Verbreitung, Ökologie und Schutz der Mauereidechse

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Verbreitung, Ökologie und Schutz der Mauereidechse

Eine Grünbrücke als Lebensraum für die Mauereidechse.

Christian Neumann

Die Grünbrücke über die A1/A48 beim Autobahnkreuz Wittlich wurde als

Kompensationsmaßnahme für die zu erwartende Zerschneidung und

Lebensraumzerstörung durch den Bau der B50 neu errichtet. Sie ist die

erste Grünbrücke Deutschlands, die über eine bereits bestehende

Autobahn errichtet wurde, ohne dass diese ausgebaut wurde. Die

Grünbrücke, die seit April 2008 für Wildtiere zugänglich ist, vernetzt die

lokalen und regionalen Lebensräume der Wildkatze, der Haselmaus, des

Rothirsches, der Bechsteinfledermaus sowie des Großen Mausohres. Im

Rahmen einer Wirksamkeitskontrolle wurde im Jahr 2011 die auf der

Grünbrücke ansässige Mauereidechsenpopulation untersucht. Die

Grünbrücke hat sich dabei als optimales Sekundärhabitat für die

Mauereidechse herausgestellt. Der Boden der Brücke wurde nicht, wie

normalerweise üblich, eingeebnet und bietet daher den Eidechsen und

anderen Kleintieren wichtige Mikrostrukturen. Die Blendschutzwände

haben sich als beliebte Sonn-/Aufwärmplätze herausgestellt, die den

Echsen außerdem Schutz vor Prädatoren bieten, und der Spurstreifen, der

zum Auslesen von Wildtierspuren angelegt wurde, wird als Eiablageplatz

genutzt. Anhand von Fang/Wiederfang wurde eine Populationsgröße von

ca. 90 Mauereidechsenindividuen errechnet. Die Ergebnisse der

Wirksamkeitsuntersuchung lassen darauf schließen, dass die Grünbrücke

nicht nur für den Lebensraumverbund von Wildtieren, sondern auch für

den von Mauereidechsen geeignet ist.

Christian Neumann, Öko-Log – Freilandforschung, Hof 30, 16247 Parlow,

christian.neumann120@gmx.de

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