bürger- und polizeiball bürger- und polizeiball - bei Polizeifeste.de

polizeifeste.de

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LIZEI

EIN ARTNER

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Kreisgruppe Wolgast

Gewerkschaft der Polizei

BÜRGER- UND

POLIZEIBALL

BANSIN 17. OKTOBER 2009


www.VDPolizei.de

17.10.2009,

19.00 Uhr

Hotel zur Post

in Bansin

POLIZEI -

Gewerkschaft der Polizei

Kreisgruppe Wolgast

DEIN PARTNER

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Verantwortlich für den redaktionellen Teil:

Mario Karsties, Wolgast

Fotos: Die Verfasser

www.photocase.com

Nachdruck des redaktionellen Teils nur nach

ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers

Sämtliche hier veröffentlichte Anzeigen, die im

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hiergegen werden vom Verlag, auch im Auftrag

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Geschäftsführer:

Bodo Andrae, Joachim Kranz

Anzeigenleiterin: Antje Kleuker

Gestaltung und Layout: Jana Kolfhaus

Satz und Druck:

DTP & Druck GmbH & Co. KG, Düsseldorf

© 2009

Bürger-

und Polizeiball

Grußworte

Programm

Artikel

Danksagung

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05/2009/50

VERLAG DEUTSCHE POLIZEILITERATUR GMBH

Anzeigenverwaltung


Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

verehrte Gäste,

wieder einmal veranstaltet die Kreisgruppe

Wolgast der Gewerkschaft der

Polizei in Bansin ihren Großen Bürger

und Polizeiball. Dies geschieht nunmehr

zum siebten Mal und insofern kann man

berechtigt von einer Traditionsveranstaltung

sprechen.

Die Beliebtheit dieser Veranstaltung stellt

einmal mehr ein lebendiges Zeugnis für

das enge Vertrauensverhältnis zwischen

den Mitarbeitern der Polizei und den Bürgerinnen

und Bürgern von Wolgast sowie

der Insel Usedom und Umgebung aus.

Eine leistungsstarke und moderne Polizei,

die gegenüber Einheimischen und Gästen

stets freundlich und kompetent auftritt,

bildet selbst die beste Basis für ein vertrauensvolles

Miteinander. Unser Motto „Poli-

Die Beliebtheit dieser Veranstaltung

stellt einmal mehr ein lebendiges

Zeugnis für das enge Vertrauensverhältnis

zwischen den Mitarbeitern der

Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern

von Wolgast sowie der Insel

Usedom und Umgebung aus.

zei – Dein Partner“ ist Verpflichtung für

polizeiliche Präsenz bei Tag und Nacht.

Nur so kann es gelingen, Mecklenburg-

Vorpommern noch sicherer zu machen.

Wer die Verkehrsunfallzahlen und die Kriminalstatistik

näher betrachtet, kommt zu

dem Ergebnis, dass unsere Landespolizei

im zurückliegenden Zeitraum hervorragende

Arbeit geleistet hat.

Im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung

konnte unsere Polizei die Aufklärungsergebnisse

seit Jahren stetig verbessern und

gleichfalls die Kriminalitätsrate zurückdrängen.

Auch der unablässige Kontrolldruck

gegenüber Dränglern und Rasern

auf unseren Straßen hat zu einem Rückgang

der Verkehrsunfallzahlen geführt.

Nie zuvor hatten wir so wenig Verkehrstote

wie im vergangenen Jahr, wobei nach

wie vor jeder einzelne einer zu viel ist.

Um noch erfolgreicher agieren zu können,

ist unsere Polizei insbesondere auf die Hilfe

und Unterstützung aller Bürger und

gesellschaftlichen Kräfte angewiesen.

Deshalb möchte ich Ihnen, verehrte Gäste,

empfehlen, das Gespräch mit „Ihren

Polizeibeamten“ zu suchen. Der heutige

Abend bietet neben dem Feiern bestimmt

ausreichend Gelegenheit dazu. Dabei

wünsche ich Ihnen vergnügliche Stunden.

Ich wünsche dem 7. Großen Bürger- und

Polizeiball ein gutes Gelingen und seinen

Gästen viel Freude.

Lorenz Caffier

Innenminister

Mecklenburg-Vorpommern

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Grußwort

Eine Veranstaltung wie der große

Bürger- und Polizeiball ist ein wesentlicher

Faktor im gesellschaftlichen

Leben des Landkreises.

Zum diesjährigen 7. Großen Bürgerund

Polizeiball der Gewerkschaft der Polizei,

Kreisgruppe Wolgast in Bansin allen

Angehörigen der Polizei und allen Gästen

meinen herzlichen Gruß und ein freundliches

Willkommen.

Eine Veranstaltung wie der große Bürgerund

Polizeiball ist ein wesentlicher Faktor

im gesellschaftlichen Leben des Landkreises.

Er trägt dazu bei, Kontakte zwischen

den Bürgern und der Polizei in fröhlicher

Atmosphäre zu ermöglichen und so

Verständnis für deren Arbeit zu fördern.

Deshalb hoffe ich, dass dieser Ball wieder

von vielen Bürgern besucht wird, um diesem

Anliegen möglichst großen Erfolg zu

sichern.

Dank und Anerkennung gebührt – wie

immer – der Polizeigewerkschaft, Kreisgruppe

Wolgast als Ausrichter und ihren

vielen Helfern, die diesen Ball ermöglichen

und mit viel Kraft und Fleiß den

Gästen einen unterhaltsamen Abend bereiten

werden.

Ich wünsche dem Ball einen fröhlichen

Verlauf, den Mitwirkenden gutes Gelingen

und den Gästen viel Spaß.

Dr. Barbara Syrbe

Landrätin des Landkreises

Ostvorpommern

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Grußwort

Sehr geehrte Polizeibeamte,

werte Gäste,

der Bürger- und Polizeiball der Kreisgruppe

Wolgast der Gewerkschaft der Polizei

hat Tradition und findet bereits zum 8. Mal

statt. Die Idee, in einer ungezwungenen

Atmosphäre die Kontakte zwischen Bevölkerung,

Behörden, Unternehmen und der

Polizei kontinuierlich weiter zu entwickeln

und damit das Verständnis für die

umfangreiche Arbeit der Beamten zu fördern,

verdient unser aller Respekt und

meine persönliche Hochachtung.

Als Bürgermeister der größten Ostseebad-Gemeinde

in Mecklenburg-Vorpommern

begründe ich meine anerkennenden

Worte damit, dass wir im Alltag die

ständig wachsende qualitative Entwicklung

der Polizei spürbar erleben. Die

Beamten der Polizeidirektion Anklam,

der Wasserschutzpolizei und unser

Heringsdorfer Polizeirevier haben an 365

Tagen im Jahr rund um die Uhr ein

umfangreiches polizeiliches Pensum zu

bewältigen. Die Aufgaben reichen von

der Kriminalitätsbekämpfung, über Verkehrsunfälle,

und Verkehrssicherheit bis

hin zur Prävention. In den Sommermonaten

sorgen die Beamten aber nicht nur

Das Bürgervertrauen in die Arbeit der

Polizei konnte durch ein hervorragendes

polizeiliches Handeln, wie die Beratung

der Bürger, dem Helfen mit

Tipps und Ratschlägen, die sich an

den Bedürfnissen der Menschen

orientieren, weiter gestärkt werden.

für die Sicherheit unserer Einwohnerinnen

und Einwohner sondern kümmern

sich in einer der beliebtesten Urlauberregionen

von Mecklenburg-Vorpommern

auch um die ungezählten kleinen und

großen Anliegen unserer Gäste und internationalen

Touristen.

Aktive Unterstützung und stets ein offenes

Ohr finden die Gemeinde Ostseebad

Heringsdorf und der Eigenbetrieb Kaiserbäder

Insel Usedom bei der Absicherung

unserer vielfältigen gesellschaftlichen und

kulturellen Aktivitäten. Das gemeinsame

Miteinander trägt wesentlich dazu bei,

dass sich die öffentliche Sicherheit und

Ordnung erhöht hat.

Dazu gehören insbesondere die Abwehr

von Gefahren und die Verfolgung von

Straftaten. Gute Ergebnisse wurden auch

durch die weitere Steigerung der Präventionsmaßnahmen

zur Reduzierung der

Straftaten und Intensivierung der Strafverfolgung

zur Steigerung der Aufklärungsquote,

insbesondere bei schwer aufklärbaren

Delikten erzielt.

Und nicht zuletzt konnte eine Verbesserung

der Verkehrssicherheit mit der Reduzierung

der Verkehrsunfälle mit Personenschäden

im Rahmen der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit

erreicht werden.

Das Bürgervertrauen in die Arbeit der

Polizei konnte durch ein hervorragendes

polizeiliches Handeln, wie die Beratung

der Bürger, dem Helfen mit Tipps und Ratschlägen,

die sich an den Bedürfnissen der

Menschen orientieren, weiter gestärkt

werden.

Ich wünsche allen Polizeibeamten für die

Zukunft alles Gute, Gesundheit und

Erfolg.

Klaus Kottwittenborg

Bürgermeister

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Grußwort

Statt jungen Menschen aus unserem

Land eine Zukunft bei der Landespolizei

zu bieten, lässt man Polizisten

länger arbeiten. Wer ist von Ihnen mit

62 Jahren noch so fit, dass er jugendliche

Straftäter verfolgen kann? Die

Auswirkungen des sinnlosen Abbaus

werden alle zu spüren bekommen und

gemeinsam sollen wir mit ihnen leben.

Sehr verehrte Damen und Herren,

die Bürger- und Polizeibälle in Mecklenburg-Vorpommern,

insbesondere aber

auch die Bälle unserer GdP-Kreisgruppe

Wolgast, geben seit Jahren eine hervorragende

Plattform für ein gutes Miteinander

ab. Seit der ersten Veranstaltung werben

wir für gegenseitige Akzeptanz und

einen partnerschaftlichen Umgang.

Ebenso wenig wie wir in der Lage sind,

den Erfolg jeder einzelnen Präventionsmaßnahme

einzuschätzen, können wir

heute sagen, in welchem Maße diese Veranstaltungen

zum gegenseitigen Verständnis

beigetragen haben. Ich denke,

eine quantitative Aussage ist aber auch

nicht entscheidend, wichtig ist das Wissen,

dass sie es getan haben und auch

zukünftig tun werden. Ein einfacher Beleg

sind die vielen Dauergäste des Balles.

Um mehr Verständnis werden wir in

den nächsten Jahren verstärkt werben

müssen.

Polizei wird dank der richtungsweisenden

finanzpolitischen Weichenstellungen

unserer Landesregierung immer

weniger und immer älter. Bedauerlicherweise

nehmen dafür die Aufgaben

seit Jahren zu. Appelle, den Stellenabbau

nicht mit dem Rasenmäher zu

betreiben, sind weitgehend verpufft.

Lediglich die Schnittbreite hat sich

etwas verringert, so werden statt 700

Stellen bis 2015 „nur“ 200 Stellen abgebaut.

Jede weggesparte Stelle führt zu weiteren

Arbeitsverdichtungen. Statt jungen

Menschen aus unserem Land eine

Zukunft bei der Landespolizei zu bieten,

lässt man Polizisten länger arbeiten.

Wer ist von Ihnen mit 62 Jahren noch

so fit, dass er jugendliche Straftäter verfolgen

kann? Die Auswirkungen des

sinnlosen Abbaus werden alle zu spüren

bekommen und gemeinsam sollen

wir mit ihnen leben.

Schon heute müssen Hilfesuchende oftmals

vertröstet werden, weil sich alle

Wagen im Einsatz befinde, die Tendenz

ist zunehmend.

Kürzlich warb Antenne Mecklenburg-

Vorpommern für Nachwuchs in den Freiwilligen

Feuerwehren. Der Spot: Jemand

benötigt die Feuerwehr, betätigt den Notruf,

die Leitung ist frei und irgendwann

schaltet sich der Anrufbeantworter zu

„Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten

an…“ Bitte helfen Sie uns, dass das

nicht auch für uns und Sie bittere Realität

wird.

Ohne Sie, meine sehr verehrten Damen

und Herren, wäre unsere Aufgabe,

Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten,

undurchführbar.

Für den heutigen Abend wünsche ich

allen Anwesenden vergnügliche und frohe

Stunden, aber auch anregende Gespräche.

Zugleich möchte ich die Gelegenheit

nutzen, um mich bei meinen Kolleginnen

und Kollegen für die von ihnen geleistete

Arbeit zu bedanken.

Michael Silkeit

Landesvorsitzender

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Programm

Gewerkschaft der Polizei

Kreisgruppe Wolgast

Programm

Durch den Abend führt

RENÉ ZANDER

ALIAS DJ „ZACKA“ AUS BERLIN

Einlage durch

BALLETT

VORPOMMERN

DES THEATER VORPOMMERN

SHOWTANZ

BANKETT

Wir wünschen allen Besuchern

des heutigen Ballabends frohe

Stunden in beschwingter und

heiterer Atmosphäre.

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Programm

DJ „ZACKA“

DARF ICH MICH VORSTELLEN:

René „Zacka“ Zander, Party-DJ

Mein Motto: Musik & Spaß bis der Arzt kommt!

Ob Jugendweihe oder goldene Hochzeit, Firmenjubiläum,

Vereinsfest oder Autohauseröffnung,

Hochzeits- oder Geburtstagsfeier.

Mein Erfolgsrezept seit vielen Jahren: passende

Musik, Moderation und wohl dosierte Animation.

BALLETT VORPOMMERN

Das Ballett Vorpommern am Theater Vorpommern ist aus den ehemaligen Ballett- Kompanien

der Stadttheater von Greifswald und Stralsund hervorgegangen. Seit der Fusion der Theater im

Jahre 1994 bespielt es beide Hansestädte. Die Compagnie wird seit 1997 von Ralf Dörnen als

Ballettdirektor und Chefchoreograph, der zuvor lange Jahre als Solist beim Hamburg Ballett John

Neumeier tanzte, zusammen mit der Ballettmeisterin und stellvertretenden Ballettdirektorin Sabrina

Sadowska geleitet. Seither hat sich das Ballett Vorpommern zu einer hochqualifizierten,

vielseitigen und überregional beachteten Ballett-Compagnie entwickelt.

In der Spielzeit 2009/10 präsentiert das Ballett Vorpommern vier Premieren: die Ballette „Soul

Pictures“, „Orfeo ed Euridice“ und „Carmina Burana“ von Ralf Dörnen sowie die „TanZZeiT 2010“

von zwei Gastchoreographen. Freuen können sich die Besucher außerdem auf die Wiederaufnahmen

von „Der Nussknacker“, „Goldberg-Variationen“ / „Le Sacre du printemps“, „Endstation

Sehnsucht“ und die alljährliche Ballett-Benefizgala am 21. November 2009.

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Falschgeld

Polizeiliche Beratungsstelle; www.polizei-beratung.de

So schützen Sie sich vor

„BLÜTEN“

Mit der Verbreitung moderner Farbkopiergeräte seit Anfang der neunziger Jahre

hat sich auch das Erscheinungsbild der Falschgeldkriminalität entscheidend verändert.

Während die Imitation von Banknoten früher ein hohes Maß an fachlicher

Kompetenz und ausgeklügelter Logistik des Druckhandwerks erforderte,

macht die technische Entwicklung das Geldfälschen heute fast zum Kinderspiel.

Euro, wobei die Banknoten aller (derzeit

zwölf) Teilnehmerländer identisch sind.

Falschgeld zu erkennen, ist häufig gar

nicht so einfach. Damit der „Schein nicht

trügt“, haben wir für Sie die entscheidenden

„Testkriterien“ zusammengestellt:

• Stichtiefdruck: Die Abkürzungen der

Europäischen Zentralbank, die Wertzahl

und die Abbildungen der Fenster

bzw. Tore heben sich deutlich fühlbar

von der Oberfläche ab.

• Sicherheitsfaden: Die Banknoten verfügen

über einen Sicherheitsfaden, der

etwa in der Mitte der Noten in das Papier

eingebettet und im Gegenlicht

Ein Phänomen, das sich durch die flächendeckende

Computerisierung weiter

verstärkt. So sind Fälscher inzwischen

in der Lage, mit verhältnismäßig

kostengünstiger IT-Ausstattung (Computer,

Scanner, Drucker) Fälschungen in

verwechslungsfähiger Qualität zu produzieren.

Mit der Verfügbarkeit hochleistungsfähiger

Technik änderten sich auch die

Täterstrukturen. So ermittelt die Polizei

häufig jugendliche Täter, die mit ihrem

Computer Falschgeld produzieren und

die sich dabei der Tragweite ihres Handelns

durchaus nicht immer bewusst

sind.

Die in Deutschland anfallenden qualitativ

hochwertigen Farbkopie- und Druckfälschungen

stammen zum Großteil aus

dem Ausland. Die Euro-Banknotenfälschungen

werden zumeist in Süd- und

Osteuropa hergestellt und durch organisierte

Tätergruppierungen verbreitet.

Rückläufige Entwicklung,

doch kein Grund zur

Entwarnung

Im Jahr 2005 wurden im deutschen Zahlungsverkehr

zirka 74.000 falsche Euro-

Banknoten registriert (2004: zirka 81.000

Stück). In Europa ist das Aufkommen falscher

Euro-Banknoten ebenfalls leicht

rückläufig. Der 50-Euro-Schein ist in

Deutschland und auch in Europa die am

häufigsten gefälschte Banknote.

Der Rückgang des Euro-Falschnotenaufkommens

gibt jedoch noch keinen Anlass

zur Entwarnung.

Die Tipps der Polizei:

• Selbst gute Fälschungen lassen sich in der

Mehrzahl aller Fälle durch den einfachen

„Fühlen-Sehen-Kippen-Test“ zuverlässig

von echten Banknoten unterscheiden.

• Prägen Sie sich die gängigsten Banknoten

und deren Sicherheitsmerkmale

gut ein.

• Überprüfen Sie immer mehrere Merkmale.

• Nehmen Sie sich bei der Annahme von

Banknoten stets genügend Zeit, um sie

genau zu prüfen!

So prüfen Sie die wichtigsten

Sicherheitsmerkmale bei

Euro-Banknoten

Die Euro-Banknoten gibt es in sieben Stückelungen

zu 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500

sichtbar ist: Eine dunkle Linie verläuft

über die gesamte Breite der Banknote.

Bei genauer Betrachtung des Fadens

im Gegenlicht erscheinen das Wort

„EURO“ und die Wertzahl (wechselweise

seitenrichtig und seitenverkehrt

lesbar).

• Wasserzeichen: Wird die Banknote im

Gegenlicht betrachtet, so erscheinen

das Architekturmotiv und die Wertzahl

als Wasserzeichen im druckbildfreien

Teil.

• Durchsichtsregister: Beim Durchsichtsregister

handelt es sich um ein

Merkmal in der linken oberen Ecke auf

der Vorderseite der Banknote. Unregelmäßige

Zeichen, die auf die Vorderund

die Rückseite gedruckt sind, bilden

im Gegenlicht die vollständige

Wertzahl.

• UV-Eigenschaften: Im Papier der Noten

befinden sich Fasern, die unter UV-

Licht in den Farben Rot, Grün und

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Polizeiliche Beratungsstelle; www.polizei-beratung.de

Falschgeld

Blau hell leuchten. Die Europaflagge

fluoresziert in zwei Farben auf der Notenvorderseite.

Alle weiteren fluoreszierenden

Bildteile der Notenvorderseite

sind von Stückelung zu Stückelung

unterschiedlich und ergeben sich

aus dem Design bzw. der Druckfarbenwahl.

Auf der Rückseite fluoreszieren

die Europakarte, die Brücke und der

Notenwert gelb.

• Mikroschrift: An einigen Stellen auf

der Vorder- und Rückseite der Banknote

sind winzige, nur mit Hilfe einer

Lupe erkennbare Schriftzeichen aufgebracht.

Selbst der kleinste Aufdruck

auf einer echten Banknote sollte gestochen

scharf und nicht verschwommen

sein.

Bei den 5- bis 20-Euro-Banknoten

sollten Sie auf folgende

Merkmale achten:

• Spezialfolienstreifen: Im rechten Teil

der Vorderseite befindet sich ein Spezialfolienstreifen.

Bewegt man die Banknote,

werden – je nach Betrachtungswinkel

– das Euro-Symbol oder die

Wertzahl in wechselnden Farben als

Hologramm sichtbar. Im Gegenlicht ist

bei genauer Betrachtung des Folienstreifens

außerdem ein aus Perforationen

in der Folie bestehendes Euro-

Symbol zu erkennen.

• Perlglanzstreifen: Auf der Rückseite

der Banknote ist jeweils mittig, neben

dem Sicherheitsfaden, ein Perlglanzstreifen

(Iriodinstreifen) aufgebracht.

Der Streifen glänzt beim Kippen der

Banknote gegen eine gute Lichtquelle

von hellgelb bis goldgelb und weist als

Aussparungen das Euro-Symbol und

die Wertzahl auf.

Bei den 50- bis 500-Euro-

Banknoten gilt:

• Spezialfolienelement: Im rechten Teil

der Vorderseite befindet sich ein Spezialfolienelement.

Bewegt man die

Banknote, so erscheinen, je nach Betrachtungswinkel,

die Wertzahl oder

das auf dem Schein abgebildete Architekturmotiv

in wechselnden Farben

als Hologramm. Im Gegenlicht ist bei

genauer Betrachtung des Folienelements

außerdem ein aus Perforationen

in der Folie bestehendes Euro-

Symbol zu erkennen.

• Farbwechsel (optisch-variable Farbe):

Die Banknote verfügt auf der

Rückseite über ein optisch variables

Farbelement. Die Wertzahl in der

rechten unteren Ecke erscheint bei

Normalansicht purpurrot und unter

einem anderen Betrachtungswinkel

olivgrün oder braun.

So prüfen Sie die wichtigsten

Sicherheitsmerkmale bei

Euro-Münzen

Die Euro-Münzen gibt es in acht Stückelungen

zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Cent sowie

zu 1 und 2 Euro.

Die Münzen haben im Gegensatz zu den

Euro-Banknoten eine einheitliche Vorderseite

und eine länderspezifische Rückseite.

Auf den deutschen 1- und 2-Euro-Münzen

ist der Bundesadler abgebildet, die 10,-

20- und 50-Cent-Münzen zeigen das Brandenburger

Tor und die 1-, 2- und 5-Cent-

Münzen einen Eichenzweig.

Echte Münzen werden ausschließlich im

Prägeverfahren hergestellt. Deshalb treten

die Vorder- und Rückseitenbilder

gestochen scharf aus dem glatten Münzgrund

hervor. Falsche Münzen werden

meist im Guss- oder Prägeverfahren hergestellt.

Die Münzbilder von Gussfälschungen

wirken verschwommen und

unsauber, die Oberfläche ist vielfach

porös. Bei den geprägten Falschmünzen

erscheinen das Münzbild und die Randprägung

oft zu flach und uneben.

Münzähnliche Sonderprägungen aus

Edelmetallen mit Motiven zum Euro oder

zur Euro-Einführung, die über Inserate,

im Handel oder in manchen Geldinstituten

angeboten werden, sind keine gesetzlichen

Zahlungsmittel, sondern nur so

genannte Medaillen von reinem Sammlerwert.

So verhalten Sie sich, wenn

Sie Falschgeld erhalten

haben:

Wer Falschgeld entgegennimmt

und zu spät erkennt, hat leider

gleich in mehrfacher Hinsicht

den Schaden: Er muss die „Blüten“

abliefern und bekommt keine

Entschädigung dafür (dann

wären Geldfälscher ja „fein

raus“). Wer erkanntes Falschgeld

im Zahlungsverkehr

weitergibt („abschiebt“), macht

sich sogar strafbar. Dies gilt

übrigens für alle Währungen

der Welt.

Darum sollten Sie sich an folgende

Regeln halten:

• Wenn Sie auf Falschgeld stoßen, so fragen

Sie den Einreicher nach seiner Identität

und der Herkunft des „Geldes“.

• Geben Sie das Falschgeld keinesfalls

zurück oder an andere Personen weiter.

Sie könnten sich dadurch selbst

strafbar machen!

• Verständigen Sie schnellstmöglich die

Polizei oder gehen Sie mit dem Falschgeld

umgehend zur nächsten Polizeidienststelle

und geben Sie sachdienliche

Hinweise.

Weitere Informationen erhalten Sie auf

Ihrer Polizeidienststelle, bei den Kriminalpolizeilichen

Beratungsstellen oder den

Niederlassungen der Deutschen Bundesbank.

Tipps zum Schutz vor Falschgeld und

zu den Sicherheitsmerkmalen des Euro

finden Sie auch im Internet auf den Seiten

der Deutschen Bundesbank

(www.bundesbank.de) sowie der Europäischen

Zentralbank (www.ecb.int)

Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit,

sich auf der Internetseite der Polizei

(www.polizei-beratung.de) mit dem so

genannten „Blütentrainer“ für den Euro

fit zu machen.

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Amoklauf

Karin Lange

AMOKLAUF

„Amoktaten, leider ein Phänomen unserer Zeit“

Historische Entwicklung

und kulturelle Bedeutung

des Begriffs „Amok“

Ursprünglich handelt es sich bei dem

malaiischen Wort „amuck“ um einen

Kriegsruf, der übersetzt „wütend“ oder

„rasend“ bedeutet. Mit dem Schlachtruf

„amuck“ leiteten malaiische Krieger den

Krieg oder ihre eigenen Tötungshandlungen

ein, wobei sie auf das eigene Überleben

keine Rücksicht nahmen. Was diese

Form des Amoklaufs betrifft, handelt es

sich um ein kriegstaktisches, sozial anerkanntes

Verhalten einer gesamten Gruppe,

das in den folgenden Jahrhunderten

auch religiös beeinflusst wurde, im Sinne

eines Krieges gegen Ungläubige (Adler,

2000).

Vermutlich entwickelte sich parallel zu

diesem Gruppen-Amoklauf eine frühere

Form des individuellen Amoklaufs, bei

dem der Täter so lange mordete, bis er

selbst getötet wurde, um auf diese Weise

der Versklavung zu entgehen und somit

sein Ansehen zu retten (Lübbert, 2002).

Obwohl hier nur ein einzelner Täter handelte,

war auch diese Form von Amok

offenbar eine sozial anerkannte Reaktionsweise.

Weitere Gemeinsamkeiten des

Gruppeamoks und des individuellen

Amoks bestehen darin, dass es sich hierbei

um bewusste und überlegte Verhaltensweisen

handelte, denen scheinbar keine

psychischen Erkrankungen zugrunde

lagen und von denen Freunde und Familie

bewusst verschont blieben.

Was die Ursachenforschung betrifft wird

zu Beginn des 19. Jahrhunderts der typische

Amoklauf erstmalig als unerwartet

und nicht vorsätzlich beschrieben; Familienmitglieder

und Freunde sind nun

ebenfalls als Opfer von den Tätern betroffen.

Gegen Ende des Jahrhunderts werden

mit dem Aufkommen von Psychiatrie und

Psychologie erstmals psychische Störungen

wie Demenzerkrankungen, psychische

Epilepsie oder „periodischer Wahnsinn“

als mögliche Ursache für den individuellen

Amoklauf vermutet. Sogar auch

verschiedene körperliche Krankheiten wie

Magenerkrankungen, Geschwüre, Malaria

oder Syphilis wurden in Verbindung

mit Amok gebracht, der deshalb auch als

„in fectious murder“ (ansteckender Mord)

bezeichnet worden ist.

Jedoch nicht nur psychische sondern auch

psychosoziale Ursachen werden für die

Amoktaten des 19. Jahrhunderts von verschiedenen

Autoren beschrieben. Scheinbar

ereignen sich die Taten vor allem in

Lebenssituationen, in denen die Ehre des

Täters gefährdet war und die von diesem

als ausweglos angesehen wurde. Einige

Autoren sehen den Amoklauf als eine

Möglichkeit des Täters, den (drohenden)

Ehrenverlust und die damit einhergehenden

inneren Spannungen durch eine extreme

Verhaltensweise zu bewältigen, für die

ihm später keine Verantwortung zugeschrieben

werden kann. Die kulturelle

Bewertung des Amoklaufs veränderte sich

jedoch im Laufe der Jahrhunderte, weshalb

die Täter nun mit harten Strafen für

ihr Verhalten rechnen mussten. Im Laufe

der Zeit hat sich der „traditionelle Amoklauf“

immer weiter verändert, bis er seine

heutigen Erscheinungsformen erreichte.

Amok wird heute als bewusste und

geplante Handlung betrachtet.

Nachfolgend wird deutlich, dass in der

heutigen Zeit nicht alle Formen von Amok

gleich sind und zwischen seinen verschiedenen

Ausprägungen durchaus erhebliche

Unterschiede bestehen können.

Subformen von Amok und

die Verwendung des Begriffs

Das FBI hat ein Manual in Anlehnung an

Systeme zur Klassifikation von Krankheiten

und psychischen Störungen entwickelt:

das „Crime Classification Manual“.

Darin werden drei Arten von Mehrfachtötungen

unterschieden:

1. Serienmorde, bei denen die einzelnen

Opfer (mindestens drei) in größeren

zeitlichen Abständen ermordet

werden,

2. „Spree killings“, bei denen von einem

Täter, bei einer Tatgelegenheit, an

mehr als einem Ort mehrere Personen

umgebracht werden. Hierfür existiert

kein entsprechender deutschsprachiger

Ausdruck. Im Deutschen werden

daher auch solche Taten zumindest als

„Amok“ bezeichnet.

3. Massenmorde, bei denen nach der

Klassifikation des FBI bei einem zeitlich

begrenzten Tatereignis mehrere

Personen an einem Ort Opfer werden.

Amoktaten sind eine Form von Massenmorden.

Zweitens terroristische Anschläge,

bei denen deutlich mehr als eine Person

beteiligt ist, bei denen vielmehr religiöse

oder politische Beweggründe eine

Rolle spielen und bei denen die Täter ihre

Opfer nie mit den eigenen Händen töten.

Drittens opferspezifische Massenmorde,

von denen kleinere Gruppen wie Familien,

Banden oder Sekten betroffen sind.

Häufig ereignen sich diese Taten in einem

privaten Rahmen.

Es werden drei verschiedene

Formen des Amoklaufs

unterschieden

1. Der „klassische“ Amoklauf, bei dem

ein in den meisten Fällen erwachsener

Täter für Außenstehende zunächst

ohne erkennbaren Grund an einem öffentlichen

Ort wahllos Personen tötet.

2. Sogenannte „School Shootings“, die

sich dahingehend vom klassischen

Amoklauf unterscheiden, dass sie von

jugendlichen oder heranwachsenden

Tätern begangen werden und sich an

einem ganz besonderen öffentlichen

Ort ereignen – der Schule oder einem

mit der Schule verbundenen Ort wie

Schulweg oder Bushaltestelle.

3. „workplace violence“ – Hierbei handelt

es sich um Fälle von schwerer Gewalt

am Arbeitsplatz; sie ähneln

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Karin Lange

Amoklauf

Serienmorde

Mehrfachtötungen

Massenmorde

spree killings

genozide /

zivile Massaker

terroristische

Anschläge

Amoktaten

opferspezifische

Massenmorde

„klassischer“

Amoklauf

School

Shootings

workplace

violence

Einordnung von Amok in die verschiedenen Formen der Mehrfachtötungen und Subformen von Amok.

School Shootings in vielfacher Hinsicht.

Diese Taten wurden ebenfalls geplant

und zumindest einige Opfer

werden bereits im Vorfeld durch den

Täter ausgewählt. Die Täter stehen im

Berufsleben, sind deutlich älter und

wählen den Tatort (ebenfalls durchaus

bewusst) zielgerichtet aus: ihren Arbeitsplatz.

In den letzten Jahren haben gerade School

Shootings eine große Aufmerksamkeit auf

sich gezogen. In Verbindung mit School

Shootings handelt es sich um zielgerichtete,

bewaffnete Angriffe mit Tötungsabsicht

der Lehrer oder Mitschüler, bei denen

entgegen dem etwas irreführenden Begriff

nicht nur Schusswaffen zum Einsatz kommen,

sondern unter anderem auch Klingenwaffen,

stumpfe Gegenstände oder

Bomben. Ganz bewusst wird die Schule als

Tatort gewählt. Die gravierendste Form

von schwerer, zielgerichteter Schulgewalt,

worunter jeder gezielte Angriff, bezogen

auf ein oder mehrere Opfer zu verstehen

ist, der sich im Rahmen der Schule ereignet,

sind School Shootings (shoot, schießen).

Was die Bezeichnung von School

Shootings als Amoklauf bzw. als Amoklauf

an Schulen betrifft, ist irreführend und

sollte daher vermieden werden, weil der

Amoklauf im Alltag häufig als spontane

und ungeplante Verhaltensweise verstanden

wird. Untersuchungen aus den USA

sowie erste Ergebnisse aus Deutschland

zeigen dagegen, dass School Shootings

häufig längerfristige Entwicklungen vorausgehen

und diese ebenfalls über einen

längerfristigen Zeitraum vorbereitet sowie

geplant werden. Deshalb verwundert es

auch nicht, dass die Opfer solcher Taten

meistens nur zum Teil zufällig sind. In vielen

Fällen haben die Täter bereits im Vorfeld

bestimmte Opfer ausgewählt. Im zweiten

Schritt weitet sich die Tat dann auch

auf andere Personen aus. Sogar ähnliche

Ereignisse, die sich an den Universitäten

ereignen, werden in den Medien als

„Amokläufe“ bezeichnet, obwohl diese

Taten in ihrer Erscheinungsform offenbar

vor allem den School Shootings ähneln.

Schwere, zielgerichtete

Schulgewalt in Deutschland

Nicht nur in den letzten Jahren, sondern

noch vor wenigen Monaten (Amoklauf

von Winnenden) erregten vielmehr die

School Shootings und andere Fälle schwerer,

zielgerichteter Schulgewalt das öffentliche

Interesse. Leider geraten die Taten

trotz des großen Medienrummels im Laufe

der Jahre zunehmend in Vergessenheit

– was zur Folge hat, dass die Anzahl

schwerer zielgerichteter Gewalttaten an

deutschen Schulen meist unterschätzt

wird.

Ein schweres School Shooting ereignete

sich am 11. März 2009 in Winnenden, Nähe

Stuttgart. Der 17-jährige Tim Kretschmer

tötete 15 Menschen und nach einem

Schusswechsel mit der Polizei tötete er sich

schließlich selbst. Laut Darstellung der

Ermittler wird der Tathergang wie folgt

beschrieben:

Um 9.30 Uhr betrat er mit einem dunklen

Tarnanzug bekleidet seine ehemalige

Albertville-Realschule. Er suchte das

Obergeschoss auf, dort schoss er mit einer

Pistole Neun-Millimeter-Beretta 92 (hierbei

handelt es sich um eine halbautomatische

Pistole, das heißt: Nach einmaligem

Durchladen lässt sich das gesamte Magazin

mit 15 Schuss abfeuern), die er aus dem

Schlafzimmer seines Vaters entwendet

hatte, auf Lehrer und Schüler. Er verletzte

hierbei neun Schüler und drei Lehrer

tödlich. Die Beamten sahen beim Eintreffen

der ersten Streifen den 17-jährigen

kurz am Ende der Treppe. Sofort schoss

er und flüchtete aus dem Gebäude. Seine

Flucht erfolgte über das angrenzende

Gebäude einer psychiatrischen Klinik,

dort erschoss er einen Mitarbeiter des

Krankenhauses. Der Täter kidnappte

gegen 9.50 Uhr ein Auto, am Steuer des

dunkelgrünen VW Sharan saß Igor Wolf,

41. Der Täter, auf dem Rücksitz sitzend,

hielt Wolf die Waffe an die rechte Schläfe

und sagte: „Auf, fahr los!“ Zunächst fuhren

sie Richtung Tübingen, dann wieder

zurück, auf der B297 vorbei an Reutlingen,

Metzingen, nach Nürtingen, dort auf

die B313 bis zum Autobahnkreuz Wendlingen.

Es stand ein Streifenwagen am

Straßenrand, der Fahrer erhielt den

Befehl, auf die Autobahn A8 abzubiegen;

Wolf lenkte seinen Wagen auf den Grünstreifen

und schmiss sich aus dem noch

rollenden VW. Mit dem Zündschlüssel

floh er; „ich bin in Winnenden gekidnappt

worden“, das war das Erste, was die Polizeibeamten

vernahmen. Tim K. brauchte

ein neues Auto. Der Täter rannte in das

Gewerbegebiet Wertstraße, gelangte zu

einem Autohaus, dort erschoss er einen

Angestellten sowie einen Kunden, die sich

in einem Verkaufsgespräch befanden.

Kretschmer geht ins Freie und steht auf

11


Amoklauf

Karin Lange

einem Parkplatz. Lässig steht er dort. Ein

Polizist bemerkt ihn. Schüsse fallen. Kretschmer

wird zweimal in die Beine getroffen.

15 Menschen hat er getötet, jetzt setzt

er sich den Lauf an die Schläfe, er drückt

ein letztes Mal ab. Es ist 12.30 Uhr.

Was bleibt ist Ratlosigkeit.

Es treten folgende Fragen auf, die immer

gestellt werden nach diesen Taten, wie:

Warum? Wer war Tim Kretschmer? Wie

kann das sein, dass Eltern es noch nicht

einmal mitbekommen, wenn ihr Kind

einen Massenmord plant? Oder anders

formuliert: Wie kann es sein, dass Eltern

es scheinbar nicht merken, was in ihrem

Kind vorgeht?

Der Vater Tims sei als Mitglied eines Schützenvereins

im legalen Besitz von 15

Schusswaffen gewesen, wovon sich 14 in

einem Tresor und eine weitere im Schlafzimmer

befunden hätten. Ebenfalls habe

der 17-jährige Munition in größeren Mengen

im Elternhaus heimlich entwendet.

Der Jugendliche war Gastschütze im

Schützenverein. Seine Opfer brachte er

durch gezielte Kopfschüsse um. Im vergangenen

Jahr absolvierte der Täter die

Mittlere Reife an der Albertville-Realschule.

Tim K. schien bis dahin als ganz normaler,

zwar zurückhaltender Teenager

eingestuft zu werden, der Tischtennisspieler

war und Kraftsportler. Was die Familie

von Tim Kretschmer betrifft, so war

diese seitens des Bürgermeisters Jürgen

Kiesl von Leutenbach normal innerhalb

der Gemeinde und des Vereinslebens integriert.

Kultusminister Helmut Rau berichtete,

dass es sich um einen nach außen

„völlig unauffälligen“ Jungen handle, der

„nie in irgendeiner Form“ aus dem Rahmen

gefallen ist. Es mutmaßt der Minister, dass

Tim eine „doppelte Identität“ gehabt habe.

Ein Amoktäter, schreibt Soziologe Wolfgang

Sofsky, wolle nicht matern oder quälen,

„sondern sofort töten“. Vergleichbar mit

einem Terrorangriff gehe dem Verbrechen

keine Warnung voraus. Sofort erreicht die

Gewalt ihren Höhepunkt. Gegenwehr sei

„nahezu ausgeschlossen“. Die Lehrerin warf

sich noch zwischen Waffe und Schülerin;

sie wurde vom Täter tödlich getroffen.

Was die Vorgehensweise Kretschmers

betrifft, so heißt es, er habe gezielt auf

Mädchen geschossen, er habe gezielt Jagd

auf Jugendliche gemacht, die in seiner

Nachbarschaft gewohnt hatten. Außerdem

heißt es, er sei ein Außenseiter gewesen,

ein isolierter, verklemmter und einsamer

Junge, der sich für erlittene Demütigungen

habe rächen wollen.

Foto:F. Aumüller, digitalstock.de

12


Karin Lange

Amoklauf

Gegenüber der Musterungsbehörde der

Bundeswehr teilte Kretschmer mit, dass

er über einen längeren Zeitraum wegen

Depressionen behandelt werde. Ulrich

Hegerl von der Universität Leipzig – einer

der führenden Depressionsforscher des

Landes – hält jedenfalls diesen

Zusammenhang für „völlig abwegig“.

Hegerl hierzu: „Mag sein, dass Kretschmer

einmal an Depressionen gelitten habe“, aber

im „Zustand der Krankheit“ sei er auf jeden

Fall nicht zu einer solchen Tat „fähig“

gewesen.

Dem schließt sich die Frage an: Im Zustand

welcher Krankheit sind Menschen zu derartigen

Verbrechen fähig? Die Forschung

lässt darüber keinen Zweifel, dass Amoktäter

irgendeinen psychischen oder körperlichen

Fehler aufweisen.

Amoklauf in Erfurt und

Emsdetten

Der Amoklauf in Winnenden löste in zwei

deutschen Städten Emotionen der Ratlosigkeit

und tiefen Betroffenheit aus und

zwar in Erfurt und Emsdetten. Auch dort

waren die Schulen zum Schauplatz von

Amokläufern geworden. Der 19-jährige

Robert S. tötete am 26. April 2002 in der

thüringischen Landeshauptstadt am Gutenberg-Gymnasium

zwölf Lehrer, eine

Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten.

Schließlich tötete auch hier der

Täter sich selbst. Insgesamt forderte diese

Tat 17 Todesopfer.

Im münsterländischen Emsdetten stürmte

am 20. November 2006 der ehemalige

18-jährige Schüler Sebastian B. seine ehemalige

Realschule (Geschwister-Scholl-

Schule) und schoss wahllos um sich und

zündete mehrere Rauchbomben, durch die

weitere Menschen verletzt wurden. Neben

drei Schusswaffen führte der Täter mehrere

Rohrbomben mit sich, die er zum Teil

an seinem eigenen Körper befestigt hatte.

Dadurch kann angenommen werden, dass

schließlich noch Schlimmeres durch den

frühen Selbstmord des Täters verhindert

wurde. Er verletzte 37 Menschen zum Teil

schwer, bevor er seine Waffe gegen sich

selbst richtete. In mehrfacher Hinsicht ist

die Tat von Sebastian B. äußerst beunruhigend.

Im Vergleich zu den Amoktätern

von Erfurt und Winnenden handelte es

sich bei ihm nicht nur um einen Täter, der

in Verbindung mit seiner Tat neben

Schuss- und /oder Klingenwaffen auch

Sprengstoff mit sich führte (genauso wie

die von ihm verherrlichten Täter aus Littelton,

Dylan Klebold und Eric Harris),

sondern auch um den ersten deutschen

School Shooter, der bewusst und beabsichtigt

auch auf seine Mitschüler schoss. Wie

Klebold und Harris hinterließ B. ein Tagebuch

und Filmaufnahmen, in denen er seine

Tötungsphantasien sowie Tatmotive

festgehalten hatte, dabei sich selbst als den

überlegenen Rächer darstellte. Sebastian

B. präsentierte diese Materialien der

Öffentlichkeit, indem er sie unmittelbar

vor seinem Tod über das Internet verbreitete.

Ein hasserfüllter Abschiedsbrief ging

dem Amoklauf in Emsdetten voraus, den

Sebastian B. per

Internet veröffentlichte.

„Ihr habt Euch

über mich lustig

gemacht“, heißt es

unter anderem in diesem

Brief. Der stets in

schwarz gekleidete

Ex-Schüler brachte

auf mehreren Internetseiten seinen Hass

gegenüber der Schule zum Ausdruck. Den

Lehrern warf er vor, dass sie in sein Leben

eingegriffen hätten und ihn auf einem

„Schlachtfeld“ zurückließen. Außerdem

kündigte er Vergeltung an: „Ich will

Rache!“ schrieb er und: „Ihr müsst alle

sterben!“. Staatsanwalt Schweer hält den

ebenfalls gefundenen Abschiedsbrief für

authentisch. Darin heißt es: „Ihr habt Euch

über mich lustig gemacht, dasselbe habe

ich nun mit Euch getan, ich hatte nur einen

ganz anderen Humor“. Der Brief schließt

mit den Worten: „Ich bin weg…“ 13

Sprengkörper und Schusswaffen hatte der

Ex-Schüler Sebastian B. bei sich, als er am

Montag (20.11.2006) seinen Amoklauf

durch die Geschwister-Scholl-Realschule

startete. Bereits vor seinem Amoklauf war

der 18-jährige mit einer Schusswaffe aufgefallen.

Deshalb hätte er sich am Dienstag

(21.11.2006) vor dem Jugendgericht

Rheine wegen des Verstoßes gegen das

Waffengesetz verantworten sollen. Ein

Gerichtssprecher teilte mit: „Er hatte auf

einer Open-Air-Veranstaltung Bier getrunken

und eine Gaspistole gezogen. Daraufhin hatten

ihn Passanten angezeigt. Die Polizei

erschien und nahm ihm die Pistole ab.“ Der

18-jährige hatte zwar einen so genannten

kleinen Waffenschein besessen, so der

„Ihr habt Euch über mich

lustig gemacht, dasselbe

habe ich nun mit Euch getan,

ich hatte nur einen

ganz anderen Humor“.

Sprecher weiter. Der erlaubte ihm lediglich,

so genannte Gas- und Signalwaffen

unter sehr strengen Auflagen mit sich zu

führen. Nicht jedoch diese ohne Not auf

einer öffentlichen Veranstaltung zu zücken.

Sebastian B. jobbte unauffällig in einem

Baumarkt. Ein Unternehmenssprecher sagte:

„Aushilfskräfte werden für Inventur- und

Lagerarbeiten eingesetzt. Sie haben keinen Kundenkontakt,

weil dafür bestimmtes Fachwissen

notwendig wäre“. Die rund 700 Schüler und

Lehrer versuchen die schrecklichen Eindrücke

des Amoklaufs an der Geschwister-Scholl-Schule

zu verarbeiten.

Bedingt durch den Amoklauf in Winnenden

kommt bei den Schülern und Lehrern

der Schulen in Erfurt und Emsdetten

alles wieder hoch. Erfurts Oberbürgermeister

Andreas

Bausewein teilte

mit, dass die Stadt

als Konsequenz auf

den Amoklauf von

2002 mehr Schulsozialarbeiter

eingestellt

habe, die dabei

helfen sollen, dass

Schüler wie Robert S., der keinen Schulabschluss

schaffte, nicht durchs Raster fallen.

Bereits bei den geringsten Anzeichen

einer ähnlichen Tat oder Tatdrohung werde

Kontakt zur Polizei und zum Kultusministerium

aufgenommen. Vor Ort seien

alle sensibler geworden. Gewalt darf nicht

verharmlost werden. „Es ist außerdem auch

wichtig, das über all das gesprochen wird“,

teilte der thüringische Landespolizeipfarrer

Karl-Josef Wagenführ mit. Als einer der

ersten Seelsorger war er bei dem Amoklauf

von Erfurt an der Schule. Wichtig für

ihn ist die psychologische Arbeit, denn

sogar heute noch gibt es vor Ort

Gesprächsangebote.

Emsdetten wie Erfurt boten Winnenden

spontane Hilfe an, bezogen auf die Verarbeitung

der Tat. In Verbindung mit der

Verarbeitung setzt die Stadt Emsdetten auf

Prävention. Heute hat die Realschule zwei

halbe Stellen für einen Schulpsychologen

eingerichtet. Laut Stadtsprecherin Margit

Krupa habe sich „die Gesprächskultur“ in

der Stadt verbessert. Das bedeutet, jeder

achte mehr auf den anderen. „Die Menschen

sprechen sich nun gegenseitig viel eher

an, wenn sie das Gefühl haben, da stimmt was

nicht“, erklärte Krupa. Die gesamte Schule

wurde umgebaut, um die Schüler nicht

täglich mit dem Ereignis und den Bildern

13


Amoklauf

Karin Lange

von damals zu konfrontieren. Gabriele

Sonsmann, Verwaltungsdirektorin des

Marienkrankenhauses, das erste Verletzte

aufnahm, erinnert sich, dass die Ärzte

damals nicht sofort durch die Polizeibarrikaden

kamen. „Jetzt gibt es Absprachen

mit der Polizei, damit so etwas nicht mehr passieren

kann“, sagte Sonsmann

Sieger in der Welt des Spiels

Geht es um gewalttätige Videospiele im

Internet, wie Counter-Strike oder doom,

dann ist Sebastian, von seinen Mitschülern

„Basti“ genannt, nicht mehr zurückgezogen.

Er ist dann in seiner Welt, dann

wird er aktiv. Sogar bei Kriegsspielen im

Wald steht er – teils schwer bewaffnet im

Tarnanzug – in vorderster Front. Jugendforscher

Professor Klaus Hurrelmann

bringt es wie folgt auf den Punkt: „In der

fiktiven Welt des Spiels war er kein Verlierer,

er fühlte sich stark.“

Selbsthass und Erniedrigung

Sein Internettagebuch gleicht erschreckenden

Hassäußerungen. „Ich lerne nicht

mehr, ich beteilige mich nicht mehr und ich

tue eigentlich gar nichts mehr, außer vor

mich hinvegetieren. Es ist die Hölle auf

Erden…“, heißt es in einem Eintrag vom

7. Juli 2005. Sebastian B. fühlt sich erniedrigt,

gedemütigt sowohl von Lehren als

auch von Mitschülern. „Ich hasse es immer

der Doofmann für alle zu sein“, schrieb er

am 23. Mai. Zuvor berichtet er über seelische

Wunden, die ihm vor allem zwischen

der 5. und 8. Klasse zugefügt worden

seien. Einmal sei ihm ein glühender Fahrradschlüssel

auf der Hand ausgedrückt

worden.

Letzte Zuflucht: Netzwelt

Experten meinen, es sei ein deutliches

Warnzeichen, wenn Jugendliche nur noch

vor dem PC sitzen. Gerade bei jungen

Männern seien oft psychische Krankheiten

schuld, dass sie sich in die virtuelle

Welt des Internets stürzen. „Die Betroffenen

ziehen sich deprimiert in eine andere Welt

zurück. Sie flüchten aus der Realität“, sagt

Bert te Wild von der Medizinischen Hochschule

Hannover. Innerhalb einer Studie

untersuchte er 23 Probanden, die sich über

einen langen Zeitraum täglich mehr als

sechs Stunden im Internet aufgehalten

haben. Das Ergebnis: Von den Untersuchten

wiesen 80 Prozent Depressionen auf,

andere Angst- oder Persönlichkeitsstörungen.

Ein Mensch wie Sebastian B. passe

genau in dieses Bild, sagte Wildt. In der

Realität habe sich der 18-jährige zum ständigen

Verlierer und als „Doofmensch“

abgestempelt gefühlt. Dagegen habe er

sich im Internet in Kampfvideos als mächtigen

Mann darstellen können. Bezogen

auf die Internetforen habe ihn niemand

unterbrochen oder ausgelacht. Das Internet

wurde als Möglichkeit gesehen, vor

der Krankheit wegzulaufen. „Online finden

sie oft, was ihnen im richtigen Leben fehlt:

Kontakte, Gruppengefühl, vielleicht sogar eine

Romanze“, sagte

Wildt. Dieses führe

bei machen Menschen

so weit, dass

sie sich etwa mehr

als 15 Stunden pro

Tag in Online-Rollenspiele

zurückziehen

und dabei verwahrlosen.

„Ich kenne

Fälle, da wurde bis

zur Räumungsklage

keine Miete mehr gezahlt, nicht mehr gegessen

und nicht mehr ans Telefon gegangen“.

Die Waffe vermittelt für

kurze Zeit ein Gefühl der

totalen Kontrolle

Die Amoktäter Robert S., Sebastian B.,

Matti S. und jetzt Tim K. haben nicht

durch Zufall ähnliche Lebensläufe. In

ihrem Leben fanden sie sich nicht mehr

zurecht, sie fühlten sich gedemütigt; sie

waren jung, männlich und frustriert. Laut

Aussage von Joachim Kersten, Soziologe

an der Deutschen Hochschule der Polizei

in Münster, haben die Täter einen gemeinsamen

Auftritt, ob Erfurt, Emsdetten,

Finnland oder jetzt Winnenden. Weiter-

Warum passierte, was

passiert ist?

Diese Frage verfolgt die

Überlebenden nach dem

Amoklauf genauso beharrlich,

wie die grausigen

Bilder vom Geschehen.

hin erklärt Kersten: „Durch Demütigungen,

die der Täter ertragen hat, sieht er sich

selbst als Opfer“. Die negativen Ereignisse,

die diese jungen Männer erfahren, empfinden

sie schnell als Kränkungen. „Der

Täter ist isoliert, aber auch kein Unbekannter

seiner Umgebung“, sagt Kersten. Eine

zurückhaltende, eher freundliche Art sei

typisch. Oft habe der Täter ein Problem

mit seinem Selbst, als schwach und klein

empfindet er sich. Gepaart mit der Faszination

für Waffen und dem Gedanken an

Gewalt werde die „Selbstaufrichtung“

zum zentralen Thema seines Lebens, so

Kersten. Der Nachahmungseffekt kann

Auslöser für eine Tat sein, ergänzt Kersten.

Von dem Amokschützen wird die

Gewalthandlung regelrecht inszeniert.

Der Täter nimmt dabei seinen eigenen

Tod in Kauf. Wenn er die Bilder eines

anderen Massakers sieht, so will er genauso

groß und beherrschend

sein, wie

das, was er sich

angeschaut hat,

erklärt Kersten.

Zum typischen Profil

der Umstände

gehöre, dass der

Täter über Waffen

verfügt, wie in Winnenden.

Laut Experte

handelt der Täter

nicht im Affekt. Vielmehr sei die Tat der

Abschluss unbewältigter Konflikte und

einer oft jahrelangen Fehlentwicklung.

Als „Moving targets“ (Ziele in Bewegung)

nimmt der Amokläufer Menschen

nur noch wahr. Kersten erklärt, „er erlebe

den Tod des inneren Selbst“. Trotzdem die

Steuerung der Impulse ausgeschaltet ist,

wirkt er während der Bluttat kontrolliert,

berechnend und klar; schießt jedoch

wahllos auf alles was sich bewegt, für ihn

erkennbar noch lebt. Lehrer und Schüler,

von denen er sich beleidigt fühlt, können

die ersten Opfer sein, sagt Kersten. Dann

schießt er willkürlich. Die Frage, auf die

es nie eine Antwort geben wird: Warum

passierte, was passiert ist?

Diese Frage verfolgt die Überlebenden

nach dem Amoklauf genauso beharrlich

wie die grausigen Bilder vom Geschehen.

Literatur und Quellenangaben: Der Spiegel Nr. 12/16.März 2009, S. 31 ff.,

FOCUS Nr. 12/16. März 2009 S.27 ff., Rheinische Post, Donnerstag 12. März 2009,

A3 Land & Leute/A4 Politik, www.wdr.de themen/panorama, H. Scheithauer/R. Bondü,

Amoklauf/Wissen was stimmt, Verlag Herder Freiburg im Breisgau 2008

14


Polizeiliche Beratungsstelle; www.polizei-beratung.de

Telefonterror

BEI ANRUF ANGST!

So schützen Sie sich vor Telefonterror

Für viele Frauen ist sie schreckliche Realität: die sexuelle Belästigung am Telefon

durch einen bekannten oder anonymen Anrufer. Zwar gibt es für dieses

Delikt keine isolierbare kriminalpolizeiliche Statistik; doch gibt die Zahl der zur

Anzeige gebrachten Beleidigungen auf sexueller Grundlage, unter die wohl

die meisten dieser Anrufe zu fassen sind, eine Ahnung vom Ausmaß des Problems.

So wurden hier für das Jahr 2005 insgesamt 18.738 Fälle registriert –

eine Steigerung um 1.258 Fälle gegenüber 2004. Die Aufklärungsquote lag

bei 74,7 Prozent.

Telefonterror ist eine Methode, mit der

männliche Täter Frauen einschüchtern und

verängstigen, um das eigene Machtbedürfnis

zu befriedigen. Manche Täter geben

außerdem vor, die jeweilige Frau zu kennen:

So beschreiben sie das Aussehen ihrer

Opfer, nennen Details aus ihrem Privatleben

oder schildern deren berufliche und

familiäre Situation. Telefonterror trifft die

Frauen in ihrer Intimsphäre, d. h. im

Schutzraum Wohnung. Per Telefon verfügt

der Täter über die Frauen, wann und wie

er will. Auf diese Weise kann das Telefon

zu einem Objekt der Angst werden.

Telefon-Täter terrorisieren Frauen und

Mädchen jeder Altersgruppe. Die Anrufe

können zu jeder Tageszeit passieren, manche

kommen regelmäßig zu einem

bestimmten Zeitpunkt, viele ereignen sich

jedoch völlig „unvorhersehbar“, mal zur

Tages-, mal zur Nachtzeit.

Telefonbelästiger sind Männer, die ihr

Selbstwertgefühl dadurch steigern, dass sie

Mädchen und Frauen anonym und über

Distanz terrorisieren. Ihre Strategie ist die

Einschüchterung, sie wollen sich in der

Unterdrückerrolle erleben. Ziel ist, dass die

Frauen Angst haben, sich bedroht, kontrolliert

und ohnmächtig fühlen. Die Täter finden

ihre Befriedigung, sobald sie eine entsprechende

Reaktion bei Frauen spüren.

Die Täter können „ganz normale“ Männer

sein, die ihre Verachtung gegenüber

Frauen auf diese Art und Weise zum Ausdruck

bringen. In Frage kommen aber

auch Männer mit einem gestörten Sexualleben

und einem pathologischen Verhältnis

zu Frauen.

Im Zeitalter einer immer leichter kontrollierbaren

Telefon-Kommunikation und der

verstärkten Nutzung von ISDN gelingt es

jedoch immer weniger Tätern, bei ihren

Anrufen anonym zu bleiben.

Die Tipps der Polizei:

Wenn Sie mit telefonischen Belästigungen

rechnen, können Sie bei der Deutschen

Telekom eine Geheimnummer beantragen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, bei der

Eintragung im Telefonbuch auf den Vornamen

zu verzichten. Gerade das könnte

mögliche Täter jedoch animieren; denn

manche Täter wählen ihre Opfer gezielt

nach diesem Kriterium aus, weil sie hinter

Eintragungen ohne Vornamen grundsätzlich

Frauen vermuten.

Die nächstliegende Reaktion bei einem

Anruf ist, den Hörer sofort aufzulegen!

Diese Maßnahme kann den Täter veranlassen,

den Versuch zu beenden, er kann

es aber auch ein weiteres oder mehrere

Male probieren.

Der Einsatz einer Trillerpfeife kann höchst

wirksam, aber auch rechtlich bedenklich

sein („Notwehrüberschreitung“).

Eine Fangschaltung zu beantragen ist teuer.

Doch ist eine Kostenerstattung gegebenenfalls

durch den Weißen Ring oder den

Täter nach dessen Verurteilung möglich.

Auf Wunsch stellt die Deutsche Telekom

unter der Rufnummer 0800/3301000

bundesweit die Verbindung zu den örtlichen

Telekom-Niederlassungen her, die

über die technischen Präventionsmöglichkeiten

informieren.

Als durchweg probates Mittel gegen Dauerstörer

hat sich die Zwischenschaltung

Erscheinungsformen

Schreckanrufer

Sie versuchen, durch Horrormeldungen (z.

B. „Ihr Mann ist schwer verunglückt“) Verunsicherung

und Angst auszulösen und die

Frauen zu sexuellen Handlungen zu veranlassen.

Verbalerotiker

Sie sprechen sexuelle Themen an und versuchen,

durch das Wecken von Gehorsam,

Vertrauen und Kooperation Frauen zu

sexuellen Handlungen zu bewegen. Sie lassen

Beschimpfungen los, klagen oder drohen

mit Selbstmord oder anderen Bestrafungsaktionen.

Kontrollanrufer

Als verlassene (Ehe-)Partner setzt dieser Tätertyp

alles daran, Einblick in aktuelle Lebensgewohnheiten

seiner früheren Partnerin zu

gewinnen. So möchte er etwa durch Kontrollanrufe

herausfinden, ob die Frau zu Hause

ist. Dies kann auch mit obszönen Beleidigungen

verbunden sein.

Anonyme Anrufe, die sexuelle Bedrängungen

und Beschimpfungen zum Inhalt haben

oder als besorgte Nachfrage von Ärzten

oder Amtspersonen getarnt sind, kennt jede

Frau – entweder aus eigener Erfahrung oder

von einer Frau aus dem Bekanntenkreis, die

schon einmal damit konfrontiert wurde.

eines Anrufbeantworters mit Mithörschaltung

erwiesen. Zum einen fehlt dem Täter

das Erfolgserlebnis, die Frau durch seinen

Anruf zu erschrecken. Zum anderen muss

ihm bewusst sein, dass seine Stimme konserviert

und somit identifizierbar ist.

Eine weitere Möglichkeit, telefonischen Störungen

sicher aus dem Wege zu gehen, bietet

die Deutsche Telekom mit dem Einsatz

von Endgeräten (sowohl Telefone als auch

Anrufbeantworter) mit entsprechender

Anrufselektorfunktion (sog. VIP- bzw. Message-Funktion).

Diese erlaubt eine dreistellige,

individuell wählbare Codierung, die

jederzeit verändert werden kann.

Ebenfalls besonders wirksam an dieser Strategie

ist die Rollenumkehr: Indem die

betroffene Frau ihre anfängliche Opferrolle

gegen einen aktiven Part eintauscht, kann

sie den Täter nachhaltig verunsichern und

so zur Aufgabe seines Handelns bewegen.

15


Danksagung

VIELEN

www.VDPolizei.de

DANK!

Liebe Inserenten!

Mit der Beteiligung in der Festschrift anlässlich unseres Polizeiballes

haben Sie uns sehr geholfen. Wir danken Ihnen dafür sehr herzlich!

Liebe Leser!

Alle Inserate dieser Festschrift verdienen Ihre Aufmerksamkeit.

Bitte berücksichtigen Sie diese Unternehmen bevorzugt bei Ihrer

nächsten Disposition.

Ihre

Gewerkschaft der Polizei

Kreisgruppe Wolgast

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