Stahlreport 2019.12

markushuneke

74. Jahrgang | Dezember 2019

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

12|19

„Treffpunkt Stahl“ auf der Blechexpo – Let’s do it again!


gegründet 1969

Europäischer

Stahldistributeur

Träger / Formstahl in S355J2

Bepro Blech und Profilstahl GmbH & Co. KG

Consolstraße 11, D-45889 Gelsenkirchen

Tel. +49(0)209/98251-10, Fax +49(0)209/98251-31

info@bepro.de, www.bepro.de


„Treffpunkt Stahl“

auf der Blechexpo –

Let’s do it again!

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

das Stuttgarter Messeduo Blechexpo/Schweisstec

hat im November einige Rekorde gebrochen: Die

14. Blechexpo und die 7. Schweisstec haben mit

45 % den bisher höchsten Anteil internationaler

Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzeichnet,

zudem war die Doppelmesse flächenmäßig mit

108.000 m 2 – ein Plus von 15 % im Vergleich zur

Vorveranstaltung 2017 – noch nie größer. So hat sich das Angebot

des BDS an seine Mitgliedsunternehmen, sich neben dem Düsseldorfer

Messeduo wire/Tube auch anlässlich der Blechexpo auf einem Gemeinschaftsstand

zu präsentieren (siehe S. 25), als der richtige Riecher

erwiesen. Das hat auch das Feedback der Aussteller des „Treffpunkts

Stahl“ – so das Motto des BDS-Gemeinschaftsstands – bestätigt: „Let’s

do it again!“, so ein Statement dazu.

Auch wenn es derzeit konjunkturell nicht rund läuft, wie der

Bereichsleiter Research im BDS, Jörg Feger, in seiner monatlichen

Analyse für den Stahlhandel feststellt (S. 30): Auch in dieser Ausgabe

des Stahlreport finden sich wieder jede Menge Beispiele dafür, wie

engagiert, innovativ und voller guter Ideen die Unternehmen des Stahlhandels

agieren – vom zuverlässigen Versorger regionaler Stahlverwender

(S. 6) bis hin zum international agierenden Stahl-Service-

Center, das durch umfangreiche Investitionen schon heute auf die

Elektromobilität bestens vorbereitet ist (S. 10). Aber auch die Zulieferer-

und Ausrüster- sowie benachbarte Branchen der Stahldistribution

zeigen, dass sie am Ball bleiben – vom Hersteller und Anbieter so

unterschiedlicher Produkte wie temporärer Korrosionsschutz (S. 18)

über ein ERP-System und andere IT-Produkte (S. 20) bis hin zum Kaltbandhersteller

mit neuem Walzkonzept (S. 26).

Mit guten Ideen und viel Engagement müssen Unternehmen heute

auch unterwegs sein, wenn es um die Gewinnung von Nachwuchskräften

geht. Deren Einstellung zum Beruf unterscheidt sich, wie man

häufig hört, von denen der Eltern- und Großelterngeneration deutlich.

So werden vielfach höhere Ansprüche an die Arbeitgeber gestellt –

etwa was zusätzliche Angebote neben dem Gehalt betrifft. Eine Möglichkeit

für Stahlhandelsunternehmen, für Mitarbeiter attraktiver zu

sein, ist, in die Weiterbildung zu investieren – zum Beispiel mit einem

der BDS-Angebote (S. 36 und Heftrückseite). So verbessert man nicht

nur sein Standing bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sondern

stärkt zugleich das Standing des Unternehmens im Markt.

Viel Freude beim Lesen, eine gute und erholsame Weihnachtszeit und

einen guten Rutsch ins neue Jahr, wünscht Ihnen

Markus Huneke

Chefredakteur Stahlreport

INHALT

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Eisen-Rau – Tradition verpflichtet

10 Stahlo – Für Elektromobilität bestens vorbereitet

12 edding bei Klöckner & Co

14 ESH-Forum – Konjunktur auf dem Weg zur Normalität

STAHLPRODUKTION

16 thyssenkrupp – Oxygenstahlwerk feiert

50-jähriges-Jubiläum

ANARBEITUNG & LOGISTIK

18 Dr. Demuth – Eine Regenjacke für Stahlprodukte

20 OttComputer – Prozesse aus einer Hand

22 ZwickRoell – Eines der größten Fallwerke der Welt

MESSEN UND MÄRKTE

Blechexpo-Messerückblick

24 So war die Blechexpo 2019

25 BDS-Gemeinschaftsstand –

Treffpunkt Stahl auf der Blechexpo

26 Bilstein-Group – Neuartiges Walzkonzept für Kaltband

30 Arbeitsschutz – Rückblick auf Kongressmesse A + A

32 Vorschau auf die Nortec 2020 – Messe und Campus

BDS

34 BDS-Research – Es läuft nicht rund

36 BDS-Stahlkunde-Seminar – Kunden besser beraten

38 Fachgruppe Fernunterricht – DQR im Mittelpunkt

39 Arbeitskreise Jungkaufleute im Stahlhandel –

Infos zu Karrierechancen

WISSENSWERTES

40 Bildungsförderung – Kein Durchblick

41 Förderungprogramm zur Ausbildung – Erfahrungsaustausch

42 Saarbrückener Forschungsergebnisse – Stahl besser

klassifizieren

VERBÄNDE & POLITIK

43 Bauwirtschaftstag in Berlin – Hoher Besuch

44 Deutscher Handelskongress – Vergangenheit und

Zukunft

45 DistancE-Learning – Events in der Hauptstadt

46 BME-Symposium – Pacemaker sein

LIFESTEEL

48 Stahlharter Antrieb für E-Bikes – Zahnräder von Liebherr

49 thyssenkrupp – Drohnen für Hochofen-Proben

50 Messeeingang Dortmunder Westfalenhallen –

Zink-geschützte Stahlkonstruktion

50 Impressum

Stahlreport 12|19

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Persönliches

Kurznachrichten

Foto: Lantek

Christoph Zemelka

übernimmt rund um den kommenden Jahreswechsel

die Leitung der Unternehmenskommunikation

bei der thyssenkrupp AG.

Der 50-jährige promovierte Journalist hatte

zwischen 2014 und 2018 während des Dieselskandals

die Unternehmenskommunikation

der Bosch-Gruppe geleitet. Unter der

neuen Vorstandschefin Martina Merz löst

Dr. Christoph Zemelka bei thyssenkrupp

den bisherigen Kommunikationschef Alexander

Wilke ab. Mit dem 46-jährigen hatte

sich der Konzern zuvor nach 16 Jahren einvernehmlich

auf eine Beendigung der

Zusammenarbeit geeinigt.

Uwe Clausen

ist nun auch in der acatech vertreten. Die

Mitgliederversammlung der Deutschen Akademie

der Technikwissenschaften (acatech)

hat in ihrer Sitzung Mitte Oktober in Berlin

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Institutsleiter

am Fraunhofer-Institut

für Materialfluss

und Logistik IML, als

neues Mitglied aufgenommen.

Nach

Prof. Michael ten

Hompel (2011),

Prof. Axel Kuhn

(2012) und Prof.

Michael Henke

(2018) ist Clausen

damit bereits der vierte Vertreter der Dortmunder

Logistikwissenschaft in dieser Wissenschaftsorganisation.

Foto: IML

Rodrigo Argandoña

ist zum neuen Chief Operations Officer

(COO) von Lantek ernannt worden. Dieser

international tätige Anbieter in der digitalen

Transformation der Blech- und Metallindustrie

ist in Deutschland mit der Lantek Systemtechnik

GmbH in Darmstadt vertreten.

Der neue COO berichtet direkt an Lantek-

Geschäftsführer Alberto López de Biñaspre

und wird Mitglied im Unternehmensvorstand.

Rodrigo

Argandoña hat mehr

als 30 Jahre Erfahrung

in der Leitung

von Teams, die globale

Softwarelösungen

in multinationalen

Umgebungen

entwickeln und

umsetzen. Er wird für

die internationalen Geschäfte in den 14

Ländern und 20 Büros verantwortlich sein,

in denen Lantek lokale Service-Teams und

Projekte unterhält.

Stefan Rauber

ist seit dem 1.11.19 Generalsekretär der

Montanstiftung Saar. Diese Stelle gab es

bisher nicht, denn die Stiftung wurde bis zu

dessen plötzlichem Tod in diesem Februar

vom früheren Kuratoriumsvorsitzenden

Michael Müller in dessen Saarbrückener

Anwaltskanzlei mitverwaltet. Die Stiftung ist

u.a. die Eigentümerin der SHS Stahl-Holding

Saar, die als Management-Obergesellschaft

der Dillinger Hütte und von Saarstahl fungiert.

Bis zu seinem Wechsel war Stefan

Rauber Abteilungsleiter für Energie-, Industrie-

und Dienstleistungspolitik im Wirtschaftsministerium

des Saarlands. Vor seiner

Zeit im Ministerium war der neue

Generalsekretär Geschäftsführer der SPD-

Fraktion im saarländischen Landtag.

Martin Haefner

hat vorerst darauf verzichtet, zwei eigene

Vertreter zur Wahl in das Aufsichtsgremium

von Schmolz + Bickenbach vorzuschlagen.

Der Großaktionär des wirtschaftlich in Zugzwang

geratenen Stahlherstellers kam

damit seinen Interessen-Kollegen entgegen,

denn das Unternehmen soll im Dezember

2019 einen neuen Verwaltungsrat erhalten,

um es im Markt verändert aufzustellen. Der

Konzern benötigt frisches Geld und will eine

Kapitalerhöhung vornehmen.

Zehn neue

Köstner-Auszubildende

haben drei Tage Teambildung in den Hassbergen

genossen. Ort des Geschehens war

ein Ferienhaus in dem kleinen Ort Kreuzthal

– offensichtlich ein passender Ort für Gruppen,

die konzentriert an sich arbeiten wollen.

Die Richard Köstner AG nutzt eben

diese Idylle immer wieder für ihren Workshop

mit Volker Witzleben und seine Power-

Azubi-Schmiede. Ende September durfte

der Coach dort drei Tage lang mit zehn

neuen Auszubildenden des Fachhandelsbetriebs

mit Hauptsitz in Neustadt/Aisch ans

Werk gehen. Nachdem die Auszubildenden

bereits erste praktische Erfahrungen im

Betrieb gesammelt hatten, fand das dreitägige

Teamtraining zusammen mit dem Ausbildungsleiter

Gero Gembruch und der

Foto: Köstner

Foto: RRittal

neuen Teamleiterin Personal des Familienunternehmens,

Yvonne Herms (hintere

Reihe, Zweite v.r.), statt. Der Workshop

beinhaltete insgesamt sechs Lernblöcke.

Köstner zählt in der Firmengruppe aktuell

35 Azubis.

Florian Wirth

übernimmt am rff-Standort Nürnberg von

Karl-Heinz Scharf die Leitung. Diese Umstellung

hat jetzt begonnen, und im Juni 2020

wird sich Scharf dann endgültig zurückziehen.

Dann wird er dort zehn Jahre lang tätig

gewesen sein. rff ist ein Stahlhandelshaus,

das sich auf den Verkauf von Rohren, Flansche,

Fittings und Rohrzubehör konzentriert.

Hauptsitz des Unternehmens ist Stuhr

bei Bremen.

Friedhelm Loh

freut sich, dass Gaia-X gestartet ist Auf dem

Digitalgipfel 2019 Ende Oktober in Dortmund

eröffnete das Bundeswirtschaftsministerium

(BMWi) das europäische Digital-

Großprojekt zur Stärkung der Industrie im

internationalen Wettbewerb. Ziel ist der Aufbau

einer europäischen Cloud zur sicheren

Digitalisierung und Vernetzung der Industrie

und als Basis für den Einsatz neuer KI-

Anwendungen (Künstliche Intelligenz). Mit

im Boot als industrieller Partner des Gaia-X

Programms ist auch die Friedhelm Loh

Group – als mittelständisches und global

agierendes Unternehmen, das u.a. auf dem

Markt für Schaltschränke aktiv ist. Inhaber

und Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Friedhelm

Loh, der auch als Investor u.a. auf

4 Stahlreport 12|19


Metallmärkten aktiv ist, hat das Großprojekt

mit ins Leben gerufen.

André Wagner

war 2017 der Preisträger, als der Fritz Studer

Award zuletzt verliehen worden ist. Nun hat

die Fritz Studer AG aus dem schweizerischen

Thun diese Auszeichnung erneut ausgeschrieben.

Das Unternehmen sucht für diesen Wettbewerb

Arbeiten und

Forschungsergebnisse

mit folgendem

Inhalt: innovative

Maschinenkonzepte

oder Komponenten

für Werkzeugmaschinen

der Präzisionsbearbeitung,

alternative

Foto: Studer

Werkstoffe im

Maschinenbau, Simulationsmodelle

zum dynamischen und thermischen

Verhalten von Werkzeugmaschinen,

Steuerungs- und Sensorkonzepte für Werkzeugmaschinen,

digitale Lösungen zur Unterstützung

des Schleifprozesses, neue oder weiterentwickelte

Fertigungstechnologien –

speziell in der Hartfeinbearbeitung, wie Schleifen,

Hartdrehen und Ähnliches. Den Gewinnern

winkt ein Preisgeld von 10.000 CHF.

Hermann Butting

hat in Braunschweig den Unternehmerpreis

der „Region 38“ verliehen bekommen. Der so

Ausgezeichnete ist Geschäftsführer und

Alleingesellschafter des Edelstahlverarbeiters

Butting. Der Preis würdigt unternehmerischen

Erfolg, innovative Ideen, vorbildliche Unternehmensführung,

nachhaltiges Wirtschaften

und das Bekenntnis zu der Region im Postleitzahlengebiet

38. Darüber hinaus gewürdigt

wurde mit der Preisverleihung das gesellschaftliche

Engagement des Preisträgers. Insbesondere

unterstütze die Studienförderung

des Unternehmens junge Menschen bei der

Verwirklichung ihrer beruflichen Pläne.

Christiane Schönefeld

heißt der neue Vorstand Ressourcen in der

Bundesagentur für Arbeit (BA). So hat es

deren Verwaltungsrat entschieden. Das Gremium

wird deshalb der Bundesregierung vorschlagen,

die bisherige Vorsitzende der

Geschäftsführung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen

zum Vorstandsmitglied zu

ernennen. Dr. Christiane Schönefeld soll künftig

die Ressorts Personal und Finanzen der BA

Foto: oculavis

übernehmen. Außerdem wurde Steffen Kampeter,

Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung

der Deutschen Arbeitgeberverbände,

zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden

des BA-Verwaltungsrats gewählt.

Markus Große Böckmann

sowie Philipp Siebenkotten

und Martin Plutz

(v.l.n.r.) konnten sich in diesem Herbst darüber

freuen, dass die von ihnen 2016 gegründete

und als Geschäftsführer geleite oculavis

GmbH mit Sitz in Aachen den mit 100.000 €

dotierten Europäischen Gründerpreis 2019

gewonnen hat. Gegenstand des Unternehmens

ist es, das Reiseaufkommen für Serviceeinsätze

von Maschinen- und Anlagenbauern

zu reduzieren. Die oculavis GmbH

und die Remote Service und Maintenance

Lösung oculavis SHARE wurden am 7.11.19

in Brüssel zum besten Scale Up des Jahres

2019 in der Kategorie Digital Industry gekürt.

Die Auszeichnung wird von der Europäischen

Union im Rahmen des Innovationsprogramms

EIT Digital bereits zum sechsten Mal

in Folge verliehen und zeichnet digitale Innovationen

aus Europa aus, die das Potenzial

haben, global zu skalieren. Das Preispaket

setzt sich neben 50.000 € in bar aus Dienstleistungen

in gleicher Höhe zusammen.

Michael ten Hompel

hat den Digital-Gipfel Ende Oktober in Dortmund

dazu genutzt, Prominenten die Silicon

Economy des Ruhrgebiets vorzustellen. Der

Geschäftsführende Leiter des Fraunhofer-Instituts

für Materialfluss und Logistik IML, informierte

u.a. Bundeskanzlerin Angela Merkel über

das Landesexponat NRW „Offene und föderale

Plattformen in der Logistik – digitale B2B-

Geschäftsmodelle aus NRW“ und gab ihr so

einen Einblick in die digitale Plattformökonomie

der Zukunft. Neben der Bundeskanzlerin

besuchten auch weitere hochrangige Gäste das

Exponat und ließen sich von Prof. Michael ten

Hompel informieren – darunter NRW-Ministerpräsident

Armin Laschet, Bundesforschungsmi-

nisterin Anja Karliczek, Bundesarbeitsminister

Hubertus Heil, Bundesverkehrsminister Andreas

Scheuer, Bitkom-Präsident Achim Berg, Telekom-Vorstand

Claudia Nemat und Thomas Jarzombek,

Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums

für digitale Wirtschaft und Start-ups.

Carola Hilbrand

ist seit 1.10.19 Leiterin der Unternehmenskommunikation

von Rittal und der Friedhelm

Loh Group. Die promovierte Kommunikationsexpertin

ist bereits aus ihrer

früheren Tätigkeit in der Unternehmenskommunikation

von Rittal bekannt. Nach

Aufgaben in der strategischen Projektleitung

und Assistenz des Vorsitzenden der

Geschäftsführung von Rittal International

freue sie sich nun auf die neuen Aufgaben.

Ihre Vorgängerin, Regina Wiechens-

Schwake, habe das Unternehmen Ende September

verlassen, um eine neue Herausforderung

außerhalb der Unternehmensgruppe

wahrzunehmen.

Rudolf Teltschik

ist am 15.10.19 gestorben. Der Seniorchef

der Richard Köstner AG in Neustadt/Aisch

wurde 83 Jahre alt. In Mähren

geboren, bedeuteten für ihn Krieg und Vertreibung

traumatische Erfahrungen. Seine

Familie erreichte schließlich Neustadt, wo

er 1956 sein Abitur ablegte. Dort lernte er

auch Elisabeth Köstner kennen. Auf

Wunsch seines Schwiegervaters Richard

Köstner brach er sein Studium ab und

wurde Stahlhändler, um in der Firma mitzuarbeiten.

Dort war er zunächst im

Außendienst. Nach

dem Tod von

Richard Köstner

übernahm er 1967

Verantwortung für

das gesamte Unternehmen.

Rudolf

Teltschik war in

Foto. Privat

Neustadt Mitglied

des Industrie- und

Handelsgremiums

und wurde mit der Wirtschaftsmedaille

ausgezeichnet. 1997 gab er die Geschäftsführung

an seinen Sohn Norbert ab. Bis

2018 trug er aber als Vorsitzender des

Aufsichtsrats weiter Verantwortung. Bei

den Mitarbeitern war wegen seiner bodenständigen,

menschlichen und sozialen Art

beliebt.

Stahlreport 12|19

5


Stahlhandel

Bericht

Vita Elke Mangelmann-Kaiser

geboren 1956

Studium BWL in Frankfurt a.M.

1980 Abschluss Diplom-Kaufmann

1981 Auslandsjahr in der in der frz. Schweiz

(im Stahlhandel)

1982 Eintritt in die Firma Wilhelm Rau e.K.

Prokuristin Elke Mangelmann-Kaiser von Wilhelm Rau e.K.

Tradition verpflichtet

Der Stahlhandel ist eine männerdominierte Branche. Ohne auf tatsächlich belastbare Zahlen zurückgreifen zu können,

lässt sich doch einigermaßen zuverlässig sagen, dass deutlich mehr Männer als Frauen für die Unternehmen

des Stahlhandels arbeiten – vor allem in Führungspositionen. Frauen als Unternehmenslenkerinnen sind damit

per se Ausnahmen. Wie Elke Mangelmann-Kaiser, Prokuristin der Hanauer Wilhelm Rau e. K. – die ihren eigenen

Werdegang selbst aber gar nicht aus einem geschlechtsspezifischen Blickwinkel betrachtet.

Elke Mangelmann-Kaiser ist

Führungskraft im Stahlhandel seit

über 30 Jahren. Als Prokuristin leitet

sie die Geschicke von Wilhelm Rau

e.K. im Hanauer Hafen seit 1982

und ist eine gestandene Führungskraft.

Dass sie „trotzdem“ erfolgreich

ist, das Unternehmen als Frau trotz

des sehr viel größeren Anteils an

Männern in der Branche erfolgreich

führt – so sieht Elke Mangelmann-

Kaiser es selbst nicht. Im Gegenteil:

Mit Blick auf ihren Werdegang als

weibliche Führungskraft im Stahlhandel,

auf ihre beruflichen und

menschlichen Erfahrungen in der

Branche, zieht sie eine positive

Bilanz. „Ich habe in all den Jahren

keine wirklich negativen Erfahrungen

gemacht, es sind mir keine

Steine in den Weg gelegt worden

und ich habe an vielen Stellen Unterstützung

erfahren“, blickt die Prokuristin

zurück.

Der Lehrer kam extra nach Hause

Elke Mangelmann-Kaiser wurde elf

Jahre nach den großen Kriegswirren

1956 in Großauheim, heute ein Ortsteil

von Hanau, geboren. Durch den

6 Stahlreport 12|19


väterlichen Stahlhandel wurde ihr

die Branche quasi in die Wiege

gelegt. Der Vater Helmut Mangelmann

hatte das 1898 knapp vor der

Jahrhundertwende gegründete

Familienunternehmen in jungen

Jahren 1951 übernommen – und die

Geschäfte stetig ausgebaut.

„Ich habe immer viel Unterstützung

erfahren, schon in jungen Jahren.

Als der Wechsel von der Grundschule

auf die weiterführende

Schule anstand, ist zum Beispiel ein

Lehrer der Grundschule damals

extra zu uns nach Hause gekommen,

um meine Eltern davon zu überzeugen,

mich auf das Gymnasium zu

schicken. Das ist eigentlich ziemlich

ungewöhnlich für diese Zeit“, erzählt

Elke Mangelmann-Kaiser.

Liberale Frankfurter Uni

Die Betriebswirtschaft, durch den

familiären Stahlhandel in Praxis

immer vor Augen, interessierte auch

die Tochter. Nach Schule und Abitur

hat sich Elke Mangelmann-Kaiser

folgerichtig für ein BWL-Studium

mit Schwerpunkt Handel, Marketing

und Wirtschaftsfranzösisch im

nahen Frankfurt am Main entschieden.

„Auch während des Studiums

habe ich eigentlich nur gute Erfahrungen

gemacht, der Professor hat

sich um alle Studierenden gleich q

Wilhelm Rau e.K.

Vollsortimenter im S235-Bereich

Die Hanauer Wilhelm Rau e.K. ist mit seinem Programm an Stabstahl,

Profilstahl, Röhren, Blechen, an Rohrzubehör und Spezialprofilen ein Vollsortimenter

im S235-Bereich. Ein weiterer Schwerpunkt des Sortiments

ist Baustahl (Matten, Betonstahl) sowie als Randbereich auch Edelstahlund

Aluminiumprodukte.

Als Anarbeitungsdienstleistungen sind das Sägen, Bohren sowie Blechzuschnitte

mit einer Schlagschere. Wilhelm Rau e.K. ist nach EN 1090, EXC

2, zertifiziert. „Wir betreiben dabei keinen Stahlbau. Wir machen Stützen

und Querriegel und liefern mit CE-Siegel“, sagt Elke Mangelmann-Kaiser.

Die Stahlhandlung konzentriert sich in der Hanauer und Frankfurter

Region vor allem auf kleinere und mittlere stahlverwendende Unternehmen.

„Auf dieses Spektrum sind wir ausgerichtet, Großkunden haben wir

nicht im Fokus“, so Elke Mangelmann-Kaiser weiter.

Die Stärke des Unternehmens sieht die Prokuristin in der großen Zuverlässigkeit

bei der Auftragsbearbeitung und bei Lieferungen sowie in der

Flexibilität. „Wenn ein Kunde am Dienstag um 10 Uhr einen Kran an der

Baustelle zum Entladen hat, dann ist es wichtig, dass die Lieferung auch

um 10 Uhr auf der Baustelle ankommt. Das ist ein wichtiges Thema,

sonst stehen Mitarbeiter auf der Baustelle rum und verlieren Zeit“, betont

die Unternehmenslenkerin.

„Ich lege großen Wert auf eigenverantwortliches Handeln meiner Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen. Es sollte zum Beispiel jede und jeder bei der

Angebotserstellung die Kostenstrukturen im Kopf haben und über den

entsprechenden Deckungsbeitrag nachdenken. Das weit verbreitete Tonnagedenken

hilft uns nicht weiter“, unterstreicht Elke Mangelmann-Kaiser.

z 1898 gegr. durch den Schmiedemeister Wilhelm Rau

z 1951 Übernahme der Geschäftsführung durch Helmut Mangelmann

z seit 1966 im Hanauer Hafen

z 1982 Eintritt von Elke Mangelmann-Kaiser in die Firma

z 2010 Zertifzierung nach DIN 18800 (Vorgängerin der EN 1090)

z 2014 Zertifizierung nach DIN 1090-2, EXC 2

Ein Schwerpunkt im Sortiment von Eisen-Rau sind Baustahl-Matten sowie Betonstahl.

Stahlreport 12|19

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Stahlhandel

Bericht

Zuverlässigkeit und Flexibilität sind für Eisen-Rau entscheidende Wettbewerbsfaktoren.

Eine wichtiger Baustein dabei: die eigene Lkw-Flotte.

Zonta – Service-Club zur Förderung von Frauen

Elke Mangelmann-Kaiser ist Mitglied bei Zonta, einem

international verbreiteten „Service Club“ berufstätiger

Frauen in verantwortungsvollen Positionen, der sich

dafür einsetzt, die Lebenssituation von Frauen in

rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, beruflicher

und gesundheitlicher Hinsicht zu verbessern. Zonta

International ist überparteilich, überkonfessionell und

weltanschaulich neutral.

Weltweit bestehen in 63 Ländern über 1.200 Clubs mit mehr als 30.000

Mitgliedern. Dabei wird viel Wert auf Vielfalt gelegt – die Mischung von

Berufen, Talenten, Generationen und unterschiedlichen Sozialisationen.

Zonta wurde 1919 in den USA als erste weibliche Service-Organisation

gegründet. Der Name Zonta ist der Symbolsprache der Sioux-Indianer

entlehnt und bedeutet „ehrenhaft handeln“, „vertrauenswürdig und integer

sein“. Die Gründerinnen wählten ihn als Anspruch an das eigene Handeln.

In Deutschland ist Zonta mit vielen regionalen Clubs vertreten.

www.zonta-union.de

q gut und sehr intensiv gekümmert,

da war kein Unterschied“, erzählt

sie weiter.

Ein Unterschied war aber doch

gut sichtbar: Von den damals 400

Wirtschaftswissenschaftlern in

Frankfurt (BWL, VWL, Wirtschaftspädagogen)

, waren nur 20 Frauen.

Dieses Ungleichgewicht offenbarte

sich auch im Titel, den Elke Mangelmann-Kaiser

1980 mit ihrem

Abschluss erworben hatte: Diplom-

Kaufmann.

Gute Erfahrungen hat die Prokuristin

übrigens auch mit dem BDS

gemacht. „Der damalige Vorstand

Eberhard Brauner wollte mich in

den 1980er-Jahren für die Verbandsarbeit

gewinnen. Den damaligen

Termin der turnusmäßigen Regionalkreise,

immer ein Mittwoch,

konnte ich aber aus privaten Gründen

nicht wahrnehmen. So wurde

dann dieser Tag extra für mich

umgelegt, auf den Donnerstag/

Dienstag. Das ist heute noch so“,

lacht Elke Mangelmann-Kaiser.

Es sich zutrauen ist der erste

Schritt zum Erfolg

Nicht nur, was die zumindest im

Stahlhandel sehr viel größere Zahl

an Männern bei den Beschäftigten

angeht, befindet sich Geschlechterverhältnis

in der Arbeitswelt im

Ungleichgewicht. Immer wieder

wird auch kritisiert, dass Frauen in

vergleichbarer Stellung und mit vergleichbarer

Position im Durchschnitt

weniger Gehalt bekommen. Zudem

haben Frauen weniger oft Führungspositionen

inne als die männlichen

Kollegen, wie zum Beispiel eine

aktuelle Studie des Instituts der

Deutschen Wirtschaft ergeben hat.

Dabei seien Unternehmen, die auch

auf Frauen in der Führungsetage

setzten, laut einer Studie der Internationalen

Arbeitsorganisation ILO,

erfolgreicher. 2

8 Stahlreport 12|19


Interview mit Elke Mangelmann-Kaiser

„Wir Unternehmen kommen nicht darum herum, uns

mehr um die Auszubildenden zu kümmern. Vor allem das

Bildungsniveau ist immer öfter ein Problem.“

Stahlreport: Oft heißt es, Frauen pflegten einen anderen,

integrativeren Führungsstil als Männer. Können Sie

das bestätigen?

Elke Mangelmann-Kaiser: Ich bin kein Freund solcher

Klischees. Frauen können durchaus einparken und

Männer auch zuhören – um einen bekannten Buchtitel

abzuwandeln. Wenn man überhaupt Unterschiede

herausheben möchte, glaube ich, dass Männer mitunter

macht- und statusbewusster sind und sie sich häufig

von sich aus mehr zutrauen. Bei gleicher Qualifikation

finden sich vermutlich mehr Männer, die sofort sagen:

„Das kann ich“, als es Frauen tun.

In diesem Sinne sind Frauen, positiv ausgedrückt

wahrscheinlich selbstreflektiver. Negativ gesprochen

ist es immer noch so, dass sie sich Aufgaben öfter

zunächst nicht zutrauen. Dabei können sie es bei gleicher

Ausgangslage genauso wie ihre männlichen Kollegen.

Andererseits bringen Frauen oft etwas mehr

zwischenmenschliche Fähigkeiten mit. Aber all das

lässt sich nicht wirklich geschlechtsspezifisch trennen.

Welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben, die den

„Berufsweg Stahlhandel“ einschlagen möchten oder

eingeschlagen haben?

Sich die Dinge zuzutrauen! Ausgewogen zwischen realistischer

und positiver Selbsteinschätzung zu sein.

Meine Erfahrung, auch mit Blick auf die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in meinem eigenen Unternehmen

in den ganzen Jahren, ist, dass die meisten Dinge,

die man angeht und sich vornimmt, wenn sie ordentlich

vorbereitet sind und die Bedingungen stimmen, doch

funktionieren!

Müssen sich Unternehmen anders aufstellen, um mehr

weiblichen Nachwuchs zu gewinnen?

Auch das würde ich nicht geschlechtsspezifisch beantworten.

In meinem Unternehmen richten wir uns nach

der Qualifikation. Ohne das bewusst gewollt zu haben,

haben wir dadurch gerade eine Quote von über 50 %

Mitarbeiterinnen im Büro. Im gewerblichen Bereich

sind es 100 % Mitarbeiter. Viel wichtiger als das

Geschlecht des oder der Beschäftigten ist mir, dass sie

Zeit und Raum haben, die eigenen Stärken zu entwickeln

und die Schwächen abzustellen. Ich setze grundsätzlich

Vertrauen in unsere Mitarbeiter und gebe viel eigenen

Spielraum. Das funktioniert in einem kleinen Unternehmen

wie Eisen-Rau vermutlich einfacher als in großen

Unternehmen.

Wir Unternehmen kommen aber nicht darum herum,

uns mehr um die Auszubildenden zu kümmern. Vor

allem das Bildungsniveau ist immer öfter ein Problem.

Oft ist schon der „Dreisatz“ nicht vorhanden. Daher ist

für mich eher das allgemeine Verständnis des oder der

Auszubildenden wichtig. Ist ein mathematisches Grundverständnis

vorhanden? Ist das vorhanden, können wir

darauf aufbauen. Fehlt es, wird es schwierig.

Auch beim Thema Kinderbetreuung müssen wir

mehr Flexibilität zeigen. Als kleines Unternehmen können

wir keinen Betriebskindergarten anbieten, das ist

klar. Aber wir könnten die Arbeitsbedingungen flexibel

anpassen. Das ist eine Herausforderung, aber ich bin

sicher, wir würden Wege finden. Denn ich habe als

Unternehmerin doch auch soziale Verantwortung gegenüber

den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bisher

ist bei uns dieser Fall aber noch nicht eingetreten.

Warum sollten sich junge Menschen überhaupt für den

Stahlhandel entscheiden? Womit würden Sie Bewerber

und Bewerberinnen zu überzeugen versuchen, sich für

die Branche zu entscheiden?

Der Stahlhandel ist spannend! In der Versorgung von

Kunden mit Stahlprodukten dauerhaft zuverlässig zu

sein, ist eine große Herausforderung, die viele Facetten

mit sich bringt und die man täglich bewältigen muss.

Hinzu kommt: Stahl ist ein umweltfreundliches Produkt.

Gerade heute, wo der Klimaschutz eine so große Bedeutung

hat, ist das ein guter Grund, sich für einen Berufsweg

im Bereich Stahl zu entscheiden. Stahl ist ein Werkstoff,

der zu 100 % recycelt werden kann und zwar immer

wieder zu einem Primärprodukt, im Gegensatz zu Kunststoff

– Stichwort „Downcycling”. Das Verarbeiten des

Schrotts kann „vor Ort“ geschehen. Durch das Stahlrecycling

werden in Deutschland pro Jahr 20 Mio. t CO 2

vermieden. Das ist so viel wie Berlin in einem Jahr freisetzt.

Gesundheitsgefährdende Stoffe sind beim Umgang

mit Stahl kein Thema. Und der Stahlhandel ist zudem

zukunftssicher. 2

Stahlreport 12|19

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Stahlhandel

Bericht

Im neuen Stahlo-Werk in Gera lassen

sich mit insgesamt doppelter und nochmals

verbesserter Anlagentechnik täglich

rund 100 Coils und jährlich über

400.000 t Stahl verarbeiten. In Kombination

mit den Fertigungsstandorten Dillenburg

und Nordhausen sowie durch

Redundanz seines Anlagenparks könne

Stahlo eine maximale Lieferfähigkeit mit

bis zu 800.000 t jährlich gewährleisten.

Stahlo Stahlservice auf der Blechexpo 2019

Für Elektromobilität bestens vorbereitet

Aufgrund der technologischen Entwicklung hin zum Elektroantrieb werden für die Automobilbranche

künftig Stahl-Service-Center wichtiger, die Stähle mit hohen und höchsten Festigkeiten prozesssicher

und wirtschaftlich verarbeiten können. Stahlo Stahlservice sieht sich darauf bestens vorbereitet. Auf

der gerade zu Ende gegangenen Blechexpo 2019 hat das Unternehmen der Friedhelm Loh Group seine

Leistungsfähigkeit bei der Verarbeitung hoch- und ultrahochfester Stähle gezeigt.

Elektro- und Hybridantriebe

werden aller Voraussicht nach in

absehbarer Zeit einen hohen Anteil

an der Fahrzeugproduktion ausmachen.

Das hat weitreichende Auswirkungen

auf die vorgelagerten

Produktionsketten. Für den Werkstoff

Stahl birgt der Trend weg vom

Verbrenner hin zu anderen Antriebstechnologien

einiges Potenzial –

etwa bei crash-relevanten Bauteilen,

die nicht nur die Fahrzeuginsassen,

sondern auch zukünftig die sensiblen

Batterien des Fahrzeuges schützen

müssen. Noch mehr als heute

seien daher künftig Stahl-Service-

Center gefragt, deren Kompetenz

die Verarbeitung hoch- und ultrahochfester

Stähle umfasst – wie die

Stahlo Stahlservice GmbH & Co. KG.

Verlässlicher Partner für

ultrahochfesten Stahl

Mit dem stetigen Aufbau der Verarbeitungskompetenz

sowie kontinuierlichen

Investitionen hat sich

Stahlo Stahlservice in den vergangenen

Jahren sukzessive als solider

Partner für viele spezielle Branchen

und besonders die Automobilindustrie

aufgebaut. Mit dem gerade

fertiggestellten, neuen Werk in Gera

hat Stahlo Stahlservice seine Kapazität

an diesem Standort auf

400.000 t verdoppelt. Man habe

damit den Anspruch auf Technologieführerschaft

unterstrichen, so das

Unternehmen. Neben den schon vorhandenen

Aggregaten ist dort unter

anderem eine zweite Konturenschneidanlage

mit einer Presskraft

von 800 t sowie eine weitere Spaltanlage

hinzugekommen, auf der

Coils dieser Stahlgüten bis zu einem

Ringaußendurchmesser bis 2.100

mm und bis zu 60 Streifen in einem

Arbeitsgang verarbeitet werden können.

Damit positioniert sich Stahlo

10 Stahlreport 12|19


Neues Werk in Gera: Anspruch auf Technologieführerschaft unterstrichen. In der

23.000 m 2 großen Produktions- und Lagerhalle sind Hightech-Anlagen und -Maschinen

in Betrieb: z.B. eine neue Konturenpresse mit einer Presskraft von 800 t.

Bilder: Stahlo Stahlservice

„Für Stahl-Service-Center

ist die Entwicklung

zur Elektromobilität eine

Wachstumschance“.

Oliver Sonst, seit Oktober 2019 neuer

Geschäftsführer von Stahlo Stahlservice

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Stahlservice als zuverlässiger Partner,

der in der Lage ist, die technologische

Entwicklung mitzugehen

und hochfeste sowie ultrahochfeste

Stähle mit Festigkeiten bis zu 1.900

MPa prozesssicher zu verarbeiten.

„Für Stahl-Service-Center ist die

Entwicklung zur Elektromobilität

eine Wachstumschance“, sagt Oliver

Sonst, seit Oktober 2019 neuer

Geschäftsführer von Stahlo Stahlservice.

Alles in allem, so rechnen

einige Experten vor, könnte der

Flachstahleinsatz pro Elektrofahrzeug

um 10 % gegenüber konventionellen

Antrieben steigen.

Wirtschaftlicher Werkstoff

Doch zugleich werde mit einem

zunehmenden Kostendruck in der

Automobilindustrie gerechnet. Mit

hochfesten und ultrahochfesten Stählen

steht den Automobilherstellern

eine Werkstoffgruppe zur Verfügung,

die nicht nur hervorragende mechanische

Eigenschaften aufweise, sondern

zugleich wirtschaftlich sei und

eine im Vergleich gute CO 2 -Bilanz

in der Produktion aufweise.

Der Trend hin zu höheren Festigkeiten

der eingesetzten Stähle

dürfte daher weiter anhalten. Mit

steigender Festigkeit wird jedoch

auch die Verarbeitung des Werkstoffs

Stahl immer anspruchsvoller.

Die Bedeutung des Werkstoff-Knowhows

bei der Verarbeitung von Stahl

werde daher in Zukunft voraussichtlich

noch steigen. Denn für die Automobilindustrie

seien leistungsstarke

und verlässliche Partner wie Stahlo

Stahlservice entscheidend.

„Mit seinen hochqualifizierten

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

in der technischen Anwendungsberatung

ist Stahlo Stahlservice darauf

bestens vorbereitet“, sagt Oliver

Sonst. Mit seiner Investition in

modernste Verarbeitungsmöglichkeiten

sowie der Verdopplung der

Kapazität am Standort Gera auf in

Summe über 800.000 t pro Jahr hat

das Unternehmen in die Zukunft

investiert. 2

Stahlreport 12|19

11

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Stahlhandel

Bericht

Klöckner & Co Deutschland gewinnt edding für digitalen Marktplatz

edding bei Klöckner & Co

Klöckner & Co Deutschland hat das Angebot in seinem Onlineshop erweitert. Seit Oktober bietet das

Unternehmen edding, einer der international führenden Spezialisten für Farbauftrag und visuelle

Kommunikation, in Kooperation mit der Logistikpartnerin H. Bottenberg GmbH dort über 200 Artikel

aus den Bereichen Schreiben und Markieren.

Klöckner & Co hat damit das

Produktportfolio auf seinem Online-

Marktplatz in Deutschland wesentlich

vergrößert, teilte das Unternehmen

mit. Darüber hinaus ist die

Ausweitung des Online-Angebots

von edding auf weitere Länder-Shops

geplant.

„Durch die Zusammenarbeit mit

edding erweitern wir das Angebot

auf unserem Online-Marktplatz um

die Qualitätsprodukte eines international

führenden Herstellers mit

außergewöhnlicher Innovationskraft“,

sagt Sven Koepchen, CEO

Klöckner & Co Deutschland GmbH.

Per Ledermann, CEO edding AG,

ergänzt: „Mit dem etablierten Marktplatz

von Klöckner & Co setzen wir

auf einen starken Online-Vertrieb

und profitieren gleichzeitig vom einzigartigen

Erfahrungsschatz eines

digitalen Vorreiters im Stahlhandel.“

Über den Klöckner Onlineshop

haben Anbieter einen direkten

Zugang zu über 20.000 registrierten

Marktplatzkunden in Deutschland.

Die Kunden des Shops können

bequem und mit wenigen Klicks

Stahl und andere Produkte online

kaufen.

edding greift neben dem Online-

Marktplatz von Klöckner & Co

Deutschland auch auf Beratungsdienstleistungen

der Digitaltochter

kloeckner.i zurück. Der E-Commerce-Spezialist

unterstützt edding

bei der Online-Vermarktung seines

umfangreichen Produktportfolios.

„kloeckner.i hat sich nach zu einem

branchenunabhängigen digitalen

Enabler entwickelt. Kunden wie

edding profitieren von unseren langjährigen

Erfahrungen bei der Digitalisierung

von Klöckner & Co“, sagt

Ricardo de Sousa, CEO kloeckner.i

GmbH. 2

Kostenloses XOM-Whitepaper

Die digitale Zukunft des Werkstoffhandels

Was bedeutet die Digitalisierung für

Unternehmen, die sich in einem etablierten

und bisher weitgehend analog ablaufenden

Marktumfeld bewegen? Diese Frage stellt

und beantwortet das neue Whitepaper

Info

Das Whitepaper „Digitalisierung für

etablierte Unternehmen: Wie Werkstoffhandel

und Beschaffung den

Sprung ins digitale Zeitalter schaffen“

ist kostenlos nach einer Registrierung

unter www.xom-materials.com/de/

xom-whitepaper als Download

erhältlich.

„Digitalisierung für etablierte Unternehmen:

Wie Werkstoffhandel und Beschaffung den

Sprung ins digitale Zeitalter schaffen“ der

XOM Materials GmbH.Das Whitepaper richtet

sich an Unternehmen des Werkstoffhandels

– und sieht unter anderem die Stahlindustrie

als eine durch die Digitalisierung

insgesamt gefährdete „analoge Industrie“.

Die oft lang etablierten Unternehmen dieser

Branche bringen aber auch eine große

Erfahrung in ihren Märkten mit, stellt das

Whitepaper weiterhin fest. Wie diese Unternehmen

ihre Expertise nutzen und sich

zugleich auf eine digitale Zukunft vorbereiten

können, erläutert das Whitepaper von

XOM Materials.

Digitalisierung für

etablierte Unternehmen:

Wie Werkstoffhandel und

Beschaffung den Sprung

ins digitale Zeitalter

schaffen

Start-ups stellen ganze Industrien auf den Kopf, aber

etablierte Unternehmen haben die Erfahrung auf ihrer

Seite. Wie können sie ihre Expertise am besten nutzen

und sich zugleich auf die digitale Zukunft vorbereiten?

Ausgabe August 2019

Bild: XOM Materials

12 Stahlreport 12|19


Standorte in Afrika und Russland

Schierle Stahlrohre internationalisiert weiter

Die Neusser Schierle Stahlrohre

GmbH & Co. KG geht den Weg der Internationalisierung

weiter. Nachdem bereits

Standorte in den Niederlanden (ASP 2011)

und Südafrika (Ferrotrade Pty Ltd., 2016)

aufgebaut wurden, folgen nun die nächsten

Schritte, teilte das Unternehmen jüngst mit.

So hat die Ferrotrade International, Südafrika,

die IMPI Chrom Bar im Großraum

Johannesburg übernommen. Dadurch sei

das wachsende Geschäft nochmal deutlich

ausgebaut worden. Das Unternehmen

werde künftig das klassische Schierle-Sortiment

auf dem afrikanischen Kontinent vertreiben:

Zylinderrohre, Kolbenstangen und

Hydraulikleitungsrohre aus Lagerhaltung in

Herstelllängen oder in bearbeiteter Form.

Neben den Aktivitäten in Afrika baut der

Neusser Rohr- und Stangenspezialist für

hydraulische Anwendungen derzeit zudem

einen neuen Standort in Russland auf.

Aktuell wird das neue Lager im Süden Moskaus

eingerichtet und mit Zylinderohren

und Kolbenstangen bestückt, so das Unternehmen.

Mit diesen Maßnahmen wolle man den

erfolgreichen Umsatzanstieg der letzten

Jahre im Export festigen und ausbauen,

teilte das Unternehmen mit.

Schierle Stahlrohre weltweit

www.schierle.de

www.allsteelproducts.nl

www.impichrome.co.za

www.ferrotradeinternational.co.za

www.rodsandtubes-schierle.ru

[ Kontakt ]

Schierle Stahlrohre GmbH & Co. KG

41432 Neuss

Tel. +49 2131 3665-0

www.schierle.de

Bild: thyssenkrupp Materials Services

Zum Produktportfolio von thyssenkrupp Materials Services gehören

unter anderem Walz- und Edelstahl, NE-Metalle, Kunststoffe

und Rohre. Darüber hinaus zählen maßgeschneiderte Services

wie Längs- und Querteilen, Laser- und Plasmaschneiden sowie

anspruchsvolle Oberflächenbehandlungen zum Dienstleistungsangebot.

thyssenkrupp Materials Services erweitert Angebot

Regionallager in Polen ausgebaut

thyssenkrupp Materials Poland, ein Unternehmen der

Business Area Materials Services, hat sein Regionallager im

Norden des Landes weiter ausgebaut. Die neue Halle in

Nowe Mazy, die kürzlich in Betrieb genommen wurde, ist mit

rund 13.500m 2 Lagerfläche bereits die zweite Ausbaustufe.

Im ersten Bauabschnitt wurde 2017 eine neue Halle mit rund

17.500 m 2 Lagerfläche in Betrieb genommen. Zum Produktportfolio

gehören unter anderem Walzstahl, NE-Metalle, Qualitätsstahl,

Aluminium, Kunststoffe und Edelstahl.

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Darüber hinaus freut sich die polnische Gesellschaft über ein

ganz besonderes Jubiläum. Seit 25 Jahren zählt thyssenkrupp

Materials Poland zu den führenden Werkstoff- und Dienstleistungsunternehmen

der Branche. „Wir freuen uns ganz besonders,

dass wir bereits seit über 25 Jahren ein verlässlicher

Partner für unsere Kunden sind. Die gestiegenen Anforderungen

unserer Partner sind auch der Grund, warum wir unsere

Lager- und Anarbeitungskapazitäten immer weiter ausbauen.

So können wir dafür sorgen, dass sich unsere Kunden voll

auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können“, so Ryszard

Bojarski, Geschäftsführer in Polen. In Osteuropa ist Materials

Services einer der führenden Werkstoff- und Anarbeitungsspezialisten

– mit Gesellschaften in Polen, Tschechien,

Ungarn, Slowakei, Rumänien, Serbien, Bulgarien und der Türkei

sowie Vertriebsbüros in Kroatien und Litauen.

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20 Jahren

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Stahlreport 12|19

13


Stahlhandel

Bericht

Bilder: EDE/Jakob Studnar

EDE- und ESH-Geschäftsführer Peter Jüngst: „Es liegen extrem gute Jahre hinter uns, die

nicht dem langjährigen Durchschnitt entsprechen“.

ESH-Forum 2019 in Berlin

Konjunktur auf dem Weg zur Normalität

Wie geht es konjunkturell weiter? Diese Frage stand zu großen Teilen im Mittelpunkt des ESH-Stahl-

Forums, das die EURO STAHL-Handel GmbH & Co. KG Mitte November in Berlin veranstaltet hat. Die

neunte Auflage des Stahl-Forums machte zugleich deutlich, wie der Wuppertaler Einkaufsverband die

vor allem durch die rasante technologische Entwicklung sich ergebenden Herausforderungen angeht.

Den negativen Trend im Stahlsektor hat EDEund

ESH-Geschäftsführer Peter Jüngst auf dem Stahl-

Forum anhand aktueller Umsatzzahlen der Einkaufsbüro

Deutscher Eisenhändler GmbH E/D/E (EDE) verdeutlicht:

Mit 1.048 Mio. € lag der bis Oktober im

Geschäftsbereich „Walzmaterial/Stahl“ erwirtschaftete

Umsatz dort um 4,63 % unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums.

Der Geschäftsbereich Stahl war damit

der am deutlichsten rückläufige Bereich. Trotz negativer

Tendenzen vor allem in der Automobilbranche gebe

es mit der robusten, leicht wachsenden Baubranche

aber auch positive Konjunkturindikationen, hob Jüngst

hervor.

„Es liegen extrem gute Jahre hinter uns, die nicht

dem langjährigen Durchschnitt entsprechen“, sagte

ESH-Geschäftsführer Peter Jüngst in Berlin – und appellierte

damit, die derzeit in vielen Bereichen des Stahlund

Metallhandels negative Marktentwicklung als Teil

des normalen Wirtschaftszyklusses einzuordnen. „

Jeder Wirtschaftszyklus hat Höhen und Tiefen. Wir

haben uns in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass

es nur bergauf geht“, unterstrich Jüngst.

Händler werden aktiverer Teil

der Wertschöpfungskette

Die Situation im Stahl- und Metallhandel ist Jüngst

zufolge vor allem durch die Tendenz zu immer kleineren

Losgrößen gekennzeichnet. Händler würden zudem

ein immer aktiverer Teil der Wertschöpfungskette und

entwickelten sich vom klassischen Handelsgeschäft

mehr und mehr hin zum Systemdienstleister.

Auch wenn die Digitalisierung von Abläufen und

Geschäftsprozessen bei vielen Stahl- und Metallhändlern

Jüngst zufolge noch in den Anfängen steckt, ist sie für

den EDE ein zentrales strategisches Thema. Im Rahmen

des Organisations-Entwicklungsprozesses Evolution

arbeitet das EDE an einer Reihe von Projekten – unter

anderem der Maschine-zu-Maschine-Automatisierung

von Bestell- und Auftragsservices, einer systemoffenen

Plattform gemeinsam für Händer und Lieferanten sowie

cloud-basierter ERP-Lösungen. Auch seine Finanzdienstleistungen

will das EDE weiter ausbauen.

„Steel Power“-Leistungsgruppe initiiert

Die zentralen Aufgaben eines Einkaufsverbands seien

die Verbesserung des Einkaufs der Mitgliedsunternehmen,

kostenreduzierende Leistungen für angeschlossene

Unternehmen sowie die Größenvorteile und Bündelungseffekte,

die den Mitgliedern zugute kommen

sollen. Nach Aussagen der Mitglieder stehen Jüngst

zufolge unter anderem marktfähige Konditionen im

Einkauf zunehmend im Fokus. Von Lieferantenseite

werde parallel häufiger die derzeitige Vertriebsstruktur

ihrer Produkte kritisiert. Aus Rückmeldungen und

14 Stahlreport 12|19


Workshop auf dem ESH-Forum zu EU-Safeguards:

Jörg Feger, Bereichsleiter Research beim Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

Feedback schließe man, dass Mitglieder die Auffassung

haben, dass zurzeit eher ein „Individual-Business statt

erfolgreichem, marktorientiertem Gruppen-Business“

betrieben werde. Als Antwort darauf hat die ESH die

„Leistungsgruppe Steel Power“ initiiert, ein Zusammenschluss

mehrerer Unternehmen.

Networking und politische Europa-Ansichten

Neben den Informationen rund um den aktuellen Stand

der Konjunktur sowie zum Leistungsspektrum des Einkaufsverbands

war ein weiteres Highlight des Programms

ein Beitrag des EU-Kommissars für Haushalt

und Personal, Günther Oettinger. Der Europa-Politiker

gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen spannenden

Einblick zum Stand des Welthandels mit all

seinen Herausforderungen und Chancen.

Am zweiten Tag stand eine ganze Reihe von Workshops

zu verschiedenen stahlspezifischen Themen auf

dem Programm. Unter anderem wurde unter der Leitung

von Jörg Feger, Bereichsleiter Research beim Bundesverband

Deutscher Stahlhandel, über die neuesten Entwicklungen

bei den EU-Safeguards und deren Auswirkungen

diskutiert.

Das alle zwei Jahre stattfindende ESH-Stahl-Forum

ist immer auch ein gern genutztes informelles Branchentreffen.

So gab es zwischen den inhaltlichen Beiträgen

und Präsentationen in Berlin immer wieder viel

Gelegenheit zum Netzwerken. 2

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Stahlhproduktion

Bericht/Nachricht

Daten und Fakten

Inbetriebnahme: 29.09.1969

Bauzeit: 18 Monate

Mitarbeiter: 475

Kapazität: 5,2 Mio. t/a

Mittlere Chargengröße: 375 t

Ausstattung:

2 Konverter

2 Argonspülanlagen zur sekundärmetallurgischen

Behandlung

1 RH-Vakuumanlage

1 Pfannenofen

1 CAS-OB (LTS-Anlage)

1 Stranggießanlage

1 Gießwalzanlage (GWA)

Bild: thyssenkrupp

Bild: XOM Materials

Historische Aufnahme des Oxygenstahlwerks Duisburg-Bruckhausen aus dem Jahr der Inbetriebnahme, 1969.

Duisburger Oxygenstahlwerk von thyssenkrupp feiert 50-jähriges Jubiläum

Meilenstein der Stahlproduktion wird 50

Am 29. September 1969 nahm das Oxygenstahlwerk Duisburg-Bruckhausen seinen Betrieb auf und

markierte als eines der damals größten und modernsten Stahlwerke der Welt einen Meilenstein der

modernen Stahlproduktion.

Dort, wo Firmengründer

August Thyssen 1891 das erste Siemens-Martin-Stahlwerk

und wenig

später das erste Thomas-Stahlwerk

errichten ließ, läuft es bis heute. Seit

dem ersten Befüllen des Konverters

verließen fast 190 Mio. t Stahl das

Werk – eine Menge, die für rund

21.000 Eiffeltürme reichen würde.

Qualität, Volumen,

Wirtschaftlichkeit

Hochwertige Stähle in großen Mengen

wirtschaftlich produzieren – diesen

Anspruch setzte das Oxygenstahlwerk

Bruckhausen in die Tat

um: Dank innovativer Technologie

ließ sich mit zwei Sauerstoffaufblas-

Konvertern Stahl von hervorragender

Qualität bei gleichzeitig hoher

Produktivität und Wirtschaftlichkeit

erzeugen. „Mit dieser Investition

haben unsere Vorgänger Weitblick

gezeigt und schon vor 50 Jahren in

den Stahl von heute investiert“, sagt

Thorsten Brand, Leiter des Bereichs

Rohstahl bei thyssenkrupp Steel.

„Das Stahlwerk Bruckhausen

galt von Anfang an als eines der

modernsten der Welt. Es stand

damals und steht heute für fortwährende

Anpassung an verbesserte

Stahlqualität und wechselnde Anforderungen

unserer Kunden.“ Bruckhausen

brach Rekorde: Die Oxygen-

Konverter produzierten im 40-Minutentakt

rund 380 t Rohstahl – die

höchsten Werte, die bis dahin je

erzielt werden konnten.

Damit es auch nach 1969 zu den

modernsten seiner Art zählte, wurde

das Stahlwerk Bruckhausen regelmäßig

mit gezielten Investitionen

auf den neusten Stand der Technik

gebracht. 1979 wurde es um eine

Stranggießanlage erweitert, die 1996

modernisiert wurde. 1999 gingen die

Gießwalzanlage, der Pfannenofen

und die neue Roheisen-Entschwefelung

in Betrieb – Investitionen von

umgerechnet ca. 450 Mio. €. Das

16 Stahlreport 12|19


Herz der Stahlherstellung, die beiden seit 1969 eingesetzten

Konverter, wurde 2013 und 2014 erneuert. „Das hat den Blasprozess

noch stabiler gemacht“, erklärt Thorsten Brand. „Durch

engste Analysespannen steigern wir die Qualität unserer Produkte

immer weiter, wovon letztlich unsere Kunden profitieren.“

Unternehmerischer Weitblick

Ausgeprägt war und ist beim Duisburger Stahlhersteller auch

das Gespür für globale Megatrends. So erkannte man frühzeitig

das Potenzial von Digitalisierung und Automatisierung. Bereits

seit Mitte der 1980er-Jahre werden die Prozesse mit Computertechnologie

gesteuert. Die Produktqualität machte so einen

entscheidenden Sprung nach vorn. Auch das Thema Nachhaltigkeit

stand früh im Fokus. Bereits bei der Inbetriebnahme

setzte man auf eine damals neue Technik zur Staubvermeidung.

Zudem wurden die im Produktionsprozess anfallenden Schlacken

früh als Düngemittel in der Landwirtschaft oder als Füllstoffe

für den Straßenbau genutzt. Die Prozessgase aus den Konvertern

werden sinnvoll weiterverwendet: ein Teil dient der Dampferzeugung,

ein anderer Teil gelangt zur Stromerzeugung in die

unternehmenseigenen Kraftwerke.

FÜR EINE

WELT DER

VIELFALT.

Schmelzer in Bruckhausen:

heute ein Prozessmanager

Digitalisierung und Automatisierung verbesserten auch die

Arbeitsbedingungen im Werk. Bis in die 1980er-Jahre hinein

leisteten die Schmelzer dort körperliche Schwerstarbeit bei

großer Hitze und Staubbelastung. Mit der Automatisierung verlagerten

sich die Aufgaben hin zur EDV-gestützten Steuerung

und Kontrolle der Produktionsprozesse. Das machte die Arbeit

deutlich sicherer, verlangte von den Mitarbeitern aber auch

ganz neue Fachkenntnisse und die Bereitschaft, mehr Verantwortung

zu übernehmen. Das Berufsbild des Schmelzers veränderte

sich rasant. Entsprechend anspruchsvoll gestaltet sich

die heutige Ausbildung, die so gut wie nichts mehr mit der

Schmelzerlehre vor 50 Jahren gemeinsam hat.

Immer die passenden Produkte

Entscheidend für die erfolgreiche Entwicklung des Standortes

war auch die stete Anpassung der Produktion an sich wandelnde

Markt- und Kundenbedingungen. Produktinnovationen und

neue Technologien prägten die Abnehmerbranchen, entsprechend

veränderten sich die Anforderungen der Kunden an den

Stahl: Neue Produkte und Produktionsprozesse erforderten –

und ermöglichten – differenziertere Stahlgüten in zuverlässiger,

gleichbleibender Qualität.

So wurde die Produktion in Bruckhausen immer weiter ausdifferenziert

und maßgeschneiderte Produkte entwickelt. Heute

produziert das Oxygenstahlwerk rund 400 verschiedene Stahlgüten.

Den Schwerpunkt bilden Weißbleche für die Lebensmittelund

Getränkeindustrie (etwa für Getränkedosen und Lebensmittelkonserven)

sowie Hightech-Stähle für die Automobilindustrie,

die als Strukturbauteile das Leben der Insassen schützen

oder für hochwertige Oberflächen sorgen.

Auch das Vormaterial für Elektroband, einen Basiswerkstoff

für E-Mobilität und erneuerbare Energien, wird dort erzeugt.

Damit ist das Stahlwerk Bruckhausen auch 50 Jahre nach seiner

Inbetriebnahme mit seinen 475 Mitarbeitern zentraler Bestandteil

der Stahlproduktion bei thyssenkrupp. 2

Stahlreport 12|19

17

Mehr als 8.000 Artikel und über

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Anarbeitung

und Logistik

Bericht

Eine dünne Schicht,

die vor Korrosion

schützt: Shopprimer

made in Germany

von Dr. Demuth

Derisol Lackfarben.

Dr. Demuth Derisol Lackfarben – Experte für temporären Korrosionsschutz

Eine Regenjacke für Stahlprodukte

Einer der wenigen Nachteile des Werkstoffs Stahl ist seine Anfälligkeit für Rost. Wenn es nicht

gerade um sogenannte nicht-rostende Güten geht, müssen Stahlhalbzeuge in der Regel

vor Korrosion geschützt werden. In vielen Fällen ist ein dauerhafter Korrosionsschutz für

die Weiterverarbeitung jedoch nicht wünschenswert. Hier kommen sogenannte Fertigungs -

beschichtungen (Shopprimer) als temporärer Korrosionsschutz zum Einsatz. Ein Anbieter

mit Knowhow im Stahlhandel ist Dr. Demuth Derisol Lackfarben aus Northeim.

[ Kontakt ]

Dr. Demuth Derisol

Lackfarben GmbH &

Co. KG

37154 Northeim

Tel. +49 5551 97940

www.dr-demuth.com

Stahl ist in weiten Bereichen

ein Lagergut. Bevor Stahlprodukte

weiter verarbeitet werden, durchlaufen

sie sehr oft die der eigentlichen

Verarbeitung vorhergehenden

Anarbeitungs- und Lagerzyklen.

Damit die Produkte während der

Lagerphasen nicht rosten, schützt

sie ein Shopprimer vor Korrosion –

und das über einen Zeitraum von

bis zu einem halben Jahr. Laut DIN

EN ISO 12944 „Korrosionsschutz

von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme“

schützen die Shopprimer

genannten Fertigungsbeschichtungen

die Stahlprodukte

beim Transport, der Weiterverarbeitung

und bei der Lagerung.

Shopprimer muss mit Verarbeitungsdynamik

mithalten

Im Stahlhandel werden Shopprimer

meist auf automatischen Strahl- und

Konservierungsanlagen mit einem

Vorschub von 2 bis 2,5 m/min appliziert.

In der Regel werden die Produkte

mit einer Trockenschichtdicke

von 20 bis 30 μm beschichtet. Sie

verlassen den etwa 12 m langen und

40 °C warmen Trockentunnel fertig

zur Verladung oder zum Stapeln.

Um die Prozesse noch weiter zu

beschleunigen, ist die neueste Generation

der automatischen Linien mit

einer noch höheren Geschwindigkeit

bis zu 6 m/min ausgelegt. Mit der

Dynamik der Verarbeitung muss

aber auch die Beschichtung mithalten.

Einer der führenden Anbieter

für Shopprimer, die die hierfür benötigte

schnellere Trocknung aufweisen,

ist Dr. Demuth. Die neuesten

wässrigen Shopprimer-Qualitäten

des Northeimer Beschichtungsspezialisten

eignen sich für genau diesen

Einsatz. Shopprimer können mit

allen lösemittel- und wasserbasierten

Dr. Demuth Derisol Lackfarben – Historie

Vom Fruchtwein zum Shopprimer

Anfang der 1960er-Jahre machte sich der Gründer der Dr. Demuth KG

(ein Fruchtweinhersteller aus Katlenburg), Dr. Willy Demuth, Gedanken

über ein weiteres „Standbein“ seines Unternehmens. Ergebnis dieser

Überlegungen: Die Gründung einer Lackfabrik auf dem Gelände der Kellerei,

deren erstes Produkt 1961 eine Tankauskleidung war, mit der die

eigenen Tanks der Kellerei versehen sowie die ersten Kunden (Kellereien

und Tankbaufirmen) akquiriert wurden. Eine Erfolgsgeschichte, wie sich

herausstellte, die Ende der 1970er-Jahre einen Neubau in Northeim nach

sich zog, um die wachsende Nachfrage bedienen zu können. Auch im

Laufe der folgenden Jahre wuchs das Geschäft stetig – bis heute: Für

2020/21 plant die Dr. Demuth Derisol Lackfarben GmbH & Co. KG einen

weiteren Um- und Neubau an ihrem Northeimer Standort.

Zum Lieferprogramm der Dr. Demuth GmbH & Co. KG gehören hochwertige

Lacksysteme, die den gewünschten Oberflächenschutz vor Korrosion

garantieren (Witterungseinflüsse, chemische oder physikalische Einflüsse.)

Spezielle Produktentwicklungen für und mit Kunden sowie individuelles

Oberflächendesign zählt das Unternehmen zu seinen Stärken.

18 Stahlreport 12|19


Beschichtungsqualität aus Deutschland

Stahlreport: Wodurch erkenne ich,

ob ich einen Shopprimer mit guter

Qualität einsetze?

Dirk Holzhausen, Exportmanager

Dr. Demuth Derisol Lackfarben:

Ein guter Shopprimer trocknet

schnell und weist einen guten Verlauf

auf der Stahloberfläche auf.

Somit wird eine möglichst dünne

Schicht erzielt, die mit einem dünnen,

geschlossenen Film einen

guten Korrosionsschutz aufweist.

Durch den hohen Automatisierungsgrad

in unserer Produktion

können wir eine gleichbleibende Prozesssicherheit

und damit eine hohe

Produktqualität gewährleisten.

Unsere Produkte stehen in Ihrer Qualität

für „Made in Germany“ und werden

in unserer Produktionsstätte in

Northeim hergestellt. Stahlprodukte,

die mit unseren Shopprimern

lackiert werden, verfügen über

einen guten Korrosionsschutz, sind

leicht und schnell überschweißbar

und können mit Fremdlacken universell

überlackiert werden. Durch

niedrige Filmschichtdicken und

verbesserte Trocknungswerte werden

Verbrauchsmengen und Energiekosten

weiter eingespart und

Ressourcen geschont.

Worauf sollten Anwender achten,

um gute Ergebnisse bei der Beschichtung

zu erhalten?

Unser Produkt, die Beschichtung,

kann nur so gut sein wie die Vorbehandlung

des Stahls. Grundvoraussetzung

ist eine fettfreie und

gestrahlte Oberfläche mit der vorgegebenen

Reinheit von mindestens

SA 2 ½. Eine gleichbleibende

dünne Beschichtung von 20 bis 30

μm muss das Ziel sein. Zu dicke

Schichten führen mitunter zu Wassereinschlüssen,

welche eine längere

Trocknung und einen weichen

Film mit Rissbildung nach sich

zieht. Die Folge davon ist, dass die

Teile nicht mehr überschweissbar

sind und das Überlackieren ebenfalls

problematisch ist. Zu dünne

Schichten führen zu schneller Korrosion

bei nicht geschlossenem

Film. Um eine gleichbleibende

Applikationsqualität sichern zu

können, müssen bei ersten erkennbaren

Anzeichen von Verschleiß

die Düsen gewechselt werden.

1K- und 2K-Materialien überlackiert

werden. Zudem lassen sich geprimerte

Stahlprodukte sehr gut schweißen

– wofür entsprechende Schweißprüfzeugnisse

von unabhängigen

Instituten vorliegen.

Keine umweltgefährdenden

Rohstoffe

Shopprimer sind Hydroprodukte und

weisen einen nur sehr geringer VOC-

Anteil (Anteil an flüchtigen organischen

Verbindungen, Lösemittelanteil)

von ca. < 10 g/l auf. Auch bei

hohen Bedarfsmengen haben Anwender

dadurch keine Probleme mit

VOC-Grenzwerten. „Wässrige Produkte

stehen bereits an und für sich

für Nachhaltigkeit und sind wie alle

unsere Produkte frei von Blei-, Cadmium-

und Chrom VI-Verbindungen“,

betont Dirk Holzhausen, Exportmanager

bei Dr. Demuth. „Wir

verzichten auf umweltgefährdende

Rohstoffe und verwenden keine Korrosionsschutzpigmente

wie Zink -

phosphat oder weitere kennzeichnungspflichtige

Stoffe. Dies ist für

den Verwender schon an der Verpackung

erkennbar. Unsere Produkte

sind nicht kennzeichnungspflichtig“,

erläutert der Beschichtungsexperte

weiter.

Am häufigsten werden Shopprimer

innerhalb eines automatisch arbeitenden

geschlossenen Systems, etwa

direkt nach dem Strahlvorgang, auf

den Stahl aufgebracht. In diesem Fall

ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

an der Anlage keine Schutzkleidung

erforderlich. Nur bei manueller

Spritzapplikation empfehlen

Hersteller aufgrund der Aerosolbildung

(der sich beim Auftragen mit

der Umgebungsluft mischende Shopprimer),

standardmäßige Schutzvorkehrungen

wie Schutzanzug, Schutzmaske

und Schutzbrille als Augenschutz.

Rotbraun und grau – Stahlprodukte

mit diesen Beschichtungsfarben

sind aus den Lagerhallen des

Stahlhandels nicht wegzudenken.

Diese Hauptfarbtöne werden standardmäßig

in sehr großen Losgrößen

gefertigt. Doch auch wer es individuell

schätzt, wird bei Dr. Demuth fündig:

Weitere Farbtöne bietet der Hersteller

auf Anfrage und mit individueller Kalkulation

ebenfalls an. 2

Stetig gewachsen: Dr. Demuth-Unternehmensgelände Stand heute mit Erweiterungsstufen

Bilder: Dr. Demuth

Stahlreport 12|19

19


Anarbeitung

und Logistik

Bericht

ERP-System StaWiKon für den Stahl- und Metallhandel

Prozesse aus einer Hand

In der hart umkämpften IT-Branche ist es keine Selbstverständlichkeit als Anbieter erfolgreich zu sein. Es setzt sich nur

der durch, der innovative Lösungen anbietet, die Nutzern einen echten Mehrwert bieten. Derzeit ist die Vernetzung von

Anlagen und Prozessen in aller Munde. Doch grau ist alle Theorie. Für Anwender zählt nicht die virtuose Beherrschung der

Marketingsprache, sondern Praxistauglichkeit. Mit dem speziell auf den Stahl- und Metallhandel ausgerichteten ERP-

System StaWiKon und mit über 300 Kunden in der Branche stellt die Langenfelder OttComputer GmbH seine Einsatztauglichkeit

seit vielen Jahren unter Beweis. Worauf es dabei ankommt und womit die ERP-Schmiede zusätzlich punkten

will, erläutert Maik Ott, Inhaber und Geschäftsführer des Softwarehauses, im Gespräch mit dem Stahlreport.

[ Kontakt ]

OttComputer GmbH

40764 Langenfeld

Tel. +49 2173 9724-21

www.ottcomputer.de

Stahlreport: OttComputer ist mit dem selbst entwickelten

ERP-System StaWiKon seit vielen Jahren im Stahlund

Metallhandel erfolgreich unterwegs. Was sind die

Bausteine für diesen Erfolg?

Maik Ott: Ein wichtiger Baustein ist sicher unser

Anspruch, nicht kopieren zu wollen – sondern unabhängig

und wegweisend für unsere Kunden zu sein.

Als inhabergeführtes und eigenkapitalfinanziertes

Unternehmen bieten wir durchgehend nur eigene Lösungen

an. Bei uns sind nicht nur die Grundfunktionen,

sondern der komplette Leistungsumfang, der angeboten

wird und in unserem ERP-System integriert ist, selbst

programmiert. Herr der Prozesse zu sein ist grundlegend

dafür, Fehlerquellen eliminieren zu können, die Produktivität

für unsere Kunden zu steigern, Zeit zu gewinnen

und gleichzeitig den Arbeitsaufwand bei Steigerung

des Lieferumfangs zu minimieren. Der modulare Aufbau

unserer Software und die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten

ermöglichen sowohl kleineren wie Großunternehmen

eine maßgeschneiderte Branchenlösung.

Gegenwärtig ist die Vernetzung von Prozessen und Anlagen

der Schritt, vor dem mehr oder weniger alle industriellen

Branchen stehen – auch der Stahlhandel. Wie

reagieren Sie auf diese Herausforderungen? Wie sehen

Sie Ihre Position als ERP-Anbieter?

Die Automatisierung hat immer mehr Lebens- und

Arbeitsbereiche erobert, denn sie spart Zeit und vereinfacht

Abläufe. Wir sind überzeugt, wer heute und

künftig im Stahl- und Metallhandel bestehen will, sollte

sich über kurz oder lang mit Automatisierungslösungen

beschäftigen. Als speziell auf diesen Markt fokussierter

ERP-Anbieter bieten wir genau dafür Lösungen. Die

Automatisierung hat immer mehr Lebens- und Arbeitsbereiche

erobert, denn sie spart Zeit und vereinfacht

Abläufe. Wir sind überzeugt, wer heute und künftig im

Wettbewerb bestehen will, sollte sich mit Automatisierungslösungen

beschäftigen.

Mit dem Schwerpunkt auf dem Stahl- und Metallhandel,

haben wir gestern schon an die Anforderungen

von morgen gedacht und bereits frühzeitig den Trend

zur Automatisierung erkannt. Unsere Software-Produkte

können daher heute schon diverse branchenspezifischen

Anlagen vollautomatisch ansteuern.

Technik und Technologie sind das Eine. Zwischen IT-

Experten und Anwendern ist die Kommunikation oft

aber nicht ganz einfach. Daran können, im schlechtesten

20 Stahlreport 12|19


Fall, ganze Projekte scheitern. Welche Bedeutung messen

Sie dem „zwischenmenschlichen Faktor“ und der

Kommunikation bei?

Eine gelungene Kommunikation sehen wir als entscheidend

an. Bei der Entwicklung unserer Lösungen bemühen wir

uns, systematisch den Blickwinkel zu wechseln und eine

Lösung auch mit den Augen unserer Kunden zu sehen.

Diese Zeit nehmen wir uns. Wir legen viel Wert darauf,

dass unsere Kunden ausführlich und verständlich über

alle Schritte, die sich bei der Einführung oder Umstellung

eines neuen Systems bieten, aufgeklärt sind und von

Beginn an umfassend in der Projektplanung eingebunden

sind. Bei dieser entscheidenden und sensiblen Phase hat

eine solide Planung und eine gute und vertrauensvolle

Kommunikation einen sehr hohen Stellenwert. Ebenso

ist es wichtig, einen Ansprechpartner zu haben der mit

allen nötigen Kompetenzen ausgestattet ist.

Immer neue Anforderungen der Kunden, die sich mit

hoher Geschwindigkeit entwickelnde IT-Technologie –

wie gehen Sie als etabliertes Softwarehaus mit diesen

Herausforderungen um?

Als ERP-Anbieter dürfen wir nicht stehen bleiben. Da

wir vom Kleinunternehmer über den deutschen Mittelstand

bis hin zum Großkonzern ein breites Kundenportfolio

bedienen, haben wir einen guten Überblick

über die Herausforderungen der Branche. Es ist selbstverständlich,

nicht nur unsere Anwendungen ständig

zu optimieren, sondern auch unsere Serviceleistungen

und uns selbst zu verbessern. Feedback, konstruktive

Kritik und Anregungen unserer Kunden sind hierfür

die Basis. Das sehen wir als Voraussetzung für ein

zukunftsorientiertes IT-Unternehmen, als innovationsgetriebenes

Unternehmen. Die Kundenzufriedenheit

ist unser wichtigster Wert.

StaWiKon – Alles aus einer Hand Vorhanden Eigenentwicklung

Anarbeitung

Schnittoptimierung und Kapazitätenplanung p p

Tourenplanung p p

Integration von automatischen Hochregallagern p p

Integration von automatisierten Krananlagen p p

Disposition anhand Reichweite und Verbrauch p p

PPS-Modul mit Betriebserfassung pro Arbeitstag

Maschinenauslastung/Kapazitätsplanung p p

Mobile Datenerfassung p p

Zeugnisverwaltung p p

Biegerei p p

Integration von Schachtelprogrammen p p

Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung p p

Dokumenten-Management-System p p

Neueste Ott-

Entwicklung:

IntraCrane, eine

übergeordnete

Lagerverwaltung für

den Betrieb von

Kran anlagen und

deren Einbettung in

intralogistische

Prozesse.

Die StaWiKon-Module können einzeln erworben und dem Software-Hersteller zufolge

jedem bestehenden System angepasst werden.

Stahlreport 12|19

21


Anarbeitung

und Logistik

Berichte

Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Kunden

ausführlich und verständlich über alle Schritte,

die sich bei der Einführung oder Umstellung eines

neuen Systems bieten, aufgeklärt sind und

von Beginn an umfassend in der Projektplanung

eingebunden sind.

Maik Ott, Inhaber und Geschäftsführer OttComputer GmbH

Innovation sehen wir nicht als Aufwand sondern als

Antrieb für unsere Kunden die bestmöglichen Produkte

zu entwickeln. Als unser Kunde können sie sich darauf

verlassen, dass unsere Zusammenarbeit auf Ehrlichkeit,

Integrität und Respekt basiert – und dass Ihre Interessen

stets im Fokus bleiben. Ob geschäftlich oder privat –

dies ist meine Haltung, mit der ich den Dingen begegne.

Über das ERP-System StaWiKon hinaus, bieten Sie weitere,

auf den Stahl- und Metallhandel ausgerichtete IT-

Produkte?

In Kooperation mit unserer Tochtergesellschaft ott Warehouse

Systems GmbH zählen wir zu den führenden Entwicklern

und Herstellern von Lagerverwaltungssoftware

in diversen Branchen. Unsere neueste Entwicklung ist

unsere Lösung IntraCrane, eine übergeordnete Lagerverwaltung

für den Betrieb von Krananlagen und deren

Einbettung in intralogistische Prozesse. Die Software

kann Krananlagen vollautomatisiert steuern, teil-automatisierte

Prozesse übernehmen oder die Bestände in

einem manuellen Kranlager verfolgen. Wir sin der Überzeugung

dass Innovation auch durch den Austausch

von Ideen entsteht und möchten unsere Kunden und

Interessenten ermutigen mit Ihren Herausforderungen

an uns heran zu treten. Neben komplexen Aufgaben

denen wir uns als Software-Hersteller stellen, sind wir

inzwischen auch sehr oft und gerne in andere Bereichen

für zukunftsfähige Lösungskonzepte tätig. 2

Bild: Schoeller Werke

Schoeller Werk investiert in neues Hochleistungssägezentrum

Rohrherstellung und -bearbeitung aus einer Hand

Die Schoeller Werk GmbH & Co. KG

setzt die schrittweise Modernisierung ihres

Maschinenparks fort: Der Spezialist für

längsnahtgeschweißte Edelstahlrohre hat

bereits im Sommer in ein weiteres Hochleistungssägezentrum

investiert. In der neuen

Sägezelle ist unter anderem ein System zur

Rohrendenbearbeitung integriert. Kunden

Schoeller Werke: neues

Hochleistungssägezentrums

mit integriertem

System zur Bearbeitung

und Prüfung von Rohrenden

des Schoeller Werks erhalten dadurch alle

Bearbeitungsschritte aus einer Hand geliefert.

Um den steigenden Bedarf an längsnahtgeschweißten

oder nachgezogenen Edelstahlrohren

auch in Zukunft zu decken, erweitert

das Schoeller Werk kontinuierlich seinen

Maschinenpark. Das neue Hochleistungssägezentrum

von Rattunde ist speziell auf die

hohen Anforderungen der Automobilindustrie

abgestimmt. Die Anlage wird insbesondere

für die Fertigung von Leitungs- und

Kraftstoffrohren aus Edelstahl eingesetzt.

Das Schoeller Werk bearbeitet darin Rohre

mit einem Durchmesser zwischen 8 bis 10

mm.

Highlight des neuen Hochleistungssägezentrums

ist das integrierte System zur Bearbeitung

und Prüfung von Rohrenden. Eine

Hochleistungssäge trennt die Rohre ab und

führt sie dann dem Rohrendenbearbeitungszentrum

mit Prüf- und Überwachungsstrecke

zu. Anschließend erfolgen eine Zweifachwäsche

mit Trocknung und die vollautomatische

Verpackung. Alle Prozessschritte sind

in engem Takt in einer Zelle konsolidiert,

sodass sich hohe Stückzahlen in möglichst

kurzer Produktionszeit erzielen lassen. Mit

dem neuen Hochleistungssägezentrum

erweitert das Schoeller Werk seine Wertschöpfungskette

um die Endenbearbeitung.

Dadurch liefert das Unternehmen neben

längsnahtgeschweißten Edelstahlrohren ab

sofort auch alle notwendigen Bearbeitungsschritte

aus einer Hand.

22 Stahlreport 12|19


Großfallwerk von ZwickRoell

Eines der größten Fallwerke

der Welt steht in Essen

Rund 9 m Bauhöhe, ein Gewicht von deutlich über 10 t und eine

Fallenergie von 120.000 Joule – das sind die Eckdaten eines

Fallwerks für Schlagprüfungen, das ZwickRoell an das Essener

Prüflabor Gövert geliefert hat. Damit sollen in Zukunft Prüfungen

an unterschiedlichen Rohrwand-Proben im Kundenauftrag

durchgeführt werden.

Die DWT Großfallwerke (High

Energy Drop Weight Tester) von

ZwickRoell dienen zum Prüfen und

Bewerten von Bruchflächen an ferritischen

Stählen, wie sie häufig für

Öl- und Gaspipelines verwendet werden.

Das Prüfverfahren wird als Fallgewichtsversuch

unter anderem in

den Normen API-RP 5L3, DIN EN

10274 und ASTM-E 436 beschrieben.

Beim Herabfallen beschleunigt das

Gewicht einen genormten Prüfkörper

in Richtung der Probe, die durchschlagen

oder gebrochen wird. Aus

der Art des Bruchs, bzw. dem Bruchgefüge

der Probe lassen sich Aussagen

über die Werkstoffeigenschaften

treffen. Eine Temperierung der Probe

mit einer separaten Kühleinheit ist

ebenfalls möglich.

Instrumentierte Fallwerke bieten

zusätzlich die Möglichkeit zur Aufzeichnung

kompletter Kraft-Wege-

Diagramme, aus denen sowohl charakteristische

Kraftpunkte als auch

die aufgenommene Schlagenergie

berechnet werden können. Für die

Prüfung gekerbter Stahlproben aus

Rohrausschnitten hat das Prüflabor

Gövert aus Essen ein ZwickRoell-

Fallwerk vom Typ DWT120 kJ erworben.

In der Probenvorbereitung wird

der Rohrausschnitt zurechtgesägt,

in Gull-Wing-Form gebracht und an

einer hydraulischen Kerbpresse mit

einer Kerbe versehen. Gövert ist

einer der wenigen Dienstleister, die

Prüfproben in Gull-Wing-Form herstellen

und nun auch prüfen können.

Mit der Gull-Wing-Form wird die

ursprüngliche Krümmung an der

Kerb- und Prüfstelle unverändert

beibehalten, während die herkömmliche

Probe als bearbeitete Flachprobe

mit Kerbe geprüft wird.

Sichere Prüfergebnisse

Die Schlagprüfungen erfolgen mittels

einer instrumentierten Finne

bei unterschiedlichen Temperaturen.

Bei einem Fallgewicht von ca. 3 t

und einer Fallhöhe von etwa 4 m

bringt das Fallwerk bis zu 120 kJ

Energie auf, womit es eines der leistungsstärksten

Fallwerke weltweit

ist. So sind Prüfungen nach Prüfnormen

wie ASTM-E 436, API-RP 5L3

oder DIN EN 10274 an großen Proben

möglich.

Das Großfallwerk von ZwickRoell

überzeugte Gövert insbesondere mit

sicheren Prüfergebnissen, die mit

einem Prüfzertifikat in Anlehnung

an DAkkS nachweisbar sind, sowie

der zertifizierten Kalibrierung ab

Werk und vor Ort beim Kunden.

Auch die nachweissichere Erfüllung

der hohen Sicherheitsanforderungen

und die umfangreiche Unterstützung

bei der Projektierung waren wichtige

Gründe sich für das DWT 120 kJ von

ZwickRoell zu entscheiden. 2

Bild: ZwickRoell

Mit rund 9 m Bauhöhe und einem Gewicht von deutlich über 10 t

ist das ZwickRoell-Fallwerk im Essener Prüflabor Gövert eines der

größten der Welt. In Zukunft sollen damit Prüfungen an unterschiedlichen

Rohrwand-Proben im Kundenauftrag durchgeführt

werden.

Manuelle Untersuchung eines Bruchs

Stahlreport 12|19

23


Messen

und Märkte

Blechexpo

Bild: P.E. Schall

Branchenhighlight

Blechexpo/Schweis

stec 2019: knapp

1.500 Aussteller und

über 41.000 Besucher

aus aller Welt.

Blechexpo/Schweisstec 2019 mit Rekord-Dimensionen

Neun volle Hallen

Die 14. Blechexpo ist zusammen mit der 7. Schweisstec mit 1.498 Ausstellern aus 36 Ländern erfolgreich

zu Ende gegangen. Vom 5. bis 7. November 2019 nutzten 41.152 Besucher aus insgesamt 113

Ländern das auf 108.000 m² Ausstellungsfläche gewachsene Fachmessen-Duo, um sich rund um die

Bearbeitung von Blechen, Rohren und Profilen, Trenn- und Fügetechnologien, Umformtechnik sowie

Schweißtechnik auf den aktuellen Stand zu bringen.

Nächster Messetermin

Blechexpo/

Schweisstec:

2. bis 5. November

2021 in Stuttgart

Das Messedoppel Blechexpo/

Schweisstec hat in diesem Jahr einige

Rekorde gebrochen, meldete die P.

E. Schall GmbH & Co. KG, Veranstalterin

der Messen. 1.498 Aussteller

(2017: 1.339 Aussteller) aus 36 Ländern

waren in Stuttgart präsent. „Ein

Auslandsanteil von 45 %“, resümierte

Projektleiter Georg Knauer höchst

zufrieden. „Die Blechexpo/Schweisstec

war in diesem Jahr so international

wie noch nie“. Auch so groß wie

noch nie: Die verkaufte Standfläche

war mit 108.000 m 2 rund 15 % größer

als 2017. Erstmals belegte die Blech -

expo/Schweiss tec die neue Messehalle

10, die mit ihrem großzügigen,

modernen Design eine Bereicherung

der Landesmesse Stuttgart darstellt.

Auch wenn die Branche aktuell

aus diversen Gründen mit einem

spürbaren Rückgang des Auftrags-

volumens umgehen muss, war die

Blechexpo/Schweisstec willkommene

und wichtige Technologie- und

Wissensplattform. „Für uns ist diese

Fachveranstaltung eine Leitmesse

mit sehr hoher Bedeutung“, stellte

etwa Wolfgang Wiedenmann fest,

stellvertretender Vertriebsleiter

beim Pressenhersteller Andritz Kaiser.

Dominierende Themen waren

auch auf der Blechexpo/Schweisstec

die Digitalisierung sowie die

Automatisierung. Das Augenmerk

galt zunehmend auch modernen

Trenntechnologien: Allein 56 Aussteller

traten mit dem Thema Laserschneiden

auf und weitere 25 Firmen

präsentierten Technologien

rund um das Hochdruck-Wasserstrahlschneiden,

so die Veranstalterin

weiter.

Highlight für die

blechbearbeitende Branche

Trotz – oder gerade wegen – der

aktuell rückläufigen Konjunkturerwartungen

seien die Fachgespräche

und die Intensität des Interesses auf

den Messen und an dem breiten Rahmenprogramm

mit vielen Veranstaltungen

und Formaten sehr lebhaft

gewesen. Unter anderem mit einem

BDS-Gemeinschaftsstand hat sich

auch der Stahlhandel auf der Blechexpo

präsentiert. In Halle 10 nutzten

die BEPRO Blech und Profilstahl

Handelsges. mbH & Co. KG, die Gebr.

Lotter KG, die Artur Naumann Stahl

AG sowie die Weinmann Aach AG

und die XOM Materials GmbH den

gemeinsamen Stand des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel, um

ihr Leistungsspektrum darzustellen

(siehe rechte Seite). 2

24 Stahlreport 12|19


InFO

Aussteller auf dem BDS-

Gemeinschaftsstand

z BEPRO Blech und Profilstahl

Handelsges. mbH & Co. KG

z Gebr. Lotter KG

z Artur Naumann Stahl AG

z Weinmann Aach AG

z XOM Materials GmbH

BDS-Gemeinschaftsstand kommt bei Ausstellern an

„Treffpunkt Stahl“ auf der Blechexpo

Erstmals hat der BDS nach erfolgreichen Gemeinschaftsständen auf der Düsseldorfer Tube dieses Format

nun auch auf der Blechexpo 2019 erprobt – mit positivem Resultat. Die Aussteller des BDS-Gemeinschaftsstands

lobten den „Treffpunkt Stahl“ als gelungene Plattform, sich auf einer der wichtigsten

Stahlmessen zu präsentieren, zu netzwerken und mit Kunden und Lieferanten im Gespräch zu bleiben.

Aussteller 2019

Sascha Rauter, Weinmann Aach AG:

„Der BDS-Gemeinschaftsstand auf der

Blechexpo ist für uns als Mittelständler eine sehr

gute Gelegenheit, uns regional zu räsentieren –

mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis und

ohne, dass wir großen Aufwand in die

Organisation stecken müssen.“

Christian Brandt, Artur Naumann Stahl AG:

„Für uns ist die Blechexpo 2019 der erste

Messeauftritt überhaupt. Wir nutzen den

BDS-Messestand zur Akquise und

Kundenpflege – und sind hier in Halle 10

damit genau richtig, da viele Lieferanten

und Kunden hier ihre Stände haben.“

Tim Milde, XOM Materials GMBH:

„Der BDS-Stand auf der Blechexpo ist für

uns ein sehr großer Mehrwert, da der

Stand sowohl Einkäufer als auch

Lieferanten von Stahl anspricht – beides

Kundengruppen von XOM Materials.“

Sören Filipczak, BEPRO Blech und Profilstahl

Handelsges. mbH & Co. KG:

„Fünf Tage Networking, fünf Tage

gute Kontakte, der BDS-

Gemeinschafts-Stand gut organisiert:

Ich würde sagen, let’s do it again!“

Tobias Wirsich, Lotter:

„Der „Treffpunkt Stahl“ ist eine geniale

Gelegenheit, uns als Lotter-Gruppe zu

präsentieren. Wir befinden uns hier in Baden-

Württemberg und mit unserem Hauptsitz in

Ludwigsburg in unserem traditionellen

Heimatmarkt und nutzen die Messepräsenz,

um mit vielen unserer Stammkunden in sehr

kurzer Zeit zusammenzukommen.“

Impressionen vom BDS-Gemeinschaftsstand:

www.facebook.com/bundesverbanddeutscherstahlhandel

BDS-Gemeinschaftsstand auf der Tube 2020

Auf der kommenden Doppelmesse Tube/wire vom 30.03. bis

03.04.2020 in Düsseldorf organisiert der BDS erneut einen Gemeinschaftsstand

für Mitgliedsunternehmen. Mit dabei sind bisher:

z Artur Naumann Stahl AG, Neuss

z ATACC GmbH, Düsseldorf

z BEPRO GmbH, Gelsenkirchen

z BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel

z Drösser Stahlhandel GmbH, Köln

z MCB Deutschland GmbH, Neuss

z RHB Voß GmbH, Düsseldorf

z Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG, Neu Wulmstorf

z Weinmann Aach AG, Dornstetten

Weitere Infos erhältlich von Ksenia Sandek, Marketing/PR im BDS,

+49 211 86497-21, Sandek-BDS@stahlhandel.com

Stahlreport 12|19

25


Messen

und Märkte

Blechexpo

Bilstein Group: Erste Kundenaufträge erfolgreich gefertigt

Kaltbandproduktion mit

neuartigem Walzkonzept gestartet

Die BILSTEIN GROUP hat auf der diesjährigen Blechexpo im November innovative Kaltbandprodukte präsentiert. Die

neuen Produktionsanlagen zur Realisierung des Breitbandwalzkonzepts bei Bilstein in Hagen-Hohenlimburg, das breite

Quarto-Reversier-Walzgerüst und die neue dazu passende Längsteilanlage sind planmäßig in Betrieb gegangen, teilte

das Unternehmen mit. Die ersten Kundenaufträge seien bereits erfolgreich gefertigt worden.

Aussteller

2019

Nach dem Spatenstich für die

Anlagenhalle des Werks in Hagen-

Hohenlimburg im September 2017,

folgte in diesem Jahr nun die Vollinbetriebnahme

einer der modernsten

Anlagen der Kaltwalzindustrie weltweit

– wie das Unternehmen mitteilte. Das

neue Hochleistungs-Kaltwalzwerk ist

für den Reduzier- und Dressierbetrieb

ausgelegt. Daraus wird nach Bilsteineigenen

Standards Kaltband in Dicken

von 0,4 bis 5 mm und Breiten von bis

zu 1.350 mm bei Geschwindigkeiten

von bis zu 1.000 m/min gefertigt. Kunden

haben damit erstmals die Möglichkeit,

hochanspruchsvolles Kaltband

bis zu dieser außergewöhnlichen Breite

von Bilstein in Hagen zu beziehen, so

das Unternehmen weiter. Hierbei stehe

eine weite Spanne unterschiedlicher

Auftragsparameter zur Auswahl.

Digitales Walzenmanagement

Der hohe Automatisierungsgrad der

Anlage zeigt dem Unternehmen

zufolge, dass die Bilstein Group die

Chancen von Industrie 4.0 und der

Digitalisierung nutzt. Ein digitaler

Leitrechner und ein innovativer

Walzassistent erlauben das digitale

Management der Walzen und den

direkten Datenaustausch innerhalb

der gesamten Wertschöpfungskette.

Auch der Walzenwechsel und das

Handling von Coils, Restcoils und

Hülsen erfolgen vollautomatisch.

Gleichzeitig kann über den Hauptsteuerstand

die gesamte Anlage, einschließlich

aller Nebenprozesse,

gesteuert werden. Darüber hinaus

wurde im Rahmen des neuen Breitbandwalzkonzeptes

eine hochmoderne

Schneide- und Verpackungsanlage

in Betrieb genommen, die

bisher manuell ausgeführte Aufgaben

weitgehend automatisiert. So

erfolgen die aufgrund unterschiedlicher

Spezifikationen der Produkte

notwendigen Änderungen an den

Einstellungen nun vollautomatisch,

so das Unternehmen. Der Wechsel

der hochpräzisen Kreismesser erfolgt

mittels einer Robotiklösung, was die

Abläufe deutlich effizienter gestaltet.

Dazu zählt auch der vollautomatische

Dornaustausch am Aufhaspel.

Quantensprung im

Premium-Kaltband

„Durch die weltweit einzigartige

Zusammenstellung diverser patentierter

Technologien in einem neuen

in sich geschlossenen Kaltwalzwerk

realisieren wir einen Quantensprung

in der Fertigung von Premium-Kaltband

engineered by Bilstein Group.

Gerade in Zeiten, in denen die Unternehmen

der Stahlindustrie und der

gesamten Kaltbandwertschöpfungskette

deutliche Veränderungen erfahren,

sichern wir damit nicht nur unseren

Standort, sondern auch die

langfristige Versorgung unserer Kunden

mit qualitativen Spitzenprodukten

ab. Denn darin sehen wir die

unverzichtbare Grundlage für unseren

gemeinsamen Erfolg – jetzt und

in der Zukunft”, sagte Marc T. Oehler,

CEO und Gesellschafter der Bilstein-

Group.

Die BILSTEIN GROUP fokussiert

sich auf innovative und anspruchsvolle

Kaltbandlösungen. Die Unternehmensgruppe

ist weltweit aktiv

und ein wichtiger internationaler

Partner der Automobil- und verarbeitenden

Industrie geworden. Zum

Verbund der Gruppe gehören die

Produktionsstätten Bilstein, Hugo

Vogelsang (beide Deutschland), Bilstein

CEE (Tschechien) sowie Bilstein

Cold Rolled Steel (USA). 2

Neues Quarto-Reversier-Walzgerüst am

Bilstein-Standort Hagen: Kaltband nach

eigenen Standards in außergewöhnlicher

Breite bis zu 1.350 mm

26 Stahlreport 12|19


Kjellberg Finsterwalde: gelungene

Messepräsenz

Plasmaschneidanlage

gewinnt Innovationspreis

Der Schneid- und Schweißtechnikexperte

Kjellberg Finsterwalde hat bei der

internationalen Fachmesse Blechexpo

Anfang November 2019 den „Award zur

Blechexpo“ gewonnen. Ausgezeichnet

wurde in der Kategorie „Trenntechnik“ die

Plasmaschneidanlage „Q“ des Unternehmens.

Die neue Industrie 4.0-fähige Inverterstromquelle

der Anlage ermögliche präzises

Plasmaschneiden mit den

Anforderungen an eine digitalisierte Produktion.

So können Anlagen künftig über alle Stufen

der Wertschöpfung interoperabel in einer

Smart Factory miteinander kommunizieren.

Die Echtzeit-Kommunikation zwischen den

Anlagenkomponenten und der Prozessdatenaustausch

vernetzter Maschinen sind

nur zwei der vielen nennenswerten Neuerungen,

die auf der Messe für die Besucher

mittels einer Live-Übertragung aus dem

Competence Centre Plasma 4.0 vom Standort

Finsterwalde direkt nach Stuttgart erlebbar

gemacht wurden.

Die stolzen Preisträger bei der Verleihung des

„Award zur Blechexpo“ 2019 (v. l. n. r.): Kjellberg-

Entwicklungsleiter Volker Krink, Vertriebsgeschäftsführer

Thomas Kagemann und Holdingchef

der Kjellberg-Gruppe Dr. Michael Schnick

Monaten offiziell vom Maschinenbauer

Kjellberg Finsterwalde in den Markt eingeführt.

In diese neueste Generation der

Plasmastromquelle hat das Bran den bur -

gische Unternehmen mehrere Millionen

Euro und jahrelange Forschungsarbeit

investiert. Dass sich genau das

gelohnt hat, symbolisiert die

BlechexpoSieger-Trophäe für

die „Q“.

Bild: Kjellberg Finsterwalde

Hegla zeigte Schubfachlagersystem

Bleche vertikal und

platzsparend lagern

Mit dem Lagersystem zur vertikalen

Blechlagerung hat sich die HEGLA

Fahrzeugbau GmbH & Co. KG auf der 14.

Blech expo 2019 in Stuttgart präsentiert.

Mit dem Schubfachlager für Bleche legt

das baden-württembergische Unternehmen

den Fokus auf eine platzsparende

und materialschonende Lösung zur Lagerung

von Klein-, Mittel- und Großformaten

sowie Sonder- und Restblechen.

Bild: Hegla

Mit dem Slogan „Always on“ wurde die

Anlagenreihe „Q“ vor weniger als zwei

www.kjellberg.de

Weltneuheit von thyssenkrupp Steel auf der Blechexpo 2019

Neue Beschichtung für die Warmumformung

thyssenkrupp hat auf der Blechexpo 2019 eine nach eigener Aussage

wegweisende Innovation der Warmumformung vorgestellt. Die neue Beschichtung

„AS Pro“ minimiere die prozessbedingte und nachteilige Wasserstoffaufnahme

während des Glühvorgangs im Produktionsprozess erheblich, so das

Unternehmen. Ergebnis: eine signifikant verbesserte Bauteil- und Prozesssicherheit

bei warmumgeformten, insbesondere strukturrelevanten Bauteilen –

Aussteller

2019

Aussteller

2019

und daraus folgend ein Mehr an Insassensicherheit bei Fahrzeuganwendungen. Serienmäßig

soll Kunden die Innovation zeitnah zur Verfügung stehen. Das Kürzel AS in der Produktbezeichnung

steht für eine aus Aluminium und Silizium bestehende Beschichtung, die

warmumgeformte Bauteile vor Zunder und Korrosion schützt.

Mit der neuen Beschichtung AS Pro bietet thyssenkrupp Steel Automobilherstellern an

einem sensiblen Punkt im Produktionsprozess warmumgeformter Bauteile eine innovative

Neuheit an. „Dank unserer AS Pro beschichteten Warmumformstähle ist nun Schluss mit

energie- und zeitaufwendigen Zusatzmaßnahmen, die im Warmumformprozess normalerweise

nötig sind. Damit können die Kunden ihre Prozesse weiter optimieren und haben

zudem Vorteile auf der Kostenseite. Wir freuen uns, mit AS Pro die nächste Generation

der Warmumfor-mung auf den Weg zu bringen“, so André Matusczyk, CEO der Business

Unit Automotive bei thyssenkrupp Steel.

Jedes Lagerfach ist dabei einzeln im

Zugriff. Durch das die vertikale Materialaufbewahrung

werde der vorhandene

Lagerraum optimal genutzt, so das Unternehmen.

Gleichzeitig ermöglichen die

leichtgängigen, herausziehbaren Fächer

den direkten Zugriff auf das Material und

minderten das Beschädigungsrisiko beim

Handling deutlich. Materialschonend

gepolsterte Fächer bieten Schutz für

teure Sonderbleche und -materialien.

Höhenverstellbare Zwischenböden und

die optionale Ladungssicherung für

dünne Bleche erweitern die Flexibilität

und den Nutzwert zusätzlich, so das

Unternehmen weiter. Mit der serienmäßigen

Sortierhilfe ist es zudem möglich,

verschiedene Bleche in einem Fach zu

lagern und direkt und ohne Umsortieren

zu entnehmen. Die Beladung des Lagers

erfolgt wahlweise von links oder rechts.

Praktisch ist auch die bis zu

1500kg/m² belastbare

Decke des vertikalen Blechlagers,

die zusätzlichen Stauraum

schafft.

www.bit.ly/tksteelaspro

www.blechlagervertikal.de

Aussteller

2019

Stahlreport 12|19

27


Messen

und Märkte

Blechexpo

Bild: Trumpf

Hinweise für die Erledigung anstehender Aufgaben

liefert Workmate auf unterschiedlichen Nutzeroberflächen.

Neue Softwarelösung „Workmate“ von Trumpf

Digitaler Assistent

für die Blechfertigung

Bild: H. D. Lenzen

Die neue Selektivanlage: vollflächig oder selektiv

vernickeln, versilbern oder verzinnen

Auf der Blechexpo in Stuttgart hat die TRUMPF GmbH & Co. KG

die neue Softwarelösung Workmate vorgestellt. Auf dem Tablet

zeigt sie Maschinenbedienern oder Mitarbeitern in der Montage

Informationen an, die den Fertigungsalltag erleichtern sollen: von

Hilfestellungen zur Einrichtung der Maschinen bis zu Empfehlungen

zur Verpackung von Teilen.

Durch den permanenten Zugriff auf alles Wichtige spare die Softwarelösung

Suchzeiten ein und fördere sowohl bei erfahrenen als auch bei

ungelernten Mitarbeitern eigenverantwortliches und effizientes Arbeiten,

so das Unternehmen. Workmate ist ab Frühjahr 2020 verfügbar.

Um den Arbeitstag bestmöglich zu strukturieren, lässt sich beispielsweise

eine Jobliste mit allen anstehenden Aufträgen abrufen. Eine weitere Nutzeroberfläche

unterstützt dabei, Aufträge vorzubereiten. Sie zeigt dem Bediener

unter anderem an, wo die Teile für den Auftrag lagern. Kommen die Teile

aus dem Lager, kann der Bediener sie in Workmate direkt ausbuchen und

so den Bestand aktualisieren.

Informationen rund um die Maschine

Beim Einrichten von Laser-, Stanz-, Stanz-Laser- oder Biegemaschinen unterstützt

Workmate ebenfalls. Der Bediener erfährt anhand der Software, mit

welchen Werkzeugen er die Anlage je nach Auftrag ausrüsten muss. Zusätzlich

informiert Workmate ihn über Prozessparameter, anhand derer er die

Maschine einstellen kann. Während die Maschine einen Auftrag bearbeitet,

lässt sich auf Workmate der Arbeitsfortschritt abrufen. Nach Fertigstellung

hilft Workmate dabei, Teile richtig zu entnehmen, dem Auftrag entsprechend

abzulegen und zu kennzeichnen.

Workmate unterstützt auch bei manuellen Tätigkeiten wie beim Schweißen

oder in der Montage. Hier liefert die Softwarelösung detaillierte

Arbeits- und Sicherheitsanweisungen. Workmate informiert den

Bediener auch darüber, wo Vorrichtungen gelagert werden, oder

wie er die Teile eines Auftrags verpacken sollte. 2

Veredelen von Präzisionsbandstahl

Neukonzipierte Selektivanlage

Die H.D.Lenzen Bandverzinkung

GmbH & Co. KG und Galvano Brückmann

GmbH & Co. KG haben ihr Leistungsspektrum

beim Veredeln von Bändern aus NE-

Metallen und Stahl auf der Blechexpo in

Stuttgart gezeigt. Drei traditionelle Standorte

in Hagen und Halver mit insgesamt

120 Mitarbeitern sind die Voraussetzung

für Kontinuität im Umgang mit Kunden und

Lieferanten. Ihre langjährige Erfahrung nutzen

die Unternehmen nun mit einer neu

konzipierten Selektivanlage – und vernickeln,

versilbern und verzinnen ab sofort in

einer Linie.

Die Veredelung im elektrolytischen Verfahren

mit Zink, Kupfer, Nickel, Zinn und Silber

kann den Unternemen zufolge auch in

Kombination vollflächig oder selektiv von

der Bandkante aus erfolgen. Die Bandstärken

liegen bei 0,30 bis 2,00 mm. Die maximale

Bandbreite ist auf 200 mm ausgelegt.

Neueste Prozesstechnik und

Überwachung sorgen für höchste Qualität

und Produktivität bei nachhaltiger

Beachtung der umwelttechnischen

Richtlinien, so das

Unternehmen.

www.trumpf.com

Aussteller

2019

www.hdlenzen.de

Aussteller

2019

28 Stahlreport 12|19


Arku-Edgebreaker 3000: bis

zu 80 mm dicke Blechteile

auch in großen Stückzahlen

beidseitig in einem Arbeitsgang

entgraten und verrunden

Bild: Salzgitter AG

Trassenverlauf Baltic Pipe

Bild: Arku

Aussteller

2019

Zuschlag für wichtigen Großauftrag

Salzgitter-Konzern

liefert für Baltic Pipe-Project

Bild: Dimeco

Beidseitige Bearbeitung für Laser- und Stanzteile in einem Durchgang

Entgratzeit drastisch reduzieren

Das französische Maschinenbauunternehmen

DIMECO hat auf der Blechexpo

in Stuttgart seine seine automatisierten

Lösungen für Laserschnittlinien, flexible

Stanzlinien, Rollformanlagen, Längs- und

Querteilanlagen sowie Bandanlagen gezeigt.

Die Fertigungslinien sind für ein breites

Spektrum von Kundenanwendungen, von

der Elektro-, Energie- und Baubranche bis

hin zu Haushaltsgeräten sowie der Automobilindustrie

geeignet. Auf seinem Stand hat

ARKU hat auf der diesjährigen Blechexpo

unter anderem eine seiner neuesten

Entgratmaschinen, den EdgeBreaker ® 3000

für Laser- und Stanzteile, gezeigt. Die Entgratmaschine

verfügt über zwei hintereinander

geschaltete Bearbeitungszonen, die bis

zu 80 mm dicke Blechteile auch in großen

Stückzahlen beidseitig in einem Arbeitsgang

entgraten und verrunden. Dies mache

ein erneutes Einlegen der Teile überflüssig

und spare somit rund die Hälfte der Arbeitszeit

ein. Weitere Vorteile biete der Edge-

Breaker 3000 durch sein patentiertes Bürstenwechsel-Klicksystem,

das ein einfaches

und schnelles Wechseln von Schleifmitteln

und damit eine schnelle und flexible Anpassung

an die gestellte Entgrataufgabe

erlaube. Die automatische Kalibrierung

misst zudem den Schleifmittelverbrauch

und kompensiert diesen selbstständig.

www.arku.com

Aussteller

2019

Industrie 4.0-fähige Coil-Laserschneidlinien

von Dimeco

www.dimeco.com

Lösungen für Laserschnittlinien

Flexible Fertigungslinien und Bandanlagen vom Coil

das Unternehmen eine flexible Stanzlinie

mit einem Coil von 0,8 x 800 mm und der

elektrischen Stanzmaschine LINAPUNCH®

MCE gezeigt. Die flexible Stanzanlage optimiere

die Produktion dank einer hohen

Taktfrequenz, eines Schnellwerkzeugwechselsystems

und einer Werkzeugvorbereitung

in Parallelzeit. Über das OPC-Unified

Architecture Protokolls bietet Dimeco auch

die Vernetzung von Dimeco-Maschinen und

-Linien mit allen Maschinen und Anlagen

eines Produktionsstandortes.

Tochter- und Beteiligungsgesellschaften

des Salzgitter-Konzerns produzieren

und liefern die rund 30.000 t

Stahlrohre und 90 Rohrbögen für das Baltic

Pipe-Project – ein bedeutendes europäisches

Gasinfrastrukturprojekt, welches

künftig norwegisches Erdgas via

Dänemark nach Polen transportieren soll.

Die EU unterstützt dieses Vorhaben zur

Diversifizierung des europäischen Gasmarkts

mit finanziellen Mitteln.

Die Rohre werden von den Gesellschaften

Mannesmann Grossrohr (rd.

24.000 t) und EUROPIPE (rd. 6.000 t), die

Rohrbögen von Salzgitter Mannesmann

Grobblech produziert. Das Vormaterial

wie Brammen für Bleche und Warmbandcoils

stellen weitere Tochter- und Beteiligungsgesellschaften

des Salzgitter-Konzerns

bereit.

Die Salzgitter Mannesmann International

GmbH (SMID) verantwortet die komplette

Projektkoordination von der Angebotserstellung

bis hin zur Auftragsabwicklung.

Zudem stellt sie die gesamte Lieferkette

sicher und übernimmt Aufgaben mit namhaften

Finanzdienstleitern, teilte das

Unternehmen bereits im September mit.

Salzgitter Mannesmann International

werde von Januar bis März 2020 Rohre

und Rohrbögen für das Baulos 2 des Projekts

an den Kunden Energinet ausliefern.

Gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen

Lkw, Bahn und Seeschiff ist SMID

für die umfangreiche Projektlogistik inklusive

der Bereitstellung und Einstapelung

der Rohre und Rohrbögen auf die 24 verschiedenen

Lagerplätze entlang des Trassenverlaufs

verantwortlich.

Stahlreport 12|19

29


Messen

und Märkte

Bericht

Viel zu bieten hatte die A+A im November in Düsseldorf: persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Aspekte für die Gesundheit bei der Arbeit.

Foto: Messe Düsseldorf

Vier – drei – zwei – eins

Kongressmesse A+A in Düsseldorf

Das Kürzel A+A stand im November an vier Tagen in Düsseldorf wieder einmal für die drei wichtigsten Themen des

Arbeitsschutzes – im persönlichen und betrieblichen Bereich sowie in Sachen Gesundheit. Unter diesen Aspekten

gliederte sich die gleichnamige internationale Fachmesse mit Kongress, die inzwischen in den Unternehmen auf zwei

Feldern wichtig ist, für die Berufsbildung nämlich ebenso wie für die Betriebswirtschaft. Und es kommt immer mehr

ein Trend hinzu, der die Themen vermittelbarer macht: die Mode.

Dabei ist im Sinne von Fashion nicht nur beispielsweise

an Kleidungschick etwa im Bereich „Persönlichen

Schutz“ zu denken, im Trend liegen auch die

bewusste Ausrichtung von Unternehmen auf die „Betriebliche

Sicherheit“ sowie das Ziel, stets auf die „Gesundheit

bei der Arbeit“ zu achten – um zur Kongressmesse A+A

die drei Untertitel aufzugreifen, die auch die nachfolgende

Berichterstattung gliedern und in den Veranstaltungsrahmen

aus Konferenz und der Premiere des Film- und

Medienfestivals „kommmitmensch“ passen.

Zusammengefasst hatten die Veranstaltungsmacher,

die sich bei der Messe über rund 2.100 Aussteller aus

mehr als 60 Ländern und etwa 70.000 Besucher freuen

konnten, diesen Ansatz unter dem Motto „Der Mensch

zählt“.

Persönlicher Schutz

Zumindest quantitativ der bedeutendste Bereich der

A+A war der persönliche Schutz. Die Gründe dafür seien

vielfältig stellte Wolfram Diener als Geschäftsführer

der veranstaltenden Messe Düsseldorf GmbH fest: Zum

einen wachse das allgemeine Sicherheitsbewusstsein.

Auch die Tatsache, dass Arbeitsbekleidung funktionell

weiterentwickelt und optisch aufgewertet wird, fördere

den Trend. Immer mehr umweltverträgliche Materialien

aus fairem Handel entsprächen zudem dem Wunsch

vieler Entscheider nach mehr Nachhaltigkeit. Ein weiterer

Grund für den Aufwärtstrend sei der zur Image

Wear und zur Corporate Fashion. So würden beispielsweise

Sicherheitsschuhe in Sneakerform oder Arbeitshosen

im Freizeitlook für immer mehr Menschen zu

einem modischen Statement und Mitarbeiter mit Kundenkontakt

zu einer zentralen Zielgruppe.

Betriebliche Sicherheit

Ziele der betrieblichen Sicherheit standen an den vier

Düsseldorfer Veranstaltungstagen quantitativ an zweiter

Stelle des Interesses. Es geht in diesem Themenfeld

darum, durch Schutzmaßnahmen Risiken für den einzelnen

Mitarbeiter zu minimieren sowie die technische

Sicherheit von Anlagen und Gebäuden zu gewährleisten.

Sichere Lagerung und Verkehrsschutz, Strahlenschutz

und bauliche Absturzsicherung sowie betrieblicher

Umweltschutz waren nach Darstellung der Messe einige

der Schwerpunkte auf diesem Feld.

Besonders spektakulär war in der Rheinmetropole,

was die erste mobile, feststoffbefeuerte und bundesweit

einsetzbare Realbrand- und Heißausbildungsanlage,

die aufgrund ihrer Größe Schulungen zur Wärmeerfahrung,

Einsatztaktik und Rauchgasdurchzündung ermög-

30 Stahlreport 12|19


Foto: FEUERCON gmbH

Mobile Realbrand- und Heißausbildungsanlage

mit Atemschutzstrecke.

licht. Zusätzlich verfügt die Anlage der FEUERCON

GmbH über die erste mobile Atemschutzstrecke nach

Anforderungen der DIN 14093, die bundesweit allen

Feuerwehren, Behörden und der Industrie zur Verfügung

steht. (Vgl. obige Abbildung)

Gesundheit bei der Arbeit

Die Aktualität dieses Teilthemas ist unmittelbar einsichtig,

weil – vor allem durch die Digitalisierung –

etwa durch die Erreichbarkeit von Beschäftigten quasi

rund um die Uhr die Gefahr psychischer Belastungen

und Erkrankungen steigt; auch die Kontrolle des Einzelnen

kann durch neue Technologien zunehmen.

Die wirtschaftliche Bedeutung von „Gesundheit bei

der Arbeit“ wird u.a. durch Zahlen aus Untersuchungsergebnissen

deutlich: Laut Europäischer Agentur für

Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz rechnet

sich jede Investition in die Gesundheitsförderung,

denn jeder inverstierte Euro erwirtschaftet eine Rendite

zwischen 2,50 € und 4,80 €.

Teilthemen dieses Bereichs waren in Düsseldorf vor

allem Lösungen in den Bereichen Akustik, Licht/Beleuchtung,

Raumklima, ergonomische Arbeitsmittel und

Arbeitsplatzgestaltung.

Rahmen

Zur messebegleitenden Fachtagung im Congress Center

Düsseldorf, für die rund 40 Veranstaltungsreihen im

Programm standen, wurden etwa 5.000 Kongressbesucher

erwartet. Geboten wurde ein Forum für Diskussionen

über aktuelle wirtschaftliche Erkenntnisse und

deren praktische Umsetzung sowie für einen intensiven

Austausch von Politik und Wirtschaft. Bruno Zwingmann,

Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft

für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, bezeichnete

den Kongress in einem Statement als „zentrale Gemeinschaftsveranstaltung

des Arbeitsschutzes in Deutschland.“

Ganz neu war in diesem Jahr zur A+A in Düsseldorf

das „kommmitmensch“ Film- und Medienfestival. Mittels

visueller Medien sollten damit Prävention und Gesundheitsförderung

in den Unternehmen gestärkt und Instrumente

zum Einsatz in der Berufsbildung zum Arbeitsschutz

geschaffen werden. 2

Mehrzweck für Mensch und Material

Auf der A+A stellte die Hoffmann

Group erstmals ihre

neuen silikonfreien GARANT-

Mehrzweckhandschuhe vor. Das

Besondere daran: Sowohl der

Montage- als auch der Schnittschutzhandschuh

sind nicht nur

komplett silikonfrei, sondern

auch in einer silikonfreien

Umgebung produziert. Dadurch

hinterlassen die Handschuhe

weder Fingerabdrücke noch sonstige Spuren auf empfindlichen Oberflächen.

Der silikonfreie Montagehandschuh eigne sich für leichte industrielle

Anwendungen. Er biete einen ungewöhnlich hohen Tragekomfort gepaart

mit sehr hoher Abriebfestigkeit. Seine besonderen Eigenschaften verdankt

der Handschuh einer mit 15-Gauge fein gestrickten Nylon/Spandex-

Mischung und einer widerstandsfähigen Polyurethanbeschichtung. Das

Produkt sei zudem ein Leichtgewicht, das zusätzlich durch eine sehr gute

Passform besteche. Dadurch ermögliche der Handschuh hohe Fingerfertigkeit,

wie man sie beim präzisen Umgang mit kleinen, scharfkantigen Teilen

benötigt. Eine widerstandsfähige Polyurethanbeschichtung sorge für hervorragenden

Grip und schütze die Hände zuverlässig vor Verletzungen.

Kübler Bodyforce

Diese Workwearkollektion verkörpert den Anspruch der Paul H. Kübler

Bekleidungswerk GmbH & Co. KG aus 73655 Plüderhausen, deren Trägerinnen

und Träger durch stetige Innovation und progressives Design auch

unter härtesten Arbeitsbedingungen bestmöglich zu unterstützen.

Ein einzigartiger Gewebemix sorge für Wohlbefinden selbst bei vollem Körpereinsatz.

Für Kübler Bodyforce wurde eigens die neue Fischgrat-Rips-

Gewebebindung entwickelt. Sie verbinde sehr hohe Zug- und Reißfestigkeit

mit angenehmer Haptik und moderner Optik. Durch eingearbeitete

Stretchzonen erreiche die neue Linie ein unvergleichliches Komfortlevel.

Hochelastische Strickeinsätze im Nacken-, Ellenbogen-, Ärmel- und Schulterbereich

würden Arbeiten über Kopf spürbar erleichtern. In gebückter

oder kniender Haltung gewährleisteten elastische Einsätze im Saum-,

Schritt- und Beinbereich sowie der im gesamten Gesäßbereich eingesetzte

Stretch außerordentliche Bewegungsfreiheit.

Neben Komfortaspekten legt Kübler größten Wert auf Robustheit und

Langlebigkeit. Darum sind sehr beanspruchte Partien wie Meterstab- und

Schenkeltasche mit Cordura verstärkt. Ein Garant für Qualität und lange

Einsatzdauer sei auch die Industriewäschetauglichkeit der Kleidung.

Geprüft nach der EN ISO 15797 erfülle sie alle Voraussetzungen für die

professionelle Textilpflege.

Foto: Hofmann Group

Foto: Kübler

Stahlreport 12|19

31


Messen

und Märkte

Bericht

Nortec in Hamburg

Messe und Campus

Die Nortec, der erste Branchentreff des neuen Jahres für klein- und mittelständische Produktionsbetriebe,

öffnet vom 21.-24.1.20 in Hamburg ihre Tore. Präsentiert wird die gesamte Wertschöpfungskette. Die Messe

wird von einem Campus flankiert, der – mit vielen Sonderthemen – u.a. als Treffpunkt und Netzwerkplattform

zum Austausch zwischen Industrie und Digitalwirtschaft fungieren soll.

Die Zeichen moderner Produktion

stehen nach Einschätzung der

Veranstalter auf Kollaboration – und

das branchenübergreifend. Dieses

Megathema der Branche spiegelt sich

auch im Angebot der NORTEC 2020

wider. Die Fachmesse für Produktion

und der Campus für den Mittelstand

dienen nicht nur als Präsentationsfläche.

Sie sind zudem erste Anlaufstelle

für klein- und mittelständische

Unternehmen (KMU), die sich Orientierungshilfe

sowie konkrete Antworten

auf individuelle Fragen zum

Thema Industrie 4.0 bzw. digitale Produktion

wünschen.

Während sich die Hallen A1 und

A4 Unternehmen aus der Metall- und

Kunststoffbearbeitung, dem Maschinenbau

sowie Komponenten und Prozessen

in der Produktionstechnik widmen,

befindet sich der Campus für

den Mittelstand in Halle A3.

Dort dreht sich alles um Industrie

4.0, also darum, welche praxisnahen

digitalisierten Lösungen für

KMU verfügbar sind. In der Start-

Up Area bieten sich elf Gründer als

Lösungspartner an. Ihre innovativen

Dienstleistungen und Produkte sollen

KMU dabei unterstützen, ihre

Unternehmen für das digitale Zeitalter

fit zu machen. Darüber hinaus

bietet der Campus ein umfangreiches

Angebot an Workshops und

Seminaren zum Branchenthema

Nummer Eins sowie Netzwerkmöglichkeiten.

Fachbesucher können

dort ihre Fragen zur digitalen Transformation

stellen, z.B. im Bereich

Supply Chain, 3D-Druck oder auch

Digitalisierung in der Blechbearbeitung,

und auf Expertenniveau beantwortet

bekommen.

Mitten auf dem Campus in Halle

A3 befindet sich zudem das öffentlich

zugängliche Auditorium. Dort werden

sämtliche Branchen-Topthemen für

die industrielle Produktion vorgestellt

Foto: Hamburg Messe und Congress/Ralf Otzipka

Messe und Campus bietet die Nortec vom 21.-24.1.20 in Hamburg.

und erörtert. Die Fachvorträge widmen

sich u. a. den sich verändernden

Einkaufs- und Beschaffungsprozessen

in Zeiten der Digitalisierung. Aber

auch Sonderthemen sowie Blechbearbeitung,

Verpackung und Logistik

finden dort ihren Platz.

Sonderthemen

Unternehmerischer Erfolg fußt heute

auf der einer branchenübergreifenden

Zusammenarbeit und einem offenen

Austausch unterschiedlicher Disziplinen.

Digitalisierung muss als

Teamsport verstanden werden.

Davon ist auch Patrick Postel überzeugt,

Geschäftsführer der Silpion

IT-Solutions GmbH und Silpion

Events GmbH – Ausrichter des jährlich

im September stattfindenden

Digitalisierungskongresses solutions.hamburg.

Auf die Förderung des

Austausches zwischen Industrie und

Digitalwirtschaft zielt die anstehende

Kooperation der solutions.hamburg

und der Nortec.

Wissenstransfer und Austausch

speziell zum Thema Elektronikfertigung

bieten über 40 Aussteller komprimiert

auf rund 500 m 2 . 2020 geht

dieser Fachmesse-Bereich mit speziellen

Workshop-Angeboten an den

Start, um die zunehmende Elektrifizierung

in all ihren Facetten genauer

zu beleuchten. Ein weiterer Treiber

für die Zukunft der Produktion ist

der 3D-Druck. Die additive Fertigung

revolutioniert nicht nur das Design

und die Entwicklung von Produkten,

sondern kann dabei helfen, den Vertrieb

von Bauteilen effizienter zu

gestalten.

Ein besonderes Highlight bieten

zudem die Hanse Suppliers, ein Verbund

von Auftragsfertigern aus Norddeutschland,

die sich auf einer Fläche

in Halle A1 zusammengeschlossen

haben, um die passende Anlaufstelle

für interessierte Kooperationspartner

zu bieten.

Das Kompetenzzentrum Mittelstand

Hamburg wird aktuelle Projekte

vorstellen, die es unter der Ägide 2020

gibt, wie etwa Künstliche Intelligenz.

Der VDMA veranstaltet auch 2020

wieder seinen traditionellen Workshop

unter dem Titel „Auf dem Weg zu Fertigung

4.0“. Diverse Matchmaking-Formate

laden zusätzlich zum Wissensaustausch

und Netzwerken ein. 2

32 Stahlreport 12|19


Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile mit Bearbeitung

Zweite Auflage der CastForge soll Branche überzeugen

Die CastForge findet vom 16. bis 18.

Juni 2020 die zum zweiten Mal statt. Das Messekonzept

mit Fokus auf die Wertschöpfungskette

vom Guss- oder Schmiederohling über

die maschinelle Bearbeitung bis hin zum finalen

Bauteil kam bei der Premiere 2018 bei

über 3.700 Fachbesucherinnen und Fachbesuchern

und mehr als 150 Ausstellern dem Veranstalter

zufolge gut an. Auf der CastForge

präsentieren sich internationale Hersteller von

Guss- und Schmiedeteilen sowie hoch spezialisierte

Bearbeiter den industriellen Einkäufern Guss- und Schmiedeteile sowie deren Bearbei-

Stuttgarter Fachmesse CastForge im Juni 2020:

tung im Fokus

aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der

Antriebstechnik, der Pumpen- und Hydraulikindustrie und dem Nutzfahrzeugbau.

Ergänzt wird das Informationsangebot für die Besucher der CastForge durch weitere, parallel

stattfindende Branchenmessen: die Global Automotive Components and Suppliers Expo, die

Engine Expo, die Automotive Interiors Expo, die Automotive Testing Expo, die Surface Technology

Germany und die LASYS – Internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung.

Weitere Informationen:

www.castforge.de

Parts2clean in Stuttgart:

Steigende Bedeutung der Bauteilsauberkeit

Die Bedeutung der Teilereinigung

steigt weiter. Das hat Ende Oktober die 17.

Auflage der parts2clean in Stuttgart deutlich

gemacht – unabhängig davon, ob es um

klassische Aufgabenstellungen oder neue

Anwendungen geht; beispielsweise in der

additiven Fertigung, Elektromobilität oder

durch Weiterentwicklungen in der Halbleitertechnologie.

Die Bedeutung der Bauteilsauberkeit

als Produkteigenschaft und Qualitätsfaktor

wird weiter steigen, urteilten

viele Messebesucher in einer Befragung des

Veranstalters.

Drei Tage lang präsentierte sich die Leistungsshow

mit 230 Ausstellern aus 20 Ländern

erneut als globale Informations- und

Beschaffungsplattform für die industrielle

Teile- und Oberflächenreinigung. Rund

4.250 Fachbesucher aus 48 Ländern haben

das Angebot in den Stuttgarter Messehallen

genutzt, um sich über Lösungen für ihre

Aufgabenstellungen zu informieren. Die

internationale Leitmesse konnte damit das

Niveau der Vorjahres-Veranstaltung halten.

„Das stabile Besucherniveau in einem wirtschaftlich

schwierigen Umfeld zeigt die

große Bedeutung der parts2clean als weltweite

Drehscheibe zur Geschäftsanbahnung

im Bereich der industriellen Bauteilreinigung“,

kommentierte Olaf Daebler, Global

Director parts2clean bei der Deutschen

Messe AG.

Wichtige Besucherbranchen waren die

Metallbe- und -verarbeitung, die Oberflächentechnik

und -bearbeitung, die Pharma-,

Chemie- und Verfahrenstechnik sowie wie

die Elektronik- und Elektroindustrie. Durch

diesen branchenübergreifenden Fokus

konnte wohl auch dem leicht gesunkenen

Anteil der Besucher aus der Automobilindustrie

entgegengewirkt werden.

Die nächste parts2clean wird vom

27.–29.10.20 auf dem Stuttgarter Messegelände

durchgeführt.

Interessierte Besucher auf der

diesjährigen parts2clean.

Bildquelle: Deutsche Messe AG

Materialien und Prozesse

3D-Druck auf der Formnext

2019 in Frankfurt

In Frankfurt/M. wurden im November

auf der Formnext 2019 34.532 Besucher

(2018: 26.919) gezählt. 852 Aussteller

(2018: 632) machten die Messe

Frankfurt zur Bühne für die immer größer

werdenden Anwendungsfelder der additiven

Fertigung. Es ging um Materialien und

Prozesse.

Unternehmen stellten neue Fertigungstechnologien

vor und präsentierten Lösungen

für deren integrierten industriellen Einsatz.

Dazu gehörten z.B. neue 3D-druckbare

Materialien, die den Einsatzbereich der

Additiven Fertigung zum Beispiel von der

Luft- und Raumfahrt über die Automobilund

Railway-Industrie bis zum Werkzeugund

Formenbau deutlich erweitern. Auch

im wichtigen Bereich Postprocessing konnten

Aussteller Innovationen präsentieren,

die den industriellen Einsatz additiver Fertigung

weiter vorantreiben dürften.

Für die Branche ist die Formnext eine wichtige

Businessplattform, auf der viele Unternehmen

konkrete Geschäftsabschlüsse

direkt auf dem Messeparkett verzeichnen.

Auch auf Seite von Investoren übt die noch

junge Welt der Additiven Fertigung eine

immer größere Anziehungskraft aus. Auf

der Formnext 2019 war ein deutlich gestiegenes

Interesse von Venture Capital-Unternehmen

sowie von Industrieunternehmen

zu verzeichnen, die z.B. als strategische

Partner bei jungen Unternehmen einsteigen

möchten.

Mit den USA hat sich auf der Formnext

2019 erstmals ein Partnerland präsentiert.

Die Besucher erlebten ein vielseitiges Rahmenprogramm,

das vom US Commercial

Service und zahlreichen Verbänden gestaltet

wurde.

Die Formnext gilt als Leitmesse für Additive

Manufacturing und die nächste Generation

intelligenter industrieller Fertigungs- und

Herstellungsverfahren. Sie fokussiert vom

Design über die Herstellung bis zur Serie

die effiziente Realisierung von Produktideen.

Veranstalter der Formnext ist die

Mesago Messe Frankfurt GmbH

(formnext.de). Die nächste Formnext findet

vom 10.–13.11.20 wieder in Frankfurt statt.

Stahlreport 12|19

33


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Es läuft nicht rund

Nach einem für Stahlhersteller, -händler und -verarbeiter guten Jahr 2018 verläuft das Jahr 2019 nicht

zufriedenstellend. Die weltweiten Konjunkturerwartungen haben sich seit Jahresbeginn spürbar eingetrübt.

Handelskonflikte führen zu immer mehr Unsicherheit. Sorge bereitet die Lage bei den Automobilherstellern

und deren Zulieferern. Die deutschen Maschinenbauer schauen ebenfalls pessimistischer in die Zukunft.

Auch wenn andere stahlverarbeitende Industriezweige, allen voran die Bauwirtschaft, weiterhin gut

beschäftigt sind, fällt die Stahlnachfrage geringer aus als im vergangenen Jahr. In fast jedem Monat dieses

Jahres wurden Mengenrückgänge im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet. Einzig der September

brachte etwas mehr Volumen. Der Oktober zeigte sich dann wieder rückläufig.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis einschließlich

Oktober 2019 vorliegenden

Zahlen.

Fragen zu den

genannten

statistischen Größen

beantwortet im

Bundesverband

Deutscher Stahl -

handel (BDS) Jörg

Feger, Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

Lagerabsatz

Der Lagerabsatz verlief im Jahr 2018 recht erfreulich.

Insgesamt wurden bei Walzstahlfertigerzeugnissen

11,2 Mio. t abgesetzt. Dies ist der beste Wert seit dem

Jahr 2012. Im Vergleich zum Vorjahr wurde 1,4 % mehr

Menge erreicht. Bei Rohren wurden sogar deutlichere

Zuwächse verzeichnet.

Das Jahr 2019 ist für die deutsche Stahldistribution

mengenmäßig dann etwas schwächer gestartet. Insgesamt

wurden im Januar knapp über 950.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse,

im Februar 908.000 t und im

März knapp 930.000 t abgesetzt. Ähnlich verlief der

April. Der Lagerabsatz betrug 931.000 t. Vergleichsweise

gut zeigte sich der Mai. 954.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

wurden ausgeliefert. Dafür war wiederum

der Juni ungewöhnlich schwach. Auch aufgrund der

vielen Feier- und wenigen Arbeitstage konnte ein Lagerabsatz

von lediglich 848.000 t verzeichnet werden.

Der Juli zeigte mit seinen 23 Arbeitstagen ein ordentliches

Volumen auf. Der Absatz verfehlte die Eine-Million-Tonnen-Schwelle

mit 999.000 t nur haarscharf.

Der August wurde als typischer Sommermonat wahrgenommen:

Nur knapp 900.000 t Lagerabsatz wurden

gemeldet. Dafür waren die Mengen im September mit

940.000 t recht ordentlich. Im Vergleich zum Vorjahresmonat

konnten sie zulegen. Der Oktober zeigte sich

hingegen mit 934.000 t im Vergleich zum Vorjahresmonat

schwächer. Insgesamt wurde in den ersten zehn

Monaten des Jahres 2019 4,1 % weniger Menge als im

Vorjahreszeitraum abgesetzt. Besonders der Absatz von

Flachprodukten und Stabstahl zeigte sich schwächer.

Als einziges Produkt konnte der Betonstahl weiter zulegen.

Lagerbestand

Im Dezember 2018 beliefen sich die bundesweiten

Lagerbestände auf 2,22 Mio. t. Dabei lag der branchenweite

Bestand im Vergleich zum Vorjahresmonat um

knapp 5 % höher. Zwischen Januar und März 2019

erfolgte der übliche Lageraufbau. Im April und Mai

wurden nur noch geringe Mengen aufgebaut. Im Juni

und Juli konnte dann ein leichter Rückgang der Bestände

beobachtet werden. Im August wurden die Bestände

spürbar zurückgefahren. Dieser Trend setzte sich im

September und Oktober fort. Ende Oktober 2019 wurden

2,22 Mio. t Bestand gemeldet. Das sind knapp 12 %

weniger als Ende Oktober 2018 bevorratet wurden.

Lagerreichweite

Die durchschnittliche Lagerreichweite bei Walzstahlfertigerzeugnissen

lag im Oktober bei 2,4 Monaten bzw.

72 Tagen. Im Schnitt der ersten zehn Monate des Jahres

2019 liegt die Reichweite mit 2,6 Monaten bzw. 78

Tagen etwas darüber. (vgl. Abbildung 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche Verkaufspreise im kleinlosigen

Bereich zufolge setzte sich der teilweise recht starke

Preisanstieg, der im Jahr 2016 angefangen hatte, im

Jahr 2017 fort. Auch in den ersten beiden Monaten des

Jahres 2018 konnten bei fast allen Produkten Preissteigerungen

festgestellt werden.

Zwischen März und Mai 2018 gestaltete sich das

Bild differenzierter. Große Veränderungen wurden

dabei jedoch nicht festgestellt. In den Monaten Juni

bis September des vergangenen Jahres waren die

Preise bei fast allen Produkten wieder im Aufwärtstrend.

Der Oktober, November und Dezember zeigten

sich uneinheitlich. Mitunter wurden auch sinkende

Preise beobachtet.

Auch im Januar und Februar 2019 wurde tendenziell

von fallenden Verkaufspreisen berichtet. Im März konnten

teilweise auch wieder Preissteigerungen festgestellt

werden. Im April, Mai, Juni und Juli gaben die Preise

bei nahezu allen Produkten nach. Diese Rückgänge

waren bei Rohren und den meisten Flachprodukten

ausgeprägter als bei Langprodukten. Auch im August,

September und Oktober war die Tendenz bei den meisten

Produkten rückläufig (vgl. Abbildungen 2 und 3). 2

34 Stahlreport 12|19


Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

160

101

97 94 93

96

100

90

95 140

89

91 93 93 93

85 90 94 94

120

100

55

80

78 78 75 81 78 75 72 123 75 81 81 81 78 87 72 78 72 72

60

40

20

0

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Ø

2018

Ø

2019

Okt.

2018

Nov.

2018

Dez.

2018

Jan.

2019

Feb.

2019

März

2019

April

2019

Mai

2019

Juni

2019

Juli

2019

Aug.

2019

Sep.

2019

Okt.

2019

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Preisentwicklung

bei Langprodukten

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Quelle Bild 2 u. 3: BDS

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

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3. Q. 2017

4. Q. 2017

1. Q. 2018

2. Q. 2018

3. Q. 2018

4. Q. 2018

1. Q. 2019

2. Q. 2019

3. Q. 2019

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Stahlreport 12|19

35


BDS

Berufsbildung

BDS-Stahlkunde-Seminar vom Werkstoff-Experten

Kunden besser beraten

mit mehr Stahl-Know-how

Nächster Termin:

5. bis 7. Februar 2020 in Dortmund

Wie unterscheidet sich ein S235J0 von einem S235JR? Und wie war das noch mit der Schweißbarkeit

von Stahlbauhohlprofilen? Diese und viele ähnliche Fragen stellen sich im Stahlvertrieb

beinahe täglich. Wer dabei auf solide Fachkenntnisse zurückgreifen kann, tritt sicherer auf und

vermittelt Kunden Kompetenz. Doch Fachkenntnisse müssen erworben und gepflegt werden.

Ein Weiterbildungsangebot speziell für den Stahlhandel ist das Fachseminar „Stahlkunde“ des

BDS – in dem Werkstoffexperte Prof. Dr. Joachim Lueg Stahlwissen gut verständlich und auf dem

neuesten Stand der Entwicklung vermittelt.

Das BDS-Seminar „Stahlkunde“

bietet an drei Tagen eine

kompakte Einführung in die Werkstoffkunde

Stahl. Auf dem Programm

stehen dabei von der Herstellung

von Stahl über das Walzen

und die Wärmebehandlung bis hin

zu Fragen der Verarbeitung und

Werkstoffprüfung alle relevanten

Bereiche, die zum Grundlagenwissen

über den Werkstoff Stahl gehören.

Langjähriger Dozent des BDS-

Seminars ist Prof. Dr. Joachim Lueg

von der Fachhochschule Dortmund

(Fachbereich Werkstoffkunde sowie

Spanlose Formgebung) – ein erfahrener

Werkstoffexperte und Lehrer,

den die Vielseitigkeit von Stahl auch

nach langer Berufserfahrung immer

wieder aufs Neue fasziniert.

Stahlreport: Prof. Lueg, was können

Stahlhändler im Seminar Stahlkunde

lernen?

Prof. Joachim Lueg: Der Werkstoff

Stahl ist ein sehr weites Gebiet mit

vielen verschiedenen Facetten und

Aspekten. Es geht in dem Seminar

darum, grundlegende Strukturen zu

vermitteln: Es geht um die Eigenschaften

von Stahl, wie sie zustande

kommen, und wie sie sich zum Beispiel

in der Wärmebehandlung oder

in der Verarbeitung verändern lassen.

Ich konzentriere mich dabei auf

die wesentlichen Werkstoff-Mechanismen.

Es geht um den Aufbau der

Stähle, wir sehen uns die Zusammensetzung

eines Gefüges und zum

Beispiel auch das Eisen-Kohlenstoff-

Diagramm an.

Ganz wichtig ist, dabei so praxisnah

wie möglich zu erklären, mit

vielen Beispielen, um die grundle-

genden Zusammenhänge anschaulich

darzustellen. Dabei hilft auch

die Besichtigung einer Stahlproduktion

oder eines stahlverarbeitenden

Unternehmens, die Teil des Seminars

ist. Hat man die wesentlichen

Strukturen verstanden, fällt es viel

leichter, den Überblick über das

komplexe Thema Stahl zu behalten.

Bei immerhin über 2.500 verschiedenen

Stahlsorten am Markt ist das

unabdingbar.

Dozent Prof. Dr. Joachim Lueg

Prof. Dr. Joachim Lueg

Wie gehen Sie an ein solches Seminar

heran? Die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer bringen ja immer verschiedene

Voraussetzungen und Fragestellungen

mit.

Richtig, und das ist das Spannende,

wie ich finde. Ich halte mich inhaltlich

dabei an das vorgegebene

Grundgerüst – passe den konkreten

Verlauf aber immer an individuelle

Voraussetzungen der Teilnehmer

an. Ich biete zum Beispiel inhaltlich

immer viel an – Themen, Fragestellungen,

einzelne Aspekte – und

merke dann, in welche Richtung es

bei den Teilnehmern geht. Von Veranstaltung

zu Veranstaltung variiert

das Seminar dann in dem, was konkret

besprochen wird, immer wieder.

Der BDS fragt im Vorlauf zum Semi-

Seit rund 20 Jahren bildet Prof. Dr. Joachim Lueg Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter des Stahlhandels in der Werkstoffkunde Stahl weiter –

zusammengenommen im Laufe der Jahre über 600. Prof. Joachim Lueg

ist ein Stahlexperte durch und durch:

z Studium Maschinenbau an der Ruhr-Uni Bochum

z 1986 Abschluss Dipl.-Ing. Maschinenbau

z 1986 – 1990 Promotion zum Dr.-Ing. an der Ruhr-Uni Bochum („Neue

Werkzeugstähle, Sonderstähle“)

z 1990 Thyssen Edelstahlwerke AG, Witten/Krefeld (Qualitätsstelle Werkzeugstahl)

z 1991 – 1997 Vereinigte Schmiedewerke GmbH, Essen/Hattingen (Leiter

Qualitätswesen)

z seit 1997 Professur Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Maschinenbau,

Werkstoff- und Umformtechnik

36 Stahlreport 12|19


Das BDS-Stahlkunde-Seminar

nar eventuelle Vorkenntnisse und

Erwartungen an das Seminar ab. Das

hilft bei der Vorbereitung sehr.

An wen richtet sich das Seminar

hauptsächlich, für wen ist es geeignet?

An jeden, der materialkundliche

Grundkenntnisse über Stahl erwerben

oder auffrischen möchte! Spezielle

Vorkenntnisse außer dem

gesunden Menschenverstand sind

nicht nötig. Vielfach besuchen Quereinsteiger

im Stahlhandel das Seminar,

um grundlegende Werkstoffkenntnisse

zu erwerben. Oft ist

dann kaufmännisches Wissen auf

hohem Niveau vorhanden und sie

möchten sich Grundlagen des werkstoffkundlichen

Wissens aneignen.

Eine weitere Gruppe sind Auszubildende,

die ihre Stahlkenntnisse

vertiefen wollen.

Warum sollten Stahlhändler tiefere

Kenntnisse des Werkstoffs Stahl

erwerben? Reicht es nicht, das

eigene Sortiment zu kennen und vor

allem auf Liefertreue etc. zu achten?

Ich bin überzeugt, dass es für Stahlhändler

nur von Vorteil ist, mehr

über den Werkstoff, mit dem sie täglich

umgehen, zu wissen. In meiner

langen Praxis in der Stahlbranche

bin ich immer wieder erstaunt, dass

das große technische Know-how

auch gestandener Konstrukteure

beim Werkstoff Stahl – überhaupt

bei Werkstoffen – oft endet.

Es ist im Grunde erstaunlich, wie

wenig verbreitet detaillierte Werkstoffkenntnisse

sind: darüber, welche

Probleme mit welchem Werkstoff

auftreten könnten oder welche

Werkstoffe alternativ zum gewählten

in einem konkreten Szenario auch

möglich wären. Daher halte ich eine

fundierte technische Kundenberatung

im Stahlhandel für sehr wichtig.

Es ist auch wichtig, auf dem Stand

der Dinge zu bleiben. Auch wenn es

oft so aussieht, als täte sich in Sachen

neuer Stähle für den Stahlhandel

nicht viel: Zeitverzögert gelangen

doch immer wieder neue Sorten mit

neuen Anforderungen in den Handel.

Das Seminar richtet sich an Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter aus

dem Stahlhandel, die grundlegendes

materialkundliches Wissen

erwerben/auffrischen möchten.

Teil des Seminars ist eine

Betriebsbesichtigung eines stahlproduzierenden

oder stahlverwendenden

Unternehmens.

Programm

z Gewinnung von Stahl aus Roheisen

z Stahlgefüge

z Stahlkennwerte und ihre Ermittlung

z Zerstörungsfreie Prüfverfahren

für Stähle

Ein Beispiel sind Duplexstähle. Die

waren für den Handel lange kein

Thema, heute gehören diese Stähle

Teil vielfach zum Sortiment. Der

Werkstoff Stahl lebt und verändert

sich ständig. 2

BDS-Seminare

Neben dem Seminar „Stahlkunde“

bietet der BDS fortlaufend

weitere Seminare zu vielen

verschiedenen für den Stahlhandel

relevanten Themen an –

unter anderem zum Einkauf von

Stahl, zu Rohren und oder Blankstahl.

Weitere Infos zum

Seminarprogramm:

www.stahlhandel.com/seminare

z Praktische Werkstoffprüfung

z Einteilung und Normung der

Stähle

z Wichtige Stahlsorten

z Korrosion und Korrosionsschutz

z Wärmebehandlungen

z Betriebsbesichtigung

Teilnehmergebühr

Pro Person 819 € (Mitgliedsunternehmen)

bzw. 1.009 € (Nichtmitglieder).

Jeder Teilnehmer erhält

umfangreiche Seminarunterlagen.

Verpflegung inklusive.

Anmeldung und Programm:

www.stahlhandel.com/seminar

Stahlreport 12|19

37


BDS

Berufsbildung

Sitzung der Fernunterrichtsanbieter in Berlin

DQR stand im Mittelpunkt

Foto: Arbeitskreis

Beeindruckende Bilder für den Stahlhandelsnachwuchs

gab es bei dem Besichtigungstermin

der Arbeitskreise im Hause der Gießerei Heidenreich

& Harbeck GmbH in Mölln.

Der DQR stand im Mittelpunkt, als sich am 3.11.19 die Mitglieder

der Fachgruppe Fernunterricht im FDL unter der Leitung von

Dr. Ludger Wolfgart vom BDS in Berlin zu ihrer zweiten Sitzung in

diesem Jahr trafen. Dieser Kreis stellt traditionell Möglichkeiten

eines gemeinsam zu nutzenden Bildungsmarketings in das

Zentrum seiner Beratungen – diesmal im Vorfeld des Techforums

und der Mitgliederversammlung 2019 der dem Fernlernen verbundenen

Organisation (vgl. ges. Bericht in der Rubrik Verbände).

Stahlhandelsnachwuchs:

Einblick in die Gießereitechnik

Das Seminarprogramm des BDS-

Arbeitskreises Hamburg/Schleswig-

Holstein hielt in diesem Jahr für die Jungkaufleute

einen besonderen Besichtigungstermin

bereit: Beim Besuch der Gießerei

Heidenreich & Harbeck GmbH in Mölln

bekamen die Teilnehmer aus dem Stahlhandel

einen detaillierten Einblick in die Gießereitechnik.

Heidenreich & Harbeck fertigt seit Jahrzehnten

Gussteile aus den Werkstoffen GJL

(Gusseisen mit Lamellengraphit) und GJS

(Gusseisen mit Kugelgraphit). Die von Heidenreich

& Harbeck hergestellten Bauteile

erfüllen maßlich und metallurgisch höchste

Anforderungen.

Die Jungkaufleute aus den Arbeitskreisen,

die vom Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) unterstützt werden, konnten

den kompletten Fertigungsprozess von

Gussteilen direkt vor Ort kennenlernen:

z In der Tischlerei wurde die Anfertigung der

Gussmodelle gezeigt.

z Anschließend wurde die Formenherstellung

in der Handformerei erklärt.

z Ein besonderes Highlight war der Gießprozess,

bei dem die Teilnehmer aus nächster

Nähe erleben konnten, wie die flüssige

Schmelze in die Formen vergossen wurde.

z Nach dem Gießen kommen die Bauteile in

die „Putzerei“. Dort werden die entstandenen

Grate per Hand entfernt. Hierbei

erlebten die Jungkaufleute, dass sich hinter

dem unscheinbaren Begriff „putzen“

schwere körperliche Arbeit verbirgt.

z Abschließend zeigte ein Rundgang durch

die mechanische Fertigung die Endbearbeitung

der Gussteile auf Dreh- und Fräsmaschinen.

Der Deutsche Qualifikationsrahmen

(DQR) ist ein achtstufiges

Schema, in das vor einem europäischen

Hintergrund alle schulischen,

beruflichen und akademischen

Abschlüsse eingeordnet werden können

– um sie vergleichbar (nicht

gleich) zu machen und die Transparenz

sowie die Durchlässigkeit des

Bildungssystems zu erhöhen. Deutlich

wurde bei den Beratungen in

Berlin, dass dieses Instrument des

Bildungsmarketings erst einmal

bekannt gemacht werden muss,

bevor es karrierewirksam werden

kann.

Weitergehende Hinweise dazu

lieferten auch Erfahrungsberichte

aus dem Fernstudium des Bundesverbands

Deutscher Stahlhandel

(BDS). So schilderten Dr. Dipl.-Ing.

Manfred Feurer als Fachbereichsleiter

Technik und Dr. Frank Schmitz

als Fachbereichsleiter Wirtschaft,

welche hohen Erwartungen Karriere

suchende Teilnehmer und Karrieren

fördernde Unternehmen mit solchen

Maßnahmen tatsächlich verbinden.

Feurer, der im BDS-Fernstudium

zugleich pädagogischer Leiter ist,

machte zudem deutlich, dass die drei

das Fernstudium gliedernde Fachbereiche

(Technik, Wirtschaft,

Methoden) durchaus mit unterschiedlichen

Lernzielen in die abgeschlossene

Lehrgangsplanung eingehen

können und sollten. Auf der

Basis dieser Planung erfolgt bei der

Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht

(ZFU) die Entscheidung

über eine Zulassung der Maßnahmen.

Schließlich ergänzte Thomas

Paucker, Geschäftsführer der Berliner

JobUFO GmbH, diese Überlegungen

mit der These, dass im Bereich

der Weiterbildung auch der DQR mit

denselben Maßnahmen beworben

werden kann, die auch für die Jobvermittlung

und für die Besetzung

von Ausbildungsstellen gelten. Und

das sei eben nicht die klassische

Bewerbungsmappe. Vielmehr gehe

es um den Einsatz von Videotools.

Bildungsförderung und DSGVO

Vor der intensiven Beschäftigung

mit dem DQR hatte sich die Fachgruppe

Fernunterricht im Forum

DistancE-Learning (FDL) in seiner

Sitzung im Mai damit beschäftigt,

wie die Bildungsförderung im Bildungsmarketing

der mehr als 100

Verbandsmitglieder eingesetzt werden

kann. Auch dabei war im Übrigen

deutlich geworden, dass die entsprechenden

Instrumente erst

einmal bekannt gemacht werden

müssen – wie es zudem eine neue

Studie nahelegt (vgl. ges. Bericht

unter Wissenswertes).

Eines der Themen, über die in

der Sitzung der Fernunterrichtsanbieter

Anfang November in Berlin

rückblickend berichtet wurde, war

die seit Mai 2018 geltende Europäische

Datenschutzgrundverordnung

(DSGVO). Zu deren Einführung hatten

Behar Beyaz und Dr. Thorsten

Hauröder, Henseler & Partner

Rechtsanwälte mdB in Düsseldorf,

dem Kreis ausführlich berichtet. Jetzt

ging es den beiden Juristen um ihre

„Bilanz nach einem Jahr“ (vgl. Stahlreport

9/19, S. 44f). 2

Die nächste Sitzung der Fachgruppe

Fernunterricht im FDL soll im März

2020 in Würzburg stattfinden.

38 Stahlreport 12|19


Vortrag für die Arbeitskreise Hamburg und Schleswig-Holstein

Karrierechancen

Die „Karriere und Aufstiegschancen im Stahlhandel“ wurden thematisiert, als sich Teilnehmerinnen

und Teilnehmer der Arbeitskreise der Jungkaufleute der Branche in Hamburg und Schleswig-Holstein

Mitte November in der Hansestadt trafen. Dr. Ludger Wolfgart vom BDS gab vor dem Hintergrund

seiner 35-jährigen Erfahrungen in diesem Bereich die entsprechenden Hinweise.

So hob er einleitend darauf

ab, dass – auf der Basis der Begeisterungsfähigkeit

für die Branche –

die Motivation für den Beruf entscheidet.

So konnten die Zuhörer

aufgrund ihrer bisherigen Berufserfahrungen

viele Argumente zusammentragen,

warum es für eine Karriere

im Stahlhandel nicht nur auf

die finanziellen Verdienstmöglichkeiten

ankommt. Prozessorientiertes

Arbeiten, Aufgabenerledigung im

Team sowie der Umgang mit einem

ökologisch wertvollen und technisch

mit vielen Potenzialen ausgestatteten

Werkstoff wurden beispielsweise

genannt.

Auf dieser Grundlage informierte

der Referent darüber, dass und wie

der Ausbildungsberuf der Kaufleute

im Groß- und Außenhandel mit Wirkung

zum 1.8.2020 neu geordnet

werden soll. Ein Beispiel dafür ist

die neue Berufsbezeichnung als

Kaufleute im Groß- und Außenhandelsmanagement.

Diese verstärkte

Prozessorientierung bot in den

gemeinsamen Gesprächen die Möglichkeit,

z.B. auch das Qualitätsmanagement

zu thematisieren, die Wolfgart

seinen Zuhörern auch für die

eigene Berufsbildung anzuwenden

empfahl. Entsprechendes gelte für

den Deutschen Qualifikationsrahmen,

der ebenfalls berufslebenslanger

Begleiter in der Aus-, Fort- und

Weiterbildung sein könne.

BDS-Bildungsangebote

Abschließend stellte der Referent

vor, dass und welche Bildungsangebote

der Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) bereithält – von

der Unterstützung der firmenübergreifenden

Ausbildungsbegleitung

in Arbeitskreisen bis hin zu einem

dreijährigen Fernstudium, das als

Betriebswirt/-in Stahlhandel BDS

abgeschlossen werden kann. Neben

solchen und weiteren Veranstaltungen

hält der Verband auch zahlreiche

Veröffentlichungen für Branchenmitarbeiter

bereit – allen voran die

Fachzeitschrift „Stahlreport“.

Die beiden Arbeitskreise in Hamburg

und Schleswig-Holstein bieten

regelmäßig im zweiten Halbjahr

unterschiedliche, kostenpflichtige

Programme an, um die Ausbildung

der angehenden – vor allem – Kaufleute

im Groß- und Außenhandel

unterstützend zu begleiten. Über die

gewünschten Themen entscheiden

jeweils im ersten Quartal eines Jahres

die beteiligten Unternehmen.

Die Leitung der beiden Arbeitskreise

liegt in den Händen zweier Berufsschullehrer:

Stefan Jungblut und

Michael Vorwerk. 2

Kontaktaufnahmen sind unter

bds-Jungkaufleute@web.de möglich

Berufskraftfahrer-Qualifikations-Richtlinie

E-Learning als Thema auch am zweiten „Runden Tisch”

Das Bundesministerium für Verkehr

und digitale Infrastruktur sowie seine Partner

arbeiten weiter mit Hochdruck an der

Umsetzung der neuen Berufskraftfahrer-

Qualifikations-Richtlinie. Dabei bleibt die

Möglichkeit zum erstmaligen Einsatz von

e-Learning grundsätzlich bestehen. Das

wurde beim zweiten „Runden Tisch“ Mitte

November in Bonn deutlich, an dem der

BDS das FDL vertrat.

Die von der EU überarbeitete Richtlinie war

im Mai 2018 in Kraft getreten und soll deshalb

bis Mai 2020 zumindest im Wesentlichen

in deutsches Recht umgesetzt werden.

Erstmals ist in diesem Zusammenhang der

Einsatz von e-Learning zugelassen. Wegen

der Nähe dieser Lernform zum Fernlernen

war das Forum DistancE-Learning (FDL) als

Expertenverband bereits zum ersten Runden

Tisch im November 2018 in Berlin eingeladen.

Schon damals nahm der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel als

FDL-Mitglied diese Vertretung wahr, weil er

großes Interesse auch an der inhaltlichen

Weiterentwicklung in diesem Mangelberuf

hat.

Die Reformbestrebungen scheinen inhaltlich

umfangreich und inzwischen unter den teilweise

seit Jahrzehnten engagierten Akteuren

weitgehend ausdiskutiert, konzentrieren

sich aber im Moment methodisch auf den

Einsatz von e-Learning vor allem in den Weiterbildungsteilen

zu diesem dreijährigen

Ausbildungsberuf. Dabei geht es um die

Frage, ob und wie „computergestütztes Lernen“

– so eine zwischenzeitliche Sprachregelung

– sinnvoll eingesetzt werden kann.

Dazu liegt dem Ministerium seit diesem

Sommer ein Gutachten vor, das aber noch

nicht alle Fragen hat zufriedenstellend

beantworten können.

Vor diesem Hintergrund plädierte FDL-Vorstandsmitglied

Dr. Ludger Wolfgart, der

auch in der Berufsbildung des BDS engagiert

ist, an beiden „Runden Tischen“ dafür,

die Chancen des Fernlernens intensiv und

ergebnisoffen zu analysieren.

Stahlreport 12|19

39


Wissenswertes

Bericht

Bildungsförderung in Deutschland

Kein Durchblick

Wer Weiterbildungsförderung in Anspruch nehmen

will, ist dafür häufig auf Hinweise Dritter angewiesen.

Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen

Studie aus dem f-bb. Diese „Bestandsaufnahme

und Analyse aktuell genutzter Instrumente“, so

der Untertitel, deckt damit ein entscheidendes

Defizit der „Weiterbildungsförderung in Deutschland“

auf, die eben nicht nutzerfreundlich-selbsterklärend

ist: kein Durchblick Mit diesem Ergebnis

wird auch die Arbeit des BDS im FDL bestätigt, das

sich in der Fachgruppe Fernunterricht seit einiger

Zeit damit beschäftigt, wie eine solche Vermittlerrolle

zur Schaffung von Transparenz am sinnvollsten

wahrgenommen werden kann.

Entsprechendes gilt im Übrigen

auch für ein weiteres Projekt des

Nürnberger Forschungsinstituts

Betriebliche Bildung (f-bb): Im Rahmen

der Entwicklung des Deutschen

Qualifikationsrahmens für lebenslanges

Lernen (DQR) steht das Institut

bereits seit 2007 für die Entwicklung

von unterstützenden Dienstleistungen.

Die sind nach Auffassung des

Forums DistancE-Learning (FDL) zur

Schaffung der erforderlichen Transparenz

auch für den DQR wichtig. Er

fasst schulische, berufliche und akademische

Abschlüsse in einem System

zusammen, um sie vergleichbar zu

machen. Die Bildungsförderung und

der Qualifikationsrahmen waren im

Mai und November in Berlin die

beherrschenden Themen der diesjährigen

Sitzungen der FDL-Fachgruppe

Fernunterricht, die Dr. Ludger Wolfgart

vom Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS) leitet.

In der Studie aus 2019, deren

Ergebnisse als f-bb-Dossier zusammengefasst

und als Download frei verfügbar

sind (www.f-bb.de), werden

vier Instrumente der Weiterbildungsförderung

untersucht:

z Bildungsprämie/Bildungsgutscheine

z Bildungszeitgesetze

z Aufstiegs-BAföG

z Qualifizierungschancengesetz

Zu jedem dieser Instrumente gibt es

in dem Dossier eine Kurzdarstellung

sowie eine Bewertung der Wirksamkeit.

Einleitend wird auf die Nationale

Weiterbildungsstrategie vom Juni 2019

aktuell Bezug genommen, werden der

Markt und damit die Bedeutung der

Förderinstrumente dargestellt: Die

aktuellste Erhebung aus 2016 zeige,

dass gut 50 % der 18- bis 64-Jährigen

in Deutschland an Weiterbildung teilnehmen:

25,3 Mio. Menschen. Die Analysen

machten zudem deutlich, dass

die Maßnahmen zu 56 % vom Arbeitgeber

finanziert werden: mit rund 33

Mrd. € in 2018. Privatpersonen waren

2015 mit 18 Mrd. € beteiligt.

Bildungsprämie/-gutscheine

Das Förderinstrument des Bildungssparens

soll Personen für die individuelle

Weiterbildung mobilisieren, die

entsprechende Kosten wegen geringer

Verdienste nicht ausreichend von der

Einkommenssteuer absetzen können.

Für Teile der Förderung werde aufgrund

der erkannten Defizite derzeit

die Öffentlichkeitsarbeit verbessert.

„Als ebenfalls sinnvoll zeigt sich in

diesem Zusammenhang die Streuung

von Informationen über entsprechende

Fachverbände …“

Das Bundesprogramm der Bildungsprämie,

für die es länderspezifische

Ausprägungen gibt, könne

insgesamt als geeignetes Förderinstrument

zur Unterstützung der individuellen

beruflichen Weiterbildung

bezeichnet, müsse aber noch ausgebaut

werden.

Bildungszeitgesetze

Im Wesentlichen geht es um „Bildungsurlaub“,

der – so Studienergebnisse –

bei den Anspruchsberechtigten aber

vielfach unbekannt ist. Dabei hat sich

Deutschland auf der Grundlage eines

Übereinkommens der International

Labour Organization zur Einführung

eines gesetzlichen Anspruchs auf

bezahlten Bildungsurlaub für Arbeitnehmer*innen

verpflichtet. Dieser völkerrechtlich

verbindlichen Verpflichtung

sei in fast allen Bundesländern

(14) über Landesgesetze nachgekommen

worden.

„Bildungsurlaub“/„Bildungszeit“/

„Bildungsfreistellung“ – die Bezeichnungen

variieren – bedeutet, dass sich

Teilnehmende für fünf Arbeitstage pro

Jahr/zehn Arbeitstage in zwei Jahren

für (i.d.R. berufliche) Weiterbildung

freistellen lassen können. In diese Zeit

muss der Lohn fortgezahlt werden.

Allein diese Tatsache habe zu kontroversen

Auseinandersetzungen zwischen

Arbeitgebern und Gewerkschaften

geführt.

„Bildungsfreistellungsgesetze können

die individuellen Weiterbildungschancen

erhöhen. Sie gelten für (weitgehend)

alle Beschäftigten unabhängig

von Beruf, Branche, Unternehmensgröße

oder Position im Unternehmen

– Merkmalen, die noch immer einen

40 Stahlreport 12|19


Einfluss auf Weiterbildungschancen

haben und zu einer selektiven Teilnahme

führen.“

Aufstiegs-BAföG

Mit dem Aufstiegsfortbildungsgesetz

fördert die Bundesregierung eine

berufliche Fortbildung, die sich

direkt an die berufliche Erstausbildung

anschließt. Dabei spielt die

vom FDL sehr kritisch gesehene

Unterscheidung zwischen formaler

und non-formaler Bildung eine wichtige

Rolle.

Das ist auch deshalb entscheidend,

weil mit dem Aufstiegs-BAföG

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren

bis zu 15.000 € förderfähig sind. Diese

Unterstützung setzt sich aus einem

Zuschuss von 40 %, der nicht zurückgezahlt

werden muss, und einem

zinsgünstigen Darlehen bei der Förderbank

KfW für den Rest der Fördersumme

zusammen. Bei erfolgreichem

Prüfungsabschluss werden von

diesem Darlehen noch einmal 40 %

erlassen. Abhängig von den finanziellen

Verhältnissen kann zudem

ein Beitrag zum Lebensunterhalt

gewährt werden.

Im Gegensatz zu anderen Förderinstrumenten

gilt das Aufstiegs-BAföG

in Deutschland als sehr bekannt.

Qualifizierungschancengesetz

Neu unter den Fördermöglichkeiten

ist in dieser Form seit dem 1.1.19 das

Qualifizierungschancengesetz. Es zielt

auf prophylaktische, berufsbegleitende

Weiterbildungsförderung insbesondere

zur Bewältigung des digitalen

Strukturwandels.

Für eine Förderung müssen mehrere

Voraussetzungen erfüllt sein.

Die Maßnahmen müssen beispielsweise

außerhalb des eigenen Betriebs

stattfinden und von einem zugelassenen

Träger durchgeführt werden.

Die Zuschüsse für Arbeitgeber sind

zudem nach Unternehmensgröße

gestaffelt.

Nach Ansicht des f-bb ist es für

eine abschließende Bewertung des

Qualifizierungschancengesetzes noch

zu früh. Insbesondere sei zu beobachten,

ob die zuständige Bundesagentur

für Arbeit tatsächlich für Informationen

und Zugangsmöglichkeiten zu

dieser Förderung sorgen kann. 2

Förderprogramm zur Ausbildung weltweit

Erfahrungsaustausch in Berlin

Im BMBF ist im Rahmen einer Tagung im November in Berlin eine Zwischenbilanz

zum Programm AusbildungWeltweit gezogen worden, indem junge Teilnehmer

von ihren Auslandserfahrungen entsprechend begeistert berichtet

haben. Dabei wurde vor allem die Bedeutung dieser Förderung für die Sozialkompetenz

der Auszubildenden deutlich und klar, dass die beteiligten Unternehmen

auf diese Weise im Kampf um den besten Nachwuchs punkten können.

AusbildungWeltweit

ist ein Förderprogramm

des Bundesministeriums

für Bildung und

Forschung (BMBF) für

internationale Lernaufenthalte

im Bereich der

Berufsausbildung. Das

Mobilitätsangebot unterstützt

weltweite Auslandsaufenthalte

von Lehrlingen

sowie Ausbilderinnen und Ausbildern. Ziel

dabei ist es auch, die berufliche Bildung

aufzuwerten. Das betonte Ministerialrat Stefan

Schneider in seiner Tagungsbegrüßung

und berief sich dabei ausdrücklich auf die

zuständige Ministerin Anja Karliczek.

Im Rahmen der Förderung sind zwischen

2017 und 2019 rund 1.000 Aufenthalte

bewilligt worden – die meisten von

ihnen in den USA (23 %) und in China (21 %).

Die Förderquoten für die durchschnittlich

40-tägigen Aufenthalte lag bei 94 % und

Sprachliche Annäherung

Tagung zu „Wissenschaft in Verantwortung“

betrafen zu 70 % Auszubildende

– im laufenden

Jahr 2019 überwiegend

im gewerblich-technischen

sowie im kaufmännischen

Bereich.

Entsprechende Lerneffekte

zur Fachkompetenz

sind aber nicht das

Hauptziel dieser Austausche,

vielmehr geht es

um den Ausbau der Sozialkompetenz. Diese

Schwerpunktsetzung macht auf der Tagung

auch Andreas Groß vom Kölner Institut für

interkulturelle Kompetenz deutlich; er steuerte

die Keynote „Lernen in interkulturellen

Kontexten“ bei. Deutlich wurde dieser

Ansatz vor allem aber auch bei den Interviews,

die Business-Moderator Stephan Pregizer

mit Beteiligten anhand entsprechender

Schwerpunkte führte. 2

Informationen zu AusbildungWeltweit gibt

es im Netz unter ausbildung-weltweit.de.

Es ging bei der Tagung der FES im November in Berlin um die „Wissenschaft in Verantwortung“.

Eines der Ergebnisse aber bezog sich auf die Berufsbildung und deren Kommunikationsfähigkeit:

Alltags- und Wissenschaftssprache müssen sich einander annähern. Das

wurde vor allem in einem der Workshops deutlich, an dem auch Ernst Dieter Rossmann MdB

teilnahm, der Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung

des Deutschen Bundestages.

Der Parlamentarier forderte in diesem Workshop im Haus der Friedrich Ebert-Stiftung (FES)

unter der Fragestellung „Wie kann Wissenschaft in die ganze Gesellschaft wirken?“ mehr

Wissenschaftler als politische Akteure, zusätzliche Qualifikationen für Bürgerwissenschaftler

sowie verbesserte Bedingungen für die Wissenschaftskommunikation.

Vor dem Hintergrund dieser Forderungen entbrannte in dem fast ausschließlich mit Wissenschaftlern

besetzten Workshop eine heftige Diskussion darüber, ob die so angesprochenen

Akademiker überhaupt noch einer Alltagssprache mächtig seien. Das gelte sowohl

im Deutschen als auch für die in Wissenschaftskreisen immer mehr dominierende englische

Sprache. So wurde zumindest indirekt klar, dass etwa auch die Berufsbildung sich

kommunikativ weiterentwickeln muss, um die Wissenschaft verstehen zu können.

Stahlreport 12|19

41


Wissenswertes

Bericht

Werkstoff-Klassifizierung optimiert

Stahl ist nicht gleich Stahl

Stahl ist für industrielle und viele anderen Anwendungen der Werkstoff Nr. 1, etwa 5.000 Stahlsorten sind auf dem

Markt. Doch wie können Hersteller bei einem spezifischen Stahl garantieren, dass er immer dieselbe hohe Qualität

aufweist? Bisher werden dafür Materialproben unter dem Mikroskop analysiert und von erfahrenen Mitarbeitern mit

Beispielbildern abgeglichen. Diese Werkstoff-Klassifizierung ist jedoch fehleranfällig. Mit Hilfe von maschinellen

Lernverfahren haben Saarbrücker Informatiker und Materialforscher daher eine Methode entwickelt, die viel

genauer und objektiver ist als herkömmliche Qualitätskontrollen. Ihre Ergebnisse wurden in den Scientific Reports

des renommierten Fachmagazins Nature veröffentlicht.

Bild: Nature

Einige Beispiele

für verschiedene

Gefügeklassen. In

Spalten von links

nach rechts werden

Martensit,

gehärteter Martensit,

Bainit und Perlitphasen

dargestellt.

Die obere

Reihe enthält Bilder,

die mit der

Rasterelektronenmikroskopie

(REM)

aufgenommen wurden,

die untere

Reihe mit der

Lichtmikroskopie

(LOM).

Wenn Wissenschaftler aus

zwei unterschiedlichen Disziplinen

gemeinsam forschen, müssen sie

zuerst die gleiche Sprache sprechen.

„Bei uns hat es einige Zeit gedauert,

bis die Informatiker verstanden

haben, warum für uns Materialforscher

die inneren Strukturen eines

Materials und deren bildliche Darstellung

eine so große Rolle spielen“,

sagt Dominik Britz, Doktorand am

Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe

der Universität des Saarlandes. Diese

inneren Strukturen sind nämlich

eng verknüpft mit den Eigenschaften

eines Materials.

Rechner lernt,

Stahl „zu erkennen“

Sein Forscherkollege Seyed Majid

Azimi vom Saarbrücker Max-Planck-

Institut für Informatik musste ihm

hingegen vermitteln, warum seine

Methoden des maschinellen Lernens,

auch „Deep Learning“ genannt,

wesentlich präzisere Ergebnisse lieferten

als alle von Expertenhand

durchgeführten Bildanalysen. Dafür

fütterte der Informatiker seinen

Hochleistungsrechner mit Bilddaten,

die von Experten zunächst „von

Hand“ klassifiziert worden waren.

Mit ihnen wurden die Computermodelle

trainiert und später nochmals

mit von Menschen einsortierten Bilddaten

abgeglichen. Doch wie war es

möglich, dass der Rechner ohne

„Kenntnis“ der Materialien so gute

Ergebnisse lieferte?

Genauigkeit der Klassifikation

fast verdoppelt

Um einen Werkstoff zu klassifizieren,

werden die Mikroskopie-Aufnahmen

mit Beispielbildern verglichen,

die eine typische geometrische

Gefügestruktur aufweisen. Erfahrene

Ingenieure in der Qualitätssicherung

von Unternehmen entwickeln dafür

über die Jahre einen genauen Blick.

„Doch auch ein geübter Experte kann

sich täuschen. Wir Menschen sind

recht gut darin, kleine relative Unterschiede

zu sehen, aber wir können

nur schlecht absolute geometrische

Standards wiedererkennen“, erläutert

Uni-Professor Frank Mücklich,

der die Studie betreut hat. Daran

waren auch Mitarbeiter des von ihm

geleiteten Steinbeis-Forschungszentrums

für Werkstofftechnik (MECS)

beteiligt.

Die Materialforscher suchten

nach einem „täuschungssicheren“

Verfahren, das unabhängig von den

fachlichen Vorkenntnissen des

Anwenders eingesetzt werden kann.

„Durch maschinelle Lernmethoden

können Computer sehr schnell komplexe

Muster erkennen und die Geometrie

der Mikrostrukturen in

Mikroskopie-Aufnahmen einander

zuordnen. Sie können aber auch die

Merkmale von vorher klassifizierten

Mikrostrukturen lernen und diese

mit den erkannten Mustern abgleichen“,

erklärt Mücklich. Auf diese

Weise konnten die Saarbrücker

Forscher die Mikrostrukturen von

kohlenstoffarmem Stahl genau

bestimmen, was bisher in dieser

Detailschärfe nicht möglich war.

„Unser System erreicht eine Klassifikationsgenauigkeit

von rund 93 %.

Mit den herkömmlichen subjektiven

Methoden konnten kaum mehr als

50 % der Materialproben korrekt

klassifiziert werden “, sagt der Materialforscher.

Dass die Saarbrücker Wissenschaftler

ihre Ergebnisse in den

renommierten Scientific Reports des

Fachmagazins Nature veröffentlichen

konnten, ist für Professor Frank

Mücklich eine Anerkennung dafür,

dass hier erstmals die zwei unterschiedlichen

Forschungsgebiete auf

so gewinnbringende Weise miteinander

verknüpft wurden.

Der Artikel im Fachmagazin

Nature: www.nature.com/articles/

s41598-018-20037-5

Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe:

www.uni-saarland.de/fuwe

42 Stahlreport 12|19


Verbände

und Politik

Bericht

Bauwirtschaftstag in Berlin

Hoher Besuch

Aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus konnte die BVB in diesem Jahr Mitte Februar in

Berlin ihren Deutschen Bauwirtschaftstag gestalten. Die Branche erwartet für 2019 ein Umsatzwachstum

von 5 % (vgl. Kastensatz), und die Politikgrößen in der Hauptstadt gaben sich beim Wirtschaftsprimus

gegenseitig die Klinke in die Hand. Dabei erfuhren sie vor allem auch über die politischen

Forderungen der verbandlichen Interessenvertretung der rund 370.000 Mitgliedsbetriebe.

Diese Botschaften waren vor

allem auf die Politikgäste der dreistündigen

Veranstaltung gemünzt:

z Katrin Göring-Eckardt, die Fraktionsvorsitzende

von Bündnis 90/Die

Grünen im Deutschen Bundestag,

hatte das Thema „Deutschland 4.0:

smart, sozial und klimafreundlich“.

z Bundesarbeits- und -sozialminister

Hubertus Heil (SPD) ging auf

„Arbeiten 4.0: digital und smart!“

und auf das „Bauen für ein modernes

Land“ ein.

z Annegret Kramp-Karrenbauer thematisierte

als Vorsitzende der CDU

Deutschlands und als Bundesministerin

der Verteidigung unter

derselben Überschrift „Bausteine

für eine moderne Gesellschaft.“

In den Mittelpunkt der Erwartungen

der BVB stellte deren Vorsitzender

Marcus Nachbauer – neben einigen

allgemeinen Forderungen zu finanziellen

Investitionen und steuerlichen

Belastungen – das Klimaschutzpaket

der Bundesregierung.

In den Sparten Gebäudetechnik

und Ausbau würden sich die darin

enthaltenen Maßnahmen langfristig

positiv auswirken, allen voran die

Förderung der energetischen Gebäudesanierung.

Nachbauer warnte in

diesem Zusammenhang allerdings

vor einer erneuten Hängepartie im

Bundesrat: „Die beiden gescheiterten

Anläufe für eine steuerliche Förderung

der energetischen Gebäudesanierung

haben zu einem gewissen

Attentismus der Eigenheimbesitzer

geführt. Daher muss der jetzige

Vorschlag dazu möglichst zügig

umgesetzt werden. Das Gesetzgebungsverfahren

wie auch die Verabschiedung

im Bundesrat darf nicht

lange dauern.“

Nachbauer ging in seinem Statement

auch auf die Forderung nach

einer Ausweitung der Kapazitäten

ein und erklärte: „Dazu ist es aber

notwendig, dass langfristig Planungssicherheit

besteht.“ Nachbauer

erwartet von dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz

keine Entlastung.

„Denn dieses Gesetz bietet

Arbeitskräften aus der Baubranche

mit berufspraktischen Erfahrungen

keine Möglichkeiten, einen Aufenthaltstitel

in Deutschland zu erhalten.“

Derzeit können Arbeitnehmer

zwar noch über die sog. Westbalkan-Regelung

in deutschen Baubetrieben

arbeiten. Diese Regelung

laufe jedoch Ende 2020 aus. Gerade

einfache, von heimischen Arbeitnehmern

nicht mehr ausgeübte

Tätigkeiten (Stichwort: „Eisenbiegen“),

werden von angelernten, aber

Dreigliedrig

sehr erfahrenen Arbeitnehmern aus

den Westbalkan-Staaten ausgeführt.

Nachbauer forderte daher, die Westbalkan-Regelung

über das Jahresende

hinaus zu verlängern.

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft

(BVB) bringt mehr als ein Dutzend

Interessenslagen aus dem Bauhauptgewerbe

(u.a. Zentralverband

des Deutschen Baugewerbes, Garten-

sowie Landschafts- und Sportplatzbau,

Zentralverband des Deutschen

Dachdeckerhandwerks,

Bundesinnungsverband Gerüstbau),

dem Ausbau (u.a. Maler- und Lackiererhandwerk,

Metallbauerhandwerk

im Bundesverband Metall) sowie der

Gebäudetechnik (u. a. Zentralverband

Sanitär Heizung Klima, Bundesverband

Rolladen und Sonnenschutz)

zusammen. 2

Neu- und Ausbau mit Gebäudetechnik

„Wir blicken auf ein gutes Baujahr 2019 und erwarten ein Umsatzwachstum

von 5 %; das entspricht einem Umsatz von 354 Mrd.€, den unsere

370.000 Mitgliedsbetriebe erwirtschaftet haben. In 2020 wird der Branchenumsatz

auf fast 370 Mrd. € steigen, was einem Plus von 4,2 % entspricht.“

Das erklärte der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft,

Marcus Nachbauer, anlässlich des diesjährigen

Bauwirtschaftstages. Seit 2015 habe sich die Zahl der Beschäftigten in

der dreigliedrigen Branche um 4,5 % erhöht. Sie liegt nun bei 3,3 Mio.

Menschen.

Wachstumstreiber in der Bauwirtschaft bleibt demnach vorerst noch die

Neubautätigkeit. In dieser Sparte wird mit 845.000 Beschäftigten ein

Umsatz von 125 Mrd. € erwirtschaftet, was einem Plus von 6,2 % entspricht.

„Für 2020 rechnen wir mit einem weiteren Anstieg um 4,8 % auf

knapp 131 Mrd. €,“ so Nachbauer. Dabei wirke sich die hohe Nachfrage

nach Wohnraum in den Ballungsgebieten weiter positiv aus.

Während das Neubaugeschäft boomt, fällt die Umsatzentwicklung in der

Sparte Ausbau mit Plus 3,8 % auf 93,5 Mrd. € in 2019 etwas schwächer

aus. „Für 2020 gehen wir von einem Wachstum von 3,6 % auf ca. 96,8

Mrd. € aus.

Der Bereich Gebäudetechnik in der Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist

mit ca. 1,6 Mio. Beschäftigten und über 136 Mrd. € Umsatz in 2019

(+4,8 %) die beschäftigungs- und umsatzstärkste Sparte. Im Jahr 2020

wird der Umsatz um knapp 4 % auf ca. 141 Mrd. € zulegen.

Stahlreport 12|19

43


Verbände

und Politik

Bericht

Deutscher Handelskongress in Berlin

Vergangenheit und Zukunft

Der HDE ist im April 100 Jahre alt geworden – und blickt nach vorn:

Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz und Bildung sind die entscheidenden

Themen für die Zukunft der Branche mit etwa 3 Mio. Beschäftigten

in rund 300.000 Unternehmen, die für dieses Jahr ca. 3 %

Umsatzwachstum erwarten. Das hat der zweitägige Deutsche Handelskongress

Mitte November in Berlin deutlich gemacht. Das Motto:

„Handel 2020 – Kunde, Konsum & Konsequenzen“.

Gegliedert wurde die Veranstaltung

des Handelsverbands

Deutschland (HDE) wiederum durch

Gesichtspunkte des Marktes, der

Politik sowie der Bildung.

Markt

In den Mittelpunkt und deshalb an

den Anfang der Veranstaltung

gestellt hatte der HDE aber auch

diesmal den Markt – in all seinen

Ausprägungen. Es ging um den Kunden

und die Rahmenbedingungen

für sein Agieren:

z Michael Müller, Präsident Europa

der Gesellschaft für Konsumforschung,

stellte fünf Thesen für

erfolgreiches Handeln vor: Der

aktuelle Kunde sei individuell orientiert,

hochgradig informiert und

an ehrlicher Beteiligung interessiert.

Parallel dazu laufe eine technische

Entwicklung, die den meisten

der Betroffenen in ihren

jeweiligen Positionen mehr Sicherheit

gebe.

z Dr. Marcus Ackermann, Konzern-

Vorstand Multichannel Distanzhandel

der Otto Group, berichtete

über „Retailkonzepte für die Welt

von morgen“ und ging in diesen

Zusammenhängen insbesondere

auf die gültigen Rahmenbedingungen

ein: Globalpolitik, Unternehmenskooperationen,

soziale Werte,

gesellschaftliche Polarisierung

sowie digitale Verantwortung

waren seine Stichworte.

Darüber hinaus bot der Deutsche

Handelskongress auch in diesem

Jahr viele Gelegenheiten, konkrete

Geschäftsmodelle vorzustellen.

Dabei kam das von Dunja Hayali

moderierte Format zum Tragen, das

durchweg kurze und entsprechend

auf den Punkt gebrachte Beiträge

umfasste.

Politik

Den für den Deutschen Handelskongress

traditionellen Dialog mit der

Politik eröffnete der Präsident des

HDE Josef Sankthohanser mit Blick

auf jene Unternehmen des Einzelhandels,

die – aus welchen Gründen

auch immer – „durch den Plattformkapitalismus

an den Rand gedrängt“

werden. Kleine und mittlere Unternehmen

sähen sich häufig nicht in

der Lage, online mitzuhalten. Ihnen

fehle entweder das Kapital und/oder

das Know-how für die Umsetzung

entsprechender Strategien.

Die Antworten der Politik formulierte

in diesem Fall Bundeswirtschafts-

und -energieminister Peter

Altmaier, der auf dem Kongress die

kurzfristig verhinderte Bundeskanzlerin

vertrat. So konnte er der erhobenen

Forderung nach finanziellen

Entlastungen durch Hinweise auf

zahlreiche Gesetzesmaßnahmen –

bis hin zum Baukindergeld – begegnen,

die der Branche aktuell für den

Konsum freie Summen beschere.

Darüber hinaus verwies er darauf,

dass inzwischen ein Kompetenzzentrum

Handel im Wirtschaftsministerium

eingerichtet worden ist, das

gerade auch die Tendenzen der Digitalisierung

aufgreife.

Angesichts der aktuellen

Umsatzerwartungen der Branche

formulierte der Minister sogar: „Die

Händler sind die Helden der wirt-

schaftlichen Entwicklung dieses Jahres.“

Und mit Hinweis auf die gegenwärtigen

Diskussionen formulierte

er ergänzend: „Klimaschutz und

Wirtschaftswachstum sind kein

Gegensatz.“

Den Abschluss des Dialogs mit

der Politik gestaltete auf dem Deutschen

Handelskongress am zweiten

Veranstaltungstag Christian Lindner,

FDP-Parteivorsitzender und Vorsitzender

der FDP-Bundestagsfraktion.

Er forderte als angesagte Mittelstandsstrategie

einmal mehr Bürokratieentlastungen

sowie Steuererleichterungen.

Bildung

Der liberale Spitzenpolitiker bot dem

Kongress mit seinem Auftritt aber

auch die Gelegenheit, fokussiert auf

die Bildung in der Branche zu blicken.

Vorgestellt wurde die bereits

angelaufene Kampagne „Jetzt schon

Profi.de“. In ihrem Rahmen werden

die Vielfalt der Ausbildungs- und

Beschäftigungsmöglichkeiten im

Einzelhandel vorgestellt. Außerdem

wird deutlich, wie vielfältig auch

bezüglich ihres kulturellen Hintergrunds

die entsprechenden Stellen

durch Mitarbeitende besetzt sind.

Die sympathische Präsentation

des Videos und ihrer Darsteller ging

zwar akustisch etwas in den Tischgesprächen

zum Mittagessen unter,

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan

Genth nutzte aber trotzdem die Gelegenheit,

mit lauter Stimme auch das

neueste Mitglied in der Berufsfamilie

des Einzelhandels zu erwähnen, die

Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann

E-Commerce. 2

44 Stahlreport 12|19


Foto: FDL

Rund um das FachForum DistancE-Learning

FDL-Events in der Hauptstadt

Drei Fachvorträge, fünf Workshops, eine Podiumsdiskussion und Platz zum Netzwerken – das bot am

4.11.19 in Berlin das FDL-Fachforum 2019 zum Thema „Künstliche Intelligenz und Bildung – Chancen

für DistancE-Learning“. Am Abend wurden im Rahmen einer feierlichen Gala die Fernstudienpreise

verliehen. Zur Mitgliederversammlung traf man sich am Folgetag in der Hauptstadt. Bereits am 3.11.19

hatte sich dort die Fachgruppe Fernunterricht getroffen (vgl. ges. Bericht unter BDS-Berufsbildung).

Glückliche und

stolze Gesichter: Die

Gewinner des diesjährigen

Studienpreises

DistancE-Learning

mit

FDL-Präsident Mirco

Fretter (l.)

Erwartungsgemäß erkannten die Teilnehmer des

vom Forum DistancE-Learning (FDL) veranstalteten Fach-

Forums in der Anwendung der künstlichen Intelligenz

zahlreiche Chancen – aber auch Risiken. Letztere haben

nicht nur mit dem Erreichen von Lernzielen zu tun, sondern

auch mit dem Weg dorthin, auf dem ggf. Persönlichkeitsrechte

verletzt werden könnten – wenn etwa,

wie in China, Schülerinnen und Schüler durch Gesichtserkennung

im Unterricht überwacht werden.

z Das machte insbesondere der erste Fachvortrag deutlich:

„Forschung und Entwicklung zu KI in der Bildung:

Anwendungen – Potenziale – Herausforderungen“ Prof.

Dr. Olaf Zawacki-Richter, Universität Oldenburg, zeigte

darin u.a. auf, dass zur Künstlichen Intelligenz seit

einem halben Jahrhundert geforscht wird und aktuell

weltweit fast 150 Studien relevant sind – übrigens fast

ausnahmslos in Hochschulbereich und kaum zur beruflichen

Bildung. Diese Untersuchungen ermöglichen

nach Einschätzung des Referenten nicht nur eine Übersicht

zu aktuellen Entwicklungen, sondern auch zu

potenziellen Anwendungsbereichen.

z Die dürften künftig („in zehn Jahren“) zusätzlich zum

Kognitiven auch das Training von psychomotorischen

Fähigkeiten umfassen. Diese These formulierte in einem

zweiten Fachvortrag („Multimodales Lernen – Wie wir

mit KI und Sensorik die Lernräume der Zukunft gestalten“)

Prof. Dr. Hendrik Drachsler vom DIPF Leibniz-

Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Basis für diese Entwicklung sind seiner Meinung nach

multimodale Daten, die zunehmend differenziert erhoben

und ausgewertet werden können.

Auf der Basis dieser Anregungen diskutierte der Kongress

anschließend unter teilweise bewusst provokanten Überschriften

in fünf Workshops moderiert Bezüge zur deutschen

Bildungsrealität auch im Bereich von Fernunterricht

und -studium:

z „Culture Eats Strategy for Breakfast“. Dr. Kerstin Friedrich,

Strategieberaterin – Unternehmensberaterin.

z „Ist das noch Pädagogik oder schon BWL? Learning Analytics

& Business Intelligence im modernen Fernlernen“.

Dipl.-Hdl. Birger Tralau, Institut für Lernsysteme ILS.

z „Wie kommt die Bildung zum Lerner? – Wie MOOCs,

Blockchain, KI und Big Data den Lernprozess auf den

Kopf stellen!“ Dipl-Ing. (FH) Andreas Wittke, oncampus,

Technische Hochschule Lübeck.

z „Werden alle Fernkursentwickler durch KI arbeitslos?

Nein, nur die schlechten! – Ein Denk-Workshop.“ Oliver

Tacke, IT-Freelancer.

z „Learning Apps stoppen Bulimie-Lernen! – Nachhaltige

Anwendungsmöglichkeiten von Learning Apps im Distance

Learning“. Prof. Dr. Matthias Ludwig, Goethe Universität,

Frankfurt.

z „Was kommt? Was geht? Was bleibt? – Die Zukunft vom

Lehren im Distance Learning mit KI“ lautete zum Schluss

der Veranstaltung die Herausforderung, der sich in einem

dritten Vortrag zunächst Prof. Dr. Eva Cendon von der

FernUniversität Hagen stellte. Dabei ging es vor allem

q

Stahlreport 12|19

45


Verbände

und Politik

Berichte

q

auch um die Frage, ob Lehrende durch Künstliche Intelligenz

ersetzt werden können. Das komme nicht, meinte

die Wissenschaftlerin, es verschwinde aber jegliche

Lernbegleitung ohne fachlichen Bezug.

Was bleibt? – Diese dritte Frage wurde abschließend unter

der Moderation von FDL-Vizepräsident Prof. Dr. Ronny

Fürst in in einer Podiumsdiskussion mit Dr. Kerstin Friedrich,

Prof. Dr. Matthias Ludwig, Prof. Dr. Hendrik Drachsler,

Andreas Wittke und Prof. Dr. Eva Cendon teilweise kontrovers

besprochen. Einig war man sich aber über die

Dauerhaftigkeit der Herausforderungen, die sich aus der

Entwicklung der Künstlichen Intelligenz für das Fernlernen

ergeben.

Solche Aufgaben spiegelten sich auch in dem Verlauf

der FDL-Mitgliederversammlung am 5.11.19 wider. Den

Hintergrund bilden vor allem zahlreiche bildungspolitische

Herausforderungen – von statistischen Erhebungen

bis hin zur kritischen Begleitung von Gesetzesvorhaben.

Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass das

FDL entsprechende Interessen am besten von seinem

neuen Standort in der Hauptstadt wahrnehmen kann,

weil dort die Nähe zu den wichtigen politischen Akteuren

gegeben ist. 2

Neuauflage Studienpreis DistancE-Learning

Bereits zum 34. Mal wuden am

Abend des 4.11.19 im Rahmen

einer feierlichen Gala die Studienpreise

an die besten Absolventinnen

bzw. Absolventen aus Fernunterricht

und Fernstudium im Ballhaus

Berlin vergeben. Auch der

„Tutor des Jahres“ sowie das beste

Studienangebot wurden prämiert.

Alle Preisträger haben Außergewöhnliches

geleistet, machten die

Laudatoren immer wieder deutlich:

Unterschiedliche Barrieren im privaten

oder auch beruflichen

Umfeld mussten erfolgreich überwunden

werden, um am Ende den

eignen Karrierevorstellungen einen

großen Schritt näher zu kommen,

und sie haben sich Lebensträume

erfüllt.

Die Preisträger des „Studienpreis

DistancE-Learning 2020“ sind:

z Fernlerner des Jahres: Felix Eisenmenger

(ILS – Institut für Lernsysteme)

z Fernlernerin des Jahres: Susanne

Helfrich (ILS – Institut für Lernsysteme)

z Fernstudent des Jahres: Andreas

Kleimann (Wilhelm Büchner Hochschule)

z Fernstudentin des Jahres:

Mareike Zandmann (Jade Hochschule)

z Lebenslanges Lernen (männlich):

Tobias Kerl (Euro-FH)

z Lebenslanges Lernen (weiblich):

Noemi Rodriguez Lopez (Euro-FH)

z Studienangebot des Jahres:

Deutsch Lehren Lernen (Goethe

Institut)

z Tutorin des Jahres: Katy Sonderschefer

(ATN)

Alle Angaben zu den diesjährigen

Preisträgern gibt es auf: www.studienpreis-distance-learning.de.

BME-Symposium in Berlin

Pacesetter sein

Eine neue Funktion von Verbänden hat der BME zu seinem 54. Symposium Mitte November in Berlin

für sich in den Vordergrund gestellt: Pacesetter sein. Jedenfalls in den für ihn typischen Prozessen

will er Geschwindigkeit und damit auch Qualität vorgeben. Das versprach der Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) den rund 1.800 Teilnehmern, den prominenten

Gästen der dreitägigen Veranstaltung sowie der gesamten Branche. Entsprechend selbstbewusst

geriet der Auftritt in der Hauptstadt. Es ging dort vor allem um Innovationen und Nachhaltigkeit.

Horst Wiedmann, Vorstandsvorsitzender

des BME, appellierte

in seiner Eröffnungsrede an die Teilnehmer

im Plenum, die Chancen der

von Globalisierung und Digitalisierung

ausgehenden Veränderungen

„zu erkennen und mutig genug zu

sein, sie aktiv anzugehen und umzusetzen“.

Einkäufer, Logistiker und

Supply Chain-Manager sollten seiner

Ansicht nach „nicht abwartendes

Opfer der Veränderung, sondern

aktive Gestalter des Wandels, also

Pacesetter, werden“. Bei diesen

Akteuren handele es sich um Schrittmacher

und Taktgeber in Sachen

Veränderung sowie vielfach um die

kreativen sowie mutigen Querdenker

und Rebellen. Gerade innovative

Unternehmen bräuchten nicht nur

Querdenker oder Rebellen, sondern

auch Entscheider, die deren Potenzial

erkennen.

Auch in diesem Jahr konnten

sich die rund 1.800 Teilnehmer des

BME-Symposiums in zahlreichen

Plenen, Solution Foren, Fachkonferenzen

und Workshops über die

aktuellen Megatrends in Einkauf

und Supply Chain-Management

informieren. Dazu zählten u.a, Themen

wie:

z Strategie 2025: Digitalisierungspotenziale

nutzen

z Risikomanagement und Digitalisierung

richtig umsetzen

z Optimierung der Einkaufsprozesse

im Mittelstand

z BME-Logistik-Umfrage „Digitalisierung

in Supply Chains“

z Trade Wars! Wer bestimmt die Rohstoffmärkte?

46 Stahlreport 12|19


Highlight des ersten Kongresstages

war die Verleihung des BME-Innovationspreises.

Innovationspreis

Mit dem BME-Innovationspreis 2019

ausgezeichnet wurde die DMG MORI

AKTIENGESELLSCHAFT aus Bielefeld,

ein weltweit tätiger Hersteller

von Werkzeugmaschinen und

Anbieter ganzheitlicher Technologielösungen

mit einem Jahresumsatz

von über 2,6 Mrd. € Euro und

rund 7.500 Mitarbeitern. Gemeinsam

mit der DMG MORI COMPANY

LIMITED erzielt der Konzern als

„Global One Company“ einen jährlichen

Umsatz von mehr als 3,8

Mrd. €. Das Industrieunternehmen

erhielt die Auszeichnung für die

Neuausrichtung seiner Einkaufsstrategie

und die damit verbundene

konsequente digitale Transformation

des Einkaufs.

Der operative Einkauf vertraut

seit Jahren auf den Einsatz elektronischer

Beschaffungslösungen. Das

Zukunftsprojekt „Digitaler Einkauf“

geht allerdings deutlich über die bisher

bekannten und genutzten Funktionalitäten

hinaus. Während beispielsweise

die bestehenden

IT-Lösungen hinsichtlich Rechenleistung,

Vernetzungsgrad oder auch

Logik begrenzt sind, werden die

neuen digitalen Systeme künftig

beliebig viele historische und

zukunftsorientierte Daten auswerten

können. Damit sollen sie helfen, die

ganzheitliche und autonome Echtzeit-Aufgabenerledigung

des Einkaufs

voranzutreiben. Alle neu investierten

Systeme sind cloudbasiert.

In den vergangenen zwei Jahren

konnte das ausgezeichnete Unternehmen

nach Überzeugung der Jury

bereits klare Ergebnisse bei der Neuausrichtung

der Einkaufsstrategie

erzielen. Dazu zählten beispielsweise

die konzernweite Standardisierung

und Vereinfachung aller Einkaufsprozesse.

Die Digitalisierung der

operativen Prozesse schaffe zudem

Freiraum für neue strategische Aufgaben

im Einkauf. So erwartet das

Unternehmen innerhalb von fünf

Jahren nach Neuausrichtung und

Umsetzung aller digitalen Transformationsmaßnahmen

Netto-Einspa-

rungspotenziale in einem zweistelligen

Millionen-Euro-Betrag.

Nachhaltigkeitsstrategie

Zweiter Themenschwerpunkt in Berlin

war die Nachhaltigkeit. Dazu hatte

bereits in der Pressekonferenz am

Eröffnungstag Dr. Silvius Grobosch,

Hauptgeschäftsführer des BME, auf

die umfassende Definition dieser

Begrifflichkeit aus ökologischen, ökonomischen

und sozialen Aspekten

hingewiesen.

Vor diesen Hintergründen hat das

BME im Rahmen des Symposiums

sein neues Zertifizierungssystem

„Nachhaltige Beschaffungsorganisation“

vorgestellt. „Damit wollen wir

sowohl unsere Mitglieder als auch

alle anderen interessierten Unternehmen

bei ihren Bemühungen um eine

nachhaltige Beschaffung in ihren Einkaufsabteilungen

und damit in ihren

Lieferketten unterstützen“, sagte dazu

Mirjam Zeller, Geschäftsführerin der

BME Marketing GmbH.

In Anlehnung an die international

gültige High-Level-Structure für ein

ganzheitliches Managementsystem

wurde ein 3-Stufen Ansatz entwickelt:

Level 1 wird durch eine Selbstanalyse

zum jetzigen Stand und die Unterzeichnung

einer Selbstverpflichtung,

die neun Mindestkriterien umfasst,

nachgewiesen. Diese müssen innerhalb

eines Jahres umgesetzt werden

und befähigen nach Prüfung durch

den BME zu Level 2. Damit werden

die strategische Planungsphase abgeschlossen

und die Realisierung der

nachhaltigen Beschaffung eingeleitet.

Nach erfolgreicher Auditierung der

nachhaltigen Einkaufspraxis wird

Level 3 erteilt. Zertifiziert wird die

Beschaffungsorganisation eines

Unternehmens bzw. einer öffentlichrechtlichen

Institution – unabhängig

von deren Größe.

Grundlage für die Erlangung der

Zertifizierung, unabhängig vom

erreichten Level, ist die Akzeptanz

und Einhaltung von neun Mindestkriterien.

Dazu zählen unter anderem

das Erstellen eines Supplier Code of

Conducts (oder die Nutzung des BME-

Code-of-Conducts), die Entwicklung

einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie

und das Benennen eines Nachhaltigkeitsverantwortlichen

für den

Foto: Marotzke/Weiler, BME e.V.

Einkauf sowie die Beteiligung an einer

jährlichen BME-Erhebung zu definierten

KPIs für eine regelmäßige Benchmark-Analyse.

Das neue Gütesiegel wurde

gemeinsam vom BME und dem JARO

Institut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung

entwickelt. Zeller: „Die

zertifizierten Unternehmen können,

müssen aber nicht BME-Mitglied sein.

Interessierte Firmen haben die Möglichkeit,

sich über den BME für die

Zertifizierung anzumelden. Sie erhalten

von uns detaillierte Unterlagen,

wie ein Handbuch zum Zertifizierungsprozess

sowie einen Maßnahmenkatalog,

der ihnen Vorschläge

für ihr Nachhaltigkeitsprogramm liefert.“

Fazit

Das Fazit wurde am letzten Kongresstag

im Plenum gezogen – vor allem

auch mit der Aufforderung, auf der

Basis des Gehörten und Diskutierten

anders denken zu lernen. Dafür plädierten

vor allem der Wirtschaftsphilosoph

Anders Indset und der FDP-

Politiker Christian Lindner, der zudem

Investitionen und Entbürokratisierung

forderte. Anders denken, nämlich

Fehler zulassen und daraus lernen

– dafür plädierte im Rahmen des

Abschlussplenums auch ein hochkarätig

besetztes CPO-Panel, in dem

auch Nikolaus Kirner vertreten war,

bis vor kurzem Chief Procurement

Officer Thomas Cook Group plc. 2

Das 55. BME-Symposium findet vom

11.-13.11.20 wieder in Berlin statt.

Stahlreport 12|19

47


Lifesteel

Bericht

In 8 % der deutschen Haushalte findet

sich mindestens ein Elektrorad,

darunter auch bei Norbert Ambros,

Maschinenbaumeister bei Liebherr.

Liebherr: Auf die Zahnradtechnik kommt es an

Warum sich E-Bikes großer Beliebtheit erfreuen

E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit. In ihren Antrieben sorgt feinste Zahnradtechnik für einen kraftvollen Anzug.

Um die Zahnräder fertigen zu können, sind hochpräzise Bearbeitungsmaschinen nötig. Mit diesem Anspruch liefert

Liebherr-Verzahntechnik aus Kempten.

Fotos, 2: Liebherr

E-Bikes sind längst im Alltag

angekommen. Zuletzt standen sie im

Spätsommer auf der internationalen

Eurobike-Messe in Friedrichshafen im

Mittelpunkt. Ein Ende des Booms ist

nicht in Sicht.

Im Jahr 2014 wurden weltweit

bereits 31,7 Mio. Pedelecs (lediglich

Tretunterstützung; Motorenleistung

max. 250 Watt; Höchstgeschwindigkeit

25 km/h) und E-Bikes verkauft; für

2023 prognostiziert die Branche einen

Absatz von 40,3 Mio. Stück – Tendenz

steigend. Allein in Deutschland wurden

im Jahr 2018 fast eine Million E-

Bikes verkauft.

Antriebe

Bei E-Bikes sorgen kraftvolle und

zugleich kompakte Antriebe für Fahrgenuss

– eine technische Herausforderung,

für die extrem hochwertige

Zahnräder benötigt werden. Mit ihren

Wälzfräsen und Wälzschleifmaschinen

trägt die Liebherr-Verzahntechnik

GmbH aus Kempten maßgeblich dazu

bei, dass Zahnradhersteller in aller

Welt diese Komponenten in hohen

Stückzahlen und bestmöglicher Qua-

lität liefern können. „Bei E-Motive-

Antrieben ist ein geräuschloser und

sauberer Getriebelauf besonders wichtig.

Deshalb müssen die verbauten

Zahnräder besonders hochwertig

sein“, erläutert Norbert Ambros,

Maschinenbaumeister der Liebherr-

Verzahntechnik. Er weiß, wovon er

spricht.

E-Bikes gehören zur Gattung der

Mofas, da sie auf Wunsch auch ohne

Pedalunterstützung benutzt werden

können. Sie bedürfen deshalb eines

Versicherungskennzeichens und sind

ab 6 km/h zulassungspflichtig. Die

Motorleistung ist dabei auf 500 Watt

beschränkt.

Sobald die Pedale eingesetzt werden,

ermittelt die integrierte Systemsteuerung

kontinuierlich das Drehmoment,

die Geschwindigkeit und die

Trittfrequenz. Daraus errechnet das

Motormanagement die erforderliche

Tretunterstützung, die der Elektromotor

zusätzlich hinzugibt, um den Fahrer

zu entlasten. Der Elektromotor unterstützt

folglich die Kraftübertragung,

die vollkommen leise und harmonisch

abläuft. Hierfür bedarf es hoch präziser

Zahnradmechanik auf kleinstem

Raum.

Anlagen

Bei der Produktion der Zahnradmechanik

kommen innovative Fräs- und

Schleifmaschinen zum Einsatz. Diese

arbeiten mit extremster Genauigkeit

im μ-Bereich, dem Mikrometerbereich.

1 μ sind umgerechnet 0,001 mm, was

in etwa einem Fünfzigstel der Dicke

eines menschlichen Haars (rund 0,05

mm) entspricht. Dies ermöglicht sehr

hohe Oberflächengüten, maximale

Genauigkeit, gute Rundlaufeigenschaften

sowie perfekte Zahnflankengeometrien.

Nur so kann sichergestellt werden,

dass die Zahnräder am Ende

speziell auf die Eigenfrequenzen des

Fahrrad-Antriebsstranges angepasst

werden können und die Antriebsstrangschwingungen

optimal dämpfen.

Die Liebherr-Verzahntechnik in

Kempten liefert Schleifmaschinen, die

notwendig sind, um diese technischen

Herausforderungen zu meistern. Die

Maschinen spielen eine maßgebliche

Rolle in der Komponentenfertigung

für Autos, Flugzeuge oder Schienen-

48 Stahlreport 12|19


fahrzeuge sowie in der Getriebeherstellung

für verschiedenste Industriezweige.

Bislang wurden sie hauptsächlich

an Automobilkonzerne,

Lohnverzahnungsbetriebe, den Nutzfahrzeugbereich

und an die Luftfahrtindustrie

ausgeliefert. Nicht zuletzt

profitiert Liebherr dabei auch von

gruppeninternen Synergieeffekten.

Für die Liebherr-Verzahntechnik

bietet die E-Mobilität laut Dr. Andreas

Mehr, Technologe in der GmbH, nun

noch weiteres Potenzial:

„Mit der Umstellung auf E-Antriebe

werden zwar künftig voraussichtlich

weniger Zahnräder und damit

geringere Stückzahlen benötigt. Gleichzeitig

erfordern E-Antriebe von der

Bearbeitung aber mikroskopische Präzision

und höchste Güte – und genau

hierin liegt unsere Stärke. Unter hoher

Belastung entscheidet die Mikrogeometrie

über das perfekte Ineinandergreifen

der Zahnräder. Damit fährt

auch in vielen E-Bikes ein kleines

Stückchen Liebherr mit.“ 2

Das Allgäu und die Welt

Die GmbH und die Gruppe

Liebherr wurde 1949 im süddeutschen Kirchdorf

an der Iller gegründet. Im Mittelpunkt des

Interesses stehen die GmbH in Kempten, aber

auch die weltweiten Aktivitäten der Gruppe:

z Die Liebherr-Verzahntechnik GmbH sieht sich

als einen der führenden Hersteller von Werkzeugmaschinen

und Automationssystemen.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Kempten im

bayerischen Allgäu und beschäftigt dort rund

1.240 Mitarbeitende. Das Unternehmen

beliefert weltweit namhafte Hersteller von

Verzahnungen, Getrieben und Drehverbindungen.

Das Programm der Verzahnmaschinen

wird durch die Automationssysteme

ergänzt. In diesem Segment werden Produkte

zur Automatisierung von Werkzeugmaschinen

sowie weitere innovative Lösungen

für die Fertigungs- und Fabrikautomation

angeboten. Sie unterstützen die Produktion

in allen Bereichen.

z Die Firmengruppe Liebherr umfasst über 130

Gesellschaften auf allen Kontinenten und

beschäftigt mehr als 46.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. 2018 erwirtschaftete Liebherr

einen konsolidierten Gesamtumsatz von

über 10,5 Mrd. €. Als weltweit aufgestelltes,

Diese Liebherr-Wälzschleifmaschine LGG 180

bietet höchste Präzision, Prozessstabilität, Serientauglichkeit

und größtmögliche Effizienz beim

Schleifen von E-Bike-Getrieben.

familiengeführtes Technologieunternehmen

zählt die Firmengruppe nicht nur zu den

größten Baumaschinenherstellern der Welt,

sondern ist auch auf vielen anderen Gebieten

als Anbieter technisch anspruchsvoller,

nutzenorientierter Produkte und Dienstleistungen

anerkannt.

Warum bei thyssenkrupp Drohnen fliegen

Maschine statt Mensch

Das zweite Halbjahr 2019 stand bei thyssenkrupp Steel auch

im Zeichen der Erprobung des Flugroboters delivAIRy®, der

zu Projektbeginn im Frühsommer auf dem Werkgelände des

Unternehmens in Duisburg alle Blicke auf sich gezogen hatte. Es

geht um den vollautomatischen Lufttransport von Laborproben.

Zweimal täglich machte sich

früher ein Werksarbeiter von thyssenkrupp

Steel per Pkw auf den Weg,

um kleine Dosen mit Rohstoffen wie

Eisenerz oder Kokskohle von der

Rohstoffaufbereitung im Werkhafen

Schwelgern ins Zentrallabor zu bringen.

Dort wird die Qualität der angelieferten

Ausgangsstoffe für die

Stahlproduktion anhand von Stichproben

kontrolliert. Auf der Strecke

zum Labor musste der Fahrer mehrere

unbeschrankte Bahnübergänge

überqueren. Das war nicht nur zeitraubend

und teuer, sondern barg

auch Unfallrisiken.

Um den Laborprobentransport

zu beschleunigen, sicherer zu

machen und zusätzlich auch noch

den Werksverkehr zu entlasten, entwickelte

das unternehmenseigene-

Team Technology & Innovation einen

buchstäblich hochfliegenden Plan:

die Anlieferung der Laborproben auf

dem Luftweg. Als Partner fand sich

die doks.innovation GmbH, die den

autonomen Flugroboter mit 1,20 m

Spannweite, einer Tragkraft von 4,5

kg und einer patentierten Technologie

für die autonome Lastaufnahme

entwickelt hat.

„Projekte wie bei thyssenkrupp

machen sehr deutlich, welchen

Mehrwert Drohnen in der Hand von

professionellen Nutzern haben“,

sagte der Koordinator der Bundesregierung

für die Deutsche Luft- und

Raumfahrt, Thomas Jarzombek, zum

Foto: thyssenkrupp

Transport von Laborproben bei thyssenkrupp per Drohne.

Start des Projekts. „Überall in

Deutschland etablieren Innovatoren

ganz neue Geschäftsmodelle rund

um das Thema Drohnen. Die Bundesregierung

unterstützt diesen

Zukunftsmarkt, z.B. durch die Förderung

von Forschung und Entwicklung.

Aber auch die regulatorischen

Rahmenbedingungen müssen stimmen.“

2

Stahlreport 12|19

49


Lifestesteel

Bericht

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Foto: Janosch Gruschczyk

Der neue Eingang zu den Westfalenhallen Dortmund.

Neuer Messeeingang für die Dortmunder Westfalenhallen

Durch Zink geschützte

Stahlkonstruktion

Seit über 60 Jahren dient die Westfalenhalle in Dortmund als

Veranstaltungszentrum. Über die Jahre hinweg fanden viele

Um- und Neubaumaßnahmen statt. Jüngst wurde ein neuer Messeeingang

gebaut, der hinsichtlich seines Umfangs alle vergangenen

Baumaßnahmen übertrifft. Coatinc Bochum hat die Konstruktion

verzinkt und damit geschützt.

Der Grund für das Projekt: Das

Gelände soll für Veranstalter, Aussteller

sowie nicht zuletzt auch für

Besucher attraktiver und zukunftsfähiger

sein. Unter dem Arbeitstitel

„Neuer Messeeingang Nord und

Erweiterung/Fassaden-Neugestaltung

Passage Halle 2, 3A und 3B der Westfalenhallen“

startete die Maßnahme

Anfang 2018. Gut ein Jahr später

wurde dann das neue gläserne Eingangsfoyer

eröffnet.

BSH Bentheimer Stahl- und Hallenbau

wurde als Stahlbaukonstrukteur

mit der Errichtung der neuen

Empfangshalle beauftragt. Coatinc

Bochum verzinkte die Stahlbauteile,

um sie nachhaltig vor atmosphärischen

Einflüssen zu schützen.

Bis zu sieben Lkw täglich

Für den Messeeingang wurden eine

Dachkonstruktion von ca. 60 x 70 m

und eine Passage von etwa 200 x 16 m

angefertigt. Durch die neue Passage

können Besucher die angeschlossenen

Hallen einfacher durchlaufen

und sich erschließen.

In Summe verzinkte Coatinc

Bochum für das Projekt etwa 700 t

Stahl. Vitali Vogel, der seitens Coatinc

Bochum das Projekt begleitete, erinnert

sich an die beachtliche Leistung

der Logistik: „Teilweise fuhren bis

zu sieben Lkw täglich vom Werk zur

Baustelle.“ Als Verfahren wurden

die Feuerverzinkung als auch die

Duplexbeschichtung angewendet.

Projektpartner SONA Bautenschutz

war für die anschließende Nassbeschichtung

der Bauteile zuständig.

Die Westfalenhallen Dortmund

GmbH ist eine Unternehmensgruppe,

die neben der Westfalenhalle

acht weitere Messehallen mit über

59.000 m 2 Ausstellungsfläche be -

treibt und vermarktet. Ebenfalls zur

Gruppe gehören das Kongresszentrum

Dortmund sowie ein eigenes

Hotel. 2

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Wiesenstraße 21

40549 Düsseldorf

Redaktion:

Markus Huneke (Chefredakteur)

Telefon +49 211 86497-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Dr. Ludger Wolfgart

Telefon +49 211 86497-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

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Verlag:

BDS AG

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Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Erscheinungsweise:

monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

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Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 36.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

Verlag keine Gewähr. Namentlich oder mit Initialen

gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

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und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

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Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

eingedeutscht werden.

International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

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Beilagenhinweis:

Dieser Ausgabe liegt eine Beilage vom Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik

e.V. (BME) bei.

50 Stahlreport 12|19


Herausgeber:

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Dr. rer. nat. Peter Drodten

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2019/20

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 10.-11.12.2019 Duisburg

Prüfbescheinigungen (Seminar) 21.01.2020 Mannheim

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 28.-29.01. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.02. Dortmund

Rohre und Rohrzubehör (Seminar) 09.-11.03. Paderborn

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 21.-22.04. Duisburg

Blankstahl (Seminar) 12.-13.05. Ludwigsburg

Flacherzeugnisse (Seminar) 25.-26.05. Duisburg

Einführungsseminar (Fernstudium Jahrgang 2020) 05.-07.07. Düsseldorf

Stahlkunde (Seminar) 18.-20.08. Gröditz

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 31.08.-01.09. Soltau

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 08.-09.09. Duisburg

Stahleinkauf (Seminar/Kooperation) 08.-09.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen sind vorbehalten. Über weitere Details sowie zu den Anmeldemöglichkeiten

informieren Sie sich bitte unter www.stahlhandel.com oder telefonisch bzw. per Mail bei dem

Bundesverband Deutscher Stahlhandel.

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Wiesenstraße 21 · 40549 Düsseldorf

Telefon: +49 211 86497-19 · Telefax: +49 211 86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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