2021/03 |Unternehmen #76 | Ausgabe März 2021 | NIE LÖSCHEN! Verknüpft mit Archiv

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unternehmen [!] RESSORT 1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 76 | März 2021 | 3,00 €

+ 11 SEITEN

STAUFERPARK

+ 16 SEITEN

ARCHITEKTUR

Wo geht es hin mit der

Ulmer Uni-Medizin?

Krisenmanager und Stratege: Klinik-Chef Prof. Udo Kaisers erklärt,

wie Patienten von der Bündelung der Angebote und KI profitieren werden.

INSOLVENZEN

Was sich für Gläubiger von

angeschlagenen Firmen seit

Jahresbeginn geändert hat.

Seite 6

KLIMASCHUTZ

Warum sich Unternehmen auf

Contracting-Modelle einlassen

sollten.

Seite 24

UMFRAGE

Sechs Führungskräfte erklären,

was sie vorhaben und warum

2021 ein gutes Jahr wird.

Seite 55


2

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unternehmen [!] EDITORIAL 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

unter Unsicherheit, in einer sich ständig verändernden

Lage, Entscheidungen zu treffen, ist wohl

eine der schwierigst möglichen Aufgaben für

Menschen, die Verantwortung tragen. Das sollten

all jene bedenken, die derzeit die Bundesregierung

und insbesondere Bundeswirtschaftsminister

Peter Altmaier zum Buhmann erklären.

Letzterer muss sich freilich ankreiden lassen, dass

er seine vollmundigen Versprechen aus dem Jahr

2020 nicht gehalten hat. Die Hilfen für Unternehmen

und Selbstständige kommen spät oder gar

nicht an. Was die Betriebe fast noch mehr benötigen,

sind Planbarkeit und eine klare Perspektive,

wie und wann der Lockdown überwunden

werden kann. Doch auch da herrscht Fehlanzeige.

Kein Wunder, dass die Stimmung in großen

Teilen der Wirtschaft düster ist. Freuen können

sich hingegen Insolvenzverwalter, wie unser Artikel

über das geänderte Insolvenzrecht zeigt (Seite

6). Doch stecken in dieser Ausgabe auch Geschichten,

die Mut machen: vom Titelinterview

mit dem Ulmer Uniklinikchef Udo Kaisers (Seite

12) bis hin zu unserer Umfrage (Seite 55). Ich

wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

FINANZIEREN

6 Gegen die Pleite

Ein neues Gesetz soll Firmen vor der

Insolvenz bewahren

MACHEN

10 In einer neuen Spur

Die Bus- und Lkw-Sparte von Daimler

muss künftig an der Börse bestehen

22 Digitale Festung mit regionalem

Anschluss High-Tech-Rechenzentrum

als neues Geschäftsfeld

30 Ein Quantum Präzision

Warum auch Ulm vom Zukunftscluster

Sensorik profitieren wird

36 Auf der Suche nach Leichtigkeit

Vitaform: Schuhe von der Alb

TITELTHEMA

12 Corona-Krise, Klinik und KI

Uniklinik-Chef Udo Kaisers im

Gespräch

VERANTWORTEN

24 Energie auf Raten

Mit Contracting Energie sparen und

die Umwelt schonen

LEBEN

32 Seiner Zeit voraus

Zeitgenössische Kunst in der

Sammelung FER

55 Auf geht’s

Umfrage: Warum 2021 ein gutes Jahr wird

SPEZIAL

42 Homebase für die regionale

Wirtschaft Der Stauferpark hat eine

bewegte Geschichte

48 Park mit Modellcharakter

IHK-Geschäftsführer Gernot Imgart

im Gespräch

52 Nur gucken, nicht kaufen

Autohandel: Noch funktionieren rein digitale

Käufe nur bedingt.

59 Für die Zukunft gebaut

Auf was es beim Bau eines neuen

Firmendomizils ankommt.

Unternehmer Steffen Maurer zieht Bilanz.

74 Impressum

22

30

10 36

06


4

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Ulms neues Großprojekt

Innenstadt Nach den Sedelhöfen plant die Stadt bereits die nächste Baustelle. Die

Fußgängerzone wird saniert. Auf schnelle Lösungen dürfen Händler aber nicht hoffen.

Fußgängerzone In Ulm geht es

voran mit der von Innenstadthändlern

und IHK dringend gewünschten

Sanierung der zentralen

Fußgängerzone. Ein Wettbewerb

soll ein neues Konzept

nicht nur für den Bereich Bahnhofstraße/Hirschstraße,

sondern

darüber hinaus auch für

die Deutschhausgasse von der

Galeria Kaufhof bis zum Parkhaus

sowie die Glöcklerstraße

bis zur Neuen Straße hervorbringen.

Schnell rücken die Bautrupps

allerdings nicht an. Nach

Abschluss einer Bürgerbeteiligung

und des Wettbewerbs soll

die Planung im ersten Halbjahr

2023 beginnen. Die Vergabe ist

für Mitte 2024 vorgesehen, gebaut

wird abschnittsweise, Ende

2026 soll alles fertig sein.

An einer so wichtigen Stelle

reiche Kosmetik nicht aus, ist

Chef-Stadtplanerin Carola

Christ überzeugt. Daher soll das

gesamte Viertel von der

Friedrich- Ebert-Straße über die

Neue Straße bis zum Münsterplatz

soll Sanierungsgebiet werden.

Die Anforderungen an das

Gebiet sind vielfältig. Neben

den Interessen von Händlern

gelte es auch die von Bewohnern,

Beschäftigten, Gebäudeeigentümern,

Kunden und Flaneuren

zu berücksichtigen.

Die Stadt hat daher vier Ziele

formuliert, die mit der Neugestaltung

der Fußgängerzone

und der angrenzenden Bereiche

verwirklicht werden sollen: Der

öffentliche Raum soll nicht nur

schöner und moderner werden,

sondern auch „Identität stiften“

und eine angenehme Atmosphäre

schaffen. Zudem ist eine hohe

Aufenthaltsqualität und multifunktionale

Nutzbarkeit angestrebt.

Gewünscht sind auch mehr

Abstellmöglichkeiten für Fahrräder,

Flächen für so genannte

Logistik-Hubs für Paketdienste

oder Anlieferung sowie Barrierefreiheit

für Fußgänger. Um

dem Klimawandel entgegenzuwirken

sollen Bäume erhalten

und neue gepflanzt sowie Flächen

entsiegelt werden. [!]cik

Trostloser Anblick: Bis Ende 2026 soll auch die Bahnhofstraße neu

gestaltet werden.

Foto: Volkmar Könneke

Jeden Monat Kredite über mehr als eine Million

Gastronomie Die Neu-Ulmer

Barfüßer Gastronomie-Betriebs

GmbH hat erhebliche Einbußen

seit Beginn der Pandemie zu

verzeichnen. Eberhard Riedmüller

und seine beiden Neffen

Marcus und Dominik Krüger,

die gemeinsam das Unternehmen

mit neun Wirtshäusern,

zwei Event-Locations und vier

Riku-Hotels leiten, sind derzeit

frustriert und haben Angst um

eine ganze Branche. Ihr Unternehmen,

das 2019 noch einen

Jahresumsatz von 36 Millionen

Euro auswies, hat im vergangenen

Jahr gut 17 Millionen Euro

weniger umgesetzt. Bei laufenden

Kosten. Hinzu kommen

Der Ulmer Gastronom

Eberhard Riedmüller.

FOTO: MATTHIAS KESSLER

weitere Verpflichtungen, da die

Firma derzeit fünf Investitionsprojekte

laufen hat, an die sie

sich vor der Pandemie vertraglich

gebunden hatte. In Aalen,

Göppingen, Reutlingen und Isny

entstehen insgesamt drei neue

Gastrobetriebe und zwei Hotels

Doch es geht es nicht nur um

ausbleibende Einnahmen. Um

die Fixkosten begleichen zu

können, nehmen die Inhaber immer

neue Schulden auf. „Wir

brauchen jeden Monat Kredite

in Höhe von über einer Million

Euro“, sagt Riedmüller. Seit dem

zweiten Lockdown über drei

Millionen Euro, für die die Unternehmer

persönlich bürgen.

Zornig ist er über die unzureichende

Unterstützung von

Seiten des Staates. „Die können

sich das Ausmaß der Probleme

unserer Branche offenbar nicht

mal vorstellen.“ Barfüßer habe

für die Zeit seit November bislang

eine Abschlagszahlung von

50 000 Euro bekommen. „Das

reicht bei uns für zwei Tage.“

Aus bürokratischen Gründen

wie verspäteten Auszahlungen

befürchtet Riedmüller unnötige

Pleiten. Er und seine Neffen

könnten sich das inzwischen gerade

noch noch leisten. „Hätte

uns das vor zehn Jahren erwischt,

wäre jetzt alles vorbei.“

[!]

mat


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5

Aufatmen bei Allgaier

Zulieferer Bei Allgaier ist die Finanzierung

bis zum Jahr 2023

gesichert. Der Uhinger Automobilzuliefer

hat zuletzt die Zusagen

aller beteiligten Banken für

einen erweiterten Konsortialkreditvertrag,

an dem zuvor anderthalb

Jahre gearbeitet worden

war, erhalten. Ein erster geplanter

Abschluss war im vergangenen

März infolge des

Pandemieeinbruchs zunächst

gescheitert. Mit Kurzarbeit sowie

Zwischenfinanzierungen

hatte das Unternehmen den Corona-bedingten

Stillstand mit

seinen 1075 Beschäftigten durchgestanden.

„Wir haben jetzt alles

durchfinanziert“, sagt Geschäftsführer

Helmar Aßfalg.

Um das seit 2019 geschrumpfte

Eigenkapital wieder zu erhöhen,

hat Allgaier eine Investorensuche

gestartet und auch

eine Landesbürgschaft erhalten.

Damit soll weiteres Wachstum

ermöglicht werden. Der nun gesuchte

Investor soll nun dem

Automobilzulieferer unter die

Arme greifen, damit dieser die

marktüblichen Kennzahlen bei

Verschuldungsgrad und Eigenkapital

wieder erreichen kann.

Der Restrukturierungsprozess

soll bis 2023 fortgesetzt

werden. Die Mitarbeiter, die zuletzt

ihren Verzicht auf Urlaubsund

Weihnachtsgeld erklärt hatten,

haben bis Ende 2022 eine

Jobgarantie. Derweil lief die

zweite Jahreshälfte 2020 bereits

besser als noch zu Pandemiebeginn

erwartet. Damals rechnete

das Unternehmen mit einem

Umsatzeinbruch von bis zu

30 Prozent. 2018 vermeldete Allgaier

noch einen Rekordumsatz

von 478 Millionen Euro.[!] jkl

Zumindest bis Ende 2022 sind die Jobs der 1075 Allgaier-Beschäftigten

sicher.

Foto: Giacinto Carlucci

FOTO: GIACINTO CARLUCCI

Wachstum fest

eingeplant

Teamviewer Das erste Jahr an

der Börse sei ein aufregendes,

mit vielen Höhen und Tiefen gewesen,

aber „letztlich sehr erfolgreich“,

sagt Oliver Steil, Vorstandsvorsitzender

des Software-Anbieters

Teamviewer.

Das Göppinger Unternehmen

rechnet weiter mit einer hohen

Nachfrage und will den Umsatz

2021 auf 540 Millionen Euro steigern.

Im abgelaufenen

Geschäftsjahr

2020

legte der Umsatz

auch aufgrund

der gestiegenen

Nach-

Oliver Steil frage nach

rechnet mit Homeoffice-Lösungen

um

weiterem

Wachstum. 17 Prozent auf

456 Millionen

Euro zu. Das ist

einer DFGE-Studie zufolge auch

gut für die Umwelt. Die Softwarelösungen

tragen demzufolge

zur Vermeidung von etwa

37 Megatonnen CO 2-

Äquivalenten

pro Jahr bei. [!] jkl

Doppelt so

hohe Preise

Immobilien Bricht die Corona-Krise

womöglich den Boom

auf dem Immobilienmarkt? Das

ist aus Sicht von lokalen Experten

nicht erkennbar. Einer Umfrage

der Commerzbank zufolge

will etwa ein Viertel der Befragten

eine größere Wohnung

mit Balkon oder Garten. Immerhin

ein Drittel will kaufen. In

Ulm haben sich laut des Kreditinstituts

in den letzten zehn Jahren

die Quadratmeterpreise jedoch

praktisch verdoppelt.

Während 2011 noch 1900 Euro

pro m 2 für eine durchschnittliche

Eigentumswohnung anfielen,

seien es nun 3700 bis 5000

Euro. Niederlassungsleiterin

Tanja Sienitzki führt die Entwicklung

auch auf S 21 und die

gute Lage Ulms zurück.

Diese Erkenntnisse decken

sich mit den Daten des städtischen

Immobilienmarktberichts

2020. Ein freistehendes Einfamilienhaus

kostet in Ulm demnach

im Durchschnitt 748 000 Euro:

über 90 Prozent mehr als vor einem

Jahrzehnt. [!]


TK Maxx zieht ein

Sedelhöfe Ulms neue schöne

Einkaufswelt füllt sich langsam.

In die Sedelhöfe zieht nun auch

die US-Textilkette TK Maxx ein,

wird 1900 Quadratmeter belegen

und künftig 45 Mitarbeiter

beschäftigen. Die Kette ist bisher

in Deutschland an 1555

Standorten vertreten. Damit

sind rund 80 Prozent der Einzelhandelsfläche

belegt. Nach früheren

Angaben von Lothar

Autoverkauf Der US-Elektrobauer

Tesla will seine Präsenz

im Südwesten ausbauen. Nach

Informationen der Südwest

Presse hat Tesla in Neu-Ulm ein

Grundstück für ein Autohaus in

Neu-Ulm an der Europastraße

erworben – in unmittelbarer

Nachbarschaft zur dortigen

Mercedes-Benz-Niederlassung.

Tesla gab dazu bisher keine

Auskunft. Bislang müssen Tesla-Kunden

aus der Region bis

Schubert, Geschäftsführer des

Investors DC Developments,

sollen im März 75 Prozent der

insgesamt 8000 Quadratmeter

Büro- und Praxisflächen vermietet

sein. Mit dem Einzug in die

insgesamt 112 Ein- bis Drei-Zimmer-

Wohnungen der Sedelhöfe

können die ersten Mieter im

Frühjahr beginnen. Vermietet

sind derzeit rund 60 Prozent der

Wohnungen. [!] swp

Tesla kauft in Neu-Ulm

nach Stuttgart und München

fahren. Teilweise fahren die Besitzer

auch nach Bregenz oder

nach St. Gallen. Für Ulm ist auf

der Tesla-Webseite zudem die

Eröffnung eines Service-Centers

vorgesehen– an der der Ecke Olgastraße/Neutorstraße.

Details

gibt es nicht. Die Tesla-Community

im Internet vermutet, dass

der US-Autohersteller intern

beschlossen hat, in Neu-Ulm

statt in Ulm zu eröffnen.[!]nid


6

FINANZIEREN unternehmen [!]

Die Folgen der Corona-Pandemie

bekommen inzwischen viele

Unternehmen zu spüren.

ILLUSTRATIONEN: MAX MESCHKOWSKI

Gegen die Pleite

Zahlungsunfähigkeit Seit Jahresbeginn soll ein Gesetz angeschlagenen Firmen helfen,

ohne Insolvenz durch die Krise zu kommen. Auch für Gläubiger hat das Konsequenzen.

Viele Unternehmen in

der Region ächzen unter

der Last der Corona-Pandemie.

Ihnen

brechen durch den Lockdown

dauerhaft Umsätze und Erträge

weg. Viele Kosten laufen jedoch

weiter: Mieten, Gehälter für betriebsrelevante

Mitarbeiter, die

nicht in Kurzarbeit geschickt

werden können, und fällige Lieferanten-Rechnungen.

Manchem

Betrieb droht das Geld

auszugehen. Wer vor der Zahlungsunfähigkeit

steht, ist ein

Kandidat für eine Übernahme,

schlimmstenfalls droht die

Schließung des gesamten Betriebs.

Umso wichtiger ist es,

dass bereits in Schieflage geratene

Unternehmen eine Möglichkeit

bekommen, ihre wirtschaftliche

Situation zu stabilisieren.

Das zu Beginn des Jahres

in Kraft getretene

Unternehmensstabilisierungs-

und Restrukturierungsgesetz

(StaRUG) soll

das erleichtern.

Auf den ersten Blick

sieht das im Dezember verabschiedete

Gesetz aus wie

ein neues, gutes Instrument

für Unternehmensverantwortliche:

Das StaRUG ermöglicht

finanziell angeschlagen Betrieben

eine Sanierung auch ohne

Insolvenzverfahren. Beim genaueren

Hinschauen entpuppt

sich das neue Regelwerk allerdings

vor allem als Hilfe für

Großunternehmen.

Bei früheren Reformen des

Insolvenzrechts rüttelte der

Gesetzgeber bislang nie daran,

dass sich alle Gläubiger

auf ein Sanierungskonzept

verständigen mussten, sollte

eine Pleite des Unternehmens

verhindert werden.

Spielte nur ein Kreditor nicht

mit, blieb als Ausweg allein ein

Insolvenzverfahren und damit

oft die Liquidation. Das ist jetzt

anders: Nach dem neuen Gesetz

kann eine Gläubigermehrheit

die Minderheit überstimmen


unternehmen [!]

FINANZIEREN 7

und eine Sanierung anstelle einer

Schließung durchsetzen.

Peer-Robin Paulus, Geschäftsleitungsmitglied

des Verbandes Die Familienunternehmer,

begrüßt, dass

eine Blockade durch „einzelne Akkordstörer“

nun nicht mehr möglich

ist. „Im Ergebnis bedeutet dies auch,

dass ein Schuldner-Unternehmen

auf seine Gläubiger erheblichen

Druck ausüben kann, einer außergerichtlichen

und frühzeitigen

Schuldenreduzierung zuzustimmen“,

ist Paulus überzeugt.

Das neue Gesetz hilft Experten zufolge hauptsächlich großen Firmen aus der Misere.

Lücke geschlossen

Das StaRUG schließt die Lücke zwischen

einem Insolvenzverfahren

und einer außergerichtlichen Sanierung.

Der Werkzeugkasten, den das

Gesetz nun zur Verfügung stellt, damit

ein Insolvenzverfahren abgewendet

werden kann, ist aber nicht

für jeden Betrieb geeignet. Das beklagt

beispielsweise Klaus-Heiner

Röhl, Senior Economist beim Institut

der deutschen Wirtschaft (IW)

in Köln: „Das relativ komplexe Gesetz

eignet sich für größere Unternehmen

mit höheren Schulden bei

mehreren Gläubigern“. Für für den

überschuldeten kleinen Laden um

die Ecke, der wegen des Lockdowns

keine Einnahmen mehr hat und existenziell

bedroht ist, ist es Röhl zufolge

aber nicht geeignet.

Diese Einschätzung teilen auch

andere Experten wie etwa Peter

Kranzusch, wissenschaftlicher Mitarbeiter

im Institut für Mittelstandsforschung

(IfM) in Bonn. Ihm zufolge

sei das StaRUG zwar geeignet für

finanzielle Krisenfälle mit hoher

Fremdkapitalbelastung, „aber sind

die Krisenursachen eher durch den

Sind die Ursachen

eher durch eine

Pandemie verursacht,

passt das

Instrument weniger.

Peter Kranzusch

Institut für Mittelstandsforschung

Markt oder wie aktuell durch eine

Pandemie verursacht, passt das Instrument

weniger“, sagt Kranzusch.

Auch er sieht das Verfahren eher

auf Großbetriebe zugeschnitten als

für kleinere Firmen geeignet. Der

Grund: Das Verfahren ist relativ teuer.

„Bis September 2020 wurde die

Eigenverwaltung 286 mal von Insolvenzgerichten

angeordnet, meisten

bei großen Unternehmen“, berichtet

der IfM-Experte. „Das ist häufiger

als in den Vorjahren, entspricht

aber nur einem Anteil von drei Prozent

aller Insolvenzverfahren.“

Trotz zahlreicher Kritik an Details

wird das neue Gesetz von den

meisten Verbänden und Organisationen

begrüßt. Gelobt wird grundsätzlich

die Einführung der weiteren

außergerichtlichen Sanierungsmöglichkeit

für Unternehmen. Allerdings

wird es voraussichtlich

noch einige Monate dauern, bis das

StaRUG seine Wirkung entfaltet.

Auch deswegen hat der Gesetzgeber

die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

für den Tatbestand der

Überschuldung für Betriebe, die

eine staatliche Hilfe beantragt haben,

noch einmal bis Ende April verlängert.

Voraussetzung: Die Aussetzung

ist geeignet, den Insolvenzgrund zu

beseitigen. „Unternehmen sollen

Zeit gewinnen, bis das neue Gesetz

greifen kann“, so IW-Experte Röhl.

Schließlich müssten sich die Gläubiger

abstimmen und gemeinsam

mit dem Betrieb müsse dann ein Sanierer

gefunden oder ein Plan für

eine interne Sanierung erarbeitet

werden.

Vorgesehen ist im StaRUG, dass

die Geschäftsleitung die Restrukturierung

des Betriebes in Eigenregie


8

FINANZIEREN unternehmen [!]

Das sollten Firmenchefs wissen

konzept aufgestellt und diskutiert

werden.“ Wichtig sei es, die Ursachen

der Krise zu analysieren und

mögliche Maßnahmen zu erörtern.

„Gegebenenfalls sind auch Sanierungsalternativen

zu besprechen“,

gibt Rendels zu bedenken.

Rendels unterstreicht, dass der

Rettungsplan im präventiven Restrukturierungsrahmen

ein kompliziertes

Gebilde ist: „Das Verfahren

ist in betriebswirtschaftlicher und

juristischer Hinsicht extrem anspruchsvoll.

Ohne sanierungs- und

insolvenzerfahrene Berater sind weder

die präventive Restrukturierung

noch eine Insolvenz in Eigenverwaltung

denkbar.“ Ins gleiche Horn

stößt auch Kranzusch: „Gerade kleinere

Betriebe verfügen nur selten intern

über ausreichende Rechtskenntnisse

für das komplexe Verfahren.“

Sich dieses Know-how von

kompetenten Beratern zu holen, ist

jedoch nicht ganz billig.

Die Alternative ist dann eben

doch die Insolvenz. Erst jüngst wurde

die Phase der Restschuldbefreiung

für Selbstständige auf drei Jahre

verkürzt. Doch das reicht nach

Ansicht von Kranzusch nicht: „Für

Selbstständige, die durch die pandemiebedingten

Berufsausübungsverbote

zahlungsunfähig sind und keine

Fördermaßnahmen erhalten,

könnte eine noch schnellere Restschuldenlösung

sinnvoll sein.“ Das

ließe sich beispielsweise in einem

Insolvenzplan festlegen.

Wenn die Betriebe

nicht zügig die

zugesagten Hilfen

erhalten, droht ein

Massensterben.

Wenn die Zahlungsunfähigkeit droht, gilt es sich schnell von Experten beraten zu lassen.

Was ist zu tun, wenn trotz aller

Hilfen einem Unternehmen

die Zahlungsunfähigkeit droht?

Das IfM Bonn empfiehlt, sich zunächst

über die Sanierungslösungen

bei einem Restrukturierungsverfahren

und bei einem

Insolvenzplanverfahren zu informieren.

Sanierungsexperten und

betreibt. Allerdings steht diese Möglichkeit

im StaRUG-Verfahren ausschließlich

Unternehmen zur Verfügung,

die „drohend zahlungsunfähig“

sind. Ist das Unternehmen

schon illiquide muss wie bisher ein

Insolvenzantrag gestellt werden. Für

Zahlungsunfähigkeit war die Insolvenzantragspflicht

in der Pandemie

nur bis Ende September 2020 ausgesetzt.

Dietmar Rendels, der als geschäftsführender

Gesellschafter der

RST Beratung in Köln tätig und Mitglied

im Verband Die Familienunternehmer

ist, rät finanziell trudelnden

Betrieben, zunächst ihre Finanzbuchhaltung

zu aktualisieren und

eine fundierte Unternehmensplanung

aufzusetzen: „Zudem sollte

sehr frühzeitig ein Sanierungsgrob-

auf Insolvenzrecht spezialisierte

Rechtsanwälte sind erste Adressen

dafür. Für kleinere Betriebe

ist das unerprobte Restrukturierungsverfahren

nicht ohne Risiko.

Kostenlose Informationen

bekommen Selbstständige, die

privat haften, bei den Schuldnerberatungen.

Hilfreich kann

Zur Person

Dr. Klaus-Heiner

Röhl studierte Volkswirtschaft.

Am Institut

der deutschen

Wirtschaft beschäftigt

er sich schwerpunktmäßig

unter anderem

mit Gründungen

und Schließungen

von Unternehmen.

auch das Angebot der Bundesarbeitsgemeinschaft

Schuldnerberatung

sein. Informationen

geben auch Selbsthilfegruppen

und regionale Modellprojekte,

wie beispielsweise am Steinbeis-Europa-Zentrum

in Baden-

Württemberg und die Fachberater

der regionalen IHKs.

Klaus-Heiner Röhl

Institut der deutschen Wirtschaft

Der Verband Die Familienunternehmer

fordert, das Steuerrecht an

vielen Stellen besser mit dem Sanierungs-

und Insolvenzrecht zu synchronisieren.

„Da gibt es viel Potential“,

ist Verbandsgeschäftsführer

Paulus überzeugt. Als Stichworte

nennt er die Nichtbesteuerung des

Sanierungsgewinns und schnellere

verbindliche Auskünfte. Experte

Röhl hofft hingegen, dass die Politik

zur Kenntnis nimmt, dass die neue

Regeln kleineren Firmen, die aufgrund

der Krise in Schwierigkeiten

sind, wenig bringen. „Wenn diese

Betriebe nicht zügig die zugesagten

Hilfszahlungen erhalten, droht ein

Firmen-Massensterben“, ist Röhl

überzeugt.

Der IW-Volkswirt bringt zudem

die Frage des Unternehmereinkommens

auf die Agenda: „Derzeit sind

Einzelunternehmer und Selbstständige

gegenüber GmbHs massiv benachteiligt,

weil ihr Lebensunterhalt,

anders als das GmbH-Geschäftsführergehalt,

nicht zu den

Kosten zählt, für die Hilfe ausgezahlt

wird.“ Zwar würden Kosten für das

Unternehmereinkommen bis zum

nicht pfändbaren Lebensunterhalt

anerkannt, „das ist jedoch nur ein

sehr niedriger Betrag: 1179 Euro pro

Monat.“ [!] Jürgen Hoffmann


unternehmen [!] RESSORT 9 Anzeige

Distressed M&A – Unternehmens käufe

und -verkäufe als Chance in der Krise

Die Übernahme eines Unternehmens in der

Krise eröffnet große Chancen für Wettbewerber

und Investoren. Der Verkauf eines

Unternehmens (oder -bereiches) ermöglicht

eine Neuausrichtung mit bereinigtem

Portfolio.

Allerdings birgt eine „Distressed“ M&A-Transaktion

auch Risiken: Die Finanzierung und

die rechtliche Gestaltung sind komplex.

Die aktuelle Situation zwingt viele Unternehmen

ihre Strategie und ihre Positionierung

am Markt zu überdenken. Dieser Umstand

bietet aber auch die Chance, durch Unternehmenskäufe

Marktanteile zu gewinnen

und Synergien zu realisieren. Ein geringer

Kaufpreis kann ein zusätzlicher Anreiz sein.

Auf Verkäuferseite kann die Veräußerung eines

Bereiches die notwendige Liquidität für

eine Restrukturierung des Kerngeschäfts liefern.

Der richtige Zeitpunkt

Im Bereich „Distressed“ M&A wird zwischen

Transaktionen vor und in der Insolvenz unterschieden.

Ersteres scheint hinsichtlich der

Abwicklung der Übernahme auf den ersten

Blick einfacher zu sein. Der richtige Zeitpunkt

hängt auch von der Ausgestaltung der

Transaktion ab. So können sich z.B. bei einem

„Asset Deal“, bei dem nur einzelne Vermögensgegenstände

erworben werden, Anfechtungsrisiken

ergeben, sofern der Deal

vor einer späteren Insolvenz erfolgt. Bei einem

„Share Deal“ (Kauf der Gesellschaftsanteile)

ist der Käufer für die Verhinderung oder

Beseitigung von Insolvenzantragsgründen

verantwortlich. Der Kauf vor der Insolvenz ist

also nicht unbedingt die bessere Wahl.

Regelmäßig sinkt die Bewertung der Unternehmen

in der Insolvenz – auch gegenüber

der Unternehmensbewertung in vorinsolvenzrechtlichen

Krisenstadien – nochmals

deutlich, wordurch eine Kaufentscheidung

attraktiver werden kann.

Gleichzeitig sind insolvenzrechtliche Sonderregeln

zu beachten, der Zeitrahmen für

Analysemöglichkeiten wird deutlich geringer.

Eine sorgfältige Prüfung und eine möglichst

umfassende Absicherung aller Risiken ist in

diesem Fall ebenso wichtig.

Die richtige Vorbereitung

Neben der Prüfung des Zahlenwerks, der Bewertung

der Vermögensgegenstände sowie

der Ertragsaussichten, sollte vor allem in der

aktuellen Situation der Fokus auch auf Nachhaltigkeit

des Geschäftsmodells liegen. Im

Idealfall wurde hier vom Verkäufer ein Sanierungskonzept

angefertigt das aufzeigt, welche

Maßnahmen umgesetzt werden können

und wie sich diese auf die künftige Ertragslage

auswirken. Auch der durch den Erwerber

zu deckende Liquiditätsbedarf in den Geschäftsjahren

nach Übernahme und somit

die Finanzierung der Transaktion, lässt sich

einem solchen Gutachten entnehmen. Darüber

hinaus sollten durch umfassende rechtliche

und steuerliche Prüfungen weitere

mögliche Risiken ausgeschlossen bzw. identifiziert

werden. Die rechtliche Ausgestaltung

des Vertragswerks für die Übernahme ist somit

auch von zentraler Bedeutung.

Das richtige Sanierungsverfahren

Unabhängig ob eine Transaktion vor oder in

der Insolvenz stattfindet, die Übernahme

allein löst nur selten alle Probleme.

Die Strategie muss hinterfragt, Planungsrechnungen

integriert und Maßnahmenkataloge

entwickelt werden. Wenn diese Schritte

zielgerichtet abgeleitet und umgesetzt werden,

stehen die Chancen für eine erfolgreiche

Transaktion in der der Krise gut.

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10

MACHEN unternehmen [!]

Galgenhumor, Frust,

Desillusion. Die 3835

Mitarbeiter im Setra-Werk

in Neu-Ulm

sind konsterniert. Der Automobilkonzern

Daimler stellt sich

neu auf. Die Nutzfahrzeugsparte,

zu der neben den Trucks

eben auch die in Neu-Ulm produzierten

Omnibusse gehören,

wird von der Pkw-Sparte abgetrennt

und unter dem Namen

Daimler Truck an die Börse gebracht.

Welche Auswirkungen

dieser Schritt auf den Standort

in Neu-Ulm, an dem hauptsächlich

Reisebusse gefertigt werden,

letztlich haben wird, ist bislang

noch nicht abzusehen.

Sicherheit in Form einer

Sperrminorität, die Konzernbetriebsratschef

Michael Brecht

zuletzt von Daimler Seite forderte,

will Konzernchef Ola Källenius

nicht zusagen. Wie hoch

die Minderheitsbeteiligung des

Autobauers ausfallen werde und

ob diese eine Sperrminorität

von mehr als 25 Prozent an dem

neuen Nutzfahrzeugunternehmen

betrage, lies er offen.

Vielleicht

gibt es auch

Chancen.

Wir sind keine

Analysten.

Hansjörg Müller

Betriebsratsvorsitzender

Aus Sicht des Betriebsratsvorsitzenden

am

Neu-Ulmer Standort,

Hansjörg Müller, ist die

Situation freilich „noch

nicht dramatisch“. Die neue

Struktur habe sich nach der

Trennung der Mercedes von der

Truck AG 2019 schon abgezeichnet.

„Vielleicht gibt es auch

Chancen, wir sind keine Analys-

In einer

neuen

Spur

Evobus Die Bus- und Lkw-

Sparte des Automobilkonzerns

Daimler muss künftig an der

Börse alleine bestehen. Was

das für das Werk in Neu-Ulm

bedeutet, bleibt offen.

ten“, sagt Müller, der von der

Ankündigung der Konzernspitze

überrascht wurde. Die Stimmung

im Betrieb: „Nicht zu

Tode betrübt, aber auch nicht

himmelhoch jauchzend.“

Bei der IG Metall Ulm hatte

Chefin Petra Wassermann die

Auftrennung von Daimler zu

diesem Zeitpunkt ebenfalls

nicht auf der Rechnung. Wassermann

sagte, das dürfe nicht nur

ein Projekt für Aktionäre sein.

Vielmehr gehe es um „die Sicherheit

der Arbeitsplätze und

Standorte“. Die Aufsplittung des

Konzerns dürfe auf keinen Fall

„zu einem Kahlschlag führen“.

In jedem Fall müssten beim

Übergang in die neue Struktur

alle betrieblichen Regelungen

bei Evobus Bestand haben.

Grundlegender Wandel

Der Schritt, so Källenius, sei ein

grundlegender Wandel der Unternehmensstruktur.

Damit solle

das volle Potenzial der Geschäftsfelder

in der Zukunft ausgeschöpft

werden. Zu unterschiedlich

seien die

Anforderungen in den beiden

Geschäftsbereichen. Sie müssten

unabhängig voneinander

agieren können. Mit Blick auf

die Transformation ins Zeitalter

der Elektromobilität und dem

Ziel emissionsfreier Fahrzeuge

seien rasche Veränderungen nötig,

ergänzte Daimler-Finanzchef

Harald Wilhelm.

Evobus mit den Busmarken

Mercedes und Setra gehört

zum Geschäftsbereich

Daimler Busse, der mit seinen

weltweiten Standorten

– auch Amerika und Asien

– bereits der Truck-Sparte

zugeschlagen wurde. Der Umsatz

mit Lkw lag 2019 bei 40 Milliarden

Euro, mit Bussen bei 5

Milliarden. Daimler betrachtet

sich als weltgrößten Nutzfahrzeughersteller.[!]

Julia Kling

Setra-Reisebusse sollen auch

künftig im Neu-Ulm Evobus-Werk

vom Band laufen.


unternehmen [!]

RESSORT 11


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TITELTHEMA unternehmen [!]

Corona hat den Arbeitsalltag

vieler Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter verändert – und

fordert die gesamte Uniklinik.

„Vor allem für die Teams in

der Intensivmedizin sind das

außerordentlich fordernde und

belastende Aufgaben“, sagt

Klinikchef Udo Kaisers.

FOTOS: UNIKLINIK ULM


unternehmen [!] TITELTHEMA 13

Corona-Krise,

Klinik und KI

Uniklinik Ulm Die Pandemie hat den Alltag in der Universitätsmedizin drastisch verändert.

Der Leitende Ärztliche Direktor Udo Kaisers bewegt sich zwischen Krisenmanagement und

Zukunftsplänen. Ein Gespräch über den Covid-Alltag, Forschungsstärke, Kooperationen im

Südwesten und die Klinik der Zukunft.

Ein Jahr Corona-Pandemie in Deutschland: Wie

fällt Ihr Zwischenfazit für die Uniklinik Ulm aus?

Wir sind sehr stolz darauf, wie zupackend und kreativ

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese

Herausforderung trotz der immensen Belastung angenommen

haben. Alle haben die Ärmel hochgekrempelt

und sehr schnell Abläufe angepasst und

Strukturen geschaffen, die es uns ermöglicht haben,

die spezifischen Corona-bedingten Anforderungen

sehr gut zu erfüllen. Wir konnten die Bedarfe aus

der Stadt und der Region aufnehmen, und unsere

Patienten auch in der Pandemie

mit hoher Qualität und Sicherheit

versorgen. Gleichzeitig gab es innovative

wissenschaftliche Ansätze

für Therapien.

Wie meinen Sie das?

Wissenschaftliche Gruppen, die

sich bisher vor allem mit HIV beschäftigt

haben, haben ihren Fokus

innerhalb kürzester Zeit auf das

Coronavirus gelenkt, sehr erfolgreich Forschungsmittel

eingeworben und interessante Therapieansätze

entwickelt. Ein gutes Beispiel – neben vielen

anderen – dafür, wie viel Potenzial in der Universitätsmedizin

Ulm steckt.

Wie unterscheidet sich die heutige Situation zu

der vor einem Jahr?

Der Bund hat uns damals angewiesen, beträchtliche

Regelkapazitäten vom Netz zu nehmen, um auf eine

hohe erwartete Anzahl von Corona-Patienten reagieren

zu können. Der Bedarf war letztlich niedriger

als erwartet. Heute haben wir ein stärker am

Bedarf orientiertes, abgestuftes System, nach dem

wir das Regelleistungsvolumen einschränken. Aber

die Erfahrung aus der ersten Welle zeigt: Wir haben

damals die non-Covid-Leistungen zu stark heruntergefahren.

Woran machen Sie das fest?

Daran, dass deutschlandweit zum Beispiel die Zahl

der stationär behandelten Herzinfarkte während

Alle haben

die Ärmel

hochgekrempelt

und sehr schnell

Abläufe angepasst.

des ersten Lockdowns nach einer Erhebung der

AOK signifikant abgenommen hat. Wir müssen uns

fragen: Sind diese Patienten adäquat versorgt worden?

Heute sind es ungleich mehr Infizierte und

deutlich mehr Intensivpatienten und dennoch erbringen

wir mehr Regelleistungen.

Wie kommt die Uniklinik Ulm durch die Corona-Pandemie?

Wir schaffen das nach meiner Auffassung sehr gut.

Wir sorgen für eine hohe Verlässlichkeit in der Versorgung,

auch für Tumorpatienten,

Verunfallte oder andere Notfälle.

Das war auch in der ersten

Phase so. Allerdings war die Besorgnis

über das Virus in der Bevölkerung

damals so groß, dass

Viele die Kliniken gemieden und

den Rettungsdienst nicht oder erst

sehr spät alarmiert haben. Das ist

inzwischen anders. Darüber bin

ich sehr froh.

Sie erhalten eine Vielzahl behördlicher Vorgaben.

Wie lassen sich diese schnell umsetzen?

Seit Februar 2020 haben wir eine zehnköpfige Task-

Force, die unter meiner Leitung bereits regelmäßig

tagte, noch bevor das gefordert war. In den Hochphasen

der ersten und zweiten Welle hat die Task-

Force täglich getagt, aktuell sind wir bei einem

Rhythmus von drei Mal in der Woche angelangt.

Eine achtköpfige Umsetzungsgruppe setzt die Beschlüsse

dann im klinischen Betrieb um.

Was hat sich für die Mitarbeiter verändert?

Das ist ganz unterschiedlich. Besonders dramatisch

hat sich der Arbeitsalltag der Mitarbeiter gewandelt,

die in den unmittelbar von der Corona-Pandemie

betroffenen Bereichen tätig sind. So sind bestimmte

Intensivbereiche ausschließlich für

Covid-19-Patienten reserviert. Das ist schon aus

Gründen des Infektionsschutzes eine andere Form

von Intensivmedizin. Es sind viele Patienten, teilweise

auch jüngere, die maschinell beatmet werden

Zur Person

Udo X. Kaisers ist

seit 2015 Leitender

Ärztlicher Direktor

und Vorstandsvorsitzender

des Uniklinikums

Ulm. Zuvor war

er klinisch-wissenschaftlicher

Leiter

des Departments für

operative Medizin am

Uniklinikum Leipzig.

Kaisers (verheiratet,

fünf Töchter) studierte

in Bonn, Berlin und

Wien, machte 1994

seinen Facharzt in

Anästhesiologie und

habilitierte 1998 an

der Charité in Berlin.

Nach anstrengenden

Arbeitstagen entspannt

er sich mit

Mountainbiken und

Joggen. „Ich wandere

gerne und freue mich

an der tollen Natur,

die wir hier direkt um

uns haben“, sagt der

60-Jährige.


14

TITELTHEMA unternehmen [!]

Leitet die Uniklinik Ulm

derzeit häufig aus dem

Home-Office: Udo Kaisers.

Pandemiebedingt fand

auch das Interview für

unternehmen[!] als

Videokonferenz statt.

müssen. Viele von ihnen benötigen einen extrakoporalen

Gasaustausch, eine Maschine, die das Blut

außerhalb des Körpers mit Sauerstoff anreichert

und CO 2

entfernt. Das sind sehr aufwendige technische

Verfahren, um das Überleben bei schweren

Verläufen zu sichern. Für die Teams der Intensivmedizin

sind das außerordentlich fordernde und

auch belastende Aufgaben.

Wie sieht es in anderen Klinikbereichen aus?

Auch da haben viele Beschäftigte ständig mit Corona-positiven

Menschen zu tun, denken Sie nur an

die Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme. Der

aktuelle Status der Patienten wird meist erst bei der

Erstversorgung identifiziert. Wir haben Infektionsbereiche,

die zeitweise komplett mit Covid-19-Patienten

belegt sind.

Und abseits dieser Kernbereiche?

Auch da hat sich die Arbeitswirklichkeit für viele

stark verändert. Das reicht von der Chirurgie bis zur

Inneren Medizin. Das Institut für Virologie, wie

auch andere Diagnostikbereiche machen Sonderschichten.

Die Materialbeschaffung und die Personalbetreuung

haben einen immensen zusätzlichen

Aufwand. Die Apotheke muss sämtliche Medikamente

zur Behandlung sowie den tiefgekühlten

Impfstoff bereitstellen. Unsere IT-Abteilung hat

sehr schnell Video-Sprechstunden ermöglicht und

App-basierte Lösungen zum Beispiel für die

PCR-Testung verfügbar gemacht, eine Entwicklung

des Universitätsinstituts für Systembiologie, mit

dem eine sehr gute Kooperation besteht. Wirklich

die gesamte Universitätsmedizin ist gefordert.

Wie viele Ihrer Mitarbeiter sind bisher geimpft?

Wir haben in Bergamo gesehen, was passiert, wenn

das medizinische Personal nicht ausreichend geschützt

ist. Für uns war daher von Anfang an klar,

dass der Schutz der Mitarbeiter der erste Schritt in

der Pandemiebekämpfung sein muss. Wir haben

sehr früh, noch bevor ein Impfstoff verfügbar war,

wirksame Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter

umgesetzt. Seit dem 28.12.2020 impfen wir im

Klinikum selbst. Etwa 1400 Mitarbeiter, die in die

Gruppe der höchsten Priorität fallen, sind bisher

geimpft (Stand 8. Februar, Anmerk. der Redaktion).

Dann untersagte das Sozialministerium Ende

Januar Erstimpfungen des Personals? Was sind

die Gründe?

Das Sozialministerium hat darauf hingewiesen, dass

nur Mitarbeiter der höchsten Priorität geimpft werden

dürfen, woran wir uns strikt gehalten haben. Es

wurden keine Mitarbeiter geimpft, die nicht in diese

Gruppe fallen. Bis zum 8. Februar haben etwas mehr

als 700 Mitarbeiter der Gruppe mit der höchsten

Priorität noch keine Erstimpfung erhalten. Am 9.

Februar sind die Erstimpfungen am UKU wieder

aufgenommen worden.

Themenwechsel: Welche Rolle spielt die Uniklinik

Ulm für die Region?

Unsere Patienten kommen aus dem ostwürttembergischen

Raum bis zum Bodensee. Wir haben hier

eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung.

Egal, ob es um Onkologie, Schwerverletztenversorgung,

personalisierte oder kardiovaskuläre Medizin

geht. Durch die Uniklinik Ulm haben die Menschen

der Region Zugriff auf moderne Spitzenmedizin.

Wir sind mit circa 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

überdies der größte Arbeitgeber in Ulm.

Meiner Meinung nach zahlt die Uniklinik mit ihrer

sehr guten Gesundheitsversorgung auch stark auf

die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der

Region ein.


unternehmen [!] TITELTHEMA 15

Wo sehen Sie Ulm im Vergleich mit den bundesweit

35 anderen Unikliniken?

Wir stehen im Wettbewerb gut da. Wir sind das Klinikum

einer naturwissenschaftlich orientierten

Universität mit sehr hohem Innovationspotenzial.

Insbesondere wenn wir uns die Forschungsbereiche

der Universität anschauen. Die Sensortechnik und

die Quantenphysik sind beispielsweise hochspannende

Anknüpfungspunkte – auch aus medizinischer

Sicht. Die räumliche Nähe zwischen Klinikum

und Universität schafft viel direkte Interaktion

und Kooperation. Das ist im Vergleich zu vielen

anderen Universitätsmedizinstandorten ein großer

Wettbewerbsvorteil.

Wo sehen Sie noch Stärken?

Wir sind forschungsstark

und wirtschaftlich

stabil. In den Rankings

schneidet die

Uniklinik immer

sehr gut ab. Wir

making

places

balanced

usm.com


16

TITELTHEMA unternehmen [!]

sind stark in der klinischen Forschung und der

Übertragung der wissenschaftlichen Erkenntnisse

in die Praxis, der so genannten Translation. Nehmen

Sie als Beispiel das Nationale Centrum für Tumorforschung.

Hier bildet Ulm zusammen mit Tübingen

und dem Robert-Bosch-Krankenhaus in

Stuttgart ein neues Südwest-Konsortium. Solche

Kooperationen wollen wir noch stärker entwickeln.

Ein Bild aus einem

früheren Interview: „Die

Unikliniken in Baden-Württemberg

konkurrieren um

Forschungsgelder und die

klügsten Köpfe, aber wo es

sinnvoll ist, bündeln wir die

Kräfte“, sagt Udo Kaisers.

Es gibt eine

gute Kultur

aus Wettbewerb

und Kooperation

im Südwesten.

Welche Lehren mit Blick auf die Zusammenarbeit

der Kliniken ergeben sich aus der Pandemie?

Baden-Württemberg hat eine gute Kultur aus Wettbewerb

und Kooperation. Das scheint den Menschen

im Südwesten in den Genen zu liegen. Die

vier Universitätskliniken im Land sind durchaus

Wettbewerber, so konkurrieren wir um Forschungsgelder

und um die klügsten Köpfe. Aber wo es sinnvoll

ist, bündeln wir unsere Kräfte und gehen gemeinsam

vor.

Wie zum Beispiel?

Mit dem Universitätsklinikum Tübingen arbeiten

wir zum Beispiel bei der IT-Entwicklung eng zusammen.

Auch im Bereich der personalisierten Medizin

und der Onkologie kooperieren wir mit den

anderen Standorten. Besonders mit Blick auf die

Pandemie stimmen wir uns eng ab. So haben wir

uns sehr schnell darauf verständigt, dem Sozialministerium

anzubieten, dass wir als Universitätskliniken

die Impfzentren in unseren Städten betreiben.

Auch gegenüber der Landesregierung treten wir

gemeinschaftlich und abgestimmt auf. Durch die

Digitalisierung könnten wir sicher noch ein Stück

enger zusammenrücken.

Häufig gibt es Kritik an ineffizienten Strukturen

von Kliniken. Trifft das auch auf Ulm zu?

Das ist zunächst mal eine Hypothese. Schauen wir

auf das Aufgabenspektrum der Universitätsmedizin:

Da sehen wir Forschung & Entwicklung, Lehre

und Spitzen-Krankenversorgung. Wir haben also

einen dreifachen Auftrag, den wir in enger Verbindung

mit der Universität und der Medizinischen

Fakultät erfüllen. Das erfordert bestimmte Strukturen,

die sich notwendigerweise von denen von Versorgungskrankenhäusern

unterscheiden. Wenn Sie

uns mit einer privat geführten Klinik vergleichen,

die ausschließlich Krankenversorgung macht, dann

erscheint diese möglichweise effizienter, aber hier

stimmt der Vergleichsmaßstab nicht. Klar, gibt es

auch bei uns noch Potenzial, klinische Abläufe, Prozesse

und Strukturen zu verbessern. Unsere Grundkonfiguration

ist gut.

Wie steht es um die Digitalisierung des Uniklinikums?

Das ist ein zentrale Herausforderung der nächsten

Jahre, bei der wir verschiedene Aufgabenpakete unterscheiden

müssen. Ein wichtiges Thema ist die

Digitalisierung der medizinischen Kernprozesse.

Die IT-Landschaft in Ulm ist sehr heterogen. In

manchen Bereichen sind wir gut aufgestellt, etwa

beim Einsatz automatischer Spracherkennung, in

anderen besteht noch erheblicher Modernisierungsbedarf.

So ist es in vielen Kliniken.

Was hindert Sie, schnell digitale Lösungen zu

schaffen?

Ein Problem ist, dass wir nicht alles stoppen, digitalisieren

und mit neuem Konzept weitermachen

können. Es muss während des laufenden Betriebs

funktionieren. Überdies benötigen wir langfristig

höhere Investitionen in die Medizin-IT, dazu sind

wir mit dem Land im Gespräch.

Welche Rolle spielt das im Oktober verabschiedete

Krankenhauszukunftsgesetz?

Darin ist zum ersten Mal geregelt, dass bis zu zehn

Prozent der bereitgestellten Mittel für die Hochschulmedizin-Einrichtungen

genutzt werden dür-


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

fen. Wir unterliegen ja nicht den Sozialministerien

der Länder, sondern den Wissenschaftsministerien.

Daher ist es ein Novum, dass wir mitbedacht wurden.

Ich bin guter Dinge, dass wir vielversprechende

Digitalisierungsansätze speziell in der Notfallversorgung

und der Vernetzung in der Region

entwickeln können.

Reicht das Gesetz des Bundes und die 120 Millionen,

die das Land zur Verfügung stellt?

Das ist eine wichtige Anschubfinanzierung, aber es

braucht nachhaltige Lösungen. Es werden erhebliche

weitere Investitionen nötig sein. Wir sehen gerade

jetzt in der Pandemie, welch große Rolle die

Digitalisierung spielt, wenn es darum geht, die Gesundheitsversorgung

aufrecht zu erhalten. Denken

Sie nur an Tele-Sprechstunden. Die haben wir in

ambulanten Bereichen der Klinik verfügbar. Oder

denken Sie an die Übermittlung medizinischer Daten

aus der Radiologie oder Pathologie zur Analyse

an einem anderen Ort.

Wie profitieren Patienten von einem digitalen

Gesundheitssystem?

Die Verfügbarkeit steigt dramatisch. Wir müssen

weg von der Vorstellung, dass man medizinische

Hilfe nur bekommen kann, wenn man sich in eine

Klinik oder eine Praxis begibt. Dieses Konzept wird

zunehmend von digitalen Formaten abgelöst werden.

Auch haben wir uns bislang in der Medizin

stark darauf fokussiert, Krankheiten zu therapieren,

aber noch zu wenig dafür getan, die Gesundheit zu

erhalten. Das ist ein riesiges Feld, in dem Digital Health

helfen kann.

Die Medizin

wird sich

durch KI und

Digitalisierung

stark verändern.

Und ein grundsätzlicher Wandel.

Ja, wir werden erleben, dass sich die Vertriebswege

der Medizin verändern und der Patient selbst dabei

eine deutlich größere Steuerung wahrnimmt.

In der Industrie ist Künstliche Intelligenz (KI)

ein Riesenthema.

Nicht nur in der Industrie. KI wird die Diagnostik

z.B. in der Radiologie oder Pathologie dramatisch

verändern. Wir werden als Patienten Medizin ganz

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18

TITELTHEMA unternehmen [!]

Unter bundesweit rund 1400 Kliniken auf Platz 20

Blick auf die neue Chirurgie: Das Uniklinikum Ulm ist mit rund 6200 Beschäftigten Ulms größter Arbeitgeber.

Ulm ist die kleinste der vier Universitätskliniken

in Baden-Württemberg (Freiburg,

Tübingen, Heidelberg), schneidet in Rankings

aber regelmäßig gut ab. In der Klinikliste

2021 des Nachrichtenmagazins Focus

kommt Ulm unter rund 1400 Kliniken auf

Platz 20. Besonders empfehlenswert sind

laut dem Ranking 20 Behandlungsschwerpunkte,

neun Fachgebiete haben die Bewertung

„herausragend“ erhalten.

Gegründet worden ist das Uniklinikum im

Jahr 1982. Damals übernahm das Land Baden-Württemberg

Ulms städtische Krankenanstalten.

Heute umfasst das Klinikum 29

Kliniken und 15 Institute. Neben der Krankenversorgung

gehören Forschung und Lehre

zu seinen Aufgaben. Mit durchschnittlich

6213 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist

das Uniklinikum Ulms mit Abstand größter

Arbeitgeber. 2020 wurden 276 130 Patienten

ambulant und rund 44 500 Patienten stationär

behandelt. Corona-bedingt lagen diese

Zahlen rund acht beziehungsweise elf Prozent

unter den Vorjahreswerten. Die größte

Investitionen gingen mit 6,5 Millionen Euro

in die Intensivmedizin. Der Jahresüberschuss

2019 betrug 2 Millionen Euro.

Die von der Uniklinik angestrebte Komplettübernahme

der Klinik RKU steht vor

dem Abschluss, wie kurz vor Redaktionsschluss

bekannt wurde. Das Landeskabinett

stimmte dem Kauf des 50-Prozent-Anteils

zu, das bisher die Sana Kliniken AG hält. Bisher

war Ulm die einzige Uniklinik bundesweit

ohne integrierte Neurologie. Das RKU hat

850 Mitarbeiter und behandelt jährlich

12 000 Patienten ambulant, 3500 stationär.

Oftmals

fehlt es in

Kliniken an einer

horizontalen

Vernetzung.

anders erleben. Expertensysteme oder teilautonome

Systeme werden Leistungen übernehmen, die

aktuell nur von Ärztinnen und Ärzten erbracht werden.

So können sich Mediziner wiederum anderen

Aufgaben widmen.

Was heißt das konkret?

Erfahrene Radiologen müssen tausende Röntgenbilder

gesehen haben, damit sie einen Lungenkrebs

zuverlässig diagnostizieren können. KI kann in kürzester

Zeit Millionen Bilder filtern und bestimmte

Muster besser erkennen, als wir Menschen das tun.

Das heißt nicht, dass wir keine Radiologen mehr

brauchen. Im Gegenteil: Das System schafft den

Kollegen Zeit, beispielsweise ausführlicher mit den

Patienten über den Befund zu sprechen.

Das würde aber eine Datenbank mit allen CTs

dieser Welt voraussetzen – oder?

Absolut. Sie wissen ja, dass Unternehmen wie Google

oder Apple ganz scharf darauf sind, ihre medizinischen

Analyse-Systeme mit Daten aus medizinischen

Bereichen zu füttern. Es wird sicher ein

Thema sein, welche Rolle die Universitätsmedizin

als Innovationstreiber in diesem Feld haben wird.

Wir werden hier nur mitspielen können, wenn wir

selbst die richtigen Kompetenzen und Strukturen

haben, um dafür auch Beiträge zu leisten. Mit Blick

speziell auf diese Herausforderung ist die schon angesprochene

Kooperation der Unikliniken im Land

geboten.

Wie steht es um den Masterplan der Uniklinik?

Das ist ein Jahrhundertprojekt – oder?

Das ist er tatsächlich. Zum ersten Mal in der Geschichte

der Uniklinik Ulm wollen wir alle medizinischen

Bereiche an einem Ort bündeln, in unmittelbarer

Nähe zur Universität. Das ist die

langfristige Perspektive. Das erste Modul dieses

strategischen Projekts ist ein großes, komplexes,

medizinisches Versorgungsgebäude, das direkt an

den Neubau der Chirurgie anschließen soll. Dort

sollen eine Reihe von Kliniken und weitere Institute

zusammengefasst werden.

Warum ist die Bündelung dieser Angebote so

wichtig?

Universitätsmedizin ist eine interdisziplinäre Systemleistung.

Die bekommen Sie nur, wenn alle benötigten

Partner vor Ort sind. Die erforderlichen

Bereiche in einem Gebäude zusammenzufassen

verkürzt Wege, erhöht die Verfügbarkeit und schafft

eine Fülle an Synergien – wissenschaftlich, aber vor

allem auch klinisch. Natürlich spielen auch die Kosten

eine Rolle. Wir müssen in unserer jetzigen

Struktur manches doppelt oder dreifach vorhalten,


unternehmen [!] TITELTHEMA 19

Eine künftige

Departmenstruktur

belohnt laut Kaisers

die Zusammenarbeit.

„Das bringt Patienten

klare Vorteile.“

weil wir mehrere Standorte in der Stadt betreiben.

Schon aus Gründen des Fachkräftemangels wird es

in zehn Jahren nicht mehr möglich sein, so viele

Menschen zu beschäftigen, die an mehreren Stellen

das Gleiche tun.

Wie weit sind sie mit der Umsetzung?

Wir konnten mit dem Land eine Grundkonzeption

abstimmen und die dazu passende Flächenbemessung

erstellen und verabschieden. Das heißt, wir

haben eine genaue Vorstellung, welche Dimensionen

das erste Modul braucht und welche Funktionalitäten

untergebracht werden sollen. Nun wird die

Realisierbarkeit geprüft. Danach wird es einen

Wettbewerb geben, dann die Ausschreibung. Der

Zeitplan hängt stark von den Prioritäten der Landeshaushalte

in den kommenden Jahren ab. Allein

die Bauphase wird sechs bis sieben Jahre dauern.

Vermutlich geht es hier um einen dreistelligen

Millionenbereich…

Ja klar, es ist ein teures Projekt, mit hoher Komplexität.

Man darf auch nicht unterschätzen, dass es

eine infrastrukturelle und technische Anbindung an

die schon bestehenden Gebäude geben muss. Aber

ich freue mich darauf. Das Projekt ist eine tolle Entwicklungsmöglichkeit

für die Stadt Ulm und für die

Universitätsmedizin.

Warum ist die von Ihnen angestrebte Departmentstruktur

so wichtig?

Wenn wir Universitätsmedizin als interdisziplinäre

Leistung verstehen, ist alles wichtig, was das Zusammenwirken

einfacher macht. Wir haben in

Deutschland vielerorts ein klassisches Kliniksystem,

in dem Einzelkliniken vertikal integriert sind.

Ob es zu einer horizontalen Vernetzung der Einzelkliniken

im Interessen einer bestmöglichen Versorgung

kommt, ist offen. Eine Departmentstruktur

incentiviert die Zusammenarbeit. Für den Patienten

bringt das klar Vorteile.

Wie muss man sich das vorstellen?

Schauen Sie sich die kardiovaskuläre Medizin an,

hier gibt es viele Erkrankungen, die interdisziplinäres

Know-how erfordern. Als betroffener Patient

wünsche ich mir doch, dass die gesamte Expertise

der Klinik an mein Patientenbett kommt und die

Spezialisten meinen Fall analysieren und auf Basis

der neuesten wissenschaftlichen Evidenz entscheiden.

Deshalb ist es sinnvoll, die Bereiche Kardiologie,

Herzchirurgie, Angiologie und Gefäßchirurgie

so intensiv wie möglich miteinander interagieren zu

lassen, wie das in Herzzentren bereits der Fall ist.

Themenwechsel: Was sind die Gründe für den Fachkräftemangel

in den Kliniken?


20

TITELTHEMA unternehmen [!]

Uniklinik-Chef Udo Kaisers

im Video-Gespräch mit

Alexander Bögelein, Redaktionsleiter

des Magazins

unternehmen[!].

Das Interview führte

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

Dokumentation:

Ronja Gysin

Fotos:

Marc Hörger

Matthias Schmiedel

Uniklinik Ulm

Da gibt es viele Aspekte, zum einen die Demographie.

Viele Fachkräfte werden in Rente gehen. Zum

anderen den Trend, dass die Zahl der Abiturienten

zunimmt und es damit für nicht akademische Berufe

schwieriger wird, Nachwuchs zu gewinnen. Den

Pflegenotstand haben wir in ganz Deutschland. Im

Vergleich sind wir die vergangenen Jahre in Ulm

noch ganz gut weggekommen.

Was wird dagegen getan?

Wir akademisieren zum Beispiel pflegenahe Berufe.

Es gibt mittlerweile ein Studium für angehende Hebammen,

aber auch duale Studiengänge für Pflegeund

technische Medizinberufe. Das wird gut angenommen.

Nach wie vor ist aber die zentrale Frage,

wie wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die

Unimedizin gewinnen und langfristig binden können.

In der Coronakrise bekommt die Pflege Applaus.

Zu Recht, aber das allein reicht nicht. Wir müssen die

Wertschätzung und Anerkennung für diese wichtigen

Berufe langfristig steigern.

Wie wollen Sie das erreichen?

Wir müssen Antworten auf verschiedene Fragen finden:

Wie viele Kompetenzen räumen wir Pflegekräften

im medizinischen Prozess ein? Welche Entwicklungsmöglichkeiten

haben sie? Wie können wir die

Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern,

etwa durch flexiblere Arbeitszeiten? Wie können

wir die Pflege entlasten? Wir haben hervorragend

ausgebildete Pflegekräfte am Uniklinikum, die

hochspezialisierte Aufgaben übernehmen. Die Frage

ist, wie wir das in der öffentlichen Wahrnehmung

besser verankern können. Also, dass es eine spannende,

unverzichtbar wichtige, befriedigende und an den

Unikliniken in Baden-Württemberg auch gut dotierte

Tätigkeit ist.

Wie viele Stellen in der Pflege sind im Universitätsklinikum

aktuell frei?

Wir haben über 1000 Mitarbeiter in der Pflege und

eigentlich immer einen gewissen Bedarf. Das liegt

auch an der Fluktuation in der Pflege. Gäbe es ein

unerschöpfliches Kontingent, könnten wir sicher zusätzliche

Pflegekräfte beschäftigen. Das ist kein dramatischer

Fehlbedarf, aber wir kämpfen permanent

darum, Pflegekräfte zu finden und zu halten.

Wann standen Sie eigentlich das letzte Mal als Anästhesist

im OP?

Das war bevor ich nach Ulm gekommen bin, 2015. Ich

bedauere das natürlich, aber beide Tätigkeiten

gleichzeitig auszuüben, das geht nicht.

Und welche Eigenschaft benötigt ein guter Anästhesist?

Eine gute Anästhesistin, ein guter Anästhesist behält

den Überblick, auch in kritischen Situationen, darauf

verlassen sich der Patient und auch der Chirurg. Sie

können das Handwerk und haben mit allen Fachabteilungen

einer Klinik Kontakt. Sie sollten eine gewisse

Stressresistenz besitzen und kommunikationsfähig

sein. Eigentlich ganz ähnliche Eigenschaften,

wie sie ein Leitender Ärztlicher Direktor benötigt.


unternehmen [!] RESSORT 21

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EINFACH. KOMPETENT. PERSÖNLICH.


Blick in den Daten-Hochsicherheitstrakt

der EVF: Schon bald

stehen hier 96 statt bisher

72 Serverschränke.

Das Data-Rechenzentrum

der der Energieversorgung

Filstal

gleicht einem Hochsicherheitstrakt

– und dennoch

laufen die Kunden der EVF

förmlich die Türen ein. Im vergangenen

Sommer wurde das

Datacenter in Betrieb genommen.

Bereits 2019 hat die Energieversorgung

Filstal (EVF) ein

Rechenzentrum im Göppinger

Stauferpark in Betrieb genommen.

Damit setzte die EVF den

Aufbau neuer Geschäftsfelder

im Bereich Telekommunikation

und IT fort. Von derzeit im Rechenzentrum

nutzbaren 72 Server-Schränken

sind schon 42 an

unterschiedliche Kunden aus

der Region vermietet.

Bald 96 Serverschränke

Das Datacenter findet so großen

Anklang, dass die EVF bereits

die zweite Erweiterung angeht,

die noch im ersten Halbjahr realisiert

werden soll. Damit stehen

schon bald 96 Serverschränke,

sogenannte „Racks“

zur Verfügung. Platz ist ausreichend

vorhanden. Bisher

haben Rechenzentren, Systemhäuser,

Finanz- und

IT-Dienstleister und Produktionsfirmen

aus dem

Raum Göppingen, Stuttgart,

Schwäbisch Gmünd,

Ludwigsburg und sogar

ein Verein Racks komplett

oder in Teilen gemietet,

berichtet Datacenter-Leiter

Matthias Brandmaier.

Bereits 2018 hatte die EVF

sich mit dem neuen Geschäftsfeld

Telekommunikation und

Digitale Festung mit

regionalem Anschluss

Rechenzentrum Daten gehören zu den wichtigsten Gütern von

Unternehmen. Umso wichtiger ist deren Schutz. Die

Energieversorgung Filstal hat deshalb ihr Angebot erweitert.

Matthias Brandmaier ist Herr der Technik. Er leitet das Rechenzentrum der nergieversorgung Filstal.

Fotos: Giaconto Carlucci


unternehmen [!] MACHEN 23

dem Angebot von VDSL-Produkten

den Gang auf neues Terrain

gewagt. Diese Neuorientierung

sei notwendig geworden,

da die Erträge im Bereich der

Energieversorgung weniger

würden, erklärt Geschäftsführer

Martin Bernhart. Zukünftig

möchte die EVF auch im Bereich

Telekommunikation und Internet

Geld verdienen.

200 Mitarbeiter, 90 000 Kunden

Biometrische Zutrittskontrollen stehen am Anfang. Manche

Serverschränke sind dennoch mit Gittern geschützt.

Die Energieversorgung

Filstal erwirtschaftete

zuletzt

mit rund 200

Mitarbeitern einen

Jahresumsatz von

rund 200 Millionen

Euro und betreut

über alle Geschäftsgebiete

90 000 Kunden,

der Großteil davon

entfällt auf die

Gasversorgung. Das

ist auch die Keimzelle

des kommunalen

Unternehmens

aus Göppingen.

Es wurde 1981

als Gasversorgungsgesellschaft

Filstal GmbH (GVF)

gegründet und firmierte

18 Jahre

später in EVF

GmbH & Co. KG

um.

Gesellschafter

der EVF sind die

Stadtwerke Göppingen

(86,75 Prozent)

und die

Stadtwerke Geislingen

(13,2 Prozent).

Zur Angebotspalette

gehören

neben Strom

auch Telekommunikation,

Erdgastankstellen,

Trinkwasser,

Fernwärme,

die Förderung von

EE-Anlagen sowie

weitere Dienstleistungen.

Neues Geschäftsfeld

ist das

Rechenzentrum.

Das Thema Sicherheit

ist eines der

wichtigsten im

nach ISO/IEC 27001

zertifizierten Datacenter.

Umsatz mehr als verdreifacht

Ganz fremd sind der EVF zumindest

die Rahmenbedingungen

nicht. „Das Betreiben und

Zurverfügungstellen von kritischen

Infrastrukturen gehört zu

den Kernaufgaben der EVF“,

sagt Bernhart. Leistungsstarke

und vor allem sichere IT-Infrastrukturen

sind in der heutigen

Zeit für Wirtschaftsunternehmen,

Gewerbetreibende und

Dienstleister unverzichtbar.

Die notwendige Fachkompetenz,

um Firmen und deren

Hardware an das Datacenter anzubinden

und diese sicher zu

beherbergen, holte sich das

kommunale Unternehmen bereits

im Jahr 2016. Damals beteiligte

sich die EVF mit 49 Prozent

am Göppinger Unternehmen

Imos. Weitere sechs Millionen

Euro investierte die EVF bislang

in das Datacenter.

Das scheint sich auszuzahlen:

Der Umsatz in diesem Geschäftsfeld

steigerte sich im vergangenen

Jahr um satte 317 Prozent

auf 260 000 Euro. Brandmaier

zufolge nutzen Kunden

das Datacenter als Backup-Lösung,

um bei eventuellen Ausfällen

der eigenen Rechenzentren

abgesichert zu sein. Ein

Vorteil der EVF sei, dass man als

lokaler Energieversorger und

Betreiber des Stromnetzes hinsichtlich

der Versorgungssicherheit

mehr Möglichkeiten

bieten könne als private Anbieter.

Hinzu komme, dass das kleine

Rechenzentrum kürzere Reaktionszeiten

gewährleisten

könne.

Fixkosten für Betrieb und Abschreibungen

der IT-Infrastruktur

könnten von den Kunden in

variable und damit flexible Kosten

umgewandelt werden, sagt

Matthias Brandmaier, der als

Leiter des Datacenters Chef eines

sogenannten „Notfall-Manager-Team“

ist. Es besteht aus sieben

Personen, „um 24 Stunden

am Tag und sieben Tage in der

Woche adäquat reagieren zu

können“. Des Weiteren könne

auf bereits vorhandene personelle

Ressourcen der EVF zurückgegriffen

werden, wenn

dies erforderlich sei.

Das Datacenter zähle damit zu

den modernsten Colocation-Rechenzentren

in ganz Baden-

Württemberg. Ein vergleichbares

Angebot existierte im Kreis

Göppingen sowie der Region

Stuttgart nicht, erklärt Brandmaier.

Die Regionalität könnte

sich dem Leiter des Datacenters

zufolge auch bei der Digitalisierung

von Schulen als Vorteil

herausstellen. Programme, die

über ausländische Server laufen,

stünden bereits in der Kritik.

Der Scanner für

die Handvenen

ist ein bisschen

James-Bondmäßig.

Matthias Brandmaier

Leiter des Rechenzentrums

Das Datacenter gleicht einer

modernen Festung – digital wie

analog. Wer durch die gläserne

Sicherheitsschleuse will, kommt

nicht an dem Handvenenscanner

vorbei. Er leuchtet blau auf,

wenn er mit der warmen, Blut

durchströmten Handfläche in

Verbindung kommt. „Das ist ein

bisschen James-Bond-mäßig“,

sagt Brandmaier. „Und wie ein

Fingerabdruck. Der ist aber

leichter zu fälschen oder bei

manchen Menschen gar nicht

möglich.“

Ein 2,60 Meter hoher Zaun

mit Spitzen und 36 Kameras im

Innen- und Außenbereich

schützen zudem die sensiblen

Daten. Sicherheit sei das A und

O, sagt Brandmaier. Daher seien

alle wichtigen Einrichtungen

mindestens zweifach vorhanden

– von der Klimatechnik über die

Stromversorgung und den

Brandschutz bis hin zur zweistufigen,

ausgeklügelten Zutrittskontrolle.

[!] Axel Raisch


24

unternehmen [!]

Solaranlagen oder ein Blockheizkraftwerk:

Die Möglichkeiten beim Contracting sind vielfältig.

Energie

auf Raten

Versorgung Schulen tun es, Krankenhäuser auch

– nur Unternehmen sind noch ein bisschen

zögerlich. Dabei bietet Contracting ihnen die

Möglichkeit, Kosten zu sparen und sich auf ihre

Kernaufgaben zu konzentrieren. Ein Leitfaden.

Mieten statt kaufen liegt im

Trend. Mehr als 40 Prozent

aller neu zugelassenen

Pkw hierzulande

sind nicht gekauft, sondern geleast.

Auch Filme holen sich Cineasten immer

häufiger nicht auf DVD, sondern

per Streamingdienst ins Wohnzimmer.

Ohne einmalig hohe Anschaffungskosten

zu tätigen, lässt

sich auch die Energieversorgung

von öffentlichen Gebäuden oder Unternehmen

mittlerweile mit einer

Art Mietmodell sicherstellen. Mit

Contracting. Dabei überträgt das

Unternehmen Aufgaben rund um

die Energieversorgung eines Gebäudes

auf einen spezialisierten Dienstleister,

den Contractor. Der liefert

die Energie in Form von Wärme,

Kälte, Strom oder auch Druckluft.

Ziel ist meist, den Energieverbrauch

des Gebäudes zu senken.

Je nach Modell setzt der Contractor

zusätzliche Energieeinsparmaßnahmen

um, und ist zuständig für

Planung, Finanzierung, den Umbau,

Betrieb und die Wartung der neu

eingebauten Anlagen. Zu den Aufgaben

des Contractors zählt oft auch

das Energiemanagement. Vor allem

in Gebäuden der öffentlichen Hand

sind solche Kooperationen bereits

häufiger umgesetzt worden. So setzen

beispielsweise das Berufsschulzentrum

in Ehingen oder das Zentrum

der Psychiatrie in Zwiefalten

auf solche -Modelle – nicht nur, um

die Verantwortung für die Energieversorgung

auszulagern, sondern

auch um Kosten zu senken und CO 2

einzusparen.

Im Wesentlichen wird zwischen

zwei Formen des Energie-Contractings

unterschieden: dem weiter verbreiteten

Energie-Liefer-Contracting

und dem umfassenderen Energie-Spar-Contracting

(ESC).Beim

Liefer-Contracting übernimmt der

Dienstleister während der Vertragslaufzeit

die Energieversorgung in alleiniger

Verantwortung. Der Con-

FOTO: VOLODYMYR BURDIAK/SHUTTERSTOCK.COM

tractor ist damit auch Eigentümer

der Anlage und plant, finanziert, installiert

und wartet die notwendigen

Anlagen oder übernimmt bereits

vorhandene Heizungen oder dergleichen.

Die erbrachte Leistung

wird über einen vereinbarten Energiepreis

plus einen Grund- und Verrechnungspreis

für die Bereitstellung

der Technik vergütet. Die Anlage

verbleibt über die gesamte Vertragslaufzeit,

die meist zwischen 10

und 15 Jahren liegt, im Eigentum des

Contractors.

Individuelle Maßnahmen

Das Spar-Contracting geht darüber

hinaus. Dabei betrachtet der Contractor

die technischen Anlagen des

Unternehmens mit dem Ziel, die

Energiekosten am Standort dauerhaft

zu senken und die Energiekosten

zu minimieren. Auch hier plant,

realisiert und finanziert der Contractor

die individuell zugeschnittenen

Maßnahmen wie etwa die Er-


unternehmen [!]

VERANTWORTEN

25

neuerung der technischen Geräte,

den Einbau von Gebäudeleittechnik

oder

Blockheizkraftwerken bis hin

zum Umstieg auf LED-Beleuchtung.

Die Wartung verbleibt wie

beim Liefer-Contracting beim

Contractor. Die Vertragspartner

legen zu Beginn eine garantierte

Energiekosteneinsparung

fest. Der Dienstleister erhält dabei

einen gewissen Teil der finanziellen

Einsparungen. „Bei

beiden Modellen hat der Contractor

ein intrinsisches Interesse

daran, Energie einzusparen“,

betont Rüdiger Lohse, Leiter

der Contracting-Abteilung

der Landesenergieagentur KEA-

BW.

Um herauszufinden, welches

Modell zu einem Betrieb passt,

bietet beispielsweise KEA-BW

eine Erstberatung an. Dabei können

Unternehmen gemeinsam

mit Experten erörtern, welche

Form des Contractings zu ihrer

Struktur am besten passt, erklärt

Lohse. Und für welche Firmen

ist so eine Energieversorgung

über einen Drittanbieter interessant?

„Das lässt sich nicht generell

beantworten“, sagt Jörg Entress,

der an der Hochschule Biberach

den Lehrstuhl für Erneuerbare

Energien innehat. „Die

Zuerst braucht

der Betrieb

Transparenz

über seinen

Energieverbrauch.

Jörg Entress

Hochschule Biberach

Alles im Blick: Um das Einsparpotenzial im Betrieb festzustellen,

hilft ein Energiemanagementsystem.

Entscheidung hängt an vielen individuellen

Faktoren.“

Auch deshalb rät er Unternehmen

zunächst dazu, ein

Energiemanagementsystem zu

etablieren, bevor ein Contracting-Projekt

auf den Weg gebracht

wird. „Damit verschafft

sich der Betrieb Transparenz

über seine Energieverbräuche

und Energieflüsse“, sagt Entress.

„Diese vorbereitende Maßnahme

muss aber nicht aus der

gleichen Hand wie das spätere

Contracting-Projekt kommen.“

Auf diese Weise ergebe sich eine

unabhängige Bestandsanalyse.

Während Contracting-Projekte

in Gebäuden der öffentlichen

Hand immer häufiger realisiert

werden, ist diese Form

der Energie-Versorgung in Unternehmen

bislang im Südwesten

noch eher selten zu finden.

„Vielleicht liegt es an der schwäbischen

Mentalität“, mutmaßt

Mustafa Süslü von der Kompetenzstelle

Energieeffizienz Donau-Iller

(KEFF). Viele Unternehmer

wollten nur ungern

Dritte an ihre Geräte und Maschinen

lassen oder fremdes Eigentum

in das eigene Unternehmen

stellen.

Detaillierte Verträge

„Zudem müssen die Verträge

auch sehr detailliert ausgearbeitet

werden.“ Um solch eine Partnerschaft

mit einem guten Gewissen

abzuschließen, müsse

ein Spezialist auf die Verträge

schauen, ist Süslü überzeugt,

der bei der KEFF die Mitglieder

der Industrie- und Handelskammer

bei Fragen rund um das

Thema Energieeffizienz berät.

Contracting spiele dabei bislang

nur eine sehr untergeordnete

Rolle.

In der Praxis werde das Angebot

von Liefer-Contracting-Anbietern

immer umfassender,

berichtet Lohse. „Wenn

ein Unternehmer den Energielieferanten

fragt, ob er ihm nicht

auch die ein oder andere zusätzliche

Leistung realisieren kann,

sagt der sicher nicht Nein.“ Auf

diese Weise nähere sich das Angebot

der Liefer-Contractoren

immer mehr dem der Spar-Contractoren

an, was Lohse begrüßt.

Dass Contracting bislang häufig


26

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Beratung in der Breite

Vom LED-Strahler unterm

Hallendach bis hin zu einem firmeneigenen

Blockheizkraftwerk

– unter dem Begriff Contracting

können zahlreiche

Maßnahmen zur Energieeinsparung

umgesetzt werden.

Das Land Baden-Württemberg

hat bereits in den Jahren

2012 und 2013 im Rahmen

einer Contracting-Initiative die

Möglichkeiten dieses Modells

erarbeitet, um die Umsetzung

von Energieeffizienzmaßnahmen

in Gebäuden voranzutreiben.

Das Einsparpotenzial

jedes Gebäudes ist sehr individuell.

Im Schnitt lassen sich

laut der Landesenergieagentur

KEA-BW etwa bei der Beleuchtung

mit einem Umstieg auf

LED bis zu 50 Prozent der Kosten

einsparen. Bei der Wärmeerzeugung

sind meist bis zu 20

Prozent Einsparpotenzial vorhanden.

Um Contracting bekannter

zu machen, setzt die KEA-BW

auf ein landesweites Beraternetz.

Bislang informieren insgesamt

30 Berater im Südwesten

über die Möglichkeiten des

Energieeffizienzmodells. Laut

KEA-Experte Rüdiger Lohse

sind das noch zu wenige. Sein

Ziel ist es, dass zumindest in

jedem der 35 Landkreise ein

gut geschulter Berater vor Ort

ist.

in öffentlichen Einrichtungen eingesetzt

wird, liege auch an den guten

wirtschaftlichen Voraussetzungen,

die etwa ein Krankenhaus oder eine

Schule für die Umsetzung mitbringen:

eine gewisse Konstanz. „Der

Contractor ist auf einen konstanten

Betrieb angewiesen, um das erzielte

Einsparpotenzial nachweisen zu

können“, sagt Lohse. Werde in einem

Betrieb etwa vom Zweischichtauf

einen Einschichtbetrieb umgestellt,

fehle die benötigte Vergleichbarkeit

in Sachen Energieeinsparung.

„Daher tun sich vor allem

kleinere Unternehmen mit dem

Thema schwer.“

Der Umgang mit solchen Unwäg-

Solarthermie, Beleuchtung oder Heizungsanlage: das

Einsparpotenzial ist entscheidend.

Zur Person

Jörg Entress ist

Professor für Erneuerbare

Energien an

der Hochschule Biberach.

Nach seinem

Physik-Studium und

der Promotion war er

über 20 Jahre in der

Energiewirtschaft

tätig.

ILLUSTRATION: NVKUVSHINOV/SHUTTERSTOCK.COM

barkeiten ließe sich jedoch vorab in

den Verträgen klären. Auch seit Beginn

der Corona-Pandemie, die die

eingespielten Abläufe in vielen Unternehmen

gezwungenermaßen von

heute auf morgen zunichtegemacht

hat, habe er von keinen Problemen

zwischen Vertragspartnern erfahren,

berichtet der Bereichsleiter der

KEA. „Der Umgang miteinander ist

meist sehr fair.“ Das lasse sich auch

auf die lange vertraglich festgelegte

Zusammenarbeit zurückführen.

„Die meisten verstehen sich als Partner“,

ist Lohse überzeugt. Auch weil

die Ziele mit Blick auf die Steigerung

der Effizienz dieselben seien.

Kein Contracting wie aus dem

Lehrbuch, aber in Teilen hat der

Oberflächenspezialist Holder aus

Kirchheim/Teck an seinem Standort

in Laichingen umgesetzt. „Es ist

mehr ein Wärmelieferungsvertrag

vergleichbar mit einem Miet-Kauf-

Modell“, erklärt Prokurist Jürgen

Glaser den Ansatz. Über zehn Jahre

läuft der 2017 abgeschlossene Vertrag

mit der Südwärme AG, welche

die Heizanlage bereitstellt und in

diesem Zeitraum auch wartet. Zudem

wurde ein Blockheizkraftwerk

am Standort in Betrieb genommen.

Als Holder das Gebäude in Laichingen

übernommen hatte, war die

Heizungsanlage in einem sanierungsbedürftigen

Zustand, berichtet

Glaser. Durch die Kooperation

mit Südwärme musste das Unternehmen

die Investitionskosten nicht

auf einmal stemmen, sondern trägt

die Kosten über die monatlichen

Zahlungen an den Dienstleister über

zehn Jahre hinweg ab.

Die meisten

sehen sich als

Partner, weil sie

die selben Ziele

verfolgen.

Rüdiger Lohse

Landesenergieagentur KEA

Der Contracting-Anbieter Südwärme

sieht wie Süslü vom KEFF

bei den Unternehmen noch eine gewisse

Zurückhaltung. „Nach unseren

Erfahrungen ist Energie-Contracting

bei Unternehmen bei Weitem

nicht so verbreitet wie in der

Wohnungswirtschaft beziehungsweise

in der Baubranche allgemein“,

sagt Vorstand Rudi Maier. „Am häufigsten

entscheiden sich bei uns Betriebe

für Contracting, wenn neben

der reinen Wärmeversorgung auch

zumindest teilweise eine Eigenstromversorgung

über ein Blockheizkraftwerk

in Frage kommt.“

Denn dann sei neben der technischen

Herausforderung auch ein

sehr hoher administrativer Aufwand

zu bewältigen.

Zudem steige aufgrund immer

komplexerer Anforderungen von

Seiten der Politik an die Unternehmen

die Attraktivität von Contracting-Modellen,

ist Jörg Entress überzeugt.

„Es wird immer schwieriger

und komplexer die Energieversor-


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

27

Intelligent e-mobil:

Umstieg auf die eigene e-Fahrzeugflotte

Die Elektrifizierung eines Fahrzeugpools bietet

für Unternehmen viele Vorteile und enorme

Chancen – erfordert jedoch eine genaue

Planung.

Bereits 2011 haben die Stadtwerke Ulm/Neu-

Ulm (SWU) begonnen, eine öffentliche Ladeinfrastruktur

in Ulm/Neu-Ulm und Umgebung

aufzubauen. Darüber hinaus beraten sie Unternehmen

und bieten Dienstleistungen und

Services zu Ladestationen an. Was müssen

Unternehmen bei einem Umstieg und dem

Aufbau firmeneigener Ladeinfrastruktur

beachten?

Konzept für den e-Fuhrpark

Reine Elektroautos eignen sich gut als Pool-Fahrzeug

für kürzere Strecken. Mit dem Angebot

ausgewählter Elektrofahrzeuge im Fahrzeugpool

präsentiert sich ein Betrieb seinen Kunden

und Mitarbeitern als modernes und umweltorientiertes

Unternehmen. Für die Auslegung der

Ladeinfrastruktur sollten Daten zur Fahrzeugnutzung

und die Standortbe dingungen bekannt

sein: Wie viele Kilometer werden täglich gefahren?

Wie häufig und zu welchen Zeiten wird das

Firmen-Fahrzeug genutzt? Parken die Fahrzeuge

auf einem Parkplatz, in einer Tiefgarage oder

einem Parkhaus?

Netzanschluss und Ladestationen

Durch eine Analyse des Netzanschlusses wird

erfasst, wieviel Leistung zu welchen Zeiten im

firmeneigenen Stromnetz zur Verfügung steht.

Durch ein Lastmanagement können vorhandene

Netzkapazitäten optimal ausgenutzt

werden, ohne teure Investitionen in einen

Netzausbau. Für die Ladestationen bieten die

SWU einen Rund-um-Service an, inklusive Planung,

Bau, Wartung und Service.

Mitarbeiter- und Besuchertarif

Die SWU können auch die komplette Abrechnung

des Stromtankens übernehmen. Hierbei

Foto: SWU

sind verschiedene Tarifmodelle möglich. Unternehmen

haben so die Möglichkeit, unterschiedliche

Tarife für Mitarbeiter oder Kunden

anzubieten.

Kombination mit Photovoltaik-Anlage

Eine PV-Anlage ist eine ideale Ergänzung zur

e-Fuhrpark-Strategie. Clever: Carports mit PV

– so stehen die Fahrzeuge gleich geschützt.

Grüner Strom

E-Mobilität ist nur nachhaltig, wenn die Fahrzeuge

mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

SWU NaturStrom ist zu 100 Prozent regenerativ

erzeugter Strom. Der grüne Strom

kann für die Versorgung der Ladestation oder

als Ergänzung zur eigenen regenerativen Energieerzeugung

(z.B. durch eine PV-Anlage)

genutzt werden.

Förderprogramme

Um die CO 2 -Minderungsziele zu erreichen haben

Bund und Länder Förderprogramme für

den Aufbau von Ladeinfrastruktur für Unternehmen

aufgelegt. In der Regel werden Investitionszuschüsse

für die Anschaffung und Umsetzung

von Ladestationen gezahlt. Der Bezug von grünem

Strom ist häufig Voraussetzung dafür.

eCarsharing

Mit ihrem eCarsharing swu2go ist die SWU

bereits in vielen Kommunen in der Region erfolgreich.

Unternehmen können sich ebenso

ein exklusiv für die Mitarbeiter nutzbares

swu2go-Elektrofahrzeug an den Standort

holen. Die SWU liefert und installiert die Ladeinfrastruktur

am Firmenstandort. Das Unternehmen

ist Eigentümer der Ladesäule, die SWU

übernimmt die Betriebsführung. Vorteil: Der

Betrieb spart sich den organisatorischen und

technischen Aufwand für den eigenen Fuhrpark.

SWU-Energieleistung

• Energie-Konzepte und Beratung

• Energieaudit

• Energiemanagement

• Wärmedienstleistungen

• Eigenerzeugung (Photovoltaik, Blockheizkraftwerk,

Wärme- und Kälteanlagen)

• Energie-Contracting (z.B. Wärme,

Ladeinfrastruktur, Photovoltaik)

• Ladelösungen für Elektromobilität

• eCarharing-Angebote

SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH

Karlstraße 1-3

89073 Ulm

E-Mail: e-mob@swu.de

www.swu.de

SWU_AZ_Energiedienstleistungen_181x65_RZ_Pfade.indd 1 10.02.21 11:48


28

VERANTWORTEN unternehmen [!]

gung und Energiesteuerung

in einem Unternehmen aus einer

Hand zu leisten.“ Früher

habe es noch einfache Ölkessel

gegeben, um den sich der Chef

noch selbst nebenbei gekümmert

habe.

Heute hingegen gebe es bedeutend

mehr Systeme und Automation.

„Die Energiebereitstellung

ist insgesamt viel komplexer

geworden“, sagt Entress.

Zudem müsse das zuständige

Personal ständig geschult werden,

um die sich ändernden gesetzlichen

Vorgaben auch korrekt

umsetzen zu können. „Vor

allem kleinere Unternehmen

müssen schauen, wie sie damit

umgehen.“

Häufig ist Entress zufolge zudem

das Thema Energiebereitstellung

bislang noch ein eher

randständiges Thema in Unternehmen.

„Die eigene Wertschöpfung

hat Priorität.“ Der zum Jahresbeginn

eingeführte CO 2

-Preis

könne jedoch einen zusätzlichen

Impuls geben. „Der Druck, Energie

einzusparen, wird größer“,

Verträge

werden nicht

unterzeichnet, weil

sich plötzlich das

Gesetz ändert.

Rudi Maier

Südwärme AG

ist auch KEA-Experte

Lohse überzeugt. Ein ökologisch

verantwortungsvolles

Bewusstsein werde auch in der

Außenwirkung von Unternehmen

immer wichtiger.

Hier sieht Maier den Spielball

auf Seiten der Politik. „Die

größte Herausforderung bei der

Eigenstromerzeugung über ein

Blockheizkraftwerk ist leider

der Gesetzgeber.“ Die zahlreichen

Änderungen des

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

in den vergangenen zwei Jahren

seien nicht hilfreich gewesen,

um das Contracting auch in der

Wirtschaft zu etablieren. Die

Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit

der Konzepte seien teils

„gravierend“ gewesen, berichtet

Maier. „Dies führte leider

häufiger dazu, dass unterschriftsreife

Contractingverträge

nicht umgesetzt wurden, weil

plötzlich die wirtschaftlichen

Grundlagen fehlten.“

Maier hofft nun, dass die bisher

letzte Fassung des

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

„eine etwas längere Halbwertszeit

als die Vorgänger hat“,

um Planungssicherheit für Contractor

und Unternehmen zu erreichen.

„Lieber Planungssicherheit

bei schwierigen gesetzlichen

Rahmenbedingungen als

eine komplette Verunsicherung

der Kunden bei ständig wechselnden

gesetzlichen Rahmenbedingungen.“

Chancengleichheit gefordert

Auch KEA-Experte Lohse setzt

auf die Politik. Auf Landesebene

erhielten Contracting-Projekte

Zuspruch und auch die Beratungsstelle

werde vom Land

mitfinanziert. Auf Bundesebene

brauche es dagegen mehr Bewegung.

Bislang sei das Contracting

schlechter gestellt. „Wenn

der Strom selbst hergestellt

wird, ist das Unternehmen beim

EEG-Gesetz bessergestellt als

wenn ein Drittanbieter zwischengeschaltet

wird“, sagt Lohse.

„Was wir brauchen ist Chancengleichheit.“

[!] Julia Kling

Die Betreuung

der Energiesysteme

im

Unternehmen

wird immer

komplexer. Dafür

braucht es meist

Fachkräfte.

FOTOS: XPIXEL & GURUXOX/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

29

Contracting – wirtschaftlich und

ökologisch effizient

Steigende Energiekosten werden sowohl im

Privaten als auch für Unternehmen zu einer

immer größeren finanziellen Belastung.

Die Julius Gaiser GmbH & Co. KG aus Ulm ist

einer der führenden Anbieter für innovative

und ressourcenschonende Gebäudetechnik.

Seit 1928 entwickeln die Ulmer wirtschaftliche

und umweltschonende Lösungen für Industrie

und Gewerbe rund um Wärme, Kälte, Energie,

Sanitär und Klima.

„Die beste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen.

Bei vielen alten Heizungen fehlen oft ‘intelligente‘

Steuerungen und so laufen die Anlagen

meist mit gleichbleibend hoher Leistung,

obwohl ein Teil der produzierten Energie gar

nicht benötigt wird. Ebenso werden Potentiale

nicht erkannt und nicht sinnvoll genutzt. Beispielsweise

kann entstehende Prozessabwärme

bei produzierendem Gewerbe recht

simpel in ‘kostenlose‘ Heizwärme umgewandelt

werden.“, erklärt Harald Kretschmann,

Geschäftsführer bei Gaiser.

Die Geschäftsführer Reinhold Köhler (li.)

und Harald Kretschmann.

Foto: Gaiser

Durch eine umfassende Heizungsmodernisierung

lassen sich Energiekosten von Industrieunternehmen

um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Selbst wenn die hohen Investitionen hierfür

auf den ersten Blick abschrecken, amortisieren

sich die Kosten bereits innerhalb weniger Jahre.

Zusätzlich bietet eine Vielzahl lukrativer

staatlicher Förderprogramme weiteren Anreiz,

veraltete Technik zu erneuern und damit auch

den CO2­Ausstoß zu reduzieren.

„Denjenigen Kunden, die sich davor scheuen,

selbst in eine Modernisierung von industriellen

Energieerzeugungsanlagen zu investieren, bieten

wir passende Contracting­Modelle an. Das

bedeutet, wir planen, finanzieren, installieren,

betreiben und warten die Anlagen eigenverantwortlich

direkt beim Kunden. Der Kunde zahlt

lediglich einen festen Preis für die abgenommene

Energie. Um alles andere kümmern wir

uns. Wir sorgen dafür, dass die Anlage stets

zuverlässig und effizient arbeitet und tragen

selbstverständlich auch das Risiko, falls dennoch

einmal ein Schaden an der Anlage auftreten

sollte. Diese Energielieferverträge schließen

wir mit den Kunden gewöhnlich für eine

Laufzeit von 15 Jahren. Mittlerweile sind es weit

über 100 solcher Anlagen.“, ergänzt Reinhold

Köhler, Geschäftsführer bei Gaiser.

Julius Gaiser GmbH & Co. KG

Blaubeurer Straße 86

89077 Ulm

Telefon: 07 31/39 87­100

info@gaiser­online.de

www.gaiser­online.de

Rundum sorglos dank unserer

Contractinglösungen

Von der Alb bis an den Bodensee versorgen wir seit 1928 Industrie, Gewerbe und

Wohnbau mit innovativer und ressourcenschonender Technik rund um Wärme, Kälte,

Energie, Sanitär, Lüftung und Klima. Als Energiedienstleister planen und bauen wir

Komplettanlagen aller Größen, finanzieren diese und betreiben sie im Rahmen unserer

Contracting-Modelle.

Julius Gaiser GmbH & Co. KG

Zentrale Ulm

Niederlassung Heidenheim

Blaubeurer Str. 86 Steinheimer Str. 57

89077 Ulm 89518 Heidenheim

www.gaiser-online.de


30

MACHEN unternehmen [!]

Ein Quantum

Präzision

Sensorik Das Zukunftscluster aus der Region Stuttgart/Ulm

darf sich über eine Millionenförderung freuen. Autonomes

Fahren, Pharmaforschung und medizinische Anwendungen

sollen besser werden – auch dank der Forscher der Uni Ulm.

Was das Thema Sensorik

angeht, so kommt weltweit

kaum jemand am

Standort Baden-Württemberg

vorbei. Hier sitzen

High-Tech-Konzerne wie Carl Zeiss,

Bosch und Trumpf ebenso wie innovative

Mittelständler, die allesamt

eng mit Universitäten und Hochschulen

zusammenarbeiten.

Auch aufgrund dieses guten Netzwerks

hat Bundesforschungsministerin

Anja Karliczek dem Zukunftscluster

Quantensensorik aus Baden-

Württemberg den Zuschlag gegeben,

als einem von sieben Projekten unter

137 Bewerbern. Mit ihren Forschungsschwerpunkten

zur Quantensensorik

ist die Uni maßgeblicher

Teil eines gleichnamigen Zukunftsclusters

der Region Stuttgart – Ulm.

In den kommenden neun Jahren wird

das Projekt namens „QSens“ vom

Bundesforschungsministerium als eines

von bundesweit sieben ausgewählten

Clustern mit einem hohen

zweistelligen Millionenbetrag gefördert.

Allein in den nächsten drei Jahren

bekommen die Unis Stuttgart

und Ulm dafür 15 Millionen Euro

vom Bund, die etwa zu gleichen Tei-

Zur Person

Seit 2007 lehrt

Prof. Dr. Joachim Ankerhold

an der Uni

Ulm. Er ist Vizepräsident

für Forschung

und leitet das Institut

für Komplexe

Quantensysteme.

len in die beteiligten Akteure in der

Landeshauptstadt und auf dem Oberen

Eselsberg fließen. Bis 2030 summiert

sich die Fördersumme auf 45

Millionen Euro, hinzu kommen noch

Landesmittel im einstelligen Millionenbereich.

„Es geht darum, ein regionales

Netzwerk für hochinnovative

Forschung zu schaffen“, sagt

Prof. Joachim Ankerhold, Direktor

des Instituts für komplexe Quantensysteme

an der Uni Ulm.

Allianz mit 19 Unternehmen

Das Besondere an den Zukunftsclustern

sei der enge Verbund mit der Industrie.

So sitzen 19 Unternehmen

mit im Boot, große wie beispielsweise

Bosch oder Boehringer Ingelheim,

aber auch Mittelständler und Startups.

Alle haben sich zu Investitionen

verpflichtet: in den nächsten drei Jahren

zwischen vier und fünf Millionen

Euro. Ankerhold bezeichnet die Cluster

als „Versuch, Grundlagenforschung

und Industrie zusammenzubringen

und in Industrieprodukte zu

übersetzen“.

Worum es geht? Mit ihrer extremen

Präzision können Quantensensoren

moderne Technologien auf ein

neues Niveau heben: Sie ermöglichen

extrem genaue Messungen, die im

FOTO: TRUMPF

Die Trumpf-Tochter

Quant hat den ersten

Quantensensor zur

Marktreife gebracht

(Bild). Ähnlich

werden die Geräte

aussehen, die im

Zuge des Zukunftsclusters

entstehen.


unternehmen [!] MACHEN 31

Zuge der fortschreitenden Digitalisierung

in immer mehr Sparten gebraucht

werden. So erkennen Quantensensoren

in autonomen Fahrzeugen

Hindernisse außerhalb des Sichtfeldes.

Bei Vorsorgeuntersuchungen

beispielsweise gegen Krebs oder Alzheimer

diagnostizieren sie die Erkrankung,

noch bevor sich die ersten

Symptome zeigen.

„Daten sind aktuell der Treiber jeder

technologischen Innovation, ob

im Bereich der Gesundheit, der

Nachhaltigkeit oder der Industrie“,

erläutert Ankerhold. Mit Hilfe der

Quantensensorik werde es möglich,

Geräte mit enormen Datenströmen

zu versorgen. Denn obwohl Chips

und Speicher immer mehr Daten verarbeiten

müssen, gilt doch: Größer

dürfen sie nicht werden.

„Mit Clusters4Future wollen wir

neue wissenschaftliche Erkenntnisse

und junge Technologiefelder schnell

in die wirtschaftliche Umsetzung

bringen“, erläuterte Bundesforschungsministerin

Anja Karliczek bei

der Bekanntgabe der Sieger. Bei

QSens wird systematisch von der Anforderung

her gedacht, sagt Clustersprecher

Jens Anders vom Institut für

Intelligente Sensorik und Theoretische

Elektrotechnik der Uni Stuttgart.

Bei Beinprothesen etwa gibt es heute

Fehlerquoten von bis zu 20 Prozent.

Mit neuen Sensoren könnten Fehltritte

vermieden werden.

MRT-Scanner in Handgröße

Quantensensoren sollen Computeruhren

– die Daten wie die Herzfrequenz

auslesen – in zuverlässige medizinische

Alltagsgeräte verwandeln.

Möglicherweise werden künftig keine

zimmergroßen MRT-Scanner zur

Darstellung von Organen in Krankenhäusern

und Praxen mehr nötig

sein, sondern nur ein Handgerät, das

die Bilder etwa eines Gehirns auf ein

Tablet bringt.

„Wir hoffen auf eine ähnlich revolutionäre

Entwicklung wie bei der

Boten-RNS mRNA, die für Covid19-Impfstoffe

verwendet wird, ursprünglich

aber für die Tumorbekämpfung

entwickelt wurden“, sagte

Jörg Warchtrup, der Leiter des 3.

Physikalischen Instituts der Universität

Stuttgart. Angestrebt werden

auch Anwendungen für die Suche

nach pharmazeutischen Wirkstoffen.

Das Pharmaunternehmen Boehringer

Ingelheim wünscht sich bessere

Sensoren für die Forschung, Rentschler

Biotechnologie für die Qualitätskontrolle.

Aber auch das autonome

Fahren mit Autos, Nachweise von

Schadstoffen in der Umwelt und die

Bestimmung der Haltbarkeit von Lebensmitteln

sollen verbessert werden.

Wichtig sind die Minimalisierung

und ein niedriges Preisniveau für die

Anwendungen. Deshalb sind die Produkte

zunächst teurer und erst bei

großer Stückzahl so massentauglich,

dass Bosch sie in Alltagsprodukte

einbauen kann.

Noch sei vieles offen,

aber es handele sich ja

auch um Forschung.

Doch es gibt schon Produkte

mit Fast-Marktreife.

Die hundertprozentige

Tochter des Laserspezialisten

Trumpf Qant und der Sensorik-Spezialist

Sick haben ein

Messsystem zur Luft-Analyse

entwickelt, von dem es Ende

2021 einen Prototypen geben

soll, sagt Qant-Chef Michael

Förtsch. Diese werden etwa bei

der Überprüfung der Luftqualität

in U-Bahn-Schächten und in den

sensiblen Halbleiter- und Pharmazie-Produktionen

eingesetzt. [!]

Christoph Mayer, Thomas Veitinger

Wir hoffen

auf eine

revolutionäre

Entwicklung wie bei

der mRNA.

Jörg Warchtrup

Leiter Phys. Institut Uni Stuttgart

Ziel ist der leistungsfähige Superrechner

Mit künstlichen Nanodiamanten lassen sich Sensoren und etwa bildgebende Verfahren

verbessern – an der Uni Ulm wird damit seit Jahren geforscht.

Foto: Heiko Grandel

Quantensensoren

ermöglichen

extrem präzise

Messungen.

Unser Bild zeigt

die Prüfung der

elektronischen

Signalverarbeitung

bei der Trumpf-

Tochter Qant.

Quantencomputer Nicht

nur im Bereich Quantensensorik

sind Ulmer Forscher Spitze:

Sie wollen auch dem hochleistungsfähigen

Quantencomputer

zum Durchbruch verhelfen.

Mit 19 Millionen Euro fördert

das Stuttgarter Wissenschaftsministerium

sechs Verbundprojekte.

An drei Vorhaben

sind Ulmer Uni-Physiker

federführend beteiligt: die

Quantenwissenschaftler Joachim

Ankerhold, Fedor Jelezko

und Wolfgang Schleich.


32

LEBEN unternehmen [!]

Seiner Zeit

voraus

Die private Seite Friedrich E. Rentschlers

Leidenschaft galt der zeitgenössischen

Kunst. Seine Sammlung FER genießt auch

international einen hervorragenden Ruf.

Friedrich E. Rentschler

teilte seine große Leidenschaft

zur Kunst mit

seiner Frau Maria. Gemeinsam

suchten sie das Gespräch

mit anderen Kunstliebhabern,

teilten ihre Passion für

kreatives Denken und Handeln,

für Kunst, die zum Denken anregt.

Beide widmeten sich bereits

in seiner aktiven Zeit als

Geschäftsführer und Gesellschafter

der Dr.Rentschler-Gruppe,

vor allem aber nach

seinem Ausstieg aus dem Unternehmen

dem Sammeln von Werken

der Arte Povera, der Minimal

Art und der Konzeptkunst.

Entstanden ist eine einzigartige

Sammlung, die unter dem Namen

FER Collection internationale

Beachtung findet. Der 2018

verstorbene Sammler gehört zu

den weltweit anerkannten Privatsammlern

für zeitgenössische

Kunst.

Der im Jahr 1932 geborene

Rentschler gehörte über Jahrzehnte

zu den prägenden Familienunternehmern

Oberschwabens.

40 Jahre lang führte er das

Pharma- und später auch Biotechunternehmen

in Laupheim.

1999 übergab er die operative

Leitung an seinen Sohn Nikolaus

und war bis 2015 Vorsitzender

des Aufsichtsrates.

Antike Statue nach der Venus

der Medici: Der italienische

Bildhauer Giulio Paolinii schuf

1976 die Figuren „Mimesi“.

Start mit einer Heiligenfigur

Seine Sammlertätigkeit beginnt

er – so eine Anekdote –

nach bestandenem Abitur keineswegs

mit einer zeitgenössischen

Arbeit, sondern mit der

Statue der Heiligen Barbara. Der

junge Rentschler entschied sich

für die Heiligenfigur – und gegen

ein Motorrad.


unternehmen [!] LEBEN 33

Jahre später begann der promovierte

Pharmazeut, sich intensiv

mit zeitgenössischer Kunst zu

beschäftigen. Impulse kamen

vom Gründungsrektor der ehemaligen

Hochschule für Gestaltung

HfG und Konkretkünstler

Max Bill, dem

dort lehrenden

Maler Josef Albers

und vor allem

aus Kurt

Frieds studio f.

Der Ulmer Verleger

und

Kunstmäzen

war für Rentschler

Vorbild in Sachen Kunstförderung

und Kunstvermittlung.

Sein ausgeprägtes Gespür für

neue Entwicklungen, Entdeckerfreude,

die notwendige Risikobereitschaft

und ein bisschen Glück

begleiteten Friedrich E. Rentschler

bei seinen Entscheidungen im

Unternehmen und in der Kunst.

Mit Gespür

für Trends,

Entdeckerfreude

und der nötigen

Risikobereitschaft.

Beides hat er immer getrennt.

Mit einer glücklichen Hand und

dem Mut zum frühen Kauf museal

noch nicht entdeckter

Künstler, stieg der materielle

Wert seiner Sammlung. Eine

wichtige Bestätigung war für ihn,

wenn die Bedeutung

seiner

Sammlerstücke

erst nach

Jahren wahrgenommen

wurde.

Friedrich E.

Rentschler beschäftigte

sich

intensiv mit Kunst und Kunstgeschichte.

Mit seinem Sachverstand

war er von 1994 bis 2006

ein gefragtes Mitglied in den

Gremien und Vorständen von

Kunststiftungen, Akademien und

im Hochschulrat der Staatlichen

Akademie der Bildenden Künste

Karlsruhe.

Auch Teil der Sammlung: die„Raketen“ der Schweizer Performanceund

Objektkünstlerin Sylvie Fleury.

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34

LEBEN unternehmen [!]

40 Werke

Im Oktober 2020 ging die

Sammlung nach der Inventarisierung

in Hinblick auf

Erbansprueche und nach

der Klärung von Eigentumsfragen

in den Besitz er

Erben über. Die aktuell 40

Werke der Sammlung werden

in der Ausstellungspräsentation

im Ulmer Stadtregal immer

wieder anders zusammengestellt,

und ermöglichen so

neue Sichtweisen und offenbaren

neue Bezüge zwischen

den Werken.

Die Sammlung werde

im Sinn des Gründers

weitergeführt, sagt die

für organisatorische Belange

zuständige Mitarbeiterin.

„Es war stets das Anliegen

von Friedrich E. Rentschler,

die Sammlung soweit

Viele Jahre waren Leihgaben seiner

Sammlung in internationalen

Museen zu sehen. Große Installationen

aus der FER Collection befanden

sich als Dauerleihgabe in der

Schausammlung des Medienzentrums

ZKM in Karlsruhe. Die Suche

nach neuen Depoträumlichkeiten

führte 2009 zur Ausstellungspräsentation

in den loftartigen Räumen im

Ulmer Stadtregal. Nicht primär publikumswirksam

repräsentativ, sondern

als Einladung an Kunstinteressierte

die Seherfahrung des Sammlerehepaares

zu teilen, Räume mit

Kunst als Erfahrungsräume wahrzunehmen

und die Fantasie anzuregen.

Wer die Gelegenheit hatte, an einer

seiner Führungen teilzunehmen,

spürte seine Begeisterung und sein

tiefes Verständnis für die Kunst und

die Intention der Künstler, die er

teilweise persönlich kannte. Dogmatisch

war er nie. Ihn zeichnete ein

humorvoller Blick auf die Kunst und

seine Sammelleidenschaft aus.

Direkt auf Wänden gearbeitet

Friedrich E. Rentschler weckte das

Verständnis der Besucher für die

Konzeptkunst, die Werke der Arte

Povera und der der Minimal Art,

ohne sie „überzeugen zu wollen“.

Damals gab es die Ausstellungsräume

im Stadtregal noch nicht, ein Teil

der Sammlung befand sich im Privathaus

der Rentschlers in Laupheim.

Teilweise hatten die Künstler

direkt auf den Wänden gearbeitet.

Nach einer Kanne Tee und einem

langen Gespräch über Kunst freute

Antiker Kopf mit

Binde: Jannis

Kounellis, Ohne

Titel, 1979.

er sich darüber dass seine Gäste

„jetzt verstehen, was diese Kunstwerke

für mich bedeuten. Sie sind

ein wichtiger Teil meines Lebens

und meiner Sicht auf das Leben“, erklärte

der Sammler,

„Der Geist unserer Zeit“

Die Kunstwerke hatten für ihn Form

und Inhalt. „Die Form so einfach wie

möglich, der Inhalt der Geist unserer

Zeit. Kunst ist für mich nicht primär

ein optischer Genuss, als vielmehr

die Anregung der Fantasie.

Anregung der Fantasie halte ich für

wichtig weil es die Grundlage von

Kreativität ist. Und Kreativität brauchen

wir in unserer immer komplexeren

Welt ganz besonders“.

Parallel zur Sammlung FER entstand

die Sammlung Schlumberger

mit Quilts der Amish People. „Es

handelt sich bei diesen ausgesuchten

Exemplaren um gebrauchte

Quilts aus der Zeit von 1850 bis 1945

und nicht um spätere kunsthandwerkliche

Anfertigungen“, erklärt

Maria Schlumberger-Rentschler den

Wert der Sammlung und das Besondere

dieser Quilts. Die Amish sind

eine christliche Gemeinschaft, die

um 1630 in der Schweiz aus einer

Gruppe ehemaliger Mennoniten

entstand, die später überwiegend in

die USA auswanderten.

Für die Amish-Frauen war das gemeinsame

Quilten die Gelegenheit

sich zu treffen. In ihrem durch strenge

Regeln bestimmten Alltag erfüllten

sie mit der kunstvollen Gestaltung

der handgenähten Bettüber-

wie möglich zu erhalten,

sie aber auch am Leben

zu erhalten.“ Daher werden

weiterhin Werke an

andere Museen ausgeliehen,

wie derzeit an das

Kunstmuseum Stuttgart

für die Ausstellung Wände I

Walls und zuletzt an La Casa

Encendida in der spanischen

Hauptstadt Madrid.

Für Gruppen bis zu acht

Personen bietet eine, mit der

Sammlung vertraute

Kunsthistorikerin weiterhin

Führungen in den

Ausstellungsräumen im Ulmer

Stadtregal an. Abhängig

von den geltenden Corona-Maßnahmen

sind eventuell

nur online-Führungen möglich.

Buchbar sind diese unter

fer-collection.de

Kunst ist für

mich nicht primär

optischer Genuss,

sondern Anregung

der Fantasie.

Friedrich E. Rentschler

Sammler und Unternehmer

würfe ihr Bedürfnis nach Ästhetik,

Schönheit und Farben, aber auch

nach kleinen Tabubrüchen. „Hinter

der klar strukturierten Schauseite

der wärmenden Decken verbirgt

sich nicht selten ein als hochmütig

geltendes unerlaubtes Muster oder

ein blumiges Design, das im Kontrast

zur streng formalen Vorderseite

eine besondere Wirkung hat.

Fernab vom Kunstgeschehen entstanden

Kunstwerke mit einem ausgeprägten

Stilempfinden und einer

ästhetischen Kühnheit, die die konkrete

Kunst mit ihrer auf mathematischen

Prinzipien basierende Malerei

mit klaren Strukturen, Systemen,

Rhythmus, Programmierung,

Information und Wahrnehmung unbewusst

bereits vorweg nahmen.

Trotz ihrer scheinbaren Gegensätzlichkeit

haben beide Sammlungen

durchaus Gemeinsamkeiten. Es

war Maria Schlumberger-Rentschler

die vor rund 30 Jahren diese Beziehungen

entdeckte und in ihrem

Mann einen begeisterten Befürworter

für den Aufbau der Sammlung

Schlumberger hatte. Auch das „über

den Tellerrand schauen“ zeichnete

den feinsinnigen Sammler Friedrich

E. Rentschler aus. [!] Sigrid Balke

Maria Schlumberger-Rentschler (li.) und ihr Mann

Friedrich E. Rentschler im Jahr 2016 im Ulmer Stadthaus.


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36

MACHEN unternehmen [!]

Auf der Suche

nach Leichtigkeit

Vitaform Schuhe made in Baden-Württemberg? Der Betrieb auf

der Schwäbischen Alb zeigt, wie es geht. Inhaber Steffen Schmutz

setzt auf Teleshopping und sein Gespür für Trends.

Schuhe sind

heute weniger

Luxusobjekte,

sondern viel mehr

Accessoires.

Steffen Schmutz

Inhaber Vitaform

Die Wurzeln des Schuhproduzenten

Vitaform

reichen weit zurück.

Bis in Zeiten, in denen

Schuhe noch ein ziemlicher Luxusartikel

waren. Wiesen sie

durch steten Gebrauch Mängel

auf, warf man sie keinesfalls

gleich weg. Wieder und wieder

brachte man sie zum Flicken

und Neubesohlen dorthin zurück,

wo sie hergestellt worden

waren. In die Werkstatt von

Friedrich Schwenk etwa, Schuhmacher

im Dorf Feldstetten auf

der Schwäbischen Alb und Ururgroßvater

von Steffen

Schmutz, dem geschäftsführenden

Inhaber von Vitaform.

Heute seien Schuhe vieles andere

mehr aber am wenigsten

ein Luxusprodukt. „Eher schon

ein modisches Accessoire und

ein Statement für eine Person“,

sagt Schmutz. Und natürlich

spiele auch der gesundheitliche

Aspekt eine große Rolle. Damit

ist bereits in knapper Form die

Idee umrissen, die hinter dem

Sortiment und den Kollektionen

des Schuhherstellers in vielerlei

Variation steckt: Das Modische

mit dem Nützlichen verbinden,

Bequemlichkeit mit

dem Trendigen versöhnen.

Auch Menschen mit orthopädischen

Auffälligkeiten werden

hier mit ziemlicher Sicherheit

fündig.

185 Schuhmodelle für Damen

und 60 für Herren stehen im aktuellen

Sortiment zur Auswahl.

Ein Produzent in einer Nische

ist Vitaform trotzdem. Allein

schon durch die Zugehörigkeit

zu einer Branche, deren beste

Zeiten in Deutschland schon

lange vorüber sind. Nur noch

fünf Prozent der hierzulande

verkauften Schuhe stammen

von heimischen Produzenten,

hat das Bundeswirtschaftsministerium

ermitteln lassen. Bedeutet

umgerechnet noch einen

jährlichen Absatz von 20 Millionen

Paar Schuhe, bei einem

Gesamtmarkt von rund 400 Millionen.

87 Prozent der Arbeitsplätze

gingen seit 1970 verloren.

Vitaform aber sucht Mitarbeiter,

„wir sind auf Wachstum

orientiert“, erklärt Schmutz. Ein

„leichtes Plus“ sei sogar im Corona-Jahr

2020 gelungen. Besonders

händeringend suche er

„kreative Köpfe“, Programmierer,

IT-ler. Welten trennen den

Hersteller von der kleinen

Werkstatt des Ururgroßvaters,

der wie sein Sohn und Nachfolger

Christian Schwenk noch

eine kleine Landwirtschaft im

Ein Aufsteiger

In vierter Generation beschäftigt

sich Geschäftsführer

Steffen Schmutz,

Jahrgang 1972, beruflich mit

Schuhen. Sein Unternehmen

Vitaform beschäftigt

an den Standorten Feldstetten

(Produktion, Fabrikverkauf)

und Heroldstatt

(Verwaltung, Großkundenlogistik,

Entwicklung)

auf der Schwäbischen

Alb rund 60 Mitarbeiter.

„Eigene Leute“ seien ständig

vor Ort bei einem Produktionspartner

in Tschechien.

Umsatzzahlen veröffentlicht

Vitaform nicht.

Schmutz hat viele Bezüge

zu Ulm. Dort hat er nicht

nur ein betriebswirtschaftliches

Studium absolviert,

sondern auch Fußball gespielt.

Und zwar zwischen

1996 und 1999 beim SSV

Ulm 1846, noch unter dem

legendären Trainer Ralf

Rangnick und unter Martin

Andermatt – also in den

beiden Aufstiegsspielzeiten

erst in die 2. und dann in

die 1. Bundesliga.


unternehmen [!] MACHEN 37

Neben der Optik

kommt es Steffen

Schmutz auf den

Tragekomfort des

Schuhs an.

Nebenerwerb betrieb, um das

Auskommen zu sichern.

Fabrikverkauf am Firmensitz

Das Schuhmacher-Gen vererbte

sich später auf die Eltern des

jetzigen Chefs. „Mein Vater war

Teilhaber einer örtlichen Schuhfabrik“,

erzählt Steffen Schmutz.

Es kam zur Trennung. „Eines Tages

standen in unserem Keller

plötzlich Maschinen, Paletten,

Schachteln.“ Im Oktober 1982

hoben die Eheleute Ewald und

Ruth Schmutz Vitaform aus der

Taufe. Die Mutter erledigte das

Kaufmännische, Handelsvertreter

legten Vertriebswege.

Der Einzelhandel spiele noch

immer eine Rolle im Vertrieb,

längst aber nicht mehr die alleinige.

Weitere wichtige Standbeine

seien der Fabrikverkauf und

der eigene Online-Shop. Es gebe

aber nach wie vor einen gedruckten

Katalog und in Berlin

sogar einen eigenen Store. Er sei

ein Entgegenkommen an die

zahlreichen Kunden dort. Darüber

hinaus setzt Vitaform stark

auf Teleshopping, „da sind wir

in fünf Ländern unterwegs“.

Rund ein Drittel der Produktion

gehe in den Export. Japan,

Italien und England seien die

größten Auslandsmärkte.

Längst noch nicht vollständig

beantwortet ist damit die Frage,

was Vitaform besser macht als

andere Schuhhersteller, die

längst verschwunden sind.

Schmutz nennt einige Punkte:

Die gut strukturierten Prozesse

zählen dazu. Die hohe Schlagzahl

mit bis zu 25 Neuheiten pro

Monat ebenfalls. Die genaue Beobachtung

der Trends sei

Pflicht, der modischen wie der

technischen.

Was Schuhe noch leichter

und bequemer mache, komme

in den Fokus. Innovationen bei

den Sohlen stoßen ebenso auf

Interesse wie bislang von der

Schuhindustrie unentdeckte

Materialien wie das Hirschleder.

Mit dem landete das Unternehmen

etwa vor elf Jahren einen

Volltreffer, nachdem

Schmutz es auf einer Fachmesse

entdeckte. Messebesuche seien

Pflichttermine. Sehr wichtig

sei auch die Stammkundenpflege

und der Service. „Die persönliche

Kundenansprache, das

macht den Unterschied“, ist

Schmutz überzeugt. Es komme

schon mal vor, dass er selbst bei

einem Kunden anrufe. Den Erkenntnisgewinn

aus solchen Gesprächen

solle man nicht unterschätzen.[!]

Thomas Vogel

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Über 100 Jahre Autohaus Burger – die Zuk

Das Autohaus Burger heißt Sie in den neuen Geschäfts- und Ausstellungsräumen herzlich willkommen.

Fotos: Autohaus Burger

Das Autohaus Burger blickt auf eine über

100-jährige Geschichte zurück. 1896, zehn

Jahre nachdem das erste Automobil zum

Patent angemeldet worden ist, übernahm

Karl Burger am Blautopf von seinem Schwiegervater

die mechanische Werkstätte. Dies

ist der Grundstein für das Autohaus Burger

in Blaubeuren.

„Tradition und Wandel, beides ist uns sehr

wichtig. Heute sind wir ein Autohaus mit den

Marken VW, Audi, Skoda, Seat und Cupra. Mit

dem Innenumbau unseres VW Gebäudes haben

wir einen wichtigen Schritt in Richtung

Zukunft gemacht. Wir sind den Wünschen unserer

Geschäfts- und Privatkunden nachgekommen

und können nun eine zentrale Servicestelle

für alle Marken anbieten, die wir führen.

Gerade für Geschäftskunden ist eine

Mehrmarkenabwicklung nun zentraler zusammengefasst

und damit entspannter.“erzählt

Geschäftsführer Joachim Burger.

Der Wandel im Autohaus Burger ist sofort

sichtbar. Ein modernes Ambiente, viel Licht,

Platz und ein gut temperiertes Raumklima

empfängt mich in dem neuen VW-Gebäude.

Das ausgeglichene Wohlfühlklima schätzen

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders.

Sehr viel Platz und Übersicht bietet der

Empfangsbereich zur Organisation des täglichen

Ablaufs.

Nachhaltig und zukunftsorientiert wurden mit

staatlicher Förderung u.a. die Außenwände

gedämmt und Glasfronten eingesetzt, die den

neuesten energetischen Standards entsprechen.

„Geheizt und gekühlt wird bei uns schon

immer mit einer Flusswasser-Wärmepumpe.

Mein Vater Otto Burger hatte 1983 die Idee

mit einer Flusswärmepumpe zu heizen und

hat diese auch umgesetzt. Unsere neue Pumpe

nutzt allerdings noch umweltschonender

und effizienter das Flusswasser der vorbeifließenden

Ach. In einem Kreislauf wird dem

Flusswasser die Wärmeenergie entzogen und

gekühltes Wasser zurückgeleitet – das Wasser

ist danach noch sauerstoffreicher als

zuvor“ erklärt Joachim Burger begeistert.

„Dies spart Energiekosten, vermeidet unnötige

CO 2

Emissionen und unterstützt das Ökosystem

der Ach.“ Umweltschutz, Unabhängigkeit

von der Öl industrie und nachhaltiges

Handeln war für Otto Burger bereits damals

Joachim Burger freut sich über den gelungenen

Umbau.

Fotos: Autohaus Burger

sehr wichtig, als es das Wort „nachhaltig“

noch nicht gab.

Mit der neuen VW ID Familie präsentiert das

Autohaus Burger E-Mobilität der Zukunft.

„Zukunft ist vorne“, so Joachim Burger, „und

wir richten uns, was den Wechsel zur E-Mobilität

angeht, auf die Zukunft aus. Alleine im

letzten Jahr war fast jedes dritte, bei uns gekaufte

Auto, ein Hybrid oder Voll-Elektroauto

gewesen. Sogar meine Eltern fahren seit zwei

Jahren einen vollelektrischen VW.“


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

39

unft ist vorne!

Ein modernes Ambiente mit viel Licht und Platz bieten die neu gestalteten Innenräume.

Fotos: Autohaus Burger

Joachim Burger freut sich: „Den VW ID.3 und

ID.4 passend zur Fertigstellung unseres Umbaus

zeigen zu können, ist ein toller Beginn.“

Alle Kundinnen und Kunden sind herzlich eingeladen,

einen Blick in die neuen Geschäftsund

Ausstellungsräume zu werfen, die neuesten

Modelle anzuschauen und sich bei einer

Tasse Kaffee inspirieren zu lassen. Stellen Sie

den Mitarbeitern vom Autohaus Burger alle

Fragen, die Sie interessieren – Sie werden die

Leidenschaft spüren.

„Ein herzliches Dankeschön an ein geniales

Team“ spricht Joachim Burger seinen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern aus. „Sie haben

mich hervorragend unterstütz und in dieser

Zeit vieles klaglos hingenommen. Das ist

nicht selbstverständlich.“

Dieses Jahr begann schon der nächste Umbau

im Audi Gebäude. Im Sommer 2021 soll

dieser fertig sein. Mit welchem Audi-Highlight

dann dieser Umbau eröffnet werden wird, war

Joachim Burger nicht zu entlocken – stattdessen

aber ein verheißungsvolles Augenzwinkern.

Zu einem gelungenen Umbau gehört ein

großes Eröffnungsfest mit vielen Gästen,

PR, Essen und Trinken. In Coronazeiten ist

leider vieles anders als erwartet und so

fand die Wiedereröffnung in kleinstem Kreis

statt.

An dieser Stelle mögen alle Kundinnen und

Kunden vom Autohaus Burger verzeihen,

dass diese Zeiten uns allen solche Einschränkungen

auferlegen. „Besuchen Sie

uns im Autohaus Burger und seien Sie sicher,

wir emp fangen Sie herzlich. Seien Sie neugierig.

Trotz Distanz sind wir nah bei Ihnen“,

lädt Joachim Burger ein.

Das Autohaus Burger steht für Regionalität,

Kundennähe, Leidenschaft, einem mehrfach

prämierten Topservice sowie echte Flottenkompetenz.

Allen Kundinnen und Kunden

steht ein 24 Stunden Notdienst zur Verfügung,

der jederzeit bei einer Autopanne oder

einem Unfall angerufen werden kann.

Speichern Sie diese Telefonnummer:

0176-6 29 3535 6!

Der Schlüsseltresor ermöglicht eine kontaktlose

Autoschlüsselabgabe und Abholung

rund um die Uhr. „Dank diesem Tresor

und einer Art „Schleusensystem“ war es

meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in

den Hochzeiten von Corona möglich, mit unseren

Kundinnen und Kunden in sicherem

Kontakt zu sein“, so Joachim Burger. „Hygiene

und Distanz, aber dennoch ganz nah bei

Ihnen. Wir sind für Sie da!“ lautet die

Botschaft. Ein Vorteil für beide Seiten.

Das Autohaus Burger bietet für alle regionalen

Kunden einen Hol- und Bring-Service an,

wenn z.B. eine Inspektion oder Reparatur

ausgeführt werden soll. Außerdem können

Sie den Online-Anmeldeservice in Anspruch

nehmen und so bequem von zu Hause aus

Termine vereinbaren. Die eigene Auto- und

Räderwasch anlage bringt neuen Glanz für

Karosserie und Felgen. Probieren Sie es aus!

Das Autohaus Burger freut sich,

Sie in Blaubeuren zu begrüßen.

Bleiben Sie gesund!

„Freiheit pur“

erleben Kundinnen und Kunden, wenn sie

sich einen der vielen VW California

ausleihen, die sowohl als T6 Bus und auch

als Grand California (Crafterbasis) zur

Miete stehen. Nostalgie ist beim Modell

California inklusive, spätestens wenn dazu

der Song ‚California Dreamin‘ von The

Mamas & The Papas aus dem Soundsystem

schallt.

Drehen Sie mal richtig auf!

Ein Schnupperwochenende gibt es schon

ab 299 Euro.

Kraftstoffverbrauch: l/100 km: innerorts 7,8 /

außerorts 6,7 / kombiniert 7,3; CO2-Emission

kombiniert: g/km: 192; Effizienzklassen: A

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Telefon +49 (0)7344 - 9600-0

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40

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Beschorner im

Vorstand

Volksbank Göppingen Wechsel

im Vorstand der Volksbank

Göppingen, die mit einer

Bilanzsumme von 2,55

Milliarden Euro und 357 Mitarbeitern

das zweitgrößte

Kreditinstitut im Landkreis

ist. Michael Beschorner ist

seit 1. Februar

Marktvorstand

der

Volksbank

Göppingen.

Er folgte damit

auf Her-

Volksbank-

Vorstand

Michael

Beschorner

mann Sonnenschein,

der am 31.

März in den

Ruhestand

geht. Der aus der Region Ulm

stammende Beschorner leitete

zuvor bei der Kreissparkasse

Heidenheim den Bereich

Unternehmenskunden, nach

Stationen bei der Volksbank

Günzburg sowie der Volksbank

Ulm-Biberach wo der

36-jährige Ökonom in der Privat-

und Firmenkundenberatung

tätig gewesen war.

Kierstein löst

Scheible ab

Nachfolge Erich Kierstein leitet

die Regionaldirektion Geislingen

und Süßen der Kreissparkasse

Göppingen. Er ist Nachfolger

von Tassilo Scheible, der

nach 43 Jahren bei der KSK nun

im Ruhestand ist. Kierstein (55)

war zuletzt als Regionaldirektor

für die Bereiche unteres und

mittleres Fils tal zuständig. Die

Kreissparkasse Göppingen zählt

mehr als 64 Geschäftsstellen,

kam 2019 auf eine Bilanzssumme

von 6,1 Milliarden Euro und

beschäfte 1075 Mitarbeiter.

Mink-Umsatz

schrumpft

Maschinenbau Trotz Corona-Krise

gab es beim Göppinger

Bürstenhersteller Mink

auch im Jahr 2020 Neueinstellungen.

Trotz eines Umsatzrückgangs

in Höhe von acht

Mit dem Markt in der Göppinger Rosenstraße startete Manfred

Gebauer 1966 seine Erfolgsgeschichte. Foto: Giacinto Carlucci

Edeka-Händler Gebauer

schließt ersten Laden

Der Ursprungsmarkt der Edeka-Gebauer-Märkte in der Göppinger

Rembrandtstraße ist seit Februar 2021 Geschichte. Überlegungen,

den Markt zu schließen, habe es schon seit Längerem gegeben, sagt

Geschäftsführer Guido Empen. Seit Jahren sei der Markt unrentabel

gewesen. Mittlerweile belief sich das Defizit auf bis zu

100 000 Euro pro Jahr. Da nun die Kältetechnik hätte ausgetauscht

werden müssen, wurde das Aus des Marktes besiegelt. Es wäre ansonsten

eine Investition von rund einer halben Million Euro nötig

gewesen. Mit nunmehr fünf Filialen im Kreis-Göppingen und in

Filderstadt Bonlanden gehört Gebauer zu den größten Edeka-Händlern

im Südwesten.

Prozent im Jahr 2020 auf 50,7

Mio. Euro wurde die natürliche

Fluktuation nicht genutzt, um

Stellen abzubauen. Auch Zeitarbeiter

seien gehalten worden.

Die breite Aufstellung mit

15 000 aktiven Kunden aus 60

verschiedenen Branchen hätten

es ermöglicht, die Rückgänge

auch während der Pandemie in

Grenzen zu halten. Für 2021

rechnen Geschäftsführer Daniel

Zimmermann und seine 460

Mitarbeiter mit einem Umsatzplus

von 5 Prozent.

Mehr

Insolvenzen

Konjunktur Die Aussetzung der

Pflicht zum Insolvenzantrag

wirft einen Schleier über die

Lage im vergangenen Jahr im

Kreis Göppingen. Daher sind die

Zahlen des vergangenen Jahres

bundesweit wenig aussagekräftig.

Ein Blick zurück zeigt: Nach

52 Insolvenzen 2018 hatte es im

Jahr 2019 im Kreis Göppingen 68

Insolvenzanträge gegeben – im

Gegensatz zur rückläufigen Entwicklung

in Baden-Württemberg.

Die damit verbundenen

Verbindlichkeiten belaufen sich

kreisweit auf 288 Millionen Euro;

2018 hatten sie sich noch auf 428

Millionen belaufen. Ebenso bei

den Mitarbeitern: Betroffen waren

im Kreis 746 Arbeitnehmer,

die ihren Arbeitsplatz verloren.

2018 waren es 964.

Nur noch ein

Chef bei EWS

Werkzeuge Der Werkzeughersteller

EWS wird nun von Matthias

Weigele alleine geführt.

Sein Bruder Frank gab die bis

dahin gemeinsam ausgeübte

Geschäftsführung ab. Innerhalb

der EWS Group mit ihren sieben

Tochterfirmen und 450 Mitarbeitern

(am Stammsitz Uhingen:

300) hat der 58-Jährige nur

noch die Geschäftsleitung des

Handelsunternehmens WSW

und die Leitung der Dienstleistungsbereiche

Erodieren, Brünieren

und Induktionshärten

inne. 1995 hatten die Brüder die

Leitung des 1960 von ihrem Vater

Gerhard gegründeten Unternehmens

übernommen. Der

Umsatz betrug 2019 rund 27

Millionen Euro.

Auftragspolster

für Märklin

Spielwaren Der Modelleisenbahnbauer

Märklin erwartet im

Geschäftsjahr 2020/2021 einen

Umsatz von 112 Millionen Euro

– und damit eine leichte Steigerung

gegenüber dem Vorjahr.

Für die nächsten Monate profitiert

Märklin von einem Auftragsboom.

Das Auftragsplus lag

im November bei 75 Prozent und

im Dezember bei 40 Prozent

über den Vorjahreswerten, sagte

der geschäftsführende Gesellschafter

Florian Sieber. Jedoch

habe Märklin weit über zehn

Prozent des Auftragsvolumens

nicht rechtzeitig ausliefern können,

da es im ungarischen Werk

einen Corona-bedingten Ausfall

gegeben hatte. Märklin gehört

zur Simba-Dickie-Gruppe

(Fürth/3000 Mitarbeiter), deren

Umsatz im vergangenen Jahr um

1,8 Prozent auf 715 Millionen

Euro gestiegen ist. [!]rai


unternehmen [!] RESSORT 41

+11

EXTRA-

SEITEN

spezial

Der Standort

Stauferpark

Von der US-Militärbasis zur Homebase für

die regionale Wirtschaft.

Unternehmer und Dienstleister aus dem

Stauferpark Göppingen stellen sich vor.

GÖPPINGEN IST BELIEBT

Warum der Stauferpark

Modellcharakter hat. Ein Gespräch

mit IHK-Geschäftsführer Gernot

Imgart. Seite 48


42

SPEZIAL unternehmen [!]

Homebase für die

regionale Wirtschaft

Gewerbeflächen Der Stauferpark in Göppingen hat eine bewegte Geschichte. Die

ehemalige US-Militärbasis ist Sinnbild für gelungene Stadtentwicklung.

Jahrzehntelang war das

Göppinger Stadtviertel

Stauferpark abgeschirmt.

Rund 3000 US-Soldaten

arbeiteten am Fuße des Hohenstaufen

und wohnten dort mit

ihren Familien. Nur im Rahmen

der deutsch-amerikanischen

Freundschaftswochen bekamen

die Göppinger Einblicke in den

US-Militärstützpunkt Cooke

Barracks. Doch der ist seit 1992

Geschichte. Längst hat sich der

„Stauferpark“ zu einem Stadtteil

entwickelt, in dem die Mischung

aus Arbeiten, Freizeit und Wohnen

gelungen scheint.

Die rund 34 Hektar an Gewerbeflächen

sind nahezu vermarktet.

Zahlreiche Unternehmen aus

den unterschiedlichsten Bereichen,

vom Kranbau bis zum modernen

IT-Unternehmen, haben

sich dort angesiedelt. Mehr als

1500 Arbeitsplätze sind dadurch

entstanden. Die Anfangsjahre

waren zäh, entscheidende Schritte

erfolgten in den vergangenen

15 Jahren. Diese Entwicklung war

alles andere als selbstverständlich

und erforderte erhebliche

Anstrengungen um das 1996 von

der Stadt für 8,2 Millionen Mark

erworbene 128 Hektar große Gelände

zu dem zu machen, was es

heute ist.

„Im Jahr 2005 sah die Stauferparkwelt

noch anders aus“, erinnert

sich Christine Kumpf, die als

Der Bau

des ersten

Businesshauses

war wie eine

Inititialzündung.

Christine Kumpf

Wirtschaftsförderin Göppingen


SPEZIAL

43

FOTOS: GIACINTO CARLUCCI

Früher standen in der Werfthalle Hubschrauber, dann diente sie als Messe-Location, aktuell ist das

Kreisimpfzentrum dort untergebracht.

Die 34 Hektar

des ehemaligen

Hubschrauber-

Flugplatzes sind

nahezu vermarktet.

Wirtschaftsförderin der Stadt

Göppingen maßgeblich an der

Entwicklung beteiligt war. „Hier

war vor 16 Jahren fast noch

nichts.“ Als erste wichtige Weichenstellung

erfolgte der Bau des

„Businesshaus 1“, das im Jahr 2003

bezogen werden konnte. „Dies

war eine Initialzündung“, sagt die

Wirtschaftsförderin, die mit ihrer

Stabsstelle ebenso wie die seinerzeit

neu gegründete Businesspark

Göppingen GmbH fortan direkt

vor Ort wirkte. Neben den

vielfältigen bestehenden Aufgaben

der Stabsstelle widmete sich

Kumpf nun auch der Aufgabe, den

Stauferpark zu vermarkten, Firmen

anzusiedeln und diesen neuen

Stadtteil in das Bewusstsein

der Bürger und zukünftigen Interessenten

zu bringen.

Neue Formate in Werfthalle

Durch viele Gespräche und Vermittlungen

sei es fast immer gelungen,

das passende Grundstück

zur jeweiligen Firmenanforderung

zu finden. „Standortmarketing

funktioniert nicht nur

in Form von Anzeigen, sondern

vor allem mit vielen persönlichen

Kontakten“, sagt Kumpf.

Vielfältige Begegnungen und

zahlreiche Veranstaltungen hätten

dem Stauferpark das hohe

Ansehen gebracht, das er jetzt

genießt, ist die Wirtschaftsförderin

überzeugt.

„Netzwerke wurden aufgebaut

und geknüpft, die Mitarbeiter

der Stadtverwaltung wurden

eingebunden, und mit dem Einzug

von verschiedenen Messethemen

und -formaten – etwa

zu den Themen Bauen, Gesundheit,

Bildung – in die Werfthalle

konnten auch neue Zielgruppen

angesprochen werden.“

Just diese Werfthalle und angrenzende

Bereiche sind seit

wenigen Jahren jedoch nicht

Blick aus der

Vogelperspektive:

Das Unternehmen

Kleemann mit seinen

mobilen Brecheranlagen

ist in den

vergangenen Jahren

stark gewachsen.

co3coworking

/


44

SPEZIAL unternehmen [!]

Dreiklang aus Arbeit, Wohnen und Freizeit

Die Werfthalle wird vielfältig genutzt – auch für Aufführungen der Staufer-Festspiele.

Begonnen hat hat die bauliche

Geschichte des heutigen

Stauferparks mit den Planungen

des Göppinger Unternehmers

Carl Hommel von 1926

an, dort einen Flugplatz zu errichten,

um die wirtschaftlich

gute Entwicklung Göppingen

voranzutreiben. Zuvor hatten

die Göppinger dort ihren Maientag

gefeiert und Nutztiere

weiden lassen. Die Nationalsozialisten

bauten in den 1930er

Jahren das damals unter dem

Begriff „Große Viehweide“ bekannte

Areal zu einem militärischen

Fliegerhorst um. Zu dieser

Zeit entstanden zahlreiche

mehr im Besitz der Stadt. Sie wurde

an das Unternehmen Kleemann

verkauft. Das gehört zur Wirtgen-Gruppe

(Windhagen/Rheinland-Pfalz)

und ist Spezialist für mobile

Brecher- und Siebanlagen, die

beispielsweise in Steinbrüchen zum

Einsatz kommen. Kleemann wächst

rasant und benötigte daher Platz.

Die Kleemann-Erweiterung steht

sinnbildlich für die Strategie der

Stadt Göppingen, die den Stauferpark

zu einem Erfolgsmodell gemacht

hat. „Die Unternehmen hatten

im Stauferpark die Möglichkeit

zu wachsen, was in der Vergangenheit

ein wichtiger Aspekt für die Ansiedlung

in Göppingen war“, erklärt

Gebäude, die bis in die heutige

Zeit bestehen.

Von 1951 an nutzte die

US-Armee das Gelände und

seine Gebäude als Militärstützpunkt

und gab ihm den

Namen „Cooke Barracks“. In

dem Divisionshauptquartier,

wo zu Zeiten der Luftwaffe

200 Soldaten der Reichswehr

untergebracht waren, lebten

und dienten nun 2000 US-Soldaten

zusammen mit ihren Familien,

zuletzt waren ständig

rund 3000 US-Bürger vor Ort.

Am 8. März 1991 verabschiedete

der damalige Bürgermeister

Zur Person

Christine Kumpf

ist seit 1990 bei der

Stadtverwaltung

Göppingen. 2005 die

Leitung der Stabsstelle

Wirtschaftsförderung

übernahm,

leitete sie den

Bereich Tourismus.

Hans Haller die Soldaten im

Rahmen des Abzugs nach

Ende des Kalten Kriegs.

Die Stadt Göppingen kaufte

1996 das rund 128 Hektar große

Gelände samt Flugplatz

und Militäranlagen für 8,2 Millionen

Mark (rund 4,2 Millionen

Euro). Es war die Geburtsstunde

des heutigen Stauferparks

mit seinem Dreiklang

aus „Arbeiten“, „Wohnen“ und

„Freizeit“ und in gewisser Weise

ein Anknüpfen an Carl

Hommels Ursprungsgedanken

der Unterstützung des Wirtschaftsstandorts

Göppingen.

Kumpf. „Momentan gibt es noch ein

freies Grundstück, alle anderen sind

vermarktet“, sagt Martin Maier, Geschäftsführer

der Businesspark Göppingen

GmbH.

Die Unternehmen haben Flächen

mit Erweiterungspotenzial, und damit

eine Zukunft am Standort Göppingen.

Einige Betriebe sind innerhalb

des Stadtgebiets umgesiedelt,

andere wurden aus dem Umkreis

von Göppingen angeworben. „Wir

waren in der guten Situation, dass

neben dem Stauferpark weitere Gewerbegebiete

wie zum Beispiel Jebenhausen-Süd

und Ursenwang-Nord

unser Portfolio erweiterten.

Dies hat uns in die positive Lage

versetzt, die exakt auf die Bedarfe

der Interessenten ausgerichteten

Flächen anbieten zu können“, erläutert

Wirtschaftsförderin Kumpf. So

gelang es der Stadt, Unternehmen

aus anderen Kommunen anzusiedeln,

den Stauferpark zu entwickeln

und obendrein einheimische Firmen

in der Stadt zu halten.

So wie das Unternehmen Kleemann,

das mit mehr als 20 Hektar

die größte Fläche im Stauferpark besitzt.

Spätestens mit Übernahme des

Göppinger Unternehmens durch die

Wirtgen Group im Jahr 2006 war

klar, dass das Werk im Stadtteil

Faurndau den Anforderungen nicht

mehr genügen würde. „Wir brauchten

eine entsprechend große, zusammengehörige

Fläche, weil die

Produktion unserer großen und

schweren Maschinen logistisch

nicht so einfach ist“, erinnert sich

Kleemann-Geschäftsführer Joachim

Janka. „Als es auf die Suche nach einem

neuen Standort ging, waren wir

alle glücklich, dass es im Stauferpark

geklappt hat,“ ergänzt er. Seit dem

Umzug 2009 konnte die Mitarbeiterzahl

am Standort Göppingen

mehr als verdreifacht werden.

Drei Mal so viele

Mitarbeiter wie

vor dem Umzug

Von dem guten Kontakt zwischen

Wirtschaftsförderung und Kleemann

profitieren auch die Menschen

in Göppingen. Kleemann hat derzeit

noch einen Puffer an Flächen und

ist daher flexibel: Die Werfthalle

konnte daher bislang weiter für öffentliche

Veranstaltungen genutzt

werden.

Aktuell dient die Werfthalle als

Impfzentrum des Landkreises Göppingen.

Dies sei möglich gewesen

„dank der guten Zusammenarbeit

mit der Stadt Göppingen und dem

Landkreis“, bestätigt Geschäftsführer

Janka. „Daher ist die Priorität

derzeit, mit zur Bekämpfung der Corona-Pandemie

beizutragen; und,

wir bieten die Option die Werfthalle

auch länger als Kreisimpfzentrum

der Stadt Göppingen und dem Landkreis

zur Verfügung zu stellen. Und

wenn das alles vorbei ist sehen wir

weiter.“ Denn die Werfthalle sei, so

Janka weiter, Bestandteil verschiedener

Zukunftsszenarien, die im


unternehmen [!] RESSORT 45

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Der Bau des ersten Businesshauses war die Initialzündung für Konversion des ehemaligen US-Militärgeländes.

Moment jedoch noch offen seien.

Kleemann ist froh, dass durch

die Verfügbarkeit der Flächen

rund um die Werfthalle, wie beispielsweise

den ehemaligen Dr.

Herbert-König-Platz oder die

ehemalige Tigerentenhalle, die

Möglichkeit besteht, flexibel auf

die Anforderungen der Zukunft

zu reagieren. „Einen konkreten

Ausblick können wir noch nicht

geben“, sagt Geschäftsführer

Joachim Janka. „Wir sind sehr

froh, dass wir im Stauferpark

weitere Möglichkeiten zur Expansion

haben. Auch wenn im

Moment aufgrund der Corona-Pandemie

ein Ausblick

schwierig ist, halten wir allgemein

an unserem Bestreben

nach Wachstum fest. Nur so

können wir uns auch in Zukunft

im sehr stark internationalen

und wettbewerbsintensiven

Markt der Brech- und Siebanlagen

behaupten.“

Wir wollen

das Areal von

Boehringer zum

digitalen Zentrum

entwickeln.

Alexander Maier

Oberbürgermeister

Start-up in 20 Minuten

„Wir werden auch künftig den

Transformationsprozess der

Wirtschaft und den digitalen

Wandel begleiten und unterstützen“,

verspricht derweil

Christine Kumpf. Mit Netzwerkarbeit

und Co-Working-Space-Angeboten

wird die

Zusammenarbeit etablierter

Unternehmen mit Start-ups gefördert

– „also beste Voraussetzungen

für eine solide Weiterentwicklung“,

sagt die Göppinger

Wirtschaftsförderin, auch

mit Blick auf das Projekt „CO.3

- coworking connecting the

community“. „Wir stellen dabei

hippe, aber hochwertige Arbeitsplätze

zu Verfügung. Wir

fördern Vernetzung und die

Möglichkeit der Zusammenarbeit

– so können wir eine Ideenvermittlung

zu Betrieben

nachhaltig begleiten.“ Oder anders

ausgedrückt: „Wir wollen

das ‚einfach mal Loslegen‘ fördern.“

Ein Start-up-Unternehmen

könne hier in 20 Minuten

starten.

Das Projekt CO.3 befindet

sich in der Tradition des Impuls-

und Gründerzentrum,

das die Stadt durch den Umbau

eines Bestandsgebäudes

bereits vor 20 Jahren geschaffen

hat. Die Themen „Existenzgründung“

und „Entrepreneurship“

wurden von der Wirtschaftsförderung

der Stadt

Göppingen seither vorangetrieben.

Die unkomplizierte

Anmietung eines kleinen Büros

für Existenzgründer war

praktische Hilfe für Gründer,

die nun mit dem seit Anfang

2020 bestehenden CO.3 fortgeschrieben

werden soll. „Durch

die Corona-Krise wurden wir

hier ausgebremst“, bedauert

Kumpf, „aber wir waren trotzdem

nicht untätig.“ Ihr Team

belebt das CO.3 in Form von

Video-Konferenzen.

„Mit unserem Gewerbeflächenmanagement

müssen wir

unser Augenmerk auf Innenentwicklungen

legen, diese aber

auch mit der Ausweisung neuer

Flächen in Einklang bringen“,

betont Göppingens Oberbürgermeister

Alexander Maier,

der seit wenigen Wochen im

Amt ist.

Eine weitere große Chance

sieht OB Maier in der Verbindung

von Wissenschaft und

Wirtschaft für eine ressourcenschonende

Zukunft. Dafür

werde er die Vernetzung von

Unternehmen fördern und

gute Standorte schaffen, sowohl

für das produzierende

Gewerbe als auch für wissensnahe

Dienstleistungen und

auch für die Digital- und Kreativwirtschaft.

Ein wichtiger Baustein seiner

auf Nachhaltigkeit angelegten

Wirtschaftspolitik sei

die systematische Entwicklung

von Gewerbeflächen mit guter

Anbindung an Bahn und Straßen.

Die Weiterentwicklung

des Boehringer-Areals zu einem

digitalen Wirtschaftszentrum

mit Platz für die Start-up-

Szene besitzt für Alexander

Maier daher hohe Priorität.

[!] Axel Raisch


unternehmen [!] RESSORT 47


48

SPEZIAL unternehmen [!]

„Stauferpark hat

Modellcharakter“

Gewerbeflächen Göppingen ist beliebt – bei Privatleuten und

Firmen. IHK-Geschäftsführer Gernot Imgart plädiert daher für

kluge und flächensparende Nutzungen. Von Axel Raisch

Um Gewerbeflächen muss immer

aufwendiger gerungen werden.

Fast täglich sind in der NWZ für und

wider zu lesen. Was bedeutet dies

für den Kreis Göppingen als Wirtschaftsstandort

am Rande der Region

Stuttgart?

Wir haben im Vergleich zu anderen

Landkreisen noch Flächenpotenzial

und das bedeutet für den Kreis Göppingen

vor allem große Chancen.

Mir kommt es jedoch so vor, als hätten

wir den Kompass etwas verloren:

Wo kommt unser Wohlstand her

und wo wollen wir hin? Ich wünsche

mir deswegen mehr Vertrauen der

Menschen in unseren schwäbischen

Erfindergeist und unsere Innovationskraft

und damit in die Zukunft.

Wie überzeugen Sie Gegner?

Mit Argumenten, Fakten und weniger

Emotionen, sowie mit einer

nachhaltigen Entwicklung. Gerade

große, zusammenhängende Flächen

sind für neue, produzierende Unternehmen

und den Strukturwandel

wichtig. Wir dürfen nicht vergessen:

Wir stehen im Wettbewerb mit anderen

Landkreisen – und ich habe

Sorge, dass wir abgehängt werden.

Was verstehen Sie unter einer

„nachhaltigen Entwicklung“?

Es geht darum, Flächen intelligent

zu nutzen. Ökologie und Ökonomie

zu vereinen. Das spricht gerade auch

für Interkommunale Gewerbegebiete.

Sie sind besonders flächensparend.

Das heißt, Nachhaltigkeit in

der Planung und Realisierung umzusetzen,

auch durch Kooperation

der Betriebe. Mit einer zentralen,

umweltfreundlichen Wasser- und

Energieversorgung oder gemeinsamen

Elektrostellplätzen, Parkhäusern

und Lkw-Ladeplätzen werden

Flächen effizient genutzt.

Zur Person

Gernot Imgart Der 54jährige

studierte Volljurist und

Medienrechtler ist seit 2019

Leitender Geschäftsführer

der IHK-Bezirkskammer

Göppingen. Er beschäftigt

sich im Schwerpunkt mit

dem Strukturwandel, der

Transformation und Digitalisierung

der Wirtschaft im

Filstal. Er ist verheiratet

und hat zwei Kinder.

Was macht Göppingen derzeit so

attraktiv für Unternehmen?

Unsere Chancen bestehen vor allem

darin, dass Familien und Unternehmen

in und um Stuttgart derzeit keinen

Platz finden, nicht zur Unternehmensansiedlung,

nicht um zu

bauen. Daher steht Göppingen seit

wenigen Jahren wieder im Fokus.

Das sollten wir nutzen, nachdem wir

in den vergangenen Jahrzehnten

Chancen verpasst haben, während

es in den Nachbarkreisen mit großen

Schritten vorwärts ging. Das


unternehmen [!] RESSORT 49

Neuer Standort.

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50

SPEZIAL unternehmen [!]

hing natürlich ganz wesentlich

mit dem dort vorhandenen Flächen

zusammen. Daher wurde

dort der Strukturwandel auch

schneller bewältigt.

Es ist Göppingen also in den

Schoß gefallen?

Nein, das erfolgreiche Beispiel

des Stauferparks zeigt ja, dass

dafür ein sehr langer Atem und

große Anstrengungen notwendig

sind. Wir brauchen nicht nur

mehr Mut und ein Umdenken

bei den Gewerbegebieten. Unsere

eigenen Unternehmen suchen

sich sonst Expansionsmöglichkeiten

außerhalb des Kreises

Göppingen. Dafür brauchen

wir Gewerbegebiete, die anders

aussehen, als wir sie uns bislang

vorgestellt haben und wie wir

sie kennen.

Wir müssen

auch die eigene

Firmen halten.

Was würden Sie Politik und

Verwaltung auf die Agenda

setzen?

Wir brauchen ein neues Verständnis

von Gemeinwohl und

einen unverstellten Blick auf die

Bedeutung unserer Wirtschaft,

die Arbeitsplätze und Wohlstand

schafft. Es ist Aufgabe der

politischen Entscheidungsträger

vor Ort, ein Commitment

mit den Bürgern zu entwickeln,

um neue Flächen für die nachhaltige,

wirtschaftliche Entwicklung

vorhalten zu können.

Innen- vor Außenentwicklung

ist in diesem Zusammenhang

eine Forderung, die immer

wieder erhoben wird.

Dazu gibt es immer wieder berechtigte

Hinweise aus der Zivilgesellschaft.

Innen vor Außen,

das ist auch die Sicht der

IHK. Brachen liegen aber oft im

Ort, wo man keinen Verkehr,

Schmutz oder Lärm haben will.

Zudem müssen Größe, Anbindung

und Bestandsgebäude passen;

und oftmals sind die Flächen

in Privateigentum und

werden nicht angeboten. Wenn

es passt, sind Unternehmen im-

IHK-Geschäftsführer Gernot Imgart: „Das Produktionsthema wird

im Filstal weiter eine Rolle spielen.“

Gewerbeflächen-Anteil: 2,3 Prozent

82,7 Prozent der

Bodenfläche im

Kreis Göppingen

gehören immer

noch der Vegetation,

davon werden

fast 50 Prozent

landwirtschaftlich

genutzt, 31,8 Prozent

der Flächen im

Landkreis sind Wälder.

Der Anteil der

Siedlungs- und

Verkehrsflächen

beträgt 16,8 Prozent.

Der Rest sind

Gewässer. Der Anteil

der Industrieund

Gewerbeflächen

liegt seit 2013

bei 2,3 Prozent. „Zu

beachten ist, dass

die Siedlungs- und

Verkehrsfläche in

großem Umfang

Grün- und Freiflächen

umfasst,

nicht mal die Hälfte

ist versiegelt“, sagt

IHK-Geschäftsführer

Gernot Imgart.

„Für das Gewerbe

brauchen wir deswegen

eine nachhaltige

Entwicklung.“

mer offen, auch bestehende Bereiche

zu übernehmen. Wir haben

aber einen Engpass an größeren,

zusammenhängenden

Flächen für die Industrie oder

Logistik. Hier gäbe es ein enormes

Potenzial für den Landkreis,

das wir nutzen sollten.

Das klingt nicht gerade nach

Strukturwandel, sondern nach

guter alter Industrie.

Keineswegs. Die Mischung

macht‘s! Sie können ja nicht einfach

einen Hebel umlegen. Daher

sind kluge Strategien vonnöten.

Das Produktionsthema

wird im Filstal weiter eine Rolle

spielen, mit neuen Produkten

auch in der Medizintechnik oder

Elektromobilität. Dies sollten

wir auch bei der Weiterentwicklung

des Boehringer-Areals im

Hinterkopf haben. Von entscheidender

Bedeutung ist jedoch,

IT-Kompetenz mit Industriekompetenz

zusammenzubringen.

Wenn uns das weiter so gut

gelingt, wie bislang, wie etwa

mit Teamviewer oder dem Thema

Industrie 4.0, braucht uns für

die Zukunft nicht bange zu sein.

Mit Blick auf die Innovationskraft

von Firmen und Hochschulen

scheint der Kreis auf

einem guten Weg. Aber bei

der Entwicklung von Gewerbegebieten

hat er noch einiges

vor sich ...

... und schon ganz schön viel erreicht.

Der Stauferpark hat Modellcharakter,

wie man es machen

sollte. Die Weiterentwicklung

der Konversionsfläche

nach dem Abzug der US-Streitkräfte

war und ist ein großer

Glücksfall für die Stadt Göppingen.

Erstmalig war Anfang der

1990er Jahre eine größere Fläche

frei geworden. Es wurde

konzeptionell angegangen, mit

interessanten und fortschrittlichen

Ideen. Der Mix aus der

Entwicklung von Gewerbeflächen

und Wohngebieten war

nicht einfach. Beides nebeneinander

zu entwickeln, ist dort gelungen.

Gut war, dass auch größere

Industrieflächen geschaffen

und erhalten wurden. Es war

beispielsweise richtig, der Firma

Kleemann die Entwicklung

in Göppingen zu ermöglichen.


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Rund 600 Porsche-Kunden

haben im vergangenen

Jahr in Deutschland

ihren Neuwagen direkt

online bestellt.

Zum Jahreswechsel hat

ein Autohaus der Superlative

eröffnet: das neue

Porsche Zentrum Dortmund.

Erbaut für 19 Millionen

Euro, ist es Vorbild für das neue

Handelskonzept des Stuttgarter

Herstellers weltweit. Aber kurz

nach der Einweihung musste

der Prachtbau erstmal wieder

schließen. Lockdown. Für den

Geschäftsführer Christoph Kösters

ging es bisher trotzdem

glimpflich ab: „Seit dem zweiten

Lockdown haben wir nicht

weniger Fahrzeuge verkauft als

gegenüber dem Vorjahreszeitraum,

das ist für die aktuellen

Umstände ganz gut.“

Denn die Käufer konnten sich

die Autos nicht vor Ort anschauen

und erwarben sie, ohne sie

tatsächlich gesehen zu haben.

Nachdem die Interessenten im

Internet geschaut hatten, ließen

sie sich telefonisch von

den Verkaufsberatern informieren

und schlossen

den Kaufvertrag via

Email ab – und das mit

Preisen, die im günstigsten

Fall bei 50 000

Euro beginnen.

Selbst bei einer Luxusmarke

wie Porsche

mit seinen Sportwagen,

die einige hunderttausend

Euro kosten können,

Nur gucken,

nicht kaufen

Autohandel Ohne Online-Recherche kaufen

heutzutage nur wenige ein Fahrzeug. Aber

der Kaufabschluss funktioniert im Internet

oft noch nicht. Das soll sich ändern.

Sieben von zehn

Neuwagenkäufern

nutzen laut DAT-Report

Online-Portale zur

Entscheidungsfindung.

wird der Online-Handel immer

wichtiger. Das bestätigt der Vorstand

für Marketing und Vertrieb

der Porsche AG, Detlev

von Platen: „Über alle Märkte

mit digitalen Vertriebskanälen

in Europa hinweg sind international

allein in 2020 mehr als

28 000 Online-Anfragen und Bestellungen

für Fahrzeuge eingegangen.“

Sein Kollege Alexander

Pollich, Vorsitzender der Geschäftsführung

von Porsche

Deutschland ergänzt: „2020 haben

etwa 600 Kunden in

Deutschland ihren Porsche direkt

online bestellt – hinzu kommen

die online-angebahnten

Fahrzeugverkäufe.“

Autohaus weiter vorn

Das hat auch mit der Corona-Pandemie

zu tun, aber der

Trend ist deutlich. Auf der Online

Plattform Mobile.de, so deren

Sprecher Pierre Du Bois,

„rangiert Porsche getreu dem

Motto ‚Man wird ja noch einmal

träumen dürfen‘ unter den Marken

mit den meisten Inseratsaufrufen

auf Rang eins.“ Dennoch

ist der Onlinekauf bisher

keine maßgebliche Größe. „Der

reine Online-Vertrieb stellt bisher

keinen gleichwertigen Absatzkanal

im Vergleich zum

klassischen Autohausgeschäft

dar“, betont Jürgen Karpinski,


unternehmen [!] SPEZIAL 53

Präsident des Zentralverbands

Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

(ZDK). Aber: Kaum ein Kunde

nutze nur Offline- oder nur

Online-Informationsquellen

beim Autokauf. Karpinski verweist

dabei auf die aktuelle Digitalstudie

des Instituts für Automobilwirtschaft

in Geislingen:

Demnach haben Neuwagenkäufer

während der Informationsphase

1,4 Offline- und 1,7 Online-Kontaktpunkte.

Bei Gebrauchtwagen

sind es 1,1 Offlineund

1,6 Online-Kontaktpunkte.

Die neue Erhebung der Deutsche

Automobil

Der Kunde soll

künftig online

mit uns über den

Preis verhandeln

können.

Heinz-Dieter Tiemeyer

Inhaber einer Autohausgruppe

Treuhand

GmbH (DAT)

stellt fest, dass

fast alle Gebrauchtwagenkäufer

mindestens

eine Offline-

sowie eine

Online-Quelle

nutzen, bevor

sie eine Kaufentscheidung

treffen. 68 Prozent

der Neuwagenkäufer würden

Online-Portale im Kaufprozess

nutzen, aber nur zehn Prozent

den Kauf dort tätigen. Von zehn

Gebrauchtwagenkäufern informierten

sich acht im Internet,

aber der digitale Kaufabschluss

funktioniere im Moment noch

nicht. Das sagt Heinz-Dieter Tiemeyer,

Inhaber einer der größten

Autohausgruppen Deutschlands,

die an 27 Standorten vertreten

ist und 2020 fast 800 Millionen

Euro Umsatz

erwirtschaftete. Derzeit fehlen

insbesondere geeignete Zahlungsprozesse.

Diese müssten in

der digitalen Welt noch etabliert

werden, etwa wenn es um Leasingangebote

oder Inzahlungnahme

von Fahrzeugen geht:

„Hier sind wir gerade dabei, Abläufe

zu entwickeln, auch in der

Form, dass der Kunde mit uns

über den Preis online verhandeln

kann“, sagt Tiemeyer.

In zehn Jahren werde das

schon ganz anders aussehen,

ist sich Tiemeyer sicher. Er

meint, dass künftig mindestens

40 Prozent der Käufe online

getätigt werden. Besonders Volumenmodel-

le, bei denen

es den Käufern

in erster

Linie um Mobilität

geht,

die ihr Auto in

erster Linie als

Gebrauchsgegenstand

sehen,

wären für

diese Art von

Vertrieb gut geeignet.

Für das Luxussegment wird

das wohl nicht gelten. Sonst

würden Hersteller wie Porsche

trotz ihrer digitalen Präsenz

nicht auf solch eine aufwändige

Architektur wie in Dortmund

setzen. „Verschiedene Umfragen

zeigen immer wieder: Porsche-Kunden

wünschen sich

mehr denn je, die Marke mit allen

Sinnen erleben zu können“,

erläutert Platen. Außerdem

spiele der Austausch mit anderen

Mitgliedern der Porsche-Community

eine „herausragende

Rolle“. [!] Wilfried Urbe

FOTO: MIKBIZ/SHUTTERSTOCK.COM

Der Umsatz mit Neuwagen in Deutschland betrug im Jahr 2019 rund

121 Milliarden Euro, der mit Gebrauchtwagen 90 Milliarden Euro.

Auf Garantieversprechen achten

Für Kunden liegen

die Vorteile

des Autokaufs über

das Internet auf

der Hand: Sie sind

nicht länger an Öffnungszeiten,

Terminverfügbarkeiten

oder einen Ort gebunden.

Auch wenn

sich der Anteil

beim Neuwagenverkauf

noch in einem

unteren einstelligen

Prozentbereich

befindet,

werden sich die

Onlineabschlüsse

in den nächsten

Jahren steigern.

Autohändler

Heinz-Dieter Tiemeyer

rät Internetkäufern,

nur bei

Markenhändlern

mit „hohen Garantieversprechen“

Verträge abzuschließen.

Bei Gebrauchtwagen

sollte

immer der

TÜV-Bericht einsehbar

sein, bevor

gekauft wird.

Der Sprecher des

Portals „mobile.de“

Pierre Du Bois

warnt Verbraucher:

„Verlockende Online-Angebote

gibt

es viele – allerdings

hält nicht jedes Inserat,

was es verspricht.“

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IHK-Webinar-Reihe

Orientierung bei den Corona-Hilfen


54

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Schuler schließt

Lehrwerkstatt

Maschinenbau Der Göppinger

Pressenbauer Schuler baut am

Standort Weingarten weitere

Arbeitsplätze ab. So soll die

Lehrwerkstatt zum August geschlossen

und 35 Stellen nach

Renteneintritt oder Selbstkündigung

nicht neu besetzt werden.

Weitere 55 Arbeitsplätze

aus den Verwaltung, Service

und Leitung werden abgebaut.

Weingarten ist Hauptfertigungsstandort

der Schuler AG von

Maschinenkomponenten wie

Druckpunkten, Zahnrädern und

Antriebselementen für alle

Pressenbaureihen. Der Gesamt-Umsatz

betrug im Jahr

2019 rund 1,2 Milliarden Euro.

Hymer schafft

170 neue Stellen

Reisesemobil Die Hymer

GmbH & Co. KG will am Standort

Bad Waldsee 170 neue Arbeitsplätze

für qualifizierte

Fachkräfte schaffen. Möglich

wird dies durch die Rekordzahlen

der Caravaningbranche. Die

Hymer GmbH & Co. KG ist einer

der führenden Caravan-Hersteller

im Premiumbereich. Die

Erwin Hymer Group erzielte im

Geschäftsjahr 2019/2020 rund

2,2 Milliarden Euro Umsatz. Sie

ist eine 100-prozentige Tochter

des US-Konzerns Thor Industries,

der mehr als 22 000 Mitarbeiter

beschäftigt.

Die Liebherr-Technik ist ein wichtiger Baustein für den modernen Diesel-Segel-Hybridantrieb.

Liebherr-Antrieb für riesige Metallsegel

Schifffahrt Die Liebherr-Gruppe baut eine wichtige

Komponente, die die kommerziellle Schifffahrt verändern

könnte: Der Liebherr-Kunde eConowind hat

ein System entwickelt, bei dem bis zu 40 Meter

hohe, futuristische Metallsegel den Antrieb von

Frachtschiffen unterstützen. So soll der Treibstoffverbrauch

um 20 Prozent sinken. Das Drehen der Segel

übernehmen die derzeit größten Schwenktriebe

arbeiter erwirtschafteten 2020

einen Umsatz von 632 Millionen

Euro.

samt erwirtschaftete BI mit

16 000 Mitarbeitern einen Umsatz

von 19 Milliarden Euro.

der Welt von Liebherr. Sie messen messen jeweils

1,72 Meter im Durchmesser und bringen gemeinsam

mehr als 1,4 Tonnen auf die Waage. Die Schneckentriebe

stecken sonst in den Fahrwerken von Kranen

und Landwirtschaftsmaschinen. Die Liebherr-Gruppe

gehört zu den größten Baumaschinenherstellern

weltweit und beschäftigt mehr als 48 000 Mitarbeiter.

Der Umsatz betrug 2019 rund 11,8 Milliarden Euro.

und einem Umsatz von – aktuellere

Zahlen liegen nicht vor –

446 Millionen Euro (2017).

Zwei Millionen

mal Memory

Suche nach

Antikörpern

Zukauf in den

Niederlanden

Duale Partner

gesucht

Spielwaren In diesem Jahr feiert

die Ravensburger AG die

runden Geburtstage zweier Erfolgsspiele:

„Sagaland“ kam vor

40 Jahren auf den Markt, „Lotti

Karotti“ vor 20 Jahren. 2020 waren

besonders Spiele-Klassiker

begehrt. Von den Produktfamilien

„Das verrückte Labyrinth“

wurden 1,2 Millionen Exemplare,

von Memory mehr als 2 Millionen

Exemplare verkauft. Die

Ravensburger AG ist eine der

führenden Marken für Puzzles,

Spiele und Beschäftigungsprodukte

in Europa. Rund 2300 Mit-

Pharma Boehringer Ingelheim

ist eine Partnerschaft mit Pet-

Medix eingegangen. Diese zielt

auf die Entwicklung neuartiger

Antikörper-Therapeutika für

Haustiere ab. Die britischen Forscher

seien bisher das einzige

Unternehmen, das diesen Ansatz

von der Human- auf die

Tiermedizin übertragen habe,

schreibt Boehringer Ingelheim.

In Sachen Tiergesundheit ist das

Familienunternehmen mit einem

Umsatz von 4 Milliarden

Euro im Jahr 2019 weltweit der

zweitgrößte Anbieter. Insge-

Verpackung Südpack (Ochsenhausen)

will seinen neuen

Standort in den Niederlanden

als Kompetenzzentrum für High

Performance Laminate innerhalb

der Gruppe etablieren.

Dort hatte die Firma zum ersten

Februar die LPF Flexible Packaging

B.V. übernommen. Das im

niederländischen Grootegast

ansässige Unternehmen ist Hersteller

von Hochbarriere-Folien

für sensible Produkte. Südpack

Verpackungen GmbH & Co. KG

ist Anbieter von hochveredelten

Folien. Mit 1600 Mitarbeitern

Hochschule Die Nachfrage

nach dualen Studienplätzen

wächst stetig. Um so vielen Interessenten

wie möglich, den

Spagat zwischen Theorie und

Praxis zu ermöglichen, hat die

Hochschule Kempten Ende vergangenen

Jahres Online-Meetings

mit potenziellen Praxispartnern

für Studierende organisiert.

Bislang bestehen 270 Kooperationen,

die die

Hochschule ausbauen will. Bei

Interesse an einer Partnerschaft

können sich Firmen an dual@

hs-kempten.de wenden. [!] riz


unternehmen [!] RESSORT 55

Auf geht’s!

Umfrage 2021 wird ein gutes Jahr, weil…? Ja,

warum eigentlich? Gründe gibt es genug. Wetten?

Unser Mitarbeiter Stefan Loeffler hat bei sechs

Führungskräften nachgefragt.

1) Was ist dieses Jahr für Sie beruflich das wichtigste Projekt?

2) Was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

3) Was ist für Sie die wichtigste Lehre aus den vergangenen 12 Monaten?

4) Welche Gedanken möchten Sie nicht mehr im Sinn haben?

5) Wo verbringen Sie den ersten möglichen Urlaub und wie?

6) Vervollständigen Sie diesen Satz: 2021 wird ein gutes Jahr, weil…?


56

LEBEN unternehmen [!]

1Ich möchte alles dafür tun,

dass wir unseren Mitgliedern,

Kunden und Mitarbeitern partnerschaftlich

zur Seite stehen

und sie in diesen besonderen

Zeiten gut begleiten, um alle

Herausforderungen gemeinsam

zu bewältigen.

2Interpretationen von einigen

Rockklassikern auf meinem

Klavier perfekt zu beherrschen.

Gerade arbeite ich an einigen

Songs von Queen.

3Herausforderungen zu begegnen

ist eine Frage der

Einstellung. Die Kunst des Lebens

ist, aus den Gegebenheiten

das Beste zu machen.

Für Stefan Hell, seit 2013 als

Vorstand in der Volksbank Ulm

Biberach eG tätig, besteht die

Kunst des Lebens darin, aus den

Gegebenheiten das Beste zu

machen.

4Ich möchte nicht mehr darüber

nachdenken müssen,

ob und unter welcher Konstellation

ich mich mit meiner Familie

oder meinen Freunden

treffen kann und darf.

5In Paris, meiner zweiten

Heimat. Dort werde ich gemeinsam

mit meiner Frau durch

die Straßen schlendern, in Cafés

das Leben und die französische

Lebensart genießen sowie

unser Lieblingsrestaurant besuchen.

...immer nach dem Regen

6 der Sonnenschein folgt.

1Die Auswirkungen der Corona-Pandemie

auf das Konsumverhalten

der Region positiv

für die Ulmer Innenstadt zu

beeinflussen.

2Die Entschleunigung, die der

Lockdown in vielen persönlichen

Bereichen mit sich gebracht

hat, mit in die Zeit danach

zu retten. Zu hinterfragen,

ob man wirklich so viele Termine

haben muss.

3Das Alltägliche mehr zu genießen.

Man merkt oftmals

erst was wirklich wichtig ist,

wenn es nicht mehr da ist.

Die Ulmer Citymanagerin

Sandra Walter freut sich auf

das Hoch, das nach jedem Tief

kommt.

4Die Ungewissheit, wie es

weitergeht.

5Den ersten Urlaub verbringe

ich auf jeden Fall mit meiner

Familie – entweder irgendwo

in den Bergen oder bei unseren

Freunden in Hamburg, die

wir seit Beginn der Pandemie

nicht mehr gesehen haben und

sehr vermissen.

6

… nach jedem Tief auch wieder

ein Hoch kommt und die

kleinen Dinge des Lebens mittlerweile

umso schöner sind.

Anke Walkerling, Personalleiterin

bei Ulrich Medical ist sicher,

dass wir 2021 Corona im Griff

haben werden.

1Die Herausforderung liegt in

der Positionierung des multifunktionalen

Stadtquartiers

„agnes“ in Göppingen. Hierzu

zählt zum einen die Aufgabe der

Vermietung und zum anderen

die Inhalte des Center Managements.

Natürlich sind dabei all

die Fragen des laufenden Betriebs

zu berücksichtigen.

2Das „agnes“ erhält eine besondere

Aufmerksamkeit

und wird quasi zu

einer Art „Familienmitglied“.

Als persönliches

Ziel steht

auf meiner Wunschliste:

Zeit, mit den

mir wichtigen

Menschen verbringen

zu

können.

Joachim Trender, Agnes-Center

Manager in Göppingen, ist

Achtsamkeit und die Wertschätzung

anderer Menschen

von großer Bedeutung.

3Dass es wichtig ist, die notwendige

Achtsamkeit und

Wertschätzung für unser Gegenüber

zu haben.

4Ich denke positiv und freue

mich wieder auf das erkennbare

Lächeln in den Gesichtern

der Menschen, die spontane Begegnung,

auf eine Tasse Kaffee

mit Freunden...

5Gemeinsam mit meiner Familie

in den Bergen, in Ruhe

ohne Alltagshektik und mit einem

guten Abendessen als feinen

Abschluss des Tages.

6

… wir die Chance haben unsere

Zukunft selbst zu gestalten.

1Wir wollen dieses Jahr die

Themen Personal- und Führungskräfteentwicklung

sowie

das Employer Branding stärker

in den Fokus stellen und damit

unsere Attraktivität als Arbeitgeber

noch weiter steigern.

Dazu werden wir viele spannende

Maßnahmen umsetzen, die

richtig Spaß machen.

2Neue Herausforderungen

wagen und Ideen, die man

schon länger vorhatte, umsetzen:

Zum Beispiel Klavierspielen

lernen und doch noch den

Motorradführerschein machen.

3Aus beruflicher Betrachtung,

dass wir als Firma in solch

einer Krise wie Corona gut aufgestellt

sind und alles gemeinsam

meistern können. Die bereits

bestehenden Angebote wie

flexible Arbeitszeiten, Homeoffice

und die gute IT-Ausstattung

haben dazu ihren Teil beigetragen.

Aus privater Betrachtung,

wie wichtig Freundschaften

und persönliche Kontakte

sind und wie sehr man diese

schätzt und braucht.

4Eindeutig Corona!

5Für 2020 war bereits eine

größere Rundreise durch

Georgien geplant. Sollten also

Reisen ohne Einschränkungen

möglich sein, dann steht diese

Reise ganz oben auf meiner Reise-To-Do-Liste.

…wir Corona im Griff haben

6 werden und Kontakte, Reisen,

einfach ein alltägliches Leben

wieder möglich sein wird.


unternehmen [!] LEBEN 57

1Die dauerhafte Verankerung

von InnoSÜD, einem Verbund

der Hochschulen Biberach

und Neu-Ulm, der Technischen

Hochschule Ulm sowie der Uni

Ulm. Über 100 Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler arbeiten

gemeinsam daran, den

Dialog und Wissensaustausch

zwischen Wissenschaft, Wirtschaft

und Gesellschaft voranzubringen.

2Noch mehr über die spannenden

Wissenschaftsprojekte

in den Hochschulen zu erfahren,

um weitere interessierte und innovative

Zukunftsgestalterinnen

und Zukunftsgestalter zusammen

bringen zu können.

Ivanka Burger, Transformatorin

im Hochschulverbund

InnoSÜD, möchte wieder ohne

Angst Menschen in den Arm

nehmen können.

3Agilität ist Trumpf: Vieles war

2020 anders als gedacht –

wichtig ist, dass man seine Ziele

weiterverfolgt. Dadurch können

sogar Dinge entstehen, die zuvor

undenkbar gewesen sind.

4Beim Umarmen von lieben

Menschen nicht mehr Angst

zu haben, dass ich sie infizieren

könnte.

In Slowenien bei der Familie.

5

6

… wir besser mit Corona umgehen

können und die Wissensvernetzung

innerhalb der

Region immer weiter voranschreitet.

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1Weiterhin alles für einen sicheren

Ablauf in unseren

Märkten zu tun. Zudem steht die

Fertigstellung des Anbaus im

Markt Dieselstraße an. Auch die

große Motivation meiner Belegschaft

ist mir sehr wichtig, denn

ich weiß wie schwierig es ist,

den ganzen Tag über mit Mundnasenschutz

zu arbeiten.

2Eigentlich gar nichts, denn

seit einem Jahr müssen wir

uns permanent veränderten Anforderungen

anpassen.

3Zuverlässige Partnerschaften

haben uns geholfen, die

Anforderungen zu meistern. Ich

Guido Empen, Geschäftsführer

der Aktiv-Markt Manfred

Gebauer GmbH in Göppingen

hat zuverlässige Partnerschaften

schätzen gelernt.

wusste schon immer, dass wir

sehr gute Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter haben. In den vergangenen

12 Monaten sind viele

sogar über sich hinausgewachsen.

4Positiv gesprochen: Ich

möchte wieder agieren,

nicht nur reagieren.

5Wie immer an der Nordsee.

6

... lokale Lebensmittel während

des Lockdowns noch

mehr in den Vordergrund gerückt

sind und deren Wert mehr

Beachtung erfahren hat.

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58

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Die Zukunft des Gewerbebaus – geprägt von

Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

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sich vor.

NEUBAU REVISITED

Vor 5 Jahren hat Steffen Maurer

seinen Firmensitz neu gebaut.

Wir ziehen eine Bilanz.

Seite 59


unternehmen [!]

Steffen Maurer steht am

Fenster der sonnendurchfluteten

Cafébar

seines Unternehmens

und genießt einen geradezu tierischen

Ausblick. „Dort drüben

am Hang haben wir eine Weide

mit Ziegen angelegt“, erklärt der

Inhaber der Maurer Veranstaltungstechnik

GmbH, die seit

fünf Jahren im Blausteiner Ortsteil

Dietingen angesiedelt ist.

Als der Event-Spezialist hier

2015 sein neues Verwaltungsund

Lagergebäude errichtet und

damit bestehende Grünflächen

versiegelt hat, galt es für ihn

nach Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes

(BNatSchG) entsprechende

Ausgleichsmaßnahmen

zu ergreifen. Er entschied

sich für die Fläche mit Magerrasen:

„Für mich ist der bewusste

Umgang mit meinen Mitmenschen,

den Ressourcen und

der Umwelt sehr wichtig.“ Zudem

siedelte er mit seinem

Team, das sich auf die Planung,

Konzeption und Durchführung

von Events im Premiumbereich

spezialisiert hat, mit einem Imker

noch zwei Bienenvölker vor

seinem neuen Firmengebäude

„Studio M“ an.

Firmengebäude in Holzbau

Nach behördlichen Vorgaben

ließ Maurer auf dem Dach des

Bürotraktes eine Dachbegrünung

anlegen, die nicht nur zur

Dämmung, sondern seitdem

auch als Lebensraum für Insekten

dient. Auch in den neuen

Räumen des 2006 gegründeten

mittelständischen Unternehmens

fühlt man sich der Natur

sehr nahe. Denn der Firmeninhaber

ließ sein Domizil in Holzständerbauweise

errichten. Sie

zeichnet sich durch den Verbund

von senkrechten Pfosten

mit horizontalen Trägern aus.

Auch wenn diese Konstruktion

aus leimgebundenem Holz

teurer kam als zum Beispiel eine

Stahlträger-Variante, hat Steffen

Maurer die Entscheidung bis

heute keine Sekunde bereut:

„Mit der Holzbauweise unseres

Firmengebäudes leisten wir einen

Beitrag zum Klimaschutz

und die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter fühlen sich in der

angenehmen Atmosphäre pu-

Dachbegrünung, Betonkernaktivierung und viel Holz – außen und vor allem innen: Blick ins Firmengebäude

des Eventspezialisten Maurer in Blaustein.

Fotos: Marc Hörger

Für die Zukunft

gebaut

Gewerbebau Wer heutzutage ein neues Firmengebäude baut, plant

nicht nur nach energetischen Gesichtspunkten, er hat auch den

Klimaschutz im Blick. Unternehmer Steffen Maurer hat vor fünf

Jahren sein Firmendomizil bezogen und zieht Bilanz.


60

SPEZIAL unternehmen [!]

Blick in die Haupthalle, in der Maurer die Ausrüstung für

Veranstaltungen lagert, und in seinen neuen Regieraum.

delwohl.“ In der Tat: Holzbau ist

trendy. Die Vorteile liegen auf der

Hand. Der nachwachsende Rohstoff

bindet CO 2

, schafft ein gesundes Arbeitsklima

und lässt sich im Fall eines

Falles wieder zurückbauen.

Nahwärme aus Hackschnitzeln

Die 1875 Quadratmeter große Lagerhalle

der Maurer Veranstaltungstechnik

GmbH wird in der kalten

Jahreszeit mittels Betonkernaktivierung

beheizt. Dabei fließt Wasser als

Speichermasse durch ein Rohrsystem

im Betonboden, der Wärme und

Kälte gut speichert und gleichzeitig

leitet – ähnlich einer Fußbodenheizung.

„Durch dieses System müssen

wir nicht immer gleich den gesamten

Raum auf Temperatur bringen“,

sagt Maurer, der bei seinem Neubau

von Beginn an ein ganzheitliches

Konzept zugrunde legte: „Es ist die

Basis für verschiedene nachhaltige

Ausbaustufen.“

Die Räume werden mit Nahwärme

aus einer Holzschnitzelanlage einer

ortsansässigen Holzbaufirma

versorgt und auf dem Lagerdach erzeugen

Photovoltaik-Module genügend

Energie, um den eigenen Bedarf

zu decken sowie einen Teil in

das örtliche Stromnetz einzuspeisen.

Der Verwaltungstrakt wurde so

geplant, dass er nach Süden hin ausgerichtet

ist: „Mit maximaler Sonneneinstrahlung

kann man speziell

im Herbst und Frühjahr Heiz- und

Lichtkosten einsparen“, so der Eigentümer,

der sein Unternehmen

seit vier Jahren klimaneutral führt

und sich – als einer weiteren Ausbaustufe

– gut vorstellen kann, zukünftig

auch auf E-Lastwagen umzustellen:

„Diese kann ich als Zwischenspeicher

nutzen, um andere

elektronische Geräte im Gebäude

mit Strom zu versorgen.“

Im Frühjahr und

im Herbst lassen

sich so Lichtund

auch Heizkosten

sparen.

Steffen Maurer

Unternehmer

Architekten wissen es. Schon beim

Prozess der Planung eines Gewerbebaus

steht die Überlegung, nach

welchen Kriterien das neue Gebäude

entstehen soll im Vordergrund.

Legt der Bauherr Wert auf eine besonders

hohe Energieeffizienz oder

auf die Verwendung nachhaltiger

Materialien? Die Frage ist auch, wie

natürliche Ressourcen wie Sonne,

Wind, Holz und Erdwärme mit zunehmenden

technischen Fortschritten

zu einer verbesserten Energiebilanz

beitragen können. Eine Lösung

könnten smarte Technologien

sein, die für eine optimierte Steuerung

der Gebäudetechnik sorgen

können, indem sie die einzelnen Systeme

intelligent vernetzen, messen

und automatisch regeln.

Haltung und Gestaltungswille

Für Christine Lemaitre stellt sich die

Frage jedoch, was man unter smart

überhaupt verstehen soll: „Hinter

dem Buzzword versteckt sich ja Alles

oder Nichts.“ Für das geschäftsführende

Vorstandsmitglied der

Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges

Bauen (DGNB) e.V. sollte

kritisch hinterfragt werden, welche

cleveren Technologien denn überhaupt

echte Mehrwerte bringen:

„Technik ist immer auch fehleranfällig

und mitunter wartungs- und

kostenintensiv.“

Für die promovierte Bauingenieurin

besteht die große Herausforderung

bei der Planung eines Gewerbebaus

nicht darin, gesetzliche Mindeststandards

zu erfüllen. „Das reicht sicher

nicht aus, wenn man es ernst

meint mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz“,

betont Lemaitre. Vielmehr

müssen sich Bauherren, Architekten

und Planer aktiv mit den konkreten

Bauaufgaben auseinandersetzen,

um die jeweils besten

Zur Person

Christine Lemaitre,

Vorstand

der Dt. Gesellschaft

für nachhaltiges

Bauen in Stuttgart,

ist Preisträgerin des

Eco Innovator

Awards 2019 des

Global Green Economic

Forum.

Zur Person

Roland Bechmann,

ist seit fünf Jahren

im Vorstand der

Werner Sobek AG

und seit dem Jahr

2019 Geschäftsführer

von Werner Sobek

Design.


unternehmen [!] SPEZIAL 61

Was Gebäude wirklich smart macht

Flexible Raumeinteilung dank Holzbauständerweise: Maurer hat in der Pandemie für Kunden ein Livestream-Studio geschaffen.

Smartphone, Smart Home und

Smart City. Die Welt vernetzt

sich immer mehr. Auch viele Bürogebäude

und Produktionshallen

haben heute schon ausgeklügelte

Systeme, mit denen

sich Aspekte wie Beleuchtung,

Heizung, Kühlung und Sicherheit

zentral steuern lassen. Im Gegensatz

zum Smart Home, das

sich mit einer Wohneinheit beschäftigt,

befasst sich das

Smart Building mit der Digitalisierung

eines gesamten Gebäudes.

Es fasst die Automatisierung

und Kontrolle der technischen

Ausstattung zusammen.

Bauexperten betonen, dass jedoch

eine Digitalisierung nicht

nur im Betrieb, sondern entlang

der gesamten Wertschöpfungskette

des Bauwesens stattfinden

muss: vom Entwurf über

Planung, Realisierung, Betrieb

und Sanierung bis hin zum Rückbau.

Diese Betrachtung berge

großes Potential für Wirtschaftlichkeit

und Nachhaltigkeit.

Entscheidungen im Sinne von

Qualität und Zukunftsfähigkeit

zu treffen: „Hierfür braucht es

Haltung und aktiven Gestaltungswillen.“

Zu viele graue Emissionen

Für Roland Bechmann ist klar:

„Erst wenn man ein Gebäude am

Ende seines Lebenszyklus vollständig

in technische oder biologische

Kreisläufe zurückführen

kann, ist es wirklich nachhaltig.“

Nach den Worten des

Vorstands der Werner Sobek AG

(Stuttgart), einem weltweit tätigen

Planungsbüro für Engineering,

Design und Nachhaltigkeit,

hat sich die Energieeffizienz von

Gewerbebauten in den vergangenen

Jahren stark verbessert.

Woran es mangele, sei eine Reduzierung

der grauen Emissionen

sowie der verbauten Materialien:

„Wir brauchen dringend

eine erhöhte Rezyklierbarkeit.“

Daran dachte auch Steffen

Maurer, als er sein Firmendomizil

im Passivhaus-Standard bauen

ließ. Neben der hohen

Dämmfähigkeit und dem zeitlosen

Design stellt die Holzständerbauweise

für ihn einen weiteren

Pluspunkt dar: „Durch sie

können wir unsere Räume flexibel

verändern.“ Und dies war

noch nie so wichtig wie in der

derzeitigen Pandemiezeit. Denn

das Coronavirus hat auch Maurer

nicht verschont. Aufträge,

vorwiegend im Messebereich,

wurden vor einem Jahr quasi im

Stundentakt storniert. Eine Besserung

ist nicht wirklich in

Sicht. Für Steffen Maurer war

dies kein Grund den Kopf in den

Sand zu stecken, sondern aktiv

zu reagieren – im Studio M:

„Früher gingen wir zu den Kunden,

heute kommen sie zu uns“.

Eine von seiner Firma angebotene

Lösung sind Livestreaming-Dienste,

mit deren Unterstützung

man zum Beispiel Betriebsversammlungen,

Vertriebsmeetings,

Diskussionen

oder Produktpräsentationen

weiterhin gefahrlos durchführen

kann.

Der zentrale Punkt ist das

Green Box-Studio, das nun in

dem Raum steht, in dem früher

Teamsitzungen stattfanden und

das Marketing-Büro ist mittlerweile

ein modern eingerichteter

Aufnahme- und Regieraum.

Weitere Umbauten sind – dank

flexibler Holzbauweise – jederzeit

möglich. Für Maurer hat

sich sein nachhaltig durchdachtes

Firmenkonzept auf jeden Fall

gelohnt. [!] Stefan Loeffler

EINFACH

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62

Neu-Ulm

BUSCH LANGE GENERALPLANER GmbH & Co. KG

Fotos: Matthias Schmiedel Photography

Architektur maßgeschneidert

BUSCH LANGE

GENERALPLANER

GmbH & Co. KG

Messerschmittstraße 10

89231 Neu-Ulm

T 0731 850736 -0

info@busch-lange.de

www.busch-lange.de

Architektur beeinflusst durch ihre Gestaltung und

Funktionalität entscheidend unser Leben. Dieser Verantwortung

nehmen wir uns an.

Jeder Mensch hat eigene Bedürfnisse, jedes Grundstück

hat unterschiedliche Voraussetzungen, geometrisch, topographisch

und baurechtlich. Wir gehen auf diese Rahmenbedingungen

ein und schaffen für Sie ein maßgeschneidertes

Gebäude, das Sie nach der Fertigstellung

täglich aufs Neue inspiriert und begeistert.

Wir sind ein leidenschaftliches Architektenteam, das

für Sie alle Leistungen und Aufgaben für Ihr Bauprojekt

übernimmt. Unsere langjährige Erfahrung ist ein verlässliches

Fundament für den Bau von zeitgemäßen

Wohnhäusern, Bürogebäuden oder Gewerbebauten.

Jan Busch (Mitte) und Jörg Lange (rechts) in der Kundenberatung.

Foto: Matthias Schmiedel Photography


seifert architektur + design

63

Ulm

Wandel zu New Workspaces

Fotos: © Erik Dreyer Photography

Das Büro seifert architektur+

design entwickelt seit über 20

Jahren moderne, motivierende

und gesunde Arbeitswelten

für Menschen und Unternehmen.

Das Ziel eines modernen

Bürokonzeptes geht

durch die Transformation zu

New Work Offices sowohl auf

die Bedürfnisse der Menschen

als auch auf die Ansprüche

von Unternehmen ein und

führt die Bausteine Wirtschaftlichkeit,

Wohlbefinden

und Produktivität zusammen.

Die Moderation der

Transformationsschritte unter

Einbezug der multidisziplinären

Zielvorgaben geschieht

in einem persönlichen,

vertrauensbasierten

Umfeld. Dreidimensionale

Visualisierungen der Planungsschritte

ermöglichen

dazwischengeschaltete Feedbackschleifen.

Strategische

Lösungsansätze werden mit

den Zielvorgaben evaluiert.

„Jörg Seifert hat uns bis zur Umsetzung des Projektes

top begleitet.“ so Alexander Hahner, Projektleiter des

Verwaltungsneubaus der Firma Josef Hebel GmbH &

Co KG. Im neuen Verwaltungsgebäude des Bauunternehmens

befinden sich auf einer Bürofläche von

4.000 m 2 140 moderne Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren

Schreibtischen auf sieben Etagen und zahlreiche

Kommunikationsflächen in der Mittelzone.

Was hat sich in Ihren Büros verändert?

Auf den Punkt gebracht: Alles! Alle 140 Arbeitsplätze

sind mit ergonomischen, höhenverstellbaren Tischen

ausgestattet und überzeugen durch Design und Qualität.

Pro Etage bieten jeweils zwei Kommunikationsinseln

Platz für informelle Meetings und Austausch. In

diesen Bereichen finden ungezwungene, spontane Kommunikationen

statt.

Wie werden die neuen Büroräumlichkeiten angenommen?

Die großzügigen Räume, die Möblierung, die ansprechende

Gestaltung, die hochwertigen Naturmaterialien

– all das schafft eine Atmosphäre, in der sich unsere Mitarbeiter

sofort wohlgefühlt haben. Ein besonderes Augenmerk

wurde auf die Akustik in den offenen Strukturen

gelegt. Mit dem neuen Office haben wir für unsere

Mitarbeiter ein modernes Arbeitsambiente mit ansprechenden

Arbeitsplätzen geschaffen.

seifert architektur+design

seit 20 Jahren im

pfaehler-Haus in Ulm

Frauenstraße 9-11

89073 Ulm

Tel 0731 65026

mail@seifert-architekten.de


64 RESSORT unternehmen [!]

glöckler I frei ARCHITEKTUR.FREIRAUM

Ehingen

Box im Stadl

Foto: Conné van d’Grachten / Modell: Simon Junghans

glöckler I frei

ARCHITEKTUR.FREIRAUM

Box im Stadl

glöckler I frei bda bdla

ARCHITEKTUR.FREIRAUM

gbr

Lindenstrasse 29

89584 Ehingen

T +49 7391 7050800

archraum@gloeckler-frei.de

www.gloeckler-frei.de

Ziel war es in einen alten Stadl vorgefertigte Holzboxen

frei einzuhängen; dadurch entstehen neue Wohnformen.

Der alte Stadl bleibt von innen in seiner ganzen Form

erlebbar. Die Außenfassade bleibt erhalten, dei Fenster

durchdringen als auskragende Kuben die Fassaden.

Studie: müllerblaustein HolzBauWerke GmbH

Steffen Glöckler & Bettina Frei

Foto: Herbert Geiger


unternehmen [!] RESSORT 65

Möckel Architekten GmbH Ingenieure + Generalplaner

Neu-Ulm

Oben: Jaguar und Land Rover Autohaus; darunter von links: Jaguar und Land Rover Autohaus, Parkdeck und Ford-Store.

Zukunft

erfolgreich

gestalten

Unser zentrales Aufgabenfeld sind Projekte aus den

Bereichen Gewerbe, Industrie und Verwaltung. Neben

Neubauten planen und betreuen wir Umbauten und

Modernisierungen.

Unsere mit Projekten im Automobilsektor erarbeitete

Expertise setzen wir ein, um im Dialog mit unserer

Bauherrschaft kreative Lösungen zu finden und

effizient umzusetzen.

Wir bleiben engagiert:

Niederlassung der M&D Flachdachtechnik GmbH

in Laupheim .

Das von uns 2006 in Neu-Ulm geplante BMW Autohaus

haben wir 2016 zu einem Ford-Store umgebaut

und 2018 um eine Nutzfahrzeugwerkstatt erweitert.

2020 erfolgte dann der Bau des Jaguar und Land Rover

Autohauses in direkter Nachbarschaft an der B10.

Möckel Architekten GmbH

Johannesplatz 2

89231 Neu-Ulm

Tel. 0731/972364-0

info@moeckel-architekten.de

www.moeckel-architekten.de


66

RESSORT unternehmen [!]

Wanzl GmbH & Co. KGaA

Wanzl macht Einkaufen rund um die Uhr möglich. In Oldenburg ergänzt ein 24/7-Ausgabeautomat die reguläre Combi City-Filiale. Auch für deren Planung,

Design und Aufbau war Wanzl maßgeblich verantwortlich.

© Wanzl / custompix

Innovationen für die Zukunft

Begleiten Sie uns auf einem

virtuellen Rundgang durch

die Combi City-Filiale in

Oldenburg.

Einfach QR-Code scannen.

Ob modernster Ladenbau oder effiziente Zutrittssysteme,

das Unternehmen Wanzl aus Leipheim (Landkreis

Günzburg) ist Innovationsführer für kreative und technologische

Lösungen in der Retail- und Access- Branche.

GESAMTLADENAUSSTATTER

Planung, Design und Umsetzung – 24/7-Konzepte,

Fulfill ment-Formate und originelle Designs – Zutrittslösungen,

Warenpräsentationssysteme und Kühlung!

Als Gesamtladenausstatter bietet Wanzl alles aus einer

Hand. Ein Paradebeispiel ist die Combi City-Filiale in

Oldenburg. Wanzl war maßgeblich in die Store-Gestaltung

und operative Umsetzung involviert. Das Besondere

des Ladens: Hier kann rund um die Uhr eingekauft

werden. Denn an den 450 qm großen, regulären Markt

ist ein von Wanzl entwickelter 24/7-Ausgabeautomat

mit separatem Eingang angegliedert. Ein zukunftsweisendes

Format für die innerstädtische Nahversorgung

und eine Win-win-Situation. Der Kunde profitiert von

der durchgehenden Warenverfügbarkeit, der stationäre

Handel von der zusätzlichen Absatzmöglichkeit mit

wenig Flächenbedarf und unabhängig von klassischen

Ladenöffnungszeiten. Dabei ist der 24/7-Automat nicht

auf Branchen oder Standorte festgelegt. Grundsätzlich

bietet er sich überall dort an, wo nur eine geringe Verkaufsfläche

zur Verfügung steht, das kann in Innenstädten

sein oder an Verkehrsknotenpunkten wie

Bahnhöfen sowie Flughäfen.


unternehmen [!] RESSORT 67

Leipheim

Stilvoller, sicherer Empfang: Galaxy Gate und Galaxyport begrüßen im manroland Industriepark Mitarbeiter und Gäste. Für mehr Infektionsschutz setzt die

Hessing Klinik auf das Galaxy Gate Protect mit Händedesinfektionsmittelspender, Wärmebildkamera und Facescan.

© Wanzl / custompix

EFFIZIENTE ZUTRITTSSYSTEME

Für die effiziente Regelung von Gebäudezutritten sowie

den Schutz sensibler Bereiche entwickelt Wanzl

zudem stilvolle Access Solutions. Diese verknüpfen

Design mit Funktion, fügen sich gekonnt in jedes Interieur

und überzeugen dabei mit zuverlässiger Technologie.

Bürokomplexe wie der manroland Industriepark

in Augsburg empfangen im Regelbetrieb bis zu 1.000

Personen täglich. Ebenso brauchen Fitnessstudios,

Spa-/Wellness-Einrichtungen, Museen oder Venues sichere,

ganzheitliche Lösungen zur Lenkung der Besucherströme.

Dafür hat Wanzl mit seiner Zutrittsschleuse

Galaxy Gate und dem Sonderzugang Galaxyport

vollautomatische Systeme in seinem Portfolio. Beide

sind zudem als „Protect“-Versionen mit Wärmebildka-

mera, Face-Scan und Desinfektionsmittelspender modifizierbar,

um die gestiegenen Ansprüche an einen

Infektionsschutz zu erfüllen. Davon profitieren vor allem

auch Krankenhäuser wie die orthopädischen Fachkliniken

der Hessing Stiftung in Augsburg. Von der

Planung über die Ausführung und softwareseitige Integration

bis zum Aftersales begleitet Wanzl das gesamte

Bauvorhaben als kompetenter Partner. Denn das Ziel

für jedes Projekt ist es, eine maßgeschneiderte Lösung

zu finden.

Wanzl GmbH & Co. KGaA

Rudolf-Wanzl-Straße 4

89340 Leipheim

T +49 8221/729-0

info@wanzl.com

www.wanzl.com


68 RESSORT unternehmen [!]

Conplaning GmbH

Ulm

Bild oben links: Bibliothek

Heidenheim

Bild oben rechts:

Helmholtz-Institut Ulm (Foto:

Martin Duckek Fotografie)

Bild unten links:

HtF Stuttgart

Bild unten rechts: Robatherm

Ingenieurbüro für

Gebäudetechnik I Energietechnik

I Umwelttechnik

Postfach 1164

89001 Ulm

0731/9220-150

www.conplaning.de

Wir planen. Ihre Zukunft!

ZUKUNFT UND BESTÄNDIGKEIT

Im letzten Jahr konnte die Conplaning GmbH auf 60 Jahre

Firmengeschichte zurückblicken.

In diesen 60 Jahren haben wir uns als zuverlässiger und

kompetenter Partner im kommunalen, industriellen

und privatwirtschaftlichen Bereich etabliert und weiterentwickelt.

Mit 65 hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

planen und gestalten wir auch Ihre Zukunft. Die

gesamten Planungsleistungen der Technischen Gebäudeausrüstung,

das heißt die Gewerke Sanitär, Heizung,

Lüftung, Kälte, Elektro- und Fernmeldetechnik, Medienund

Fördertechnik und Gebäudeautomation können

wir interdisziplinär aus einer Hand anbieten.

Mit innovativen und nachhaltigen Lösungsansätzen

sind wir mit unseren Planungs- und Lösungsansätzen

am Puls der Zeit und haben dies bei über 3.600 Projekten

erfolgreich unter Beweis gestellt.

Im „Science Park II“ am Ulmer Eselsberg sind wir derzeit

an zwei Leuchtturm-Projekten mit involviert.

Für die Projektentwicklungsgesellschaft Ulm mbH planen

wir verantwortlich die Haustechnik der neuen

Denkfabrik für die Firma Bosch Rexroth AG, die im Frühjahr

2021 ihr neues Domizil beziehen wird.

In Steinwurfnähe sind wir mit der Fachplanung der verfahrenstechnischen

Anlagenkomponenten für die Forschungsfabrik

für Wasserstoff und Brennstoffzellen –

HyFaB des ZSW, Zentrum für Sonnenenergie und

Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg tätig. Mit

diesem neuen Gebäude entsteht das europaweit größte

nicht-industrielle Testfeld für Brennstoffzellen-Stacks

mit der dazugehörigen Wasserstoff-Infrastruktur. Es bildet

den Kern des HyFaB Projekts zur Erforschung industrieller

Produktion von Brennstoffzellen-Stacks.

VON MENSCHEN FÜR MENSCHEN

Im Mittelpunkt unserer Planung stehen unsere Auftraggeber

und Kunden mit ihren Wünschen, Ideen, Zielen

und Vorstellungen. Nur durch eine konstruktive und

partnerschaftliche Zusammenarbeit im Team sind bestmögliche

Ergebnisse zu erreichen.

Mehr Informationen über unser Unternehmen finden

Sie unter www.conplaning.de.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!


unternehmen [!] RESSORT 69

Bauunternehmen bendl

Günzburg

Die Zukunft des Bauens –

smarter und effizienter dank BIM

Das Bauunternehmen bendl

nimmt gemeinsam mit seinem

geschätzten Partner

Graphisoft im Bereich der Digitalisierung

und Modellplanung

eine Vorreiterrolle ein.

Fotos: Bauunternehmen bendl

Mit Einführung der Planungsme thode BIM ist das Bauunternehmen

bendl einen großen Schritt in Richtung

Digitalisierung gegangen. Durch BIM (Building-Information-Modeling)

wird das Bauen digital. Damit wird

die Planung und Umsetzung von Bauprojekten nicht

nur modernisiert, sondern revolutioniert. Der stetige

Datenaustausch und die Kommunikation aller Akteure

untereinander eröffnet ganz neue Möglichkeiten der

Zusammenarbeit. So finden alle Beteiligten die relevanten

Daten für den Bau, die Zuständigkeiten, die Zeitplanung

und die Kalkulation in den Fachplanungen, die

digital zu einem ganzheitlichen Modell zusammengefügt

werden. Damit die gesamte Bauplanung stimmt,

selbst wenn Änderungen eingefügt wurden, überprüft

eine Software anhand von Richtlinien, die individuell

ergänzt werden können, die Kompatibilität der einzelnen

Fachplanungen. Alle haben so den gleichen Wissensstand

– auch über den eigenen Planungsbe reich

hinaus. Durch diese Transparenz werden Fehlerquellen

minimiert und Kosten gespart. Im BIM-Abwicklungsplan

ist vorab klar aufgeteilt, wer im Rahmen der

Planung für was und zu welchem Zeitpunkt sowie in

welcher Qualität zuständig ist.

EIN WOHNPROJEKT NACH DEM BIM

ANSATZ

Jedes Projekt, das heute von bendl geplant und realisiert

wird, ist in 3D entwickelt. Open BIM: Ein Wohnprojekt

konsequent durchgeplant. In der Nähe der

Günzburger Altstadt sollen bis 2023 zwei Wohntürme

mit drei und vier Geschossen sowie einer Tiefgarage

entstehen. Das Gebäude soll in KFW 40 Standard mit

der Hybridbauweise (Holzbau/Stahlbetonbau) erstellt

werden und dabei die Vorteile beider Kon struktionen

vereinen. Einer der zukünftigen Eigentümer ist Architekt

und hat die Entwurfsarbeit übernommen, bendl

erarbeitet anschließend mit den Fachplanern das Gebäudemodell,

nach dem Open-BIM-Ansatz.

Ansprechpartner bei bendl

Michael Maurer

Abteilungsleiter Schlüsselfertigbau

Tel. +49 8221.9009-91

michael.maurer@bendl.de

www.bendl.de


70 RESSORT unternehmen [!]

Scherr+Klimke AG

Ulm

Gebaut für

Mitarbeiter, Umwelt,

die Bilanz und das Auge

Einladend und großzügig

präsentiert sich das Gebäude

außen wie innen.

Fotos: Julian Pfister

Architekten Ingenieure

Scherr+Klimke AG

Ulm | Neu-Ulm | Leipzig

Edisonallee 19

89231 Neu-Ulm

Tel. 0731 92250

info@scherr-klimke.de

www.scherr-klimke.de

Wer baut, gestaltet Zukunft. Jedenfalls hat er die Chance

dazu, die es gilt zu nutzen. Und dass das gelingen kann,

auch ohne spektakuläre Dimensionen und Budgets, beweist

der Neubau des mittelständischen Unternehmens

SKA Kältetechnik in Illertissen.

Mit einem ganzen Bündel ehrgeiziger Ziele startete die

Inhaberfamilie ins Projekt und fand in Scherr+Klimke

Architekten Ingenieure den idealen Partner. Denn das

breit aufgestellte Generalplanungsteam konnte dank

aller Planungsdisziplinen im eigenen Haus das anspruchsvolle

Lastenheft in ein integriertes Gesamtkonzept

umsetzen.

Zentrales Anliegen war die Schaffung eines Umfelds mit

hoher Aufenthaltsqualität und leistungsfördernden Arbeitsbedingungen.

Entstanden ist ein zusammenhängender

Gebäudekomplex einheitlicher Formen- und

Materialsprache mit je ca. 800 m 2 Nutzflächen für Büro,

Lager und Montage. Erweiterungsmöglichkeiten für bis

zur doppelten Fläche sind bereits mit eingeplant.

Der zweigeschossige Bürobau überzeugt insbesondere

gestalterisch durch seine großflächige Fensterfront und

einen umlaufenden Balkon. So verbindet sich das Innere

des Gebäudes mit der grünen Umgebung. Dieser bewusst

geschaffene Außenbezug findet seine konsequente

Fortsetzung in der südseitig gelegenen Kantine mit

Terrasse. Transparenz und Großzügigkeit vermittelt

auch die offene, zentral gelegene Erschließungstreppe

mit Zugang zu Verkehrs-, Aufenthalts- und Kommunikationszonen.

Als Hersteller innovativer Kälteanlagen entwickelte

und baute SKA selbst ein nachhaltiges und regeneratives

Energiekonzept, das das Gebäude über eine

Grundwasserwärmepumpe in Verbindung mit Fußbodenheizungen

mit Wärme versorgt. Beschattungsmöglichkeiten,

schallabsorbierende Oberflächen für

akus tische Qualität sowie eine mechanische Be- und

Entlüftungsanlage für optimale Raumluft runden das

haustechnische Konzept für Ökologie und Wohlbefinden

ab.

Investitionen, die sich mehr als bezahlt machen in Form

von effizienten Prozessen, Mitarbeiterbegeisterung und

Produktivität. SKA hat gebaut für die Zukunft. Für Mitarbeiter,

Umwelt, die Bilanz und das Auge.


unternehmen [!] RESSORT 71

Kneer GmbH

Westerheim

Sanierung und Umnutzung

der Safranberg-Klinik

Das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen

Universitätsklinik auf dem Safranberg in Ulm wurde

saniert und zu Wohnungen umgenutzt. In dem historischen

Gebäude aus der Zeit des Jugendstils entstanden

97 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen

zwischen 28 und 218 Quadratmetern. Für denkmalgerechte

Optik und einen hohen Wärmeschutz sorgen

Holzdenkmalfenster von Kneer-Südfenster. Das neue

Quartier in innenstadtnaher Hanglage bietet neben

dem Wohnen mit besonderer Atmosphäre auch moderne

Anbauten mit 23 Neubauwohnungen als spannenden

Gegenpart.

FÜR MENSCHEN ALLER ALTERSSTUFEN

Das Ziel bei der Umnutzung war es, dass sich hier

Menschen aller Altersstufen und Lebenssituationen

wohlfühlen. Auf 10.500 Quadratmetern entstanden

in dem Klinikgebäude 97 moderne 1- bis 5-Zimmer-Wohnungen

mit unterschiedlichsten Grundrissen

und Wohnflächen, mit hohen Decken und großen

Denkmalfenstern.

Claudia Lampert, die leitende Architektin des beauftragten

Architekturbüros Nething aus Neu-Ulm erklärt:

„Die Sanierung des über 100 Jahre alten Klinikgebäudes

nach den Vorgaben des Denkmalschutzes

war keine leichte Aufgabe für Planung und Bauleitung.

Wir restaurierten behutsam. So ist jede der

Wohnungen ein Unikat, das die historische Substanz

mit einbezieht und das Außergewöhnliche betont.“

HOLZDENKMALFENSTER BRINGEN

LICHT IN DIE RÄUME

In vielen Räumen des Altbaus sorgen bis zu 3,30 Meter

hohe Decken für eine besondere Atmosphäre. Holzdenkmalfenster

mit Sprossen von Kneer-Südfenster

bringen viel Tageslicht ins Innere und bieten einen

zeitgemäßen Wärmeschutz (Uw-Wert 1,3 W/m 3 K).

Die Optik der neuen Denkmalfenster sollte der ursprünglichen

Fenstereinteilung sehr nahe kommen.

Auch die Qualität von Material und Fertigung stand

bei den für die Umnutzung verantwortlichen Planern

sowie dem Bauherrn an zentraler Stelle.

Die Holzdenkmalfenster überzeugten mit schlanken

Profilen, hochwertiger Qualität und mit ihrem Preis-/

Leistungsverhältnis. Darüber hinaus verfügt das

Fensterbauunternehmen aus Westerheim über die

notwendige Kapazität und das Know-how, ein Objekt

in dieser Größenordnung auszustatten. Hinzu kommt

Flexibilität in der Fertigung, denn es galt, variantenreiche

Fenstergeometrien mit oft ganz unterschiedli-

Neues Wohnquartier verbindet Historie mit Moderne.

chen Anschlussdetails zu berücksichtigen, z.B. bei der

Kombination Bogenfenster und Rollläden.

MAISONETTE-WOHNUNGEN UNTERM

DACH

Das Dachgeschoss war vor der Sanierung ungenutzt.

Hier entstanden hinter dem Giebel, an dem sich noch

heute das Ziffernblatt der großen Klinik-Uhr befindet,

moderne Maisonette-Wohnungen. Die großformatigen

Holzdenkmalfenster sorgen auch hier für optimale

Belichtung und bieten weite Ausblicke über die

Stadt.

www.kneer-suedfenster.de

Fotos: Kneer-Südfenster

Kneer GmbH

Fenster und Türen

Horst-Kneer-Straße 1

D-72589 Westerheim

Tel. 07333/83-0

info@kneer.de

www.kneer-suedfenster.de


72 RESSORT unternehmen [!]

Architektur Keller

Innovativ in die Zukunft

DIE IDEE INNOVATIONS-CAMPUS SÜSSEN STEHT FÜR

INNOVATIVE UNTERNEHMEN BEREIT

So nahm die Idee ihren Anfang

„Sie haben ihre ganz eigene Idee für diese Halle/

dieses Grundstück? Erzählen Sie mir davon“

So stand es auf einer großen Tafel, aufgestellt auf einem

Grundstück in Süßen an der Auenstraße mit einer riesigen

Lagerhalle als Überbleibsel einer ehemaligen Textilfabrik.

Was für ein Aufruf für einen Architekten, der nur

in Wurfweite von diesem Grundstück sein Büro in der

dritten Generation führt.

So wurde eine erste einfache Handskizze erstellt, diese

an die örtliche Vertretung des Grundstücksbesitzers

zugesendet, welche diese Handskizze weiter in die

USA zum Eigentümer leitete, der diese Tafel aufstellen

ließ.

Die Rückmeldung war überwältigend:

Hallo Herr Keller,

ich darf Ihnen berichten, dass Ihre Idee bei den Amerikanern

auf Begeisterung gestoßen ist,

man hielt es für eine „exzellente Idee“ und würde

Sie bei den Bemühungen jederzeit gern unterstützen.

Also von unserer Seite – grünes Licht!

Absender:

· Gibbs International, Inc.

USA – SC 29301 Spartanburg

Mr. Jimmy Gibbs (CEO)

· Gibbs Germany – PIK GmbH

73079 Süßen

Pierre Kühnel


unternehmen [!] RESSORT 73

Süßen

Wood Tower

Grand Piano

Round Box

DIE IDEE

Der Innovations-Campus rundet ein in den letzten Jahren

neu entstandenes Stadtquartier in Süßen mit Einkaufsmärkten,

Kultur- und Sporthalle und einem Sportvereinszentrum

als Übergang zum Naherholungsgebiet ab.

Das Hochhaus „WOOD TOWER“ akzentuiert das neue

Stadtquartier und verortet dieses gut sichtbar in der Stadtsilhouette.

DER GEBÄUDEKOMPLEX IST EINE

KOMPOSITION AUS DREI BAUKÖRPERN

„WOOD TOWER“ – „GRAND PIANO“ – „ROUND BOX”

und bietet Flächen für unterschiedlichste Nutzungen im

Rahmen eines eingeschränkten Gewerbegebiets an.

Nachhaltiges Bauen steht an oberster Stelle und so sieht die

Idee vor die Gebäude mit Fassade und Tragkonstruktion

oberirdisch in Holzbauweise zu erstellen, Stromerzeugung

durch Photovoltaik, Wärmeerzeugung durch Geothermie,

eine intensive Dachbegrünung und ein ökologisch angelegter

Außenbereich mit See und entsprechenden Grünflächen

zur Unterstützung der Biodiversität.

Innovatives Arbeiten in einem harmonischen Umfeld bietet

der Innovations-Campus in Süßen,

optimale Lage mit optimaler Anbindung in einem optimalen

Umfeld für eine optimalen Work-Life-Balance.

Haben Sie in Interesse- dann melden Sie sich, damit aus

einer Idee Realität werden kann.

Architektur Keller

Dipl.-Ing. Michael Keller –

freier Architekt

Richthofenstr. 6

73079 Süßen

Tel. 07162-7291

info@freie-architekten-keller.de


74

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

300 neue Jobs

bei Hensoldt

Rüstung Der Sensor-Lösungsanbieter

Hensoldt erweitert seine

Kapazitäten am Standort

Ulm erheblich. Rund 30 Millionen

Euro investiert der Konzern

mit Sitz in Taufkirchen eigenen

Angaben zufolge in den Bau eines

neuen Entwicklungszentrums

für Hochfrequenztechnik.

Das Labor-Gebäude soll auf einer

Brachfläche auf dem Firmengelände

gebaut werden und

bereits im Sommer dieses Jahres

betriebsbereit sein. Im Zuge

dessen will das Unternehmen

300 neue, überwiegend hochqualifizierte

Arbeitsplätze

schaffen.

Illerplastic

insolvent

Illerplastic Für die 244 Mitarbeiter

völlig unerwartet hat die

Illertisser Unternehmensgruppe

Illerplastic Insolvenz angemeldet.

Der Schritt war unvermeidbar,

nachdem sich während

der Corona-Pandmie die Liquiditätskrise

aufgrund mehrerer

verlustreicher Jahre bei Illerplastic

Fensterbau verschärft habe,

erklärten die Insolvenzverwalter.

Der Kapitalbedarf für bereits

eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen

könne nun

nicht mehr gedeckt werden. Neben

dem größten Unternehmen

der Firmengruppe sind Glasund

Metallbau Illertissen sowie

Illerplastic Kunststoffprofile

von der Insolvenz betroffen.

1968 macht es bei Gardena zum ersten Mal „Klick“: Die Schlauchkupplung ist das meistverkaufte

Produkt des Ulmer Unternehmens, das seit 2006 zur schwedischen Husqvarna-Gruppe gehört.

Gardena legt in der Krise zu

Neues Werk

in Texas

Uzin Utz Der Ulmer Hersteller

von Produkten zum Bodenverlegen

Uzin Utz investiert in den

USA. Das Unternehmen baut in

Waco im Bundesstaat Texas für

34 Millionen US-Dollar ein

Werk für Pulverprodukte sowie

für Forschung und Entwicklung.

Zur Anlage gehört nach der Fertigstellung

2022 auch ein Schulungszentrum.

Uzin erzielte zuletzt

mit 1300 Mitarbeitern einen

Umsatz von 372 Millionen

Euro und will in den USA 40

neue Stellen schaffen.

Schutzschirm

für Flughafen

Friedrichshafen Der Flughafen

Friedrichshafen sucht ange-

In der Krise haben sich Menschen wieder stärker

um den eigenen Garten gekümmert. Das hat dem

Gartengeräte-Hersteller Gardena im Pandemiejahr

mit 934 Millionen Euro einen Rekordumsatz

beschert. Gefragt waren neben klassischen Geräten

auch Zubehör für das per Internet gesteuerte

Smart Gardening. Gardena dürfte damit einen

wesentlichen Anteil daran haben, dass der Mutterkonzern

Husqvarna seine Wunschrendite von

10 Prozent leicht übertroffen hat. Husqvarna beschäftigt

in Ulm, Niederstotzingen, Heuchlingen

und Laichingen 2134 Mitarbeiter.

sichts wirtschaftlicher Probleme

durch die Corona-Pandemie

Rettung in einem Schutzschirmverfahren.

Der Betrieb ist den

Betreibern zufolge während des

Verfahrens sichergestellt. Geschäftsführer

Claus-Dieter

Wehr rechnet für das Jahr 2020

mit einem Minus von mindestens

80 Prozent bei den Erlösen.

Zuletzt gab der insolvente deutsche

Ableger der Sun Air bekannt,

den Standort am Bodensee-Airport

aufzugeben. [!]

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

Julia Kling

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Max Meschkowski

(Layout & Illustration)

Astrid Müllerleile (Bild)

Fotos Marc Hörger (Titelinterview),

Volkmar Könneke, Archiv,

Werkfotos, PR

Druck

Druckerei R. le Roux GmbH

Daimlerstraße 4

89155 Erbach

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe: 08. Mai 2021

Die Themen

Gewerbliches Leasing

Weiterbildung in der Kurzarbeit

Verpackungsindustrie

Besser arbeiten!

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Golfsaison

u. v. m.

Anzeigenschluss: 09. April 2021

Auflage: 15.000 Exemplare

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unternehmen [!] RESSORT 75

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der Coronazeit nur eingeschränkt möglich. Egal ob Patientenveranstaltung,

b2b-Kongress oder Produktvorstellung – wir bieten Ihnen den bestmöglichen

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digitaler Kundenveranstaltung.

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Mit uns bleiben Sie dran!

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Tobias Lehmann

t.lehmann@

contentperformance.de

T 0731 156-515

Julia Haaga

j.haaga@

contentperformance.de

T 0731 156-150


76

RESSORT unternehmen [!]

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kombiniert 0. Effizienzklasse A+.

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Abbildung zeigt Sonderausstattungen gegen Mehrpreis. Bildliche Darstellungen können vom Auslieferungsstand abweichen. Stand 02/2021. Änderungen

und Irrtümer vorbehalten. 1 Ein Angebot der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, für gewerbliche Einzelabnehmer (ohne

Sonderabnehmer), nur in Verbindung mit GeschäftsfahrzeugLeasing der Volkswagen Leasing und beim teilnehmenden Partner erhältlich. 2 Die Sonderzahlung

entspricht der staatlichen Förderung, die der Kunde vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Referat 422, Frankfurter Straße 29–35, 65760

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bei der Beantragung. Der staatliche Umweltbonus endet mit Erschöpfung der bereitgestellten Fördermittel, spätestens am 31.12.2021. Ein Rechtsanspruch

besteht nicht. Nähere Informationen erhalten Sie bei uns. 3 Zzgl. Mehrwertsteuer. Inkl. Erlebnisabholung in Wolfsburg. Bonität vorausgesetzt.

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