ewe-aktuell 2/2015

eineweltengagement

ewe-aktuell ist das quartalsmäßig erscheinende Magazin des eine-welt-engagement.de mit Berichten und Erfahrungen der deutschen und sambischen Freiwilligen und Informationen über Land, Leute und Politik in Sambia.

Jahrgang 18 - Juli 2015

Gemischte Gefühle

WEITERE THEMEN IN DIESER AUSGABE

Mixed feelings

Meine Familien vereint/

My families united

Erfahrungen aus der einen Welt/

One-World-Experiences


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Editorial

Liebe Leser,

diesmal erreichen wir Sie bereits mit der zweiten Ausgabe per

e-Paper. Grund dafür ist, dass wir uns für das dritte Heft des

Jahres etwas Besonderes vorgenommen haben: eine Jubiläumsausgabe

zum 20-jährigen Bestehen des ewe. Dann wollen wir

zurückblicken auf 20 Jahre Partnerschaft mit Sambia, auf den

Freiwilligenaustausch, auf Projekte und auf Menschen, die den

Verein geprägt haben. Ganz besonders geprägt haben den ewe die

Freiwilligen: junge Menschen aus Deutschland, die für ein Jahr

nach Sambia gingen. Und junge Sambier, die ein Jahr bei uns in

Deutschland verbracht haben. Sie kommen auch diesmal wieder

zu Wort. Lassen Sie sich inspirieren von den unterschiedlichen

Eindrücken und tauchen Sie ein in eine Welt voller neuer Eindrücke

und Emotionen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Johann Müller

Inhaltsverzeichnis

Editorial

„Da bist du aber mutig, Helen!“

Erfahrungen aus der einen Welt

„Ich vermisse Afrika!“

Wenn du nach Regen fragst, sei bereit

mit ihm umzugehen oder begegne

dem Schlamm.

Meine Familien vereint

Nelly / Melody

Nur noch 88 Tage…

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Dear reader,

this year we already address you in our second issue via an e-paper.

This is because we have planned something special for the

third issue later in the year: an anniversary edition on the occasion

of the 20th anniversary of the ewe. In this edition we want to

look back at 20 years of partnership with Zambia, at the regular

exchanges, at projects and especially at people who have shaped

the association. Among these people, we can particularly identify

our volunteers: Young people from Germany who spent a year

in Zambia. And young Zambians who left their country to make

new experiences in Germany. They will also have their say in this

issue. Please be inspired by the various impressions and immerse

yourself in a world full of new impressions and emotions.

I hope you enjoy reading the stories of this paper,

Yours

Johann Müller

Content

Editorial

„Da bist du aber mutig, Helen!“

One-World-Experiences

„I miss Africa!“

If you ask of rain, be ready to handle

or deal with the mud.

My families united

Nelly / Melody

Only 88 days to go

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„Da bist du aber mutig, Helen!“

Helen Hermens, die im August als neue deutsche Freiwillige nach

Sambia reist, stellt sich vor.

Mwatambulwa! Willkommen! Das ist bisher das einzige Wort auf

Chitonga, über das ich im Internet gestolpert bin, als ich mich

fleißig über Sambia informiert habe. Sambia? Ja, Sambia! Denn ab

August dieses Jahres werde ich in diesem mir noch fremden Land

ein Jahr verbringen. Ein Jahr, auf das ich bereits jetzt mit Vorfreunde,

Neugierde und Aufregung warte und das nicht schnell

genug kommen kann.

„Da bist du aber mutig, Helen!“

Diese Worte habe ich in den letzten

Wochen oft gehört, wenn ich

voller Freude über meine Pläne

erzählt habe. Helen Hermens,

das bin ich. Das Mädchen, das

anscheinend so mutig ist, für

ein Jahr nach Sambia zu fahren.

Ich bin 18 Jahre alt, komme aus

Aachen und bin zurzeit, wie die

meisten Schüler in meinem Alter,

mitten im Abiturstress und in

Überlegungen, was denn danach

wo und wie studiert wird und so

weiter. Nebenbei gehe ich tanzen,

spiele gerne Gitarre und verdiene etwas Geld durch Nachhilfe.

Doch durch das bevorstehende Abitur wird wohl vieles anders,

das spüre ich bereits. Es fühlt sich alles sehr nach Umbruchphase

an und man weiß noch nicht genau, wohin es einen verschlagen

wird. Und da bin ich sehr froh, dass eines feststeht: Ein Jahr

Sambia, ein Jahr fern von Schule, Abitur, Studium –und ein Jahr

hinein ins Leben.

Aber warum Sambia? Und wie überhaupt? Ein Jahr Urlaub nehmen

und dort ausspannen? Nein, das ganz sicher nicht!

Das Jahr in Sambia verbringe ich zusammen mit der Organisation

„Eine Welt Engagement, EWE“. Das bedeutet eigentlich mehr,

als nur ein Jahr Ausland, weil durch verschiedenste Vorbereitungen

und Nachbereitungen dem einen Jahr Leben eingeflößt wird.

Darauf bin ich bereits sehr gespannt! So gespannt, mehr über

dieses Land zu erfahren, dass ich bereits jetzt das Internet durchforste,

Bücher über Sambia lese und meine Freunde sich wohl die

nächste Zeit mit diesem einen Gesprächsthema begnügen müssen.

„Mwatambulwa“ weiß ich nun schon einmal was bedeutet.

Jetzt muss ich es nur noch lernen auszusprechen.

Diese Frage habe ich zu dem Thema auch schon oft gehört: „Und

was willst du da unten?“ Na, das steht doch fest! Ich will andere

Menschen kennenlernen; andere Kulturen, andere Sprachen,

anderes Essen und anderes Wetter! Und das nicht einfach nur in

Form von einem gemütlichen Urlaub, sondern verbunden mit

sinnvoller, menschennaher Arbeit und Leben hautnah: In sambischen

Familien und sambischen Gemeinden. Das tolle Angebot

von EWE kommt da gerade richtig. Obwohl ich dieses Jahr die

einzige Freiwillige bin, die nach Sambia reist, freue ich mich schon

sehr auf diese Zeit. Vielleicht kann ich ja nächstes Jahr ein paar

mehr junge Erwachsene motivieren, genau dasselbe zu erleben.

Mwatambulwa!

Welcome! This is so far the only word I have found in Chitonga

when I searched diligent for information about Zambia on the

internet. Zambia? Yes, Zambia! Zambia because I am going to

spend one whole year in this country from August 2015. One

year, to which I am already waiting with anticipation, curiosity and

excitement. August cannot come fast enough.

“There you are really brave, Helen!” These words I have heard

often the last weeks when I told

joyfully about my plans. Helen

Hermens, that‘s me, the girl who

is apparently so brave to go for a

year to Zambia. I am 18 years old,

come from Aachen and currently

I am like most students in my age

in the stress of getting the A-levels

and the stress of the question

about where and what to study

after school and so on. Incidentally,

I go dancing, love to play

the guitar and earn some money

by giving children private tuition.

But due to my school leaving

examination, everything towards my daily life is changing and the

insecurity about the time after school is revealed. Because of this,

I am very happy that one thing is certain: One year Zambia, one

year away from school, examinations and studies –and one year

into life.

But why Zambia? And generally how? Do I spend my holidays

there for a year? No, certainly not!

I am going to spend this year in Zambia together with the organisation

“Eine Welt Engagement (EWE)”. This actually means

more than just one year abroad, because this year is infused with

life by many seminars of preparation and post-processing. I am

very excited to these seminars by now! So excited to get more

knowledge about this country, that I already searched on the

Internet, read books about Zambia and only want to talk with my

friends about this topic (to what they unfortunately have to listen

to). I know so far what the meaning of “Mwatambulwa“ is. Now

I just have to learn how it is pronounced.

This question I have also heard some times during the last weeks:

“And what do you want to do there?” Well, this is certain! I want

to meet other people, get to know other places, other cultures,

other food and other weather. This experience I don’t want to

make as a wonderful holiday but connected with meaningful

work together with people and daily, Zambian life in families and

communities. Preferably I want to work with children together,

in a kindergarten, a school or in other facilities. The suitable offer

of the organisation EWE fits in this case perfectly together with

my imaginations. Although I am the only volunteer who travels

to Zambia this year, I am very happy that EWE affords me this

experience. Maybe I can motivate more young people to experience

the same next year.

Helen Hermens

Helen Hermens


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Erfahrungen aus der einen Welt

Meine Zeit in Deutschland ist fast vorbei. Ich habe nur noch

zwei Monate bis zu meiner Rückreise. Was habe ich aus meiner

Erfahrung hier in Deutschland gelernt? Diese Frage werde ich in

diesem Bericht beantworten.

WIE WICHTIG FAMILIE IST

In Deutschland ist es sehr wichtig, zusammen zu essen und zusammen

zu reden. Ich finde es sehr gut, dass die Deutschen fast

immer Zeit haben, mit allen Familienmitgliedern zu reden. Das ist

sehr wichtig, denn es macht die Familie stärker.

Meine Tante Anna hat mich hier besucht. Sie ist aus beruflichen

Gründen nach Paris geflogen. Von Paris fuhr sie mit dem Zug

nach Aachen und dort haben wir uns getroffen.

Wir waren zusammen Eis essen und wir sind in den Aachener

Dom gegangen. Zusammen mit meiner Gastmutter und meiner

Gastschwester sind wir nach Merbeck, das Dorf, in dem ich wohne,

gefahren. In Merbeck haben wir Junia, eine ehemalige Freiwillige

aus Deutschland, getroffen. Abschließend

sind wir spazieren gegangen. Meine

Tante Anna blieb nur bis 18 Uhr, weil ihr

Zug um 19.30 losfuhr. Ich habe meine

Tante noch bis Aachen begleitet.

Nach der Rückfahrt meiner Tante bin ich

sofort nach Hause gefahren. Ich wusste

dann, wie wichtig meine Familie ist, hier

in Deutschland und in Afrika, denn Leute

kommen und gehen. Ich liebe beide meiner

Familien und ich will beide behalten.

Keinesfalls werde ich meine deutsche

Familie vergessen.

Natürlich gibt es auch Unterschiede

zwischen den Familien in Sambia und

denen in Deutschland. Die Kinder hier

haben die Möglichkeit zu sagen, was sie

wollen. Natürlich gibt es immer Grenzen.

Die Kinder dürfen nicht alle Wörter

benutzen. In Sambia ist es nicht immer

so, denn Kinder müssen immer höflich

sein. Manche Kinder in Sambia können

sich deswegen nicht äußern, wenn es ein

Problem gibt. Die Eltern in Deutschland sind meiner Meinung

nach offener als die Eltern in Sambia. Manchmal sind die Eltern

in Sambia ihren Kinder fremd, weil sie nicht so viel miteinander

reden. Das ist natürlich schade. Die deutschen Eltern legen viel

Wert auf Urlaub mit den Kindern und darauf, einfach zusammen

Spaß haben. Das ist auf jeden Fall toll.

DIE LEUTE IN DEUTSCHLAND

Die Deutschen sind sehr direkt, wenn sie reden. Und sie reden

viel. Sie sind manchmal Fremden gegenüber verschlossen. Aber

wenn man einmal mit einer deutschen Person befreundet ist,

bleibt das für immer. Sie wollen nicht, dass ihre Freunde weggehen.

Sie haben zwar nicht so viele Freunde, aber der kleine

Freundeskreis ist stark und vollkommen. Ich finde das total super

und ich gratuliere den Deutschen dazu.

One-World-Experiences

My Time in Germany is almost over. I only have two months before

my flight back home. What have I learnt from my experience

here in Germany? I will answer this question in this report:

HOW IMPORTANT FAMILY IS

It is very important to eat and talk together here in Germany. I

think it is good that the Germans have time almost always to talk

with the members of their families. That is very important because

it makes the family stronger.

My aunty Anna paid me a visit here. She flew to Paris for work.

She took the train to Aachen and we met each other there. We

had ice-cream together and we had mass in the Aachen Cathedral.

We drove to Merbeck, the village in which I live, with my Host

mother and sister. In Merbeck we met Junia, a former German

volunteer. My Aunty Anna stayed only till 18 o´clock because her

return train to Paris was scheduled at 19.30 o´clock. I escorted my

aunty till Aachen.

After my aunt’s train took off I took my train back home. I knew

then, how important my family here in Germany and back in

Africa is because people come and go. I love my families and

I would like to keep them both. Under no circumstances will I

forget my German family.

Of course differences exist between the German and Zambian

families. The children in Germany have the possibility to say

what they want. Of course limits are set because the kids are not

allowed to use all words. In Zambia it’s different for the kids are

expected to be always respectful in speech. Some kids find it hard

to express themselves for this reason. The parents in Germany

are also open and not foreign to their kids. Sometimes parents are

foreign to their kids in Zambia due to lack of communication.

That’s really a pity. The German parents put so much worth on

holidays and having fun together.

Bei meiner Arbeit habe ich Freunde gefunden. Sie sind nicht nur

meine Kollegen, sondern sie sind auch meine Freunde. Sie wissen,

wenn ich traurig oder glücklich bin. Sie reden mit mir und sie

geben mir Ratschläge, wenn ich ein Problem habe. Wir haben einen

Team-Ausflug gemacht zur Wildenrath-NABU-Station. Dort

sind wir spazieren gegangen und wir sind Fahrrad gefahren. Ich

hatte viel Spaß mit meinen Kollegen. Ich bin jetzt bei der Arbeit

eingearbeitet und ich finde es toll, mit Kindern zu arbeiten. Leider

werde ich später nicht mit Kindern arbeiten, weil ich gerne Architekt

werden möchte. Meine Gastgeschwister sind auch meine

Freunde. Wir spielen zusammen und wir sind fast immer für uns

da, wenn einer von uns Hilfe braucht.

Ich finde es auch total gut, dass die Leute hier so pünktlich sind.

Natürlich gibt es Momente, in denen jeder mal spät dran ist, aber

ihr versucht immer pünktlich zu sein und das finde ich super.

Ich habe auch versucht, bei der Arbeit immer pünktlich anzukommen.

Zum Glück ist es mir gelungen. Pünktlichkeit war nie

schwer, es braucht nur ein bisschen Planung und natürlich Glück,

weil der Bus eine Verspätung haben kann.

SPAß

Spaß und Erholung sind den Menschen

sehr wichtig. Ab und zu bin ich mit meinen

Gastbrüdern feiern oder ins Schwimmbad

gegangen, denn ich brauchte Erholung.

Meine letzte Seminarwoche fand in der

Eifel am Rursee statt. Es war sehr schön.

Dort sind wir spazieren gegangen und

Boot gefahren.

Meine Gastmutter singt und hört gerne

Gospel, darum sind wir zusammen zum

Gospelkonzert gegangen. Der Chor, der

ein Konzert hatte, heißt Gospel-Train.

Letztes Weihnachten habe ich mit diesem

Chor gesungen. Es war prima.

In meinem Dorf gab es einen Zirkus. Die

Zirkusdarsteller waren sehr gut. Es gab sogar

ein fünfjähriges akrobatisches Kind. Ich

war ganz begeistert. Falls ihr den Zirkus

sehen wollt, er heißt „Zirkus Montana“.

Fußball ist den Deutschen auch sehr wichtig.

Ich bin Dortmund-Fan und ich bin sehr

glücklich, weil Dortmund ins Pokalfinale

gekommen ist. Leider ist Wolfsburg auch

eine starke Mannschaft, aber meine Hoffnung bleibt.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich viel von den Deutschen

gelernt habe. Ich habe viel gesehen und ich habe auch die deutsche

Sprache gelernt. Das werde ich nicht vergessen. Egal wohin

ich gehe, ich werde Deutschland und seine Menschen nie vergessen.

Ich bin jetzt für immer mit meiner deutschen Familie und

meinen deutschen Freunden verbunden. Vielleicht deshalb heißt

meine Organisation „Eine Welt“, denn es zeigt den Teilnehmern,

dass die Leute der Welt eigentlich Teile eines gleichen Systems

sind. Wir haben zwar unsere eigenen Kulturen, aber wir sind

alle Menschen der Erde und wir müssen diese unterschiedlichen

Kulturen alle respektieren.

Evans Chali

THE GERMAN PEOPLE

The Germans are pretty direct in speech and they talk a lot.

Sometimes they are closed to those they don’t know but when

one has a German friend, they stay forever. They never want their

friends to live. They don’t have many friends but they keep their

small friend-circles very strong and complete.

I made some friends at my place of work. My work-mates are also

my friends, not only colleagues. They know when I am happy or

sad. They talk to me and advise me when I have a problem. We

took a trip to Wildenrath together. We took a walk together and

we also went bike-riding. I had a lot of fun with them. I know

now what I must do at work and I love working with kids. Unfortunately

I do not want to work with kids later, instead I want

to be an Architect. My host brothers and host sister are also my

friends. We play together and we are almost always there for each

other when we need help.

I congratulate the Germans on their punctuality. Of course

everyone is late once in a while. But you all try to always be early

enough. I also tried this year to always be early at work. With luck

I have succeeded. Punctuality was never hard, it just needs a little

planning and luck because the bus can also be late.

FUN

Fun and recovery are important for all

people. From time to time I went out

partying with my host brothers or I went

swimming in order to refresh myself. My

last seminar-week was in the Eifel next to

the Ruhr Lake. It was beautiful. We took a

walk together and we also went boat-driving

on the lake.

My host mother loves to sing and listen to

gospel music. For this reason we attended

a Gospel concert. The choir is named Gospel-train.

I had the chance to sing with this

choir last Christmas. It was wonderful.

A circus-show took place in my village. The

circus performers were very good. Among

them was a little 5 year old acrobatic baby.

If you would all like to see this circus, it

was named a Circus Montana.

Football is very important for the Germans.

I support Dortmund and I am happy

that Dortmund is playing in the German

finals against Wolfsburg. Well, Wolfsburg is a very strong team but

I still hope we win.

Lastly I say, that I have learnt a lot from Germany and her people.

I have seen a lot and I have learn the German language. It doesn’t

matter where I go, I will never forget Germany. I am now forever

connected to my German family. Perhaps it is for this reason

that my Organization is called Eine Welt (One World). Because it

shows those who take part in its programs that we are all a part

of the same system. We all have our own cultures but we are people

of the Earth and we must respect all these different cultures.

Evans Chali


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„Ich vermisse Afrika!“

„I miss Africa!“

„Ich vermisse Afrika!“ ist, was mir meine Schwester Uli ein paar

Tage, nachdem sie wieder zu Hause in Deutschland war, geschrieben

hat. In den Osterferien kam sie im Rahmen der Fairreisentour

nach Sambia. Und so hat sie mich, als es so weit war, den

nächsten Bericht zu schreiben, auf die Idee gebracht, sie auch um

einen kurzen Text zu bitten, um die Reise nicht nur aus meiner

Perspektive, sondern auch aus der einer Reisenden selbst, zu

beschreiben.

27.03.2015: Beginn der Fairreisentour. Mit gemischten Gefühlen

steigen wir in den Flieger. Was wird uns erwarten? Die ersten

Tage verbrachten wir dann in St. Kizito (pastoral centre), einer

wunderschönen Einrichtung, und durften Einblick in manche

Projekte bekommen. Es ist so beeindruckend und toll, was Menschen

dort auf die Beine gestellt haben. Wir haben unter anderem

ein Krankenhaus, eine Radiostation, eine Schule für behinderte

Kinder und eine wunderschöne Farm gesehen, die von einer

beeindruckenden Frau bewirtschaftet wird. Wir haben Menschen

mit so viel Persönlichkeit und Lebensfreude kennengelernt, die

wir alle nicht mehr so schnell vergessen werden.

Und dann war es endlich so weit: Wir haben die Freiwilligen

getroffen – ich habe meine Schwester wiedergesehen! Ein Gefühl

so voller Freude, die man gar nicht recht in Worte fassen kann.

So verbrachten wir die Osterfeiertage dann in den Gastfamilien.

Es war gut, endlich Gesichter zu den Menschen zu sehen, von

denen man schon so vieles gehört hat. Für mich war es vor allem

auch schön, Annas Freunde kennenzulernen, bei ihr im Chor

mitzusingen und ein bisschen ein Gefühl dafür zu kriegen, wie

ihr Alltag so ausschaut, und zu versuchen zu verstehen, warum

sie dieses Leben dort so liebt. Und ich habe es verstanden! Sie ist

umgeben von solch wunderbaren Menschen mit unglaublich viel

Lebensfreude und Energie und ich weiß jetzt, warum sie sich so

wohl fühlt.

Die letzten Tage haben wir dann noch ein bisschen Touri gespielt

und in Livingstone Urlaub gemacht. Von den Viktoriafällen über

eine Safari in Botswana bis zu einer Schifffahrt auf dem Sambesi

war alles dabei, so konnten wir also auch noch die wunderschöne

Natur Sambias erleben.

Die zwei Wochen waren zwar auf der einen Seite ein wenig

anstrengend, aber es waren mit die schönsten, bewegendsten,

eindruckvollsten und unvergesslichsten Wochen meines Lebens.

Danke ewe!

Ich glaube, etwas Unvergessliches wird für meinen besten Freund

der Moment, in dem meine Familie mich aus Luskaka angerufen

hat, sein. Den ganzen Nachmittag war ich überglücklich, aufgedreht

und aufgeregt und die Vorfreude ist nur so gestiegen. Als

Agnes mit den Familien Hofbeck und Hennemann drei Tage

später nach Choma kam, durfte ich dann endlich meine Familie

wiedersehen, meine Schwester in den Armen halten. Es war ein

berührender Moment, dann war es aber auch irgendwie erstaunlich

schnell normal, dass sie da waren (abgesehen davon, dass sie

mir anfangs unglaublich weiß vorkamen).

Die Zeit, die sie bei uns hier gelebt haben, ist viel zu schnell

vergangen. Ich hätte ihnen noch so einige Orte zeigen oder

Menschen vorstellen wollen, musste das Ganze aber ein bisschen

eingrenzen. Es war schön, zu sehen, wie sich meine beiden Fa-

“I miss Africa!” – that’s, what my sister Uli wrote me a few days

after my family had arrived back home. During their holidays

around Easter, she came to visit Zambia with the fair travel

tour. And that’s how I got the idea of asking her to also write

something for me, when I started thinking about what to write

about in the next report. I didn’t want the tour to be only reported

about from my point of view, but also by somebody who was

actually traveler.

27.03.2015: Start of the fair travel tour. With a mixture of feelings

we get on the plane. What is waiting for us there? We spent the

first days in St. Kizito pastoral centre, a beautiful place, and were

allowed to get an insight into some projects. It’s impressing and

great what people managed to set up there. For example we visited

a hospital, a radio station, a school for disabled children and a

beautiful farm, that is being cultivated by an impressing woman.

We met people with a lot of personality and joy for life, we won’t

forget them that fast.

And then we finally met the volunteers – I saw my sister again!

It was a feeling of so much happiness, you cannot even describe

it properly. We spent the Easter holidays in the host families. It

was good to finally see the faces of the people whom I had been

hearing about so many things. And for me it was especially great

to get to know Anna’s friends, to sing with her in her choir, and

to get a taste of what her daily life is like. I tried to understand

why she loves this life there so much. And I did! She’s surrounded

by such wonderful people with unbelievable energy and joy about

life, and I can understand why she feels so comfortable there.

The last days we were tourists, going to Livingstone. We saw the

Victoria falls, went on a safari in Botswana, had a sunset cruise on

the Zambezi river, and so we had also the chance to experience

Zambia’s beautiful nature.

Those two weeks were somehow quite exhausting, but they were

two of the most beautiful, touching, impressing weeks of my life,

and I’m sure I won’t forget them.

Thank you, ewe!

milien näher kommen – im wahrsten Sinne des Wortes, das Haus

war ganz schön voll –, miteinander reden und miteinander lachen

konnten und so Angst und Fremdheit abgebaut werden konnten.

Ich glaube, dass meine deutschen Eltern mich mit einem guten

Gefühl wieder hier lassen konnten, nachdem sie jetzt gesehen

haben, wo, wie und mit wem ich lebe. Und es war mir wichtig,

dass Uli endlich meine Freunde kennenlernen konnte. Es ist toll,

mitanzusehen, wie auf die Schnelle Kontakte geknüpft wurden

oder gar Freundschaften entstanden sind, die jetzt auf die Ferne

aufrecht erhalten werden. So kann es sein, dass ich tagelang nicht

mit Uli kommuniziere, aber Grüße von ihr durch einen Freund

hier ausgerichtet bekomme.

Interessant war dann aber auch die Woche Livingstone. Erstaunlich,

wie schnell man wieder zum Besucher werden kann, auch

wenn trotzdem nicht alles neu und fremd war. Man kann zum

Beispiel manches besser einschätzen, kauft nicht 3 Meter Chitenge

für 150 Kwacha (normaler Preis: 2 Meter ca. 30 Kwacha),

und traut sich bei vielen Souvenirs mehr, den Preis herunter zu

handeln. Man tappt nicht in jede Touristenfalle. Es ist aber auch

schön, einfach mal nicht an jeder Ecke angesprochen zu werden,

weil man weiß ist, sondern einfach als normaler Tourist wie jeder

andere durch die Stadt laufen zu können. Es ist entspannend,

mit Leuten zu sein, die einen durch und durch kennen, bei denen

man nicht aufpassen muss, was man sagt, die einen in Dingen, die

einem vielleicht Probleme bereiten, einfach verstehen. Und so ist

unsere gemeinsame Zeit, unser Urlaub, richtig schnell vergangen.

Am Flughafen, als Abschiedstränen vergossen wurden, konnte

ich guten Herzens sagen, dass ich verstehen kann, dass meine

Familie weinte. Sie muss schließlich schon nach so kurzer Zeit das

wunderschöne Sambia wieder verlassen.

Anna Hofbeck

I think, something else that’s unforgettable is the moment, when

my family called me from Lusaka. The whole afternoon I was

more than happy, I was excited and active and the happiness to

finally see them again was getting more and more. When Agness

came to Choma three days later with the families Hofbeck and

Hennemann, I could finally see them, I could hold my sister in my

arms. It was a touching moment, but very quickly it was surprisingly

normal having them around (apart from the fact that they

seemed very white to me in the beginning).

The time they spent living with us here went by just too fast. I

would have wanted to show them more places and introduce

them to more people, but I had to adapt to the time we were

given. It was great to see how both of my families came closer –

literally, the house was full –, how they talk to each other, laughed

with each other and how the fear and the shyness disappear.

ed I think, my German parents could leave me here with a good

feeling, after seeing, where, how and with who I live. And it was

important to me, that my sister Uli got to know my friends. And

it’s nice to see, how fast people can get in contact and how friendships

can develop in such a short time. Those friendships are

now maintained despite distance. Sometimes I might not communicate

with Uli for some days, but then greetings from her would

reach me through a friend here.

It was also interesting to go to Livingstone afterwards. It was surprising

how fast you can become tourist or visitor again, but still

the things are not new or strange. And you are better in assessing

some things, you are not caught in every trap for tourists, you

dare to negotiate more when buying souvenirs, you don’t believe

every price you’re being told. But it can also be nice not to be

talked to at every corner, because you’re white, but just to walk

through town like any other tourist. It’s relaxing to be with people

that know you completely, to be with people that might understand

you in some things that may give you problems from time

to time, people where you don’t have to be careful what to say.

And so our time together went by really fast.

At the airport, where some tears of goodbye flowed, I could say,

that I could understand, why they had to cry. They had to leave

this wonderful country after just a very short time.

Anna Hofbeck


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Wenn du nach Regen fragst, sei bereit

mit ihm umzugehen oder begegne

dem Schlamm.

Eingebunden zu sein in eine neue Kultur, in eine neue Umgebung,

einen anderen Lebensstandard und in Kontakt mit neuen

Menschen, hat mir eine Menge gelehrt. Davon möchte ich hier

berichten:

Meine Gastfamilie hat mir vieles beigebracht, indem sich mich

manchmal angeleitet hat und manchmal nicht. Es ist großartig.

Meine Familie hat mir gelehrt, motiviert und eigenständig zu sein

und sie hat mir einen anderen Lebensstil gezeigt. Die Art und

Weise wie sie es getan hat, hat eine positive Auswirkung auf mein

Leben. Ich werde diese immer in mir tragen. Ich bin dankbar dafür,

dass meine Familie mir hilft, die deutsche Sprache zu lernen.

Meine Gastfamilie hat mir ebenso beigebracht, über meine

Vorstellungen hinaus zu gehen und an mich zu glauben, Dinge

zu machen, die anderen schwer fallen und im Leben immer auf

etwas in sich selbst fokussiert zu sein. Sie hat mir gelehrt, nicht

wegzurennen, wenn ich es gerne getan hätte. So muss das Leben

sein.

Das Osterfest mit meiner Gastfamilie war großartig. Sie hat mir

gezeigt, wie man Ostern hier in Deutschland zelebriert, z.B. dass

man hier Ostereier im Garten sucht. Ich habe mich in diesem

Moment wie zu Hause gefühlt. Und so fühle ich mich immer bei

ihnen... zu Hause. Ich habe noch viele andere Dinge gelernt, zum

Beispiel dass die Leute hier in Deutschland im Mai ein Herz aus

Blumen aufhängen, um jemandem zu sagen, dass man sie/ihn

liebt.

If you ask of rain, be ready to handle

or deal with the mud.

Being introduced to a new culture, environment, people and just

to the living standard in general has taught me alot of things, and

I would like to share the lessons I got,

Starting with my host family here in Germany, they have taught

me a lot of things through guided and unguided too, its kind

of amazing such that all time I need a shoulder to leen on, they

provide it for me, am humbled for that. They have taught me to

be self motivated and safe independant, they have exposed me

to a different way of living with people and this way is a postive

impact in my life, I will always take it with me. Am grand that they

do put into their efforts to allow me to learn the german language

which I find it very easy to learn through there guidance. My host

family has taught me the new way of living with other people, the

German culture, why that and that is important in Germany, they

have taught me to be a person, who goes beyond imagination and

to always believe, that I can do, what seems difficult for others

and to always stay focused in life not that maybe you want to get

something out of it no! But that‘s how life has to be. Talking of

easter it was amazing. Easter I have ever had in my life, my host

family explained how easter is done here like searching for an egg

and other amazing things. I truly felt at home with them and am

still feeling at home, and i also learnt another thing that German

people do on first may like showing how much you love someone

by hanging a flower on the door and when that person wakes

up, she or he find it as a surprise in the morning. So much more

I could say about my host family, but I can‘t write it, only action

could show themselves. Iwish I could describe them with words,

its very difficult. No words suit their kindness, gentleness, fruitfully

and awesome people.

Talking of my work place is kind of telling a testmony, that

could have be told to other people and they come to narrate it to

you through there working modules. Working in the hospital is

one thing that most people could like to do due to a reason that

maybe its a smart place. I once thought so too, but when i started

to work i realise that the assumption was not the reality, my work

mates taught me through just observing and listening from there

talks and works, I became touched and grew up with a passion to

learn more do my work with baring in mind having the priority

of saving the lives of the patients, I became couragious, such that

I can do more and more things at working station more than I

did before, I became motivated in such a way, that I started to

grow up, not physicaly but intellectualy, emotionaly. I realised that

my patients are not called patients, but they are my brothers and

sisters such that I have to treat them the way I do want them to

treat me.

I realised that working to save people, you have to understand

them in which ever direction they come from and after you understand

them, stop and reflect, what to tell me, I have managed

to do this because of having good and determined work mate am

truly happy and humbled to have been working with such kind of

Ich könnte so viel mehr über meine Gastfamilie erzählen. Ich finde

kein richtiges Wort, um ihre Liebenswürdigkeit, Freundlichkeit

und positive Energie zu beschreiben. Sie ist einfach großartig.

Wenn man sich vorstellt, in einem Krankenhaus zu arbeiten, dann

könnte man denken die Menschen arbeiten dort aus einem bestimmten

Grund, sie haben es sich ausgesucht. So schlimm kann

es nicht sein. Das habe ich auch mal gedacht, bis ich gemerkt

habe, dass diese Vorstellung nicht der Realität entspricht. Meine

Arbeitskollegen haben mir vieles beigebracht, denn ich konnte

beobachten, wie sie Arbeitsvorgänge erledigen und so vieles aus

den Gesprächen aufschnappen. Durch meine Zeit dort ist mir

klar geworden, dass ich den Beruf leidenschaftlich gerne mache.

Wenn ich im Krankenhaus bin, weiß ich, warum ich das mache

– um Menschenleben zu retten. Mit der Zeit bin ich zielstrebiger

geworden und mir ist klar geworden, dass ich viel mehr Dinge

auf der Station erledigen kann als am Anfang. Ich bin motivierter,

weil ich merke, dass ich daran wachse, emotional, wie auch mental.

Ich habe realisiert, dass meine Patienten nicht nur Patienten

für mich sind, sondern Brüder und Schwestern. Ich muss sie

genauso behandeln, wie ich es von ihnen erwarte.

Arbeiten, um Menschenleben zu retten, ist etwas ganz Besonderes.

Man muss die Fähigkeit besitzen, Menschen, egal welchen

Lebenshintergrund sie besitzen, zu verstehen, in manchen Dingen

zu stoppen und mit ihnen zu reflektieren, wie sie die Dinge

sehen. Ich bin froh darüber, dass meine Arbeitskollegen mich

auf diesem Weg begleiten. Respekt und Loyalität sind die eine

Sache, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute

bin. Die andere Sache ist, dass ich meine Arbeit liebe und mir für

die Zukunft vorstellen könnte, in diesem Berufsfeld zu arbeiten.

Meine Arbeitskollegen haben mir beigebracht, dass ich tun sollte,

was mir gefällt und dass nur das zählt, was dich dahin führt,

dieses Ziel zu erreichen. Man soll Dinge besser nicht aussprechen,

sondern sich nur seine Gedanken darüber machen. Das bringt

einen viel weiter.

Abschließend möchte ich sagen, dass alle Dinge langsam beginnen

und alles zu seiner Zeit passiert. In den letzten Monaten war

ich auf einem Seminar,

wo ich nochmal

viel über die deutsche

Politik und Gesellschaft

gelernt habe. Ich danke

der Seminargruppe für

den Austausch und die

Möglichkeit, durch die

vielen Interaktionen

mein Deutsch verbessern

zu können. Ich möchte

ebenso dem Fußballverein

in Winden dafür

danken, dass er mich in

ihr Team aufgenommen

hat. Mein Dank geht

auch an ewe und die

Caritas Monze.

Lweendo Kaluwa

people. Respect and loyality is

the only thing that has made

me to be whom I am today.

I truly love my work and at

the end of it all I could like

to study medicine in the near

future to come. My work

mates they have taught me

that I should do what I like

and like it. What matters most

is what makes me to do that

thing that I like doing and

never always speak with your

mouth but with your head,

your thinking capacity should

talk on your behalf.

To crown it all I would like

to say, that all things starts

with a small spark, in last

few months I had a serminal

to learn abouth the german

politics and german defense force, and I could like to take this

opportunity to thank the group I attended with this serminal and

these are group red BFD, this group has allowed me to learn the

language through interlactions and normal talking. I thank you

all, I could also like to thank the Winden football club, it has been

there for me in terms of every day living they are very determined

team, they teach me a lot of things, so I say thank you. Not

forgeting too the EWE and the CARITAS MONZE.

yours Tonga Bull

Lweendo Kaluwa


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Meine Familien vereint

My families united

Eine neue Arbeitsstelle, der Besuch meiner Eltern in Sambia,

Parish Congress mit den Jugendlichen meiner Gemeinde und und

und... Viel ist passiert in den drei Monaten seit meinem letzten

Bericht. Aber fangen wir von vorne an.

Als ich im Februar nach Seminar und Urlaub aus Tansania zurück

nach Mazabuka kam, wartete die wahrscheinlich größte Veränderung

der letzten drei Monate auf mich: meine Schwester Florence

hatte während meiner Reise ihr Baby zu Welt gebracht. Was für

eine Freude! Die Kleine – nun schon drei Wochen alt – das erste

Mal im Arm zu halten, war ein wunderbarer Augenblick, hatte

ich doch zusammen mit Florence während der Schwangerschaft

diesem Moment entgegengefiebert. Besonders rührend für

mich ist, dass Florence und ihre Familie entschieden haben, ihre

Tochter Lea zu nennen. Darüber bin ich immer noch ein bisschen

sprachlos, zeigt es doch, wie sehr mich meine Familie ins Herz

geschlossen hat.

Unser zuckersüßes Baby Lea 2 ist eine wahre Bereicherung! Natürlich

versteht sie es, uns alle ganz schön auf Trab zu halten, aber

noch viel mehr, uns allen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Trotzdem merke ich, wie viel ich noch lernen muss, bis ich bereit

für mein eigenes Baby bin. Das Haus ist nun meine persönliche

„nursing school“: von Babywickeln und Baden über das Lätzchen-Waschen

bis zu den regelmäßigen Terminen in der Klinik.

Eine Klinik – das ist jetzt auch meine neue Arbeitsstelle. Im März

habe ich begonnen, in der ART Klinik des General Hospitals

Mazabuka zu arbeiten. Hier bekommen über 10.000 HIV-Patienten

ihre Medikamente. Das kann ganz schön stressig sein und ich

helfe, wo ich kann. Meistens bedeutet das, Gewicht und Lebenszeichen

zu messen – die erste Station der Patienten. Von da aus

durchlaufen sie „Registration“, „Adherence“, einige „Counseling“

mit dem Clinic Officer und „Pharmacy“. Es ist interessant,

Einblicke in die verschiedenen Bereiche zu bekommen und ich

hoffe, dass ich dort noch mehr lernen kann. So darf ich nächste

Woche zum Beispiel mit einigen Krankenschwestern im Rahmen

der „mobile clinic“ in einige abgelegenere Orte fahren, wo die Patienten

keine Möglichkeit haben, ihre Behandlung im eigentlichen

Krankenhaus zu bekommen.

Nur zwei Wochen, nachdem ich mit meiner neuen Arbeit begonnen

hatte, musste ich mir dann auch schon den ersten Urlaub

nehmen: Meine Eltern und meine Schwester waren zu Besuch in

Sambia! Sicherlich eines der Highlights der letzten drei Monate

– verständlich nach sieben langen Monaten, in denen wir uns

nicht gesehen haben, aber nicht nur wegen des Wiedersehens

A new workplace, the visit of my family in Zambia, a parish congress

with the youth and a lot more has been part of my life since

my last report three months ago. Let me begin in February.

When coming back to Mazabuka in February after our seminar

and holidays in Tanzania, the probably biggest change of the last

three months was waiting for me at home: While I was out, my

sister Florence had given birth to her child. To hold her daughter

– now already three weeks old – in my arms for the first time was

a wonderful moment after waiting and looking forward to it for

so many months. It is especially touching for me that Florence

and her family decided to name the baby Lea. Showing how much

they have taken me to their hearts I still don‘t find the right words

for that. Our cute little baby Lea 2 is a real blessing to the house.

Obviously she knows how to keep us busy all the time but even

better how to lighten our faces with smiles. Anyhow, I realize that

I still have to learn and grow a lot before I am ready for my own

child. Our house is like my personal nursing school now: starting

from changing and bathing the baby, washing her nappies and

taking her to the clinic.

A clinic – that is also my new workplace. In March I started working

in the ART clinic of the Mazabuka General Hospital where

over 10.000 HIV patients receive their treatments. With so many

patients to attend work there can be very stressful and I help where

I can. Most of the time I measure the patients’ weight and vital

signs – their first station when coming to the clinic. Afterwards

they go to “registration“, „adherence“, some to „counseling“ with

a Clinic Officer and „Pharmacy“. It is interesting to get experien-

allein, sondern auch wegen der Möglichkeit, mit ihnen ein Stück

meines Lebens hier zu teilen. In der Zeit, die meine deutsche

Familie mit mir und meiner sambischen Familie verbracht hat, ist

mir noch einmal viel deutlicher geworden, was mir meine Familie

hier bedeutet und auch ich ihnen umgekehrt bedeute. Es war ein

tolles Erlebnis, zu sehen, wie zwei so unterschiedliche Familien

so schnell zu einer werden können. Und den Anblick, wie meine

beiden Mütter bei ihrem Abschied ein paar Tränen verdrücken

mussten, werde ich wohl nie vergessen… Diese gemeinsamen

Tage voller Freude und Glück waren aber natürlich viel zur kurz,

die Stunden flogen zu schnell vorbei.

Doch auch im Alltag rennt die Zeit. Es sind nur noch drei Monate

für uns hier in Sambia und der Zeitpunkt ist gekommen, Dinge,

die man die ganze Zeit schon machen wollte, endlich zu machen.

So haben Nurit und ich es endlich geschafft, Anna in Choma zu

besuchen. Fehlen noch die gegenseitigen Besuche in Monze und

Mazabuka. Aber ein bisschen Zeit bleibt ja noch.

Lea Hennemann

ces in the different areas of the work at the clinic and I hope to

learn a lot more there.

Already after my second week at the clinic it was time for my first

leave: my parents and my sister had arrived in Zambia! A wonderful

moment for me! Not only because I could finally see them

face to face again after seven long months but also because of the

possibility to show them a bit of my life here. During the time my

German and my Zambian family spent together it became clearer

to me how important I am to my family here and they are to me.

It was great to see how two very different families can become

one in such a short period of time. And I will never forget how

my two mums had to fight back tears when saying good bye to

each other. But not surprisingly, those days filled with joy and love

were far too short and the hours we spent together were flying

too fast.

However, even during the “normal” periods time is running. Only

three months of our stay in Zambia are remaining and the time

has come that I really have to do the things I wanted to do all the

time. So Nurit and me, we finally visited Anna in Choma. Still

remaining are the visits in Monze and Mazabuka. But fortunately

we still have a bit of time.

Lea Hennemann


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Nelly

Melody

My name is Nelly Kabila. I live in Zimba town, one of the new

districts in the Southern Province of Zambia. I am a Christian

and I congregate with Roman Catholic, St Michael Parish where

I am a member of the choir group and involved in the youth

movement. I was born on 5th July 1996 in Kaoma. I am born

in a family of three and me being the second born child and only

girl of Mr. and Mrs. Kabila. My parents’ names are Nicholus Simulomo

Kabila (father) from the Western part of Zambia and my

mother is Malipa Kalezhi also from the Western part of Zambia.

I started school in 2002 and completed in 2014 at Njase Girls Secondary

School. While in school I was French club which enables

me to speak a bit of French and I know I will easily know how to

speak the Germany language. I was also an athlete. Currently I

am helping out my mother with house chaos and actively involved

in the Zimba Catholic church Youth Movement. When am home

I like cooking – preparing meals for everyone at home. I also like

eating potato salad.

Out of the seven girls who were competing to participate in this

year’s intercultural exchange in Germany, I was one of the successful

ones. I am so excited to go to Germany and my motivation

comes as a result of wanting to learn and live the Germany

culture, understand it and know more about our various traditional

ceremonies and to share my Zambian culture too to all will be

interested.

I have been informed that I will spend my stay in Germany in a

family and this really brightens me up as I think this is the best

platform for learning and sharing cultures. This will also reduce

my fears of the unknown. I do not know my host family yet and

the place of attachment in terms of work but I would really like

to be attached to the hospital

My coming to Germany will clear some of the misconceptions

I have heard of Germany and give me a chance to experience

another kind of life in a totally different country. I must mention

here that I have not stayed outside my country. I should guess

that I am privileged to share, with all the people I will interact

with, culture and compare the two cultures and how these can

be harmonized to bring about a better world free of prejudices

and stereotypes. I am very much aware that home will always be

home but I am taking a step of faith to face a different kind of

home which will require me to adjust a lot in order for me to live

the intercultural experience successfully. I am looking forward to

meeting new challenges, do something different from the usual,

meet new people and also to become a friend to other.

My coming to Germany is strictly the Cultural Exchange and

after my time elapses I have to come back home to my family and

pursue my studies in Medicine with the University of Zambia

I must confess I love to learn new things, dancing, singing, listening

to music and not so selective to food, easily adjust to suit

my new environments and cooking.

My names are Melody Namano. I was born on 29th September

1994 and I am the first born child in the family of five – three

girls and 2 boys. I am Lozi by tribe, from the Western part of

Zambia.

I started school in 2011 at Loazamba Primary school. In 2007 I

transferred to Ngoma community school in Mazabuka where my

father was teaching. Just after sitting for my grade seven examinations

in 2008, my father was transferred

to Sianzala Basic School and we relocated to

Chikankata District. Before long, in 2009,

my father was again transferred to Kalomo

and I continued my education at Mukwela

basic school which is my current residence.

Upon qualifying to go to grade ten, I went

to Kalomo Secondary school where I completed

my grade twelve in 2013.

I am a committed catholic youth involved in

various youth activities at Mukwela centre

and at times we combine with the youths in

the main centre to carry out church activities.

Most of the time when am free from

the house chaos, I like being with children

and the elderly but most interesting with

children.

It was of so much great joy on my part

when I was selected from my parish to be

the one to participate in the selection of

the intercultural exchange selection which was in Choma and

was for two day. It was a stiff competition but out of the seven

participants I was one of the two selected to participate in the

intercultural exchange for 2015 / 2016. Because of so much joy

to be selected to take part in the ewe program I had to shed a tear

of joy.

It is so fascinating to have a rear opportunity to interact with

people of another culture and I am really looking forward to live

the ewe experience in Germany for one year. It was be hard at

start but I am positive that with time and after orientations and

adjusting within myself, I will live the best experience, learning the

Germany culture and sharing my Zambian culture too for we say

different cultures, one people and one world. I am also so sure

that my horizon of perceiving things will change.

I must mention here that my coming to Germany is for the

purpose of the exchange and therefore my time will be devoted

to that. Like I mentioned earlier, I love being with children and

if possible I would like to be attached to a school where I will

interact more with children, I believe they are the best teachers in

small things which may seem not to matter at all and a source of

strength too.

I was well informed that I will be staying in a family. I believe this

will be my platform of learning many cultures and sharing my

culture too with other people I will interact with.

The passion I have for children is the drive for my career and

therefore when I come back home to my family in Zambia I will

study Secondary School teaching.

I am looking forward to come to Germany.


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Nur noch 88 Tage…

Only 88 days to go

Wenn ich auf die letzten neun Monate zurückschaue, bemerke

ich, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Und mir wird schlagartig

bewusst, dass mir nur noch zwei Monate hier in Sambia

bleiben. So langsam fällt mir auf, dass nur noch wenig Zeit für

die Dinge bleibt, die ich noch vorhabe. Es steht noch ein Ausflug

mit den Jugendlichen an, meine letzten Urlaubstage sind fällig

und die Evaluation darf ich auch nicht vergessen. Wenn man 88

Tage mit all dem füllen will, bleibt nicht mehr viel Zeit zu Hause

bei der Familie und bei der Arbeit. Zeitmanagement ist da mein

Stichwort.

9 months! Time was literally flying. Three more months left here

in Zambia. I noticed that there is not a lot of time for all those

things I still want to do. There is a trip with the youths, my last

holidays and our evaluation. If I want to manage to do all those

things within such a short period of time I won‘t have a lot of

time left at my working place or at home with my family. Time

management is my keyword.

verloren wie im Krankenhaus, denn die Anzahl der Mitarbeiter

beschränkt sich in der Klinik auf ungefähr 30 und

nicht wie im Krankenhaus auf 250 Mitarbeiter. So hatten

alle schon mehr oder weniger etwas von mir gehört und

ich konnte, nachdem ich mit meinem Ansprechpartner,

Herrn Kalumbi, gesprochen hatte, direkt anfangen zu

arbeiten. Gemeinsam mit ihm habe ich ein Programm

erstellt, das mich alle zwei Wochen in ein neues Department

bringt, sodass ich die Möglichkeit habe, viele

unterschiedliche Einblicke in die Klinik und Kontakt mit

den verschiedensten Menschen zu bekommen.

Momentan arbeite ich im Mutter-Kind-Department.

Dort erlebe ich mit, wie Kinder geboren werden. Zu

sehen, wie Kinder zur Welt kommen, ist ein ganz neues

Gefühl bei der Arbeit, und es gefällt mir sehr. Auch wenn

ich keine Fotos machen durfte, sind mir einige Dinge sehr in

Erinnerung geblieben. Ich bin gespannt, was mich sonst noch in

den anderen Departments erwartet.

An Ostern gab es eine riesengroße Zeremonie, der Bischof hat

die Ostermesse gehalten, und von Donnerstag bis Montag ging es

jeden Tag in die Kirche. Mit den Jugendlichen haben wir ein paar

Gedichte und Lieder geprobt, die dann in den Ablauf der Messe

eingebracht wurden.

Insgesamt habe ich viel erlebt und bin mir sicher, dass noch

einiges folgen wird. Der Austausch ist zum einen eine gute Möglichkeit,

sich selbst besser kennen zu lernen und zum anderen zu

lernen, wie man sich in ungewohnten Situationen gut verhalten

kann.

Dafür bin ich dankbar und hoffe dass ich es mit nach Deutschland

nehme!

At Easter there was a big ceremony, the Bishop was there and

from Thursday up to Monday we went to church every day.

Together with the youths we prepared some poems and songs,

which we presented during the holy week.

All in all I can say that I experienced a lot and I am sure that

there’s still a lot to come. The cultural exchange is a good opportunity

for me to get to know myself better and on the other

hand it helps me to learn how to handle unknown situations. I am

thankful for that and I hope I will remember it even in Germany.

Nurit Rudolph

Nurit Rudolph

Uli Hofbeck

Titel

Evans Chali

3 Bilder

Im Februar kurz nach meiner Rückkehr vom Zwischenseminar

bin ich in die Manungu Urban Clinic gewechselt, um einen

Eindruck in eine etwas kleinere Einrichtung als das Krankenhaus

zu bekommen. Ich kann nicht genau beschreiben was ich mir

eigentlich unter einer Klinik vorgestellt habe, aber meine Erwartungen

wurden übertroffen. Mit großer Überraschung habe ich

festgestellt, dass es in der Klinik mehr Teamarbeit und somit auch

bessere Absprachen gibt. An meinem ersten Tag war ich nicht so

In February I changed my working place to Manungu Urban

Clinic. Just to get some impressions how it is to work in a smaller

institution than the Hospital. I can’t really explain what I expected,

but it exceeds all expectations. Working in this clinic means

teamwork and better agreements. On my first day there I wasn’t

that lost as at the hospital. Maybe the reason why it was like that

is that at the clinic there are around 30 workers and at the hospital

there are 250. So there’s a huge difference. Everyone had of course

heard about the volunteer and so it was easy for me to find the

responsible person, Mr Kalumbi. After I had talked to him about

what I was going to do in the clinic we decided I could change

the department after every two weeks. We thought that is the best

way to get to know many different things and to get in contact

with most of the people who are working there.

I am working at the Mother Child Health department (MCH) at

the moment. Babies are born, and there is always something new

at work. I like it very much. I wasn’t allowed to take pictures but a

lot of moments I will keep in mind. I am looking forward to new

experiences in the other departments.

Anna Hofbeck

Lea Hennemann

Lweendo Kaluwa

Nurit Rudolph

3 Bilder

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Samstag, 3.Oktober 20 Jahre ewe „Partnerschaft entwickelt“

15 Uhr Workshop für ehemalige Freiwillige

18 Uhr Gottesdienst

19 Uhr Festakt mit Entwicklungsgeschichten

und afrikanischer Musik

in der Marienkirche Düren

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