im Sommer werden<br />

die Gäste von der, direkt vor der Haustür<br />

gelegenen Gondel auf den Gernkogel gebracht.<br />

In der kalten Jahreszeit bietet das<br />

Hotel Alpina den perfekten Ausgangspunkt<br />

in die Salzburger Sportwelt Ski amadé<br />

mit 860 gepflegten Pistenkilometern,<br />

270 Liften und Gondelbahnen. Und sobald<br />

der Schnee geschmolzen ist – ein Paradies<br />

für Wanderer, die individuell oder mit einem<br />

Wanderführer die wunderbare Gegend<br />

erkunden wollen.<br />

***<br />

Streicheleinheiten für Körper und Geist<br />

Neue Energie für den Alltag tanken:<br />

Im Alpina Wellness- und Sporthotel bietet<br />

das einzigartige ASIAN beauty & spa Streicheleinheiten<br />

für Körper und Seele. Wer<br />

kann zum Beispiel einem tropischen Monsunbad,<br />

der Asia Perlmuschel, der japanischen<br />

Trilogie, dem Bad der Sinne oder einer<br />

wohltuenden Geschichts- und<br />

Körperbehandlung mit der hochwertigen<br />

japanischen Pflegeserie Kenzoki widerstehen?<br />

Ein Hauch von Exotik mitten in den<br />

Salzburger Bergen. Bei einer klassischen<br />

oder Thai-Massage verwöhnen die sanften<br />

Hände der Therapeuten den Körper und<br />

lassen den Geist schweben. Neu ist die<br />

„Hot Chocolate“-Massage!<br />

Ein Besuch im Vitalgarten mit beeindruckender<br />

Saunalandschaft, mit neuem<br />

Soledampfbad, Infrarotkabine, Stubensauna<br />

und Relaxzone mit Panoramablick, im<br />

Lagunenhallenbad mit atemberaubender<br />

Aussicht und gepflegter Panorama-Liegewiese<br />

ist das sprichwörtliche i-Tüpfelchen<br />

des Wohlfühl-Programms.<br />

***<br />

Liebe geht durch den Magen...<br />

Einer der guten Gründe, warum man<br />

sich ins „Alpina“ verlieben kann, ist sicherlich<br />

das kulinarische Angebot. Schon das<br />

Frühstücks-Schlemmer-Buffet erfreut die<br />

Augen (und den Magen) und lässt mit Überraschungen<br />

wie der Bio-Ecke oder einem eigenen<br />

Eierkoch keine Wünsche offen. Im<br />

Sommer verwöhnen leichte Snacks und Salate<br />

zu Mittag und am Nachmittag das Kuchenbuffet<br />

mit Kaffee, Tee und Kakao. Die<br />

Krönung des Tages bildet am Abend das 5-<br />

Gänge-Genießermenü im Panorama-Restaurant<br />

mit Variationen der österreichischen<br />

und internationalen Vollwert- und Naturküche,<br />

wöchentlichen Themenbuffets, Grillabenden<br />

und Schauküche.<br />

KONTAKT<br />

ALPINA Wellness- & Sporthotel<br />

Familie Schwarz<br />

Alpendorf 8, A-5600 St. Johann<br />

Tel.: +43-(0)6412-8282, Fax: +43-(0)6412-8144<br />

E-Mail: info@sporthotel-alpina.com<br />

www.sporthotel-alpina.com<br />

FOTOS: FOTO OCZLON<br />

82 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


LIFE UND STYLE<br />

GESUNDHEIT<br />

Eine gute Gesundheit – mehr Lebensqualität<br />

Festtage für den Körper im<br />

Parkhotel Igls<br />

Festlichkeiten und Feiertage – wer genießt da nicht das Essen und Trinken mit den Liebsten<br />

und Freunden nach Herzenslust? Diese Lust hat aber ihren Preis und die Hingabe verkraftet<br />

der Körper leichter, wenn man ihm nach den kalorienreichen Tagen ein Entschlackungsprogramm<br />

basierend auf der Modernen Mayr-Medizin gönnt.<br />

***<br />

Well-Feeling - Den Körper wieder in<br />

Form bringen<br />

Nach Feiertagsstress, Festen, Ballsaison,<br />

Karnevalszeit und seiner Überdosis an falscher<br />

Ernährung braucht der Körper wieder<br />

Zeit, um sich zu erholen. Die einzigartige<br />

Atmosphäre der Tiroler Bergwelt ist<br />

ideal dafür. Im Parkhotel Igls findet der<br />

Gast Zeit nur für sich, der Körper kann regenerieren,<br />

ohne auf Annehmlichkeiten zu<br />

verzichten. Die „Moderne Mayr-Cuisine“<br />

ist viel mehr als Milch und Semmel – sie<br />

überrascht mit Speisen auf hohem kulinarischem<br />

Niveau. Modifiziertes Fasten heißt<br />

nicht hungern, sondern bewusstes Verzichten<br />

– auf ein Zuviel oder nur auf dem<br />

Gaumen Genussvolles, letztlich aber für<br />

den Körper Schädigendes. Die Küche verwöhnt<br />

den Gast mit hochwertigen, natürlichen<br />

Produkten, ausgesuchten Kräutern<br />

und einer schonenden Zubereitung der<br />

Gerichte.<br />

So erhalten die Gäste köstliche Gerichte<br />

mit allen Vitalstoffen, die der Körper benötigt.<br />

Die Devise des Parkhotels lautet: Kulinarische<br />

Vernunft führt zu mehr<br />

Lebensfreude und Wohlbefinden. Durch<br />

die richtige Ernährung verliert der Körper<br />

schadhafte Schlacken, die dem Körper<br />

Energie entziehen und häufig die Ursache<br />

für Allergien und Krankheiten sind. Mit<br />

den Schlacken verliert der Körper auch<br />

überflüssige Kilos. Sie schmelzen wie von<br />

selbst. Massagen und Saunabesuche sind<br />

eine angenehme Ergänzung zur Optimierung<br />

der Figur, zur Verjüngung der Haut<br />

und zur Aktivierung des körpereigenen<br />

Energieprogramms.<br />

***<br />

Parkhotel Igls – ganz neu!<br />

Nach der Vollendung des Umbaus und<br />

den umfangreichen Erweiterungen verfügt<br />

das traditionsreiche Haus über eine sehr<br />

großzügige medizinische Abteilung, ein<br />

Hallenbad mit wunderbarem Ausblick in<br />

den weitläufigen Park und einen Panorama-Fitnessraum.<br />

Es bietet ein umfassendes<br />

Programm, das von leichten medizinischen<br />

Anwendungen bis zur intensiven Therapie<br />

reicht. Sportbegeisterten bietet die eindrucksvolle<br />

alpine Landschaft rund um<br />

Igls zu jeder Jahreszeit ein großzügiges<br />

Angebot. Pisten und Loipen oder Nordic-<br />

Walking Strecken, Tennisplätze, Reitarena,<br />

Wanderwege und drei Golfplätze liegen<br />

in nächster Nähe. Zum Angebot des Hauses<br />

zählt ein individuelles TheMedGolf®-Training,<br />

das aus medizinischer wie sportlicher<br />

Hinsicht zum richtigen Schwung verhilft.<br />

Das Parkhotel Igls – Gesundheit im Zentrum,<br />

ist ein Haus der gehobenen 4-Sterne<br />

Kategorie mit 50 Zimmern und Suiten von<br />

schlichter Eleganz, umgeben von der beeindruckenden<br />

Tiroler Bergwelt. Ein Haus<br />

mit einer hundertjährigen Tradition, einer<br />

Symbiose aus medizinischer Kompetenz,<br />

genussvoller Cuisine und stimmungsvoller<br />

Atmosphäre. Der richtige Ort, um Festtage<br />

für den Körper zu genießen.<br />

KONTAKT<br />

Parkhotel Igls<br />

Gesundheit im Zentrum<br />

Iglerstraße 51, A-6080 Innsbruck-Igls<br />

Tel. +43-(0)512-377 305<br />

E-Mail: info@parkhotel-igls.at<br />

www.parkhotel-igls.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 83


LIFE UND STYLE<br />

FRISUREN<br />

Stets auf der Suche nach den neuesten Trends<br />

Hair Champion<br />

Welner<br />

Der Salon Welner, bereits 1967 gegründet, setzt trotz Tradition<br />

auf Moderne. Ein junges Team, stilvolles Interieur und<br />

unkomplizierte Terminhandhabung garantieren ein Wohlfühlerlebnis<br />

mit Chic.<br />

***<br />

Besondere Services<br />

Als tägliches Erfolgserlebnis<br />

empfindet Rafaela Welner<br />

es, Menschen zu verändern<br />

und ihnen dadurch ein Lächeln<br />

ins Gesicht zu zaubern.<br />

Bei typgerechter Beratung<br />

werden Schnitt und Farbe individuell<br />

abgestimmt.<br />

Auf Interkulturalität wird<br />

besonderer Wert gelegt, was sich in der<br />

Mehrsprachigkeit des Teams ausdrückt:<br />

Deutsch, Englisch, Französisch, Rumänisch,<br />

Türkisch, Albanisch, Serbisch und Kroatisch<br />

stellen keine Sprachbarrieren dar.<br />

Ein besonderer Pluspunkt ist der unkomplizierte<br />

Ablauf: Eine Terminvereinbarung<br />

ist im Salon Welner im Damenbereich<br />

nicht erforderlich. Das Team arbeitet<br />

flexibel den ganzen Tag und freut sich, seine<br />

Kunden verschönern zu dürfen. Als zusätzliches<br />

Angebot wurde außerdem eine eigene<br />

Produktlinie für Pflege und Styling geschaffen.<br />

Gönnen Sie sich also einen Friseurbesuch<br />

in der Döblinger Hauptstraße!<br />

KONTAKT<br />

Fortschritt ist für Rafaela<br />

Welner ein Eckpfeiler ihrer<br />

Philosophie: Ständig<br />

bemüht, neue Trends zu kreieren,<br />

will sie sowohl national<br />

als auch international wettbewerbsfähig<br />

bleiben. Es überrascht<br />

daher wenig, dass der<br />

Salon mehrfach Preise gewonnen<br />

hat. Neben Europameisterin<br />

ist Rafaela Welner auch<br />

siebenfache Grand-Prix-Siegerin.<br />

Aber nicht nur auf Preise darf die Unternehmerin<br />

stolz sein, auch bei diversen Bühnenshows<br />

unter anderem in Rio de Janeiro,<br />

Buenos Aires oder Moskau stellte sie ihr<br />

Können unter Beweis. Welners Erfolgsrezept,<br />

das sie gern an junge Kollegen weitergibt,<br />

ist beständige, harte Arbeit. Sie selbst<br />

steht täglich zehn Stunden im Salon und<br />

nützt das Wochenende, um Vorbereitungen<br />

für Fotoshootings und Shows zu treffen.<br />

RAFAELA WELNER<br />

Döblinger Hauptstraße 4, A-1190 Wien<br />

www.welner.at<br />

Telefon Damen: +43-(0)1-369 53 00<br />

Telefon Herren & Kinder: +43-(0)1-369 53 01<br />

Öffnungszeiten:<br />

Dienstag bis Freitag<br />

8:30 – 18:00 Uhr<br />

Samstag<br />

8:00 – 14:30 Uhr<br />

Keine Terminvereinbarung erforderlich.<br />

Sie sind jederzeit willkommen!<br />

84 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Beste Vorsorge und neueste Technik in der Dentalklinik Sievering<br />

Gesunde Zähne mit „Smile“<br />

LIFE UND STYLE<br />

GESUNDHEIT<br />

Die seit 1994 bestehende Dentalklinik Sievering ist eine der führenden Institutionen für<br />

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Österreichs.<br />

Unter der Leitung von Prim. Dr. Ernst<br />

Weinmann behandelt ein 20-köpfiges<br />

Spezialisten-Team seine Kunden<br />

mittels modernster Methoden der Zahnmedizin<br />

und zeitgemäßen Ansätzen einer<br />

schonenden Zahnkosmetik. Patienten aller<br />

Generationen und Nationalitäten vertrauen<br />

hier den Experten für ein strahlendes und<br />

gesundes Lächeln.<br />

***<br />

Höchste Qualitätsstandards<br />

Die seit 1994 erfolgreich bestehende<br />

Privatklinik betreut heute rund 10.000 Patienten<br />

und ist eine der drei einzigen privaten<br />

Zahn-Ordinationen in Wien, die im<br />

Gegensatz zu herkömmlichen Ordinationen<br />

erhöhte Auflagen hinsichtlich des<br />

Qualitäts-Managements erfüllt. Serviceorientierung<br />

und Kundenzufriedenheit<br />

sind die Leitgedanken des Mitarbeiter-<br />

Teams, das den Patienten täglich zwischen<br />

8:30 Uhr und 19:30 Uhr zur Verfügung<br />

steht. Die professionelle Organisation und<br />

exaktes Zeitmanagement gewährleisten<br />

zudem äußerst geringe Wartezeiten unter<br />

zwanzig Minuten. Das breite Behandlungsspektrum<br />

der Klinik umfasst dabei ästhetische<br />

Zahnheilkunde, Implantologie, Laserbehandlungen,<br />

Parodontologie und<br />

Prophylaxe. „Unsere hausinterne Ausbildungsstätte<br />

und mehrfach ausgezeichnete<br />

Mitarbeiter garantieren, dass jeder Behandlungsschritt<br />

auf höchstem Niveau ausgeführt<br />

wird – das ist für uns selbstverständlich!“,<br />

so Dr. Weinmann im<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Interview.<br />

***<br />

Internationale Ausrichtung und individuelle<br />

Betreuung<br />

Das kompetente Team der Klinik im 19.<br />

Bezirk deckt nicht nur alle Bereiche moderner<br />

Zahnmedizin ab, mittlerweile setzen<br />

auch viele bekannte nationale und<br />

internationale Persönlichkeiten aus Wirtschaft,<br />

Kultur und Diplomatie ihr Vertrauen<br />

in die erfolgreiche Privatklinik. Die Klinik<br />

konzentriert sich bei der Beratung<br />

jeweils auf die individuellen Bedürfnisse<br />

ihrer Patienten und bietet internationalen<br />

Kunden auch einen weiteren Service der<br />

mehrsprachigen Betreuung an. Englisch,<br />

Französisch, Arabisch, Russisch, Spanisch<br />

Das Team der Dentalklinik<br />

oder Kroatisch ist für die speziell geschulten<br />

Mitarbeiter kein Problem. Neben dem<br />

Fokus auf Beratung und Fachkenntnis stehen<br />

somit auch die individuellen Bedürfnisse<br />

eines jeden Patienten im Vordergrund,<br />

denn die Dentalklinik Sievering<br />

legt besonderes Augenmerk auf kundenspezifische<br />

und einfühlsame Betreuung.<br />

***<br />

Gepflegte Zähne um nur 1 Euro pro Tag<br />

Strahlend weiße, gesunde Zähne sind<br />

wahrscheinlich der mit Abstand schönste<br />

Schmuck – nicht nur privat, sondern auch<br />

beruflich. Der Grundgedanke des „Smile“-<br />

Programmes ist, durch regelmäßige Kontroll-<br />

und Vorsorgeuntersuchungen sowie<br />

professionelle Pflege unangenehme Überraschungen<br />

erst gar nicht aufkommen zu<br />

lassen. „Smile“ ist das private Vorsorgeprogramm<br />

der Dentalklinik Sievering für<br />

gesunde und schöne Zähne. Als „Smile“-<br />

Member bezahlen Kunden einen Jahresbeitrag<br />

von umgerechnet nur einen Euro<br />

pro Tag. Damit haben sie Anspruch auf<br />

fünfzig Prozent Preisreduktion bei Zahnbehandlungen<br />

sowie viele Inklusiv-Leistungen.<br />

„Ein schönes Gebiss hat seinen Preis<br />

und aufwändige Zahnbehandlungen werden<br />

oft auf die lange Bank geschoben – oft<br />

aber so lange, bis kostspielige Eingriffe<br />

notwendig werden. Deshalb möchten wir<br />

unseren Kunden mit dem Smile-Programm<br />

Privatbehandlung zum halben Preis bieten!“,<br />

erklärt Dr. Weinmann.<br />

DENTALKLINIK SIEVERING<br />

Sieveringerstraße 17<br />

1190 Wien<br />

Tel. +43-(0)-320 97 97<br />

www.dentalklinik.at<br />

dk h gsjdkhjsgdhjgkjhkgsd<br />

kgd shjksgd hjkgjhkgjk<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 85


LIFE UND STYLE<br />

KULINARIK<br />

Der Original Wiener Punschkrapfen<br />

Rosa, süß und traditionell<br />

aus Wien<br />

Sie sind handgemacht, schmecken köstlich und werden im<br />

Holzkistchen direkt versendet: Die Original Wiener Punschkrapfen<br />

genießen mittlerweile Kultstatus.<br />

Wien, die süße Welthauptstadt der<br />

Torten, Kuchen und Mehlspeisen verwöhnt<br />

seit Jahrhunderten alle Genießer<br />

mit Köstlichkeiten seiner Konditorkunst.<br />

Sachertorte, Apfelstrudel und<br />

Gugelhupf sind in aller Munde. Doch es<br />

gibt noch einen sündig süßen Geheimtipp<br />

dieser Backtradition: den Original Wiener<br />

Punschkrapfen. Wer ihn einmal gekostet<br />

hat, verliebt sich sofort in diese leckere Spezialität<br />

aus lockerem Teig, köstlicher Marmelade,<br />

einem Hauch Rum und Cointreau<br />

und der dünnen rosa Punschglasur.<br />

***<br />

Von der Tradition zum Kult<br />

Der Original Wiener Punschkrapfen ist<br />

heute auf dem besten Weg zu einem Wiener<br />

Erfolgsprodukt zu werden. Hinter ihm<br />

und seinem gut gehüteten Geheimrezept<br />

steht die Geschäftsfrau und Netzwerkerin<br />

Brigitte Bergbauer-Sauer. „Als Punschkrapfen-Fan<br />

habe ich mich gefragt, warum es<br />

diese typische Wiener Mehlspeise nicht<br />

online zu bestellen gibt“, so die 49-Jährige.<br />

Einmal diese Marktlücke entdeckt, wurden<br />

von einer Konditormeisterin Rezepte entwickelt,<br />

Geschmacksvarianten von einem<br />

Marktforschungsinstitut getestet, der „Original<br />

Wiener Punschkrapfen“ als Patent geschützt<br />

und die sehr hübsche Homepage<br />

www.wienerpunschkrapfen.com entwickelt.<br />

Unzählige Fans vom besten Koch<br />

Deutschlands bis zu den BesucherInnen<br />

der Pink Ribbon Gala in Wien verleihen<br />

diesem typischen Wiener Traditionsprodukt<br />

schon heute Kultstatus.<br />

***<br />

Stück für Stück von Hand gemacht<br />

Warum gerade vor Weihnachten oder Fasching<br />

der Original Wiener Punschkrapfen<br />

in aller Munde ist, liegt für seine Erfinderin<br />

Brigitte Bergbauer-Sauer auf der Hand: „Jeder<br />

unserer 4x4x4 cm großen Original Wiener<br />

Punschkrapfen mit dem typischen Schoko-WP<br />

auf der Oberfläche ist ein<br />

Dessert-Kunsthandwerk, das mit viel Liebe<br />

von Hand gemacht wird, aus ausschließlich<br />

natürlichen Zutaten, ohne Konservierungsmittel<br />

und künstliche Farbstoffe. Und deshalb“,<br />

so die sympathische Geschäftsfrau,<br />

„schmecken sie auch so gut!“<br />

***<br />

Vier, sechs oder darf's ein bisschen<br />

mehr sein?<br />

Gemeinsam mit dem attraktiven Holzkistchen,<br />

das von einer Salzburger Tischlerei<br />

stammt, ist dieser süße Botschafter<br />

Wiens ein einzigartiges Geschenk, das im<br />

Online-Versand innerhalb weniger Tage direkt<br />

ins Haus geliefert wird. Wobei die Original<br />

Wiener Punschkrapfen im 4er oder<br />

6er Kistchen bestellt werden können, mit<br />

oder ohne Alkohol. Übrigens: für Firmenfeiern<br />

und Events gibt es die Punschkrapfen<br />

auch in größeren Mengen ohne Kistchen.<br />

KONTAKT<br />

Brigitte Bergbauer-Sauer<br />

ORIGINAL WIENER PUNSCHKRAPFEN<br />

Hofzeile 3, A-1190 Wien<br />

Tel: +43-(0)1-274 00 32<br />

Fax: +43-(0)1-274 00 32 15<br />

Mobil: +43-(0)676-55 666 77<br />

E-mail: original@wienerpunschkrapfen.com<br />

www.wienerpunschkrapfen.com<br />

www.wienerpunschkrapfen.com<br />

86 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Piaristenkeller<br />

Historisches K.u.K. Restaurant mit Kaiser Franz Joseph Hut und Wein Museum<br />

© Kunstsammlung Kaiser Franz Joseph Privatstiftung/© Copyright by Art collection Emperor Franz Joseph Private Foundation<br />

Das K.u.K. Restaurant des Piaristenkellers bietet bei Kerzenlichtatmosphäre und Zithermusik neben saisonalen<br />

Gerichten der Wiener Küche der Donaumonarchiezeit auch historische Spezialitäten der Kaiserlichen Hofküche.<br />

Als krönenden Höhepunkt des Abends haben Gastgeber die Möglichkeit -vor oder nach dem Dessert - ihre Gäste<br />

auf ein Gläschen im 300 jährigen Weinkeller einzuladen und eine unterhaltsame Führung in das Kaiser Franz<br />

Joseph Hutmuseum zu buchen.(Konzerte und Führung in die Basilika des Klosters auf Anfrage. Tel: 406 01 93).<br />

300 years old historic restaurant located in the most beautiful cloister cellar in Vienna.... even mozart dined here.<br />

Whether the occasion is a good meal in the Music Area or large parties up to 300 guests in the vast vault - the charm<br />

of this monastery cellar largely lies in its enduring romanticism, of the type that can only grow over the centuries.<br />

Hat Museum<br />

Wine Museum<br />

K.u.K<br />

.<br />

Ha tmus eum<br />

K.u.K<br />

. Win emu seum<br />

The attraction of the restaurant is a visit to the two Imperial museums the „Imperial and Royal Wine Treasure Vault“<br />

and the „Emperor Franz Joseph Hat Museum“ located in the impresive 300 years old wine cellar of the Restaurant<br />

for wine tastings and photoshootings. During the guided tour of the Hat and Wine museums visitors can also try on<br />

the treasures from the hat collection and even taste wine or a glass of sparkling - a treat for the palate, heart and soul!<br />

Charming atmosphere with hand-kissing and Viennese tales, in a "clubbing” of a bygone era – a chivalrous Cercle<br />

like in the good old days of Vienna – then as now an ideal opportunity for the germination of new ideas and contacts.<br />

www.piaristenkeller.com Tel.: +43/1/406 01 93 A-1080 Vienna, Piaristengasse 45


LIFE UND STYLE<br />

EVENTS<br />

Eine Woche lang, vom 15. bis 23. Oktober,<br />

konnten sich die Römer von der<br />

„cucina austriaca“, also der österreichischen<br />

Küche, im Hotel St. Regis an der<br />

nahe liegenden Piazza Repubblica im Zentrum<br />

der ewigen Stadt überzeugen. Die<br />

Veranstaltung, organisiert in Kooperation<br />

mit den Wiener Hotels Imperial und Bristol<br />

war ein Riesenerfolg.<br />

***<br />

Fabelhaftes Buffet aus Österreichs Küche<br />

Zur Eröffnungsfeier am 15. Oktober lud<br />

Österreichs Botschafter in Rom und Initiator<br />

der „Österreichischen Gastronomischen<br />

Woche“, Christian Berlakovits, allerlei<br />

Prominenz aus Politik, Wirtschaft und<br />

Kultur. Bei gediegenem Ambiente präsentierte<br />

das römische Nobelhotel ein ausgedehntes<br />

Buffet mit österreichischen Delikatessen<br />

und edlen Tropfen vom Weingut<br />

Kirnbauer aus dem Burgenland.<br />

Unter der Küchenführung von Marion<br />

Weichselbaum und Wolfgang Pohancenik<br />

vom Hotel Bristol wurde raffinierte Wiener<br />

Haute Cuisine serviert. Dabei kam der<br />

Feinspitz-Genießer ebenso zum Zuge, wie<br />

der klassische Liebhaber des Wiener<br />

Österreichische Gastronomische Woche in Rom<br />

Cucina Austriaca!<br />

Wiener Walzer, Österreichische Küche und Kultur in Rom:<br />

Genau fünfzig Jahre hat es gedauert, bis nach Federico Fellinis<br />

weltberühmtem Schwarzweißfilm „La Dolce Vita“ das<br />

süße Leben in Form von Österreichs feinster und edelster<br />

Küche nach Rom zurückkehrte.<br />

Schnitzels. Neidlos anerkennen musste der<br />

Römer auch, dass Österreichs Patisserie,<br />

angefangen vom kleinen verführerischen<br />

Sorbet bis zur kaiserlichen „Imperial“ Torte,<br />

mit der italienischen Süßspeisenkunst<br />

durchaus mithalten kann.<br />

***<br />

Wien-Ball<br />

Am folgenden Tag fand dann der Wien-<br />

Ball im historischen Palazzo Venezia, der<br />

früheren Österreichischen Botschaft beim<br />

Hl. Stuhl, statt. Die Veranstaltung unter<br />

der Patronanz der Stadt Wien, der Österreichischen<br />

Botschaft und der Stadt Rom begeisterte<br />

die italienischen und österreichischen<br />

Gäste, darunter viele Prominente<br />

aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Unter<br />

den illustren Gästen konnte Botschafter<br />

Berlakovits auch den Enkel des letzten italienischen<br />

Königs Umberto II., Prinz Emanuel<br />

Philibert von Savoyen, begrüßen. Die<br />

Einnahmen kamen einem Wohltätigkeitsprojekt<br />

sowie einem Restaurierungsprojekt<br />

im Palazzo Venezia zugute.<br />

FOTOS: SCAGNOLI<br />

88 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


LIFE UND STYLE<br />

STYLING<br />

FOTOS: PIXELIO.DE, GILBERT BRANDL<br />

Dresscode für festliche Anlässe<br />

It’s Party Time<br />

In der kalten Jahreszeit gibt es jede Menge festlicher Anlässe:<br />

stilvolle Feiern, geselliges Punsch-Trinken, Cocktails und Partys,<br />

Bälle und vieles mehr. Mehr als genug Gelegenheiten, um<br />

sich „in Schale“ zu werfen. Von INGRID CHLADEK<br />

Doch was zieht man nun bei Feiern an?<br />

Wie wirkt man elegant und stilvoll?<br />

Wie vermeidet man, „overdressed“ zu<br />

erscheinen? Auf manchen Einladungen<br />

findet sich ein Kleidungsvermerk, der einen<br />

Hinweis auf den Dresscode des Abends<br />

gibt. Dieser ist unbedingt einzuhalten.<br />

Fehlt dieser Vermerk, so tut man gut daran,<br />

beim Gastgeber nachzufragen, um hier<br />

einen Fauxpas zu vermeiden. Als Faustregel<br />

gilt: Je offizieller der Termin, desto festlicher<br />

– und damit dunkler – sollte die Kleidung<br />

sein. Mit der Wahl der richtigen<br />

Kleidung zeigt man soziale Kompetenz<br />

und auch Respekt vor dem Anlass – und<br />

nicht zuletzt vor dem Gastgeber.<br />

***<br />

Dunkler Anzug<br />

Enthält eine Einladung den Vermerk<br />

„Dunkler Anzug“, handelt es sich um eine<br />

Veranstaltung mit feierlichem Charakter.<br />

Hier gilt: Weniger ist mehr! Elegante, nicht<br />

zu auffällige Garderobe wie „das kleine<br />

Schwarze“, ein festlicher Hosenanzug oder<br />

ein schickes Kostüm in dunklen Farben wie<br />

TIPPS<br />

• Je offizieller der Anlass, desto kleiner sollte Ihre Tasche<br />

sein!<br />

• Greifen Sie zu klassischen Stücken und edlen Materialien!<br />

• Je dunkler die Farbe der Kleidung, desto festlicher<br />

und stilvoller wirken Sie!<br />

• Tragen Sie zeitlosen, echten Schmuck – damit unterstreichen<br />

Sie Ihre Persönlichkeit!<br />

• Verzichten Sie auf Glitzereffekte im Gesicht, Goldpuder<br />

etc. beim Make-up und auf Accessoires wie Engelsflügel<br />

usw.<br />

• Überlegen Sie bei der Wahl Ihrer Kleidung, wie Sie<br />

wahrgenommen werden wollen – ein Foto ist schnell<br />

geschossen und landet schnell im Internet.<br />

Weinrot, Dunkelgrün, Dunkelviolett, Anthrazit<br />

oder Schwarz sind die optimale<br />

Wahl. Hochhackige Schuhe, glänzende<br />

Strümpfe und edler Schmuck komplettieren<br />

das Outfit. Herren greifen zum dunklen Anzug,<br />

weißen Hemd und natürlich schwarzen<br />

Schuhen. Eine Krawatte ist dabei ein Muss!<br />

***<br />

Festliche Abendgarderobe für<br />

das Bankett<br />

Enthält die Einladung zu einer offiziellen<br />

Feier, einem Festbankett oder einem<br />

Abendempfang für die Herren den Hinweis<br />

„Black Tie/Cravate Noir/Smoking“, so gibt<br />

das bereits die Kleidung für die Herren der<br />

Schöpfung vor. Damen sollten ein festliches<br />

Abendkleid oder einen edlen Hosenanzug<br />

wählen. Hier ist ein wenig Opulenz<br />

durchaus erlaubt. Greifen Sie ruhig zu auffallenden,<br />

glänzenden Materialien wie Seide<br />

und zeigen Sie Schultern und Dekolletee!<br />

Bei diesen Anlässen können Sie auch offene<br />

Schuhe ohne Strümpfe tragen. Ein Abend-<br />

Make-up, jedoch ohne allzu viel Glitzer-Effekte<br />

im Gesicht, erhöht Ihre Wirkung.<br />

***<br />

Ihr Auftritt bitte!<br />

Sind Sie zu einem Staatsempfang, einem<br />

Ball oder einer anderen hochoffiziellen<br />

Veranstaltung geladen, die möglicherweise<br />

den Hinweis „White Tie/Cravate<br />

Blanche/Frack/Cut/Abendkleid“ enthält,<br />

heißt es eine „große, lange Abendrobe aus<br />

edlen Materialen mit etwas Glanz und<br />

Glitter sowie echten Schmuck“ anzulegen.<br />

Hier sind auch kräftigere Farben erlaubt,<br />

jedoch sollte auf „auffällige Muster“ verzichtet<br />

werden. Farben, die zu Ihrem Typ<br />

passen, erhöhen Ihre Wirkung!<br />

Da die Abendrobe bei diesen Anlässen<br />

schulterfrei sein sollte, kann eine Stola, ein<br />

Tuch oder eine Jacke darüber getragen<br />

werden. Absolutes Muss für diese Anlässe<br />

sind hohe Schuhe und kleine Abendhandtaschen.<br />

Achten Sie bei der Wahl aller Kleidungsstücke<br />

für besondere Anlässe darauf,<br />

dass Sie sich darin wohl fühlen. Das ist der<br />

Garant dafür, dass sie sicher und überlegen<br />

auftreten!<br />

Herren greifen hier zu Frack und Mascherl.<br />

Das ist auch eine gute Gelegenheit,<br />

um Lackschuhe zu tragen.<br />

Findet das gesellschaftliche Ereignis im<br />

Freien statt, so sollte die Kleidung funktionell<br />

und den Temperaturen angepasst sein.<br />

Was nützt das schönste Haute Couture<br />

Outfit, wenn man danach tagelang das<br />

Bett hüten muss…<br />

KONTAKT<br />

Mag. Ingrid Chladek<br />

Dressforsuccess<br />

Heiligenstädterstraße 115/1<br />

A-1190 Wien<br />

Tel. +43(0)664-122 70 46<br />

ingrid.chladek@dressforsuccess.at<br />

www.dressforsuccess.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 89


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Tarra Colle steht für einzigartiges Design<br />

Mode ist<br />

Individualität<br />

Der Wunsch nach Unikaten abseits der modischen Massenware<br />

wächst immer mehr. Die Designerin Tatjana Petrovic<br />

spricht in einem inspirierenden Interview mit <strong>SOCIETY</strong> über<br />

Passion, Persönlichkeit und Psychotherapie.<br />

Mode ist ein sehr persönliches Statement.<br />

Welche Zeichen wollen Sie mit Ihrer<br />

Marke setzen?<br />

Für mich spielt die Individualität eine<br />

große und zentrale Rolle. Jeder Mensch ist<br />

anders und hat andere Ansprüche. Für<br />

mich ist es sehr inspirierend, Mode an die<br />

Menschen anzupassen und nicht umgekehrt.<br />

Ich arbeite gerne mit und für Menschen,<br />

die ihre Besonderheit und Individualität<br />

zu schätzen wissen und nicht<br />

unbedingt Trends blind verfolgen.<br />

Sie werben mit dem Slogan „hand made“.<br />

Welche Bedeutung hat dies für Ihre<br />

Produktion?<br />

Wenn man so arbeitet wie ich, ist es<br />

die einzige Option. Jeder Kunde ist individuell<br />

und braucht eine andere Farbe,<br />

Form und Stoff. Dies kann ich in der<br />

Handarbeit perfekt umsetzen, um den<br />

Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden.<br />

Neben der Psychotherapie widmen Sie<br />

sich Ihrer Mode-Passion. Wie kam es zu dieser<br />

Kombination?<br />

Menschen haben mich immer fasziniert.<br />

Ihr Inneres und auch ihr Äußeres.<br />

Schon Shakespeare sagte in „Romeo und<br />

Julia“, dass es erfreulich ist, wenn in einem<br />

schönen Äußeren ein schönes Inneres zu<br />

90 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


finden ist. Das Wechselspiel dieser beiden<br />

Komponenten hat mich schon immer<br />

interessiert. Ich habe die Menschen in meiner<br />

Praxis beobachtet und stellte fest, dass<br />

sich innere Veränderungen auch immer in<br />

Äußerlichkeiten manifestieren. Mit mehr<br />

Selbstsicherheit und Zufriedenheit veränderte<br />

sich auch etwas in ihrem Auftreten.<br />

Jeder Mensch kommuniziert nonverbal alleine<br />

durch sein Erscheinungsbild.<br />

Wie sehr beeinflussen sich diese beiden<br />

Komponenten?<br />

Durch meine Coaching-Tätigkeit öffneten<br />

sich plötzlich viele neue Dimensionen<br />

wie Dresscodes und branchenspezifische<br />

Erwartungen. Für mich ist Mode immer<br />

Teil der Persönlichkeit. Wenn man einen<br />

Teil verändert, ändert sich das Andere<br />

automatisch mit. Hier eine perfekte Balance<br />

zu finden zwischen dem Inneren und<br />

Äußeren ist sehr wichtig.<br />

Wir würden Sie Ihre Kreationen beschreiben?<br />

Meine Kreationen sind so vielfältig wie<br />

die Menschen, die sie tragen. Manchmal<br />

sind sie klassisch, konventionell aber doch<br />

sehr individuell. Die Details der Stoffkombinationen,<br />

Farbe oder Form verleihen das gewisse<br />

Etwas. Wie oft haben Sie zwei Menschen<br />

gesehen, die völlig ident sind – die<br />

gleich aussehen, gleich denken und gleich<br />

fühlen? Nie! Ich mache Modelle für Menschen,<br />

die genau das betonen wollen, was<br />

sie selbst verkörpern. Ich finde es sehr bedauernswert,<br />

dass man versucht, unbedingt<br />

so zu sein wie ein anderer, weil das gerade<br />

modern oder angesagt ist. Wenn man das<br />

tut, dann kann man nicht frei sein und sich<br />

frei fühlen. Man versucht immer wieder, ein<br />

Anderer zu sein und verleugnet sich selbst<br />

dadurch.<br />

Gibt es typische Elemente, Formen und<br />

Farben, die Sie immer wieder aufgreifen?<br />

Ich habe keine typischen Elemente, da<br />

ich als Designerin keinen bestimmten Stil<br />

verfolge. Ich bin eine Chamäleon und eine<br />

Designerin, die sich immer wieder neu definiert,<br />

und zwar mit jedem neuen Kunden.<br />

Meine Inspirationen sind immer die<br />

Menschen selbst. Ich lerne sie kennen, ich<br />

beobachte sie und dann kommen Modelle,<br />

Farben, Formen von selbst ins Spiel.<br />

Welche Ziele steckt man sich als Designerin?<br />

Als ein komplexer Mensch – Psychotherapeutin,<br />

Coach und Designerin – ist es<br />

mein Ziel, für meine Kunden da zu sein,<br />

wenn sie sich etwas Einzigartiges wünschen.<br />

Ich will jedem helfen, das besondere,<br />

das in einem steckt, zum Vorschein zu<br />

bringen. Ein Ziel als Designerin wäre es, eine<br />

Modenschau zu realisieren. Aber nicht<br />

mit Models, sondern mit meinen Kunden,<br />

die so unterschiedlich sind, wie man es<br />

nur sein kann. Dünn und mollig, groß und<br />

klein, sportlich und elegant, extravagant<br />

und klassisch. Eine bunte, wunderbare<br />

Vielfalt, wie das Leben selbst.<br />

Tatjana Petrovic<br />

CURRICULUM VITAE<br />

Tatjana Petrovic ist am 27. März 1963 in Jugoslawien<br />

(heute Bosnien und Herzegowina) geboren. Sie war als<br />

beste Schülerin ihrer Schule von der Matura befreit. Sie<br />

studierte Jus, Physische Chemie und Psychologie. 1992 ist<br />

sie als Kriegsflüchtling (sie ist orthodox, ihr Mann römischkatholisch)<br />

nach Österreich gekommen. Heute arbeitet sie<br />

als Coach, Psychotherapeutin und Designerin in Graz,<br />

Wien und am Waldschacher See.<br />

KONTAKT<br />

Schwerpunkte von Tatjana Petrovic<br />

Coaching:<br />

Selbstsicherheitstraining, Kommunikation, Präsentation<br />

Psychotherapie:<br />

Selbstwert, Sucht, Persönlichkeitsentwicklung, Beziehungsproblematik<br />

Design:<br />

Typ- und situationsgerechtes Styling<br />

www.kreativ-hypno-coach.com<br />

www.psycho-vital.com<br />

www.tarracolle.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 91


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Exklusive Kollektion<br />

Qualität und Design „hand made“<br />

Tarra Colle vereint hohe Qualität der Materialien, ausgezeichnete Handwerkskunst<br />

und außergewöhnliches Design zu einzigartigen Modeprodukten, die aus der Masse<br />

der Stangenware herausstechen.<br />

92 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Tarra Colle ist individuelle<br />

Mode, die sich vom Träger<br />

inspirieren lässt.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 93


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Tarra Colle verwendet<br />

nur die beste Qualität<br />

der Materialien, um<br />

ein einzigartiges<br />

Produkt zu erzeugen.<br />

94 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


Tarra Colle ist<br />

klassisch, konventionell<br />

und individuell<br />

zugleich.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 95


LIFE UND STYLE<br />

DESIGN<br />

Der kreative PRINZ<br />

Lederdesign vom<br />

Feinsten<br />

Der 1958 im Waldviertler Jaidhof geborene Lederkünstler<br />

Paul Prinz konnte in seiner bisherigen Karriere schon erstaunliche<br />

Höhenflüge – aber auch dramatische Abstürze –<br />

verzeichnen. Von GERHARD GUTRUF<br />

Nach seiner Ausbildung zum Kürschner<br />

und einigen Gesellenjahren in Wien<br />

geht Paul Prinz für zwei Jahre nach Luzern.<br />

Zurückgekehrt, legt er 1985 die Meisterprüfung<br />

ab und betreibt bald danach<br />

eine eigene Werkstatt. Seine bunten, avantgardistischen<br />

Kreationen fallen schnell<br />

auf: erste Präsentationen folgen, führende<br />

Pelzhäuser bestellen Modelle. 1989 zeigt er<br />

eine Kollektion, die ausschließlich aus Leder<br />

gefertigt ist, das pop-artig und intarsienähnlich<br />

verarbeitet wird. Diese Linie<br />

wird ebenso wie die hervorragende handwerkliche<br />

Qualität zu seinem Markenzeichen<br />

und ein enormer Erfolg.<br />

***<br />

Zwischen New York und<br />

einem Bauernhof<br />

Der damalige Amerikakorrespondent<br />

des Style-Magazins, Helmut Koller, lädt<br />

ihn zu einem Fotoshooting nach New York<br />

ein; die Reportage wird in einem Zehn-Seiten-Bericht<br />

des Style-Magazins veröffentlicht.<br />

Auf Anregung von Bundesinnungsmeister<br />

Hans Parzer wird eine Modeschau<br />

im Hotel Intercontinental in Wien organisiert.<br />

Weitere USA-Reisen und Präsentationen<br />

folgen. Neue, leichtere Modelle mit voluminösen<br />

Mantel-Saum-Weiten bis zu<br />

fünf Meter erregen die Kauflust namhafter<br />

Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik,<br />

Sport und Kunst.<br />

Paul Prinz eröffnet 1991 ein Geschäft<br />

im Hotel Marriot, Wien, gleichzeitig<br />

schließt er einen Exklusiv-Vertrag mit einer<br />

in New York ansässigen Modeagentur<br />

ab. Der Triumph wird zum Desaster: die<br />

Wirtschaftskrise in den USA treibt viele<br />

amerikanische Unternehmer in den Ruin.<br />

Auch seinen Agenten. Prinz betraut daraufhin<br />

einen Wiener Manager mit seinen Geschäftsagenden<br />

– mit fatalen Folgen. Der<br />

bis dato so erfolgreiche Designer verliert alles,<br />

wird delogiert und verlässt für einige<br />

Jahre Österreich. Aber er gibt nicht auf: ab<br />

1996 produziert er auf einem Bauernhof<br />

im Waldviertel wieder neue Modelle. Er<br />

versucht, in Kooperation mit dem Leinenhersteller<br />

Natura Linea heimische, natürliche<br />

Produkte herzustellen. Es entsteht eine<br />

Kollektion aus Leinen kombiniert mit vegetativ<br />

gegerbtem Leder; sie wird auf der<br />

Messe in Düsseldorf vorgestellt.<br />

Nebenbei arbeitet er an Leder-Bildern<br />

und an einer weiteren Kollektion, die in<br />

Zusammenarbeit mit der Stadt Wien im<br />

Österreichischen Generalkonsulat in Los<br />

Angeles im Rahmen einer Modeschau präsentiert<br />

wird. Die Laudatio hält Ruth<br />

McCartney, den rockigen Sound liefert<br />

Supermax. Paul Prinz wird eingeladen, die<br />

Ausstattung des Box-Weltmeisters George<br />

Foreman zu gestalten.<br />

***<br />

Zurück an die Spitze<br />

Ein finanziell wenig erfolgreiches<br />

Zwischenspiel mit einem Atelier in Krems<br />

veranlasst ihn 2008 nach Berlin zu übersiedeln.<br />

Aber auch die Kooperation mit dem<br />

bekannten deutschen Leder-Ausstatter Daniel<br />

Rodan entwickelt sich nicht optimal;<br />

er ist enttäuscht, fühlt sich ausgenützt<br />

und betrogen. <strong>2010</strong> kehrt er nach Wien zurück;<br />

unbeirrt von den letzten Tiefschlägen<br />

kreiert er eine neue Linie. Seine Modelle<br />

gestaltet er jetzt direkt an der<br />

Schneiderpuppe, seine Experimentierfreude<br />

kennt kaum Grenzen. Mit seinen Arbeiten<br />

– vor allem mit seiner neuen Kollektion<br />

– meldet sich Paul Prinz<br />

unübersehbar zurück an die Spitze der aktuellen<br />

internationalen Qualitäts-Modetrends.<br />

www.paulprinzleder.at<br />

96 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


LEINER<br />

MOMENTE<br />

ZUM WOHLFÜHLEN.<br />

Die Leiner Wohn-<br />

Stylistin ist Ihr persönlicher<br />

Ansprechpartner und findet<br />

gemeinsam mit Ihnen auch<br />

Ihren persönlichen Wohntraum.<br />

Einfach anmelden unter<br />

0810/200 310 oder auf<br />

www.leiner.at/<br />

wohnstylistin.


LIFE UND STYLE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER GESELLSCHAFT Oktober bis Dezember <strong>2010</strong><br />

Senator Walter Gerbautz, Susanne Reichard,<br />

Christian Koidl, Pfarrer Walter Pfeifer, S.E. Eugenio<br />

Maria Curia und Botschaftsangehörige<br />

ÖAG: BAUMPFLANZUNG<br />

Im Rahmen der 200-Jahresfeiern<br />

der Gründung der Republik<br />

Argentinien hat die Österreich-Argentinische<br />

Gesellschaft<br />

ÖAG das Projekt „Argentina-Straße<br />

<strong>2010</strong>“ initiiert, um<br />

der Argentinierstraße in Wien<br />

einen stärkeren Bezug zu dem<br />

südamerikanischen Land zu geben.<br />

Ein weiterer Baustein der<br />

Belebung der Straße durch argentinische<br />

Akzente war die<br />

Baumpflanzung und Baumsegnung<br />

Anfang Oktober. Mit dabei war die Bezirksvorsteherin von<br />

Wieden, Susanne Reichard, der Botschafter S.E. Eugenio Maria Curia,<br />

Christian Koidl und Walter Gerbautz, ÖGA, sowie Walter Pfeifer<br />

von der Pfarre St. Elisabeth.<br />

Preisträger Dr. Yaroslav Hrytsak<br />

IDM: ANTON-GINDELY-PREIS<br />

Das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) verleiht<br />

den diesjährigen Anton-Gindely-Preis für Geschichte und Kultur<br />

Mittel-, Südost- und Osteuropas, der vom Bundesministerium für<br />

Wissenschaft und Forschung mit 7.200 Euro dotiert ist, an den<br />

ukrainischen Historiker Prof. Dr. Yaroslav Hrytsak. Die Verleihung<br />

fand in der Akademie der Wissenschaften statt. Der Preisträger<br />

hielt einen Vortrag zum in der Ukraine heftig diskutierten Thema<br />

der Geschichtspolitik.<br />

FOTOS: IDM, BJOERN STEINMETZ, GERT STEINTHALER, DOS_LNS<br />

Karina Sarkissova<br />

Florian Stermann (ORFG), Ing. Mag. Stephan Kerstof<br />

(kleine herzen), Dr. Anna Galkina, Halyna Bernard<br />

(ORFG), DI Pascale Vayer (kleine herzen), Herbert Stepic<br />

ORFG: MUSIK DER HERZEN<br />

Die Österreichisch-Russische Freundschaftsgesellschaft (ORFG) und der Verein<br />

„kleine herzen“ luden zur Präsentation des Buches und der CD „Musik<br />

der Herzen“ zugunsten von Waisenkindern in Russland und der<br />

Ukraine. Im Laufe der Veranstaltung wurde ein Sonderexemplar des Buches<br />

„Musik der Herzen“ mit freundlicher Unterstützung des Dorotheums<br />

versteigert. Im Wiener Palais Kaiserhaus mit dabei waren der russische<br />

Botschafter Sergej Netschajew, BMEiA-Protokollchefin Melitta<br />

Schubert und Raiffeisenbank International Vorstandsvorsitzender Herbert<br />

Stepic. Anschließend begeisterten die Primaballerina Karina Sarkissova<br />

und die Violinistin Tomoko Mayeda mit einem kleinen Programm.<br />

DI Pascale Vayer, Halyna<br />

Bernard (ORFG), Dr. Anna<br />

Galkina (kleine herzen)<br />

98 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


HANOI:<br />

VIENNA CHARITY BALL<br />

Der von der österreichischen<br />

Botschaft in Hanoi veranstaltete<br />

Ball entpuppte sich nicht nur<br />

als glanzvolle Zelebration österreichisch-vietnamesischer<br />

Freundschaft, sondern zugleich<br />

als eindrucksvoller Beweis des<br />

kulturübergreifenden Miteinanders.<br />

Zudem bot sich für den<br />

austro-vietnamesischen Designer<br />

La Hong das erste Mal die<br />

Möglichkeit, seine Kreationen<br />

in seinem Heimatland zu präsentieren.<br />

Die Kleider wurden<br />

vor 500 Gästen von österreichischen<br />

und vietnamesischen<br />

Missen präsentiert. Der Erlös<br />

der Veranstaltung kam dem<br />

Projekt „Dorf der Freundschaft“,<br />

einem Projekt zur Hilfe<br />

für an Spätfolgen des Vietnamkriegs<br />

Leidende zugute.<br />

Ein glücklicher La Hong inmitten<br />

seiner Models<br />

Dr. Georg Heindl, Senator h.c. Prof. Walter Nettig,<br />

Marcela Cerno und Designer La Hong<br />

Baron Aliotti Visdomini, Maria<br />

d’Auria, S.E. Eugenio d‘Auria<br />

Maria Rosaria Vricella<br />

d’Auria, Mag. Patrizia Fusco<br />

BOTSCHAFT VON ITA-<br />

LIEN: NEUE VHERNIER<br />

JUWELEN-KOLLEKTION<br />

Die italienische Schmuckhersteller<br />

Vhernier präsentierte<br />

seine neueste Kollektion exklusiv<br />

in der italienischen Botschaft.<br />

Botschafter Eugenio<br />

d’Auria, Gattin Maria Rosaria<br />

Vricella d’Auria und Baron<br />

Emanuele Aliotti Visdomini, Vizepräsident von Vhernier, freuten<br />

sich über reges Publikumsinteresse in den ehrwürdigen Räumlichkeiten<br />

des Palais Metternich. Anschließend an die Präsentation wurde<br />

zum Buffet-Empfang gebeten.<br />

SALZBURG: LATE NIGHT SHOPPING<br />

Anfang November war es so<br />

weit: Das Fashion & Beauty Festival<br />

in Salzburg eröffnete.<br />

Zu diesem Anlass ließ sich<br />

das Designer Outlet in Salzburg<br />

etwas Besonderes einfallen<br />

und lud zum Late<br />

Night Shopping ein. Bis 23<br />

Uhr konnten renommierte<br />

Marken um bis zu achtzig<br />

Prozent billiger gekauft werden. Fashion-Show, Styling-Hotspots,<br />

Cosmopolitan-Covershooting für Besucher, Gewinnspiel und vieles<br />

mehr lockte zahlreiche Besucher an. Prominenz aus der Modewelt,<br />

wie etwa das männliche Starmodel Markus Schenkenberg oder Top-<br />

Model Iris Strubegger, konnte ebenfalls bewundert werden..<br />

Moderator Christian Clerici, T-Shirt Künstler Adam<br />

Saaks, Model Dji Dieng, Outlet Manager Mag. Thomas<br />

Andreas Reichenauer, Hopf StarmodelMarcus Schenkenberg, Botschafter mit<br />

Dr.<br />

(Central Topmodel Danube) Iris Strubegger, Starvisagist Boris Gattin Entrup<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 99


LIFE UND STYLE<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER GESELLSCHAFT Oktober bis Dezember <strong>2010</strong><br />

BERND PLANK: NACHT DER ENGEL<br />

Ein besonderer Programmpunkt für alle Fashion-<br />

Fans bei der „Nacht der Engel“ Ende November im<br />

Hotel Le Meridien war die Präsentation der Engel-<br />

Shirt Kollektion, entworfen und umgesetzt von<br />

dem Jungdesigner Bernd Plank. Weiß und Gold – die<br />

Farben der Engel – sind auch die Farben der Kollektion.<br />

Im Gegensatz zu Industrieware, die oft auf<br />

kleine Details verzichtet, bestechen Bernd Planks Designs<br />

mit extravaganten Schnitten und Formen.<br />

Geradlinig und doch himmlisch anders. Somit gibt<br />

es eine klare Message der Shirts: mit kleinen Effekten<br />

kann man viel erreichen – nicht nur in der Mode,<br />

sondern auch im Leben, wo man mit kleinen<br />

Spenden Menschen helfen kann. Der Reinerlös der<br />

Shirts kommt „Menschen für Menschen“ zugute.<br />

EBREICHSDORF: POLO-EM<br />

Über 5000 begeisterte Besucher<br />

wohnten der Polo-Europameisterschaft<br />

im Schlosspark<br />

Ebreichsdorf bei, bei der sich<br />

Frankreich vor Spanien den Titel<br />

sichern konnte. Zehn Nationen<br />

kämpften um den Sieg, unter anderen<br />

auch Österreich, das dank<br />

des Sieges gegen Ungarn an<br />

neunter Stelle landete.<br />

Unter den Preisträgern: Claudia Stöckl, Barbara Iris Tschulena und Sabine Turnwald<br />

„FLAIR DE PARFUM“: GALANACHT DER DÜFTE<br />

„Vulcano“ lautete das Credo der Galanacht der Düfte „Flair de Parfum“.<br />

Diesem Motto folgten zahlreiche illustre Gäste aus Wirtschaft,<br />

Kultur und Politik, die sich von einem deliziösen Dinner<br />

von Do&Co im Platinum Vienna verwöhnen ließen. Das duftige<br />

Unterhaltungsprogramm – Showband, Danceperformance, Duftcasino<br />

– war eine Hommage an die Sinnlichkeit der Düfte, umrahmt<br />

von namhaften Gästen wie Edith Leyrer, Dr. Andreas Salcher,<br />

Christa Mayrhofer-Dukor, Peter Machac, Monika Strauch, Karina<br />

Sarkissova-Rudroff, Tony Rei und Jazz Gitti.<br />

Die Sieger der Polo EM<br />

<strong>2010</strong>: Frankreich<br />

FOTOS: POLOEM.COM, WWW.DIE8.COM, WESCO TAUBERT<br />

100 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


KULTUR<br />

KULINARIK<br />

Verleihung des<br />

Goldenen Verdienstzeichens<br />

der Stadt Wien<br />

Dominique Meyer,<br />

Franz Welser-<br />

Möst, Aki Nuridini<br />

Auszeichnung der<br />

WKW für Verdienste<br />

um den<br />

Wiener Tourismus<br />

Aki Nuredini – Gastgeber der Opernstars<br />

Der Ort, an dem die<br />

Sonne aufgeht<br />

Die gemütliche Trattoria „Il Sole“ in einer schmalen Seitengasse<br />

in Wien erfreut sich großer Beliebtheit und auch Prominenz.<br />

Das liegt natürlich nicht nur an der Nähe zur<br />

Staatsoper sondern auch am guten Essen, nicht zuletzt aber<br />

am Gastgeber selbst.<br />

Dr. Albert Rohan<br />

Roberto Alagna, Anna Netrebko, Aki Nuredini<br />

BUCHPRÄSENTATION<br />

Ausgezeichnetes Wien<br />

in 50 Porträts<br />

Verfasser: Werner Urbanek<br />

Fotograf: Lukas Beck<br />

ISBN: 978-3-8000-7489-1<br />

Das „Il Sole“ ist ein absoluter Geheimtipp<br />

für Liebhaber der italienischen Küche.<br />

Mit einer sagenhaften Herzlichkeit und<br />

Gastfreundschaft wird man dort vom Wiener<br />

Gastronom Aki Nuredini empfangen.<br />

Besonders beliebt ist die Trattoria im Herzen<br />

Wiens bei den Prominenten. Es ist keine Seltenheit,<br />

dass Stars wie Anna Netrebko oder<br />

Placido Domingo im „Sole“ anzutreffen sind.<br />

„Auch ein Sänger und eine Sängerin;<br />

ein Direktor und ein Dirigent wollen einfach<br />

mal die Ruhe genießen und mit gutem<br />

Essen verwöhnt werden“, weiß der für<br />

seine Verdienste um den Wiener Tourismus<br />

und die Kultur in Wien ausgezeichnete<br />

Szenegastronom und Opernfreund.<br />

„Alle drei Wotane waren da in Wien. Die<br />

Staatsoper ist eigentlich der einzige Ort<br />

der Welt, wo das möglich ist. Und ‚Il Sole‘<br />

ist das einzige Restaurant, wo sie sich alle<br />

treffen.“, schwärmt Dominique Meyer, Direktor<br />

der Wiener Staatsoper in dem Buch<br />

„Ausgezeichnetes Wien in 50 Porträts“.<br />

Aki Nuredini war schon früh damit beschäftigt,<br />

ehrgeizig an seiner Karriere zu<br />

arbeiten und somit seinem Vater nachzueifern,<br />

der ebenfalls Gastronom war. Als elfjähriger<br />

Junge verkaufte Aki Nuredini Kastanien<br />

an einer Straßenecke in Belgrad.<br />

Da er aber kein Verkäufer sondern Unternehmer<br />

ist, hatte er im Jahr darauf bereits<br />

zwei Leute, die an anderen Straßenecken<br />

für ihn Kastanien verkauften. Mittlerweile<br />

betreibt Aki Nuredini das „Il Sole“, das sich<br />

immer größerer, weltweiter Beliebtheit erfreut,<br />

seit mehr als 25 Jahren.<br />

Preise und Auszeichnungen sind Ausdruck öffentlicher Anerkennung,<br />

gesellschaftlicher Wertschätzung und symbolischer<br />

Danksagung. Die Stadt Wien verleiht seit dem 19.<br />

Jahrhundert den Titel „Bürger und Ehrenbürger der Stadt<br />

Wien“ und seit 1967 Ehrenzeichen in verschiedenen Ausführungen.<br />

„Ausgezeichnetes Wien“ präsentiert fünfzig<br />

Persönlichkeiten, die in den vergangenen zehn Jahren eine<br />

Auszeichnung erhalten haben, darunter Christiane Hörbiger,<br />

Gert Voss, Michael Haneke, Ute Bock, Marianne<br />

Mendt, Marlene Streeruwitz und viele mehr. Die Texte basieren<br />

auf den gesprochenen Laudationes und Dankesworten.<br />

Die großformatigen Fotos wurden exklusiv von Lukas<br />

Beck für den opulenten Bildband angefertigt. Zusätzliche<br />

Informationen, wie eine Liste aller Ausgezeichneten aus<br />

dem Kulturbereich seit 2001, eine Übersicht über die Ehrenzeichen<br />

der Stadt und des Landes Wien sowie die „Tragevorschriften<br />

von Ehrenzeichen“ runden das Buch ab.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 101


KUNST UND KULTUR<br />

SCHAUSPIEL<br />

Vom Theater zum Film<br />

Nestroy Meets Markovics<br />

„Theater? Is das nicht eine freye Kunst? – O ja, so frey, daß sie nicht besteh'n kann, wenn<br />

sich Niemand drum annimmt.“* Von EVA VON SCHILGEN<br />

Karl Markovics und Stefan Ruzowitzky<br />

mit dem Oscar<br />

Josef Meinrad, Otto Schenk, Fritz Muliar,<br />

Susi Nicoletti, Kurt Sowinetz, Helmut<br />

Lohner, Willi Resetarits, Elfriede Ott,<br />

Helmut Qualtinger, H.C. Artmann, Elizabeth<br />

T. Spira, das sind nur einige jener Künstler,<br />

die das Kulturleben Wiens entscheidend beeinflussten<br />

und daher mit dem Johann Nestroy<br />

Ring ausgezeichnet wurden, den die<br />

Stadt Wien erstmals 1976 anlässlich des<br />

175. Geburtstages Nestroys verlieh. Die einige<br />

Jahre zuvor gegründete Internationale<br />

Nestroy-Gesellschaft initiierte diese Auszeichnung<br />

für Personen, die sich, Zitat:<br />

„…durch außerordentliche und ungewöhnliche<br />

Leistungen Verdienste um die Stadt<br />

Wien in der Pflege der satirisch-kritischen<br />

Darstellung des Wesens dieser Stadt, sowie<br />

ihrer Bevölkerung im Sinne Nestroys erworben<br />

und diese Kritik auf höchstem geistigen<br />

Niveau ausgedrückt haben.“ Anliegen der<br />

Gesellschaft ist es, das Andenken an den<br />

wohl „wienerischsten“ aller Dichter durch<br />

wissenschaftliche Forschung, Tagungen und<br />

Seminare sowie durch die Herausgabe von<br />

Fachzeitschriften und Büchern zu pflegen.<br />

1999, ein Jahr vor Nestroys 200. Geburtstag,<br />

ersetzte die Stadt Wien diese Ehrung durch<br />

den Nestroy Theaterpreis.<br />

***<br />

Der Ischler Nestroy-Ring<br />

Was des einen Leid‘, ist des anderen<br />

Freud‘, die Gesellschaft fand in der Stadt<br />

Bad Ischl, in der Nestroy einige seiner letzten<br />

Lebensjahre verbrachte, einen mehr als<br />

kooperativen Partner. Und so wird seit 2005<br />

ein „Ischler“ Johann-Nestroy-Ring verliehen.<br />

Entworfen und gefertigt wird er vom Kreativgoldschmied<br />

Gerold Schodterer, der<br />

nicht nur durch seinen phantasievollen<br />

Unikatschmuck bekannt ist, sondern auch<br />

durch seine Skulpturen mit philosophischem<br />

Hintergrund in Verbindung mit Lyrik.<br />

Unter der Prämisse der fünf Kriterien<br />

für die Verleihung der Auszeichnung wie:<br />

Pflege von Nestroys Erbe, höchste künstlerische<br />

Ebene, Zeitkritik, Satire und Phantasie,<br />

stimmt er den Ring auf den jeweiligen<br />

Preisträger ab. Nach Erwin Steinhauer, Karlheinz<br />

Hackl und Peter Turrini macht Karl<br />

Markovics <strong>2010</strong> das gar nicht „liederliche“<br />

Kleeblatt (Lumpazivagabundus) voll.<br />

***<br />

Nestroy – ein Allrounder<br />

Johann Nestroy gilt als der bedeutendste<br />

Lustspieldichter Österreichs. Er prägte das<br />

Wiener Theaterleben des Biedermeiers bis<br />

lange nach der Revolution von 1848. Seine<br />

Komödien voll urwüchsiger Komik, Witz<br />

und Ironie sind allesamt zu Klassikern der<br />

Weltliteratur geworden und zählen ob ihrer<br />

Aktualität auch heute noch zu den<br />

meistgespielten Theaterstücken im<br />

deutschsprachigen Raum. Nestroy wird in<br />

Wien 1801 in eine gutbürgerliche Familie<br />

geboren, der Vater ist Hof- und Gerichtsadvokat.<br />

Er studiert zunächst Jura, beginnt eine<br />

Karriere als Opernsänger dann als<br />

Schauspieler, spielt in Amsterdam, Brünn,<br />

Graz, Preßburg und Lemberg und versucht<br />

sich als Bühnenschriftsteller. Sein erstes<br />

Stück, „Die Verbannung aus dem Zauberreiche<br />

oder Dreißig Jahre aus dem Leben eines<br />

Lumpen“, wird 1826 in Graz uraufgeführt.<br />

1831 erhält er ein Engagement an das „Theater<br />

an der Wien“. Bald zählt er zu den beliebtesten<br />

Volksschauspielern und feiert<br />

Erfolge mit und in seinen Stücken wie<br />

„Der böse Geist Lumpazivagabundus“ oder<br />

„Der Talisman“, „Einen Jux will er sich<br />

machen“, oder „Zu ebener Erde und erster<br />

Stock“. In einer Zeit, in der in Wien die Politik<br />

allgegenwärtig und die Zensur alltäglich<br />

ist, erfreuen sich besonders seine Couplets,<br />

Gesangstücke, die die Handlung des<br />

Stückes unterbrechen, großer Beliebtheit.<br />

Aufgeschrieben wurden nur wenige Strophen,<br />

die weiteren, je nach politischer Lage,<br />

jeden Abend improvisiert – eine Tradition,<br />

die sich bis heute erhalten hat.<br />

Verleihung des Nestroy-Ringes<br />

<strong>2010</strong>: Prof. Dr. Heinrich Kraus,<br />

Stefanie Taussig, Karl Markovics,<br />

Hannes Heide<br />

102 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10<br />

*„Verwickelte Geschichte!“, I. Akt, 9. Scene (Historisch-kritische Ausgabe [HKA-Nestroy],<br />

Stücke 29, S. 122, Z. 2 ff.), Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy (1801-1862)


FOTOS: THOMAS RAMSTORFER/ORF, CHRISTOPH LENZENWEGER, „MEIN NESTROY“-HERBERT NEUBAUER/THEATER IN DER JOSEFSTADT<br />

Karl Markovics als Nestroy im<br />

Theater in der Josefstadt<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 103


KUNST UND KULTUR<br />

SCHAUSPIEL<br />

Szenenfoto aus „Die Fälscher“<br />

Akademie des Österreichischen Films. Karl<br />

Markovics zählt wie der Produzent Josef<br />

Aichholzer, die Regisseure Stefan Ruzowitzky<br />

und Barbara Gräftner, der Kameramann<br />

Martin Gschlacht, die Kostümbildnerin<br />

Barbara Hutter, die Schauspielerin<br />

Nina Proll oder der Autor Nikolaus Leyter<br />

zu den 39 Gründungsmitgliedern und ist<br />

im Vereinsvorstand vertreten. Die Zahl der<br />

Mitglieder, unter ihnen die Elite der hiesigen<br />

Filmszene, ist indessen auf mehr als 95<br />

angewachsen. Der Verein hat zum Ziel,<br />

den österreichischen Film als wesentlichen<br />

Bestandteil der österreichischen und europäischen<br />

Kultur zu fördern, eine Plattform<br />

von Filmschaffenden zu etablieren<br />

und die Kooperation mit internationalen<br />

Partnerinstitutionen aufzubauen.<br />

Ein öffentlichkeitswirksamer Auftritt<br />

ist die Vergabe des Österreichischen Filmpreises,<br />

der das erste Mal im Jänner 2011<br />

verliehen wird. Vergeben werden unter anderen<br />

Preise für „Bester Spielfilm“, „Bester<br />

Dokumentarfilm“, „Beste Kamera“, „Bester<br />

Schauspieler/in“, „Bestes Drehbuch“ anlässlich<br />

einer großen Gala, unter der<br />

künstlerischer Leitung von Oscarpreisträger<br />

Stefan Ruzowitzky. Die dafür benötigen<br />

Mittel sollen durch die öffentlich Hand,<br />

Mitgliedsbeiträge, Sponsoren und Förderer<br />

erwirtschaftet werden, denn auch die Filmkunst<br />

– frei nach Nestroy – „nicht besteh'n<br />

kann, wenn sich Niemand drum annimmt.“<br />

Karl Markovics als Salomon Sorowitsch<br />

in „Die Fälscher“<br />

***<br />

Karl Markovics erhält Nestroy-Ring<br />

Sowohl auf der Bühne als auch im Film<br />

war Karl Markovics in Nestroys Stücken zu<br />

sehen. In Peter Turrinis „Mein Nestroy“, das<br />

2006 im „Theater in der Josefstadt“ in Wien<br />

uraufgeführt wurde, verkörperte er Nestroy<br />

selbst. Dem Salzkammergut und Bad<br />

Ischl ist Karl Markovics durch seine Darstellung<br />

des „Stockinger“ in der gleichnamigen<br />

Fernsehserie verbunden. Der 1963 in Wien<br />

geborene Künstler zählt heute zu den bedeutendsten<br />

Schauspielern – und das, obwohl<br />

ihn die Professoren des Wiener Max<br />

Reinhardt Seminars als jungen Mann bei<br />

der Aufnahmeprüfung durchfallen ließen.<br />

So sieht Markovics die Ehrung durch den<br />

Nestroy-Ring als Bestätigung seiner Lebenshaltung.<br />

Zitat: „Ich sehe den Nestroy-Ring<br />

als Anerkennung meiner Bestrebungen,<br />

immer weiter zugehen, woanders hinzukommen<br />

als beim vorigen Mal“. Beeindruckend<br />

und unvergesslich sind seine Rollen<br />

in den Filmen „Indien“, „Hinterholz 8“,<br />

„Late Show“, „Geboren in Absurdistan“,<br />

„Komm, süßer Tod“, „Franz Fuchs – Ein Patriot“<br />

oder „Die Gustloff“. Als beliebtester<br />

Schauspieler wurde er 2007 und 2008 mit<br />

dem Romy-Fernsehpreis ausgezeichnet. Seinen<br />

größten internationalen Erfolg feierte<br />

er in Stefan Ruzowitzkys Film „Die Fälscher“,<br />

der bei der 80. Oscar-Verleihung als<br />

bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet<br />

wurde. Für diese Rolle wurde ihm von<br />

der Semana Internacional de Cine de Valladolid<br />

der Titel „Bester Schauspieler“ und<br />

von der Diagonale 2008 der Große Diagonale-Schauspielpreis<br />

für herausragende Leistungen<br />

verliehen.<br />

***<br />

Der österreichische Film<br />

Diese internationale Anerkennung eines<br />

österreichischen Filmes führte in der<br />

Folge im März 2009 zur Gründung der<br />

INFORMATIONEN & KONTAKT<br />

INTERNATIONALE NESTROY-GESELLSCHAFT<br />

Min.-Rat Dipl.-Ing. Karl Zimmel (Geschäftsführer)<br />

Gentzgasse 10/3/2, A 1180 Wien<br />

Tel. +43-(0)1-470 70 67<br />

Mobil: +43-(0)664-160 62 14<br />

E-mail: nestroy.gesellschaft@vienna.at<br />

www.nestroy.at/gesellschaft<br />

SCHODTERER – DIALOG WIRD GESTALT<br />

Gerold Schodterer – Atelier für fantasievolle Schmuckunikate<br />

E-mail: office@schodterer.at<br />

www.schodterer.at<br />

AKADEMIE DES ÖSTERREICHISCHEN FILMS<br />

Marlene Ropac, Geschäftsführung<br />

Spittelberggasse 3/Loft 1, A 1070 Wien<br />

Tel: +43-(0)1-890 20 33<br />

Fax: +43(0)1-890 20 33-15<br />

E-mail: office@oesterreichische-filmakademie.at<br />

www.oesterreichische-filmakademie.at<br />

TOURISMUSVERBAND BAD ISCHL<br />

www.badischl.at<br />

FOTOS: JÜRGEN OLCZYK<br />

104 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


KUNST UND KULTUR<br />

PORTRÄT<br />

Ein neues Talent in der Welt der Oper<br />

Argentinisches Feuer<br />

Es ist immer spannend, die Geburt eines neuen Stars zu verfolgen.<br />

In diesem Fall handelt es sich um die spanisch-argentinische<br />

Sopranistin Maria Bisso, die 2002 am Teatro Colón<br />

in Buenos Aires debütierte.<br />

Die spanisch-argentinische Sopranistin<br />

Maria Bisso wurde kürzlich im Rahmen<br />

eines vom <strong>SOCIETY</strong>-Magazin organisierten<br />

Botschafter-Empfangs im Hotel<br />

Imperial in Wien dem interessierten Publikum<br />

und den Medien von der renommierten<br />

Künstleragentur Hollaender-Calix, die<br />

neben der regelmäßigen Betreuung internationaler<br />

Opernstars insbesondere auch<br />

für die Entdeckung und Förderung neuer<br />

Talente bekannt ist, vorgestellt.<br />

Die junge aufstrebende Künstlerin wurde<br />

in Buenos Aires geboren und erhielt ihre<br />

Ausbildung am dortigen „Instituto<br />

Superior de Arte del Teatro Colón“ sowie<br />

am „Conservatorio Nacional de Musica“.<br />

Gesang studierte sie bei Douglas Hines in<br />

Argentinien und bei Ruthilde Boesch in<br />

Wien. Darüber hinaus wurde sie von Edita<br />

Gruberova stimmtechnisch betreut.<br />

Maria Bisso debütierte im Jahr 2002<br />

am Teatro Colón in Buenos Aires als Solistin<br />

in der Johannes-Passion von Bach. Sie<br />

ist Preisträgerin des Internationalen Maria-<br />

Callas-Wettbewerbs in São Paulo (Brasilien)<br />

und sang Opernrollen in Argentinien<br />

und Österreich, wie etwa Mozarts Pamina<br />

und Zerlina, Puccinis Lauretta und Musetta,<br />

Verdis Gilda und Pergolesis Serpina.<br />

2008 nahm sie Mahlers 4. Symphonie<br />

und ausgewählte Lieder von Richard<br />

Strauss mit dem Sofia Philharmonic Orchestra<br />

auf. Im Oktober desselben Jahres<br />

debütierte Bisso im Wiener Musikverein<br />

zusammen mit Mezzosopranistin Bernarda<br />

Fink und dem Bach Consort Wien unter<br />

der Leitung von Rubén Dubrovsky. 2009<br />

war Maria Bisso unter anderem mit Mahlers<br />

4. Symphonie im Rahmen der International<br />

at Round Top-Festspiele in Houston,<br />

Texas, USA, unter der Leitung von Christoph<br />

Campestrini zu hören.<br />

Weiteres hat sie – ebenfalls im Jahr<br />

2009 – im Großen Sendesaal des ORF Wien<br />

einen äußerst erfolgreichen Konzertabend<br />

rund um das argentinische Lied gegeben.<br />

Zuletzt wurde Maria Bisso vom argentinischen<br />

Startenor José Cura eingeladen, unter<br />

dessen Leitung sie in der Musikakademie<br />

Budapest die h-Moll Messe von J.S.<br />

Bach zugunsten der Stiftung Salva Vita<br />

gesungen hat.<br />

KONTAKT<br />

KUENSTLERAGENTUR HOLLAENDER-CALIX<br />

International Artists Agency<br />

A - 1190 Wien, Grinzinger Allee 46<br />

Tel.: +43-(0)1-320 53 17, Fax: +43-(0)1-328 90 70<br />

E-Mail: office.hollaender-calix@chello.at<br />

www.hollaender-calix.at<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 105


KUNST UND KULTUR<br />

PROJEKT<br />

Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.<br />

Independent Project Group<br />

Der Verein Independent Project Group wurde ins Leben gerufen, um junge in Österreich<br />

lebende Künstler zu fördern und zu unterstützen. Ein Gespräch mit Vereinspräsident<br />

Anthony Jacobson.<br />

Die „Independent Project Group“<br />

ist ein Verein zur Unterstützung<br />

und Förderung in Österreich lebender<br />

Künstler. Der Verein wurde<br />

von sechs jungen Kunstschaffenden<br />

ins Leben gerufen und versteht sich<br />

als Gegenpart zu staatlichen Fördereinrichtungen,<br />

die nach Meinung der<br />

Gründer immer dieselben Leute und<br />

Projekte fördern, was zur Folge hat,<br />

dass junge aufstrebende Künstler oftmals<br />

auf der Strecke bleiben und somit<br />

der Nachwuchs an österreichischen<br />

Künstlern ins Stocken kommt<br />

und sich ein eventueller Durchbruch<br />

für jene als noch schwieriger erweist.<br />

Die Independent Project Group fördert<br />

Künstler auf drei Ebenen: der<br />

Verein dient als Netzwerk, das die<br />

Künstler untereinander verbindet,<br />

unterstützt mittels finanzieller Förderung<br />

und fungiert als Präsentationsplattform.<br />

Wie ist das Projekt Independent<br />

Project Group entstanden?<br />

Ich habe mir lange Gedanken gemacht,<br />

wie man es Kunstschaffenden<br />

leichter machen kann, in Österreich<br />

Erfolg zu haben und an die großen Künstler<br />

der Vergangenheit anzuschließen, ohne<br />

das Land zu verlassen. Warum sollte ich anderswo<br />

hingehen, damit ich Erfolg habe,<br />

wieso nicht hier? Man sieht immer dieselben<br />

Gesichter auf Plakaten und im Fernsehen<br />

und man hat oft das Gefühl, dass<br />

überhaupt kein Augenmerk auf die brodelnde<br />

Underground-Szene in Österreich<br />

gelegt wird, die nur so von begabten und<br />

kreativen Leuten strotzt. Stattdessen versucht<br />

man neue Künstler im Fernsehen zu<br />

züchten. I.P.G. soll eine Plattform sein, unter<br />

der sich diese Szene vereinigen kann,<br />

um etwas Neues und auch in Zukunft<br />

nachhaltige Kultur aus Österreich zu schaffen.<br />

Was bringt es den Künstlern konkret,<br />

Mitglied bei I.P.G. zu sein?<br />

Es soll sich eine Bewegung bzw. eine<br />

Einheit bilden, die sich aus Kunstschaffenden<br />

rekrutiert und eine Eigendynamik<br />

entwickelt, sodass unsere Mitglieder es<br />

mehr oder weniger selbst in der Hand haben<br />

etwas zu schaffen und zu verändern.<br />

I.P.G. bietet dafür ein Netzwerk an, welches<br />

KONTAKT<br />

Independent Project Group – Verein zur Künstlerförderung<br />

und Künstlerunterstützung<br />

Friedlgasse 7/4, 1190 Wien<br />

Mobil: +43-(0)680-23 888 32<br />

E-Mail: office@independentpg.org<br />

www.independentpg.org<br />

sich aus den Mitgliedern zusammensetzt<br />

und es erleichtern soll, gemeinsam<br />

Projekte zu verwirklichen. Durch<br />

Veranstaltungen soll es den Künstlern<br />

vereinfacht werden, ihre Werke zu<br />

zeigen oder auszustellen. Weiteres soll<br />

durch finanzielle Unterstützung auch<br />

von der wirtschaftlichen Seite her eine<br />

Hilfe geboten werden.<br />

Wie finanziert sich der Verein?<br />

Wir sind eine Non-Profit Organisation<br />

und unser Kapital kommt<br />

rein den Künstlern und ihren Projekten<br />

zu Gute. Mitglieder müssen<br />

einen jährlichen Beitrag zahlen, der<br />

als Solidaritätsbeitrag zu verstehen<br />

ist. I.P.G. ist auf Spenden und Sponsoren<br />

angewiesen, die der jungen<br />

Kunstszene unter die Arme greifen<br />

wollen. Da wir in Österreich lebende<br />

Künstler fördern wollen, verstehen<br />

wir uns auch als Brückenbauer zwischen<br />

verschiedenen Kulturen, da<br />

viele junge Leute nach Österreich<br />

kommen, um künstlerisch tätig zu<br />

sein. So sind wir auch auf Fördergelder<br />

österreichischer und internationaler<br />

Institutionen, wie beispielsweise<br />

die EU, angewiesen. Es ist<br />

jedoch schwer, Förderungen zu erhalten,<br />

da viele Einrichtungen nur einzelne Projekte<br />

fördern und nicht Organisationen,<br />

die selbst fördern wollen.<br />

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft?<br />

Einerseits ein Erwachen und Erkennen<br />

des Potenzials der in Österreich tätigen<br />

„neuen“ Künstler und andererseits eine Offenheit<br />

gegenüber neuen Strömungen.<br />

Dies funktioniert aber nur, wenn beide Seiten,<br />

also Entscheidungsträger und Künstler<br />

gemeinsam arbeiten und offen für Vorschläge<br />

und Neuerungen sind. Auch<br />

Österreich soll im Vergleich zu ähnlich großen<br />

Staaten, wie etwa Holland oder Dänemark,<br />

eine populäre und florierende<br />

Kunstszene erhalten. Städte wie Wien, Linz<br />

oder Graz sollen international in einem<br />

Atemzug mit Stockholm, Amsterdam oder<br />

Barcelona genannt werden, wenn es um<br />

neue Trends geht.<br />

FOTO: STEFANIE HOFMANN<br />

106 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


KUNST UND KULTUR<br />

PORTRÄT<br />

Österreichs erfolgreicher Populärmusiker<br />

Peter, der Wolf<br />

Jeder kennt Songs wie „We Built This City“ von Jefferson Starship oder den Soundtrack des<br />

Kultfilms „Top Gun“. Peter Wolf war maßgeblich an den Erfolgen dieser Musik beteiligt,<br />

indem er sie schrieb oder produzierte. Von LEA MILLESI<br />

„Ohne echt zu leben, kann<br />

man keine Geschichten erzählen...“<br />

PETER WOLF<br />

Peter Wolf ist ein mehrfach für den<br />

Grammy nominierter österreichischer<br />

Komponist und Musikproduzent, der<br />

seit den 1970 er Jahren in den USA lebt. In<br />

seiner erfolgreichen Karriere produzierte<br />

Peter Wolf acht Nummer-1-Hits und komponierte<br />

das Lied „ Heute in Jerusalem“,<br />

Österreichs Beitrag zum Eurovision Song<br />

Contest 1979. Er komponierte unter anderem<br />

die Titelmusik zur TV Serie Kommissar<br />

Rex.<br />

Im Jahre 2002 wurde Peter Wolf das<br />

Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft<br />

und Kultur verliehen. Er ist mit<br />

mehr als 230 Millionen verkauften Tonträgern<br />

mit Abstand Österreichs erfolgreichster<br />

Musiker der populären Musik. Er komponierte<br />

und produzierte auch den „ Rotkreuz-Song“,<br />

für welchen er zahlreiche<br />

internationale Interpreten wie z. B. Zucchero,<br />

Vanessa Paradis, A-HA und Annie<br />

Lennox gewinnen konnte.<br />

Wie lange sind Sie schon in der Musikbranche<br />

tätig?<br />

Seit 1968 professionell. Ich spiele seit<br />

meiner frühesten Kindheit Klavier und habe<br />

insgesamt zehn Jahre klassisches Klavier<br />

am Konservatorium der Stadt Wien studiert.<br />

Sie sind ein international erfolgreicher<br />

Musikkomponist und Produzent. Wovon<br />

lassen Sie sich inspirieren?<br />

Vom Leben und von den Frauen. Ohne<br />

echt zu leben, kann man keine Geschichten<br />

erzählen und sowohl das Komponieren<br />

als auch jeder Bühnenauftritt sind nichts<br />

anderes als Geschichtenerzählen.<br />

Was waren die wichtigsten Stationen Ihrer<br />

Karriere?<br />

Im Alter von 16 Jahren wurde ich von<br />

Fatty George (weltbekannter österreichischer<br />

Jazzmusiker) in dessen Band geholt,<br />

1975 wanderte ich in die USA aus,<br />

wo ich vorerst in Atlanta/Georgia in einer<br />

Jazz Band spielte. Aber mich zog es<br />

immer gen Westen, also ging ich nach<br />

Los Angeles, wo ich von 1976 bis 1980<br />

Keyboarder bei Frank Zappa war. In den<br />

Jahren 1980 bis 1984 war ich Studiomusiker<br />

und seit 1984 bin ich Komponist,<br />

Produzent und Arrangeur.<br />

Eine Anekdote aus Ihrer Laufbahn?<br />

Es gab ein Stück von Frank Zappa namens<br />

The Black Page – es war ursprünglich<br />

als Aufnahmetest für Schlagzeuger gedacht<br />

und galt als sehr schwer spielbar.<br />

Einmal fragten wir Frank Zappa, ob er das<br />

Stück spielen könne. Er meinte, natürlich<br />

nicht, aber er sei auch da, um sich um alles<br />

zu kümmern und das Geld zu verdienen.<br />

Was ist Ihr Lebensmotto?<br />

In jeder Beziehung Vollgas zu geben. Erfolg<br />

kommt nicht von alleine und auch<br />

wenn man erfolgreich ist, darf man sich<br />

nicht ausruhen sondern muss stetig daran<br />

arbeiten, um es noch besser zu machen. Es<br />

gibt immer neue Ziele, die es zuverfolgen<br />

und erreichen gilt, und man darf nie aufhören<br />

diese zu verfolgen.<br />

AUSZUG AUS PETER WOLFS<br />

DISKOGRAPHIE<br />

Als Keyboarder wirkte er bei Frank Zappas Album „Sheik<br />

Yerbouti“ mit.<br />

Für die Commodores arbeitete er als Co-Produzent und<br />

Aranggeur.<br />

Für Jefferson Starship schrieb er den Nummer-eins-Hit<br />

„We Built This City“.<br />

Für Cliff Richard war er Produzent bei EMI-Records.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 107


KUNST UND KULTUR<br />

EVENTS<br />

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN<br />

DER KULTUR Oktober bis Dezember <strong>2010</strong><br />

SCHNEIDERS: STOLA FÜR JESSYE NORMAN<br />

Der 15. Salzburger Jazzherbst präsentierte einige der wichtigsten<br />

Jazz- und Klassik-Diven live on Stage. Zahlreiche internationale<br />

und nationale Jazz-Stars bespielten die schönsten Spielorte in Salzburg.<br />

Als Co-Sponsor dieses Festivals ist es für Schneiders Salzburg<br />

eine bereits mehrjährige Tradition, einzelne Jazz-Stars einzukleiden.<br />

Und anlässlich des diesjährigen Festivals überreichten Alfons<br />

und Michaela Schneider zwei wunderschöne Pelzstolas an Jane<br />

Monheit und Jessye Norman, der Grande-Dame in der Klassik und<br />

im Jazz. Im Rahmen eines privaten Dinners, in Anwesenheit von<br />

Jessye Norman, ihrer hochkarätigen Jazz-Band und der Präsidentin<br />

der Salzburger Festspiele, Dr. Helga Rabl-Stadler und Freunden,<br />

nahm Norman das Geschenk erfreut entgegen.<br />

Alfons Schneiders und Jessye Norman<br />

Andrea Jonasson als „weiße Frau“<br />

Hubert Winter, Dr. Katharina Blaas-Pratscher, Dr. Joachim<br />

Rössl, Sylvia Weber, Sonja Gangl, Wolfgang Bauer<br />

PREISVERLEIHUNG: OSCART <strong>2010</strong><br />

Jährlich vergibt das Wiener Landesgremium des Kunsthandels den<br />

OscART, einen Ehrenpreis für besondere Verdienste um die Kunst,<br />

ihre Vermittlung und Vermarktung. Die Preisverleihung fand im<br />

Semperdepot statt. Wolfgang Bauer erhielt den OscART <strong>2010</strong> im<br />

Bereich „Klassischer Kunsthandel“, der OscART <strong>2010</strong> in der Kategorie<br />

„Zeitgenössische Galerien“ ging an Hubert Winter. Der<br />

OscART <strong>2010</strong> für besondere Leistungen im Bereich Kunst im öffentlichen<br />

Raum wurde „Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich“<br />

verliehen. Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth (Sammlung<br />

Würth in Künzelsau) wurde für sein Lebenswerk als Sammler<br />

mit dem OscART <strong>2010</strong> ausgezeichnet.<br />

STIFTUNG CRESPO: PROGRAMM „START!“<br />

Im Rahmen des von der deutschen CRESPO-Stiftung geförderten<br />

Programms „START“ haben Schüler in den letzten Jahren vor der<br />

Matura die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten. Neben einem<br />

Computer mit Internet-Anschluss, monatlichem Geld für Bildungszwecke<br />

(u.a. für Bücher, Theater, Sprachkurse) ist im START-<br />

Programm auch ein verpflichtendes künstlerisches Projekt vorgesehen.<br />

Das Kunstprojekt des vergangenen Schuljahres trug<br />

den Namen „Sagen, Mythen, Legenden – eine Reise durch Wien in<br />

acht Kurzfilmen“ und wurde in diesem Jahr fertig gestellt. Die<br />

wunderbare Schauspielerin Andrea Jonasson geistert als „weiße<br />

Frau“ – eine Legende – durch die Wiener Hofburg. Das Filmprojekt<br />

genoss die Unterstützung vieler Menschen und Institutionen,<br />

auch André Heller hat sich für den Filmbeitrag „Multikulturelles<br />

Wien“ als Interview-Partner zur Verfügung gestellt.<br />

FOTOS: FLORIAN WIESER / WIRTSCHAFTSKAMMER WIEN / DER KUNSTHANDEL , GREGOR HARTL, CRESPO, STEFFI LIN, KOSCHKA HETZER-MOLDEN, GABRIELA KOTSCHATZKY-ELIAS<br />

108 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10<br />

André Heller mit den Stipendiaten<br />

beim Interviewtermin


GASTSPIEL: LES MUSICIENS<br />

Das Orchester Les Musiciens du Louvre – Grenoble, Frankreich,<br />

unter der Leitung von Dirigent Marc Minkowski, wurde nach ihrem<br />

letztem Abend an der Wiener Oper von S.E. Philippe Carré,<br />

Botschafter der Republik Frankreich in Österreich, zu einem Empfang<br />

in die Französische Residenz geladen. Im Zuge ihres Gastspiels<br />

in Wien gaben sie Rameaus „Une symphonie imaginaire“<br />

im Konzerthaus zum Besten, und in der Wiener Staatsoper an<br />

mehreren Abenden Händels „Alcina“. Das von Marc Minkowski<br />

1982 gegründete Orchester versteht sich als Antwort auf ein Revival<br />

der alten Musik in Frankreich, die auf Originalinstrumenten<br />

gespielt wird. Aufnahmen sind auch auf Tonträger erhältlich.<br />

Adrian Hollaender, Anja<br />

Harteros, Marc Minkowski,<br />

Botschafter Philippe Carré,<br />

und Veronica Cangemi<br />

Live-Ausschnitten aus dem Musical<br />

„Veronika beschließt zu sterben“<br />

im Rahmen des Festaktes.<br />

TABAKFABRIK: TAG DER OFFENEN TÜR<br />

Anlässlich ihres Geburtstags lud die Linzer Tabakfabrik, die vor 75<br />

Jahren vom Visionär Peter Behrens erbaut wurde, zum Tag der offenen<br />

Tür. Geboten wurde ein buntes Rahmenprogramm mit zahlreichen<br />

kulturellen und kulinarischen Highlights. Das Programm<br />

gliederte sich in zwei Teile: Am Vormittag gab es einen VIP-Festakt<br />

mit rund 250 geladenen Gästen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik<br />

und Kultur. Im Anschluss genossen die Gäste eine kulinarische<br />

Zeitreise durch 75 Jahre Spezialitäten aus den Tabakanbaugebieten:<br />

Es wurden original Behrens-Cocktails geschlürft und<br />

viele ließen sich auch die Gelegenheit einer Zigarrendegustation<br />

nicht entgehen.<br />

CHARITYDINNER: TAG DER KINDERRECHTE<br />

Zum „Tag der Kinderrechte“ luden Martina Fasslabend und Toni<br />

Faber zu einem großen Charitydinner inklusive Auktion ins Palais<br />

Liechtenstein. Den Besuchern des Galaevents wurde ein<br />

hochkarätig besetztes Musikprogramm – u. a. Natalia Ushakova,<br />

José Cura, Mara Mastalir und Daniel Serafin – geboten. Die vom<br />

Dorotheum unterstützte Auktion von edlem Schmuck und<br />

prunkvollen Antiquitäten geleitete die zahlreich erschienenen<br />

Freunde, Unterstützer und Weggefährten des Vereines durch den<br />

Abend, der mit dem Auftritt des „The Longfield Gospel Choir“ seinen<br />

fulminanten Abschluss fand. Mit dabei waren u. a.: Georg Alexander<br />

Hatala, Atil Kutoglu, Andrea Kdolsky, Nhut La Hong, Edith<br />

Leyrer, Sissy Mayerhoffer, Marianne Mendt, Sandra Pires, Thomas<br />

Schäfer-Elmayer, Harald Serafin, Eva Wegrostek u.v.m.<br />

Toni Faber, Philipp Ita,<br />

Andrea Kdolsky<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 109


KUNST UND KULTUR<br />

COVERSTORY<br />

110 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10 „Begegnung“, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 2008


Chinesische Tradition mit österreichischen Einflüssen –<br />

die Malerei von Liu Xiuming<br />

Alles in Bewegung<br />

Den Brückenschlag der Kulturen hat sich die Malerin Liu Xiuming auf die Fahnen geheftet.<br />

Ausgebildet in traditionell chinesischer Malerei entwickelte sie ihren Stil in Österreich weiter.<br />

Von Mag. TANJA TAUCHHAMMER<br />

Die Chinesin studierte bei Größen wie<br />

Maria Lassnig und Arik Brauer, deren<br />

Einfluss auf ihre Malerei nicht von<br />

der Hand zu weisen ist. Vor allem die<br />

Kunst der Ölmalerei sowie verschiedene<br />

Techniken konnte Liu von ihren österreichischen<br />

Lehrern mitnehmen. Inzwischen<br />

pendelt die Künstlerin zwischen China<br />

und Europa und lehrt an der Tsinghua Universität,<br />

Kunstakademie of Arts and Design<br />

in Beijing.<br />

***<br />

East meets West<br />

In ihren Arbeiten vereinen sich östliche<br />

und westliche Elemente zu einem einzigartigen<br />

künstlerischen Ausdruck. Lius Werk<br />

ist von einer starken Symbolik geprägt. Die<br />

Malerin greift auf traditionelle, chinesische<br />

Motive zurück wie zum Beispiel in ihrer<br />

Serie über Wolken, welche einen großen<br />

Teil ihres Schaffens ausmachen. Sie<br />

bezieht sich dabei auf deren asiatische Bedeutung<br />

für Glück, Frieden sowie den<br />

Westen. Auch Landschaften sind oft in<br />

Lius Bildern zu finden, wobei sie sich sowohl<br />

von der traditionell chinesischen<br />

Darstellung als auch von der westlichen inspirieren<br />

lässt. Weitere oftmals verwendete<br />

Elemente sind der Fisch, welcher für<br />

Reichtum, Überfluss und Wohlstand steht<br />

und Säulen. Sie können sowohl als Sinnbild<br />

für Macht als auch als Verbindung von<br />

Himmel und Erde gedeutet werden.<br />

***<br />

Die Kunst der Bewegung<br />

In ihrer Auswahl der Farben ähnelt Lius<br />

Kunst stark den Malern des deutschen Expressionismus.<br />

Ihre Wolken erstrahlen in<br />

Blau und Rot, manchmal wirken sie sogar<br />

bedrohlich. Eine sehr emotional aufgeladene<br />

Landschaft entsteht vor dem Auge des<br />

Betrachters. Es wird klar, dass es nicht um<br />

eine realistische Darstellung geht, was die<br />

Künstlerin auch betont: „Mir geht es nicht<br />

um eine detaillierte Wiedergabe der Natur,<br />

wie es in der traditionell chinesischen Malerei<br />

üblich ist“, so die Künstlerin. Viel-<br />

„Suchende Braut“, Öl auf Pappe, 50 x 70 cm, 2009<br />

„Das beschützte ICH“, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 2009<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 111


KUNST UND KULTUR<br />

COVERSTORY<br />

mehr sucht sie Stimmungen in ihren Werken<br />

zu vermitteln. Dabei sind ihre Bilder<br />

niemals statisch, es sind sehr bewegte<br />

Landschaften, Räume und Personen, die<br />

sie auf die Leinwand bannt. Es ist dies „eine<br />

Reflektion auf unsere Zeit, in der sich<br />

alles in Bewegung befindet“, so Liu.<br />

***<br />

Der Mensch im Mittelpunkt<br />

Waren in Lius früheren Arbeiten vor allem<br />

Landschaften oder die Darstellung<br />

von Räumen im Vordergrund, so setzt sie<br />

in ihren neueren Arbeiten den Mensch im<br />

Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es sind<br />

Porträts von Freunden und Bekannten, in<br />

Pastellfarben gehalten. Anders als in der<br />

Porträtmalerei üblich, sind die Augen der<br />

Personen nicht zu erkennen oder geschlossen.<br />

Somit vermitteln ihre Werke einen<br />

sehr verträumten, flüchtigen Eindruck,<br />

der sich erst bei näherer Betrachtung erschließt.<br />

Es ist dies der Auftakt einer Reihe,<br />

die sich dem Menschen widmen soll, so die<br />

Künstlerin. Es ist ein östlicher Blick auf unsere<br />

westliche Welt, von einer Reisenden<br />

zwischen den Welten.<br />

KONTAKT<br />

Atelier: Elisabethallee 61-63/Top 2, 1130 Wien<br />

E-mail: liu_xiuming@hotmail.com<br />

www.liuxiuming.com<br />

BIOGRAPHIE<br />

1957: Geboren in Hebei China<br />

1977-82: Studium der Malerei an der Pädagogischen Universität<br />

Hebei<br />

1982-86: Illustratorin bei China Youth Press in Beijing<br />

1987-89: Studium an der Hochschule für Angewandte<br />

Kunst in Wien bei Prof. Maria Lassnig, Meisterklasse<br />

für Gestaltungslehre-experimentelles Gestalten<br />

1989-93: Studium an der Akademie für Bildende Künste<br />

in Wien bei Prof. Arik Brauer, Meisterklasse für<br />

Malerei. Abschluss mit dem Diplom<br />

1994: Seitdem freischaffende Künstlerin in Wien.<br />

- Studienreisen durch verschiedene Europäische<br />

Länder, Studium der historischen und modernen<br />

Kunst, Malerei. Ausstellungen in Österreich,<br />

Schweiz, Italien, Deutschland, Lichtenstein, Slowenien,<br />

New York und Beijing. Vergleichende<br />

Studien: westliche Ölmalerei/chinesische Malerei<br />

2003: Lektorin an der Tsinghua Universität, Kunstakademie<br />

of Arts and Design, Beijing. Gastprofessor<br />

an der Pädag. Universität Kunstakademie Hebei,<br />

Mitglied des Vorstandes Chinese Cultural Promotion<br />

Society Aufenthalt in China, Präsident des<br />

China – Austria Art Promotion Club.<br />

2004: Soloausstellung im National Art Museum of China<br />

Beijing<br />

2005: Teilnahme an der 2. int. Biennale Bejing. Aufenthalt<br />

in China. Ausstellungsvorbereitung: Beijing<br />

und Shanghai. Gruppenausstellung: Hustopece<br />

(CZ)<br />

2006: Soloausstellung im Today Art Museum Beijing.<br />

Berufung zum Vice-Director Chin. Art Institute.<br />

Teilnahme an der int. Künstlertreffen, Symposium:<br />

Landscape in Hangzhou.<br />

2007: Soloausstellung im Shanghai Art Museum und<br />

Hutchison Harbour Ring (SH). Gruppenausstellung:<br />

nationale und int. Beteiligung von Künstlern<br />

aus der Provinz Hebei<br />

2008: Teilnahme an der 3. int. Biennale Beijing,Olympia2008.<br />

Gruppenausstellung: „Mit eigenen Augen“<br />

in Wien. Gruppenausstellung: „New Art<br />

New China“ in Liu Gallery, New York. Gruppenausstellung:<br />

in RSV Gallery Southampton USA<br />

2009: Soloausstellung im MOYA Museum in Wien. Teilnahme<br />

int. Ausstellung im Hangzhou History Museum,<br />

China. Vorlesungen auf Einladung des Chinesischen<br />

Nationalen Kunstmuseums sowie der<br />

Capital Normal University in Beijing. Gruppenausstellung:<br />

Eli Klein Fine Art Gallery New York und<br />

Miami USA<br />

<strong>2010</strong>: Teilnahme an der “China Women's Art <strong>2010</strong>” im<br />

China Women and Children's Museum Beijing.<br />

China int. Gallery Exposition <strong>2010</strong> Beijing. Gruppenausstellung:<br />

„Zagreb - Wien - Moskau – Bejing“<br />

Kunstraum - Ringstrassen Galerien Wien<br />

112 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10<br />

„Pursuit II“, Öl auf Leinwand, 120 x 120 cm, 2007


„Der Widerstand“, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 2009<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 113


KUNST UND KULTUR<br />

PORTRÄT<br />

„Ich bin dazu geboren, die zu sein, die ich bin“<br />

Kunst als<br />

Lebensmission<br />

Doris Maria Kofler erschafft mit ihrem Herzen beeindruckende<br />

Werke als Orte der Kraft, als Nahrung für die Seele, als<br />

Botschaften und als Freunde für den Alltag.<br />

Doris Maria Kofler<br />

Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem<br />

Engelsskulpturen in den Materialien<br />

Holz, Metall, Silber und Glas. Ihre Liebe<br />

zu Italien und besonders zu Venedig führte<br />

sie zum wunderbaren Material Glas, und<br />

zu ihrer neuesten Skulpturenserie „Venetian<br />

Angels“, welche sie in der weltberühmten<br />

Glasmanufaktur Dr. Berengo, in Murano,<br />

Venedig anfertigt. Gemeinsam mit<br />

denselben Meistern, mit denen auch schon<br />

unter anderem die Künstler Andy Warhol<br />

und Kiki Kogelnik, gearbeitet haben.<br />

***<br />

Weltweite Begeisterung<br />

Ihre Skulpturen erfreuen und begeistern<br />

inzwischen viele Menschen weltweit,<br />

darunter auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten<br />

wie Boris Becker, Heinrich<br />

Harrer, den Dalai Lama, Mohamed Al-Fayed,<br />

Jane Goodall, den Helden von 9/11,<br />

John A. Jonas, die olympischen Spiele von<br />

Salt Lake City, Elvis Presleys Graceland<br />

u.v.m.<br />

***<br />

Botschaft des Friedens<br />

Sie erklärt, ihre Kunstform sei ihr ganz<br />

persönlicher Ausdruck, der sich an der bedingungsfreien<br />

Liebe, die sie als Grundsubstanz<br />

des Friedens betrachtet, orientiert.<br />

Deshalb lässt die Künstlerin ihre<br />

Engelskulpturen durch ihr Kunstprojekt<br />

„Friedensengel auf Reisen“ seit mehr als<br />

zehn Jahren um die Welt reisen, um so die<br />

Botschaft des Friedens zu den Menschen<br />

zu tragen. Sie besucht Menschen und<br />

Schauplätze, die durch große Ereignisse<br />

besonders geprägt wurden, zu diesen zählen<br />

New York, Salt Lake City, Afrika, der<br />

Großglockner, London, Venedig, Spanien,<br />

Asien u.v.m.<br />

Doris Maria Kofler ist gebürtige Kärntnerin<br />

und lebt in Wien. Mehr über ihre Arbeiten<br />

und Projekte:<br />

www.dorismariakofler.com<br />

E-mail: office@dorismariakofler.com<br />

114 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


LIFE UND STYLE<br />

GESELLSCHAFT<br />

Helping Hands Family<br />

Eine Farm für Waisenkinder<br />

Ein Hilferuf aus Uganda ließ eine Wiener Kinderkrankenschwester eine private Hilfsinitiative<br />

gründen. Jetzt soll eine Farm für Waisenkinder aufgebaut werden.<br />

In einem Papierkorb lag die Hilfe für Familie<br />

Nambi in Uganda. Durch AIDS<br />

hatten die fünf Kinder ihre Eltern verloren.<br />

Christine, damals 16 Jahre alt, kümmerte<br />

sich um die vier jüngeren Geschwister.<br />

Alle mussten die Schule abbrechen<br />

und gerieten in große Not. Aber die Kinder<br />

beteten und Christine Nambi fand bald<br />

darauf in einem Papierkorb in Kampala eine<br />

Katalogseite mit meinem Namen und<br />

meiner Adresse. Da wir den gleichen Vornamen<br />

tragen, fasste sie Mut, einen Brief<br />

zu schreiben und mich um Hilfe zu bitten.<br />

Als ich den Brief bekam, war ich tief berührt<br />

und beschloss zu helfen. Ich besuchte<br />

die Kinder und konnte anschließend mit<br />

der Hilfe von Freunden alle fünf wieder in<br />

die Schule schicken und für sie sorgen.<br />

***<br />

Mercy Orphanage Home –<br />

Unser Waisenhaus<br />

Dieser kleine Anfang war der Beginn einer<br />

großen Vision: die Helping Hands Family.<br />

Mittlerweile unterstützen wir neben<br />

vielen einzelnen Bedürftigen ein Waisenhaus<br />

mit derzeit sechzig Kindern und die<br />

angeschlossene Grundschule.<br />

Bei einem Besuch in Uganda hatte ich<br />

zwei junge Uganderinnen kennengelernt,<br />

die sich mit einem großen Herzen um<br />

dutzende Waisenkinder kümmerten.<br />

Aber das Waisenhaus war in größter Armut.<br />

Die Kinder schliefen am Boden und<br />

bekamen nur einmal am Tag Maisbrei zu<br />

essen. Und in der Schule gab es weder<br />

Schulbänke, noch Hefte oder Bleistifte,<br />

nur eine mit schwarzer Farbe an die Wand<br />

gemalte Tafel...<br />

Doch hatten die Kinder fröhliche Gesichter<br />

und leuchtende Augen, und es war<br />

uns ein Herzensanliegen für sie zu sorgen.<br />

Seither unterstützen wir das Mercy Orphanage<br />

Home mit großer Freude und konnten<br />

schon viel bewirken.<br />

***<br />

Farm zur Selbstversorgung<br />

Die Lebensmittelversorgung für die hungrigen<br />

Kindermäuler kostet viel Geld. Wenn<br />

wir eine Farm zur Selbstversorgung aufbauen,<br />

können wir mit den freiwerdenden Mitteln<br />

verbesserten Unterricht und bessere<br />

medizinische Versorgung finanzieren.<br />

Uganda ist sehr fruchtbar und Farmland<br />

ist bereits vorhanden. Bald schon werden die<br />

Kinder selbst angebautes Obst und Gemüse,<br />

sowie Kartoffeln und Mais essen. Die größeren<br />

Schulkinder möchten alle mithelfen<br />

und freuen sich schon sehr darauf.<br />

Für den Aufbau der Landwirtschaft benötigen<br />

wir noch 13.000 EUR. Ich bitten Sie<br />

dafür herzlich um Ihre Mithilfe!<br />

Christine Fenböck bei ihren<br />

Schützlingen in Uganda<br />

HELPING HANDS FAMILY<br />

Christine Fenböck<br />

Tel.: +43-(0)1-99 717 02<br />

SpendenKonto Nr. 009 1000 5839<br />

BAWAG-PSK, BLZ 14000<br />

www.helpinghandsfamily.org<br />

CD & DVD VORSTELLUNGEN<br />

Empfehlungen der Redaktion<br />

WHITE – WEIHNACHTSLIEDER 2<br />

Otto Lechner/Klaus Trabitsch, Hoanzl<br />

Aus „wahrer Liebe“ zu den alten, traditionellen<br />

Weihnachtsliedern haben Otto Lechner, Klaus<br />

Trabitsch & die Betlehem All Stars diese ihrer<br />

Texte entkleidet , neu arrangiert, als Instrumentalversion<br />

wiedergeboren und musikstilmäßig<br />

in ein neues, globales Gewand gekleidet.<br />

A SINGLE MAN<br />

Regie: Tom Ford - Mit Colin Firth, Julianne<br />

Moore, Nicholas Hoult<br />

Mit Gefühl und Witz schildert „A Single Man“ einen<br />

ereignisreichen Tag im Leben des Universitätsprofessors<br />

George (Colin Firth), der am Morgen<br />

des 30. November 1962 beschließt, sich<br />

noch am Ende des Tages sein Leben zu nehmen.<br />

SEASONS OF MY SOUL<br />

Rumer, Atlantic<br />

Was wie ein verlorener Klassiker von Dionne<br />

Warwick, Karen Carpenter oder Dusty Springfield<br />

klingt, ist in Realität das delikate Debütalbum<br />

einer cool sinnlichen, 31-jährigen Londoner<br />

Sängerin. So unfassbar schön, dass auch Feinschmecker<br />

damit ihre Freude haben dürften.<br />

ROCK SYMPHONIES<br />

David Garrett, DECCA<br />

Rock meets Symphonieorchester: Mit diesem<br />

Prinzip überschreibt der Geigenvirtuose David<br />

Garrett sein neues Album „Rock Symphonies“.<br />

Das Prager Orchester vereint sich mit einer<br />

Rockband, um eine Mischung aus Stromevergreens<br />

in neue Arrangements zu kleiden.<br />

<strong>SOCIETY</strong> 4_10 | 115


LIFE UND STYLE<br />

SERVICE<br />

VERANSTALTUNGSTIPPS<br />

Winter 2011<br />

ANDRÉ RIEU<br />

André Rieu, der niederländische Geiger und<br />

Orchesterleiter, hat bislang weltweit mehr<br />

als dreißig Millionen Alben verkauft. Gemeinsam<br />

mit seinem 50-köpfigen Johann-<br />

Strauss-Orchester tritt er auf seinen Tourneen<br />

in fünf Kontinenten auf. Am 24.<br />

Februar besucht er Österreich und macht im<br />

Messezentrum Salzburg Station.<br />

PAUL FLORA<br />

Sein Lieblingswerkzeug war die Tuschfeder,<br />

sein Wappentier der Rabe, ihn interessierte<br />

vor allem das Widersprüchliche, das Skurrile,<br />

das Vergehende. Das Karikaturmuseum<br />

Krems widmet Paul Flora eine umfassende<br />

Ausstellung, die einen Einblick in seine Bildthemen,<br />

seine technische Meisterschaft und<br />

dem ihm eigenen Witz gibt.<br />

RICHARD STRAUSS<br />

Vor hundert Jahren, am 26. Jänner 1911,<br />

wurde der „Rosenkavalier“ erstmals aufgeführt.<br />

Die Österreichische Nationalbibliothek<br />

widmet dieser wohl populärsten Strauss-<br />

Oper eine eigene Ausstellung. Highlight ist<br />

die Originalpartitur der Oper, die sich seit<br />

1924 im Besitz der ÖNB befindet.<br />

KONZERTE<br />

ALTENBERG TRIO<br />

11. Jänner<br />

Musikverein Wien<br />

www.musikverein.at<br />

MOZARTWOCHE 2011<br />

21. bis 30. Jänner<br />

Mozarteum Salzburg<br />

www.mozarteum.at<br />

DAVID HASSELHOFF LIVE<br />

4. Februar<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

ANDREA BERG<br />

12. Februar<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

ANDRÉ RIEU<br />

24. Februar<br />

Messezentrum Salzburg<br />

www.messezentrum-salzburg.at<br />

THRILLER – LIVE!<br />

25. Februar<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

KATY PERRY<br />

27. Februar<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

JAMES BLUNT<br />

16. März<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

BÜHNE<br />

APASSIONATA<br />

19. Februar<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

ABBA THE SHOW<br />

1. Februar<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

PHANTOM DER OPER 2011<br />

12. Jänner<br />

Stadthalle Wien<br />

www.stadthalle.com<br />

MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER<br />

14. Jänner<br />

Landestheater Innsbruck<br />

www.landestheater.at<br />

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK<br />

18. bis 21. Jänner<br />

Raimund Theater<br />

www.musicalvienna.at<br />

DIE KLEINE ZAUBERFLÖTE<br />

31. Jänner<br />

Salzburger Landestheater<br />

www.theater.co.at<br />

PETER TURRINI<br />

15. Februar<br />

Stadttheater Klagenfurt<br />

www.stadttheater-klagenfurt.at<br />

TI AMO<br />

15. bis 19. Februar<br />

Metropol<br />

www.wiener-metropol.at<br />

LASST KREISKY UND SEIN TEAM ARBEITEN!<br />

15. Februar<br />

Palais Novak<br />

www.palaisnovak.at<br />

EVITA<br />

8. bis 12. März<br />

Festspielhaus Bregenz<br />

www.festspielhausbregenz.at<br />

ALFRED DORFER – BIS JETZT<br />

14. bis 17. März<br />

Orpheum Donaustadt<br />

www.orpheum.at<br />

EIN SELTSAMES PAAR<br />

15. März<br />

Gloria Theater<br />

www.gloriatheater.at<br />

ROLAND DÜRINGER – ICH EINLEBEN<br />

16. März<br />

Kürnberghalle Leonding<br />

www.leonding.at<br />

AMERIKA<br />

31. März<br />

Stadttheater Klagenfurt<br />

www.stadttheater-klagenfurt.at<br />

AUSSTELLUNGEN<br />

PAUL FLORA<br />

Bis 6. März<br />

Karikaturmuseum Krems<br />

www.karikaturmuesum.at<br />

SCHÖNES KLOSTERNEUBURG<br />

Bis 30. Jänner<br />

Essl Museum<br />

www.essl.museum<br />

CEZANNE – PICASSO – GIACOMETTI<br />

Bis 2. Februar<br />

Leopold Museum<br />

www.leopoldmuseum.org<br />

PICASSO<br />

Bis 16. Jänner<br />

Albertina<br />

www.albertina.at<br />

GLANZ DES HAUSES HABSBURG<br />

Bis 1. April<br />

Kunsthistorisches Museum<br />

www.khm.at<br />

SUSAN HEFA<br />

Bis 13. März<br />

Sigmund Freud Museum<br />

www.freud-museum.at<br />

DIE ERNST JANDL SHOW<br />

Bis 13. Februar<br />

Wien Museum Karlsplatz<br />

www.wienmuseum.at<br />

POWER UP – FEMALE POPART<br />

Bis 20. Februar<br />

Kunsthalle Wien<br />

www.KUNSThalle.at<br />

RICHARD STRAUSS – 100 JAHRE ROSENKAVALIER<br />

Bis 6. März<br />

Österreichische Nationalbibliothek<br />

www.onb.ac.at<br />

FOTOS: G. RAMAEKERS, NACHLASSVERTRETUNG PAUL FLORA GALERIE SEYWALD UND GALERIE FLORA, <strong>2010</strong>, ÖNB<br />

116 | <strong>SOCIETY</strong> 4_10


LIFE UND STYLE<br />

SERVICE<br />

EX LIBRIS<br />

Empfehlungen der Redaktion<br />

DAS KREN KOCHBUCH<br />

Hans Peter Fink<br />

Pichler Verlag<br />

Bereits Cato der Ältere befasste sich in seinen<br />

Abhandlungen zum Ackerbau mit Kren und<br />

bevor es in den Küchen Mitteleuropas den Pfeffer<br />

gab, würzten die Hausfrauen mit Kren. Meisterkoch<br />

Hans Peter Fink demonstriert, dass die<br />

würzige Schärfe des Krens nicht nur das Herz zu<br />

erwärmen vermag und allzu üppige Fettränder<br />

der Brettljause neutralisiert, sondern auch am<br />

anspruchsvolleren Gaumen alle Stücke spielt:<br />

von klassischen Beilagen wie Apfelkren und<br />

Semmelkren über köstliche Hauptgerichte, Vorspeisen,<br />

Saucen und Salate bis zu pikanten<br />

Snacks und ungewöhnlichen Dessert-Ideen.<br />

DIE INTERNETFALLE<br />

Thomas R. Köhler<br />

Frankfurter Allgem. Buch<br />

Im Internet bin ich anonym, ich kann tun und<br />

lassen was ich will. Diese Aussage illustriert eine<br />

gängige Vorstellung, die sich in den Köpfen<br />

der Nutzer festgesetzt hat, wenn es um die Frage<br />

des „digitalen Ichs“ im Onlinezeitalter geht.<br />

30 Millionen Menschen nutzen allein in Deutschland<br />

soziale Netzwerke im Internet. Aber kaum<br />

jemand kennt die Hintergründe und Zusammenhänge<br />

der Web 2.0-Welt, jenseits<br />

wiederkehrender Pressemeldungen über Datenklau,<br />

Cyberstalking, Identitätsdiebstahl und<br />

Online-Mobbing. „Die Internetfalle“ liefert einen<br />

Blick hinter die Kulissen der Webwelt.<br />

GEHIRNTRAINING<br />

Duden<br />

Bibliographisches Institut Mannheim<br />

Dieser Band versammelt spannende Denksportaufgaben<br />

unterschiedlichster Art und verschiedenster<br />

Schwierigkeitsstufen, um in unterhaltsamer<br />

Weise die sprachliche, logische und<br />

praktische Intelligenz zu trainieren und das Gehirn<br />

in Bestform zu halten. Das Buch versteht<br />

sich als „Zehnkampftraining“ auf dem Gebiet<br />

des Denksports und fördert die Leistungsfähigkeit<br />

des Gehirns. Vor allem aber soll es Spaß<br />

machen, die kniffligen Aufgaben zu lösen. Der<br />

handliche Band eignet sich nicht nur als Rätsellektüre<br />

für das heimische Sofa sondern sorgt<br />

auch für Kurzweile in Bus und Bahn.<br />

MADEIRA<br />

Oliver Breda<br />

Michael Müller Verlag<br />

Mitten im Atlantik präsentiert der Profi-Wanderführer<br />

Oliver Breda 35 Touren für jeden Geschmack<br />

und jede sportliche Ambition. Madeira<br />

hat auf kleinstem Raum Fantastisches zu<br />

bieten: markante felsige Küsten; dichten, märchenhaften<br />

Lorbeerwald; zahlreiche Wasserfälle<br />

und eine zerklüftete Hochgebirgsregion,<br />

die es mit anderen Gebirgen dieser Welt durchaus<br />

aufnehmen kann. Interessante Wege wurden<br />

neu angelegt, uralte Pfade hat man restauriert,<br />

und auf den inseltypischen Levadas<br />

erreichen Wanderer Gebiete, die Nur-Urlauber<br />

niemals zu Gesicht bekommen würden.<br />

TOLLE ZEITEN & GROSSE JÄGER<br />

BAND II<br />

Klaus Neuberger<br />

Krals Verlag<br />

Die Jagd und das Waidwerk waren und sind Bestandteil<br />

der Kultur, speziell in Österreich. Die im<br />

Buch Genannten und Beschriebenen waren und<br />

sind allesamt Träger des Feuers und der Jagdtradition<br />

und nicht die Bewahrer der Asche. Allen<br />

Porträtierten war und ist eine stete Unermüdlichkeit<br />

für die Jagd gemein. Einige der<br />

Protagonisten zählen, der Vergleich sei hier<br />

gestattet, zur internationalen „Champions-League“<br />

der Jagd. Abgerundet ist das Buch durch<br />

spritzige Anekdoten über Jagdhunde und jagdliche<br />

Textilien, sowie über Bienen- und Wespenstiche<br />

auf der Jagd.<br />

AUSTRIAN STYLE<br />

Irmi Soravia<br />

Brandstätter Verlag<br />

Soravia und Harald Eisenberger haben einen<br />

Streifzug durch Österreichs stilsicherste Refugien<br />

unternommen – vom Stadtpalais über die Seevilla<br />

bis hin zum Zweitwohnsitz in den Alpen. Die<br />

schönsten privaten Wohnräume präsentieren sie<br />

in diesem opulenten Buch: Nicht sterile Architektur<br />

und Schöner-Wohnen-Ambiente, sondern<br />

Oasen der Ruhe und Harmonie, des Wohlbefindens<br />

und Beheimatetseins, geschmackvolle<br />

und behagliche Interieurs, in denen sich Kunst<br />

und beste Handwerkskunst zu faszinierenden<br />

Wohnlandschaften fügen. Eine inspirierende<br />

Reise durch Österreichs exlusivste Wohnungen,<br />

Villen und Schlösser, die zum Träumen einlädt.<br />

ENDLICH ALLE ERFOLGS-<br />

GEHEIMNISSE<br />

Helmut A. Gansterer<br />

Eco Win<br />

In seinem Opus Magnum verdichtet der Autor<br />

die Erfahrung aus 10 Weltreisen, 20 Jahren als<br />

Chefredakteur und 30 Jahren als Herausgeber<br />

des Wirtschaftsmagazins trend . Er bietet eine<br />

neue Erfolgs-Systematik. Sie hilft Frauen und<br />

Männern, Grünschnäbeln und Silberpanthern<br />

auf dem Weg nach oben. Die zwölf elementaren<br />

Weisheiten und die vielen wichtigen Tipps<br />

können von Allen sofort umgesetzt werden. Die<br />

maßgeblichen Eigenschaften der Erfolgreichen<br />

sind nicht unverrückbares Schicksal, sondern erlernbares<br />

Geschick. Eine abgestimmte Mischung<br />

aus erheblicher Lebenserfahrung und Witz.<br />

AZOREN<br />

Michael Bussmann<br />

Michael Müller Verlag<br />

Die Inseln zum Entdecken mitten im Atlantik!<br /