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OCEAN7 2015-05

Die Weltumseglerfamilie Peter, Alexandra und Finn Schöler testeten für OCEAN7 den sportlich schnellen Trimaran Dragonfly. Außerdem in dieser Ausgabe: Reisereportage aus dem Saronischen Golf in Griechenland und von einem Lagunentörn rund um Venedig.

Die Weltumseglerfamilie Peter, Alexandra und Finn Schöler testeten für OCEAN7 den sportlich schnellen Trimaran Dragonfly. Außerdem in dieser Ausgabe: Reisereportage aus dem Saronischen Golf in Griechenland und von einem Lagunentörn rund um Venedig.

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www.ocean7.at

Unabhängiges YACHTMAGAZIN für Österreich

05/2015 September/Oktober

Dragonfly 25 im OCEAN7-Test

Der Flug

der Libelle

Zur Biennale und durch die Lagune:

2 x Venedig

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS


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05/2015 September/Oktober 4,50 EUR

Mit News der Verbände YCA, MSVÖ und SFVS

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05

Inhalt 05/2015

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52 44

26

www.OCEAN7.at

UNABHÄNGIGES YACHTMAGAZIN FÜR ÖSTERREICH

Inhalt

05/2015

September/Oktober

Dragonfly 25 im OCEAN7-Test

Der Flug

der Libelle

Zur Biennale und durch die Lagune:

2 x Venedig

P. b. b. 12Z039473 M · OCEAN7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

Rubriken

4 | Editorial

6 | OCEAN7-Panorama

8 | Best of

12 | OCEAN-Woman

66 | Bücherschapp

66 | Impressum

Revier

14 | Saronischer Golf

Das andere Griechenland

22 | Venedig I:

Biennale & Santelena

26 | Venedig II:

Drei Generationen auf Erkundungsfahrt

People

32 | Erzherzog Ludwig Salvator

Ein Habsburger als Erforscher des Mittelmeeres

Service

40 | News

42 | Interboot 2015

Das pure Vergnügen

Yachten

44 | Delphia

Nicht nur Segelyachten

48 | Bavaria Sport 300 & 330

Yachten für jedes Wetter

52 | Dragonfly 25

Spaß auf drei Beinen

Verbände

57 | Motorsport und

Seefahrtsverband Österreich

60 | Yacht Club Austria

64 | Seefahrtsverband Süd

Coverfoto: Dragonfly

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 3


OCEAN7Editorial

Rettungs-

Einsatz

OCEAN7-Autor Tahsin Özen wurde

während eines Urlaubstörns vor der

türkischen Küste zum Lebensretter.

Hier sein Bericht.

Von Knidos nach Turgutreis – unsere

letzte Etappe auf unserem

Törn durch den türkischen Golf

von Gökova. Geplant als Nachtfahrt,

um am nächsten Morgen

vor der Insel Çatalada noch einen

letzten Badestopp mit Frühstück

an Bord einzulegen, ehe wir unseren

Nautitec 40 open-Katamaran

wieder in den Heimathafen

überstellen. Was in jener Nacht

geschah, kann ich dank meines

Logbuchs und meiner Kartenzeichnungen

genau wiedergeben:

0300. Wachablöse: Ich übernehme das Ruder, Co-Skipper

Mario schläft, Harri als Dritter im Bunde ruht sich neben mir

an Deck etwas aus. 24 kn Wind, 0,5–1 m Welle, gute Sicht, 5–7

kn Fahrt unter Segel (Groß und Fock) auf Kreuzkurs.

0355. Passieren gerade die Meerenge (3 nm from coast to

coast) zwischen Bodrum und Kos auf Höhe Hüseyin Burnu.

Höre ein Kreischen, Rundumblick – nichts. Denke an eine

Möwe. Drei Minuten später erneut ein Kreischen, es ist aber

definitiv ein menschlicher Schrei (der unter Motor ungehört

geblieben wäre …). Nochmals Rundumblick und da, steuerbord

querab ein winziger Lichtpunkt im Auf und Ab der Wellen.

Alarm, alle nach kurzer Einweisung auf Position, Segel bergen

und Kurs nehmen auf den Lichtpunkt geschehen fast synchron.

Order an Mario, die Maschinen zu starten und Fahrt aufzunehmen

– aber erst, nachdem ich am Vorschiff den Lichtpunkt

anvisiert habe, da unter Motor nichts mehr zu hören sein

würde. Order an Harri, sich um Decksbeleuchtung und eine

starke Taschenlampe zu kümmern, Leinen (Rettungsring) klar

machen.

0404. Schlauchboot voraus, 6 Seelen an Bord: 1 Frau, 5

Männer, alle schreien in arabischer (?) Sprache um Hilfe, aber

nur die hohe Stimme der Frau hatte mein Ohr erreicht. Nun

sind auch unsere Frauen und Kinder wach vom Geschrei,

stürmen an Deck. Anweisung, ruhig und im Cockpit zu bleiben.

Order an Harri, das Ruder zu übernehmen. Order an Mario,

Pan Pan abzusetzen. Order an Vanessa, unser kleines Flutlicht

unter allen Umständen auf das Schlauchboot zu richten.

Schlauchboot manövrierunfähig, ohne Antrieb, fast vollgelaufen,

droht zu kentern. Beruhige die Menschen an Bord und

unterhalte mich mit ihnen, um ihnen das Gefühl zu geben, dass

sie nicht mehr allein sind. Über Funk keine Antwort auf Pan

Pan. Habe die Verantwortung für acht Menschen auf meinem

Katamaran und auch die Pflicht, den Menschen in Seenot zu

helfen. Daher schwierige, aber letztlich klare Anweisung: Abbergen

nur bei unmittelbarer Lebensgefahr.

0418. Ein Mann lässt sich in seiner Verzweiflung achtern

ins Wasser fallen. Leite MOB ein, breche aber wieder ab, nachdem

sich der Mann unmittelbar darauf wieder selbst ins

Schlauchboot ziehen kann. Keine Antwort via Funk auf erneut

abgesetzten Pan Pan.

0425. Hole den Folder „Flüchtlinge in Seenot: handeln

und helfen“ von PRO ASYL, den ich mit meinem Charter-Vertrag

von Master-Yachting Deutschland zugeschickt bekommen

und vor Törnbeginn gelesen habe, aus meinen Unterlagen.

Wähle die Telefonnummer der türkischen Küstenwache und

gebe den Pan Pan telefonisch durch. Küstenwache schickt ein

Schnellboot.

0429. Sichtung zweites Schlauchboot

mit neun Seelen an Bord. Auch

Flüchtlinge

in Seenot:

handeln

und helfen

Ein wertvoller Ratgeber für Skipper ist der Folder „Flüchtlinge in Seenot: handeln und

helfen“ von PRO ASYL, der z. B. unter www.master-yachting.de als Download-PDF

erhältlich ist und angesichts der dramatischen Entwicklung im Mittelmeer genauso zu

den Törnunterlagen gehört wie die Seekarte und das Logbuch.

Hinweise

für Skipper

und Crews

4 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Flüchtlinge in Seenot

Frauen und Kinder, die um Hilfe schreien. Küstenwache noch

nicht da, beide Schlauchboote treiben auseinander. Unglaublich

belastende Entscheidung: Welchem Beistand leisten? Ich behalte

das erste Schlauchboot im Auge, da das zweite größer

und in einem besseren Zustand ist (mit Mini-E-Motor; zwar kein

wirklicher Antrieb bei dem Wind, der Welle und der Strömung,

aber immerhin minimalst stabilisierend). Muss dieses daher

trotz aller Hilferufe ziehen lassen.

0514. Schnellboot der Küstenwache erreicht uns und birgt

alle sechs Menschen in Seenot ab. Informiere den Offizier an

Bord darüber, dass wir den Sichtkontakt zum zweiten Schlauchboot

auf Kurs 220° verloren haben. Küstenwache nimmt Verfolgung

auf, wir nehmen wieder Kurs auf unser Ziel Çatalada.

0524. Sichtung drittes Schlauchboot mit mind. zwölf Seelen

an Bord. Wieder viele Frauen und Kinder, die in panischer

Angst um Hilfe schreien. Schlauchboot groß, aber manövrierunfähig

und völlig überladen. Erneut Pan Pan und direkter

Funkspruch an das Schnellboot der Küstenwache, wieder keine

Antwort. Ich kann die Signallichter in Küstennähe von Kos

ausmachen, wahrscheinlich suchen sie nach dem zweiten

Schlauchboot. Ich bete, dass sie es finden …

Eine Minute später erneuter Funkspruch, erhalte wieder keine

Antwort. Jedoch nähert sich das Schnellboot wieder der türkischen

Küste. Ich lasse alle Lichter an Bord, im Salon und in

allen Kabinen anmachen, um möglichst gut sichtbar zu sein.

Innerlich zerspringe ich fast vor Freude, als ich sehe, dass das

Schnellboot seinen Kurs in unsere Richtung ändert (äußerlich

versuche ich möglichst klar und bestimmt aufzutreten, das wirkt

beruhigend auf die Crew). Ich unterhalte mich mit den Menschen

an Bord des dritten Schlauchbootes (Iraner, Afghanen,

Syrer) und deute mit meiner Rechten auf die nahende Rettung.

0547. Als das Schnellboot der türkischen Küstenwache

eintrifft, fällt mir ein Stein vom Herzen: An Bord sind deutlich

mehr als sechs Flüchtlinge – sie haben das zweite Schlauchboot

gefunden! „Helden“, denke ich mir, da ich schwören könnte,

dass sie die Abbergung bereits in griechischen Gewässern

durchgeführt haben. Umso mehr überrascht es mich, dass sich

der Offizier an Bord über Megaphon ausgerechnet bei mir für

den selbstlosen Beistand in Not bedankt, uns eine gute Weiterfahrt

und einen schönen „Bayram Ramazan“ wünscht. Stimmt

ja, es ist der Morgen des islamischen Ramazan Bayram – vergleichbar

mit dem christlichen Weihnachtsabend.

0610. Während die türkische Küstenwache zuletzt auch

noch das Schlauchboot abbirgt, haben wir wieder Kurs auf

Çatalada genommen – als sich uns das Schnellboot von hinten

plötzlich schnell nähert. „Habe ich was vergessen oder falsch

gemacht?“, denke ich mir, als das Schnellboot auch schon

backbords an uns vorbeizieht. Wohl auf Bitten der Flüchtlinge.

Sie winken uns zu, um auf diese Weise „Danke“ zu sagen. Ein

seltsames Gefühl fährt mit voller Wucht durch meinen Körper.

Ist es Freude? Oder Stolz? In diesem Augenblick geht am Horizont

die Sonne und in mir ein Licht auf: Es ist die Demut vor

dem Leben, die mich vorschiffs überwältigt und in die Knie

gehen lässt …

Appell an alle Skipper: Wir segeln, um das Leben

und die Freiheit in vollen Zügen zu genießen. Doch da sind

auch viele tausende Flüchtlinge auf See, die ihr Leben riskieren,

weil ihnen genau diese fundamentalen Menschenrechte verwehrt

sind. Schauen wir nicht weg, wenn wir diesen Menschen

in Seenot begegnen – denn nach internationalem Seerecht und

moralisch-seemannschaftlicher Sitte besteht Beistandspflicht für

alle!

Mit einem seemännischen Ahoi,

Tahsin Özen

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September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 5


OCEAN7Panorama


Alpe Adria Sailing Week 2016

Blick voraus,

Blick zurück

Die Wettfahrten und das gesellschaftliche Programm drumherum

werden sein wie bereits die neunmal zuvor. Auch der Ort bleibt

gleich – warum sollte das Beste auch verändert werden?

Die bereits zehnte Alpe Adria Sailing Week wird wieder in der

tollen Marina Punat auf der kroatischen Insel Krk ausgetragen,

wo die Teilnehmer schon dieses Jahr im Mai so herzlich und

zuvorkommend empfangen und betreut wurden. Nur der Termin

ist neu. Er musste von der Woche mit dem Christi Himmelfahrt-

Feiertag aus clubinternen Gründen verlegt werden und findet

jetzt vom 22. bis 26. Mai 2016 statt. Das ist in der Woche mit

dem Fronleichnam-Feiertag am Donnerstag.

Einen Blick zurück bietet ein toller OCEAN7-Fotokalender mit

aufregenden und stimmungsvollen Regattabildern von 2015

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Cruising-Katamaran der neuesten Generation. Trend

Travel & Yachting vertritt Fountaine Pajot in Österreich.

Geschäftsführer Hannes Grassl vom Familienunternehmen:

„Fountaine Pajot hat die Merkmale der

Erfolgsmodelle Helia 44 und Saba 50 nun auf ihrem

neuen 40-Fuß-Katamaran weiterentwickelt. Die leichte

Erreichbarkeit von Mast und Lazy Bag sind ein altbewährtes

Merkmal von Fountaine Pajot-Katamaranen.

Neu sind die verbesserte Verarbeitung des Trampolinnetzes

und die flach ins Deck eingelassenen Flushluken.

Fountaine Pajot achtet besonders auf ein optimales

Verhältnis zwischen Segelfläche und Schiffsgewicht. Mit

10,7 m 2 /Tonne setzt der New 40 auch hier Maßstäbe

– Segelspaß ist garantiert“. Der New 40 wird auf der

Boot 2016 in Düsseldorf präsentiert. Sonderpreis für

die ersten 30 Bestellungen: 248.000 Euro (Grundpreis,

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nach unten

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und ist dadurch besonders stabil im Wasser. Das

ganz besondere aber: Es ist transparent und bietet

den exklusiven Blick nach unten, auf alles, was sich

so im Wasser tummelt, wie der Grund beschaffen

ist und natürlich auch, ob der Anker gut eingegraben

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Sealine-Modelle, sie steht für die Umsetzung neuer Ideen insgesamt. Die F530

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Breite von 4,63 Metern. Ausgestattet ist sie mit drei großen

Kabinen und zwei Nasszellen mit separater Dusche. Angetrieben

wird die F530 von zwei Volvo IPS 600-Motoren (Standard) oder

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8 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Wieder da!

Boote Feichtner, das Traditions-

Familienunternehmen aus Linz,

ist wieder da! In abgeänderter

Struktur bietet die Familie Hötzinger-

Feichtner wieder ihren anerkannt

seriösen Service. Margarete und

Wolfgang Feichtner verantworten die

Vertretung Azimut Yachts Austria –

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Wer das kristallene Meer pflügt

mit des Schiffes eilendem Kiel,

der vermählt sich mit der Macht,

dem gehört die Welt.

Friedrich v. Schiller (1759–1805)

Neue Gebühren

Beim kroatischen „Permit“, genau genommen

dem „Entgelt für Schiffssicherheit und die Gebühr

zum Schutz gegen die Umweltverschmutzung“,

gab es einige Anpassungen an die aktuelle

EU-Gesetzgebung, wie SeaHelp, der nautische

Pannendienst, berichtet. Permit-Gebühren

werden somit ab dem 2. Juni 2015 jeweils für ein

laufendes Kalenderjahr berechnet und nicht mehr

ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Nutzung des

Permits. Auch wenn die Höhe der Gebühren gleich

bleibt, dürfte es doch für einige Skipper erheblich

teurer werden.


Zu verkaufen

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Elan ist verkauft

Der krisengeplagte und Insolvenz-bedrohte slowenische

Sportartikelhersteller Elan, der mehrheitlich im Staats -

besitz stand, wurde verkauft. Der Kaufvertrag für 100

Prozent der Anteile wurde mit Merrill Lynch International

und der Finanzholding Wiltan Enterprises mit Sitz in Zypern

unterzeichnet, teilt die slowenische Staatsholding (SDH),

der bisher größte Elan-Eigentümer, mit. Zum Kaufpreis gibt

es keine Angaben. Merrill Lynch wird einen Anteil von

4,9 Prozent halten. 95,1 Prozent gehen an die zypriotische

Finanzholding, die dem russischen Risikokapitalfonds

VR Capital gehört. „Die Käufer werden dem Unternehmen

eine weitere Existenz und Lösung der Schuldverhältnisse

ermöglichen“, erklärte die slowenische Staatsholding SDH.

Neu in Punat

Am neuen, extra-breiten Steg B6 in der Marina Punat haben jetzt

Schiffe bis 20 Meter Länge perfekte Liegeplätze. Vorbildlich in Sachen

Umweltschutz auch die neue Pump-out-Einrichtung zum Entleeren des

Fäkalientanks in der Service-Zone am Steg A1 unter dem Kran. Kapazität

200 Liter. Anmeldung an der Rezeption, dieser Service ist kostenlos.

Seit kurzem in Betrieb ist die neue Flash-Tankstelle im Bereich des

Stadthafens von Krk. Mitglieder von SeaHelp erhalten einen Nachlass

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OCEAN7Kolumne

Alexandra Schöler ist

WOMAN@ocean7.at

Auf die Plätze,

fertig, los!

Er: „Ich bin eher der

Gewinnertyp“.

Sie: „Ich eher die

Fahrtenseglertypin.“

Damit war das Gespräch zwischen

mir und einem Regattasegler eröffnet

– und fast beendet. Das eine

schließt das andere eben aus.

Oder doch nicht?

Ich muss ganz ehrlich gestehen:

Meine Regattaerfahrungen reduzieren

sich auf eine abgebrochene Tall Ship-

Regatta in Neuseeland auf dem Lastensegler

Caliph unseres Freundes Antonio und eine

wegen Starkwind abgesagten Clubregatta auf der

Alten Donau. Beide Events verband bzw. unterschied

der kulinarische Aspekt. An der Donau gab’s Würstel und

Nudelsalat, in der Bay of Island Safranrisotto und Champagner.

Antonio drehte sogar extra bei, damit auch der Steuermann

gemütlich essen konnte. Womit man auch schon zusammenfassend

sagen kann, was beim Regattasegeln besonderen

Stellenwert hat: das gemeinsame Feiern nach dem Rennen!

Bevor unser Gespräch völlig versickerte, merkte der Regattaseg-

ler noch an, das besonders Witzige am Regattasegeln sei: Am

Abend machen alle gemeinsam Party, am nächsten Morgen sind

alle Feinde. Klingt nach großem Spaß, finde ich.

Das Wort Regatta schien erstmals in Venedig auf. Im Zuge eines

Armbrusttrainings der adeligen Herren der Stadt hingen irgendwann

im 13. Jahrhundert deren rudernde Chauffeure fadisiert

in den Gondeln und beschlossen spontan, sich zu matchen.

So wie ich die Italiener einschätze, war auch schon damals die

Kulinarik nicht zweitrangig. Aus dem Venezianischen frei übersetzt,

heißt „regata“ soviel wie „Streit um die Herrschaft“. Im

Duden steht zweifach erklärend: 1. (Sport), auf einer markierten

Strecke ausgetragene Wettfahrt für Boote. 2. (Textil), schmal

gestreifter Stoff aus Baumwolle oder Zellwolle.

Egal, ob in Baumwollstoff oder kratzigerem Material gekleidet:

Zu Beginn wurde bei Regatten nur gerudert. Die Engländer

brauchten ein bisschen länger, um Spaß am Wettkampf zu finden.

Im 16. Jahrhundert wurde es den Fährschiffern auf der

Themse langweilig, vielleicht wurden sie aber auch von ungeduldigen

Passagieren dazu angefeuert, schneller zu sein als die

anderen.

Jedenfalls wurde 1715 mit Dogget‘s Coat and Badge das erste

und bis heute älteste Wettrudern der Welt organisiert. Dogget

war ein irischer Theaterkomödiant, der angeblich von einem

12 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


One

Design

OceanWoman

Quellen: A voyage for Madman Peter Nicols (2002)

www.britannica.com

Fährmann aus dem Wasser gerettet wurde. Auch hatte er eine

weite Strecke zwischen seinem Wohnort und dem Theater zu

bewältigen und was gibt es Peinlicheres, als zu spät ins Theater

zu kommen – vor allem als Hauptdarsteller! Ein Grund mehr, die

Fährmänner mit einer Rennparty bei Laune zu halten.

Zur selben Zeit gab es in den Niederlanden die erste Yacht -

regatta zwischen zwei königlichen Schiffen Kathrine und Anne.

Eines wurde vom englischen König Charles, dem Zweiten gesteuert.

Der König verlor das Rennen blöderweise – dies war

aber offensichtlich kein Grund, die Wettfahrt für immer abzusagen.

Viele Regatten und 100 Jahre später gab‘s den ersten

America‘s Cup!

Bis heute gibt es dafür keine festgelegten Regeln, vielmehr

bestimmt der Herausforderer die Regeln. 132 Jahre lang waren

die Engländer die Herausforderer, dann übernahmen die Amerikaner

die Führung, wenige Male unterbrochen von Schweizern

und Neuseeländern. Eine einzige Regel ist in Schiffsplanken

gemeißelt: Man braucht verdammt viel Geld, um dort überhaupt

an den Start zu kommen.

Das wiederum unterscheidet sich sehr vom Fahrtensegeln. Da

kann jeder mitmachen, der Träume und handwerkliches Geschick

beweist. Und selbst wenn ihm beides fehlt, ist er willkommen

oder macht es trotzdem. Natürlich ist ein Schiff Voraussetzung

– keine Frage –, aber wie dieses aussieht, ist mehr

als indviduell!

Bei Regatten sind solche Details festgelegt: Laser-Boote, Optimisten,

Klassiker, Katamarane – whatever! Das gemeinsame Ziel

für alle, allein im Ziel anzukommen!

Beim Fahrtensegeln ist der Weg das Ziel und das Ziel meist bis

auf einige Infos aus dem Hafenhandbuch unbekannt. Man

braucht keine orange Boje, um zu wissen, dass man auf dem

richtigen Kurs ist!

Wobei – ganz unkompetitiv ist Fahrtensegeln natürlich auch

nicht. Ich erinnere mich mit Vergnügen, als wir uns mit unseren

amerikanischen Segelfreunden von der Sabbatical Three auf

dem Weg nach Tonga matchten. Am-Wind-Kurs, die Amel 46

Fuß legte sich ins Zeug und wir mit Katamaran kämpften vor

uns hin. Dann in den frühen Morgenstunden Winddrehung

achterlich, unsere Rishomaru flog dahin wie der magische

Teppich und unsere rollenden Freunde winkten uns mit grün-

lichen Gesichtern nach. Angekommen sind wir alle und auch

die anderen Stahl/Holz/Alu/Plastik-Gefährte in allen Größen

und Designs.

Natürlich bleibt man vor dem Bildschirm hängen, wenn diverse

Rennspinnen oder klassische Onedin-Linien-Vertreter über das

Wasser jagen bzw. majestätisch schweben im Rahmen von Veranstaltungen,

die gern nach Automarken, Uhrdesignern, berühmten

Städten wie Hobart, Newport, Barcelona oder nach

Schriftstellern benannt werden.

Jule Verne zum Beispiel ist Namensvetter einer Regatta, die als

einzige Regel hat, dass eine bestimmte Strecke unter 80 Tagen

zu bewältigen sei. Oder man ist verrückt genug, macht bei einer

Round the World Regatta mit und segelt dann statt ins Ziel einfach

weiter – so wie Bernhard Moitessier.

Diese legendäre „Voyage for Madmen“ beendete nur einer von

neun Seglern, nämlich der berühmte Sir Robin Knox-Johnson.

Einer gab nach dem Kap Hoorn auf, ein anderer sank und einer

names Crowhurst nahm sich das Leben, nachdem er ziemlich

lange sein Logbuch gefaked hatte. Moitessier segelte lieber

weiter in die Südsee mit der Begründung „Weil ich auf dem

Ozean glücklich bin und vielleicht so meine Seele rette.“

Möglich ist natürlich auch, dass man im Rahmen einer Regatta

mit seiner dollarhoch gesponserten Superyacht einfach ein

ziemlich großes Riff übersieht und gezwungenermaßen aufhören

muss. Das sind dann die Geschichten, die sich die Fahrtensegler

beim gemütlichen Zusammensitzen am Lagerfeuer am

Strand erzählen. Einzige Regel beim Fahrtenseglen? Gut ankommen.

In diesem Sinne: Fair Winds!

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OCEAN7Revier


Saronischer Golf

Das andere

Griechenland

Alle reden derzeit über Griechenland. OCEAN7 auch. Nur wir

halten es wie die Griechen, die wir beim Segeln im Saronischen

Golf getroffen haben: Finanzkrise und wild daherredende

Minister interessieren uns ausnahmsweise nicht. „Das ist ja

alles nur Politik und hat nichts mit unserem Leben hier

zu tun“, sagen die Inselgriechen.

Text und Fotos:

Thomas D. Dobernigg und Bernd Hofstätter


OCEAN7Revier

Ich segle gerne ältere Charteryachten.

Dabei offenbart sich dann die wahre Qualität einer Firma. Wie

sind Wartung und Pflege, wie der Service, wie gut ist das

Personal? All das kommt bei nagelneuen Schiffen nicht so

offensichtlich zum Tragen wie bei älteren Modellen. So war

ich ganz glücklich, als uns Vasilis Podiadis, Eigentümer von

Multihull Yachting in Athen, eine mehrere Jahre alte Nautitech

44 mit dem österreichisch klingenden Namen Marie Therese

für unseren einwöchigen Törn anbot.

Harry Lionis, Chef der Technikertruppe bei Multihull Yachting,

bot eine Einweisung in die Besonderheiten des Katamarans,

die man sich nur wünschen kann. Überaus höflich, in bestem

Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen: Die Marie Therese

war eine perfekt funktionierende, hervorragend gewartete und

gepflegte Yacht, die neu nicht besser sein könnte, zudem mit

allem ausgestattet, was moderne Yachtelektronik zu bieten hat.

Der Stützpunkt von Multihull Yachting ist in der modernen

Olympic Marina in Lavrion, vom Flughafen Athen leicht und

rasch erreichbar und mit einem grandiosen Revier direkt davor:

im Südosten die Inseln der Kykladen, gleich um die Ecke im

Westen der Saronische Golf mit seinen paradiesischen Inseln

Poros, Ägina, Salamis und Hydra und die Festlandküste des

Peloponnes. Im Büro betreut Elisabeth Stromatia die Kunden

völlig unbürokratisch und in perfektem Deutsch – schließlich

ist die attraktive Griechin halbe Deutsche.

Wir segelten sehr früh los. Nach einer

knappen Stunde umrundeten wir das Kap Seunion

und erreichten den spektakulären Ankerplatz

direkt unterhalb des Poseidon-Tempels. Ein

idea ler Ort für eine Frühstückspause mit Aussicht

auf die imposante und gut erhaltene

Tempelanlage auf der Anhöhe. Der Tagestörn

führte uns dann 34 Seemeilen weiter nach

Perdika an der Südwestseite der Insel Ägina.

britischen Englisch – „Sir, yes, Sir! – zeigte er uns

das auf Hochglanz polierte Schiff und alles, was

man als Charterer wissen sollte. Jede Leine war

gespleißt, alles sauber aufgeschossen, so manche

perfekt funktionierende praktikable Lösung

hatte Sir Harry selbst geschaffen und erfunden.

Und wichtige Insidertipps für das Revier gab es

obendrein.

1

2

Zwischen Insel und Festland.

Ein zauberhafter, lebhafter Ort wie

aus dem Bilderbuch ist Poros im Süden der

gleichnamigen Insel, durch ein schmales Fahrwasser

von der Festlandküste des Peloponnes getrennt.

Yachten können hier direkt an der quirligen Uferpromenade

festmachen. Wegen des mitunter starken

Schwells durch vorbeifahrende Fähren und Speedboote

sollte man aber das Schiff gut abfendern. Viele nette

Kaffeehäuser, Tavernen, Geschäfte, Obst- und Gemüsestände,

Andenkenläden sowie einen Fischmarkt gibt es

hier. Die Weiterfahrt durch das enge Fahrwasser um die

3

16 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Saronischer Golf

Ein Abstecher

zum Peloponnes

4

5

Südseite von Poros ist in jedem Fall ein Erlebnis, nicht nur wegen

des heftigen Schiffsverkehrs, sondern auch wegen des

schönen Blickes auf den Ort. Wer es nachts ruhig und beschaulich

möchte, kann von hier innerhalb kürzester Zeit eine der

zahlreichen Ankerbuchten in einsamer Natur erreichen.

Weg vom verträumten Inselfeeling in die kleine Hafenstadt

Ermioni am Peloponnes führte uns der nächste Tag. Der an

einer weit hinausragenden schmalen Landzunge gelegene Ort

bietet sich an für Spaziergänge durch die engen Gassen hin -

über zur anderen Seite der Halbinsel. Da wie dort gibt es

1 Das Team von Multihull Yachting sorgt für perfekte Schiffe

2 Chef der Charterfirma Vasileios Podiadis ist selbst erfahrener Segler

3 Poros – griechischer Hafenort wie aus dem Bilderbuch

4 So kennt man griechische Inseldörfer – hier Perdika auf Ägina

5 Oktopus trocknet vor der Taverne in der Sonne

6 Jugend mit Handys – in Perdika auf Ägina wie überall auf der Welt

7 Blick auf die Nachbarinsel

6

7

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a


OCEAN7Revier

1 2

Als Höhepunkt in diesem Revier ist ein

Hydra nahezu eine Verpflichtung bei

schöne und sichere Ankerplätze – entweder im Hafen oder in

der nördlich gelegenen Ormos Kastri oder in der Ormos Kapari

im Süden. Im sandigen Grund hält der Anker überall gut.

Von hier bereits in Sichtweite und unter Segel lediglich knappe

zwei Stunden entfernt liegt der absolute Höhepunkt des Törns

in und um den Saronischen Golf – die Insel Hydra, auf der

viele prominente Musiker und Schauspieler ihre Häuser haben.

Pausenlos fahren große Passagierfähren von hier ab und andere

legen an, Kreuzfahrtschiffe kommen und spucken ihre

Hundertschaften an Gästen für kurze Landgänge aus. Ruhig

wird es erst am Abend. Der kleine, kreisrunde Naturhafen ist

vollgepackt mit Booten, Schiffen aller Größen und Yachten.

Für einen 44-Fuß-Katamaran ist hier bestenfalls in zweiter oder

dritter Reihe Platz und dann ist Ankersalat vorprogrammiert.

Deshalb segelten wir nach einer kleinen Besichtigungsrunde

des mit alten Kapitänshäusern dicht verbauten Hafens von

Hydra eineinhalb Seemeilen weiter in die Bucht von Mandraki,

wo wir in üppiger Natur und mit Blick auf die eindrucksvollen

Klosterbauten auf den Gipfeln von Hydra vor Anker gingen.

Laut Törnführer von Radspieler befindet sich hier eine intakte

Hotelanlage namens Mira Mare, die auch auf einer angeblich

aktuellen hoteleigenen Internetseite angepriesen wird. Wir

allerdings fanden sie als Ruine vor, offenbar seit Jahren ungepflegt,

ungenutzt und verfallen. Bestenfalls ein Motiv für morbide

Fotos in einer wunderschönen Bucht.

Wo die Taxis vier Beine haben. Ein empfehlenswerter

Fußweg entlang der Küste führt in etwa einer

Stunde in den Ort Hydra und bietet atemberaubende Aus -

blicke. Die Insel Hydra selbst ist (fast) autofrei – Ausnahme

5

18 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Weit weg? Ganz nah!

3 4

Besuch der Insel

jedem Törn

ein Feuerwehrauto, ein kleiner Transporter einer Baufirma und

ein desolater Traktor. Als Taxis fungieren auf Hydra entweder

Esel oder kleine, umgebaute Fischerboote. Während an der

Wasserfront eines der schönsten Hafenorte Griechenlands

nette Cafés, elegante Juweliergeschäfte und zahlreiche Souvenirläden

für eine lebendige Atmosphäre sorgen, wird es in den

engen und steilen Gassen dahinter ruhiger und man kann zu

sehr moderaten Preisen ganz vorzüglich essen und trinken –

von freundlichen Inselgriechen zuvorkommend bedient. Sehenswert

sind die Herrschaftssitze reicher Reeder- und Händlerfamilien

vom Anfang des 19. Jahrhundert und die Kirche

des ehemaligen Klosters der Panagia aus dem 17. Jahrhundert.

Wer die in den Bergen gelegenen Klöster aus dem 15. und 16.

Jahrhundert besuchen möchte, muss einen rund dreistündigen

und schweißtreibenden Fußmarsch in Kauf nehmen, oder er

6

Sofortige Hilfe im

Schadenfall – weltweit.

GER15080 www.hqhh.de 07/2015

1 Poros – exaktes Steuern ist hier gefragt

2 Straßenhändler warten auf Touristen

3 An der Hafenfront von Ermioni am Peloponnes

4 Fischerboote in fröhlich-bunten Farben

5 Esel als Taxis auf der autolosen Insel Hydra

6 Ein ständiges Kommen und Gehen im Ort Hydra

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Athen

Salamis

Andros

Ägina

Poseidon

Tempel

Lavrion

KEA

TiNos

POROS

Ermioni

Mandraki

Hydra

Kithnos

SYros

Spetses

Inseln rund um Athen

Menschen. Wie auf jeder einzelnen Station unseres Inseltörns

durch den Saronischen Golf, nach Hydra und an den Peloponnes

trafen wir ausschließlich auf zufriedene, freundliche, zuvorkommende

Menschen und auf eine Gastfreundschaft, die ich heutzutage in

einem europäischen Land kaum noch für möglich gehalten habe.

Die Qualität in den Restaurants war durchwegs vorzüglich und das

bei sehr moderaten Preisen, egal ob Fisch, Fleisch oder Hausmannskost.

Literatur. Rod Heikell, Greek Waters Pilot, Imray, 47,95

Euro. Dieses unentbehrliche Standardwerk in englischer

Sprache listet minutiös und detailliert jeden Hafen, jede

mögliche Ankerbucht in Griechenland auf. Aktualisierungen

gibt es jeweils über das Internet. Im Delius Klasing Verlag sind in

deutscher Sprache von Gerd Radspieler die beiden für dieses

Revier passenden Bände Griechenland 1 und Griechenland

2 erschienen. Jeweils 29,90 Euro.

Anreise. Austrian, operated by Tyrolean, fliegt

Athen täglich von Wien aus an. Bei rechtzeitiger

Buchung gibt es mit einem so genannten „Red Ticket“

sehr günstige Tarife. Die Taxifahrt zur Olympic Marina in

Lavrion kostet rund 40–45 Euro.

Chartermöglichkeiten. Multihull Yachting betreibt

seine Basis in der Olympic Marina vor den Toren Athens, dem

idealen Ausgangspunkt für Törns in den Saronischen Golf und

auf die Inseln der Kykladen. Neben zahlreichen top-gepflegten

und vielfach brandneuen Katamaranen von der Athena 38 bis zur

Lagoon 52 hat das hervorragend geführte Charterunternehmen des

freundlichen und kundenorientierten Griechen Vasileios Podiadis auch

etliche Monohulls von der Bavaria 32 bis zur Oceanis 54 sowie mehrere

Motoryachten im Angebot. So gibt es den Katamaran Athena 38 bereits ab

2.000 Euro/Woche, die Nautitech 44 ab 3.300 Euro/Woche und eine

Bavaria 32 ab 1.025 Euro im Wochencharter. Alle Zahlungen sind bei

Multihull Yachting per Sicherungsschein von Yacht-Pool abgesichert.

www.multihull-yachting.com

1

nimmt eines der zahlreich an der Hafenpromenade

geparkten Inseltaxis – einen der kunstvoll geschmückten

Esel. Wir absolvierten den Rückweg zu unserem

in Mandraki geankerten Katamaran Marie Therese mit

dem Wassertaxi – für 15 Euro.

Den letzten Törnabend verbrachten wir in der sicheren

und abgeschlossenen Ankerbucht Ormos Vouraki auf

der Insel Kea, wo wir in Aristos Restaurant eine grandiose

Languste auf Spaghetti und eleganten Weißwein

serviert bekamen. Das Restaurant ist aufgrund seiner

besonderen Lage und wegen seiner gebotenen Qualität

vor allem an Wochenenden sehr gut besucht, wenn

wohlhabende Athener, die es natürlich trotz des Finanzdesasters

immer noch gibt, mit ihren Segel- und

Motor yachten die kurze Strecke aus der Hauptstadt

hierher fahren. Hier ankert man entweder in der weiten

Bucht auf gut haltendem Grund frei schwoiend

Multihull-Yachting

www.bbs.com.hr


Saronischer Golf

2

oder römisch-katholisch an der langen, sauber gepflegten

Uferpromenade.

An unserem letzten Segeltag musste die Nautitech 44 nach

einer eher schwach windigen Maiwoche doch noch zeigen,

was in ihr steckt. Über Nacht hatte sich ein zuvor bereits von

Windfinder angekündigter böiger Wind mit bis zu 42 Knoten

aus dem Norden aufgebaut. Wer bisher immer der Meinung

war, Katamarane könnten nicht gegenan segeln und Höhe

gewinnen, hat die

Rechnung ohne die

Marie Therese aus

der Flotte von Multihull

Yachting gemacht.

Die erprobte

Nautitech absolvierte die rund 19 Seemeilen

mit gerade einmal vier Kreuzschlägen hoch am Wind.

3

bietet allerhöchste Qualität

4 5

1 Ausfahrt aus dem ständig belebten Hafen von Hydra

2 Vor Anker in der Mandraki-Bucht

3 Speisekarte – handgeschrieben in einem Schulheft

4 Auf dem Fußweg von der Mandraki-Bucht nach Hydra Ort

5 Die Nautitech 44 von Multihull Yachting bei einem

Zwischenstopp

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 21


OCEAN7Revier

Sailing & the city:

La Biennale

&

Venezia:

neue Marina Santelena

Alfred Zellinger, Segler und Schriftsteller, über die interessanteste neue

Marina Venedigs, über die noch bis November laufende Kunstbiennale und

warum jeder Segler gelegentlich Venedig auf eigenem Kiel anlaufen sollte.

Text und Fotos: Dr. Alfred Zellinger

Egal, ob man ein eigenes Boot irgendwo an den Küsten Italiens,

Sloweniens, Kroatiens oder Montenegros liegen hat oder

ob man jeden Sommer ein Boot chartert: Venedig liegt in

Reichweite von wenigen Tagen und jeder Segler sollte die

„Königin der Meere“, wie die Lagunenstadt einst genannt

wurde, gelegentlich auf eigenem Kiel anlaufen. Sich einer Stadt

unter Segel zu nähern ist ja die schönste Art der Annäherung

und das gilt vor allem für Venedig.

Seglertweet: Unterwegs zur Küste – Im Café Hawelka ordnungsgemäß

abgemeldet – Bin dann mal segeln.

Nach Biograd also, wo die Katawa, eine 46 Fuß-Grand Soleil

in der Marina Kornati liegt. Bunkern, essen und abends in die

Bar „In Vino Veritas“ über dem Hafen, wo Fischer und alte

Männer mit schönen Stimmen und markanten Gesichtern

schwermütige kroatische Lieder singen.

Wetter? Alter Seemannsspruch: Wenn man lang genug wartet,

wird jedes Wetter schön.

Montag: Biograd, Hafenamt 0800, ablegen 0930, anlegen in

der Stadtmarina von Mali Losinj 1830. Dienstag: ablegen 0800,

anlegen am Stadtkai von Rovinj 1830. Mittwoch: 0800 ablegen,

ausklarieren am Zollkai um 0815. 1730 querab der Leuchtturm

von Venezia mit seinem charakteristischen Schachbrettmuster.

1800 anlegen längsseits in der neuen Marina Santelena.

Mitsegler: Manfred Habermann, Wien, und Toni Kossina,

Gmunden.

Santelena – Venedigs interessanteste

neue Marina. Ursprünglich für 2010 angekündigt, wollte

ich schon zur Biennale 2011 in Sant’Elena einchecken; die war

aber nicht fertig und ich wurde freundlich an die zur selben

Gruppe gehörende Marina Fiorita in Treporti verwiesen – was

sich zwei Jahre später, 2013, zur Biennalezeit genau so wiederholte.

Dass es so lange gedauert hat, wird erklärt mit den

zahlreichen administrativen Vorschriften und erforderlichen

Genehmigungen, die ein Bauvorhaben wie dieses – so nahe

am historischen und geschützten Zentrum Venedigs eben –

gewärtigen muss. Zur Fiorita, die den romantisch-stillen

Charme eines Steppensees hat, hält man von der Einfahrt am

Lido steuerbords in den Canale Treporti und fährt etwa zwei

22 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Italien/Venedig

Meilen. Sie ist gut geführt und geschützt, hat nur den Nachteil:

Man fährt mit dem Vaporetto etwa eine Stunde ins Zentrum.

Wenn wer dort vorbeikommt: Gruß an die schöne Signorina

Federica, die ich heuer leider nicht treffen werde.

Jetzt ging also die neue Marina Santelena endlich in Betrieb

(nicht zu verwechseln übrigens mit der dahinter liegenden

alten, eher engen und dicht besetzten Marina Porto Venezia

Sant’Elena). Von der Einfahrt zur Lagune backbords Richtung

San Marco; Bojen, Dalben und Damas bezeichnen deutlich

den Weg, an der Festung Sant’Andrea vorbei, markanter Ansteuerungspunkt

ist der ziegelrote Kirchturm der Chiesa

S. Elena, die selbst aus dem 12. Jahrhundert stammt. Bei der

Einfahrt steuerbord halten.

Was gleich auffällt: großzügige, gediegene Steganlangen mit

hinreichend Manövrierplatz dazwischen, mehr als man sonst

Wie man hier bald bemerkt, ist Santelena eine musikalische

Marina: regelmäßig die Glocken der Chiesa S. Elena, dazu die

Zapfenstreiche der benachbarten Marinebasis. Man könnte ein

Stück konkreter Musik schreiben: für Kirchenglocken und

Fanfaren, Schiffshörner und Möwenschreie.

Überzeugender Vorzug von Santelena ist aber: Man kann von

dort bequem zu Fuß, ohne auf Vaporetti zu warten, in wenigen

Minuten zu den Giardini mit den Pavillons und in 25 Minuten

zum Markusplatz gehen.

Vom Boot spaziere ich also morgens hinüber zur Eröffnung der

Biennale, danach zurück aufs Boot, um mich umzuziehen und

dann ins Café Florian zum üblichen Biennale-Empfang. Es ist,

als verfüge man über ein eigenes Apartement in Venedig. Santelena

wird ein interessanter Platz werden für Segler aus aller

Welt. Diese perfekt platzierte neue Marina Venedigs auf historischem

Gelände wird mich noch öfter sehen – samt der

2 3 4

gewohnt ist, sowohl mit Moorings ausgestattet als auch teilweise

mit den in Italien üblichen Pfählen.

Betreibergesellschaft ist MP Network, ein Unternehmen auf

dem Gebiet des Marinabaus, Managing Director: Enrico Bertacchi;

Marketing and Communication Manager von MPN ist

der engagierte Stefano Caielli.

Die Marina ist für 156 Boote bis 60 m bei einer Tiefe von 4,5

bis 6 m vorgesehen. Die Waschräume sind noch in Containern

untergebracht, aber es wird an – den Plänen nach – schönen

Anlagen, inklusive Swimmingpool, gebaut. Klar, dass jetzt noch

genügend Plätze frei sind, künftig sind Reservierungen zu

empfehlen.

5

Noch ist hier

viel Platz

1 Die Katawa festgemacht in der neuen Marina – an einem Steg, an dem

auch 60 Meter-Boote Platz fänden.

2 Elegante Poller Santelena

3 Gediegene Steganlagen

4 Sant’Elena, Übersicht

5 Glockentöne vom Kirchturm der Chiesa Sant’Elena und Zapfenstreich

von der Marinebasis, links

www.aichfeld-yachting.at

www.salona-yachts.at

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 23


OCEAN7Revier

charmanten Signora Adelaide, der Marina-Managerin. Ich überlege

sogar, mein Boot für wenigstens ein oder zwei Jahre

dorthin zu verlegen. Man ist von Venedig ja mit einem Segeltag

oder einer kurzen Nachtfahrt in Triest, Rovinj oder Pula.

www.marinasantelena.com www.mpnetwork.eu/en

Biennale. Wieder einmal die Biennale, Titel diesmal: „All

the world’s futures.“ 89 Länder, 136 Künstler, an die 5.000

Werke auf einem Platz, fantastisch. Das ist der Moment, an

dem ich in Trance falle wie eine Frau in einem Designer-

Schuhgeschäft. Flaniert man durch die Pavillons und Hallen,

schreit einem alles entgegen: „Bedeutung!“, „Aufmerksamkeit!“,

bejubelt werden des Kaisers neue Kleider. Dennoch: Von den

tausenden Werken bleiben jedes Mal einige übrig, die man

sich fürs Leben merkt.

Symbolhaft für die kommerzialisierte Kunst heute: Im zentralen

Pavillon wird „Das Kapital“ von Karl Marx gelesen. Und die

reichen Kunstsammler, oft zugleich Eigner der Megayachten, die

gerade an der Riva Schiavoni liegen, stehen interessiert davor.

Für Segler interessant: Die historische Schiffswerft, das Arsenale

ist mit ihren Hallen, den ehemaligen Seilerwerkstätten,

stets Teil der Ausstellungslocations.

Für den österreichischen Pavillon wurde Heimo Zobernig

ausgewählt; einer der wenigen österreichischen Künstler der

1

2

Ah, Maestro Giacomo hier in Triest, sage ich,

dachte, Sie seien noch für Berlitz in Pola,

haben uns doch erst kürzlich dort im Café Uliks gesehen.

Er lacht. Musste unversehens die Stadt verlassen,

eine Posse der Österreicher:

Bei ihren Zentralkriegshafen sind sie heikel

und ich wurde der Spionage verdächtigt.

Haha, James Joyce als Spion gegen Österreich, sage ich,

ein Treppenwitz der Geschichte.

Jedenfalls beschlossen sie, fährt Joyce fort, mich auszuweisen.

Tja, sage ich, mit dem Ausweisen von Ausländern

sind die Österreicher immer schnell zur Hand.

Im Caffè degli Specchi auf der Piazza Unità d’Italia

in Kenntnis seiner Vorlieben und ständigen Geldnöte,

ordere ich für Joyce dann eine Flasche Absinth,

bald stößt sein Freund Ettore Schmitz alias Italo Svevo zu uns;

Rainer Maria Rilke sitzt am Nebentisch und macht eifrig Notizen.

Habe übrigens eine kleine Novelle geplant, sagt Joyce,

die ich Ulysses nennen will, spielt in Dublin,

habe dabei stets Triest vor Augen,

als Fluchthafen meines Schreibens. Ahhh! Triste Trieste!

24 OCEAN7 05/2015


Italien/Venedig

letzten Biennalen, die sich nicht für so bedeutend halten, dass

sie an der Fassade des Hoffman Baus herumpfuschen müssen

– um „auf die Ausstellungssituation zu reagieren“. Zobernigs

Eingriffe sind überlegt, subtil und beschränken sich aufs Innere

des Pavillons. Bravo.

So stilvoll wie die Annäherung unter Segel an Venedig kann

auch der Abschied sein. Etwa mit einer Nachtfahrt quer über

den Golf. Sowohl in Umag als auch in Rovinj oder Pula kann

man am Zollkai auch in der Nacht problemlos anlegen. Wir

laufen vorher noch Triest an.

1 … treffe James Joyce auf der Ponte Rosso

2 Österreichs Hoffman-Pavillon

3 Die Katawa wieder am Zollkai von Pula. Warum die

alten Römer bloß überall in Mittelmeer ihre halbfertigen

Fußballstadien stehen lassen mussten!

4 Schriftsteller Dr. Alfred Zellinger am Steuer

Von Venedig über Triest nach Pula

3 4

0700, ablegen von Sant’Elena. 1700 anlegen in der Marina San

Giusto in Triest, direkt im Zentrum, gleich hinter der alten

Fischhalle, in der gerade eine Ausstellung läuft: La Grande

Trieste 1891–1914.

Wollte gerne am historischen Molo Audace anlegen; daraus

wurde allerdings nichts, trotz Protektion einer angesehenen,

aus Wien stammenden Triestinerin, die mein Anliegen sogar

mit lokalen Spitzenpolitikern besprach. Der Molo ist heute nur

noch Museum; anlegen darf dort offenbar keiner mehr – was

schade ist. Der Kai erhielt 1922 seinen heutigen Namen vom

italienischen Zerstörer Audace, der im November 1918 hier

anlegte und Triest unter italienische Kontrolle brachte.

Auf der Ponte Rosso am Canal Grande treffe ich auf James

Joyce.

Seglertweet. Crew meutert. Wir hätten weniger Bier an Bord als

Bücher. Kompromiss: ein Buch, ein Bier.

Sonntag 0830 ablegen von Triest. 1800 an den Zollkai von Pula,

einklarieren, anschließend festmachen in der Stadtmarina.

Darüber, ob es korrekt war, nicht schon in Umag, sondern erst

Stunden später in Pola einzuklarieren, rätsle ich bis heute.

Montag 0830 ablegen von Pula, 1730 anlegen an einer Boje

vor Illovik – in the middle of nowhere; mit dem Beiboot zum

Essen hinüber ins – mustergültige – Dorf. Dienstag, 0800 Boje

los, 1630 zurück in der Marina Kornati, Biograd.

Ein Segler im Mittelmeer sollte ungefähr wissen, über welche

Gründe er gerade segelt, was sich hier die letzten dreitausend

Jahre so ereignet hat und sich fortwährend ereignet. Deshalb aus

aktuellem Anlass und weil im Mittelmeer gerade wieder Menschen

ertrinken zum Abschluss mein Fünfzeiler „Badesommer“.

Wie gut dass die Brandung

Menschenknochen zu Sand zermahlt

die Strände des Mittelmeers

glichen sonst bleichen Friedhöfen

seit ocean7_20131007_85x26_Layout Jahrtausenden

1 07.10.2013 14:31 Seite 1

YACHT-POOL

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September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 25


OCEAN7Revier

Torcello

Mazzorbo

burano

Marina

di Cavallino

Murano

Isola delle

tresse

Sant’Erasmo

San michele

Venedig Le Vignole

Giudecca

Marina

Sant Elena

Mit dem Hausboot durch die Lagune von

Venedig und zum Markusplatz – OCEAN7 hat

es ausprobiert und so waren drei Generationen

gemeinsam auf Erkundungsfahrt.

LIDO

Text und Fotos: Kirsten Panzer-Gunkel

Laguna Veneta

Santa Maria

del Mare

Pellestrina

Chioggia

Sottomarina

Laguna

di Lusenzo

Langsamkeit

1 2

26 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Italien/Lagune von Venedig

Die Brücke steht fest, ihr Bogen ist zu flach, das Boot zu hoch,

aufstoppen, ein wenig Rückwärtsfahrt, ein kleiner Hüpfer an

Land und eine Leine fest, zur Sicherheit. Die Orientierung fehlt

ein wenig. Wir stecken in einer Sackgasse, in einer wunderschönen

allerdings. An Backbord grüne Wiese, durchsetzt von rotem

Mohn, an Steuerbord eine kleine, gepflegte Kapelle, kurze

hölzerne Stege im Flach, schmale Kähne, zwei kleine Motorboote,

dahinter drei sonnenbeschienene erdfarbene Häuserfronten,

davor deren gestikulierende Bewohner und ein paar Nachbarn

von einer der umliegenden Inseln.

Ihre Blicke sind auf uns gerichtet – wir werden beobachtet. Ein

recht unbehagliches Gefühl bei tiefstehendem Sonnenschein im

Landidyll. Der Skipper ist ganz ruhig. Ein Zeichen von Land, der

Platz sei privat. Doch wir sind erst einmal froh, das Boot am

Strick zu haben, nur eben auf der falschen Seite des schmalen

Kanals, der Isola Le Vignole, einer der beiden Bauerninsel von

Venedig. Dass es eine solche gibt, damit rechnet man als „Normaltourist“

wohl kaum.

Denn denkt man an die Lagune, so denkt man an Venedig und

geht davon aus, dass man es kennt. Die meisten waren irgendwann

schon einmal dort, die anderen haben zumindest jede

Menge Bilder der Stadt, der Sehenswürdigkeiten, der überschwemmten

Plätze gesehen. Und die Rialto-Brücke kennen

bereits die ganz Kleinen, prangt sie doch oft auf den hauchdünnen

fadenscheinigen Papierservietten vieler Eiscafés.

Doch die Lagune ist nicht Venedig, allerhöchstens ist Venedig

ein Teil der Lagune, ein Teil, der mit der geschützten Meeresbucht

und all ihren Inseln wenig bis gar nichts gemein hat,

schon gar nicht mit den bunten Inseln, die für frisches Obst und

Gemüse auf den venezianischen Marktständen sorgen. Für Artischocken,

Salat und Tomaten aus dem heimatlichen Garten

geben die Venezianer gern ein paar Euro mehr aus. Heimatverbundenheit

unter dem Marktschirm.

Für Farbklekse sorgen zusätzlich Zucchiniblüten und Kapuzinerkresse,

doch das auf der anderen Seite des schmalen Kanals.

Wir sind zu weit gefahren. Hätten wir nicht nur auf die Karte

geschaut und versucht, bei all den Abzweigungen auf dem

Wasser den Überblick zu behalten – vielleicht hätten wir früher

gestoppt und ein Wendemanöver eingeleitet. In den Unterlagen

der Charterfirma Rendez-vous fantasia steht es schwarz auf weiß

– weit VOR der Brücke soll man drehen.

6

Was nun? Irgendwie muss unser 10,20 Meter langes Hausboot

doch auch bei Strömung und vor allem Wochenendverkehr zu

wenden sein. Einheimische nutzen den Kanal zum Wochenendausflug.

Brettern mit ihren flachen Motorbooten hier entlang

wie anderswo mit ihren Vespas über Piazza oder Hafenpromenade.

Lücke finden und dann? Der Skipper ist noch von der

alten Schule, bewahrt mit seinen nun fast 80 Lenzen die Ruhe.

Früher hätte er laut seine Kommandos gerufen, damals, als ich

1 Le Vignole

2 Mazzorbo

3 Burano

4 Mazzorbo

5 Pfahlbauten in der Lagune

6 Opa und Enkelin

in der Lagune

3 4 5

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 27


OCEAN7Revier

Ganz entspannt reisen

1

noch im Alter unseres „Schiffsjungen“ war. Die Enkelin steht

lässig mit dem Fender in der Hand an der Reling. Ihr Augenmerk

liegt eindeutig nicht auf der behäbigen Pénichette. Mit 17

Jahren werden Anweisungen des Großvaters schnell überhört.

Doch der packt sein seemännisches Urwissen aus. Motor an, im

Leerlauf. „Wir regeln das nur mit den Leinen“, lautet die Ansage.

Achterleine lösen, Bug fest belegt, dem Heck einen leichten

Schwung gegeben, dazu die Strömung, es wandert aus, dreht

Richtung Fahrrinne und dann zur Brücke. „Gleichzeitig ziehen

wir den Bug und damit das Boot gegen den Strom“, erklärt der

Skipper zuvor seinen Wende-Plan auf der ersten Hausboottour

2

3

seines Lebens. Und – er gelingt! Für ein Maschinenmanöver

wäre es hier schon viel zu eng gewesen! Anschließend Vorwärtsfahrt

und längsseits festmachen.

Mit dem Vaporetto, dem venezianischen Wasserbus, wollen wir

von hier aus schnell noch nach Venedig reinfahren, schon mal

etwas abendliche Atmosphäre schnuppern. Ein kurzer Gruß zu

unserem Skipper, er hat jetzt endlich Pause, und ab nach Venezia.

Ganz entspannt auf die Lagune schauen, das Navigieren anderen

überlassen und sich dabei das erste Flach für die Weiterfahrt

merken. Es ist Niedrigwasser, bis zu 1,50 Metern kann die Tide

betragen. Die große Salzwiese ist trocken gefallen. Reiher stolzieren

auf ihr umher, Stockenten fliegen auf. Hemingway hat es

geliebt, sie hier zu jagen.

Und dann Paläste anschauen, sich in Sackgassen verlaufen,

Brücken erklimmen und die Erkenntnis, dass es nie einen direkten

Weg in dieser Stadt gibt. Die Sehenswürdigkeiten Venedigs

heben wir uns für den nächsten Besuch auf. Der Skipper

wird dann der ideale Stadtführer sein. Seinem Orientierungssinn

kann selbst die Serenissima kein Schnäppchen schlagen, das

hat er schon auf dem Wasser wieder bewiesen. An das „Straßenwirrwarr“

innerhalb der Lagune, sprich die Kanäle und

Fahrrinnen, muss man sich erst gewöhnen.

Wie die Navigation, die Orientierung funktioniert, hatte Laura

von der Charterfirma schon vor der Bootsübergabe in Chioggia

erklärt. Hier liegen all die zu mietenden Hausboote in einer

Reihe an der Hafenmole der Laguna di Lusenzo zwischen

Chioggia und Sottomarina. Davor ein großes Schild, das darauf

hinweist, dass diese Boote ohne Führerschein zu chartern seien.

Allzu schwer kann es also nicht sein, sich mit seinem schwimmenden

Heim zurechtzufinden.

28 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Italien/Lagune von Venedig

Genau dabei helfen die hölzernen Dalben. Sie stehen wie Leitpfosten

am Rande des Fahrwassers. „Es sind immer drei Pfähle,

die mit Ringen zusammengefasst sind. Ihre Spitze mit kleinen

weißen Plaketten zeigt zur Fahrrinne. Mal stehen sie nur auf

einer Seite, mal begrenzen sie beide Seiten“, erklärt Laura die

Navigation. Klingt einfach, ist es auch. Was mit Spitze gemeint

ist, erkennt man rasch, wenn man so eine Briccola sieht. Zum

Fahrwasser zeigende Nummern helfen hin und wieder zusätzlich

weiter und erleichtern es, auf der von Rendez-vous fantasia

herausgegebenen Karte zu erkennen, auf welcher Höhe, an

welcher Ecke man sich befindet. „Und dann gibt es noch die

,Dama’”, geht es mit der Einweisung weiter. In der Mitte der drei

gleichhohen Pfähle schaut da noch ein vierter höherer heraus,

was das Pfostenbündel mit etwas Fantasie wie eine langberockte

Dame aussehen lässt. Sie steht an Wegkreuzungen.

Auf dem Weg von Chioggia hinauf nach Norden fiel es noch

schwer, sich an der ersten „Kreuzung“ zurechtzufinden, selbst

dem nautischen Pfadfinder am Steuer. Raus aus dem schmalen

Kanal, vorbei an einer der größten italienischen Fischereiflotten.

Der dortige Fischmarkt ist ein wahres Paradies für jeden Gaumen,

ebenso wie die Spaghetti vongole in der kleinen Bar gleich

nebenan. Die Marina an Backbord lassen und dann geradeaus

den Bocca di Porto di Chioggia queren, eine der drei Öffnungen

der Lagune hin zur Adria.

Mit fünf Knoten über die Breite, schneller sollen wir nicht und

viel mehr gibt die Maschine auch nicht her. Ein Frachter naht

von Steuerbord, dann endlich säumen wieder die Briccole den

Fahrwasserrand. Dahinter ist es flach. Ein Fischerboot pendelt

an einem Dalben, der Fischer stapft durchs knöcheltiefe Wasser,

Muscheln sucht er, fürs Abendbrot und für den Markt. Langsam

tuckern wir an der langgezogenen schmalen Insel Pellestrina

entlang, verlockend in ihrer Ursprünglichkeit und scheinbaren

Unberührtheit. „Es ist so entspannend und ich war wirklich

skeptisch am Anfang. Hausbootfahren – wie Camping kam mir

das vor“, kommentiert der Skipper inzwischen sein neues temporeduziertes

Dasein. Früher musste es rauer für ihn als Segler

zugehen. Doch bei fünf Knoten ist nichts wild und unberechenbar

sind höchstens der nächste Liegeplatz oder der Verkehrsknotenpunkt,

dort, wo der ruhige Canale Orfano im östlichen

Teil der Insel Venezia in den Canale di San Nicolo mündet.

Zahllose Vaporetti, die Ambulanz, Ausflugsboote, ein Schwimmkran

– es ist ein Hetzen und Jagen und wir mittendrin. Größer

könnte der Kontrast zu den ruhigeren Seitenkanälen und den

Inseln wie Pellestrina, dem südlichen Lido oder eben Le Vignole

nicht sein. Und so ist ein Törn durch die 550 Quadratkilometer

große Lagune von Venedig so abwechslungsreich wie in kaum

einem anderen Revier. Fast Forward gegen Slow Motion, Rennrad

gegen Hollandrad, Abfahrt gegen cross country.

Immer wieder die Leinen loswerfen und zum nächsten Ziel

tuckern. Auf durchs Gewühl, die Sirenen heulen auch auf dem

Wasser. Stadtluft soll es sein. Venedig, wir kommen und zwar

auf dem eigenen Kiel. Der passende Liegeplatz findet sich auf

San Elena, der östlichsten Insel der Stadt, im Fuß- beziehungsweise

Brückenbereich zur Altstadt. Die Marina Saintelena wurde

vor einem Jahr eröffnet, die ersten Planungen erfolgten allerdings

bereits vor 30 Jahren, auch heute ist noch nicht alles

fertig. Man liegt hier trotzdem perfekt, ruhig und in einem ursprünglichen,

aber grünen Stadtteil von Venedig.

Nebenan gleich das Fußballstadion mit zugemauertem Eingang

zur Südkurve, Kirche und Militär. Fratelli d‘italia erklingt, die

Nationale wird eingeholt. Die Tagesgäste ziehen sich aus Venedig

zurück, doch wir können bleiben. Eine halbe Stunde Fußweg

und schon sind Rialtobrücke und Markusplatz erreicht.

Gondeln schwappen schmatzend am Ufer des Bacino de San

4

Marco. Gondoliere posen für die letzten Fotos, ein kräftiges „O

sole mio“ hallt hinter der nächsten Ecke hervor – schön kitschig,

so wie es sein soll.

Weiter wieder durch stille Kanäle, vorbei an San Erasmo, der

größeren der beiden Gemüseinseln. Am Ufer hat sich eine

kleine Herrenrunde versammelt. Pranzo unter freiem Himmel,

karierte Tischdecke und beschlagene Weißweingläser. Man

prostet uns zu. 5 Knoten Fahrt. Auf der Karte steht eine DIN A4-

Seite für eine Stunde Fahrt, noch eineinhalb Stunden bis Burano,

der bunten Insel der Spitzenklöppler. Wieder ein Wendemanöver

vor niedriger Brücke. Diesmal leitet es der Skipper früher

ein, wendet zackig und liegt schon fest. Muschelfischer kehren

1 Locaboat Hausboote auf Mazzorbo

2 Paketbote von DHL

3 Am Steuerstand

4 Lagunenblick


OCEAN7Revier

Vom Gondelstau in San Marco

zur Stille der Laguneninseln

1 2

zurück, sorgen für Schwell an den kostenlosen und für die

Boote des Vercharterers reservierten Liegeplätze auf Mazzorbo,

der kleinen Nachbarinsel von Burano. Praktisch! Noch ein

Hausboot naht. Es passt knapp hinter uns. Hafenkino. Der

Horrorfilm wurde eingelegt – mit dem Bug gegen die Holzplanken

der Mole donnern, voller Einsatz des Bugstrahlruders, das

Heck kommt rum, noch zweimal knallt‘s, dann sind sie fest. So

geht es auch. Dicke Gummileisten schützen zusätzlich zu den

Fendern die Schiffe. Etwas blass geworden nippt unser Skipper

vorsichtig an seinem Wein.

Das Timing ist perfekt. Stadtbesuch, wenn die Tagestouristen

sich langsam zurückziehen. Doch die Bewohner sind vom täglichen

Trubel müde, die Restaurants in den für die Region so

untypischen knallbunten Häusern schließen, ganz unitalienisch,

früh. Auf Mazzorbo packt eine Gruppe Hobbymaler die Skizzenblöcke

ein. Nicht so bunt wie Burano, dafür aber wesentlich

stiller, lassen sich hier unzählige Motive finden, am Kanal oder

im Hof einer der ältesten Kirchen der Lagune. Ohne unser Caravanboot

wären wir nie auf die Idee gekommen, einen Abstecher

hierher zu machen. Das Schiff lädt einfach zum Erkunden

ein, sowohl auf dem Wasser als auch an Land, und es bietet

durch seine Langsamkeit scheinbar unendlich viel Zeit auch für

Gespräche und so wird an Bord nicht nur venezianische Geschichte

thematisiert, sogar eher weniger, sondern über das

Leben im Allgemeinen philosophiert und vor allem wild zwischen

Enkelin und Großvater diskutiert.

Hemingway, der Krieg, die Zukunft, soziale Arbeit, die Politik

und oft die Frage: „Was war eigentlich damals, was hast du

gemacht, wie Flucht und Fliegeralarm überstanden?“, und gleich

darauf: „Opa, ich muss unbedingt noch mal zu H&M, findest

du den Palast wieder?“

Klar, also wieder zurück nach Venedig. Je näher man der Stadt

kommt, umso hektischer wird es auf dem Wasser. Vorbei geht

es an der Glasbläserinsel Murano, an ihrem Leuchtturm und

ihren Öfen, kommentiert mit „Da könnte man aber ein super

Loft reinbauen“. Die Friedhofsinsel San Michele an Backbord

wird gerade erweitert. Baustellenverkehr im Dunst. Wellen

schlagen an die Bordwand, lassen das Boot schlängeln und

hüpfen. Ein Blick ins Arsenal ist ein Muss für den Kapitän. Die

Einfahrt allerdings verboten, doch kommt man mit dem eigenen

Schiff schon ganz schön dicht dran, an das einst größte Schiffsbauzentrum

Europas. Im 16. Jahrhundert wurden hier innerhalb

von nur zwei Wochen 100 Galeeren für den Krieg gegen die

Türken gebaut. Das Arsenal gilt so als erste Fließbandproduktion

Europas.

Eine von uns drei bevorzugt dagegen einen Kurzbesuch

in Harry’s Bar, wegen Hemingway natürlich, und anschließendes

Shoppen in alten Palästen und schmalen

dunklen Gassen. Der Großvater immer

dabei, er wird gebraucht als

Wegweiser und ab und zu vor

Geschäftseingängen mit einem

Glas Wein oder Wasser geparkt.

Schnell noch etwas Brot beim

Bäcker und ein paar Tomaten, man

gehört mit seinem eigenen Zuhause

ein bisschen dazu zur Stadt und

kommt sich nicht ganz so touristisch

vor.

Auch auf dem vollen und wuseligen

Bacino San Marco und dem Canale

della Giudecca. Hier wird man Teil

eines riesigen Wimmelbildes,

lässt man sich darauf ein, die

Seufzerbrücke, den Markusplatz,

San Giorgio Maggiore,

30 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015

5


Italien/Lagune von Venedig

4

3

die Giudecca von der Wasserseite aus zu besuchen. Schwimmkräne,

Postschiffe, Vaporetti, Autofähren, Müllschiffe und dazwischen

querende Gondeln, alles tobt quasi um unser temporeduziertes

Boot herum. Nervenaufreibend. Wer behält was im

Blick? Rechtsfahrgebot, aber wir müssen irgendwie nach links.

Schritttempo und Gas geben wechseln sich ab, so häkeln wir

uns auf die andere Seite, nicht wir, sondern eigentlich der Großvater.

Eine Admiralsuniform würde ihm jetzt gut stehen statt

Ringelhemd, solch eine stoische Ruhe strahlt er aus. Früher hätte

ihn die Hektik auf dem Wasser angesteckt.

Dann geht es zurück in die Ursprünglichkeit der Lagune. Dunst

liegt über der Weite. Noch sind die Berge von Padua zu sehen,

voraus liegt der Heimathafen Chioggia. Klein-Venedig nennen

sie es auch, allerdings ist es wesentlich bodenständiger und

hemdsärmeliger, hier wird gefischt, gehandelt und gearbeitet.

Pellestrina liegt verlockend an Backbord. Längsseits gehen,

aussteigen, Eis essen, schlendern durch die drückende Mittagshitze.

Es ist heiß und dunkel am Horizont. Wetterbericht Fehlanzeige.

Siesta an Bord, während die Einwohner sich hinter

ihren grünen Fensterläden verstecken. Über uns öffnet sich ein

Fenster. Eine ältere Dame redet auf uns ein. Das Wort „Tempo“

fällt immer wieder. Was ist mit dem Wetter? Wir liegen gut, das

Wetter wird uns nichts anhaben können. Signora schließt resigniert

die Fenster. Irgendetwas hat sie auch von den Fischern

erzählt. Sie stehen hinter der nächsten Ecke, sortieren verschlossen

die Netze. Warum sind sie nicht rausgefahren? Doch das

wird schnell klar, wir sollen lieber in ihren Hafen verholen, ein

Unwetter zieht auf. Die nächsten 30 Stunden soll es extrem

ungemütlich werden.

Infos

Die Charterfirma Rendez-vous fantasia in Chioggia am

südlichen Ende der Lagune von Venedig verfügt über

eigene Hausboote und fungiert darüberhinaus auch als

Stützpunkt der Firma Locaboat aus Freiburg, Deutschland:

www.locaboat.de

Angeboten werden die Hausboote auch von Charterwelt

KH+P, Büro Stuttgart, info@charterwelt.de

Buchtipp zur Vorbereitung und zum Nachschlagen vor

Ort: Heinrich Breidenbach, Lagunen von Venedig bis Grado,

DK Edition Maritim, 25,60 Euro

Karte. „La Laguna di Venezia – da Chioggia a Jesolo e

Trevis“, veröffentlicht von Rendez-vous fantasia, viersprachig

(auch deutsch), aktualisiert 2014, 10 Euro. Perfekt für die

Navigation vor Ort!

Sollen wir lieber weiterfahren? Sie nicken schweigend. Die Lagune

scheint zu flimmern. Also Leinen los und ab nach Hause!

Fünf Knoten können ganz schön langsam sein. Aber die Zeit

reicht. Es weht immer stärker. Das Wasser der Lagune spült über

die Hafenmole. Gemütlich wie die Fahrt bisher ist es auch jetzt

an Bord, wenn draußen der Wind tobt, die Boote an ihren

Liegeplätzen tanzen und in Pellestrina die Fensterläden geschlossen

bleiben.

Doch dann, wenn diese wieder geöffnet werden und in Vignole

die Sonntagsausflüger mit ihren Booten durch den Kanal flanieren,

sollte man sich wieder aufmachen zu einer neuen Reise

durch die Lagune von Venedig, in der es noch unzählige weitere

Inseln, Kanäle und Abzweigungen zu entdecken gibt – immer

auf der Suche nach der Donna, die Skipper und Crew stets den

richtigen Weg weist.

1 Venedig abseits der Touristenpfade

2 Kunst in der Lagunenstadt

3 Venedig, wie man es kennt

4 Gondeln im Verkehrsstau

5 Entspannter Gondoliere

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 31


OCEAN7People

Dies ist die Würdigung

eines außergewöhnlichen

Menschen, dessen Todestag

sich heuer zum 100sten Mal

jährt. Außergewöhnlich war

seine Herkunft: Erzherzog

von Österreich, Prinz von

Toskana und Cousin von

Kaiser Franz Joseph I.

Außergewöhnlich waren seine

Fähigkeiten und Eigenschaften:

Polyglott, umfassend

gebildet, unangepasst

und aufgeschlossen.

Außergewöhnlich waren vor

allem seine Unternehmungen:

Jahrzehntelange

Forschungsfahrten im

gesamten Mediterran und

Publikation prachtvoller Bücher.

Er war umsichtiger Bewahrer

seiner Latifundien auf Mallorca

und er war Gründungsmitglied

des 1886 in Pola aus der Taufe

gehobenen Union Yacht Club.

Das ist eine Geschichte über

Erzherzog Ludwig Salvator und

seine Yacht Nixe.

Text und Fotos:

Dr. Reinhard Kikinger

Der

Erzherzog

&

Ein Habsburger als Erforscher des Mittelmeeres

die Nixe

32 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Erzherzog Ludwig Salvator

Privilegierte Jugend und Ausbildung.

Geboren am 4. August 1847 in Florenz, gestorben am 12. Oktober

1915 in Brandeis bei Prag, das sind die nüchternen

Eckdaten. Aber welch reichhaltiges und erfülltes Leben lag da

dazwischen! Als Sohn von Leopold II, Großherzog der Toskana

und seiner Gemahlin Maria Antonietta von Sizilien, kam er in

den Genuss einer liberalen Erziehung. Es wurde von Anfang

an Bedacht auf seine Talente und Interessen genommen und

die besten Lehrer seiner Zeit wurden für ihn engagiert. Seine

Sprach- und Zeichenbegabung und seine Neugier für die Naturwissenschaften

wurden früh erkannt und gefördert, dazu

kam eine fundierte humanistische Ausbildung. Seine Studienzeit

fiel noch in die Epoche der großen Meeresexpeditionen,

zu der auch die Weltumseglung der österreichischen Fregatte

„Novara“ zählte. Deren Reisebeschreibungen faszinierten den

jungen Erzherzog. In Prag und Brandeis bekam er eine multidisziplinäre

naturwissenschaftliche sowie eine intensive künstlerische

Ausbildung. Sprachstudien kamen auch nicht zu kurz:

Drei Sprachen beherrschte der Student bereits fließend, neun

weitere sollten bis zu seinem Lebensende dazukommen. In

den Sommermonaten unternahm „Luigi“, wie der Erzherzog

im Familienkreis genannt wurde, Studienreisen. Eine dieser

Reisen führte ihn auf die Balearen, die eine entscheidende

Rolle in seinem Leben spielen sollten.

Eine Yacht der Extraklasse. Zusammen mit

seinem Lehrer und engen Vertrauten Eugenio Sforza bereiste

der junge Erzherzog Sizilien, die Liparischen Inseln, Spanien,

Algier und Tunis. In ihm reiften der Wunsch und die Erkenntnis,

dass ein eigenes Schiff seiner Sehnsucht nach dem Meer

und seinem Bestreben nach der wissenschaftlichen Erforschung

des Mediterrans sehr dienlich wäre. Dank Kapital aus

Familien- und Freundeskreis war die Realisierung dieses Traumes

möglich und 1871 begann in Fiume, dem heutigen Rijeka,

der Bau seiner Dampfsegelyacht Nixe. Ihr Konstrukteur war

Ernst Otto Schlick, ein Schiffsbau Ingenieur aus Hamburg.

„Sie hat einen Klüverbaum, einen Fock, Groß- und Besammast

mit je einer Gaffel und einem Besambaum und eine fliegende

Daten der Nixe I

Breite:

Tiefe:

Länge der Reling:

Tonnengehalt:

Antrieb:

Max. Geschwindigkeit:

Max. Verbrauch:

Daten der Nixe II

Breite:

Tiefe:

Länge der Reling:

Tonnengehalt:

Antrieb:

Max. Geschwindigkeit:

Max. Verbrauch:

Quelle: www.ludwig-salvator.com

20‘ Fuß

13‘ 9‘‘ Fuß

170‘ engl. Fuß

135 Register-Tonnen

Dreizylinder Dampfmaschine mit 400 PS

11 Knoten

288 Zentner Kohle in 24 Stunden

6,72 Meter

4 Meter

52 Meter

164 Register-Tonnen

Zweizylinder-Dampfmaschine mit 500 PS

11 Knoten bei 5 atm Druck

10 Tonnen Kohle in 24 Stunden

Dampfsegelyacht Nixe I

Ich habe nie begreifen können, wie

sich ein Mensch langweilen kann

mitten in Gottes freier Natur; im

kontemplativen Nichtstun liegt

doch ein Meer von Poesie.

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 33


OCEAN7People

2

Raa am Fockmast. Die von Robert Whitehead gleichfalls

im Stabilimento tecnico ausgeführte Maschine mit drei Zylindern,

Oberflächen-Condense und Vorwärmer in der Rauchkammer

des Kessels hat eine nominelle Kraft von 110 und eine

effektive von 400 Pferden. Der Kohlenverbrauch beträgt

in einer Stunde volle Kraft, durchschnittlich 10–11 Knoten,

12 Ctr (Zentner), in einer Stunde halbe Kraft (durchschnittlich

7–8 Knoten), 8–9 Zentner. Die Kohlenbänke fassen 100

Tonnen Kohle, die Wasserreservoire halten für 20 Tage

Wasser, außerdem ist ein Destillierapparat vorhanden.“ (Quelle:

www.ludwig-salvator.com).

Die Nixe sank 1893 an der algerischen Küste, nachdem sie ein

Riff gerammt hatte und leck schlug. Der Erzherzog und die

gesamte Besatzung konnten sich in Beibooten an Land retten.

Schon ein Jahr später erstand Ludwig Salvator die Dampfsegelyacht

Hertha. Sie wurde auf Nixe II umgetauft, hatte denselben

Konstrukteur wie Nixe I und diente Ludwig Salvator für viele

Jahre als schwimmende Unterkunft und Fortbewegungsmittel.

1

Erkundungsfahrten im Mittelmeer und

akribische Forschung. Die eigene Yacht ermöglichte

dem Erzherzog, seinen Interessen an der Seefahrt, an

Land und Leuten, an Fauna und Flora, an Geologie und Mineralogie

ungestört nachzukommen. Hätte es damals schon die

heutigen Möglichkeiten des Frei- und Gerätetauchens gegeben,

so hätte er wohl auch die Unterwasserwelt mit Begeisterung

erforscht. Er besaß das „Kapitänspatent der langen Fahrt“ und

interessierte sich besonders für noch weitgehend unbekannte

Inseln des Mittelmeeres. So erkundete er beispielsweise auch

die kleine Insel Giglio, die 2012 wegen des Schiffbruchs der

Costa Concordia durch die Weltpresse ging. Der Erzherzog

kreuzte mehr als 100 Jahre zuvor mit seiner Nixe unbeschadet

durch die drei Le Scole-Riffe und beschreibt auch den Felsvorsprung

Punta del Lazzaretto, der dem Kreuzfahrtriesen zum

Verhängnis wurde. Neben eigenen Forschungen und Aufsammlungen

bezog er die Hilfe gebildeter Personen der jeweiligen

Region in seine Untersuchungen ein. Er machte das

ebenso einfach wie wirkungsvoll: Die „Tabulae Ludovicianae“

waren ein etwa 100-seitiger Fragebogen, der an Ärzte, Lehrer,

etc. mit der Bitte übergeben wurde, ihn möglichst genau auszufüllen.

Die Auswertung dieser Datenfülle ergab zusammen

mit eigenen Beobachtungen ein detailliertes Bild der Zielregion.

Monografien über Paxos, Antipaxos, Zante, Ithaka und

Levkas entstanden auf diese Weise. Das mehrbändige Werk

über die Balearen, als Prachtbände herausgegeben, ist die

Krönung dieser Forschertätigkeit. Ludwig Salvator gewann

dafür die Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung 1878

und wurde mit Ehrenmitgliedschaften wissenschaftlicher Or-

34 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Erzherzog Ludwig Salvator

Ein jeder lese im großen Buche der

Natur, das ist eine Lektüre, bei

welcher man sich nicht die Augen

anzustrengen hat wie bei der Drucker -

schwärze, sondern nur Erholung

und Genuss schöpfen wird.

3 4

ganisationen überhäuft. Diese akademischen Ehren

und seine adelige Herkunft änderten aber

nichts an seinem persönlichen Understatement.

Er reiste am liebsten anonym und verzichtete auf

jede höfische Etikette. Seine Reisen führten ihn

rund um die Welt. Neben vielen Mittelmeer-Staaten

besuchte er auch Australien, Tasmanien und

Nordamerika. Alle Reisen dokumentierte er in Wort

und Bild mit eigenhändigen Zeichnungen. Insgesamt

hat er über 70 Bücher geschrieben. Diese bibliophilen

Kostbarkeiten waren nicht für den Handel bestimmt, sondern

wurden von ihm an wissenschaftliche Institutionen und Persönlichkeiten

seiner Wahl verschenkt. Die meisten seiner

Bücher können in der Österreichischen Nationalbibliothek in

Wien eingesehen werden.

Mallorquinische Latifundien. Die damals noch

eher unbekannte Insel Mallorca interessierte und gefiel Ludwig

Salvator besonders. Im Lauf der Jahre erwarb er weitläufige

Abschnitte der landschaftlich reizvollen NW-Küste der Insel.

Schließlich verfügte er über einen 16 Kilometer langen und

bis zu 10 Kilometer tiefen Küstenabschnitt zwischen den Orten

Valldemossa und Deià. In diesem privaten „Fürstentum“ ließ

er Reit- und Wanderwege anlegen, mehrere Gebäude erbauen

und ein Gästehaus einrichten. In diesem erhielt jeder Wanderer

drei Tage lang kostenlos

Quartier und

Verpflegung, um die

Schönheit der Landschaft

sorgenfrei genießen

zu können. Im gesamten

Besitz war die

Jagd verboten und es durften

keine Bäume gefällt werden.

De facto errichtete der Erzherzog

ein Naturschutzgebiet und

5

war ein Pionier des sanften Tourismus. Das Wegesystem ist

noch heute eine Touristenattraktion, ebenso wie die von ihm

einst bewohnten Gebäude. Es war der Wunsch des Erzherzogs,

auf der sonnigen Insel Mallorca begraben zu werden. Dieser

1 Kaiserin Elisabeth („Sisi“) fühlte sich dem Erzherzog seelenverwandt und

besuchte mehrmals Mallorca. Auf diesem historischem Foto liegt ihre Yacht

Miramar neben der kleineren Nixe in der Bucht der Foradada vor Anker.

2 Das Aussehen der Yachten hat sich seither gewandelt, das charakteristische

Profil der Felsnase mit dem Durchbruch ist unverändert. Die Foradada („die

Durchlöcherte“) mit dem 18 m großen Durchbruch – der Wanderweg, den

der Erzherzog anlegen ließ, führt von seinem oberhalb gelegenen Landsitz

Son Marroig bis in die Bucht.

3 Modell der erzherzoglichen Yacht Nixe II.

4 Der Erzherzog im Alter von 52 Jahren.

5 Kompass der Nixe II.

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 35


OCEAN7People

1

Wunsch ging nicht in Erfüllung. Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs

musste er auf kaiserliche Anordnung in seinem ungeliebten

Stammschloss Brandeis Quartier nehmen. Dort starb

er am 12. Oktober 1915 kurz nach einer Operation. Drei Jahre

später wurde sein Leichnam nicht in sein geliebtes Mallorca,

sondern in die kalte Kaisergruft der Kapuzinerkirche in Wien

überführt.

2

3

Anekdoten über Ludwig Salvator. Seine

nachlässige Kleidung sorgte nicht nur am Wiener Hof für Irritationen.

Auf seinen Reisen, die er am liebsten inkognito durchführte,

wurde er unter anderem für einen Koch, Arbeitssuchenden,

Matrosen oder Schweinehirt gehalten. Dazu kam, dass seine

Begleitung an Bord der Nixe aus etwa 20 Personen, Hunden,

Katzen, Vögeln, Affen und anderem Getier bestand. Das Aufsehen

in den Häfen war daher nicht unerheblich. Zahlreiche Anekdoten

ranken sich um diesen zeitlebens unverheirateten adeligen

Seefahrer und Wissenschaftler. Hier eine kleine Auswahl:

„Als der Erzherzog von einem Grundbesitzer als Renommiergast

zu einer Familienfeier gebeten wurde, erschien er auf

ausdrücklichen Wunsch tatsächlich im eleganten Gesellschaftsanzug.

Er ließ sich an den Ehrenplatz der Festtafel komplimen-

Wer kennt nicht den Zauber des Meeres,

seiner Anziehung gespürt, ewig verschied

und Stimmung! … Und wie schön ist dieses

vollen Genusse von Sonne und Welle! Wer

vermag es nicht wieder aufzugeben, die Bar

36 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


1 Das ehemalige Kloster Miramar wurde von Ludwig

Salvator erworben und liebevoll restauriert.

2 Miramar, das Zentrum der erzherzoglichen Besitzungen

auf Mallorca. Hier waren bedeutende Vertreter

aus Wissenschaft und Kunst Gäste Ludwig Salvators.

Heute im Besitz der mallorquinischen Erben

des EH, öffentlich zugänglich und mit einem kleinen

Museum ausgestattet.

3 In Sichtweite von Miramar befindet sich L. Salvators

ehemaliger Landsitz Son Marroig. Ebenfalls in Privatbesitz,

mit einer Sammlung über den EH ausgestattet

und zu besichtigen.

4 Porträt des Erzherzogs von Erwin Hubert.

5 In seinen riesigen Besitzungen entlang der Küste ließ

der Erzherzog ein ausgedehntes Netz von Wanderwegen

mit befestigten „Miradors“ an den schönsten

Aussichtsplätzen anlegen.

6 Der „Mirador“ (Aussichtspunkt) von Son Marroig.

Ludwig Salvator errichtete diesen schönen Ionischen

Tempel aus weißem carrarischem Marmor.

4

5

6

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Quellen, Literatur

und Links

Schwendinger, H. (1991; 2005). Erzherzog Ludwig Salvator:

Der Wissenschaftler aus dem Kaiserhaus. Die Biographie.

Amalthea Verlag, 319 S. ISBN 3850023141; Olañeta (Ed.).

Librería Ripoll. 322 S. ISBN 9788497160827.

www.ludwig-salvator.com Eine Fundgrube an Daten,

Fakten, Anekdoten. Mit Online-Bibliothek!

Breidenbach, H. (2010). Erzherzog Ludwig Salvator –

Österreichs vergessener Chronist des Mittelmeeres.

Stoffentwicklung für einen Dokumentarfilm.

www.breidenbach-texte-denken.at/reisen/docs/

stoffentwicklung_salvator.pdf

Samsinger, E. (2012). „Dicker Luigi“ als Weltenbummler.

Wiener Zeitung vom 13.04.2012. http://www.wienerzeitung.

at/themen_channel/wissen/geschichte/450357_Dicker-Luigials-Weltenbummler.html

1

http://www.brigittamader.com/lsforsch.htm

www.conselldemallorca.net/anyarxiduc2015

http://arxiduc.iebalearics.org/

www.nixe3.com

tieren, aß jedoch die als Vorspeise servierte

Suppe nicht, sondern schüttete sie in die beiden

Außentaschen seiner Jacke. Dann erhob

er sich abrupt und verabschiedete sich

mit der Begründung: „Sie haben

nicht mich, sondern meinen

Anzug eingeladen – und der

ist satt.“

Am Wiener Hof galt Ludwig

Salvator als gelehrter Sonderling

und verkappter Kommunist.

Man amüsierte sich über den

Knitterlook seiner einzigen Uniform.

Des Erzherzogs trockener

Kommentar: „Lieber vielfältig als

einfältig“.

2

3

4

Lieber vielfältig als einfältig


Erzherzog Ludwig Salvator

Anmerkung: Die Fotos von historischen Abbildungen,

von Büsten und Gegenständen

wurden in folgenden Museen und Ausstellungen

gemacht: Museum Miramar, Valldemossa;

Museum Son Marroig, Valldemossa;

Ausstellung „Jo, el Arxiduc“, Casal Solleric,

Paseo del Borne 27, Palma de Mallorca.

Auf Mallorca ist die Erinnerung an Ludwig

Salvator lebendig, nicht jedoch in Österreich.

Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Wolfgang

Löhnert will das ändern und gründete

daher die Österreichische Ludwig-

Salvator Gesellschaft. Er ist einer der größten Sammler

der Werke Ludwig Salvators, lässt sie einscannen und stellt diese bibliophilen Kostbarkeiten

als Online-Bibliothek allen Interessierten unter www.ludwig-salvator.com zur

Verfügung. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften, deren Ehrenmitglied

Ludwig Salvator war, wird am 26. November 2015 eine Veranstaltung mit Vorträgen und

mit einer Ausstellung über diesen Wissenschaftler aus kaiserlichem Haus abhalten.

1 Trotz seiner Schlösser und Landgüter war das seine liebste Adresse: die Nixe.

Sie war sein wahres Heim, das Meer war der Ort seiner Sehnsucht.

2 Ludwig Salvator Büste von Horacio de Eguía.

3 Wissenschaftlicher Nachlass. Die neun Prachtbände über die Balearen sind die

umfangreichste Dokumentation, die über diese Inseln je verfasst wurde. Mehr als 60

weitere Bücher beschreiben Forschungsfahrten im Mediterran, in Afrika, Australien,

und Nordamerika. Sie sind Beweis für die gewaltige Neugier, Naturliebe und Schaffens -

kraft dieses außergewöhnlichen Habsburgers.

4 Die zahlreichen Abbildungen in seinen Werken verfasste Ludwig Salvator eigenhändig.

5 In Mallorca ist der „Arxiduc Lluís Salvador“ nach wie vor hoch geschätzt. Ausstellungen

werden ihm gewidmet, in Palma trägt ein Boulevard seinen Namen und ein Obelisk

wurde zu seinen Ehren errichtet. In seiner Heimat Österreich geriet dieser

Wissenschaftler und Chronist des Mittelmeeres nahezu vollständig in Vergessenheit.

6 Lloyd’s Yacht Register von 1902 für Erzherzog Ludwig Salvator.

5 6

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 39


ServiceNews

22. bis 25. Oktober:

Biograd Boat Show

Die Marina Kornati in Biograd erwartet im Oktober 2015 neue Rekorde:

Mehr internationale Aussteller als je zuvor haben bereits jetzt für die

InWater-Bootsmesse gemeldet, auch OCEAN7 wird sich an der Show

am Tor zu den Kornaten beteiligen.

Nach 16 Jahren kontinuierlichen Wachstums sind die Veranstalter

erfeut: „Das große Interesse internationaler Firmen bereits zu diesem

frühen Zeitpunkt hat uns veranlasst, die Ausstellungshalle C zu

erweitern”. Auch die InWater-Ausstellung wird umfangreicher und viel

Neues bieten. Ein Sprecher der Biograd-Messe: „Da sich Katamarane

auch in der Adria immer größerer Beliebtheit erfreuen, erwarten wir

zahlreiche interessante Zweirumpf-Schiffe im Wasser. Unser Charter

Info Center wird ebenfalls ausgebaut und erweitert – mehr als 1.500

Boote können da direkt gebucht werden, viele dieser Yachten sind vor

Ort zu besichtigen.“

Auf dem Gebrauchtboote-Markt werden bei der Biograd Boatshow

mehr als 100 Motor- und Segelyachten präsentiert. Die Messe zieht

jedes Jahr eine große Anzahl an Besuchern aus vielen Ländern an. Die

kleine Stadt Biograd, ihre erstklassigen nautischen Möglichkeiten und

Einrichtungen und ihre perfekte Infrastruktur bietet nicht nur die erstklassige

Marina Kornati, sondern auch die Ilirija-Hotels, Restaurants und

zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten. Die InWater-Show findet an der

langen Ponton-Brücke statt, die die Hauptmarina mit der Marina Kornati

West verbindet.

Nach Sonnenuntergang bietet die Biograd Boat Show unter dem Titel

„Boat Show Experience” ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm auf

dem Messegelände bis in das Stadtzentrum.

Erwartet werden neben vielen tausend Besuchern aus zahlreichen

Ländern mehr als 275 registrierte Aussteller, über 300 Yachten, über

1.500 Charterschiffe und rund 100 Gebraucht -

boote. Die Biograd Boat Show ist Gold Member der

International Federation of Boat Show Organizers.

Hier geht es zu einer virtuellen 360-Grad-Tour mit

vielen kurzen Filmbeiträgen über die Biograd Boat

Show: www.bbs.com.hr

Raymarine macht

Wind sichtbar

Mit Raymarine Laylines sehen Sie sofort den schnellsten und

effektivsten Weg zum Ziel, wobei die aktuellen Windverhältnisse

und Strömungen einberechnet werden. Die Anzeige wird direkt

in die Seekarten-Darstellung eingeblendet. Der Verlauf der

Windrichtung wird über farbige „Schattierungen” entlang der

Laylines angezeigt und liefert damit eine genaue Darstellung, wohin

der Wind gedreht hat. Aber Laylines kann noch viel mehr. Zum

Beispiel für Regattasegler die richtige Schiffsposition zur Startlinie

anzeigen. Die V14-Version der Lighthouse2-Software kann gratis

auf den Raymarine MFD, a-, c-, e-, gS- und eS-Serie installiert

werden.

www.yachtelektronik.at

Seefunkschule Adlmanninger

GMDSS SRC

Dauer nur 1 Tag (mit 3 Stunden

Selbststudium vorab) oder

interaktiver Online-Kurs

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Fax +43 (0) 5577 86061

40 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Scheiben sicher kleben

Fenster auf modernen Yachten werden mittels eines Klebers eingesetzt. Die Verwendung

eines Primers erhöht die Haftung desselben erheblich. Auch das Nachrüsten oder

Auswechseln alter Fenster ist mit neuen Verfahren leichter zu bewerkstelligen. Neben der

Klebe- und Dichtfähigkeit ist eine hohe UV-Stabilität wichtig und der Kleber soll auf den

verschiedensten Untergründen und Oberflächen haften. Der Scheibenkleber von Yachticon

ist ein Einkomponenten- Kleb- und Dichtstoff, der durch die Luftfeuchtigkeit optimal zu

einem gummi-elastischen Material aushärtet. Er weist eine hervorragende Haftung auf

Glas, Glas mit Keramikbeschichtung und lackierten Oberflächen auf. Klebstoff und Primer

kosten jeweils 29,95 Euro.

www.yachticon.de

Bavaria Yachts, zweitgrößte Werft der Welt für Segel-, Motoryachten

und Katamarane, und SVB, Europas führendes Unternehmen im Bereich

technischer Yacht- und Bootsausrüstung, kündigen ihre Zusammenarbeit

im Versand- und Onlinehandel von Bavaria-Originalteilen an. Durch die

Zusammenarbeit der zwei namhaften Unternehmen besteht für Bavaria-

Eigner nun die zusätzliche Möglichkeit, Bavaria-Originalteile über SVB zu

beziehen. Mit ein paar Klicks kann der Bavaria-Eigner das Bavaria-Original -

teil für seine Yacht jetzt auch über Bavarias neuen Shop www.bavariaplus.

de suchen und die ausgewählten Artikel direkt bei SVB bestellen.

www.svb.de/?t=bavaria

Originalteile


OCEAN7Special

Interboot

Friedrichshafen

2015

Start

in die Messe-Saison

Das pure Vergnügen · Interboot 2015 · 19. bis 27. Septe

Mit der Interboot 2015 vom 19. bis 27. September (täglich von

10.00 bis 18.00 Uhr) startet in Friedrichshafen am Boden see

tradionsgemäß die Zeit der Boots- und Wasser sportmessen. Zur

bereits 54. Boatshow erwarten die Veran stalter 500 Aussteller aus

20 Ländern. In sieben Hallen, auf dem Freigelände und im Interboot

Messehafen werden Segel- und Motoryachten, Katamarane,

Schlauchboote, Ausrüstung und Zubehör, Motoren, Elektronik,

Navigation/Kommunikation, Trailer, Wassersport-Bekleidung, Charter -

angebote, Kanus, Kajaks, Wasserski und Wasserski-Zubehör,

Wakeboards, Literatur, Tauchbedarf und –ausrüstung, Surf-

Ausrüstung und –Bekleidung präsentiert.

Finnische

Qualität

Halle A6

Stand 300

Wer kann perfekt abgestimmte Boote

für den Alltag und für entspannte

Freizeitfahrten bauen, wenn nicht die

Finnen. Leben sie ja in einem Revier,

in dem ohne schnelle, sichere und

zuverlässige Boote nichts geht. Die

Firma Boatsolutions vom Ammersee

präsentiert auf der Interboot ein Meisterstück

finnischen Bootsbaus: die neue

Shark BR. Angenehmer Fahrkomfort,

viel Platz, Bequemlichkeit an Bord und

zahlreiche kluge Details machen dieses

mit bis zu 115 PS motorisierte Aluboot

zu einem ganz besonderen Familienflitzer.

Individuelle Testfahrten auf dem

Ammersee nach Vereinbarung.

www.yachtsport.at

www.boat-solutions.de

Jeanneau

Händler

Halle A1

Stand 303

Mit Trend Travel & Yachting hat einer der

ältesten und renommiertesten Charter-

und Yachthändler in Österreich jetzt

die Vertretung der Segelyachten von

Jeanneau übernommen. Die langjährige

Zusammenarbeit mit Dufour Yachts läuft

damit aus.CEO Hannes Grassl: „Wir

haben mit Jeanneau einen neuen, starken

und verlässlichen Partner gefunden,

der uns eine große Produktpalette an

qualitativ hochwertigen Yachten zur

Verfügung stellen kann. Darüber hinaus

bietet uns die Partnerschaft auch

interessante Finanzkonzepte, von denen

unsere Kunden profitieren werden. Trend

Travel & Yachting wird ab September eine

Sun Odyssey 409, 439 und 509 in der

eigenen Ausstellungshalle in Kirchbichl

präsentieren, weitere Yachten sind in Planung.

Auf der Interboot in Friedrichshafen

werden von Trend Travel eine Jeanneau

409 und 509 ausgestellt, auch für die

Boot Tulln 2016 sind zwei oder drei

Yachten geplant.

www.trend-travel-yachting.com

Bavaria klotzt

Wie immer steht der Auftritt von Bavaria, der zweitgrößten

Serienwerft der Welt, unter dem klar erklärten Motto von Produktions-

und Vertriebschef Meik Lessig: Wo Bavaria auftritt,

müssen wir Flagge zeigen! So verwundert es es nicht, dass die

Giebelstädter auf der Interboot wieder mit einem Großaufgebot

an Segelyachten vertreten sein werden. Präsentiert werden die

Cruiser 33, Cruiser 37, Cruiser 41 und die Cruiser 51.

www.yachten-meltl.de

Halle A1

Stand 106

42 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Besonderer

Katamaran

mber · Das pure Vergnügen · Interboot 2015 · 19. bis 27. September · Das pure Vergnügen

Leicht zu transportieren, schnell aufgeriggt und ganz

großen Segelspaß bieten die hochwertigen Schlauch-

Katamarane der österreichischen Firma Grabner, seit

Jahrzehnten ein Garant für Verlässlichkeit. Auf der

Interboot präsentiert das Familienunternehmen aus Haag

auch sein Top-Modell, den Happy Car Evolution, über

den Firmenchef Grabner sagt: „Durch jahrzehntelange

Weiterentwicklung, einem wissenschaftlichen hydrodynamischen

Forschungsprojekt und dreijährigen intensiven

Versuchen ist es gelungen, aus einem zerlegbaren,

aufblasbaren Katamaran bisher unvorstellbare Leistungen

herauszuholen. Der Happy Cat Evolution ist das schnellste

und in allen Details perfekteste Boot seiner Klasse! Die

in aufwändigen Schlepptank-Versuchen perfektionierten

und computerberechneten Rümpfe bieten ein Minimum

an Wasserwiderstand und beste Gleiteigenschaften.

Länge, Umfang, Biegung, Bugspitze und Heckform sind Chill-out-Yacht

so aufeinander abgestimmt, dass sie ein Höchstmaß an

Segelleistung garantieren“.

www.grabner.com

Foyer West

20

Mit der neuen Sport 360 hat die Bavaria-Werft ein völlig

neues Design für ihre Motoryachten entwickelt und setzt

einen Meilenstein in Sachen Fahrdynamik, Komfort und

Raumausnutzung. Neben den Versionen als Open und Hardtop

wird die Sport 360 neu auch als Coupé zu sehen sein. Das

gesamte Cockpit wurde nach modernen Ansprüchen gestaltet

und ist eine echte Chill-Out-Area geworden. Der Sitzbereich mit

Cockpittisch am Heck ist am Abend ein fantastischer Platz für

einen entspannten Drink oder ein kleines Dinner mit Freunden.

Am Tag ist er mit wenigen Handgriffen zu einer Sonnenfläche

in außergewöhnlich großen Dimensionen umgebaut. Auf der

Interboot präsentiert Motorland die neue Linie.

Grundpreis für die Sport 360 Open mit zweimal

Mercruiser 4,5 l MPI DTS Brav III, 250 PS:

136.400 Euro zzgl. MwSt.

www.motorland.de

Halle A5

Stand 200

Sportlich schnell

Halle A5

Stand 303

Familienboot

Mit ihrem wunderschönen V-Rumpf von M. Peters und

sportlichem Design von Garroni kommt die neue Jeanneau

Leader 36 wie ihre große Schwester, die Leader 40, unverwechselbar

und betont zeitlos daher. Dabei ist sie kinderleicht

zu handhaben und perfekt auf Kurztouren mit der

Familie oder mit Freunden zugeschnitten. Zu

besichtigen am Stand von Boote Pfister.

www.bootepfister.de

Rasante und sportliche Boote präsentiert Europe

Marine auf der Interboot 2015, darunter folgende

Premieren: Die 7,42 Meter lange Auster 740, Benzin

ab 135 PS, Diesel ab 140 PS, Grundpreis 39.700

Euro; Die Viper 243 mit GfK-Geräteträger,

Benzin ab 190 PS, Diesel ab 140 PS,

Grundpreis 55.050 Euro. Und die

Monterey 268 SSC mit elektrisch

abklappbarem Gfk-Geräteträger, ab

300 PS, Grundpreis 86.661 Euro.

www.europe-marine.com

Halle A5

Stand 204

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 43


OCEAN7Yachten

Die

Delphia-Motoryachten im Test:

Große,

die

Schnell

Das Revier könnte nicht besser sein: Die Marina Havelauen

liegt unmittelbar vor der idyllischen Insel Werder. Von hier

erschließen sich Törns, die einfach alles bieten: Kultur, Baukunst

und gemütliche Straßencafès in der nahe gelegenen

Stadt Potsdam mit ihrem holländischen Viertel; das grandiose

Prunkschloss Sanssouci des Preußenkönigs Friedrich des Großen

mit seiner fantastischen Parkanlage; Kunstgalerien, Museen,

Theater in der deutschen Hauptstadt Berlin, wo bis zu

24 Stunden kostenfrei direkt vor dem Berliner Reichstag angelegt

werden kann; und eine Überdosis unverbrauchter Natur

direkt außerhalb der Städte. All das ist so komprimiert gelegen,

dass es in einer Charterwoche gut machbar ist.

Vorausgesetzt, man hat das passende Schiff – und das bekommt

man bei Yachtcharter Palme (www.yachtcharterpalme.de).

OCEAN7 hatte als Jurymitglied für den BoB, Best of Boat

Award, Gelegenheit, mehrere von Werderaner Yachthandel

und Yachtcharter Palme angebotene Yachten zu testen.

Alles begann mit einem Privatboot. Alle

diese Motoryachten stammen aus der polnischen Delphia-

Werft, die vor 25 Jahren von den beiden segelbegeisterten

Brüdern Piotr und Wojciech Kot gegründet wurde, als diese

ihr erstes eigenes Schiff für sich selbst bauten – die kleine

Segelyacht Sportina. Die Nachfrage nach der Sportina war

groß, und so entschlossen sich die Brüder Kot, daraus ein

Geschäft zu starten. Seither wurden mehr als 3.000 Yachten

produziert, von 16 bis 47 Fuß große Segelyachten und von

sieben bis 13,5 Meter lange Motorboote.

44 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Delphia Motoryachten

Von der polnischen Qualitätswerft Delphia, seit 25 Jahren bekannt

für ihre hochwertigen Segelyachten, gibt es seit 2005 auch eine

breite Palette an Motoryachten. OCEAN7 hatte als Jurymitglied für

den Best of Boat Award Gelegenheit, einige davon zu testen.

Text und Fotos: Thomas D. Dobernigg

e,

die

freche Kleine

Delphia ist nach wie vor ein Familienunternehmen. Alles wird

in bester Schiffsbauerkunst gefertigt – von den Entwürfen über

das Laminieren und die handwerklich erstklassigen Tischlerarbeiten

bis zur Endfertigung. Inzwischen gehört auch die

Marke Maxi, ursprünglich Hersteller beliebter Erfolgsyachten

aus Dänemark, zu dem polnischen Familienunternehmen –

aufgekauft nach einer Firmenpleite. 240 Segelyachten werden

derzeit jährlich auf dem 12.900 Quadratmeter großen Werft -

areal in Olecko produziert. Seit 2005 stellt Delphia auch Motoryachten

her und 1.400 Motorboote verlassen im Jahr die Fließbänder

der Produktionshalle.

1

1 Die Crew von Yacht Charter Palme mit Testern von Best of Boats

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 45


OCEAN7Yachten

1

Die Große. Flaggschiff in der Marina Havelauen bei

Palme Marin ist die Delphia Escape 1350. Bei einem Basispreis

von 141.804 Euro ohne MwSt. bietet dieses gutmütig zu fahrende

Schiff, was sich eine Familie wünschen kann: drei Kabinen,

zwei Nasszellen, einen großen Salon, ein wettergeschütztes

Cockpit mit einem übersichtlichen Steuerstand und eine

große Liegefläche am Vorschiff. Unser Testschiff MS Katharina

war mit einem Nanni 115 PS-Dieselmotor ausgerüstet, der für

eine gemütliche Reisegeschwindigkeit von rund 12 km/h bei

einem durchschnittlichen Treibstoffverbrauch von nur 2,5 Liter

in der Stunde sorgt. Erstaunlich ist die kurze Produktionszeit:

„Von der Bestellung bis zur Auslieferung dauert es exakt einen

Monat. Während dieser Zeit wird der Kunde täglich mit Fotos

per E-Mail oder WhatsApp über den genauen Baufortschritt

seines Schiffes informiert“, sagt Palme Marin-Mitarbeiter Dariusz

Kasprzyk. „Möglich machen das hochtechnisierte Anlagen und

Maschinen, perfekt durchorganisierte Arbeitsabläufe und insgesamt

600 Werftmitarbeiter“, erklärt Delphia PR-Managerin

Ewa Kot, Tochter der Inhaberfamilie.

Die Schnelle. Den größten Fahrspaß der gesamten

Flotte machte die Delphia Escape 1100s. Die beiden 200 PS

starken Volvo Penta D3-Motoren bringen das Schiff binnen 16

2

3

4 5 6

46 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Delphia Motoryachten

Neben tollen Segelyachten baut

Delphia jetzt auch Motoryachten

Sekunden auf 25 km/h Reisegeschwindigkeit und schließlich

in rund 30 Sekunden bei 3.900 Umdrehungen auf seinen Topspeed

von 29,5 Knoten, das sind umgerechnet 55 km/h. Der

Verbrauch beträgt dann allerdings rund 22 Liter in der Stunde

für jeden der beiden Motoren. In einer Charterversion gibt es

bei Yachtcharter Palme die Delphia 1100 auch mit einem Volvo

Penta D4 mit 300 PS und entsprechend deutlich geringerem

Treibstoffverbrauch. Die Yacht ist mit einem Wendekreis von

nur 1,5 Schiffslängen extrem wendig.

Die Kompakten. Mit der Escape 1080, der Escape 1050

und schließlich der ganz neuen Escape 800s mit zwei Kabinen

und einem großen Panoramafenster im Salon an Steuerbord

bieten die Delphia-Motoryachten für jeden Anspruch ein passendes

Modell.

Die freche Kleine. Ein besonderes Highlight aus Sicht

des OCEAN7-Testers ist die Kleinste aus der Delphia-Flotte. Sie

trägt die Bezeichnung „Nano“ und ist mit einem Außenborder

bis 50 PS entweder am Heck oder in einem Innenschacht bestückt.

Sie hat eine ungewöhnliche und auffällig freche Form,

ist perfekt geeignet für enge Wasserstraßen in Städten wie

Berlin, Amsterdam oder den Lagunen von Venedig und Grado

und – ausgerüstet mit einem E-Motor zum Beispiel von Torqeedo

– ideal für die österreichischen Seen. Was die Nano alles

kann, zeigt sich nicht nur beim Fahrtest, sondern vor allem,

wenn man über den Niedergang das Innere betritt. Dann nämlich

wird die Kleine auf einmal ganz groß: Sie strahlt durch ihre

Möbel aus hellem, perfekt verarbeitetem Echtholz und ihre

breiten Fenster Freundlichkeit aus – und ein Raumgefühl, das

sonst nur eine wesentlich größere Yacht bieten kann. Neben

einem geräumigen Salon mit gegenüberliegenden Sitzbänken

und einem großzügigen Klapptisch hat die Nano eine Pantry

mit Spüle und zweiflammigem Gasherd, einen abgeschlossenen

WC-Raum, eine große Doppelliege im offenen Vorschiff und

– da staunt man – auch noch eine Achterkammer mit einem

quer eingebauten Doppelbett. Die Nano gibt es in der Grundausstattung

ohne MwSt. bereits ab 21.333 Euro.

Die Wunschyacht im Charter testen. Wer

sich ernsthaft für eine dieser unterschiedlichen Motoryachten

interessiert, kann sie entweder beim österreichischen Delphia-

Händler, dem Sailing Center am Neusiedler See (www.delphiayachts.at)

bestellen oder in dem abwechslungsreichen Revier

rund um Potsdam und Berlin bei www.yachtcharterpalme.de

in einer Charterwoche ausprobieren und testen, ob sie seinen

eigenen Bedürfnissen gerecht wird. Die geräumige Escape

1350 gibt es pro Woche schon ab 1.150 Euro, die kompakte

Delphia Escape 800 ab 575 Euro/Woche und die freche kleine

Delphia Nano kostet im Charter ab 395/Woche.

1 Gemütliches Fahrtenschiff – Delphia Escape 1350

2 Delphia Escape 1100s – 400 PS bringen Speed und Spaß

3 Delphia Escape 800 – ein perfektes Charterboot

4 Ewa Kot, Tochter des Werftchefs, ist Marketing-Chefin

5–9 Bietet alles auf bestens durchdachtem kleinen Raum: Die Delphia Nano mit

50 PS als Außenborder oder im Schacht ist ein wahres Raumwunder für

eine kleine Familie

Interboot Friedrichshafen

Halle A1, Stand 309

7 8

9

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 47


OCEAN7Yachten

2Yachten

jedes Wetter

für

Womit soll man am besten anfangen, will man die beiden neuen

Yachten vorstellen? Mit dem Fahrgefühl, mit der Optik, dem

Interieur mit all seinen feinen und bestechenden Kleinigkeiten

oder doch lieber mit der Technik, der Motorisierung und der

Linienführung? Eigentlich bleibt es gleich, denn der durchwegs

positive Eindruck, der sich bei den Testfahrten der neuen Bavarias

ergeben hat, zieht sich durch alle Rubriken gleichermaßen.

Vielleicht also einfach mit dem Augenscheinlichen, mit dem,

was man am Anfang noch etwas argwöhnisch begutachtet hat:

mit dem Hardtop der neuen Sport 330 HT!

Ein Dach, das das Boot nordtauglich macht und auch bei südlichem

Schönwetter genug Sonnenschein hineinlässt – und da

auf das Wetter nun auch nicht immer Verlass ist, ist das „Schiebedach“

für alle Reviere perfekt. Vor allem deshalb, weil es

wirklich eine große Öffnung bietet, sodass man sich vorkommt,

als ob man ganz „oben ohne“ fahren würde. Dass das in dieser

Form nicht bei allen Werften so üblich ist, zeigt schon allein der

Kommentar eines australischen Kollegen: „What a super big

opening!“. Und er hat Recht. Einfach zu bedienen ist es außerdem,

obwohl das Dach per Hand zurückzuziehen ist. „Eine

elektrische Variante wie bei der 360er würde das Loch verkleinern“,

meint Markus Schlichting, Marketing-Manager bei Bavaria,

die manuelle Variante rechtfertigen zu müssen. Braucht er aber

nicht. Denn zwei, drei Handgriffe und schon ist das Dach zurückgeklappt

für das anschließende, wirklich offene und gelungene

Cabrio-Gefühl mit regenfestem Backup. Simpel, einfach,

eindrucksvoll.

Das lässt sich nicht nur als Fahrer am Steuerstand beziehungsweise

auf dem Fahrersitz erleben, von dessen ergonomisch

geformten Sitz man aus (übrigens auch bei kleinerer Körpergröße)

den Überblick behält, sowohl über die vielfältigen,

wirklich übersichtlich und klar angeordnete Instrumente als

auch nach Außenbord. Gleich nebenan kann man es sich als

48 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Bavaria Sport 300 & 330

Die Sportlinie bei Bavaria hat Zuwachs bekommen. Mit der Sport 300 und der Sport 330, auch mit

Hardtop, ergänzt die Werft in Giebelstadt ihr Angebot in der erfolgreichen sportlichen Motorbootreihe.

Text und Fotos: Kirsten Panzer-Gunkel

Platz für den Hafentalk mit der eigenen Crew und dazu noch

mit den Freunden vom Nachbarboot. Denn dass man sich gern

auf der 330er treffen wird, ist klar, bietet doch die Außenküche

mit Gasherd (optional, aber eigentlich ein Muss), Kochbereich,

Waschbecken und Kühlschrank einen weiteren Hotspot an

Deck. Etwas Kommunikativeres als gemeinschaftliches Kochen

gibt es wohl kaum, selbst für diejenigen, die lieber nur zuschauen

als mitzumachen.

Natürlich kann die Sitzecke auch in eine Liegefläche umgewandelt

werden. Wenn man erst einmal weiß, wie es geht, ist es

ganz einfach und schnell getan – relaxen, allein, zu zweit oder

mit der ganzen Familie, denn familientauglich ist die Bavaria

absolut, mit hoher Geräumigkeit an und unter Deck.

Auch dort wirkt sie offen und einladend, mit doppelter Vorschiffskoje

(offen) und einer geräumigen, abgetrennten Achterkoje

mit ausreichendem Stauraum, auch für Schuhe! Doch was

außerdem beeindruckt, ist das Lichtkonzept, dass durch Lichtleisten

und viel indirekte Beleuchtung für eine perfekte, helle

und zugleich gemütliche Atmosphäre sorgt und dabei auch

noch genügend Tageslicht ins Innere lässt. Die vielen kleinen

Details wie die Türstopper, der blau beleuchtete Kühlschrank,

die Zierleisten – bei der Baunummer eins noch kantig, in Zu-

1 2 3

Beifahrer bequem machen. Nicht etwa allein, sondern gleich zu

mehreren. Eine gemütliche Eckbank gibt es an Backbord für

die Beifahrer. Die Fahrt dient so nicht mehr länger nur dem

Vorwärtskommen oder dem Fahrspaß des Skippers, sondern

auch dem Beisammensein. Zumindest wenn man es möchte,

denn an Ausweichmöglichkeiten mangelt es auf der 33 Fuß-

Yacht keineswegs, auch nicht an Deck. So bietet beispielweise

die Sitzecke im Cockpit üppigen – und auch nicht zu engen –

kunft aber abgerundet –, die farbliche Helligkeit und jede

Menge Steckdosen für all das elektronische Equipment, das man

unentwegt bei sich trägt, zeugen vom gut durchdachten Raumkonzept.

1 Perfekte Übersicht am Steuerstand

2 Elegant und bequem – Sitzgruppe wird zur Liegefläche

3 Alles gut durchdesignt

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 49


OCEAN7Yachten

Dass die 330er auch fahren kann, sollte

vielleicht so ganz nebenbei noch erwähnt werden. Denn sie zu

fahren, macht wirklich Spaß. Trotz des Platzes, den sie bietet,

und ihres Gewichts von zirka sieben Tonnen (leer) lässt sie sich

leicht steuern, reagiert agil und wendig und fühlt sich dabei

extrem sicher an, selbst dann, wenn sie von 0 auf ihre Höchstunter

anderem auch noch den Kartenplotter mit Wifi und

Touchscreen im Paket. Das Gute dabei: Man muss nicht alle

Extras nehmen, sondern kann alles einzeln auswählen, wobei

vermutlich die Verlockung siegen wird.

Der Platz wird jedenfalls selbst mit der Zusatzausstattung nicht

weniger und er wirkt genauso wie schon bei der 330er wirklich

So macht Bootfahren richtig Spaß

1

geschwindigkeit von 36 Knoten in 33 Sekunden beschleunigt

– auch das will gemessen werden. Man spürt die Kraft ihrer

doppelten 260 PS, man merkt, dass sie da ist, um gefahren zu

werden.

Dass sie dabei unter der Höchstgeschwindigkeit der kleineren

Sport 300 bleibt, ist dem Komfort geschuldet. Wer also davon

etwas weniger möchte, ordert die kleine Schwester, ohne Hardtop

allerdings. Sie fährt immer offen, mal ohne Überrollbügel

(300 s), mal mit (300 open) und das mit maximal 40,5 Knoten,

die sie in schnellen 22 Sekunden erreicht, selbst auf fieser kurzer

Ostseewelle.

Für die ist sie allerdings auch nicht gemacht, denn auf die Sonnentage

kann man sich im Norden nicht unbedingt verlassen,

selbst bei Testfahrten nicht. Während die 330er gut auch im

Norden gefahren werden kann, findet der kleinere Neuzugang

der Sport-Serie sein Klientel eher im Mittelmeergebiet „und

natürlich auch in den USA“, erweitert der Marketing-Manager

das Einsatzgebiet der Sport 300. Außerdem sieht er sie als Einsteigermodell

mit einem entsprechenden Einstiegspreis von

86.400 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Will man auf Bugstrahlruder,

Teak auf dem Cockpitboden (schon schick), Ceran-Kochfeld,

hochwertigen Ankerbeschlag, das beeindruckende Lichtkonzept

und vieles andere mehr nicht verzichten, muss man

noch einmal 31.700 Euro drauflegen. Dann hat man aber dann

2

3

4

50 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Bavaria Sport 300 & 330

5

überraschend groß. Vor allem auch im Cockpit, bei dessen

Gestaltung die Werft Wert darauf gelegt hat, eine

social area zu schaffen. Und das ist ihr durchaus gelungen.

Auch bei der „Kleinen“ wird das Cockpit zum Treffpunkt

werden. So wurde auch hier der sonst übliche

Beifahrersitz zu einer Bank vergrößert, sodass er von zwei

Personen genutzt werden kann. So muss auch hier niemand

mehr rückwärts in die Wellen schauen, sondern es

ist möglich, gemeinsam „vorausschauend“ die Fahrt genießen.

Zumindest wenn man nicht doch die Liegewiese

bevorzugt, zu der man ebenfalls auf der 300er die Sitzecke

umbauen kann – chilliger geht’s kaum. Und dabei

vor Anker dümpelnd den restlichen Crewmitgliedern

beim Kochen an Deck zuschauen – ein perfekter Urlaubstag.

Um dafür die Voraussetzungen zu schaffen, kann in

der „Kochecke“ im Cockpit ein Elektrogrill eingebaut

werden, ein unbedingt zu empfehlendes Extra.

Dass es bei der Probefahrt etwas

laut an Deck war, ganz ohne Musik, ist Bavaria

bereits aufgefallen. Fehlende Isolierungen werden

nachgebessert. Bei der Baunummer eins darf das sein.

Zumal, wenn es die Werft sofort bemerkt. Sie weiß,

woran es liegt und wie es zu beheben ist.

Unter Deck bietet die Sport 300 vier Kojen, zwei im

Heck und zwei im Salon, der eine Stufe höher gelegen

ist als die Pantry. Die wiederum durch Funktionalität,

Helligkeit und Design besticht. Die indirekte Beleutung

fasziniert auch hier, genauso wie die Luken, die erstaunlich

viel Tageslicht hereinlassen.

Helligkeit kombiniert mit Schick ist eben Programm bei

den Sport Bavarias 300 und 330, neben dem Fahrspaß

natürlich, den die beiden „Neuen“ mit ihren kraftvollen

Motoren absolut bieten.

Technische Daten

Bavaria Sport 300 open Bavaria 330 HT

Gesamtlänge ..........................8,95 m ........10,80 m

Gesamtlänge inkl. Badeplattform ............9,31 m ........11,66 m

Rumpflänge ...........................8,50 m ........10,28 m

Gesamtbreite ..........................2,99 m .........3,59 m

Höhe über Wasser ......................2,73 m .........3,19 m

Tiefgang, Antrieb angehoben (ca.) ...........0,68 m .........0,70 m

Tiefgang, Antrieb abgesenkt (ca.) ............1,29 m .........1,15 m

Leergewicht, ab (ca.) ....................4.700 kg .......6.791 kg

Kraftstofftank (ca.)........................

520 l ..........520 l

Wassertank (ca.) ......................... 120 l ..........250 l

Personen, max. nach CE B .....................6.............8

Kabinen – Nasszellen ..................... 1 – 1 ..........2 – 1

Kojen ....................................4.............4

Stehhöhe in Kabine (ca.) ..................1,85 m .........1,90 m

Motorisierung Standard:

2 x 5.0 MPI DTS Brav. III (2 x 260 PS/hp, 2 x 191 kW)

1 In voller Fahrt

2 Die Autorin hat sichtlich Spaß am Steuer

3 Hier lässt sich gut schlafen

4 Bad mit Aussicht

5 Viel Fahrtwind in der Version ohne Hardtop

6 Alle Instrumente gut im Blick

7 Schön und funktionell bis ins kleinste Detail

6 7

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 51


OCEAN7Yachten

3Heißes Wochenende

Peter, Alexandra und Sohn Finn Schöler

schrieben als Weltumsegler mit ihrem

auf

Katamaran Risho Maru Geschichte. Jetzt

waren die drei als Yachttester für OCEAN7

auf dem Neusiedler See unterwegs, beim

Testsegeln mit der Dragonfly 25.

Beinen

Text: Peter Schöler

Fotos: Alexandra Schöler, Werft

52 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Dragonfly 25

Nach dem ersten Rundgang auf der Boot Tulln im Frühjahr

dieses Jahres hatte ich den berühmten Wow-Effekt: Da stand

am Messe-Stand von Multihull-Sailing der neue Dragonfly 25.

Die Optik dieses Tris ist schlicht aufregend schön.

Quorning Boats setzt sein bewährtes Trimaran-Konzept jetzt

auch mit dem neue Dragonfly 25 perfekt in Szene. Werftchef

Jens Quorning und Konstrukteur Steen Olsen haben für 2015

mit dem Dragonfly einen flotten Dreibeiner mit nur 7,70 Meter

Länge und – mit ausgeklappten Auslegern – maximal 5,80 Meter

Breite entworfen. Natürlich wurde auch der Junior in der

Werftreihe mit dem guten und patentierten Klapp-Mechanismus

für die Ausleger ausgestattet. Damit lässt sich die Breite mit

wenigen Handgriffen auf 2,50 Meter reduzieren, womit der

kleine Trimaran trailertauglich ist und auch im Hafen besser ein

Plätzchen zum Liegen finden kann. Aber besonders interessant

hierbei: Er passt inklusive dem Hänger in einen üblichen Container,

ermöglicht also das Verschiffen des Bootes zu akzeptablem

Preis für Werft und Besitzer. Auch der Carbon-Mast der

Sportversion mit seinen 11,80 Metern passt da noch rein. So

kann das Boot mal schnell aus dem Mittelmeer in die Ostsee

oder an noch fernere Ziele verschifft werden.

Die Boote der Werft sind für ihre hochwertige Bauweise in

Handauflegeverfahren im Sandwichbau bekannt. Quorning

Boats berichtet, dass noch vor dem eigentlichen Baubeginn

bereits sieben Einheiten des Dragonfly 25 als Bestellungen in

den Auftragsbüchern stehen – ein schöner Erfolg für die Werft.

Unser Test-Tag. Die Windangaben waren leider sehr

daneben, die 15 kn aus NW gab es vorerst nicht und bei unserer

Ankunft bei Herbert und Daniela Wied von Multihull-

Sailing in Breitenbrunn zeigte sich der See spiegelglatt.Als erstes

gab es Kaffee auf der Terrasse des sehr interessanten Büro/

Wohn-Containers der beiden. Auf der Wiese neben dem Container

finden sich weitere Multis, die Herbert Wied zum Verkauf

und zum Testsegeln anbietet. Trimarane von den Firmen Astus,

Weta, WindRider und ein Cat der Firma X-Cat befinden sich in

seinem Programm. Gute Gelegenheit, um das Warten auf den

Wind interessant zu machen. Endlich um 13 Uhr dann ein

leichter Wind aus Süd. Genug, um die Libelle (Dragonfly heißt

übersetzt so) aus ihrer Box zu lassen.

Am Steg angekommen sticht sofort die Optik des Trimarans ins

Auge, denn selbst in zusammengeklapptem Zustand ist das Boot

eine Augenweide.

2

Die Elvström Laminat-Black-Faser-Segel sind schnell ausgepackt,

wir wollen segeln und das so schnell wie möglich. Finn, unser

Sohn, steuert das Boot souverän aus der Box und bei der Ausfahrt

aus der Marina klappen wir die beiden Schwimmer mit

wenigen Handgriffen aus. Die Nirosta-Rundmaterial-Bolzen in

der Verbindungskonstruktion werden im ausgeklappten Zustand

durch ein ausgeklügeltes Verspannungssystem unterstützt. In

der nun schon längeren Firmengeschichte (seit 1967 über 1.000

Boote) von Quorning Boats hat sich dieses System absolut

bewährt.

Herbert Wied hat sich für sein erstes Boot der Serie Dragonfly

für die Sportversion entschieden. Das Boot kommt mit drehbarem

Kohlefasermast mit Rostan Battencar-System, Elvström Epex

Laminat Technore Black-Faser-Segel, alle Fallen aus Dyneema,

und Rostan-Großschotsystem.

Dass wir hier ein außergewöhnliches Boot segeln, merken wir

auch an den vorbeifahrenden Skippern der anderen Boote, die

unaufmerksam ihres eigenen Kurses unser Boot bestaunen.

Kaum ist das Großsegel gesetzt und die Selbstwendefock ausgerollt,

setzt sich der Tri mit einem leichten Anheben in Fahrt.

Das Battencar-System von Ronstan läuft einwandfrei. Nur beim

Bergen des Großsegels bedarf es noch einer Lösung für die

Toplatte, damit sich das Segel auch in diesem Bereich gut zusammenlegen

lässt. Bei leichten 5–8 kn Wind zieht das Boot an

allen anderen Booten vorbei. Am ausgefahrenen Bugsprit setzen

wir den Code 0 aus dem selben feinen Tuch, das gibt sofort

1 Rasant auch bei ganz wenig Wind

2 Rümpfe eingeklappt – da passt er sogar in die kleinste Lücke

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 53


OCEAN7Yachten

1

spürbar mehr Power. Im Steuerverhalten

an einem der Schwimmer sitzend, spürt

man auch mit diesem Segel kaum mehr

Druck. Das Boot lässt sich wunderbar

steuern und die Sitzposition ist fast perfekt.

Als Verbesserung der Sitzposition würde ich

lediglich eine ansteckbare Rückenlehne mit

Fixierung andenken, das gäbe mehr Sicherheit

in der Welle und mehr Komfort für den Rücken.

Die zahmere Touring-Version erhält nur ein Ruder-

Blatt im Zentralrumpf. Vielleicht wäre eine Kombination

von Mittelruder und Cockpit-Pinne plus Pinnen an

den Auslegern auch eine Möglichkeit für eine Touring-

Sport-Version.

Das Segeln macht richtig Spaß und fast vergessen wir, die aufziehende Gewitterfront

aus West im Auge zu behalten. Wie zu erwarten schläft der Wind ein, um ein paar

Minuten später aus NW mit Stärke 15–20 Knoten endlich den Wetterbericht richtigzustellen.

Der Code 0 ist geborgen, wir wollen ja nicht ein uns noch unbekanntes Boot

ans Limit puschen. Denn eines ist sicher: Dieses Boot hat richtig Potenzial und bedarf

einiger Übung und Vertrauen, dass dieses Boot auch genug Segelfläche verträgt. Umgesetzt

wird jedenfalls alles in Geschwindigkeit und so sausen wir auf der sich leicht

aufbäumenden Neusiedler See-Welle gen Breitenbrunn. Inzwischen hat es so richtig zu

schütten angefangen und Böen treffen das Boot, das aber unbeirrt seine dreifache Spur

durch das braune Seewasser zieht. Leichtes Anluven bemerke ich sofort bei der Fock,

die sich wie ein Wecker am Achterlik bemerkbar macht. Das Boot lässt sich derart leicht

steuern, dass jede leichte Korrektur an der Pinne wie ein Tanzschritt spürbar ist.

Der drehbare Kohlefaser-Mast bedarf etwas Übung, um den optimalen Stand für das

Groß herauszufinden. Da ist „learning by doing“ angesagt. Denn die Logge zeigt genau,

was Sache ist.

2

3

4

5

6

54 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Dragonfly 25

Finn Schöler:

Das macht Spaß!

Egal, wie wenig Wind sein mag: Mit dem Dragonfly 25 Sport macht es

immer Spaß zu segeln. Bei 25 Knoten Wind steigt schon der Schwimmer

auf der Luv-Seite aus dem Wasser und das ist für jemanden wie mich, der

das erste Mal Trimaran segelt, ein Highlight. Wenn man ein normales

Schiff gewohnt ist, dann fährt man bei elf Knoten Wind, wenn

überhaupt, mit vier Knoten. Der Dragonfly fährt sieben Knoten mit

Code 0. Ich hab’ mir nach einer halben Stunde gedacht: „Wenn ich

einen Lottogewinn mache, kauf’ ich mir dieses Schiff fürs

Mittelmeer.“ Nur eine nicht sehr essenzielle Sache hat mich

gestört: Wenn man in der Mitte steuert, sieht man den Ver klicker

nicht gescheit – aber das ist eh nur beim Rausfahren, wenn man

unter Motor die Segel setzt.

7

In der Marina mit eingeklappten

Schwimmern sollte der Mast

immer quergestellt werden, damit

bei Windstärken über 40 kn der Wind nicht auf zu viel

Mastfläche auftrifft. Beim Kohlefasermast werden alle Beschläge

einfach nur angeschraubt, das spricht neben anderen Vorteilen

für die Kohlefaser statt dem Alu.

Mein Sohn hat jetzt wieder die Pinne übernommen und ich

entdecke unter seinen klatschnassen Haaren seine strahlenden,

glücklichen Augen. Das ist es, was dieses Boot 100-prozentig

kann: Es macht richtig Freude.

Werftchef Jens Quorning meint: „Das Boot kannst du auf einem

Schwimmer segeln. Selbst wenn der stark eintaucht, gibt es

keine Probleme.“ Das werden wir wohl beim nächsten Mal

ausprobieren. Vielleicht mit kleinerer Crew, denn Gewicht entscheidet

beim Multihull über Tempo.

Fakten und Daten. Der Tri wird in zwei Versionen

angeboten. In der Sport-Variante erhält er einen längeren Mast

und mehr Segelfläche. Das stark ausgestellte Groß hat dann

eine Fläche von 29 statt 24, die Fock 12 statt 10 Quadratmeter.

Auch der Gennaker fällt mit 55 statt 46 Quadratmetern üppiger

aus. In der Sportvariante ist der Dragonfly 25 mit zwei an die

Schwimmer gehängten Ruderblättern ausgestattet, die sowohl

vertikal in der Höhe variiert als auch hochgeklappt werden

können. Letzteres geschieht bei Grundberührung automatisch.

Die beiden Blätter sind durch Dynema-Leinen miteinander

gekoppelt. Normalerweise wird die Sportvariante auf dem

Schwimmer sitzend gesteuert, an die Steuerungsseile lässt sich

aber auch im Cockpit des Mittelrumpfes eine senkrechte Pinne

koppeln, die wiederum per Pinnenausleger vom Süll aus bedient

werden kann. Das hilft dem Rudergänger beim Seitenwechsel

nach einer Wende oder Halse. Mir persönlich gefällt

diese Version ausgezeichnet, denn von der Auslegerposition

8

1 Ein echtes Sportgerät

2–5 Schnell und ganz einfach – Rümpfe ausklappen

6 Ein Bein aus dem Wasser!

7 Sportliches Cockpit

8 Bugspriet zum Ausfahren aus dem Cockpit

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 55


OCEAN7Yachten

Kleines Boot

mit viel Potential

1 2

hat der Rudergänger (Pinnengänger) einen sehr guten Überblick sowohl

nach allen Seiten wie auch auf den Stand der Segel. Der Dragonfly

25 wird ab Werft mit einer Selbstwendefock ausgestattet.

Im Gegensatz zum größeren Dragonfly 28, bei dem im Achterschiff

eine zusätzliche Koje eingebaut ist, bleibt der 25er achtern unverbaut.

Damit bleibt das Cockpit am Heck offen.

Der Tiefgang des Bootes lässt sich von 1,40 auf 0,35 Zentimeter reduzieren.

Ein Trockenfallen an einem Strand mit weichem Sand ist da

bestens möglich.

Der Innenraum ist mit dem Nötigsten bestückt. Speziell beim neuen

Dragonfly wird das Klappschwert nicht mehr genau mittig im zentralen

Rumpf eingebaut, sondern findet leicht seitlich versetzt unter der

Backbord-Sitzbank Platz. Damit ist mehr Raum zum Sitzen gegeben,

vor allem im Fußbereich. Auf den Sofas und in der Vorschiffskoje

haben drei erwachsene Personen genug Platz zum Schlafen oder zwei

Erwachsene und zwei Kinder. Ein tragbares Klo ergänzt auf Wunsch

die Tourentauglichkeit. Dieses befindet sich unter der Vorschiffskoje

und lässt sich mit einem Vorhangsystem von der Hauptkabine abtrennen.

Mit abgesenktem Salontisch und zwei Klappen wird aus den

beiden Rückenlehnen der Seitensofas eine Doppelkoje. Das ist leicht

und schnell umzusetzen. Back- und steuerbords des Niedergangs sind

ein Kocher und ein Waschbecken untergebracht. Stauraum befindet

sich unter der Vorschiffskoje, unter der Steuerbord-Sitzbank und unter

der nach achtern wegklappbaren Niedergangsleiter. Der gesamte Innenraum

ist genau so, wie er für ein Daysailer aussehen sollte.

Technische Daten

Rumpflänge .......................... 7,65m

Rumpflänge geklappt ................... 8,95m

Breite ...............................5,8 m

Breite Transport ........................2,3 m

Gewicht ...........................1.060 kg

Tiefgang ....................... 0,35 – 1,50m

Touring-Version Sport-Version

Mast .................10,50 m .......11,80 m

Groß ..................24 m 2 ........ 29 m 2

Fock ..................28 m 2 ........ 12 m 2

Code 0 ................28 m 2 ........ 30 m 2

Gennaker ..............46 m 2 ........ 55 m 2

Preis in Euro ............83.880 .......100.500

Motorisierung Standard:

2 x 5.0 MPI DTS Brav. III (2 x 260 PS/hp, 2 x 191 kW)

Werft: Quorning Boats: www.dragonfly.dk

Test und Kauf in Österreich: www.multihull-sailing.net

Test-Center: Breitenbrunn Neusiedler See

1 Koje mit Stauraum

2 Gemütlicher Salon

3 Zwei Weltumsegler sind begeistert

3

56 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


Motorbootsport und SeefahrtsVerband Österreich

!

Nachrichten

für die Schifffahrt

der OSB

Baggerarbeiten

Fluss Donau, Strom-km 1999.4 bis 2003.1, bis 30.

November 2015, Montag–Freitag, 6.00–20.00 Uhr.

Besondere Vorsicht, Sog und Wellenschlag

vermeiden im ganzen Bereich.

Materialschlacht

verloren

Motorboot Formel 1

Grand Prix von Portugal

Leider ein verkorkstes Rennwochenende von Österreichs einzigem Formel-1-Piloten – ob

zu Lande oder Wasser – Bernd Enzenhofer aus Amstetten beim WM-Lauf in Porto. Gleich

zwei Motorschäden verhinderten einen Punkterang. Der erste davon vermutlich noch ein

Folgedefekt des Crashs beim Großen Preis von Frankreich vor einem Monat, zerstörte der

im sonntäglichen Warm-up-Training aufgetretene zweite Motorschaden alle Hoffnungen

auf eine Teilnahme am Hauptrennen. Für Bernd Enzenhofer endete damit auch der zweite

europäische WM-Lauf der Königsklasse auf dem Wasser schon vor dem eigentlichen großen

Show-down der besten Rennbootpiloten als Zuschauer auf der Tribüne: „Aus Porto letztlich

mit gleich zwei Motorschäden abreisen zu müssen, trifft uns echt hart, denn jede einzelne

gefahrene Runde ist im Moment total wichtig, um mich in Ermangelung von Trainingsmöglichkeiten

zwischen den Rennen

fahrtechnisch weiterzuentwickeln,

aber that‘s racing, wir lassen uns

Freude und Enthusiasmus nicht verderben“,

versucht der F1H2O-Rookie

dennoch keinen Frust aufkommen

zu lassen. Nach einer zweimonatigen

Pause geht’s im Oktober weiter mit

zwei Rennen in China.

Apps für Smartphones

Als Ergänzung zu DoRIS mobile, dem Informationsdienste für Binnenschifffahrt (River

Information Services – RIS), das wir schon vorgestellt haben, gibt es jetzt entsprechende

Informations-Apps auch für die Slowakei und Ungarn. Beide Apps stehen sowohl für

Apple (itunes.apple.com) als auch für Android (play.google.com) zur Verfügung.

Ungarn: In Zusammenarbeit mehrerer ungarischer Behörden wird das

PannonRIS-System kontinuierlich in Ungarn entwickelt und betrieben.

Slowakei: Die River Information Services App SlovRIS ergänzt

DoRIS – Informationsdienste per mobilen App jetzt auch im

slowakischen Donauraum verfügbar.

Furt Petronell-Witzelsdorf, Fluss Donau,

Strom-km 1893.3 bis 1891.8, bis 18. September

2015, Montag–Freitag von 6.00–20.00 Uhr. Sog

und Wellenschlag vermeiden, besondere

Vorsicht, Begegnungsverbot, Überholverbot im

ganzen Bereich. Baggermaterial wird zwischen

Strom-km 1906,800 und Strom-km 1906,200 in

der Tiefenrinne am linken Fahrbahnrand

verklappt. Arbeitsbereich und -geräte sind

entsprechend der WVO mit Schifffahrtszeichen

(Tag- und Nachtbezeichnung) gekennzeichnet.

Es besteht eine zusätzliche Meldepflicht über

UKW Kanal 10, Baggergerät „F 802“.

Straßen- und Eisenbahnbrücke Linz, Strom-km

2133.8, bis 31. Dezember 2015, Montag–Freitag:

Durchfahrtshöhe verringert um 1,5 m in

veränderlicher Position wegen Revisionsarbeiten

an der Eisenbahnbrücke Linz, besondere Vorsicht

im ganzen Bereich. Der Arbeitsbereich ist mit

Schifffahrtszeichen gemäß der WVO gekennzeichnet.

Durchfahrt Straßen- und Eisenbahnbrücke

Mauthausen (Verlängerung), Strom-km 2110.9 bis

2111.2, bis 30. September 2015 durchgehend,

besondere Vorsicht im ganzen Bereich auf Grund

von Arbeiten.

Informationen:

http://nts.doris.bmvit.gv.at/Download?attachem

ent=2006000240000000621

http://nts.doris.bmvit.gv.at/Download?attachem

ent=2006000240000000622

Straßenbrücke Grein, Strom-km 2080.8 bis

2080.8, bis 15. November 2015, 19.00 Uhr, für

alle Fahrzeuge in der Bergfahrt teilweise Sperre

im linken Bereich.

Ergänzende Informationen http://nts.doris.bmvit.

gv.at/Download?attachem

ent=2006000240000000641.

Für die Erdberger Brücke, Wiener Donaukanal

Strom-km 10.4, bis 31. Dezember 2015:

verfügbare Breite höchstens 28 m im ganzen

Bereich wegen Bauarbeiten.

Für die Donaustadtbrücke (Wien), Strom-km

1926.0, bis 31. Oktober 2015, täglich von

6.00–20.00 Uhr: Durchfahrtshöhe verringert um

1,5 m in veränderlicher Position, besondere

Vorsicht im ganzen Bereich. Es werden Arbeiten

mittels Revisionswagen (Breite 1,30 m) durchgeführt.


Motorbootsport und SeefahrtsVerband Österreich

Stationen einer Von Gerhard Durst

Donaufahrt

Unsere Donaureise starteten wir am 4. Juli 2015 von unserem Yacht Club

Muckendorf (YCM) – in einem Boot Romana und Gerhard mit den Hunden

Oscar und Feli(citas), im zweiten Boot Renate und Kurt.

Tanken in Tulln und nach ca. 30 Minuten waren wir in Altenwörth. Bei der

Anmeldung zur Schleusung bekamen wir die Auskunft: „30 Minuten Wartezeit

– hinter dem Schiff Paul P. einfahren und im vorderen Teil der Schleuse festmachen”.

Also Zeit genug für einen kurzen Landgang mit den Hunden. Bei

Renate stieg die Nervosität, es war ihre erste Schleusung.

Dann lief alles problemlos, Renate war nach wenigen Minuten ganz entspannt

und locker hielt sie den Schleusenhaken. Weiter ging es mit viel Wellen durch

die Wachau zur nächsten Schleuse in Melk. Ohne Wartezeit durften wir einfahren.

Renate war nun schon von Beginn weg entspannt. Sie stellte fest: Man

muss keine Angst vor Schleusungen haben, sollte aber den Respekt nicht

verlieren.

Weiter ging es durch den Nibelungengau bis zur Schleuse Persenbeug, auch

bei dieser durften wir ohne Wartezeit einfahren, daher erreichten wir nach

kurzer Zeit den „Strudengau“ und unser erstes Ziel, Grein. Der Sonntag war

einer sportlichen Betätigung gewidmet. Unser Ziel – der Brandstetterkogel mit

dem Alpenvereinshaus in Höhe 555 m. Der einzigartige Ausblick durch den

Wald auf die Donau entlohnte uns für unsere Mühen in der Sommerhitze.

Am Montag hatten wir vier Schleusen (Wallsee, Abwinden, Ottensheim und

Aschach) zu bewältigen, das Wetter hat jedoch in Grein schon in der Früh

sehr regnerisch ausgeschaut und der Wetterbericht war auch nicht prickelnd.

Doch das Wetter wurde immer freundlicher und die Wolkendecke war bald

verschwunden. Vor der Schleuse Aschach mussten wir ca. 15 Minuten auf ein

Schubschiff warten und wurden dann mit diesem mitgeschleust. Der erste

Blick nach der Schleuse Aschach ist einfach umwerfend. Man hat einfach das

Gefühl, auf einem Gebirgssee unterwegs zu sein. Auf dem Weg zu unserem

Tagesziel kamen wir bei einem Wikingerdorf vorbei, ein überraschender und

schöner Anblick. Am frühen Nachmittag erreichten wir Schlögen.

Am nächsten Tag machten wir nach einem Frühstückbuffet im Restaurant, das

für uns als Gastlieger im Hafen sieben Euro pro Person kostete, die Boote klar,

tankten und legten ab. Die Fahrt durch die Schleuse Jochenstein verlief wieder

ohne Wartezeit und wir kamen rasch nach Passau.

Bei der nächsten Schleuse, Kachlet, „durften“ wir 20 Minuten warten. Das war

gut für uns, wir konnten uns abkühlen und in Ruhe den Schleusenvorgang

vorbereiten. Bis Deggendorf mussten wir auf der Donau konzentriert fahren,

da sie in diesem Bereich eng ist und doch eine kräftige Strömung mitbringt.

Außerdem war sie bei dem derzeitigen Wasserstand nur zwischen 2,5 und 3,5

m tief. Durch die Enge der Schifffahrtsrinne kann man kaum überholen.

Mittwoch, der 8.7., und der Wetterbericht versprach nichts Gutes. Nachdem

ein schweres Gewitter in Deggendorf niedergegangen und der Vormittag

verregnet war, musste Plan B her. Die Wetterprognose sagte, dass es ab 13.00

Uhr auf der Strecke nach „Marina Saal” zwar bewölkt, aber trocken ist. Also

entschlossen wir uns, um 14.00 Uhr zu starten. Die Wetterprognose behielt

Recht. Das Wetter war durchzogen und wechselhaft – streckenweise starker,

böiger Wind und die Donau war wellig.

Wir mussten an diesem Tag vier Schleusen bewältigen: Straubing, Geißling,

Regensburg (Sportbootschleuse) und Bad Abbach (Sportbootschleuse). Bei

der Schleuse Straubing erhielten wir die Antwort: „Hier Schleuse – Sie haben

Glück, vor Ihnen fährt gerade ein Motorschiff ein – Sie können dahinter gleich

einfahren.” Bei der Schleuse Geißling mussten wir eine Stunde warten. Bald

danach passierten wir die „Walhalla“ in Donaustauf bei Regensburg. Sie ist

eines der bedeutendsten Nationaldenkmäler auf dem Gebiet der Bundesrepublik

Deutschland und ein herausragendes Zeugnis klassizistischer Architektur

des 19. Jahhunderts in Bayern. Unter König Ludwig I. wurde sie vom

damaligen Hofbaumeister Leo von Klenze entworfen und in den Jahren

SchleusenBestimmungen

45.§16.04 – Verkehr von Kleinfahrzeugen im Schleusenbereich

1. Vorsignale und Abrufsignale (§ 16.02 Z 5 bis 9) gelten nicht für Kleinfahrzeuge.

2. Kleinfahrzeuge haben die im Schleusenbereich aufgestellten besonderen Hinweiszeichen

für Kleinfahrzeuge zu beachten.

3. Kleinfahrzeuge haben an den für sie bestimmten Warteplätzen zu warten, bis sie

von der Schleusenaufsicht zur Einfahrt in die Schleuse aufgefordert werden. Werden

Kleinfahrzeuge mit anderen Fahrzeugen gemeinsam geschleust, dürfen sie erst nach

diesen in die Schleusenkammer einfahren, müssen hinter diesen, wenn möglich an

der gegenüberliegenden Schleusenmauer, festmachen und mit ausreichendem

Abstand hinter den anderen Fahrzeugen aus der Schleusenkammer ausfahren.

4. Sportfahrzeuge, die nicht Motorfahrzeuge sind und von der Besatzung über Land

getragen werden können, haben die Umsetzanlage zu benützen. Ist die Umsetzanlage

nicht benutzbar, so wird dies am oberen Landungsplatz der Umsetzanlage

durch zwei rote Lichter übereinander angezeigt. In diesem Fall dürfen diese

Fahrzeuge die Schleuse benützen.

Auszug aus der

Wasserstraßenverkehrsordnung

5. Kleinfahrzeuge, die nicht geschleust werden wollen, dürfen nicht in den Vorhafen

einfahren.

6. Bei den Schleusen Ottensheim, Abwinden, Wallsee, Melk, Altenwörth, Greifenstein

und Freudenau dürfen Sportfahrzeuge bei der Bergschleusung nur in der

stromaufwärtigen Hälfte der Schleusenkammer festmachen. Sportfahrzeuge dürfen

dazu abweichend von Z 2 neben anderen Fahrzeugen festmachen, sobald diese

schleusungsbereit verheftet sind und von diesen nicht mehr als zwei Drittel der

nutzbaren Breite der Schleuse belegt wird. In diesem Fall haben Sportboote vor den

anderen Fahrzeugen aus der Schleuse auszufahren und ihren Kurs und ihre

Geschwindigkeit nach der Ausfahrt aus der Schleuse so einzurichten, dass die

Ausfahrt der anderen Fahrzeuge nicht behindert wird.

7. Während des Schleusungsvorgangs haben alle Personen an Deck von Sportfahrzeugen

Rettungswesten zu tragen.

Zu Pkt. 7: Das Tragen von Rettungswesten ist auch in der Slowakei Vorschrift, in

Deutschland ist es eine dringende Empfehlung.


1830–1842 errichtet, um bedeutende Persönlichkeiten mit Marmorbüsten und Gedenktafeln zu

ehren. Nach kurzer Fahrt erreichten wir Regensburg und die „Steinerne Brücke“. Die Steinerne

Brücke, die den altbairischen Stadtteil Stadtamhof mit der Regensburger Altstadt verbindet, galt im

Mittelalter als ein echtes Weltwunder. Sie wurde innerhalb von nur elf Jahren erbaut, vermutlich

von 1135–1146. Der rege Handelsverkehr des im Mittelalter bedeutenden Wirtschaftszentrums

Regensburg erforderte einen dauerhaften Flussübergang. In den Sportbootschleusen Regensburg

und Bad Abbach hatten wir mit Romana die BESTE Schleusenmeisterin auf der Donau und keine

Wartezeit. Um 21.00 Uhr erreichten wir dann glücklich unser Reiseziel – Marina Saal bei Strom-Km

2410.

Nachdem alle geschlaucht waren von der langen anstrengenden Fahrt am Vortag, wurde der Tagesablauf

geändert auf „lange schlafen“. Kurt ließ das defekte Funkgerät reparieren bzw. tauschen.

Hurra, es funktioniert jetzt! Gegen Mittag ließen wir uns mit dem Taxi abholen und besichtigten

die Weißbierbrauerei Kuchlbauer in Abensberg. Dort erfuhren wir hochinteressante Dinge über

den Künstler „Friedensreich, Regentag, Dunkelbunt Hundertwasser”, der den Turm der Brauerei

geplant hat. Wir erfuhren von der Kraft der Weißbierzutaten und lernten die „Weißbierzwerge“

kennen. Auch konnten wir das Gemälde von Leonardo Da Vinci „Das letzte Abendmahl” und die

wissenschaftliche These über die versteckte Nachricht in diesem Gemälde erfahren. Weitere Infos

darüber auf der Homepage www.kuchlbauers-bierwelt.de. Alles in allem sehr sehenswert.

Danach ging es zur Bierverkostung, anschließend fuhren wir mit dem Taxi wieder in die Marina

Saal und ließen den Abend auf unseren Booten ausklingen.

Am Freitag ließen wir uns wieder von einem Taxi abholen und nach Kelheim zum Frühstück

bringen. Nach dem Frühstück gingen wir zur Anlegestelle der Ausflugsschiffe und fuhren mit dem

Schiff durch den Donaudurchbruch, einem Naturjuwel, das nur mit den Ausflugsschiffen oder mit

Sondergenehmigung, die man praktisch nicht bekommt, zu befahren ist, zu dem Kloster Weltenburg.

Für weitere Infos: kloster-weltenburg.de

Der Donaudurchbruch bei Weltenburg ist ein Naturschutzgebiet und Geotop im niederbayerischen

Landkreis Kelheim. Das Gebiet wird offiziell Weltenburger Enge genannt. Man muss es einfach

einmal gesehen haben – es ist sehenswert. Selbst „Fliegenfischen“ ist in diesem Abschnitt angesagt.

Nach dem Mittagessen im Kloster fuhren wir mit dem Schiff wieder zurück und bestiegen die

„Ludwigsbahn”, einem „Bummelzug”, der durch Kelheim und zur Befreiungshalle fährt. Die von

König Ludwig I. in Auftrag gegebene Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon

in den Befreiungskriegen 1813–1815 wurde von Friedrich Gärtner in Anlehnung an antike und

christliche Zentralbauideen begonnen und 1863 von Leo von Klenze nach geänderten Plänen

vollendet.

Da es erst früher Nachmittag war, gingen wir zu Fuß die zirka 1,5 km zur Einsiedelei „Klösterl”.

Die Felsenkirche und „Nikolauskapelle” hat nur eine Wand und kein Dach. Der Rest ist Felsen. Für

weitere Infos: www.einsiedelei-kloesterl.info. Nach der Besichtigung und einer kurzen Rast gingen

wir die 1,5 km zurück nach Kelheim, um Kleinigkeiten einzukaufen und in der Brauerei „Schneider-Weiße”

zu Abend zu essen. Da wir danach alle schon hundemüde waren, ließen wir uns mit

dem Taxi abholen und in den Hafen bringen. Dort wurde das übliche (Hunde füttern, duschen,

aufräumen, Fotos aussuchen, Blog besprechen,…) in aller Ruhe erledigt und anschließend gingen

wir zufrieden schlafen.

Am Samstag, den 11.7., erwachten wir ohne Wecker zu unterschiedlichen Zeiten. Nach einem

Frühstück auf den Booten fuhren wir „Geld wechseln“ in der Marina Saal. 1 l Benzin = 1,699 Euro!

Leider ist das kein Tippfehler. Danach starteten wir Richtung Bad Abbach. Auf Grund des Niederwassers

war die Sportbootschleusung nicht möglich. Somit wurden wir in der Schleuse für Großschifffahrt

geschleust. Natürlich mit einem Einzelfahrer und weiteren

zwei Sportbooten. Auf Grund der Spundwände ist es ratsam,

die Fender quer zu befestigen. Danach ging es weiter nach Regensburg,

dort wieder durch die Sportbootschleuse, wieder mit

Romana als Schleusenmeisterin. Auch Gerhard ließ es sich nicht

nehmen, einmal die Sportbootschleuse zu bedienen. Nach insgesamt

2,5 Stunden erreichten wir unser Etappenziel – Regensburg.

Hart gekämpft

Beim 10. Int. Motorbootrennen im

August in Kriebstein/Sachsen gab

es neben den Formel-Klassen des

ADAC und einer Präsentation alter

Motorrennboote aus den letzten 50

Jahren auch die Europameisterschaft

in der Klasse O-700 und den ersten

Lauf zur Europameisterschaft der

Klasse F-350.

In der Klasse F-350 waren Bedi Tünde

und Andreas Otto für den RSC-Regau und Österreich

am Start. Trotz fehlender Höchstdrehzahl konnte sie

beim Start sofort auf den zweiten Platz fahren, hielt

diesen bis zur vorletzten

Runde und

wurde im ersten

Lauf Dritte. Im zweiten

Lauf erging es

ihr gleich, erst im

dritten Lauf konnte

sie das Manko mit

der fehlenden Leistung

auf Grund ihrer

Erfahrung mit der

Fahrweise den zweiten Platz bis ins Ziel halten und

wurde somit Gesamt-Zweite und legte sich hiermit

einen Grundstein für das zweite und letzte Rennen

zur Europameisterschaft der Klasse F-350 in Cremona/

IT am 18./19.09.2015. Andreas Otto war nach zwei

Läufen auf dem vierten Gesamtrang, leider fiel er

durch einen technischen Defekt im dritten Lauf auf

den sechsten Gesamtrang zurück.

In der Klasse O-700 wechselten während

des Zeittraining laufend die Platzierungen zwischen

Marin Jung/SK, Guiseppe Rossi/IT und dem für Österreich

fahrenden Attila Havas. Im ersten Lauf waren

die Plätze bis zur vorletzten Runde hart

umkämpft, bis sich Rossi vor Jung

und Havas durchsetzte. Im zweiten

und dritten Lauf gewann Jung vor

Rossi. Im vierten Lauf hatte in der

fünften Runde von acht Havas Boot

einen Leistungsverlust, er fiel in der

letzten Runde aus. Rossi tuschierte

eine Wendeboje: Disqualifikation.

Marian Jung wurde Europameister,

Guiseppe Rossi

Zweiter und Attila Havas

Dritter. Ferenc

Csako hatte mit technischen

Problemen zu

kämpfen und wurde

gesamt Achter. Anton

Rosenleitner konnte

auf Grund seines Trainingsunfalls

letztes Wochenende

nicht an den

Start gehen.


Yacht Club Austria

YCA-Clubtörn

2015

Text: Gottfried Titzl Rieser | Fotos: Herbert Attenender

Ich sitze im Cockpit der Swansea, einer Bavaria 46, und blinzle

in die Sonne – kurzer Blick auf die Uhr: 23:00 Uhr, also kurz

vor Mitternacht! Ungewohnt – um nicht paradox zu schreiben.

Und um 04:00 früh geht sie wieder auf. Ich erlebe gerade eine

norwegische Segelspezialität – keine Nachtfahrt möglich, es

wird im Sommer nicht wirklich finster.

Das ist also Norwegen im Juni 2015. Sechs Yachten sind wieder

unterwegs in einem Revier, das nicht so alltäglich ist und

für uns abseits der üblichen Routen liegt. Denn darin liegt ja

ein Aspekt, warum wir YCAler unsere jährlichen Clubtörns

organisieren. Außerdem pflegen wir feine Kameradschaft und

gute Seemannschaft, die ist ja überall gefragt, ob du nun in

Mitteldalmatien römisch-katholisch anlegst oder in Espevær

ins Päckchen mit drei anderen Yachten gehst.

Norwegen – ein Land in einer Dimension, die fast unglaublich

klingt: Die Luftlinie von Kristiansand bis zum Nordkap entspricht

in etwa der Entfernung von Kristiansand bis nach Rom,

das Ganze bei lediglich ca. 5 Mio. Einwohner. Und landschaftlich

– stell’ dir das Stoder- oder Zillertal vor und fülle dieses

mit Wasser bis auf 1.000 Höhenmeter an …

Wir sind von Hjellestad südlich an der westlichen Küstenlinie

im Atlantik über Brandasund nach Espevær gesegelt, von Espevær

in den Hardangerfjord nach Rosendal, von dort einen

Abstecher tief in den Fjord hinein und über den Lukksund und

Bjørnafjord nach Vedholmen, weiter nach Bergen und zurück

nach Hjellestad, der Basis unseres Vercharteres.

Espevær liegt am Eingang des Hardangerfjord und hier beginnt

eine weitere norwegische Spezialität: Segeln in den Fjorden.

Es drängt sich wieder ein Bild aus der österreichischen Heimat

auf. Vor meinem Auge tauchen immer wieder der Achensee,

der Attersee und der Mondsee auf. Auch hier in Norwegen

sehe ich bizarre Berge, Wälder, kleine Ortschaften – und Seen.

Apropos kleine Orte: Die Versorgung ist gesichert, wir haben

überall Brot, Lebensmittel und Getränke erhalten. Allerdings

keinen Wein und keinen Schnaps, dafür aber sauteures Bier.

In der Region südlich von Bergen gibt es nur in Bergen selbst,

in Leirvik und in Haugesund sogenannte „Vinmonopolet“, also

Geschäfte, wo man Wein etc. kaufen kann. Also nicht vergessen:

Die erste Station, Wein und Whisky zu bunkern, ist der

Duty-free-Shop im Flughafen.

YCA – The International Austrian Cruising

60 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


News September/Oktober 2015

YACHT CLUB AUSTRIA

Generalsekretariat

Lederergasse 88 · A-4020 Linz

+43(0)732/781086

office@yca.at · www.yca.at

Zurück zum Thema Segeln in den Fjorden. Wer mit Binnengewässer

vertraut ist, kennt ja die Thermiken, die verflixten

drehenden Winde, die Böen, die Fallwinde. All das hast du

auch hier. Und natürlich das Wetter – ja, das findet auch in

Norwegen statt. Als wir Bergen (ein absolutes „Must“ für Segler)

anlaufen, haben wir das Ölzeug an, am nächsten Tag sind

wir bei herrlichen Sonnenschein und kurzer Hose mit der

Standseilbahn hoch hinauf auf den Floyen. Man merkt halt den

Atlantikeinfluss: Es regnet, dann reißt es wieder auf, die Sonne

kommt durch – und es kann durchaus passieren, dass es zwei

Stunden später wieder regnet. Im Juni hatten wir zwischen + 8

und + 20 °Celsius und nur einen Regentag.

Unsere Navigation haben wir dem „Havneguiden Nr. 3“ (auf

norwegisch mit englischer Zusammenfassung) und „Norway-

RCC Pilotage Foundation“ (Imray) zugrunde gelegt und an

Bord waren ausreichend Seekarten vorhanden. Die Gezeitenberechnung

– trotz bis zu 2 Meter Tidenhub – haben wir

vernachlässigt, es sind immer ausreichende Wassertiefen vorhanden.

Lediglich in engen Durchfahrten wie im Lukksund

musst du auf die Strömung achten. Allerdings konnte es schon

passieren, dass unser Steuermann dem Navigator hektisch

zurief: „Achtung Tiefe: 120 Meter, 80 Meter, 50 Meter, 30 Meter,

20 Meter – wo bin ich hier?“ Kaum gerufen, kamen die umgekehrten

Ansagen: „30 Meter, 60 Meter, 100 Meter, puhhh!“ Das

ist schon sehr beeindruckend, wenn du eine Bootsbreite vom

Felsen entfernt vorbeisegelst und du hast immer noch 60 Meter

unterm Kiel.

Last but not least: Das Fischen! Unsere Fangkünste reichten

aus, um eine feine Fischsuppe und ein andermal Dorsch für

acht Personen zu kredenzen. Den ein Meter langen Seelachs

mussten wir gehen lassen, da war das Gaff zu schwach dafür

… Es zahlt sich jedenfalls aus, die Fischer-Ausrüstung

einzupacken. Wenn dafür kein Platz im Seesack ist, gibt es in

den Geschäften vor Ort ausreichend Angebote.

Mein Resümee zu unserem Clubtörn 2015: Beeindruckend und

zur Nachahmung empfohlen! Interessierte Seglerinnen und Segler

können sich auch persönlich informieren: gottfried.rieser@yca.at

Crew Wien, Nö, Burgenland

Crew-Commander Christian Schifter

Ludwiggasse 3, Haus 4

1140 Wien · +43/(0)1/7109222

cschifter@pantaenius.com

Crew Salzburg

Crew-Commander Arch. DI Christian Zimmer

Fadingerstraße 6 · 5020 Salzburg

+43(0)650/4229647

zimmer_christian@ymail.com

Crew Oberösterreich

Crew-Commander Thomas Hickersberger

Haiderstraße 14 · 4030 Linz

+43/(0)676/3067224

thomas.hickersberger@yca.at

Crew Tirol und Vorarlberg

Crew-Commander Johannes Lindig

Scheuchenstuelgasse 9/11, 6020 Innsbruck

+43/(0)660/5208136

j.lindig@tsn.at

Crew Kärnten

Crew-Commander

Univ.-Prof. Dr. Jürgen Adlmannseder

Rudolf Kattnigweg 3 · 9201 Krumpendorf

+43/(0)650/3400475

juergen.adlmannseder@uni-klu.ac.at

office@yca-crew-ktn.at · www.yca-crew-ktn.at

Crew Steiermark

Crew-Commander Mike Hecker

Raiffeisenstraße 9/3/16 · 8600 Bruck a. d. Mur

+43/(0)676/86643046

michael.hecker@stmk.gv.at · www.gebirgssegler.at

Crew Jugend

Jugendbeauftragter Matthias Eckerstorfer

Neufahrergasse 30 - 4040 Linz

+43/(0)650/5583470

matthias.eckerstorfer@gmail.com

Ausbildung

YCA-Ausbildungsleiter von Österreich

Jürgen Praprotnik

Kirchenstraße 4, 3464 Hausleiten

+43/(0)676/6125305

trainingscenter@yca.at · juergen.praprotnik@yca.at

Club

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 61


Yacht Club Austria

Text: Ingrid Krismer

und Franz Vogler

Fotos: Mikael Lamber

Logbuch einer

Piraten

Hochzeit

24. März 2015, Tag 1, St. Lucia – Rodney Bay,

15:00 AST, Dauerregen, Flaute – Ziel: Hochzeitsfahrt in den

Sonnenuntergang.

Anmerkung: Piraten sind bekanntlich nicht wasserscheu, aber

ausgerechnet an einem Tag wie heute schüttet es in Strömen

und das schon seit Stunden. Über ein halbes Jahr haben wir uns

auf diesen besonderen Tag vorbereitet. Der Codex für die Black

Magic ist geschrieben, die Besatzung aus Österreich, Deutschland,

Brasilien und St. Lucia ist bereits eingetroffen, die standesgemäße

Kleidung liegt bereit und unser Piratenschiff die Black

Magic, eine Brigg, wartet bereits – fein herausgeputzt – im Hafen

der „Rodney Bay“.

16:00 AST: Bei unserer Ankunft im Hafen hat der Wettergott doch

ein Einsehen mit uns, die Regenwolken lichten sich und die

Sonne scheint. Also nichts wie Leinen los, um endlich – nach 36

Jahren – in den Hafen der Ehe zu segeln.

16:30 AST: Vor der Kulisse von Pigeon Island am Nordwestzipfel

von St. Lucia halten wir an und die Zeremonie kann beginnen:

Eheversprechen auf Englisch, Ringtausch (natürlich mit Totenkopfringen),

Hochzeitkuss begleitet von einer Salve aus den

Bordkanonen. Auch seemännische Rituale dürfen nicht fehlen:

Für Jack gilt es einen Tampen zu durchschneiden. Während er

das dafür erforderliche Werkzeug aber erst von einem Mitglied

der Crew ersteigern muss, wird Angelica von Captain Teague bei

einem Glas Champagner in die Pflichten einer Piratenbraut eingeweiht.

Die nächste Herausforderung – der Hochzeitstanz – zur

Musik aus „Fluch der Karibik“ findet unter voller Fahrt statt.

18:00 AST: Sonnenuntergang: Zeit, der auf See Verstorbenen

sowie der gesunkenen Piratenschiffe, allen voran der im Mai

2014 gesunkenen Black Pearl, zu gedenken. Rückfahrt in die

Rodney Bay.

19:00 AST: Ankunft im Hafen. Das anschließende Hochzeitsmahl

findet auf festem Boden in einer kleinen Strandbar statt.

25. März 2015, Tag 2, St.

Lucia, Rodney Bay, 07:00 AST, sonnig, ONO

15 kn, calm sea – Ziel: Wallilabou Bay, St.

Vincent (nächste Insel südlich von St. Lucia)

Das nächste Abenteuer ruft. An Bord der

Black Magic angekommen muss zuerst angeheuert

werden. Jeder Pirat unterzeichnet per

Daumenabdruck den Codex der Black Magic

und erhält anschließend einen Beutel mit

zehn Gold Pieces, ein Glas Rum sowie ein

Stück Brot mit Salz.

Anmerkung: Unter Segel geht es entlang der

Westküste von St. Lucia, mit ihren tropischen

Wäldern, in Richtung Süden. Die Stimmung

an Bord ist ausgelassen bis zur Passage St.

Lucia – St.Vincent. Zwischen den beiden Inseln

liegen ca. 40 sm offene See mit Wellen

aus dem Atlantik und auffrischendem, teils

böigem Wind. Der Anblick des noch aktiven

Vulkans „Soufriere“ am Nordkap von St. Vincent scheint für einige

nicht näher kommen zu wollen.

15:00 AST: Nach acht Stunden Fahrt liegt dann unser Ziel, die

„Wallilabou Bay“, vor uns. Bei der Passage des Felsenbogens,

wo einst die Skelette der Piraten hingen, salutieren wir im Stil

von Captain Jack Sparrow, um dann per Augapfelnavigation in

die Bucht zum Ankern einzulaufen (auf echten Piratenschiffen

gibt es schließlich nur alte Seekarten und einen Kompass). Im

Nu sind wir umzingelt von zahlreichen Locals auf ihren kleinen

Booten, die uns sofort ihre Dienste anbieten, aber wir haben nur

Augen für die einstige Filmkulisse an Land, welche durch den

Hurrikan „Tomas“ im Oktober 2010 leider stark in Mitleidenschaft

gezogen wurde und mangels Gold Pieces immer mehr dem

Verfall ausgeliefert ist. Im Schatten der Bar im „Anchorage“ stillen

wir unseren Durst mit einem kühlen einheimischen Bier, „Hairoun“

genannt, bevor wir die Umgebung erkunden. Auch hier

müssen wir leider feststellen, dass die Häuser mehr und

mehr vergammeln. Das kleine Reggae-Lokal am Weg

zu den Wasserfällen, das wir vor einem Jahr besucht

haben, ist verlassen und in desolatem Zustand. Eigentlich

wollten wir ja hier mit den Locals eine

kleine Reggae-Party als Hommage an Bob Marley

feiern – schade.

19:00 AST: Zeit für unser Abendessen mit der gesamten

Piratencrew auf der Terrasse des „Anchorage“.

Es gibt lokalen Fisch oder Schweinefleisch

mit Gemüse, Süßkartoffeln und natürlich Bier und

Rum in rauen Mengen. Zu den Rhythmen von

Reggae und den Liedern von Bob Marley wird

getanzt und es dauerte nicht lang, bis zwei

Segelgäste vom Nachbartisch die Bühne mit

ihren Gitarren enterten und Jack die Keyboards

in Beschlag nahm. Die Stimmung ist großartig!

62 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


26. März 2015, Tag 3, St. Vincent,

Wallilabou Bay, 10:00 AST, Sonne, Wolken,

ONO, 20 kn – Ziel: Rodney Bay St. Lucia

Anmerkung: Nach einem ausgiebigen American

Breakfast und einem kurzen Besuch im

Piratenmuseum kaufen wir noch rasch ein

paar handgefertigte Ketten und Obst – vor

allem die süßen Minibananen – von den inzwischen

eingetroffenen Händlern. Dann

heißt es Abschied nehmen von unseren

neuen und alten Freunden. Das Bergen des

Ankers von Hand ist Schwerstarbeit und dauert

seine Zeit.

13°23N 61°13´W (nördliches Kap von St. Vincent),

11:30 AST, Tropenschauer, Wind auffrischend

35 kn, rough sea

Anmerkung: Aber einen echten Piraten können

Wind und Wellen nicht erschüttern. Einzig

und allein, dass das Bier ausgegangen ist,

trübt die Stimmung. Immer wieder gibt es

kurze, heftige Schauer. Von weitem grüßt

schon das Wahrzeichen von St. Lucia, der

kleine und der große Piton. Zurück in den

Gewässern von St. Lucia heißt es in Soufriere

Town wieder einklarieren. Endlich auch Gelegenheit

Bier zu bunkern. Nach einer Stunde

im Hafen können wir in der Landabdeckung

der Insel weitersegeln. Die Zeit reicht auch

noch für einen kurzen Badestopp für alle Piraten,

die schwimmen können, bevor wir bei

Sonnenuntergang in den Hafen der Reymond

Bay einlaufen.

Drei einzigartige Tage gehen zu Ende. Nochmals

recht herzlichen Dank an all unsere alten

und neuen Freunde, die dazu beigetragen

haben – allen voran unseren Piraten Elizabeth

Swann und Captain Teague aus Wien, Mary

Read, Anamaria, Will Turner und Calico Jack

Rackham aus Augsburg, Calypso aus Sao

Paulo, der Piratencrew der Black Magic,

Corey – Eigner der Black Magic – von „Sea

Spray Cruises“, Steve und Jane vom „Anchorage“

sowie Dieter, Christiane, Irma, Anna,

Mikael, Sabine und den Locals von St. Lucia

und St. Vincent.

Captain Jack Sparrow alias Franz Vogler

und First Officer Angelica alias Ingrid

Krismer beide Mitglieder des Yacht Club

Austria, Crew Tirol

Termine

Wien, Niederösterreich

und Burgenland

Ausbildung: Kontakt Ausbildung: Jürgen Praprotnik –

juergen.praprotnik@yca.at; Christian Schifter -

christian.schifter@yca.at; trainingscenter@yca.at

17.-24.10.2015 Basisausbildung FB-II (1.

Trainingswoche) Grundlagen der Yachtbedienung,

Einführung in die Schiffsführung, Basismanöver Marina

und See für die Vorbereitung auf die 2. Trainingswoche

bzw. Prüfungsvorbereitung Fb-II Praxis; Max.

Teilnehmeranzahl 4

Weitere Ausbildungstermine für FB2/3 und Funkkurse

im Herbst sind in Planung und werden bekanntgegeben.

07.-14.11.2015 Schwerwettertraining

14.-21.11.2015 Schwerwettertraining – dieses dient

der Perfektion der Yachtführung unter schwierigen

Bedingungen. Gesegelt wird bei jedem Wetter, bei Tag

und Nacht. Manöver werden je nach Wetterlage dann

geübt, wenn diese aufgrund der Wettersituation am

schwierigsten zu fahren sind um Notsituationen in

Zukunft besser einschätzbar und beherrschbar zu

machen. Dieses Training ist NICHT für Anfänger

gedacht.

Weitere Termine/Vorträge

08.09.2015 Hans Mühlbauer bringt zwei

Kurzvorträge: „Euböa Rund!“ und „Der Südosten

Griechenlands, ab Marmaris ersegelt!“

13.10.2015 1 x um Europa oder 15 Jahre um Europa!

10.11.2015 Bretagne – eine interessante Erfahrung!

Infos: office@yca.at

Crew Salzburg

Ausbildung: Kontakt Ausbildung: Christian Zimmer

– 0650 4229647 - zimmer_christian@ymail.com

ab Anfang Oktober 2015 und ab Anfang Jänner

2016 - FB 2/3 Ausbildung

Weitere Termine/Vorträge

14.10.2015 Empfehlung von Bobby Schenk:

„Segeln am Limit“

11.11.2015 Wilfried Erdmann „Alleine gegen

den Wind“

Infos: office@yca.at

Crew Kärnten

Ausbildung: Kontakt Ausbildung: Gernot Gfrerer –

0699 119 89 195 - seefahrtschule@yca-crew-ktn.at

06.11.2015 – 28.11.2015 FB2

29.11.2015 ca. 65h FB2 Prüfung

14.01.2016 – 23.01.2016 FB3 Erweiterung

31.01.2016 ca. 34h FB3 Prüfung

12.12.2015/13.12.2015 RYA SRC

Weitere Termine/Vorträge

25.09.2015 18:00 Infoabend im

Gasthof Jerolitsch

Infos: www.yca-crew-ktn.at

Crew Oberösterreich

Ausbildung: Kontakt Ausbildung: ausbildung@yca-ooe.at

Fr, 11.9.2015, 19 Uhr Informationsabend

Ausbildung 2015/16,

Gasthaus Stockinger,

Ansfelden

25.-26.9.2015 FB-Basis-Ausbildung

Theorie, Fr 17-22 Uhr,

Sa 9-18 Uhr

3.-4.10.2015 FB-Basis-Ausbildung Praxis

am Attersee, 9-18 Uhr

16.10.-14.11.2015 FB 2 Theorie Ausbildung,

Fr 17-22 Uhr, Sa 9-18 Uhr

Samstag, 21.11.2015 FB 2 Theorie Prüfung,

9-14 Uhr

4.12.-12.12.2015 FB 3 Theorie Ausbildung,

Fr 17-22 Uhr, Sa 9-18 Uhr

Samstag, 19.12.2015 FB 3 Theorie Prüfung,

9-14 Uhr

22.1.-6.2.2016 FB 4 Theorie Ausbildung,

Fr 17-22 Uhr, Sa 9-18 Uhr

Samstag, 2.4.2016 FB 4 Theorie Prüfung,

9-14 Uhr

26.2.-27.2.2016 RYA SRC-Funkkurs,

Fr 17.30-21.30 Uhr, Sa 8.30-16 Uhr

anschliessend Prüfung

April, Mai 2016 Trainingstörns FB 2

in Portoroz, Sa-Sa

29.5.-11.6.2016 Blockkurs FB 2 Portoroz,

2 Wochen durchgehend,

Theorie-Kurs + Theorie-

Prüfung + Trainingstörn

Mai, Oktober 2016 Prüfungstörns FB 2

in Murter, Sa-Sa

Frühjahr 2016

Seminare und Weiterbildungen,

Skipper-Trainings,

Meilentörns

Erster Binnen-20m-Kurs – Beginn 25.09.2015 Theorie,

Streckenkunde, Prüfungsvorbereitung und Exkursionen

Zweiter Binnen-20m-Kurs – Beginn 26.02.2015

Theorie, Streckenkunde, Prüfungsvorbereitung und

Exkursionen. Theorie Zeiten: Fr: 18:00-22:00 und Sa.

08:00-16:30 (zzgl. Praxisfahrt)

Weitere Termine/Vorträge

29.09.2015 „Rund Euböa von Lavrion nach

Skiathos“ - Hans Mühlbauer

27.10.2015 „Mare Vostrum - auf den Spuren der

österreichischen Seefahrt im ersten

Weltkrieg“ - Christian Haidinger

24.11.2015 „Taifune, Meuterei und der ganz

normale Wahnsinn an Bord“

- Heide und Erich Wilts

Weitere Infos unter www.yca-ooe.at

Crew Eisenerz/Steiermark

Ausbildung: Kontakt Ausbildung: Michael Hecker –

0676/86643046 - michael.hecker@stmk.gv.at

10.10.-10.11.2015 (4 WE) FB2 und FB3 Kurs

€ 400,- für Theoriekurs, Seekarte, Skriptum und

Lernbehelfe

21.09.2015 Info Veranstaltung beim Crewabend,

18:00 Uhr, Gösserbräu in Leoben oder 0676/86643046,

michael.hecker@stmk.gv.at

FB- Binnen, FB1 & FB4 sowie Funkschein auf

Anfrage und Bedarf

Spezial Segeltraining – Hole das Maximum aus

deinen Segeln heraus! Regattasegeln, Trimmen und

Spinnaker Segeln vom Profi lernen! Du bist ein

ehrgeiziger Segler und willst zeigen welches Potenzial

in dir steckt. Christoph Schasching verbessert mit euch

die Abläufe beim Regattasegeln. Informiere dich über

Herbsttermine oder sichere deinen Frühjahrstermin!

0676/86643046, michael.hecker@stmk.gv.at

Weitere Infos unter www.gebirgssegler.at

Crew Tirol und Vorarlberg

Alle Infos zu Ausbildung, Seminare und alle Programme

können unter www.yca-tirol.at abgerufen werden.

Termine- und Veranstaltungsorte vorbehaltlich

Änderungen!

Besuchen Sie uns ebenfalls auf unserer Homepage

www.yca.at um weitere Informationen zu erhalten!

September/Oktober 2015 | OCEAN7 05/2015 63


Vereine und Ausbildungsstätten,

die mit dem SFV

Süd zusammenarbeiten

Jugend

Kurse

am Schwarzlsee

Seit mehr als 15 Jahren veranstaltet der Jachtclub Odysseus Steiermark in Zusammenarbeit

mit dem Magistrat Graz und der Segelschule Schwarzlsee am Schwarzlsee bei Graz

Jugendkurse. Dabei können bis zu 120 Kinder eine Woche lang kostenlos Erfahrungen

beim Segeln sammeln.

Auch der im Seefahrtsverband neue Segel-Basisschein wurde bereits gut angenommen.

Neben dem A-und dem Junior A-Schein rundet der Basisschein das Prüfungsangebot

des Seefahrtsverbandes nach unten ab.

Segeln ist in Österreich nicht an einen Bootsführerschein gebunden, wie das Fahrrad

fahren ist jede Person ab dem 12. Lebensjahr berechtigt, ein Segelboot zu führen. Der

A-Schein, Junior A-Schein und der Basisschein dienen lediglich zum Nachweis, dass der

Inhaber sich mit der Materie eingehend beschäftigt hat und vor einem Prüfer des Seefahrstverbandes

sowohl eine theoretische als auch eine praktische Prüfung abgelegt hat.

Wir ersuchen andere Bootverleihe und

Segelschulen nicht, vollkommen unkritisch

unsere Segelscheine anzuerkennen,

sondern möchten sie dazu einladen,

sich die Ausbildung und Prüfung

genau anzusehen und dann zu entscheiden.

Ein bestimmtes Logo auf einer

Plastikkarte kann nicht entscheidend

sein, ob jemand in der Lage ist ein

Segelboot zu führen oder nicht.

Seefahrtsverband Süd · 8052 Graz, Villenstraße 11

0664/1512226 · info@sfv-sued.at · www.sfv-sued.at

64 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015

Adria Yachting Austria AYA

Rudolf Frühwirt, 8051 Graz, Göstingerstraße 198 · Binnen-, Hochseeausbildung,

Seminare, Workshops 0676/523 50 15 ·

rudolf.fruehwirt@gmx.at · www.ayasegeln.at

ASVÖ Yacht Club Pack AYCP

Segelrevier Packer Stausee, Jugendlager, Regatten, gesellige

Clubveranstaltungen · Franz Sagmeister · 0664/2111791 · info@aycp.at

Attersee-Yachting

Binnen- und Hochseeausbildung auf Sun Odyssee 33i am Attersee ·

Ing. Thomas Dieplinger, 0660/5701098, www.attersee-yachting.at

Boote Kamper, Yachtcharter

Segel- Motorboote, Mono und Katamarane, Führerscheine, Skipper training,

Beratung · Ing. Karl Kamper, 8600 Bruck/Mur, Murstraße 7, 0664/3552802 ·

office@bootekamper.at · www.bootekamper.at

SFV Süd – Region Oberösterreich

Grimm Wolf-Dieter, 4650 Edt bei Lambach, Traunstraße 9,

0676/6276399 · wgrimm@me.com

Kärntner Yachtclub Pörtschach – KYCPö

Binnen-, Hochseeaubildung, Jugendkurse, Regatten · www.kycpoe.at

Polizeisportverein Burgenland

Sektion Segeln, Andreas Hochegger · Binnen- Hochseeaubildung,

Schiffsfunk · hochegger@aon.at

Marinekameradschaft Prinz Eugen

Schiffsführerschule Bruck/Mur, Binnen und Küste – FB 1, Freizeitclub

für die ganze Familie · josef@stadler.co.at · www.prinz-eugen.at

Motorbootfahrschule St. Pölten

Dr. Karl Prisching, 3100 St.Pölten, Widerinstraße 8, 0676/3303451 ·

prisching@mbfs.at · www.mbfs.at

Ocean Yachtclub OYC – Freizeitinsel Pibertstein

Ing. Helmut Theinschnak, 8582 Rosental, Hörgasstraße 30,

0664/1257071 · homebase@oyc.at

Schiffsführerschule Erwin Hinterleitner

4371 Dimbach Nr. 27/2 · 0664/2313622 · office@auf-kurs.cc

Segelcrew Hartberg

Clubrevier und Clubanlage am Stubenbergsee · A-Schein,

FB2 und FB3, Clubregatten · Martin Höfler · 0664/1977094,

office@segelcrew-hartberg.at · www.segelcrew-hartberg.at

Segelschule Pack (Packer Stausee)

Binnen- Hochseeaubildung, Bootsverleih, Übungsleiterausbildung ·

Franz Sagmeister, 8053 Graz, Am Jägergrund 49 · 0664/2111791 ·

sagmeister@segelschule-pack.com · www.segelschule-pck.com

Segelschule Schwarzlsee – Peter Schörkmaier

Binnen- und Hochseeausbildung, Schiffsfunk, Radarseminare

0650/7425718 · peter@segeln.st · www.segeln.st

Segel- und Yachtclub Steiermark SYCS

Segelrevier Waldschacherteich · Jugendkurse, Binnen- und

Hochseeausbildung, Regatten, Clubabende · Erich Alfred Pernold,

0664/4416091, www.sycs.org, club@sycs.org

Steiner Nautic Bootsbau und

Segelschule Mattsee

Elektroboote, Segelboote und Motorboote sowie Surfschule,

Bootsverleih & Salzburger Seenland Schifffahrt · www.steiner-nautic.at

Steirische Seebären

Binnen- und Hochseeausbildung, Übungsleiter, Regatten, Sport &

Freizeitverein, Vorträge, Erfahrungsaustausch · www.seebären.at

Yachtclub Odysseus Steiermark YCO

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Motorbootpatent – 10 Meter Seen

und Flüsse · Heinz Schörkmaier, 0664/1512226, heinz@segeln.st

Yachtclub Schwarzlsee YCS

Segelrevier Schwarzlsee · Jugendkurse, Binnen- und Hochseeausbildung,

Schiffsfunk · Peter Schörkmaier, 8052 Graz, Nikolaus Schön bacherstr. 10/6,

0650/7425718, peter@segeln.st, www.segeln.st

Werzer’s Segelschule

Hochseeausbildung, Jugendkurse · Anton Kuzmanic, 0664/1550661


News September/Oktober 2015

Neue Prüfungsordnung

YachtPro

Unser BMVIT kann die Prüfungen zum Erlangen von Hochseeführerscheinen

nicht in Eigenregie anbieten. Einerseits würde es viele

Beamte zusätzlich erfordern, andererseits wäre deren Einsatz im

Ausland teuer bzw. rechtlich unmöglich.

So lag es nahe, sich diverser privatrechtlicher Prüfungsorganisationen

zu bedienen. Monopole durfte man nicht schaffen, deshalb

kann sich jeder unter Einhaltung bestimmter Anforderungen um

eine „Prüfungsorganisation“ bewerben. Natürlich begann sofort ein

Gerangel um die „Kunden“. Es hat sich auch gezeigt, dass so eine

Organisation bei wirtschaftlicher Führung einen Mindestkundenumfang

aufweisen muss.

Da die kroatischen Behörden, so meine ich, ihre eigenen Berechtigungen

gerne sehen, widerstehen jährlich nur wenige Österreicher

den Lockangeboten des meistbesuchten Revieres im Mittelmeer.

Anfangs, noch im alten Jugoslawien, stellte man diverse Berufsberechtigungen

aus. UKW-Schiffsfunk war inbegriffen. Das EU-Land

Kroatien regelte das Führerscheinwesen neu. Heute beziehen sich

die Berechtigungen auf ihr Hoheitsgewässer bzw. gibt’s für die

Berufsschifffahrt gesonderte Regelungen (zeitliche Beschränkungen

usw.). Auch beinhalten die Berechtigungen keinen Schiffsfunk mehr.

Was kroatische oder andere Behörden bei Urlaubern tolerieren, ist

deren Sache. Österreich anerkennt bei Österreichern nur inländische

Berechtigungen z. B. auf der Donau. Unser Führerscheinwesen

umfasst klare Bereiche und gilt unbeschränkt auf der ganzen Welt,

ausgenommen dort, wo diverse exotische Staaten etwas anderes

verfügen. ICs werden laut der neuen PRO nur noch an Inländer

oder Personen, die ihren Hauptwohnsitz zum Zeitpunkt der Prüfung

in Österreich haben, vergeben. Dies scheint notwendig zu sein,

denn hätten wir diese Regelung nicht, könnten andere Länder locker

ICs an Österreicher vergeben und wir müssten widerstandslos zusehen.

Die neue YachtPro bringt diverse neue verständliche Bestimmungen

und viele, die man nicht versteht. Letztendlich wird der Kunde

entscheiden, ob er sich Prüfungen nach der neuen YachtPro antut

oder auf sonstige Angebote eingeht. Bis zum Auslaufen der Übergangsregelungen

mit Jahresende 2015 gilt unsere bisherige Prüfungsordnung.

Durch laufende Infos und bei Prüferbesprechungen

werden wir die neuen Regelungen zeitgerecht mitteilen bzw. unser

Verwaltungsprogramm samt Prüfungsunterlagen umstellen.

Aktuell wären alle zukünftigen Skipperinnen und Skipper darauf

hinzuweisen, dass das alte Logbuch wieder Saison hat. Alle Törns

ab Juni 2015 – so sie Bestandteil des Erfahrungsnachweises sein

sollen – sind mittels Logbuchaufzeichnungen nachzuweisen.

Checkliste

Praxiswoche

Unter diesem Titel ist den Segelschülern der Ausbildungsstätte „Adria

Yachting Austria“ eine umfangreiche Checklistensammlung, die den

praktischen Umgang mit einer Segelyacht beinhaltet, bekannt.

Entstanden ist die Sammlung im Laufe der Jahre in Verbindung mit

unzähligen Ausbildungstörns – wohl auch, weil ich mir manchmal

(oder fast immer) den Mund fusselig geredet habe.

Was zuerst nur als Leitfaden für unsere Ausbildungsskipper gedacht

war, damit eine einheitliche Ausbildung gewährleistet war und ist,

wurde immer umfangreicher und genauer. Und entpuppte sich sehr

schnell als begehrtes Sammelobjekt unter den Schülern. Auch

Ausreden der Schüler bei den abschließenden Prüfungen wie „Haben

wir noch nie so gemacht“ oder „ … noch nie gehört“, auch „Haben

wir ganz anders gelernt“ konnten so entkräftet werden. Am Ende jeder

Ausbildungswoche jedenfalls war diese zuerst noch spärliche Checkliste

meist „verschwunden“.

Und: Was für den Piloten eines Airbus ganz selbstverständlich ist, kann

auch für den Skipper einer Motor-/Segelyacht nicht verkehrt sein.

Rudolf Frühwirt, im Internet besser bekannt als „Segelprofessor“,

ist seit fast 20 Jahren in der Theorie und Praxisausbildung tätig,

freier Mitarbeiter im Bereich Segeln im USI der Alpen Adria

Universität Klagenfurt und USI der Montanuniversität Leoben.

www.bbs.com.hr

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OCEAN7 Bücherschapp

Dichter

&Segler

Welcher wirklich interessierte Segler kennt den Namen Bernard

Moitessier nicht? Diesen unerschrockenen Abenteurer, einzigartigen

Segelhelden und sprachgewaltigen Dichter. Wer kennt nicht Joshua,

den Namen seines legendären Schiffes?

Wer weiß, dass ihn seine polynesischen Freunde „Tamata“ tauften

– das heißt übersetzt „es versuchen“. So nannte Moitessier schließlich

auch sein letztes Schiff. Tamata. Und so heißt auch seine

Autobiografie, sein allerletztes Buch, das jetzt dank der Geschwister

Maren und Guido Dors in deren jungem, ambitioniertem Aequator-Verlag

erstmals in deutscher Sprache erschienen ist.

Im Vorwort dazu schreibt der durch seine beiden Non-Stop-Solo-

Weltumsegelungen gegen den Wind ebenfalls legendär gewordene

deutsche Ausnahmeabenteurer Wilfried Erdmann: „In seiner

Autobiografie zieht Bernard Moitessier die sehr persönliche Bilanz

eines wirklich bewegten Lebens. Tamata ist viel mehr als Segeln.

Es ist die Erzählung eines ungewöhnlichen, gelebten Traumes.

Kurzum eine Erklärung, warum dieser ,Vagabund der Meere‘ zu

einer großen Seglerlegende geworden ist. Tamata ist ein Buch für

Moitessier-Liebhaber und Langstreckensegler. Es gibt eine Antwort

auf die Fragen aller, die vom Horizont der Südsee und dem Leben

unter Palmen träumen.“

Erdmann lernte Moitessier am Anfang seines eigenen Seglerlebens

kennen, als dieser unter vollen Segeln mit seiner Yacht Joshua im

Hafen von Alicante anlegte. Aus den beiden wurden Freunde, der

eine der Lehrmeister des anderen, der ihm vieles beibrachte, um

auf den Meeren zu bestehen. Vor allem Vertrauen in die eigenen

Fähigkeiten. Erdmann:

„Moitessier meinte, das

sei das Wichtigste beim

Segeln übers Meer. Und

dann: Vertrauen ins

Boot. ,Auch wenn dein

Schiff klein ist. Wenn du unter den Fußsohlen

die Bewegungen des Meeres spürst, dann bist du richtig

dabei. Dann ist die See dir in Fleisch und Blut übergegangen.‘

Dann mach weiter. Das sagte er nicht, aber ich dachte es mir.“

Nun erscheinen die Memoiren des international bekannten Hochseeseglers

auf Deutsch. Über 500 Seiten dick. Acht Jahre Niederschrift

– unterbrochen von regelmäßigen Segeltörns an Bord

seines letzten Schiffes Tamata in Französisch-Polynesien. Bernard

zieht darin die sehr persönliche Bilanz eines wirklich bewegten

Lebens.

Aequator-Verlag. Gebundene Ausgabe: 524 Seiten,

ISBN 978-3-95737-007-5, 35,93 Euro.

E-Book-Ausgabe: ISBN 978-3-95737-008-2, 29,99 Euro

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66 OCEAN7 05/2015 | September/Oktober 2015


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