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weinheimer

Magazin für Kunst und Kultur

DER KUNSTBLITZ

kostenlos

Juli - September|2019

www.kunstblitz.de

22 Belvedere

14 Mittelrhein Museum

BRÖHAN-MUSEUM

SKANDAL! MYTHOS! MODERNE!

06 Panorama Museum


GERMAN

URBAN

POP ART

Sydney Conny Dietzschold Gallery 09.02.2019 – 23.02.2019

Berlin RAAB Galerie 15.03.2019 – 08.05.2019

Pirmasens Kunsthalle Neuffer* 22.03.2019 – 12.04.2019

München Galerie Kronsbein 02.05.2019 – 13. 07.2019

Köln Galerie 30works 25.05.2019 – 15.06.2019

Ruhpolding Galerie Kaysser 06.07.2019 – 29.09.2019

Herford Kunstverein Herford ** 09.11.2019 – 26.01.2020

Witten Stiftung für Bildung & Kultur Witten 09.11.2019 – 26.01.2020

Köln Halle 64 / Leskanpark*** 15.09.2019 – 03.11.2019

Saarbrücken Galerie Elitzer 27.09.2019 – 93.11.2019

Köln Galerie 30works 11.01.2020 – 01.02.2020

Nürnberg Voigt Galerie 12.02.2020 – 07.03.2020

Solingen Galerie ART ECK 29.02.2020 – 19.04.2020

Münster Kunstsammlung LVM 05.03.2020 – 19.04.2020

Beulich Diede Galerie 14.03.2020 – 12.04.2020

Stuttgart Kunsthaus Schill 28.03.2020 – 28.04.2020

Schweinfurt Kunsthalle Schweinfurt 02.04.2020 – 05.07.2020

Eitorf incontro galerie 26.04.2020 – 30.05.2020

Ulm BEGE Galerie 08.05.2020 – 04.07.2020

Riehen/ Basel Mollwo Galerie 13.06.2020 – 25.07.2020

Hilden Städtische Galerie / Kulturamt 12.09.2020 – 17.10.2020

Antwerpen Galerie Schoots + Van Duyse 13.09.2020 – 08.11.2020

Siegen Siegerlandmuseum 20.09.2020 – 10.01.2021

Wiesbaden DavisKlemmGallery 01.11.2020 – 05.12.2020

Goch Museum Goch 21.11.2020 – 10.01.2021

* in Zusammenarbeit mit DavisKlemmGallery

** in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Bildung & Kultur Witten

*** in Zusammenarbeit mit Galerie 30works und Kölnisches Stadtmuseum


UNTER UNS

Patrizio Medagli

Liebe Leser/innen,

jemand sagte zu mir: „...Im Sommer passiert nicht viel

in der Kunstszene, keine wichtigen Ausstellungen oder

Kunstmessen finden in dieser Zeit statt!“

Dem muss ich an dieser Stelle wirklich widersprechen.

Wir haben für Sie in dieser Ausgabe eine ganze Reihe

von Kunstevents gesammelt, die Ihre Aufmerksamkeit

verdienen. Zudem gibt es wieder wichtige Hinweise für

Künstler/innen, die an der ART A10 (Wildau bei Berlin)

und der Allee-Center-ART 2020 (Magdeburg) teilnehmen

möchten.

Am 24. und 25. August sind wir (KUNSTBLITZ) auf der

ART Brüggen vertreten; eine gute Möglichkeit, um unsere

treuen Leser/innen einmal persönlich kennenzulernen

und an unserem Stand gute Gespräche über Kunst oder

eventuelle Vorschläge und Wünsche bezüglich unserer

Berichterstattung zu führen.

Bis bald und genießen Sie den Sommer!

3


DER KUNSTBLITZ | INHALT

6 PANORAMA MUSEUM

BAD FRANKENHAUSEN

10 WALLRAF-RICHARTZ MUSEUM

FONDATION CORBOUD KÖLN

14 MITTELRHEIN MUSEUM KOBLENZ

22 BELVEDERE WIEN

28 STAATSGALERIE STUTTGART

34 BRÖHAN MUSEUM BERLIN

40 MUSEUM GUNZENHAUSER CHEMNITZ

Joannes Ghinago, Dädalus und Ikarus, 1668,

Lavierte Pinselzeichnung in Grau, auf hellbraun

getöntem Vergé, Graphische Sammlung, Wallraf-

Richartz-Museum

IMPRESSUM Herausgeber und Eigentümer: Patrizio Medagli Verantwortlich

für den redaktionellen Inhalt: Patrizio Medagli Redaktion:

Harald Klee, Patrizio Medagli, Helga Wicher, Giuliana Medagli,

Claudia Rohde. Redaktion Postadresse: Vohwinkeler Str. 154, 42329

Wuppertal (Germany) Telefon 0202 738217, info@derkunstblitz.com,

www.derkunstblitz.de Redaktion Frankfurt, Postadresse: Am Sandhügel

30, 63150 Heusenstamm. Verlag: Weinheimer Verlags-GmbH

Konzeption/Layout: Eduardo Rahmani, Simonsstraße 80, 42117

Wuppertal, Tel: 0202 451654, Fax: 0202 450086, info@ bvg-menzel.

de, www.bvg-menzel.de Bildmaterial: City Arkaden, Galerie ART-Eck,

Art Brüggen, Bröhan Museum Berlin, Fondation Beyerler Riehen/Basel,

Guggenheim Museum New York, Lehmbruck Museum Duisburg,

Mittelrhein Museum Koblenz, Museum Gunzenhauser Chemnitz,

Oberes Belvedere Wien, Staatsgalerie Stuttgart, Sprengel Museum

Hannover, Thomas Baumgärtel, Wallraf-Richartz Museum Fondation

Corboud Köln, Panorama Museum Bad Frankenhausen. Titelseite:

Mittelrhein Museum Koblenz, Bröhan Museum Berlin, Panorama

Museum Bad Frankenhausen „Unter fremden Menschen“, 1977,

Kreidelithografie auf Bütten, 53,6 x 39,4 cm © VG Bild-Kunst Bonn,

2019. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine

Gewähr übernommen. Der Nachdruck ist – auch auszugsweise – nur

mit Quellenangabe gestattet. Mit Namen oder Initialen gezeichnete

Beiträge geben die Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt die

der Edition ARTistica wieder

44 LEHMBRUCK MUSEUM DUISBURG

48 FONDATION BEYERLER RIEHEN/BASEL

52 THOMAS BAUMGÄRTEL

56 CITY-ART-KADEN

62 NOTIZEN

4

SOMMER | 2019


WERNER TÜBKE

Unter fremden Menschen

Von Petersburg bis Samarkand

29.06. - 03.11.2019

Panorama Museum

Am Schlachtberg 9

06567 Bad Frankenhausen

Tel.: 03 46 71 / 61 90

www.panorama-museum.de

Di bis So 10 – 17 Uhr

Bauernmarkt in Samarkand (Ausschnitt), 1963, Museum der bildenden Künste Leipzig, © VG Bild-Kunst Bonn, 2019

5


DER KUNSTBLITZ | PANORAMA MUSEUM BAD FRANKENHAUSEN

6

SOMMER | 2019


WERNER TÜBKE

UNTER FREMDEN MENSCHEN.

VON PETERSBURG BIS SAMARKAND

bis 03.11.2019

Sommer und Herbst 2019 stehen im

Panorama Museum Bad Frankenhausen

ganz im Zeichen von Werner

Tübke. Am 14. September jährt sich nicht

nur die Eröffnung des Museums zum dreißigsten

Mal, der Künstler hätte am 30. Juli

Bildnis Swerdlow, 1978

Mischtechnik auf Pressspan, 35,1 x 24,6 cm

Tübke Stiftung Leipzig

© VG Bild-Kunst Bonn, 2019

7


DER KUNSTBLITZ | PANORAMA MUSEUM BAD FRANKENHAUSEN

auch seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert.

Ein Grund mehr, ihn mit einer Sonderausstellung

zu ehren, die zum ersten Mal in aller

Komplexität Werner Tübkes Reisen in die

Sowjetunion in den Blick nimmt. Gezeigt

werden ca. 140 Gemälde, Zeichnungen,

Aquarelle und Lithografien, die vor Ort, aber

auch im Nachgang, zum Teil erst einige Jahre

nach den Reisen, entstanden sind. Neben

Bildern von Land und Leuten werden Reflexionen

über die Geschichte der Sowjetunion

und die russische Literatur präsentiert, die

durch die Reisen erst angeregt wurden und

das Erlebte in einen größeren Sinnzusammenhang

bringen.

Obschon Werner Tübkes Verhältnis zur Sowjetunion

nicht unbeschwert gewesen sein

dürfte – 1946 war er von sowjetischen Militärorganen

mehrere Monate in Haft genommen

worden – stellte seine erste, ein Jahr

währende Reise 1961/62 vom europäischen

Norden bis in die zentralasiatischen Republiken

eine unvergleichliche Chance dar. Der

Künstler begegnete den Menschen offen

und mit unverstelltem Blick und machte

Erfahrungen, die ihn für den Rest seines Lebens

beschäftigen sollten: »Der Kontakt mit

russischen Menschen in Dörfern in Russland,

im Kaukasus, in Zentralasien an der

chinesischen Grenze hat mich entscheidend

Die Dostojewskaja, 1979

Graphit auf gelblichem Zerkall-Ingres, 41 x 33,8 cm

Panorama Museum, Bad Frankenhausen

© VG Bild-Kunst Bonn, 2019

geprägt. Fernweh, Heimatlosigkeit, Gottsuche,

Armut, schwarze Bösartigkeit, feste

Familienbindungen durch Generationen,

perfekte euroasiatische Hochbildung und

selbstverständliche Sprachkundigkeit = das

ist schon etwas.« (W.Tübke)

Besonders während dieser Reise, aber auch

denjenigen in den 1970er und 80er Jahren

entstanden unzählige Zeichnungen und

Aquarelle, fragmentarische Figurenstudien

und schnell hingeworfene Charakterreihen

sowie unglaublich dichte Schilderungen

von Landschaften und Menschen, die wie

8

SOMMER | 2019


Winter bei Leningrad, 1961

Aquarell, 17,8 x 23,8 cm

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne

Kunst, Cottbus –Frankfurt (Oder)

© VG Bild-Kunst Bonn, 2019

aus der Zeit gefallen wirken. Seine Skizzen

versah Tübke zum Teil mit Farbangaben, um

sich die malerische Umsetzung im heimischen

Atelier zu erleichtern, und nach der

Rückkehr nach Leipzig begann er, in altmeisterlicher

Manier Gemälde auszuführen.

(Johanna Huthmacher)

Unter fremden Menschen, 1977

Kreidelithografie auf Bütten, 53,6 x 39,4 cm

Panorama Museum, Bad Frankenhausen

© VG Bild-Kunst Bonn, 2019

Panorama Museum

Am Schlachtberg 9

06567 Bad Frankenhausen

Tel.: 03 46 71 / 6 19 21

Di – So 10 – 17 Uhr

www.panorama-museum.de

9


DER KUNSTBLITZ | WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM & FONDATION CORBOUD

Wir • Glauben • Kunst

Wallraf zeigt Kölner Jesuiten-Sammlung

Bis 18. August 2019

In diesem Sommer begibt sich das Wallraf

auf Spurensuche in eigener Sache.

Erstmals in seiner langen Geschichte

widmet sich Kölns erstes Museum seiner

hervorragenden Jesuiten-Sammlung, die

schon in den 1880er Jahren als Dauerleihgabe

ans Haus kam. Dort bildet das rund

500 Werke umfassende Konvolut gemeinsam

mit der Zeichnungssammlung von Ferdinand

Franz Wallraf bis heute den Grundstock

für die mehr als 65.000 Blatt große

Graphische Sammlung. Anhand von 90 besonders

eindrucksvollen Zeichnungen wird

Joannes Ghinago, Dädalus und Ikarus, 1668, Lavierte Pinselzeichnung in Grau,

auf hellbraun getöntem Vergé, Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

10

SOMMER | 2019


Hendrick Goudt, Venus und Amor, Vorzeichnung in Kreide, Feder in Braun, braun laviert, auf Vergé, Graphische

Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

die Ausstellung den besonderen Charakter

der Jesuiten-Sammlung ergründen. Handelt

es sich um eine reine Lehrsammlung? Nach

welchen Kriterien sammelte der Orden?

Spielten Fragen der Qualität und Kennerschaft

die entscheidende Rolle, oder waren

eher inhaltliche Gesichtspunkte ausschlaggebend?

Und schließlich: Wo kauften die

Jesuiten ihre Zeichnungsbestände? Darüber

hinaus wird auch der Bildbegriff der Jesuiten

thematisiert, da der Orden eine ganz

eigene Bildtheologie entwickelt hatte.

Als Papst Clemens XIV am 21. Juli 1773

den Jesuiten-Orden aufhob, wurde dessen

Kunstsammlung nach Paris verbracht. In

den 1880er Jahren gelang es dem Kölner

Gymnasial- und Stiftungsfonds, dem damaligen

rechtlichen Nachfolger des Ordens

und heutigem Förderer der Ausstellung,

das im Wallraf beheimatete Konvolut zu-

11


DER KUNSTBLITZ | WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM & FONDATION CORBOUD

Hans Friedrich Schorer, Tanzende Kinder, Lavierte Federzeichnung in Grau, auf Vergé, Graphische Sammlung,

Wallraf-Richartz-Museum

rück an den Rhein zu holen, um es als Dauerleihgabe

an das Museum zu geben. Im

Unterschied zu den in Paris verbliebenen

Zeichnungen steht den Kölner Zeichnungen

ihre historische Abkunft gleichsam ins Gesicht

geschrieben. Am oberen rechten Bildrand

weisen alle Zeichnungen den Vermerk

Col. (Cologne) in schwarzer Druckerfarbe

aus. Dieser Vermerk wurde ihnen nach ihrer

Ankunft in Paris auf die sichtbare, dem

Betrachter zugewandte Seite aufgedruckt,

ein Siegel, das die Zeichnungen ein für alle

Male auf ihrem physischen Träger, dem

Papier, tragen sollten. Aber nur aufgrund

dieses Siegels gelangten alle gestempelten

Zeichnungen nach dem Zusammenbruch

der französischen Republik wieder nach

Köln zurück.

WALLRAF-RICHARTZ-MUSEUM

& FONDATION CORBOUD

Obenmarspforten

(Am Kölner Rathaus)

D - 50667

Telefon: +49 (0)221 / 221 211 19

www.wallraf.museum

12

SOMMER | 2019


Franz Skarbina, Ein Nachtbild, 1895

Privatsammlung, Berlin

Foto: © Fotostudio Bartsch, Karen Bartsch, Berlin

Caspar Fraisinger, Stehender weiblicher Akt vor einer Landschaft (Venus?), 1591, Pinsel in Blau und Grau über Spuren von Graphit, weiß

gehöht auf Vergé, Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

HAUPT

STADT

KULTUR

FONDS

Berlin in English since 2002

13


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Rund eine halbe Million Menschen

verließen Deutschland während der

nationalsozialistischen Diktatur. Die

Gründe für das Exil waren vielfältig: religiöse

Ausgrenzung, künstlerische Diffamierung

und/oder politische Verfolgung. Unter

diesen Exilanten befanden sich rund 10.000

Kulturschaffende, wie Maler, Musiker oder

Schriftsteller.

Im öffentlichen Bewusstsein sind vor allem

einzelne Persönlichkeiten in Erinnerung

geblieben, die schon vor ihrem Exil international

berühmt waren oder danach zu

Bekanntheit gelangten, wie etwa Thomas

Mann, Walter Gropius oder Max Beckmann.

Sie sind jedoch nicht repräsentativ für

die überwältigende Mehrzahl der aus

Deutschland vertriebenen Künstler.

Für diese war der Heimatverlust gleichbedeutend

mit dem Verlust der beruflichen

Existenz, dem Verlust ihres Publikums, ihrer

Förderer, kurz ihres gesamten gesellschaftlichen

Resonanzbodens. Sie standen

vor dem Nichts und kämpften täglich

um die Sicherung ihres Lebensunterhaltes.

Die wenigsten konnten als Künstler beruflich

in ihrem Gastland Fuß fassen und

waren gezwungen, sich auf andere Tätigkeitsfelder

zu verlegen. Viele lebten in

völliger Isolation. Während des Zweiten

Bis 29. September 2019

Julie Wolfthorn

(Thron (Westpreußen) 1864 – 1944

Theresienstadt), Mädchen mit Hut

vor offenem Fenster, um 1910,

Sammlung Memoria Thomas B.

Schumann

DEUTSCHE KÜNSTLER

IM EXIL 1933 – 1945

WERKE AUS DER SAMMLUNG MEMORIA

VON THOMAS B. SCHUMANN

14

SOMMER | 2019


15


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Heinrich Maria Davringhausen (Aachen 1894 - 1970 Nizza)

Zwei Köpfe, 1939/40 , Gouache, Sammlung Memoria Thomas B. Schumann

Weltkriegs wurden sie zudem – paradoxerweise

– als feindliche Ausländer interniert.

Einige wurden dort von den deutschen

Besatzern eingeholt und ermordet. Nach

Kriegsende und der Rückkehr in die Heimat

mussten viele feststellen, dass sie vergessen

waren oder dass sie als Emigranten sogar

auf offene Ablehnung stießen.

Die Präsentation zeigt eine Auswahl aus

der umfangreichen Sammlung „Memoria“

des Sammlers Thomas B. Schumann

und stellt 60 dieser Künstler mit ihren

Werken vor, darunter George Grosz, Felix

Nussbaum, Ludwig Meidner, Anton Räderscheidt,

Charlotte Berend-Corinth und

Lotte Laserstein.

16

SOMMER | 2019


Begleitprogramm

zur Ausstellung:

Ruth Cahn (Frankfurt 1875-1966 Frankfurt)

Mädchen mit roter Jacke, o.J.

Sammlung Memoria Thomas B. Schumann. Fotos: ©Peter-Paul Pisters

Sonderführung durch die

Sonderausstellung

Sonntag, 21. Juli 2019 um 15 Uhr

€ 3,00 /ermäßigt € 2,00

zzgl. Museumseintritt

Sonderführung durch die

Sonderausstellung

Sonntag, 18. August 2019 um 15 Uhr

€ 3,00 /ermäßigt € 2,00

zzgl. Museumseintritt

Vortrag mit dem Sammler

der Thomas B. Schumann

Sonntag, 25. August 2019 um 15 Uhr

€ 3,00 /ermäßigt € 2,00

zzgl. Museumseintritt

Kuratorenführung zur Finissage

durch die Sonderausstellung mit

Dr. Matthias von der Bank

Sonntag, 29. September 2019

um 15 Uhr

€ 3,00 /ermäßigt € 2,00

zzgl. Museumseintritt

Mittelrhein-Museum

Zentralpl. 1

56068 Koblenz

Tel.: 0261 1292520

www.mittelrhein-museum.de

Anmeldung unter:

kunst@ductus.info oder

mrm-kasse@stadt.koblenz.de

Telefonische Anmeldung unter:

0261 129 25 20

17


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

Eva Maria Enders, Die Unvollendete

LED Plexiglas-Leuchtkasten, 100 x 160 cm, 2019

Titus Lerner, „Flugversuch IV“, Bronze, Unikat, Höhe

120 cm, 2015

18

SOMMER | 2019


Titus Lerner. Retrospektive.

Eröffnung: Freitag, den 05. Juli 2019

Laufzeit: 06. Juli 2019 bis 15. September 2019

Die Ausstellung „Titus Lerner. Retrospektive“

zeigt nicht nur aktuelle

Arbeiten der letzten Jahre, sondern

macht auch mit Rückgriffen auf die 1980er

Jahre die Entwicklung einzelner Themen

sichtbar. Dabei haben sich allmählich die

Schwerpunkte seiner Arbeit verschoben.

Wurde in den 1980er Jahren das plastische

Werk durch die Terrakotten bestimmt, so

traten seither die Bronzegüsse in den Vordergrund.

Grafik und Druckgrafik, die vor

der Jahrtausendwende noch eine bedeutende

Rolle spielten, sind zugunsten der

farbintensiven Malerei fast gänzlich aus

Titus Lerners gegenwärtigem Schaffen ver-

Titus Lerner im Atelier

19


DER KUNSTBLITZ | MITTELRHEIN-MUSEUM KOBLENZ

schwunden. Seit 1980 ist das Werk Titus

Lerners in Zeitschriften und in Katalogen

dokumentiert. So wird dem Betrachter die

Entwicklung einzelner Themen in verschiedenen

Dimensionen verdeutlicht.

Zur Ausstellung erscheint der neue Werkkatalog

Nr. 13. Titus Lerner wurde 1954 in

Hachenburg geboren und wuchs in Müschenbach,

Westerwald, auf. Sein Abitur

absolvierte er 1972 am humanistisch, altsprachlichen

Gymnasium in Marienstadt.

Von 1972 – 1978 studierte er Bildende

Kunst in Koblenz und Bonn. Seit 1978 arbeitet

er als freischaffender Künstler, ab

1979 widmet er sich dann ausschließlich

der Bearbeitung des Menschenbildes in

Zeichnung, Radierung und Plastik. Seit ca.

1988 bilden farbintensive Malereien neben

Bronzeplastiken den Schwerpunkt des

Künstlers. In bisher 105 Einzelausstellungen

in Galerien und Museen im In- und Ausland,

sowie bei jährlichen Präsentationen auf internationalen

Kunstmessen, hat das Werk

Titus Lerners viele Sammler und Kunstinteressierte

begeistert.

Titus Lerner, „Kopfbild“, Acryl auf Leinwand,

190 x 140 cm, 2018.

Titus Lerner, Maskenfall III,190 x 140 cm, 2019,

im Besitz des Künstlers.

20

SOMMER | 2019


Deutsche 1945

Künstler

IM

EXIL

1933 -

15. Juni 2019 bis 29. September 2019

FORUM

CONFLUENTES

Kunst.Kultur.Bildung.

MITTELRHEIN-MUSEUM

ROMANTICUM

TOURIST-INFORMATION

STADTBIBLIOTHEK

21


DER KUNSTBLITZ | BELVEDERE, WIEN

KIKI SMITH

PROCESSION

Unteres Belvedere

Bis 15. September 2019

22

SOMMER | 2019


Ausstellungsansicht KIKI SMITH

Johannes Stoll, © Belvedere, Wien

23


DER KUNSTBLITZ | BELVEDERE, WIEN

Kiki Smith thematisiert in ihrem Werk

die Bedingungen des Menschseins:

Natur und Kultur, Intellekt und

Körper, Schönheit und Vergänglichkeit. Sie

zeigt die Fragilität des Körpers und das Verhältnis

des Individuums zum Tier und zur

Umwelt. Procession im Unteren Belvedere

fügt rund neunzig ihrer Arbeiten zu einem

spirituellen, geistigen und mythischen Kosmos

zusammen. Damit wird ein Einblick in

ihr künstlerisches Schaffen von den frühen

1980er Jahren bis heute geboten.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere:

„Schönheit und Sterblichkeit als

Pole menschlicher Gefühlserfahrungen

vermittelt Kiki Smith auf unvergleichliche

Weise. Angesichts ihrer Werke gibt es kein

Entkommen vor existenziellen Fragen. In

den Räumen des Unteren Belvedere finden

Anmut und Tiefgründigkeit der Kunst von

Kiki Smith einen angemessen grandiosen

Rahmen.“

Procession setzt einen Schwerpunkt auf

Skulpturen, überdies werden Arbeiten auf

Papier und Tapisserien gezeigt. Figuren und

Erzählungen präsentieren sich wie in einem

feierlichen Umzug. Diese Präsentation unterstreicht

die Macht der Bilder und ihre

charismatischen Eigenschaften. Die radikalen

Bilderfindungen und die Vielfalt der eingesetzten

Materialien machen das OEuvre

von Kiki Smith einzigartig und prägend für

Kiki Smith. Procession, Installationsansicht

Haus der Kunst, 2018 © Fotograf: Maximilian

Geuter

24

SOMMER | 2019


eine jüngere Künstlergeneration. Ihr Werk

behandelt die großen Themen des Daseins:

„Wem gehört die Kontrolle über den Körper?

Wie ist das Humane zu denken in

seinem Verhältnis zum anderen Wesen?

Was bedeutet der Verlust des Habitats von

Tieren und Pflanzen? Was bedeutet unsere

Existenz? Kiki Smiths Werk als ein Ganzes

ist Antwort auf das In-der-Welt-Sein.“, sagt

Petra Giloy-Hirtz, Kuratorin der Ausstellung.

Die Ausstellung, die zuvor am Haus der

Kunst in München und im Sara Hildén Museum

in Tampere zu sehen war, ist die bislang

größte Überblicksschau zum Werk von

Kiki Smith in Europa. Der Titel Procession

leitet sich vom lateinischen „procedere“ ab –

sich vorwärtsbewegen, handeln, Fortschritte

machen. Am Beginn der Schau stehen Kiki

Smiths frühe Arbeiten. Sie entstanden unter

dem Eindruck eines brisanten Wandels

der politischen, sozialen und kulturellen

Bedingungen – geprägt durch AIDS, dem

Diskurs über sexuelle Identität und soziales

Geschlecht sowie feministischen Aktivismus.

Ohne Scheu vor Tabus, Peinlichkeiten und

Grenzen der Scham stellen ihre Untersuchungen

des (vornehmlich weiblichen) Körpers

die condition humana, die Bedingung

des Menschseins zur Schau. Ihre Objekte

und Zeichnungen zeigen Körperglieder wie

Fuß, Arm, Ohr, Zunge und Organe wie Magen

und Gedärme oder beinhalten in sorg-

25


DER KUNSTBLITZ | BELVEDERE, WIEN

Ausstellungsansicht KIKI SMITH

Johannes Stoll, © Belvedere, Wien

fältig beschrifteten Gefäßen vermeintliche

Körperflüssigkeiten wie Urin, Samen, Speichel,

Blut, Schweiß oder Tränen. Das Innere

des Körpers ist nach außen gekehrt. Lebensgroße

Figuren aus Bienenwachs (Virgin

Mary, 1992) oder aus Papier und Rosshaar,

wie die an der Wand hängende menschliche

Gestalt (Untitled, 1995) zeigen den

menschlichen Körper nackt und schutzlos.

Kiki Smith unterläuft so die herkömmlichen

Vorstellungen von Weiblichkeit: die Frau erscheint

weder als begehrenswertes Objekt

noch als idealisiertes Idol.

Seit Anfang der 1990er Jahre schöpft

Kiki Smith ihre Themen aus Geschichten,

Mythen, Legenden und Märchen sowie

aus religiösen Vorstellungen. Das Subjekt,

seine Körperlichkeit und seine sozialen Erfahrungen

bettet sie nun in einen größeren

Kontext ein: Kiki Smith thematisiert das

Verhältnis des/der Einzelnen zur Natur und

zur Umwelt. In prachtvollen Tapisserien und

Skulpturen erschafft sie einen Kosmos, der

die enge Verbundenheit zwischen Mensch

und Tier widerspiegelt. Die gefährdete

Schöpfung thematisiert Kiki Smith in ihren

Arbeiten von toten Tieren, insbesondere

Vögeln, und aussterbenden Arten. Schwarz

und leblos auf dem Boden verstreut, sind

ihre Krähen, Untitled (Crows) (1995/2016),

Zeugnis eines ökologischen Desasters.

Wie in einer Wunderkammer versammelt

der letzte Raum kleine Skulpturen aus allen

Schaffensphasen. Alltägliches und Ma-

26

SOMMER | 2019


Kiki Smith, Born, 2002

Photograph by Ellen Page Wilson, courtesy Pace Gallery © Kiki Smith, courtesy Pace Gallery

Kiki Smith Born 2002 Bronze 99,1 x 256,5 x 61 cm

gisches, Profanes und Sakrales, Menschliches

und Animalisches gehen dabei eine

wundersame Beziehung ein und zeigen Kiki

Smith als Verzauberin einer entzauberten

Welt.

Im Eingangsbereich der Sala terrena

des Oberen Belvedere ist die Skulptur Sun,

Moon, Stars and Clouds zu sehen, als Verweis

auf die Ausstellung im Unteren Belvedere.

Die US-amerikanische Künstlerin Kiki

Smith, eine der führenden Vertreterinnen

der Gegenwartskunst, wurde 1954 in Nürnberg

geboren; sie lebt in New York City und

Upstate New York. Ihre Werke verhandeln

Fragen zu Alter und Tod, Verwundung und

Heilung, Geburt, Sexualität, Geschlecht,

Gender und Erinnerung. In einer Fülle verschiedenster

Materialien – wie Bronze, Gips,

Glas, Porzellan, Papier, Pigment, Aluminium,

Silber, Bienenwachs oder Stoff - und Techniken

schafft Kiki Smith vor allem Skulpturen,

aber auch Zeichnungen, Radierungen und

Lithografien, sowie Künstlerbücher, Fotografien

und Videos.

Belvedere

Prinz Eugen-Straße 27

1030 Wien

Tel.: +43 1 795 57-0

www.belvedere.at

27


DER KUNSTBLITZ | STAATSGALERIE STUTTGART

Die jungen Jahre

der Alten Meister

Sigmar Polke, Freundinnnen, 1965/66, Öl auf Leinwand, 150 x 190 cm, Stuttgart © The Estate of Sigmar Polke,

Cologne / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

28

SOMMER | 2019


Baselitz

Kiefer

Bis 11.8.2019

Richter

Polke

Baselitz, Richter, Polke und Kiefer. Vier

Namen aus Deutschland, die in der

ganzen Welt bekannt sind. Der Fokus

der Ausstellung »Die jungen Jahre der Alten

Meister«, die am 11. April 2019 in Anwesenheit

des Bundespräsidenten Frank-Walter

Steinmeier eröffnet wurde, liegt auf den

1960er- Jahren. Rund 100 Werke zeigen, wie

sich die Künstler in ihren frühen Arbeiten mit

einer Zeit auseinandersetzten, die geprägt

war von Herausforderungen und Umbrüchen,

Utopien und Neuorientierungen, Macht und

29


DER KUNSTBLITZ | STAATSGALERIE STUTTGART

Protest. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt

der Westteil des zerstörten und bald

geteilten Deutschlands nicht nur ein rasches

Wirtschaftswunder, sondern

beginnt endlich auch mit

der Aufarbeitung der eigenen

Geschichte. Die restaurative

Politik wird, vor allem von der

Jugend, immer mehr in Frage

gestellt. »Unter den Talaren -

der Muff von 1000 Jahren«

wird zu einer der Kernparolen

der Studentenbewegung.

Ministerpräsident Winfried

Kretschmann: „In den bewegten

1960er-Jahren der Bundesrepublik

legten Georg Baselitz,

Gerhard Richter, Sigmar Polke

und Anselm Kiefer mit ihren

Werken den Grundstein für ihr

in der deutschen Nachkriegskunst

einzigartiges Schaffen.

Ihre Werke setzen sich mit einer

Zeit auseinander, in der die

schlimmsten Kriegstrümmer

geräumt waren – jedoch nicht

die Folgen der Nazi-Herrschaft.

Baselitz‘, Richters, Polkes und

Kiefers Kunstwerke regen den

Betrachter auch heute noch zur

Reflexion über Geschichte, Identität und den

Umgang mit Vergangenheit und Gegenwart

an. Doch was diese Werke schwingen lässt,

Georg Baselitz: Ökonomie, 1965, Öl auf Leinwand, 162 x 130 cm,

Atelier Georg Baselitz, Privatbesitz, Foto: Jochen Littkemann, Berlin, ©

Georg Baselitz 2019

reicht – wie stets bei guter Kunst – noch

weit darüber hinaus.“ Christiane Lange,

Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, betont:

„Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar

Polke und der etwas jüngere Anselm

Kiefer haben entscheidenden Anteil an die-

30

SOMMER | 2019


sem gesellschaftlichen Diskurs. Sie nehmen

in ihrem Frühwerk den Geist der Zeit auf.

Obgleich sie sich alle selbst unpolitisch nennen,

prägt ihre Kunst vor

allem im Ausland bis heute

das positive Bild eines neuen,

kritischen Deutschlands.

Darüber hinaus stellen sie

mit ihren Gemälden die

damalige Vorherrschaft der

Abstraktion infrage.“

Die vier Künstler begegnen

den zerstörten moralischen

und geistesgeschichtlichen

Traditionen und Werten mit

fulminanten malerischen

Bildausbrüchen und skandalträchtigen

Aktionen oder

mit prosaischen Zugriffen

auf die Gemeinplätze des

Alltags. Baselitz malt zerrissene,

geteilte Helden.

Polke und Richter führen

die Absurdität und Leere

des allseits verlockenden

Konsums vor. Anselm Kiefer

hingegen legt die Wurzeln

des sogenannten »Dritten

Reiches« in der deutschen

Geschichte offen. Erstmals

werden die Werke dieser vier Meister zusammen

in einer Ausstellung gezeigt und

diese wichtige Etappe deutscher Geschichte

sichtbar gemacht. Die Ausstellung wird begleitet

von einer zeitgeschichtlichen Dokumentation

im Foyer der Staatsgalerie, in der

Gerhard Richter, Schwimmerinnen, 1965, Öl auf Leinwand, 200 x 160 cm,

Sammlung Froehlich, Stuttgart, © Gerhard Richter 2018 (26022018)

die 1960er-Jahre anhand von politischen

Ereignissen, Werbung und Beispielen der

Popkultur beleuchtet werden. Schlaglich-

31


DER KUNSTBLITZ | STAATSGALERIE STUTTGART

Gerhard Richter, Mutter und Tochter, 1965, Öl auf Leinwand, 180 x 110

cm, Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, Oberhausen. Foto: Ludwig Galerie

Schloss Oberhausen, © Gerhard Richter 20 2018 (26022018)

hard Richter und Anselm Kiefer

sowie ein sehr persönlicher

Text über Sigmar Polke machen

den Ausstellungskatalog

zu einem dokumentarischen

Zeitzeugnis.

Im Museumsshop ist der deutsche

Katalog für 34,90 € und

der englische Katalog für

48,00 € erhältlich (als Buchhandelsausgaben

kosten beide

jeweils 48,00 €). Anschließend

ist die Ausstellung vom

12.9.2019 bis 5.1.2020 in den

Deichtorhallen Hamburg zu

sehen.

ter auf Musik, Politik und Alltag umreißen

das Spannungsfeld zwischen Heintje

und Rolling Stones, Wirtschaftswunder

und Studentenprotesten.

Dem Gastkurator Götz Adriani ist dieses

Projekt zu verdanken. Er ist nicht nur ein

Weggefährte dieser Generation, sondern

auch mit den Künstlern der Ausstellung

seit langem freundschaftlich verbunden.

Seine Gespräche mit Georg Baselitz, Ger-

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft

von Bundespräsident Frank-

Walter Steinmeier.

Staatsgalerie Stuttgart

Konrad-Adenauer-Str. 30 – 32

70173 Stuttgart

T +49 711 470 40-0

F +49 711 236 99 83

info@staatsgalerie.de

Eingang

Konrad-Adenauer-Str. 30

32

SOMMER | 2019


2. Internationale Kunstmesse

ART BRÜGGEN 2019

EINTRITT FREI

Öffnungszeiten:

24. August 10.00 - 19.00 Uhr

25 .August 11.00 - 18.00 Uhr

Burggemeindehalle

Kreuzherrenplatz

41379 Brüggen

Info: brueggen@haagmann.com

Veranstalter: Galerie Haagmann Inh. Bernd Haagmann

Viehhofstr. 120a 42117 Wuppertal

Info: brueggen@haagmann.com

33


DER KUNSTBLITZ | BRÖHAN-MUSEUM, BERLIN

Bis 15. September 2019

„Skandal! Mythos! Moderne!

34

SOMMER | 2019


Ludwig von Hofmann, Mädchen am Strande (Abendstimmung) Um 1898, Öl und Tempera auf Leinwand Städtische Galerie Dresden, Kunstsammlung,

Museen der Stadt Dresden Foto: akg images

Die Vereinigung der XI in Berlin“

35


DER KUNSTBLITZ | BRÖHAN-MUSEUM, BERLIN

36

SOMMER | 2019


Martin Brandenburg, Die Windsbraut 1899 Öl auf Leinwand. Im Künstlerrahmen Bröhan-Museum, Berlin Foto: Martin Adam, Berlin

Am 5. Februar 1892 gründen elf Maler in

Berlin eine Gemeinschaft „zur Veranstaltung

von künstlerischen Ausstellungen“. Die

„Vereinigung der XI“, so der exzentrische, an

Geheimbünde oder Verschwörungszirkel erinnernde

Titel, wird die Kunstwelt revolutionieren.

Die Ausstellung „Skandal! Mythos!

Moderne! Die Vereinigung der XI in Berlin“

im Bröhan-Museum zeigt anhand von mehr

als 100 Werken von Künstlern wie Max

Liebermann, Walter Leistikow, Ludwig von

Hofmann und Franz Skarbina erstmals die

Geschichte dieser richtungweisenden Berliner

Künstlerorganisation. Sie rekonstruiert

Teile der historischen Ausstellungen, stellt

die beteiligten Künstler vor und beleuchtet

das kunstpolitische Umfeld sowie die kontroverse

Berichterstattung.

Die Vereinigung der XI ist visionär. Schon

die Gründung erregt die Gemüter: Noch

nie hat es einen vergleichbaren Zusammenschluss

moderner Künstler als Alternative

zur Akademie und den traditionellen

Künstlervereinen gegeben. Ihre Mitglieder

vertreten fortschrittliche Kunstrichtungen

wie Impressionismus und Symbolismus, die

im kaiserzeitlichen Berlin sonst kaum einen

Ort haben. Ausstellungsort ist die Galerie

Schulte im Palais Redern, einem Stadtpalais

Unter den Linden 1, dem Standort des heutigen

Hotel Adlon. Durch die prominente

Lage – nur einen Steinwurf von der Akade-

37


DER KUNSTBLITZ | BRÖHAN-MUSEUM, BERLIN

mie der Künste, dem Zentrum der etablierten

Berliner Kunstwelt, entfernt – erreichen

die „XI“ eine hohe Aufmerksamkeit. Richtungsweisend

ist aber auch die Präsentation

der Werke: Nicht nur bespielen die „XI“

den modernsten Ausstellungsraum Berlins,

der als erster über elektrische Beleuchtung

verfügt, auch die von den Künstlern selbst

konzipierte Hängung setzt neue Maßstäbe.

Als Künstlerkuratoren können sie ihr

Schicksal selbst in die Hand nehmen. Der

Gruppe geht es um eine grundsätzliche

Verbesserung der Ausstellungssituation der

bildenden Künstler und ihrer wirtschaftlichen

Verhältnisse.

Die Vereinigung der XI erhält großes Presseecho,

sämtliche Ausstellungen werden

kontrovers und erhitzt diskutiert. Neben

Anerkennung und Zuspruch schlägt ihnen

auch Empörung und Unverständnis in Form

von vernichtenden Kritiken entgegen. Diese

Frontenbildung trägt zur Bekanntheit und

so letztlich zum Erfolg der „XI“ bei. Max

Liebermann, Walter Leistikow und Hans

Herrmann stehen damit in einer Reihe mit

Künstlern wie Claude Monet, Paul Cézanne

und Camille Pissarro, die einige Jahre zuvor

in Frankreich ähnliche Reaktionen hervorgerufen

hatten. Die Fortschrittlichkeit der

„XI“ erstreckt sich auch auf ihre Mitgliederpolitik:

Mit Dora Hitz wird 1897 die erste

Frau aufgenommen.

Franz Skarbina, Blumenfest in Paris (Fête des Fleurs) um 1894, Pastell auf

Malkarton Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Foto: Wolfgang Pfauder

Durch die Arbeit der Vereinigung der XI und

die durch sie angeregten öffentlichen Diskussionen

war der Boden für die Moderne bereitet.

Aus dem singulären Phänomen entwickelt

sich landesweit eine neue Ausstellungspraxis;

die der Gruppenausstellung in kommerziellen

Galerien. 1899, mit der Gründung der Berliner

Secession, löst sich die Gruppe auf. Viele ihrer

Mitglieder übernehmen führende Rollen in

der neuen Ausstellungsorganisation.

Die Ausstellung wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.

Medienpartner: Wall GmbH,

rbb Kultur, Yorck Kinogruppe, Dinamix, where

Berlin Magazin, Exberliner.

38

SOMMER | 2019


Walter Leistikow, Abendstimmung am Schlachtensee 1895, Öl auf Leinwand © Stiftung Stadtmuseum Berlin

Foto: Hans-Joachim Bartsch, Berlin

KÜNSTLERLISTE:

Jacob Alberts (1860–1941), Hans Baluschek

(1870–1935), Martin Brandenburg (1870–

1919), Hans Herrmann (1858–1942), Dora

Hitz (1856–1924), Ludwig von Hofmann

(1861–1945), Max Klinger (1857–1920),

Walter Leistikow (1865–1908), Max Liebermann

(1847–1935), George Mosson (1851–

1933) Konrad Müller-Kurzwelly (1855–1914),

Hugo Schnars-Alquist (1855–1939), Franz

Skarbina (1849–1910), Friedrich Stahl

(1863–1940, Hugo Vogel (1855–1934).

BRÖHAN-MUSEUM

LANDESMUSEUM FÜR JUGENDSTIL,

ART DECO UND FUNKTIONALISMUS

Schlossstraße 1a

14059 Berlin (am Schloß Charlottenburg)

Deutschland

Tel.: +49/(0)30/326 906 00

Fax: +49/(0)30/326 906 26

E-Mail: info@broehan-museum.de

39


DER KUNSTBLITZ | MUSEUM GUNZENHAUSER

Friedrich Seidenstücker (1882 – 1966) Pfützenspringerin, 1925 Silbergelatine, 21 x 15 cm Kunstsammlungen Chemnitz

Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/László Tóth © bpk/Friedrich Seidenstücker

40

SOMMER | 2019


Neue Sachlichkeit

Kunst in der Weimarer Republik

Bis 25. August 2019

Die Kunstsammlungen Chemnitz präsentieren

100 Jahre nach Verkündung

der Weimarer Verfassung eine

umfangreiche Sonderausstellung zur Kunst

der Neuen Sachlichkeit in der Weimarer Republik.

In der Ausstellung mit 120 Gemälden,

Grafiken und Fotografien aus den Beständen

der Kunstsammlungen am Theaterplatz

und des Museum Gunzenhauser werden

sowohl Werke überregional bekannter als

auch regionaler Künstlerinnen und Künstler

gezeigt. Die Kunst der Neuen Sachlichkeit

war von vergleichsweise kurzer Dauer, ihre

Wirkmächtigkeit ist aber immens. Wie in

kaum einer anderen Kunstrichtung spiegeln

sich die politischen, gesellschaftlichen

und kulturellen Entwicklungen der Epoche

wider. Die Erfahrungen der Jahre 1918 bis

1933 werden in der Ausstellung Neue Sachlichkeit.

Kunst in der Weimarer Republik im

Museum Gunzenhauser im Kontext der Zeit

sichtbar gemacht. Waren die frühen Jahre

der Weimarer Republik, unmittelbar nach

dem Ende des verlorenen Ersten Weltkriegs,

von politischen Umwälzungen und sozialer

Not geprägt, folgte von 1924 bis 1929

eine Phase des Aufschwunges, in der Kultur

und Wirtschaft florierten. Mit der im Oktober

1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise

endeten die „Goldenen Zwanziger“ und

Armut und Elend breiteten sich aus. Diese

Wirklichkeit spiegelt sich in einer Kunst,

deren Künstler sich einer gegenwartsnahen

bzw. gegenstandsbetonenden Darstellung

ihres Umfeldes verpflichtet fühlten. Auch

in Reaktion auf den gefühlsbetonten Expressionismus

der Vorkriegszeit richteten

Künstlerinnen und Künstler mit kühlem

Blick ihre Aufmerksamkeit auf den Alltag;

die Welt und die Dinge sollten gemalt werden,

wie sie wirklich sind. So beleuchtet

die Ausstellung in thematischen Schwerpunkten

sowohl die Krisen der ersten deutschen

Demokratie – der verlorene Krieg,

Verarmung, Arbeitslosigkeit, soziales Elend,

Wohnungsnot und Obdachlosigkeit, Hunger

und Prostitution, als auch die Errungenschaften

– kulturelle Blüte, Modernisierung

41


DER KUNSTBLITZ | MUSEUM GUNZENHAUSER

der industriellen Produktionsstätten, Fortschritt

in Wissenschaft und Technik, die

Veränderung der Geschlechterkonventionen

und moralischer Begriffe, die Freizügigkeit

der Sexualität. Porträts von Menschen, Darstellungen

von Fabriken, Industrieanlagen,

technischen Entwicklungen und Städten

in einer klaren visuellen Sprache erzählen

von einer Zeit, ihren Errungenschaften und

ihrem Zusammenbruch. Der Fokus liegt

dabei auf den Zentren Berlin und Dresden,

aber auch Werke Chemnitzer Künstler, wie

Gustav Schaffer und Martha Schrag, werden

in der Ausstellung präsentiert. Nach der

epochemachenden Ausstellung Die neue

Martha Schrag (1870 – 1957) Am Falkeplatz, 1928

Öl auf Leinwand, 96,5 x 71 cm Kunstsammlungen

Chemnitz Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/

PUNCTUM/ Bertram Kober

Karl Hubbuch (1891 – 1979) Verlobung steht bevor,

um 1935 Harzölfarbe auf Goldgrund auf Hartfaserplatte,

30 x 32 cm Kunstsammlungen Chemnitz

– Museum Gunzenhauser, Eigentum der Stiftung

Gunzenhauser Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/

PUNCTUM/ Bertram Kober © Karl Hubbuch Stiftung

Sachlichkeit – Deutsche Malerei seit dem

Expressionismus, welche 1925–1926 in

Mannheim, Dresden und auch in Chemnitz

gezeigt wurde, ist es die erste Ausstellung

zur Neuen Sachlichkeit in Chemnitz seit 93

Jahren. Auch mit Blick auf die Gegenwart

führt ein umfangreiches Begleitprogramm

mit Vorträgen, Lesungen, Performances,

Theater- und Filmaufführungen in den politischen,

gesellschaftlichen und kulturellen

Kontext der Zeit ein.

42

SOMMER | 2019


In der Ausstellung vertretene Künstlerinnen

und Künstler

Hans Baluschek (1870–1935)

Karl Kröner (1887–1972)

Max Beckmann (1884–1950)

Reinhold Nägele (1884–1972)

Rudolf Bergander (1909–1970)

Bill Nagel (1888–1967)

Pol Cassel (1892–1945)

Hanna Nagel (1907–1975)

Otto Dix (1891–1969)

Otto Nagel (1894–1967)

August Wilhelm Dreßler (1886–1970)

Karl Nolde (1902–1994)

Hugo Erfurth (1874–1948)

Albert Renger-Patzsch (1897–1966)

Conrad Felixmüller (1897–1977)

Józef Rosner (1892–1971)

Friedrich passepartout

Wilhelm Görz (1905–1971)

Gustav Schaffer WERKSTATT

(1881–1937)

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für Ihre perfekte Präsentation.

Martha Schrag (1870–1957)

Hans Grundig (1901–1958)

Georg Schrimpf (1889–1938)

Karl Holtz (1899–1978)

Fritz Schulze (1903–1942)

Karl Hubbuch (1891–1979)

Friedrich Seidenstücker (1882–1966)

Eric Johansson (1896–1979)

Rahmen Kurt Teubner Passepartouts (1903–1990) Fine-Art Prints

Käthe Individuelle Kollwitz Beratung (1867–1945)

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Karl Völker (1889–1962)

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Bernhard Kretzschmar (1889–1972)

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Willy Kriegel (1901–1966)

Heinrich Zille (1858–1929)

Kunstsammlungen Chemnitz

MUSEUM GUNZENHAUSER

Falkeplatz, 09112 Chemnitz

Telefon +49 (0) 371 488 7024

Öffnungszeiten

Di, Do–So, Feiertag 11–18 Uhr,

Mi 14–21 Uhr

Führungen

info.kunstsammlungen@

stadt-chemnitz.de

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43


DER KUNSTBLITZ | LEHMBRUCK MUSEUM DUISBURG

Schönheit

Lehmbruck & Rodin -

Meister der Moderne

44

SOMMER | 2019


Bis 28. August 2019

Auguste Rodin

Der Schlaf, Büste einer jungen Frau, Musée

Rodin Paris, Fotoagentur des Rodin

- Pauline Hisbacq Museums

ist schön?“ ist eine der

meistgestellten Fragen

„Was

in der Kunst. Das Ideal

der „Schönheit“ in der Kunst ist so ambivalent

wie faszinierend. Anhand eines Dialoges

von ausgewählten Arbeiten Wilhelm

Lehmbrucks mit Skulpturen des französischen

Bildhauers Auguste Rodin zeigt die

Ausstellung, wie sich das Schönheitsideal

und – damit verbunden – das Menschenbild

im Wechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert

verändern. Über den gesamten Wechselausstellungsbereich

des Neubaus auf einer

Fläche von über 1.100 m² spannt sich die

Ausstellung und präsentiert Werke aus allen

Schaffensphasen der beiden Jahrhundertkünstler.

Während im 19. Jahrhundert die Kunstproduktion

im Zeichen des Akademismus

und Neoklassizismus stand, wird seit der

Moderne die Kategorie der „Schönheit“ in

der Kunst zunehmend kritisch beleuchtet.

Das „Schöne“ gilt nicht mehr als das

„Wahre“ und „Gute“, sondern im Gegenteil

als das „Schöngemachte“, „Schmeichelnde“

und daher „Unwahre“. Zu Beginn des 20.

Jahrhunderts erfährt der Begriff der „Schönheit“

damit eine prägnante Umdeutung, die

Auguste Rodin so zusammenfasst: „Hässlich

in der Kunst ist das, was künstlich ist; was

45


DER KUNSTBLITZ | LEHMBRUCK MUSEUM DUISBURG

hübsch oder schön zu sein versucht, ohne

ausdrucksstark [‚expressif‘] zu sein […].“

Obwohl die zeitgenössische Kritik in

der Beurteilung seiner Kunst gespalten ist,

hat die Kunst Rodins auf die nachfolgende

Künstlergeneration entscheidenden Einfluss.

Auch der 41 Jahre jüngere Lehmbruck

beschäftigt sich immer wieder mit Rodin

und so finden sich motivische und formale

Bezüge sowohl im Früh- als auch im

Hauptwerk beider Künstler. Im Unterschied

zu Rodin entwirft Lehmbruck eine Ästhetik,

die auf einem neuen Verständnis von

Proportionen beruht. Seine Formensprache

ist klar und beruhigt und dennoch antiklassisch.

Ihm geht es vor allem um die

Darstellung einer inneren Wirklichkeit, um

das Erfassen eines Ausdrucks, dem Schaffen

eines neuen künstlerischen Ideals jenseits

tradierter Schönheitsvorstellungen. In

der berühmten ‚gotischen’ Längung seiner

Figuren ist das Verlangen erkennbar, eine

neue Form für das Wesen des Menschen zu

finden. Es geht Lehmbruck nicht um individuelle

Ähnlichkeit, sondern um eine neue

Vorstellung von Schönheit, die das Menschenbild

der Moderne bis in die heutige

Zeit prägt.

Mit der Jubiläumsausstellung nimmt das

Lehmbruck Museum erstmals eine Neubewertung

der Idee von Schönheit in einer

auf Lehmbruck, Rodin und die Bildhauerei

Wilhelm Lehmbruck,

Betende, 1918, Foto Dejan Saric

der Moderne fokussierten Ausstellung vor.

Dabei entfaltet sich die Ausstellung nicht

streng chronologisch, vielmehr wirft sie

Schlaglichter auf die Momente, in denen

sich eine Neuentwicklung abzeichnet. In

pointierten Setzungen werden Werke von

Zeitgenossen und jüngeren Künstlerinnen

und Künstlern, unter ihnen Alexander Archipenko,

Hans (Jean) Arp, Constantin Brancusi,

Alfred Boucher, Camille Claudel, Berlinde

De Bruyckere und Henri Matisse, den

Arbeiten der beiden Hauptprotagonisten an

die Seite gestellt.

Mit mehr als hundert Werken und Leih-

46

SOMMER | 2019


sind, die Menschen aus unterschiedlichsten

Kulturen, Gesellschaften und Altersgruppen

heute in ihren Bann ziehen. Was ist es, das

die Menschen vor den Werken Lehmbrucks

und Rodins inne halten lässt, um ihrem Wesen

nachzuspüren?

Wilhelm Lehmbruck mit der Badenden,

Original

Lehmbruck Museum Duisburg

Düsseldorfer Straße 51

47051 Duisburg

T: +49 (0)203 283-3294 oder -2630

F: +49 (0)203 283-3892

E-Mail: info [at] lehmbruckmuseum

gaben aus nationalen und internationalen

Museen wie dem Musée Rodin in Paris,

dem Gemeentemuseum in Den Haag, der

Hamburger Kunsthalle, der Pinakothek

der Moderne in München und dem Centre

Pompidou in Paris präsentiert die Ausstellung

hochkarätige Leihgaben, die in dieser

Zusammenstellung erstmals zu sehen sind.

Die Ausstellung ist eine umfassende Würdigung

des berümten Künstlersohns der Stadt

Duisburg, der seine größten künstlerischen

Erfolge zu Lebzeiten in Paris und den USA

feierte. Sie geht der Frage nach, welche

Qualitäten und Eigenheiten der Kunst es

Auguste Rodin,

Je suis belle, Musée Rodin Paris, Foto Christian Baraja

47


DER KUNSTBLITZ | FONDATION BEYELER

Rudolf Stingel

Die Fondation Beyeler widmet ihre

Sommerausstellung 2019 dem zeitgenössischen

Maler Rudolf Stingel

(geboren 1956 in Meran, lebt in New York

und Meran). Sie präsentiert Stingels bedeutendste

Werkserien aus allen Schaffensperioden

der letzten drei Jahrzehnte und

gewährt so einen umfassenden Überblick

über seine vielfältige künstlerische Praxis.

Die Ausstellung in der Fondation Beyeler

ist die erste grosse Werkschau von Rudolf

Stingel in Europa nach derjenigen im Palazzo

Grassi in Venedig (2013) und die erste

in der Schweiz seit jener in der Kunsthalle

Zürich (1995). Sie erstreckt sich über

insgesamt neun Säle des gesamten Südflügels

der Fondation Beyeler und zusätzlich

temporär über die beiden Räume des Restaurants

im Berower Park. Von Raum zu

Raum konzipiert, folgt die von Gastkurator

Udo Kittelmann in enger Zusammenarbeit

mit dem Künstler eingerichtete Ausstellung

keiner strengen Chronologie, sondern

zielt vielmehr auf ein spezifisches Gegenüber

einzelner bildnerischer Werke, deren

Auswahl und Positionierung speziell auf

die von Renzo Piano entworfenen Räume

abgestimmt sind. Einige Werke werden im

Rahmen der Ausstellung erstmals öffentlich

gezeigt. Zudem werden neue ortsspezifische

Installationen präsentiert.

48

SOMMER | 2019


Bis 6. Oktober 2019

Rudolf Stingel Untitled, 2019, Öl auf Leinwand, 335.3 x 457.2 cm,

© Rudolf Stinge, Foto: John Lehr

Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation

hat Rudolf Stingel den Begriff

dessen erweitert, was Malerei sein kann

und wodurch sie definiert wird. Seit Anbeginn

seiner Karriere in den späten 1980er-

Jahren erkundet er ihre Möglichkeiten und

medienspezifischen Grenzen im Wechselspiel

künstlerischer Verfahren, Materialien

und Formen. Ausgehend von seiner Auseinandersetzung

mit klassischen Bildthemen

entwickelt er einen Reichtum motivischer

Variationen. Neben verschiedenen Serien

abstrakter und fotorealistischer Gemälde

entstehen grossformatige Werke aus Styropor,

aus Metall gegossene Bilder sowie

mit Teppichen oder silbernen Dämmplatten

ausgekleidete Räume, die berührt und

betreten werden dürfen.

Bereits ein Blick in Stingels erstes Künstlerbuch,

1989 unter dem Titel Anleitung

erschienen, gibt Aufschluss über seine

unkonventionelle Haltung. In sechs Sprachen

und begleitet von illustrierenden

Schwarz-Weiss-Fotografien beschreibt er

darin jeden einzelnen Herstellungsschritt

seiner mithilfe von Tüll und Emaille geschaffenen

abstrakten Gemälde: Ölfarbe

soll demnach mit einem handelsüblichen

Rührgerät angemischt und auf die Leinwand

aufgetragen werden. Darüber wird

eine Schicht Tüll gelegt und mit Silberfarbe

besprüht. Entfernt man den Tüll

anschliessend, bleibt eine scheinbar dreidimensionale

Farbfläche zurück, die an

eine von Adern durchzogene Landschaft

erinnert. Die Anleitung suggeriert: Befolgt

man diese, offenbar ganz einfach umzusetzende

Handlungsanweisung, so kreiert

man einen eigenen «Stingel».

49


DER KUNSTBLITZ | FONDATION BEYELER

Doch lässt man sich weiter auf dieses Gedankenspiel

ein, so wird schnell deutlich:

Selbst wenn alle Handlungsschritte genau

beachtet werden, mag vielleicht ein

wunderschönes Werk entstehen, doch eigenständig

ist es keineswegs – denn man

Rudolf Stinge, lUntitled, 2013, Öl auf Leinwand,

127 x 127 cm, © Rudolf Stingel,

Foto: Christopher Burke Studio

In den frühen 1990er-Jahren erweitert

Stingel sein Repertoire und schafft neben

abstrakten Gemälden erstmals ortsspezifische

Werke. In seiner ersten Galerieausstellung,

1991 in der Daniel Newburg

Gallery in New York, wartet er nur mit

einer einzigen Arbeit auf: Der gesamte

Galerieraum ist mit einem leuchtend orangefarbenen

Spannteppich ausgelegt, die

Wände bleiben komplett frei. Wenig später

präsentiert er andernorts in einer weiteren

Variation erneut einen einfarbigen Spannteppich,

der nun aber an einer Ausstellungswand

angebracht ist. Während die

Besucherinnen und Besucher der Daniel

Newburg Galerie unfreiwillig auf dem am

Boden ausgelegten Teppich ihre Fussspuren

hinterliessen, sind sie nun eingeladen,

mit den Händen, grossen Pinselstrichen

gleich, die Teppichoberfläche zu glätten

oder aufzurauen.

selbst bleibt dabei stets die ausführende

Hand des Künstlers und Teil eines von ihm

erdachten Konzepts. In einer humorvollen

und selbstironischen Weise kommentieren

die Anleitungen somit Kunstmarkt und

Kunstbetrieb.

Fondation Beyeler

Baselstrasse 101

4125 Basel, Schweiz

Telefon: +41 61 645 97 00

www.fondationbeyeler.ch

50

SOMMER | 2019


DIETER SCHWALM

Ölbilder, Zeichnungen und Skulpturen

ART BRÜGGEN 2019

Ich bin dabei!

DIETER SCHWALM

Tel.+49 202 7866160

www.arte-artistica.com

51


DER KUNSTBLITZ | THOMAS BAUMGÄRTEL

Er zeigt stets Haltung. Klare Kante.

Bekennt sprichwörtlich Farbe: Thomas

Baumgärtel gehört nicht nur

zu den vielseitigsten Künstlern, sondern

auch zu den gesellschaftlich und politisch

engagiertesten. GERMAN URBAN POP ART

2019/2020 heißt das aktuelle Projekt Thomas

Baumgärtels, dem Bananensprayer.

Mit einem Ausstellungszyklus von weltweit

25 Einzelausstellungen in Museen,

Galerien und weiteren Institutionen wird

er sich u.a. in Sydney, Antwerpen, Riehen-

Schweiz, Berlin, München und in seiner

Heimatstadt Köln präsentieren.

auch Acrylmalerei, Collage- und Decollage-Techniken

sowie Performances in sein

Werk integriert – und sich so dem klassischen

Kanon mitsamt seiner Etikettierungen

immer wieder entzieht. Neben neuen,

eigens für GERMAN URBAN POP ART angefertigten

Arbeiten werden auch Schlüsselwerke

aus seinem Œuvre zu sehen sein,

GERMAN URBAN POP ART. Der Titel spielt

auf Baumgärtels künstlerische Entwicklung

an; als Wegbereiter der deutschen

Street Art hat er seit den 1980er Jahren

die Sprühkunst zum anerkannten Genre

erhoben – und in Folge Maßstäbe für die

urbane Kunst gesetzt. Dabei griff er immer

wieder Elemente der Populärkultur auf, die

in einem unverwechselbaren Clash aus

Urban- und Pop Art gipfelten und somit

die Dispersion der Stile veranschaulichten.

Wobei der Kölner Künstler bis heute

Große Welle, 2018, Acryl und Spraylack auf

Leinwand 70 × 100 cm, Werkverzeichnis: 2067

wie „Metamorphosen der Spraybanane“

und „Totentanz der Künstler“.

KUNST MIT BOTSCHAFT

Die künstlerische Genese von Thomas

52

SOMMER | 2019


„Wir müssen wieder lernen Träume zuzulassen.

Kunst ist dafür ein ideales Medium.

Was sie vermag und in uns erwecken kann, ist grenzenlos.“

Thomas Baumgärtel

Stadt Köln, 2016, Spraylack auf Alu,

60 x 90 cm, Werkverzeichnis: 1917

zur Klimakatastrophe und der Flüchtlingskrise

beziehen werde“, betont Thomas

Baumgärtel. Auch des Europa-Themas will

sich der Künstler annehmen; und einmal

mehr hinterfragen, wie Deutschland dem

EU-Konstrukt begegnet. Und wo Probleme

und Fallstricke lauern. Denn Deutschland,

seine Historie und das (Selbst) Bild,

das ihm anhaftet, war immer ein Kernsujet

Baumgärtel wäre ohne sein sozialkritisches

und politisches Bewusstsein nicht denkbar.

Stets hat er – charmant-sardonisch und

ohne erhobenen Zeigefinger – mit den Mitteln

seiner Kunst Missstände angeprangert,

offensiv für die Freiheit der Kunst und für

die Demokratie gekämpft und dabei auch

Kontroversen nicht gescheut. Diesem wesentlichen

Aspekt seines Œuvres trägt auch

GERMAN URBAN POP ART Rechnung: „Ein

zentrales Thema wird die Auseinandersetzung

mit Diktaturen und Autokratien sein,

beispielsweise bewegt mich, was in China

passiert. Wir leben in allgemein unruhigen

Zeiten; weshalb ich auch deutlich Position

Queen im Atelier: Stay with us! 2019, Spraylack

auf Leinwand, 317 x 178 cm Werkverzeichnis:

2107

53


DER KUNSTBLITZ | THOMAS BAUMGÄRTEL

in Baumgärtels Kunst. Nicht zuletzt markiert

der Ausstellungszyklus sein drittes,

soeben im Kölner Wienand Verlag erschienener

Zehn-Jahres-Katalog. Die Werkschau

von 2008 bis 2018 präsentiert die

künstlerische Vielfalt von Thomas Baumgärtel

mit 600 Werken auf 416 Seiten. Die

Spraybanane steht bei zahlreichen Werkgruppen

und Aktionskunst-Projekten im

Mittelpunkt. Aber nicht nur.

„Das Besondere an dritten Band ist, dass

ich ganz neu meine Stilbilder, Spraygramme,

Brückenbilder und kinetischen Arbeiten

vorstelle“, freut sich Thomas Baumgärtel.

Ohne Volksabstimmung ist alles Banane. Eine Aktion

für „Mehr Demokratie“ e.V. im Februar 2018 vor dem

Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.

Thomas Baumgärtel mit

der Friedensbanane am

Kölner Dom

Hohenzollernbrücke im Atelier, 2017, Acryl/

Spraylack auf Plakatwand, 253 x 353 cm, Werkverzeichnis:

1979

54

SOMMER | 2019


BRIGITTA PULEY

Ölbilder und Zeichnungen

ART BRÜGGEN 2019

Ich bin dabei!

BRIGITTA PULEY

Tel.+49 202 738217

www.arte-artistica.com

55


DER KUNSTBLITZ | CITY-ART-KADEN 2019 WUPPERTAL

City-ART-Kaden 2019

„Die leichteste ART, der KUNST zu begegnen“

Die Vorbereitungen für die

nächste City-ART-Kaden laufen

wieder auf Hochtouren. Die

Ausstellung, die sich im letzten

Jahr eine kurze Pause gegönnt

hatte, wird zum zwölften Mal in

den Räumen der der City-Arkaden

Wuppertal stattfinden (27.

10. bis 9. 11. 2019)

Gezeigt werden Arbeiten von

Künstler/innen aus der Region

Nordrhein Westfalen, die sich

mit Kunstdisziplinen aus den

Bereichen der Malerei, Bildhauerei

und Fotografie auseinandersetzen.

Katrin Becker

Center Managerin

Wie in den früheren Editionen sind

ein erfolgreicher Abschluss an

einer anerkannten Kunstakademie

oder die Mitgliedschaft im Verband

bildender Künstler, von der Jury gewünscht;

allerdings finden auch Autodidakten, die regelmäßig

ihre Kunst auf hohem Niveau präsentieren,

jedes Jahr die Aufmerksamkeit der

Juroren. Damit wird das Niveau der Ausstellung

(die eine würdige Präsentation, ähnlich

56

SOMMER | 2019


ART A10 2019 - Unter den neuen Bewerberinnen die

Künstlerin Ingeborg Teetz. Öl auf Leinwand, 50x70 cm

57


DER KUNSTBLITZ | CITY-ART-KADEN 2019

wie bei einer internationalen Kunstmesse,

aufweisen kann) sehr hoch angesetzt und

das beweist auch das Interesse von zahlreichen

Kunstliebhabern, die die „leichteste

ART, der KUNST zu begegnen“, auch in „die

leichteste Gelegenheit ihre Kunstsammlung

zu bereichern“ verwandelt haben. Da die

City-Arkaden bemüht ist, die teilnehmenden

Künstler/innen zu unterstützen, werden die

Künstler/innen im Fall einer erfolgreichen

Verkaufstransaktion, den Verkaufspreis ohne,

dass eine Provision fällig wird, erhalten. Ziel

der Veranstaltung ist es, Menschen auch außerhalb

der Museen und Tempeln der Kultur

(s. auch Christos Kunstaktionen) in Berührung

mit Kunst zu bringen, „...Denn solange

Kunst nur elitäre Kreise erreichen kann, wird

sie ihrer gesellschaftlichen Funktion nicht

vollständig gerecht...“ (Zitat aus der Rede

von Katrin Becker während der Vernissage

der City-ART-Kaden 2012). Angesichts der

Tatsache, dass die City-Arkaden während der

Ausstellungsdauer von Hunderttausenden

von Menschen besucht werden, bietet die

58

SOMMER | 2019


Hausverwaltung

seit 1996 in Wuppertal und Umgebung

Wir beschränken uns nicht nur auf die professionelle

Verwaltung und Abrechnung, sondern übernehmen

für Sie die Vermietung und kümmern uns mit

zuverlässigen Wuppertaler Unternehmen um die

Wartung & Pflege Ihrer Immobilie.

Um Ihnen mit dem nötigen Fachwissen zur

Verfügung stehen zu können, nehmen wir als

Mitgliedsunternehmen im Verband der

Nordrhein-Westfälischen

Immobilienverwalter E.V.,

regelmäßig an Fortbildungen teil.

Auch für den Verkauf Ihrer Immobilie stehen wir Ihnen mit einem

kompetenten Partner zur Seite.

Richten Sie Ihre Anfragen rund um die

Vermietung (Anmietung & Vermietung) sowie

Verwaltung von Immobilien an:

Lingemann Immobilien

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Telefon: 02 02 430 39 86

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59


DER KUNSTBLITZ | CITY-ART-KADEN 2019

Veranstaltung die ideale Bühne, um ein so

anspruchsvolles Ziel zu erreichen.

KUNSTPREISE

1

23

(Sponsor: SPARDA BANK West).

Eine Jury entscheidet welche Künstler/innen

an der Ausstellung teilnehmen dürfen,

außerdem vergibt sie auch drei Preise: Der

erste Kunstpreis ist mit 2000 Euro dotiert

Der zweite Preis wird von der Firma Künstlerbedarf

boesner (Düsseldorf), zur Verfügung

gestellt, es handelt sich um einen

Einkaufsgutschein im Wert von 500 Euro.

Der dritte Preis beinhaltet eine Einzelausstellung

in den Räumen der SPARDA BANK

Wuppertal (Hauptstelle, Bankstr. 3, 42103

Wuppertal).

Kunst soll ein würdiges Echo finden und

für jedermann zugänglich sein. Sie begeistert,

macht nachdenklich, ruft Erinnerungen

hervor, erstaunt, aber vor allem inspiriert sie.

Das Ziel eines jeden Künstlers ist es, dass

sein Werk gesehen wird, dass es Gefühle in

den Menschen hervorruft. Eben diesem Ziel

dienen die City-ART-Kaden.

Ob es sich um Gemälde, Fotografien, Skizzen,

Skulpturen oder Installationen von Objekten

handelt, Kunst ist stets eine Manifestation

dessen, was den Künstler bewegte.

Was die ausgewählten Künstlerinnen und

Künstler aus ganz Nordrhein-Westfalen bewegte,

können Sie vom 27. Oktober bis 09.

November in der City-Arkaden Wuppertal

sehen und erfahren.

Die Vernissage findet am

27. Oktober 2019 statt.

60

SOMMER | 2019


Das Fachgeschäft für Künstlerbedarf in Wuppertal

05. September 2019

10 jähriges Jubiläum

Wir sagen

Danke!

Hofaue 54 / Ecke Wesendonkstr. - 42103 Wuppertal

Telefon: 946 000 95 - www-via-dellarte.de

61


DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

GALERIE ART-ECK SOLINGEN

ZEIGT VOM 20. JULI BIS 8. SEPTEMBER 2019

EINE AUSSTELLUNG ZUM 50. JAHRESTAG DER MONDLANDUNG

Mit Arbeiten von:

Hiroyuki Masuyama, Ioan Iacob, Thomas

Baumgärtel, Christian von Grumbkow, Harald

Klemm, Moritz Albert, Robert Pufleb /

Nadine Schlieper, Dirk Balke, Friedrich August

de Leuw.

Vernissage Samstag 20. Juli, 16 Uhr

Galerie ART-ECK, Küllersberg 1

42653 Solingen-Gräfrath

Friedrich August de Leuw, 1876

MALKURSE in Wuppertal

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

Möchten Sie Ihre Maltechnik

verbessern? Oder suchen Sie eine

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kreativ ist? Kurse für Acryl- und

Ölmalerei, Aquarell, Pastelle,

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62

SOMMER | 2019


UROLOGISCHE PRIVATPRAXIS

WUPPERTAL

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Medikamentöse Tumortherapie

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63


DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

ALICE AYCOCK

SELECTED WORKS 1971-2019

SPRENGEL MUSEUM HANNOVER

BIS 25.08.2019

Alice Aycock (*1946, lebt in New York) hat

mit ihrer 2015 aufgestellten „Twister“-

Skulptur ein neues Wahrzeichen für das

Sprengel Museum geschaffen. Innerhalb

kürzester Zeit ist dieser monumentale

Wirbelsturm zusammen mit Niki de Saint

Phalles „Tanzenden Nanas“ am Leineufer

und dem „Hellebardier“ am Maschsee von

Alexander Calder zu einer der beliebtesten

und meist fotografierten Skulpturen im

öffentlichen Raum in Hannover geworden.

Das Sprengel Museum Hannover widmet

der Künstlerin nun eine große Ausstellung,

DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

die einen Überblick über ihr Schaffen von

den frühen 1970er-Jahren bis in die unmittelbare

Gegenwart gibt.

Alice Aycocks künstlerische Anfänge sind

zunächst stark von der amerikanischen

Konzeptkunst, Minimal Art und Land Art

geprägt. Sie widmet sie sich architektonischen

Strukturen und entwirft nicht benutzbare

Scheinarchitekturen. Die 1980er-

Jahre sind geprägt von maschinenartigen

Metallskulpturen, die Elemente der angewandten

bzw. der Ingenieurskunst auf ihre

Idee von Bildhauerei übertragen. In den

letzten 10 Jahren entwickelte Aycock ihre

großformatigen „Twister-Skulpturen“. Themenkomplexe

wie Klimawandel und der

Alice Aycock

„Alien Twister“, 2018, Edition 1 von 3 + 1AP Aluminium,

weiße Pulverbeschichtung, Collection of the artist,

courtesy Galerie Thomas Schulte Berlin and Marlborough

Gallery, New York

Balanceverlust in unserem Umgang mit der

Natur, aber auch technische Zivilisation

und Ingenieurskunst als Antwortstrategie

darauf werden in diesen beeindruckenden

Skulpturen verhandelt.

Das Sprengel Museum Hannover präsentiert

nun die erste museale Einzelausstellung der

Künstlerin in Deutschland seit 35 Jahren.

SPRENGEL MUSEUM HANNOVER

Kurt-Schwitters-Platz

30169 Hannover

T (0511) 168 – 4 38 75

F (0511) 168 – 4 50 93

Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de

64

SOMMER | 2019


FONDATION BEYELER

26. 5. – 6. 10. 2019

RIEHEN / BASEL

Untitled

(Detail), 2015, Öl auf Leinwand, 241,3 × 165,7 cm, © Rudolf Stingel, Foto: John Lehr

65


DER KUNSTBLITZ | NOTIZEN

IMPLIZITE SPANNUNGEN: MAPPLETHORPE NOW

SOLOMON R. GUGGENHEIM MUSEUM NEW YORK

BIS 5. JANUAR 2020

Noch bis 5. Januar 2020 präsentiert das

Solomon R. Guggenheim Museum Implicit

Tensions: Mapplethorpe Now, den zweiten

Teil einer ganzjährigen Ausstellung, die

sich mit dem Erbe von Robert Mapplethorpe

(1946– 1989) befasst. Mapplethorpe ist

einer der am meisten gefeierten und doch

kontroversen amerikanischen Künstler des

späten 20. Jahrhunderts und weithin bekannt

für seine kühnen, formal rigorosen

Bilder, die absichtlich soziale Sitten übertreten,

und für die Zensurdebatten, die ihn

zu einem Symbol für die Kulturkriege der

späten 1980er und Anfang der 1990er Jahre

machten.

In den folgenden Jahrzehnten haben sich

Künstler und Kritiker mit Mapplethorpes

Erbe auseinandergesetzt, Fragen nach der

Agentur des fotografischen Subjekts aufgeworfen

und seine Darstellungen des homoerotischen

Verlangens, des schwarzen

männlichen Akts und der weiblichen Figur

befragt. Gleichzeitig wurde er dafür gefeiert,

unterrepräsentierten Gemeinschaften

Sichtbarkeit zu verschaffen, und für die Objektivierung

seiner Sitter kritisiert. In dem

Bestreben, diese komplexen Gespräche zu

reflektieren und Mapplethorpes kritischen

Beitrag zur Kunst seiner Zeit zu würdigen,

zeigt diese Ausstellung die Arbeiten

Robert Mapplethorpe

Graces Jones 1984, Gelatin silver print 48,9 x 38,7 cm

Solomon R. Guggenheim Museum New York Gift

The Robert Mapplethorpe Foundation 1998

© Robert Mapplethorpe Foundation

von sechs Künstlern der Sammlung Guggenheim,

die durch fotografische Porträts

weitreichende Ansätze zur Erforschung der

Identität bieten: Rotimi Fani-Kayode (geb.

1955, Lagos, Nigeria, gest. 1989, London),

Lyle Ashton Harris (geb. 1965, New York),

Glenn Ligon (geb. 1960, New York), Zanele

Muholi (geb. 1972, Umlazi, Südafrika), Catherine

Opie (* 1961, Sandusky, Ohio) und

Paul Mpagi Sepuya (* 1982, San Bernardino,

Kalifornien).

SOLOMON R. GUGGENHEIM

MUSEUM

1071 Fifth Avenue,

New York

Galerie Tower Level 4

und Thannhauser 4

66

SOMMER | 2019


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