Ein gesundes Bauchgefühl

Mediaplanet.Oesterreich

Emotionen verarbeiten, Immunsystem stark halten, exzessives Essverhalten verkraften und üppige Festmahlzeiten verdauen, Nährstoffe aufnehmen und Abbauprodukte ausscheiden – unser „Wunderorgan Darm“ ist für so viel zuständig. Unterstützen wir ihn dabei.

EINE THEMENZEITUNG VON MEDIAPLANET

Lebensqualität ​– nicht als Luxus, sondern als Voraussetzung

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info/bauchgesundheit

Ein gesundes

Bauchgefühl

FOTO: MARIIA AIIRAM VIA SHUTTERSTOCK

Schaltzentrale Bauch

Warum der

Bauch mehr

weiß, als der

Kopf denkt.

Mit Beiträgen von Univ.-Prof. Dr. Moschen PhD,

Univ.-Prof. Dr. Prager und OA Dr. Beckerhinn

sowie Dr. med. Gust

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Bitte beachten Sie, dass es sich bei den hier angeführten Produkten um Medizinprodukte zur Anwendung für Patienten

handelt. Vor Gebrauch dieser Produkte muss die Gebrauchsinformation beachtet und ärztlicher Rat eingeholt

werden. ACCU-CHEK, ACCU-CHEK INSTANT und MYSUGR sind Marken von Roche. © 2021 Roche Diabetes Care


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Wer Glück sucht,

findet es im Darm

Weil deine

Gesundheit im

Darm beginnt

FOTO: SHUTTERSTOCK

Glück im Darm? Das klingt im ersten Moment etwas

verwunderlich. Es gibt aber einen guten Grund für diese

Aussage, denn: Wie wohl wir uns fühlen, hängt stark mit

unserem Darm zusammen.

Text Philipp Jauernik

Mens sana in corpore sano

ist eine Weisheit der alten

Römer, die wir wahrscheinlich

alle schon einmal gehört

haben. Sie bedeutet „ein

ges under Geist in einem

gesunden Körper“ – und erinnert uns daran,

dass wir psychische und physische Gesundheit

nicht voneinander trennen können, sondern

uns vielmehr um beide gleichwertig bemühen

müssen.

In Zeiten von wiederkehrenden Lockdowns aufgrund

eines gefährlichen Virus ist dies gar nicht

leicht umzusetzen. Denn auch die damit zusammenhängenden

psychischen Belastungen, die

sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken,

erreichen eine neue Dimension. Nach über eineinhalb

Jahren Pandemie sind wir auch geistig

ausgelaugt. Und gerade jetzt – in Zeiten von

Herbstblues und Winterdepression, verbunden

mit Kälte und fehlendem Sonnenlicht – macht

uns Social Distancing noch mehr zu schaffen.

Gar nicht wenig, was wir aushalten müssen.

Und dennoch: Wenn wir an Gesundheit denken,

kommen den meisten Menschen fast ausschließlich

Begriffe wie Bewegung, Sport, Vitamine

oder Ernährung in den Sinn. Sie alle sind

richtige und wichtige Vorsorgemaßnahmen, ja.

Jene der psychischen Gesundheit vergessen wir

jedoch oft. Und im Zusammenhang damit wird

auch ein wichtiger Körperteil oft nicht beachtet:

der Darm.

Wer sich mit der eigenen Ernährung beschäftigt,

hat zwar indirekt auch Magen und Darm

am Schirm, aber eben nur indirekt. Wir werfen

nun einen genaueren Blick auf den Darm – und

auf die Frage, was er mit unserem Hirn zu tun

hat.

Der Vagusnerv verbindet den Darm mit dem

Gehirn, er ist sozusagen eine Datenautobahn,

über die ein schneller Informationsaustausch

stattfindet. Das ist der Grund, warum uns Stress

und Sorgen sprichwörtlich auf den Magen

schlagen. In die andere Richtung sendet der

Darm, etwa beim Essen, Signale, die das Gehirn

als „satt“ oder „hungrig“ versteht.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass

der Darminhalt ebenso interpretiert wird. Das

Darmmikrobiom, also die Gesamtheit aller Mikroorganismen,

die sich in und auf der Haut und

den Schleimhäuten sowie Organen befinden,

beeinflusst unser Wohlbefinden und unsere

Gesundheit – geistig und körperlich. Die Studien

haben Unterschiede zwischen dem Darmmikrobiom

gesunder Menschen und dem von

Menschen mit Erkrankungen und psychischen

Störungen beobachtet, auch in Hinblick auf

Signale, die depressive Stimmungen auslösen

können. Ebenso interessant: Unser Glückshormon

Serotonin wird zu 90 Prozent in unserem

Darm gebildet. Das bedeutet, dass die Bakterien

in unserem Darm großen Einfluss darauf haben,

ob wir uns wohlfühlen oder nicht.

Es zeigt sich also, dass wir gerade jetzt noch

mehr als sonst auf unser Wohlbefinden Acht

geben müssen. Gute Ernährung, Bewegung,

aber auch Dinge, die unserer Seele guttun, sind

in dieser Zeit wichtiger denn je.

Der Verdauungstrakt steuert über

die Darm-Hirn-Achse nicht nur

Hungergefühl und Appetit, sondern

er beeinflusst auch Stimmungslage,

Emotionen und kognitive Prozesse.

Weihnachten, Feiertage und Familienfeiern

bringen in vielen Fällen auch Stress

mit sich. Wie kann hier das Wissen über

die Darm-Hirn-Achse genutzt werden, um

diesen Stress zu bewältigen?

Unser Darm steht in ständigem Informationsaustausch

mit unserem Gehirn. Da ist

es nicht verwunderlich, dass stressige Situationen

schnell auf die Verdauung schlagen

können. Allerdings können wir mit der

richtigen Ernährung und dem richtigen

Lebensstil präventiv für Gleichgewicht in

unserem Darmmikrobiom sorgen. Die dort

ansässigen Bakterien können uns dabei

unterstützen, mit Stress besser umzugehen.

Welche Rolle spielen Ernährung und

Lebensstil für ein ausgeglichenes Bauchgefühl?

Wir wissen, dass Substanzen, die von

unseren Darmbakterien produziert werden,

die Art und Weise beeinflussen, wie unser

Darm mit unserem Gehirn spricht. Eine

gute Strategie ist eine Ernährung mit vielen

verschiedenen Ballaststoffquellen wie Vollkornprodukte,

Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte,

Nüsse und Samen. Hier gilt: Diversität

statt Superfood! Neben einer darmfreundlichen

Ernährung ist es wichtig, auf einen

gesunden Lebensstil mit ausreichend

Bewegung und Schlaf, guter Stressbewältigung

und wenigen Giftstoffen wie Alkohol

zu achten. Damit das Darmmikrobiom in

Balance ist, sollten auch wir es sein.

Wie kann myBioma zu einem gesunden

Zusammenspiel von Darm und Psyche

beitragen?

myBioma analysiert anhand einer winzigen

Stuhlprobe die DNA der Bakterien im Darm.

Aus diesen Daten wird ein detaillierter

Bericht über die Zusammenhänge von

Bakterien mit verschiedenen Gesundheitszuständen,

wie Nahrungsverwertung,

Gewichtsmanagement oder Reizdarm, oder

auch der Darm-Hirn-Achse, erstellt. Mit

persönlichen Ernährungsempfehlungen

kann die Darmgesundheit wieder ins

Gleichgewicht gebracht werden. Es lohnt

sich also auch bei atypischen Darmsymptomen

wie Stimmungsschwankungen einen

Blick auf die eigene Darmgesundheit zu

werfen. Ein ausgewogenes Darmmikrobiom

ist der Schlüssel zum allgemeinen Wohlbefinden.

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Darmgesundheit

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Gutscheincode: Bauchgefühl

FOTO: ZVG

Renate Matzner-

Hoffmayr, MSc

Ernährungsexpertin

bei myBioma

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www.mybioma.com

Senior Project Manager: Jacqueline Wilk, BA Senior Business Developer: Florian Rohm, BA Content and Production Manager: Viktoria Pisker, BA Lektorat: Sophie Müller, MA Layout: Juraj Príkopa Managing Director: Bob Roemké

Medieninhaber: Mediaplanet GmbH, Bösendorferstraße 4/23, 1010 Wien, ATU 64759844 · FN 322799f FG Wien Impressum: https://mediaplanet.com/at/impressum/

Distribution: Der Standard Verlagsgesellschaft m.b.H. Druck: Mediaprint Zeitungsdruckerei Ges.m.b.H. & Co.KG Kontakt bei Mediaplanet: +43 676 847 785 119 E-Mail: jacqueline.wilk@mediaplanet.com ET: 17.12.2021

Bleiben Sie in Kontakt:

@austriamediaplanet

@Mediaplanet Austria


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

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Bariatrische Chirurgie bei Adipositas:

mehr Lebensqualität und weniger Kosten

Eine österreichische Studie hat die auf langfristige Gewichtsreduktion abzielende bariatrische

Chirurgie auf ihre gesellschaftliche Relevanz untersucht. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Prager und OA

Dr. Philipp Beckerhinn berichten über die aufschlussreichen Studienergebnisse.

Univ.-Prof. Dr.

Gerhard Prager

Welche Motivation

steckt hinter der

HTA-Studie?

Wir wissen, dass

Adipositas mit einer

Reihe von Begleiterkrankungen

wie

Diabetes, Herzinfarkten,

Schlaganfällen

und Krebserkrankungen

in Zusammenhang

steht und

Menschen mit einem

höheren Ausmaß an

Übergewicht statistisch

gesehen früher

sterben. Die bariatrische

Chirurgie ist die

einzige dauerhafte

Behandlungsmethode

für Menschen mit

einem höheren Ausmaß

an Übergewicht.

Univ.-Prof. Dr.

Gerhard Prager

Professor für Bariatrische

Chirurgie

Leiter, Bariatrische

& Metabolische

Chirurgie

President Elect der

International

Federation for the

Surgery of Obesity

and Metabolic Disorders

(IFSO)

Was waren für Sie die

zentralen Resultate der HTA-Studie?

Wir haben in der Studie österreichische

Patientinnen und Patienten und österreichische

Gesundheitsdaten untersucht

und herausgefunden, dass die bariatrische

Chirurgie langfristig nicht nur zu einer

Kostenersparnis führt, sondern auch zu

einer signifikant höheren Lebenserwartung

bei verbesserter Lebensqualität. Denn

es ist nicht nur entscheidend, wie lange

wir leben, sondern auch, wie lange wir dies

bei guter Gesundheit tun.

Welche Auswirkungen hat Adipositas

auf unsere Gesellschaft und das Sozialsystem?

Wir vergessen, dass es hinter der Corona-

Pandemie auch noch andere Pandemien

gibt. Die Pandemie der Adipositas führt

weltweit jährlich zu 4,7 Millionen Todesfällen.

Adipositas ist mit einer Vielzahl an

Begleiterkrankungen assoziiert, führt zu

einer Reduktion der Lebensqualität und ist

ein irrer Kostentreiber für unser Gesundheitssystem.

In unserer Studie konnten wir

über einen Zeitraum von 20 Jahren zeigen,

dass bei Patientinnen und Patienten mit

bariatrischer Chirurgie im Vergleich zu

nicht operierten Patientinnen und Patienten

24.000 Euro pro Patientin bzw. Patient

eingespart werden konnten.

FOTO: PRIVAT

Adipositas ist eine komplexe

Erkrankung, mit der gleichzeitig

eine Reihe an Begleiterkrankungen

verknüpft

sind. Die Folgen davon sind

eingeschränkte Lebensqualität und verringerte

Lebenserwartung. Dennoch sind

die verschiedensten Aspekte von schwerem

und krankhaftem Übergewicht häufig mit

Fehlinformationen, Diskriminierung und

Stigmatisierung verbunden. Nicht zuletzt

deswegen findet jährlich am 4. März der

World Obesity Day statt, der das Bewusstsein

für die Ernsthaftigkeit von Adipositas

als Erkrankung stärken soll.

Langfristige medizinische Gewichtsreduktion

Die medizinische Behandlung von Adipositas

zielt nicht darauf ab, betroffene

Patient:innen an ein gewisses äußeres

Erscheinungsbild anzupassen, sondern

priorisiert die Gesundheit. Eine der

Behandlungsmöglichkeiten, um eine

Gewichtsreduktion zu erzielen – und

zwar mit langfristigem Erfolg – ist die

sogenannte bariatrische Chirurgie. Diese

Behandlungsmethode sowie ihre positiven

Auswirkungen auf Patient:innen und das

Gesundheitssystem hat nun eine österreichische

Studie untersucht.

Lebensqualität und Kosteneinsparungen

Die HTA-Studie (Health-Technology-

Assessment) kommt dabei zu ganz klaren

Ergebnissen: Der Einsatz von bariatrischer

Chirurgie führt nicht nur zu erheblichen

und nachhaltigen Kosteneinsparungen,

sondern auch zu einer Verringerung von

weiteren Komplikationen in Verbindung

mit Adipositas, zu einer Verbesserung des

Gesundheitszustandes sowie insgesamt zu

einer signifikanten Steigerung der Lebensqualität

von betroffenen Patient:innen.

ADIPOSITAS IN EUROPA

FOTO: VISUAL GENERATION VIA SHUTTERSTOCK

OA Dr. Philipp

Beckerhinn

Warum wird in

Österreich aktuell

nur ein Prozent der

adipösen Menschen

operiert?

Normalerweise führen

wir in Österreich pro

Jahr 3.500–4.000

bariatrische Operationen

durch. In den

letzten beiden Jahren

der Corona-Pandemie

wurden leider viele

Operationen abgesagt.

Das Problem ist

aber, dass sich der

Gesundheitszustand

der Patientinnen

und Patienten in der

Zwischenzeit nicht verbessert.

In Österreich

richtet sich die Bewilligung

von bariatrischen

Operationen nach

dem Body Mass Index

(BMI). Wir sollten aber

unabhängig vom BMI

FOTO: PRIVAT

Dr. Philipp

Beckerhinn

1. Oberarzt

Chirurgie und NÖ

Zentrum für metabolisch-bariatrische

Chirurgie am Landesklinikum

Hollabrunn

Präsident der Österreichischen

Gesellschaft

für Adipositas-

und

Metabolische Chirurgie

Menschen mit typischen Begleiterkrankungen

wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes

oder Depressionen, operieren. Denn je früher

man Patientinnen und Patienten operiert

und je kürzer Begleiterkrankungen bestehen,

desto besser ist das Outcome für das weitere

Leben.

Warum spart man mit bariatrischer

Chirurgie dem Gesundheitssystem auch

Geld?

Wir konnten mit unserer Studie zeigen,

dass sich dadurch Begleiterkrankungen

verbessern, Patientinnen und Patienten

schon nach kurzer Zeit und im Langzeitverlauf

weniger Medikamente benötigen und

weitere, teure Behandlungen wegfallen. Das

spart dem System viel Geld.

Woran zeigt sich die gewonnene Lebensqualität

nach einem chirurgischen Eingriff?

In der Studie wird ersichtlich, dass eine

Operation zu 39 lebensqualitätsverbessernden

Monaten führt. Das ist ein sehr schönes

Ergebnis! Auch aus der Praxis kann ich

berichten, dass sich die Lebensqualität etwa

im Alltag, im Berufsleben, im Sozialleben

und in der Sexualität deutlich und sogar

messbar verbessert.

20% 23%

2030

50%

337 000

In Europa leiden schätzungsweise

23% der Männer und 20% der Frauen

an Adipositas

Bis 2030 werden

schätzungsweise mehr als 50% der

Europäer:innen adipös sein

Vorzeitige Todesfälle werden in

Europa jährlich durch

Adipositas verursacht

WHO Europe

www.euro.who.int/en/health-topics/

noncommunicable-diseases/obesity/data-and-statistics

L. Webber, D. Divajeva, T. Marsh et al, ‘The future burden of obesity-related

diseases in the 53 WHO European-Region‘

bmjopen.bmj.com/content/4/7/e004787.full

University of Cambridge (UK)

www.cam.ac.uk/research/news/

lack-of-exercise-responsible-for-twice-as-many-deaths-as-obesity


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Entgeltliche Einschaltung der Galapagos Biopharma Austria GmbH

FOTO: RAFAEL RUDNIK VIA UNSPLASH.COM

Im Winter auf

Berg- und Talfahrt

Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED) bedeuten für

Betroffene häufig physische und psychische Berg- und Talfahrten.

Was man insbesondere im Winter dagegen tun kann, lesen Sie hier.

Bettina Wagner

CED-Betroffene

FOTO: ZVG

Der Winter steht vor der Tür, die

Tage werden kürzer, die COVID-

19-Pandemie ist immer noch

nicht vorbei und gleichzeitig

muss unser Immunsystem verstärkt

arbeiten. Für Menschen mit Chronisch

Entzündlichen Darmerkrankungen stellt

die kalte Jahreszeit oftmals eine besondere

Herausforderung dar. Allein in Österreich

leben Schätzungen zufolge 30.000 bis 50.000

Menschen mit einer Chronisch Entzündlichen

Darmerkrankung, kurz CED genannt*.

Hinter CED stecken Erkrankungen wie Morbus

Crohn oder Colitis ulcerosa. Obwohl es

sich dabei um zwei unabhängig voneinander

bestehende Erkrankungen handelt, gibt es

dennoch Gemeinsamkeiten und Parallelen.

So kommt es sowohl bei Morbus Crohn als

auch bei Colitis ulcerosa zu chronischen

Entzündungen im Verdauungstrakt. Und

auch die Symptome der beiden Erkrankungen,

wie Bauchschmerzen oder Durchfälle,

können sehr ähnlich sein. Charakteristisch

für CED sind Beschwerden, die in Schüben

auftreten, auch wenn individuelle Krankheitsverläufe

hinsichtlich Intensität und

Häufigkeit stark voneinander abweichen

können. So unterschiedlich die Krankheitsverläufe

sind, so langwierig sind auch die

Wege, bis Betroffene eine richtige Diagnose

erhalten.

Familie,

Freundinnen und

Freunde [...] locken

mich aus der Reserve,

wenn ich gerade

wieder mit meinem

Crohn auf Kriegsfuß

stehe.

Schübe und andere Herausforderungen

Häufig haben Patient:innen einen längeren

Leidensweg hinter sich, weil Beschwerden

wie Schmerzen, Krämpfe, Durchfall,

Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust

nicht ernst genommen worden sind; oder

zunächst fälschlicherweise ein Reizdarmsyndrom

diagnostiziert worden ist. Es ist

jedoch so, dass sich CED aufgrund von

vorhandenen Entzündungen im Darm, die

bei gezielten Untersuchungen erkennbar

sind, sehr wohl von einem Reizdarmsyndrom

unterscheiden. Das Ausschließen

des Reizdarmsyndroms und eine frühe

Diagnose von CED, wie Morbus Crohn oder

Colitis ulcerosa, sind insofern von großer

Bedeutung, als potenziellen Komplikationen

im weiteren Krankheitsverlauf vorbeugend

entgegengewirkt werden kann.

Dies ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil

CED-Patient:innen somit mit einer möglichst

hohen Lebensqualität den Alltag

bestreiten können. Denn ein Leben mit CED

bringt Berg- und Talfahrten mit sich, die

sich als Schübe bemerkbar machen und mit

guter Navigation bewältigt werden müssen.

Die Herausforderungen einer Chronisch

Entzündlichen Darmerkrankung sind

nicht nur rein physische, sondern immer

auch psychische. Umso wichtiger ist es für

CED-Betroffene, ein gutes soziales Netz

aus Freund:innen, Lebensgefährt:innen

und Familien zu haben, die viel Halt geben

können.

Tipps gegen den Winterblues

Aber nicht nur Menschen mit CED erleben

Aufs und Abs, sondern auch – durch den

Wechsel der Jahreszeiten bedingt – viele

weitere Menschen. Gerade im Winter, wenn

das Immunsystem deutlich intensiver

arbeiten muss als im Sommer, bedeutet dies

eine zusätzliche Belastungsprobe. Dann treten

auch psychische Belastungen verstärkt

zu Tage, nicht zuletzt aufgrund der immer

noch grassierenden COVID-19-Pandemie.

Christine Gmeinder lebt selbst seit 40

Jahren mit Morbus Crohn und weiß um die

Beschwerlichkeiten der kalten Jahreszeit –

auch in Verbindung mit der Coronakrise:

„Nach Monaten des Lichts, der Wärme

und wiederum ‚gelebter‘ sozialer Kontakte

steuern wir wieder auf das von mir nicht

so geliebte Winterhalbjahr zu.“ Gegen den

Winterblues empfiehlt sie ein gutes Buch,

eine heiße Tasse Tee, ausgiebige Gespräche

mit Freund:innen, intensive Lichtquellen

und häufige Spaziergänge in der Natur.

Keine Macht dem Kriegsfuß

Auch Bettina Wagner lebt mit einer CED

und weiß, wie wichtig es ist, gerade in den

kommenden Monaten auf die eigene psychische

Gesundheit zu achten. Für sie ist

Bewegung und Zeit im Freien zu verbringen

ein wichtiger Schlüssel zum eigenen Wohlbefinden:

„Generell versuche ich im Winter

nicht weniger aktiv zu sein. Bewegung im

Der Gedanke daran,

dass [...] viele im

gleichen Boot sitzen,

hilft mir.

Allgemeinen ist mir sehr wichtig, daher

zählen auch im Winter Wanderungen

zu meinen Lieblings beschäftigungen.“

Außerdem achtet Wagner besonders auf

ihren Vitamin-D-Haushalt und versucht,

ihr Immunsystem zu stärken: „Ich ernähre

mich so ausgewogen wie möglich und,

soweit für meinen Darm verträglich, mit

frischen, saisonalen Produkten. Familie,

Freundinnen und Freunde wissen, dass

meine Hochs und Tiefs schon einmal

häufiger vorkommen. Ich muss mich nicht

erklären, wenn ich einmal Treffen absage.

Gleichzeitig motivieren sie mich und locken

mich aus der Reserve, wenn ich gerade wieder

mit meinem Crohn auf Kriegsfuß stehe.“

Diese Bezugspersonen können und sollen

für Menschen mit CED sowohl in Hoch- als

auch Tiefphasen da sein, indem sie Verständnis

ganz ohne Vorurteile aufbringen

und in der richtigen Balance aus Ruhe und

Aktivität ihre Unterstützung anbieten.

Aktiver und regelmäßiger Austausch

Gemeinsam und aktiv etwas gegen depressive

Gedanken zu tun ist auch für Gmeinder

wichtig: „Der Gedanke daran, dass nicht nur

ich gegen diesen Winterblues ankämpfe,

sondern, dass viele im gleichen Boot sitzen,

hilft mir; ebenso wie gemeinsame Unternehmungen.“

So wichtig wie individuelle

Bewältigungsstrategien sind, so bedeutend

ist gleichzeitig auch der regelmäßige

Austausch über die gesundheitliche

Situation mit Therapeut:innen und behandelnden

Ärzt:innen. Gerade wenn sich

CED-Patient:innen nicht gut fühlen, sind

Besprechungen mit Spezialist:innen wichtig.

Auch das Wahrnehmen von Gesundheitsterminen

– trotz Winter und COVID-19-Pandemie

– ist jetzt mehr denn je von Bedeutung.

Und nicht zuletzt kann auch der Austausch

mit anderen CED-Betroffenen, etwa im

Rahmen von Selbsthilfegruppen, helfen, gut

durch den Winter zu kommen – egal, ob

gerade auf Berg- oder Talfahrt.

* Knoflach et al. J Gastroenterol Hepatol Erkr

2014; 12 (3): 7–10.

FOTO: ZVG

Christine Gmeinder

CED-Betroffene

AT-IBD-NA-202112-00001 | ERSTELLT 12/2021

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www.oemccv.at


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Mit freundlicher Unterstützung von Ferring

Lieber heute

als morgen

Der Gastroenterologe Univ.-Prof. Dr. Alexander Moschen erklärt im Interview, warum es so

wichtig ist, erste Anzeichen für Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED) ernst zu

nehmen.

Welche körperlichen Warnsignale sollten

Menschen ernst nehmen, um eine mögliche

CED abklären zu lassen?

Symptome im Verdauungstrakt können

viele Menschen betreffen. Häufig sind

solche Beschwerden aber eher funktioneller

Natur – also eher einem Reizdarmsyndrom

zuzuordnen. Die Schwierigkeit

besteht also darin, zu unterscheiden, hinter

welchen Symptomen sich tatsächlich eine

CED verbirgt. Grundsätzlich sagen wir

in der Gastroenterologie, dass länger als

vier Wochen andauernde oder nächtliche

Durchfälle, Blutbeimengungen im Stuhl,

unklare abdominelle Schmerzen, Gewichtsverlust

oder Wachstumsverzögerung bei

Kindern Hinweise für eine CED sein können

und daher abgeklärt werden sollten. Denn:

Je später eine CED erkannt wird, desto

größer ist der vielleicht bereits entstandene

Schaden am Verdauungstrakt.

CED sind ein Überbegriff für verschiedene

Krankheitsbilder. Worin unterscheiden

diese sich?

Im Wesentlichen werden bei CED zwei

Erkrankungen zusammengefasst: Colitis

ulcerosa und Morbus Crohn. Colitis ulcerosa

betrifft hauptsächlich den Dickdarm

sowie den Enddarm. Patientinnen und

Patienten haben nahezu immer Durchfall,

Stuhldränge sowie Blutbeimengungen im

Stuhl. Aufgrund dieser Symptome kommen

Betroffene in der Regel relativ rasch

zu Ärztinnen bzw. Ärzten. Morbus Crohn

betrifft hingegen vorzugsweise das Ende

des Dünndarms, obwohl grundsätzlich

alle Abschnitte des Verdauungstraktes

betroffen sein können. Patientinnen und

Patienten können an unspezifischen

Beschwerden leiden, eine durchaus

normale Stuhlfrequenz haben und trotzdem

krank sein. Daher dauert es in diesem

Fall gelegentlich länger, bis die richtige

Diagnose gestellt wird.

Welche Ärztinnen oder Ärzte sollten

Betroffene aufsuchen?

Das ist eine wichtige Frage, denn die

Schwierigkeit besteht darin, generelle

gastrointestinale von chronisch entzündlichen

Symptomen zu unterscheiden.

Hier spielt die Primärversorgung mithilfe

von Schul-, Haus- und Familienärztinnen

und -ärzten eine zentrale Rolle, da ihnen

die Ersteinschätzung obliegt. Es gibt seit

einigen Jahren einen sehr sinnvollen Entzündungsmarker,

der im Stuhl gemessen

wird. Ist dieser Calprotectin-Wert erhöht

und bestehen gleichzeitig entsprechende

Symptome, ist das Grund genug, Patientinnen

und Patienten im weiteren Schritt

Gastroenterologinnen oder -enterologen zu

überweisen.

Welche Therapieoptionen gibt es?

Bevor man die Therapieindikation stellen

kann, muss die Diagnose gesichert werden.

Dafür braucht es die Spiegelung des

Magen-Darm-Traktes. Wird die Diagnose

einer CED gestellt, hängt die anschließende

Therapie vom Schweregrad der Erkrankung

sowie von potenziell bereits aufgetretenen

Komplikationen ab – denn mit CED

Betroffene neigen dazu, Komplikationen

wie Engstellen oder Fisteln zu entwickeln.

Vor allem letztere sind bei Patientinnen

und Patienten sehr stigmatisierend und

müssen zunächst häufig chirurgisch saniert

werden, um eine sichere Ausgangslage für

eine darauffolgende Therapie zu schaffen.

Neben einigen Basismedikamenten wie

Mesalazinen (5-Aminosalicylate) bei der

leicht bis mittelschweren Colitis ulcerosa

erhalten CED-Betroffene Medikamente, die

das Immunsystem so unterdrücken, dass

die anhaltenden Entzündungsreaktionen

unterbrochen werden.

Was können Betroffene neben der medikamentösen

Therapie selbst für sich tun?

Eine wichtige Rolle spielt eine gesunde

Lebensführung mit ausreichend Schlaf

und Bewegung sowie einer ausgewogenen

Ernährung. Außerdem ist es wichtig, dass

Patientinnen und Patienten nicht rauchen.

Die gute Nachricht ist aber, dass wir einen

Großteil der Patientinnen und Patienten

mit den heute zur Verfügung stehenden

Medikamenten sehr gut behandeln können.

Welche Optionen haben Patientinnen und

Patienten bei plötzlichen Schüben oder

Verschlechterungen?

Das ist eine wichtige Frage! Das Grundprinzip

der Behandlung besteht nicht nur darin,

Betroffenen Medikamente zu verschreiben,

sondern Patientinnen und Patienten auch

gut in der Langzeittherapie zu begleiten.

Daher braucht es eine regelmäßige Kontrolle

– am Anfang sehr engmaschig, mit der

Zeit und wenn es gut geht, in größeren

Intervallen. Wir müssen unsere Patientinnen

und Patienten darauf trainieren, gut

auf ihren Körper zu hören und ihre Symptome

einschätzen zu lernen, um bei Schüben

rechtzeitig zu uns kommen zu können. So

können wir die Situation reevaluieren und

entsprechend an der „Therapie-Schraube“

drehen.

FOTO: ZVG

Univ.-Prof. Dr.

Alexander R

Moschen PhD

Leitung Universitätsklinik

für Innere

Medizin

mit Schwerpunkt

Gastroenterologie

und Hepatologie

Fragen für das ärztliche (Erst-)Gespräch

Für die Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen ist eine gute (wechselseitige) Kommunikation

wichtig. Für Univ.-Prof. Dr. Alexander Moschen funktioniert eine gute Betreuung mit informierten

Patient:innen am allerbesten. Er empfiehlt Patient:innen, aktiv unter anderem folgende Fragen zu stellen:

Was muss ich über CED, über meine Erkrankung wissen?

Kann ich Medikamente auch absetzen?

Worauf muss ich bei einer neuen Diagnose medizinisch achten?

Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?

Welche Schritte und Untersuchungen stehen für mich an?

Welche Impfungen sollte ich durchführen lassen?

Wie gestaltet sich der weitere Ablauf meiner Behandlung?

Kann ich schwanger werden bzw. kann ich Kinder bekommen?

Welche Therapie ist für mich geeignet?

Was bedeuten immunsuppressive Therapien für mich?

Auf welche Symptome sollte ich achten, um zu merken, dass sich

mein Krankheitsverlauf verändert?

Wie oft soll ich zur ärztlichen Kontrolle kommen?

Wenn ich ein neues Medikament erhalte: Wie muss ich mein

Medikament einnehmen?

AT-PENT-2111-3001-DE


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Eine Themenzeitung von Mediaplanet

INTERVIEW

FOTO: ROBINA WEERMEIJER VIA UNSPLASH.COM

Nierenzellkarzinom:

die Niere erhalten statt

entfernen

Das Nierenzellkarzinom ist mittlerweile deutlich besser behandelbar als noch

vor wenigen Jahren. Möglich machen das verfeinerte Operationstechniken

und neue medikamentöse Therapien, erklärt der Urologe Dr. Kilian Gust.

Dr. med. Kilian M.

Gust

FEBU, Facharzt für

Urologie an der Medizinischen

Universität

Wien

Text

Werner Sturmberger

FOTO: ZVG

Was versteht man eigentlich unter

Nierenkrebs und wer ist vor allem davon

betroffen?

An der Niere können unterschiedliche

Tumore auftreten. Karzinome des Urothel

(Deckgewebe der Harnwege) machen in

etwa 10 % aus. Die verbleibenden Fälle

entfallen fast ausschließlich auf das Nierenzellkarzinom.

Dabei sind Männer doppelt so

oft betroffen wie Frauen; am häufigsten tritt

es im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf.

Insgesamt erleben wir in Österreich in den

letzten Jahren eine leicht ansteigende Nierenkrebsrate;

2018 wurde bei 1.370 Personen

ein Tumor in der Niere diagnostiziert.

Gibt es Risikofaktoren und welche

Rolle spielen Lebensstil und Veranlagung?

Allgemein begünstigen Übergewicht,

Bluthochdruck und ein damit verbundener

Lebensstil das Auftreten der Erkrankung.

Neben dem Rauchen gelten auch

die längerfristige Einnahme bestimmter

Schmerzmittel sowie das Vorliegen einer

eingeschränkten Nierenfunktion als Risikofaktoren.

In seltenen Fällen können ebenso

genetische Faktoren das Erkrankungsrisiko

erhöhen. Treten in einer Familie gehäuft

Nierenzellkarzinome auf, empfiehlt es sich

somit abklären zu lassen, ob eine genetische

Veranlagung vorhanden ist, die weitervererbt

wurde oder werden kann.

Bei welchen Symptomen sollte man ärztliche

Hilfe in Anspruch nehmen?

Die Symptome eines Nierenkarzinoms sind

im Normalfall eher unspezifisch. Blut im

Harn ist immer etwas, das man auf jeden

Fall abklären lassen sollte, auch wenn in

den seltensten Fällen ein Nierenkarzinom

dafür verantwortlich ist. Meist steckt eine

gutartige Erkrankung dahinter – etwa

eine vergrößerte Prostata bei Männern

oder eine Blasenentzündung bei Frauen.

Spezifischere Symptome treten erst im

späteren Stadium auf – wie etwa Blutarmut,

Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit,

Schmerzen an der Flanke sowie nächtliches

Schwitzen und Fieberschübe.

Wie erfolgt die Diagnose im Normalfall?

Beim Nierenzellkarzinom gibt es keine

gezielte Vorsorgeuntersuchung. Bei einem

Großteil der Patienten wird das Karzinom

durch Zufall im Rahmen einer Untersuchung

entdeckt, beispielsweise bei der

Ultraschalluntersuchung im Rahmen einer

Vorsorgeuntersuchung. Dass ein Tumor

über eine Tastuntersuchung an der Flanke

entdeckt wird, kommt im Grunde nicht

mehr vor. Zur Absicherung der Diagnose

werden bildgebende Verfahren wie Computer-

und Magnetresonanztomographie (CT

und MRT) eingesetzt. Anders als bei anderen

Krebserkrankungen gibt es keine spezifischen

Tumormarker im Harn oder Blut,

die man bestimmen könnte. Im Normalfall

reichen die bildgebenden Verfahren jedoch

aus, um die Diagnose abzusichern. Durch

das Verhalten des Kontrastmittels auf den

Bildern lässt sich im Regelfall bereits vor

der operativen Entfernung bestimmen, ob

es sich um einen Tumor oder etwas anderes,

wie eine gutartige Zyste, handelt. Eine

Biopsie wird nur in seltenen Fällen durchgeführt.

Etwa dann, wenn man Patienten

aufgrund des hohen Alters nicht direkt

operieren will.

Wie erfolgt die Behandlung?

Noch vor 10–15 Jahren wurde die betroffene

Niere häufig komplett entfernt. Mittlerweile

wissen wir aber, dass die dadurch

geminderte Nierenfunktion sich deutlich

negativer auf das Überleben auswirkt, als

das Belassen der Niere mit dem Risiko eines

Wiederauftretens des Tumors. Gleichzeitig

haben sich die minimal-invasiven Operationstechniken

deutlich weiterentwickelt.

Bei einem lokalisierten Tumor wird deshalb

nur mehr das betroffene Gewebe – nicht

aber die gesamte Niere entfernt. Erst, wenn

der Tumor erneut auftreten sollte, ist es in

den meisten Fällen nicht mehr möglich, die

Niere weiter zu erhalten. Beim erstmaligen

Auftreten eines Tumors sind die Patienten

mit der chirurgischen Entfernung

im Wesentlichen geheilt und können ins

Nachsorgeschema wechseln. Ist der Tumor

bereits fortgeschritten und metastasiert,

erfordert das eine medikamentöse Therapie.

Auch hier wurden durch neuartige

medikamentöse Kombi-Therapien in den

letzten Jahren große Fortschritte erzielt,

sodass auch Patienten in diesem Stadium

lange Zeit überleben können.

Wie verläuft die Nachsorge?

Bei fortgeschrittenen Tumoren ist das

Risiko, dass der Tumor wiederkommt,

höher. Das bedeutet, die Nachsorgeintervalle

richten sich nach dem Stadium des Tumors

zum Zeitpunkt der Entfernung. Die Nachsorge

besteht aus regelmäßigen Kontrollen

der Blutwerte, um die Funktion der Niere zu

überwachen. Die Ultraschall- und Schnittbildgebung

dienen der Feststellung eines

möglichen Wiederauftretens des Tumors.

Bei etwa 20 bis 30 % aller Patienten, die kurativ

operiert wurden, kommt es zur erneuten

lokalisierten Tumorbildung oder zu Metastasen

an anderen Organen. Die Patienten

selbst können relativ wenig machen, außer

auf eine gesunde Lebensweise achten. Bei

Patienten, bei denen eine Niere entnommen

wurde, ist es besonders wichtig, den Blutdruck

regelmäßig zu kontrollieren, um die

verbliebene Niere zu schützen.

Wie kann man Menschen die Angst vor

der Erkrankung nehmen?

Gerade im Frühstadium ist das Nierenzellkarzinom

sehr gut behandelbar. Darum

sollte man die allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen

wahrnehmen. Wird ein Tumor

diagnostiziert, besteht bei den meisten

Patienten die Möglichkeit, diesen lokal

chirurgisch zu entfernen. Auch bei Patienten,

bei denen das Karzinom bereits

metastasiert ist, hat die Weiterentwicklung

der medikamentösen Therapien dazu

geführt, dass auch hier gute Behandlungserfolge

erzielt werden können.

Mit freundlicher Unterstützung von MSD

AT-KEY-01169, erstellt im Dezember 2021


Eine Themenzeitung von Mediaplanet

Lesen Sie mehr unter www.dergesundheitsratgeber.info/bauchgesundheit 7

INTERVIEW

Diabetes gehört ins Museum

Ein Museum rund um Diabetes? Die Dachorganisation der Diabetes Selbsthilfe Österreich „wir sind

diabetes“ hat dieses Projekt nun virtuell auf www.diabetes-museum.at verwirklicht. Einer der Initiator:innen,

Peter Hopfinger, erzählt im Interview über das einzigartige Museum.

Peter Hopfinger

Gründer von

diabetes-austria.com,

der ältesten Diabetes-

Plattform Österreichs

Text

Magdalena

Reiter-Reitbauer

FOTO: VERONIKA HUB

Herr Hopfinger, Sie sind der Ideengeber

des Diabetes-Museums. Wie ist die

Idee zum Diabetes-Museum entstanden?

Ich bin schon seit vielen Jahren Aktivist in

Sachen Diabetes. Für unsere Seite Diabetes

Austria habe ich immer wieder nach spannenden

Geschichten gesucht und bin dabei

auf ein Diabetes-Museum in Deutschland

gestoßen. Dieses Museum befindet sich

in einem Reihenhaus in einem Vorort von

München und wird privat von der Familie

Neumann betrieben, die über Jahre verschiedene

Artefakte aus aller Welt zusammengetragen

hat. Ich habe damals eine

Reportage über dieses Museum geschrieben

und mir gedacht, dass ein Diabetes-Museum

auch für Österreich interessant wäre. So

ist die Idee entstanden und einige Jahre in

mir geschwelt, bis das Projekt nicht zuletzt

auch über „wir sind diabetes“ konkrete

Formen angenommen hat.

Welche Intentionen stecken hinter dem

virtuellen Diabetes-Museum?

Zunächst galt es, logistische Fragen nach

Räumlichkeiten und der Finanzierung zu

klären. Zeitgleich ist der 100. Geburtstag

der Entdeckung von Insulin im Juli 2021

näher gerückt. Und dann war da auch noch

Corona! So ist die Idee zu einem virtuellen

Museum entstanden. Glücklicherweise hat

sich trotz Corona so alles gefügt; da sich

zumindest die Fragen nach Räumlichkeiten

oder Personal erübrigt hatten. In unser virtuelles

Museum kann jeder Mensch auf der

ganzen Welt barrierefrei und ohne Maske zu

Besuch kommen – und das, ohne Eintritt zu

bezahlen.

Wie ist das Museum konzipiert?

Das Museum ist so konzipiert, dass wir

nicht nur einen Blick in die Vergangenheit

werfen, sondern auch einen Blick in

die Zukunft ermöglichen. Es gibt einen

interaktiven Teil, in dem man spielerisch

das eigene Wissen überprüfen kann.

Offiziell haben wir unser Museum mit einer

Pressekonferenz am Weltdiabetestag am 14.

November 2021 eröffnet, dem Geburtstag

von einem der Insulin-Entdecker. Mit dem

Museum ermöglichen wir nun einen anderen

Umgang mit dem Thema. Wir haben

Videos gedreht, 3D-Fotografien von Artefakten

angefertigt – darüber hinaus können

Besucherinnen und Besucher Räume sogar

virtuell betreten.

Museen werden oftmals als Gebilde mit

staubigen Artefakten wahrgenommen.

Das virtuelle Diabetes-Museum bietet

eine Veränderung des Museumsgedankens.

War die Corona-Pandemie hierfür

eine Hilfe oder eine Hürde?

Zunächst war Corona sicherlich eine Hürde.

Doch die Lösung, die wir nun gefunden

haben, ist sehr gut; und letztlich ist das

Museum in der Form für Besucherinnen und

Besucher sogar unkomplizierter, weil man es

von jedem Ort auf der Welt besuchen kann.

Was erhoffen und erwarten Sie sich vom

Diabetes-Museum?

Wir erwarten uns Interesse und regen

Besuch – das ist das Wichtigste. Wir überlegen

natürlich – wenn alles wieder normaler

wird – das Museum auch in „echten“ Räumlichkeiten

umzusetzen. Wir haben nun so

viele Schätze zusammengetragen, die wir

auch gerne im echten Leben herzeigen

möchten. Die Realisierung hängt aber von

vielen Faktoren, wie Verfügbarkeit von

Räumlichkeiten oder Finanzierungsfragen,

ab.

Ein Museum über eine Erkrankung wie

Diabetes zu machen ist doch etwas unorthodox

für Österreich, oder?

Ja, aber es war nicht meine alleinige und

ursprüngliche Idee. Als bei mir damals im

Jahr 1995 Diabetes diagnostiziert wurde,

gab es 250.000 Menschen mit Diabetes.

Heute sind es 800.000. Das heißt, dass

nahezu ein Zehntel der Bevölkerung Österreichs

mit Diabetes lebt. Diese Entwicklung

war damals noch gar nicht abzusehen.

Diabetes wird nach wie vor gesundheitspolitisch

unterschätzt und überhaupt

wird viel zu wenig für die Prävention

von Diabetes getan. Vielleicht kann ein

Museum dazu beitragen, die Erkrankung

der Öffentlichkeit aus einem anderen Blickwinkel

näherzubringen. Mein Bestreben als

Kommunikationsmensch ist es immer, die

Schwelle so niedrig wie möglich zu halten

und Menschen neugierig zu machen. Das

Museum ist nun ein Tool, Menschen dazu

zu bringen, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen,

das es mittlerweile in fast

jeder Familie geben müsste.

Sie haben gerade die gesundheitspolitische

Relevanz von Diabetes in Österreich

angesprochen. Wo sehen Sie in Österreich

derzeit Aufholbedarf?

Wir haben dringenden Aufholbedarf im

Bereich der Prävention und der Aufklärung

von staatlicher Seite. Es braucht auch den

Gang zu Vorsorgeuntersuchungen, um

bereits Prä-Diabetes gut zu behandeln,

sodass es erst gar nicht zu einer Manifestation

von Diabetes, vor allem dem Typ

2, kommt. Natürlich wird gerade vieles

von der Corona-Pandemie überdeckt. Wir

wissen aber auch, dass gerade Diabetes und

Corona in Kombination eine wirklich tödliche

Mischung sein können.

Im Diabetes-Museum werden historische

Meilensteine präsentiert. Was waren für

Sie die großen Meilensteine in Ihrer persönlichen

Diabetes-Geschichte?

Ein Meilenstein für mich war, dass ich

durch Recherche die für mich beste

Therapeutin gefunden habe, die mich sehr

schnell auf die richtige Schiene bringen

konnte. Weitere, vor allem technische,

Meilensteine waren für mich die ersten

schnelleren Blutzuckermessgeräte sowie

die schnellen und ultralangsamen Insuline.

Wenn man sich die Geschichte ansieht,

ist der Fortschritt der letzten Jahre in

der Forschung und Technik enorm. Was

wird wohl in den nächsten Jahrzehnten

passieren?

Insgesamt ist die Weiterentwicklung in der

Technik unaufhaltsam. Die neuen Systeme,

in denen Messgeräte und Insulinpumpen

miteinander kommunizieren und Daten

ganz einfach überprüft werden können,

sind eine tolle Entwicklung, die sicherlich

noch weiter gehen wird.

Welche Projekte stehen bei Ihnen in der

Selbsthilfe in naher Zukunft an?

Wir würden gerne wieder so agieren können

wie vor der Corona-Pandemie. Immerhin

haben wir einige ganz lustige Dinge

organisiert, wie etwa den Wildsau Dirt Run

zugunsten von Kindern mit Diabetes. Wir

hoffen, dass wir bald wieder mehr davon

planen können. Schön wäre außerdem,

wenn wir unser Diabetes-Museum irgendwann

auch im analogen Leben anbieten

können!

Sponsored by Roche Diabetes Care

Accu-Chek Instant: Das neue

Blutzuckermessgerät für einfaches Messen

EINFACH MESSEN. EINFACH INSTANT: Das neue Blutzuckermessgerät Accu-Chek Instant unterstützt Menschen mit Diabetes, die EINFACH MESSEN

möchten. Die breite Auftragsfläche der Teststreifen vereinfacht das Blutauftragen, das große beleuchtete Display sorgt für gute Lesbarkeit und die intuitive

Farbskala ermöglicht ein besseres Verständnis der Messwerte. Darüber hinaus liefert Accu-Chek Instant nachweislich genaue Messergebnisse 1 .

Immer mehr Menschen sind von Typ-2-Diabetes

betroffen, darunter auch viele ältere

Personen. Für sie spielt die klassische

Blutzuckermessung eine wichtige Rolle, um

eine gute Einstellung zu erreichen und so

Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Basis

hierfür bildet ein Messgerät, das auch für

Menschen mit Einschränkungen einfach zu

bedienen ist.

EINFACH AUFTRAGEN: Die Accu-Chek

Instant Teststreifen bieten eine besonders

breite und saugstarke Auftragsfläche, die

wie ein Schwamm funktioniert. So genügt

bereits ein kleiner Tropfen Blut für die Messung.

Mit der bewährten Accu-Chek Softclix

Stechhilfe gelingt die Blutgewinnung

besonders einfach und schmerzarm.

EINFACH ABLESEN: Das große beleuchtete

Display sorgt dafür, dass auch Menschen

mit eingeschränktem Sehvermögen die

Messwerte gut ablesen können – und das

sogar bei ungünstigen Lichtverhältnissen.

EINFACH VERSTEHEN: Auf der intuitiven

Farbskala direkt neben dem Display wird

jedem Messwert durch einen Pfeil die

entsprechende Farbe – rot, blau oder grün –

zugeordnet. So sieht man auf einen Blick,

ob der aktuelle Messwert zu niedrig, zu

hoch oder im Zielbereich liegt.

Das neue Accu-Chek

Instant Blutzuckermessgerät

kann

ab sofort bestellt

werden: unter 01/277

27-355 oder auf

www.accu-chek.at

1

Breitenbeck, N., Brown, A. (2017). Accuracy Assessment of a Blood Glucose Monitoring System for Self-Testing with Three Test

Strip Lots Following ISO 15197:2013/EN ISO 15197:2015 Journal of Diabetes Science and Technology 11(4), 854-855.

https://dx.doi.org/10.1177/1932296816682032

ACCU-CHEK, ACCU-CHEK INSTANT und ACCU-CHEK SOFTCLIX sind Marken von Roche. Alle weiteren Produktnamen und Marken

gehören den entsprechenden Eigentümern.© 2021 Roche Diabetes Care Austria GmbH, Engelhorngasse 3, 1210 Vienna, Austria

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den hier angeführten Produkten um Medizinprodukte zur Anwendung für Patienten handelt. Vor

Gebrauch dieser Produkte muss die Gebrauchsinformation beachtet und ärztlicher Rat eingeholt werden.

FOTO: ZVG



Cal.

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