SOCIETY 356/2010

Villaflora23aa

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE ■ WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

SOCIETY

P.B.B. GZ 03Z034905M, ERSCHEINUNGSORT, VERLAGSPOSTAMT 1140,2120, PREIS ¤ 4,–

SEIT 1945 | 65. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. 356_WINTER 2010

COVERSTORY

LIU XIUMING

LÄNDERSCHWERPUNKT

CHINA

65. ERSCHEINUNGSJAHR | NR. 356_WINTER 2010 CHINA LIU XIUMING SOCIETY

04|10

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EDITORIAL

Schritt für Schritt mit Engagement und Überzeugung

Ach, das Erhabene

Nur der Gezeichnete wird reden

und das Vermischte bleibe stumm,

es ist die Lehre nicht für jeden,

doch keiner sei verworfen drum.

***

Themenschwerpunkt China

Mit dieser Lyrik von Gottfried Benn möchte ich

das vierte Magazin dieses Jahres beginnen und eine

großartige Ausgabe über vierzig Jahre diplomatische

Beziehungen zwischen China und Österreich

in Kooperation mit der chinesischen Botschaft einleiten.

Wir lernen über die Bedeutung Österreichs

als Vorreiter Europas im Aufbau von politischen und

wirtschaftlichen Kontakten mit China, was auch

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in seiner Grußbotschaft

an SOCIETY hervorstreicht. Wie immer gibt es eine Vielzahl

an von uns recherchierten Berichten und Kommentare zum

Leitthema.

Ach, das Erhab‘ne ohne Strenge,

so tief umschleiernd, tief versöhnt,

ganz unerfahrbar für die Menge,

da es aus einer Wolke tönt.

***

Titelblattkünstlerin

Liu Xiu Ming, mit mir schon seit mehr als zwanzig Jahren befreundet,

bietet mit ihren Kunstwerken Einblick in die bilateralen

Kulturprojekte. Als Schülerin Arik Brauers unterrichtet sie an

der Universität in Peking ebenso wie in Wien. Ihre bewegten, duftigen

Kunstwerke bezaubern durch ihre Dynamik und mit einer

aus Tradition und Moderne entsprungenen Mischung.

Nur wer ihm dient, ist auch verpflichtet,

es selbst verpflichtet nicht zum Sein,

nur wer sich führt, nur wer sich schichtet,

tritt in das Joch der Höhe ein.

***

Eigenveranstaltungen

Wieder blicken wir auf eine Reihe von bemerkenswerten Veranstaltungen

zurück. Hervorzuheben ist das besonders erfolgreiche

„Junior Diplomats Event“, wo wir die Jungdiplomaten erstmals

in das Bank Austria Kunstforum zur Frida Kahlo Ausstellung

mit darauffolgendem Empfang in den Tresor einluden. Mehr als

300 Juniors folgten unserer Einladung mit Tombola, bei der wir

u. a. einen iPad verlosten. Wieder einmal haben wir damit ein Vorreiterzeichen

gesetzt. Juniors sind jene Diplomaten,

die erst kürzlich in Wien akkreditiert

sind, zum Unterschied von den Senior Diplomaten,

die schon länger in Österreich arbeiten. Das

Echo war enorm.

Ebenso haben wir mit unserer Auftaktveranstaltung

in Salzburg im Hotel Sheraton einen

längst fälligen Schritt in Richtung der Eröffnung

unseres Salzburgbüros gesetzt. Mit Lea Millesi

konnten wir auch in den Vereinigten Staaten

ein weiteres redaktionelles Standbein aufbauen.

Nur wer es trägt, ist auch berufen,

nur wer es fühlt, ist auch bestimmt –:

da ist der Traum, da sind die Stufen

und da die Gottheit, die es nimmt.

Mit diesem Gedicht, quasi zwischen den Zeilen, wünsche ich

Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Magazins und beim Besuchen

unserer Veranstaltungen, die wir weiterhin mit viel Engagement

und Überzeugung durchführen werden.

***

SOCIETY innovativ

Dass die Firma Apple unsere iPad-Applikation im iTunes

Store seit kurzem kostenlos in ihre Liste der empfohlenen Magazine

aufgenommen hat, ist ein großes Kompliment an unser anspruchsvolles

Produkt, ebenso wie die Worte, die Bundespräsident

Dr. Fischer unserer Tätigkeit widmet: „Ich danke bei dieser Gelegenheit

SOCIETY für die Bemühungen, mit denen das Magazin

seit vielen Jahren in engagierter Weise zum Brückenschlag zwischen

Österreich und den in Wien ansässigen Botschaften und

Vertretungen beiträgt.“

In Dankbarkeit und im Sinne des beigefügten Gedichts von

Gottfried Benn

Herzlich Ihre

Gerti Tauchhammer

COVER: LIU XIUMING, BLAUER WALZER (DETAIL), ÖL AUF LEINWAND, 180 X 90 CM, 2009

SOCIETY 4_10 | 5


INHALT

WINTER | 2011

SOCIETY EVENTS

Junior Diplomats‘ Reception im BA Kunstforum ........ 34

Salzburg-Präsentation von SOCIETY ........ 38

IMPRESSUM

■ CHINA

Grußbotschaften ................ 10

Länderporträt: Faszination China ................ 12

Interview mit Botschafter SHI Mingde ................ 16

Österreich: Interview mit Botschafter Martin Sajdik ................ 20

Handelspartner China: WKO Oskar Andesner ................ 24

Chinas Wirtschaft auf der Überholspur ................ 26

Chinesische Sprachschule ................ 28

Kommentar: Hermine Schreiberhuber ................ 30

Chinesische Küche ................ 32

■ DIPLOMATIE UND POLITIK

Diplomatenkarussell ................ 42

OSZE Gipfel in Astana ................ 49

Wiener Opernball in Washington, DC ................ 51

European Cultural Parliament ................ 52

Fokus: Mazedonien-Österreich ................ 54

Simon Inou: „Charta des Zusammenlebens“ ................ 56

■ WISSENSCHAFT UND WIRTSCHAFT

Interview mit Gabriel Lansky ........ 68

Herbert Pietschmann: Das Atomzeitalter ........ 72

Georg Zanger über China ........ 74

The Boss Is Watching You ........ 76

Herbert-Batliner-Europapreis in Salzburg ........ 78

■ LIFE UND STYLE

Après Feiertage: Gesundheitszentrum Igls ........ 83

Gesunde Zähne mit „Smile“ ........ 85

Geheimtipp: Wiener Punschkrapfen ........ 86

Cucina Austriaca in Rom ........ 88

Stylingtipps von Ingrid Chladek ........ 89

Designerin Tatjana Petrovic: Mode ist Individualität ........ 90

Paul Prinz - Lederdesign vom Feinsten ........ 96

■ KUNST UND KULTUR

Nestroypreis ........ 102

Porträt: Maria Bisso ........105

Interview mit Produzent und Songwriter Peter Wolf ........ 107

Coverstory: Liu Xiuming ........ 110

Doris Maria Kofler ........ 114

WIRTSCHAFT ■ POLITIK ■ DIPLOMATIE

WISSENSCHAFT ■ KULTUR ■ LEUTE

MEDIA EVENTS NETWORKING

ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich

PREIS: Jahresabonnement ¤ 16,--, zzgl. ¤ 7,-- Versand

Einzelheft: ¤ 4,--

BESTELLUNG: abo@society.at

MEDIENINHABER, VERLEGER ZU 100%: Tauchhammer KG

HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN:

Mag. Gertrud Tauchhammer

LEITUNG REDAKTION:

Mag. Stephan Hofstätter

REDAKTIONELLE MITARBEIT:

Eva Bavandi, Lilian Borek, Anthony Jacobson, Alexandra

Ortíz, David Zalud

AUTOREN DIESER AUSGABE:

Mag. Ingrid Chladek, Prof. Gerhard Gutruf, Simon Inou,

Gerhard von Lentner, Mag. Eva von Schilgen, Wolf von

Schilgen, Dr. Susanne Scholl, Mag. Hermine Schreiberhuber,

Mag. Tanja Tauchhammer, Dr. Monika Türk

NEW YORK AUSLANDSKORRESPONDENZ: Lea Millesi

ANZEIGENVERKAUF: G. Tauchhammer

GESTALTUNG: Hermann Stöckl, www.hermannsgrafik.at

REDAKTIONSADRESSE: Villa Flora, A-1140 Wien,

Hüttelbergstraße 23A,

TELEFON: 01-914 77 44-0, Fax: 01-914 77 44-8

E-MAIL: mail@society.at

www.society.at

FOTOS: Katharina Schiffl, B.Sc., Ekaterina Prokofieffa,

Heeresbild- und Filmstelle, 1070 Wien, Stiftgasse 2a,

Tel.: 01/5200-37240; UNOV, CTBTO, UNIDO Wagramerstraße

5, 1400 Wien

DRUCK: Druckerei Berger, Wienerstraße 80, 3580 Horn,

Tel.: 02982/4161-0 www.berger.at

HERAUSGEBERIN: Kommerzialrat Honorarkonsulin

Mag. Gertrud Tauchhammerin Kooperation mit der

ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR AUSSEN-

POLITIK UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Seit 1945

VORSTAND (SEIT DEZEMBER 2008)

PRÄSIDENT:

Altbundeskanzler NRAbg. Dr. Wolfgang Schüssel

VIZEPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Bot. i.R. Dr. Peter Jankowitsch

Bot. i.R. Dr. Gregor Woschnagg

BM a.D. NRAbg. Herbert Scheibner

NRAbg. Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen

EHRENPRÄSIDENTEN:

BM a.D. Dr. Willibald Pahr

Bot. i.R. Dr. Wolfgang Schallenberg

GENERALSEKRETÄR: Michael F. Pfeifer

VERTRETER DER ZWEIGVEREINE:

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker (Landessektion Steiermark)

Gregor Waldhauser (AFA)

WEITERE VORSTANDSMITGLIEDER:

Bot. i.R. Dr. Alexander Christiani

Bot. Dr. Johannes Kyrle (als Generalsekr. für ausw. Angel.)

Bot. i.R. Dr. Eva Nowotny

Bot. i.R. Dkfm. Dr. Karl Peterlik

BM a.D. NRabg. Dr. Ursula Plassnik

Gen Mag. Raimund Schittenhelm

Mag. Liselotte Waldheim-Natural

Dr. Axel Wüstenhagen

SOCIETY IST OFFIZIELLER MEDIENPARTNER

DER ÖGAVN

BLATTLINIE: SOCIETY berichtet über Top-Ereignisse aus

Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft.

SOCIETY informiert außerdem in Zusammenarbeit

mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die

Vereinten Nationen über Einrichtungen der Vereinten Nationen.

Jede Ausgabe ist einem Fokusland gewidmet. Durch die Zusammenarbeit

mit der jeweiligen Botschaft in Österreich trägt

SOCIETY wesentlich zur Kommunikation zwischen Österreich

und dem Fokusland bei und ist dadurch ein medialer Multiplikator

der Spitzenklasse in Österreich und in der ganzen Welt.

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Wiener Porzellan manufaktur

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WIEN PRODUCTS ist ein Projekt der Wirtschaftskammer Wien,

welches 1995, mit dem Ziel ausgewählte Wiener Konsumgüterhersteller in ihren Exportaktivitäten

zu unterstützen, gegründet wurde. Die derzeit 50 WIEN PRODUCTS Betriebe

stehen für höchste Produktqualität, exzellenten Service sowie das Bestreben den einzigartigen

Flair und die Ästhetik Wiens in ihre Erzeugnisse einfließen zu lassen.

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Internet unter www.wienproducts.at oder im WIEN PRODUCTS

Service Center unter der Telefonnummer +43 1 514 50 1517.

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GASTAUTOREN

WINTERAUSGABE

Partner von SOCIETY

Qualität verbindet

Zahlreiche prominente Gastautoren schreiben in der aktuellen Winterausgabe von SOCIETY

zu den unterschiedlichsten Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Lifestyle.

Herbert Pietschmann Hermine Schreiberhuber Simon Inou Gerhard Gutruf Susanne Scholl

***

Prof. HERBERT PIETSCHMANN ist

Emeritus am Institut für theoretische Physik

der Universität Wien und Buchautor. Er

verbrachte viele Jahre als Forscher im Ausland.

Seit fünf Jahren schreibt er für SO-

CIETY über Themen der Wissenschaft,

Philosophie und Gesellschaft. In dieser

Ausgabe fragt er angesichts ungelöster Probleme:

Kernenergie - Quo vadis?

***

Mag. HERMINE SCHREIBERHUBER

war stellvertretende Ressortleiterin der

Außenpolitik bei der APA. Für die SOCIETY-

Länderschwerpunkte verfasst sie regelmäßig

politische Analysen und Hintergrundberichte

mit den Schwerpunkten

Kaukasus, Zentralasien, Lateinamerika

und EU. Dieses Mal erläutert sie den Aufstieg

Chinas und berichtet vom 11. OSZE-

Gipfel in Astana.

***

SIMON INOU stammt aus Kamerun, studierte

Soziologie und ist Journalist (z. B. Radio

Afrika International) mit dem Schwerpunkt

interkultureller Medienarbeit. Er

ist Mitbegründer von www.afrikanet.info

und Projektleiter von M-Media. Für seine

Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen

bekommen, u. a. vom Land Steiermark

und der EU. Im SOCIETY-Kommentar

macht er Vorschläge für eine Wiener

„Charta des Zusammenlebens“.

***

GERHARD GUTRUF, Prof. MMag., ist Maler

und Grafiker; für SOCIETY verfasst er

von Zeit zu Zeit Artikel. In China waren bisher

zwei große Gutruf-Museumsausstellungen

zu sehen (Peking 2000, Ningbo

2008). Er ist heuer als einziger Österreicher

bei der 1. Internationalen Shanghai Watercolour

Biennale vertreten. Sein Gastartikel

in dieser Ausgabe behandelt die intensiven

Kulturbeziehungen zwischen der

Alpen- und der Volksrepublik.

***

Dr. SUSANNE SCHOLL ist weithin als

ORF-Korrespondentin in Moskau bekannt,

wo sie ab 2000 das ORF-Büro leitete. In

zahlreichen Publikationen (u. a. „Russisches

Tagebuch“ und „Töchter des Krieges“)

beschäftigt sie sich mit dem Thema

Russland. Die Trägerin des Österreichischen

Ehrenkreuzes für Wissenschaft und

Kunst beschäftigt sich in ihrer Kolumne

mit den Herausforderungen für die Fußball-WM

2018.

***

Mag. INGRID CHLADEK ist Gesellschafterin

der Dresscode Company und Head von

Dressforsuccess. Sie berät in Fragen Business-

Outfit, Image, Stil und Styling. Ihr Wissen

präsentiert sie anhand von Prominenten-Styling-Checks.

In dieser Ausgabe verrät sie

uns, wie man sich in der Ballsaison stilgerecht

in Schale wirft.

***

Dr. GEORG ZANGER ist als Rechtsanwalt

u. a. auf Wettbewerbs-, Urheber- und Medienrecht

spezialisiert. In China hat er ein

Netzwerk mit 25 Rechtsanwaltskanzleien

geschlossen, um Investitionen nach Österreich

zu bringen. In dieser China-Ausgabe

widmet er sich den rechtlichen Herausforderungen,

die bei Geschäften mit China

zu beachten sind.

***

GERHARD VON LENTNER blickt für

SOCIETY in die Sterne. Der mediale Berater,

Kartenleger, Heiler und Buchautor beschäftigt

sich intensiv mit Lebensberatung

und verrät den SOCIETY-Lesern in jeder

Ausgabe, wohin Österreich und die Welt

steuern und was die Sterne in Beruf, Liebe,

Finanzen und Gesundheit für jeden bereithalten.

***

WOLF und EVA VON SCHILGEN sind

langjährige Stammschreiber für SOCIETY.

Die Unternehmerin, Kulturmanagerin und

Journalistin Eva von Schilgen ist das

SOCIETY-Standbein in Salzburg und berichtet

mit viel Elan über Kultur und Gesellschaft

abseits der österreichischen

Bundeshauptstadt. Der „lachende Satiriker“

und Ehemann Wolf von Schilgen, gefeierter

Buchautor, beschließt jede SOCIETY-

Ausgabe mit seinen Satiren und zaubert ein

Lächeln auf die Lippen der SOCIETY-Leser.

Ingrid Chladek Georg Zanger Gerhard von Lentner Wolf und Eva von Schilgen

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LIFE UND STYLE

REISE

Megayacht „Le Boréal“

Ponant Yachtkreuzfahrten

Savoir-vivre auf hoher See

Auf den neuen Megayachten „Le Boréal“ und ab 2011 „L’Austral“ oder dem Großsegler „Le Ponant“

bietet Ponant Yachtkreuzfahrten höchsten Komfort, exzellenten Service und feinste Küche.

KREUZFAHRTEN/TERMINE

ADRIA - KROATISCHE RIVIERA / VENEDIG - VENEDIG

8 Tage

31. Mai - 07. Juni 2011 07. - 14. Juni 2011

14. - 21. Juni 2011 28. Juni - 05. Juli 2011

05. - 12. Juli 2011 12. - 19. Juli 2011

19. - 26. Juli 2011

ab 1.950 Euro

ANTARKTIS / USHUAIA - USHUAIA

11 Tage

19. - 29. Januar 2011

29. Januar - 08. Februar 2011

08. - 18. Februar 2011

ab 2.950 Euro

KONTAKT

Sabine Rajkovic

SEEREISEN CENTER

Tel. +43 1 713 04 00 • Fax: +43 1 715 45 10

A-1030 Wien, Landstraßer Hauptstraße 71/2/313

E-mail: office@seereisen-center.at

Ein Unternehmen von Caravelle Seereisen & Touristik

Ges.m.b.H., HG Wien, FN87405m, ATU 15460203

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www.seereisen-center.at

Der Kreuzfahrtmarkt boomt, in den vergangenen

Jahren wurden immer größere

Schiffe für immer mehr Passagiere

in Dienst gestellt. Mit dem Resultat,

dass man sich auf manch großem Luxusdampfer

bereits wie an überfüllten Stränden

fühlt. Die entgegengesetzte Richtung

hat die französische Reederei Ponant Yachtkreuzfahrten

eingeschlagen.

Auf fünf Yachten mit persönlicher Atmosphäre

kann sich die Besatzung aufmerksam

um jeden Gästewunsch kümmern:

den beiden Superyachten der Extraklasse

„Le Boréal“ und „L’Austral“ für 264 Passagiere,

dem Dreimaster „Le Ponant“ für 64 Gäste

sowie der Motoryacht „Le Levant“ mit 45

Kabinen und dem Expeditionsschiff „Le

Diamant“ für 226 Passagiere.

Savoir-vivre ist das Leitmotiv an Bord der

Schiffe, die eine mehrsprachige, europäische

Atmosphäre mit französischem Touch

bieten. Neben großzügig ausgestatteten Kabinen

und Suiten erwartet die Reisenden

ein persönlicher Premium-Lifestyle-Service,

der sämtliche Wünsche schnell und

diskret erfüllt. An Bord wird hervorragende

französische Küche serviert.

Das größte Plus aber sind die ausgefallenen

Kreuzfahrten abseits der viel befahrenen

Routen: Aufgrund der geringeren

Schiffsgrößen können exklusive Reiseziele

angefahren werden, die von Kreuzfahrtriesen

aufgrund ihrer Größe ausgelassen werden

müssen. Dies führt zu einmaligen Ausflugserlebnissen.

Die „Le Boreál“ wurde vom europäischen

Kreuzfahrtverband EUCRAS übrigens

als bester Neubau 2010 ausgezeichnet.

Großsegler „Le

Ponant“


CHINA

GRUSSBOTSCHAFT

„Mit dieser Ausgabe werden

die Leserinnen und Leser

einen besseren Überblick über

China und die guten Beziehungen

beider Länder

bekommen.“

SHI MINGDE

S.E. SHI Mingde

Grußwort des chinesischen Botschafters

Ich freue mich sehr, dass das Magazin

„Society“ zum vierten Mal eine Ausgabe

mit Schwerpunkt China präsentiert. Ein

besonderer Anlass dafür ist das vierzigste

Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen

Beziehungen zwischen China und

Österreich. Mit dieser Ausgabe werden die

Leserinnen und Leser einen besseren Überblick

über China und die guten Beziehungen

beider Länder bekommen. Für diesen

Beitrag möchte ich mich bei dem Magazin

recht herzlich bedanken.

Mit Freude stelle ich fest, dass sich in

den vergangenen vierzig Jahren dank Bemühungen

beider Seiten die Beziehungen

beider Länder schnell und umfassend entwickelt

und eine nie dagewesene Breite

und Tiefe erfahren haben. China ist das

größte Entwicklungsland auf der Welt.

Österreich ist ein wichtiges Mitglied der

Europäischen Union und spielt eine besondere

Rolle in der Region. Eine gute

und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen

China und Österreich liegt nicht nur im

Interesse beider Länder, sie leistet auch einen

wichtigen Beitrag zur Entwicklung

der Beziehungen zwischen China und der

Europäischen Union.

Im Jubiläumsjahr 2011 wird es eine Reihe

vielfältiger, interessanter Veranstaltungen

in China und in Österreich geben, die

beide Länder vorstellen und vor allem die

Menschen zum besseren Verständnis und

Austausch bringen werden. Mit voller Zuversicht

blicken wir auf die zukünftige

Entwicklung der Beziehungen und vorteilhafte

Zusammenarbeit beider Länder

auf den politischen, wirtschaftlichen und

kulturellen Gebieten. Gemeinsam wollen

wir unsere Beziehungen mit neuem Inhalt

und mehr Substanz gestalten und vorantreiben.

SHI Mingde

außerordentlicher und bevollmächtigter

Botschafter der Volksrepublik China in

Österreich

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CHINA

GRUSSBOTSCHAFT

„Ich gratuliere dem Magazin

SOCIETY sehr herzlich

zur vorliegenden Jubiläumsausgabe

aus Anlass des 40-

jährigen Bestehens der diplomatischen

Beziehungen

zwischen Österreich und der

Volksrepublik China.“

HEINZ FISCHER

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

Grußbotschaft

Ich gratuliere dem Magazin SOCIETY sehr

herzlich zur vorliegenden Jubiläumsausgabe

aus Anlass des 40-jährigen Bestehens

der diplomatischen Beziehungen

zwischen Österreich und der Volksrepublik

China.

Es ist bekannt, dass ich in allen meinen

bisherigen politischen Funktionen – als

Parlamentarier, als Wissenschaftsminister,

als Nationalratspräsident, und jetzt als

österreichischer Bundespräsident – die

Entwicklung in China immer mit großer

Aufmerksamkeit verfolgt habe.

So hatte ich bereits seit 1974 viele Male

die Gelegenheit, das Land zu besuchen

bzw. hochrangige Gäste aus der Volksrepublik

China in Österreich zu begrüßen.

Diese Besuche sind, wenn auch über große

Entfernung hinweg, ein wichtiger Beweis

unserer freundschaftlichen Beziehungen.

Es ist sehr erfreulich, dass besonders die

wirtschaftliche Zusammenarbeit in diesen

vergangenen vier Jahrzehnten intensiviert

wurde; unsere beiden Länder pflegen

einen erfolgreichen ökonomischen Austausch.

Davon konnte ich mich zuletzt bei

meinem Staatsbesuch in der Volksrepublik

China gemeinsam mit Mitgliedern

der österreichischen Bundesregierung und

einer großen Wirtschaftsdelegation im

Jänner 2010 neuerlich überzeugen.

Die Dynamik des Wirtschaftswachstums

im „Reich der Mitte“ wird auf der

ganzen Welt mit großem Interesse zur

Kenntnis genommen, ebenso der Reichtum

seiner Kunst und Kultur.

Seit vielen Jahren besteht ein breites

Interesse an einem wechselseitigen kulturellen

Austausch. In diesem Sinn pflegen

die Republik Österreich und die Volksrepublik

China einen intensiven künstlerischen

Dialog.

Im politischen Verständigungsprozess

der Gegenwart sind wir als internationale

Staatengemeinschaft immer wieder Lernende,

die versuchen müssen, einander

auf friedliche Weise besser zu verstehen

und miteinander verantwortlich umzugehen.

Ich danke bei dieser Gelegenheit

SOCIETY für die Bemühungen, mit denen

das Magazin seit vielen Jahren in engagierter

Weise zum Brückenschlag zwischen

Österreich und den in Wien ansässigen

Botschaften und Vertretungen

beiträgt.

Ich gratuliere herzlich zur gelungenen

Nummer „40 Jahre österreichisch-chinesische

Beziehungen“ und verbinde das mit

meinen besten Wünschen für eine gute,

friedliche, humane, gemeinsame Zukunft

unserer beiden Länder!

SOCIETY 4_10 | 11


CHINA

LÄNDERPORTRÄT

China ist Inspiration

Das Land des roten Drachen vereint eine reiche Vielfalt an kulturellen Highlights, eine atemberaubende

Landschaft und historische Bauwerke.

Die Abwechslung der Fülle an Naturschönheit

und die faszinierende Kultur

zeichnen China aus. Gerne auch

als „schlafender Riese“ bezeichnet, hat sich

das Land zur beliebten Urlaubsdestination

entwickelt. Es wird auch gerne als Land der

Paläste und Pagoden bezeichnet. Im kaiserlichen

China dominierten die Grundprinzipien

der architektonischen Gestaltung

auf der Kosmologie, die von Himmel und Erde

bestimmt war. Das oberste Ziel galt hier

dem Streben nach dem perfekten Einklang.

Aber nicht nur auf geschichtlichem Terrain

kann man auf eindrucksvolle Denkmäler

verweisen, denn China ist wirtschaftlich

längst auf der Überholspur angelangt.

In den letzten zwanzig Jahren

prosperierte die Wirtschaft des Landes

enorm. Dadurch erreichte man eine Lebensqualitätsoptimierung

für Millionen

von Menschen, speziell im Bereich der Ostküste.

China besitzt zwar hohe Vorkommen

an fossilen Energieträgern, jedoch

nicht genug Öl, um den eigenen Bedarf zu

decken, und zählt weltweit zu den größten

Importeuren von Rohöl.

Was man erlebt haben muss

Die Besteigung eines heiligen Berges

blickt auf eine lange Tradition zurück.

Diese Pilgerreisen zu den heiligen Bergen

des Daoismus und Buddhismus sind relativ

leicht zu organisieren. Die Wanderung

zum Emeishan, der als einer der vier heiligen

buddhistischen Berge gilt, ist ein Faszinosum

der Naturgewalten. Bei klarem

Blick reicht die atemberaubende Aussicht

bis zu den verschneiten Spitzen des östlichen

Himalaja. Eine gut strukturierte

Reiseroute und idyllische Beherbergungs-

12 | SOCIETY 4_10


FACTS IN BRIEF

squelle

möglichkeiten, in einem der vielen Tempelanlagen,

lassen den Aufenthalt unvergesslich

bleiben. Innerhalb von zwei bis

drei Tagen kann man den Gipfel, der in

3099 Meter Höhe liegt, erreichen. Ausgangspunkt

für dieses einzigartige Erlebnis

stellt das Baooguo-Kloster dar.

Ein weiterer Höhepunkt ist das Laternenfest,

das im Anschluss an das Neujahrsfest

in ganz China zelebriert wird. Am

15. Tag des 1. Mondmonats, errechnet nach

dem traditionellen chinesischen Kalender,

werden die kunstvollsten Laternen angefertigt

und zur Schau gestellt. Die Motive

reichen von prunkvollen Palästen, historischen

Figuren bis wunderbaren Blüten.

Ein Spektakel bildet das abendliche Anzünden

der Laternen. Früher wurden die

Laternen an der Hausmauer platziert. Heute

werden die herausragendsten Stücke an

exponierten Stellen in den Städten ausgestellt,

wie der alten Stadtmauer in Xi`an.

***

Was man gesehen

haben muss

Die Große Mauer in der Umgebung Pekings

zählt zu den „neuen sieben Weltwundern“.

Ein Muss für jeden Reisenden,

der dies gleich mit einem Ausflug zum kaiserlichen

Sommerpalast in Chengde verbinden

möchte. Die ersten Mauern wurden

bereits vor mehr als 2000 Jahren von verschiedenen

Fürstentümern erbaut. Vollendet

wurde der Bau zwischen dem 14.

und 17. Jahrhundert. Die Große Mauer (in

China sagt man „Lange Mauer“) erstreckt

■ LÄNDERNAME: Volkrepublik China

■ FLÄCHE: 9.572.419 km 2

■ KLIMA: Aufgrund der räumlichen

Ausdehnung ist China von einer klimatischen

Vielfalt und extremen

Temperaturunterschieden geprägt:

Im Nordosten des Landes herrscht

Kontinentalklima, im Süden subtropisches

und tropisches Klima. Die

Sommermonsune dauern von Mai bis

September an und bringen Regen

vom Pazifik.

■ LAGE: China liegt im Osten Asiens

und erstreckt sich fast über ein Viertel

des Kontinents. Es hat die längste

Landesgrenze auf der Erde und

grenzt an 14 Staaten: Mongolei, Russland,

Nordkorea, Vietnam, Laos, Myanmar,

Bhutan, Nepal, Indien, Pakistan,

Afghanistan, Tadschikistan,

Kirgistan, Kasachstan.

■ HAUPTSTADT: Peking (17,6 Mio.

Ew.)

■ BEVÖLKERUNG: 91,6% Han-Chinesen,

1,4% Zhuang, 0,8% Mandschu,

0,8% Hui, 0,7% Miao, 4,3% Mongolen,

Koreaner, Turkvölker, Tibeter

■ SPRACHEN: Chinesisch, viele

regionale Dialekte

■ WÄHRUNG: Renminbi (Yuan),

1 EUR = 10 RMB

■ RELIGIONEN: 00 Mio. Buddhisten,

30 Mio. Daoisten, 20 Mio. Muslime, 15

Mio. Protestanten, 4 Mio. Katholiken

■ NATIONALFEIERTAG: 1. Oktober,

Staatsfeiertag

■ STAATSFORM: Volksrepublik

■ STAATSOBERHAUPT UND REGIE-

RUNG: Staatspräsident Hu Jintao

(seit 2003), Regierungschef Wen Jiabao

(seit 2003)

■ UNABHÄNGIGKEIT: Ausrufung der

Volksrepublik durch Mao Zedong am

1. Oktober 1949

■ VERWALTUNG: 23 Provinzen, 5

autonome Gebiete, 4 regierungsunmittelbare

Städte, 2 Sonderverwaltungszonen

■ MITGLIED IN INTERN. ORGANI-

SATIONEN: WTO, APEC, UNO, SCO

SOCIETY 4_10 | 13


Grenzenlos: Wandern auf der Mauer

Kontrastreich: Hongkong ][ Kulturzeugnis:

Terrakottaarmee von Xi‘an

CHINA

LÄNDERPORTRÄT

BUCHTIPPS

Shanghai

Robert Zsolnay

Michael Müller Verlag

Globetrotter, Trendsetter, Geschäftsleute

und Künstler strömen

in die von Kontrasten geprägte

Metropole, die 2010 die

Weltausstellung ausrichtete. Im

Morgendunst des Huangpu-Flusses üben sich Einheimische

im Fächertanz, dahinter thronen die Kolonialbauten

der Prachtstraße „Bund“, und gegenüber schimmern die

Fassaden gewaltiger Hochhäuser.

on tour

China

China

Polyglott Verlag

flipmap

China

Der Reiseführer mit innovativem

Tourenkonzept bringt Sie zu den

schönsten Reisezielen in China.

Man entdeckt den Südwesten, Peking,

Xi'an, Shanghai und Hong-

NEU

kong. Zum Einstieg bekommt man

einen Überblick über die Reiseregion und stellt die

schönsten Touren vor. Weitere Stichworte dieses Kapitels:

Klima und Reisezeit, Anreise und Reisen in der Region,

Sport und Aktivitäten sowie Unterkunft.

China: Erkundungen im Reich

der Mitte

Francoise Hauser

Trescher Verlag

Dieser Reiseführer bietet kompetente

Hilfe bei der Reisevorbereitung

und vor Ort. Neben

ausführlichen Informationen

über Land und Leute sowie der Vorstellung aller interessanten

Reiseziele und Regionen beinhaltet das Buch

zahlreiche praktische Hinweise und Tipps sowohl für Individualtouristen

als auch für organisierte Reisen.

WUSSTEN SIE, DASS...

■ …Shanghai auf eine jahrtausendelange Geschichte zurückblickt

und es trotzdem kaum Gebäudekomplexe

gibt, die älter als zwanzig Jahre sind? Man trumpft dafür

mit mehr als 2.000 modernen Wolkenkratzern auf.

■ …„Forbes“ Chinas Staatschef Hu Jintao als mächtigsten

Mensch der Welt einstufte? US-Präsident Barack Obama

fiel laut diesem Ranking auf Platz zwei zurück.

CHINA IM INTERNET

Lokalregierung Beijing

www.beijing.gov.cn

Presse

www.china.org.cn

Außenministerium

www.fmprc.gov.cn

Botschaft in Österreich

www.chinaembassy.at

Die 18-Millionen-Einwohner-

Metropole Shanghai

sich 6.000 km lang über Berge und Gipfel.

Oftmals fälschlich als Grenzmarkierung

bezeichnet, diente sie einzig und allein als

Schutz vor den feindlichen Barbaren.

„Die Verbotene Stadt“ ist die einzige historisch

erhaltene kaiserliche Residenz

Chinas. Die insgesamt 9000 Räumlichkeiten

boten 24 Kaisern eine herrschaftliche

Herberge. In den Zeremonienhallen wurden

wichtige Festivitäten zelebriert und

heute ist hier das größte Museum Chinas

angesiedelt. Das politische und kulturelle

Zentrum hingegen findet sich am Tianmen

Platz. Der weitläufigste Platz der Welt

kann eine Menschenmasse von einer Million

Menschen fassen und liegt im Herzen

Pekings.

Wenn man einen Ausflug nach Osten

nach Xi’an unternimmt, dann stößt man

auf gigantische Grabanlagen des Qin Shihuangdi,

die 1974 von Archäologen entdeckt

wurden – die Terrakotta-Armee. 8000

Kriegsfiguren, die in Schlachtformation

in elf Korridore aufgegliedert sind. Die

Herstellung der Figuren erfolgte in Fließbandfertigung

aus verschiedenen Teilen

und sie unterscheiden sich untereinander

nur durch ihre individualisierten Gesichter.

Komplettiert wurden die Tonkrieger

durch bunte Bemalungen und hölzerne

Kampfausrüstungen. Das Grab des Qin Shihuangdi

selbst ist noch immer ungeöffnet.

***

Was man probiert

haben muss

Durch chinesische Auswanderer hat die

kantonesische Küche weltweite Bekanntheit

erlangt. Die chinesische Küche ist aber

mindestens genauso vielfältig wie das Land

selbst. Es gibt deshalb viele regionale lukullische

Genüsse zu entdecken. Als Start in

DIE CHINESISCHE SPRACHE

Als bevölkerungsreichstes Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern

avanciert Chinesisch zur global meistgesprochenen

Sprache. Natürlich gibt es eine Mehrzahl an sprachlichen Abspaltungen

wie den Süd-Fujian-Dialekt, Hakka und die

Sprachen der Ureinwohner. Es hat sich jedoch eine einheitliche

Sprache etabliert. Diese firmiert unter der Bezeichnung

Putonghua, die früher als Mandarin bekannt war. Die gemeinsame

Schrift blickt auf eine lange Historie zurück und

gehört zur längsten Kulturtradition weltweit. Unter der linguistischen

Dominanz wurde die chinesische Schrift von den

ostasiatischen Kulturen (Korea und Japan) ebenfalls angenommen.

Im chinesischen Raum nimmt die Schrift eine zentrale

Rolle ein. Die Erlernung der Sprache und des Schriftsystems

gestaltet sich diffizil und fordert viel persönliches

Engagement. Die elementaren Grundzüge sind aufgrund des

Wegfallens von Konjugationen und Deklinationen überschaubar.

Die größte Hürde besteht wohl darin, die vier Töne

beim Erlernen der Schriftzeichen und die Vielzahl von

Sprichwörtern zu lernen.

14 | SOCIETY 4_10


AUS DER GESCHICHTE

FOTOS: CHINESISCHES FREMDENVERKEHRSAMT, PIXELIO, GEO REISEN

Bergdorf im Südosten Chinas

Die weltberühmte Terrakotta-Armee

Eine kantonesische Spezialität:

Frühlingsrollen

BERÜHMTE PERSÖNLICHKEITEN

■ Konfuzius (551 v. Chr.–479 v. Chr.): War ein chinesischer

Philosoph zur Zeit der östlichen Zhou-Dynastie. Das

zentrale Thema seiner Lehren war die menschliche Ordnung,

die seiner Meinung nach durch die Achtung anderer

Menschen erreichbar sei.

■ Laotse (ca. 600 v. Chr.-500 v. Chr.): Philosoph, Begründer

des Daoismus. Über Lao Zis Leben und Wirken

sind nur legendenhafte Angaben überliefert.

■ Du Fu (712 v. Chr.–770 v. Chr.): Ein berühmter Dichter in

der Tang-Dynastie. Von seinen Gedichten, die er über die

Natur und die Leiden des Menschen schrieb, sind heute

1.400 erhalten geblieben.

■ Sun Yatsen (1866–1925): Der Arzt wird gerne als Vater

der Republik bezeichnet. Er leitete den Sturz der Monarchie

und gründete die Guomindang (GMD), die nationale

Volkspartei.

■ Lu Xun (1881-1936): War ein berühmter Literat des 20.

Jahrhunderts. Er hatte die Entwicklung des modernen

chinesischen Romans ganz entscheidend geprägt.

■ Guo Moruo (1892-1978): Ein berühmter Schriftsteller, Historiker,

Literaturkritiker und Archäologe Chinas.

■ Mao Zedong (1893-1976): Einer der einflussreichsten Politiker

des 20. Jahrhunderts. Mitbegründer der KP Chinas

und der 1. Vorsitzende der Volksrepublik China.

■ Mei Lanfang (1894-1961): Der berühmteste Peking-

Opern-Sänger des 20. Jahrhunderts in China.

■ Jackie Chan (*1954): Schauspieler, Produzent, Regisseur

und Stuntman. Hat in über 140 Filmen mitgespielt, berühmt

für die Karatefilme der Jackie-Chan-Serie.

Verbotene Stadt

den Tag kann der morgendliche Pfannkuchen

am Straßenrand genossen werden.

Dann geht die kulinarische Reise weiter

mit einer heißen Nudelsuppe am Imbiss, einem

grünen Tee am Teestand mit lokalen

Gerichten im Restaurant, der kaiserlichen

Küche oder dem Besuch eines Spezialitätenrestaurants.

Da eine Küche mit Backofen

bis heute eine Rarität ist, werden gegrillte

oder gebackene Speisen nur außer

Haus konsumiert. Die berühmte Peking-Ente

wird in einem speziellen Ofen unter großer

Hitze gegart und das „Bettlerhuhn“ in

einem Lehmmantel vor sich hin geschmort.

Als Beilage kommt natürlich nur Reis in

die Schüssel. Dass jeder Chinese täglich

Reis isst, ist aber nur ein Klischee. Gerade im

Norden wird verstärkt auf Weizenmehl gesetzt

und hier sind Nudeln und Brotfladen

am Speiseplan. Salat wird von den Chinesen

nicht gegessen, jedoch werden alle anderen

Gemüsesorten immer gekocht serviert. Die

uns bekannten Sorten sind genauso anzutreffen

wie reichliche Mengen an grünem

Blattgemüse, Wasserkastanien, frischem

Bambus, Taro und Lotoswurzeln.

Grundsätzlich kann die chinesische Küche

in die südliche Kanton-Küche, die südwestliche

Küche, die östliche und nördliche

Küche eingeteilt werden: Gemeinsam ist

ihnen, dass alle Zutaten fein geschnitten

und frisch zubereitet werden.

2. Jt. v. Chr.: Für frühere Dynastien keine geschichtlichen Belege.

Shang-Dynastie hinterlässt erste kulturelle Spuren.

6. Jh. v. Chr.: Entstehung des Konfuzianismus und Daoismus.

221 v. Chr.: Fürst Qin ruft sich zum ersten Kaiser Qin Shihuangdi

aus.

Ab 206 v. Chr.: Rebellen stürzen die Qin- und etablieren die

Han-Dynastie.

Ab 65 n. Chr.: Der Buddhismus hält über die Seidenstraße

Einzug.

618: Li-Klan ruft Tang-Dynastie aus. Ausweitung des Reichs

– Verbindungen zum tibetischen Hof.

Ab 960: Schwerpunkt Chinas verlagert sich südwärts nach

Kaifeng als Hauptstadt der Song-Dynastie.

1206: Dschingis wird Großkahn der Mongolen.

1279-1368: Beginn des Eroberungsfeldzugs nach Westen und

Süden. Dschingis Enkel Kublai herrscht erstmals als Nicht-

Chinese über das Reich. Zur Hauptstadt wird Khanbaliq auserkoren.

1368-1644: Nach Aufständen ersteigt ein Chinese den Thron

und gründet die Ming-Dynastie. Dritter Kaiser Yongle ernennt

Peking zur Hauptstadt.

Ab 1644: Zerfall der Ming-Dynastie und Besetzung Pekings

durch die Manschuren.

Ab 1842: Europa versucht mit Gewalt den Handel zu China

zu betreiben.

1850: Taiping-Aufstand in Süd- und Mittelchina wird brutal

niedergeschlagen.

1898: Kaiser Guangxu versucht China zu modernisieren,

scheitert aber daran. „Die Boxer“ bekämpfen das Vordringen

der Ausländer und besetzen von Juni bis August 1900

das Pekinger Gesandtenviertel. Alliierte Truppen sprengen

Teile Pekings.

1911: Im Süden bildet sich eine Oppositionsbewegung.

1937: Japan erobert den chinesischen Küstenstreifen.

1.10.1949: Mao ruft die Volksrepublik China aus.

1958-1961: „Der große Sprung nach vorne“ sollte China wirtschaftlich

an die Spitze bringen.

1971: Eintritt in die UNO und Anerkennung seitens des Westens.

1976: Mao stirbt.

1997: Hongkong kehrt zu China zurück. Deng Xiaoping

stirbt, ihm folgt Jiang Zemin nach.

20.12.1999: Portugal gibt Macau zurück.

2001: Beitritt Chinas zur WTO.

2003: Hu Jintao wird Generalsekretär der KP, Staatspräsident

und Vorsitzender des Militärs.

2008: Olympische Spiele in Peking

2010: Weltausstellung „Expo“ in Shanghai

SOCIETY 4_10 | 15


CHINA

BOTSCHAFTER

Mag. Gerti Tauchhammer und S.E. Shi Mingde

FOTOS: SOCIETY/SCHIFFL

16 | SOCIETY 4_10


40 Jahre diplomatische Beziehungen

Auftakt für das „China-Jahr“ 2011

China und Österreich blicken auf vierzig erfolgreiche Jahre diplomatischer Beziehungen zurück.

Im SOCIETY-Interview spricht der neue Botschafter Chinas, S.E. Shi Mingde, über die Vorreiterrolle

Österreichs, die Pläne für eine ausgewogenere Wirtschaft und den kulturellen Austausch.

Vierzig Jahre diplomatische Beziehungen

China-Österreich: Wie entstanden die ersten

Beziehungen?

China und Österreich haben am 28.

Mai 1971 diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Der damalige Außenminister,

Dr. Rudolf Kirchschläger, hat im Jahr 1970,

also zur Zeit des Kalten Krieges, dem österreichischen

Parlament einen Bericht überreicht,

mit der Absicht diplomatische Beziehungen

mit China aufzunehmen. Dabei

stieß man auf Widerstand, vor allem seitens

der Amerikaner, da der Sitz Chinas im

Sicherheitsrat noch nicht wieder hergestellt

war.

War Österreich, gemessen an anderen

europäischen Ländern, ein Vorreiter?

Im Vergleich zu Deutschland: Ja. Österreich

war Deutschland um ein Jahr voraus,

also für die Anerkennung Chinas. Außenminister

Kirchschläger hat eine Politik der

Neutralität und Unabhängigkeit verfolgt

und sich klar von den Vorstellungen der

Sowjetunion und Amerikas abgegrenzt.

Es war sozusagen eine Pionierleistung

Österreichs, deshalb schätzen wir es, dass

dieses Land damals schon den Mut hatte,

als ein westliches europäisches Land China

diplomatisch anzuerkennen und damit

die Grundlage für die Intensivierung unserer

Beziehungen auf der Ebene der Politik,

der Kultur und des Handels zu schaffen.

Können Sie uns vielleicht einen Rückblick

der vergangenen Jahre und einen Vorgeschmack

auf das kommende Festjahr

vermitteln?

Wir blicken auf die vergangenen vierzig

Jahre mit großer Zufriedenheit zurück.

Die Beziehungen haben sich im

Großen und Ganzen sehr schnell entwickelt

und sind stabil. Daher freuen wir

uns, fast jedes Jahr hohe politische Besuche

empfangen zu dürfen. Soweit ich

weiß, werden im Frühjahr der Vizekanzler,

der Finanzminister und der Außenminister

eine Reise nach China antreten.

Am 25. Jänner werden wir im Rahmen

des traditionellen chinesischen

Neujahrskonzertes im Musikverein viele

hohe Persönlichkeiten von der öffentlichen

Seite Österreichs sowie wahrscheinlich

die Vizeparlamentspräsidentin

aus China in Empfang nehmen – der

Auftakt für das „China-Jahr“. Ansonsten

wird kommendes Jahr noch einiges geschehen,

vor allem um den Jahrestag

herum, dem 28. Mai. Beide Seiten sind

dabei, Pläne auszuarbeiten und sich

über gegenseitige Besuche auf hoher

Ebene auszutauschen. Darüber hinaus

wird am 1. Oktober zum Jahrestag der

Gründung der Volksrepublik China ein

zweitägiges Symposium im Wiener Konzerthaus

stattfinden.

Nennen Sie uns ein paar Höhepunkte

„Auslandschinesen hier sind

bereit, sich in die Gesellschaft

zu integrieren und sie zu respektieren.“

S.E. SHI MINGDE

der Beziehung der letzten Jahre!

2009 war unser Parlamentspräsident

hier in Wien und hat sehr gute Gespräche

geführt. Im Jänner 2010 hat Bundespräsident

Fischer China einen offiziellen Besuch

abgestattet, was die Beziehung zwischen

China und Österreich auf allen

Ebenen intensiviert hat. Nach einer Reihe

von Übereinstimmungen wurde beispielsweise

unmittelbar nach den Gesprächen

der chinesische Handelsminister nach

Österreich entsandt und in Folge wurden 17

Handelsverträge im Ausmaß von 900 Millionen

US-Dollar unterzeichnet. Das gibt einen

enormen Auftrieb, gerade in der Zeit

der Krise. Ebenso wurde ein Besuch vom Vizepremier,

der für den Industriesektor zuständig

ist, und dem Außenminister in die

Wege geleitet. All das steht für die Stärke

unserer Kooperation und deutet auf eine

sehr gute Entwicklung der Handelsbeziehungen.

Zwar haben wir 1971 diplomatische Beziehungen

aufgenommen, dennoch lassen

sich die ersten Handelsbeziehungen bis in

die Jahre 1957/58 zurückverfolgen. Schon

damals hat man beiderseitig Geschäftskontakte

und Delegationen ausgetauscht. Im

Jahr 1971 betrug das Handelsvolumen zwischen

China und Österreich nur 29 Millionen

Euro. Heute beläuft der Handel, laut

österreichischer Statistik 2009, etwa bei 6, 8

Milliarden Euro. Nach unserer Einschätzung

4,8 Milliarden US-Dollar. Die Differenz

ergibt sich daraus, dass Österreich die Einfuhr

über Hongkong mit berechnet, da

Hongkong ein eigenes Zollgebiet und Mitglied

der WTO ist. Bemerkenswert ist es

auch, dass der Handel zwischen China und

Österreich um 42 Prozent in der ersten

Hälfte des Jahres gestiegen ist, damit erwarten

wir in diesem Jahr einen neuen Rekord.

Seit 2003 ist China für Österreich der größte

Handelspartner in Asien und nach den

USA der zweitgrößte außerhalb Europas.

Bei dem Tempo sind wir zuversichtlich, die

Vereinigten Staaten zu überholen und Handelspartner

Nummer Eins von Österreich zu

werden. Dabei ist es unsere Absicht, die Bilanz

ausgewogen zu halten.

SOCIETY 4_10 | 17


CHINA

BOTSCHAFTER

Gebäude der chinesischen Botschaft im

3. Wiener Gemeindebezirk

Welche Prioritäten hat China in Österreich

in den Gebieten Wirtschaft und Politik?

In den vergangenen dreißig Jahren

konnte die chinesische Wirtschaft eine

enorme Entwicklung verbuchen. Wir haben

ein jährliches Wachstum von über

neun Prozent. Eine große Leistung, die

nicht zuletzt zur Verbesserung des Lebensstandards

der Bevölkerung beigetragen

hat. Dennoch haben wir einen hohen Preis

dafür bezahlt. Etwa Schäden in Umwelt

oder unausgewogene wirtschaftliche

Strukturen waren die Folge, sowie eine

ungleiche Einkommensentwicklung zwischen

der Bevölkerung und den Regionen.

Deshalb werden wir im kommenden Jahr

den zwölften Fünf-Jahresplan erstellen,

der auf eine ausgewogenere Wirtschaft

abzielen soll – nach dem Motto „Qualität

statt Quantität“. Auch erneuerbare Energien,

Umwelt und Ökologie werden dabei

wichtige Themen sein. Gerade in diesen

Gebieten wollen wir künftig den Schwerpunkt

unserer Zusammenarbeit setzen,

da Österreich in den Bereichen Maschinenbau,

Metallurgie, Energie und Umweltschutz

über weltweit führende Technologien

verfügt.

Überhaupt verbinden Österreich und

„Außenminister Kirchschläger

hat eine Politik der Neutralität

und Unabhängigkeit verfolgt.“

S.E. SHI MINGDE

BOTSCHAFTSGEBÄUDE

IN WIEN DER VR CHINA

Das heutige Botschaftsgebäude steht auf den ehemaligen

Gründen der einst einflussreichen Familie Metternich.

Nach dem Tod Metternichs nahm1897 ein österreichischer

Bankier neben einigen Adelsfamilien das Anwesen in Besitz

und ließ eine Residenz errichten. Im Jahre 1972, kurz

nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, erwarb

schließlich die VR China das Gebäude und nennt es seither

seine Adresse als zentrale Anlaufstelle für chinesisch-österreichische

Beziehungen.

China viele Gemeinsamkeiten. In Puncto

Sicherheitsrat haben wir gerade dieses

Jahr sehr eng zusammengearbeitet und intensive

Konsultationen geführt sowohl

über internationale als auch regionale Fragen.

Dabei haben wir festgestellt, dass wir

sehr viele gemeinsame bzw. ähnliche Positionen

zu internationalen Fragen vertreten.

Schließlich sind wir für friedliche

Dialoge und sprechen uns gegen jegliche

Art von Konflikten aus. Unsere bisherigen

Bemühungen in der UNO brachten große

Leistungen hervor. Ab nächstem Jahr wird

Österreich zwar kein Nicht-ständiges Mitglied

beim Sicherheitsrat sein, dennoch

streben wir eine Intensivierung unserer

Dialoge an.

Würden Sie sagen, dass Österreich für

China, obwohl Österreich ein so kleines

Land ist, eine gewisse Bedeutung hat?

Es hat nicht nur eine gewisse Bedeutung,

Österreich genießt einen sehr guten

Ruf in China. Von der Bevölkerungszahl

her mag es vielleicht ein kleines Land sein,

aber es ist ein Land einer großen Kultur,

der Musik, der Ökologie und nicht zuletzt

ist es ein wichtiges Mitglied der EU. Gerade

nach dem Beitritt gewann Österreichs

Politik und Wirtschaft mehr und mehr an

Einfluss und Ansehen. Durch die geographische

Lage und die traditionell gepflegten

Beziehungen zu den Nachbarstaaten

ergeben sich viele erweiterte Möglichkeiten

für eine Zusammenarbeit. So haben

beispielsweise etliche chinesische Unternehmen

großes Interesse bekundet, Ihren

Sitz nach Wien zu verlegen.

18 | SOCIETY 4_10


Auch der kulturelle Austausch ist sehr

intensiv. China ist ein Land mit langer Geschichte

und Kultur, daher können wir uns

in einigen Gebieten sehr gut ergänzen.

Hier wären die Salzburger Festspiele erwähnenswert,

wofür schon Gespräche aufgenommen

worden sind. Aber auch in den

modernen Künsten sind wir in den letzten

Jahrzehnten stark vorangeschritten und

wollen hier ebenfalls einen Austausch mit

Österreich forcieren.

Wie viele Chinesen leben in Österreich

und welche Rolle spielt die deutsche Sprache

in China?

Zu Zeit leben etwa 30. 000 Chinesen in

Österreich. Rund zwei Drittel davon in

Wien. Viele haben in den 80er Jahren hier

studiert und inzwischen ist die zweite Generation

herangewachsen. Mit dem Besuch

von Bundespräsident Fischer an einer

der hier zwei vertretenen chinesischen

Schulen, vermittelte man, dass Österreich

um die Förderung und Unterstützung der

chinesischen Sprache und Kultur stets bemüht

ist. Ein wichtiges Merkmal für die

Auslandschinesen hier besteht darin, dass

alle, ob jung, ob alt, bereit sind, sich in die

Gesellschaft zu integrieren und sie zu respektieren,

dabei aber gleichzeitig ihre eigene

Identität bewahren. An der Zahl der

in Österreich studierenden Chinesen, das

sind an die 3000, erkennt man den zunehmenden

Austausch. Auch die deutsche

Sprache gewinnt mehr an Bedeutung.

Grund dafür ist wohl auch das steigende

Wachstum an Handelsbeziehungen zwischen

China und den deutschsprachigen

Ländern im Allgemeinen, was den Anspruch

an einen vermehrten Gebrauch der

deutschen Sprache erhöht.

Schildern Sie Ihre persönlichen Eindrücke

von Österreich. Wie erleben Sie das

Land?

Ich bin zwar erst seit wenigen Monaten

hier, dennoch ist es mir nicht fremd. Im

Laufe meiner Tätigkeit als Abteilungsleiter

im Außenministerium in Europa, speziell

für die deutschsprachigen Länder, habe

ich u. a. viele Delegationen nach Österreich

begleitet. Es war mir schon immer

ein großer Wunsch, das Amt des Botschafters

in Österreich einzunehmen und hier

CURRICULUM VITAE

Shi Mingde ist 1954 geboren, verheiratet und Vater eines

Sohnes. Nach der Absolvierung seines Studiums in der

DDR im Jahr 1975 war er bis 1981 an der chinesischen Botschaft

beschäftigt. Daraufhin folgte ein fünf Jahre langer

Aufenthalt in Peking als Angestellter im Servicebüro für

Diplomaten. Zurück in der DDR verfolgte er von 1986 an

seine Karriere als: 2. Sekretär der chinesischen Botschaft

in der DDR (1986-1990), Vizereferatsleiter der Westeuropaabteilung

des chinesischen Außenministeriums (1990-

1993), Botschaftsrat der chinesischen Botschaft in Bonn

(1993-1997), Botschaftsrat des Planungstabs, Vizeabteilungsleiter

für Westeuropa des chinesischen Außenministeriums

(1997-2002), Gesandter der chinesischen Botschaft

in Berlin (2002-2006), Generaldirektor des zentralen

Büros für auswärtige Angelegenheiten beim ZK der KP

Chinas (2006-2010), Chinesischer Botschafter in Wien

(seit August 2010).

ständig arbeiten zu dürfen. Bei einer Fülle

an Antrittsbesuchen bei Vertretern aus allen

Bereichen habe ich eine große Sympathie

und Wertschätzung unserer bilateralen

Beziehungen festgestellt. Es ist mir

„Wir haben für die wirtschaftliche

Entwicklung einen hohen

Preis bezahlt.“

S.E. SHI MINGDE

weiters eine besondere Ehre, bei der Überreichung

meines Beglaubigungsschreibens

bei Bundespräsident, Dr. Heinz Fischer,

ein freundschaftliches und inhaltlich sehr

wertvolles Gespräch über die Intensivierung

unserer Beziehung geführt zu haben.

Ich bin davon überzeugt, dass ich in meiner

Dienstzeit hier die Zusammenarbeit

aufgrund der guten Voraussetzungen vorantreiben

kann.

Welche Rolle spielen die 17 Provinz- und

Städtepartnerschaften zwischen China und

Österreich?

Die offiziellen Beziehungen werden ergänzt

von den Städtepartnerschaften und

basieren auf einer soliden Grundlage. Ich

habe hier auch viele Delegationen, die aus

den Provinzen kommen, betreut. Es gibt eine

Reihe von Vereinbarungen über Personen,

Kultur- und Handelsaustausch, die

mit substanziellen Inhalten gefüllt sind.

Diese Kontakte ermöglichen es den regionalen

Politikern Österreichs, sich vor Ort,

also in China, von den Fortschritten zu

überzeugen. Ein persönliches Zusammentreffen

erachte ich als äußerst sinnvoll

und unentbehrlich, denn selbst durch das

modernste Kommunikationsmittel kann

es nicht ersetzt werden.

Können Sie uns ein österreichisches Menü

nach Ihrem Geschmack zusammenstellen?

Kürbiskernsuppe, Tafelspitz mit Rösterdäpfel

und Kren in Begleitung eines Rieslings.

Zum Dessert ein Eis vom Tichy oder

„Mohr im Hemd“.

SOCIETY“ IN CHINA

Der ehemalige chinesische Botschafter Österreichs LU

Yonghua, der in Wien unser Magazin SOCIETY kennen und

schätzen gelernt hat, importierte die Idee der Zeitschrift,

die sich dem interkulturellen Dialog widmet, nach Peking.

Mag. Gerti Tauchammer freut sich, seit 2010 Vorbild für das

chinesische Pendant von SOCIETY Magazin zu sein.

SOCIETY 4_10 | 19


CHINA

INTERVIEW

Vierzig Jahre diplomatische Beziehungen

sind eine Gelegenheit, um Bilanz zu ziehen.

Wie sieht diese aus österreichischer Sicht

aus? Welche außenpolitischen Erfolge gibt

es zu verzeichnen?

Ob sich die Politiker und Diplomaten

Chinas und Österreichs damals, 1971, als

die bilateralen diplomatischen Beziehungen

aufgenommen wurden, auch nur entfernt

vorstellen konnten, dass in vierzig

Jahren Österreich einer der reichsten von

27 EU-Mitgliedstaaten sein werde und China

zur Nummer zwei der Weltwirtschaft

und zur Handelsmacht Nummer eins aufsteigt,

das wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln.

Die Qualität der bilateralen Beziehungen

und die Intensität der

hochrangigen politischen Besuche zwischen

Österreich und China sind heute so

gut wie nie zuvor. Und dass sich diese

jahrzehntelange Arbeit, trotz aller Höhen

und Tiefen, heute in knallharten Fakten

widerspiegelt (China ist heuer noch vor

den USA der viertwichtigste Handelspartner

Österreichs, Tendenz steigend), zeigt

wohl am besten, dass Österreichs Außenpolitik

hier viel richtig gemacht hat.

Zu dieser Bilanz gehört auf der Erfolgsseite

gewiss die Dichte an gegenseitigen

hochrangigen Besuchen. Welchen Stellenwert

hat Österreich aus Ihrer Sicht in China?

Sicherlich, die politischen Besuche, allen

voran der im Jänner 2010 stattgefundene,

höchst erfolgreiche, Staatsbesuch von

Bundespräsident Dr. Fischer schaffen den

politischen Rahmen für die Beziehungen

Österreichs Vertreter in Peking

Knallharte Fakten

Botschafter Dr. Martin Sajdik spricht im SOCIETY-Interview

über die ausgezeichneten Beziehungen zu China, die

Dynamik des Landes und das Leben in Peking.

und sind gleichzeitig ein Gradmesser für

deren Qualität. Und die ist erfreulich hoch.

Chinesen sind bekanntlich pragmatische

Menschen. Sie nehmen Österreich als das,

was es ist: ein wirtschaftlich hochentwickeltes

Land mit – trotz seiner geringen

Größe – vielen spannenden Unternehmen,

mit einem wunderbaren kulturellen Erbe

und einer wunderbaren intakten Natur.

Und einem immer manifesteren politischen

Selbstbewusstsein.

Wie viele Österreicher leben in China?

Wie leben sie? Was arbeiten sie? Welche Hilfe

oder Unterstützung benötigen die Österreicher?

Österreicher registrieren sich bei Botschaften

bekanntlich freiwillig, das sind

rund 1.500 in ganz China, Hongkong

mit eingeschlossen. Dazu kommen sicherlich

Dutzende, vielleicht sogar Hunderte

Österreicher, die sich kurzfristig in

China aufhalten, etwa im Rahmen von

Wirtschaftsprojekten oder Studenten,

Kunstschaffende und Wissenschaftler.

Geografischer Schwerpunkt ist der

Raum Schanghai, wo auch die meisten

österreichischen Unternehmen konzentriert

sind. Arbeitsmäßiger Schwerpunkt

sind die Zulieferer für die Sektoren Telekommunikation

und Automotiv, bei den

Dienstleistungen das Hotelgewerbe. Konsularischer

Hilfe – außer den üblichen

Tätigkeiten wie Passausstellung und -

verlängerung – bedürfen unsere Landsleute

selten. Im Wirtschaftsbereich

unterstützen wir punktuell in Abstimmung

mit den Außenhandelsstellen.

Wie würden Sie die Dynamik, die in China

herrscht, beschreiben?

Auch wenn es klischeehaft klingt: Wolkenkratzer

schießen wie die Pilze aus der

Erde, nagelneue Autobahnen und Eisenbahnhochgeschwindigkeitsstrecken

legen

sich wie von Zauberhand in die Landschaft,

die Großstädte ersticken im dichter und

dichter werdenden Verkehr, die Menschen

sind vom Fortschrittsglauben beseelt und

wünschen einander wachsenden Reichtum.

20 | SOCIETY 4_10


„Chinesen sind bekanntlich

pragmatische Menschen. Sie

nehmen Österreich als das,

was es ist: ein wirtschaftlich

hochentwickeltes Land…“

BOTSCHAFTER MARTIN SAJDIK

Was sind die größten Herausforderungen

für einen Europäer in China? Welche

Grundregeln muss man kennen, um nicht

in Fettnäpfchen zu treten?

Die größte Herausforderung in China

ist wohl die Sprache, insbesondere die

Schrift. Grundregeln? Wir Österreicher

mit der uns eigenen Höflichkeit und unserem

Humor umkurven elegant allfällige

Fettnäpfchen. In diesem Sinn geben wir

Österreicher aber auch selbstbewusst zu

verstehen, dass auch Europäer ein Gesicht

haben, das verloren gehen kann.

Welche Chancen hat Österreich auf wissenschaftlichem

bzw. technischem Gebiet,

in China zu reüssieren?

Das seit mehreren Jahren sehr erfolgreich

agierende und vom österreichischen

Wissenschaftsministerium aktiv unterstützte

„Eurasia Pacific Uninet“ schuf in

China ein beeindruckendes Netzwerk an

Partnerschaften zwischen österreichischen

und chinesischen Universitäten, das eine

breite Palette an gemeinsamen wissenschaftlichen

Aktivitäten, wie etwa in der

Krebsforschung, umfasst. Auf technischem

und technologischem Gebiet ist Österreich

auch bereits seit mehreren Jahren aktiv,

Schwerpunkt dafür ist, neben direkten Kooperationen

auf Betriebsebene, der Industrieraum

Schanghai.

Welche Aktivitäten und Veranstaltungen

gab es in jüngster Zeit an der Botschaft,

z. B. Charity-Events?

Charity-Aktivitäten sollen nach Ansicht

meiner Gattin und mir nicht gesetzt werden,

um sich selbst in Szene zu setzen. In

China gibt es unzählige Menschen, welche

der Hilfe anderer bedürfen, zuallererst natürlich

Kinder. „SOS-Kinderdorf“ unterhält

in China zehn ausgezeichnet geführte Kinderdörfer,

diese unterstützten wir und die

Außenhandelsstelle mit drei Veranstaltungen.

2008 war es ein Galakonzert-Diner mit

österreichischer Operettenmusik. Das im

Februar 2010 vom Handelsdelegierten Dr.

Oskar Andesner organisierte Charity-Schiwochenende

mit Rennen war ein echter

Hit und wird im kommenden Jahr wiederholt.

Als Höhepunkt erwies sich dann –

nicht nur von den Einnahmen her – eine

Kunstauktion im vergangenen Mai, die

meine Gattin, unterstützt vom Dorotheum,

auf die Beine stellte. Insgesamt

gingen aus diesen Events mehr als 100.000

Euro an „SOS-Kinderdorf“.

Österreich punktet bei chinesischen Touristen

mit seinen Kulturgütern. Die Zahl der

österreichischen Touristen in China hält

sich in Grenzen. Woran liegt das?

Die Nächtigungszahlen chinesischer

Touristen entwickeln sich 2010 erfreulich.

Dennoch, auch in Europa wird das „Buhlen“

um das chinesische Klientel immer

härter, wer es heute verabsäumt, ein für

den chinesischen Markt entsprechend

adaptiertes Angebot zu erstellen, wird es

schwer haben. Die genauen Ziffern österreichischer

Touristen in China kennen wir

nicht, aber es stimmt, es kommen nicht

allzu viele. Der Hauptgrund dafür liegt,

nach meinem persönlichen Dafürhalten,

Konzert der „5 + 1 Cellisten der Wiener Philharmoniker

– Gerhard Kaufmann & Cello Ensemble“

in der österreichischen Residenz

SOCIETY 4_10 | 21


CHINA

INTERVIEW

Teilnahme am Diplomatic

Football Championship

in den großen Distanzen, zuerst die lange

Anreise und dann die weiten, in China

selbst zurückzulegenden Strecken. Im

Sommer ist es dazu in China schwül und

oft stickig heiß, im Winter im Norden

und Zentralteil des Landes in etwa so kalt

wie in Österreich. Bleiben als Reisezeiten

Frühling und Herbst, also dann, wann die

Österreicher in der Regel nicht urlauben.

Wie gestaltet sich Ihr Alltag in Peking

bzw. wie lebt es sich in dieser Stadt? Was gefällt

Ihnen am meisten? Und was ist Ihre

Lieblingsspeise?

Wir leben hier zu Dritt, meine Gattin,

unsere achtjährige Tochter Leonie und

eben ich. Als anpassungsfähige Österreicher

leben wir hier gut, leider trüben die

starke Luftverschmutzung und der immer

katastrophalere Formen annehmende Pekinger

Verkehr die an sich riesige, täglich

neu zu spürende Freude, in diesem faszinierenden

Land in dieser faszinierenden

Periode (Olympia 2008, EXPO 2010 etc.) zu

leben. Die Küche Chinas ist so variantenreich,

wie das Land groß ist. Wir lieben die

Teigtaschen, Jiaozi, aber auch die Speisen

aus Sinkiang, dem Westen Chinas, ähnelt

doch die Küche der Uiguren jener der Kirgisen

– meine Gattin ist Kirgisin.

Für den sogenannten Alltag bleibt recht

wenig Zeit. Nach Peking kommen logischerweise

zahlreiche bedeutende Besucher

aus Österreich. Es gibt auch ständig

„Die Menschen sind vom Fortschrittsglauben

beseelt und

wünschen einander wachsenden

Reichtum.“

BOTSCHAFTER MARTIN SAJDIK

CURRICULUM VITAE

Botschafter Dr. Martin Sajdik ist am 14. Jänner 1949 geboren.

Er maturierte am Theresianum in Wien, studierte

Rechtswissenschaften an der Universität Wien und erhielt

danach Stipendien für Auslandsstudien an der Moskauer

Staatlichen Universität (Lomonosov) und der John Hopkins

Universität Bologna. Nach dem Gerichtsjahr trat er 1975 in

den auswärtigen Dienst ein. Er war an der UN-Vertretung

in Genf und an der österreichischen Botschaft in Moskau

tätig sowie in Wien Leiter der Abteilung für Immobilienmanagement,

später Leiter der Abteilung EU-Erweiterung

und ab 2003 Leiter der Wirtschafts- und Integrationspolitischen

Sektion. Zwischenzeitig war er Leiter der Pressestelle

der KSZE, Leiter der Creditanstalt-Bankverein-Repräsentanz

in Moskau und von 1991 bis 1994 Geschäftsführer

von Maculan International GmbH. Seit 2007 ist Martin Sajdik

Botschafter Österreichs in der Volksrepublik China, der

Mongolei und in Nordkorea mit Sitz in Peking.

Veranstaltungen, an denen wir teilzunehmen

haben. Dazu betreut die Botschaft

von Peking aus auch die Mongolei und

Nordkorea. Besonders zur Mongolei intensivierten

sich die Beziehungen in letzter

Zeit in erfreulicher Weise.

Für unsere Interessen hätten wir gerne

mehr Zeit. Wir setzen uns sehr mit der

Kunst Chinas auseinander, meine Gattin

malt selbst mit Freude und Hingabe chinesische

Sujets. Außerdem praktiziert sie Tai

Chi. Ich selbst lese viel und fröne auch in Peking

meinem großen Hobby, dem Fußball.

Ich besuche regelmäßig Matches des Pekinger

Klubs Guo’an und spiele auch immer

wieder selbst mit Freunden. Leonie spricht,

wie nicht anders zu erwarten, am besten

von uns drei Chinesisch und fühlt sich

dementsprechend in Peking „pudelwohl“.

SOS Kinderdorf Kunstauktion in

der österreichischen Residenz

22 | SOCIETY 4_10


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CHINA

WKO

Besuch des chinesischen Botschafters

Shi Mingde und Dr. Oskar Andesner in

Linz bei LH Josef Pühringer.

Entwicklungschance: Export

Der dynamische

Wirtschaftspartner China

Im SOCIETY Interview spricht Dr. Oskar Andesner, Österreichischer Handelsdelegierter in

China, darüber, wie er die zukünftige Entwicklung Chinas als globale Wirtschaftsmacht sieht.

China ist der zweitwichtigste außereuropäische

Handelspartner Österreichs (1.

Stelle USA). In welchen Sparten kann Österreich

mit seinen Exportprodukten punkten?

Mit einem solch dynamischen Wirtschaftspartner

wie China ändern sich Fakten

schnell. Im August 2010 hat China die

USA als wichtigsten Handelspartner in

Übersee abgelöst. Diese Entwicklung war

nur eine Frage der Zeit. Die österreichischchinesischen

Handelsbeziehungen haben

sich in den letzten Jahren weit dynamischer

entwickelt als die bilateralen Beziehungen

mit den USA. Zu verdanken haben

wir den Erfolg unseren starken Maschinenund

Anlagebauern, sowie Lieferanten aus

dem Bereich Infrastruktur und Automotive.

Wie wird sich der österreichische Außenhandel

mit China schätzungsweise in den

nächsten fünf Jahren entwickeln?

Wir rechnen auf alle Fälle mit einem

weiteren Anstieg. Vor allem bei den Exporten

sehen wir große Entwicklungschancen.

In den ersten drei Quartalen 2010

konnten wir die schleppende Entwicklung

im Krisenjahr 2009 bereits wieder wettmachen

und sehen derzeit durchschnittliche

Wachstumsraten von knapp fünfzig Prozent

bei den österreichischen Exporten. Ich

wäre nicht überrascht, wenn wir unsere

Exporte bis 2015 nochmals verdoppeln

können.

24 | SOCIETY 4_10


Sehen Sie trotz der Masse an chinesischen

Exportgütern eine Chance, die Handelsbilanz

mit China (doppelt so hohe Einfuhren

aus China wie Ausfuhren nach

China) zu verbessern oder gar auszugleichen?

Unser Handelsbilanzdefizit mit China

hat sich in den letzten Jahren bereits verbessert.

Während es zwischenzeitlich

bis zu fünfzig Prozent des bilateralen

Außenhandelsvolumens betrug, liegt es

derzeit nur noch bei knapp dreißig Prozent.

Ein Ausgleich ist jedoch noch wenig

realistisch. Auch wenn unsere Exporte

weit schneller als die chinesischen

Importe steigen, können wir das enorme

Defizit auf absehbare Zeit nicht aufholen.

Wir sind jedoch auf bestem Wege.

Österreichische Firmen investieren in

China. Können Sie einen kurzen Überblick

geben?

Es haben sich bereits über vierhundert

österreichische Firmen mit über 640 Ansiedlungen

in China niedergelassen. Die

österreichischen Investitionen belaufen

sich mittlerweile auf über eine Milliarde

US-Dollar. Natürlich sind da auch die großen

österreichischen Vorzeigeunternehmen

wie Andritz und Swarovski vertreten.

Der Großteil unserer Unternehmen

sind jedoch, analog zur Wirtschaftsstruktur

in Österreich, KMUs.

China hat zahlenmäßig eine hohe Position

bei den Exporten, beim BIP, immensen

Handelsbilanzüberschuss etc. Dennoch ist

das BIP pro Kopf relativ gering, der tertiäre

Sektor eher klein, das soziale Konfliktpotenzial

ein wichtiges Thema. Wie sehen Sie

die zukünftige Entwicklung Chinas als globale

Wirtschaftsmacht?

CURRICULUM VITAE

Dr. Oskar Andesner

wurde am 24.August

1953 geboren. Nach

einem Doktoratsstudium

an der Wirtschaftsuniversität

Wien folgte der Eintritt

in die Wirtschaftskammer

Österreich in Wien.

Seine Ausbildung vervollständigte er mit einer Kadettenausbildung

in der Außenwirtschaftsabteilung. Dr. Andesner

fungierte als stellvertretender Handelsdelegierter

im Iran, in China, Schweden und Jordanien. Daraufhin war

er als Handelsdelegierter in Indonesien und in Thailand tätig.

Im Jahr 2000 übernahm der Deutsch, Englisch, Französisch,

Spanisch, Indonesisch und Schwedisch Sprechende

die Leitung des Länderreferats Asien mit

Betreuungsbereich Südostasien und Iran der WKO. Seit

2007 bekleidet Dr. Andesner das Amt des Handelsdelegierten

in China.

Die soziale und wirtschaftliche Entwicklungsschere

stellt natürlich ein großes

Problem dar. Gleichzeitig garantiert

diese mittelfristig weiterhin hohes Entwicklungspotenzial.

Dabei geht es nicht

nur um die infrastrukturelle Aufholjagd,

„Im August 2010 hat China die

USA als wichtigsten Handelspartner

Österreichs in Übersee

abgelöst.“

OSKAR ANDESNER

sondern vor allem auch um den Aufbau

von Schlüsselindustrien, Modernisierung

von Staatsbetrieben und den Ausbau des

Dienstleistungssektors. Das verfügbare Einkommen

steigt seit Jahren um ca. zehn

Prozent pro Jahr und wird es auch die

nächsten Jahre tun. Es wird jedoch noch eine

ganze Weile dauern, bis auch in den

ländlichen und zentralchinesischen Regionen

eine ausreichende Kaufkraft generiert

werden kann. Nur so kann China seine

Binnenwirtschaft stärken und seinen

Dienstleistungssektor ausreichend entwikkeln.

Die nächsten Jahre werden auf alle

Fälle spannend, und es bleibt abzuwarten,

wie die chinesische Regierung mit

den drohenden Wirtschaftsrisiken, wie Inflation,

Überkapazitäten und Überhitzung

des Immobiliensektors umgehen wird. Ich

persönlich bin jedenfalls zuversichtlich.

Welchen Stellenwert hat die chinesische

Sprache im internationalen Business? Sollte

Chinesisch in Österreich unterrichtet

werden?

Expats, die chinesisch sprechen, haben

es auf alle Fälle leichter. Viele chinesische

Entscheidungsträger sprechen kein oder

nur wenig Englisch. Auch im privaten Umfeld

stößt man ohne Chinesischkenntnisse

schnell an seine Grenzen. Bei Verhandlungen

ist ein Dolmetscher jedoch auch für

Österreicher mit guten Sprachkenntnissen

ein Muss, da dadurch Gesicht gewonnen

wird. Ich beobachte bereits seit einigen

Jahren, dass vor allem junge Manager

teilweise in China studiert haben und Chinesischkenntnisse

mitbringen. Hier liegt

sicherlich die Zukunft und könnte durchaus

bereits in den österreichischen Schulalltag

aufgenommen werden.

FOTO: LAND OÖ – KRAML

SOCIETY 4_10 | 25


CHINA

WIRTSCHAFT

Wirtschaftswunder im Reich der Mitte

Made in China

Im Jahr 2010 erlebte China einen so starken Wirtschaftsaufschwung, dass das Land zur zweitgrößten

Wirtschaftsmacht der Welt aufgestiegen ist. Bis 2020 wird China sogar als Weltwirtschaftsführer

vorhergesagt. Laut dem New Yorker Forbes Magazin ist seit heuer der chinesische

Präsident Hu Jintao erstmals der mächtigste Mann der Welt. Doch wie wurde China so stark?

China hat seit der Jahrtausendwende

ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum

von ca. zehn Prozent jährlich

(Österreich im Vergleich dazu hat ca.

zwei Prozent!). Vergleichbare Schwellenländer

wie Brasilien mit etwa drei Prozent

oder Indien mit sechs Prozent per anno liegen

laut dem IWF weit nach China, dass

seit Anfang 2010 auf Platz zwei der größten

Volkswirtschaften liegt. Sogar in den

Jahren der Finanzkrise 2008 und 2009

konnte China die Zehn-Prozent-Marke

halten.

***

Anfänge

Chinas wirtschaftliche Erfolgsgeschichte

begann mit Mao. Dieser führte, nach sowjetischem

Vorbild, die Planwirtschaft ein. Sein

Ziel war es, das Land so rasch wie möglich

zu industrialisieren, um so das Wirtschaftswachstum

zu steigern. Die verschiedenen

Regionen Chinas sollten sich selbst erhalten,

denn er erkannte recht bald, dass eine zentralistisch

geführte Wirtschaft für China

nicht zielführend sei. Sein Nachfolger Deng

Xiao Ping führte Sonderwirtschaftszonen

ein, also Regionen und einzelne Städte mit

bestimmten wirtschaftlichen Sonderregelungen,

die ausländische Investoren anlocken

sollten. Deng Xiao Ping setzte die Kollektivlandwirtschaft

schrittweise ab und

gab den Bauern Eigentumsrechte an den

von ihnen erwirtschafteten Gütern. Von

nun an war es den Bauern möglich, den

Überschuss, den sie von den planwirtschaftlichen

Vorgaben übrig hatten, auf freien

Märkten nach ihrem Belieben zu verkaufen.

In den 1980er Jahren wurde dieses System

auch für die industriellen Wirt-

26 | SOCIETY 4_10


schaftszweige angewendet, was den Effekt

eines kräftigen Wachstumsschubs hervorbrachte.

1987 wurde ein Wirtschaftsplan

mit drei Phasen aufgestellt. Bis zu den

1990er Jahren sollte sich das BIP verdoppeln,

als zweiter Schritt sollte es sich bis

zum Jahr 2000 ein weiteres Mal verdoppeln

und schließlich sollte bis 2050 erreicht

werden, dass China den Status eines

Schwellenlandes annimmt. Betrachtet man

die Wirtschaftszahlen (siehe Factbox) ist

China am besten Weg, die vorgegebenen

Ziele zu erreichen. Um die wirtschaftliche

Stabilität weiter zu sichern und auszubauen,

wird die industrielle Entwicklung im

Reich der Mitte auf das ganze Land ausgedehnt

und beispielsweise in Infrastruktur

investiert, wie neue Flughäfen oder den

massiven Ausbau des Eisenbahnnetzes.

***

Ausfuhr

Die Hauptausfuhrgüter Chinas sind

Elektronikgüter sowie Textilien und Nahrungsmittel.

Sie ergeben zusammen über

fünfzig Prozent der Ausfuhren Chinas. Den

Löwenanteil unter den elektronischen Exportprodukten

stellen Erzeugnisse für die

Nachrichtentechnik, Radio und Fernsehen

sowie für Büromaschinen und EDV. China

ist einer der Hauptlieferanten für Textilien

und Kleidung. Diese Tatsache macht sich

auch für den alltäglichen Textilerwerber

bemerkbar, wenn er auf die Herstellungsetiketten

seiner Kleidungsstücke sieht.

Über siebzig Prozent der Bevölkerung

Chinas leben am Land und arbeiten in der

Agrarwirtschaft, was China gleichzeitig

zum größten Getreide- und Reiserzeuger

der Erde macht. Weiteres verfügt China

über ein großes Vorkommen an Eisenerz

und Kohle, welche die Rohstoffe für Chinas

bedeutende Stahlindustrie bilden. Ein

reichhaltiges Vorkommen von verschiedenen

Mineralien, wie Bauxit (für Aluminium),

Blei, Phosphate und Mangan, bilden

die letzte Gruppe an Hauptexportgütern.

Einen kleinen Anteil am Export Chinas

stellt zudem noch die chemische Industrie

dar. China ist im Begriff, eine petrochemische

Industriesparte aufzubauen, da es

über Erdölvorkommen verfügt. Aufgrund

des hohen Verbrauchs müssen aber fünfzig

Prozent des Bedarfs importiert werden.

***

Handelspartner

Die wichtigsten Handelspartner Chinas

sind die Vereinigten Staaten, Japan, Südkorea

und Deutschland. Sie bilden zusammen

über 34 Prozent des Exports und über

36 Prozent des Imports in China. Im Jahr

2008 führte die EU Güter im Wert von

247,6 Milliarden Euro aus China ein und

exportierte im Vergleich dazu Waren im

Wert von 78,4 Milliarden Euro nach China.

Ferner hat China den zweitgrößten Anteil

an Direktinvestitionen weltweit, die nachhaltig

die Stabilität der Wirtschaft Chinas

sichern werden.

***

Österreich in China

Österreich kann im diesjährigen Jahr

ein Plus von 42,2 Prozent bei den Exporten

nach China vorweisen. Ein weiterer Erfolg

für Österreich war der moderne Pavillon

auf der EXPO in Shanghai, der mit über 2,2

Millionen Besuchern mehr Leute anziehen

konnte als die meistbesuchte Sehenswürdigkeit

Wiens, das Schloss Schönbrunn.

Österreich konnte sich als

High-Tech-Land präsentieren und hat mit

China einen Hoffnungsmarkt. Vor allem

im Bezug auf Umwelttechnologie hofft

Österreich auf Aufträge, da China in den

nächsten Jahren ca. fünfzig Milliarden Euro

in Energieeinsparung und Umwelteffizienz

investieren möchte. Österreich zählt

im Bereich Energieeffizienz, Energie- und

Umwelttechnik sowie Abwasseraufbereitung

bereits zu den Weltmarktführern

und könnte seine Stellung in diesem Sektor

noch weiter ausbauen. Auch im Bereich

Nahverkehr plant die chinesische MTR

(Masstransit Railway Coporation Limited)

massive Erweiterungen, die für österreichische

Unternehmen von Interesse sein können.

Bereits eine große Anzahl, teils führender,

österreichischer Unternehmen hat

bereits Tochterfirmen in China oder einen

Sitz, wie zum Beispiel Schenker International

AG, Bank Austria Creditanstalt, Raiffeisen

Zentralbank Österreich AG, Swarovski

Asia Ltd. oder die Andritz Hydro GmbH.

***

Mit Blick in die Zukunft

Im aktuellen Fünfjahresplan (2010-2015)

investiert China ca. 600 Milliarden US-Dollar

in den weiteren Ausbau des Wirtschafts-,

Rechts-, Bildungs- und Sozialsystems.

Vor allem die ländlichen Regionen

in West- und Zentralchina sollen ausgebaut

und gestärkt werden, um dort ein

nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen.

Investiert wird hier vor allem in

neun „Schlüsselbranchen“: Neue Energien,

neue Materialien, Informationstechnologie,

Biologie und neue Medizin, Energieeinsparung

und Umweltschutz, Raumfahrtindustrie,

Schiffsbau, Fertigung

hochwertiger Güter sowie High-Tech

Dienstleistungen. An oberster Priorität für

die chinesische Regierung steht hierbei

die große Kluft zwischen Arm und Reich

und die damit einhergehende soziale Instabilität

des Landes zu schließen.

WIRTSCHAFTSDATEN

Bedeutende Wirtschaftssektoren: Elektronik, Textilien,

Nahrungsmittel, Eisen und Stahl, chem. Erzeugnisse, Mineralien

Währung: Renminbi Yuan (RMB)=10Jiao=100 Fen; 1 EUR =

9,03 RMB

BIP: 4.900 Mrd. US-Dollar (2009)

BIP/Kopf: 3.280 US-Dollar (2008)

Wirtschaftswachstum: 8 Prozent (2010)

Arbeitslosigkeit: 4,3 Prozent

Inflation: 3,4 Prozent (2010)

Auslandverschuldung: 375 Mrd. US-Dollar (2008)

Exporte: 1429 Mrd. US-Dollar

Importe: 1133 Mrd. US-Dollar

Wichtigste Exportmärkte: USA, Japan, Korea, Deutschland

Wichtige Exportprodukte: Elektronik, Textilien, Elektrotechnik,

chem. Erzeugnisse, Eisen und Stahl

Wichtigste Importmärkte: Japan, Korea, USA, Deutschland

Wichtige Importprodukte: Elektronik, Rohstoffe, chem.

Erzeugnisse, Brennstoffe, Maschinen, Elektrotechnik, Messund

Regeltechnik, Eisen und Stahl, KfZ-Teile

Außenhandel von China mit Österreich

Importe Österreichs aus China: 1,642 Mrd. Euro

Bedeutendste Importprodukte: Maschinen, Textilien, Produkte

aus der Leichtindustrie, Elektro- und Haushaltsgeräte,

Nahrungs- und Genussmittel, Produkte aus der Tierhaltung

Exporte Österreichs nach China: 4,566 Mrd. Euro

Bedeutendste Exportprodukte: Maschinen und –teile,

KfZ-Zubehör, Eisen-, Stahl- und Chemieprodukte

Quellen:

Fischer Weltalmanach 2010

www.gtai.de

SOCIETY 4_10 | 27


CHINA

BILDUNG

Sprache und Integration

Bananenkinder ade!

Jing Zhao bringt Kindern chinesischer Migranten Chinesisch

bei. Im Interview erklärt sie, warum auch das Lernen

der Muttersprache der Integration dient und weshalb die

Chinesen in Österreich eine so unauffällige Gruppe sind.

Von MICHAELA MAYER-DANIELS

Mann 1997 die Chinesische

Schule. Am Anfang hatten

wir nur sechs Kinder, heute

gut dreißig Klassen mit über

700 Kindern.

Was für Kinder sind das?

Aus welchen sozialen Schichten

kommen sie?

Natürlich vor allem Kinder

aus chinesischen Familien.

Seit die chinesische

Wirtschaft boomt, kommen

aber auch Kinder ohne asiatischen

Hintergrund zu uns. Aus den USA

kennen wir das Phänomen, dass chinesische

Eltern wollen, dass ihre Kinder möglichst

schnell Englisch lernen und sonst

nichts. Sie sind dann zwar ethnische Chinesen,

kennen aber Sprache und Kultur

fast nicht. Sie sind sozusagen außen gelb,

innen aber weiß – wir sagen deshalb ironisch

auch „Bananen-Kinder“. Unsere

Schule arbeitet daran, dass es möglichst

wenige davon gibt.

Aber fällt es den Kindern dann nicht

umso schwerer, sich in Österreich zu integrieren?

Natürlich ist auch Deutsch sehr wichtig.

Doch das lernen die Kinder automatisch

in der Schule und mit Freunden.

Und nebenbei lernen sie eben Chinesisch.

Das ist kein Widerspruch, sondern

ein Vorteil! Ich sehe oft, dass Kinder viel

selbstsicherer sind und sich besser integrieren,

wenn sie ihre eigene Muttersprache

beherrschen und sich mit ihren

Wurzeln identifizieren.

Also trägt Ihre Schule zur Integration

bei?

In unserer Schule lernen die Kinder

nicht nur Chinesisch, sondern auch singen,

tanzen, Schach, oder verschiedene

Sportarten. Wir bieten auch Deutschkurse

für die Eltern an. Die Lehrer vermitteln

nicht nur Sprache, sie weisen auch auf kulturelle

Unterschiede hin und erklären, wie

man sich in bestimmten Situationen am

besten verhält.

Selbst ausländerfeindliche Menschen

haben selten etwas gegen Chinesen. Woran

liegt das?

Wir sind zahlenmäßig kleiner als andere

Migrantengruppen und auch kaum in

den Medien präsent. Das liegt daran, dass

vielen einfach Zeit und Interesse fehlen,

um sich in der Öffentlichkeit zu äußern.

Sie wollen einfach ihre Arbeit gut machen,

ihre Kinder erziehen und ihnen gute

Bildung geben. Darin sehen sie ihren

Beitrag zur Gesellschaft, nicht in politischem

Engagement.

Warum haben Sie diese

Schule gegründet?

Begonnen hat alles damit,

dass ich wollte, dass mein

Sohn Chinesisch lernt – möglichst

mit anderen gemeinsam.

Später haben mich andere

Eltern angesprochen, die

wussten, dass ich Sprachen

studiert und unterrichtet hatte.

Sie baten mich, Chinesischkurse

zu organisieren. So

gründete ich mit meinem

Mag. Jing Zhao ist Leiterin des Bildungszentrums

für chinesische Sprache in Wien. 1989 zog

sie von China nach Österreich, wo sie 1997 die

Einrichtung mit ihrem Mann eröffnete.

Das Interview erschien ursprünglich in

„Integration im Fokus“ 4/2010

www.integrationsfonds.at

WEBTIPP

www.chineseschool.at

28 | SOCIETY 4_10


CHINA

SALZBURG

Salzburg verfügt über jahrelange Chinakompetenz

Jumelage mit „Sa er ci Bao“

Mit einem China-Zentrum an der Universität Salzburg, einem China-Büro zur Unterstützung

heimischer Unternehmen bei der Anbahnung von Wirtschaftskontakten zu China

und diversen Partnerschaften zu Städten und Provinzen in der Volksrepublik ist Salzburg

eng mit dem „Zukunftsmarkt China“ verbunden.

Schwesternstädte Salzburg und Shanghai: Bürgermeister

Heinz Schaden und Volkskongress-Vorsitzender

Liu Yungeng

Salzburger Wirtschaftsdelegation in Shanghai: Im Bild v.li.: Dr. Wilfried

Haslauer, Dr. Doris Fuschlberger, Mag. Agnes Steger, Jianzhen

Reiter, Dr. Gabriele Ramsauer und Dr. Johannes Honsig-Erlenburg

China Business Club: Im Bild v. li: Li Ou Vortragender,

Georg Winkler, Prok. Commend, LH-Stv. Wilfried Haslauer,

LH-Stv. a.D. Wolfgang Eisl, Xu Jinghua Botschafterin,

Jianzhen Reiter (China Büro)

FOTOS: FRANZ NEUMAYR, STADTGEMEINDE SALZBURG / KILLER, STANDORT AGENTUR SALZBURG GMBH

KONTAKTDATEN

Standort Agentur Salzburg GmbH

Südtiroler Platz 11, A-5020 Salzburg

Tel.: +43-(0)662-45 13 27 0

Fax: +43-(0)662-45 13 27 11

E-mail: office@salzburgagentur.at

www.salzburgagentur.at

Als Markt mit hohen Absatz- und

Wachstumschancen ist China schon

seit längerer Zeit in den Fokus der

internationalen Wirtschaft gerückt. Die

Volksrepublik China ist in den vergangenen

Jahren durch die immer weiter fortschreitende

Öffnung zum Westen ein

interessanter und starker Wirtschaftsraum

für Österreich geworden. Besonders Salzburg,

oder „Sa er ci Bao“ wie die Mozartstadt

auf Chinesisch heißt, hält seit den

vergangenen zwei Jahrzehnten engste Beziehungen

zum „Reich der Mitte“.

***

Langjährige Partnerschaften

Bereits seit 2000 gibt es eine Jumelage

zwischen Salzburg und der chinesischen

Provinz Hainan, die eine enge touristische

und wirtschaftliche Zusammenarbeit vorsieht.

Mit der Provinz Heilongjiang existiert

seit 2005 ein Freundschafts- und

Partnerschaftsabkommen, seit 2010 eine

intensive Kooperationsvereinbarung. Die

Stadt Salzburg und Shanghai sind seit dem

Jahr 2009 offiziell Partnerstädte.

Salzburg war auch wiederholt Gastgeber

für hochrangige Politiker aus China,

unter ihnen die Ministerpräsidenten Li

Peng im Jahr 1994 und Jiang Zemin 1999,

der Vorsitzende des ständigen Ausschusses

des Nationalen Volkskongresses, Wu Bangguo

im Vorjahr, und Vize-Ministerpräsident

Dejiang Zhang sowie Außenminister

Yang Jiechi heuer im Sommer. Mit September

dieses Jahres wurde eine vertiefende

Kooperationsvereinbarung zwischen dem

Land Salzburg und der Provinz Heilongjiang

unterzeichnet. Der zwischen Landeshauptmann-Stellvertreter

Dr. Wilfried Haslauer

und Vice-Governor Du Jiahao unterzeichnete

Kontrakt bezieht sich auf die

Schwerpunkte Wintertourismus, Wintersporteinrichtungen,

Energieeffizienz und

nachhaltiger Umgang mit den natürlichen

Ressourcen wie Holz sowie betriebliche

Forschung und Entwicklung.

***

Salzburger Delegationen in Shanghai

Die Beziehungen zwischen der Volksrepublik

China und dem Land Salzburg haben

sich in den vergangenen 15 Jahren

sehr gut entwickelt und weiter vertieft. Bereits

seit ca. acht Jahren werden in regelmäßigen

Abständen hochrangige Delegationen

nach China entsandt. Vor diesem

Hintergrund sind auch die jüngsten Salzburger

Wirtschaftsdelegationsreisen nach

Shanghai zu sehen.

Im Juli dieses Jahres haben Bürgermeister

Dr. Heinz Schaden und Oberbürgermeister

Han Zheng in Shanghai ein Memorandum

unterzeichnet, welches den offiziellen Partnerstatus

der beiden Städte bestätigt. Auf

dem Programm der Salzburger Delegation

standen Gespräche mit den Vertretern der

Stadtregierung in Shanghai, mit Wirtschafts-

und Umweltbehörden, Treffen mit

Firmen, der Kultur- und Tourismusverwaltung,

sowie Besuche von Universitäten.

Im Oktober stattete eine fast 60-köpfige

Salzburger Wirtschaftsdelegation, unter der

Führung von Landeshauptmann-Stellvertreter

Dr. Wilfried Haslauer, der EXPO in

Shanghai einen Besuch ab. Das Engagement

der Salzburg Delegation in China

ging jedoch weit über die EXPO hinaus. Mit

Besuchen bei Regierungsmitgliedern der

Stadt Shanghai, einem Termin mit hochrangigen

Vertretern der Millionenmetropole,

Meetings mit potentiellen chinesischen Zulieferfirmen

sowie einem Salzburg Empfang

im Opernhaus von Shanghai, dem

„Grand Theater“, schaffte es Salzburg einen

bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

***

China-Büro unterstützt Salzburger Unternehmen

2002 wurde in der Standort Agentur

Salzburg, der Standortmarketing- und Betriebsansiedlungsgesellschaft

von Stadt und

Land Salzburg, ein China-Büro eingerichtet,

das Firmen bei der Anbahnung von Wirtschaftskontakten

zu China unterstützt. Des

Weiteren ist im Land Salzburg LH-Stv. a.D.

Wolfgang Eisl als Chinabeauftragter für die

Intensivierung der bilateralen Beziehungen

zuständig. Derzeit sind etwa fünfzig

Salzburger Unternehmen geschäftlich in

China aktiv. Sony und Porsche besitzen in

Shanghai eigene Niederlassungen. Die Firma

Alpine Mayreder hat den Österreich-Pavillon

auf dem Gelände der Expo in Shanghai

errichtet. Zudem verfügt Salzburg seit

1999 an der Universität Salzburg über ein eigenes

China-Zentrum und unterstreicht dadurch

auch im Bildungsbereich seine China-Kompetenz.

SOCIETY 4_10 | 29


CHINA

KOMMENTAR

Am Reich der Mitte führt wirtschaftlich und politisch kein Weg vorbei

Chinas rasanter Aufstieg zum

Global Player

An der Volksrepublik China führt kein Weg vorbei. Der Terminus „emerging market“ wird

der aufstrebendem Wirtschaftsmacht in Asien eigentlich schon längst nicht mehr gerecht. Das

Reich der Mitte ist zu einem Land der Superlative geworden. Von HERMINE SCHREIBERHUBER

Es hat die größte Bevölkerung der Erde

und ist im Begriff, zur zweitgrößten

Volkswirtschaft weltweit zu werden.

Mit der ökonomischen Stärke hat China

zunehmend politisches Selbstbewusstsein

entwickelt.

Von Amerikanern und Europäern

gleichermaßen umworben, ist sich China

seiner Anziehungskraft durchaus bewusst.

Kaum ein anderes Land hat eine derart rasante

wirtschaftliche Entwicklung durchlaufen.

Nur Indien und Brasilien könnte

man, gemessen an Bevölkerungsstärke und

Wirtschaftswachstum, noch in einem

Atemzug mit China nennen. Die so genannten

BRIC-Staaten haben im globalen

Dorf die Karten neu gemischt.

Die Volksrepublik China hat die Wirtschaftskrise

unerwartet gut gemeistert.

Die Wachstumsraten sind zwar nicht mehr

im zweistelligen Bereich, doch für das

30 | SOCIETY 4_10


nächste Jahrzehnt wird jährlich ein Wirtschaftswachstum

von sieben oder acht Prozent

prognostiziert. Ein Hoffnungsmarkt

für potenzielle Investoren – auch für Österreich.

***

Bedarf an Rohstoffen und Nahrung

Mit dem Aufstieg zu einer führenden

Wirtschaftsnation geht ein enormer Bedarf

Chinas nach Ressourcen einher. Die

Schwellenländer haben die Nachfrage angekurbelt.

Der „China-Faktor“ ist auf den

Rohstoffmarkten stets präsent. Rund um

den Globus investiert das Riesenreich Milliarden

in Unternehmen, um seinen Bedarf

zu decken: 2009 betrug die Rekordsumme

an chinesischen Investitionen zur Sicherung

von Bodenschätzen weltweit 32 Mrd.

US-Dollar. An Kapital mangelt es bei den

Einkaufstouren nicht: Peking verfügt mit

rund 2,45 Bio. US-Dollar über die weltgrößten

Devisenreserven.

Es geht aber nicht nur um Öl und Gas,

sondern auch um Metalle wie Eisenerz,

Kupfer und Aluminium. Und um die Suche

nach Nahrungsmitteln, die China vor allem

nach Lateinamerika und Afrika treibt.

Experten erwarten einen wachsenden

Metallbedarf Chinas in den kommenden

Jahrzehnten. Schon jetzt verbraucht das

Reich der Mitte zwei Mal mehr Stahl als Europa,

die USA und Japan zusammen.

Die internationalen Bergbaukonzerne

beginnen angesichts des chinesischen

Energiehungers zu bremsen. So verhinderten

die drei brasilianischen Großkonzerne

– bei Rio Tinto ist China bereits der größte

Anteilseigner – weitere Beteiligungen

Chinas. In Brasilien hat Peking übrigens einen

guten Kunden für seine Nuklear- und

Rüstungstechnik gefunden. Mit gewisser

Sorge wird auch betrachtet, wie sich China

auf dem afrikanischen Kontinent ausbreitet.

Der Handel Chinas mit Afrika hat sich

seit dem Jahr 2000 auf fast 80 Mrd. Euro

verzehnfacht. China holt sich Öl und Rohstoffe

und liefert dafür Konsumgüter.

***

Europa definiert strategische Partner

Wo steht Europa in diesem globalen

Wirtschaftsgeflecht? Beim 8. ASEM-Gipfel,

dem Treffen zwischen 27 EU- und 16 asiatischen

Staaten, im Oktober hatten die Europäer

keinen leichten Stand. Ihnen gegenüber

standen China, Indien und Japan,

mit deren Wirtschaftswachstum sie nicht

konkurrieren können. Man schätzt einander

als Handelspartner und Investoren,

doch die unverbindlichen ASEM-Erklärungen

haben aber kaum je etwas bewirkt.

Globales wirtschaftliches Handeln wurde

diesmal als Ziel festgeschrieben.

CURRICULUM VITAE

Mag. Hermine Schreiberhuber absolvierte Studien an

den Universitäten Wien und Paris (Dolmetsch, Publizistik,

Kunstgeschichte, Politologie). Danach war sie als Übersetzerin,

Dolmetscherin, Reiseleiterin sowie freie Journalistin

tätig und arbeitete an den österreichischen Vertretungsbehörden

in Spanien und Frankreich. Sie war

stellvertretende Ressortleiterin der Außenpolitik bei der

Austria Presse Agentur (APA). Ferner verfasst sie Reportagen

für Wochenzeitungen wie „Die Furche“ und wirkt

an politischen Reisebüchern mit.

Beim EU-Gipfel einen Monat zuvor bildete

der Umgang mit den aufstrebenden

Mächten China, Indien und Brasilien als

„strategischen Partnern“ allerdings ein

wichtiges Thema. Bei einem weiteren Gipfeltreffen,

dem der Südostasiatischen Staatengemeinschaft

ASEAN, wurde offenkundig,

dass China mit seinem

selbstbewussten Auftreten mittlerweile

auch die Mitglieder im eigenen Umfeld beunruhigt.

Die USA und Russland wurden

vom Gastgeber Vietnam mit eingeladen,

um eine Art Gegengewicht zu China zu

schaffen, so die diplomatische Formulierung.

Das heißeste Eisen im globalen Umgang

mit China ist und bleibt freilich der

Disput um die chinesische Wechselkurspolitik.

China hält seine Währung um seiner

Exportwirtschaft willen künstlich niedrig.

Seit Jahren pochen die USA vergeblich auf

eine Aufwertung des Yuan. Bei den Europäern,

konkret in den Euro-Ländern, steht

aber auch der niedrige Dollar-Wechselkurs

in der Kritik.

***

Hoffungsmarkt für Österreich

Österreich sieht in China, wie viele seiner

EU-Partner, einen ausgesprochenen

Hoffnungsmarkt. Bundespräsident Heinz

Fischer stattete China Anfang des Jahres einen

Staatsbesuch ab, begleitet von einer

starken Wirtschaftsdelegation. Bei seiner

Staatsvisite in Malaysia im November betonte

Fischer das starke Engagement Österreichs

in Asien, vor allem in China, Japan

und Indien. Auf diesen riesigen Märkten

sehen österreichische Firmen in Sektoren

wie Infrastruktur-, Spitals- und Umwelttechnik

Chancen.

In China nützen österreichische Unternehmen

die – noch – kostengünstigen

Standorte, zugleich werden hierzulande

Produktionen geschlossen. Andererseits

gewinnt China als Absatzmarkt an Bedeutung;

es nimmt Rang 12 ein. Die Fremdenverkehrsbranche

erwartet einen Anstieg

chinesischer Touristen. Bei der Expo 2010

in Shanghai bemühte sich Österreich, die

Alpenrepublik nicht nur als Musikland,

sondern auch als innovativen, technologiefreudigen

Staat zu präsentieren. Nicht zu

vergessen: Seit Jahren haben österreichische

Universitäten und Forschungsinstitute

mit China ein dichtes Kooperationsnetz

aufgebaut.

***

Warten auf politische Reformen

Chinas ökonomischer Marathon gepaart

mit einer wirtschaftlichen Öffnung

war bisher nicht von einer politischen Liberalisierung

begleitet. Eine demokratische

Mitsprache der Bürger wird in der sozialistischen

Volksrepublik noch auf sich warten

lassen. Jüngste Beispiele zeigten dies

deutlich, vor allem die harte Reaktion Pekings

auf die Verleihung des Friedens-Nobelpreises

an den inhaftierten Bürgerrechtler

Liu Xiaobo.

Die Diskussion um den unwillkommenen

Nobelpreisträger und der Ruf nach politischen

Reformen gingen der Herbstsitzung

der höchsten Parteigremien voraus.

Diese hatten nicht nur über den neuen

Fünf-Jahres-Plan zu befinden, sondern

auch die Weichen für einen Generationswechsel

an der Staats- und Parteispitze zu

stellen. Als voraussichtlicher Nachfolger

von Hu Jintao gilt Xi Jinping, der 2012 mit

der „fünften Führungsgeneration“ das Ruder

übernehmen soll. Xis Vater schuf in

den 90er Jahren die ersten Sonderwirtschaftszonen

Chinas.

Nichts geht ohne China, weder wirtschaftlich

noch politisch. Der Präsident

der Supermacht USA, Barack Obama, hat

zum Ausdruck gebracht, dass die Lösung

der großen globalen Probleme auch der

Mitwirkung der Wirtschaftsmacht China

bedarf. Ob es um die Bewältigung der

Wirtschaftskrise geht, um den Klimaschutz

oder um die unberechenbaren

Atomstaaten Iran und Nordkorea – von

der Volksrepublik wird erwartet, dass sie

auf der Weltbühne auch Verantwortung

als Großmacht wahrnimmt.

SOCIETY 4_10 | 31


CHINA

KULINARIK

Chi le ma? (Haben Sie schon gegessen?)

Mehr als nur Acht Schätze

Der westlichen Welt wird ein Großteil der chinesischen Küchen- und Speisenvielfalt vorenthalten.

Es existieren weitaus mehr kulinarische Köstlichkeiten als die uns bekannten Speisen aus

dem China-Restaurant, welche oftmals an die nationale Küche angepasst sind.

Hast du auch Hund gegessen; als du in

China warst?“ Eine Frage, die vielen

Chinareisenden gestellt wird, wenn

sie wieder in ihre westliche Heimat zurückkehren.

Es ist zum Teil sicherlich wahr,

dass Hunde oder Katzen in vereinzelten Regionen

als Spezialität gelten – in anderen

Regionen wiederum gar nicht auf der Speisekarte

zu finden sind. China ist ein großes,

ja ein fast unüberschaubares Land

und so auch die chinesische Küche.

***

Chinesische Vielfalt

Geographisch spaltet sich die chinesische

Küche in vier facettenreiche Küchenarten:

Die südliche Kanton-Küche, die südwestliche,

die östliche und die nördliche

Küche. Die Zutaten und Zubereitung variieren

je nach Region. In den Küstenregionen

liegt der Fokus auf Meeresfrüchten, in

zentraler gelegenen Regionen konzentriert

man sich auf traditionelle Fleischsorten

wie Schwein, Huhn und Rind. Im Norden

des Landes wird auch mit Hammel und

Lammfleisch gekocht. Da der Reisanbau in

Nordchina nur schwer möglich ist, sind getreidehaltige

Produkte und Nudelgerichte

sehr beliebt. Eine weitere Spezialität des

Nordens ist die Pekingente, welche auch in

westlichen Ländern bekannt ist und gern

gespeist wird.

Es gibt in China außerdem acht große

Regionalküchen, nämlich die Küchen von

von Sichuan, Hunan, Kanton, Shandong, Jiangsu,

Anhui, Fujian und Zhejiang.

***

Chinesische Ausgeglichenheit

Die fünf Elemente sind in der chinesischen

Kultur von enormer Wichtigkeit, so

auch in der chinesischen Küche: Das Element

Holz entspricht der Geschmacksrichtung

sauer, Feuer steht für bitter, die Erde

ist süß, Metall scharf und Wasser salzig.

Diese Unterteilung steht indirekt auch mit

dem Yin- und Yang-Prinzip in Verbindung,

da es sowohl Yin-Speisen, wie etwa Meeresfrüchte

und gedämpfte Gerichte, als auch

Yang-Speisen, wie Fleisch und Gebratenes,

gibt und man bei der Einnahme der Mahlzeiten

darauf achten sollte, dass die Speisen

im Gleichgewicht von Yin und Yang

eingenommen werden.

***

Die Entstehung des Woks

Der Mangel an Brennholz führte zur

Entwicklung einer Essenszubereitungstechnik,

die den maximalen Nutzen aus so

wenig wie möglich verwendetem Brennmaterial

herausholte. So schneidet man

beispielsweise alle Zutaten in kleine Stücke

und gart sie unter Zugabe von ein wenig

Öl, Wasser und ständigem Rühren im

Wok.

Der Wok selbst entwickelte sich aus

dreifüßigen Kochgefäßen, die direkt in

das Feuer gestellt wurden. Die charakteristische

Rundung des Wok verteilt die Hitze

gleichmäßig und spart somit Brennstoff.

Durch das schnelle Garen bei großer

Hitze bleiben zudem Eigengeschmack und

Nährstoffe erhalten. In diesem Sinne:

„Qingmànyòng!“ (Guten Appetit!).

FOTO: PIXELIO.DE


CHINA

KULTUR

Kommentar von Gerhard Gutruf

China und Österreich

Die Kulturbeziehungen zwischen der Volks- und der Alpenrepublik

sind intensiv und freundschaftlich. Seit etwa zehn

Jahren findet ein reger Künstleraustausch statt und die Zusammenarbeit

wurde vertieft.

Gutruf-Ausstellung „Kleine

Variationen nach großen

Meistern“ im Ningbo Museum

of Art, 2008

Im März 2010 wurde die erste Aquarell-

Biennale in Shanghai eröffnet. Im Vorwort

des fulminanten Katalogs der

Shanghai Zhujiajiao International Watercolour

Biennial Exhibition liest man genau

das, was weltweit und zu Recht anlässlich

von Ausstellungen gerne gesagt und geschrieben

wird: diese Kunst-Präsentation

öffnet die Pforten zur Kommunikation,

zur gegenseitigen Wahrnehmung. Seit China

das Tor zur Welt öffnete – nach dem

Schrecken und den Zerstörungen der Kulturrevolution

und seit dem Beginn der Politik-Reform

– boomt im Reich der Mitte

die Wirtschaft. Mit den Olympischen Spielen

in Peking zeigte China der staunenden

Welt, wozu dieser Staat von der Größe eines

Kontinents imstande ist. Die Besinnung

auf die eigene Jahrtausende alte Kulturtradition

wurde zur bewussten Quelle

eines neuen chinesischen Selbstverständnisses.

***

Zarte Anfänge…

Österreich hat seit November 2001 ein

bilaterales Kulturabkommen mit China.

Vor dieser Zeit war die Präsenz österreichischer

Künstlerinnen und Künstler in China

ÜBER DEN AUTOR

Gerhard Gutruf, geb. 1944, studierte von 1962 bis 1970

an der Ak.d.b.K. Wien. Er ist Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker.

Teilnahmen an den Biennalen von Ibiza,

Florenz, New Delhi, Kairo, Shanghai. Einzelausstellungen

u. a. in Rom, Wien, Essen, Ascona, Kairo, Bratislava, Mexiko-City,

Guadalajara, Pretoria, Lissabon, Coimbra, Peking,

Istanbul, Madrid, Kiew, Ningbo und Delft.

www.gutruf.at

eher selten und sporadisch: so gab es 1985

eine Albertina-Ausstellung von Meisterzeichnungen,

1998 Hrdlicka-Ausstellungen

in Chengdu und Peking sowie eine Weiler-

Retrospektive in Peking. Es folgte auf Einladung

des Doyens der chinesischen Maler

Liu Xun meine große Ausstellung im International

Art Palace, die von Kulturminister

Pan eröffnet wurde: „The exhibition of

Austrian painter Gutruf at the Beijing

International Yi Yuan Museum (June 5th –

30th) has unexpectedly fascinated Chinese

painters and audience“ (Beijing Daily 14.

Juni 2000).

Seither ist viel geschehen: die Vereinbarung

zur Zusammenarbeit in allen Kulturbereichen

ist wirksam, es gibt regen Experten-

und Künstleraustausch und vermehrt

privat vermittelte Veranstaltungen. Die

Wiener Philharmoniker und kleinere Ensembles

konzertieren jährlich in China.

Prof. Jin Ling z. B. organisiert seit über

zehn Jahren Konzerte und Ausstellungen

in ihrer Heimat. Hans Hollein kuratierte

wichtige Architektur- und Design-Ausstellungen

in Shanghai und Peking. Im September/Oktober

2008 wurde die Gutruf-

Ausstellung „Kleine Variationen nach

großen Meistern“ mit über 130 Arbeiten

im Ningbo Museum of Art – einem der imposantesten

neuen Kunstmuseen Chinas –

präsentiert. Heute soll ein einziges Österreichisches

Kulturforum den offiziellen

Kulturaustausch zwischen der Alpen- und

der Volksrepublik mit einem unverantwortlich

niedrigen Jahresbudget koordinieren.

***

Chinesische Investitionen im

In- und Ausland

In China hat man den Stellenwert von

Kunst und Kultur erkannt – enorme Investitionen

für den Ausbau der Infrastruktur

sind bereits geflossen und weiter vorgesehen:

so wird etwa für Peking eine Mega-City

of Music geplant; in Chongqing wird an

einer Oper von gigantischen Ausmaßen gebaut.

In zahlreichen Städten des Landes

wurden oder werden repräsentative Museen

errichtet, so z. B. in Xi’an; in Peking

wird demnächst das neue Nationalmuseum

für zeitgenössische Malerei fertig.

Die Volksrepublik China hat überdies ein

ehrgeiziges Auslands-Kulturprogramm. Es

sollen insgesamt an die tausend Konfuzius-

Institute weltweit zur Vermittlung chinesischer

Kultur und Sprache installiert werden;

2006 wurde eines in Wien eröffnet.

Ein weiteres China-Kulturzentrum in Wien

soll im nächsten Jahr fertig gestellt sein.

In Österreich konnte chinesische Kunst

u.a. im Künstlerhaus Wien, im Mateschitz-

Hangar 7 in Salzburg und zuletzt in der

Sammlung Essl bewundert werden; die

Konzerte anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes

im Musikverein sind schon Tradition.

Zahlreiche kleinere Präsentationen

und Veranstaltungen zeigen, wie selbstverständlich

heute die Auseinandersetzung

mit anderen Kulturkreisen bereits geworden

ist. Schaut und hört man genauer

hin, offenbaren sich vorerst fremd scheinende

Werke: fasziniert entdecken wir

dann im Wesen der chinesischen Kunst eine

sehnsuchtsvolle Suche nach universeller

Harmonie – und bemerken, wie ähnlich

unsere Sehnsüchte und Utopien im

Grunde sind.

SOCIETY 4_10 | 33


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

Tombola-Hauptpreis für die Junior

Diplomats: ein Apple iPad.

Fürs Foto posierte Botschaftsrat

William Calvo (Costa Rica)

Start-up für neue Veranstaltungsreihe

Junior Diplomats‘ Reception

SOCIETY lud die Junior Diplomats zu einem exklusiven Get-together im Tresor des Bank Austria

Kunstforums mit anschließender Führung durch die grandiose Frida-Kahlo-Ausstellung ein.

Eine immense Schar von „Junior Diplomats“,

von neu in Wien akkreditierten

Diplomaten, kam der Einladung von

SOCIETY-Herausgeberin Gerti Tauchhammer

in das Bank Austria Kunstforum nach

und ließ sich die Gelegenheit für exklusive

Führungen durch die Frida-Kahlo-Ausstellung

und die gleichzeitige Möglichkeit,

mit Kollegen aus anderen Ländern in Kontakt

zu treten, nicht entgehen.

Das Feedback für die Veranstaltung war

überwältigend: Die Kombination von

Kunst und Kontakteknüpfen in dieser geballten

Konzentration ist für neue Diplomaten

nicht alltäglich. Mehr als dreihundert

Gäste aus über fünfzig Ländern

wurden bei diesem Start-up für die neue

SOCIETY-Veranstaltungsreihe „Junior Diplomats“

zusammengeführt, bei der sich

die neu in Wien ansässigen Diplomaten in

gemütlicher Atomsphäre kennenlernen

können. Weitere Veranstaltungen für die

Junior Diplomats sind geplant und werden

das Konzept nahtlos fortsetzen.

***

Tombola mit wertvollen Preisen

Neben dem künstlerischen Highlight

der Frida-Kahlo-Ausstellung wurden für

die Gäste aus aller Welt als zusätzliches

„Zuckerl“ bei einer Tombola wertvolle Preise

verlost. Die Gewinnerin, Mag. Elisabeth

Kamper, durfte sich über ein nagelneues

iPad freuen, mit dem sie auch gleich das

SOCIETY-Magazin als Applikation kostenlos

abonnieren kann. Die weiteren Gewinner

waren: Asim Penava (Bosnien und

Herzegowina) – ein iPod MP3-Player, Simon

Weinstein – ein Wochenende im Hotel

Sacher, Tatiana Kupalova (Russische Föderation)

und Mordechai Ish-Shalom

(Israel).

Für das leibliche Wohl sorgte das Catering

des China-Restaurant „Sichuan“ bei

der UNO-City von Frau Chunah Urban-

Chao mit exquisiten Köstlichkeiten der

südwestchinesischen Küche.

INFO

Mehr Fotos auf www.society.at und auf Facebook

„Society-Magazin“. Filmbericht auf Youtube unter

„Tauchhammer im Gespräch“.

34 | SOCIETY 4_10


AUSZUG AUS DER GÄSTELISTE

Mhd. Nasser Alarwy (Jemen) · Robert Vincent Andrews

(USA) · Salim Baddoura (Libanon) · Erlan Begezhanov (Kasachstan)

· Frank Bernhard (Deutschland) · Carlos Bocanegra

(Kolumbien) · Benjamin Boddy (Großbritannien) · Sabri

Chaabani (Tunesien) · Lusine Davtyan (Armenien) · Thi

Huong Doan (Vietnam) · Ernie Enriquez (Philippinen) · Tamar

Giorgobiani (Georgien) · Bakhodir Irgashev (Usbekistan)

· Veikko Kala (Estland) · Ivana Karanusic (Kroatien) ·

Tatiana Kupalova (Russische Föderation) · Steve Lambert

(Kanada) · Sandor Csaba Mazak (Ungarn) · Spiros Miltiades

(Zypern) · Filip Nelkovski (Mazedonien) · Jacqueline Okoth

(Kenia) · Wendy Olivero (Dom. Rep.) · Dinesh Patnaik (Indien)

· Asim Penava (Bosnien und Herzegowina) · Radoslaw

Poltorak (Polen) · Oberst i. G. Christine Poussineau

(Frankreich) · Katja Reichhard (Deutschland) · Alma Shehu

(Albanien) · Silja Skjelnes (Norwegen) · Obstlt. Viorel Tudor

(Rumänien)

SOCIETY 4_10 | 35


DIPLOMATIE

SOCIETY EIGENEVENT

ORF-Seitenblicke

berichteten vom Event

36 | SOCIETY 4_10


WIRTSCHAFT

DIVERSITÄT

WDLS-EU 2011

Europaweites Netzwerk für

Diversität

Nach dem großen Erfolg des ersten World Diversity Leadership Summits Europe (WDLS-EU)

in Wien im März 2010 findet zum zweiten Mal der Diversity Summit in Wien am 24. und 25.

März 2011 statt.

Veranstalterin Beatrice Achaleke (Mitte)

Der zweitägige Gipfel

steht unter dem Titel

„Benchmarking European

and Global Diversity

in and for Leadership“.

Auch dieses Mal wird

WDLS-EU in den Räumlichkeiten

der Wirtschaftskammer

Wien veranstaltet.

WDLS-EU ist die Europäische

Variante des WDLS

Gipfels, der seit 2005 erfolgreich

in den USA stattfindet.

WDLS-EU ist ein

hochrangiges europäisches

und globales Forum, das

über zweihundert internationale Diversity

und Inclusion Experten, Entscheidungsträger,

EU-Beamte, CEOs, HR Manager, CSR

Manager und Vertreter der Zivilgesellschaft

zusammenführt, damit Erfahrungen

bzw. „best practice cases“ sowie auch

„worst practice cases“ und Innovationen

im Bereich der Vielfalt und Inklusion ausgetauscht

werden.

WDLS-EU soll erstmals ein europaweites

Netzwerk schaffen, sodass Entscheidungsträger

aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft

zusammenarbeiten und sich austauschen

können.

Zum ersten Mal wird der Gipfel im Jahr

2011 von einem nationalen, zweitägigen

Pre-Summit fokussierend auf Bildung und

Logistik, wovon Wien als Drehscheibe gilt,

am 22. und 23. März 2011, begleitet werden.

Die Zukunft braucht Diversität. Der

Bildungs-presummit steht unter dem Titel

„Facing Diversity and Inclusion challenges

in Education and Training in

the 21. Century – Comparative

experiences from Austria,

Europe and the USA“. Bildungsexperten

und Stakeholder

werden sich mit den Herausforderungen

und

Chancen von „Diversity und

Inclusion“ auf nationaler, regionaler

und globaler Ebene

auseinander setzen.

***

Logistik und Diversität

Der Logistik-presummit

am 23. März unter dem Titel

„WDLS-EU 2011 Global Transporters’

Diversity Summit – Leveraging

comparative advantages of Diversity and

Inclusion in new market acquisition and

customer retention for global transporters”

fokussiert auf die Herausforderungen,

Chancen, und Trends von Diversity im

Logistikbereich als Wettbewerbsvorteil und

Standortfaktor. Vorhergesehen ist unter

den internationalen Beiträgen die Keynote-

Rede vom Diversity- und Mergerexperten

Christian Baldia in den Schwerpunktbereichen

von „Vertrauensbildung, Kostenfaktor,

Netzwerken und Akquisition neuer

Märkte und Belegschaften“.

Veranstalterin und Konferenzmanagerin

des WDLS-EU Gipfels ist Frau Beatrice

Achaleke. Die Pionierfrau Achaleke ist Präsidentin

des Black European Women‘s

Councils und wurde am 3. November 2010

vom preisgekrönten „Black Women in Europe

Blog“ zur drittmächtigsten schwarzen

Frau in Europa gekürt.

INFO

Für weitere Informationen über WDLS-EU 2011 besuchen

Sie die WDLS-EU Homepage: www.wdls.eu

Oder schreiben Sie uns: diversitysummit@wdls.eu

Mobil: +43-(0)699-119 69 115

SOCIETY 4_10 | 37


WIRTSCHAFT

SOCIETY-PRÄSENTATION

Gerti Tauchhammer, Helma

Schröcker, Eva Maria von Schilgen

präsentieren SOCIETY in Salzburg

SOCIETY in Salzburg

Die Mozartstadt im Gesellschaftsreigen

SOCIETY ist ab sofort mit einem eigenen Team stärker in Salzburg vertreten. Die Präsentation

des Magazins fand im Hotel Sheraton statt, zu dem hochkarätige Vertreter aus Salzburg

geladen waren.

KR Mag. Gertrud Tauchhammer, Herausgeberin

und Chefredakteurin von

SOCIETY, Mag. art. Eva Maria von

Schilgen, Redaktion Salzburg, und Helma

Schröcker, Marketing Salzburg, baten am

26. November hochkarätige Vertreter der

Salzburger Wirtschaft, Kunst, Kultur und

Wissenschaft sowie der Politik zur Präsentation

des Magazins SOCIETY in das Hotel

Sheraton.

SOCIETY plant jetzt auch in Salzburg

stärker vertreten zu sein, zum Teil angeregt

durch das überaus positive Echo auf

die bisherigen Salzburger Beiträge.

SOCIETY besteht in seiner heutigen

Form seit 1992. Ein spezieller Service liegt

pro Ausgabe im jeweiligen Länderschwerpunkt.

Hier informiert SOCIETY umfassend

und aktuell über den gewählten Welt-Ausschnitt.

Die Herausgeberin plädiert für Qualitätsjournalismus

mit emotionellem IQ:

„Unterhaltung mit Herz, Hirn und Seele –

welche die Sinnsuche nicht aufgegeben

hat.“ SOCIETY erscheint viermal jährlich.

***

Salzburger High-SOCIETY

Unter den ersten Gratulanten zu finden

war die begeisterte SOCIETY-Leserin sowie

Chefredakteurin der Salzburger Publikationen

„Highlights“ und „Salon“, Dr. Angelica

Pral-Haidbauer. Public Relation Vertreter

waren Mag. Anja Sindermann von Pleon

Publico, Uwe Brandl von der Salzburger

Internet-Plattform City-Guide und Peter

Krakowizer vom Salzburg Wikipedia. Die

COCO Communication Company Werbeagentur

war vertreten mit GF Maria Würzburger

und Roland Aigner. Aus München

kam Iris Dobbelstein, Executive Producer

der story house production Gmbh.

Das diplomatische Corps war vertreten

unter anderen mit dem Generalsekretär

Honorarkonsul Dr. Winding, dem Botschafter

des Souveränen Malteser Ritterordens

in Rumänien, Franz Alfred Graf von Hartig,

dem chilenischen Konsul Dr. Hans Günther

und dem serbischen Generalkonsul

Zoran Jeremic.

***

…aus Politik und Wirtschaft…

Die Politik stellte sich ein mit der Abgeordneten

zum Salzburger Landtag Dr. Brigitta

Pallauf, die ihren Fünfziger feierte.

Weitere offizielle Vertreter waren Herbert

38 | SOCIETY 4_10


Nina Pall (Mode Pia Antonia),

Helma Schröcker, Gerti Tauchhammer,

Verena Troyer (Juwelier Karner)

Roland Aigner mit Maria Würzburger

(beide GF COCO Werbeagentur)

Kristina Mees (Sheraton Salzburg Hotel

& Hotel Goldener Hirsch)

Dr. Roman und Andrea

Moser (Rechtsanwalt)

Matthias und Marianne Lesch

(Lesch Institut Mondsee)

Franz Alfred Graf von

Hartig (Souveräner

Malteser Ritterorden)

Mag. Angelica Pral-

Haidbauer (Redakteurin

Salon), Mag. Klaudia

Gründl de Keijzer (lawine

torrèn), Andrea Kriechhammer

(WOW)

HK Dr. Karl Winding

mit Dr. Irene Schulte

(GF Salzburger

Industriellenverband)

FOTOS: ANDREAS KOLARIK

Isabella Bogner-Bader (Performance-Künstlerin),

Mag. Anna

Burgstaller (Pleon Publico)

Dr. Brigitta Pallauf (Abg. Salzburger

Landtag)

Dr. Kurt Oberholzer (WK

Salzburg), Mag. Herbert

Brugger (Managing

Direktor der Tourismus

Salzburg)

SOCIETY 4_10 | 39


WIRTSCHAFT

SOCIETY-PRÄSENTATION

Brugger, Managing Direktor der Tourismus

Salzburg GmbH, und Dr. Christian Möller,

Leiter der Abteilung für Handelspolitik

und Außenhandel der Wirtschaftskammer

Salzburg.

Aus der Banken- und Versicherungsbranche

wurden gesichtet u. a. Dr. Erwin

Seeauer von der Oberbank, Anneliese Pomberger

vom Raiffeisenverband Salzburg,

die AWD Direktion mit Erich Burtscher.

Aus der Wirtschaft kam Dr. Irene Schulte,

Geschäftsführerin des Salzburger Industriellenverbandes,

KR Anton Bucek, Prokurist

Unimog Verkaufsleitung Österreich

Mercedes Benz, Copiz & Partner, international

business development, Dr. Ewald

Schneider von den internationalen Kunsttransporten

Hasenkamp, Erich Stuhl von

Stuhl-Industry, Kurt Oberholzer von der

Wirtschaftskammer Salzburg, Isabella

Schlager und Sigrid Felbersohn vom Altstadt

Marketing, Mag. Margit Hofer von ISG

Personalmanagent.

Aus dem Immobiliensektor kamen CEO

Roswitha Prommegger PURE PRO ESTATE,

Engel & Völkers waren vertreten durch

Walter Trentinaglia, UNSER HAUS mit

Klaus Zecha, Markus Mayr, Sales Manager

Corporate Accounts & Travel Industrie NH

– Hotels Central & Eastern Europe.

***

…Wellness, Life-Style und Kunst…

Als Vertreter der Wellness und der

Schönheit gesichtet: Dr. Ludger Meyer von

VILLA BELLA aus München, der in Salzburg

eine Dependance soeben eröffnete, die

Sprecherin der Salzburger Zahnärzte Dr.

Sabine Lexer-Koitz, der Lebensberater Richard

Lesch.

Den Life-Style vertraten Andrea Kriechhammer

von WOW world of woman, Pia

Antonia-Mode und die Juweliere Karner

mit Verena Troyer.

Last but not least Vertreter der Kunst mit

der Performance-Künstlerin Isabella Bogner-Bader,

die von Probenarbeiten der am

Abend stattfindenden Charity-Gala zugunsten

der Salzburger Kinderseelenhilfe aus

dem nahegelegenen Kongress-Haus kam,

Dr. Renate Bienert von Re*creation, die alljährlich

das Fest zur Festspieleröffnung

plant und durchführt, die Pressesprecherin

der Salzburger Festspiele Mag. Ulla Kalchmair

und Mag. Karin Zehetner, Mag. Juliane

Stahlknecht, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

des Salzburger Landestheater

sowie ihre Kollegin von der Universität

Mozarteum Dr. Ulrike Godler.

***

Networking und Danksagung

Beim anschließenden Networking wurden

unter den vielen Gästen noch gesehen:

Rechtsanwalt Dr. Roman Moser und Heidelinde

Schiechtl von „Rettet Salzburg“.

Für das musikalische Programm sorgte

der Komponist, Musiker und Schauspieler

Hartmuth Scheyhing.

„Give-aways“ stellte liebenswürdigerweise

Nägele & Strubell zur Verfügung. Für die fotografische

Dokumentation sorgte Austria-

Presse-Foto Andreas Kolarik. Für das leibliche

Wohl der Anwesenden war die Küche des

Sheraton verantwortlich.

http://www.salzburg-cityguide.at/partyzone

http://www.salzburg-cityguide.at/node/1648

Interessierte Gäste bei

der Präsentation

Dr. med Ludger Meyer (FA f.

Chirurgie und plastische Chirurgie

VILLA BELLA) mit Iris Dobbelstein

(Storyhouse Productions)

Erich Burtscher (Direktion AWD),

Roswitha Prommegger (CEO PURE

pro estate), Helma Schröcker

FOTOS: ANDREAS KOLARIK

Give-away von Nägele & Strubell

Eva Maria von Schilgen, Dr. Ewald

Schneider

Regierungsrätin Monika Steinitz, Dr.

Brigitta Pallauf und Dr. Ulrike Godler

(Universität Mozarteum)

Eva Maria von

Schilgen, Dr. Erwin

Seeauer, Dr.

Irene Schulte G.

iR Robert Ertl

Baron von Schilgen, Mag. Roland

Hans Ertl (General i.R.)

40 | SOCIETY 4_10


Kongress in München

Immobilien in Griechenland

WIRTSCHAFT

EVENT

Bereits zum 4. Kongress mit dem Thema „Immobilien in Griechenland“ lud Athina Theofanidou

von der „Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer Athen“ ein.

Zusammen mit den Mitgliedsfirmen

FOS-Estate (Athen), Sorbas-Immobilien

(Hamm) und deren österreichischen

Partner, UnserHaus Real Estate GmbH, sowie

durch die Unterstützung des griechischen

Generalkonsulats in München, konnte

ein weites Spektrum an fachlichem

Hintergrundwissen über den Erwerb von

Immobilien in Griechenland vermittelt

werden. Kompetente Referenten vom griechischen

Generalkonsulat, griechische

Rechtsanwälte, Architekten und Bauingenieure

konnten einer großen Anzahl geladener

Gäste und Interessenten im Sofitel Hotel

München Einblick in die Wertschöpfungskette

zum Immobilienerwerb

in Griechenland bis hin zu einer Vielzahl

an Investitionsmöglichkeiten in Griechenland

geben.

An dem großen Interesse und der positiven

Resonanz zeigte sich, dass sich durch

die derzeitige Unsicherheit an den Geldmärkten

die Investition in Stabilität und

greifbare Werte einer Liegenschaft wieder

großer Nachfrage erfreut. Damit nimmt

die „Qualitätsimmobilie mit Zukunft“ erneut

den Stellenwert einer weltweit anerkannten

Währung ein. Mit Angebotsbeispielen

zu traumhaften Liegenschaften

aus der wohl größten Angebotspräsentation

im Internet im deutschsprachigen

Raum, wurden die Kongressteilnehmer zu

persönlichen Fachgesprächen und „Networking“

verabschiedet.

Klaus D. Zecha, Athina Theofanidou, Evangelos Grozakis, Daphne

Vitsikounaki, RA Stavros Valsamidis, Athanassios Spyrou

Ein kabarettistisch, romantischer und besinnlicher Adventsabend

Der ganz normale

Weihnachtswahnsinn

Ulrike Beimpold und Corinna Fuhrmann boten in der Propstei Aflenz die Möglichkeit, sich einen

Abend lang von Musik und Literatur wärmen zu lassen und neue Kraft zu tanken.

Im Rahmen des „Weihnachtszaubers“

erzählte Ulrike Beimpold in der wundervollen

Propstei Aflenz vom Schilaufen,

von Lebkuchenbäckerein, müden Weihnachtsmännern

und klingenden Weihnachtskarten.

Sie sang über heitere Feiertage

und träumte von besinnlichen

Stunden. Dichter wie Christian Morgenstern

und Rainer Maria Rilke, Trude Marzik

und Loriot kamen „zu Wort“. Am Klavier

hörte man Corinna Fuhrmann, die

engelsgleich Vivaldi, Mozart, Cesar Franck

und Weihnachtslieder aus aller Welt interpretierte.Die

Gäste wurden von Ulrike

Beimpold durch die Abgründe des Weihnachtswahnsinns

geführt – da blieb kein Auge

trocken. Sie zeigte aber auch die romantischen

und besinnlichen Momente der

Weihnachtszeit. Und warum wir alle

Weihnachten lieben: Es ist und bleibt eben

v.l.n.r.: Ulrike Beimpold (Burgschauspielerin, Kabarettistin, Autorin) ,

Gerti Tauchhammer, Marcus Paar (Geschäftsführender Gesellschafter

Propstei Aflenz GmbH), Rainald Brezovsky, Rolf Thaler

die schönste Zeit im Jahr. Das Knistern im

Kamin, die hellen Kinderaugen, die

schneebehangenen Tannen, die große

Freude, die Mitmenschlichkeit – und dass

in jedem von uns ein Engel wohnt. Ein unvergesslicher,

fröhlicher und stimmungsvoller

Weihnachtsabend, der den üblichen

Weihnachtsstress vergessen ließ.

SOCIETY 4_10 | 41


DIPLOMATIE

AKKREDITIERUNGEN

DIPLOMATENKARUSSELL

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

VOLKSREPUBLIK

CHINA

S.E. SHI MINGDE

Geboren im Jahr 1954.

Verheiratet, ein Sohn.

DÄNEMARK

H.E. TORBEN

BRYLLE

Born on 7 July 1948

in Copenhagen,

Denmark.

ITALIEN

H.E. EUGENIO

D’AURIA

Born on 5 August

1948 in Lauria (PZ),

Italy. Married, two

daughters.

Ausbildung

■ 1972-1975: Studium in der DDR

Berufliche Laufbahn

■ 1976-1981: Mitarbeiter der chinesischen

Botschaft in der DDR

■ 1981-1986: Mitarbeiter im Servicebüro

für Diplomaten in Peking

■ 1986-1990: 2. Sekretär der chinesischen

Botschaft in der DDR

■ 1990-1993: Vizereferatsleiter der Westeuropaabteilung

des chinesischen

Außenministeriums

■ 1993-1997: Botschaftsrat der chinesischen

Botschaft in Bonn

■ 1997-2002: Botschaftsrat des Planungstabs,

Vizeabteilungsleiter für

Westeuropa des chinesischen Außenministeriums

■ 2002-2006: Gesandter der chinesischen

Botschaft in Berlin

■ 2006-2010: Generaldirektor des zentralen

Büros für auswärtige Angelegenheiten

beim ZK der KP Chinas

■ Seit August 2010: Chinesischer Botschafter

in Wien

Education

■ 1977: MA, Political Science, University

of Copenhagen

Professional Career

■ 1987-1989: Private Secretary to the Secretary

of State for Foreign Affairs

■ 1989-1991: Deputy Head of Department,

Danish Ministry of Foreign Affairs

■ 1991-1994: Head of Department, Danish

Ministry of Foreign Affairs (Africa)

■ 1994-1996: Head of Cabinet Offices of

the Minister for Foreign Affairs and

the Minister of Development Cooperation

■ 1996-1997: Head of Department

(Middle East, North Africa and Latin

America)

■ 1997-2001: Ambassador; Under-Secretary

for Multilateral Affairs, Danish

Ministry of Foreign Affairs

■ 2001-2007: Ambassador Extraordinary

and Plenipotentiary to the Republic

of South Africa; Accredited to Swaziland,

Lesotho, Namibia, Madagascar,

Botswana

■ March 2007: Ambassador to the Arab

Republic of Egypt and the Republic of

Sudan

■ Oct 2008-August 2010: European

Union Special Representative for the

EU Peacekeeping Operation in Chad

and the Central African Republic, EU-

FOR Tchad/RCA

Education

■ 1972: Master in Economics, Università

degli Studi “Federico II”, Naples

■ Higher Institute for Entrepreneurs and

Managers of Palermo: Post-graduate

training course

■ 1972 –1973: Italian Society for International

Organisations: Preparatory Course

for Diplomatic Career

Professional Career

■ 1981-1984: First Secretary, Cairo

■ 1984-1987: Deputy Head of Mission,

Dakar

■ 1987-1992: General Directorate for Development

Co-operation; Head of the

Office at the State Undersecretary for

Middle East and Asia, Rome

■ 1992-1997: First Counsellor – Italian Permanent

Delegation at the OECD, Paris

■ 1997-1999: First Counsellor; Head of

Chancery – Political Affairs, Bonn

■ 1999-2000: First Counsellor; Head of

Chancery – Political Affairs, Berlin

■ 2000-2005: General Directorate for

Mediterranean and Middle Eastern

Countries; Head of Maghreb Desk; Minister

Plenipotentiary; National Coordinator

for the Barcelona Process and

Euro-Mediterranean Dialogue; Multilateral

Affairs and Special Programs

for Iraq, Libya and Palestinian Territories,

Rome

■ 2005-2010: Ambassador of Italy to the

Kingdom of Saudi Arabia, Riyadh

FOTOS: DRAGAN TATIC/HBF

42 | SOCIETY 4_10


SEPTEMBER BIS DEZEMBER 2010

JAPAN

H.E. SHIGEO

IWATANI

JEMEN

H.E. ABDULHAKIM

A. AL-ERYANI

KOLUMBIEN

H.E. FREDDY

PADILLA DE LEÓN

Born on 8 September

1950. Married, two

children.

Married, two children.

Born on 10 October

1948 in Montería, Colombia.

Married.

Education

■ 1973: Graduated from Hitotsubashi

University, Faculty of Law

Professional Career

■ 1993: Counsellor, Embassy of Japan in

Germany

■ 1996: Minister, Embassy of Japan in

the People’s Republic of China

■ 1998: Director, Policy Division, Immigration

Bureau, Ministry of Justice

■ 1999: Director-General, Sendai Regional

Immigration Bureau, Ministry of

Justice

■ 2001: Deputy Director-General, Consular

and Migration Affairs Department

■ 2002: Director, Abandoned Chemical

Weapons Office, Cabinet Office

■ 2004: Minister, Embassy of Japan in

Germany

■ 2005: Consul-General of Japan at Honolulu

■ 2007: Ambassador Extraordinary and

Plenipotentiary to Kenya

Education

■ 1984: Bachelor degree in economics,

George Mason University in Virginia,

USA

Professional Career

■ Director of the Minister’s Cabinet; Deputy

Chief of Mission in Washington;

senior member of the Minister’s Cabinet;

Head of Specialized International

Organizations Directorate; Head of Monitoring

and Evaluation Directorate;

Head of the consular section in the

embassy of Yemen in Damascus, Syria.

■ Head of the programs section in the

Supreme National Committee for Human

Rights of Yemen

■ Member of the Permanent Sub Committee

for Human Rights.

■ Member of the Technical Committee

for human rights.

■ Ad – joint Economic Advisor for the

Agricultural Development Project and

later, as a Co – director of the same

project.

Education

■ 1969: Graduated José María Córdova

Military Cadet School

■ Graduate of the Defense Intelligence

Analysis Center as Strategic Intelligence

expert, Washington, DC

■ Bachelor’s Degree in Industrial Engineering

and Master’s Degree in Political

Studies, Pontificial Javeriana University

■ Master’s Degree in Security and National

Defense from the Superior War

School

Professional Career

■ 1999: Geopolitics and Military Geography

Academic Professor at the Chilean

Army’s War Academy, Chile

■ 2001-2002: Commander of the 5th division

■ 2002: Head of Army Operations

■ 2002-2003: Army Inspector General

■ 2003-2010: Joint Chief of Staff of the

Colombian Military Forces

■ 2006-2010: Commanding General of

the Military Forces

SOCIETY 4_10 | 43


DIPLOMATIE

AKKREDITIERUNGEN

DIPLOMATENKARUSSELL

Die neu akkreditierten Botschafter bei Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in der Hofburg.

LAOS

MALAYSIA

MAZEDONIEN

H.E. KHAMKHEU-

ANG BOUNTEUM

Born on 10 March 1957

in the Province of

Champassak, Laos.

Married, two children.

H.E. DATO’

MUHAMMAD

SHAHRUL IKRAM

BIN YAAKOB

Born on 21 May 1961 in

Bentong, Pahang. Married,

four sons.

H.E. GJORGJI

FILIPOV

Born on 26 October

1956 in Kavadarci, Macedonia.

Married,

three children.

Education

■ 1985: Bachelor of Arts in Hungarian

Linguistics and Literature, Jozsef Attila

University of Sciences, Szeged,

Hungary

■ 1995: Certificate of International Crisis

Management Course, Institute of

Diplomacy and Foreign Relations,

Malaysia

■ 1999-2000: Master of Arts in Foreign

Affairs and Trade, Monash University,

Australia

■ 2008: Higher Diploma of Politics and

Public Administration, National Academy

of Politics and Public Administration,

Vientiane, Laos

Professional Career

■ 1989-1991: Executive Officer in the

Department of Press and the Ministerial

Cabinet

■ 1991-1994: Third secretary in the Lao

Embassy, Canberra, Australia

■ 1994: Executive Officer in the Department

of Treaties and Laws

■ 1996: Deputy Director of Bilateral

Treaty Division

■ 1997-1998: Director of Bilateral Treaty

Division

■ 2000-2003: Director of Bilateral Treaty

Division

■ 2003-2006: Deputy Director General

of Department of Treaties and Law

■ since 2006: Director General of Department

of Treaties and Law

Education

■ Bachelor of Science in Ecology, University

of Malaya, Kuala Lumpur, Malaysia

■ 1987: Diploma in Public Administration

■ 2009: Advanced Management Programme,

Harvard Business School

Professional Career

■ 1991: Posted to the Embassy of Malaysia

in Beijing, People’s Republic of

China as Second Secretary.

■ 1994: Posted to the Embassy of Malaysia

in Washington, DC as First Secretary

(Economics)

■ 1998: Assigned as Senior Assistant Secretary

in the American Affairs Division

■ 1999: Appointed as Principal Assistant

Secretary in the American Affairs

Division.

■ 2002: Assigned to the Embassy of Malaysia

in Vienna

■ 2005: Undersecretary for Multilateral

Political Division

■ 2007-2010: Ambassador of Malaysia to

the state of Qatar

Education

■ 1981: Diploma Mechanical Engineer,

Sts. Cyril and Metodius University in

Skopje

■ 1985: Master of Mechanical Engineering

Sciences, Sts. Cyril and Metodius

University in Skopje

■ 1998: Doctor of Technical Sciences,

Sts. Cyril and Metodius University in

Skopje

Professional Career

■ 1999: Chairman of the Board of Directors

in Intellectual Property Agency

■ 2000: Lecturer of the World Intellectual

Property Organization in various

member countries

■ 2000-2001: Consultant of Luxembourg’s

Government for Projects in

Macedonia, Luxembourg/Skopje

■ 2000-2001: Chief-In-Editor of the Magazine

“Intellectual Property Law and

Management”, Skopje

■ 2001-2005: President of the Union of

Inventors and Authors of Technical

Improvements of Macedonia, Skopje

■ 2002-2004: Member of the Executive

Committee of the International Federation

of Inventors Associations,

Geneva

■ 2004: Professor of “Industrial Property

Management” and of “Management

in ITC”, Sts. Cyril and Metodious

University in Skopje

■ 2005-2010: Ambassador in Berlin

FOTOS: DRAGAN TATIC/HBF

44 | SOCIETY 4_10


SEPTEMBER BIS DEZEMBER 2010

MOLDAU

SCHWEIZ

BRUNEI

H.E. VALERIU

CHIVERI

Born on 26 December

1963 in Floresti, Republic

of Moldova. Married,

two children.

S.E. URS BREITER

Geboren 1953 in Winterthur/ZH.

S.E. MOHAMMAD

YUSOF BIN ABU

BAKAR

(residiert in Berlin)

Education

■ 1985-1990: Technical University,

Chisinau, Republic of Moldova (Civil

Engineer)

■ 1993-1995: National School for Political

and Administrative Studies,

Bucharest, Romania (International Relations)

■ 1996: George Marshall Centre for Security

Studies, Germany (European

Security)

■ 1997-1999: Moldovan State University

(Modern languages – English)

Professional Career

■ 1995-1998: Second secretary, Commonwealth

of Independent States Department,

MFA

■ 1998-1999: First secretary/counselor/

head of division, International Security

Department, MFA

■ 1999-2000: Political officer, OSCE Mission

to Georgia

■ 2000-2001: Deputy Head, International

Security Department, MFA

■ 2001-2005: Counselor, Embassy of the

Republic of Moldova to Austria/ Permanent

Delegation of the Republic

of Moldova to the OSCE

■ 2005-2006: Political officer, OSCE Centre

in Tashkent, Uzbekistan

■ 2006-2009: Political officer, OSCE Centre

in Almaty/Astana, Kazakhstan

■ 2009-2010: Project Co-ordinator, OSCE

Centre in Ashgabat, Turkmenistan

Ausbildung

■ 1980: Doktorat der Rechte, Universität

Zürich

Berufliche Laufbahn

■ 1983: Stagiaire in Bern und Moskau

■ 1985: Diplomatischer Mitarbeiter des

Finanz- und Wirtschaftsdiensts des

EDA

■ 1989: Botschaftssekretär, Madrid

■ 1990: Botschaftsrat, Madrid

■ 1993: Erster Mitarbeiter des Missionschefs,

Ankara

■ 1996: Erster Mitarbeiter, Ständige Vertretung

bei den Int. Org. in Wien

■ 2000-2002: Stellvertreter des Chefs der

Sparte für die Zusammenarbeit mit

Osteuropa und der GUS bei der Direktion

für Entwicklung und Zusammenarbeit.

■ 2002-2006: Botschafter in Bosnien und

Herzegowina

■ 2006-2010: Botschafter in den Vereinigten

Mexikanischen Staaten und Belize

■ Seit September 2010: Schweizerischer

Botschafter in Österreich

BANGLADESCH

S.E. MOSUD

MANNAN

(residiert in Berlin)

SOCIETY 4_10 | 45


DIPLOMATIE

UN WIEN

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

Generaldirektor Yury Fedotov im Hauptsitz der UNOV/UNODC in

Wien.

United Nations Office At Vienna –

United Nations Office On Drugs and Crime

UKRAINE: S.E. IHOR PROKOPCHUK

MALAYSIA: S.E. DATO’ MUHAMMAD SHAHRUL IKRAM BIN YAAKOB

INFORMATION

Nyron Sequeira, Protocol Assistant

Tel. +43-(0)1- 26060 – 4499

Fax +43-(0)1- 26060 – 5929

E-Mail: Nyron.Sequeira@unvienna.org

KOLUMBIEN: S.E. FREDDY PADILLA DE LEÓN

NAMIBIA: S.E. RAPHAEL NAKARE DINYANDO

SPANIEN: I.E. CARMEN BUJAN FREIRE

LETTLAND: S.E. GINT APALS

IRLAND: S.E. JAMES BRENNAN

LITAUEN: S.E. GIEDRIUS PUODZIUNA

UNGARN: S.E. BALÁZS CSUDAY

UN – UNITED NATIONS/

VEREINTE NATIONEN

Am 26.6.1945 wurde in San Francisco die Charta der Vereinten

Nationen beschlossen. Sie trat am 24.10.1945 in Kraft.

Mitglieder sind alle Staaten der Welt mit Ausnahme der

Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS), der

Republik China (Taiwan) und Vatikanstaat.

Die Grundsätze und Ziele der UN sind: Wahrung des

Weltfriedens, internationale Sicherheit, Achtung der Menschenrechte,

internationale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem,

kulturellem, sozialem und humanitärem

Gebiet, Umweltschutz.

Diese Ziele sollen gemäß den Grundsätzen des allgemeinen

Gewaltverbots und der Verpflichtung zur friedlichen

Beilegung von Streitigkeiten verwirklicht werden.

Die Ausnahme davon bilden vom Sicherheitsrat beschlossene

legitime Zwangsmaßnahmen.

Die Hauptorgane der UN sind die Generalversammlung,

der Sicherheitsrat, die UN-Friedenstruppen und das Sekretariat.

Die UNOV – das Büro der Vereinten Nationen in Wien –

ist eine von vier Hauptsitzen der UN auf der Welt und besteht

seit 26 Jahren. Folgende Organisationen sind u. a. in

Wien untergebracht: UNODC (Drogen- und Verbrechensbekämpfung),

IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation),

UNIDO (Industrielle Entwicklung), CTBTO (Comprehensive

Test Ban Treaty Organisation).

46 | SOCIETY 4 10


DIPLOMATIE

UNIDO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generaldirektor der UNIDO, Kandeh K. Yumkella. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der UNIDO in Wien statt.

United Nations Industrial Development Organization

INFORMATION

Cristina Stricker, Information Officer

Tel: +43-(0)1-26026-3034

Fax: +43-(0)1-26026-6881

E-Mail: c.stricker@unido.org

JEMEN: S.E. ABDULHAKIM ABDURRAHMAN YAHYA AL-ERYANI

SPANIEN: I.E. CARMEN BUJÁN FREIRE

UNIDO

KOLUMBIEN: S.E. FEDDY PADILLA DE LEÓN

LITAUEN: S.E. GIEDRIUS PUODZIUNAS

Die United Nations Industrial Development Organization

(Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung)

ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen

mit dem Ziel, die industrielle Entwicklung in Entwikklungsländern

und Reformstaaten nachhaltig zu fördern. Zu

ihrer Tätigkeit zählen Industrial Governance und Statistik, Investitions-

und Technologieförderung, Förderung von Handel

und Wettbewerbsfähigkeit, Entwicklung der Privatwirtschaft

und Agro-Industrien, nachhaltige Energiewirtschaft

und Klimawandel, das Montreal-Protokoll und Umweltmanagement.

UNGARN: S.E. BALÁZS CSUDAY

IRLAND: S.E. JAMES BRENNAN

Die UNIDO, mit Hauptsitz in der UNO-City in Wien, wurde

1966 als Programm der Vereinten Nationen gegründet und

ist seit 1985 eine selbstständige Sonderorganisation der VN.

Derzeitiger Generaldirektor (seit 2005) ist Kandeh K. Yumkella

(Sierra Leone). Die UNIDO hat 173 Mitgliedsstaaten, in 53 Ländern

Büros und beschäftigt etwa 650 Mitarbeiter. Darüber

hinaus arbeiten über 2100 Experten international bei UNIDO-

Projekten. Das geschätzte Gesamtvolumen aller Tätigkeiten

für 2010/11 beträgt etwa 385 Millionen Euro (UNIDO ist die einzige

UN-Organisation, die in Euro budgetiert).

SOCIETY 4_10 | 47


DIPLOMATIE

CTBTO

Die neu akkreditierten Botschafter überreichten ihre Beglaubigungen an

den Generalsekretär der CTBTO, Botschafter Tibor Tóth. Die Überreichungen

fanden im Hauptsitz der CTBTO in Wien statt.

Comprehensive Test Ban Treaty Organisation

INFORMATION

Annika Thunborg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

Tel. +43-(0)1-26030-6375

Fax +43-(0)1-26030-5823

www.ctbto.org

E-Mail: annika.thunborg@ctbto.org

KOLUMBIEN: S.E. FREDDY PADILLA DE LEÓN

LITAUEN: S.E. GIEDRIUS PUODZIUNAS

CTBTO

Die CTBTO PrepCom ist die Vorbereitende Kommission für

die Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot

von Nuklearversuchen.

Die CTBTO PrepCom wurde am 19.11.1996 gegründet und

ist mit allen notwendigen Vorbereitungen für die Umsetzung

des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen

befasst. Alle Staaten, die diesen Vertrag unterzeichnen,

sind automatisch Mitglieder der Kommission.

Ziel des Vertrages ist die Nichtverbreitung von Kernwaffen

sowie die atomare Abrüstung. Mit dem Verbot von Nuklearversuchen

soll die Weiterentwicklung von Atomwaffen

gebremst werden.

Seit 24.9.1996 wurde der Vertrag von 182 Staaten unterzeichnet,

davon haben ihn mittlerweile 153 ratifiziert. Aktuellster

Vertragsunterzeichner ist Trinidad und Tobago. Die

aktuellste Ratifizierung erfolgte durch die Zentralafrikanische

Republik. Der Vertrag tritt erst dann in Kraft, sobald er

von allen 44 im zweiten Anhang des Vertrages (Annex 2)

aufgezählten Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden

ist. Das sind jene Staaten, die zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen

bereits über friedliche oder militärische

Nukleartechnologie verfügt haben. 41 Annex-2-Staaten haben

den Vertrag unterzeichnet, davon haben ihn 35 auch ratifiziert.

Derzeit fehlen noch die Unterzeichnungen von Indien,

Pakistan und Nordkorea, sowie die Ratifizierungen von

Ägypten, dem Iran, USA, China, Indonesien und Israel.

Österreich zählt ebenfalls zu den Annex-2-Staaten und

hat den Vertrag am 24.9.1996 unterzeichnet und am 13.3.1998

ratifiziert. Das Atominstitut der Österreichischen Universitäten

betreibt in Wien einen Forschungsreaktor.

UNGARN: S.E. BALÁZS CSUDAY

MADAGASKAR: S.E. RAJEMISON RADOTOMAHARO

SPANIEN: I.E. CARMEN BUJÁN FREIRE

48 | SOCIETY 4_10


Zwei Tage lang stand Kasachstans Hauptstadt Astana Anfang Dezember im Zentrum des

eurasischen Geschehens. Es war ein schwieriges Unterfangen, dieses erste Gipfeltreffen der

Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) seit elf Jahren.

Von HERMINE SCHREIBERHUBER

DIPLOMATIE

OSZE

Kasachstan versammelte beim OSZE-Gipfel in Astana die Welt

Schwieriges Ringen um eurasische

Sicherheit und Stabilität

Die kasachische Präsidentschaft, die

2011 als erstes asiatisches, muslimisches

und postsowjetisches Land die

Geschicke der mit 56 Mitgliedern weltweit

größten Sicherheitsorganisation lenkte,

warf ihr ganzes Gewicht in die Waagschale.

„The Spirit of Astana“ – gemäß

dem omnipräsenten Leitspruch der Großveranstaltung

sollte dem Helsinki-Prozess

neues Leben eingehaucht werden.

Für ein substanzielles Schlussdokument

reichte der politische Wille einiger Mitgliedsstaaten

letztlich nicht aus. Doch einmal

mehr wurde in Astana klar, dass die

OSZE mit ihrem Stabilisierungs- und Demokratisierungsinstrumentarium

durch

nichts zu ersetzen ist. Kirgistan und Afghanistan

haben die OSZE auf den Prüfstand

gestellt, erklärte UNO-Generalsekretär Ban

Ki-moon vor dem Forum. Von vielen Rednern

erntete das Gastland ausdrückliches

Lob für sein Krisenmanagement im benachbarten

Kirgistan. EU-Präsident Herman

Van Rompuy charakterisierte die OS-

ZE als „Symbol für Kontinuität und

Veränderung zugleich“.

Spitzenpolitiker von Rang und Namen

waren in die junge Metropole gekommen,

um ein Zeichen gegenseitigen Vertrauens

zu setzen. Sie alle bekannten sich zu den

Werten der OSZE, auch wenn dies nicht

mittelbar in einem akkordierten Aktionsplan

Niederschlag fand: der russische Präsident

Dmitri Medwedew, US-Außenministerin

Hillary Clinton, die deutsche

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Ministerpräsidenten

Frankreichs, Francois Fillon,

und Griechenlands, Georgios Papandreou,

der türkische Staatspräsident

Abdullah Gül, um nur einige zu nennen.

***

Engagement in aktuellen und

schwelenden Konflikten

Gastgeber Nursultan Nasarbajew bot

sein Land als „Katalysator für die eurasische

Sicherheit“ an. In den Botschaften der

Der kasachische Staatspräsident Nursultan Nasarbajew

und Bundespräsident Dr. Heinz Fischer

Gipfel-Gäste spiegelten sich die Wunschlisten

der einzelnen Akteure wider. Aus der

Sicht der Europäischen Union haben Prävention

und Lösung aktueller Krisen – siehe

Kirgistan und Afghanistan – sowie „eingefrorener“

Konflikte – wie Transnistrien,

Nagorny-Karabach und Georgien – oberste

Priorität. Clinton und Merkel sprachen die

festgefahrene Situation im Georgien-Konflikt

mit Russland im Gegensatz zum

Kreml-Chef deutlich an. Zu einer Annäherung

der Standpunkte kam es in Astana bedauerlicherweise

nicht.

Die Anwesenheit des afghanischen

Staatschefs Hamid Karzais war ein sichtbares

Signal für den Einsatz Kasachstans im

Land am Hindukusch. Die Chefin des State

Department unterstrich ebenfalls das

fortgesetzte US-Engagement für Afghanistan.

Karzais Botschaft: Regionale Kooperation

sei unabdingbar für die Stabilisierung

seines Landes. Frankreichs Premier

betonte, der Umsturz in Kirgistan habe

die Notwendigkeit einer besseren Reaktionsfähigkeit

der OSZE aufgezeigt. Die

kirgisische Präsidentin Rosa Otunbayeva

versprach die Wiederherstellung des interethnischen

Dialogs.

***

Krönender Abschluss des Vorsitzes

Der Astana-Gipfel bildete den krönenden

Abschluss der kasachischen OSZE-Präsidentschaft.

Das Vorsitzland versammelte

über 5000 Gäste in seiner zwölf Jahre jungen,

supermodernen Hauptstadt, darunter

etwa 1000 ausländische Journalisten und

500 Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen,

die im Vorfeld tagten. Den Gipfel-Gästen

blieb nicht viel Zeit zum Sightseeing.

Einen Eindruck vom „Abu Dhabi in

der Steppe“ bekamen sie allemal. Astana

zeigte sich im winterlichen Glitzerkleid.

Bunte Weihnachtbäume und Leuchtsterne

schmückten die Straßen, OSZE-Transparente

flatterten im Steppenwind.

Das Ende des OSZE-Vorsitzes bedeutet

für Kasachstan keineswegs einen Rückzug

aus dem internationalen Engagement.

2011 hat das führende zentralasiatische

Land den Vorsitz in der Islamischen Konferenz-Organisation

(OIC) inne. Nasarbajew

geht es darum, „dem religiösen Fundamentalismus

als politischer Ideologie entgegenzuwirken,

ohne den Islam als Religion

zu dämonisieren“. Kasachstan sieht

sich in der Rolle eines Mittlers zwischen

Kulturen, Religionen und Ethnien. In der

ehemaligen GUS-Republik leben mindestens

130 Volksgruppen.

***

Litauen am OSZE-Ruder

Litauen übernimmt mit 1. Jänner das

OSZE-Ruder. Die EU-Staaten werden gut

daran tun, das kleine baltische Land nach

Kräften in der schwierigen Vorsitzführung

zu unterstützen. Dies sagte auch Bundespräsident

Heinz Fischer zu, der Österreich

auf dem Gipfel in Astana vertrat und seinen

Aufenthalt in Astana mit einer bilateralen

Visite beschloss.

SOCIETY 4_10 | 49


DIPLOMATIE

INTERNATIONAL

NATIONALFEIERTAGE

der Botschaften mit Amtssitz in Wien. Von Jänner bis März

1.

1.

1.

26.

26.

JÄNNER

Kuba Jahrestag der Revolution: Unter

der Führung von Fidel und Raúl

Castro, Camilo Cienfuegos und dem

Argentinier Ernesto „Che“ Guevara

befreite die kubanische Revolution

1959 das Volk von der langjährigen

Diktatur Fulgencio Batistas. Seit 1961

ist Kuba ein sozialistisches Land.

Slowakei Unabhängigkeitstag: Seit

1993 ist die Slowakei unabhängig.

Sudan Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung

(1956)

Australien „Australia Day“: Jahrestag

der offiziellen Annektierung Ostaustraliens

und Tasmaniens für die

britische Krone durch Captain Arthur

Phillip am 26. Jänner 1788 in

Sydney.

Indien Tag der Republik (1950)

4.

11.

11.

15.

16.

17.

24.

25.

27.

FEBRUAR

Sri Lanka Unabhängigkeitstag

Iran Jahrestag der Staatsgründung:

1979 beendete die iranische islamische

Revolution die autoritäre Herrschaft

des Schah Reza Pahlewi und

formte mit dem Hoffnungsträger

Ayatollah Khomeini einen islamischen

Staat.

Japan Tag der Staatsgründung

Serbien Nationalfeiertag (Inkrafttreten

der ersten Verfassung 1835)

Litauen Jahrestag der Staatsgründung:

Nach Beendigung der Besetzung

durch Russland, Polen und

Deutschland und dem Ende des Ersten

Weltkrieges wurde die litauische

Republik gegründet.

Kosovo Unabhängigkeitstag (17. Februar

2008)

Estland Jahrestag der Staatsgründung

(1918)

Kuwait Jahrestag des Amtsantritts

des Emirs Abdullah Salem Al-Sabah

Dominikanische Republik Unabhängigkeitstag

(1844 Trennung von

Haiti)

1.

3.

17.

20.

21.

23.

25.

MÄRZ

Bosnien & Herzegowina Unabhängigkeitstag

(29. Februar 1992)

Bulgarien Friede von San Stefano

(1878)

Irland St. Patrick’s Day: Der irische

Nationalheilige war der erste katholische

Missionar in Irland.

Tunesien Unabhängigkeitstag: 1956

gewährte Frankreich die Unabhängigkeit

Tunesiens.

Namibia Unabhängigkeitstag: Seit

1990 ist Namibia, nach mehr als

100-jähriger Fremdbestimmung, ein

unabhängiger demokratischer Staat.

Pakistan Nationalfeiertag (Verkündigung

der Verfassung 1956)

Griechenland Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung

(1821): Seit

1453 war Griechenland Teil des Osmanischen

Reiches. Nach Volksaufständen

wurde Griechenland 1821 zu

einem selbstständigen Staat erklärt.

KONFERENZEN DER VEREINTEN NATIONEN IN WIEN

Jänner bis März 2011

JÄNNER

12.-13.1 UNCITRAL: Colloquium on Microfinance

17.-21.1. UNODC: Open-ended Intergovernmental Expert Group on Cybercrime

27.1. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Briefing to Permanent Missions on the

48 th session of the Scientific and Technical Subcommittee (p.m.)

31.1-4.2. INBC: International Narcotics Control Board, 100 th session*

FEBRUAR

2.2. INBC: Presentation of the Annual Report to Governments (a.m.)

7.-18.2. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Scientific and Technical Subcommittee,

48 th session

7.2-4.3. CTBTO: Working Group B, 36 th session*

MÄRZ

7.-11.3. IAEA: Board of Governors

10.3. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Briefing to Permanent Missions on the

50th session of the Legal Subcommittee (p.m.)

14.-25.3. UNODC: Commission on Narcotic Drugs, 54 th session (tent.)

28.3-8.4. OOSA: Committee on the Peaceful Uses of Outer Space: Legal Subcommittee, 50 th session

* unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Quelle: http://www.unvienna.org/documents/calend284.pdf

50 | SOCIETY4_10


DIPLOMATIE

BERICHT

Wiener Opernball in Washington:

Charlton Heston und Ehefrau, Dr.

Monika Türk, Wiener Vizebürgermeister

Dr. Bernhard Görg, Botschafter

Dr. Helmut Türk.

Nostalgische Erinnerungen

Wiener Opernbälle

in Washington

In Österreich steht die Ballsaison vor der Tür und dabei werden

für uns Erinnerungen an die beiden Bälle wach, die wir

in Washington organisiert haben. Von MONIKA TÜRK

Der erste Wiener Opernball in

Washington fand am 14. März 1997

statt. Er stand unter dem Ehrenschutz

von Präsident Bill Clinton und First Lady

Hillary, sowie von Bundespräsident Dr.

Thomas Klestil. Dieses Ereignis mit mehr

als 1300 Teilnehmern bedurfte umfangreicher

Vorbereitungen. Zunächst wurde ein

Damenkomitee zusammengestellt. Die Vorsitzenden,

die auch die Koordination übernahmen,

waren zwei prominente Damen

der Washingtoner Gesellschaft und ich. Damit

die Ballkarte steuerlich absetzbar war,

wurde die „Austrian-American Alliance for

the Children“ gegründet, deren Erträge

den SOS Children´s Villages USA zugutekommen

sollten.

***

Walzer-Euphorie im Weißen Haus

Zur Vorbereitung auf das große Fest

wurden vom Tanzlehrerehepaar Herbert

und Carol Traxler an der Botschaft Walzertanzstunden

angeboten. Wir dachten, dass

sich hierfür etwa 100 Personen anmelden

würden, es waren dann aber zwischen 600

und 700.

Wir kontaktierten auch Capricia Marshall

(derzeit Protokollchefin im State Department),

damals persönliche Assistentin

von Hillary Clinton, die auch für Chelsea

Clinton zuständig war, und luden diese ein,

Tanzunterricht an der Botschaft zu nehmen.

Capricia Marshall meinte, Chelsea

habe so viele Termine außer Haus und

möchte deshalb keine weiteren annehmen.

Wir boten daher an, mit den Tanzlehrern

ins Weiße Haus zu kommen. An fünf Abenden

fanden wir uns sodann im Weißen

Haus ein, wo Walzerstunden für Chelsea

und einige ihrer Mitschüler sowie junge

Gruppenfoto

im Weißen

Haus nach

Tanzunterricht

Mitarbeiter des Präsidenten gegeben wurden.

Hin und wieder kamen der Präsident

und seine Frau vorbei, um sich von den

Fortschritten ihrer Tochter zu überzeugen.

***

Amerikanische Begeisterung für Wiener

Opernball

Der Ball selbst fand im National Building

Museum statt, einem großartigen

Rahmen für diese für Washington außerordentliche

Veranstaltung. Nach dem Einzug

der Ehrengäste – an der Spitze Wiens Bürgermeister

Dr. Michael Häupl und seine

Frau sowie die damalige Staatssekretärin

im Außenministerium Dr. Benita Ferrero-

Waldner – folgten Eröffnungspolonaise

und Walzer des Jungdamen- und Jungherrenkomitees.

Im Verlauf des Abends erfreuten

Darbietungen des Wiener Staatsopernballetts

die Ballbesucher.

Die weitere Ballnacht wurde eifrig getanzt

und in höchst angeregter Stimmung

verbracht. Vor allem die amerikanischen

Gäste waren begeistert, sie hatten eine solche

Art von Ball noch nie erlebt. Die Anwesenheit

von Chelsea Clinton weckte das besondere

Interesse der Journalisten.

Darüber hinaus nahm eine große Anzahl

prominenter Persönlichkeiten an der Veranstaltung

teil, darunter mehrere Höchstrichter,

Senatoren und Gouverneure, etwa

dreißig Kongressabgeordnete, ein

Dutzend Stellvertretende Gouverneure,

hochrangige Mitarbeiter des Weißen Hauses

und des State Department sowie der bekannte

Schauspieler Fred Duval.

Der zweite Wiener Opernball in Washington

fand am 25. September 1998 statt,

diesmal im Washington Hilton Hotel. Dieser

war ebenfalls ein großes Ereignis für

die amerikanische Bundeshauptstadt, an

dem von offizieller österreichischer Seite

der Wiener Vizebürgermeister Dr. Bernhard

Görg und seine Frau teilnahmen. Unter

den Ehrengästen befand sich auch

Charlton Heston. So mancher Dame tat es

leid, ihn nicht in seinen jüngeren Jahren

kennen gelernt zu haben. Der Ablauf des

Balls war ähnlich wie im Jahr zuvor und

der Ertrag ging wiederum an die „SOS

Children´s Villages USA“. Es war allerdings

schon ein gewisser Gewöhnungseffekt

eingetreten und der Ball stellte nicht

mehr die gleiche Sensation dar wie beim

ersten Mal.

Bei unseren Besuchen in Washington

werden wir noch immer auf diese beiden

wunderschönen Wiener Opernbälle angesprochen,

die die Aufmerksamkeit der

amerikanischen Öffentlichkeit in besonderem

Maße auf Österreich lenkten. Sie sind

leider einmalige Ereignisse geblieben.

SOCIETY 4_10 | 51


DIPLOMATIE

INTERVIEW

Strengthening the Role of Culture and Art

The Importance of Being

Cultural

We have to recognize the fact that culture is the core of our society” – the Swedish diplomat,

Karl-Erik Norrman, accentuates the need for cultural awareness especially in Europe.

SOCIETY met the Secretary-General of the European Cultural Parliament for an interview.

By DONATA ALBERTI

Last July I attended a weeklong seminar

at the ICD in Berlin, entitled “Arts as

Cultural Diplomacy: A Forum for Young

Leaders”. One of the speakers was Ambassador

Karl-Erik Norrman, a great diplomat

from Sweden with a charismatic personality.

After a distinguished diplomatic

career in the Swedish Foreign Ministry including

posts in Moscow, Peking, Geneva,

Rome, as Swedish Commissioner General

in Expo 92, Seville, and as Head of the Cultural

Department, Foreign Ministry, Karl-

Erik Norrman is now Secretary-General of

the European Cultural Parliament (ECP)

based in Berlin.

I somehow got involved in one of his

projects and on the occasion of the 9th session

of the European Cultural Parliament,

which took place in Athens in September,

I had the opportunity to discover something

more about the ECP. The European

Cultural Parliament was founded in the

premises of the Council of Europe, Strasbourg,

in 2001 and today offers a forum for

regular debate on crucial issues between

cultural personalities from all European

countries. Its objective was, and is, to

strengthen the role of cultural and artistic

ideas and initiatives in Europe.

“Culture and arts should be

the core of the European future

society.”

KARL-ERIK NORRMAN

How did you come up with the European

Cultural Parliament?

The reason was a feeling based on some

experience of European Capitals of Culture

and European cooperation that culture is

missing, or was missing at least, in the European

cooperation. And at the same time

that Europe somehow was missing in culture,

as well. So it was a crosscutting issue.

In that direction I came across with a

statement made by the famous violinist,

conductor and tireless contributor to religious,

social, and environmental organisations

throughout the world, Yehudi

Menuhin, who said that artists need a Parliament.

He did not probably mean exactly

this, but we took this statement. The

next step was the creation of a Parliament

for European artists and cultural lectors.

We wanted to contribute in our own way

by bringing balance to the European debate,

which mainly focused on political,

technocratic and economic discussions.

We wanted to add concern to the cultural

aspect.

What is the philosophy that lies at the

heart of the ECP?

Culture and arts should be the core of

the European future society. Discussions

about European values are very important

and ethic and aesthetic values should be

given more room in the European debate.

So we offer a forum, a sort of platform, an

agora for such discussions, for aesthetic

and ethic values from a European point of

FOTOS: ECP

52 | SOCIETY 4_10


view. But the agenda is to discuss Europe.

What were your dreams as a twentyyear-old

student and how are they different

from the ones of today?

Oh, you are speaking about last century!

Very long ago… Anyway, I think my

dream as a student was to work internationally.

As a young student, probably

like many young students of my generation,

I wanted to save the world. But I

have limited this ambition in the last ten

years to save Europe. It still takes some

saving works here.

How does the Parliament operate?

First of all we had a call recruitment of

members. At first in 2001 we had forty

members, and since then it has been growing.

Now there are 160 members from 43

different countries and they are invited

once a year to an annual session. The ECP

met for the first time in 2002 in Bruges, in

the following years they met in Graz,

Genoa, Lisbon, Turku, Sibiu, Liverpool,

Gothenburg and this year in Athens. On

top of this, if we have financial resources,

we also try to make a think-tank between

the sessions, as preparatory work for the

following year. So this is an additional aspect.

When we meet once a year, we meet

in a European city for three working days

more or less. We always work in a tight cooperation

with the city that hosts us. This

cooperation ranks from the organizational

aspects to the definition of the theme of

the year and we want our host city to be

happy with the theme.

Do you really think that the ECP can be

a trigger for new impulses?

Well I hope they are. Every member of

the ECP is to be considered as an Ambassador

for the European culture, as an Ambassador

for values and for the mission itself

of the ECP. When they go back home

they report, inform, and hopefully also inspire

others. I heard about some interest in

ECP at the Hellenic Parliament

creating a similar forum in Latin America,

but this is a second hand rumour. Then of

course, we are not in the formal sense of

the word a “lobby” towards the European

Commission, but of course we always forward

our resolutions, our decisions and

hope that they somehow will inspire others.

What are the biggest challenges for the

ECP today and what is your personal outlook?

I think that the biggest challenge for

the ECP each year is to have enough financing

to continue what we are doing. But we

have succeeded for 9 years and I think we

are getting better now, so for instance for

the next year we have already four candidates

to host us and this shows an improvement.

My personal hope is of course that

we should be better known in the media

and, thanks to our think tank and our sessions,

we should be able to say that our

work has lead to a new policy in the European

Commission and thus in the European

politics. This has happened only once

until now. Hopefully a resolution taken

here can somehow save people whose

rights for a cultural freedom of expression

have been threatened.

Solemn reading of the ECP Athens

declaration at the famous Pnyx

What can you tell us about the “Youth

ECP”?

The idea of the Y-ECP was presented on

the occasion of the 8th ECP session in

Gothenburg in December 2009 and it has

been further discussed and developed by

an informal advisory group. In July 2010 I

held a speech at the Institute for Cultural

Diplomacy (ICD), in Berlin, and presented

the new project to some 30 “young leaders”

with a cultural orientation and some

of them followed us here in Athens. We believe

the “cultural actors of tomorrow”

should play a crucial part in the development

and shaping of Europe’s future. The

Y-ECP should provide a platform for young

cultural personalities who want to foster

new ideas, new projects, new networks

and other initiatives by promoting cultural

interaction within Europe. It should encourage

open artistic exchange through

conferences, workshops, seminars, think

tanks and sound cooperation projects between

individual artists and managers.

Can you briefly give us some highlights

about the issues that are of utmost concern

for the ECP today?

I think we have to try to address a really

important issue. I have a vision that culture

should be as strong as environment

and sustainable development, and it

should be a kind of super goal in politics.

That was what happened in the early 90’s,

when people said environment and sustainable

development are more crucial issues

compared to other financial, economic,

social and political goals. We have to

recognize the fact that culture is the core

of our society. Then it should also be recognized

as superior to others, for a kind of

sustainable culture. It should be considered

as a value per se and also a value,

which is very important for the European

society. And, in my view, also a great European

comparative advantage in comparison

to other big countries and continents.

SOCIETY 4_10 | 53


DIPLOMATIE

MAZEDONIEN

EU-tauglich?

Brücke der Freundschaft

Der Botschafter von Mazedonien, Univ. Prof. Dr. Gjorgji Filipov, im SOCIETY-Gespräch

über sein Leben in Österreich, die mazedonisch-österreichischen Beziehungen und Mazedoniens

Weg in die EU.

Exzellenz, können Sie uns schildern, wie

es Ihnen hier in Österreich geht, wie es Ihnen

(und der Familie) gefällt und was Ihnen

nicht gefällt?

Obwohl wir hier noch nicht so lange

sind, kann ich mit Sicherheit sagen, dass

ich sehr zufrieden mit meinem Leben und

der Arbeit in Österreich bin. Österreich ist

ein politisch, wirtschaftlich und kulturell

wichtiges Land. Es ist für mich eine Herausforderung,

Botschafter hier zu sein.

Das kulturelle Leben ist ausgezeichnet,

fast wie nirgendwo. Was mir weniger in

Wien und in der Republik Österreich gefällt,

sind der dichte Straßenverkehr und

ein bisschen längere Verfahren für die Erledigung

der alltäglichen Bedürfnisse.

Wie sind die Beziehungen zwischen den

beiden Ländern?

Die beiden Länder sind traditionell gute

Partner. Die bilateralen Beziehungen

sind ausgezeichnet. Unsere wirtschaftlichen

Beziehungen entwickeln sich dynamisch.

Österreich ist der größte Investor in

Mazedonien. Der wirtschaftliche Austausch

könnte größer sein und an dieser Aufgabe

arbeite ich sehr viel. In Österreich leben

16.000 mazedonische Bürger, sie bilden eine

Brücke der Freundschaft zwischen unseren

Völkern. Ich freue mich, dass viele mazedonische

Studenten an österreichischen

Universitäten studieren und ausgezeichnete

Ergebnisse zeigen. Die letzten Besuche

des Bundespräsidenten Heinz Fischer und

des Außenministers, Michael Spindelegger,

in Mazedonien, das Treffen zwischen

dem mazedonischen Präsidenten Ivanov

und Fischer, sowie zwischen dem Bundeskanzler

Faymann und dem Ministerpräsidenten

Gruevski, sind Beweis für die Unterstützung,

die die Republik Österreich der

Republik Mazedonien gibt.

Geben Sie uns bitte einen kurzen Überblick

über die Politik Ihres Landes.

Mazedonien ist ein souveräner, selbständiger,

bürgerlich-demokratischer

Staat mit einer bürgerlichen Verfassung,

der zufolge alle Bürger, unabhängig von

ihrer ethnischen Zugehörigkeit, gleiche

Rechte und Freiheiten genießen. Das aktuelle

Ziel unserer Außenpolitik ist die

Mitgliedschaft in der Europäischen

Union. Dabei sind eine ausgewogene Regionalpolitik,

sowie freundschaftliche

und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren

Nachbarländern unverzichtbare

und stabilitätswahrende Elemente.

Mazedonien unterhält mit Griechenland

insgesamt gute Beziehungen. Ausnahme –

Athen möchte nicht, dass Ihr Land sich Mazedonien

nennt. Was ist der aktuelle Stand

der Dinge?

Die Verhandlungen zwischen Mazedonien

und Griechenland sind unter der

Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

Wir hoffen, dass dieser Streit endlich beendet

wird. Die Lösung muss für beide Länder

akzeptable sein. Die internationale Gemeinschaft

muss dabei die Würde und die Identität

des Volkes in Mazedonien respektieren.

Wo aber steht Mazedonien heute und

was kann das Land in die EU einbringen?

Unsere Regierung hat eine klare Agenda

für den Beitritt zur Europäischen Union.

Auf der Basis der nationalen Strategie für

den mazedonischen Beitrag zur Europäischen

Integration, setzt unsere Regierung

das Annäherungsverfahren fort. Die übergreifenden

Reformen im Justiz-, Polizeiund

Verwaltungsbereich, zur Korruptionsbekämpfung,

aber auch in wirtschaftlicher

Hinsicht zur Schaffung stabiler makroökonomischer

Rahmenbedingungen, sind,

trotz der wirtschaftlichen Krise, in vollem

Gange. Mazedonien ist fest entschlossen,

am Bau eines gemeinsamen Europas mitzuwirken:

Die Demokratie ist in den Köpfen

der Menschen fest verankert.

Welche besonderen Reformen in der Wirtschaft

und welche Kampagne von Auslandsinvestitionen

werden durchgeführt?

Seit 2007 wurde die Einheitssteuer eingeführt.

Damit zählt die Republik Mazedonien

zu den Ländern mit den niedrigsten

Steuersätzen. Zum Beispiel gibt es in Mazedonien

die niedrigste einheitliche Gewinnund

Einkommensteuer von nur zehn Prozent.

Gleichzeitig ist die Steuer auf reinvestierten

Gewinn null Prozent. Die Regierung

der Republik Mazedonien hat ein

Projekt, genannt „Regulatorische Guillotine“,

das eine Reduktion der bürokratischen

Prozeduren in allen Tätigkeitsbereichen

der juristischen Personen ist,

durchgeführt. Dieses Projekt ist ein starkes

Instrument im Kampf gegen die Korruption

geworden.

Welche Perspektiven haben Mazedonien

und die anderen Länder des Westlichen Balkans

für den EU-Beitritt?

Mazedonien hat sich als funktionierende

Demokratie in der Region Südosteuropas

etabliert, es ist ein Beispiel von Stabilität

und ethnischer Toleranz. Mazedonien

bringt in die EU: Kultur, Natur und Stabilität

an ihrer südlichen Grenze. Der Weg

nach Europa ist unser Weg und niemand

außer uns kann ihn durchlaufen, das ist

uns bewusst. In Bezug auf die anderen

westbalkanischen Länder darf man nicht

vergessen, dass der Balkan ein Teil Europas

ist und dass, wie der mazedonische Außenminister

Milososki sagt: „Die Einigung Europas

ohne den Balkan als integraler Teil

der europäischen Konstruktion, ist einfach

nicht möglich.“

54 | SOCIETY 4_10


DIPLOMATIE

MAZEDONIEN

Interkulturelle Zusammenarbeit Mazedonien-Österreich

Der mazedonische Kulturbeitrag

SOCIETY lud die Kulturministerin Mazedoniens, Elizabeta Kanceska Milevska, zum

Interview anlässlich ihres Wienbesuchs, bei dem das österreichisch-mazedonische Kulturabkommen

unterzeichnet wurde.

Interview in der

Villa Flora

Sprechen wir über das Kulturabkommen,

das jüngst zwischen Österreich und

Mazedonien unterzeichnet wurde. Was ist

das Ziel dieses Abkommens?

Außenminister Michael Spindelegger

und ich haben ein kulturelles Abkommen

zwischen der Republik Mazedonien und

der Republik Österreich unterzeichnet. Es

ist das erste in dieser Art und wir freuen

uns, dadurch unsere Zusammenarbeit im

Bereich der Bildung und Kultur intensivieren

zu können. Darüber hinaus stehen Themen

wie der Schutz des Weltkulturerbes,

die Malerei, die Musik sowie Szenenaufführungen

im Fokus. Wir werden nun die

Möglichkeit haben, verschiedene Projekte

aus diesen Bereichen zu implementieren.

Die Republik Mazedonien ist reich an

kulturellem Erbe. Wir haben sehr viele

Künstler im Bereich der bildenden Künste,

Theater und Musik, die auch weltweit Auszeichnungen

erhalten haben. Ich bin als

Kulturministerin sehr stolz darauf, was unser

Land an kulturellem und landschaftlichem

Reichtum zu bieten hat. So schöpfen

wir beispielsweise aus unseren zahlreichen

archäologischen Fundstätten, Kirchen, Klöstern,

Fresken, handgefertigten Ikonostasen,

aber auch aus den Naturschönheiten,

wie den Seen und Bergen.

Gibt es konkrete Kooperationen zwischen

Mazedonien und Österreich auf kultureller

Ebene?

Bisher wurden viele Projekte aufgrund

von Einladungen diverser kultureller Institutionen

oder einzelner Künstler realisiert.

Letztes Jahr, zum Beispiel, gab es eine

Ausstellung, die von zeitgenössischen,

mazedonischen Malern unter anderem

hier in Wien ausgerichtet wurde. Weiters

fand eine Aufführung des mazedonischen

Balletts und der Oper im Rahmen einer

Veranstaltung auf dem Michaelerplatz

statt – eine Zusammenarbeit mit der Stadt

Wien. Zu Gast dabei war die Konzertpianistin

und Kulturbotschafterin Elena Misirkova.

Sie lebt und arbeitet in Wien und genießt

weltweiten Ruhm.

Darüber hinaus arbeitet man eng mit

der österreichischen Botschaft in Skopje

zusammen und organisiert verschiedene

Festivals mit der mazedonischen Oper und

dem Ballett.

Wie sieht die Orientierung Richtung Mitgliedschaft

bei der EU aus?

Eine der Prioritäten der Republik Mazedonien

ist die Annäherung an die Europäische

Union. Diesbezüglich hat gerade

der kulturelle Bereich eine wesentliche

Bedeutung. Das Ministerium arbeitet intensiv

in diese Richtung und fördert

internationale Projekte, die auch den

kulturellen Reichtum unseres Landes repräsentieren

sollen. So hoffe ich, dass wir

gerade jetzt in Zukunft die Möglichkeit

eines verstärkten Kulturaustausches haben

werden und an dem gegenseitigen

Verständnis der kulturellen Vielfalt

innerhalb der EU beitragen können.

Wie sehen Sie die Rolle Österreichs als

Partner Ihrer Bestrebungen bei der EU beizutreten

und welche Kriterien sind dafür

maßgeblich?

Erst kürzlich habe ich dem Bundesaußenminister

meine Dankbarkeit ausgedrückt.

Diese gilt vor allem seiner Unterstützung

bei der Zusammenführung von

Süd-Osteuropa. Wir schätzen die Bemühungen

seitens Österreichs sehr, uns bei

der Annäherung an die EU beizustehen.

Nun warten wir auf den Fortschrittsbericht,

um die Verhandlungen aufnehmen

zu können. Es gibt konkrete Schritte seitens

der Republik Österreich, als größter

ausländischer Investor Mazedoniens, unser

Land in wirtschaftlicher und kultureller

Hinsicht zu fördern, da das Interesse an

der Entwicklung des westlichen Balkans

sehr groß ist. Wie Sie sehen, pflegen wir eine

sehr intensive Beziehung zu Österreich,

nicht zuletzt zu Außenminister Spindelegger

und Bundeskanzler Faymann.

Welche Empfehlung würden Sie einem

Österreicher in Mazedonien aussprechen?

Auf jeden Fall die mazedonische Küche,

wie beispielsweise die Ohrider Forelle – eine

sehr traditionelle Speise. Dann Skopje

und die wunderschöne antike Stadt Ohrid

mit wertvollem Kulturgut und historischen

Denkmälern.

Minister Elizabeta Kanceska Milevska

und Michael Spindelegger unterzeichneten

ein Kulturabkommen

SOCIETY 4_10 | 55


POLITIK

KOMMENTAR

Charta des Zusammenlebens

Vier Vorschläge an die neue

Wiener Regierung

Die Wiener rot-grüne Regierung will erstmals eine „Charta des Zusammenlebens“ formulieren

die das Zusammenleben von Ansässigen und Zugewanderten regelt. Hier ein Vorschlag,

was in dieser Charta festgehalten werden sollte. Von SIMON INOU

3) Mehrsprachigkeit und Ganztagschulen:

Wir sollten uns von der Illusion befreien,

dass „Migrantenkinder“ das Schulproblem

Wiens sind. Mangelnde

Chancengleichheit und mehrwertige Förderungen

für alle Kinder und Jugendlichen

nach ihren jeweiligen Bedürfnissen

sind das Bildungsproblem in Wien. Die

Ausbildung der LehrerInnen soll mehrsprachig

gestaltet werden.

Am 25. November wurde in Wien die erste

Rot-Grüne Regierung eines österreichischen

Bundeslandes angelobt. In

dem rot-grünen Regierungsabkommen

„Gemeinsame Wege für Wien“ wird auf

Seite 38 auf das Thema Diversität und Integration

eingegangen. Ein wichtiger Bestandteil

dieses Kapitels ist die Formulierung

einer „Wiener Charta des

Zusammenlebens“. Diese Charta, die es

zum Beispiel in Bologna (Italien) schon

gibt, soll Spielregeln für ein gutes Zusammenleben

zwischen ansässigen Wienern

und neu Zugewanderten festlegen.

Diese Charta existiert noch nicht und wird

demnächst ausgearbeitet. Hier unsere Vorschläge

an Rot-Grün, damit das Zusammenleben

in Wien funktioniert:

1) Bekämpfung von Rassismen und Fremdenfeindlichkeit

als oberste Priorität: Im

Wien des 21. Jahrhunderts gibt es noch Orte

zu denen man, aufgrund der Hautfarbe,

des Aussehens, keinen Zugang bekommt.

Orte, an denen bestimmte Menschen nicht

essen, nicht tanzen, nicht wohnen dürfen.

Das widerspricht der so gern proklamierten

Weltoffenheit Wiens. Antirassistische

NGOs und Initiativen zeigen es jedes Jahr

in verschiedenen Berichten: Rassismus ist

Alltag.

2) Migranten sollen sichtbar gemacht

werden: Sie putzen, arbeiten an unsichtbaren

Stellen vieler Firmen (Keller, Küche,

Bau). Oft sind sie dafür zuständig, dass,

wenn wir morgens in unser Büro kommen,

alles glänzt. Unter Ihnen sind viele höher

Gebildete. Realitäten wie diese sollten zur

Vergangenheit gehören. Für Wien ist die

Zeit reif, Farbe zu bekennen. Nicht nur im

öffentlichen Dienst sollten Menschen mit

Migrationshintergrund an sichtbaren Stellen

beschäftigt werden. Auch in allen verbreiteten

Werbemitteln der Stadt: Zeitungsinserate,

Plakate, TV-Werbespots

sollten Migranten verstärkt sichtbar werden.

4) Wien braucht eine Vertretung für alle

MigrantInnen der Stadt: Am 12. Dezember

2008 teilten die IntegrationssprecherInnen

der Wiener Parteien SPÖ, ÖVP und

Grüne via Presseaussendung mit, dass sie

mit der Einstellung der Förderung für das

Vernetzungsbüro der Wiener Integrationskonferenz

(WIK) durch die Magistratsabteilung

17 einverstanden waren. Die Wiener

Integrationskonferenz (WIK) war ein Dachverband

aller Migrantenvereine in Wien

und diente als Plattform zwischen Politik,

Verwaltung und Communities. Nach den

Wahlen am 25. Oktober 2008 gestaltete

sich die Kommunikation unter den Mitgliedervereinen

schwer. Dies führte dazu,

dass mehrere Vereinsmitglieder sich von

WIK abgewendet haben. MigrantInnen in

Wien sind ohne Vertretung und brauchen

eine.

ÜBER DEN AUTOR

Simon Inou stammt aus Kamerun, studierte Soziologie

und ist Journalist (Radio Afrika International), Mitbegründer

von www.afrikanet.info und Projektleiter von M-Media.

Er hat für seine journalistische Arbeit zahlreiche Auszeichnungen

bekommen, u. a. vom Land Steiermark und

der EU.

M-Media ist der „Verein zur Förderung interkultureller

Medienarbeit“ und gestaltet u. a. wöchentlich eine Seite

in der Tageszeitung „Die Presse“.

Kontakt: www.m-media.or.at

56 | SOCIETY 4_10


POLITIK

KOMMENTAR

Bericht aus Moskau

Wikileaks und die Fussball-WM

Die Wikileaks-Enthüllungen sind auch für Russland unangenehm – doch viel mehr Kopfzerbrechen

dürfte dem Land die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2018 bereiten.

Denn noch nichts ist dafür wirklich bereit. Von SUSANNE SCHOLL

GRAFIK: GERD ALTMANN/PIXELIO.DE

Nein, man war natürlich nicht amused,

als man plötzlich schwarz auf weiß

hatte, was man allerdings ohnehin

schon wusste: Dass die amerikanischen

Diplomaten überzeugt waren, der Plutonium-Mord

an dem ehemaligen Geheimdienstagenten

Litvinenko in London sei

von oberster Stelle in Moskau bestellt worden;

dass das amerikanische diplomatische

Personal in Moskau Russland für die

Weltmacht der Korruption hält. Wirklich

neu sind diese Erkenntnisse tatsächlich

nicht – trotz aller Beteuerungen der Wikileaks-Betreiber.

***

Wo ist das Leck?

Man war in Moskau wie gesagt nicht erfreut

darüber, aber auch nicht über die Maßen

empört. Stattdessen machte sich Häme,

Schadenfreude und die immer schon

sehr beliebte Suche nach den eigentlichen

Schuldigen breit. Die Duma, das Unterhaus

des russischen Parlaments, verbreitete das

Gerücht, es sei ganz klar, dass nur der amerikanische

Geheimdienst CIA hinter den

peinlichen Online-Enthüllungen stecken

könne. Andere Stellen in Russland setzen

sich ernsthaft mit der These auseinander,

die Verbreiter amerikanischer diplomatischer

Depeschen könnten eigentlich nur

„die Chinesen“ sein.

***

Strahlender Sieger?

Mit einem Wort, man fand Schuldige

und sah sich selbst als Opfer – eine Rolle, die

Russland traditionell gerne einnimmt. Man

ist entweder das Opfer – oder der strahlende

Sieger. Der man in Sachen Fußballweltmeisterschaft

entgegen allen Erwartungen

wurde. Der Jubel um das zweite sportliche

Großereignis, das innerhalb von vier Jahren

in Russland stattfinden soll wird allerdings

von Experten sogleich heftig gedämpft.

Noch ist nicht einmal Sotschi tatsächlich

für die Winterspiele 2014 gerüstet – und

jetzt will man bis 2018 13 höchstmoderne

Stadien in ganz Russland errichten. Manch

einem in Moskau stehen da schon jetzt die

Haare vor Schreck zu Berge.

Zumal, wenn man sich jene Stadien anschaut,

die schon stehen. Veraltet, völlig

unzureichend ausgestattet und natürlich

in keiner Weise jenen Sicherheitsvorgaben

entsprechend, die man bei einem

internationalen Großereignis wie der Fußballweltmeisterschaft

voraussetzt. Ja, Russland

wünscht das mit den Spielen und der

WM einhergehende Prestige für sich. Aber

die Voraussetzungen sind durchaus nicht

vorhanden. Ein Kollege merkte denn auch

etwas resigniert an, offenbar sei die vollkommene

Voraussetzungslosigkeit zum

entscheidenden Kriterium bei der Vergabe

ÜBER DIE AUTORIN

Dr. Susanne Scholl ist am 19.9.1949 in

Wien geboren. Sie studierte Slawistik,

war ab den 1970er Jahren bei „Le

Monde“, Radio Österreich International

und in der Austria Presseagentur

(APA) tätig. Ab 1985 arbeitete sie für

den ORF: Als Redakteurin der Osteuroparedaktion, Korrespondentin

in Bonn und Leiterin des ORF-Europajournals,

und ab 2000 als Leiterin des ORF-Büros in Moskau. Zahlreiche

Publikation (u. a. „Russisches Tagebuch“ u. „Töchter

des Krieges“) sowie Auszeichnungen (u. a. Österr. Ehrenkreuz

f. Wissenschaft und Kunst 2003, Journalist des

Jahres 2009).

solcher internationaler sportlicher Großereignisse

geworden.

***

Kriterium für die Vergabe

Interessant wäre die Frage, ob die Entscheidungsträger

der FIFA ein bisschen bei

Wikileaks geschmökert haben, bevor sie

Russland die Weltmeisterschaft 2018 zugestanden.

Vermutlich nicht. Und bei aller

Zurückhaltung gegenüber dem freizügigen

Internetportal mit der erdrückenden

Menge an politischen Dokumenten muss

man eines sagen: Wo auch immer, aber die

Herren über den internationalen Fußball –

und übrigens auch jene des Internationalen

Olympischen Komitees – hätten doch

gut daran getan, sich etwas genauer darüber

zu informieren, wie es in jenen Ländern

zugeht, denen sie so freizügig ihre

Großereignisse anvertrauen.

Auf der virtuellen Ebene ist Russland ja

bestens gerüstet – im Internet sieht man

glückliche Kinder und wunderschöne fertige

Sportstätten. In der Realität könnte es

aber ziemlich schwierig werden mit der

tatsächlichen Fertigstellung. Und das

könnte Moskau in den kommenden acht

Jahren mehr Kopfzerbrechen bescheren

als alle Wikileaks-Enthüllungen zusammengenommen.

SOCIETY 4_10 | 57


DIPLOMATIE

WELCOME TO AUSTRIA

The Board of “Welcome To Austria”

with Dr. Michael Spindelegger

Lectures and Events

Highlights of “Welcome

To Austria”

With a variety of cross-cultural events and interesting lectures, “Welcome To Austria” follows

its aim of promoting the awareness and understanding of Austria's rich cultural heritage.

SOCIETY Magazine presents the highlights

of the autumn season of “Welcome

To Austria”.

***

General Assembly Meeting with

Michael Spindelegger

At the 13th General Assembly Meeting

of “Welcome To Austria” Federal Minister

for Foreign Affairs and President of “WA”,

Dr. Michael Spindelegger, gave a cheering

speech in which he highlighted the importance

of the Association in helping to

make Vienna and Austria a home for people

from all over the world. “WA” adds to

the overall aim of making Vienna an international

meeting place and hub for

global expertise. Dr. Spindelegger congratulated

to the very good job of “WA“ so

that diplomats – when they eventually

Dr. Michael Spindelegger

leave Vienna – have a positive image of Austria

and its people.

After the General Assembly Meeting,

which took place in the famous Marmorsaal

of the Foreign Ministry, a reception

was held during which members of WA

had the chance to converse with BM Dr.

Spindelegger.

***

L’Ambassade de France

Mme Chantal Coural gave an extraordinary

lecture in French on the history and

architecture of the French Embassy building.

She has published a book entitled

“L'Ambassade de France”, Edition du Patrimoine,

about this particular building in

the centre of Vienna. It is a unique case of

a building in Vienna especially constructed

as an Embassy from the beginning.

58 | SOCIETY 4_10


Mme Coural knowledgeably talked about

the particulars of the art nouveau architecture

and interiors of the Embassy. Afterwards,

a reception was held by Mme

Valentine Carré, wife of the French Ambassador.

***

Neue Galerie N.Y.C.

Under the patronage of H.E. Mrs. Donna

Eacho, wife of the US-Ambassador, Dr.

Christian Witt-Doerring presented a slide

lecture with two screens on the “Neue Galerie”

in New York City at the Club Room of

“WA”. He is the curator of the museum created

by Ronald Lauder on the Fifth Avenue

The Board of “Welcome To Austria”

Dr. Erhard Busek

in New York, which contains so many outstanding

Austrian paintings, furniture and

works of art that it has become a wonderful

and strong link between the United

States and Austria.

***

Lecture by Erhard Busek

Former Vice Chancellor Erhard Busek, a

brilliant speaker, always very much in demand,

gave a lecture on issues about Central

Europe and problems and achievements

of the Danube Region. He has been

chairman since 1995 of the well-known

“Institute for the Danube Region and Central

Europe” IDM.

Mrs. Donna Eacho,

Gabrielle Schallenberg

INFORMATION

WA “Welcome to Austria” was founded

in 1997 by Dr. Benita Ferrero-

Waldner, who was then State Secretary

for Foreign Affairs, with the

overriding objective of introducing

foreign diplomats and international

civil servants assigned to Vienna and

their spouses to the Austrian way of

life. The aims of WA are to promote the awareness and understanding

of Austria’s rich heritage of culture and history

past and present. WA would welcome newly accredited diplomats

and their spouses to join the club.

***

WA invites you to join:

■ You will meet many interesting Austrians in a relaxed

atmosphere and make new friends.

■ You will be offered a wide choice of excellent programmes

and learn a great deal about your host country.

■ You will be invited to private homes and through WA

events you will enjoy many things which you would not

have access to outside our Association.

***

THE BOARD OF “WELCOME TO AUSTRIA”

Dr. Benita Ferrero-Waldner – Founding President

Foreign Minister Dr. Michael Spindelegger – President

Gabrielle Schallenberg – First Vice President - History, Art

Dr. Monika Türk – Second Vice President

Mag. Stephan Hofstätter – Treasurer

Mag. Gertrud Tauchhammer – Public Relations,

“Schriftführerin”

Dr. Elisabeth Wolff – Music

Dr. Heide Almoslechner – German

Anne Thun-Hohenstein – History, Art

Dr. Stefanie Winkelbauer – Applied Arts, Cuisine

Mag. Adelaida Calligaris – Liaison Officer

***

OFFICE HOURS

Mo-Tue-Wed: 2 p.m.–5 p.m.

Thurs-Fri: 9 p.m.–12 p.m.

Gabriela Znidaric, Secretary

Hofburg, Stallburg, Reitschulgasse 2, 1010 Vienna

Phone: +43-(0)1-535 88 36, Fax: +43-(0)1-535 88 37

E-mail: office@welcome-to-austria.org

www.welcome-to-austria.org

r. Christian Witt-Doerring

Mme Chantal Coural, Gabrielle

Schallenberg, Mme Valentine Carré

SOCIETY 4_10 | 59


DIPLOMATIE

ÖGAVN

Im Aufwind

ÖGAVN-Jahresrückblick

Mit fast 300 Veranstaltungen blickt die Österreichische Gesellschaft für Außenpolitik und die

Vereinten Nationen (ÖGAVN) sowie deren unabhängige Jugendorganisation (Akademisches Forum

für Außenpolitik) auf das aktivste Jahr seit 1945 zurück.

Bei den Großveranstaltungen im Parlament,

der Hofburg und anderen Räumlichkeiten

waren neben dem UNO-Generalsekretär

Ban Ki-moon mit rund 1000

Besuchern die Außenminister der Slowakei,

Sloweniens, Brasiliens und Ungarns

zu Gast ebenso wie der stv. Premierminister

von Serbien, Bozidar Djelic oder Friedensnobelpreisträgerin

Shirin Ebadi.

***

Außenpolitik in der Stallburg

Der neue Clubraum der ÖGAVN, der am

25. Jänner 2010 von Außenminister Dr. Spindelegger

und dem Präsidenten der ÖGAVN

Altbundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel

eröffnet wurde (SOCIETY berichtete darüber),

wurde nicht nur zu einem Meeting

Point für einen offenen außenpolitischen

Dialog sondern zur Austragungsstätte von

fast 100 Veranstaltungen im heurigen Jahr.

Ein besonderes Highlight ist hierbei der

„Internationale Club“ der ÖGAVN, immer

Mittwoch um 12:00 Uhr mit Gästen aus Politik,

Wirtschaft und Wissenschaft aus

Österreich und aller Welt. Am 6. Oktober

2010 konnten die Mitglieder der ÖGAVN einen

besonderen Gast begrüßen. Dr. Igor

Yurgens, Direktor des Institute for Contemporary

Development in Moskau und einer

der engsten Berater des Präsidenten der

Russischen Föderation, Dmitry Medvedev,

sprach zum Thema „Russia-Nato Relations:

Problems and Perspectives“.

***

Aktive Jugend

Seitens des Akademischen Forum für

Außenpolitik (AFA) in Wien, finden jeden

Montagabend für 25 ausgewählte Studierende

die Einheiten des außeruniversitären

Praxislehrgangs – Global Advancement Programme

(GAP) – statt. Jeden Dienstag haben

die Mitglieder des AFA die Gelegenheit

Außenminister Dzurinda

spricht im Palais Pallavicini

zur Diskussion politischer, wirtschaftlicher

und gesellschaftlicher Themen im Rahmen

der „AFA-WIEN-Clubabende“. Mittwochabend

ist der Clubraum in der Stallburg

für den AFA-Debattierclub reserviert,

in dessen Rahmen Rhetorik und Argumentationstechnik

trainiert werden kann.

Die Stallburg ist darüber hinaus auch

für die Veranstaltungen des Vereins „Welcome

to Austria“ und ausgewählter Partner

der ÖGAVN geöffnet.

***

40 Jahre Außenpolitische Gespräche auf

Schloss Hernstein

Die „Jubiläumsgespräche“ fanden von

22. bis 23. Oktober 2010 statt und waren

dem Thema „Staat und Souveränität in der

heutigen Zeit“ gewidmet. Spitzenbeamten

des Außenministeriums wie der Leiter der

politischen Abteilung Bot. Dr. Stefan Lehne

sowie der Leiter der Völkerrechtsabteilung

Bot. Dr. Helmut Tichy und andere Experten

beleuchteten insbesondere neue Entwikklungen

im Völkerrecht sowie das Verhältnis

von staatlicher Souveränität und Europäischer

Union. Die Gespräche 2010

wurden von den langjährigen österreichischen

Spitzendiplomaten Bot. Dr. Alexander

Christiani, Dr. Gregor Woschnagg und

Dr. Eva Nowotny inhaltlich betreut.

***

Jour-Fixe-Mittagessen im Hotel de France

Auch die schon vor vielen Jahren eingeführten

Jour-Fixe-Mittagessen im Hotel de

France konnten 2010 erfolgreich weitergeführt

werden und bieten insbesondere die

Gelegenheit, mit Mitgliedern der Österreichischen

Bundesregierung zu diskutieren.

Gastredner im heurigen Jahr waren

Frauenministerin Heinisch-Hosek, Justizministerin

Bandion-Ortner sowie Wissenschaftsministerin

Karl.

Botschafter Schweisgut

(2.v.l) mit Vorstandsmitgliedern

der ÖGAVN in

der Stallburg

Botschafter Lehne, Christiani

und Josef Braml in

Hernstein

MITGLIEDSCHAFT

Alle Personen, die am internationalen

Geschehen interessiert sind

und zur Stärkung der Vereinten

Nationen beitragen wollen, können

ordentliche Mitglieder der

Seit 1945

Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten

Nationen (ÖGAVN) werden. Daneben sind Unternehmen

und andere Institutionen eingeladen, als unterstützende

Mitglieder beizutreten. Wenn Sie Interesse an einer

Mitgliedschaft haben, wenden Sie sich bitte an:

ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR AUSSENPOLITIK

UND DIE VEREINTEN NATIONEN (ÖGAVN)

Hofburg/Stallburg, Reitschulgasse 2/2. OG, A-1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-535 46 27

E-Mail: office@oegavn.org, www.oegavn.org

MAGAZIN SOCIETY

Mag. Gertrud Tauchhammer hat mit dem Magazin SOCIE-

TY als offizielles Organ schon seit 1995 fungiert und übt

seitdem mit verschiedensten Aktivitäten den Brückenschlag

zwischen Österreich und den Vereinten Nationen

aus. Auf Vorschlag von Altbundeskanzler Dr. Wolfgang

Schüssel wird die Kooperation zwischen dem Magazin SO-

CIETY und der ÖGAVN fortgesetzt. SOCIETY ist zu hundert

Prozent im Eigentum der Tauchhammer KG/Mag. Gertrud

Tauchhammer.

60 | SOCIETY 4_10

Der serbische Vizepremiere

zu Gast in der Hofburg


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Oktober bis Dezember 2010

BELGIEN:

KÖNIGSTAG

Am Tag des Heiligen

Leopold, dem Namenstag

von König Leopold I.

von Belgien, lud Botschafter

Frank Recker

zum Empfang in die Residenz.

S.E. Sergej Netschajew (Russ. Föd.),

S.E. Alejandro Diaz (Mexiko)

S.E. Ali Chaouch

TUNESIEN: „TAG DES 7. NOVEMBER 1987“

Zum 23. Jahrestag des „Tages des 7. November 1987“ lud der tunesische

Botschafter Ali Chaouch zu einem Musikabend mit anschließendem

Empfang in das Palais Auersperg.

Die Receiving Line

Alt und Jung beim Konzert

S.E. Milovan Bozinovic

(Serbien), S.E. Vili Minarolli

(Albanien)

(v. l.) Botschafter Gianfranco Varvesi mit-

Gattin und das Botschafterehepaar

ITALIEN: NEUER BOTSCHAFTER

Anlässlich seiner Ankunft in Wien luden der neue Botschafter Italiens in

Österreich, S.E. Eugenio d'Auria und Gattin Maria Rosaria Vricella d'Auria,

zu einem Empfang im Palais Metternich, der Botschaft von Italien. Botschafter

d'Auria ist Nachfolger von Massimo Spinetti und war vor seiner

Entsendung nach Österreich italienischer Botschafter in Riad.

Dr. Elena Kirtcheva (Vienna

Economic Forum), S.E. Sergej

Netschaew (Russ. Föderation)

62 | SOCIETY 4_10

Gaetano Manzo (ENIT)


Dr. Georg Zanger und Staatssekretär

Andreas Schieder

CHINA:

NATIONALFEIERTAG

Der chinesische Nationalfeiertag wurde traditionell

mit einem großen Empfang im Hotel

Savoyen in Wien gefeiert. Gleichzeitig

wurde dem neuen Botschafter S.E. Shi Mingde

ein herzliches Willkommen bereitet.

Die Receiving Line

S.E. Ikram Bin Yaakob (Malaysia), Shi

Mingde, Dr. Melitta Schubert (BMEiA)

Mao Zedong als Kunstwerk

INNSBRUCK: TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT

Honorarkonsul Dr. Ernst Wunderbaldinger und der deutsche Botschafter

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein luden anlässlich des

Tages der Deutschen Einheit zu einem Empfang im Landhaussaal

in Innsbruck. Sie begrüßten zahlreiche Gäste aus der Diplomatie

und Wirtschaft sowie in Österreich ansässige deutsche Bürger.

Dr. Ernst Wunderbaldinger, S.E. Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, Bürgermeisterin Mag.

Christine Oppitz-Plörer, ÖVP-Klubobmann Josef Geisler

S.E. Paata Gaprindashvili, Dr.

Bruno Baumgartner mit dem

„Orden des Goldenen Vlieses“

Die Receiving Line

GEORGIEN: ORDENSVERLEIHUNG

Dem ehemaligen Zwettler Gymnasialprofessor Dr. Bruno Baumgartner

wurde durch Botschafter Paata Gaprindashvili feierlich

der „Orden des Goldenen Vlieses“ für seine Verdienste um die Erforschung

der georgischen Kulturdenkmäler auf dem Gebiet der

Türkei verliehen. Baumgartner erforscht seit mehr als zwanzig

Jahren georgische Baudenkmäler in Ostanatolien und schrieb

zum Thema eine Dissertation an der Wiener Universität. Seine

zahlreichen Arbeiten werden derzeit ins Georgische übersetzt. Der

Orden des Goldenen Vlieses wird an Ausländer verliehen, die sich

um Georgien verdient gemacht haben, zu den Trägern zählen u.

a. auch der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder

und der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan.

Dr. Andreas Hopf

(Central Danube)

Botschafter mit

Gattin

SOCIETY 4_10 | 63


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Oktober bis Dezember 2010

Orientalische Bauchtanzeinlage

Botschafter Omar Zniber

trug sich ins Goldene Buch

der Stadt Graz ein.

S.E. Omar Zniber im Steirerjanker

GRAZ: STYRIA MEETS MOROKKO

Botschafter Omar Zniber und Konsul Michael Ksela luden zur Veranstaltung „Styria meets

Morokko“. Mehr als 150 Gäste u. a. Veronica Kaup-Hasler, Peter Pakesch, Friedrich Kleinhapl

sowie Wirtschaftsgrößen wie Helmut List, Angelika Kresch, Edith Hornig, Rudolf Roth und

viele andere mehr erlebten die kulturelle, wirtschaftliche, kulinarische und musikalische

Vielfalt eines Landes, das viele Berührungspunkte mit der Steiermark hat. Besonderer Höhepunkt

und ein Zeichen der Verbundenheit zwischen der Steiermark und Marokko: Konsul

Ksela überreichte an Botschafter Omar Zniber einen echten Steirerjanker – und sieh

da, er passte wie angegossen.

OSZE: FÜHRUNG DURCH DIE ALBERTINA

Botschafter Gianfranco Varvesi,

Ständiger Vertreter Italiens bei

der OSZE in Wien, lud alle OSZE-

Botschafter sowie den OSZE-Generalsekretär

Marc Perrin de Brichambaut

zu einer Führung

durch die Michelangelo-Ausstellung

in der Albertina ein.

Marc Perrin de Brichambaut,

Gianfranco Varvesi

Die Receiving Line, Ishaya El-Khoury mit Gattin

William Eacho III mit Gattin und Mme

Carré

LIBANON:

NATIONALFEIERTAG

Anlässlich des libanesischen Nationalfeiertages

lud der Botschafter

von Libanon und ständige

Vertreter der Vereinten

Nationen Ishaya El-Khoury und

seine Gattin zu einem Empfang

in die Villa Reinheimer in Wien-

Währing.

64 | SOCIETY 4_10


Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, HK Helmut

Gerlich, Alfons Schneider, Gabi Burgstaller

TBSL-Obmann Ing. R. Backhausen, KR Alfons

Schneider, TBSL-Obmann Stv. Ing. W. Sima

DEUTSCHLAND:

VERABSCHIEDUNG DES HONORARKONSULS

Mitte Oktober wurde in Anwesenheit des deutschen Botschafters

Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, der Landeshauptfrau Mag.

Gabi Burgstaller, diverser Ehrengäste und des Consularischen

Corps Honorarkonsul Alfons Schneider endgültig verabschiedet

und der neue Honorarkonsul Dr. Helmut Gerlich, Vorstandssprecher

des Bankhauses Spängler Salzburg, im festlichen Rahmen

begrüßt. Der neue Doyen, Dr. Norman Dick, dankte KR Alfons

Schneider für seine Tätigkeit als Konsul und Doyen und

überreichte im Namen des Consularischen Corps einen gravierten

Freundschaftsbecher aus mundgeblasenem Kristallglas.

Botschafter Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, LHF Mag.

Gabi Burgstaller, Konsul Dr. Helmut Gerlich, Dr. Maria Gerlich,

Michaela Schneider, KR Alfons Schneider

DISKUSSION: EUROPA IM DIENSTE DER BÜRGER

Mit Unterstützung

der luxemburgischen

Abgeordnetenkammer

und in Kooperation

mit der Europäischen

Akademie der

Wissenschaften und

Künste lud die österreichische

Botschaft

in Luxemburg in die

historischen Kulisse

der Abtei Neumünster

in Luxemburg-

Botschafterin Christine Stix-

Stadt zu einer zweisprachigen

Podiums-

Hackl begrüßt Jacques Santer

veranstaltung unter

Vorsitz von Sir Julien Priestley, dem langjährigen Generalsekretär

des Europäischen Parlaments, zum Thema „Die Wiederentdekkung

des Menschen in unserer Gesellschaft“. Als Schlussredner

konnte der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek,

gewonnen werden, der in seinen Ausführungen die Bemühungen

des Europäischen Parlaments zum Dienst am Bürger (in der Folge

des Vertrags von Lissabon) in den Mittelpunkt stellte. Im Publikum

konnte Botschafterin Christine Stix-Hackl u. a. den ehemaligen

Kommissionspräsidenten und Premierminister Jacques

Santer sowie Erbgroßherzog Guillaume von Luxemburg und Hofmarschall

Pierre Mores begrüßen.

Dr. Vesna Borozan, Dr. Elena

Kirtcheva, beide ehemals

Botschafterinnen in Wien

Die Receiving Line

VAE: NATIONALFEIERTAG

Botschafter M.H. Omran,

ständige Vertreter der

Arabischen Emirate bei

der UNO & UNIDO und H.

Al Kaabi, ständiger Vertreter

bei der IAEA &

CTBTO luden anlässlich

des 39. Nationalfeiertages

der Vereinigten Arabischen

Emirate zu einem

Empfang im Hotel Hilton.

SOCIETY 4_10 | 65


DIPLOMATIE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER DIPLOMATIE Von Oktober bis Dezember 2010

Johannes Hahn beim informellen

Gespräch mit StudentInnen.

DIPLOMATISCHE AKADEMIE:

NEUES STUDIENJAHR

Zum Beginn des neuen Studienjahres der Diplomatischen

Akademie Wien hielt EU-Kommissar

Johannes Hahn die Eröffnungsrede.

FOTOS: DA/WEINGARTNER

DA-Direktor Hans Winkler mit

Johannes Hahn

SAMBIA: NATIONALFEIERTAG

Honorarkonsul Heinz Messinger lud zum Nationalfeiertagsempfang

der Republik Sambia in die Räumlichkeiten des Honorarkonsulats

ein.

Hercules do Nascimento Cruz (Kap Verde), Heinz Messinger, Dr. Helmut Freudenschuss (BMEiA)

Die Receiving Line

S.E. Ba Than Nguyen (Vietnam),

S.E. Dinkar Khullar (Indien)

THAILAND: GEBURTSTAG

König Bhumibol Adulyadej

von Thailand feiert dieses

Jahr seinen 83. Geburtstag.

Zu seinen Ehren gab Botschafterin

Nongnuth Phetcharatana

einen festlichen

Empfang im Naturhistorischen

Museum in Wien.

66 | SOCIETY 4_10


JAPAN: GEBURTSTAG

Aus Anlass des Geburtstages

Kaisers Akihito baten

Botschafter Shigeo Iwatani

und dessen Frau Yuko

Iwatani zum Empfang in

die Börsensäle.

S.E. SHI Mingde (China), S.E.

Shigeo Iwatani (Japan)

Die Receiving Line

Dr. Josef Höchtl, Dr. Alexander

Wrabetz (ORF-GD)

OMAN: NATIONALFEIERTAG

Zur Feier des 40.

Jahrestages des

Sultanates Oman

lud Botschafter

Dr. Badr M. Al-

Hinai zu einem

Empfang in das

Grand Hotel am

Kärntnerring.

Florian Uhlig mit dem deutschen

Botschafter

DEUTSCHLAND: JAHRESAUSKLANG

Auf Einladung des deutschen Botschafters, Hans Henning Blomeyer-Bartenstein,

gab der deutsche Pianist Florian Uhlig in der

Deutschen Botschaft vor einem ausgesuchten Publikum ein Klavier-Konzert

mit Werken von Robert Schumann, Ludwig van Beethoven

und Frédéric Chopin. Uhlig, laut Musical Opinion einer der

individuellsten und phantasievollsten jungen Pianisten unserer

Zeit, trug unter anderem als österreichische Erstaufführung zwei

neu entdeckte Kompositionen von Robert Schumann vor: „Romanze

f-moll“ und „Presto possibile f-moll“.

Die Receiving Line

SOCIETY 4_10 | 67


WIRTSCHAFT

RECHT

LGP Legal Solutions

Mit innovativer Anwaltsallianz

erfolgreich aus der Krise

Der Rechtsanwalt und Gründer der internationalen Anwaltsallianz „LGP Legal Solutions“

Gabriel Lansky im Gespräch mit SOCIETY über seine Erfahrungen mit herkömmlichen

Anwaltsnetzwerken und über die Notwendigkeit, Kooperationen den individuellen lokalen

Marktgegebenheiten anzupassen.

Sie sind mit Ihrer Kanzlei seit Jahrzehnten

international aktiv. Nach welchen Modellen

werden denn Ihrer Erfahrung nach

Anwaltskanzleien international aktiv?

Im Wesentlichen sind drei Modelle beobachtbar,

nach denen Anwaltskanzleien

international vorzugehen versuchen: Große

internationale Kanzleien versuchen den

Schein zu erwecken, ein „One-Stop-Shop-

Modell“ würde existieren und funktionieren.

Der Klient sieht die Marke und hofft

auf Inhalt. Er bekommt lediglich die Marke.

Qualitätssichernd und realistisch könnte

ein derartiges Modell bloß auf der Basis

eines mehr oder weniger gemeinsamen

Rechtssystems funktionieren, also in der

EU-27, maximal noch in Staaten, welche

sich bereits konkret auf dem Weg in die

Union befinden. Nur in diesen Ländern

kann es eine gemeinsame Kanzlei geben,

bei der die Qualitätssicherung auf der

„LGP Legal Solutions basiert

auf unserer konkreten Erfahrung,

dass es unmöglich ist,

strategisch dieselbe ‚Melodie‘

auf den riesigen Märkten

Russlands oder Chinas und

gleichzeitig auf den kleineren

netzwerkorientierten Märkten

des Balkans ‚abzuspielen‘.“

GABRIEL LANSKY

Grundlage gemeinsamen Rechts ohne Risiko

für Kunden oder Kanzlei eine gemeinsame

„Brand“ rechtfertigt. Aber selbst in diesem

gemeinsamen Markt ist es schwierig,

für solch ein Konzept die Besten zu finden,

weil diese bereits die Marktführer in ihren

lokalen Ökonomien sind und meist nicht

auf uns gewartet haben. Denn: Die lokal erfolgreichsten

Kanzleien sind in diesen

Märkten oft schon seit Generationen fest

etabliert und würden sich daher niemals

einer ausländischen Marke unterwerfen.

Die internationalen „Law Firms“, die versuchen,

weltweite Präsenz unter einer Marke

und daher einer Qualität zu verkaufen,

suggerieren daher dem Markt etwas, was

es in der Praxis nicht gibt.

Das zweite Modell, nämlich das „Best-

Friends-Prinzip“ wird von allen kleineren

Kanzleien angewandt, die international

tätig sind. Eine One-Stop-Shop-Lösung ist

damit nicht einmal annähernd zu erreichen.

Der Klient genießt durch dieses Modell

lediglich den Vorzug einer Weiter-

68 | SOCIETY 4_10


empfehlung durch seine lokale Hauskanzlei.

Allerdings birgt dieses Modell auch Risiken:

Ein schlechtes Referral gefährdet

nicht nur das Mandat vor Ort, sondern potenziell

auch die gewachsene Klientenbeziehung

im eigenen Land. Daher ist außerordentliche

Sorgfalt bei der Auswahl der

Best Friends geboten.

Wie funktioniert das von Ihnen in den

letzten Jahren entwickelte Konzept von

„LGP Legal Solutions“?

LGP Legal Solutions ist unser Modell zur

Lösung dieses Dilemmas und stellt einen

dritten Weg dar. Es basiert auf unserer konkreten

Erfahrung, dass es unmöglich ist,

strategisch dieselbe „Melodie“ auf den riesigen

Märkten Russlands oder Chinas und

gleichzeitig auf den kleineren netzwerkorientierten

Märkten des Balkans „abzuspielen“.

Die Schwierigkeit bei der Positionierung

als international agierender

Berater liegt darin, dass man für verschiedene

geographische Regionen lokal diversifizierte

Business-Modelle finden muss.

Länder wie z. B. Russland oder China erfordern

differenzierte, sogar auf die jeweilige

Region des Landes angepasste anwaltliche

Betreuung. Denn: Moskau ist nicht gleich

Jekaterinburg oder Irkutsk. Deshalb legen

wir den Fokus auf maßgeschneiderte Lösungen

für den jeweiligen Markt – die besten

„Legal Solutions“ eben. Das setzt eine

ausgezeichnete Kenntnis des Zielmarkts

und der Partner ebenso wie die entsprechenden

Personalressourcen im eigenen

Unternehmen voraus. Wir verfolgen aus

Überzeugung einen regionalen, thematischen

und projektbezogenen Ansatz.

CURRICULUM VITAE

Dr. Gabriel Lansky ist Anwalt und Senior Partner bei Lansky,

Ganzger & Partner, einer internationalen Anwaltskanzlei

mit Sitz in Wien und mit Repräsentanzen in Baku

(Aserbaidschan) und Bratislava (Slowakei) sowie zahlreichen

Partnerkanzleien in Südosteuropa und Zentralosteuropa.

Gabriel Lansky ist eingetragener Anwalt in Bratislava,

Budapest und Brüssel, wo er für die Interessen seiner

Mandanten vor der Europäischen Union auftritt. Er ist

Vortragender an der Universität Wien und Autor einer Vielzahl

von Artikeln und Publikationen in den Bereichen Europäisches

Recht, Harmonisierung des Rechts der verschiedenen

EU-Mitgliedstaaten, Übernahme des aquis

communautaire, Strafrecht und Medienrecht.

Dieses Konzept bedeutet im Detail: Wir

haben je nach Größe des Zielmarkts unterschiedlich

viele und profilierte „Best-

Friends-Kanzleien“ und kombinieren dieses

Standardmodell mit der Anwesenheit

von Juristen aus den jeweiligen Ländern

bei uns an den Standorten Wien und Bratislava.

Sie sind dafür zuständig, dass wir

die geeigneten „Best Friends“ aussuchen,

die optimale Joint-Venture-Struktur für

das jeweilige Projekt finden und mit der lokalen

Kanzlei gemeinsam das Projekt abwickeln

sowie die nötige Qualitätssicherung

gewährleisten.

Was ist das Besondere an EWIV LGP Legal

Solutions?

LGP Legal Solutions ist auch ein Europäischer

Wirtschaftsverein (eine juristische

Person des EU-Rechts, „EWIV“ genannt),

eine Allianz, die derzeit Serbien,

Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien,

Kosovo, Montenegro und Mazedonien

abdeckt. Diese Länder sind hochinteressante,

relativ autarke kleinere

Ökonomien mit stark etablierten regionalen

„Anwaltskaisern“. Wir testen mit

unserem Verein unser Modell! Dass gerade

wir das erste Netzwerk von Topkanzleien

aus jedem Staat des früheren Jugoslawien

unter einem Dach vereinen,

erfüllt mich mit Freude und Stolz.

Die EWIV stellt eine flexible und unbürokratische

Rechtsform dar, welche

die Unabhängigkeit jedes EWIV-Mitglieds

wahrt. Damit haben wir eine Plattform,

über die wir nicht nur Klienten betreuen,

sondern auch Rechtsfragen gemeinsam

analysieren. Und wir erreichen damit,

dass die vorhandenen gemeinsamen

Rechtsstrukturen gestärkt werden. Das

erleichtert auch den Binnenhandel der

Staaten, was wir durch Awards und Kongresse

fördern. Wir verfolgen also einen

an die Mandantenbedürfnisse angepassten

pragmatischen „Can-Do-Ansatz“,

was uns eine gewisse Schlagkraft verleiht,

wenn es darum geht, für Klienten

über nationale Grenzen hinweg Projekte

voranzutreiben.

Politisch ist die EWIV für mich ein Instrument,

das beispielsweise auch in der

Frage der Menschenrechte auf dem Balkan

wichtige Akzente setzen soll. Der Hohe

Repräsentant von Bosnien-Herzegowina,

der ehemalige österreichische

Botschafter, Valentin Inzko, hat bei unserer

konstituierenden Sitzung diese Einschätzung

bestätigt. Wenn man so will,

ist die EWIV in einem Europa mit zunehmenden

nationalistischen Tendenzen

ein Projekt des Friedens und der Gemeinsamkeit.

SOCIETY 4_10 | 69


WIRTSCHAFT

ARABISCHER RAUM

Austro-Syrian relations

Economic Focus

Syria is an important focal country in economic activities

for Austrian businesses, says H.E. Bassam Sabbagh, Syrian

Ambassador in Austria.

In an interview with Sharaka Magazine

(issue 2/2010, p. 25) of the Austro-Arab

Chamber of Commerce, H.E. Bassam Sabbagh,

the Syrian Ambassador, stated: „At

the turn of the millenium Syria adopted a

number of measures and laws that aim at

encouraging investment in the country.

Legislations were passed to improve the investment

environment, liberalize trade and

tax and fiscal reform. The results of these reforms

reflected in the high rates of growth

and employment, domestic and foreign investment,

in addition to the significant expansion

in the industrial, financial and

banking sectors, and the expanding role of

the private sector in the development

process. The visit of President Bashar al-Assad

to Austria opened broad prospects for

increasing the volume of trade exchange between

the two countries, whether through

agreements that were signed during the visit

that were for the promotion and mutual

protection of investments, or the decision of

the Oesterreichische Kontrollbank AG

(OeKB) that announced the start of its operation

in Syria. This provides a financial

guarantee for the businessmen of both

countries and supports their projects. I can

say that Syria is an important focal country

in economic activities...“

Symposium über die Jugend in Tunesien

Jugend ist Zukunft

Im „Internationalen Jahr der Jugend“ veranstaltete Tunesien

ein Symposium über die Herausforderungen für die Jugend.

Das 22. Internationale Symposium des

RCD (Rassemblement constitutionnel

démocratique) vom 2. bis 3. November

2010 in Gammarth war dem Thema “Jugend

und gegenwärtige Herausforderungen”

gewidmet. Das Symposium war Teil

der nationalen Feierlichkeiten Tunesiens

anlässlich des 23. Jahrestages des Wechsels

vom 7. November. Präsident Ben Ali hatte

in seiner Eröffnungsrede auf das „Internationale

Jahr der Jugend“ der Vereinten Nationen

vom August 2010 bis August 2011

hingewiesen und die Bedeutung dieses

weltumspannenden Themas in den Mittelpunkt

gerückt.

Die Tagungsteilnehmer stimmten den

Worten des Präsidenten zu, dass die Schaffung

einer sichereren, stabileren, gerechteren

und entwickelteren Welt ohne Konflikte,

Extremismus und ohne die

unterschiedlichen Ausprägungen des Fanatismus

und Terrorismus davon abhängt,

wie sehr auf die Jugend Acht gegeben wird,

auf deren Erziehung in universalen Werten

und Idealen und davon, sie so gut wie

möglich zu bilden.

Der Schlussbericht des Symposiums

unterstreicht die zivile Verantwortung für

die Jugend, die alle Staaten, Gesellschaften

und internationale Organisationen tragen.

Es ist deren Rolle, das Bewusstsein über die

Wichtigkeit der Jugend zu festigen, die Bestrebungen

die Jugend zu fördern zu

unterstützen, der Jugend Gehör zu schenken

und ihre Sorgen und Hoffnungen

ernst zu nehmen, sowie der Jugend einen

weiten Horizont an Möglichkeiten zu eröffnen

und sie darauf vorzubereiten, mit Herausforderungen

und schwierigen Situationen

fertig zu werden.

FOTOS: S.E. BASSAM SABBAGH © HBF

70 | SOCIETY 4_10


He knows there’s a well out there.

So do we.

www.omv.com

Why are nine out of ten appraisal wells drilled by OMV Exploration

& Production GmbH successful? Just as the camel finds water

where others see only sand, we find oil where others can't. OMV,

the leading energy Group in the European growth belt, announces

two new gas-condensate discoveries in the OMV operated Nawara

production concession in Southern Tunisia. This is OMV's ninth

successive well to encounter hydrocarbons in a row in this highly

promising area.

Move & More.


WISSENSCHAFT

KOLUMNE

Kolumne von HERBERT PIETSCHMANN

Kernenergie – Quo Vadis?

Der enorme Widerstand gegen den Transport radioaktiver Abfälle von Atomkraftwerken

in Deutschland wirft die Frage nach der Ursache für die „Angst“ vor der Kernenergie

auf. Wird der ewige Zwiespalt zwischen Verunsicherung und regelrechter Euphorie

jemals ein Ende finden?

Angesichts der außergewöhnlich heftigen Opposition

gegen den Transport radioaktiver

Abfälle von Kernkraftwerken in Deutschland

mag ein Rückblick auf die Geschichte der

Kernenergie geboten erscheinen.

Es war ein diabolisches Zusammentreffen,

dass gerade am Beginn des furchtbaren Weltkrieges

Otto Hahn in Berlin die Möglichkeit einer

Kettenreaktion durch Spaltung von Urankernen

entdeckte. Zwar hat Deutschland nie an einer

Uranbombe gearbeitet, deutsche Physiker versuchten

einen Kernreaktor zu bauen, aber die

Furcht emigrierter Kollegen vor einer Atombombe

in Hitlers Händen war verständlich.

Also kam es dazu, dass der Pazifist Albert Einstein

am 2. August 1939 einen Brief an Präsident Roosevelt

unterzeichnete, in dem er ihn aufforderte, ein Projekt zum Bau

einer Atombombe (das so genannte Manhattan-Projekt) in

den USA zu finanzieren. Unter der Leitung von Enrico Fermi

wurde zunächst ein Reaktor gebaut, der 1941 in Chicago erstmalig

eine Kettenreaktion im Uran verwirklichte. Als dann in

der Wüste von Nevada die erste Atombombe gezündet wurde,

soll Robert Oppenheimer, der Leiter des Projekts, gesagt haben:

„Wir haben die Arbeit des Teufels getan!“

***

So tritt das nukleare Zeitalter

über die Schwelle

Am 6. August 1945 gab es 500 Meter über Hiroshima einen

Urknall, der 130.000 Menschen in den Tod riss. Eine Uranbombe

war zur Explosion gebracht worden und

drei Tage später folgte in Nagasaki eine Plutoniumbombe.

In einem japanischen Bildband über die

schrecklichen Ereignisse heißt es lapidar: „So

tritt das nukleare Zeitalter über die Schwelle.“

Wie sehr die Geburt der Kernenergie aus dem

Geist der Zerstörung (unbewusst) nachwirkte, hat

die französische Zeitschrift „Le Monde“ nach

der Ablehnung der Kernenergie in Österreich

durch die Volksabstimmung im November 1978

zum Ausdruck gebracht: „Einer Energie, die unter

dem Zeichen des Todes geboren wurde, gelingt

es nicht, glauben zu machen, sie könne das

Symbol des Lebens sein.“

Da half es auch nicht, dass Präsident Eisenhower

am 8. Dezember 1953 vor der Vollversammlung

der Vereinten Nationen seine historische

Rede „Atoms for Peace“ gehalten hatte.

Herbert Pietschmann ist Emeritus der

Fakultät für Physik der Universität

Wien und Buch-Autor (Neuerscheinung:

Die Atomisierung der Gesellschaft.

Ibera Verlag Wien 2009).

Zwar führte sie schließlich zur Gründung der

IAEO in Wien im Juli 1957, aber die Zweifel

konnten nicht ausgeräumt werden. Der Nobelpreisträger

Konrad Lorenz schrieb im November

1976 – ohne auf Argumente überhaupt einzugehen:

„Ich gestehe, ohne mich dessen zu schämen:

Ich habe einfach Angst – und nicht nur um

mich und die Meinen.“

Der Zeit der Verunsicherung und des Kampfes

für und wider die Kernenergie ging eine Periode

der Euphorie voraus, die heute kaum mehr verständlich

ist. Es gab um 1960 allen Ernstes Pläne,

in Hinkunft im Bauwesen statt Dynamit Atomsprengköpfe

einzusetzen. So wollte man etwa

den Panama-Kanal mit einer einzigen Schleuse

(wegen des unterschiedlichen Pegels von Atlantik und Pazifik)

durchsprengen. Ja, man wollte eine steigungsfreie Autobahn

durch das Gebirge sprengen, vom Osten bis an die Westküste

Amerikas. Und in Alaska sollte ein eisfreier Hafen aus dem Festland

gesprengt werden. Ähnliche Pläne hatte die UdSSR, die

die großen Flüsse in ihrer Richtung ablenken wollte.

***

Atomkraft? Nein Danke

Solch überzogene Hoffnungen konnten sich nicht durchsetzen

und so war spätestens die Studenten-Revolution von

1968 dazu berufen, Einhalt zu gebieten. Freilich führte dies zu

einem Kampf zweier Lager, die beide sehr schnell ins Extrem

rutschten. „Atomkraft? Nein Danke“ trugen die einen auf Ansteck-Knöpfen

mit der lachenden Sonne; „Steinzeit? Nein Danke“

konterten die anderen.

Die beiden Reaktor-Unfälle in Harrisburg,

Pennsylvania am 28. März 1979 und in Tschernobyl

am 26. April 1986 trugen zur Verhärtung

der Fronten bei. Eine Versöhnung beider Lager

scheint leider schon deshalb ausgeschlossen,

weil in der Euphorie der 60er Jahre eine unverzeihliche

Unterlassung geschehen ist: Man begann,

Reaktoren zu bauen, ohne sich um das Problem

der Abfälle zu kümmern! Das wäre so, wie

wenn ein Flugzeugbauer sich bei der Konstruktion

nur um Start und Reiseflug, nicht aber um

die Landung kümmerte, denn herunter kommen

muss es ja ohnehin irgendwie!

Bis heute gibt es keine ausreichende Forschung

zum Problem der langlebigen Abfälle, obwohl

ernst zu nehmende Vorschläge zur Umwandlung

in kurzlebige Isotope (eine so

genannte Transmutation) existieren!

72 | SOCIETY 4_10


Globalisierung im Eheleben

Scheidung ohne Grenzen

Die globalisierte Welt führt zu zahlreichen grenzüberschreitenden Lebensgemeinschaften.

Stellt bereits das Leben in transkulturellen Beziehungen die Partner regelmäßig vor ungewöhnliche

Herausforderungen, so birgt auch ihre Trennung besondere Probleme in sich.

Von JULIA ABERMANN

WIRTSCHAFT

RECHT

KONTAKT

Dr. Julia Abermann

Rechtsanwaltsanwärterin

(in Karenzierung)

Lansky, Ganzger & Partner

Rechtsanwälte GmbH

1010 Wien, Rotenturmstraße 29

Tel. +43-(0)1-533 33 30-0

www.lansky.at

Ein erster Einblick in entscheidende Fragen

bei Scheidungen binationaler

Ehen soll einige Problemfelder sichtbar

machen.

In welchen Ländern können sich Ehepartner

aus verschiedenen Herkunftsländern

scheiden lassen? Was passiert, wenn

keiner der Partner aus Österreich kommt

oder einer der beiden schon nicht mehr in

Österreich lebt? Welches Recht kommt betreffend

die Scheidung zur Anwendung?

Hat die Scheidung einen Einfluss auf den

Aufenthaltsstatus?

***

„Forum Shopping“

Vor einem österreichischen Gericht

kann man sich gewöhnlich um eine Scheidung

erfolgreich bemühen, wenn beide

Ehegatten unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit

ihren gewöhnlichen Aufenthalt

in Österreich haben oder zuletzt hatten

und einer der beiden Ehepartner noch

hier lebt. Weiters, wenn einer der beiden

seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich

hat und gemeinsam ein Antrag gestellt

wird, bzw. der Beklagte seinen gewöhnlichen

Aufenthalt in Österreich hat.

Auch kann hierzulande geschieden werden,

wenn der Kläger österreichischer

Staatsbürger ist und sich zumindest sechs

Monate unmittelbar vor der Antragstellung/Klage

in Österreich aufgehalten hat

bzw. ohne Österreicher zu sein zumindest

ein Jahr unmittelbar vor der Antragstellung/Klage

hier gelebt hat. So sieht es die

in allen Mitgliedstaaten der Europäischen

Union (mit Ausnahme von Dänemark) geltende

EU-EheVO 1347/2000 vor. Sie findet

auf EU-Bürger sowie auf Drittstaatsangehörige

ohne Unterschied unmittelbar Anwendung.

Aufgrund dieser Verordnung kommen

im Ergebnis in vielen Fällen unterschiedliche

EU-Vertragsstaaten zur Durchführung

einer Scheidung in Frage. Da mit der Zuständigkeit

eines Landes auch häufig das

anzuwendende Recht determiniert wird,

führt diese Rechtslage zum sog „forum

shopping“, d. h. das Land, das für den Kläger

das günstigste Ergebnis bringt, wird anvisiert.

***

Recht ist nicht gleich Recht

Dass eine Scheidung vor einem österreichischen

Gericht verhandelt wird, heißt

noch lange nicht, dass auch österreichisches

Recht zur Anwendung kommt.

Grundsätzlich wird die Frage, welches

Recht bei einer Scheidung anzuwenden ist,

nach dem gemeinsamen Personalstatut

(das Recht des Staates, dem eine Person angehört)

der Betroffenen ermittelt. Haben

beide Partner dieselbe ausländische Staatsbürgerschaft,

kommt das Recht ihres Herkunftsstaates

zur Anwendung. So kann es

beispielsweise dazu kommen, dass eine

Ehe von zwei japanischen Staatsbürgern

nach japanischem Recht geschieden wird,

selbst wenn die Scheidung von einem

österreichischen Gericht ausgesprochen

wird. Dies gilt auch, wenn die Partner in

der Vergangenheit die Staatsbürgerschaft

desselben Staates hatten.

Haben die Partner Staatsbürgerschaften

verschiedener Länder, kommt das Recht

des Landes zur Anwendung, in dem sie ihren

letzten gemeinsamen Aufenthalt hatten.

Leben beispielsweise ein Chinese und

eine Deutsche zusammen in Österreich, ist

für die Scheidung österreichisches Recht

maßgeblich. Dies gilt auch für den Fall,

dass ein Österreicher und eine Chilenin zusammen

in Österreich leben.

***

Scheidung auf Österreichisch

Kann nun vor österreichischen Gerichten

nach österreichischem Recht geschieden

werden, stehen bekanntlich zwei Möglichkeiten

zur Verfügung: die

einvernehmliche und die streitige Scheidung.

Gut beraten ist der, der vorab rechtliche,

finanzielle und sonstige Auswirkungen

einer Scheidung konkret bedenkt.

Überlegungen sollten jedenfalls Obsorge

für die gemeinsamen Kinder, Kindesunterhalt,

Ehegattenunterhalt und die Aufteilung

des ehelichen Vermögens bzw. der allenfalls

vorhandenen Schulden betreffen.

Wird eine einvernehmliche Scheidung

angestrebt, muss ohnedies Einigung über

all diese Punkte vorliegen.

***

Scheidung und Aufenthaltsstatus

Auch nach der Scheidung ist Vorsicht

geboten. Drittstaatsangehörige müssen eine

Scheidung der für Niederlassung und

Aufenthalt zuständigen Behörde unmittelbar

bekannt geben. Geschieht das nicht,

bedeutet das vielfach das Aus für den Aufenthaltstitel.

Um im konkreten Einzelfall die beste

Lösung zu finden und böse Überraschungen

zu vermeiden, ist eine genaue Prüfung

und Vorbereitung insbesondere im binationalen

Kontext unerlässlich. Von einer

Scheidung ohne Grenzen darf derzeit nur

geträumt werden.

SOCIETY 4_10 | 73


RECHT

KOLUMNE

40 Jahre diplomatische Beziehungen zu China

Austrian-Chinese Business

Association

Kann Österreich eine zentrale Rolle in den europäischen Wirtschaftsbeziehungen zu China

übernehmen? Österreich wäre ein idealer Standort für die Zentrale einer europäischen

Handelskammer für Fragen chinesischer Investoren. Von GEORG ZANGER

Das Jahr 2011 steht im Zeichen des 40-jährigen Jubiläums der

diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der

VR China. Im Rahmen einer Vielzahl von Veranstaltungen

findet am 26.01.2011 ein Wirtschaftssymposium statt, das vom

Österreichischen Institut für China- und Südostasienforschung

gemeinsam mit der neu gegründeten „Austrian-Chinese Business

Association“ (ACBA) veranstaltet wird. Nach der Eröffnung durch

die Vize-Volkskongressvorsitzende Uyunqimg werden Prof. Dr.

Helmut Sohmen, ein Mitglied des Wirtschaftsausschusses des

Volkskongresses, und Prof. Yan Xiabao aus Shanghai sprechen.

Die „Austrian-Chinese Business Association“ hat sich zur

Aufgabe gemacht, Investoren aus der VR China nach Europa zu

bringen, um die europäische Wirtschaft zu stärken. Als Präsident

der „Austrian-Chinese Business Association“ werde ich auf

dem Symposium zum Thema „Chinesische Investitionen in

Österreich und Europa“ sprechen.

***

Juristische Besonderheiten

Wenn österreichische Unternehmen in die VR China investieren

und am rasanten Aufstieg Chinas als Wirtschaftsmacht

teilhaben wollen, müssen sie sich auf die juristischen Besonderheiten

des Landes einstellen. Das gilt aber umgekehrt

auch für chinesische Unternehmen, die bestrebt sind, in Europa

Fuß zu fassen. Während Großunternehmen, die in der Regel

staatlich gelenkt werden, schon jahrelang am westlichen

Markt agieren und Erfahrungen mit gesetzlichen Rahmenbedingungen

haben, sind Mittelbetriebe darin größtenteils unerfahren

und deshalb auch uns gegenüber skeptisch und misstrauisch.

Die in den letzten Jahren in China in Kraft getretenen Wirtschaftsgesetze,

insbesondere das Kartell-, Lauterkeits-, Patentund

Markenrecht sind beispielhaft und unseren Gesetzen

durchaus vergleichbar. Sie wurden nicht zuletzt unter dem Einfluss

deutscher Professoren verfasst.

Dennoch müssen wir die Mentalität der chinesischen Unternehmer

berücksichtigen, die insbesondere durch die bisher vorherrschende

Anwendung von sogenannten „Strategemen“ geprägt

war. Ebenso befürchten aber Unternehmer aus dem

asiatischen Reich, bei der Niederlassung in Europa und der Beteiligung

an hier gelegenen Unternehmen generell auf Schwie-

74 | SOCIETY 4_10


igkeiten zu stoßen, die sie im Vorhinein

nicht erkennen und bedenken können.

Die Chinesen haben z. B. seit Juli 2010

ein neues Produkthaftungsgesetz und

damit einen weiteren Schritt in Richtung

Verbraucherschutz gesetzt. Auch

wenn – so wie bei uns – vom Gesetzgeber

drei Kategorien der Fehlerhaftigkeit definiert

werden, wie fehlerhaftes Design,

Produktionsfehler und unzureichende

Information zur Funktionsweise des Produktes,

kann von einem funktionierenden

Konsumentenschutz, so wie wir ihn

kennen, noch nicht gesprochen werden.

Chinesische Investoren befürchten daher rechtliche Nachteile,

weil ihnen noch die nötige Erfahrung fehlt.

***

Vorurteile bekämpfen

Die Bemühungen, die in den letzten vier Jahren zur Anlockung

von chinesischen Investoren entfaltet wurden, haben

aber vor allem mit den enormen Vorurteilen zu kämpfen, die

bei unseren Unternehmen vorherrschen. Wenn an die Kooperation

mit chinesischen Unternehmen gedacht wird, herrscht

nach wie vor die Meinung vor, dass Chinesen nur an fremdes

„Know-how“ gelangen wollen, und deren Interesse an echten Investitionen

vorgetäuscht sei. Dabei ist es auch unserem Wirtschaftsleben

nicht fremd, Informationen über Mitbewerber

(teils auch illegal) einzuholen.

Die „Austrian-Chinese Business Association“ hat sich zur

zentralen Aufgabe gesetzt, Vorurteile abzubauen. Sie begleitet

chinesische Unternehmen beratend und führt sie durch das

Dickicht unserer Gesetze und Handelsbräuche. In verschiedenen

Vorträgen in der VR China ist es bereits gelungen, chinesischen

Mittelunternehmen den europäischen Business-Standort

näher zu bringen. Dies stellt einen wichtigen Schritt dar,

zur Schaffung einer Brücke, die es ermöglicht, chinesische

Unternehmen dazu zu bewegen, in Europa zu investieren und

sich hier niederzulassen.

***

CURRICULUM VITAE

DR. GEORG ZANGER, M.B.L.-HSG ist seit 1975 selbständiger

Rechtsanwalt in Wien mit besonderem Schwerpunkt auf

kreativen Lösungen für Wirtschaftsunternehmen. Seine

Spezialgebiete umfassen Wettbewerbs-, Telekommunikations-,

Urheber- und Medienrecht. Zuletzt hat er im Bemühen,

chinesische Unternehmen zu Investitionen in Österreich

zu bewegen, ein Netzwerk mit 25 Rechtsanwaltskanzleien

in den wichtigsten Industriestädten Ostchinas geschlossen.

Er ist Autor verschiedenster Fachbücher und Fachartikel.

KONTAKT

Rechtsanwaltskanzlei „Zanger bewegt“

Dr. Georg Zanger

Neuer Markt 1, A-1010 Wien

Tel.: +43-(0)1-512 02 13, Fax: +43-(0)1-513 48 07

office@zanger-bewegt.at • www.zanger-bewegt.at

Streitbeilegung auf Chinesisch

Bei der Gestaltung von Verträgen ist

nicht nur auf den Vertragsinhalt selbst,

sondern insbesondere auch auf die

Streitbeilegung Bedacht zu nehmen. Die

Chinesen vertrauen ihrer eigenen Gerichtsbarkeit

nicht unbegrenzt. Der

Großteil der Rechtsstreitigkeiten wurde

deshalb bisher gesellschaftlich, d. h. unter

Ausschaltung ordentlicher Gerichte

und oft von Schiedsstellen gelöst. Es

empfiehlt sich daher grundsätzlich, von

vorne herein Schiedsklauseln zu vereinbaren.

Die Schiedsvereinbarung sollte

jedenfalls von vorn herein vertraglich

vereinbart werden, da die Vereinbarung

von „ad hoc Schiedsgerichten“ in China

unzulässig ist. Die Möglichkeit der Vereinbarung

von Schiedsgerichten außerhalb

Chinas ist eingeschränkt. Das ist

kein Grund zur Beunruhigung. Die modernen

chinesischen Schiedsgerichte, wie

zum Beispiel jenes in Shanghai, bevorzugen

in keiner Weise chinesische Unternehmen

gegenüber ihren ausländischen

Vertragspartnern. Die Verfolgung von

Rechtsverstößen, Plagiaten, Falsifikationen

und sonstigen Patent-, Marken- und

Urheberrechtsverletzungen hat bereits

einen ähnlichen hohen Standard wie in

Europa erreicht. Bei Rechtsverletzungen

stehen sowohl zivil- als auch strafrechtliche

Behelfe zur Verfügung.

China hat schon bisher große Investitionen

in Europa vorgenommen. Insgesamt

haben sich Chinas Investitionen in Europa seit 2000 verfünffacht.

Es ist durchaus attraktiv und empfehlenswert, die

Bereitschaft chinesischer Unternehmer, im Ausland zu investieren,

ernst zu nehmen und davon zu profitieren. Europäische

Länder gelten als immer attraktivere Standorte für Chinas

ausländische Direktinvestitionen. So ist das in Shanghai ansässige

Unternehmen „Bright Food“ durch die Übernahme von

United Biscuits, dem britischen Biscuit-Hersteller, in Erscheinung

getreten. Der Kauf eines 7,1%igen Anteils am französischen

Ferienclub Mediterrane durch das Shanghai Industrie

Konglomerat Fosun International ist ebenso bemerkenswert.

Der Durst auf Großübernahmen in Europa von chinesischen

Unternehmen wird wahrscheinlich nicht so schnell gelöscht

sein. Es gibt anhaltende Spekulationen darüber, dass angeschlagene

europäische Banken die nächsten Investitionsziele

für chinesische Unternehmen sein könnten.

***

Zentrale Handelskammer

Aus dieser Warte wäre eine der wichtigsten Forderungen,

zentrale Beratungsstellen für Investitionen durch chinesische

Unternehmen in Europa zu errichten. Am besten eignen sich

dafür Organisationen, ähnlich der „American Chamber of

Commerce“.

Bisher hat die Chinesische Volksrepublik lokale Handelsfragen

an der jeweiligen Chinesischen Botschaft festgemacht. Davon

scheint sie jetzt abgehen zu wollen.

Es wäre eine Herausforderung für Österreich,

eine zentrale Bedeutung in diesen

neuen Überlegungen zu spielen, und die

richtige Antwort auf den sich offenbar

entwickelnden Handelskrieg zwischen

den USA und der VR China im Zuge der

Einhebung von Strafzöllen auf chinesische

Importprodukte zu geben. Österreich

wäre ein idealer Standort für die Zentrale

einer solchen Handelskammer, sodass

von hier Zweigniederlassungen in allen

europäischen Staaten errichtet werden

können.

Es muss und darf nicht zugewartet

werden, bis die Chinesen als Retter in der

Not, wie in Griechenland, erscheinen. Die

Kooperationsbereitschaft in guten Zeiten

würde Europa insbesondere auch im Verhältnis

zu den USA schon stärken, bevor

einzelne Staaten krisengeschüttelt sind.

SOCIETY 4_10 | 75


WIRTSCHAFT

RECHT

Ein Partyfoto, Urlaubsgrüße aus dem

Krankenstand und dergleichen im

Internet können fatale Folgen haben.

Schon manch einer hat aufgrund eines Fotos,

welches ihn in illuminiertem Zustand

zeigt, seinen Job verloren bzw. vermutlich

einen Job erst gar nicht bekommen.

Es kommt immer wieder vor, dass Arbeitgeber

ihre Arbeitnehmer ausforschen.

Diese Überwachung kann durch eine Kontrolle

des E-Mail-Verkehrs, der Telefonate,

durch eine Videoinstallation, Internetrecherche

und der gleichen erfolgen.

***

Welche Fragen sind zulässig?

Welche Ausforschungs- bzw. Befragungsmöglichkeiten

stehen einem Arbeitgeber

bezüglich seines Arbeitnehmers oder

Bewerbers rechtlich überhaupt zu?

Grundsätzlich gilt, dass ein Arbeitgeber

einem Bewerber nur solche Fragen stellen

darf, die für die Klärung der Eignung

für den Job erforderlich sind. Was konkret

erlaubt ist, regelt leider kein Gesetz. Aus

Lehrmeinungen und den wenigen einschlägigen

Gerichtsentscheidungen lässt sich

aber folgendes ableiten: Es darf etwa ein Lagerarbeiter

gefragt werden, ob er ein Rückenleiden

hat, nicht aber ob er schon in

psychischer Behandlung war. Auch muss eine

allfällig durchgeführte gesundheitliche

oder sonstige Untersuchung zur Eignungsabklärung

erforderlich oder gesetzlich gefordert

sein: Eine Blutuntersuchung bzw.

ein HIV-Test ist in etwa bei einem Chirurgen

absolut zulässig, wenn nicht sogar gefordert,

nicht jedoch bei einer Sekretärin.

Fragen nach religiöser oder politischer

Anschauung sind nur bei so genannten

„Tendenzbetrieben“ (Kirche, politische Partei

oder auch Zeitungen) zulässig. Auch solche

nach Vorstrafen sind nur in Ausnahmefällen

gestattet (z. B. Bankkassier).

Fragen betreffend den Intimbereich sind

generell unzulässig.

***

Social Media im Internet

Dass Problem der social Internetplattformen

ist, dass derjenige, der seine Daten

selbst in Internetforen postet, diese der Allgemeinheit

zugänglich gemacht hat und

es sich so nicht um geheime Daten handelt.

Hierbei wird natürlich zu unterscheiden

sein, ob die Daten nur einer eingeschränkten

Gruppe („Freunde“) zugänglich

gemacht wurden, oder ob jedermann darauf

zurückgreifen kann. Jedenfalls wird

ein (auch unzulässiges) Recherchieren des

Arbeitgebers im Internet in der Praxis diesem

wohl nicht nachzuweisen sein.

Konkrete Aussagen der Rechtsprechung

zur Ausforschung eines Arbeitnehmers

Überwachung am Arbeitsplatz

The Boss Is

Watching You!

Immer mehr Arbeitgeber beschaffen sich mit Hilfe des Internets

Zusatzinformationen über Ihre Arbeitnehmer oder Bewerber.

Welche Ausforschungsmöglichkeiten stehen dem

Arbeitgeber zu und was übersteigt seine Befugnisse?

durch dessen Arbeitgeber im Internet fehlen.

Man wird hier aber auf die Judikatur

zu ähnlichen Problembereichen zurükkgreifen

können. Grundsätzlich sind die

Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer

gegeneinander abzuwägen.

***

Kontrolle nur mit Zustimmung

Für einen Arbeitgeber empfiehlt es sich,

sowohl die Internetnutzung als auch das

private Telefonieren bereits im Dienstvertrag

oder der Betriebsvereinbarung festzulegen.

Meist werden diverse Internetseiten

gesperrt und nur die für den Job benötigten

Internetseiten zugänglich gemacht. In

Deutschland untersagen 44 Prozent der

Arbeitgeber ihren Mitarbeitern social media,

in England mehr als sechzig Prozent.

Will der Arbeitgeber seine Mitarbeiter

kontrollieren, ist dazu die Zustimmung des

Betriebsratseinzuholen. In Betrieben ohne

Betriebsrat ist die Zustimmung jedes so

überwachten Arbeitnehmers erforderlich.

Interessant zu wissen ist auch, dass das

Datenschutzgesetz ausdrücklich normiert,

dass Personen deren persönliche Daten

verarbeitet werden, hierüber informiert

werden müssen. Wenn mindestens drei

Arbeitnehmer von der Kontrollmaßnahme

betroffen sind, kann der Betriebsrat

selbst die Klage auf Feststellung der Unzulässigkeit

der durchgeführten Überwachungsmaßnahme

beim Arbeits- und Sozialgericht

einbringen. Ansprüche wegen

Verletzung des Datenschutzgesetzes muss

allerdings der einzelne Arbeitnehmer vor

dem Zivilgericht geltend machen, hier hat

der Betriebsrat keine Klagsbefugnis.

Von Mag. Katharina Braun, Rechtsanwältin

und Autorin, und Mag. Kristina Silberbauer,

Rechtsanwältin, spezialisiert auf Arbeits- und Sozialrecht.

INFO

Mag. Kristina Silberbauer

Rechtsanwältin / attorney-at-law

SILBERBAUER Rechtsanwaltskanzlei

Schreyvogelgasse 3

A-1010 Wien

Tel: +43-(0)1-409 79 78-0

Fax: +43-(0)1-409 79 78-77

office@silberbauer.co.at

www.silberbauer.co.at

76 | SOCIETY 4_10


WIRTSCHAFT

SALZBURG

Salzburg – Österreichs Hauptstadt der Herzen

Society Goes West

Salzburg floriert: Neben ihrem Status als Kulturmetropole

hat sich die Stadt zur Wirtschaftsdrehscheibe Mitteleuropas

gemausert. Von EVA VON SCHILGEN

Ja, es gibt sie noch, die Zeitzeugen, die

den Aufstieg Salzburgs vom verschlafenen

Provinzstädtchen zur wirtschaftsdynamischen

Stadt erlebt haben. Wolf von

Schilgen, der 93jährig jung gebliebene Mit-

Autor von SOCIETY, besuchte 1929 die

Stadt das erste Mal und sah noch den legendären

Alexander Moissi in der Rolle des

Jedermann. 1934 erlebte von Schilgen Salzburg

als den kulturellen Gegenpol zu den

Bayreuther Festspielen, aber auch die wirtschaftliche

Not der Bevölkerung. Er sah

den Wiederaufbau nach dem Krieg, das

Wirtschaftwunder der Fünfzigerjahre und,

nach dem Beitritt Österreichs zu EU, Salzburgs

rasante Entwicklung zu einer der aktivsten

Wirtschaftsregionen Europas.

***

Symbiose von Kultur und Wirtschaft

Zweifellos haben die Festspiele diese Entwicklung

ins Rollen gebracht und bis heute

geht ein besonderer Theater-Zauber von

hier aus. Neben den Sommer-Festspielen

findet man zahlreiche kleinere Festivals

wie die Mozartwoche, die Oster- und

Pfingstfestspiele, Aspekte Salzburg, die Biennale,

die Dialoge, den Jazz-Herbst, Gustav

Kuhns „Delirium“ oder bedeutende Kultureinrichtungen

wie die Internationale Stiftung

Mozarteum, das Weltklasseorchester

Camerata, das Mozarteumorchester, das

Landestheater und viele mehr. Dass die

Symbiose Kultur und Wirtschaft höchst

einträglich ist, wissen auch Salzburgs große

Sponsoren zu schätzen, wie Nestle, Audi,

Uniqa, Credit Suisse oder Siemens.

So wichtig die Kultur oder die einmalige

geografische Lage auch ist, dass Salzburg

zur wirtschaftlichen Drehscheibe Europas

wurde, verdankt es den Visionen

fähiger Politiker und Wirtschaftsexperten.

So ist es gelungen, Stadt und Land Salzburg

zum Sitz zahlreicher Unternehmenszentralen

nationaler und multinationaler

Konzerne zu machen darunter Porsche,

Red Bull, Mercedes, Miele, Alutech, Senoplast,

Sony und viele mehr. Die jährlich

stattfindenden 37 Fach- und Besuchermessen

locken fast 600.000 Besucher an und

machen die Stadt zu dem beliebtesten

Fachmessenstandort.

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala

steht Salzburg bei Kongressteilnehmern,

die das internationale Ambiente, die exzellente

Hotelerie und die kulturellen Veranstaltungen

nach getaner Arbeit schätzen.

Seit der Gründung der Privaten Medizinischen

Universität Paracelsus PMU ist das

Ansehen der Universitätsstadt als Forschungs-

und Ausbildungsplatz weiter gestiegen,

ebenso durch die zahlreichen

Fachhochschulen und Fortbildungseinrichtungen.

Auch die Universität Mozarteum

genießt internationalen Ruf.

***

Moderne Stadt

Salzburg besitzt zudem Österreichs

dichtestes Datenhighway Netzwerk, ist Sitz

eines der größten Technologiezentren der

Republik und westösterreichisches Zentrum

für Finanzdienstleistungen und verfügt

über eine internationale Anbindung

an das überregionale Straßen-, Schienenund

Flugnetz. So bietet Salzburgs kleiner,

aber effizienter, Flughafen tägliche Flugverbindungen

zu den Großstädten Europas.

Last but not least floriert auch Salzburgs

Designer-und Modeszene. Ob es sich

um konventionelle oder moderne Tracht

handelt, ob Haute Couture oder Pret a

Porter – die Szene ist bunt und interessant.

Salzburgs Nobeljuweliere können durchaus

mit ihren Kollegen in der Züricher

Bahnhofstrasse oder New Yorks 5th Avenue

konkurrieren. In Sachen Gesundheit, Wellness

und Schönheit kann die Stadt ebenfalls

punkten, so haben sich in den letzten

Jahren hier zahlreiche Kliniken etabliert.

Und die Klugen, die Schönen und Reichen

kommen nach Salzburg und viele

wollen hier für immer bleiben. Schlösser,

Villen, elegante Wohnungen, Landsitze,

Bauernhöfe – die Auftragsbücher der hiesigen

Immobilienbranche sind reich gefüllt

mit Schätzen.

Doch trotz des unglaublichen Wandels

dieser Stadt im letzten Jahrhundert ist ihr

jener Zauber erhalten geblieben, der sie zu

Österreichs Hauptstadt der Herzen macht.

Denn schon Hugo von Hofmannsthal, einer

der Gründerväter der Salzburger Festspiele

zitierte 1919: „Das Salzburger Land

ist das Herz vom Herzen Europas. Das mittlere

Europa hat keinen schöneren Raum –

und gerade hier musste Mozart geboren

werden.“

WEBLINKS

www.salzburgagentur.at

www.salzburg-airport.com

www.salzburg.info

www.salzburgcongress.at

www.engelvoelkers.com/at/salzburg

www.pure-proestate.com

www.villa-bella.org

www.schoenheit-medizin.at

www.emco-klinik.at

www.ifm.ac

FOTO: TOURISMUS SALZBURG

SOCIETY 4_10 | 77


WIRTSCHAFT

SALZBURG

Ex-Vizekanzler Erhard Busek, Prinzessin

Laurentien von Oranien-Nassau,

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller

Preisverleihung 2010

Small is beautiful*

Jedes zweite Jahr wird der „Herbert-Batliner-Europapreis für Verdienste um den Kleinstaat“

verliehen, mit dem eine hervorragende Persönlichkeit oder Institution geehrt wird, die sich

um den Kleinstaat und seine Anerkennung in politischer, wissenschaftlicher, kultureller oder

wirtschaftlicher Weise verdient gemacht hat. Von EVA VON SCHILGEN

Salzburg kann sich glücklich schätzen,

einen Mäzen der besonderen Art gefunden

zu haben, den Fürstlichen

Kommerzienrat und Rechtsanwalt aus

Liechtenstein DDr. Herbert Batliner. Aber

nicht wahllos wie Fortuna schütten er und

seine Frau Rita ihr Füllhorn aus. Es sind gezielte

Förderungen für Projekte, bei denen

kunst- und kulturhistorische Notwendigkeiten

im Vordergrund stehen. Unter anderen

verdankt die Internationale Stiftung

Mozarteum seiner Stiftung Propter Homines

das letzte authentische Portrait Mozarts,

eine Silberstiftzeichnung der Dresdner

Pastellmalerin Doris Stock aus dem

Jahr 1789, ebenso die neue Konzertorgel im

Großen Saal des Mozarteums. Es war seine

Initiative als Gründungsmitglied der Salzburg

Association, dass diese einen Mozart-

Autographen-Fond zur Anschaffung von

Mozarthandschriften ins Leben rief. Ebenso

setzt er sich für die Johann-Michael

Haydn Gesellschaft ein, für das Salzburger

Literaturarchiv, den Aufbau der Wilfried-

Haslauer Bibliothek, für das Institut für

Spielforschung und Spielpädagogik. Batliner

ist einer der größten Sponsoren der

Universität, die Renovierung des Faistauer

Foyers im kleinen Festspielhaus Haus für

Mozart ist mit seiner Hilfe erst möglich gewesen.

Zur Sanierung der Fassade des Domes

trug er ebenfalls maßgeblich bei, oder

– ganz aktuell – zur Restaurierung der

Außenorgel im Toscaninihof, die das erste

Mal zu den Pfingstfestspielen 2012 wieder

erklingen soll.

***

Kontinent der Kleinstaaten

Auch politisch vertritt Herbert Batliner

die Devise „SMALL IS BEAUTIFUL“. Seine Vision

ist ein Europa der Regionen, in dem

kleine Staaten besonders gefördert werden

sollen. 1997 gründete er in Salzburg

das Herbert-Batliner-Europainstitut, das

sich der Erforschung der europäischen Politik,

Geschichte und Kunst widmet, wissenschaftliche

Fachtagungen organsiert,

bislang mehr als fünfzig Publikationen

veröffentlicht hat und die einzige Depositarbibliothek

der Vereinten Nationen in

Österreich ist. Mit dem Europäischen Forum

Alpbach finden jährlich Seminare

und Symposien zu europarelevanten Themen

statt. Im Jahr 2010 beschäftigte sich

das Institut mit „Sprache(n) als europäisches

Kulturgut“. Ein Symposium wird u. a.

die europäische Agenda zur Mehrsprachigkeit

sowie die Charta der Regional- und

Minderheitensprachen des Europarates erörtern.

Auch wird auf die Schwierigkeiten

78 | SOCIETY 4_10

*Zitat Leopold Kohr, 1909-1994, Salzburger Nationalökonom, Jurist, und Philosoph


FOTOS: MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON FRANZ NEUMAYR, HERBERT-BATLINER-EUROPAINSTITUT

HERBERT-BATLINER-

EUROPAINSTITUT

Forschungsinstitut für Europäische Politik, Geschichte

und Kultur

Depositar-Bibliothek der Vereinten Nationen

Depositar-Bibliothek des Europarates

Dr. Claudia Schmidt-Hahn

Schlossallee 9, Schloss Urstein, A-5412 Puch/Salzburg

Tel. +43-(0)6245-90 6 01

E-Mail: batliner@europainstitut.at

www.europainstitut.co.at.

Holländische Prinzessin Laurentien

von Oranien-Nassau

und ihr Gemahl Constantijn

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller

und Herbert Batliner

Herbert Batliner und Frau Rita,

Franz Welser-Möst

Generalmusikdirektor Staatsoper Wien Franz

Welser-Möst und Prinzessin Laurentien

der Regulierung des mehrsprachigen Gemeinschaftsrechtes

hingewiesen und der

Frage nachgegangen, ob Englisch als europäische

Einheitssprache vertretbar ist.

***

Auszeichnung für Verdienste um den

Kleinstaat

Zu der jährlich zu Beginn der Festspiele

stattfindenden Festakademie in Salzburg

werden hochrangige Persönlichkeiten, darunter

amtierende Staatspräsidenten und

Regierungschefs, für Festvorträge eingeladen.

Jedes zweite Jahr wird der „Herbert-

Batliner-Europapreis für Verdienste um den

Kleinstaat“ verliehen, mit dem eine hervorragende

Persönlichkeit oder Institution geehrt

werden soll, die sich um den Kleinstaat

und seine Anerkennung in

politischer, wissenschaftlicher, kultureller

oder wirtschaftlicher Weise verdient gemacht

hat. Bisherige Preisträge waren

Lennart Meri, der Staatspräsident von Estland,

Jordi Pujol, Präsident der spanischen

Provinz Katalonien, Carl Baudenbacher,

Präsident des EFTA Gerichtshofes, Vaira Vike-Freiberga,

Staatspräsidentin von Lettland

und 2008 Jean-Claude Juncker, der Premierminister

von Luxemburg.

In diesem Jahr wurde der mit 30.000 Euro

dotierte Preis der 1954 gegründeten European

Cultural Foundation in Amsterdam

verliehen. Die ECF setzt sich für die

soziale, kulturelle und kulturpolitische

Entwicklung in Europa und deren Nachbarstaaten

ein und unterstützt finanziell

grenzüberschreitende Projekte. Das Preisgeld

wird dieses Jahr speziell für die Jugendprojekte

verwendet.

Die Ehrenpräsidentin, die holländische

Prinzessin Laurentien von Oranien-Nassau,

war zur Übernahme mit ihrem Gemahl

Constantijn, dem jüngsten Sohn von

Königin Beatrix, angereist. Begrüßt wurden

sie durch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller

und Landeshauptmann Stellvertreter

Wilfried Haslauer sowie durch den

Präsidenten des Herbert-Batliner Europainstitutes,

dem österreichischen Ex-Vizekanzler

Erhard Busek. Festredner war der neue

Generalmusikdirektor der Staatsoper Wien

Franz Welser-Möst.

***

Glücksfall: Herbert Batliner

Aber wer ist Herbert Batliner, von dem

Salzburgs Erzbischof sagt: „Ein Mann als

Glücksfall“. Geboren wird er 1928 in Liechtenstein,

sein Vater ist Fürstlicher Kommerzienrat

und vierzig Jahre alleiniger Direktor

der Liechtensteinischen Staatsbank.

Seine Mutter ist Österreicherin. Er studiert

an den juristischen Fakultäten in Innsbruck,

Bern und Lyon, und promoviert in

Innsbruck. Nach Praktika in Österreich

und in Liechtenstein gründet er 1954 eine

eigene Kanzlei in Vaduz. 1956 heiratet er,

das Ehepaar hat vier Kinder. Bedeutende

Verdienste erwirbt er sich um Stiftungen

in Liechtenstein. Zahlreich sind seine Auszeichnungen,

u. a. erhielt er den Königlich

Belgischen Leopoldsorden, das Komturkreuz

des Päpstlichen Silvesterordens mit

Stern, das Komturkreuz des Fürstlich

Liechtensteinischen Verdienstordens, das

Großkreuz des Fürstlich Liechtensteinischen

Verdienstordens, das Große Silberne

Verdienstkreuz um die Republik Österreich,

das Goldene Ehrenzeichen des Landes

Salzburg. 1994 erfolgt die Ernennung

zum Rat der Päpstlichen Akademie der

Sozialwissenschaften und 1998 die Ernennung

zum „Gentiluomo di Sua Santità“

durch Seine Heiligkeit Papst Johannes Paul

II. 2001 erhält er das Großkreuz des Päpstlichen

Gregoriusorden durch Seine Heiligkeit

Papst Johannes Paul II.

Ein interessantes Detail: Unter den zahlreichen

Auszeichnungen befindet sich auch

die „Goldene Pfadfinderlilie“. Und so mag

es sein, dass DDr. Herbert Batliner vor allem

nach dem wichtigsten Satz des 1941 verstorbenen

Gründers der Pfadfinderbewegung

Robert Baden-Powell handelt: „Versucht,

die Welt ein bisschen besser zurückzulassen,

als ihr sie vorgefunden habt.“

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WIRTSCHAFT

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER WIRTSCHAFT September bis Dezember 2010

VERLEIHUNG: BAURAT H.C.

Honorarkonsul von Kap Verde Dipl. Ing. Wolfgang Meixner darf

sich über die Verleihung des Berufstitels Baurat h.c. durch den

Bundespräsidenten sowie die Überreichung durch BM Dr. Reinhold

Mitterlehner freuen.

Die Cäsaren 2010

PREISVERLEIHUNG: CÄSAR IMMOBILIENPREISE 2010

Das Rennen um den Immobilienpreis Cäsar 2010 ist abgeschlossen

und die diesjährigen Preisträger stehen fest. Im Rahmen eines exklusiven

Galaabends im Wiener Palais Ferstel wurden die SiegerInnen

2010 prämiert. In sieben Kategorien vergab epmedia in Kooperation

mit dem Fachverband der Immobilientreuhänder und der

WKO die Preise. Dr. Winfried Kallinger, Gründervater des Berufsstandes

der österreichischen Bauträger, wurde mit einem Cäsar für

sein Lebenswerk geehrt.

(Mitte) BM Dr. Reinhold Mitterlehner

und Baurat h.c. HK Dipl.

Ing. Wolfgang Meixner

KICK-OFF-EVENT:

MYCENTROPE

In der Schiffsstation City am Wiener Schwedenplatz

wurde die Internet-Plattform mycentrope.com „für

grenzenlose Freizeiterlebnisse“ vorgestellt. Konsumenten

erhalten darauf Freizeit-, Shopping- und Kulturtipps

für die Vier-Länder-Region in Tschechien, Slowakei,

Ungarn und Österreich – und das in allen vier

Sprachen. Mycentrope.com ist ein Projekt von Central

Danube Region/echonet communication gemeinsam

mit ComPress und Medien- und PR-Partnern aus allen

vier Ländern. Mit an Bord sind die Wien Holding, die

Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und die Uniqa Versicherung.

Beim Kick-off-Event mit dabei waren Noch-Planungsstadtrat

Rudi Schicker, Bürgermeister Zsolt Borkai

aus Györ, Kreisvorsitzender Pavol Freso aus Bratislava,

Mojmir Jerabek aus Brünn (Abt. Internationale

Beziehungen), KR Peter Hanke (GF Wien Holding), Vorstandsdirektor

Reinhard Karl (Raiffeisenlandesbank),

Andreas Hopf (GF Central Danube) und Roland Vidmar

(GF echonet).

Die Region Centrope ist eine der wirtschafts- und

kulturstärksten Regionen Europas und besteht im

Kern aus dem mährischen Raum, dem Umland von

Bratislava, dem westlichen Teil Ungarns sowie aus Ostösterreich

und umfasst rund sieben Millionen Einwohner.

MyCentrope ist ein weiterer Schritt im Abbau

von Grenzen und ein Musterprojekt für gelebte Nachbarschaft.

Die Centrope-Gründer Andreas

Hopf (Central Danube)

und Roland Vidmar

(echonet)

(v.l.n.r.) Dir. Mojmír Jerábek, Stadt Brünn; GF

Krisztina Kardos, Tourinform Györ; Dir. Reinhard

Karl, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien; GF Andreas

Hopf, myCentrope; GF Roland Vidmar (echonet);

Dir. Peter Hanke, Wien Holding; Stadtrat Rudi

Schicker, Wien; Kreisvorsitzender Pavol FRESO;

Bratislava und stv. Landeshauptmann Ivo Nesrovnal,

Bratislava.

FOTOS: CÄSAR, MC-MEDIENCLUB, DONAU-UNIVERSITÄT KREMS/REISCHER, ECHO/SCHEDL

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Die PreisträgerInnen im Bereich

Wissenschaft 2010

DISKUSSION: FILM UND WIRTSCHAFTLICHKEIT

MedienClub-Initiatorin Martina Cejka lud beim Clubabend unter

der Patronanz von WKW und Filminstitut Medienexperten zur Podiumsdiskussion

ins 4-Sterne Rainers Hotel in Wien. Das Thema

„Was vom Film übrig blieb – Wie Wirtschaftlichkeit den Filminhalt

und somit die Kreativität

beeinflusst“ zog rund hundert

Gäste an, wobei sich das

Publikum ganz nach dem

Clubmotto „Executives meet

Talents“ bunt gemischt aus

Medienprofis, engagierten

Studenten und Freiberuflern

zusammensetzte.

NÖ: WISSENSCHAFTSPREISE 2010

In der Donau-Universität Krems wurden die Wissenschaftspreise

2010 des Landes Niederösterreich durch Landeshauptmannstellvertreter

Wolfgang Sobotka im Rahmen eines Festaktes überreicht.

Ausgezeichnet wurden neun WissenschaftlerInnen und ErwachsenenbildnerInnen

für Lebenswerke und herausragende wissenschaftliche

Projekte. Der Rektor der Donau-Universität Krems, Jürgen

Willer, hob bei der Feier den Stellenwert von Wissenstransfer

und Kompetenzaneignung als Kapital der Zukunft hervor.

Burkhard Ernst, Elisabeth

Scharang, Gerald Ganzger Würdigungspreis 2010

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LIFE UND STYLE

ERHOLUNG

Lounge mit offenem Kamin

Wohlfühlen in der Salzburger Bergwelt

Eine Oase für

Körper und Geist

Mächtig und sanft anmutend zugleich sind die Berge, an die

sich das Alpina Wellness- und Sporthotel schmiegt. Traditionsbewusst

und modern, sportlich und erholsam, familienfreundlich

und romantisch – bunt und abwechslungsreich

sind die Facetten dieses beeindruckenden Hauses.

Die traumhafte Aussicht auf die Bergwelt

sowie ein umfassendes Wellnessund

Gesundheitsprogramm – von Pilates

über Qigong, Aerobic, Rückenschule,

Nordic Walking, bis zum individuellen Fitnessprogramm

– wecken hier neue Lebensgeister.

Im Winter, wie im Sommer werden

die Gäste von der, direkt vor der Haustür

gelegenen Gondel auf den Gernkogel gebracht.

In der kalten Jahreszeit bietet das

Hotel Alpina den perfekten Ausgangspunkt

in die Salzburger Sportwelt Ski amadé

mit 860 gepflegten Pistenkilometern,

270 Liften und Gondelbahnen. Und sobald

der Schnee geschmolzen ist – ein Paradies

für Wanderer, die individuell oder mit einem

Wanderführer die wunderbare Gegend

erkunden wollen.

***

Streicheleinheiten für Körper und Geist

Neue Energie für den Alltag tanken:

Im Alpina Wellness- und Sporthotel bietet

das einzigartige ASIAN beauty & spa Streicheleinheiten

für Körper und Seele. Wer

kann zum Beispiel einem tropischen Monsunbad,

der Asia Perlmuschel, der japanischen

Trilogie, dem Bad der Sinne oder einer

wohltuenden Geschichts- und

Körperbehandlung mit der hochwertigen

japanischen Pflegeserie Kenzoki widerstehen?

Ein Hauch von Exotik mitten in den

Salzburger Bergen. Bei einer klassischen

oder Thai-Massage verwöhnen die sanften

Hände der Therapeuten den Körper und

lassen den Geist schweben. Neu ist die

„Hot Chocolate“-Massage!

Ein Besuch im Vitalgarten mit beeindruckender

Saunalandschaft, mit neuem

Soledampfbad, Infrarotkabine, Stubensauna

und Relaxzone mit Panoramablick, im

Lagunenhallenbad mit atemberaubender

Aussicht und gepflegter Panorama-Liegewiese

ist das sprichwörtliche i-Tüpfelchen

des Wohlfühl-Programms.

***

Liebe geht durch den Magen...

Einer der guten Gründe, warum man

sich ins „Alpina“ verlieben kann, ist sicherlich

das kulinarische Angebot. Schon das

Frühstücks-Schlemmer-Buffet erfreut die

Augen (und den Magen) und lässt mit Überraschungen

wie der Bio-Ecke oder einem eigenen

Eierkoch keine Wünsche offen. Im

Sommer verwöhnen leichte Snacks und Salate

zu Mittag und am Nachmittag das Kuchenbuffet

mit Kaffee, Tee und Kakao. Die

Krönung des Tages bildet am Abend das 5-

Gänge-Genießermenü im Panorama-Restaurant

mit Variationen der österreichischen

und internationalen Vollwert- und Naturküche,

wöchentlichen Themenbuffets, Grillabenden

und Schauküche.

KONTAKT

ALPINA Wellness- & Sporthotel

Familie Schwarz

Alpendorf 8, A-5600 St. Johann

Tel.: +43-(0)6412-8282, Fax: +43-(0)6412-8144

E-Mail: info@sporthotel-alpina.com

www.sporthotel-alpina.com

FOTOS: FOTO OCZLON

82 | SOCIETY 4_10


LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Eine gute Gesundheit – mehr Lebensqualität

Festtage für den Körper im

Parkhotel Igls

Festlichkeiten und Feiertage – wer genießt da nicht das Essen und Trinken mit den Liebsten

und Freunden nach Herzenslust? Diese Lust hat aber ihren Preis und die Hingabe verkraftet

der Körper leichter, wenn man ihm nach den kalorienreichen Tagen ein Entschlackungsprogramm

basierend auf der Modernen Mayr-Medizin gönnt.

***

Well-Feeling - Den Körper wieder in

Form bringen

Nach Feiertagsstress, Festen, Ballsaison,

Karnevalszeit und seiner Überdosis an falscher

Ernährung braucht der Körper wieder

Zeit, um sich zu erholen. Die einzigartige

Atmosphäre der Tiroler Bergwelt ist

ideal dafür. Im Parkhotel Igls findet der

Gast Zeit nur für sich, der Körper kann regenerieren,

ohne auf Annehmlichkeiten zu

verzichten. Die „Moderne Mayr-Cuisine“

ist viel mehr als Milch und Semmel – sie

überrascht mit Speisen auf hohem kulinarischem

Niveau. Modifiziertes Fasten heißt

nicht hungern, sondern bewusstes Verzichten

– auf ein Zuviel oder nur auf dem

Gaumen Genussvolles, letztlich aber für

den Körper Schädigendes. Die Küche verwöhnt

den Gast mit hochwertigen, natürlichen

Produkten, ausgesuchten Kräutern

und einer schonenden Zubereitung der

Gerichte.

So erhalten die Gäste köstliche Gerichte

mit allen Vitalstoffen, die der Körper benötigt.

Die Devise des Parkhotels lautet: Kulinarische

Vernunft führt zu mehr

Lebensfreude und Wohlbefinden. Durch

die richtige Ernährung verliert der Körper

schadhafte Schlacken, die dem Körper

Energie entziehen und häufig die Ursache

für Allergien und Krankheiten sind. Mit

den Schlacken verliert der Körper auch

überflüssige Kilos. Sie schmelzen wie von

selbst. Massagen und Saunabesuche sind

eine angenehme Ergänzung zur Optimierung

der Figur, zur Verjüngung der Haut

und zur Aktivierung des körpereigenen

Energieprogramms.

***

Parkhotel Igls – ganz neu!

Nach der Vollendung des Umbaus und

den umfangreichen Erweiterungen verfügt

das traditionsreiche Haus über eine sehr

großzügige medizinische Abteilung, ein

Hallenbad mit wunderbarem Ausblick in

den weitläufigen Park und einen Panorama-Fitnessraum.

Es bietet ein umfassendes

Programm, das von leichten medizinischen

Anwendungen bis zur intensiven Therapie

reicht. Sportbegeisterten bietet die eindrucksvolle

alpine Landschaft rund um

Igls zu jeder Jahreszeit ein großzügiges

Angebot. Pisten und Loipen oder Nordic-

Walking Strecken, Tennisplätze, Reitarena,

Wanderwege und drei Golfplätze liegen

in nächster Nähe. Zum Angebot des Hauses

zählt ein individuelles TheMedGolf®-Training,

das aus medizinischer wie sportlicher

Hinsicht zum richtigen Schwung verhilft.

Das Parkhotel Igls – Gesundheit im Zentrum,

ist ein Haus der gehobenen 4-Sterne

Kategorie mit 50 Zimmern und Suiten von

schlichter Eleganz, umgeben von der beeindruckenden

Tiroler Bergwelt. Ein Haus

mit einer hundertjährigen Tradition, einer

Symbiose aus medizinischer Kompetenz,

genussvoller Cuisine und stimmungsvoller

Atmosphäre. Der richtige Ort, um Festtage

für den Körper zu genießen.

KONTAKT

Parkhotel Igls

Gesundheit im Zentrum

Iglerstraße 51, A-6080 Innsbruck-Igls

Tel. +43-(0)512-377 305

E-Mail: info@parkhotel-igls.at

www.parkhotel-igls.at

SOCIETY 4_10 | 83


LIFE UND STYLE

FRISUREN

Stets auf der Suche nach den neuesten Trends

Hair Champion

Welner

Der Salon Welner, bereits 1967 gegründet, setzt trotz Tradition

auf Moderne. Ein junges Team, stilvolles Interieur und

unkomplizierte Terminhandhabung garantieren ein Wohlfühlerlebnis

mit Chic.

***

Besondere Services

Als tägliches Erfolgserlebnis

empfindet Rafaela Welner

es, Menschen zu verändern

und ihnen dadurch ein Lächeln

ins Gesicht zu zaubern.

Bei typgerechter Beratung

werden Schnitt und Farbe individuell

abgestimmt.

Auf Interkulturalität wird

besonderer Wert gelegt, was sich in der

Mehrsprachigkeit des Teams ausdrückt:

Deutsch, Englisch, Französisch, Rumänisch,

Türkisch, Albanisch, Serbisch und Kroatisch

stellen keine Sprachbarrieren dar.

Ein besonderer Pluspunkt ist der unkomplizierte

Ablauf: Eine Terminvereinbarung

ist im Salon Welner im Damenbereich

nicht erforderlich. Das Team arbeitet

flexibel den ganzen Tag und freut sich, seine

Kunden verschönern zu dürfen. Als zusätzliches

Angebot wurde außerdem eine eigene

Produktlinie für Pflege und Styling geschaffen.

Gönnen Sie sich also einen Friseurbesuch

in der Döblinger Hauptstraße!

KONTAKT

Fortschritt ist für Rafaela

Welner ein Eckpfeiler ihrer

Philosophie: Ständig

bemüht, neue Trends zu kreieren,

will sie sowohl national

als auch international wettbewerbsfähig

bleiben. Es überrascht

daher wenig, dass der

Salon mehrfach Preise gewonnen

hat. Neben Europameisterin

ist Rafaela Welner auch

siebenfache Grand-Prix-Siegerin.

Aber nicht nur auf Preise darf die Unternehmerin

stolz sein, auch bei diversen Bühnenshows

unter anderem in Rio de Janeiro,

Buenos Aires oder Moskau stellte sie ihr

Können unter Beweis. Welners Erfolgsrezept,

das sie gern an junge Kollegen weitergibt,

ist beständige, harte Arbeit. Sie selbst

steht täglich zehn Stunden im Salon und

nützt das Wochenende, um Vorbereitungen

für Fotoshootings und Shows zu treffen.

RAFAELA WELNER

Döblinger Hauptstraße 4, A-1190 Wien

www.welner.at

Telefon Damen: +43-(0)1-369 53 00

Telefon Herren & Kinder: +43-(0)1-369 53 01

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag

8:30 – 18:00 Uhr

Samstag

8:00 – 14:30 Uhr

Keine Terminvereinbarung erforderlich.

Sie sind jederzeit willkommen!

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Beste Vorsorge und neueste Technik in der Dentalklinik Sievering

Gesunde Zähne mit „Smile“

LIFE UND STYLE

GESUNDHEIT

Die seit 1994 bestehende Dentalklinik Sievering ist eine der führenden Institutionen für

Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Österreichs.

Unter der Leitung von Prim. Dr. Ernst

Weinmann behandelt ein 20-köpfiges

Spezialisten-Team seine Kunden

mittels modernster Methoden der Zahnmedizin

und zeitgemäßen Ansätzen einer

schonenden Zahnkosmetik. Patienten aller

Generationen und Nationalitäten vertrauen

hier den Experten für ein strahlendes und

gesundes Lächeln.

***

Höchste Qualitätsstandards

Die seit 1994 erfolgreich bestehende

Privatklinik betreut heute rund 10.000 Patienten

und ist eine der drei einzigen privaten

Zahn-Ordinationen in Wien, die im

Gegensatz zu herkömmlichen Ordinationen

erhöhte Auflagen hinsichtlich des

Qualitäts-Managements erfüllt. Serviceorientierung

und Kundenzufriedenheit

sind die Leitgedanken des Mitarbeiter-

Teams, das den Patienten täglich zwischen

8:30 Uhr und 19:30 Uhr zur Verfügung

steht. Die professionelle Organisation und

exaktes Zeitmanagement gewährleisten

zudem äußerst geringe Wartezeiten unter

zwanzig Minuten. Das breite Behandlungsspektrum

der Klinik umfasst dabei ästhetische

Zahnheilkunde, Implantologie, Laserbehandlungen,

Parodontologie und

Prophylaxe. „Unsere hausinterne Ausbildungsstätte

und mehrfach ausgezeichnete

Mitarbeiter garantieren, dass jeder Behandlungsschritt

auf höchstem Niveau ausgeführt

wird – das ist für uns selbstverständlich!“,

so Dr. Weinmann im

SOCIETY-Interview.

***

Internationale Ausrichtung und individuelle

Betreuung

Das kompetente Team der Klinik im 19.

Bezirk deckt nicht nur alle Bereiche moderner

Zahnmedizin ab, mittlerweile setzen

auch viele bekannte nationale und

internationale Persönlichkeiten aus Wirtschaft,

Kultur und Diplomatie ihr Vertrauen

in die erfolgreiche Privatklinik. Die Klinik

konzentriert sich bei der Beratung

jeweils auf die individuellen Bedürfnisse

ihrer Patienten und bietet internationalen

Kunden auch einen weiteren Service der

mehrsprachigen Betreuung an. Englisch,

Französisch, Arabisch, Russisch, Spanisch

Das Team der Dentalklinik

oder Kroatisch ist für die speziell geschulten

Mitarbeiter kein Problem. Neben dem

Fokus auf Beratung und Fachkenntnis stehen

somit auch die individuellen Bedürfnisse

eines jeden Patienten im Vordergrund,

denn die Dentalklinik Sievering

legt besonderes Augenmerk auf kundenspezifische

und einfühlsame Betreuung.

***

Gepflegte Zähne um nur 1 Euro pro Tag

Strahlend weiße, gesunde Zähne sind

wahrscheinlich der mit Abstand schönste

Schmuck – nicht nur privat, sondern auch

beruflich. Der Grundgedanke des „Smile“-

Programmes ist, durch regelmäßige Kontroll-

und Vorsorgeuntersuchungen sowie

professionelle Pflege unangenehme Überraschungen

erst gar nicht aufkommen zu

lassen. „Smile“ ist das private Vorsorgeprogramm

der Dentalklinik Sievering für

gesunde und schöne Zähne. Als „Smile“-

Member bezahlen Kunden einen Jahresbeitrag

von umgerechnet nur einen Euro

pro Tag. Damit haben sie Anspruch auf

fünfzig Prozent Preisreduktion bei Zahnbehandlungen

sowie viele Inklusiv-Leistungen.

„Ein schönes Gebiss hat seinen Preis

und aufwändige Zahnbehandlungen werden

oft auf die lange Bank geschoben – oft

aber so lange, bis kostspielige Eingriffe

notwendig werden. Deshalb möchten wir

unseren Kunden mit dem Smile-Programm

Privatbehandlung zum halben Preis bieten!“,

erklärt Dr. Weinmann.

DENTALKLINIK SIEVERING

Sieveringerstraße 17

1190 Wien

Tel. +43-(0)-320 97 97

www.dentalklinik.at

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SOCIETY 4_10 | 85


LIFE UND STYLE

KULINARIK

Der Original Wiener Punschkrapfen

Rosa, süß und traditionell

aus Wien

Sie sind handgemacht, schmecken köstlich und werden im

Holzkistchen direkt versendet: Die Original Wiener Punschkrapfen

genießen mittlerweile Kultstatus.

Wien, die süße Welthauptstadt der

Torten, Kuchen und Mehlspeisen verwöhnt

seit Jahrhunderten alle Genießer

mit Köstlichkeiten seiner Konditorkunst.

Sachertorte, Apfelstrudel und

Gugelhupf sind in aller Munde. Doch es

gibt noch einen sündig süßen Geheimtipp

dieser Backtradition: den Original Wiener

Punschkrapfen. Wer ihn einmal gekostet

hat, verliebt sich sofort in diese leckere Spezialität

aus lockerem Teig, köstlicher Marmelade,

einem Hauch Rum und Cointreau

und der dünnen rosa Punschglasur.

***

Von der Tradition zum Kult

Der Original Wiener Punschkrapfen ist

heute auf dem besten Weg zu einem Wiener

Erfolgsprodukt zu werden. Hinter ihm

und seinem gut gehüteten Geheimrezept

steht die Geschäftsfrau und Netzwerkerin

Brigitte Bergbauer-Sauer. „Als Punschkrapfen-Fan

habe ich mich gefragt, warum es

diese typische Wiener Mehlspeise nicht

online zu bestellen gibt“, so die 49-Jährige.

Einmal diese Marktlücke entdeckt, wurden

von einer Konditormeisterin Rezepte entwickelt,

Geschmacksvarianten von einem

Marktforschungsinstitut getestet, der „Original

Wiener Punschkrapfen“ als Patent geschützt

und die sehr hübsche Homepage

www.wienerpunschkrapfen.com entwickelt.

Unzählige Fans vom besten Koch

Deutschlands bis zu den BesucherInnen

der Pink Ribbon Gala in Wien verleihen

diesem typischen Wiener Traditionsprodukt

schon heute Kultstatus.

***

Stück für Stück von Hand gemacht

Warum gerade vor Weihnachten oder Fasching

der Original Wiener Punschkrapfen

in aller Munde ist, liegt für seine Erfinderin

Brigitte Bergbauer-Sauer auf der Hand: „Jeder

unserer 4x4x4 cm großen Original Wiener

Punschkrapfen mit dem typischen Schoko-WP

auf der Oberfläche ist ein

Dessert-Kunsthandwerk, das mit viel Liebe

von Hand gemacht wird, aus ausschließlich

natürlichen Zutaten, ohne Konservierungsmittel

und künstliche Farbstoffe. Und deshalb“,

so die sympathische Geschäftsfrau,

„schmecken sie auch so gut!“

***

Vier, sechs oder darf's ein bisschen

mehr sein?

Gemeinsam mit dem attraktiven Holzkistchen,

das von einer Salzburger Tischlerei

stammt, ist dieser süße Botschafter

Wiens ein einzigartiges Geschenk, das im

Online-Versand innerhalb weniger Tage direkt

ins Haus geliefert wird. Wobei die Original

Wiener Punschkrapfen im 4er oder

6er Kistchen bestellt werden können, mit

oder ohne Alkohol. Übrigens: für Firmenfeiern

und Events gibt es die Punschkrapfen

auch in größeren Mengen ohne Kistchen.

KONTAKT

Brigitte Bergbauer-Sauer

ORIGINAL WIENER PUNSCHKRAPFEN

Hofzeile 3, A-1190 Wien

Tel: +43-(0)1-274 00 32

Fax: +43-(0)1-274 00 32 15

Mobil: +43-(0)676-55 666 77

E-mail: original@wienerpunschkrapfen.com

www.wienerpunschkrapfen.com

www.wienerpunschkrapfen.com

86 | SOCIETY 4_10


Piaristenkeller

Historisches K.u.K. Restaurant mit Kaiser Franz Joseph Hut und Wein Museum

© Kunstsammlung Kaiser Franz Joseph Privatstiftung/© Copyright by Art collection Emperor Franz Joseph Private Foundation

Das K.u.K. Restaurant des Piaristenkellers bietet bei Kerzenlichtatmosphäre und Zithermusik neben saisonalen

Gerichten der Wiener Küche der Donaumonarchiezeit auch historische Spezialitäten der Kaiserlichen Hofküche.

Als krönenden Höhepunkt des Abends haben Gastgeber die Möglichkeit -vor oder nach dem Dessert - ihre Gäste

auf ein Gläschen im 300 jährigen Weinkeller einzuladen und eine unterhaltsame Führung in das Kaiser Franz

Joseph Hutmuseum zu buchen.(Konzerte und Führung in die Basilika des Klosters auf Anfrage. Tel: 406 01 93).

300 years old historic restaurant located in the most beautiful cloister cellar in Vienna.... even mozart dined here.

Whether the occasion is a good meal in the Music Area or large parties up to 300 guests in the vast vault - the charm

of this monastery cellar largely lies in its enduring romanticism, of the type that can only grow over the centuries.

Hat Museum

Wine Museum

K.u.K

.

Ha tmus eum

K.u.K

. Win emu seum

The attraction of the restaurant is a visit to the two Imperial museums the „Imperial and Royal Wine Treasure Vault“

and the „Emperor Franz Joseph Hat Museum“ located in the impresive 300 years old wine cellar of the Restaurant

for wine tastings and photoshootings. During the guided tour of the Hat and Wine museums visitors can also try on

the treasures from the hat collection and even taste wine or a glass of sparkling - a treat for the palate, heart and soul!

Charming atmosphere with hand-kissing and Viennese tales, in a "clubbing” of a bygone era – a chivalrous Cercle

like in the good old days of Vienna – then as now an ideal opportunity for the germination of new ideas and contacts.

www.piaristenkeller.com Tel.: +43/1/406 01 93 A-1080 Vienna, Piaristengasse 45


LIFE UND STYLE

EVENTS

Eine Woche lang, vom 15. bis 23. Oktober,

konnten sich die Römer von der

„cucina austriaca“, also der österreichischen

Küche, im Hotel St. Regis an der

nahe liegenden Piazza Repubblica im Zentrum

der ewigen Stadt überzeugen. Die

Veranstaltung, organisiert in Kooperation

mit den Wiener Hotels Imperial und Bristol

war ein Riesenerfolg.

***

Fabelhaftes Buffet aus Österreichs Küche

Zur Eröffnungsfeier am 15. Oktober lud

Österreichs Botschafter in Rom und Initiator

der „Österreichischen Gastronomischen

Woche“, Christian Berlakovits, allerlei

Prominenz aus Politik, Wirtschaft und

Kultur. Bei gediegenem Ambiente präsentierte

das römische Nobelhotel ein ausgedehntes

Buffet mit österreichischen Delikatessen

und edlen Tropfen vom Weingut

Kirnbauer aus dem Burgenland.

Unter der Küchenführung von Marion

Weichselbaum und Wolfgang Pohancenik

vom Hotel Bristol wurde raffinierte Wiener

Haute Cuisine serviert. Dabei kam der

Feinspitz-Genießer ebenso zum Zuge, wie

der klassische Liebhaber des Wiener

Österreichische Gastronomische Woche in Rom

Cucina Austriaca!

Wiener Walzer, Österreichische Küche und Kultur in Rom:

Genau fünfzig Jahre hat es gedauert, bis nach Federico Fellinis

weltberühmtem Schwarzweißfilm „La Dolce Vita“ das

süße Leben in Form von Österreichs feinster und edelster

Küche nach Rom zurückkehrte.

Schnitzels. Neidlos anerkennen musste der

Römer auch, dass Österreichs Patisserie,

angefangen vom kleinen verführerischen

Sorbet bis zur kaiserlichen „Imperial“ Torte,

mit der italienischen Süßspeisenkunst

durchaus mithalten kann.

***

Wien-Ball

Am folgenden Tag fand dann der Wien-

Ball im historischen Palazzo Venezia, der

früheren Österreichischen Botschaft beim

Hl. Stuhl, statt. Die Veranstaltung unter

der Patronanz der Stadt Wien, der Österreichischen

Botschaft und der Stadt Rom begeisterte

die italienischen und österreichischen

Gäste, darunter viele Prominente

aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Unter

den illustren Gästen konnte Botschafter

Berlakovits auch den Enkel des letzten italienischen

Königs Umberto II., Prinz Emanuel

Philibert von Savoyen, begrüßen. Die

Einnahmen kamen einem Wohltätigkeitsprojekt

sowie einem Restaurierungsprojekt

im Palazzo Venezia zugute.

FOTOS: SCAGNOLI

88 | SOCIETY 4_10


LIFE UND STYLE

STYLING

FOTOS: PIXELIO.DE, GILBERT BRANDL

Dresscode für festliche Anlässe

It’s Party Time

In der kalten Jahreszeit gibt es jede Menge festlicher Anlässe:

stilvolle Feiern, geselliges Punsch-Trinken, Cocktails und Partys,

Bälle und vieles mehr. Mehr als genug Gelegenheiten, um

sich „in Schale“ zu werfen. Von INGRID CHLADEK

Doch was zieht man nun bei Feiern an?

Wie wirkt man elegant und stilvoll?

Wie vermeidet man, „overdressed“ zu

erscheinen? Auf manchen Einladungen

findet sich ein Kleidungsvermerk, der einen

Hinweis auf den Dresscode des Abends

gibt. Dieser ist unbedingt einzuhalten.

Fehlt dieser Vermerk, so tut man gut daran,

beim Gastgeber nachzufragen, um hier

einen Fauxpas zu vermeiden. Als Faustregel

gilt: Je offizieller der Termin, desto festlicher

– und damit dunkler – sollte die Kleidung

sein. Mit der Wahl der richtigen

Kleidung zeigt man soziale Kompetenz

und auch Respekt vor dem Anlass – und

nicht zuletzt vor dem Gastgeber.

***

Dunkler Anzug

Enthält eine Einladung den Vermerk

„Dunkler Anzug“, handelt es sich um eine

Veranstaltung mit feierlichem Charakter.

Hier gilt: Weniger ist mehr! Elegante, nicht

zu auffällige Garderobe wie „das kleine

Schwarze“, ein festlicher Hosenanzug oder

ein schickes Kostüm in dunklen Farben wie

TIPPS

• Je offizieller der Anlass, desto kleiner sollte Ihre Tasche

sein!

• Greifen Sie zu klassischen Stücken und edlen Materialien!

• Je dunkler die Farbe der Kleidung, desto festlicher

und stilvoller wirken Sie!

• Tragen Sie zeitlosen, echten Schmuck – damit unterstreichen

Sie Ihre Persönlichkeit!

• Verzichten Sie auf Glitzereffekte im Gesicht, Goldpuder

etc. beim Make-up und auf Accessoires wie Engelsflügel

usw.

• Überlegen Sie bei der Wahl Ihrer Kleidung, wie Sie

wahrgenommen werden wollen – ein Foto ist schnell

geschossen und landet schnell im Internet.

Weinrot, Dunkelgrün, Dunkelviolett, Anthrazit

oder Schwarz sind die optimale

Wahl. Hochhackige Schuhe, glänzende

Strümpfe und edler Schmuck komplettieren

das Outfit. Herren greifen zum dunklen Anzug,

weißen Hemd und natürlich schwarzen

Schuhen. Eine Krawatte ist dabei ein Muss!

***

Festliche Abendgarderobe für

das Bankett

Enthält die Einladung zu einer offiziellen

Feier, einem Festbankett oder einem

Abendempfang für die Herren den Hinweis

„Black Tie/Cravate Noir/Smoking“, so gibt

das bereits die Kleidung für die Herren der

Schöpfung vor. Damen sollten ein festliches

Abendkleid oder einen edlen Hosenanzug

wählen. Hier ist ein wenig Opulenz

durchaus erlaubt. Greifen Sie ruhig zu auffallenden,

glänzenden Materialien wie Seide

und zeigen Sie Schultern und Dekolletee!

Bei diesen Anlässen können Sie auch offene

Schuhe ohne Strümpfe tragen. Ein Abend-

Make-up, jedoch ohne allzu viel Glitzer-Effekte

im Gesicht, erhöht Ihre Wirkung.

***

Ihr Auftritt bitte!

Sind Sie zu einem Staatsempfang, einem

Ball oder einer anderen hochoffiziellen

Veranstaltung geladen, die möglicherweise

den Hinweis „White Tie/Cravate

Blanche/Frack/Cut/Abendkleid“ enthält,

heißt es eine „große, lange Abendrobe aus

edlen Materialen mit etwas Glanz und

Glitter sowie echten Schmuck“ anzulegen.

Hier sind auch kräftigere Farben erlaubt,

jedoch sollte auf „auffällige Muster“ verzichtet

werden. Farben, die zu Ihrem Typ

passen, erhöhen Ihre Wirkung!

Da die Abendrobe bei diesen Anlässen

schulterfrei sein sollte, kann eine Stola, ein

Tuch oder eine Jacke darüber getragen

werden. Absolutes Muss für diese Anlässe

sind hohe Schuhe und kleine Abendhandtaschen.

Achten Sie bei der Wahl aller Kleidungsstücke

für besondere Anlässe darauf,

dass Sie sich darin wohl fühlen. Das ist der

Garant dafür, dass sie sicher und überlegen

auftreten!

Herren greifen hier zu Frack und Mascherl.

Das ist auch eine gute Gelegenheit,

um Lackschuhe zu tragen.

Findet das gesellschaftliche Ereignis im

Freien statt, so sollte die Kleidung funktionell

und den Temperaturen angepasst sein.

Was nützt das schönste Haute Couture

Outfit, wenn man danach tagelang das

Bett hüten muss…

KONTAKT

Mag. Ingrid Chladek

Dressforsuccess

Heiligenstädterstraße 115/1

A-1190 Wien

Tel. +43(0)664-122 70 46

ingrid.chladek@dressforsuccess.at

www.dressforsuccess.at

SOCIETY 4_10 | 89


LIFE UND STYLE

DESIGN

Tarra Colle steht für einzigartiges Design

Mode ist

Individualität

Der Wunsch nach Unikaten abseits der modischen Massenware

wächst immer mehr. Die Designerin Tatjana Petrovic

spricht in einem inspirierenden Interview mit SOCIETY über

Passion, Persönlichkeit und Psychotherapie.

Mode ist ein sehr persönliches Statement.

Welche Zeichen wollen Sie mit Ihrer

Marke setzen?

Für mich spielt die Individualität eine

große und zentrale Rolle. Jeder Mensch ist

anders und hat andere Ansprüche. Für

mich ist es sehr inspirierend, Mode an die

Menschen anzupassen und nicht umgekehrt.

Ich arbeite gerne mit und für Menschen,

die ihre Besonderheit und Individualität

zu schätzen wissen und nicht

unbedingt Trends blind verfolgen.

Sie werben mit dem Slogan „hand made“.

Welche Bedeutung hat dies für Ihre

Produktion?

Wenn man so arbeitet wie ich, ist es

die einzige Option. Jeder Kunde ist individuell

und braucht eine andere Farbe,

Form und Stoff. Dies kann ich in der

Handarbeit perfekt umsetzen, um den

Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden.

Neben der Psychotherapie widmen Sie

sich Ihrer Mode-Passion. Wie kam es zu dieser

Kombination?

Menschen haben mich immer fasziniert.

Ihr Inneres und auch ihr Äußeres.

Schon Shakespeare sagte in „Romeo und

Julia“, dass es erfreulich ist, wenn in einem

schönen Äußeren ein schönes Inneres zu

90 | SOCIETY 4_10


finden ist. Das Wechselspiel dieser beiden

Komponenten hat mich schon immer

interessiert. Ich habe die Menschen in meiner

Praxis beobachtet und stellte fest, dass

sich innere Veränderungen auch immer in

Äußerlichkeiten manifestieren. Mit mehr

Selbstsicherheit und Zufriedenheit veränderte

sich auch etwas in ihrem Auftreten.

Jeder Mensch kommuniziert nonverbal alleine

durch sein Erscheinungsbild.

Wie sehr beeinflussen sich diese beiden

Komponenten?

Durch meine Coaching-Tätigkeit öffneten

sich plötzlich viele neue Dimensionen

wie Dresscodes und branchenspezifische

Erwartungen. Für mich ist Mode immer

Teil der Persönlichkeit. Wenn man einen

Teil verändert, ändert sich das Andere

automatisch mit. Hier eine perfekte Balance

zu finden zwischen dem Inneren und

Äußeren ist sehr wichtig.

Wir würden Sie Ihre Kreationen beschreiben?

Meine Kreationen sind so vielfältig wie

die Menschen, die sie tragen. Manchmal

sind sie klassisch, konventionell aber doch

sehr individuell. Die Details der Stoffkombinationen,

Farbe oder Form verleihen das gewisse

Etwas. Wie oft haben Sie zwei Menschen

gesehen, die völlig ident sind – die

gleich aussehen, gleich denken und gleich

fühlen? Nie! Ich mache Modelle für Menschen,

die genau das betonen wollen, was

sie selbst verkörpern. Ich finde es sehr bedauernswert,

dass man versucht, unbedingt

so zu sein wie ein anderer, weil das gerade

modern oder angesagt ist. Wenn man das

tut, dann kann man nicht frei sein und sich

frei fühlen. Man versucht immer wieder, ein

Anderer zu sein und verleugnet sich selbst

dadurch.

Gibt es typische Elemente, Formen und

Farben, die Sie immer wieder aufgreifen?

Ich habe keine typischen Elemente, da

ich als Designerin keinen bestimmten Stil

verfolge. Ich bin eine Chamäleon und eine

Designerin, die sich immer wieder neu definiert,

und zwar mit jedem neuen Kunden.

Meine Inspirationen sind immer die

Menschen selbst. Ich lerne sie kennen, ich

beobachte sie und dann kommen Modelle,

Farben, Formen von selbst ins Spiel.

Welche Ziele steckt man sich als Designerin?

Als ein komplexer Mensch – Psychotherapeutin,

Coach und Designerin – ist es

mein Ziel, für meine Kunden da zu sein,

wenn sie sich etwas Einzigartiges wünschen.

Ich will jedem helfen, das besondere,

das in einem steckt, zum Vorschein zu

bringen. Ein Ziel als Designerin wäre es, eine

Modenschau zu realisieren. Aber nicht

mit Models, sondern mit meinen Kunden,

die so unterschiedlich sind, wie man es

nur sein kann. Dünn und mollig, groß und

klein, sportlich und elegant, extravagant

und klassisch. Eine bunte, wunderbare

Vielfalt, wie das Leben selbst.

Tatjana Petrovic

CURRICULUM VITAE

Tatjana Petrovic ist am 27. März 1963 in Jugoslawien

(heute Bosnien und Herzegowina) geboren. Sie war als

beste Schülerin ihrer Schule von der Matura befreit. Sie

studierte Jus, Physische Chemie und Psychologie. 1992 ist

sie als Kriegsflüchtling (sie ist orthodox, ihr Mann römischkatholisch)

nach Österreich gekommen. Heute arbeitet sie

als Coach, Psychotherapeutin und Designerin in Graz,

Wien und am Waldschacher See.

KONTAKT

Schwerpunkte von Tatjana Petrovic

Coaching:

Selbstsicherheitstraining, Kommunikation, Präsentation

Psychotherapie:

Selbstwert, Sucht, Persönlichkeitsentwicklung, Beziehungsproblematik

Design:

Typ- und situationsgerechtes Styling

www.kreativ-hypno-coach.com

www.psycho-vital.com

www.tarracolle.at

SOCIETY 4_10 | 91


LIFE UND STYLE

DESIGN

Exklusive Kollektion

Qualität und Design „hand made“

Tarra Colle vereint hohe Qualität der Materialien, ausgezeichnete Handwerkskunst

und außergewöhnliches Design zu einzigartigen Modeprodukten, die aus der Masse

der Stangenware herausstechen.

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Tarra Colle ist individuelle

Mode, die sich vom Träger

inspirieren lässt.

SOCIETY 4_10 | 93


LIFE UND STYLE

DESIGN

Tarra Colle verwendet

nur die beste Qualität

der Materialien, um

ein einzigartiges

Produkt zu erzeugen.

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Tarra Colle ist

klassisch, konventionell

und individuell

zugleich.

SOCIETY 4_10 | 95


LIFE UND STYLE

DESIGN

Der kreative PRINZ

Lederdesign vom

Feinsten

Der 1958 im Waldviertler Jaidhof geborene Lederkünstler

Paul Prinz konnte in seiner bisherigen Karriere schon erstaunliche

Höhenflüge – aber auch dramatische Abstürze –

verzeichnen. Von GERHARD GUTRUF

Nach seiner Ausbildung zum Kürschner

und einigen Gesellenjahren in Wien

geht Paul Prinz für zwei Jahre nach Luzern.

Zurückgekehrt, legt er 1985 die Meisterprüfung

ab und betreibt bald danach

eine eigene Werkstatt. Seine bunten, avantgardistischen

Kreationen fallen schnell

auf: erste Präsentationen folgen, führende

Pelzhäuser bestellen Modelle. 1989 zeigt er

eine Kollektion, die ausschließlich aus Leder

gefertigt ist, das pop-artig und intarsienähnlich

verarbeitet wird. Diese Linie

wird ebenso wie die hervorragende handwerkliche

Qualität zu seinem Markenzeichen

und ein enormer Erfolg.

***

Zwischen New York und

einem Bauernhof

Der damalige Amerikakorrespondent

des Style-Magazins, Helmut Koller, lädt

ihn zu einem Fotoshooting nach New York

ein; die Reportage wird in einem Zehn-Seiten-Bericht

des Style-Magazins veröffentlicht.

Auf Anregung von Bundesinnungsmeister

Hans Parzer wird eine Modeschau

im Hotel Intercontinental in Wien organisiert.

Weitere USA-Reisen und Präsentationen

folgen. Neue, leichtere Modelle mit voluminösen

Mantel-Saum-Weiten bis zu

fünf Meter erregen die Kauflust namhafter

Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik,

Sport und Kunst.

Paul Prinz eröffnet 1991 ein Geschäft

im Hotel Marriot, Wien, gleichzeitig

schließt er einen Exklusiv-Vertrag mit einer

in New York ansässigen Modeagentur

ab. Der Triumph wird zum Desaster: die

Wirtschaftskrise in den USA treibt viele

amerikanische Unternehmer in den Ruin.

Auch seinen Agenten. Prinz betraut daraufhin

einen Wiener Manager mit seinen Geschäftsagenden

– mit fatalen Folgen. Der

bis dato so erfolgreiche Designer verliert alles,

wird delogiert und verlässt für einige

Jahre Österreich. Aber er gibt nicht auf: ab

1996 produziert er auf einem Bauernhof

im Waldviertel wieder neue Modelle. Er

versucht, in Kooperation mit dem Leinenhersteller

Natura Linea heimische, natürliche

Produkte herzustellen. Es entsteht eine

Kollektion aus Leinen kombiniert mit vegetativ

gegerbtem Leder; sie wird auf der

Messe in Düsseldorf vorgestellt.

Nebenbei arbeitet er an Leder-Bildern

und an einer weiteren Kollektion, die in

Zusammenarbeit mit der Stadt Wien im

Österreichischen Generalkonsulat in Los

Angeles im Rahmen einer Modeschau präsentiert

wird. Die Laudatio hält Ruth

McCartney, den rockigen Sound liefert

Supermax. Paul Prinz wird eingeladen, die

Ausstattung des Box-Weltmeisters George

Foreman zu gestalten.

***

Zurück an die Spitze

Ein finanziell wenig erfolgreiches

Zwischenspiel mit einem Atelier in Krems

veranlasst ihn 2008 nach Berlin zu übersiedeln.

Aber auch die Kooperation mit dem

bekannten deutschen Leder-Ausstatter Daniel

Rodan entwickelt sich nicht optimal;

er ist enttäuscht, fühlt sich ausgenützt

und betrogen. 2010 kehrt er nach Wien zurück;

unbeirrt von den letzten Tiefschlägen

kreiert er eine neue Linie. Seine Modelle

gestaltet er jetzt direkt an der

Schneiderpuppe, seine Experimentierfreude

kennt kaum Grenzen. Mit seinen Arbeiten

– vor allem mit seiner neuen Kollektion

– meldet sich Paul Prinz

unübersehbar zurück an die Spitze der aktuellen

internationalen Qualitäts-Modetrends.

www.paulprinzleder.at

96 | SOCIETY 4_10


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LIFE UND STYLE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER GESELLSCHAFT Oktober bis Dezember 2010

Senator Walter Gerbautz, Susanne Reichard,

Christian Koidl, Pfarrer Walter Pfeifer, S.E. Eugenio

Maria Curia und Botschaftsangehörige

ÖAG: BAUMPFLANZUNG

Im Rahmen der 200-Jahresfeiern

der Gründung der Republik

Argentinien hat die Österreich-Argentinische

Gesellschaft

ÖAG das Projekt „Argentina-Straße

2010“ initiiert, um

der Argentinierstraße in Wien

einen stärkeren Bezug zu dem

südamerikanischen Land zu geben.

Ein weiterer Baustein der

Belebung der Straße durch argentinische

Akzente war die

Baumpflanzung und Baumsegnung

Anfang Oktober. Mit dabei war die Bezirksvorsteherin von

Wieden, Susanne Reichard, der Botschafter S.E. Eugenio Maria Curia,

Christian Koidl und Walter Gerbautz, ÖGA, sowie Walter Pfeifer

von der Pfarre St. Elisabeth.

Preisträger Dr. Yaroslav Hrytsak

IDM: ANTON-GINDELY-PREIS

Das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) verleiht

den diesjährigen Anton-Gindely-Preis für Geschichte und Kultur

Mittel-, Südost- und Osteuropas, der vom Bundesministerium für

Wissenschaft und Forschung mit 7.200 Euro dotiert ist, an den

ukrainischen Historiker Prof. Dr. Yaroslav Hrytsak. Die Verleihung

fand in der Akademie der Wissenschaften statt. Der Preisträger

hielt einen Vortrag zum in der Ukraine heftig diskutierten Thema

der Geschichtspolitik.

FOTOS: IDM, BJOERN STEINMETZ, GERT STEINTHALER, DOS_LNS

Karina Sarkissova

Florian Stermann (ORFG), Ing. Mag. Stephan Kerstof

(kleine herzen), Dr. Anna Galkina, Halyna Bernard

(ORFG), DI Pascale Vayer (kleine herzen), Herbert Stepic

ORFG: MUSIK DER HERZEN

Die Österreichisch-Russische Freundschaftsgesellschaft (ORFG) und der Verein

„kleine herzen“ luden zur Präsentation des Buches und der CD „Musik

der Herzen“ zugunsten von Waisenkindern in Russland und der

Ukraine. Im Laufe der Veranstaltung wurde ein Sonderexemplar des Buches

„Musik der Herzen“ mit freundlicher Unterstützung des Dorotheums

versteigert. Im Wiener Palais Kaiserhaus mit dabei waren der russische

Botschafter Sergej Netschajew, BMEiA-Protokollchefin Melitta

Schubert und Raiffeisenbank International Vorstandsvorsitzender Herbert

Stepic. Anschließend begeisterten die Primaballerina Karina Sarkissova

und die Violinistin Tomoko Mayeda mit einem kleinen Programm.

DI Pascale Vayer, Halyna

Bernard (ORFG), Dr. Anna

Galkina (kleine herzen)

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HANOI:

VIENNA CHARITY BALL

Der von der österreichischen

Botschaft in Hanoi veranstaltete

Ball entpuppte sich nicht nur

als glanzvolle Zelebration österreichisch-vietnamesischer

Freundschaft, sondern zugleich

als eindrucksvoller Beweis des

kulturübergreifenden Miteinanders.

Zudem bot sich für den

austro-vietnamesischen Designer

La Hong das erste Mal die

Möglichkeit, seine Kreationen

in seinem Heimatland zu präsentieren.

Die Kleider wurden

vor 500 Gästen von österreichischen

und vietnamesischen

Missen präsentiert. Der Erlös

der Veranstaltung kam dem

Projekt „Dorf der Freundschaft“,

einem Projekt zur Hilfe

für an Spätfolgen des Vietnamkriegs

Leidende zugute.

Ein glücklicher La Hong inmitten

seiner Models

Dr. Georg Heindl, Senator h.c. Prof. Walter Nettig,

Marcela Cerno und Designer La Hong

Baron Aliotti Visdomini, Maria

d’Auria, S.E. Eugenio d‘Auria

Maria Rosaria Vricella

d’Auria, Mag. Patrizia Fusco

BOTSCHAFT VON ITA-

LIEN: NEUE VHERNIER

JUWELEN-KOLLEKTION

Die italienische Schmuckhersteller

Vhernier präsentierte

seine neueste Kollektion exklusiv

in der italienischen Botschaft.

Botschafter Eugenio

d’Auria, Gattin Maria Rosaria

Vricella d’Auria und Baron

Emanuele Aliotti Visdomini, Vizepräsident von Vhernier, freuten

sich über reges Publikumsinteresse in den ehrwürdigen Räumlichkeiten

des Palais Metternich. Anschließend an die Präsentation wurde

zum Buffet-Empfang gebeten.

SALZBURG: LATE NIGHT SHOPPING

Anfang November war es so

weit: Das Fashion & Beauty Festival

in Salzburg eröffnete.

Zu diesem Anlass ließ sich

das Designer Outlet in Salzburg

etwas Besonderes einfallen

und lud zum Late

Night Shopping ein. Bis 23

Uhr konnten renommierte

Marken um bis zu achtzig

Prozent billiger gekauft werden. Fashion-Show, Styling-Hotspots,

Cosmopolitan-Covershooting für Besucher, Gewinnspiel und vieles

mehr lockte zahlreiche Besucher an. Prominenz aus der Modewelt,

wie etwa das männliche Starmodel Markus Schenkenberg oder Top-

Model Iris Strubegger, konnte ebenfalls bewundert werden..

Moderator Christian Clerici, T-Shirt Künstler Adam

Saaks, Model Dji Dieng, Outlet Manager Mag. Thomas

Andreas Reichenauer, Hopf StarmodelMarcus Schenkenberg, Botschafter mit

Dr.

(Central Topmodel Danube) Iris Strubegger, Starvisagist Boris Gattin Entrup

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LIFE UND STYLE

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER GESELLSCHAFT Oktober bis Dezember 2010

BERND PLANK: NACHT DER ENGEL

Ein besonderer Programmpunkt für alle Fashion-

Fans bei der „Nacht der Engel“ Ende November im

Hotel Le Meridien war die Präsentation der Engel-

Shirt Kollektion, entworfen und umgesetzt von

dem Jungdesigner Bernd Plank. Weiß und Gold – die

Farben der Engel – sind auch die Farben der Kollektion.

Im Gegensatz zu Industrieware, die oft auf

kleine Details verzichtet, bestechen Bernd Planks Designs

mit extravaganten Schnitten und Formen.

Geradlinig und doch himmlisch anders. Somit gibt

es eine klare Message der Shirts: mit kleinen Effekten

kann man viel erreichen – nicht nur in der Mode,

sondern auch im Leben, wo man mit kleinen

Spenden Menschen helfen kann. Der Reinerlös der

Shirts kommt „Menschen für Menschen“ zugute.

EBREICHSDORF: POLO-EM

Über 5000 begeisterte Besucher

wohnten der Polo-Europameisterschaft

im Schlosspark

Ebreichsdorf bei, bei der sich

Frankreich vor Spanien den Titel

sichern konnte. Zehn Nationen

kämpften um den Sieg, unter anderen

auch Österreich, das dank

des Sieges gegen Ungarn an

neunter Stelle landete.

Unter den Preisträgern: Claudia Stöckl, Barbara Iris Tschulena und Sabine Turnwald

„FLAIR DE PARFUM“: GALANACHT DER DÜFTE

„Vulcano“ lautete das Credo der Galanacht der Düfte „Flair de Parfum“.

Diesem Motto folgten zahlreiche illustre Gäste aus Wirtschaft,

Kultur und Politik, die sich von einem deliziösen Dinner

von Do&Co im Platinum Vienna verwöhnen ließen. Das duftige

Unterhaltungsprogramm – Showband, Danceperformance, Duftcasino

– war eine Hommage an die Sinnlichkeit der Düfte, umrahmt

von namhaften Gästen wie Edith Leyrer, Dr. Andreas Salcher,

Christa Mayrhofer-Dukor, Peter Machac, Monika Strauch, Karina

Sarkissova-Rudroff, Tony Rei und Jazz Gitti.

Die Sieger der Polo EM

2010: Frankreich

FOTOS: POLOEM.COM, WWW.DIE8.COM, WESCO TAUBERT

100 | SOCIETY 4_10


KULTUR

KULINARIK

Verleihung des

Goldenen Verdienstzeichens

der Stadt Wien

Dominique Meyer,

Franz Welser-

Möst, Aki Nuridini

Auszeichnung der

WKW für Verdienste

um den

Wiener Tourismus

Aki Nuredini – Gastgeber der Opernstars

Der Ort, an dem die

Sonne aufgeht

Die gemütliche Trattoria „Il Sole“ in einer schmalen Seitengasse

in Wien erfreut sich großer Beliebtheit und auch Prominenz.

Das liegt natürlich nicht nur an der Nähe zur

Staatsoper sondern auch am guten Essen, nicht zuletzt aber

am Gastgeber selbst.

Dr. Albert Rohan

Roberto Alagna, Anna Netrebko, Aki Nuredini

BUCHPRÄSENTATION

Ausgezeichnetes Wien

in 50 Porträts

Verfasser: Werner Urbanek

Fotograf: Lukas Beck

ISBN: 978-3-8000-7489-1

Das „Il Sole“ ist ein absoluter Geheimtipp

für Liebhaber der italienischen Küche.

Mit einer sagenhaften Herzlichkeit und

Gastfreundschaft wird man dort vom Wiener

Gastronom Aki Nuredini empfangen.

Besonders beliebt ist die Trattoria im Herzen

Wiens bei den Prominenten. Es ist keine Seltenheit,

dass Stars wie Anna Netrebko oder

Placido Domingo im „Sole“ anzutreffen sind.

„Auch ein Sänger und eine Sängerin;

ein Direktor und ein Dirigent wollen einfach

mal die Ruhe genießen und mit gutem

Essen verwöhnt werden“, weiß der für

seine Verdienste um den Wiener Tourismus

und die Kultur in Wien ausgezeichnete

Szenegastronom und Opernfreund.

„Alle drei Wotane waren da in Wien. Die

Staatsoper ist eigentlich der einzige Ort

der Welt, wo das möglich ist. Und ‚Il Sole‘

ist das einzige Restaurant, wo sie sich alle

treffen.“, schwärmt Dominique Meyer, Direktor

der Wiener Staatsoper in dem Buch

„Ausgezeichnetes Wien in 50 Porträts“.

Aki Nuredini war schon früh damit beschäftigt,

ehrgeizig an seiner Karriere zu

arbeiten und somit seinem Vater nachzueifern,

der ebenfalls Gastronom war. Als elfjähriger

Junge verkaufte Aki Nuredini Kastanien

an einer Straßenecke in Belgrad.

Da er aber kein Verkäufer sondern Unternehmer

ist, hatte er im Jahr darauf bereits

zwei Leute, die an anderen Straßenecken

für ihn Kastanien verkauften. Mittlerweile

betreibt Aki Nuredini das „Il Sole“, das sich

immer größerer, weltweiter Beliebtheit erfreut,

seit mehr als 25 Jahren.

Preise und Auszeichnungen sind Ausdruck öffentlicher Anerkennung,

gesellschaftlicher Wertschätzung und symbolischer

Danksagung. Die Stadt Wien verleiht seit dem 19.

Jahrhundert den Titel „Bürger und Ehrenbürger der Stadt

Wien“ und seit 1967 Ehrenzeichen in verschiedenen Ausführungen.

„Ausgezeichnetes Wien“ präsentiert fünfzig

Persönlichkeiten, die in den vergangenen zehn Jahren eine

Auszeichnung erhalten haben, darunter Christiane Hörbiger,

Gert Voss, Michael Haneke, Ute Bock, Marianne

Mendt, Marlene Streeruwitz und viele mehr. Die Texte basieren

auf den gesprochenen Laudationes und Dankesworten.

Die großformatigen Fotos wurden exklusiv von Lukas

Beck für den opulenten Bildband angefertigt. Zusätzliche

Informationen, wie eine Liste aller Ausgezeichneten aus

dem Kulturbereich seit 2001, eine Übersicht über die Ehrenzeichen

der Stadt und des Landes Wien sowie die „Tragevorschriften

von Ehrenzeichen“ runden das Buch ab.

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KUNST UND KULTUR

SCHAUSPIEL

Vom Theater zum Film

Nestroy Meets Markovics

„Theater? Is das nicht eine freye Kunst? – O ja, so frey, daß sie nicht besteh'n kann, wenn

sich Niemand drum annimmt.“* Von EVA VON SCHILGEN

Karl Markovics und Stefan Ruzowitzky

mit dem Oscar

Josef Meinrad, Otto Schenk, Fritz Muliar,

Susi Nicoletti, Kurt Sowinetz, Helmut

Lohner, Willi Resetarits, Elfriede Ott,

Helmut Qualtinger, H.C. Artmann, Elizabeth

T. Spira, das sind nur einige jener Künstler,

die das Kulturleben Wiens entscheidend beeinflussten

und daher mit dem Johann Nestroy

Ring ausgezeichnet wurden, den die

Stadt Wien erstmals 1976 anlässlich des

175. Geburtstages Nestroys verlieh. Die einige

Jahre zuvor gegründete Internationale

Nestroy-Gesellschaft initiierte diese Auszeichnung

für Personen, die sich, Zitat:

„…durch außerordentliche und ungewöhnliche

Leistungen Verdienste um die Stadt

Wien in der Pflege der satirisch-kritischen

Darstellung des Wesens dieser Stadt, sowie

ihrer Bevölkerung im Sinne Nestroys erworben

und diese Kritik auf höchstem geistigen

Niveau ausgedrückt haben.“ Anliegen der

Gesellschaft ist es, das Andenken an den

wohl „wienerischsten“ aller Dichter durch

wissenschaftliche Forschung, Tagungen und

Seminare sowie durch die Herausgabe von

Fachzeitschriften und Büchern zu pflegen.

1999, ein Jahr vor Nestroys 200. Geburtstag,

ersetzte die Stadt Wien diese Ehrung durch

den Nestroy Theaterpreis.

***

Der Ischler Nestroy-Ring

Was des einen Leid‘, ist des anderen

Freud‘, die Gesellschaft fand in der Stadt

Bad Ischl, in der Nestroy einige seiner letzten

Lebensjahre verbrachte, einen mehr als

kooperativen Partner. Und so wird seit 2005

ein „Ischler“ Johann-Nestroy-Ring verliehen.

Entworfen und gefertigt wird er vom Kreativgoldschmied

Gerold Schodterer, der

nicht nur durch seinen phantasievollen

Unikatschmuck bekannt ist, sondern auch

durch seine Skulpturen mit philosophischem

Hintergrund in Verbindung mit Lyrik.

Unter der Prämisse der fünf Kriterien

für die Verleihung der Auszeichnung wie:

Pflege von Nestroys Erbe, höchste künstlerische

Ebene, Zeitkritik, Satire und Phantasie,

stimmt er den Ring auf den jeweiligen

Preisträger ab. Nach Erwin Steinhauer, Karlheinz

Hackl und Peter Turrini macht Karl

Markovics 2010 das gar nicht „liederliche“

Kleeblatt (Lumpazivagabundus) voll.

***

Nestroy – ein Allrounder

Johann Nestroy gilt als der bedeutendste

Lustspieldichter Österreichs. Er prägte das

Wiener Theaterleben des Biedermeiers bis

lange nach der Revolution von 1848. Seine

Komödien voll urwüchsiger Komik, Witz

und Ironie sind allesamt zu Klassikern der

Weltliteratur geworden und zählen ob ihrer

Aktualität auch heute noch zu den

meistgespielten Theaterstücken im

deutschsprachigen Raum. Nestroy wird in

Wien 1801 in eine gutbürgerliche Familie

geboren, der Vater ist Hof- und Gerichtsadvokat.

Er studiert zunächst Jura, beginnt eine

Karriere als Opernsänger dann als

Schauspieler, spielt in Amsterdam, Brünn,

Graz, Preßburg und Lemberg und versucht

sich als Bühnenschriftsteller. Sein erstes

Stück, „Die Verbannung aus dem Zauberreiche

oder Dreißig Jahre aus dem Leben eines

Lumpen“, wird 1826 in Graz uraufgeführt.

1831 erhält er ein Engagement an das „Theater

an der Wien“. Bald zählt er zu den beliebtesten

Volksschauspielern und feiert

Erfolge mit und in seinen Stücken wie

„Der böse Geist Lumpazivagabundus“ oder

„Der Talisman“, „Einen Jux will er sich

machen“, oder „Zu ebener Erde und erster

Stock“. In einer Zeit, in der in Wien die Politik

allgegenwärtig und die Zensur alltäglich

ist, erfreuen sich besonders seine Couplets,

Gesangstücke, die die Handlung des

Stückes unterbrechen, großer Beliebtheit.

Aufgeschrieben wurden nur wenige Strophen,

die weiteren, je nach politischer Lage,

jeden Abend improvisiert – eine Tradition,

die sich bis heute erhalten hat.

Verleihung des Nestroy-Ringes

2010: Prof. Dr. Heinrich Kraus,

Stefanie Taussig, Karl Markovics,

Hannes Heide

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*„Verwickelte Geschichte!“, I. Akt, 9. Scene (Historisch-kritische Ausgabe [HKA-Nestroy],

Stücke 29, S. 122, Z. 2 ff.), Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy (1801-1862)


FOTOS: THOMAS RAMSTORFER/ORF, CHRISTOPH LENZENWEGER, „MEIN NESTROY“-HERBERT NEUBAUER/THEATER IN DER JOSEFSTADT

Karl Markovics als Nestroy im

Theater in der Josefstadt

SOCIETY 4_10 | 103


KUNST UND KULTUR

SCHAUSPIEL

Szenenfoto aus „Die Fälscher“

Akademie des Österreichischen Films. Karl

Markovics zählt wie der Produzent Josef

Aichholzer, die Regisseure Stefan Ruzowitzky

und Barbara Gräftner, der Kameramann

Martin Gschlacht, die Kostümbildnerin

Barbara Hutter, die Schauspielerin

Nina Proll oder der Autor Nikolaus Leyter

zu den 39 Gründungsmitgliedern und ist

im Vereinsvorstand vertreten. Die Zahl der

Mitglieder, unter ihnen die Elite der hiesigen

Filmszene, ist indessen auf mehr als 95

angewachsen. Der Verein hat zum Ziel,

den österreichischen Film als wesentlichen

Bestandteil der österreichischen und europäischen

Kultur zu fördern, eine Plattform

von Filmschaffenden zu etablieren

und die Kooperation mit internationalen

Partnerinstitutionen aufzubauen.

Ein öffentlichkeitswirksamer Auftritt

ist die Vergabe des Österreichischen Filmpreises,

der das erste Mal im Jänner 2011

verliehen wird. Vergeben werden unter anderen

Preise für „Bester Spielfilm“, „Bester

Dokumentarfilm“, „Beste Kamera“, „Bester

Schauspieler/in“, „Bestes Drehbuch“ anlässlich

einer großen Gala, unter der

künstlerischer Leitung von Oscarpreisträger

Stefan Ruzowitzky. Die dafür benötigen

Mittel sollen durch die öffentlich Hand,

Mitgliedsbeiträge, Sponsoren und Förderer

erwirtschaftet werden, denn auch die Filmkunst

– frei nach Nestroy – „nicht besteh'n

kann, wenn sich Niemand drum annimmt.“

Karl Markovics als Salomon Sorowitsch

in „Die Fälscher“

***

Karl Markovics erhält Nestroy-Ring

Sowohl auf der Bühne als auch im Film

war Karl Markovics in Nestroys Stücken zu

sehen. In Peter Turrinis „Mein Nestroy“, das

2006 im „Theater in der Josefstadt“ in Wien

uraufgeführt wurde, verkörperte er Nestroy

selbst. Dem Salzkammergut und Bad

Ischl ist Karl Markovics durch seine Darstellung

des „Stockinger“ in der gleichnamigen

Fernsehserie verbunden. Der 1963 in Wien

geborene Künstler zählt heute zu den bedeutendsten

Schauspielern – und das, obwohl

ihn die Professoren des Wiener Max

Reinhardt Seminars als jungen Mann bei

der Aufnahmeprüfung durchfallen ließen.

So sieht Markovics die Ehrung durch den

Nestroy-Ring als Bestätigung seiner Lebenshaltung.

Zitat: „Ich sehe den Nestroy-Ring

als Anerkennung meiner Bestrebungen,

immer weiter zugehen, woanders hinzukommen

als beim vorigen Mal“. Beeindruckend

und unvergesslich sind seine Rollen

in den Filmen „Indien“, „Hinterholz 8“,

„Late Show“, „Geboren in Absurdistan“,

„Komm, süßer Tod“, „Franz Fuchs – Ein Patriot“

oder „Die Gustloff“. Als beliebtester

Schauspieler wurde er 2007 und 2008 mit

dem Romy-Fernsehpreis ausgezeichnet. Seinen

größten internationalen Erfolg feierte

er in Stefan Ruzowitzkys Film „Die Fälscher“,

der bei der 80. Oscar-Verleihung als

bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet

wurde. Für diese Rolle wurde ihm von

der Semana Internacional de Cine de Valladolid

der Titel „Bester Schauspieler“ und

von der Diagonale 2008 der Große Diagonale-Schauspielpreis

für herausragende Leistungen

verliehen.

***

Der österreichische Film

Diese internationale Anerkennung eines

österreichischen Filmes führte in der

Folge im März 2009 zur Gründung der

INFORMATIONEN & KONTAKT

INTERNATIONALE NESTROY-GESELLSCHAFT

Min.-Rat Dipl.-Ing. Karl Zimmel (Geschäftsführer)

Gentzgasse 10/3/2, A 1180 Wien

Tel. +43-(0)1-470 70 67

Mobil: +43-(0)664-160 62 14

E-mail: nestroy.gesellschaft@vienna.at

www.nestroy.at/gesellschaft

SCHODTERER – DIALOG WIRD GESTALT

Gerold Schodterer – Atelier für fantasievolle Schmuckunikate

E-mail: office@schodterer.at

www.schodterer.at

AKADEMIE DES ÖSTERREICHISCHEN FILMS

Marlene Ropac, Geschäftsführung

Spittelberggasse 3/Loft 1, A 1070 Wien

Tel: +43-(0)1-890 20 33

Fax: +43(0)1-890 20 33-15

E-mail: office@oesterreichische-filmakademie.at

www.oesterreichische-filmakademie.at

TOURISMUSVERBAND BAD ISCHL

www.badischl.at

FOTOS: JÜRGEN OLCZYK

104 | SOCIETY 4_10


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

Ein neues Talent in der Welt der Oper

Argentinisches Feuer

Es ist immer spannend, die Geburt eines neuen Stars zu verfolgen.

In diesem Fall handelt es sich um die spanisch-argentinische

Sopranistin Maria Bisso, die 2002 am Teatro Colón

in Buenos Aires debütierte.

Die spanisch-argentinische Sopranistin

Maria Bisso wurde kürzlich im Rahmen

eines vom SOCIETY-Magazin organisierten

Botschafter-Empfangs im Hotel

Imperial in Wien dem interessierten Publikum

und den Medien von der renommierten

Künstleragentur Hollaender-Calix, die

neben der regelmäßigen Betreuung internationaler

Opernstars insbesondere auch

für die Entdeckung und Förderung neuer

Talente bekannt ist, vorgestellt.

Die junge aufstrebende Künstlerin wurde

in Buenos Aires geboren und erhielt ihre

Ausbildung am dortigen „Instituto

Superior de Arte del Teatro Colón“ sowie

am „Conservatorio Nacional de Musica“.

Gesang studierte sie bei Douglas Hines in

Argentinien und bei Ruthilde Boesch in

Wien. Darüber hinaus wurde sie von Edita

Gruberova stimmtechnisch betreut.

Maria Bisso debütierte im Jahr 2002

am Teatro Colón in Buenos Aires als Solistin

in der Johannes-Passion von Bach. Sie

ist Preisträgerin des Internationalen Maria-

Callas-Wettbewerbs in São Paulo (Brasilien)

und sang Opernrollen in Argentinien

und Österreich, wie etwa Mozarts Pamina

und Zerlina, Puccinis Lauretta und Musetta,

Verdis Gilda und Pergolesis Serpina.

2008 nahm sie Mahlers 4. Symphonie

und ausgewählte Lieder von Richard

Strauss mit dem Sofia Philharmonic Orchestra

auf. Im Oktober desselben Jahres

debütierte Bisso im Wiener Musikverein

zusammen mit Mezzosopranistin Bernarda

Fink und dem Bach Consort Wien unter

der Leitung von Rubén Dubrovsky. 2009

war Maria Bisso unter anderem mit Mahlers

4. Symphonie im Rahmen der International

at Round Top-Festspiele in Houston,

Texas, USA, unter der Leitung von Christoph

Campestrini zu hören.

Weiteres hat sie – ebenfalls im Jahr

2009 – im Großen Sendesaal des ORF Wien

einen äußerst erfolgreichen Konzertabend

rund um das argentinische Lied gegeben.

Zuletzt wurde Maria Bisso vom argentinischen

Startenor José Cura eingeladen, unter

dessen Leitung sie in der Musikakademie

Budapest die h-Moll Messe von J.S.

Bach zugunsten der Stiftung Salva Vita

gesungen hat.

KONTAKT

KUENSTLERAGENTUR HOLLAENDER-CALIX

International Artists Agency

A - 1190 Wien, Grinzinger Allee 46

Tel.: +43-(0)1-320 53 17, Fax: +43-(0)1-328 90 70

E-Mail: office.hollaender-calix@chello.at

www.hollaender-calix.at

SOCIETY 4_10 | 105


KUNST UND KULTUR

PROJEKT

Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit.

Independent Project Group

Der Verein Independent Project Group wurde ins Leben gerufen, um junge in Österreich

lebende Künstler zu fördern und zu unterstützen. Ein Gespräch mit Vereinspräsident

Anthony Jacobson.

Die „Independent Project Group“

ist ein Verein zur Unterstützung

und Förderung in Österreich lebender

Künstler. Der Verein wurde

von sechs jungen Kunstschaffenden

ins Leben gerufen und versteht sich

als Gegenpart zu staatlichen Fördereinrichtungen,

die nach Meinung der

Gründer immer dieselben Leute und

Projekte fördern, was zur Folge hat,

dass junge aufstrebende Künstler oftmals

auf der Strecke bleiben und somit

der Nachwuchs an österreichischen

Künstlern ins Stocken kommt

und sich ein eventueller Durchbruch

für jene als noch schwieriger erweist.

Die Independent Project Group fördert

Künstler auf drei Ebenen: der

Verein dient als Netzwerk, das die

Künstler untereinander verbindet,

unterstützt mittels finanzieller Förderung

und fungiert als Präsentationsplattform.

Wie ist das Projekt Independent

Project Group entstanden?

Ich habe mir lange Gedanken gemacht,

wie man es Kunstschaffenden

leichter machen kann, in Österreich

Erfolg zu haben und an die großen Künstler

der Vergangenheit anzuschließen, ohne

das Land zu verlassen. Warum sollte ich anderswo

hingehen, damit ich Erfolg habe,

wieso nicht hier? Man sieht immer dieselben

Gesichter auf Plakaten und im Fernsehen

und man hat oft das Gefühl, dass

überhaupt kein Augenmerk auf die brodelnde

Underground-Szene in Österreich

gelegt wird, die nur so von begabten und

kreativen Leuten strotzt. Stattdessen versucht

man neue Künstler im Fernsehen zu

züchten. I.P.G. soll eine Plattform sein, unter

der sich diese Szene vereinigen kann,

um etwas Neues und auch in Zukunft

nachhaltige Kultur aus Österreich zu schaffen.

Was bringt es den Künstlern konkret,

Mitglied bei I.P.G. zu sein?

Es soll sich eine Bewegung bzw. eine

Einheit bilden, die sich aus Kunstschaffenden

rekrutiert und eine Eigendynamik

entwickelt, sodass unsere Mitglieder es

mehr oder weniger selbst in der Hand haben

etwas zu schaffen und zu verändern.

I.P.G. bietet dafür ein Netzwerk an, welches

KONTAKT

Independent Project Group – Verein zur Künstlerförderung

und Künstlerunterstützung

Friedlgasse 7/4, 1190 Wien

Mobil: +43-(0)680-23 888 32

E-Mail: office@independentpg.org

www.independentpg.org

sich aus den Mitgliedern zusammensetzt

und es erleichtern soll, gemeinsam

Projekte zu verwirklichen. Durch

Veranstaltungen soll es den Künstlern

vereinfacht werden, ihre Werke zu

zeigen oder auszustellen. Weiteres soll

durch finanzielle Unterstützung auch

von der wirtschaftlichen Seite her eine

Hilfe geboten werden.

Wie finanziert sich der Verein?

Wir sind eine Non-Profit Organisation

und unser Kapital kommt

rein den Künstlern und ihren Projekten

zu Gute. Mitglieder müssen

einen jährlichen Beitrag zahlen, der

als Solidaritätsbeitrag zu verstehen

ist. I.P.G. ist auf Spenden und Sponsoren

angewiesen, die der jungen

Kunstszene unter die Arme greifen

wollen. Da wir in Österreich lebende

Künstler fördern wollen, verstehen

wir uns auch als Brückenbauer zwischen

verschiedenen Kulturen, da

viele junge Leute nach Österreich

kommen, um künstlerisch tätig zu

sein. So sind wir auch auf Fördergelder

österreichischer und internationaler

Institutionen, wie beispielsweise

die EU, angewiesen. Es ist

jedoch schwer, Förderungen zu erhalten,

da viele Einrichtungen nur einzelne Projekte

fördern und nicht Organisationen,

die selbst fördern wollen.

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft?

Einerseits ein Erwachen und Erkennen

des Potenzials der in Österreich tätigen

„neuen“ Künstler und andererseits eine Offenheit

gegenüber neuen Strömungen.

Dies funktioniert aber nur, wenn beide Seiten,

also Entscheidungsträger und Künstler

gemeinsam arbeiten und offen für Vorschläge

und Neuerungen sind. Auch

Österreich soll im Vergleich zu ähnlich großen

Staaten, wie etwa Holland oder Dänemark,

eine populäre und florierende

Kunstszene erhalten. Städte wie Wien, Linz

oder Graz sollen international in einem

Atemzug mit Stockholm, Amsterdam oder

Barcelona genannt werden, wenn es um

neue Trends geht.

FOTO: STEFANIE HOFMANN

106 | SOCIETY 4_10


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

Österreichs erfolgreicher Populärmusiker

Peter, der Wolf

Jeder kennt Songs wie „We Built This City“ von Jefferson Starship oder den Soundtrack des

Kultfilms „Top Gun“. Peter Wolf war maßgeblich an den Erfolgen dieser Musik beteiligt,

indem er sie schrieb oder produzierte. Von LEA MILLESI

„Ohne echt zu leben, kann

man keine Geschichten erzählen...“

PETER WOLF

Peter Wolf ist ein mehrfach für den

Grammy nominierter österreichischer

Komponist und Musikproduzent, der

seit den 1970 er Jahren in den USA lebt. In

seiner erfolgreichen Karriere produzierte

Peter Wolf acht Nummer-1-Hits und komponierte

das Lied „ Heute in Jerusalem“,

Österreichs Beitrag zum Eurovision Song

Contest 1979. Er komponierte unter anderem

die Titelmusik zur TV Serie Kommissar

Rex.

Im Jahre 2002 wurde Peter Wolf das

Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft

und Kultur verliehen. Er ist mit

mehr als 230 Millionen verkauften Tonträgern

mit Abstand Österreichs erfolgreichster

Musiker der populären Musik. Er komponierte

und produzierte auch den „ Rotkreuz-Song“,

für welchen er zahlreiche

internationale Interpreten wie z. B. Zucchero,

Vanessa Paradis, A-HA und Annie

Lennox gewinnen konnte.

Wie lange sind Sie schon in der Musikbranche

tätig?

Seit 1968 professionell. Ich spiele seit

meiner frühesten Kindheit Klavier und habe

insgesamt zehn Jahre klassisches Klavier

am Konservatorium der Stadt Wien studiert.

Sie sind ein international erfolgreicher

Musikkomponist und Produzent. Wovon

lassen Sie sich inspirieren?

Vom Leben und von den Frauen. Ohne

echt zu leben, kann man keine Geschichten

erzählen und sowohl das Komponieren

als auch jeder Bühnenauftritt sind nichts

anderes als Geschichtenerzählen.

Was waren die wichtigsten Stationen Ihrer

Karriere?

Im Alter von 16 Jahren wurde ich von

Fatty George (weltbekannter österreichischer

Jazzmusiker) in dessen Band geholt,

1975 wanderte ich in die USA aus,

wo ich vorerst in Atlanta/Georgia in einer

Jazz Band spielte. Aber mich zog es

immer gen Westen, also ging ich nach

Los Angeles, wo ich von 1976 bis 1980

Keyboarder bei Frank Zappa war. In den

Jahren 1980 bis 1984 war ich Studiomusiker

und seit 1984 bin ich Komponist,

Produzent und Arrangeur.

Eine Anekdote aus Ihrer Laufbahn?

Es gab ein Stück von Frank Zappa namens

The Black Page – es war ursprünglich

als Aufnahmetest für Schlagzeuger gedacht

und galt als sehr schwer spielbar.

Einmal fragten wir Frank Zappa, ob er das

Stück spielen könne. Er meinte, natürlich

nicht, aber er sei auch da, um sich um alles

zu kümmern und das Geld zu verdienen.

Was ist Ihr Lebensmotto?

In jeder Beziehung Vollgas zu geben. Erfolg

kommt nicht von alleine und auch

wenn man erfolgreich ist, darf man sich

nicht ausruhen sondern muss stetig daran

arbeiten, um es noch besser zu machen. Es

gibt immer neue Ziele, die es zuverfolgen

und erreichen gilt, und man darf nie aufhören

diese zu verfolgen.

AUSZUG AUS PETER WOLFS

DISKOGRAPHIE

Als Keyboarder wirkte er bei Frank Zappas Album „Sheik

Yerbouti“ mit.

Für die Commodores arbeitete er als Co-Produzent und

Aranggeur.

Für Jefferson Starship schrieb er den Nummer-eins-Hit

„We Built This City“.

Für Cliff Richard war er Produzent bei EMI-Records.

SOCIETY 4_10 | 107


KUNST UND KULTUR

EVENTS

HIGHLIGHTS VERANSTALTUNGEN

DER KULTUR Oktober bis Dezember 2010

SCHNEIDERS: STOLA FÜR JESSYE NORMAN

Der 15. Salzburger Jazzherbst präsentierte einige der wichtigsten

Jazz- und Klassik-Diven live on Stage. Zahlreiche internationale

und nationale Jazz-Stars bespielten die schönsten Spielorte in Salzburg.

Als Co-Sponsor dieses Festivals ist es für Schneiders Salzburg

eine bereits mehrjährige Tradition, einzelne Jazz-Stars einzukleiden.

Und anlässlich des diesjährigen Festivals überreichten Alfons

und Michaela Schneider zwei wunderschöne Pelzstolas an Jane

Monheit und Jessye Norman, der Grande-Dame in der Klassik und

im Jazz. Im Rahmen eines privaten Dinners, in Anwesenheit von

Jessye Norman, ihrer hochkarätigen Jazz-Band und der Präsidentin

der Salzburger Festspiele, Dr. Helga Rabl-Stadler und Freunden,

nahm Norman das Geschenk erfreut entgegen.

Alfons Schneiders und Jessye Norman

Andrea Jonasson als „weiße Frau“

Hubert Winter, Dr. Katharina Blaas-Pratscher, Dr. Joachim

Rössl, Sylvia Weber, Sonja Gangl, Wolfgang Bauer

PREISVERLEIHUNG: OSCART 2010

Jährlich vergibt das Wiener Landesgremium des Kunsthandels den

OscART, einen Ehrenpreis für besondere Verdienste um die Kunst,

ihre Vermittlung und Vermarktung. Die Preisverleihung fand im

Semperdepot statt. Wolfgang Bauer erhielt den OscART 2010 im

Bereich „Klassischer Kunsthandel“, der OscART 2010 in der Kategorie

„Zeitgenössische Galerien“ ging an Hubert Winter. Der

OscART 2010 für besondere Leistungen im Bereich Kunst im öffentlichen

Raum wurde „Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich“

verliehen. Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth (Sammlung

Würth in Künzelsau) wurde für sein Lebenswerk als Sammler

mit dem OscART 2010 ausgezeichnet.

STIFTUNG CRESPO: PROGRAMM „START!“

Im Rahmen des von der deutschen CRESPO-Stiftung geförderten

Programms „START“ haben Schüler in den letzten Jahren vor der

Matura die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten. Neben einem

Computer mit Internet-Anschluss, monatlichem Geld für Bildungszwecke

(u.a. für Bücher, Theater, Sprachkurse) ist im START-

Programm auch ein verpflichtendes künstlerisches Projekt vorgesehen.

Das Kunstprojekt des vergangenen Schuljahres trug

den Namen „Sagen, Mythen, Legenden – eine Reise durch Wien in

acht Kurzfilmen“ und wurde in diesem Jahr fertig gestellt. Die

wunderbare Schauspielerin Andrea Jonasson geistert als „weiße

Frau“ – eine Legende – durch die Wiener Hofburg. Das Filmprojekt

genoss die Unterstützung vieler Menschen und Institutionen,

auch André Heller hat sich für den Filmbeitrag „Multikulturelles

Wien“ als Interview-Partner zur Verfügung gestellt.

FOTOS: FLORIAN WIESER / WIRTSCHAFTSKAMMER WIEN / DER KUNSTHANDEL , GREGOR HARTL, CRESPO, STEFFI LIN, KOSCHKA HETZER-MOLDEN, GABRIELA KOTSCHATZKY-ELIAS

108 | SOCIETY 4_10

André Heller mit den Stipendiaten

beim Interviewtermin


GASTSPIEL: LES MUSICIENS

Das Orchester Les Musiciens du Louvre – Grenoble, Frankreich,

unter der Leitung von Dirigent Marc Minkowski, wurde nach ihrem

letztem Abend an der Wiener Oper von S.E. Philippe Carré,

Botschafter der Republik Frankreich in Österreich, zu einem Empfang

in die Französische Residenz geladen. Im Zuge ihres Gastspiels

in Wien gaben sie Rameaus „Une symphonie imaginaire“

im Konzerthaus zum Besten, und in der Wiener Staatsoper an

mehreren Abenden Händels „Alcina“. Das von Marc Minkowski

1982 gegründete Orchester versteht sich als Antwort auf ein Revival

der alten Musik in Frankreich, die auf Originalinstrumenten

gespielt wird. Aufnahmen sind auch auf Tonträger erhältlich.

Adrian Hollaender, Anja

Harteros, Marc Minkowski,

Botschafter Philippe Carré,

und Veronica Cangemi

Live-Ausschnitten aus dem Musical

„Veronika beschließt zu sterben“

im Rahmen des Festaktes.

TABAKFABRIK: TAG DER OFFENEN TÜR

Anlässlich ihres Geburtstags lud die Linzer Tabakfabrik, die vor 75

Jahren vom Visionär Peter Behrens erbaut wurde, zum Tag der offenen

Tür. Geboten wurde ein buntes Rahmenprogramm mit zahlreichen

kulturellen und kulinarischen Highlights. Das Programm

gliederte sich in zwei Teile: Am Vormittag gab es einen VIP-Festakt

mit rund 250 geladenen Gästen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik

und Kultur. Im Anschluss genossen die Gäste eine kulinarische

Zeitreise durch 75 Jahre Spezialitäten aus den Tabakanbaugebieten:

Es wurden original Behrens-Cocktails geschlürft und

viele ließen sich auch die Gelegenheit einer Zigarrendegustation

nicht entgehen.

CHARITYDINNER: TAG DER KINDERRECHTE

Zum „Tag der Kinderrechte“ luden Martina Fasslabend und Toni

Faber zu einem großen Charitydinner inklusive Auktion ins Palais

Liechtenstein. Den Besuchern des Galaevents wurde ein

hochkarätig besetztes Musikprogramm – u. a. Natalia Ushakova,

José Cura, Mara Mastalir und Daniel Serafin – geboten. Die vom

Dorotheum unterstützte Auktion von edlem Schmuck und

prunkvollen Antiquitäten geleitete die zahlreich erschienenen

Freunde, Unterstützer und Weggefährten des Vereines durch den

Abend, der mit dem Auftritt des „The Longfield Gospel Choir“ seinen

fulminanten Abschluss fand. Mit dabei waren u. a.: Georg Alexander

Hatala, Atil Kutoglu, Andrea Kdolsky, Nhut La Hong, Edith

Leyrer, Sissy Mayerhoffer, Marianne Mendt, Sandra Pires, Thomas

Schäfer-Elmayer, Harald Serafin, Eva Wegrostek u.v.m.

Toni Faber, Philipp Ita,

Andrea Kdolsky

SOCIETY 4_10 | 109


KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

110 | SOCIETY 4_10 „Begegnung“, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 2008


Chinesische Tradition mit österreichischen Einflüssen –

die Malerei von Liu Xiuming

Alles in Bewegung

Den Brückenschlag der Kulturen hat sich die Malerin Liu Xiuming auf die Fahnen geheftet.

Ausgebildet in traditionell chinesischer Malerei entwickelte sie ihren Stil in Österreich weiter.

Von Mag. TANJA TAUCHHAMMER

Die Chinesin studierte bei Größen wie

Maria Lassnig und Arik Brauer, deren

Einfluss auf ihre Malerei nicht von

der Hand zu weisen ist. Vor allem die

Kunst der Ölmalerei sowie verschiedene

Techniken konnte Liu von ihren österreichischen

Lehrern mitnehmen. Inzwischen

pendelt die Künstlerin zwischen China

und Europa und lehrt an der Tsinghua Universität,

Kunstakademie of Arts and Design

in Beijing.

***

East meets West

In ihren Arbeiten vereinen sich östliche

und westliche Elemente zu einem einzigartigen

künstlerischen Ausdruck. Lius Werk

ist von einer starken Symbolik geprägt. Die

Malerin greift auf traditionelle, chinesische

Motive zurück wie zum Beispiel in ihrer

Serie über Wolken, welche einen großen

Teil ihres Schaffens ausmachen. Sie

bezieht sich dabei auf deren asiatische Bedeutung

für Glück, Frieden sowie den

Westen. Auch Landschaften sind oft in

Lius Bildern zu finden, wobei sie sich sowohl

von der traditionell chinesischen

Darstellung als auch von der westlichen inspirieren

lässt. Weitere oftmals verwendete

Elemente sind der Fisch, welcher für

Reichtum, Überfluss und Wohlstand steht

und Säulen. Sie können sowohl als Sinnbild

für Macht als auch als Verbindung von

Himmel und Erde gedeutet werden.

***

Die Kunst der Bewegung

In ihrer Auswahl der Farben ähnelt Lius

Kunst stark den Malern des deutschen Expressionismus.

Ihre Wolken erstrahlen in

Blau und Rot, manchmal wirken sie sogar

bedrohlich. Eine sehr emotional aufgeladene

Landschaft entsteht vor dem Auge des

Betrachters. Es wird klar, dass es nicht um

eine realistische Darstellung geht, was die

Künstlerin auch betont: „Mir geht es nicht

um eine detaillierte Wiedergabe der Natur,

wie es in der traditionell chinesischen Malerei

üblich ist“, so die Künstlerin. Viel-

„Suchende Braut“, Öl auf Pappe, 50 x 70 cm, 2009

„Das beschützte ICH“, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 2009

SOCIETY 4_10 | 111


KUNST UND KULTUR

COVERSTORY

mehr sucht sie Stimmungen in ihren Werken

zu vermitteln. Dabei sind ihre Bilder

niemals statisch, es sind sehr bewegte

Landschaften, Räume und Personen, die

sie auf die Leinwand bannt. Es ist dies „eine

Reflektion auf unsere Zeit, in der sich

alles in Bewegung befindet“, so Liu.

***

Der Mensch im Mittelpunkt

Waren in Lius früheren Arbeiten vor allem

Landschaften oder die Darstellung

von Räumen im Vordergrund, so setzt sie

in ihren neueren Arbeiten den Mensch im

Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es sind

Porträts von Freunden und Bekannten, in

Pastellfarben gehalten. Anders als in der

Porträtmalerei üblich, sind die Augen der

Personen nicht zu erkennen oder geschlossen.

Somit vermitteln ihre Werke einen

sehr verträumten, flüchtigen Eindruck,

der sich erst bei näherer Betrachtung erschließt.

Es ist dies der Auftakt einer Reihe,

die sich dem Menschen widmen soll, so die

Künstlerin. Es ist ein östlicher Blick auf unsere

westliche Welt, von einer Reisenden

zwischen den Welten.

KONTAKT

Atelier: Elisabethallee 61-63/Top 2, 1130 Wien

E-mail: liu_xiuming@hotmail.com

www.liuxiuming.com

BIOGRAPHIE

1957: Geboren in Hebei China

1977-82: Studium der Malerei an der Pädagogischen Universität

Hebei

1982-86: Illustratorin bei China Youth Press in Beijing

1987-89: Studium an der Hochschule für Angewandte

Kunst in Wien bei Prof. Maria Lassnig, Meisterklasse

für Gestaltungslehre-experimentelles Gestalten

1989-93: Studium an der Akademie für Bildende Künste

in Wien bei Prof. Arik Brauer, Meisterklasse für

Malerei. Abschluss mit dem Diplom

1994: Seitdem freischaffende Künstlerin in Wien.

- Studienreisen durch verschiedene Europäische

Länder, Studium der historischen und modernen

Kunst, Malerei. Ausstellungen in Österreich,

Schweiz, Italien, Deutschland, Lichtenstein, Slowenien,

New York und Beijing. Vergleichende

Studien: westliche Ölmalerei/chinesische Malerei

2003: Lektorin an der Tsinghua Universität, Kunstakademie

of Arts and Design, Beijing. Gastprofessor

an der Pädag. Universität Kunstakademie Hebei,

Mitglied des Vorstandes Chinese Cultural Promotion

Society Aufenthalt in China, Präsident des

China – Austria Art Promotion Club.

2004: Soloausstellung im National Art Museum of China

Beijing

2005: Teilnahme an der 2. int. Biennale Bejing. Aufenthalt

in China. Ausstellungsvorbereitung: Beijing

und Shanghai. Gruppenausstellung: Hustopece

(CZ)

2006: Soloausstellung im Today Art Museum Beijing.

Berufung zum Vice-Director Chin. Art Institute.

Teilnahme an der int. Künstlertreffen, Symposium:

Landscape in Hangzhou.

2007: Soloausstellung im Shanghai Art Museum und

Hutchison Harbour Ring (SH). Gruppenausstellung:

nationale und int. Beteiligung von Künstlern

aus der Provinz Hebei

2008: Teilnahme an der 3. int. Biennale Beijing,Olympia2008.

Gruppenausstellung: „Mit eigenen Augen“

in Wien. Gruppenausstellung: „New Art

New China“ in Liu Gallery, New York. Gruppenausstellung:

in RSV Gallery Southampton USA

2009: Soloausstellung im MOYA Museum in Wien. Teilnahme

int. Ausstellung im Hangzhou History Museum,

China. Vorlesungen auf Einladung des Chinesischen

Nationalen Kunstmuseums sowie der

Capital Normal University in Beijing. Gruppenausstellung:

Eli Klein Fine Art Gallery New York und

Miami USA

2010: Teilnahme an der “China Women's Art 2010” im

China Women and Children's Museum Beijing.

China int. Gallery Exposition 2010 Beijing. Gruppenausstellung:

„Zagreb - Wien - Moskau – Bejing“

Kunstraum - Ringstrassen Galerien Wien

112 | SOCIETY 4_10

„Pursuit II“, Öl auf Leinwand, 120 x 120 cm, 2007


„Der Widerstand“, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 2009

SOCIETY 4_10 | 113


KUNST UND KULTUR

PORTRÄT

„Ich bin dazu geboren, die zu sein, die ich bin“

Kunst als

Lebensmission

Doris Maria Kofler erschafft mit ihrem Herzen beeindruckende

Werke als Orte der Kraft, als Nahrung für die Seele, als

Botschaften und als Freunde für den Alltag.

Doris Maria Kofler

Zu ihren Arbeiten zählen unter anderem

Engelsskulpturen in den Materialien

Holz, Metall, Silber und Glas. Ihre Liebe

zu Italien und besonders zu Venedig führte

sie zum wunderbaren Material Glas, und

zu ihrer neuesten Skulpturenserie „Venetian

Angels“, welche sie in der weltberühmten

Glasmanufaktur Dr. Berengo, in Murano,

Venedig anfertigt. Gemeinsam mit

denselben Meistern, mit denen auch schon

unter anderem die Künstler Andy Warhol

und Kiki Kogelnik, gearbeitet haben.

***

Weltweite Begeisterung

Ihre Skulpturen erfreuen und begeistern

inzwischen viele Menschen weltweit,

darunter auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten

wie Boris Becker, Heinrich

Harrer, den Dalai Lama, Mohamed Al-Fayed,

Jane Goodall, den Helden von 9/11,

John A. Jonas, die olympischen Spiele von

Salt Lake City, Elvis Presleys Graceland

u.v.m.

***

Botschaft des Friedens

Sie erklärt, ihre Kunstform sei ihr ganz

persönlicher Ausdruck, der sich an der bedingungsfreien

Liebe, die sie als Grundsubstanz

des Friedens betrachtet, orientiert.

Deshalb lässt die Künstlerin ihre

Engelskulpturen durch ihr Kunstprojekt

„Friedensengel auf Reisen“ seit mehr als

zehn Jahren um die Welt reisen, um so die

Botschaft des Friedens zu den Menschen

zu tragen. Sie besucht Menschen und

Schauplätze, die durch große Ereignisse

besonders geprägt wurden, zu diesen zählen

New York, Salt Lake City, Afrika, der

Großglockner, London, Venedig, Spanien,

Asien u.v.m.

Doris Maria Kofler ist gebürtige Kärntnerin

und lebt in Wien. Mehr über ihre Arbeiten

und Projekte:

www.dorismariakofler.com

E-mail: office@dorismariakofler.com

114 | SOCIETY 4_10


LIFE UND STYLE

GESELLSCHAFT

Helping Hands Family

Eine Farm für Waisenkinder

Ein Hilferuf aus Uganda ließ eine Wiener Kinderkrankenschwester eine private Hilfsinitiative

gründen. Jetzt soll eine Farm für Waisenkinder aufgebaut werden.

In einem Papierkorb lag die Hilfe für Familie

Nambi in Uganda. Durch AIDS

hatten die fünf Kinder ihre Eltern verloren.

Christine, damals 16 Jahre alt, kümmerte

sich um die vier jüngeren Geschwister.

Alle mussten die Schule abbrechen

und gerieten in große Not. Aber die Kinder

beteten und Christine Nambi fand bald

darauf in einem Papierkorb in Kampala eine

Katalogseite mit meinem Namen und

meiner Adresse. Da wir den gleichen Vornamen

tragen, fasste sie Mut, einen Brief

zu schreiben und mich um Hilfe zu bitten.

Als ich den Brief bekam, war ich tief berührt

und beschloss zu helfen. Ich besuchte

die Kinder und konnte anschließend mit

der Hilfe von Freunden alle fünf wieder in

die Schule schicken und für sie sorgen.

***

Mercy Orphanage Home –

Unser Waisenhaus

Dieser kleine Anfang war der Beginn einer

großen Vision: die Helping Hands Family.

Mittlerweile unterstützen wir neben

vielen einzelnen Bedürftigen ein Waisenhaus

mit derzeit sechzig Kindern und die

angeschlossene Grundschule.

Bei einem Besuch in Uganda hatte ich

zwei junge Uganderinnen kennengelernt,

die sich mit einem großen Herzen um

dutzende Waisenkinder kümmerten.

Aber das Waisenhaus war in größter Armut.

Die Kinder schliefen am Boden und

bekamen nur einmal am Tag Maisbrei zu

essen. Und in der Schule gab es weder

Schulbänke, noch Hefte oder Bleistifte,

nur eine mit schwarzer Farbe an die Wand

gemalte Tafel...

Doch hatten die Kinder fröhliche Gesichter

und leuchtende Augen, und es war

uns ein Herzensanliegen für sie zu sorgen.

Seither unterstützen wir das Mercy Orphanage

Home mit großer Freude und konnten

schon viel bewirken.

***

Farm zur Selbstversorgung

Die Lebensmittelversorgung für die hungrigen

Kindermäuler kostet viel Geld. Wenn

wir eine Farm zur Selbstversorgung aufbauen,

können wir mit den freiwerdenden Mitteln

verbesserten Unterricht und bessere

medizinische Versorgung finanzieren.

Uganda ist sehr fruchtbar und Farmland

ist bereits vorhanden. Bald schon werden die

Kinder selbst angebautes Obst und Gemüse,

sowie Kartoffeln und Mais essen. Die größeren

Schulkinder möchten alle mithelfen

und freuen sich schon sehr darauf.

Für den Aufbau der Landwirtschaft benötigen

wir noch 13.000 EUR. Ich bitten Sie

dafür herzlich um Ihre Mithilfe!

Christine Fenböck bei ihren

Schützlingen in Uganda

HELPING HANDS FAMILY

Christine Fenböck

Tel.: +43-(0)1-99 717 02

SpendenKonto Nr. 009 1000 5839

BAWAG-PSK, BLZ 14000

www.helpinghandsfamily.org

CD & DVD VORSTELLUNGEN

Empfehlungen der Redaktion

WHITE – WEIHNACHTSLIEDER 2

Otto Lechner/Klaus Trabitsch, Hoanzl

Aus „wahrer Liebe“ zu den alten, traditionellen

Weihnachtsliedern haben Otto Lechner, Klaus

Trabitsch & die Betlehem All Stars diese ihrer

Texte entkleidet , neu arrangiert, als Instrumentalversion

wiedergeboren und musikstilmäßig

in ein neues, globales Gewand gekleidet.

A SINGLE MAN

Regie: Tom Ford - Mit Colin Firth, Julianne

Moore, Nicholas Hoult

Mit Gefühl und Witz schildert „A Single Man“ einen

ereignisreichen Tag im Leben des Universitätsprofessors

George (Colin Firth), der am Morgen

des 30. November 1962 beschließt, sich

noch am Ende des Tages sein Leben zu nehmen.

SEASONS OF MY SOUL

Rumer, Atlantic

Was wie ein verlorener Klassiker von Dionne

Warwick, Karen Carpenter oder Dusty Springfield

klingt, ist in Realität das delikate Debütalbum

einer cool sinnlichen, 31-jährigen Londoner

Sängerin. So unfassbar schön, dass auch Feinschmecker

damit ihre Freude haben dürften.

ROCK SYMPHONIES

David Garrett, DECCA

Rock meets Symphonieorchester: Mit diesem

Prinzip überschreibt der Geigenvirtuose David

Garrett sein neues Album „Rock Symphonies“.

Das Prager Orchester vereint sich mit einer

Rockband, um eine Mischung aus Stromevergreens

in neue Arrangements zu kleiden.

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LIFE UND STYLE

SERVICE

VERANSTALTUNGSTIPPS

Winter 2011

ANDRÉ RIEU

André Rieu, der niederländische Geiger und

Orchesterleiter, hat bislang weltweit mehr

als dreißig Millionen Alben verkauft. Gemeinsam

mit seinem 50-köpfigen Johann-

Strauss-Orchester tritt er auf seinen Tourneen

in fünf Kontinenten auf. Am 24.

Februar besucht er Österreich und macht im

Messezentrum Salzburg Station.

PAUL FLORA

Sein Lieblingswerkzeug war die Tuschfeder,

sein Wappentier der Rabe, ihn interessierte

vor allem das Widersprüchliche, das Skurrile,

das Vergehende. Das Karikaturmuseum

Krems widmet Paul Flora eine umfassende

Ausstellung, die einen Einblick in seine Bildthemen,

seine technische Meisterschaft und

dem ihm eigenen Witz gibt.

RICHARD STRAUSS

Vor hundert Jahren, am 26. Jänner 1911,

wurde der „Rosenkavalier“ erstmals aufgeführt.

Die Österreichische Nationalbibliothek

widmet dieser wohl populärsten Strauss-

Oper eine eigene Ausstellung. Highlight ist

die Originalpartitur der Oper, die sich seit

1924 im Besitz der ÖNB befindet.

KONZERTE

ALTENBERG TRIO

11. Jänner

Musikverein Wien

www.musikverein.at

MOZARTWOCHE 2011

21. bis 30. Jänner

Mozarteum Salzburg

www.mozarteum.at

DAVID HASSELHOFF LIVE

4. Februar

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

ANDREA BERG

12. Februar

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

ANDRÉ RIEU

24. Februar

Messezentrum Salzburg

www.messezentrum-salzburg.at

THRILLER – LIVE!

25. Februar

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

KATY PERRY

27. Februar

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

JAMES BLUNT

16. März

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

BÜHNE

APASSIONATA

19. Februar

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

ABBA THE SHOW

1. Februar

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

PHANTOM DER OPER 2011

12. Jänner

Stadthalle Wien

www.stadthalle.com

MUTTER COURAGE UND IHRE KINDER

14. Jänner

Landestheater Innsbruck

www.landestheater.at

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK

18. bis 21. Jänner

Raimund Theater

www.musicalvienna.at

DIE KLEINE ZAUBERFLÖTE

31. Jänner

Salzburger Landestheater

www.theater.co.at

PETER TURRINI

15. Februar

Stadttheater Klagenfurt

www.stadttheater-klagenfurt.at

TI AMO

15. bis 19. Februar

Metropol

www.wiener-metropol.at

LASST KREISKY UND SEIN TEAM ARBEITEN!

15. Februar

Palais Novak

www.palaisnovak.at

EVITA

8. bis 12. März

Festspielhaus Bregenz

www.festspielhausbregenz.at

ALFRED DORFER – BIS JETZT

14. bis 17. März

Orpheum Donaustadt

www.orpheum.at

EIN SELTSAMES PAAR

15. März

Gloria Theater

www.gloriatheater.at

ROLAND DÜRINGER – ICH EINLEBEN

16. März

Kürnberghalle Leonding

www.leonding.at

AMERIKA

31. März

Stadttheater Klagenfurt

www.stadttheater-klagenfurt.at

AUSSTELLUNGEN

PAUL FLORA

Bis 6. März

Karikaturmuseum Krems

www.karikaturmuesum.at

SCHÖNES KLOSTERNEUBURG

Bis 30. Jänner

Essl Museum

www.essl.museum

CEZANNE – PICASSO – GIACOMETTI

Bis 2. Februar

Leopold Museum

www.leopoldmuseum.org

PICASSO

Bis 16. Jänner

Albertina

www.albertina.at

GLANZ DES HAUSES HABSBURG

Bis 1. April

Kunsthistorisches Museum

www.khm.at

SUSAN HEFA

Bis 13. März

Sigmund Freud Museum

www.freud-museum.at

DIE ERNST JANDL SHOW

Bis 13. Februar

Wien Museum Karlsplatz

www.wienmuseum.at

POWER UP – FEMALE POPART

Bis 20. Februar

Kunsthalle Wien

www.KUNSThalle.at

RICHARD STRAUSS – 100 JAHRE ROSENKAVALIER

Bis 6. März

Österreichische Nationalbibliothek

www.onb.ac.at

FOTOS: G. RAMAEKERS, NACHLASSVERTRETUNG PAUL FLORA GALERIE SEYWALD UND GALERIE FLORA, 2010, ÖNB

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LIFE UND STYLE

SERVICE

EX LIBRIS

Empfehlungen der Redaktion

DAS KREN KOCHBUCH

Hans Peter Fink

Pichler Verlag

Bereits Cato der Ältere befasste sich in seinen

Abhandlungen zum Ackerbau mit Kren und

bevor es in den Küchen Mitteleuropas den Pfeffer

gab, würzten die Hausfrauen mit Kren. Meisterkoch

Hans Peter Fink demonstriert, dass die

würzige Schärfe des Krens nicht nur das Herz zu

erwärmen vermag und allzu üppige Fettränder

der Brettljause neutralisiert, sondern auch am

anspruchsvolleren Gaumen alle Stücke spielt:

von klassischen Beilagen wie Apfelkren und

Semmelkren über köstliche Hauptgerichte, Vorspeisen,

Saucen und Salate bis zu pikanten

Snacks und ungewöhnlichen Dessert-Ideen.

DIE INTERNETFALLE

Thomas R. Köhler

Frankfurter Allgem. Buch

Im Internet bin ich anonym, ich kann tun und

lassen was ich will. Diese Aussage illustriert eine

gängige Vorstellung, die sich in den Köpfen

der Nutzer festgesetzt hat, wenn es um die Frage

des „digitalen Ichs“ im Onlinezeitalter geht.

30 Millionen Menschen nutzen allein in Deutschland

soziale Netzwerke im Internet. Aber kaum

jemand kennt die Hintergründe und Zusammenhänge

der Web 2.0-Welt, jenseits

wiederkehrender Pressemeldungen über Datenklau,

Cyberstalking, Identitätsdiebstahl und

Online-Mobbing. „Die Internetfalle“ liefert einen

Blick hinter die Kulissen der Webwelt.

GEHIRNTRAINING

Duden

Bibliographisches Institut Mannheim

Dieser Band versammelt spannende Denksportaufgaben

unterschiedlichster Art und verschiedenster

Schwierigkeitsstufen, um in unterhaltsamer

Weise die sprachliche, logische und

praktische Intelligenz zu trainieren und das Gehirn

in Bestform zu halten. Das Buch versteht

sich als „Zehnkampftraining“ auf dem Gebiet

des Denksports und fördert die Leistungsfähigkeit

des Gehirns. Vor allem aber soll es Spaß

machen, die kniffligen Aufgaben zu lösen. Der

handliche Band eignet sich nicht nur als Rätsellektüre

für das heimische Sofa sondern sorgt

auch für Kurzweile in Bus und Bahn.

MADEIRA

Oliver Breda

Michael Müller Verlag

Mitten im Atlantik präsentiert der Profi-Wanderführer

Oliver Breda 35 Touren für jeden Geschmack

und jede sportliche Ambition. Madeira

hat auf kleinstem Raum Fantastisches zu

bieten: markante felsige Küsten; dichten, märchenhaften

Lorbeerwald; zahlreiche Wasserfälle

und eine zerklüftete Hochgebirgsregion,

die es mit anderen Gebirgen dieser Welt durchaus

aufnehmen kann. Interessante Wege wurden

neu angelegt, uralte Pfade hat man restauriert,

und auf den inseltypischen Levadas

erreichen Wanderer Gebiete, die Nur-Urlauber

niemals zu Gesicht bekommen würden.

TOLLE ZEITEN & GROSSE JÄGER

BAND II

Klaus Neuberger

Krals Verlag

Die Jagd und das Waidwerk waren und sind Bestandteil

der Kultur, speziell in Österreich. Die im

Buch Genannten und Beschriebenen waren und

sind allesamt Träger des Feuers und der Jagdtradition

und nicht die Bewahrer der Asche. Allen

Porträtierten war und ist eine stete Unermüdlichkeit

für die Jagd gemein. Einige der

Protagonisten zählen, der Vergleich sei hier

gestattet, zur internationalen „Champions-League“

der Jagd. Abgerundet ist das Buch durch

spritzige Anekdoten über Jagdhunde und jagdliche

Textilien, sowie über Bienen- und Wespenstiche

auf der Jagd.

AUSTRIAN STYLE

Irmi Soravia

Brandstätter Verlag

Soravia und Harald Eisenberger haben einen

Streifzug durch Österreichs stilsicherste Refugien

unternommen – vom Stadtpalais über die Seevilla

bis hin zum Zweitwohnsitz in den Alpen. Die

schönsten privaten Wohnräume präsentieren sie

in diesem opulenten Buch: Nicht sterile Architektur

und Schöner-Wohnen-Ambiente, sondern

Oasen der Ruhe und Harmonie, des Wohlbefindens

und Beheimatetseins, geschmackvolle

und behagliche Interieurs, in denen sich Kunst

und beste Handwerkskunst zu faszinierenden

Wohnlandschaften fügen. Eine inspirierende

Reise durch Österreichs exlusivste Wohnungen,

Villen und Schlösser, die zum Träumen einlädt.

ENDLICH ALLE ERFOLGS-

GEHEIMNISSE

Helmut A. Gansterer

Eco Win

In seinem Opus Magnum verdichtet der Autor

die Erfahrung aus 10 Weltreisen, 20 Jahren als

Chefredakteur und 30 Jahren als Herausgeber

des Wirtschaftsmagazins trend . Er bietet eine

neue Erfolgs-Systematik. Sie hilft Frauen und

Männern, Grünschnäbeln und Silberpanthern

auf dem Weg nach oben. Die zwölf elementaren

Weisheiten und die vielen wichtigen Tipps

können von Allen sofort umgesetzt werden. Die

maßgeblichen Eigenschaften der Erfolgreichen

sind nicht unverrückbares Schicksal, sondern erlernbares

Geschick. Eine abgestimmte Mischung

aus erheblicher Lebenserfahrung und Witz.

AZOREN

Michael Bussmann

Michael Müller Verlag

Die Inseln zum Entdecken mitten im Atlantik!

Vulkanische Aktivitäten und eine exotische Vegetation

schufen eine faszinierende Landschaft.

Heiße Thermalquellen, Kraterseen, in denen

man baden kann, ausgedehnte Strände und urwüchsige

Landschaften bieten dem Urlauber

vielfältige Möglichkeiten. Ein Flug auf die Azoren

ist eine Zeitreise, denn durch die isolierte Lage

haben sich dort noch viele uralte Traditionen

erhalten, die auf dem Kontinent schon lange

ausgestorben sind. Von der Hauptinsel Sao Miguel

bis zur touristisch nahezu unberührten

kleinen Insek Corvo finden sich jede Menge

Tipps zur individuellen Urlaubsgestaltung.

SOCIETY 4_10 | 117


DIPLOMATIE

EVENT

EIN CASANOVA IN WIEN

Amerikanisches Charisma trifft Wiener Eleganz

Zu Ehren des Wien-Besuches von US-Schauspieler John Malkovich luden der amerikanische

Botschafter William Eacho III und seine Gattin zu einem Holiday Open House in die amerikanische

Botschafter-Residenz. Hollywood-Star John Malkovich wird im Jänner im Wiener

Ronacher in der Kammeroper in „The Giacomo Variations“ von Michael Sturminger spielen.

Botschafterehepaar Eacho

und John Malkovich

Dr. Karin Czerny, John Malkovich,

Mag. Waltraud Lenzhofer

Botschafterehepaar Eacho

mit Vizebürgermeisterin

Maria Vassilakou

Ingried Muttone,

Peter Weck

Mag. Botschafter Waltraud Hans

Lenzhofer Winkler in mit Begleitung Gatte

Schauspielerin

Sunnyi Melles

Gerry Kessler und Alfons

Haider mit Begleitung

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LIFE UND STYLE

ASTRO

Beziehungen aus astrologischer Sicht

Österreich und China

Vierzig Jahre diplomatische Beziehung zwischen China und Österreich sind ein Anlass, das

Verhältnis beider Staaten auch vom astrologischen Gesichtspunkt her zu betrachten: Für beide

Länder ist die Begegnung ein bedeutsames Merkmal. Von MARIA PALLER

Im Länderhoroskop von Österreich

(12.11.1918/15:57 Uhr, Wien) ist die Betonung

zu Beziehungen zu anderen Ländern

als hervorstechende Grundanlage angezeigt.

Österreich wächst und blüht

durch die Entwicklung von wirtschaftlichen

und kulturellen Partnerschaften.

Auch im Länderhoroskop der Volksrepublik

China (1.10.1949/15:15 Uhr, Peking)

fließt die Energie in die Begegnung, welche

internationale Beziehungen und den

Austausch mit anderen Ländern hervorhebt.

Der Vergleich beider Länder aus

astrologischer Sicht zeigt vor allem die

Energien zweier freundschaftlich verbundener

Staaten mit fruchtbaren Begegnungen,

die auf Stabilität, Beharrlichkeit und

gegenseitiger Wertschätzung aufgebaut

sind.

***

Verstärkte Kommunikation

Seit Beginn der offiziellen Beziehung

(Gründungshoroskop 28.5.1971) zwischen

China und Österreich zeichnet sich diese

durch die Verbundenheit in freundschaftlichen

und kulturellen Belangen aus. Das

starke Interesse an Unterhaltung, Kunst

und Kultur war jeher eine Gemeinsamkeit.

Traditionelle Veranstaltungen wie z. B. die

Chinesischen Akrobatentruppen, die sich

in Österreich größter Beliebtheit erfreuen,

während die Wiener Philharmoniker und

Wiener Sängerknaben von der chinesischen

Bevölkerung seit vielen Jahren bewundert

werden.

Die Planetenkonstellationen für das

Jahr 2011 versprechen ein merklich verstärktes

Streben nach Kommunikationsbereitschaft

und wirtschaftlicher Erweiterung.

Österreich und China liefern sich

Denkanstöße zur Erneuerung in Handel

und Wirtschaft, welche zur gegenseitigen

Horizonterweiterung beitragen werden.

Wie im Länderhoroskop von China als

auch im gemeinsamen Gründungshoroskop

China/Österreich sind Innovation und

Kreativität als Schwerpunkte angezeigt.

Der Eintritt von Uranus ins Tierkreiszeichen

Widder (ab März 2011), als auch förderliche

Jupiter- und Uranustransite zum

Gründungshoroskop beider Länder, werden

Themen wie Bildung, Tourismus, Umwelt

und Technologien mit nachhaltiger

positiver Wirkung für beide Länder verstärken.

***

Beziehungen Allgemein

Astrologie ist ein faszinierender Ratgeber

in Beziehungen, sowohl im privaten als

auch im geschäftlichen Bereich. Aus dem

Horoskop erfahren wir, wie wir uns in Beziehungen

verhalten, was uns zusammenführt

und verbindet. Es zeigt uns die

Schwerpunkte und die Sinnhaftigkeit der

Gemeinsamkeiten, als auch zukünftige

Entwicklungen auf.

KONTAKT

E-mail: maria.paller@astro-power.at

www.astro-power.at

Maria Paller

Dipl. Astrologin

Leiterin Familienaufstellung

A-2443 Loretto,

Rosengasse 14

Tel.: +43-(0)664-153 53 25

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HOROSKOP

JÄNNER – FEBRUAR – MÄRZ 2011

Winter 2011

Was uns die

Sterne sagen

Ihr persönliches Winterhoroskop

von Gerhard von

Lentner.

Weltprognose für 2011

Neues tut sich auf in den USA: Donald

John Trump will Präsident der USA werden.

Die Chancen für den 6. November

2012 stehen sehr gut für ihn. Donald

Trump wurde am 14. Juni 1946 im Zeichen

des Zwillings geboren. Das zeigt für ihn in

den kommenden Jahren einen schrittweisen

Aufschwung. Als Wirtschaftsmagnat

weiß er die Geschicke der Vereinigten

Staaten zu lenken. Die Großen des Landes,

die die USA verlassen haben, wollen wieder

zurück ins Land und mitmischen.

Trump blieb seinem Land und seinen

Grundsätzen treu. Das ist sein Erfolg.

Obamas Leuchten scheint sich zu verdunkeln.

Die USA sind für seine sozialen

Vorhaben noch nicht so weit. Dennoch

wird er sich als US-Präsident weiter behaupten

können. Die Ideen sind gut, aber

es sind nicht alle zu verwirklichen. Die

Kriege sind zu kostspielig. Es wird ein

weiteres Umdenken bei der Gewinnung

von sauberer Energie geben. Die Börse bekommt

dies positiv zu spüren.

Russland versucht weiter an Aufschwung

zu gewinnen. Die Entwicklung

in der Wirtschaft ist zu langsam. Die Industrie

ist zu veraltet. Die Altkommunisten

versuchen wieder das Land in ihre

Hände zu bekommen. Die Fehler früherer

Machthaber der UdSSR lassen ein rasches

Wachstum nicht zu.

Die Arabischen Emirate machen Solarenergie

und grüne Energie zum Kern ihrer

Strategie.

China ist auf dem richtigen Weg, wenn

die grüne Energie gefördert wird. In ihrem

Ausbau liegt die Zukunft. Eine sauberere

WIDDER - ARIES

21. 03. – 19. 04.

Planet: Mars und Pluto

Element: Feuer

Feiern Sie nicht zu lange, sonst versäumen Sie wichtige Termine.

Jänner gibt Ihnen das Tempo für das gesamte Jahr vor. Sie werden

ab Februar den Jupitereinfluss enorm spüren. Eigentlich dürfte Ihnen

nichts misslingen. Wenn Sie die Gunst der Zeit von Februar bis

Juli nutzen, werden Sie für die nächsten Jahre ausgesorgt haben.

Beruf: Wer sich gut vorbereitet hat, wird belohnt in diesem Jahr.

Der versprochene Neustart kann beginnen. Liebe: Mehr Vertrauen

in diesem Jahr zu Ihrem Partner, wird Sie ihr/ihm gegenüber

sympathischer machen. Sie sollten Zeit für Streicheleinheiten

einplanen. Finanzen: Vorsicht: Trotz der enormen finanziellen Verbesserung

dürfen Sie nicht gleich alles auf eine Karte setzen.

Gesundheit: Versuchen Sie nicht in alte Essgewohnheiten durch

beruflichen Stress zurückzufallen. Gymnastik tut Ihnen gut.

ZWILLINGE – GEMINI

21. 05. – 21. 06.

Planet: Merkur

Element: Luft

Vielseitig, kontaktfreudig und neugierig – so sind die Zwillinge. Sie

gehen mit offenen Augen durchs Leben. Jedoch bleibt nicht viel

Zeit, um in die Tiefe zu gehen. Für sie ist auch der neueste

Klatsch eine Information – charmant, heiter und redegewandt halten

sie ihr Umfeld auf dem Laufenden. Das bringt viele Neider.

Beruf: Viele werden über Ihre Tatkraft verwundert sein. Sie geben

heuer alles. Werden Sie aber nicht oberflächlich. Das wäre ein Stolperstein.

Liebe: Ihr Partner wird es nicht leicht haben mit Ihnen.

Sie sollten sich trotz vieler Arbeit mehr Zeit für die Liebe geben.

Finanzen: Die Finanzkriese der letzten Jahre war eher eine Herausforderung

als eine Depression. 2011 ist weiter profitabel.

Gesundheit: Geben Sie Ihrer Gesundheit Raum und Zeit. Tägliches

Laufen hält Sie weiterhin in Schwung.

LÖWE – LEO

23. 07. – 23. 08

Planet: Sonne

Element: Feuer

Löwegeborene haben ein goldenes Herz und geben gern und großzügig,

solange man ihnen die angemessene Dankbarkeit zeigt.

Dank ihres ausgeprägten Selbstbewusstseins und ihrer angeborenen

Führungsqualitäten stehen sie oft im Mittelpunkt – gleichzeitig

wissen sie auch, wie man feiert und für gute Unterhaltung sorgt!

Beruf: Neue berufliche Herausforderungen warten bis in den Sommer

2011 auf Sie. Der Herbst bringt Umbrüche mit sich. Liebe: Sie geben

gerne, aber Sie möchten auch erhalten. Vielleicht sollten Sie einmal

auf das Nehmen verzichten. Finanzen: Sie haben in diesem Jahr

das richtige Gespür für neue Investitionen. Sie werden Gewinner in

diesem Jahr sein. Gesundheit: Vergessen Sie bei all dem Stress, den

Sie haben werden, Ihre Gesundheit nicht. Vitamin C, Magnesium und

Zink stärken Ihr Herz und verbessern den Kreislauf!

STIER – TAURUS

21. 04. – 20. 05.

Planet: Venus

Element: Erde

Der Stiergeborene ist zu Jahresanfang nicht sehr erfolgsverwöhnt. Es

gibt noch viele Hürden zu bewältigen. Der Trend zeigt jedoch aufwärts

und kündigt ein sonniges und erfolgreiches Jahr an. Jedes gelöste

Problem stärkt Ihren Charakter. Trotz vielen Leids wird Ihnen

sehr viel Liebe von Freunden und dem Partner entgegengebracht!

Beruf: Sie dürfen in den drei Monaten keinen gewagten beruflichen

Umbruch wagen. Erst ab Sommer wird es besser.

Liebe: Trotz widriger Umstände hält Ihr Partner zu Ihnen und Ihre

gemeinsame Liebe vertieft sich.

Finanzen: Nicht alle Reserven in den kommenden Monat aufbrauchen!

Keine Panik: Ab dem Mai verbessert sich Ihre Situation wieder.

Gesundheit: Sie sollten rechtzeitig dafür sorgen, dass die Akkus auch

wieder aufgeladen werden. Genießen Sie mehr die Natur.

KREBS – CANCER

22. 06. – 22. 07.

Planet: Mond

Element: Wasser

Sie erhalten 2011 wohlwollendes Lob. Das ist nicht selbstverständlich,

und es ehrt Sie. Legen Sie nicht alles auf eine Waagschale. 2010

hat Sie viel Mühe gekostet, und auch dieses Jahr wird für Sie kein

einfaches sein. Wer so sensibel ist, kann Kritik nur schwer verkraften

– nehmen Sie nicht alles zu persönlich.

Beruf: Ihre Fürsorge wird endlich in diesem Jahr belohnt werden.

Bedenken Sie aber, dass man weiterhin Großes von Ihnen erwartet.

Liebe: Sie genießen die Liebe eines besonderen Menschen. Trotzdem

misstrauen Sie ihm. Versuchen Sie das zu ändern. Finanzen:

Vorsicht ist weiterhin angesagt. Nur kleine finanzielle Möglichkeiten

verschaffen ihnen einen gesicherten Lebensweg. Gesundheit:

Meiden Sie in den kommenden Monaten allzu viel Alkohol. Das

verwirrt ihre Sinne und Gefühle. Es besteht Verletzungsgefahr.

JUNGFRAU – VIRGO

24. 08. – 23. 09.

Planet: Merkur

Element: Erde

Die Jungfrauen sind die Ökonomen unter den Tierkreiszeichen. Sie

überprüfen eine Sache genau, statt blind darauf zu vertrauen. Für

dieses Jahr ist die grüne Energie angesagt. Die Spürnase der Jungfrau

wird in diesem Jahr auf das richtige Pferd setzen. Es geht auch

in diesem Jahr darum, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Beruf: Sie sind sehr praktisch veranlagt und können sich auch an

den kleinen Dingen des Alltags freuen. Liebe: Zeigen Sie sich auch

einmal von der romantischen Seite. Der Partner wartet nur auf ein

Zeichen von Ihnen. Finanzen: Sie bekommen in diesem Jahr

nicht immer das, was Sie wollen. Geben heißt in diesem Jahr für

Sie die Devise. Gesundheit: Grundsätzlich liegt ein sehr gutes Jahr

für die Gesundheit vor Ihnen. Aber die kleinen Wehwehchen haben

es dennoch in sich.

120 | SOCIETY 4_10


WAAGE – LIBRA

23. 09. – 23. 10.

Planet: Venus

Element: Luft

Die schöngeistigen Waagen sehnen sich in diesem Jahr nach einem

Gegenüber, das die eigene Persönlichkeit widerspiegelt und ergänzt.

Sie sind ganz auf Harmonie und Ausgleich ausgerichtet und darum

besonders liebenswürdig und diplomatisch. Sie sind Vermittler, können

jedoch für sich selbst nicht so leicht Entscheidungen treffen.

Beruf: Dieses Jahr darf nicht mehr gezaudert werden. Eine wichtige

Entscheidung wird Ihr Leben gänzlich ändern.

Liebe: Die wahre Liebe kommt immer dann, wenn man diese nicht

mehr erwartet. Das Jahr 2011 scheint Sie zu beflügeln.

Finanzen: Ihr Höhenflug in der Liebe heißt aber nicht gleich ein Höhenflug

in den Finanzen. Bleiben Sie am Boden der Realität.

Gesundheit: Wald, Wiese und das Meer bringen Sie auf eine revolutionierende

Idee, die goldrichtig für die Menschen ist.

SCHÜTZE – SAGITTARIUS

23. 11. – 21. 12.

Planet: Jupiter

Element: Feuer

Man wird Sie für einen Sprücheklopfer halten. Bei den gut aufgelegten

Schützen geht es um Wachstum in jeder Hinsicht –durch

Sport, Bildung oder Weisheit und Güte. Sie werden in diesem Jahr

viele Ihrer vergangen Pläne in die Realität umsetzen können. Viele

werden nicht glauben können, was Sie so alles leisten.

Beruf: Ihre langgehegten Ziele werden nun Wirklichkeit. Stein um

Stein bauen Sie Neues auf. Man wird Sie um Ihren Erfolg beneiden…

Liebe: Treu und liebevoll wird nun immer jemand an Ihrer

Seite sein. Sie bemerken es oft gar nicht. Zeigen Sie, dass Sie jene

Person auch mögen. Finanzen: Banker würden Ihr Gespür für

soziale Zusammenhänge brauchen. Dann würde es der gesamten

Wirtschaft wieder besser gehen. Gesundheit: Vergessen Sie Ihre

Gesundheit nicht. Sie finden etwas Neues gegen Schmerzen.

WASSERMANN - AQUARIUS

20. 01. – 18. 02.

Planet: Saturn & Uranus

Element: Luft

Typisch für dieses Jahr wird sein, dass scheinbar alles gelingt. Doch

es wird Einschnitte geben. Wenn Sie bedacht weiter Ihre Zukunft

planen, werden Sie bereits ab Februar 2011 ein neues Zuhause haben.

Jemand wird Sie dabei unterstützen. Bereiten sie sich für den

Sommer 2011 gut vor. Jemand wird sich in Ihr Leben einschleichen.

Beruf: Sie sind in diesem Jahr 2011 risikobereit. Nicht von Ihrem eigentlichen

Weg abweichen. Der Weg ist das Ziel! Liebe: Jemand

versucht Sie zu umgarnen. Das wird ihr/ihm gelingen. Die Zeit für

feste Bindungen ist aber noch nicht reif. Finanzen: Keine Sorge für

dieses Jahr 2011. Solange Sie Ihre irdischen Ziele verfolgen, werden

Sie mehr Sicherheit fühlen. Konservatives Sparen ist das Wort des

Jahres. Gesundheit: Sie sind zeitweise zu leichtfertig mit Ihrer Gesundheit.

Vermeiden Sie zu würzige Speisen.

SKORPION – SCORPIUS

24. 10. – 22. 11.

Planet: Mars

Element: Wasser

Friss oder stirb ist das Motto für leidenschaftliche Skorpione. Sie wachsen

am besten an Krisen und haben keine Angst davor, sich durch

Provokation unbeliebt zu machen. Kompromisslos und mit psychologisch

begabt gehen sie den Dingen auf den Grund und durchschauen

andere sofort. Skorpione gelten deshalb oft als unbequem.

Beruf: Schreiten Sie weiter voran und Sie werden merken, dass Sie

Recht bekommen. Das Land braucht Sie. Man will Sie in der Politik

haben. Liebe: Sie dürfen in diesem Jahr 2011 nicht Ihre Liebe

aufs Spiel setzen. Glück im Spiel ist nicht gleichzusetzen mit Glück

in der Liebe. Finanzen: Ihre Risikobereitschaft wird Ihnen einen

großen Gewinn in diesem Jahr bescheren. Aber denken Sie dabei

auch an schlechtere Zeiten… Gesundheit: Gönnen Sie sich mehr

Zeit zum Schlafen. Ihr Körper wird es Ihnen danken.

STEINBOCK – CAPRICORNUS

22. 12. – 19. 01.

Planet: Saturn

Element: Erde

Ihre Beharrlichkeit der letzten Jahre macht sich bezahlt. Sie werden

den größten Erfolg des Jahres schon am Anfang verbuchen können.

Man erkennt Ihr Talent, Ihren Fleiß und Ihre Zuverlässigkeit. Das Motto

für dieses Jahr: Ausdauer und Selbstvertrauen. Die Plagen der

letzten Jahre haben ein Ende!

Beruf: Geben Sie Selbstzweifeln keine Chance. Jetzt gibt es die

Möglichkeit, weiter an Ihrem Erfolg zu bauen. Ein Neubeginn bringt

weitere Ideen für das gesamte Jahr 2011. Liebe: Jemand wird in

diesem Jahr Ihr Leben positiv beeinflussen. Eine neue Liebe und

ein neues Tier begleiten Ihren zukünftigen Weg. Finanzen: Sie

werden in diesem Jahr Ihren Besitz vermehren können. Ein feines

Gespür bringt den profitablen Ertrag für die Zukunft. Gesundheit:

Bleiben Sie Ihren Grundsätzen treu. Kein Alkohol, keine Zigaretten.

FISCHE - PISCES

19. 02. - 20. 03.

Planet: Neptun

Element: Wasser

Das neue Jahr beginnt turbulent. Zur Jahresmitte haben Sie es

dann aber geschafft! Sie können durchstarten. Weil sie alles gut

vorbereitet haben, wird es ein Kinderspiel. Die Ausdauer macht

sich bezahlt. Bereiten Sie sich auf ein Jahr des Durchbruchs vor.

Vorsicht ist aber geboten. Sie sollten Ihre Zukunft absichern.

Beruf: Ihre besten Monate im Beruf werden im Sommer sein. Jetzt

können Sie sich mit Gewissheit durchsetzen.

Liebe: Geben Sie der Liebe die nötige Zeit. Das Jahr ist voller Überraschungen

für Sie. Viele neue Romanzen.

Finanzen: Ihr Einkommen bekommt einen Schub nach oben. Geben

Sie aber nicht mehr aus, als Sie wirklich bereit haben.

Gesundheit:Die Venus bestrahlt Sie gut. Das heißt: Sie werden Ihre

Gesundheit durch Gymnastik steigern können.

Umwelt ist das enthusiastische Ziel. Auch

in Südamerika und in Afrika gibt es ein

Umdenken, was die Energie betrifft. Viele

Ressourcen sind noch nicht ausgeschöpft

und können der Menschheit große Vorteile

bringen.

Der US-Dollar bekommt im Frühjahr

wieder einen leichten Aufschwung. Bis

zum Sommer 2011 wird es dem Euro noch

gut gehen, im Herbst kommt er allerdings

ins Schwanken.

***

Prognose für Österreich

Jänner bis März

Österreichs Wirtschaft entwickelt sich

2011 überraschenderweise gut, vor allem

Exportmärkte werden die treibende Kraft

dahinter sein. Gleichzeitig wird auch die Arbeitslosenzahl

nicht in dem Ausmaß steigen,

wie es von vielen vorhergesagt wurde.

Gedrückt werden diese positiven Trends

aber durch steigende Rohstoffpreise.

Auch politisch wird es heiß hergehen:

Die mangelnde Konfliktfähigkeit beider

Koalitionsparteien wird im Jahr 2011 erhebliche

Turbulenzen mit sich bringen.

Wenn sich zwei streiten, freut sich der

Dritte, so wird man die Situation für Strache

beschreiben. Ein Stimmenzuwachs

der FPÖ ist unausweichlich. Rot wird bei

Verhandlungen mit Grün die Machtkarte

ausspielen. Die Grünen werden sich bei

vielem unterordnen (müssen), wie bei den

Steuererhöhungen, dann und wann werden

sie sich aber behaupten können.

BUCHTIPP

Gerhard von Lentner

Die Sibylle Wahrsage Karten

Verlag Silberschnur

Fast vergessen war dieses wunderschöne

Kartenspiel aus der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts, das in einem

Museum schlummerte und eine Bildsprache aufweist,

die in ihrer Klarheit Ihresgleichen sucht. Der Verlag Silberschnur

legte einen Original-Reprint dieser historischen Rarität

auf, versehen mit einem Begleitbuch von Gerhard von Lentner

zum raschen und sinnvollen Erlernen des Kartenlegens.

KONTAKT

Gerhard von Lentner lebt als freier Autor, medialer Berater

für Unternehmer, Kartenleger und Heiler in Wien, wo er auch

eine Praxis für Lebensberatung betreibt. Er beschäftigt sich

seit über zwanzig Jahren intensiv mit der Kunst des Kartenlegens,

hält Vorträge zum Thema sowie Kartomantie-Kurse.

Gerhard von Lentner

Laurenzerberg 3/Top 15, A-1010 Wien

Mobil: +43-(0)699-12 01 40 77

E-Mail: buch@spiritual.at

www.spiritual.at | www.karten-legen.be

SOCIETY 4_10 | 121


SCHLUSSWORT

SATIRE

Kolumne von WOLF VON SCHILGEN

Die Opernpremiere

Manche Besucher von Kunstveranstaltungen interessieren sich weniger für das „Bild“

als vielmehr für den „Rahmen". Gekürzte Fassung aus „Liebe, Triebe und Gefühle“ von Wolf von Schilgen

Liebe Marietta!

Wie du weißt,

liebe ich die

Musik über alles.

So danke ich dir

für die Festspielkarte

zur Premiere

der Zauberflöte.

Der Tag in

Salzburg war ein

wunderbares Musikerlebnis.

Gleich nach meiner Ankunft war ich

shoppen. In allen Auslagen findest Du

Mozart sehr künstlerisch und einfallsreich.

Nur auf dem Plakat in dem Dameunterwäschegeschäft

schaut er ein

bisserl verkniffen drein, wo er doch angeblich

kein Kostverächter gewesen sein

soll. Auf dem Gemüsemarkt habe ich

Mozart als Salzstreuer und seine Schwester

Nannerl als Pfefferstreuer gekauft,

einen Schirm mit aufgedruckten Noten

und für Dich eine Packung Mozartkugeln.

Man muss ja die örtlichen Spezialitäten

kaufen. Anschließend war ich in

dem Kaffeehaus, wo schon der Mozart

war, sagte der Kellner. War das ein Kommen

und Gehen! So viele Nationalitäten

und Sprachen. Du kannst Dir glatt eine

Weltreise ersparen! Zwei Stunden bin ich

dort gesessen, bei einer Tasse Kaffee.

***

...die Zauberflöte und Schuhe…

Der Abend war berauschend für

mich. Gott sei Dank hat mir das schwarze

Kleid mit den venezianischen Spitzen,

die hatte ich mir damals in Verona

bei der Aida gekauft, gerade noch gepasst.

Aber stell Dir vor, ich hatte passende

Schuhe vergessen! Auf dem Weg zum

Festspielhaus hatte ein Schuhgeschäft

noch offen. Ich habe mir gleich drei Paare

gekauft. Gelbe mit hellblauen Tupfen,

ein paar hellgrüne und ein paar rote, die

mit schwarzen Bändchen zu schließen

sind. Leider passten alle nicht wirklich

zu meinem Kleid.

Weil ich wegen des Schuheinkaufes

ein bisserl zu spät gekommen bin, hatte

ich während der Couverture Zeit für ein

WOLF VON SCHILGEN

DER LACHENDE SATIRIKER

Neuerscheinung von Wolf von Schilgen:

„Liebe, Triebe und Gefühle“

CURRICULUM VITAE

WOLF VON SCHILGEN studierte unter Burgschauspieler Hanns

Obonya Schauspiel und Regie. Er war Vizepräsident des

Steiermärkischen Schriftsteller- und Journalistenverbandes,

später Vizepräsident der Liga der Vereinten Nationen, Chef

des Mundus-Weltpressedienstes und Chef des Staatspolitischen

Informationsdienstes (STAD) sowie Herausgeber und

Chefredakteur verschiedener Zeitungen und Zeitschriften.

Neben zahlreichen Romanen wurde er mit seiner Buchreihe

„Der lachende Satiriker“ berühmt. Kürzlich erschienen ist die

2. Auflage seiner Autobiografie „Als Deutscher geboren“.

Plauscherl mit den Garderobieren und

gleich aus „Insiderkreisen“ erfahren, wer

zu der Premiere gekommen ist. In der

Pause bin ich aus dem Schauen gar nicht

heraus gekommen. Besonders schön waren

die Toiletten. Rot ist ganz eindeutig

die Modefarbe in diesem Jahr. Und erst

der Schmuck! Da hat es gar keine Bühnenscheinwerfer

mehr gebraucht, so gefunkelt

hat alles. Und die viele Prominenz!

Und Photographen in jeder Menge!

Mein Gott war das ein Gerangel, als der

Star aus der Serie „Wie sag’ ich’s meinem

Mann“ mit ihrem neuen Lover auftauchte.

Der arme Kerl war ganz verschüchtert.

Kein Wunder, ist er doch zwanzig Jahre

jünger als sie. Geliftet ist sie auch, das

hab ich durch den Operngucker gesehen.

Die blonde Ansagerin aus dem Fernsehen

hätte ich fast nicht erkannt. Was so

ein bisserl Schminke alles ausmacht. Also

ich war sozusagen auf Tuchfühlung

mit den Stars.

Die Pause war viel zu kurz. Auch danach

waren die Sänger in Höchstform.

Mir war nur ein bisserl schlecht von den

Lachsbrötchen und dem Prosecco vom

Pausenbuffet und weil ich doch den ganzen

Tag so gut wie nichts gegessen hatte.

Trotzdem hat der Dirigent einen großen

Eindruck auf mich gemacht. So ein fescher

Kerl mit seinen Lockerln. Aber erzähl

das nicht meinen Mann, wo der

doch so eifersüchtig wie der Orthello ist.

Natürlich lächerlich. Wo stand der mit

seinem Stöckchen und wo war ich.

***

…ein wahrhaftiges Kulturerlebnis…

Und jetzt halte Dich fest: Beim Weggehen

war doch tatsächlich das Fernsehen

da und machte Interviews mit den Promis.

Da hab ich mich gleich dazugestellt.

Heute hat mich schon unsere Nachbarin

im Hausflur darauf angesprochen. Bei

diesem Kunstgenuss habe ich mich entschlossen

mir nächstes Jahr Festspielkarten

zu besorgen, denn dann werden wir

zusammen shoppen. Das lohnt sich in

Salzburg und ich kann dann mit Dir

zusammen meiner Opernleidenschaft

frönen!

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