stahlmarkt 6.2016 (Juni)

stahlmarkt.magazin

Aus dem Inhalt: Steel International / Österreich / Schweiz / Stahlhandel & Stahl-Service-Center / Entgraten, Anarbeitung / Edelstahl

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

Postfach 10 51 64, 40042 Düsseldorf

PVSt, Deutsche Post AG

Entgelt bezahlt, 3018, ISSN 0178-6571

Informationen aus Stahlindustrie,

Stahlhandel und Stahlverarbeitung

6

Juni 2016

Österreich & Schweiz – Die Branche geht durch ein »Stahlbad«

Stahlverarbeiter – Die Stimmung hebt sich

Stahldistribution – Veränderungen bleiben nicht aus

Entgraten – Die Bearbeitungsqualität ist das A und O

Die Zeit ist reif für Online-Stahlhandel:

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Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

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Editorial K 3

Stabilisierung

Dass sich die Stahlkonjunktur in Deutschland im

Frühjahr stabilisiert hat, meldete kürzlich die Wirtschaftsvereinigung

Stahl. So hatten die Walzstahl-Auftragseingänge

in den ersten drei Monaten um + 3,2 %

(im Vergleich zum Vorjahresquartal 2015) zugelegt.

»Dabei kamen die stärksten Impulse aus dem Inland und

den Ländern der Europäischen Union«, hieß es. Wegen

der »massiven Verwerfungen« auf dem Stahlmarkt in

der zweiten Jahreshälfte 2015 waren die Lagerbestände

bei Händlern und Verarbeitern außer ordentlich niedrig.

Sie werden jetzt wieder aufgefüllt.

Nichtsdestotrotz bleibt dies nur ein kleiner Lichtblick.

Denn: »Die grundlegenden Strukturprobleme auf

dem globalen Stahlmarkt, insbesondere die hohen Überkapazitäten

in China, bleiben davon unberührt«, sagen

die Marktbeobachter in Düsseldorf. Unverzichtbar sind

nach wie vor faire Wettbewerbsbedingungen bei Handels-

und Klimapolitik – mehr dazu ab Seite 7.

Auch die Stahlmärkte in den Alpenländern haben

zu kämpfen, wie unserem Sonderteil »Österreich /

Schweiz« ab Seite 18 zu entnehmen ist. Und die Stahldistribution

steht generell vor Veränderungen (mehr in

unserem Special ab Seite 30). So hat sich der Wettbewerb

nicht nur für Produzenten, sondern auch für Stahlhändler

signifikant verschärft. Es gibt jedoch Chancen.

Dr.-Ing. Wiebke Sanders

Chefredakteurin

Tel. +49 211 6707-538

stahlmarkt@stahleisen.de

richtigen Stahllogistik ist die digitale »Transformation«

durchaus vielversprechend. In vielen Fällen steckt die

Entwicklung, zunehmend Produkte mit intelligenten

Services zu verknüpfen, nämlich noch in den Kinderschuhen.

Im Maschinenbau spielen Digitalisierung, Automatisierung

und Verkettung von Maschinen schon länger

eine Rolle. Und es bestehen noch zahlreiche Möglichkeiten

in der Weiterentwicklung. Beispiele finden Sie in

unserer Rubrik Entgraten / Anarbeitung ab Seite 42.

Auch der Werkstoff Edelstahl hat noch große Potenziale,

siehe Seite 52.

Es gibt also nach wie vor viele Gründe, im Sinne von

Stahl und Edelstahl optimistisch zu sein.

Bewegung kommt in den Stahlhandel und Stahl-

Service z. B. durch die Digitalisierung, die nun auch in

diesen Branchen an Fahrt gewinnt. Zusammen mit der

Stahlmarkt Deutschland im Frühjahr 2016

Auftragseingänge Lieferungen Auftragsbestand

1.Quartal

in Mill. t

Veränderung

zum Vorjahr

in %

1.Quartal

in Mill. t

Veränderung

zum Vorjahr

in %

März

2016

März

2015

Veränderung

in %

Inland 6,3 + 3,7 5,8 + 4,2 5,4 4,8 + 12,6

Ausland gesamt 4,1 + 2,6 3,6 – 8,5 3,6 3,6 – 0,9

davon übrige EU-28 3,2 + 3,8 2,9 – 6,0 2,6 2,4 + 10,9

davon Dritte Länder 0,9 – 1,6 0,7 – 16,7 1,0 1,3 – 22,9

Gesamt 10,4 + 3,2 9,4 – 5,9 9,0 8,4 + 6,8

Quelle: WV Stahl

stahlmarkt 06.2016


4 K

INHALT 06.2016

China: Angebot und Nachfrageentwicklung (Mill. t)

SEITENBLICK

6 Intelligent investieren

STEEL INTERNATIONAL

7 Globale Strukturkrise bedroht auch Deutschlands Stahlindustrie

10 Die US-Stahlindustrie und die Politik

12 Auf der Suche nach dem wahren Selbst

14 Auf leisen Sohlen ganz nach oben

Rohstahlkapazität (Effektiv) Marktversorgung (Rohstahl) Kapazitätsüberhang

1.083 1.096 1.096

1.051

912

766

688

740

701

666

430

395

343

285

224

2012 2013 2014 2015 e 2016 f

ÖSTERREICH / SCHWEIZ

18 Die Schweizer Branche geht durch ein Stahlbad

20 Stahlhandel in Österreich muss weiter kämpfen

22 Internationale Wachstumsstrategie konsequent verfolgt

24 Schnelle Ein- und Auslagerung

BRANCHENBERICHT

26 Stimmung bei den Stahlverarbeitern hebt sich

STAHLHANDEL & STAHL-SERVICE-CENTER

30 Veränderungen in Europas Stahldistribution bleiben nicht aus

36 Stahllogistik für Einzelstücke

38 Effizient lagern und transportieren lassen

39 Chancen richtig nutzen

ENTGRATEN, ANARBEITUNG

42 Rund, sauber und glatt

45 Hohe Bearbeitungsqualität beim Entgraten sicherstellen

51 Kanten- und Fasen-Schleifmaschine zur Schweißnahtvorbereitung

EDELSTAHL

52 Korrosionsbeständigkeit nichtrostender Stähle an der Atmosphäre

56 Partnerschaft für Sonderprofile vereinbart

58 3-D-Bearbeitung von Edelstahl

AUS DEN UNTERNEHMEN

59 Neue Benchmarks bei Speziallangstahl gesetzt

RUBRIKEN

61 Inserentenverzeichnis

62 Fachmedien

63 Veranstaltungen

64 StahlTermine

65 VIP

67 Vorschau / Impressum

stahlmarkt 06.2016


worldsteel K 5

Weltrohstahlproduktion im April 2016

7

DEUTSCHLANDS STAHL-

INDUSTRIE IST BEDROHT.

Eine zeitnahe Lösung für die weltweite

Stahlkrise ist nicht in Sicht,

so Hans Jürgen Kerkhoff auf einer

Pressekonferenz zur Hannover

Messe. EU-Handelspolitik und

Emissionshandel müssen überarbeitet

werden.

ÖSTERREICH & SCHWEIZ

Die beiden Alpenländer haben

ebenfalls mit der schwierigen

Situation auf den Stahlmärkten zu

kämpfen, wie Vertreter aus den

jeweiligen Stahlhandelsverbänden

erläutern. voestalpine investiert

zurzeit in den USA.

18

30

STAHLHANDEL & SERVICE-

CENTER Der europäische Stahlhandel

verändert sich. Produzenten

aus Drittländern dringen in die

Märkte ein, außerdem werden

Konsolidierungsprozesse, Übernahmen

und Zusammenschlüsse

etc. erwartet.

42

ENTGRATEN, ANARBEITUNG

Eine passgenaue Anlagentechnik

und eine geeignete Peripherie sind

unverzichtbar. Nur so lassen sich

Qualität und Prozessabläufe

gewährleisten und Kosten gezielt

beeinflussen.

52

EDELSTAHL Zur Korrosionsbeständigkeit

nichtrostender

Stähle an der Atmosphäre gibt es

zahlreiche Untersuchungen und

langjährige Erfahrung. Der Werkstoff

ist ideal für Konstruktionen

im Außenbereich.

Quellen: Martina Helzel, Paul Ernst Maschinenfabrik, Max Baum, voestalpine, WV Stahl

Die an worldsteel berichtenden Länder

repräsentieren etwa 99 % der Weltrohstahlproduktion

2015 in 1.000 t.

e – geschätzt

April

2016

März

2016

April

2015

% Veränd.

April 16/15

4 Monate

2016 2015

Veränderung

in %

Belgien 650 e 700 e 613 6,0 2.601 2.557 1,7

Bulgarien 40 e 20 e 61 – 34,6 156 207 – 24,3

Deutschland 3.556 3.811 3.609 – 1,5 14.338 14.672 – 2,3

Finnland 329 366 335 – 1,8 1.371 1.361 0,8

Frankreich 966 1.129 1.313 – 26,5 4.744 5.338 – 11,1

Griechenland 85 e 90 84 1,2 323 306 5,6

Großbritannien 700 675 e 923 – 24,1 2.546 4.067 – 37,4

Italien 2.090 2.024 1.826 14,5 7.882 7.797 1,1

Kroatien 0 e 0 e 14 – 100,0 0 57 – 100,0

Luxemburg 190 e 200 e 180 5,5 754 745 1,2

Niederlande 503 616 e 610 – 17,7 2.299 2.346 – 2,0

Österreich 600 e 622 672 – 10,7 2.528 2.663 – 5,1

Polen 770 e 860 e 780 – 1,2 3.076 3.181 – 3,3

Schweden 411 394 445 – 7,7 1.566 1.741 – 10,0

Slowakei 398 415 401 – 0,7 1.517 1.651 – 8,1

Slowenien 56 55 53 5,8 214 217 – 1,3

Spanien 1.191 1.160 e 1.333 – 10,6 4.771 5.201 – 8,3

Tschechien 441 467 419 5,2 1.753 1.794 – 2,3

Ungarn 92 87 140 – 34,3 329 551 – 40,3

Weitere EU-Länder (28) (e) 425 e 433 423 0,4 1.651 1.757 – 6,0

Europäische Union (28) 13.493 14.124 14.235 – 5,2 54.420 58.208 – 6,5

Bosnien-Herzegovina 69 69 72 – 4,4 273 298 – 8,3

Mazedonien 35 25 e 23 51,7 62 69 – 10,2

Norwegen 51 53 47 8,3 203 198 2,4

Serbien 72 75 90 – 19,2 255 314 – 19,0

Türkei 2.887 2.729 2.742 5,3 10.583 10.292 2,8

Europa außer EU 3.114 2.951 2.973 4,7 11.376 11.171 1,8

Kasachstan 392 302 399 – 1,8 1.361 1.267 7,4

Moldawien 45 e 45 e 39 15,4 175 94 86,2

Russland 5.891 6.012 5.915 – 0,4 23.141 24.086 – 3,9

Ukraine 2.154 2.173 1.928 11,7 8.268 7.081 16,8

Usbekistan 60 45 57 4,5 222 224 – 1,1

Weißrussland 160 165 232 – 30,9 627 892 – 29,7

C.I.S. (6) 8.701 8.742 8.570 1,5 33.793 33.644 0,4

El Salvador 8 e 10 e 9 – 10,2 33 34 – 0,5

Guatemala 25 e 30 e 29 – 13,7 108 109 – 1,4

Kanada 1.100 e 1.145 e 1.118 – 1,6 4.453 4.150 7,3

Kuba 25 e 15 e 18 38,2 85 76 11,4

Mexiko 1.305 1.535 e 1.408 – 7,3 5.477 6.081 – 9,9

Trinidad und Tobago 0 0 39 – 100,0 36 147 – 75,5

USA 6.571 6.748 6.413 2,5 26.221 26.292 – 0,3

Nordamerika 9.034 9.483 9.035 0,0 36.413 36.889 – 1,3

Argentinien 319 318 384 – 16,9 1.305 1.576 – 17,2

Brasilien 2.300 2.506 2.897 – 20,6 9.737 11.328 – 14,0

Chile 100 e 105 e 81 23,0 406 357 13,7

Ecuador 50 e 50 e 55 – 9,0 196 210 – 6,6

Kolumbien 140 e 90 e 97 44,8 505 349 44,9

Paraguay 3 e 5 e 4 – 17,7 11 12 – 3,5

Peru 90 e 70 e 89 0,6 335 350 – 4,2

Uruguay 7 e 7 e 7 – 6,5 22 22 – 0,2

Venezuela 20 e 60 e 81 – 75,2 119 524 – 77,4

Südamerika 3.029 3.211 3.695 – 18,0 12.637 14.728 – 14,2

Ägypten 410 e 424 463 – 11,5 1.566 2.209 – 29,1

Iran 1.509 1.455 e 1.399 7,8 5.570 5.488 1,5

Katar 195 e 200 e 218 – 10,6 780 832 – 6,3

Libyen 56 43 47 19,6 227 135 68,2

Marokko 30 e 30 e 62 – 51,5 115 199 – 42,2

Saudi-Arabien 390 e 400 e 528 – 26,1 1.565 2.027 – 22,8

Südafrika 539 e 536 e 580 – 7,1 2.076 2.420 – 14,2

Vereinigte Arabische Emirate 241 269 251 – 4,3 1.047 952 9,9

Afrika / Mittlerer Osten 3.369 3.356 3.549 – 5,1 12.945 14.263 – 9,2

China 69.420 70.650 69.074 0,5 261.420 267.574 – 2,3

Indien 7.800 e 8.059 7.508 3,9 30.713 30.012 2,3

Japan 8.498 8.648 8.402 1,2 34.347 35.146 – 2,3

Pakistan 395 e 260 e 251 57,1 1.437 944 52,3

Südkorea 5.670 5.430 e 5.745 – 1,3 22.125 22.653 – 2,3

Taiwan, China 1.720 e 1.775 e 1.876 – 8,3 6.945 7.720 – 10,0

Thailand 245 e 250 e 298 – 17,7 980 1.309 – 25,2

Asien 93.748 95.072 93.153 0,6 357.967 365.359 – 2,0

Australien 369 340 367 0,7 1.545 1.525 1,3

Neuseeland 48 42 e 75 – 36,0 177 283 – 37,4

Ozeanien 417 382 442 – 5,6 1.722 1.808 – 4,8

Gesamt (66 Länder) 134.906 137.322 135.652 0,5 521.272 536.069 -2,8

stahlmarkt 06.2016


6 K

SEITENBLICK

Intelligent investieren

Gut gefüllte Auftragsbücher, starke Bilanzen und niedrige Kreditzinsen

– viele Mittelständler würden diese Gemengelage gerne nutzen um zu

investieren. Manchmal scheitert das daran, dass Banken und Sparkassen

bei der Kreditvergabe nicht so stark ins Risiko gehen möchten. Mitunter

beschäftigen sich Unternehmen jedoch auch zu wenig mit wichtigen

Zukunftsfragen.

Optimismus und gute Laune – wer sich

in diesen Wochen auf Spurensuche zur Konjunktur

im deutschen Mittelstand macht,

entdeckt in vielen Branchen positive Zeichen.

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen

erwartet nach einem erfolgreichen

ersten Quartal in den kommenden Monaten

eine weitere Verbesserung seiner Geschäftsaussichten,

heißt es zum Beispiel in einer

Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens

PwC. Und die Wirtschaftsauskunftei

Creditreform kommt in einer Analyse zur

Stimmung im Mittelstand zu der Erkenntnis:

»Die mittelständischen

Unternehmen

haben sich von

den zunehmend

negativen Nachrichten

um die weitere

weltwirtschaftliche

Entwicklung offenbar nicht anstecken lassen.«

Nach der Definition von Creditreform

gilt nahezu ein Drittel der Mittelständler als

eigenkapitalstark, da sie über eine Eigenkapitalquote

von mehr als 30 % verfügen.

Allerdings ist die Investitionstätigkeit teilweise

unterdurchschnittlich ausgeprägt.

Woran liegt das? »Sicherlich nicht an den

Finanzierungsmöglichkeiten«, meint Prof.

Frank Wallau, der an der Fachhochschule

der Wirtschaft zu Mittelstandsthemen

forscht und lehrt. Nach seiner Beobachtung

haben Mittelständler in den vergangenen

Jahren Durchschnittsrenditen erwirtschaftet,

die es ihnen ermöglichen, einen Teil der

Investitionen aus dem Cashflow zu finanzieren.

Zudem sorge die Niedrigzinsphase

dafür, dass sich viele Unternehmen durch

vergleichsweise preiswerte, langfristige Kredite

finanzieren könnten.

Ja, die Kreditzinsen sind historisch niedrig.

Aber Tatsache ist auch, dass nicht jeder

Betrieb davon profitiert, der es gerne möchte.

Eine Studie der TU Darmstadt kommt zu

dem Ergebnis, dass derzeit vier von zehn

deutschen Unternehmen von Banken und

Sparkassen »nicht mehr wie im früheren

Umfang« mit Krediten versorgt werden. Die

Geldhäuser knauserten insbesondere bei

»

Viele mittelständische Unternehmen haben sich von

den zunehmend negativen Nachrichten um die

weltwirtschaftliche Entwicklung nicht anstecken lassen.

kurzfristigen Krediten für das laufende Ge -

schäft, so wird geklagt. »Bevorzugt kümmern

sie sich um Firmenkunden mit bester

Bonität«, beobachtet Studienleiter Prof. Dirk

Schiereck.

Aus Sicht von Banken und Sparkassen ist

das verständlich – schließlich müssen sie die

strengen Vorgaben durch Basel III beachten

und halten sich bei der Kreditvergabe entsprechend

zurück. Das gilt vor allem dann,

wenn Unternehmen, die sprunghaft wachsen,

Kapitalbedarf anmelden. Denn sie geraten

schnell an die Grenzen ihres Verschuldungspotenzials.

Und so machen sich viele

kleine und mittelgroße Unternehmen wohl

oder übel vermehrt auf die Suche nach

Alternativen zur klassischen Kreditfinanzierung

durch die Hausbank. Und sie finden

mitunter andere Geldquellen. Zum Beispiel

Beteiligungsgesellschaften, Venture-Capitalund

Private Equity-Unternehmen oder auch

private Investoren. Allerdings verbinden viele

dieser Kapitalgeber mit ihrem finanziellen

Einsatz den Wunsch, Einfluss zu nehmen auf

die Geschäftspolitik – was wiederum nicht

jedem Mittelständler recht ist.

Es könnte in vielen Fällen also doch an der

fehlenden Finanzierung liegen, wenn manches

Unternehmen nicht investiert. Denn die

Bereitschaft, Maschinen, Fahrzeuge und

andere Betriebsmittel zu wollen oder neue

Kapazitäten aufzubauen ist Umfragen zufolge

groß, insbesondere im Verarbeitenden

Gewerbe und im Dienstleistungsbereich.

Creditreform zufolge würden zwei von drei

Unternehmen gerne Ersatzinvestitionen vornehmen.

Es wäre schade, wenn der ausgeprägte

Wille zu investieren an der Finanzierung

scheitern würde. Schließlich ist es doch ge -

rade das Ziel von Politik und Notenbanken,

über niedrige Zinsen die Kreditvergabe zu

fördern und insbesondere Mittelständler

zu unterstützen. Die Unternehmen müssen

freilich auch ihre Hausaufgaben machen. Es

reicht nicht, gelegentlich den Fuhrpark auszutauschen

und moderne Büromöbel anzuschaffen.

Gefragt sind strategische Entscheidungen.

Also Antworten auf die Frage, wie

die zukünftigen Herausforderungen ihr Ge -

schäftsmodell beeinflussen und welche Notwendigkeiten

sich daraus ergeben. Das

könnten beispielsweise Investitionen in die

Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern

sein. Oder in ressourcen- und energieeffiziente

Produktionsanlagen. Wer sich auf

seinem Geschäftsmodell ausruht, wird es

künftig schwer haben, im Wettbewerb zu

bestehen. Investieren um des Investieren

willens reicht nicht. Gefragt sind intelligente

Investitionen. Dann sind auch die Chancen

größer, Geldgeber zu finden. ber

K

(sm 160603529)

stahlmarkt 06.2016


Steel International K 7

Globale Strukturkrise bedroht auch

Deutschlands Stahlindustrie

Nötig sind faire Wettbewerbsbedingungen bei Handels- und Klimathemen

Hannover. Eine zeitnahe Lösung für die weltweite Stahlkrise ist nicht

in Sicht, so Hans Jürgen Kerkhoff anlässlich der Hannover Messe. Der

Verbandspräsident fordert daher eine Reform der EU-Handelspolitik und

eine Korrektur bei der geplanten Verschärfung des Emissionshandels, um

die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Stahlindustrie zu erhalten.

Im Rahmen eines Pressegesprächs am

ersten Tag der Hannover Messe machte Hans

Jürgen Kerkhoff deutlich, dass die strukturelle

Krise in der globalen Stahlindustrie weiterhin

andauert. Hauptursache ist die mangelnde

Anpassung der chinesischen Stahlhersteller

an eine dramatisch gesunkene

Nachfrage in diesem Land. Die damit verbundenen

Überkapazitäten werden auf die

Weltstahlmärkte exportiert. Laut dem Präsidenten

der Wirtschaftsvereinigung Stahl

belegen aktuelle Daten eine unverändert

dramatische Bedrohungslage im Außenhandel.

So sind die chinesischen Stahlexporte

im ersten Quartal 2016 um 8 % gegenüber

dem Vorjahreszeitraum auf ein Jahresniveau

von 119 Mill. t angestiegen. Die neue

Kapazitätsinitiative der chinesischen Regierung

(Abbau von 100 bis 150 Mill. t bis

2020) reicht Kerkhoff zufolge bei Weitem

nicht aus, um die aktuell gewaltigen Überkapazitäten

in Höhe von rd. 430 Mill. t spürbar

zurückzuführen.

Eine zeitnahe internationale Lösung für

die globale Stahlkrise ist gegenwärtig nicht

in Sicht. Es besteht international noch kein

ausreichender Konsens, mit welchen Instrumenten

der aktuellen Krise zu begegnen ist,

so Kerkhoff.

In der EU ist der Abbau von Stahlkapazitäten

die Folge einer marktgetriebenen

Restrukturierung. Eine Anpassung kann

jedoch nur gelingen, wenn sie abgesichert

wird durch ein striktes Beihilferegime, das

Subventionen insbesondere in der Form

von Rettungs- und Restrukturierungsbeihilfen

unterbindet. Die Stahlindustrie in

Deutschland fordert laut Kerkhoff daher

eine strikte Beihilfedisziplin ein, da andernfalls

die un umgänglichen Anpassungen

verzögert, die Kosten erhöht und zudem

auch die wettbewerbsstarken Standorte

gefährdet werden.

Handelsschutz intensivieren

Um wieder faire Wettbewerbsbedingungen

herzustellen, müssen die bestehenden Handelsschutzinstrumente

ausgeschöpft und

reformiert werden, wie Kerkhoff mitteilte.

China: Angebot und Nachfrageentwicklung (Mill. t)

Eine Neuausrichtung im Bereich der EU-Außenhandelspolitik

ist erforderlich, da auch

die hoch wettbewerbsfähige Stahlindustrie

in Deutschland gegen subventionierte chinesische

Produzenten auf Dauer nicht bestehen

kann.

Zunächst seien zügige Verbesserungen an

der Antidumping- oder Antisubventionspraxis

notwendig. Dabei geht es darum,

Verfahren zu beschleunigen sowie eine

Registrierung von Importmengen zu Beginn

einer Antidumpinguntersuchung und eine

rückwirkende Verhängung von Zöllen zu

ermöglichen.

Darüber hinaus plädierte der Verbandspräsident

dafür, den 2014 gestoppten

Modernisierungsprozess des EU-Handelsschutzinstrumentariums

wieder aufzunehmen

und zu Ende zu bringen. Im Fokus steht

dabei die sogenannte Lesser-Duty-Rule, also

die Verpflichtung zur Absenkung eines Antidumping-

bzw. Antisubventionszolls auf das

zur Schadensbeseitigung unbedingt Erforderliche.

Diese Regel führt laut Kerkhoff

Rohstahlkapazität (Effektiv) Marktversorgung (Rohstahl) Kapazitätsüberhang

912

688

224

2012 2013 2014 2015 e 2016 f

e – geschätzt f – Vorhersage

1.051

766

285

1.083

740

343

1.096

701

395

1.096

666

430

Quelle: WV Stahl

stahlmarkt 06.2016


8 K Steel International

Stahlkapazitäten weltweit und in der EU

2.400

Mill. t

Welt: Effektives Angebot* und Nachfrage

B

B

B

B

B

EU: Effektive Rohstahlkapazitäten

(Mill. t)

227 228 228

222 221 217

2.000

1.800

B

J

Rohstahlkapazität, effektiv

Marktversorgung, Rohstahl

1.600

J

J

J J J

1.400

f – Vorhersage * OECD Projektion

2013 2014 2015 2016 f 2017 f

2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: WV Stahl

dazu, dass Schutzzölle in der EU nahezu

immer niedriger sind als in anderen Ländern

und häufig das eigentlich festgestellte Dumping

nicht ausgleichen.

Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl betonte auf der Pressekonferenz, dass

China keine Marktwirtschaft sei und eine

Anerkennung als solche den Handelsschutz

gegen das Land massiv schwächen würde.

Der Verbandspräsident hofft daher, dass die

EU-Kommission einen Vorschlag unterbreitet,

der effektiven Handelsschutz gegen

gedumpte chinesische Importe nach Dezember

weiterhin möglich macht.

Belastungen aus Energie- und

Klimapolitik

Der europäischen Stahlindustrie drohen

durch die geplante Verschärfung des Emissionshandels

in der Zeit ab 2021 Zusatzkosten,

die im Wettbewerb gegenüber außereuropäischen

Ländern existenzbedrohend

Folgen der Schwächung der Stahlindustrie in Deutschland

Effekte auf Wertschöpfung, Abweichung gegenüber Referenzszenario 2030

Land-/Forstwirtschaft in Mrd. €, real

0

Industrie (ohne Stahlerzeugung)

–9

Stahlerzeugung

–4

Dienstleistungssektor

–17

Gesamtwirtschaft –30

-35 -30 -25 -20 -15 -10 -5 0

Produktionsverluste in der

Stahlindustrie führen zu:

einer geringeren Nachfrage

bei Vorleistern,

temporären Produktionsrückgängen

aufgrund von

Importfriktionen

bei Abnehmerbranchen,

Einkommenseinbußen auf

Seiten von Unternehmen,

privaten Haushalten und

Staaten.

Effekte auf Beschäftigung, Abweichung gegenüber Referenzszenario 2030

Land-/Forstwirtschaft in Tausend Personen

Industrie (ohne Stahlerzeugung)

–88

Stahlerzeugung

–37

Dienstleistungssektor

–252

Gesamtwirtschaft –380

–3

Besonders betroffen sind:

Vorleistungslieferanten der

Stahlindustrie einschließlich

unternehmensnahen

Dienstleistungen,

wichtige Abnehmerbranchen,

konsumnahe Bereiche

(z.B. Handel, Gastgewerbe,

Versicherungen).

-400 -350 -300 -250 -200 -150 -100 -50 0

Quelle: WV Stahl

stahlmarkt 06.2016


NUR FÜR DEN FACHHANDEL

würden. Bereits 2020 würden laut Berechnungen des Instituts

Ecofys 30 % der notwendigen Zertifikate fehlen. Umgerechnet

würden für die Stahlindustrie in Deutschland damit durch den

erforderlichen Kauf der Emissionsrechte und die emissionshandelsbedingten

Strompreissteigerungen Kosten von durchschnittlich

1 Mrd. € im Jahr an fallen.

Besondere Aufmerksamkeit lenkte der Verbandspräsident bei

seinem Vortrag auf eine aktuelle Studie der Wirtschaftsberatung

Prognos. Diese zeigt auf, wie sich die geplante Verschärfung des

europäischen Emissionsrechtehandels auf die Stahlindustrie und

die mit ihr verbundenen Wertschöpfungsketten in Deutschland

insgesamt auswirken wird. Demzufolge würden negative Gewinnmargen

nach 2020 zu Investitionsverzicht und einem schrumpfenden

Kapitalstock in der Stahlindustrie führen. Bis zum Jahr

2030 würden zusammen mit den Rückwirkungen auf die vor- und

nachgelagerten Branchen 380.000 Arbeitsplätze verloren und das

Bruttoinlandsprodukt um 30 Mrd. € zurück gehen. Um solche

Auswirkungen zu verhindern, muss die Zuteilung der Zertifikate

laut Kerkhoff an den Emissionen der effizientesten Anlagen be -

messen werden, zudem darf es keine weiteren Kürzungen geben.

Notwendig sind dem Verbandspräsidenten zufolge auch eine

vollständige Kompensation der emissionshandelsbedingten

Strompreissteigerungen und eine vorrangige Zuteilung der Zertifikate

für die Industrie.

Auch die in Vorbereitung befindliche Novelle des Erneuerbare

Energien-Gesetzes (EEG) ist für die Stahlindustrie von Bedeutung.

Demnach soll auch die Zukunft des Be standsschutzes beim Eigenstrom

verhandelt werden. So fordert die EU-Kommission eine

Belastung der Eigenstromerzeugung mit der EEG-Umlage. Dies

wäre für die Stahl industrie mit erheblichen Kosten von rd.

120 Mill. € im Jahr verbunden, wie Kerkhoff erklärte.

www.stahl-online.de

K

/

Bundestag gibt Rückendeckung

stahlmarkt 06.2016

(sm 160603532)

Auch der Bundestag hatte in seiner Sitzung am 28. April einen Antrag

beschlossen, in dem eine Verbesserung der Handelsschutzinstrumente,

eine wettbewerbsverträgliche Ausgestaltung des Emissionsrechtehandels,

bezahlbare Energiepreise und eine Aufrechterhaltung der Ausnahme der

ökologisch sinnvollen Nutzung von Prozessgasen zur Stromerzeugung von

der EEG-Umlage gefordert werden. Die Prüfung einer Verleihung des

Marktwirtschaftsstatus an China, der die Abwehr von Stahlimporten zu

Dumpingpreisen nahezu unmöglich machen würde, soll an von der EU

definierte technische Kriterien geknüpft werden. Das Parlament hatte

einen Antrag von CDU/CSU und SPD angenommen, die Stahlindustrie in

Deutschland und Europa zu stärken.

»Wir erhoffen uns von dieser Positionierung des Parlaments entscheidende

Impulse für die weiteren politischen Debatten in Europa«, be tonte

dazu Hans Jürgen Kerkhoff. Die wichtige gesamtwirtschaftliche Rolle der

Stahlindustrie sei gewürdigt worden und die Haltung des Bundestags habe

immense Bedeutung.

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10 K Steel International

Die US-Stahlindustrie und

die Politik

Trump buhlt um die Gunst der Stahlarbeiter

New York (bln). Im März kündigte die U.S. Steel Corporation die

Entlassung von 800 Stahlarbeitern als Folge von Schließungen und

gedrosseltem Produktionsvolumen an. Im April beschloss das Unternehmen

die Zahl seiner nicht organisierten Angestellten um 25 % oder ca. 750

Arbeitnehmer zu reduzieren. Schon vor diesen Entlassungen gingen bei

U.S. Steel seit Anfang vergangenen Jahres ca. 5.000 Arbeitsplätze verloren,

u. a. als Folge schwieriger Marktbedingungen, unfairer Handelsgepflogenheiten

und niedriger Erdölpreise.

Niemand macht größere Anstrengungen

als Donald Trump, der mutmaßliche

Präsidentschaftskandidat der Republikanischen

Partei, die Krisenstimmung in Stahlgebieten

zu schüren und politisch zu nutzen.

»Wenn ich Präsident bin – was dann?

Stahl wird ein Comeback feiern«, versprach

der Multimilliardär Trump Tausenden von

Arbeitern in Pittsburgh.

Mit seinem Wahlkampfschlager »Make

America Great Again« – sichtbar auf einem

Meer von Plakaten – sprach Trump von einer

Zukunft, in der Hüttenarbeiter wieder ihre

Familien mit ihren Löhnen gut unterstützen

können. Dass der gleiche Kandidat in Auftritten

anderswo wiederholt die gesetzliche

Erhöhung des Mindestlohns ablehnte,

dämpfte die Begeisterung seiner Fans in der

einstigen Stahlhochburg nicht.

Auf der einen Seite prophezeite Trump

den baldigen Crash der US-Wirtschaft, auf

der anderen Seite versprach er nicht nur ein

neues Erblühen der Stahlindustrie, sondern

auch ein »Comeback von Kohle – sauberer

Kohle...« unterstrich der Präsidentschaftsanwärter.

Wie in Pittsburgh wurde Trump in vielen

Gebieten des sogenannten Rostgürtels des

Landes gefeiert, wo einst der Sprung in die

Mittelklasse die Regel, nicht die Ausnahme

war. Trump machte katastrophale Handelsabkommen

und Immigrationspolitik für die

»Vernichtung der amerikanischen Mittelklasse«

verantwortlich. Als Präsident werde

er hohe Importzölle, insbesondere gegen

chinesische Produkte verhängen und eine

Mauer entlang der amerikanischen-mexikanischen

Grenze bauen – auf Kosten Mexikos.

Alles im Namen einer neuen, soliden

Mittelklasse.

Trumps Rezept für die Genesung der herstellenden

Industrie hatte auf ehemalige

Stahlarbeiter und Bergleute klare Wirkung:

Nicht nur Republikaner, sondern auch De -

mokraten gaben ihm in den einstigen Hochburgen

von Stahl und Kohle ihre Stimmen.

Im großen und darum für den Nominierungskongress

an Delegierten reichen Bundesstaat

Pennsylvania beispielsweise gewann

Trump mit 56,7 % der Stimmen die innerparteiliche

Vorwahl, obwohl auch seine

Rivalen Ted Cruz und John Kasich einer strikten

Protektionspolitik das Wort redeten.

Sanders und Clinton sind uneinig

Im Vorwahlenduell der Demokraten wetterte

der Senator von Vermont, Bernie Sanders,

gegen alle Handelsabkommen, die er als

Freund der reichen Elite und Feind der Masse

seiner Landsleute betrachtet. Und auch wenn

er im Vorwahlenringen mit Hillary Clinton

stetig zurückfiel, fand er in den einstigen

Stahlstandorten von Pennsylvania, West Virginia

und anderswo ein positives Echo.

Die frühere Außenministerin Clinton und

mutmaßliche Präsidentschaftskandidatin

der Demokratischen Partei trat der Riege der

absoluten Protektionisten nicht bei. Sie blieb

die einzige unter den verbliebenen Kandidaten,

die Freihandel nicht kategorisch ab -

lehnte. Sie wurde jedoch von den anderen

Kandidaten beider Parteien im Vorwahlwettbewerb

genug bedrängt, dass sie sich

gegen alte und neue Handelsabkommen

aussprach – aber nur, weil sie in denen

»unfaire« Vorgehensweisen erkannte. Als

Folge ihrer Politik, so versicherte sie, werde

Amerika den globalen Wettbewerb um Jobs

gewinnen. Sie kündigte an, dass sie als Präsidentin

einen Sonderstaatsanwalt ernennen

würde, der die in Handelsabkommen

festgelegte Vorgehensweise durchsetzen

würde.

Preisdumping bleibt ein Thema

Dass der Streit um Handelsabkommen und

unfaires Handelsgebaren so viel Aufmerksamkeit

im Wahlkampf findet, stärkt den

Nonstop-Kampf des Stahlsektors gegen

subventionierte Einfuhren. Der Präsident der

Stahlarbeitergewerkschaft Leo Gerard forderte

in seiner Rede vor der Stahlfraktion im

Kongress ein Stahlimport-Moratorium an -

gesichts einer »Krise« in der Stahlbranche.

Sein Appell war an Präsident Barack Obama

gerichtet, weil der aus Gründen der nationalen

Sicherheit das gesetzliche Recht hat,

ein solches Moratorium zu verhängen.

Eine gesunde Stahlindustrie, so argumentiert

man in der Branche seit Jahrzehnten,

ist absolut notwendig für die nationale

Sicherheit in Krisenzeiten, wenn Stahllieferungen

aus Übersee ausbleiben – Präsident

George W. Bush erklärte 2002 einen solchen

Importbann, zog ihn jedoch 20 Monate später

wegen der Gegenmaßnahmen im Ausland

und wegen der heimischen Opposition

zurück.

Unternehmenslenker gingen nicht ganz

so weit wie Gewerkschaftsführer Gerard.

U.S. Steel CEO Mario Longhi beispielweise

verwies auf eine Reihe von Handelsbeschwerden,

die noch nicht von der International

Trade Commission, eine Behörde der

US-Regierung, und dem US-Handelsministerium

entschieden wurden. Aber Longhi

ließ keinen Zweifel, dass ohne weitere und

höhere Strafzölle auch U.S. Steel und andere

Unternehmen ein Einfuhr-Moratorium

verlangen werden.

(sm 160603573) K

stahlmarkt 06.2016


Steel International K 11

Europäischer Stahlsektor bleibt angeschlagen

Brüssel. Anhaltend hohe Stahleinfuhren bringen auch im Jahr 2016 Angebot und Nachfrage in Europa

merklich durcheinander.

Das Leiden der europäischen Stahlerzeuger

setzt sich im laufenden Jahr fort.

Hohe Importe, vor allem aus China, machen

ihre Geschäfte zunichte. Umsätze, Gewinne

und Marktanteile schwinden weiter.

Zwar stieg im Jahr 2015 in der Union die

scheinbare Nachfrage nach Stahlerzeugnissen.

Sie reichte aber nicht aus, um die

Importschwemme aufzusaugen, wie der

europäische Dachverband der Stahlindustrie,

Eurofer, meldete. Viele Stähle wanderten

in die Lagerhallen. Allein im dritten

Quartal und im vierten Quartal des Jahres

2015 kletterten die Einfuhren auf Jahressicht

um 30 % beziehungsweise um 50 %.

Der scheinbare Bedarf an Stahlerzeugnissen

erhöhte sich im Schlussquartal aber nur um

5,7 %.

Im laufenden Jahr dürfte für den europäischen

Stahlmarkt allen Prognosen zufolge

nicht viel zu erwarten sein. Ein nur geringfügiger

Anstieg der Stahlnachfrage und

hohe Lagerbestände verhindern deutliche

Aufhellungen gegenüber 2015.

Obwohl sich die Rahmenbedingungen der

internationalen Stahlmärkte in den jüngsten

Wochen ein wenig gebessert haben, bleibt

das Risiko für weitere Rückschläge hoch.

Das Ungleichgewicht zwischen Angebot

und Nachfrage – vor allem in der Volksrepublik

– hat sich grundsätzlich nicht geändert.

Im kommenden Jahr dürfte sich die Lage

für Europas Stahlerzeuger kaum bessern.

Zwar rechnen Experten mit einem geringen

Anstieg der realen Nachfrage. Allerdings

gab es noch keine deutlichen Hinweise auf

einen Rückgang der globalen Überkapazitäten.

Perspektiven für Stahl einsetzende Wirschaftszweige in der EU

SWIP-Index (Steel Weighted Industrial Production – stahlgewichtete Industrieproduktion)

-6,1

2015

2016 v

2017 v

v

Vorhersage

-0,4

Für den europäischen Stahlverband Eurofer

ist die überschüssige Erzeugung die größte

Herausforderung. Von geschätzten

700 Mill. t Überhang stammen allein

400 Mill. t aus China. Die Regierungen aller

Länder müssen nach Angaben des Verbandspräsidenten

Geert Van Poelvoorde

endlich einsehen, dass ihre Überkapazitäten

Prozentuale Veränderung in % zum Vorjahr

0,5

1,3

2,0

2,5

3,0

3,8

2,9

2,1

1,5

2,7

1,4

2,0

2,6

2,2

3,1

2,8

1,4

0,7

2,2

2,0

1,9

2,9

4,1

6,5

Bau

Automotive

Maschinenbau

Metallwaren

Rohre

Haushaltsgeräte

Transport

Verschiedenes

Gesamt

Quelle: Eurofer, Economic and Steel Market Outlook 2016 – 2017, Stand: April 2016

8,3

das Gedeihen der globalen Industrie vernichten

und weitere Antidumpingmaßnahmen

hervorrufen. Vor allem China müsste

sich seiner Verantwortung als größter Verursacher

stellen, die Erzeugungskapaziäten

reduzieren und die staatlichen Subventionen

einstellen. »Die Lage ist sehr ernst«, sagte

Van Poelvoorde.

(sm 160603534) K

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stahlmarkt 06.2016


12 K Steel International

Auf der Suche nach dem

wahren Selbst

Pakistans Stahlindustrie in der Identitätskrise

Iran

Afghanistan

Islamabad

Lahore

Pakistan

China

Islamabad (kibi). Die Stahlindustrie Pakistans ist stark fragmentiert.

Rd. 600 kleine und mittlere Unternehmen finden keinen gemeinsamen

Nenner. Zudem existiert nicht ein großer Erzeuger, der den Weg vorgeben

mag. Nachbar China lähmt den Prozess, indem es das Land mit

Billigprodukten überflutet.

Karatschi

Indien

Die Stahlindustrie des asiatischen Landes

steckt noch in den industriellen Kinderschuhen.

Der Grundstein für das erste integrierte

Stahlwerk, Pakistan Steel Mills (PSM),

wurde erst 1973 mit Unterstützung der ehemaligen

Sowjetunion gelegt. Nach und nach

schossen weitere Anbieter aus dem Boden.

Ihre Vielfalt verhindert, dass die Industrie mit

einer Stimme spricht und auf ein gemeinsames

Ziel zusteuert. Zu unterschiedlich sind

die Geschäftsmodelle und die Wünsche. Diese

Zersplitterung verschleiert aber auch das

Potenzial, das in der Industrie steckt.

Aktuell existieren nur einige Unternehmen,

die in den vergangenen Jahren ein

Rohstahlproduktion Pakistan

3,000

Mill. t

2,000

1,500

1,000

0,500

0

1,040 1,090 1,000

1,200

1,400

bemerkenswertes Wachstum verzeichnet

haben. Hierzu gehört Agha Steel, die 2013

an den Start ging und 2015 bereits

150.000 t Stahl erzeugte. Für das laufende

Jahr hat sich das Unternehmen eine Verdoppelung

vorgenommen.

Wettbewerberin Amreli Steel, die im Ok -

tober 2015 den Gang auf das Parkett wagte,

stellte im Jahr 2015 rd. 180.000 t Stahl

her und will 2017 bereits 500.000 t erzeugen.

Die ebenfalls gelistete International

Steel Ltd, eine Tochter der International

Industries Ltd, setzte 2015 mehr als

460.000 t Stahl ab und will in diesem Jahr

bereits 1 Mill. t verkaufen.

1,592 1,631

1,845

2,423

2,907

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Quelle: worldsteel

Staatliche Infrastrukturprojekte

benötigen viel Stahl

Grundlage dieses Wachstums bilden die

großen staatlichen Infrastrukturprojekte

DHA City, DHA Oasis, Bahria Town, die

Luxusanlagen von Emaar Pakistan und die

hohe Nachfrage der heimischen Automobilindustrie.

Aber auch die Vorhaben mit einem Volumen

von 46 Mrd. USD, die im Rahmen des

pakistanisch-chinesischen Wirtschaftskorridors

(CPEC) vereinbart wurden, lassen den

Bedarf an Stahlerzeugnissen in der Region

in die Höhe schnellen. Branchenbeobachter

befürchten allerdings, dass hier vor allem

chinesische Erzeugnisse eingesetzt werden.

Trotz dieser guten Aussichten scheuen

Stahlunternehmen den Ausbau ihrer Kapazitäten

in Pakistan. Sie wünschen sich von

der Regierung verlässliche Angaben über

einen langfristig steigenden Bedarf sowie

Angaben über die klare Positionierung der

Industrie. Die Politiker des Landes stehen

aber offenbar mehr auf der Seite der Händler,

denn der Erzeuger, möglicherweise weil

Stahlimporte günstiger sind als Rohstoffe.

Die Stahlerzeuger quälen viele andere Probleme.

Zum einen leiden sie unter den

hohen Importen aus China. Zum anderen

mangelt es an günstiger Energie. Abgesehen

davon kümmern sich die Behörden

inzwischen verstärkt um das Einhalten von

Umweltschutzvorschriften.

Starke Nachfrageschwankungen verursacht

auch die unsichere politische Lage in

Pakistan. Terroranschläge und andere Un -

ruhen halten Unternehmen von weiteren

stahlmarkt 06.2016


Pakistans wichtigste Handelspartner

Hauptlieferländer (2014, Anteil in %) Hauptabnehmerländer (2014, Anteil in %)

Sonstige

36,8

20,2

3,8

9,3

4,4

USA 4,4 6,2

Indien

Indonesien Kuwait

China

14,9

Sonstige

Vereinigte

Arabische Emirate

Saudi Arabien

48,4

14,7

4,9

3,2

USA

9,1

6,7

5,4

7,6

Spanien

Deutschland

China

Afghanistan

United Kingdom

Vereinige

Arabische Emirate

Quelle: gtai

Investitionen in ihre großen Werke ab. Auch

ausländische Investoren halten sich zurück.

Ausländische Investoren zögern

Dies zeigt sich beispielsweise bei der geplanten

Privatisierung des größten integrierten

Erzeugers Pakistan Steel Mills. Die Regierung

des Landes hatte den Verkauf ihres

Anteils und 39 weiterer Beteiligungen versprochen

und im Gegenzug vom Internationalen

Währungsfond (IMF) die Zusage für

einen hohen Kredit erhalten. Bislang gibt es

aber keinen Käufer für das Stahlwerk. Der

Vorsitzende der Privatisierungskommission

spricht Medienberichten zufolge von einem

Albtraum. Potenzielle Investoren teilen seine

Einschätzung. Sie bezeichnen zwei Drittel

der insgesamt 16.000 Beschäftigten als

überflüssig und den Löwenanteil der übrigen

Mitarbeiter als inkompetent. Angeblich

bieten sie höchstens 100 Mill. USD statt der

erwünschten 900 Mill. USD.

Der staatliche Stahlerzeuger mit Sitz in

Karatschi musste bereits im Juni 2015 den

Betrieb einstellen, da er wegen hoher Zahlungsrückstände

kein Gas mehr erhielt. Die

Schulden belaufen sich auf 3,5 Mrd. USD.

Jede Woche kommen weitere 5 Mill. USD

hinzu. Das einstige Vorzeigeunternehmen

könnte pro Jahr 3 Mill. t warm- und kaltgewalzten

Stahl erzeugen.

Die hohen Energiekosten sind auch anderen

Stahlerzeugern Pakistans ein Dorn im

Auge. Tuwairqi Steel Mills, ein Joint Venture

zwischen der saudi-arabischen Al-Tuwairqi

Group und Posco, will sein vor zwei Jahren

fertiggestelltes und noch nie in Betrieb

stahlmarkt 06.2016

genommenes Werk in Pakistan verkaufen,

da es sich mit der Regierung nicht über den

Erdgaspreis einigen konnte.

Viele Erzeuger sind gezwungen, eigene

Kraftwerke zu errichten. Nur so haben sie

eine Chance, der andauernden Energieknappheit

im Land zu entgehen. Ihnen fehlen

dann aber die finanziellen Mittel für die

Modernisierung ihrer Werke. Pakistan trägt

nach Angaben des Weltstahlverbands

world steel nur einen winzigen Anteil an der

weltweit erzeugten Menge bei. Im Jahr

2015 erzeugten die Unternehmen des Landes

2,907 Mill. t Rohstahl und 163.000 t

Eisenerz.

Eine weitere Herausforderung sind die

Billigimporte aus China. Pakistan ist eines

der wichtigsten Exportländer der Volksrepublik.

Da die hohen Einfuhren die heimische

Stahlindustrie extrem schädigen, hat Pakistan

nun die Einfuhrzölle erneut erhöht. Das

Land hat einen Stahlbedarf von 6,5 Mill. t

pro Jahr und importiert 1,5 Mill. t. Aus China

stammen 70 %.

Die Umweltschutzbehörde EPA erzeugt

zusätzlichen Druck. Sie hat 350 Stahlunternehmen

überprüft, die inmitten der Wohngebiete

der Großstadt Lahore Werke betreiben

und die Luft verschmutzen. Sie befeuern

ihre Anlagen nicht mit den teuren Energieträgern

Strom und Gas, sondern setzen

benutzte Reifen und andere brennbare

Materialen ein. Die größten Verschmutzer

müssen nun mit Strafen und Gerichtsverfahren

rechnen.

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14 K Steel International

Auf leisen Sohlen ganz nach oben

Tata-Chairman Cyrus Pallonji Mistry hat ehrgeizige Pläne

Mumbai (kibi). Mit guten Worten und guten Taten will der

Spitzenmanager Cyrus Pallonji Mistry Indiens größten Privatkonzern in

eines der 25 wertvollsten Unternehmen der Welt verwandeln.

Cyrus Pallonji Mistry hat sich hohe Ziele

gesteckt. In nur neun Jahren soll der Marktwert

des indischen Mischkonzerns so sehr

steigen, dass Tata eines der 25 wertvollsten

Unternehmen der Welt wird. An der Spitze

der Rangliste stehen derzeit Google, Apple

und Microsoft. Im Gegensatz zu einigen

Wettbewerbern bekennt sich der 47 Jahre

alte Chairman aber zu hohen ethischen

Werten, die sein Handeln bestimmen. Corporate

Social Responsibility ist für ihn nicht

nur ein dehnbarer Begriff, sondern intensiv

gelebte Realität.

Seit der Gründung des Unternehmens im

Jahr 1868 investiert Tata einen großen Teil

ihrer Gewinne in Schulen, Krankenhäuser,

Entwicklungshilfeprojekte, kulturelle Vorhaben

und Forschungseinrichtungen. Auch

künftig sollen die Erträge nicht nur den

Eigentümern Freude und Reichtum bescheren,

sondern die Lebensbedingungen aller

Menschen verbessern.

Mit diesem Grundgedanken schreibt

Cyrus Pallonji Mistry als sechster Chairman

des Familienunternehmens die Prinzipien

des Unternehmensgründers Jamsetji Nusserwanji

Tata fort. Er hatte vor 148 Jahren das

Fundament für das gemeinnützige Streben

errichtet. Der Philantroph verwandelte eine

marode Ölmühle in eine gewinnbringende

Baumwollspinnerei und veräußerte diese

zwei Jahre später. 1874 setzte er mit einer

neuen Baumwollmühle die industrielle Entwicklung

des Familienunternehmens fort.

Ethisches Handeln aus Tradition

Cyrus Pallonji Mistry ist zwar kein Mitglied

der Tata-Dynastie. Als gläubiger Parse hat er

aber dieselben ethnischen Wurzeln wie die

Familie. Diese aus Persien stammende Gruppe

folgt der Religion des Propheten Zarathustra

und einem seiner Leitsätze: »Humata,

Hukhta, Huvarashta«, »Gute Gedanken,

gute Worte, gute Taten«. Beobachter be -

schreiben Cyrus Pallonji Mistry als bodenständig,

leise und aufrichtig.

Cyrus Pallonji Mistry übernahm am 28. De -

zember 2012 das Amt des Chairman und

mehr als 100 Einzelunternehmen von seinem

Vorgänger Ratan N. Tata, der mit 75 Jahren

in den Ruhestand ging. Auch er hatte hohe

Ansprüche an sich und sein Handeln. Sein

soziales Gewissen hinderte ihn Dinge zu tun,

die unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten

angezeigt waren. Er wollte jeden

Abend ins Bett gehen ohne jemanden tagsüber

verletzt zu haben. Einer seiner größten

Verdienste war die Internationalisierung des

Konzerns, die er vom Jahr 2000 an forcierte.

Als neuer Chairman der Gruppe ist Cyrus

Pallonji Mistry gleichzeitig auch Chairman

der wichtigsten Töchter, wie Tata Steel, Tata

Motors, Jaguar Land Rover Automotive, Tata

Consultancy Services, Tata Power Company,

The Indian Hotels Company, Tata Global

Beverages, Tata Chemicals, Tata Industries

und Tata Teleservices.

Vor seiner Berufung hatte der 47-Jährige

Zeit, das operative Geschäft des mächtigen

Wirtschaftsimperiums kennenzulernen. Er

bestimmte schon seit dem Jahr 2006 als

einer der Direktoren die Geschicke des

Unternehmens. Zuvor entwickelte er als

Managing Director die Shapoorji Pallonji

Group in einen prosperierenden Baukonzern.

Das Rüstzeug hatte er während Bauingenieur-

und Managementstudien in London

erhalten.

Tata ist in Indien überall

Es gibt kaum einen Inder, der die Erzeugnisse

von Tata nicht kennt oder nutzt. Das

Unternehmen produziert unter dem Dach

der Holding Tata Sons Ltd. Mineralwasser,

(Quelle: Tata Steel)

Cyrus Pallonji Mistry

Tee, Uhren, Autos, Strom, Chemikalien,

Stahl und andere Metalle. Es betreibt zudem

Hotels und bietet umfangreiche IT-Dienstleistungen.

Mistry hat seit seinem Amtsantritt vor 3,5

Jahren bereits viel erreicht. Tata erzielte im

Geschäftsjahr 2014/15 (Ende: 31. März)

einen Umsatz von knapp 109 Mrd. USD,

davon 68 % im Ausland. Der Konzern be -

schäftigt rd. 600.000 Menschen in mehr als

100 Ländern und bietet seine Produkte in

weiteren 50 Staaten an.

Cyrus Pallonji Mistry musste aber auch

bereits unpopuläre Entscheidungen treffen,

wie jüngst den Verkauf des britischen Stahlgeschäftes

in Betracht zu ziehen. Berichten

zufolge soll Tata mit diesem im Jahr 2007

von Corus erworbenen Geschäft in Großbritannien

jeden Tag 1 Mill. GBP verlieren.

Außerdem entwickelte der Chairman die

Vision 2025. Grundlage der geplanten Wertschöpfung

ist die Konzentration auf die vier

Kerngeschäftsfelder Immobilien / Infrastruktur,

Konsum / Einzelhandel, Finanzen sowie

Verteidigung / Luftfahrt. In diesen Sparten

sollen die einzelnen Unternehmen stärker

zusammenarbeiten und Synergien heben.

Die Gewinne des Konzerns werden auch

weiterhin in gemeinnützige Stiftungen fließen.

K

(sm 160603449)

stahlmarkt 06.2016


L STEEL TICKER

US-STAHLARBEITER HABEN

SICH GEEINIGT

New York (bln). Nachdem U.S. Steel und

Allegheny Technology in den vergangenen Monaten

verspätet neue Tarifverträge mit der United-

Steelworkers-Gewerkschaft aushandelten, gab es

Ende April und neun Monate nach dem ausgelaufenen

Tarifvertrag auch zwischen ArcelorMittal

und der Stahlarbeitergewerkschaft eine Einigung.

Obwohl keine Seite Details über den Verhandlungsausgang

veröffentlichte charakterisierten

Gewerkschaftsführer das Ergebnis als »fair« für

derzeitige Belegschaftsmitglieder und Ruheständler

des Unternehmens. Sofern eine Mehrheit

der 14.000 Stahlarbeiter in 15 US-Werken von

Arcelor Mittal der Empfehlung der Gewerkschaft

folgt, wird das am 1. September 2018 auslaufende

Abkommen in Kraft treten.

K

(sm 160603576)

ARCELORMITTAL UND

VOESTALPINE KOOPERIEREN

Luxembourg/Linz. ArcelorMittal und voestalpine

vermarkten künftig von den Österreichern

entwickelte Erzeugnisse gemeinsam. Die verzinkten

und pressgehärteten Stähle der Marke phsdirectform

© sind leicht, robust, formbar und korrosionsbeständig.

Automobilhersteller fertigen

aus diesen Spezialstählen warmgeformte Karosserieteile.

Die Luxemburger ergänzen mit phsdirectform

© ihr Angebot an pressgehärteten Stählen,

wie Usibor und Ductibor. Sie bescheinigen

voestalpine die Entwicklung eines sehr starken

Stahles mit einem geringen Gewicht und hervorragenden

Eigenschaften bei Zusammenstößen.

Außerdem könnten diese Stähle mit der sehr kostengünstigen

Methode des Direktstanzens er -

zeugt werden.

K

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603475)

WEITERER GROSSROHR-AUFTRAG

FÜR TRANS-ADRIA-PIPLINE

Salzgitter. Der Salzgitter-Konzern wird auch für

den 110 km langen Offshore-Teil der Trans-Adria-

Pipeline (TAP) mehr als 71.000 t Großrohre in der

Abmessung von 36 Zoll liefern. Die Leitung soll

künftig Erdgas aus dem kaspischen Raum nach

Europa transportieren. Zum Projektumfang gehören

auch Rohrkomponenten und Beschichtungsdienstleistungen.

Die Buchung des Auftrags er -

folgte seitens der Konzern-Handelstochter Salzgitter

Mannesmann International GmbH. Die

Großrohre werden von der EUROPIPE GmbH,

Mülheim an der Ruhr, einem Joint Venture des

Salzgitter-Konzerns und der AG der Dillinger Hüttenwerke,

in verschiedenen Fertigungsabschnitten

bis Ende 2016 hergestellt. Die Auslieferung

beginnt im dritten Quartal 2016. Zusammen mit

den zuletzt gebuchten Aufträgen, wie u. a. Nord

Stream 2, sichert dies eine gute Grundauslastung

bis Mitte 2018 von EUROPIPE. Bereits im Oktober

2015 hatte die Salzgitter Mannesmann International

GmbH den Zuschlag für den Onshore-Teil

der TAP erhalten. Dies beinhaltet die Lieferung

von 270 km Großrohren und 1.559 Rohrbögen

mit einer Gesamttonnage von rd. 170.000 t. Die

Rohre werden zurzeit ebenfalls von EUROPIPE

produziert und die Rohrbögen von der Salzgitter

Mannesmann Grobblech GmbH, Mülheim a. d.

Ruhr, hergestellt. TAP wird zukünftig in Anbindung

an die im Bau befindliche TANAP-Leitung Erdgas

von Griechenland über Albanien nach Süditalien

transportieren.

www.salzgitter-ag.com

K

/

WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603507)

ENDABNAHME FÜR

ENDLOSBANDLINIE IN CHINA

London. Der chinesische Stahlproduzent Rizhao

Steel Group Co., Ltd (Rizhao) hat Primetals Technologies

die Endabnahmebescheinigungen für

drei von insgesamt fünf Arvedi-ESP-Linien (Endless

Strip Production) erteilt. Zwei der Linien wurden

bereits Ende Januar abgenommen, die dritte

am 1. April. Trotz des sehr eng gestalteten Projektzeitplans

wurde der Anspruch eingelöst, alle Projektabschnitte

erfolgreich termingerecht umzusetzen.

Die Linien sind ausgelegt für die jährliche

Erzeugung von insgesamt 7,65 Mill. t qualitativ

hochwertigem, ultradünnem Warmband mit Breiten

von bis zu 1.600 mm und Dicken bis hinunter

auf 0,8 mm. Produziert werden Kohlenstoffstahl

sowie hochfeste, niedriglegierte Güten und

Zweiphasenstähle. Bei einem Dicken spektrum von

0,8 bis 6 mm liegt der Produktionsfokus nun auf

Warmband mit einer Dicke von 0,8 mm. Dies führt

zu Produktionssequenzen, in denen zu mehr als

50 % Dicken von weniger als einem mm erzeugt

werden. Die Arvedi-ESP-Anlagen versetzen Rizhao

in die Lage, die attraktiven inländischen und ausländischen

Märkte für qualitativ hochwertige

Dünnbandprodukte zu er schließen. Mit einer Länge

von lediglich 180 m sind die Anlagen wesentlich

kompakter als konventionelle Gieß- und

Walzwerke. Gegenüber dem herkömmlichen Gießund

Walzprozess liegt der Energieverbrauch um

bis zu 45 % niedriger. Auch die CO 2

-Emissionen

fallen deutlich geringer aus.

www.primetals.com

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603523)




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stahlmarkt 06.2016

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16 K Steel International

L STEEL TICKER

NEUER PFANNENOFEN

IN DUISBURG

Duisburg. Die Stahlsparte von thyssenkrupp

wird in Duisburg einen Pfannenofen bauen. Die

entsprechenden Aufträge sind jetzt vergeben worden.

Durch das neue Aggregat wird das Produktportfolio

des Stahlherstellers um sogenannte

hochlegierte Qualitäten erweitert. Diese Spezialstähle

sind auf Seiten der Kunden vor allem aus

der Automobilindustrie zunehmend gefragt.

»Durch diesen Schritt können wir neue, innovative

Stahlsorten anbieten und damit durchgreifend

und dauerhaft unsere Wettbewerbsposition verbessern«,

betont Andreas Goss, CEO der thyssenkrupp

Steel Europe AG. Mit der Maßnahme im

Oxygen-Stahlwerk 2 in Duisburg-Beeckerwerth

sind Investitionen von insgesamt rd. 40 Mill. €

verbunden. »Die Entscheidung für den Bau des

Pfannenofens ist uns angesichts der sehr unsicheren

Rahmenbedingungen nicht leicht gefallen«,

so Goss. »Wir wollen damit aber zugleich ein

Signal für die Zukunftsfähigkeit der deutschen

Stahlindustrie und unseres Standortes senden.«

Der Baubeginn ist für Herbst 2017 vorgesehen. In

dem Pfannenofen können hochlegierte Stahlsorten

behandelt werden, die einen Anteil von über

5 % an Legierungsmitteln wie z. B. Mangan enthalten.

Mit Hilfe dieser Anlage können optimierte

Reinheitsgrade und damit eine gesteigerte Qualität

erreicht werden. Außerdem ist die Entwicklung

und Herstellung innovativer High-tech-

Werkstoffe wie hochfeste, besonders beständige

Stahlsorten für den Automobilleichtbau möglich.

www.thyssenkrupp-steel.com K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603521)

OUTOKUMPU STRUKTURIERT

BILANZ NEU

Espoo. Die finnische Outokumpu Oyj hat ihre

Bilanz neu gegliedert. Mit Beginn des Jahres 2016

berichtet der Stahlerzeuger künftig in seinen drei

Kernsegmenten Europa, Amerika und Langprodukte.

Die Geschäftsbereiche Europa und Amerika

beinhalten das gesamte Flachstahlgeschäft, inklusive

der Bandstähle und der Grobbleche. Der

Stahl erzeuger bezeichnet weiterhin das bereinigte

operative Ergebnis (EBIT) als wichtigste Kennzahl

zur Beschreibung seiner Profitabilität. Entsprechend

der Vorschriften der europäischen

Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA)

hat Outokumpu allerdings die Definitionen diverser

Kennzahlen geändert. Hierzu gehören beispielsweise

das bereinigte EBITDA, das bereinigte

EBIT, das gebundene Kapital sowie die Renditekennziffern

ROCE und ROE. Das Ergebnis des

ersten Quartal 2016 folgt bereits dieser neuen

Struktur. Die Werte der Vorjahre hat der Stahlerzeuger

angepasst.

www.outukumpu.com

K

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kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603495)

WENIGER UNFÄLLE IN

DER STAHLINDUSTRIE

Düsseldorf. Die Unfallhäufigkeit in der Stahlindustrie

in Deutschland ist im Jahr 2015 um rd.

11 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Je einer

Million Arbeitsstunden gab es 8,1 meldepflichtige


Steel International K 17

L STEEL TICKER

Betriebsunfälle, im Vorjahr waren es 9,1. Damit setzt sich ein positiver Trend

fort: Seit 1995 ist die Unfallhäufigkeit sogar um 79 % gesunken. Anlässlich

des Tages für Sicherheit und Gesundheit (Stahl Savety Day auf internationaler

Ebene) veröffentlichte das Stahlinstitut VDEh diese Zahlen. »Wir freuen

uns, dass wir am Tag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz diese

positiven Zahlen vorlegen können und werden auch in Zukunft alles daran

setzen, sie durch Koordi nation von Arbeitssicherheit und präventiver Arbeitsmedizin

weiter zu verbessern«, sagte dazu Dr. Peter Dahlmann, Geschäftsführender

Vorstand des Verbandes VDEh.

K

WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603567)

STOSSOFEN FÜR BRAMMEN SANIERT

Düsseldorf. Im Februar 2016 hat VÍTKOVICE STEEL, a.s., im tschechischen

Ostrava, der SMS group die Endabnahme für die umfassende Modernisierung

eines Stoßofens erteilt. Der Ofen, der eine Grobblechstraße versorgt, erwärmt

die Brammen von Umgebungstemperatur auf 1.250 °C mit einer maximalen

Durchsatzrate von 90 t/h bei Referenzbedingungen. Die Modernisierung, die

unter anderem den Einbau effizienter Steuerungen umfasste, hat zu einer

Minimierung der Skid-Marks auf der Unterseite der Brammen, einer Steigerung

der Qualität und einer Senkung des Energieverbrauchs geführt.

www.sms-group.com

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603520)

STAHLWERK MODERNISIERT

London. H.E.S. Hennigsdorfer Elektrostahlwerke GmbH (H.E.S), ein Unternehmen

der Riva-Gruppe, hat Primetals Technologies die Endabnahmebescheinigung

für das schlüsselfertig modernisierte Stabwalzwerk im brandenburgischen

Hennigsdorf erteilt. Im Zuge des Modernisierungsprojekts wurden

in der Vorstraße zwei bestehende Gerüste durch neue Red-Ring-Gerüste

ersetzt. Die Gerüste sind ständerlos ausgeführt. Diese Lösung hat einen geringeren

Platzbedarf und eine höhere Steifigkeit. Damit lassen sich gleichmäßig

enge Produkttoleranzen erreichen. Auch verfügen die neuen Gerüste über

größere Walzen. Dies erhöht die Prozessstabilität und ermöglicht einen mehradrigen

Betrieb. Den Auftrag hatte Primetals Technologies im Mai 2015

erhalten. Die Inbetriebnahme erfolgte während eines geplanten Anlagenstillstands

um den Jahreswechsel 2015/16, die industrielle Produktion wurde

am 2. Januar 2016 wieder aufgenommen.

H.E.S. ist einer der drei deutschen Produktionsstandorte der italienischen

Riva-Gruppe. Das Werk verarbeitet das von der Riva Stahl GmbH zur Verfügung

gestellte Roh material (Schrott) zu Stahlprodukten, für die Vermarktung

der Produkte ist die Riva Stahl GmbH zuständig.Die Produktpalette umfasst

Stranggussknüppel, Betonstahl und Blankstahl, der vorwiegend an die Automobilindustrie

und deren Zulieferer ausgeliefert wird.

www.primetals.com

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603566)

Verschuldung der Unternehmen steigt signifikant, heißt es. Laut Coface könnten

sich Angebot und Nachfrage 2018 wieder annähern. Dann könnten sich

die ersten Produktionseinschränkungen in China allmählich auswirken. Die

drei Branchen mit dem höchsten Stahlbedarf haben mittelfristig weiter die

besten Aussichten: Das sind die Automobilbranche, der Maschinenbau und

die Baubranche.

www.coface.com

K

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Geballte Leidenschaft …

WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603547)

GROSSROHRE FÜR ZOHR-PROJEKT IN ÄGYPTEN

Salzgitter. Der Salzgitter-Konzern wird für die Erschließung des Zohr-Gasfelds

vor der ägyptischen Mittelmeerküste 132.000 t dickwandige Offshore-

Großrohre mit einem Durchmesser von 26 Zoll (660 mm) liefern. Der Auftrag

wurde von der Konzern-Handelsgesellschaft Salzgitter Mannesmann International

GmbH gebucht. 227 km der Großrohre produziert die EUROPIPE

GmbH, Mülheim an der Ruhr, ein Joint Venture des Salzgitter-Konzerns und

der AG der Dillinger Hüttenwerke. Von Mai bis Dezember 2016 werden die

Großrohre ausgeliefert. Das Vormaterial für die Großrohrproduktion stellen

die Gesellschafter der EUROPIPE bereit.

Zusammen mit den zuletzt gebuchten Aufträgen, wie u. a. Nord Stream 2

sowie Trans-Adria- Pipeline onshore/offshore, sichert dies eine gute Grundauslastung

von EUROPIPE bis Mitte 2018.

www.salzgitter-ag.com

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603517)

STAHLMARKT-RISIKEN AUF REKORDHOCH

Paris/Mainz. Nach Einschätzung des Kreditversicherers Coface dürfte laut

Pressemeldung vom April der Stahlmarkt nicht vor 2018 zur Ruhe kommen.

Nach der langen Phase steigender Nachfrage, getrieben aus China in den

2000er-Jahren, dürfte sich an der schwierigen Situation so schnell nichts

ändern. Coface konstatiert einen stetigen Anstieg des Kreditrisikos in der

Metallproduktion weltweit. Der Sektor sei der riskanteste unter den 12 von

Coface untersuchten Branchen. Die Preis aggressivität Chinas vor allem bei

einfachem Stahl schwäche die konkurrierenden Produzenten weltweit. Die

Überkapazitäten schlagen auch auf die Kreditrisiken in China durch, die

… für Lastaufnahmemittel

PFEIFER

Seil- und Hebetechnik GmbH

www.pfeifer.info

stahlmarkt 06.2016


18 K Österreich / Schweiz

Die Schweizer Branche geht

durch ein Stahlbad

von Andreas Steffes*

Das vergangene Jahr 2015 begann für den Schweizer Stahlmarkt mit einer

Katastrophe. Die Krise am Europäischen Währungsmarkt und die drohende

Geldschwemme der EZB (Quantitative Easing) machten es für die

Schweizer Nationalbank unmöglich, den Mindestkurs von 1,20 CHF je Euro

aufrecht zu halten.

Wechselkurs Schweizer Franken/Euro

1,25

CHF

1,15

1,10

1,05

1,00

Am 15. Januar 2015 waren dadurch

sämtliche Budgets der Unternehmen nur

noch Makulatur: Diese Aufwertung des

Frankens führte für die Unternehmen bereits

am Jahresanfang zu einer Lagerabwertung

von 20 %. Die Branche reagierte schnell und

gab die günstigeren Euroeinkaufspreise

quasi direkt an die Kundschaft weiter. Die

Lagerverluste wurden daher hauptsächlich

durch den Handel getragen. Während die

Einstandspreise grundsätzlich europaweit

einheitlich sind, sind die Lohn- und Lagerkosten

in der Schweiz erheblich höher. Mit

der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze

verschlechterte sich auch die Wettbewerbsfähigkeit

des Handels noch einmal, da

der Kostenunterschied zum Ausland deutlich

anstieg. Die Händler reagierten mit einer

spürbaren Erhöhung der Produktivität, um

konkurrenzfähige Preise anzubieten. Dennoch

nahm die Zahl der Händler aus dem

grenznahen Ausland punktuell zu.

Im Jahresverlauf: leichte Erholung

an der Währungsfront…

Im Jahresverlauf entspannte sich die Währungssituation

wieder leicht, sodass am Jahresende

ein Wechselkurs von knapp 1,10 CHF

erreicht wurde. Doch die Auswirkungen des

starken Frankens zeigte sich deutlich auf der

Nachfrageseite: Direkt zum Zeitpunkt der

Aufhebung der Untergrenze wurden Stimmen

laut, dass die Exportindustrie mit einer

weiteren Erhöhung des Aussenwertes des

Frankens nicht wird umgehen können. Der

Aufwertungsdruck und die Probleme der

Schweizer Exporteure waren 2011 Gründe

für die vorübergehende Einführung der

Untergrenze. Die Industrie litt bereits während

des Mindestkurses unter Exportproblemen,

da Schweizer Produkte für den Weltmarkt

teilweise zu teuer waren.

… aber massive Probleme

im Industriesektor …

Die Betroffenheit war umso größer, je weniger

spezialisiert die Produkte waren und je

mehr man sich im Markt der Vorleistungsgüter

befand. Unternehmen dieser Marktsektoren

bekamen noch einmal zusätzlich

Schwierigkeiten. Das vergangene Jahr verlangte

den kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU) in der MEM-Branche (Maschinen-,

Elektro-, Metallindustrie) alles ab.

Nach dem 15. Januar 2015 sank vor allem

der Absatz der zahlreichen KMU der Metall

verarbeitenden Industrie, insbesondere der

Lohnfertiger. Bis zum dritten Quartal sanken

die Umsätze kontinuierlich. Die Branche

baute massiv Arbeitsplätze ab und der Stellenabbau

wird auch 2016 weitergehen.

Zahlreiche Unternehmen prüfen die Verlegung

ins Ausland. Die Schweiz erlebt seit

Anfang 2015 eine Deindustrialisierung in

einem ganz neuen Ausmaß.

Die Schwäche dieses Kundensegments

spürt der Handel massiv. Entsprechend sank

die in die Industrie abgesetzte Menge des

Stahl- und Metallhandels in der Schweiz. Die

Bereinigung in der Industrie ging am Handel

nicht spurlos vorbei. Ein Stellenabbau bei den

Industriezulieferern und die Schließung einzelner

Standorte waren die Folge im letzten

Jahr. Eine Befragung unter den Vorstandsunternehmen

des Schweizerischen Stahlund

Haustechnikhandelsverbands SSHV hat

gezeigt, dass der Mitarbeiterstamm in der

Branche um 3 bis 3,5 % im Jahr 2015 reduziert

wurde. Im laufenden Jahr wird sich diese

Strukturbereinigung fortsetzen.

... und auf dem Rohwarenmarkt

Die Nachfrageseite ist jedoch nur eine Seite

der Medaille. Eine weitere Krankheit, die vor

0,95

April 2016


*Andreas Steffes ist Verbandssekretär / Geschäftsführer

bei dem Verband Handel Schweiz sowie u. a. beim

Schweizerischen Stahl- und Haustechnikhandelsverband

(SSHV)

stahlmarkt 06.2016


Österreich / Schweiz K 19

allem den Edelstahl-Rostfrei-Sektor befallen

hatte, war der massive Preiszerfall auf den

Rohstoffmärkten. Die Preise für Kupfer, Zink,

Nickel, Molybdän kannten nur eine Richtung:

talwärts. Der Verlust im Umsatz machte

zuzüglich zu den Einbußen nach dem

15. Januar noch einmal rd. 40 % aus. Dieser

Umstand ist auch für die traditionell sehr

konservativ finanzierten Schweizer Handels-KMU

nur schwer zu verkraften.

Auch die Bauwirtschaft zeigt

Schwächen

Das andere Standbein des Schweizer Stahlund

Metallhandels, die Bauwirtschaft, be -

ginnt ebenfalls zu schwächeln. Nach einer

jahrelangen Jagd zu jährlich neuen Rekorden

ist 2015 erstmals auch der Einsatz von

Bewehrungsstahl zurückgegangen. Nichtsdestotrotz

ist das Niveau in der Schweiz

noch immer erheblich und die Auslastung

der Biegereien ist entsprechend gut. Es ist

jedoch zu vermuten, dass der Kampf um

Marktanteile in Zukunft deutlich härter wird.

Der Stahlbau verharrt ebenfalls aktuell auf

einem niedrigen Niveau und auch hier

kämpft die Branche mit unzureichenden

Preisen. Es stehen dringende, produktivitätssteigernde

Investitionen aus.

2016 – quo vadis?

Die Marktentwicklung für 2016 ist unklar

und diffus. Der Start in das Jahr ist geglückt.

Viel hängt jedoch von einer Verbesserung

der wirtschaftlichen Situation in Europa und

Schweiz: Markt für Bewehrungsstahl

160

in 1.000 t

140

130

120

110

100

90

80

70

60

Zementverbrauch

Bewehrungsstahlverwendung

(einschließlich Matten)

1990 1995 2000 2005 2010 2015

der Entwicklung des Euros ab. Auch ungelöste

politische Themen in der Schweiz, wie

die Fortführung der Bilateralen Verträge mit

der EU oder die noch unklare Begrenzung

der Zuwanderung vermögender Ausländer,

die in der Vergangenheit die Bauindustrie

beflügelten, bergen Sprengkraft für die

Branche. Entspannung kommt jedoch von

der Beschaffungsfront. Der Markt scheint

seinen Boden gefunden zu haben. Die

Reduktion der Kapazitäten in China dürfte

ebenfalls den Markt aufatmen lassen. Digitalisierung,

die stärkere Vernetzung entlang

der Wertschöpfungsketten und die doch

spürbare Erhöhung der Produktivität der

Quelle: SSHV

Branche können dazu beitragen, dass auch

der Schweizer Stahlmarkt in diesem Jahr

seinen Boden gefunden hat.

K

(sm 160603421)

« KONTAKT

Schweizerischer Stahl- und

Haustechnikhandelsverband SSHV

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4010 Basel

Schweiz

Tel. +41 61 2289030

www.sshv.ch

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stahlmarkt 06.2016


20 K Österreich / Schweiz

Stahlhandel in Österreich

muss weiter kämpfen

von Mag. Norbert Thumfart* )

Die Preisentwicklung der Stahlprodukte in Europa hat im vergangenen

Jahr auch vor dem österreichischen Stahlhandel nicht halt gemacht.

Besonders betroffen davon sind der lagerhaltende Stahlhandel und die

Stahl-Service-Center, die als Bindeglied zwischen Stahlwerken und

Stahlverarbeitern fungieren. Nach neun Monaten eines kontinuierlichen

leichten Preisverfalls hat die Branche der dann rasante Preisverfall von

Oktober bis Dezember 2015 eiskalt erwischt.

Die aktuelle Situation belastet die Branche

gleich von mehreren Seiten: Denn durch

das extreme Überangebot stehen sowohl

die Kosten- wie die Erlösseite unter Druck.

Hinzu kommt, dass durch den ausgeprägten

»

Sinkende Erlöse und tiefere Margen

stehen nicht mehr ausreichend zur

Kostendeckung zur Verfügung.

Preisverfall der letzten drei Monate 2015 ein

Abwertungsbedarf des vorhandenen Lagers

bestand.

Kostensteigerungen können in einem

Umfeld sinkender Ein- und Verkaufspreise

allerdings schwer bis überhaupt nicht an die

Kunden weitergegeben werden. Hier bedarf

es eines Umdenkens in der Branche: Denn

wie man schon in der Grundschule lernt,

sind 20 % von 700 €/t beachtlich mehr als

20 % von 500 €/t – was leider aufgrund des

starken Wettbewerbs von den Marktteilnehmern

sehr oft vergessen wird. Die sinkenden

Erlöse und tiefere Margen/Spannen/

Deckungsbeiträge stehen dann nicht mehr

ausreichend zur Kostendeckung zur Verfügung.

*) Mag. Norbert Thumfart, Vorsitzender des Vorstands

der ARGE SMD und Geschäftsführer der Weyland GmbH

Umbruch in Österreichs Stahldistribution

noch nicht abgeschlossen

Zusätzlich hat der Preisverfall bei den Stahlprodukten

auch zur Zurückhaltung auf der

Kundenseite geführt. Die Losgrößen verringern

sich, die Lagerbestände der Kunden

sinken und die Servicekosten für den Handel

steigen.

Die »giftige« Mischung sinkender Erlöse

und steigender Kosten hinterlässt natürlich

ihre Spuren. Gängige Meinung in der Branche

ist gegenwärtig, dass der Umbruch in

der österreichischen Stahldistribution nach

den Jahren 2012/2013 noch nicht abgeschlossen

ist und weitere Einschnitte auf die

Marktteilnehmer zukommen werden.

Dabei vereinfacht auch die seit April 2016

jüngst eingekehrte, rasante Preisumkehr die

»

Die Bauwirtschaft entwickelt sich

in Österreich 2016 mit einem

prognostizierten Wachstum von

über 3,2 % sehr positiv.

Situation nicht. Denn durch die Preisunsicherheiten

waren die Bestände im lagerhaltenden

Stahlhandel sehr niedrig. Durch

den rasanten Preisanstieg waren deshalb

Deckungskäufe zu höheren Preisen notwendig.

Viele Marktteilnehmer haben kundenseitig

Aufträge in den Büchern, die nicht

gedeckt waren – wodurch sie gezwungen

sind, mit Verlusten nachzudecken.

Positiv verlaufen ist in der jüngsten Vergangenheit

die Einführung der neuen Normen

EN 1090. Nach anfänglich höherem Aufwand

hat deren Einführung letztlich zu einer

Rationalisierung und Effektivitätssteigerung

im gesamten Ablauf von der Be schaffung

über die Einlagerung und Kommissionierung

bis hin zur Auslieferung und Dokumentation

geführt.

»

Stahlbedarf ist nicht selbstverständlich

– Bedarf muss

geweckt und erzeugt werden.

Werkstoff Stahl im Wettbewerb

mit anderen Materialien

Die Bauwirtschaft ist in Österreich 2014 und

2015 mit 2,7 bzw. 3,8 % gewachsen und

auch für 2016 ist der Ausblick mit einem

prognostizierten Wachstum von über 3,2 %

sehr positiv.

Problematisch ist die Entwicklung jedoch

im Hinblick auf die verwendeten Materia lien.

Durch starke Marketing- und PR-Kampagnen

ist es der Beton- und Holzlobby gelungen,

die Marktanteile von Holz und Beton

zulasten von Stahl massiv zu steigern. Beispiele

hierfür sind der mehrgeschossige

Holzbau in Wien oder das Abtragen der letzten

Stahlbrücke in Linz – an deren Stelle nun

eine Betonstahlbrücke über die Donau führt.

Um hier nicht tatenlos zuzusehen haben

sich die Arbeitsgemeinschaft Stahl- und

Metalldistribution (ARGE SMD) und der

österreichische Stahlbauverband zur Initia tive

»Bau mit Stahl« zusammengeschlossen. Dies

kann jedoch nur der Start für eine nationale

Kampagne sein, letztlich muss das Engagement

»Pro Stahl« auf internationaler Ebene

weitergeführt werden. Hier müssen Werke,

Trader, Händler und Verarbeiter gemeinsam

für unser Produkt – für unseren Stahl – auftreten

und gemeinsam die Vorteile präsentieren.

Denn der Stahlbedarf ist nicht selbstverständlich

– Bedarf muss ge weckt und erzeugt

werden. Nur so können wir sicher sein, auch

in Zukunft mit Stahl handeln zu können. Es

wäre schön, wenn hier eine europäische

Bewegung ins Leben gerufen werden könnte

und Stahl wieder positiv besetzt in aller

Munde ist. »We steel believe!«

K

(sm 160603317)

stahlmarkt 06.2016


SCHNELLER UND FLEXIBLER MIT

NEUER SCHNEIDANLAGE

Mittersill (Österreich). Variabilität und Agilität:

dies waren für die Neuschmid Christian GmbH

entscheidende Kriterien bei der Suche nach einer

neuen Schneidanlage. Die MasterCut-Plasmaschneidanlage

von MicroStep erfüllt die Kriterien

zur vollen Zufriedenheit. Die Firma Neuschmid

kann mit der hochmodernen Anlage nun schneller

und flexibler produzieren.

(Bild: MicroStep)

Mit der MasterCut-PrA 6001.20+S500 produziert die Neuschmidt

Christian GmbH flexibler, schneller und effizienter.

Der mittelständische Betrieb nahe Kitzbühel steht

mit seinem umfangreichen Leistungsangebot für

Flexibilität und Qualität. Um CNC-Brennschneiden,

Metallbau, CNC-Frästechnik, Reparaturen,

Schmiedearbeiten, Kraftwerkstechnik, Hydraulik

und Landtechnik kümmert sich das Fachpersonal

am Standort Tag für Tag. »Bei uns ist Vielseitigkeit

gefragt. Wir wollten Plasma, Autogen und auch

Fasen schneiden. Wir haben uns zuerst informiert,

anschließend bei drei Herstellern eine Vorführung

besucht. Da war Micro Step der Beste. Allein der

Rotator gab schon zu 60 bis 70 % den Ausschlag

dafür«, sagt Geschäftsführer Josef Gandler.

Die Firma Neuschmid entschied sich für eine

umfangreich ausgestattete Version der MasterCut

Baureihe – eine MasterCut-PrA 6001.20+S500.

Die CNC-Plasmaschneidanlage mit einer gesamten

Bearbeitungsfläche von 6.000 x 2.500 mm

wird mit einer HiFocus 161i neo mit automatischer

Gaskonsole und Contour-Cut-Speed-Technologie

von Kjellberg betrieben. Um auch höhere

Materialdicken effizient bearbeiten zu können,

wurde die Schneidmaschine mit dem Maschinenschneidbrenner

RHÖNA-FIT zum autogenen

Brennschneiden ausgerüstet. Ein integrierter

Schacht ermöglicht perspektivisch mit allen

Supporten die Rohr- und Profilbearbeitung mit

einem Durchmesser

bis 500 mm. Durch

eine optionale Gitterabdeckung

auf dem

Schacht können Bleche

mit 2.500 mm

Breite geschnitten

werden. Schlackenwannen

erleichtern

zudem den Abtransport

der anfallenden

Schlacke.

Über den hochwertigen

2D-Plasmaschnitt

hi naus bietet

die MasterCut-PrA

auch die Möglichkeit

zur 3D-Bearbeitung

beispielsweise für Fasenschnitte zur Schweißnahtvorbereitung.

Mit dem MasterCut-Rotator können

einfache V- und X-Nähte sowie auch komplexe

Y- oder K-Nähte mit Steg an das Material angebracht

werden. Abhängig von der Geometrie des

eingesetzten Plasmabrenners können Fasen bis zu

50° erzielt werden.

Der Start mit der neuen Schneidanlage verlief

reibungslos, die Umstellung von einer mehr als 25

Jahre alten Autogenschneidanlage wurde ohne

Probleme vollzogen. »Wir müssen noch ein bisschen

lernen, aber das ist normal. Wenn ich vom

Mini Cooper auf eine Rakete umsteige, muss ich

eben erst einmal den Umgang mit der neuen

Maschine lernen«, sagt der Geschäftsführer.

/

www.microstep-europa.de

K

5. Stanztec

Fachmesse für

Stanztechnik

Konstruktionselemente

Werkzeugsysteme

Produktionseinrichtungen

Materialfluss-Peripherie

Stanzteile

und Baugruppen

(sm 160603600)

FÖRDERTECHNIK FÜR NEUE

VERZINKER IN DER TÜRKEI

Linz /Ankara. Anfang April beginnt der Bau der

neuen Verzinkerei »Mizrak Metal« in Ankara mit

über 6.000 m 2 Hallenfläche. Ingenia, Linzer Spezialist

für den Bau von Feuerverzinkereien bzw.

Sonderanlagen, konnte sich die Lieferung wichtiger

Komponenten aus der Krantechnik bzw. Materiallogistik

sichern. Die neue Anlage soll im Oktober

fertig sein und im November in Betrieb gehen.

»Zu Beginn werden bei ›Mizrak Metal‹ rd.

40.000 t Stückgut und Kleinteile pro Jahr verzinkt,

in fünf Jahren sollen es dann 80.000 sein«, fasst

Philipp Roth, Sales-Director von Ingenia, den Plan

von Faruk Tugcu, Auftraggeber und Eigentümer

des türkischen Bauträgers »Tugcular« in aller Kürze

zusammen. Mit über 6.000 m 2 Hallenfläche

zählt »Mizrak Metal« zu den größeren Verzinkereien

in der Türkei.

www.ingenia.at

K

/

WS(SHN)/SE/ (sm 160603538)

21. – 23.

JUNI 2016

PFORZHEIM

www.stanztec-messe.de

stahlmarkt 06.2016


22 K Österreich / Schweiz

Internationale Wachstumsstrategie

konsequent verfolgt

voestalpine-Direktreduktionsanlage startet in Texas

Linz. Die voestalpine-Gruppe hat im Rahmen ihrer Konzernstrategie 2020

neben Asien auch Nordamerika besonders in den Wachstumsfokus

genommen. Der Konzern ist dort mit allen vier Divisionen und rd. 2.900

Mitarbeitern, an 64 Standorten und 28 Gesellschaften in Kanada

(10 Standorte), Mexiko (8) und den USA (46) vertreten.

Die Errichtung der Direktreduktionsanlage

in Corpus Christi, Texas, ist die bisher

größte Auslandsinvestition des Konzerns

bzw. eines österreichischen Unternehmens

in den USA, wie voestalpine-Chef Dr. Wolfgang

Eder Ende April auf einer Pressekonferenz

in Wien betonte. Die ebenfalls anwesende

US-Botschafterin Alexa Wesner lobte

das Werk als Vorzeigeunternehmen. Tatsächlich

machen der Einsatz von Erdgas

anstelle von Kohle sowie modernsten Technologien

im Bereich der Staubvermeidung

und Wasseraufbereitung die Anlage bereits

heute zur Umweltbenchmark – auch über

den NAFTA-Raum hinaus.

Die letzte Phase der Anlagenmontage einschließlich

Implementierung von Prozessund

Leittechnik wurde zu diesem Zeitpunkt

(Ende April) bereits von Testläufen ausgewählter

Einzel- bzw. Teilanlagen begleitet.

Die Anlage soll weitgehend planmäßig im

Verlauf des Sommers 2016 in Betrieb gehen.

Das neue Werk wird dann ab dem kommenden

Geschäftsjahr jährlich 2 Mill. t an vergleichsweise

kostengünstigem, aber hochqualitativem

HBI (Hot Briquetted Iron –

»Eisenschwamm«) als anspruchsvolles Vormaterial

für die Stahlproduktion herstellen.

Schon im letzten Geschäftsjahr hat die

Unternehmensgruppe in dieser Region ein

Umsatzvolumen von rd. 1 Mrd. € erwirtschaftet.

Wolfgang Eder strebt bis 2020 eine

Verdreifachung des Umsatzes an. »Die Di -

rektreduktionsanlage in Corpus Christi wird

als weltweit größte und modernste ihrer Art

einen wesentlichen Beitrag zu diesem Umsatzanstieg

der voestalpine in Nordamerika

leisten«, versprach der Vorstandsvorsitzende

der voestalpine AG. Durch die bereits erfolgte

Fixierung mehrerer langfristiger Lieferverträge

mit renommierten Kunden im NAFTA-

Raum und Europa – jüngst mit dem mexikanischen

Stahlproduzenten TYASA – sowie

Blick auf die HBI-Anlage in Corpus Christi

im Bau

(Foto: voestalpine)

stahlmarkt 06.2016


Österreich / Schweiz K 23

dem voestalpine-Eigenbedarf von 800.000 t

HBI jährlich sind insgesamt bereits über

80 % des Produktionsvolumens schon vor

Inbetriebnahme der Anlage vergeben.

Hohe lokale Wertschöpfung

Bau und Konstruktion des Herzstücks der

neuen Anlage, des 137 m hohen Reduktionsturms,

sind abgeschlossen. Mit der finalen

Montage von Elektrik, Rohrleitungen und

Fördertechnik und nach einem schrittweisen

Ausbau der Testläufe bis zur Gesamtanlage

soll in diesem Sommer der Hochlauf des neuen

Werkes erfolgen. Der Kai des werkseigenen

Hafens ist betriebsbereit. Ende April

konnte dort das erste Frachtschiff mit

120.000 t Erzpellets aus Brasilien anlegen.

Die voestalpine werde am neuen Standort

in den kommenden zehn Jahren für

eine regionale Wertschöpfung von bis zu

600 Mill. USD sorgen und 150 langfristige

Arbeitsplätze schaffen, versprach Eder. Die

zukünftige Stammbelegschaft ist bereits

nahezu komplett.

voestalpine im NAFTA-Raum

Bereits 9 % des Konzernumsatzes von insgesamt

11,2 Mrd. € erwirtschaftete die

»

Das nordamerikanische Werk wird maßgeblich

zur Absicherung der beiden österreichischen

Stahlstandorte in Linz und Donawitz beitragen.

Wolfgang Eder

voestalpine mit rd. 3.000 Mitarbeitern an 64

Standorten im Geschäftsjahr 2014 / 15 in

den NAFTA-Ländern Kanada, USA und Me -

xiko. Alleine in den USA wurde mit 2.400

Mitarbeitern ein Umsatz von 810 Mill. €

erzielt. Wichtigste Wachstumsbranchen auf

diesem Markt stellen die Automobilindustrie

und der Eisenbahninfrastruktursektor dar.

Die größte Einzelgesellschaft des Konzerns

in den USA ist die voestalpine Nortrak, die

mit rd. 1.000 Mitarbeitern sowie sieben Produktionsstandorten

Markt- und Technologieführer

im Bereich der Weichentechnik in

Nordamerika ist. Stark vertreten

ist die Unternehmensgruppe

voestalpine

zudem in den Bereichen

Edelstahl, Öl / Gas und Luftfahrt.

Im Übrigen stehen

aktuell rd. 13 % der voestalpine-Aktien

im Eigentum

nordamerikanischer Investoren. Videos zur

HBI- Anlage und deren Bau sind auf der

Website des Konzerns zu finden.

/

www.voestalpine.com

K

(sm 160603512)

Anarbeitung in Perfektion.

www.universal-stahl.com

UNIVERSAL Eisen und Stahl GmbH

Hauptsitz Neuss

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Tel.: +49 2131 185-0

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24 K Österreich / Schweiz

Schnelle Ein- und Auslagerung

Blechlager mit optimaler Raumnutzung und variabler Beladehöhe

Achern/St. Georgen bei Grieskirchen. Beim Bau seiner Sonderfahrzeuge

und Container setzt die österreichische Gföllner Fahrzeugbau und

Containertechnik GmbH auf eine automatisierte Fertigung im Drei-Schicht-

Betrieb. Dabei übernimmt ein Kasto-Blechlager vom Typ Uniline 3.0 sowohl

die effiziente und schnelle Ein- und Auslagerung als auch die zuverlässige

Versorgung zweier Laserschneidmaschinen.

Lkw-Aufbauten, Anhänger, Sattelauflieger

oder die Montage von Ladebordwänden:

Die Gföllner Fahrzeugbau und Containertechnik

GmbH mit Sitz im österreichischen

St. Georgen bei Grieskirchen hat eine

Lösung für nahezu jede Transportanforderung.

Aus dem erfolgreichen Sonderfahrzeugbau

hat sich ab den 1980er-Jahren der

Spezialbereich Containerbau entwickelt, der

schon mehr als 15.000 Einheiten für den

weltweiten Einsatz produziert hat. Großund

maxiformatige Bleche aus Stahl und

anderen Materialien bilden die Basis für die

einzelnen Container- und Fahrzeugteile.

Laserschneidmaschinen erledigen den richtigen

Zuschnitt. Anschließend werden die

Teile bis zur Weiterverarbeitung zwischengelagert.

Neuer Standort für mehr

Kapazitäten

Der bisherige Fertigungsstandort stieß an

die Grenzen seiner Kapazität und Gföllner

entschied sich daher für einen Umzug.

Dabei sollte die Blechbearbeitung mit dem

angeschlossenen Lagersystem am neuen

Standort komplett neu aufgebaut werden.

Ziel war, die Fertigungsleistung deutlich zu

steigern. Die Laserbearbeitung sollte im

Drei-Schicht-Betrieb arbeiten, mit einer

mannlosen Nachtschicht. Als Partner für dieses

Projekt entschied sich Gföllner für die

Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG.

Kasto installierte für den Fahrzeug- und

Containerbauer ein doppelseitiges Längslager

vom Typ Uniline 3.0. Diese automatischen

Lagersysteme sind für die effiziente,

einfach tiefe Lagerung von unterschiedlichen

Blechformaten konstruiert. In diesem

Fall verfügt die eine Seite über nutzbare

Abmessungen von 3.000 mm x 1.500 mm,

die zweite von 4.000 mm x 2.000 mm.

Damit kann Gföllner sowohl Bleche im

Großformat GF als auch im Maxiformat XF

auf Systempaletten lagern. Die maximale

Nutzlast pro Palette beträgt 3 t. Bis zu 846

Lagerplätze stehen dem Unternehmen je

nach der Beladehöhe zur Verfügung Diese

lässt sich bei den Uniline-Lagern flexibel variieren,

sodass das Lager den vorhandenen

Raum optimal ausnutzt.

Kurze Zugriffszeiten und

hoher Lagerdurchsatz

Über eine kombinierte Ein- und Auslagerstation

gelangen die angelieferten Blechpakete

im GF- und XF-Format in das Lager. Die Einund

Auslagerung übernimmt ein zwischen

den beiden Regalreihen angeordnetes Re -

galbediengerät (RBG). Dieses ist mit einer

Kombitraverse ausgestattet, es kann sowohl

GF- als auch XF-Paletten handhaben. Mit

einer Vorfahrgeschwindigkeit von bis zu

100 m/min und einem maximalen Hub von

24 m/min ist es zudem äußerst dynamisch.

Dies sorgt für kurze Zugriffszeiten und einen

« KONTAKT

Kasto Maschinenbau GmbH & Co. KG

Industriestraße 14

77855 Achern-Gamshurst

Tel. +49 7841 61-0

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Die Beladehöhe des UNILINE-Lagers lässt sich

variieren. Damit nutzt es den vorhandenen

Raum optimal aus.

stahlmarkt 06.2016


Österreich / Schweiz K 25

Die vorbearbeiteten Blechteile werden

zunächst zwischengelagert.

hohen Lagerdurchsatz. An das Lager angebunden

sind zwei vollautomatische Flachbettlasermaschinen:

je eine für Bleche im

Großformat bzw. im Maxiformat. Die Ma -

schinen werden von je einem vollautomatischen

Doppelwagen be- und entladen. Die

bearbeiteten Blechteile gelangen zunächst

wieder in das Lager, bis sie nach dem »Warezum-Mann«-Prinzip

für die weitere Verarbeitung

einzeln ausgelagert werden. Die

geschieht je nach Größe der Teile über die

Ein- und Auslagerstation oder über eine

weitere Station im GF-Format, die die ge -

schnittenen Bleche auf zwei Arbeitsplätzen

zur Verfügung stellt. Für die Lagerverwaltung

wurde die Software Kastolvr installiert.

Sie sorgt dafür, dass sämtliche Prozesse in

(Fotos: KASTO)

der Blechlagerung und -verarbeitung schnell

und effizient sowie materialschonend ablaufen.

Auch eine chargentreue Fertigung wird

durch die Nachverfolgbarkeit aller Teile im

System möglich. KASTOlvr optimiert zudem

die Fahrwege des Regalbediengeräts und

kümmert sich um eine gleichmäßige Auslastung

der beiden Lasermaschinen.

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Pilgerstraße 27

45473 Mülheim an der Ruhr

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26 K Branchenbericht

Stimmung bei den

Stahlverarbeitern hebt sich

Zulieferer kritisieren Folgen der Energiewende

Düsseldorf (kv). Die Zulieferbranche Stahl- und Metallverarbeitung

kommt nur mit kleinen Schritten voran. Ein ab April verbessertes

Geschäftsklima lässt bei der Mehrzahl der Unternehmen aber für 2016

einen »verhaltenen Optimismus« zu. Das vergangene Jahr blieb mit einem

Produktionswachstum von 0,5 % klar hinter den Erwartungen zurück.

Die Stimmung in der ganz überwiegend

mittelständischen Branche hat sich seit Jahresbeginn

etwas gebessert. Berichtete der

WSM Wirtschaftsverband Stahl-und Metallverarbeitung

in Düsseldorf zunächst, »die

Stimmung hat sich zum Start in das Jahr

merklich abgekühlt«, so sind jetzt moderate

positive Töne zu hören. WSM-Hauptgeschäftsführer

Christian Vietmeyer geht von

einem Produktionswachstum von 1 % aus:

»Die Unternehmen

sind mit gestiegener

Zuversicht ins zweite

Quartal des Jahres

2016 gestartet.«

Sowohl die Beurteilung

der aktuellen

Geschäftslage als

auch die Zukunftserwartungen

legten im April zu. »Der erneut

deutlich verbesserte Geschäftsausblick lässt

das Klima um 4,5 Saldenpunkte ansteigen,

eine in dem Ausmaß seltene Verbesserung,

die zuletzt im Januar 2015 mit + 4,6 Punkten

vergleichbar war«, ergänzt Holger Ade,

im Verband für Volks- und Betriebswirtschaft

zuständig. Das seien positive Signale,

die durch einen Produktionsanstieg von

2,4 % in den ersten zwei Monaten bestätigt

würden.

Im Maschinenbau fehlt

der Schwung

Auch deshalb falle der Ausblick auf das

Gesamtjahr angesichts der Erwartungen der

wichtigsten Kunden der Branche »verhalten

optimistisch« aus. »Die Pkw-Nachfrage bleibt

»

Die Unternehmen sind mit

gestiegener Zuversicht ins zweite

Quartal des Jahres 2016 gestartet.

Christian Vietmeyer, Hauptgeschäftsführer

des WSM – Wirtschaftsverband Stahl- und

Metallverarbeitung

global trotz Schwächen auf einigen Märkten

intakt, jedenfalls deuten dies die aktuellen

Zulassungszahlen und die Erwartungen für

die Branche an«, erwartet Vietmeyer. Auch

die endverbrauchernahen Produzenten würden

angesichts des kräftigen Konsums und

weiterhin niedriger Zinsen und Inflation optimistisch

in das Jahr 2016 blicken. Dagegen

komme die Nachfrage anderer wichtiger

Kundenbranchen wie des Maschinen- und

Anlagenbaus wohl

noch nicht nennenswert

in Schwung.

Der Investitionsstau

löst sich allenfalls

sehr langsam auf. Im

Einzelnen, so erläutert

Ade, geht etwa

40 % der Produktion

in die Autoindustrie, die in Deutschland

ein Absatzplus von 1 % erwartet und in den

eigenen Werken der deutschen Hersteller im

Ausland von 3 %. Weltweit soll die Autoproduktion

nach Schätzungen der Marktforscher

um 2 % wachsen. Der Maschinenbau,

der rd. 20 % der WSM-Produkte abnimmt,

rechnet für 2016 mit Stagnation der Produktion.

Der Rest von rd. 40 % entfällt vor allem

auf die Elektroindustrie und den Bau.

Das direkte Auslandsgeschäft macht in

der Stahl- und Metallverarbeitung etwa ein

Drittel des Gesamtumsatzes aus, wobei

58 % der Exporte an Länder der Euro-Zone

gehen. Mit knapp 8 % Exportanteil sind die

USA der wichtigste Markt außerhalb Europas.

Im Schlussquartal 2015 lagen die Auslandslieferungen

um 4 % unter dem hohen

Vorjahreswert. Auf Jahressicht sind jedoch

0,9 % mehr Exporte getätigt worden als

2014. Die Auftragseingänge aus dem Ausland

haben sich in dem Zeitraum allerdings

um 3,2 % abgeschwächt. Das sei zwar

einem Basiseffekt geschuldet, da im Vorjahr

Großaufträge das Bild verzerrt hätten,

gleichwohl sei aber auch die Entwicklung im

Jahresverlauf nicht erfreulich. Die Wachstumsschwäche

der Schwellenländer mache

sich bemerkbar. Um mehr als 1 % Wachstum

zu erzielen, müsse es der Branche gelingen,

eigene »Innovationen in die Kundenprodukte

einzubringen, die dort für echte

Mehrwerte sorgen, etwa über die Trendthemen

Leichtbau und Effizienz«. Dann könnte

auch das Auslandsgeschäft nochmals in der

Größenordnung 1 % zulegen. Insbesondere

der Leichtbau in der Autoindustrie sei ein

sehr aktuelles Thema.

Das Jahr 2015 war nach Darstellung des

WSM geprägt von hohem Kostendruck und

zunehmend schwierigeren Verhandlungen

entlang der Lieferkette. Ade: »Zudem haben

negative Berichte über die konjunkturellen

Aussichten in China, die Abgasmanipulationen

bei VW sowie die gestiegene Bedrohung

durch terroristische Aktivitäten sicherlich

mindestens zeitweise zu Verunsicherungen

geführt. Gleichwohl haben die mittelständischen,

überwiegend familiär geführten

Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung

die Herausforderungen des

zurückliegenden Jahres gemeistert und sich

im Weltmarkt erneut behauptet.« Die Produktion

ist um 0,5 % gewachsen. Erwartet

hatte der Verband ein Plus von 3 %. Das

Konjunkturbild der Vorjahre habe sich

erneut wiederholt, einem positiven ersten

Halbjahr folgte ein schwächeres zweites

Semester. In jedem Quartal des Jahres 2015

lag die Produktion um 0,5 % über dem Vorjahresquartal.

Der Umsatz stagnierte bei 79,9 (79,8)

Mrd. €. Davon entfielen 35,0 (35,1) Mrd. €

auf Vorprodukte (zum Beispiel Kaltband,

gezogenener Draht, Blech- und Schmiedeteile),

25,1 (25,4) Mrd. € auf Endprodukte

(Schrauben, Federn, Tore und Gartengeräte)

und 19,8 (19,3) Mrd. € auf Dienstleistungen

(Wärmebehandlung von Stahl- und Aluminiumteilen,

mechanische Bearbeitung). Die

Zahl der Beschäftigten lag Ende 2015 bei

über 351.300 Mitarbeitern in den Betrieben

mit mehr als 50 Beschäftigten und damit

stahlmarkt 06.2016


Branchenbericht K 27

0,3 % höher als ein Jahr zuvor. Zur Struktur

der Branche: Von den rd. 5.200 Unternehmen

haben 79 % weniger als 100 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, 19 % haben 100

bis 500 und 2 % mehr als 500.

ArGeZ mit 222 Mrd. € Umsatz

Die gesamte Zulieferindustrie, die in der Ar -

beitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ)

ihre gemeinsamen Interessen vertritt, hat

mit ihren sechs Branchen 2015 den Umsatz

um 2 % auf 222 Mrd. € steigern können.

Für 2016 zeigt sich ein tendenziell vielleicht

etwas matteres Konjunkturbild als bei den

WSM-Unternehmen. Vietmeyer, der zurzeit

Sprecher der ArGeZ

ist, in der die WSM-

Unternehmen mit

einem Umsatzanteil

von 36 % ein wichtiger

Faktor sind,

rechnet zwar »für

die deutsche Zu -

lieferindustrie mit

einer Fortsetzung des leichten Wachstums

in Höhe von 1 % im Jahr 2016«. Er schränkt

indessen ein: »Das Geschäftsklima hat sich

zwar nicht weiter abgeschwächt. Dennoch

bleibt insbesondere beim Blick auf den weiteren

Jahresverlauf eine skeptische Grundstimmung.

Im Gegensatz zum verarbeitenden

Gewerbe insgesamt sind die mittelfristigen

Zukunftserwartungen der Zulieferer

nicht optimistischer geworden. Stagnationssignale

aus dem Maschinen- und Anlagenbau

sowie reduzierte Exportperspektiven

tragen dazu bei, mit eher verhaltener Erwartung

auf den weiteren Jahresverlauf zu blicken.

Gerade aus wichtigen rohstoffnahen

Branchen des Maschinen- und Anlagenbaus

sind positive Konjunktursignale unverändert

Mangelware.«

Zudem schwebe über allem die Frage,

inwieweit die Schwächesignale aus Asien

durch andere Regionen überhaupt ausgeglichen

werden könnten. »Global sehen die

Zulieferer Risiken aus den konjunkturellen

Abkühlungen in Asien bzw. den anhaltenden

Schwächen in den BRIC-Staaten.« In -

dien und Brasilien erfüllten die einstigen

Erwartungen nicht. Ein besonderes Problem

sei Russland. »Die Sanktionen sind politisch

gerechtfertigt, können aber kein Dauerzustand

sein. Hier sollte auf Lösungen hingearbeitet

werden«, fordert Vietmeyer.

TTIP ist »in hohem Maße

erwünscht«

Im Auftritt des amerikanischen Präsidenten

Barack Obama auf der Hannover Messe

sehen die deutschen Zulieferer nach Vietmeyers

Worten »ein starkes Signal und ein

Bekenntnis für die Industrie und die industriellen

Wertschöpfungsketten in den USA

und Deutschland.« Der nordamerikanische

Markt werde attraktiver für die deutsche

Zulieferindustrie, die Entwicklung der Exporte

in die USA könne als gut bezeichnet werden.

Insbesondere könnten von diesem

Markt positive Impulse für die Zulieferer

ausgehen. Der erfolgreiche Abschluss der

»

Bei den häufig relativ kleinen Gewinnmargen in der

Zuliefer industrie frisst die Energiekostenbelastung die

Rentabilität auf.

Christian Vietmeyer, auch Sprecher der ArGeZ. Arbeitsgemeinschaft

Zulieferindustrie

Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

In der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie

(ArGeZ) haben sich die Verbände der Branchen

Gießerei-Industrie, Kunststoffverarbeitung, Stahlund

Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie,

Kautschukindustrie sowie technische Textilien

zusammengeschlossenen. Die 1993 gegründete

Interessengemeinschaft vertritt etwa 9.000 Zu -

lieferer, die mit rd. 1 Mill. Beschäftigten einen

TTIP-Verhandlungen werde von der Zulieferindustrie

in hohem Maße gewünscht. Gerade

bei Zulieferteilen, z. B. für die Automobilindustrie,

zeigten sich die praktischen Vorteile

von TTIP. Wenn deutsche Unternehmen

in den USA auf erneute aufwendige Zulassungsverfahren

verzichten könnten, steige

ihre Wettbewerbsfähigkeit: »Unterm Strich

sehen wir uns als Gewinner eines offeneren

transatlantischen Marktes. TTIP wird so zur

Schaffung von Arbeit und Beschäftigung

beitragen, ohne dass erhöhte Risiken für

Mensch und Umwelt entstehen.«

Besonders verunsichert seien »die Entscheider

vieler Branchen« weiterhin durch

die Energiewende. Fehlende Planbarkeit der

zu erwartenden Kosten erschwerten es

jedenfalls immer mehr, Investitionsentscheidungen

zugunsten des Standorts Deutschland

zu treffen, so Vietmeyer. In Deutschland

leiden seinen Worten zufolge viele

Zulieferer zunehmend unter den steigenden

Energiepreisen, die im Vergleich zu fast allen

anderen europäischen Ländern und zu den

USA sowie Asien mit Abstand die höchsten

seien. Insbesondere die EEG-Umlage drücke

den Strompreis hoch. »Die meisten Zulieferer

zahlen diese vollumfänglich und sind

nicht entlastet. Überdies sind die Netzentgelte

für viele erneut gestiegen, durchschnittlich

um 10 % von 2015 nach 2016.

Eine Weitergabe im Markt ist indes nicht

möglich. Bei den häufig relativ kleinen

Gewinnmargen in der Zulieferindustrie frisst

die Energiekostenbelastung die Rentabilität

auf«, beklagt der ArGeZ-Sprecher.

Ein nationales Risiko für die Zulieferer

könnte sich aus der diskutierten Anhebung

des ausländischen Wertschöpfungsanteils

bei Exportgütern, die durch staatliche Hermes-Bürgschaften

abgesichert werden, er -

geben. Zum Beispiel die Anlagenbauer forderten,

dass in Zukunft bis zu 75 % des

exportierten Produkts nicht mehr aus

Deutschland stammen dürften. Bislang

muss mehr als die Hälfte des Exportprodukts

aus Deutschland kommen, damit der Staat

und damit der Steuerzahler die Haftung für

den Ausfall des Kaufpreises übernimmt.

Sollte die Erhöhung des ausländischen Wertschöpfungsanteils

kommen, könnten sich

Abnehmer häufiger gegen deutsche Zulieferer

entscheiden, befürchtet der ArGeZ-

Sprecher.

Bei Industrie 4.0

»Politik und Staat gefordert«

Die ArGeZ äußert sich auch zum Thema

Industrie 4.0, das nach Meinung einiger

Marktbeobachter vom industriellen Mittel-

Umsatz von 222 Mrd. € erwirtschaften. Sie hat die

Aufgabe, die Belange der zumeist mittelständischen

Zulieferfirmen in der Öffentlichkeit und

Politik deutlich zu machen. Die ArGeZ setzt sich

zudem für faire Geschäftsbeziehungen und ein

ausgewogenes Verhältnis zwischen Zulieferern

und Kunden ein.

stahlmarkt 06.2016


28 K Branchenbericht

stand nur zögerlich bearbeitet wird. Vietmeyer:

»Die Hersteller von Teilen und Komponenten

für Maschinen, Anlagen, Automobilen

und anderen Wirtschaftsgütern

verfolgen derzeit sehr aufmerksam die Möglichkeiten,

die sich mit dem Begriff Industrie

4.0 in Verbindung bringen lassen. Für

die eigene Fertigung wird damit gerechnet,

dass durch intelligentere Maschinen verbesserte

Produkte, aber auch effizientere Herstellungsverfahren

möglich werden. Zum

Beispiel durch bessere Auslastungskonzepte,

weil frühzeitig Daten aus den jeweiligen

vorgelagerten Wertschöpfungsstufen zur

Verfügung stehen. Dieser Austausch wird

jedoch bei den meisten Zulieferunternehmen

nur schrittweise und somit als Evolution

erfolgen.« Industrie 4.0 sei für die Zu -

lieferindustrie das »Zusammenspiel der

Beherrschung der Marktveränderung, der

Mensch- Maschinenkommunikation für die

Verbesserung der Produktionseffizenz und

der intelligente Einsatz neuer Produktionsmethoden.«

Für all das seien aber Voraussetzungen

sicher zu stellen, wie Breitbandverfügbarkeit

mit den entsprechenden

Übertragungsraten, ein Konzept zur Datensicherheit

und die konsequente Nachwuchsförderung

für diese Techniken. Vietmeyer:

»Hier sind die Politik und die Industrie gleichermaßen

gefordert.«

K

(sm 160603571)

AUTOMATISCHE KLEINTEILE-

LAGER: LIEFERANTEN-

ZUFRIEDENHEIT AUSGEWERTET

München. Zum ersten Mal hat GMP München,

Gesellschaft für Marketing und Public Relations,

die Lieferantenzufriedenheitsstudie für den Be -

reich automatische Kleinteilelager (Mini-Regalbediengeräte

und Shuttlesysteme) in Deutschland

durchgeführt. Investoren dienen die Ergebnisse als

Orientierungshilfe bei der Suche nach zuverlässigen

Lieferanten aus diesem Marktsegment. Die

Studie wurde im zweiten Quartal dieses Jahres mit

213 Teilnehmern abgeschlossen und kann als PDF

(Berichtsband und Tabellenteil) bezogen werden.

Nach dem Motto: »Aus der Praxis, für die Praxis«

haben Kunden aus Branchen mit lager affinen

Gütern die Hersteller von automatischen Kleinteilelagern

(AKL), deren Produkte und Leistungen

bewertet. Für Unternehmen, die in AKL investieren

wollen, erstellt die GMP Anbieterprofile und Rankings.

Studienportrait, Frageboge und Bestellformular

stehen auf der GMP-Website bereit.

www.gmp-muenchen.de

K

/

Rohstahlproduktion

im April 2016

WS(SHN)/SE/ (sm 160603590)

Düsseldorf. Die Stahlerzeugung in Deutschland

bleibt vorerst im Rückwärtsgang. Im April

ist die Rohstahlproduktion um 1,5 % auf

3,6 Mill. t und damit das sechste Mal in Folge

im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen.

Aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen

auf dem europäischen Stahlmarkt

hat sich im ersten Quartal vor allem die

Erzeugung warmgewalzter Stahlerzeugnisse

deutlich verringert (– 6 %). Auch die Rohstahlerzeugung

ist im bisherigen Jahresverlauf

bislang spürbar rückläufig.

(Quelle: Stahl-Zentrum)

K

HOESCH HOHENLIMBURG BEIM

BEDEUTENDEN »DEUTSCHEN

INNOVATIONSPREIS«

Essen. Nahezu grenzenlose Geschäftsprozesse

gibt es beim Mittelbandspezialisten von thyssenkrupp,

der Hoesch Hohenlimburg GmbH. Beim

Warmwalzwerk ist die prozessuale und digitale

Vernetzung in der Produktion bereits Realität. So

legt beispielweise der Kunde selbst fest, wann

sein Mittelband in Hohenlimburg gefertigt wird.

Gleichzeitig steuert der Bandstahl-Hersteller

direkt die Belegung der Stranggießanlage beim

Vormateriallieferanten in Duisburg. Für diesen

Ansatz erreichte Hoesch Hohenlimburg das Finale

beim »Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft«

in der Kategorie »Industrie 4.0« und

wurde im Rahmen der offiziellen Verleihungsveranstaltung

als Finalist geehrt. »Unsere kundenorientierte

Lösung zeigt, wie mit Hilfe neuer Technologien

Geschäftsprozesse über die eigenen

Unternehmensgrenzen hinaus weiter entwickelt

und optimiert werden können«, betont Norman

Baltrusch, Mitglied der Geschäftsführung von

Hoesch Hohenlimburg. »Dass wir mit diesen Verbesserungen

im Finale dieses renommierten Wettbewerbs

vertreten waren, ist ein zusätzlicher

Ansporn für uns.«

Ziel von thyssenkrupp ist es, ein digitales Unternehmen

zu werden. Dafür ist Hoesch Hohenlimburg

schon jetzt ein gutes Beispiel im Konzern.

Hier werden kaufmännische, administrative und

technische Daten aus unterschiedlichen Bereichen

ausgetauscht und miteinander verknüpft. Damit

kann seitens Hohenlimburg exakt festgelegt werden,

wann welche Bramme mit welcher Spezifikation

erschmolzen wird. Dadurch können Kunden,

die im Wesentlichen aus der Automobil- und

Kaltwalzindustrie kommen, ihre Aufträge flexibel

terminieren und auch kurz vor dem Walzprozess

noch Änderungen bei der Terminierung oder den

Materialeigenschaften vornehmen. Dies gilt auch

bei kurzfristigen Modifikationen bei kleinem

Bestellumfang. »Wir nutzen diesen Ansatz, weil

wir zielgerichtet in unserem Geschäft wachsen

wollen«, betont Ulrich Schneppe, Leiter IT bei

Hoesch Hohenlimburg. »Durch die horizontale

und vertikale Integration – zwei Hauptelemente

von Industrie 4.0 – wird damit die Kundenbindung

verbessert.«

Das waren Gründe genug für die Jury beim

»35. Deutschen Innovationspreis«, den Stahlverarbeiter

unter die Finalisten in der Kategorie

Industrie 4.0 zu wählen. Den ersten Platz und

damit Sieger in dieser Kategorie wurde die Trumpf

GmbH.

www.thyssenkrupp-steel.com K

/

WS(SHN)/SE/ (sm 160603506)

ENERGIEWIRTSCHAFT UND

STAHLINDUSTRIE KOOPERIEREN

Saarbrücken. Die VSE AG und die SHS – Stahl-

Holding-Saar GmbH & Co. KGaA haben im Februar

die Gesellschaft SHS Ventures GmbH & Co.

KGaA gegründet, mit dem Ziel, gemeinsam neue

Geschäftsfelder für den Standort Saarland zu

identifizieren und zu entwickeln. Damit ergeben

sich neue Chancen, um aktiv an aktuellen Entwicklungen

teilnehmen zu können. SHS Ventures

wird gezielt Kontakt aufnehmen zu Start-Up-

Unternehmen u. a. in den Bereichen Industrie 4.0,

Infrastruktur, Energiewirtschaft. Die VSE-Gruppe,

Saarländischer Energieversorger, verbindet eine

langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit der

saarländischen Stahlindustrie. Darauf wollen die

Unternehmen nun aufbauen. In der gemeinsamen

Gesellschaft SHS Ventures bündeln SHS – Stahl-

Holding-Saar GmbH & Co. KGaA und VSE AG

diesbezüglich ihre Geschäftsentwicklungsaktivitäten

und wollen zudem eine Plattform für mehr

Wachstum und Innovation schaffen. SHS Ventures

hat die Arbeit bereits aufgenommen. Zurzeit werden

erfolgversprechende Start-Up-Unternehmen

aus dem In- und Ausland identifiziert und geprüft.

www.vse.de

K

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WS(SHN)/SE/ (sm 160603529)

stahlmarkt 06.2016


Branchenbericht K 29

WETTBEWERB FÜR ENERGIE EFFIZIENTE

UNTERNEHMEN

Berlin. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) sucht herausragende Energieeffizienzprojekte

für den Energy Efficiency Award 2016. Bis zum 30. Juni 2016

können sich Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe für die interna

tionale Auszeichnung bewerben, die mit Preisgeldern von insgesamt

30.000 € dotiert ist. »Jedes einzelne Projekt ist eine Erfolgsgeschichte für die

angewandte Energiewende«, so Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der

dena-Geschäftsführung. Insgesamt wurden durch alle bisher eingereichten

Projekte rd. 8 TW/h Energie jährlich eingespart.

www.EnergyEfficiencyAward.de

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 160603563)

DB SCHENKER AWARD 2016 –

AUSSCHREIBUNG STARTET

Berlin. Einer der wichtigsten internationalen Preise der Logistikbranche

geht in die nächste Runde – der DB Schenker Award. Bis zum 31. Juli 2016

können sich junge Nachwuchswissenschaftler mit ihrer Dissertation, Habilitation

oder einer vergleichbaren wissenschaftlichen Arbeit bewerben. Voraussetzung:

Die wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit einem Thema aus

den Bereichen Logistik, Transport oder Verkehrswesen. Auch Arbeiten aus

anderen Themenbereichen sind möglich, sofern sie einen besonderen Bezug

zur Logistik vorweisen können.

www.dbschenker.com/award

K

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WS(SHN)/SE/ (sm 160603503)

FALLSTRICKE FÜR WERTSTOFFSAMMLER

Düsseldorf/Berlin. Nach Ansicht der beiden führenden Verbände der

Metallrecyclingwirtschaft, BDSV e.V. und VDM e.V., bildet die vom Umweltbundesamt

(UBA) veröffentlichte neue Studie zur Entwicklung der Wertstoffsammlungen

die Realität nur unzureichend ab: »Nicht einmal die Hälfte der

Bundesländer haben vollständige Daten darüber abgeliefert, inwieweit die

Behörden in den letzten Jahren Verbote für private Wertstoffsammler ausgesprochen

haben – daher gibt die Studie maximal eine halbe Wahrheit wieder«,

so Rainer Cosson, Hauptgeschäftsführer der BDSV (Bundesverband

Deutscher Stahlrecyclings- und Entsorgungsunternehmen e.V.). Der Verband

vertritt die Interessen sämtlicher Stahlrecyclingunternehmen in Deutschland.

Bemerkenswert sei nach Ansicht der Verbände jedoch die Aussage in der

UBA-Studie, dass die privaten Sammler gegenüber den kommunalen Entsorgern

benachteiligt seien. Wörtlich heißt es auf S. 22 der Studie: »Die gewerblichen

Sammlungen haben im Wettbewerb mit dem ÖrE (öffentlich-rechtlicher

Entsorger) gewisse Nachteile.«

»Die Studie bestätigt zudem, dass Kommunen viel häufiger Verbote für

private Sammler aussprechen, wenn sie Wertstoffsammlungen selbst durchführen

können und wollen«, so VDM-Hauptgeschäftsführer Ralf Schmitz. Der

VDM (Verband Deutscher Metallhändler e.V.) repräsentiert rd. 90 % der

deutschsprachigen Unternehmen im Bereich Buntmetall-Handel & Recycling.

Rainer Cosson: »1361 Untersagungen von gewerblichen, privaten Wertstoffsammlungen

in 33 Monaten mögen wenig klingen, sind aber über 40

pro Monat – und das noch ohne die zahlreichen Länder, die ihre Daten bisher

unter Verschluss halten.« Zudem gehe aus der Studie deutlich hervor, dass

die Sammlung von Altmetall über private Sammler deutlich mehr Material

in das Recyclingsystem bringt als z. B. über die kommunalen Wertstoffhöfe.

www.bdsv.org

K

/

DVS-REGELWERK FÜR SCHWEISSTHEMEN

ws(Jp)/SE/ (sm 160603545)

Düsseldorf. Das DVS-Regelwerk mit seinen über 500 DVS-Merkblättern

und Richtlinien wird in den 200 Arbeitsgruppen des Ausschusses für Technik

im DVS von fast 2.400 ehrenamtlich tätigen Experten der Füge-, Trenn- und

Beschichtungstechnik erarbeitet. Über 60.000 Mal wurde dieses Regelwerk

2015 von den Mitgliedern des DVS aufgerufen. Besonders interessierten

dabei spezifische Inhalte zu den Themenbereichen »Bauwesen (DIN EN

1090)«, »Qualitätssicherung« und »Arbeitsschutz«. Mit deutlichem Ab stand

und über 1.600 Downloads lag z. B. das Merkblatt DVS 1710 »Schweißplan

im Metallbau« ganz vorn in der Gunst der Anwender. Zudem fanden Themen

rund um die Lichtbogen- oder Widerstandstechnik sowie das Fügen von

Kunststoffen oder das Mechanische Fügen viel Zuspruch. DVS-Mitglieder

können auf alle DVS- Merkblätter und -Richtlinien zugreifen.

www.dvs-regelwerk.de

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 160603540)

SCHNELLE MASCHINEN ANBINDUNG DURCH

SHOPFLOOR CONNECTIVITY SUITE

Mosbach. Mit der neuen Shopfloor Connecti vity Suite können Fertigungsunternehmen

einen hete rogenen Maschinenpark mit geringem Zeitaufwand

an das MES Hydra von MPDV anbinden. So können die Anschlusszeiten auf

weniger als eine Stunde reduziert werden. Dabei gliedert sich die Wizzard-gestützte

Maschinenanbindung in vier Schritte: 1. Eingangskanäle festlegen,

2. Treiberbaustein auswählen und einrichten, 3. Datenquelle konfigurieren,

4. Kanäle verbinden. Anschließend können die festgelegten Einstellungen

bedarfsgerecht als Template auf andere Bereiche oder Werke verteilt werden.

www.mpdv.com

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Vertikales Heben

und Wenden

bis zu 180°

Seitliches

Anschlagen

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stahlmarkt 06.2016


30 K Stahlhandel & Stahl-Service-Center

Veränderungen in Europas Stahldistribution

bleiben nicht aus

Einfluss außereuropäischer Erzeuger steigt

Düsseldorf (kibi, WS). Der europäische Stahlhandel verändert sich.

Chinesische und russische Stahlerzeuger haben sich bereits in diversen

Ländern eingekauft und werden künftig eine wichtigere Rolle spielen.

Außerdem erwartet der europäische Stahlhandelsverband EUROMETAL

eine Konsolidierung der Märkte mit Allianzen, Verkäufen, Schließungen

und Austritten.

»Die globale Stahlindustrie leidet auch

weiterhin unter hohen Überkapazitäten«,

prognostizierte EUROMETAL-Generaldirektor

Georges Kirps während der CRU World

Steel Conference Mitte März in Düsseldorf.

Seiner Einschätzung zufolge werden die

werksgebundenen Stahldistributeure die

Konsolidierung der Märkte vorantreiben,

allen voran thyssenkrupp, Salzgitter, Arcelor-

Mittal, voestalpine, CLN, Gonvarri, Tibnor/

SSAB und Tata Steel Europe. Diese Distributeure

und weitere strategische Partner der

Stahlerzeuger könnten ihren Einfluss auf die

Flachstahl-Service-Center steigern. Gegenwärtig

haben sie dort bereits einen Marktanteil

von 50 %. Möglicherweise ziehen sie sich

Die wesentlichen Geschäftsmodelle der EU-Stahldistribution

Stahlrohre

nichtrostender Langstahl

nichtrostender Flachstahl

Quartoblech

Walzstahl

Alle Stahlprodukte

Marktanteil der Handelskanäle

Langstahl 13% 87%

31% 69%

31% 69%

30% 42% 28%

42% 27% 31%

47% 13% 40%

35% 41% 24%

aus dem Handel mit allgemeinen Metallen

und der Versorgung der regionalen Kunden

zurück und überlassen dieses Feld den

werksungebundenen Stahldistributeuren, die

sich zudem auf die Nischenmärkte konzentrieren

könnten.

Kirps ist außerdem fest überzeugt, dass

der Einfluss außereuropäischer Stahlerzeuger

im Stahlvertrieb und im -handel künftig

zunehmen wird. Die vier großen chinesischen

Erzeuger Hebei, Anshan, Wuhan und

Baosteel haben sich in der jüngsten Vergangenheit

in Frankreich, der Türkei, Italien,

Großbritannien und Spanien engagiert und

kontrollieren schon ein signifikantes Handelsvolumen.

Lediglich der Versuch Baosteels,

in Italien Fuß zu fassen, scheiterte.

Russlands Stahlerzeuger drängten ebenfalls

bereits nach Europa: Severstal investierte

in Polen und Lettland, NLMK in Belgien

und Mechel in Deutschland, Österreich, Belgien,

der Tschechoslowakei und der Türkei.

Europas Stahldistributeure und Stahl-Service-Center

müssen Kirps zufolge dringend

auf die steigende Konkurrenz außerhalb

Europas reagieren. Die Händler würden sich

auch künftig in einem sehr fragmentierten

Markt mit vielen kleinen und mittleren

Anbietern bewegen. Dort gibt es noch keine

Anhaltspunkte für eine kurzfristige Konsolidierung.

Da die Stahlerzeuger bereits neue

Geschäftsmodelle entwickeln, um die Endkunden

direkt anzusprechen, müssen sich

die Distributeure entlang der Wertschöp-

Direktlieferanten

Multi-Produkt-

Anbieter und lokale

bzw. regionale

Lagerhalter

Flachstahl-Anbieter,

-Service-Center

Quelle: EUROMETAL, CRU World Steel Conference, März 2016

stahlmarkt 06.2016


Stahlhandel & Stahl-Service-Center K 31

Geschäftsmodelle der Stahldistribution: EU vs. USA

EBITDA: 9%

Vergleich EBITDA-Margen in % des Umsatzes

US-Modell

EBITDA: 6%

6,3%

7,0%

6,1%

5,8%

EBITDA: 3%

EU-Modell

EBITDA: 0%

2,2%

0,8%

1,2%

2,0%

EBITDA: -3%

2011 2012 2013 2014

Quelle: EUROMETAL, CRU World Steel Conference, März 2016

fungskette neu aufstellen und ihren Platz

finden. Sie können ihre Produktivität vor

allem durch Veränderungen der Produktpalette,

der Preise, der Kundensegmentierung

und der Logistik verbessern.

Geringere Veränderungen erwartet EURO-

METAL bei den Stahl-Service-Centern. Auch

hier bestimmen Überkapazitäten die Lage

und führen zu Anpassungen bei Liefermengen

und Preisen. Die meisten Stahl-Service-

Center würden den Fokus weiterhin auf den

Erhalt und den Gewinn von Marktanteilen

legen und ihr Dienstleistungsangebot auf

die Geschäftsmodelle der Stahlerzeuger

abstimmen. Angebot und Preisgestaltung

Chinas Engagement in Europas Stahldistribution

Duferco Morel

Frankreich

Duferco Celik

Türkei

SSC Ardemagni

Italien

Duferco Trading

Hebei

Nr. 3 der größten Stahlproduzenten

weltweit*

Siderurgica Modenese

Italien

JV Malacalza Group

Baosteel

Nr. 4

TK Tailored Blanks

jetzt WISCO, Deutschland

Wuhan

Nr. 5

USS Ltd

Stahl-Service-Center in UK

Anshan-Vigano

Italien

Anshan

Nr. 8

Ansteel Distribution Center

Spanien

* bezogen auf 2013

Quelle: EUROMETAL, CRU World Steel Conference, März 2016

stahlmarkt 06.2016


WIR verkaufen Stahl

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Sebastian Francz, Kundenberater

„Ein Service, der im Alltag und in den meisten anderen Branchen bereits seit

Jahren selbstverständlich ist, findet endlich auch den Weg in den Stahlhandel,

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34 K Stahlhandel & Stahl-Service-Center

Drei russische Stahlproduzenten fassen Fuß in Europa

Severstal Distribution SSC

Polen, Lettland

NLMK SSC Manage

Belgien

Mechel Service

Österreich

HBL Holding

Deutschland

Mechel Service

Belgien

Mechel Service

Tschechien

SSC – Stahl-Service-Center

würden auch künftig den Erfolg des Ge -

schäftes bestimmen.

Weltweit große Unterschiede

Weltweit existieren unterschiedliche Ge -

schäftsmodelle für die Distribution von Stahl,

eng abgestimmt auf die Bedürfnisse der Endkunden.

Im europäischen Raum existiert keine

exakte Aufgabenverteilung zwischen Stahlerzeugern,

Stahldistributeuren und Stahl-Ser-

Ramateks

Türkei

Severstal

NLMK

Mechel

Quelle: EUROMETAL, CRU World Steel Conference, März 2016

vice-Centern. Außerdem gibt es viele werksgebundene

Stahlhändler und Stahl-Service-

Center. Die Tätigkeitsfelder der Anbieter überlappen

sich und eine Vielzahl von Stahl-Service-Centern

und Stahlhändlern kämpft um

einen übersättigten Markt. Langstähle, Rohrerzeugnisse

und nichtrostende Stähle kaufen

die Endnutzer vor allem im Stahlhandel. Grobbleche

und Flachstähle werden oft auch direkt

bei Erzeugern geordert.

Das Geschäftsvolumen hat immer noch

nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Handelsbeschränkungen zum Schutz vor

Dumpingimporten werden nur sehr zögerlich

eingesetzt. Nur sechs Stahlhändler sind

an einer Börse gelistet.

In den USA indes sind Stahlerzeugung

und Stahldistribution streng voneinander

getrennt. Der CRU-Index bestimmt die Verkaufspreise.

Das Geschäftsvolumen hat das

Vorkrisenniveau bereits wieder erreicht. Die

Regierung schützt den heimischen Markt

und geht mit hohen Schutzzöllen gegen

Billigimporte vor. Der Großteil der Stahlhändler

ist an der Börse gelistet. Dieses

Geschäftsmodell zahlt sich aus. US-Stahlhändler

haben zwischen 2011 und 2014

Gewinnmargen erzielt, von denen ihre europäischen

Kollegen nur träumen können.

EUROMETAL sieht auch große Unterschiede

zwischen werksgebundenen und werksungebundenen

Stahlhändlern. Die werksungebundenen

Distributeure denken zu allererst

als Unternehmer. Denn oft handelt es

sich um inhabergeführte Unternehmen mit

»Familien-Regeln«, für die Nachhaltigkeit

und Langfristigkeit eine besondere Rolle

spielen. Ihr oberstes Ziel ist die Auslastung

der Anlagen. Hierfür setzen sie auch auf

außereuropäische Importe. Variable Preise

und Mengen bestimmen den Gewinn.

Werksgebundene Stahlhändler arbeiten

indes nicht als eigenständige Unternehmer.

Sie richten ihre Geschäftsmodelle an den

Vorgaben und dem Verhaltenskodex der

Eigentümer aus. Sie müssen von Quartal zu

Quartal denken und den geforderten

Gewinn erwirtschaften.

www.eurometal.net

K

/

(sm 160503374)

EU-Stahldistribution & Service-Center

Neben rd. 250 Stahl- und Rohrproduzenten gibt

es in Europa etwa 5.000 Stahldistributeure und

Service-Center, die für 1 Mill. Endverwender tätig

sind. Auf der CRU-Konferenz erläuterte Oliver

Ellermann, Vorstand des Bundesverbands Deutscher

Stahlhandel (BDS AG), der zugleich auch

Präsidiumsmitglied bei EUROMETAL ist, die Struktur

der europäischen Stahlhändler und Service-

Center. Danach besteht das Gros der Stahl distribuierenden

Unternehmen in Europa aus kleinen

bis mittleren Unternehmen (KMU), die jährlich

insgesamt etwa 77 Mill. t Stahl an Endanwender

vertreiben. Neben den Direktlieferungen der

Stahlwerke umfasst die EU-Stahldistribution rd.

65 % des vertriebenen Marktvolumens, das sind

etwa zwei Drittel. Davon wiederum werden 41 %

durch Unternehmen bestritten die nach dem

Geschäftsmodell des »Multi-Product & Proximity

Business« arbeiten, d. h., die auf lokale und regionäle

Märkte mit einem breiten Portfolio fokussiert

sind. Die weiteren 24 % werden über Flachstahl-Service-Center

vertrieben. Diese Verteilung

der Geschäftsmodelle ist in den vergangenen

Jahren weitgehend unverändert geblieben.

EUROMETAL, der Dachverband der Stahl, Rohr

und Metall distribuierenden Unternehmen einschließlich

der Trader, repräsentiert 18 nationale

Verbände.

stahlmarkt 06.2016


Stahlhandel & Stahl-Service-Center K 35

Lieferanten stärker an Produktentwicklungen

beteiligt

Kirchheim/Teck. Die Solvaro GmbH hat 2015 mehrere Projekte

für Agrar- und Baumaschinen begleitet, wobei die Bauteilelieferanten

von Beginn an involviert waren.

Nach fast zweijähriger Entwicklung ging der

M7-171 von Kubota mit neun Bauteilen von

Solvaro in Serie.

(Bild: Solvaro)

Durch das Einbeziehen von Lieferanten

in der frühen Entwicklungsphase besteht die

Möglichkeit, Ideen zur Fertigungsmethode

umzusetzen und Maschinen und Werkzeuge

effizienter einzusetzen. Als sich der japanische

Baumaschinen- und Traktorenhersteller

Kubota vor über zwei Jahren auf die

Suche nach einem europäischen Produktionsstandort

machte, wurden Bauteilelieferanten

für einen kompletten Traktor, den

Kubota M7-171, gleich mit gesucht. Schon

damals entstand der Kontakt zu Solvaro.

Mitte letzten Jahres ging nun der Traktor,

mit neun Teilen des Kirchheimer Spezialisten,

im französischen Bierne in Serie. Geliefert

werden Blechbauteile vom Gitterkorb

bis zum Hitzeschutzblech für die Abgasanlage.

Auch europäische Landmaschinenhersteller

wie Fendt wissen die Vorteile einer ge -

meinsamen Entwicklungsarbeit zu schätzen.

Mit dem Fendt 1050 Vario hat Solvaro 2015

den bislang größten Fendt-Traktor der Spitzenklasse

zur Serienreife begleitet. Als Lieferant

von Lüftungsgittern wurden Solvaro

Key Account Manager und Techniker schon

in der Entwicklungsphase hinzugezogen.

Generell ist die Anzahl der Aufträge, bei

denen Solvaro stark an der Entwicklung des

Produkts beteiligt ist, in den letzten Jahren

angestiegen. So waren es 2006 nur 6 % der

Wir bieten an am

Standort Zwickau:

Gleisanschluss (ganzzugfähig)

- Lagerfläche (Freilager/Halle)

- Krananlagen bis 60 to

- Umschlag auch unter Dach

- Nachlauforganisation

- Rampe

- Umschlag von Containern,

Coils, Blechen, Betonteilen

etc. möglich

ELOS Speditions GmbH

Herr Pippig

Brauereistraße 45

08064 Zwickau

Telefon: 0375 4604620

Telefax: 0375 4604646

info@elos-spedition.de

www.elos-spedition.de

Aufträge, die eine Entwicklungsleistung

beinhalteten, 2015 waren es 69 %.

www.solvaro.com

/

(sm 160603307)

Magnetischer Kantenschutz jetzt auch in Deutschland

IJmuiden. Der magnetische Kantenschutz des niederländischen Unternehmens MagProtect ist nun auch

in Deutschland erhältlich.

Kantenschutz mit Neodym-Magneten

ist eine Innovation in der Arbeitssicherheit.

Die Erfindung beugt nicht nur Beschädigungen

an Produkten und Materialien vor, sondern

sorgt außerdem dafür, dass Passanten

sich nicht verletzen. Auch das Risiko von

Arbeitsunfällen nimmt mit dem Kantenschutz

ab. Der Kunststoffkantenschutz hat

einen kräftigen Magneten, der dafür sorgt,

dass der Kantenschutz immer an Ort und

Der magnetische Kantenschutz bringt einen

großen Beitrag zur Arbeitssicherheit.

stahlmarkt 06.2016

Stelle bleibt. Er kann, wenn man die Variante

mit Lochung verwendet, auch auf Holz

befestigt werden. Das Produkt lässt sich auf

jeder Konstruktion anbringen und schützt

(Bild: Magprotect)

nicht nur vor scharfen Kanten, sondern

sorgt mit seiner grellen Farbe auch für eine

deutliche Markierung. Die Innovation wird

inzwischen in mehr als 25 Ländern in der

Stahlverarbeitungsindustrie und im Transport-,

Logistik- und Bausektor verwendet.

Nun wurde das Vertriebsnetz erweitert. In

Deutschland wird der Kantenschutz derzeit

von Heinz Haschke in Bad Berleburg und der

Wolk AG in Wuppertal vertrieben.

www.magprotect.nl

www.kantenschutz-hhd.de

www.wolkdirekt.com

/

(sm 160603398)


36 K Stahlhandel & Stahl-Service-Center

Stahllogistik für Einzelstücke

(Proto)typisch kleine Losgrößen

Duisburg. Unternehmen aus dem Prototypenbau sind anspruchsvolle

Kunden, die an ihre Lieferanten hohe Anforderungen stellen: kleine bis

kleinste Losgrößen, individuelle Materialien, Güten und Maße, zugleich

aber auch kurze Lieferfristen und eine ausgeklügelte Logistik. Wie man dies

in den Griff bekommen kann, zeigt die Max Baum Stahl Service GmbH,

ein Standort im Geschäftsfeld Stahl Service Center der KNAUF INTERFER.

(Fotos: Max Baum)

Prototypenbauer sind hoch spezialisierte,

meist mittelständische Unternehmen,

deren Fokus auf der Konstruktion und dem

Bau von Vorserienwerkstücken in kleinen

Auflagen liegt. Die Materialbestellung dafür

erfolgt projektbezogen, um die Lagerhaltung

zu minimieren. Die komplette Logistik

bis zum Wareneingang überlassen die

Unternehmen daher in der Regel ihren Lieferanten,

die sich dadurch gleich mit einer

Reihe von Herausforderungen konfrontiert

sehen.

Der Kunde SD Automotive in Georgsmarienhütte

ist ein Prototypenbauer wie aus

dem Bilderbuch. In den weitläufigen Hallen

entstehen an hochmodernen Maschinen

Prototypen für die Automobilindustrie. Zum

Maschinenpark zählen u. a. Pressen mit

200 t bis 2.000 t Presskraft, leistungsfähige

CAD-CAM-Systeme und eine Zerspanungstechnik

mit Kapazitäten von 2.000 bis

3.500 h/Monat.

Ob Einzelteil oder komplette Karosserie:

Entwicklung, Kon struktion und Bau kommen

bei SD Automotive komplett aus einer

Hand. Da ist Expertise gefragt, aber eben

auch eine intelligente Logistik und ein

durchdachter Material fluss. Um die branchentypischen

Deadlines in der Automobilindustrie

auch dann einhalten zu können,

wenn es einmal etwas komplizierter wird,

hat das Unternehmen den gesamten Prozess

vom Auftragseingang bis zur Auslieferung

der Muster minutiös durchgetaktet

und sich in den vergangenen Jahren ein

Netzwerk flexibler und leistungsfähiger

Zulieferer aufgebaut.

Die Max Baum Stahl Service GmbH mit

Sitz in Duisburg zählt als Hauptlieferant für

Stahl zu dem Kreis der Unternehmen, die

bei einem neuen Projekt gleich zu Beginn

mit eingebunden werden. Unmittelbar nach

dem Eingang der CAD-Daten für das jeweilige

Bauteil und der Materialspezifikationen

bei SD Automotive erfolgt die Anfrage bei

Max Baum.

Während bei SD Automotive die Werkzeuge

konstruiert und gebaut werden, kümmert

sich Max Baum parallel um das Material.

In der Regel bleiben für die Beschaffung,

Prüfung und Auslieferung nicht mehr

als zwei Wochen. Schließlich wird Zeit für

umfangreiche Testpressungen benötigt,

bevor die eigentliche Produktion der Prototypen

selbst anlaufen kann. Fünf bis sechs

Wochen nach Auftragseingang verlassen die

ersten davon das Unternehmensgelände.

Die durchschnittliche Stückzahl liegt bei 50

bis 100 Karosserien oder Teilen pro Prototypenauftrag,

wobei kurzfristige Nachproduk-

Leistungsstarker Maschinenpark für die Herstellung von Prototypen

bei SD Automotive (links: Fräsbearbeitungsmaschinen mit bis zu fünf

Achsen; rechts: automatisierte Kalt- und Warmfügeverfahren)

stahlmarkt 06.2016


Die Lagerhalle von Max Baum im Duisburger

Hafen: Das Unternehmen ist spezialisiert auf

die Lieferung von Stahl in Sondergüten und

Zwischendicken für den

Prototypenbau und weitere

Anwendungsbereiche.

Für den Prototypenbau verfügt SD Automotive am Standort

Georgsmarienhütte über ein Presswerk mit 200 t bis 2.000 t Presskraft.

tionen eher die Regel als die Ausnahme

darstellen.

Da fast jedes Karosserieteil aus einer

anderen Stahlsorte besteht, ergeben sich für

den Vorlieferanten Max Baum denkbar kleine

Losgrößen. »Wir liefern ab einer Tafel«,

so Standortleiter André Nordhausen, der

hierin ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal

im wettbewerbsintensiven Markt der Stahl-

Service-Center sieht: »Wie unsere Kunden

auch, sehen wir uns nicht als Volumenhersteller,

sondern setzen auf Mehrwerte wie

Flexibilität und ein Portfolio, das nahezu alle

Blechsorten einschließt, die für den Bau

eines Pkw benötigt werden.«

Das Unternehmen ist Teil des Geschäftsfeldes

Stahl Service Center der Knauf Interfer

Gruppe. Jeder Standort kann auf die

Logistik und die Ressourcen eines der führenden

unabhängigen Distributeure, Bearbeiter

und Serviceanbieter für Stahl und

Aluminium in Europa zurückgreifen. Der

gesamte durchschnittliche Lagerbestand

liegt bei rd. 150.000 t in allen Oberflächenvarianten

und Güten. Die dezentrale Struktur

des Geschäftsfeldes ermöglicht eine

hohe Flexibilität und die Spezialisierung der

Unternehmen auf ihre jeweiligen Kompetenzfelder.

Innerhalb der Gruppe ist Max

Baum der Spezialist für Stahl in Sondergüten

und Zwischendicken in kleinen Losgrößen

und damit optimal für das Segment des Prototypenbaus

aufgestellt.

Hands-on-Business

Für Marcel van Meulebrouck, verantwortlich

für Qualitätsmanagement, Einkauf und

Material beim niederländischen Unternehmen

Proven Concepts, ist der Prototypenbau

ein echtes »Hands-on-Business«, das im

Übrigen nicht auf den Werkstoff Stahl be -

schränkt ist. Vor Ort in Valkenswaard findet

sich ein bunter Materialmix, auch Stoßfänger

aus Kunststoff sind beispielsweise

da runter. Den Löwenanteil von über 50 %

aber machen Prototypen aus Stahl aus, die

dort für die führenden Premiumhersteller

angefertigt werden. Im Laufe eines Projektes

komme es immer wieder vor, dass sich

Materialqualitäten und -mengen kurzfristig

ändern, so seine Erfahrung, den Vorlieferanten

verlange das einiges an Flexibilität ab:

»Mit Lieferanten und Konzernen, die erst ab

6 t liefern, kommen wir daher nicht ins

Geschäft«, so van Meulebrouck, »wir be -

nötigen einen pragmatischen Partner auf

Augenhöhe – und in der Nähe«. Für den Fall

der Fälle hält er immer einen Lastenanhänger

bereit, sollte die Logistik einmal stocken

– »zum Glück sind die Wege nach Duisburg

kurz«.

Auch die Qualität über die gesamte Lieferkette

hat für die Niederländer einen enormen

Stellenwert – getrieben vom eigenen

Anspruch, aber auch durch die Lastenhefte

der Auftraggeber. Neben dem Material

selbst steht vor allem die Liefertreue unter

kritischer Beobachtung: »Am Stichtag müssen

alle Komponenten eines neuen Modells

auf dem Teiletisch liegen, sonst kommt es

zu gravierenden Verzögerungen«. Ebenfalls

kritisch ist die Maßhaltigkeit der einzelnen

Bauteile. Wer die Diskussion über immer

geringere Spaltmaße verfolgt, bekommt

eine Vorstellung davon, wie exakt es auf

dem Teiletisch zugehen muss. »0,5 mm

Toleranz sind das absolute Maximum«, so

van Meulebrouck. Die Voraussetzung dafür

sind exakt geschnittene, maßhaltige Tafeln,

wie sie bei Max Baum unter strengsten Kontrollen

und ständiger Dickenmessung entstehen.

Langfristige Kooperationen

Als Stahl-Service-Center trägt Max Baum

den Dienstleistungsgedanken schon im

Namen, und tatsächlich geht die Kooperation

mit den Auftraggebern weit über die

reine Materiallieferung hinaus. So ist der

Automotive-Sektor seit jeher einer der Treiber

einer durchgängigen Qualitätssicherung

in der Lieferkette. Max Baum liefert die

Bleche mit Materialprüfzeugnissen und ist

damit nicht nur in die Supply Chain integriert,

sondern auch in das übergreifende

Qualitätsmanagement des Spezialdienstleisters.

»Eine lange Erfolgsgeschichte kann

man nur gemeinsam mit Kunden und Lieferanten

schreiben«, so Helge Dröge, Projektmanager

bei SD Automotive und Sohn eines

der Unternehmensgründer, »die enge Zu -

sammenarbeit mit wenigen ausgewählten

Lieferanten macht uns schneller und flexibler

und ist Teil unserer Unternehmens-DNA.« K

WS/WS/ (sm 160403261)

« KONTAKT

Max Baum Stahl Service GmbH

Kiffward 34

47138 Duisburg

Tel. +49 203 4519-0

www.knauf-interfer.de

stahlmarkt 06.2016


38 K Stahlhandel & Stahl-Service-Center

Effizient lagern und

transportieren lassen

tubesalive bietet neues Lager- und Logistikkonzept

Düsseldorf / Berenbostel (WS). Das kürzlich neu gegründete

Unternehmen tubesalive hat sich der Lagerung und dem Transport von

Rohren und anderen Materialien verschrieben. »Wir sorgen für die

erforderliche Lagerfläche und das passende Logistikkonzept«, sagt

Geschäftsführer Oliver Neugebauer. »Über unseren neuen Marktplatz

können wir Material außerdem bestmöglich anbieten.«

Wer sein Material gezielt einlagern und

zu jedem Zeitpunkt an einen beliebigen Ort

transportieren lassen will, ist bei tubesalive

an der richtigen Adresse. Dies erklärten

Geschäftsführer Oliver Neugebauer und der

für die Unternehmenskommunikation und

-organisation zuständige Tim Albrecht während

der Messen wire & Tube. Ziel des Konzepts

von tubesalive ist eine effiziente Lagerung,

bei der das gesamte Material zentral

an einer Stelle liegt und dann schnellstmöglich

an den Bestimmungsort geliefert werden

kann. »Wir betreiben ein Lager genau

so, wie es der Kunde braucht, ob für einen

Monat oder 10 Jahre – alles ist möglich«,

bekräftigt Neugebauer. Lagerfläche sei in

Norddeutschland bereits vorhanden und

könne bei Bedarf auch an anderen Orten

verkehrsgünstig und betriebsnah angemietet

werden. Auch ein eigener Lkw-Fuhrpark

oder entsprechend spezialisierte Partner seien

verfügbar.

Entstanden auf Basis

jahrzehntelanger Erfahrung

Darüber hinaus bietet das Unternehmen

auch zusätzliche Serviceleistungen an, ob es

um weitere Be- oder Aufarbeitung, Reinigung,

Reparatur oder Prüfung der Materialien

geht. Dies kann über externe, erfahrene

Partner geschehen oder in Eigenregie. Denn

entstanden ist die Idee für dieses neue Ge -

schäftsmodell aus den Erfahrungen, die das

Unternehmen Sakon Sandstrahl- und Konservierungs

GmbH sammeln konnte. Auch

dort ist Oliver Neugebauer Geschäftsführer.

Sakon übernimmt das Strahlen und Konservieren

von Blechen, Rohren und Profilen

in automatischen Anlagen und bietet Leistungen

wie Strahl-, Reinigungs- und Be -

schichtungsarbeiten an. Die Wurzeln des

Unternehmens gehen auf die 1950er-Jahre

zurück. Bedient werden Kunden aus dem

Behälter-, Armaturen-, Schiff-, Metall- und

Stahlbau sowie aus der Erdgas- und Erdölindustrie.

Kein Wunder also, dass Bestandskunden

in diesem Rahmen auch Lagerfläche

und eine intelligente Logistik angefragt

haben. Durch die Gründung von tubesalive

haben sie nun Vorteile wie günstigere Lagerkosten,

kürzere Wege und eine optimale

Materialwirtschaft. »Den Kunden ermöglicht

es vollständige Planungssicherheit und

durch Abrechnung per Pauschalpreis eine

vollständige Kostenkontrolle«, so der Ge -

schäftsführer.

Marktplatz mit Rundum-

Sorglos-Paket

Zusätzlich soll ein Marktplatz entstehen, an

dem Kunden ihre Produkte einstellen, lagern

und anbieten können. Denn Waren, die im

Moment oder in absehbarer Zeit nicht ge -

braucht werden, stellen einen »schlafenden«

Wert dar. »Auf diesem Wege lässt sich dieses

Material vielseitig einsetzen, anbieten oder

gar vermieten«, erläutert Tim Albrecht. »Das

Material ruht nicht, sondern kann für die Kunden

Geld verdienen, ohne dass diese sich da -

rum kümmern müssen – getreu dem Motto

›More Money 4 You‹«, bestätigt Neugebauer.

Auch große und schwere Bauteile

sind möglich

Sakon hat schon zahlreiche große Kunden aus

der Stahlbranche, aber auch aus der Energiebranche

bedient, z. B. in Norddeutschland

in Offshore-Windparks oder beim Erdgas- und

Ölfeldservice. Nicht selten sind damit große

und schwere Bauteile verbunden. In den

Durchlaufanlagen können Rohre bis 508 mm

Außendurchmesser und 15 m Länge, Profile

bis 500 mm Höhe und 15 m Länge , Bleche

mit Abmessungen von bis zu 3 m x 16 m und

Einzelstücke bis 14 t bearbeitet werden. Entsprechend

ausgestattet ist man auch für die

Transport- und Ladearbeiten. Mit dieser

zusätzlichen Stärke dürfte sich tubes alive in

einer Nische bewegen. Geschäftsführer Neugebauer

unterstreicht: »Unsere Art der Kombination

von Lagerung und Transport ist in der

Branche bisher einzigartig.«

K

(sm 160603572)

Oliver Neugebauer (li.), Geschäftsführer, und Tim Albrecht (re.), Unternehmensorganisation.

(Foto: WS)

« KONTAKT

tubesalive

Dudenser Straße 9

31535 Neustadt

Tel. +49 5131 4909-760

www.tubesalive.com

stahlmarkt 06.2016


Stahlhandel & Stahl-Service-Center K 39

Chancen richtig nutzen

Matthias Remmert über den Trend Automation

Düsseldorf. Industrie 4.0, die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange und

wird auch für die Blechlagerung immer wichtiger. Vor allem die vollautomatische

Vernetzung von Lagersystem und Produktion ist dort entscheidend, um flexibel auf

die aktuellen Marktanforderungen reagieren zu können. Matthias Remmert,

Geschäftsführer der Friedrich Remmert GmbH, spricht über den Trend Automation

und warum sich Betriebe auf Industrie 4.0 einlassen sollten.

Matthias Remmert

(Foto: Remmert)

Herr Remmert, als Experte für Prozesstechnik

und Blechlagerung haben Sie aktuelle

Trends immer im Blick. Wohin geht die

Reise?

Das Thema Automation spielt eine

immer größere Rolle – und das aus un -

terschied lichen Gründen: Aufgrund des

demografischen Wandels fehlen zum einen

Facharbeiter, deren Arbeitsleistung mehr

und mehr wegfällt, und das bei potenziell

höherem Durchsatz heutiger Maschinen.

Zum anderen verlangt der Markt nach

immer flexibleren Lösungen – bei höchstmöglicher

Effi zienz. Diese Anforderungen

lassen sich nur durch einen höheren Automatisierungsgrad

bewältigen.

Flexible Lösungen und möglichst hohe

Effi zienz… Haben Sie ein praxisnahes Beispiel

für uns?

Egal ob in Großserien oder Losgröße 1

produziert wird – dank Automationslösungen,

die an die besonderen Anforderungen

der Anwender angepasst sind, bleiben Fertigungsprozesse

effizient, Produktionskosten

werden reduziert. Momentan steigt die

Nachfrage nach kleineren Losgrößen. Da

sind ein schneller und flexibler Zugang zum

Material und dessen effizientes Handling

besonders wichtig, um wirtschaftlich zu

arbeiten und Prozesse zu optimieren. Industrie

4.0 ist mit der Vernetzung von Produktion

und Lager ausschlaggebend für überzeugende

Ergebnisse. Ich denke da beispielsweise

an die zeitsparende Versorgung

von Flachgütern und Blechen an Bearbeitungsmaschinen.

Was bedeutet diese Entwicklung konkret

für Remmert?

Aufgrund dieser aktuellen Trends setzen

wir unseren Weg in Richtung Industrie 4.0

kontinuierlich fort. Automationslösungen

bieten hohes Potenzial für wirtschaftliche

Prozesse – dazu gehört beispielsweise unser

Laser FLEX 4.0, der für schnelles und sicheres

Handling von Blechen sorgt. Darauf bauen

wir auf, entwickeln unsere Prozesstechnik

auf Basis von Markt- und Branchenanforderungen

weiter und liefern Kunden so

immer intelligentere Robotertechnik für

vollautomatisierte Fertigungsprozesse. K

« KONTAKT

Friedrich Remmert GmbH

Brunnenstraße 113

32584 Löhne

Tel. +49 5732 896-0

www.remmert.de

(sm 160603452)

stahlmarkt 06.2016


40 K Stahlhandel & Stahl-Service-Center

Präsenz in den USA erweitert

Düsseldorf. Die Heinrich Georg GmbH Maschinenfabrik ist in den USA bisher mit ihrer Gesellschaft Georg

Manufacturing Systems, Inc. vor Ort präsent und hat nun wesentliche Teile des Know-hows, des Produktprogramms

und der Belegschaft des renommierten nordamerikanischen Maschinenbauers Capco Machinery Systems, Inc.

übernommen und in die neue Georg Capco Inc. überführt.

Mit ihren fortschrittlichen Bandanlagen,

Werkzeugmaschinen und führenden Produktionsanlagen

für die Transformatorenindustrie

ist die Heinrich Georg GmbH Ma -

schinenfabrik weltweit präsent. »Capco ist

ein traditionsreiches und innovationsstarkes

Familienunternehmen, das vor allem mit

seinen Walzenschleifmaschinen im Mediumsegment

durch eigene Produktions-, Vertriebs-

und Serviceeinheiten weltweit erfolgreich

war«, erläutert Mark Georg, Geschäftsführer

von Georg. »Mit der neuen Gesellschaft

schaffen wir Synergien aus beiden

Produktportfolios und stellen unseren Kunden

in aller Welt ein noch breiteres Spektrum,

speziell im Bereich der Walzenschleif-

(Foto: Georg)

Freuen sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit beim Treffen in den USA (v.l.n.r):

Jennifer Seidel und Uwe Scharfy, Georg USA; Mark Georg, Geschäftsführer Georg, Amy und

Edward E. West, Capco; Dr. Wieland Klein, Geschäftsbereichsleiter Georg Werkzeug maschinen;

Christopher Buch, Georg; Michael Ansorge, Georg USA

maschinen zur Verfügung.« Die neue Georg

Capco Inc. ergänzt hervorragend die langjährige

US-Gesellschaft Georg Manufacturing

Systems, Inc. und stärkt dabei die Präsenz

aller drei Georg-Geschäftsbereiche

Trafoanlagen, Bandanlagen und Werkzeugmaschinen

im amerikanischen Markt. So

bietet Georg künftig seinen nordamerikanischen

Kunden einen noch schnelleren Service

vor Ort. Bei Georg ist damit ein weiterer

Schritt umgesetzt worden, die Produktions-,

Vertriebs- und Serviceleistungen aller Georg-

Geschäftsbereiche permanent kundenorientiert

auszubauen. Besonderen Wert legt das

Unternehmen dabei auf personelle Kontinuität:

Neben dem bisherigen Capco-Chef

Edward E. West arbeiten die erfahrenen

Capco-Spezialisten gemeinsam mit den

erfahrenen Georg-Experten Hand in Hand

in der neuen Gesellschaft.

www.georg.com

K

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(sm 160603510)

Neue Spezialschneidanlagen

Illinois. Der US-Anlagenbauer Red Bud Industries hat zwei neue

Längsteillinien entwickelt, die speziell für hochfeste, ultrahochfeste

und / oder dickwandige Stähle geeignet sind.

Die Verarbeitung dieser innovativen

Stähle ist nach Angaben des Unternehmens

sehr herausfordernd und bedarf einer neuen

Generation von Maschinen. Red Bud Industries

hat deshalb eine Anlage speziell für die

Verarbeitung von dünnwandigen hochfesten

Stählen entwickelt. Eine weitere Maschine

bringt dickwandige hochfeste Bänder auf

die gewünschten Maße.

Beide Maschinen arbeiten nach Angaben

des Unternehmens vollautomatisch, unabhängig

von der Dicke des Materials und der

gewünschten Anzahl der Schnitte. Von der

Abrollhaspel bis zur Wickelmaschine muss

kein Mensch das Material berühren. Es lassen

sich Bänder mit Wanddicken zwischen

0,01“ (0,25 mm) und 0,625“ (15,9 mm)

verarbeiten.

Die Anlagen können Red Bud Industries

zufolge schnell errichtet und zudem zügig

in Betrieb genommen werden. Auch die

Bedienung ist einfach. Abgesehen davon

sind die Maschinen äußerst sicher.

Die Vorteile und Fähigkeiten dieser innovativen

Anlagen präsentiert das US-Unternehmen

auf zwei DVDs, die Interessenten auf

der Homepage kostenfrei bestellen können.

www.redbudindustries.com

K

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(sm 160603390)

ONLINE-PORTAL: VOM VERLADER

ZUM SPEDITEUR

Bielefeld. Eine neue Logistikplattform Cargo-

Bay ermöglicht, europaweit Frachten und Transporte

aller Art sowohl anzubieten als auch zu

suchen. Der Auftrag kann komplett über das System

abgewickelt werden. »Unsere Plattform ist

eine kostengünstige Option zur Optimierung der

Logistikprozesse, weil Verlader und Transporteure

ihre Angebote und Gesuche direkt einsehen und

miteinander ins Geschäft kommen können«,

erläutert Cargo-Bay-Gründer und Geschäftsführer

Max Dering die Idee hinter dem Logistik-Start-up.

Als Inhaber einer Spedition war Dering schon seit

Jahren mit den Kommunikationstools der gängigen

Frachtenportale unzufrieden. Cargo-Bay ist

sein Gegenentwurf: »Mein Ziel ist es, Industrieund

Handelsunternehmen mit geprüften Spediteuren,

die qualitativ hochwertige Transporte zu

wettbewerbsfähigen Preisen anbieten, unkompliziert

zu vernetzen.«

www.cargo-bay.de

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 160603388)

stahlmarkt 06.2016


Stahlhandel & Stahl-Service-Center K 41

(Foto: Bessey)

Bei den variablen Schnellspannern STC passt

sich die Spannweite an unterschiedliche

Werkstückhöhen- oder breiten ohne manuelle

Einstellung der Druckschraube und bei

nahezu gleichbleibender Spannkraft an.

VARIABLE SCHNELLSPANNER

STC VON BESSEY

Bietigheim-Bissingen. Mit seiner Schnellspanner-Reihe

STC hat Bessey das Prinzip der

Schraubzwinge, die schnelle Anpassung an unterschiedliche

Spannweiten, auf seine Schnellspanner

übertragen. Diese sind im Werkzeug-, Formen-,

Vorrichtungs- und Musterbau sowie in der

Schreinerei einsetzbar. Die stufenlos variable

Spannweite umfasst beim Waagrecht- und Senkrechtspanner

bis 35 mm, beim Schubstangenspanner

bis 13 mm. Die Spannkraft beträgt bei

den Schnellspannern der kleinen Baureihe bis zu

1.100 N und den Mo dellen der großen Baureihe

bis zu 2.500 N.

www.schnellspanner.bessey.de K

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AS/WS(SHN)/SE/ (sm 160603442)

STAHLSPEDITION HERGARTEN

ÜBERNIMMT RETTENMAIER

Neuss. Zum 1. April 2016 hat die Speditionsgruppe

Hergarten die Rettenmaier Spedition

GmbH mit Sitz in Tuttlingen übernommen. Die

Stahlspedi tion aus Neuss erweitert damit ihren

Fuhrpark um 15 Fahrzeuge auf insgesamt 180

Einheiten. In der 1.000 m² großen Lagerhalle

sorgen modernste Anlagen für den effektiven

Umschlag von Stahl und Langgut. Mit der Übernahme

von Rettenmaier verstärkt Hergarten sein

Netz im süddeutschen Raum. Kunden profitieren

darüber hinaus von der jahrzehntelangen Erfahrung

des Unternehmens im Stahltransport.

www.stahlspedition.de

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603455)

NEUER SÜLZLE-STANDORT

IN DER OBERPFALZ

Rosenfeld/Pressath. Die SÜLZLE-Gruppe mit

ihrem Unternehmen SÜLZLE Stahlpartner wird den

Biege- und Formstahlbetrieb der Firma Eisen Lindner

mit Sitz im bayerischen Pressath über nehmen.

Eisen Lindner und SÜLZLE Stahlpartner haben sich

über die Details der Übernahme verständigt. Damit

erweitert der Spezialist für Bewehrungsstahl nicht

nur seine Kapazitäten um einen weiteren hochmodernen

Maschinenpark, sondern vergrößert mit dem

neuen Standort in der Oberpfalz auch sein Liefergebiet.

Mit der Übernahme wird SÜLZLE Stahlpartner

ab Mai an insgesamt elf Standorten deutschlandweit

vertreten sein.

www.suelzle-gruppe.de

K

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WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603473)

LEISTUNGSFÄHIGES

HANDSPEKTROMETER

Kleve. Die Spectro Analytical In struments GmbH

hat ihre Handspektrometerreihe xSORT RFA weiterentwickelt.

Das Gerät hat nun eine höhere

Messgeschwindigkeit und eine verbesserte Leistung

bei der

Analyse von

leichten Elementen

bei

Prüfungen in

Raffinerien,

Kraftwerken

und petrochemische

Anlagen

oder in

der Schrottsortierung

und

-analyse in der

Recyclingindustrie.

Das

Modell xSORT

Alloy identifiziert

Metalllegierungen

in

Sekunden. Das

kompakte und

bedienerfreund

liche Gerät mit einem Gewicht von nur

1,64 kg ist auch in engen oder schwer zugänglichen

Bereichen einsetzbar. Optional sind ein

integrierter GPS-Empfänger sowie eine integrierte

Video kamera erhältlich.

www.spectro.com

K

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(Foto: Spectro)

Das neue Spectro-xSORT-

RFA-Handspektro meter

bietet eine höhere

Messgeschwindig keit und

eine verbesserte Leistung

bei der Analyse von leichten

Elementen.

AS/WS(SHN)/SE/ (sm 160603461)

SERVICENUMMER ZU

RESSOURCENEFFIZIENZ

Berlin. Nach einer aktuellen Umfrage des VDI

Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE) sehen

73 % der deutschen Unternehmer in ihren Branchen

noch unerschlossene Kostensparpotenziale.

Im verarbeitenden Gewerbe bilden die Materialkosten

mit über 40 % im Regelfall den mit

Abstand größten Kostenblock. Unternehmen, die

sich über das Thema Ressourceneffizienz informieren

möchten, um selbst aktiv zu werden, steht

ab sofort eine kostenlose Servicerufnummer zur

Verfügung. Unter der kostenlosen Rufnummer

0800 934 23 75 erhalten die Anrufer erste Informationen

für den Einstieg in das Thema, praktische

Anregungen und Hinweise zu Beratungsund

Fördermöglichkeiten. Sie ist werktags zwischen

9:00 und 17:00 Uhr erreichbar.

www.ressource-deutschland.de K

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SE/ (sm 160403251)




















stahlmarkt 06.2016


42 K Entgraten, Anarbeitung

Rund, sauber und glatt

Arku zeigt Lösungen zum Entgraten und setzt auf Verkettung, Automatisierung

und Digitalisierung

Baden-Baden (WS). Dass die Arku Maschinenbau GmbH zu den

Marktführern in der Richtmaschinentechnik zählt, ist seit Jahrzehnten

bekannt. Novum aber ist, dass nun auch Entgratmaschinen zum Portfolio

gehören. Denn vor ziemlich genau einem Jahr hat das Unternehmen

erstmals die Entgratmaschinen EdgeBreaker und EdgeRacer auf den Markt

gebracht. Während der Arku-Infotage Mitte Mai hat das Unternehmen nun

Verkettungsmöglichkeiten und weitere Lösungen zum Richten und

Entgraten präsentiert.

Arku-Chef

Albert Reiss

Die Arku Maschinenbau GmbH kann

auf fast neun Jahrzehnte Erfahrung in der

Blechbearbeitung zurückblicken. Zum Portfolio

gehören u. a. Richtmaschinen, Coilanlagen,

Pressenvorschubanlagen und Querteilanlagen.

Das in dritter Generation familiengeführte

Unternehmen ist immer dann

erste Wahl, wenn es um flexible Blechbearbeitung

geht: nun auch, wenn Teile gerichtet,

entgratet, verrundet oder geschliffen

werden müssen. »Wir sind im letzten Jahr

stark gewachsen, vor allem im Bereich Teilerichtmaschinen

und Coilanlagen«, erläutert

der geschäftsführende Gesellschafter

Albert Reiss. »In unseren

Richt- und Entgratzentren

hier in

Baden-Baden,

aber auch in Cincinatti,

USA, und in Kunshan, China, bieten

wir uns außerdem als Dienstleister an. Kunden

können Lohnarbeiten erledigen lassen,

aber auch Maschinen testen und Versuche

durchführen.« Arku-Kunden sind große wie

kleine Unternehmen, vom Job-Shop bis zum

Automobilkonzern. Die Mehrheit stammt

aus der Automobilbranche, weitere aus der

Stahldistribution, aus Schneidbetrieben,

dem Schiffbau und anderen Metall verarbeitenden

Sektoren.

Den Markt analysiert

Wer so erfolgreich auf den Weltmärkten

wächst und zugleich zu den Marktführern

zählt, hat sich bis dahin nicht ausgeruht.

Kein Wunder also, dass Arku fortlaufend

Ausschau nach weiteren sinnvollen Ge -

schäftsmodellen hält. »Wir hatten immer

wieder Kunden, die nach Entgratmaschinen

gefragt haben«, erzählt Reiss. Denn: »Richtmaschinen

mögen Grate nicht«. Weil Entgraten

ein für das Richten meistens notwendiger

und vorausgehender Prozess ist,

machte diese Frage auch durchaus Sinn.

Hinzu kommt, dass Arku schon in

der Vergangenheit Verkettungen

verschiedener Anlagen hergestellt

hatte und über die Erfahrung verfügt,

eigene Coil- und Richtanlagen

mit vor- oder nachgeschalteten Prozessen

und Maschinen zu verknüpfen.

Zwei neue Entgratmaschinen

entwickelt

Ergebnis sind die beiden Teilentgratmaschinen

EdgeBreaker ® und EdgeRacer ® . Zum

Entgraten und Verrunden von Kanten auch

bei größeren Graten und Bauteilen ist der

EdgeBreaker geeignet, er kann stanz-, plasma-,

autogen- und lasergeschnittene Teile

von bis zu 80 mm sogar beidseitig bearbeiten

(Durchlaufbreite von 1.300 mm). Eine

oszillierende Walze sorgt für das Entgraten

und Entfernen von Schlacken, während

Schleifblöcke zum Verrunden der Kanten

eingesetzt werden. Anwender schätzen die

sauberen Zuschnitte, die auch in größeren

Stückzahlen innerhalb kürzester Zeit möglich

sind. Einfache Bedienung und hohe

Wirtschaftlichkeit sind weitere Merkmale.

»EdgeBreaker ist die robusteste Maschine

am Markt«, sagt dazu Reiss.

Demgegenüber lassen sich mit dem Edge-

Racer auch an dünneren Laser-, Stanz- und

Nibbelteilen Innen- und Außenkonturen

präzise bearbeiten. Diese Baureihe wird von

Arku unter »Arku made by Wöhler« vertrieben.

Tellerbürsten sorgen für zuverlässiges

Entgraten und Verrunden von Blechen bis

zu einer Breite bis 2.000 mm. Dabei können

auch verformte Werkstücke eingesetzt werden.

Die Bürstenzustellung von oben und

unten ist individuell regelbar. »EdgeRacer ist

die weltweit erste serienreife Entgratma-

stahlmarkt 06.2016


Entgraten, Anarbeitung K 43

(Fotos: Arku)

Als Lösung unter dem Zeichen von Industrie 4.0 hat Arku die Verkettung der Entgratmaschine EdgeBreaker ® 2000 und der Richtmaschine

FlatMaster ® 55 vorgestellt.

schine ihrer Art mit beidseitig reproduzierbarer

Entgratung auch bei dreidimensionaler

Blechbearbeitung«, erläutert Arku-Chef

Reiss die Besonderheit. Herausragend ist die

Maschine auch in puncto Energieeffizienz

(Bearbeitungskosten unter 0,012 €/m 2 ).

Erfolgreiche Kooperation

eingefädelt

EdgeRacer wird von Arku in Kooperation mit

der Wöhler Brush Tech GmbH angeboten,

einem der führenden Unternehmen in Konstruktion

und Bau von Maschinen zur Herstellung

von Bürsten. Die Spezialisten aus Bad

Wünnenberg sind mit dieser Maschine und

ihrer Bürstentechnologie schon seit Längerem

erfolgreich auf dem Markt. »Wir werfen

unser Know-how nun gemeinsam in einen

Topf, um diese Maschinenreihe weiter zu entwickeln«,

erklärt dazu Matthias Peveling,

Geschäftsführer bei Wöhler Brush Tec, und

Arku-Chef Reiss ergänzt: »Beide Unternehmen

passen außerdem gut zusammen, weil

sie Familienunternehmen sind, mit hohem

Anspruch an besonders zuverlässige Produkte.«

Sowohl Arku als auch Wöhler haben sich

in ihren Segmenten jeweils einen besonderen

Namen gemacht. Die Zusammenarbeit erfolgt

»auf Augenhöhe«. Arku übernimmt den Vertrieb

– für beide Seiten eine Win- Win-

Situation.

Verkettung und Industrie 4.0

berücksichtigt

Automatisierung und Digitalisierung sind in

vollem Gange und das Entgraten als Vorstufe

zum Richten erlaubt somit neue Möglichkeiten.

Schließlich stammen die Entgratund

Richtanlagen von Arku dann aus einem

Haus und passen gut zusammen. »Viele

Kunden suchen eine vernünftige Paketlösung«,

sagt dazu Wöhler-Chef Peveling.

Oft stehen in den Unternehmen mehrere

Entgratanlagen unterschiedlicher Hersteller

und dann wiederum weitere Richtanlagen.

Das berge eine Menge an Herausforderungen.

»Wir bieten unseren Kunden ein Paket,

das maßgeschneidert genau ihren Nutzen

erfüllt.« Alles ist dann über die gesamte

Linie aufeinander abgestimmt. Im Übrigen

bestehe immer die Option jetzt einzeln

gekaufte Maschinen später einmal mit einer

weiteren zu verketten, ergänzt Reiss.

Erweiterung und Peripherie

ergänzt

Mit einer weiteren Maschine, dem Edge-

Grinder wird das Entgratportfolio nun noch

weiter ergänzt. Diese neue Maschine ist seit

wenigen Monaten bei einem Kunden im

Einsatz und wird auf der EuroBLECH im

Oktober noch genauer vorgestellt. Der

EdgeGrinder kommt zum Einsatz, wenn

Laser- oder Stanz-Nibbel-Teile etwa Spritzer

oder einen scharfen Grat haben. Er hat eine

Arbeitsbreite von 1.500 mm, ist für Teile bis

50 mm Dicke geeignet und kann sowohl als

Stand-alone-Variante als auch in Linie mit

einer vorhandenen Produktionsstrecke eingesetzt

werden.

Außerdem gibt es zur Blechreinigung den

sogenannten Washer, der die Bauteile beidseitig

in einem Durchgang reinigen kann

und sich ebenfalls problemlos verketten

lässt. Die zu reinigenden Teile kommen auf

stahlmarkt 06.2016


44 K Entgraten, Anarbeitung

FlatJack, die neue Arku-Lösung zur

Ebenheitsmessung

eine Rollenbahn und durchlaufen die Anlage.

Weiterhin werden Förderbänder, Trägerplatten,

Tische und schnell wechselbare

Schleifsysteme angeboten.

»Datenautobahn gelegt«

Ganz neu ist auch das Ebenheitskontrollverfahren

FlatJack ® , mit dem sich die Ebenheit

von Stanz-, Laser- und Brennteilen schnell,

genau und mit geringem Aufwand vor und

nach dem Richten ermitteln lässt. Die Oberfläche

wird mit dem Laser optisch per

Triangulationsverfahren

vermessen.

Dabei fährt ein

Messportal über die

Prüfteile und vermisst

die Ebenheit

(gemäß DIN EN ISO

12781). Der Flat-

Jack ist vollständig

integrierbar in die

Arku-Maschinen,

läuft vollautomatisch

und bedienerunabhängig.

Die

Ergebnisse werden

direkt an die Steuerung übermittelt, die

Daten können an schließend weiter verarbeitet

werden. »Damit ist der Grundstein für

die Datenautobahn im Sinne von Industrie

4.0 gelegt«, freut sich Ewald Hund,

technischer Leiter und Prokurist bei Arku.

Besonderheit und Innovation ist nicht nur,

dass das bisher übliche Messen der Ebenheit

von Hand bzw. per Lineal überflüssig wird,

sondern auch der erschwingliche Preis.

Denn Software und rechnerische Leistung

haben in solchen Fällen bisher meistens

hohe Summen geschluckt. Der FlatJack hingegen

sei dank der Unterstützung des KIT

– Karlsruher In stitut für Technologie zu

einem vergleichsweise günstigen Preis er -

hältlich und somit auch unter diesem Aspekt

innovativ, hieß es.

Arku wird zu den Hidden Champions

Baden- Württembergs gezählt. Mit rd. 200

Mit arbeitern hat die Arku-Gruppe zuletzt

eine Gesamtleistung von 55 Mill. € erzielt.

»Ma schinen zu verketten, Teile zu visualisieren,

d. h. zu erkennen, zu klassifizieren und

zu qualifizieren – das sind die Themen, die

Arku in Zukunft immer mehr beschäftigen«,

betont Arku-Chef Reiss und er verspricht:

»Wir werden dieses Jahr 88 Jahre alt und

haben die 100 schon im Visier.«

K

« KONTAKT

Arku Maschinenbau GmbH

Siemensstraße 11

76532 Baden-Baden

Tel. +49 7221 5009-0

www.arku.de

(sm 160603594)

PORTALFRÄSMASCHINEN-

SPEZIALIST ERÖFFNET

NIEDERLASSUNG IN CHINA

Neuhausen auf den Fildern. Der Portalfräsmaschinen-Spezialist

F. Zimmermann GmbH aus

Neuhausen auf den Fildern bei Stuttgart hat zum

1. April eine Niederlassung in China gegründet.

Damit wird der Maschinenbauer insbesondere

Kunden aus der Luft- und Raumfahrt, aber auch

aus den Branchen Automotive sowie Modell- und

Formenbau noch besser unterstützen und seinen

Kundenkreis konsequent erweitern. Wegbereiter

für die bereits schon jetzt sehr erfolgreiche Präsenz

war die chinesische Handelsvertretung HRD.

www.f-zimmermann.com

K

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WS(SHN)/SE/ (sm 160603468)

BEDIENERFREUNDLICHE

SCHWEISSNAHTVORBEREITUNG

MIT APP

Ditzingen. Hochwertige und sichere Schweißverbindungen

benötigen als Basis perfekt vorbereitete

Kanten. Trumpf bietet dafür mit seinen

Schweißkantenformern Werkzeuge, die oxidfreie

und metallisch blanke Fasen gewährleisten. Der

Umgang mit ihnen wird dank der »Power Tool

Guide« App noch benutzerfreundlicher.

Die neue App steht für iOS- und Android-Geräte

kostenlos zur Verfügung. Die App lässt sich in

den Stores durch die Stichwort-Sucheingabe

Power Tool Guide finden.

www.trumpf.com/s/elqvbc

(Apple Store)

www.trumpf.com/s/bkjn3a

(Google Play)

K

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eb/WS(SHN)/SE/ (sm 160603539)

AUSZEICHNUNG FÜR

UNTERNEHMENSETHIK

Roosendaal, Niederlande. Bereits zum

zweiten Mal in Folge bekam der Hersteller von

Plasma-, Laser- und Wasserstrahl-Schneidanlagen

die Auszeichnung zur »World’s Most Ethical Company«

(ethischstes Unternehmen der Welt). Es

wird vom Ethisphere Institute an Unternehmen

verliehen, die auf allen Ebenen eine von ethischem

Handeln und Transparenz geprägte Unternehmenskultur

fördern. Hypertherm ist eines von

131 Unternehmen weltweit, die dieses Jahr neu

auf der Liste stehen, und eines von lediglich zwei

des Sektors »Werkzeugmaschinen und Zubehör«.

www.worldsmostethicalcompanies.

ethispere.com

K

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hx/WS(SHN)/SE/ (sm 160603433)

stahlmarkt 06.2016


Entgraten, Anarbeitung K 45

Hohe Bearbeitungsqualität beim Entgraten

sicherstellen

von Annedore Bose-Munde

Das Entgraten von Stahl erfordert neben einer passgenauen Anlagentechnik

auch eine geeignete Peripherie. Nur so gelingt es, im Prozess die

Qualität der Ergebnisse sicherzustellen, verlässliche Prozessabläufe zu

gewährleisten sowie die Prozesskosten gezielt zu beeinflussen. Die

Hersteller bieten hier flexible Lösungen für verschiedene Anwendungsfälle.

Grate, die beispielsweise bei der Bearbeitung

von Fräs-, Dreh- und Stanzteilen

oder nach dem Schneiden entstehen, sind

im Allgemeinen unerwünscht. Um diese zu

entfernen, setzen die Unternehmen je nach

Anforderung und Kosten auf verschiedene

Methoden.

Die Paul Ernst Maschinenfabrik GmbH aus

Eschelbronn ist einer der führenden Hersteller

von Blechentgratungsmaschinen für

Stanz- und Laserteile sowie für Brenn- und

Plasmazuschnitte. Viele Kunden des Unternehmens

sind sogenannte Job-Shopper-

Betriebe, bei denen sich die Art der Aufträge

und somit auch die Anforderungen häufig

ändern. Entsprechend hat das Unternehmen

vor einigen Jahren mit der Einführung von

vollständig modularen Lösungen genau auf

diese Kundenanforderung reagiert. »Bei

Anlagenlösungen mit ›Freiplätzen‹ oder

›Leermodulen‹ sind bei einer Veränderung

enge Grenzen hinsichtlich der Konfiguration

gesetzt. Durch unser modular aufgebautes

Maschinengestell können die Kunden auch

Jahre nach Lieferung der Maschine noch

Module nachrüsten und sich den verändernden

Anforderungen stellen. Die Maschine

wächst also mit den Kundenanforderungen«,

benennt Geschäftsführer Markus

Lindörfer die Vorteile.

Modulares Anlagenkonzept

gewährleistet flexible Bearbeitung

Durch die Wahl der passenden Module aus

den Bereichen Entgraten, Oxidentfernen (bis

25 mm Materialdicke), Kantenverrunden

(bis 2 mm Radius) und Oberflächenfinish

durch Schleif- und / oder Bürstenaggregate

wird die Maschine letztlich genau so konfiguriert,

wie der Kunde dies benötigt (Bild 1).

Dabei werden sämtliche Module sowohl im

Nass- als auch im Trockenschliff angeboten.

»Die Kunden können auf einer Maschine

alle Materialien bearbeiten. Die nass arbeitenden

Maschinen verwenden dabei entweder

Bandfilteraggregate oder Zentrifugen

zum Aufbereiten der Emulsion. Auch ölige

Teile können so bearbeitet werden, ohne die

Schleifmittel zuzusetzen. Verarbeitet der

(Fotos: Paul Ernst Maschinenfabrik)

Bild 1a. Für die Kanten verrundung

im Bereich der Feinblechbearbeitung

werden auf den Anlagen der

Paul-Ernst Maschinenfabrik GmbH

Spin-Module eingesetzt.

Bild 1b. Extreme Verrundung bei

Dickblechanwendungen

stahlmarkt 06.2016


46 K Entgraten, Anarbeitung

Kunde hingegen nur eine Materialart und ist

das Material ölfrei kann auch trocken ge -

schliffen und verrundet werden«, so Lindhöfer

zum Einsatzspektrum.

Für die Bearbeitung stehen fünf verschiedene

Module zur Verfügung: die Module

Entgraten, Bürsten, Spin, Rotor und Breitband.

Mit der flexiblen Entgratwalze wird

fast ausschließlich der Kantenbereich ge -

schliffen, ohne unnötig stark auf der Oberfläche

zu schleifen. Dies spart Schleifmittel

und ermöglicht es außerdem, folierte und

verzinkte Teile sowie Teile mit Durchzügen

und Prägungen zu bearbeiten. Die Entgratwalze

kann sowohl mit Schleifleinen als

auch mit Schleif-Vlies eingesetzt werden.

Beim Modul Bürsten entschärfen zwei

gegenläufige Bürsten die Kanten der Werkstücke

mit Drahtbürsten oder entfernen die

Oxidschicht bei Materialien bis 25 mm

Materialdicke. Hierzu werden sogenannte

Federstahlbürsten eingesetzt. Durch den

Einsatz von Vlies-Lamellenwalzen kann mit

diesem Aggregat auch ein optimales Finish

auf Blechen aufgebracht werden.

Mit vier Schleiflamellenbürsten, die so -

wohl um die horizontale Achse rotieren als

auch um eine vertikale Achse und zusätzlich

über die Arbeitsbreite oszillieren, werden

beim Spin-Modul die Kanten von allen Seiten

gleichmäßig verrundet. Dieses Aggregat

kommt bei der Feinblechbearbeitung zum

Einsatz, wo Verrundungen von circa 0,3 mm

ausreichend sind, um die Teile für die an -

schließende Pulverbeschichtung vorzubereiten

beziehungsweise um bei nichtrostenden

Stahlblechen eine Verrundung zu erzielen,

mit der eine Verletzungsgefahr ausgeschlossen

werden soll.

Wird eine noch stärkere Verrundung mit

einem Radius bis zu 2 mm benötigt, kommt

das Modul Rotor zum Einsatz. Dort arbeiten

acht Lamellenwalzen mit jeweils 500 mm

Länge und bearbeiten durch mehrfach überlagerte

Bewegungen alle Kanten absolut

gleichmäßig. Der Einsatz dieser Technologie

findet sich zum Beispiel bei Stahlbaubetrieben,

die die DIN EN 1090 erfüllen wollen,

aber auch bei Herstellern von Drehgestellen,

Baumaschinen und Nutzfahrzeugen sowie

in der Landtechnik.

Und zum Schleifen von Oberflächen wird

das Modul Breitband eingesetzt. Über die

eingesetzte Schleifmittel-Körnung und -Type

(Schleifleinen oder Schleifvlies), lassen sich

unterschiedliche Arten von Finishs erzeugen.

Anlagentechnik muss hohe

Qualität sicherstellen

Bleche für die verschiedensten Anwendungen

so zu bearbeiten, dass sie ihrem Einsatzzweck

optimal entsprechen und gefährdungsfrei

zu handhaben sind, ist der

Anspruch der Schlosserei Schweighart aus

dem bayerisch-schwäbischen Neuburg

(Bild 2). Mit CNC-gesteuerten Laserschneidmaschinen,

modernen Abkantpressen und

Schweißanlagen bietet das Unternehmen

eine qualitativ hochwertige Bearbeitung von

Blechen aus Stahl und Edelstahl sowie auch

aus Aluminium. Bearbeitet werden Bleche

aus Stahl bis zu einer Dicke von 20 mm, aus

Edelstahl bis zu 15 mm und aus Aluminium

bis zu 10 mm. Mit einem Volumen von etwa

50.000 kg pro Monat bildet der Stahlanteil

dabei das größte Segment.

Das Leistungsspektrum von Schweighart

umfasst die Bearbeitung von Einzelteilen bis

zu einbaufertigen Baugruppen in Serienfertigung

– ganz nach Kundenwunsch. Dazu

gehören z. B. komplette Maschinenverkleidungen

mit Fenstern und Türen. Bei diesen

Wünschen spielt die Beschaffenheit der

Blechkanten eine wichtige Rolle. Neben

dem ergonomischen Wert entgrateter und

verrundeter Kanten zeigte sich die technische

Notwendigkeit erstmals bei der Herstellung

von Befestigungselementen für

Photovoltaikanlagen. Dort ging es um eine

funktionssichere Montage von Kunststoffrohren.

Grate oder scharfe Kanten können

solche Rohre beschädigen und wären dort

eine Gefahr gewesen. So begann die Suche

nach einer geeigneten Kantenbearbeitungsmaschine.

Bild 2. Gleichmäßige Kantenbearbeitung mit hoher Qualität ist der Anspruch der Schlosserei

Schweighart.

(Foto: Peter Springfeld)

Stahl- und Aluminiumbleche auf

nur einer Maschine bearbeiten

»Für die Auswahl der für uns geeigneten

Blechbearbeitungsmaschine spielte die

Bearbeitungsmöglichkeit von edelverzinktem

Blech eine dominierende Rolle. Beim

Entgraten und Verrunden der edelverzinkten

Bleche muss der Verzinkungsschutz

erhalten bleiben. Es gibt dort eine Toleranzgrenze,

die bei 2 μm liegt. Und einzig die

Trockenschleifmaschinen der Lissmac Ma -

schinenbau GmbH gewährleisten den Erhalt

der Zinkschicht beim Entgraten und Verrunden«,

benennt Geschäftsführer Ernst

Schweighart die Anforderungen an die

Anlagentechnik. »Wir haben diese schonende

Kantenbearbeitung mehrfach bei

Lissmac in Bad Wurzach ausprobiert und

danach eine Blechbearbeitungsmaschine

SBM-L 1500 G1S2 gekauft«, so Schweighart

weiter.

stahlmarkt 06.2016


Entgraten, Anarbeitung K 47

Bild 3. Blick auf die

Schleifaggregate der

SBM-L 1500 G1S1

von Lissmac

(Foto: Peter Springfeld)

Die Entgrat- und Kantenverrundungsmaschine

besitzt insgesamt sechs Schleif aggregate,

mit denen sie die Innen- und Außenkanten

der zugeschnittenen Platinen bearbeitet.

Druckrollen führen die Blechteile zuverlässig

durch die Maschine. Zunächst schleifen

jeweils in der ersten Stufe ein Schleifband

von oben und ein Schleifband von unten die

Grate ab, die möglicherweise beim Stanzen,

Laser- oder Feinplasmaschneiden entstehen.

Nachdem die Bleche von den Graten befreit

sind, führen die nachfolgenden vier Schleiflamellenaggregate

eine präzise Verrundungsarbeit

aus. Dazu treiben jeweils zwei Aggregate

oben und unten gegenläufige Schleifriemen

an (Bild 3). Diese Schleifriemen tragen

Schleiflamellen, die mit Schleifvlies und

Schleifmitteln kombiniert sind. Dabei übernehmen

die Schleifblätter die Materialabtragung

an sämtlichen Innen- und Außenkonturen

in einem Durchgang. Durch die

maschinelle Schnittkantenbearbeitung er -

folgt eine gleichmäßige Bearbeitung mit

hoher Qualität.

»Die Bedienung ist einfach. Über ergonomisch

angeordnete Bedienelemente lässt

sich jedes Bearbeitungsaggregat ganz nach

Wunsch zustellen oder abstellen. Neben den

Symbolen an den Schaltern zeigt das Display

den jeweils eingestellten Arbeitsmodus. Die

Blechdicke wird per Joystick eingestellt, der

Vorschub per Drehschalter. Dort kann man

im Bereich von 0 bis 4 m/min wählen«,

erklärt Ernst Schweighart.

Mit der Anlage werden in der Schlosserei

Stahl-, Edelstahl- und auch Aluminiumbleche

bearbeitet. Zum Materialwechsel

wird über einen Wechselschalter die Materialart

eingestellt, die dann über eine Signallampe

angezeigt wird: Grün signalisiert die

Einstellung auf Stahl und Edelstahl, blau

zeigt auf Aluminium. Leuchtet die Lampe

rot, dann liegt eine Störung vor.

Die wichtigste Voraussetzung für den

Wechsel von Stahl- auf Aluminiumblech ist

die installierte Filtereinheit. Hierbei handelt

es sich um einen Lissmac-Nassabscheider.

Mit einer Ventilatorleistung von etwa

8.100 m 3 /h erzeugt er einen Unterdruck von

etwa 3.400 Pa und generiert dabei einen

Volumenstrom von zirka 4.500 m 3 /h. Damit

werden die beim Aluminiumschliff entstehenden

brennbaren und explosiv wirkenden

Magnesiumteilchen im Wasserbehälter so -

fort abgekühlt. Die Funktionsumstellung des

Nassabscheiders erfolgt zum einen mit dem

Materialwechselschalter und zum anderen

mit dem Umstecken der Steuerleitungen.

Darüber hinaus erfordert der Materialwechsel

die gründliche Reinigung des

Maschinenraums sowie einen Wechsel der

Schleifwerkzeuge. Um dies bequem erledigen

zu können, besitzt die Maschine eine

großzügig dimensionierte Tür. Der Bänderwechsel

wird elektronisch unterstützt. Das

heißt, über die Steuerung werden die Bänder

bequemerweise und entsprechend

schnell hydraulisch gespannt. »Das alles

lässt sich in 15 bis 20 min erledigen, wobei

in dieser Zeit auch das vorgeschriebene Protokollieren

der Umstellungsprozeduren enthalten

ist«, betont Ernst Schweighart.

Mit der Maschine kann das Unternehmen

Blechteile unterschiedlicher Materialien in

einem Durchlauf auf beiden Seiten entgraten

und verrunden. Die Teile kommen sauber

aus der Maschine, werden sicher aufgenommen

und können sofort weiter verarbeitet

werden. Einzig die Teile, die kleiner als

150 mm sind, müssen mit einer Schablone

durch die Maschine geschickt werden.

Entgraten von Werkzeugkörpern

aus vergüteten Werkzeugstählen

Die 1919 gegründete Walter AG aus Tübingen

ist einer der führenden, weltweit tätigen

Komplettanbieter von Präzisionswerkzeugen

für die Metallbearbeitung mit einem

umfassenden Angebot von rd. 45.000 Präzisionswerkzeugen.

Es werden beispielsweise

Kunden aus der Luft- und Raumfahrt, der

Automobilindustrie, dem Motorenbau, der

Energietechnik und dem Schienenverkehr

beliefert. Produktivität und Prozesssicherheit

sind für das Unternehmen dabei wichtige

Punkte, um Fertigungsprozesse zu optimieren.

»Wir informieren uns ständig darüber,

welche neuen Lösungen es auf dem Markt

gibt. Wichtig dabei sind für uns verlässliche

Partner, die diese Entwicklungen dann auch

selbst weiter vorantreiben und auf unsere

Anforderungen hin optimieren«, erklärt

stahlmarkt 06.2016


48 K Entgraten, Anarbeitung

Bild 5. Am Werkstück anhaftende Schleifkörper werden nach dem Prozess in der

Reinigungsstation durch ein Wasser-Compound-Luft-Gemisch entfernt.

Dr.-Ing. David Boehnke, Manager Technology

Research & Development bei Walter. Ein

Beispiel dafür ist der Schleppfinisher

R6/1000 SF-Auto mit Roboterbeschickung

von der Rösler Oberflächentechnik GmbH

aus Untermerzbach. Er ermöglicht das vollautomatisierte

Entgraten von Werkzeugkörpern

aus vergüteten Werkzeugstählen, die

später mit Hartmetallprodukten für das Fräsen,

Drehen, Bohren und Gewinden be -

stückt werden.

»Neben dem Systemkonzept mit Maschinen

und Automatisierung war für uns ausschlaggebend,

dass wir von Rösler auch alle

Medien erhalten, die für den Betrieb der

Anlagen erforderlich sind. Mit anderen Worten:

den kompletten Prozess«, begründet

(Foto: Rösler Oberflächentechnik)

Bild 4.

Die beiden

Schleppfinishanlagen

des

Systems R6/1000

SF-Auto von

Rösler verfügen

jeweils über

sechs Arbeitsspindeln.

David Boehnke die Entscheidung für diese

Anlagentechnik. Das System, das auf die

spezifischen Anforderungen von Walter

maßgeschneidert wurde, besteht aus zwei

verketteten Schleppfinishern mit automatischer

Roboterbestückung der jeweils sechs

Arbeitsspindeln (Bild 4). Eine unsymmetrische

Belegung der Spindeln und daraus

resultierende Anlagenschäden werden

durch eine festgelegte Bestückungslogik

verhindert. Das System ist in die übergeordnete

Fertigungssteuerung, die Mastersteuerung,

integriert. Die für die Entgratprozesse

eingesetzten, standfesten Kunststoffschleifkörper

und Compounds wurden ebenfalls

bei Rösler entwickelt und sind entsprechend

auf die Anwendung bei Walter abgestimmt.

(Foto: Rösler Oberflächentechnik)

Das Prozesswasser wird im Kreislauf geführt.

Eigens dafür ist das System mit einer automatischen

Zentrifuge ausgestattet.

Individuelles Schleppfinish-System

mit Roboterbeschickung

In den Anlagen können Werkzeugkörper mit

einem Durchmesser von maximal 160 mm

und einer Länge bis zu 350 mm bearbeitet

werden. Damit wird ein großer Teil des Produktspektrums

von Walter abgedeckt. Für

die verschiedenen Werkstücke sind in der

Mastersteuerung Programme mit teilespezifischen

Parametern, beispielsweise Drehrichtung

und Geschwindigkeit der Spindeln,

Eintauchtiefe und Behandlungszeiten, hinterlegt.

»Wir haben im Technikum bei Rösler

und gemeinsam hier vor Ort Tests gefahren

und die Anlage in enger Kooperation optimal

an unsere Prozesskette angepasst. Dafür

hat Rösler Ideen und Wünsche von uns im

finalen Konzept umgesetzt. Es war eine sehr

partnerschaftliche und offene Zusammenarbeit«,

berichtet David Boehnke. Dabei

wurde auch die Integration einer dritten

Maschine vorgesehen. Walter hält sich damit

die Möglichkeit offen, zukünftig auch weitere

Werkstücke mit dem System zu bearbeiten.

Die Werkzeugkörper werden für die Bearbeitung

chargenweise in kundenseitigen

Palettensystemen mit Schiebewagen zur

Verfügung gestellt. Die für das Roboterhandling

erforderliche 1/10 mm genaue

Positionierung der Werkstücke wurde durch

die gemeinsame Entwicklung eines Sicherheitsbestückungskonzepts

mit Hüllflächenmodellen

und Belegungsmustern gewährleistet.

Der durch Schutztüren abgeschirmte

Arbeitsbereich des Roboters bietet dabei

Platz für vier Schiebewagen. Nachdem diese

an definierten Positionen platziert sind, gibt

der Werker das entsprechende Hüllflächenmodell

und die Werkstückanzahl am Bedienpanel

ein. Die Mastersteuerung wählt automatisch

das werkstückspezifische Programm

aus, berechnet die erforderlichen Arbeitszyklen

und teilt die Werkstücke entsprechend

der festgelegten Bestückungslogik

auf. Die Positionierung der Arbeitsspindeln

erfolgt durch die Steuerung der Schleppfinisher.

Sobald die Schutztür geschlossen

ist, startet der Roboter mit der Bestückung

der Arbeitsspindeln.

stahlmarkt 06.2016


Entgraten, Anarbeitung K 49

Während des Schleppfinishens werden die

Teile gleichmäßig und allseitig von den

Schleifkörpern umströmt. Dadurch erfolgt

eine effektive und doch schonende Entgratung,

selbst bei geometrisch komplexen

Werkzeugkörpern. Die pneumatische Werkstückfixierung

an der Arbeitsspindel wird

dabei kontinuierlich durch einen Initiator

überwacht. Sollte sich ein Teil lösen und he -

runterfallen, stoppt der Prozess automatisch

wodurch eine Beschädigung der Werkstücke

vermieden wird.

Nach der festgelegten Behandlungsdauer

entnimmt der Roboter den Werkzeugkörper

und führt ihn – abhängig vom Programm –

der am Schleppfinisher befindlichen Reinigungsstation

zu. Hier werden mittels Wasser-Compound-Luft-Gemisch

anhaftende

Schleifkörper entfernt (Bild 5). Einen Beitrag

zur hohen Prozesssicherheit leistet auch die

integrierte Unterkornaussiebung. Zu klein

gewordene Schleifkörper werden dadurch

kontinuierlich aus dem Prozess genommen.

Die Nachdosierung erfolgt manuell.

»Wir arbeiten mit dem Schleppfinishsystem

von Rösler nun seit Mai 2015 in Serie

und die Ergebnisse sind vielversprechend«,

stellt David Boehnke abschließend fest.

Elektrochemisches und chemisches

Entgraten von Oberflächen

Auf elektrochemisches und chemisches Entgraten

von Oberflächen setzt beispielsweise

die Poligrat GmbH aus München. Dabei wird

das zu bearbeitende Werkstück in ein Wirkbad

getaucht und unter Einwirkung eines

speziellen Elektrolyten wird dann elektrochemisch

(anodisch) oder chemisch Werkstoff

von der Oberfläche abgetragen. »Die

Verfahren sind geeignet zur Fein- und

Feinst entgratung, das heißt zur Entfernung

von Graten bis zu einer Größe von maximal

0,5 mm. Gratform und -dicke sind dabei von

erheblicher Bedeutung. Entgratet werden

nicht nur Kanten und Ecken, sondern auch

Flächen. Das Ergebnis sind dann partikelfreie

beziehungsweise partikelarme Oberflächen

mit einer hohen Reinheit«, beschreibt

Poligrat-Geschäftsführer Siegfried Pießlinger-Schweiger

die Anwendungsbereiche

.

Bearbeitet wird jeweils die gesamte be -

aufschlagte Oberfläche, wobei der Abtrag

an Ecken und Kanten deutlich erhöht ist. Die

Verfahren werden für das Entgraten, Polieren,

Glätten und zur Verbesserung funktioneller

Eigenschaften eingesetzt. So wird

neben der Entgratung eine Verbesserung

der Oberflächenqualität hinsichtlich Reinheit,

Lebensdauer, Korrosionsbeständigkeit,

Reibung oder Verschleiß erzielt. Sonderanwendungen

der Verfahren werden außerdem

für Werkstoffprüfung (Risskontrolle)

und das Schärfen von Schneidkanten ge -

nutzt.

Die Bearbeitung der Oberflächen erfolgt

meist durch Tauchen oder Durchpumpen.

Das Teilespektrum reicht dabei über die

gesamte Palette von Massenkleinteilen bis

hin zu Großkomponenten. Die Werkstoffpalette

für die Anwendung umfasst Edelstahl,

Stahl, Nickellegierungen, Kupferlegierungen,

Aluminium, Titan und Zirkon.

»Elektrochemische und chemische Entgratverfahren

können weitgehend unabhängig

von Form und Größe der Teile sowie

der Härte des Werkstoffs eingesetzt werden.

Die Bearbeitung erfolgt ohne mechanische,

thermische oder chemische Belastung, weshalb

auch sehr empfindliche Bauteile erfolgreich

zu bearbeiten sind. Die Verfahren sind

industriell erprobt, stabil und innerhalb

enger Grenzen reproduzierbar, was letztendlich

auch die Einhaltung enger Toleranzen

erlaubt«, benennt Pießlinger-Schweiger

die Vorteile dieses Verfahrens.

Entgratsysteme für Rohre, Profile,

Stäbe und Bleche aus Metall

Entgrat- und Sägelösungen, die sich für den

Einsatz in kleineren bis mittleren Betrieben

eignen, bietet die RSA cutting Systems

GmbH aus Schwerte. Viele dieser Systeme

lassen sich auch durch eine entsprechende

Verkettung automatisieren und können so

mit den sich verändernden Kundenanforderungen

mitwachsen.

So eignet sich beispielsweise die Entgratmaschine

Turnamat für das wirtschaftliche

Entgraten von gebogenen Rohren, komplexen

Profilen und Werkstücken mit hohem

Gewicht und / oder starken Graten (Bild 7).

Dabei werden Innen- und Außenkanten

gleichzeitig bearbeitet. Ein manuelles Drehen

der Werkzeuge ist dazu nicht erforderlich.

Der Wechsel des Hochleistungs-Bürstwerkzeuges

ist laut RSA in weniger als 2 min

erledigt. Die Radialbürste rotiert nicht nur

selbst, sondern zusätzlich auch die gesamte

Antriebseinheit. Auf diese Weise werden die

Bild 6. Bearbeitungsbeispiel: Ein unbearbeitetes Filterblech (links) und ein von Poligrat

elektropoliertes

(Foto: Poligrat)

Bild 7. Die Entgratmaschine SCD-90 der

Bewo Cutting Systems B.V. verfügt über

Bürsten mit einer Entgratlänge von 600 mm.

(Foto: Bewo Cutting Systems B.V.)

stahlmarkt 06.2016


50 K Entgraten, Anarbeitung

Bild 8. Die RSA Entgratmaschine Turnamat

eignet sich zum Entgraten von schweren

Rohren aus Stahl, Edelstahl und NE-Metallen.

Innen- und Außenkanten des Werkstücks

gleichmäßig bearbeitet. Mithilfe eines He -

bels lässt sich die Entgratmaschine schnell

auf einen anderen Werkstückdurchmesser

einstellen. Ebenso schnell ist die Frontplatte

werkzeuglos wechselbar, die für die Führung

der Werkstücke zuständig ist, heißt es

weiter. »Durch die hohe Leistung der Entgratmaschine

und die kurzen Rüstzeiten

amortisiert sie sich in weniger als einem

Jahr«, nennt RSA-Geschäftsführer Thomas

Berg einen wichtigen Anwendernutzen.

Passend zur Anlagentechnik bietet RSA

ein breites Programm an Hochleistungsbürsten

für die industrielle Anwendung, sowohl

Standardprodukte als auch kundenspezifische

Auftragsfertigungen.

Automatisch gesteuerte Entgratmaschine

für Sägestraßen

Als Bestandteil eines automatisierten Produktionsprozesses

wurde die Entgratmaschine

SCD-90 der Bewo Cutting Systems

B.V. aus dem niederländischen Waalwijk

entwickelt. Die automatisch gesteuerte

Anlage kann aber ebenso separat genutzt

werden. Anwender können die Maschine an

alle Bewo-Zirkelsägeautomaten koppeln,

wobei sie die Einstellungen am zentralen

Berührungsbildschirm der Sägestraße eingeben.

Um den hohen Output der verschiedenen

Bewo-Sägestraßen problemlos verarbeiten

zu können, wurde die Anlage robust und

stabil ausgelegt. Sie verfügt über Bürsten

(Bild: RSA)

mit einer Entgratlänge von 600 mm (Bild 8).

Damit wird die Schnittkante des Profils länger

bearbeitet, was vor allem bei größeren

Durchmessern die Qualität erhöht. Kippmechanismen

sorgen dafür, dass auch rechteckige

und quadratische Profile an Innenwie

Außenseite entgratet werden. Die Bürsten

können schnell ausgetauscht werden.

Die Entgratmaschine ist außerdem mit speziellen

Mitnehmern ausgerüstet, die ein

kratzerfreies Handling der Rohre garantieren.

Sie verarbeitet standardmäßig Längen

bis zu 3.000 mm.

Die Maschine lässt sich um eine Staubabsauganlage

oder eine Ausblasung der Rohre

vor und / oder nach dem Entgraten erweitern.

Durch das Ausblasen der Rohre kann

eine höhere Qualität erreicht werden und

auch kundenspezifische Anpassungen der

Technik sind möglich.

Um Oberflächen zu entgraten, gibt es

viele Möglichkeiten. Entscheidend für die

Wahl der passenden Anlagentechnik sind

letztendlich neben dem Werkstoff und den

Stückzahlen die spezifischen Kundenanforderungen.

(sm 160603423) K

« KONTAKT

Bewo Cutting Systems B.V.

Van Harenstraat 2

5145 RJ Waalwijk, Niederlande

Tel. +31 13 4676915

www.bewo.nl

Paul ERNST Maschinenfabrik GmbH

Meckesheimer Straße 27

74927 Eschelbronn

Tel. +49 6226 9504-0

www.ernst-maschinen.de

LISSMAC Maschinenbau GmbH

Lanzstraße 4

88410 Bad Wurzach

Tel. +49 7564 307-0

www.lissmac.com

POLIGRAT GmbH

Valentin-Linhof-Straße 19

81829 München

Tel. +49 89 42778-0

www.poligrat.de

Rösler Oberflächentechnik GmbH

Vorstadt 1

96190 Untermerzbach

Tel. +49 9533 924-0

www.rosler.com

RSA cutting Systems GmbH

Adolph-Kolping-Straße 14

58239 Schwerte

Tel. +49 2304 9111-0

www.rsa.de

stahlmarkt 06.2016


Entgraten, Anarbeitung K 51

Kanten- und Fasen-Schleifmaschine zur

Schweißnahtvorbereitung

Kuhlmeyer liefert an ein holländisches Stahl-Service-Center

Bad Oeynhausen. Die Anarbeitung von Schweißfasen ist zum

automatisierten Schweißen und Fügen ebenso wichtig wie die qualitative

Ausführung der Schweißnaht selber. Viele Stahl-Service-Center und OEM-

Kunden aus dem Schwermaschinen- oder Schiffbau setzen dabei auf die

robuste und wirtschaftliche Technologie des Schleifens der Fasen und Kanten

mit einer Fasen-Schleifmaschine der Kuhlmeyer Maschinenbau GmbH.

Mit der Hochleistungsbandschleiftechnik

lassen sich auf den Kuhlmeyer-Maschinen

Fasenwinkel von – 45° bis zu + 88° realisieren.

Es gibt die klassischen stationären

Maschinen in der offenen Rahmenbauweise

für Teilelängen von 16 m und mehr und

Sondermaschinen, die im Durchlaufverfahren

Stahlprofile (Schiffbau- oder Wulstprofile)

an der Stirnseite bearbeiten, Fasen an

der Ober-und Unterseite anschleifen und

vorlackierte oder behandelte Oberflächen

im späteren Schweißbereich metallisch

blank putzen. Auch die Bearbeitung hochfester

Stähle ist kein Problem. Abtragsraten

bis zu 200 cm 3 /min lassen sich mit den standardisierten

Keramikkornschleifbändern

wirtschaftlich erreichen. Dabei können

Bandvorschubgeschwindigkeiten bis zu

5 m/min eingestellt werden. Die Fasen und

Stege können ohne gravierende Wärmeeinwirkung

und ohne Grate oder Zunderschichten

sofort weiterverarbeitet werden.

Beim Brenn- oder Schneidverfahren ist das

nicht gegeben und zusätzliche Handlingsund

Bearbeitungsschritte müssen einkalkuliert

werden. Das Rationalisierungspotenzial

der Kuhlmeyer-Fasenbandschleifmaschinen

wird durch eine entsprechende

Transport- und Fördertechnik weiter unterstützt.

Vor Kurzem hat Kuhlmeyer eine UKF-Fasen-

und Kantenschleifmaschine mit einem

Arbeitsbereich von 6 m an das Stahl-Service-Center

Joop van Zanten Staalservice in

Veenendaal in den Niederlanden geliefert.

Mit der neuen Maschine lassen sich die

geraden Fasen in einer besseren Qualität

und kurzen Durchlaufzeit realisieren. Vor

allem hochfestes Material lässt sich besser

und günstiger auf der Fasenschleifmaschine

bearbeiten, da keine negative Wärmeeinbringung

in das Material stattfindet und die

Schleifbänder weniger Verschleiß zeigen, als

Fräswerkzeuge, erklärt das niederländische

Unternehmen.

(sm 160603443) K

« KONTAKT

Kuhlmeyer Maschinenbau GmbH

Zur Bauernwiese 23

32549 Bad Oeynhausen

Tel. +49 5731 5304-0

www.kuhlmeyer.de

(Fotos: Kuhlmeyer)

Die Kuhlmeyer-UKF-Maschine 3.1-6000 bei van Zanten in Veenendaal

Unterschiedliche Werkstücke mit Fasen- und

Kantenbearbeitung

stahlmarkt 06.2016


52 K Edelstahl

(Foto: Martina Helzel)

Mit ihren raumabschließenden Elementen aus nichtrostendem Stahl ist die Insel in der Mur

mittlerweile fest im öffentlichen Leben der Stadt Graz verankert.

(Foto: MetallArt Metallbau Schmid)

Auch unter atmosphärischen Bedingungen

bewahren Konstruktionen aus

nichtrostendem Stahl unverändert ihren

metallischen Glanz.

Korrosionsbeständigkeit nichtrostender

Stähle an der Atmosphäre

Von Andreas Burkert, Joachim Fischer, Jens Lehmann, Thoralf Müller*

Korrosionsbeständig und verschleißfest ermöglichen nichtrostende Stähle langlebige

und wartungsarme Konstruktionen unter atmosphärischen Bedingungen.

* BAM Bundesanstalt für Materialforschung und

-prüfung, Berlin. Die Ausführungen basieren auf dem

ISER-Merkblatt 828, das kostenfrei bei der Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei angefordert werden kann,

E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de

Über das Korrosionsverhalten nichtrostender

Stähle bei atmosphärischer Beanspruchung

liegen umfangreiche Erfahrungen

von jahrzehntelangen praktischen

Anwendungen in den unterschiedlichsten

Gebieten weltweit sowie aus systematischen

Auslagerungsversuchen vor. Die ge -

wonnenen Daten erlauben je nach Zusammensetzung

der umgebenden Atmosphäre

die Auswahl eines geeigneten Werkstoffs.

Unter vielen atmosphärischen Bedingungen

sind die nichtrostenden Stähle bei freier

Bewitterung, auch unter langzeit- oder dauerfeuchten

Bedingungen, vollständig korrosionsbeständig.

Die Auswahl der nichtrostenden Stähle

muss den jeweiligen Umgebungsbedingungen

angepasst werden, um in jedem Fall

sicherzustellen, dass der passive Zustand

aufrechterhalten bzw. eine erneute Passivierung

unter den gegebenen Umgebungsbedingungen

möglich ist. Dabei ist in jedem

Einzelfall zu prüfen, welches Kleinstklima im

Einsatzbereich herrscht. Hier spielen Luftfeuchte,

Taupunktunterschreitungen sowie

örtliche Befeuchtung und deren Dauer, insbesondere

in Kombination mit Schadstoffen

und Verunreinigungen z. B. in Abhängigkeit

von Windstärke und Windrichtung, eine

wesentliche Rolle. Besondere atmosphärische

Korrosionsbedingungen herrschen

beispielsweise in Straßentunneln und in

Schwimmhallen, in Küstenregionen mit

gleichzeitiger industrieller Luftverschmutzung,

aber z. B. auch in Wüstenregionen mit

Erdölförderung.

stahlmarkt 06.2016


Edelstahl K 53

Werkstoffauswahl

Die nichtrostenden Stähle bilden je nach

Kombination der Legierungselemente un -

terschiedliche Gefügestrukturen aus. Für den

Einsatz unter atmosphärischer Korrosionsbelastung

spielen die nichtrostenden martensitischen

Stähle nahezu keine Rolle. Stähle

mit diesem Gefüge erzielen nach entsprechender

Wärmebehandlung hohe Festigkeiten

und einen hohen Verschleißwiderstand,

was sie für spezielle

Anwendungsfälle (Schneidwerkzeuge,

Wälzlager etc.) interessant

macht. Sie weisen für atmosphärische

Anwendungen in der Regel

jedoch keine ausreichende Kaltzähigkeit

auf und haben eine

hohe Empfindlichkeit bezüglich

des Auftretens von Spannungsrisskorrosion

be reits in Atmosphären

geringer Korrosivität.

Für die Anwendung unter

atmosphärischen Bedingungen

bisher nur wenig verbreitet sind

nichtrostende Stähle mit ferritischem

Gefüge. Man unterscheidet

grob zwei Gruppen dieser

Stähle. Die mit einem Chromgehalt

von etwa 11 bis 13 %

(1.4003) und die mit einem

Chromgehalt von etwa 17 %

(1.4016). Durch den relativ geringen

Chromgehalt der 11- bis

13%igen Chromstähle ist deren

Anwendung unter atmosphärischen

Bedingungen begrenzt. Die

17%igen Chromstähle erreichen

eine etwas höhere Korrosionsbeständigkeit.

In den aktuellen

Regelwerken werden die nichtrostenden

ferritischen Stähle ausschließlich

der Korrosionswiderstandsklasse

I zugordnet, d. h.

beispielsweise Konstruktionen in

Innenräumen mit Ausnahme von

Feuchträumen. Die Entwicklung

und weitere Verbreitung molybdänhaltiger

nichtrostender ferritischer

Stähle könnte hier das Einsatzgebiet

in Zukunft erweitern,

sofern gleichzeitig die erforderliche

Kaltzähigkeit sichergestellt

werden kann.

Für den Einsatz unter atmosphärischen

Bedingungen werden

die nichtrostenden austenitischen Stähle

sehr häufig und stetig zunehmend auch

die nichtrostenden austenitisch-ferritischen

Stähle, sogenannte Duplexstähle, eingesetzt.

Sie zeichnen sich durch eine besonders

günstige Kombination von Verarbeitbarkeit,

mechanischen Eigenschaften und

Korrosionsbeständigkeit aus. Mit zunehmendem

Legierungsgehalt, insbesondere an

Chrom und Molybdän, kann die Korrosionsbeständigkeit

gesteigert und den atmosphärischen

Umgebungsbedingungen angepasst

werden. Die bekanntesten Vertreter der

nichtrostenden austenitischen Stähle sind

die Werkstoffe 1.4301, 1.4307 bzw.1.4404

und 1.4571. Bei den nichtrostenden austenitisch-ferritischen

Stählen findet der

Werkstoff 1.4462 und mit einem reduzier-

stahlmarkt 06.2016


54 K Edelstahl

ten Nickelgehalt die Werkstoffe 1.4062,

1.4162, 1.4362 und 1.4662 zunehmend

Verwendung.

Einflussgrößen

Die Korrosionsbeständigkeit der nichtrostenden

Stähle wird neben dem Gehalt an

Legierungselementen vor allem auch durch

den Oberflächenzustand der Werkstoffe

bestimmt. Die höchste Korrosionsbeständigkeit

zeigen Oberflächen, die frei von Fremdstoffen

und Anlauffarben sind und gleichzeitig

eine geringe Oberflächenrauheit aufweisen.

Störungen der Passivschichtausbildung

führen zu verminderter Korrosionsbeständigkeit

mit den für nichtrostende Stähle

typischen örtlichen Korrosionserscheinungen.

Die höchste Korrosionsbeständigkeit

wird an gebeizten oder elektropolierten

Oberflächen festgestellt. Beide Vorgänge

führen praktisch zu einer Einebnung der

Oberflächen und zu einem signifikanten

Abbau energetisch bevorzugter Bereiche,

von denen eine Metallauflösung ausgeht.

Untersuchungen der Bundesanstalt für

Materialforschung und -prüfung zum Einfluss

der Rauheit auf das Korrosionsverhalten

nichtrostender Stähle haben nachgewiesen,

dass mit Werten für die Mittenrauheit

R a

von weniger als 0,5 μm die Korrosionsbeständigkeit

signifikant erhöht ist. Kaltgewalzte

Oberflächen haben mittlere Rauigkeitswerte

um 0,1 μm. Neben dem Rauheitswert

R a

hat auch die mikroskopische

Topographie der Oberflächen einen wesentlichen

Einfluss auf das Korrosionsverhalten

nichtrostender Stähle.

Auch für nichtrostende Stähle sind einige

konstruktive Gegebenheiten zu beachten,

um das Risiko von Korrosionserscheinungen

(Foto: Claude O‘Sughrue)

Der

nichtrostende

Stahl 1.4404 mit

polierter

Oberfläche

widersteht den

Abgasen des

Verkehrs ebenso

wie der Seeluft

des nahen

Mittelmeeres.

zu vermeiden. In besonders korrosionsgefährdeten

Bereichen wie Schwimmhallen

oder Straßentunneln können oft nicht oder

nur schwer zu reinigende Oberflächen, Spalte

oder problematische Abluftführungen

auftreten, die korrosiv wirkende Ablagerungen

begünstigen. Konstruktiv ist daher zu

berücksichtigen, dass Edelstahloberflächen

von korrosionsfördernden Ablagerungen

freigehalten werden, indem sie für eine Reinigung

zugänglich sind. Spalte, wie sie beispielsweise

unter überlappenden Klemmund

Steckverbindungen entstehen, sind zu

vermeiden, da diese potenzielle Angriffspunkte

für Spaltkorrosion bilden können.

Aber auch schon bei der Verarbeitung

nichtrostender Stähle können Abweichungen

vom gewünschten passiven Idealzustand

der Edelstahloberfläche entstehen.

Insbesondere bei der schweißtechnischen

Verarbeitung kann der Gefügezustand durch

Ausscheidungen oder Seigerungen und der

Oberflächenzustand durch Bildung von oxidischen

Deckschichten (Anlauffarben) beeinträchtigt

werden. Die Nachbearbeitung mit

falschen Werkzeugen oder eine sehr grobe

mechanische Bearbeitung der Schweißnahtbereiche

kann ebenso zu unerwünschten

Veränderungen führen wie eine Beizbehandlung,

bei der die gründliche Nachreinigung

bzw. Neutralisation unterbleibt.

In jedem Fall empfiehlt sich bei atmosphärischer

Anwendung eine definierte Grundreinigung

nach Abschluss der Montagearbeiten

durchzuführen. Aus dem Grundverständnis

der Passivität und aus langjährigen

Erfahrungswerten tut hierzu warmes Wasser

mit etwas Spülmittel einen guten Dienst.

Zur Unterhaltsreinigung bei Außenanwendungen

reicht meist die reinigende Wirkung

des Regens aus, um Ablagerungen zu

entfernen. Zur Sicherstellung des optischen

Erscheinungsbildes unter Freibewitterung ist

zusätzlich eine jährliche bis halbjährliche

Unterhaltsreinigung durchzuführen Aber

auch hier können sich in Abhängigkeit von

der konkreten Belastungssituation, der ge -

wählten Oberflächenausführung und den

optischen Ansprüchen andere Intervalle

ergeben. Flächen, die im Freien nicht vom

Regen direkt erreicht werden, müssen zum

Erhalt des erwarteten optischen Erscheinungsbildes,

wie die Oberflächen anderer

Bauteile auch, einer regelmäßigen Reinigung

unterzogen werden.

K

« KONTAKT

Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei

Sohnstraße 65

40237 Düsseldorf

Tel. +49 211 6707-835

www.edelstahl-rostfrei.de

(sm 160603407)

UNTERNEHMENSGEFÖRDERTE

FORSCHUNG ZUR

OBERFLÄCHENBESCHICHTUNG

Akkrum. Seit 2006 stellt Dycomet das Low-

Pressure Cold Spray zur innovativen Metall-Kaltbeschichtung

her. Damit lassen sich Metalle ohne

Wärmezufuhr anbringen und auch größere Oberflächen

aus Edelstahl reparieren. Das neue High

Pressure Cold Spray macht es nun möglich, auch

große Metallteile, Glas und Keramik ohne Wärmezufuhr

zu verwenden. Eine Vorbehandlung ist

meist nicht notwendig. Cold Spray zur Oberflächenbehandlung

wird den Prozessen des thermischen

Spritzverfahrens zugeordnet. Ab sofort

bietet Dycomet ein »Open Lab« an, in dem Universitäten

und Unternehmen die Technologie aus

erster Hand erfahren können. Dort werden Tests

zur High-Pressure- und Low-Pressure-Technik

durchgeführt.

http://dycomet.de/open-lab.html K

/

SE/ (160603560)

stahlmarkt 06.2016


Edelstahl K 55

Schoeller Werk baut Kapazitäten in der Weiterbearbeitung aus

Hellenthal. Um steigende Ansprüche an Qualität und Flexibilität seiner Edelstahlrohre zu erfüllen, investiert das

Schoeller Werk kontinuierlich in seinen Maschinenpark und übernimmt neben der Trenn- und Endenbearbeitung

weitere Vorarbeiten.

Inspektionssystem bei ARG-Rohren (für Abgasrück führsysteme)

Kunden in den Bereichen Automotive,

Industrie und Energie können sich so verstärkt

auf ihre Kernkompetenzen in der Bauteilefertigung

konzentrieren. Außerdem

profitieren sie von anwendungsspezifischen

Produkten, fundierter technischer Beratung

sowie flexiblen Logistiklösungen aus einer

Hand.

Über 60 Anlagen stehen in der Weiterbearbeitung

zur Verfügung, darunter Maschinen

für das Trennen, Drehen, Bohren, Stanzen,

Biegen, Schleifen oder Waschen von

Edelstahlrohren. Auf diese Weise bereitet

der Rohrexperte die Edelstahlrohre optimal

auf die Zuführung an die automatisierten

Fertigungslinien seiner Kunden vor. Für die

Anwender entfallen zusätzliche Arbeitsgänge

– so sparen sie Kosten. Um weiterhin

flexibel auf die Kundenanforderungen einzugehen,

investiert das Schoeller Werk stetig

in die technologische Weiterentwicklung

seines Maschinenparks. Außerdem setzt der

Rohrhersteller aus der Eifel in seinen Anlagen

immer modernere, integrierte Prüfanlagen

ein. So wird das Unternehmen den

steigenden Qualitätsansprüchen, insbesondere

aus der Automobilindustrie, gerecht:

»Wir handeln nach der Null-Fehler-Philosophie

und stellen daher die Prozesssicherung

jedes einzelnen Produktionsschrittes sicher«,

betont Peter Weiß, Bereichsleiter der Weiterbearbeitung.

Mehr als 30 Mill. Rohre be -

arbeitet das Schoeller Werk pro Jahr, Tendenz

steigend. »Unsere Kunden möchten

verstärkt Kaufteile statt Halbzeuge beziehen

und Edelstahlrohrlösungen aus einer Hand

erhalten. Mit unseren Kompetenzen in der

Weiterbearbeitung werden wir diesen An -

forderungen gerecht«, erklärt Peter Bilstein,

Geschäftsführer des Schoeller Werks.

www.schoellerwerk.de

K

/

(Foto: Schoeller Werk)

(sm 160603552)

stahlmarkt 06.2016


56 K Edelstahl

Partnerschaft für

Sonderprofile vereinbart

Outokumpu und Böllinghaus kooperieren

Espoo / Hilden. Outokumpu Long Products, bekannter Hersteller von

Edelstahl-Langprodukten, ist mit Böllinghaus Steel eine Verkaufs- und

Marketing-Partnerschaft eingegangen. Böllinghaus Steel fungiert

nun als Vertriebspartner für kaltgezogenen und warmgewalzten Flach-,

Vierkant- und Sechskantstahl.

Outokumpu Long Products pflegt seit

rd. 20 Jahren gute Beziehungen zu Böllinghaus

Steel, einem der führenden Anbieter

von Sonderprofilen aus Edelstahl. Im Rahmen

der Kooperation wird das allgemeine

Produktportfolio von Böllinghaus Steel

durch Outokumpu Profile ergänzt, die im

englischen Sheffield hergestellt werden. So

wird Böllinghaus Steel neben seiner bestehenden

Produktpalette auch Outokumpu-

Sonderprofile in den Abmessungen von 8

bis 25 mm auf den Markt bringen. Die Partnerschaft

wird sich zu Beginn auf Europa,

den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum

und Lateinamerika erstrecken (ausgenommen

Deutschland und Großbritannien).

»Wir freuen uns sehr über den Ausbau

der Zusammenarbeit mit Outokumpu«, be -

kräftigt Antonio Perea, Vertriebsvorstand

von Böllinghaus Steel. »Sie ermöglicht uns,

zum Markt ein noch breiteres und um -

fassenderes Produktspektrum anzubieten,

und bietet uns eine Plattform für weiteres

Wachs tum.«

Böllinghaus Steel produziert nach internationalen

Standards im eigenen Werk in

Portugal. Zu den Branchen, die das

Familien unternehmen beliefert, gehören

die che mische und petrochemische

Industrie, der Energiesektor,

der Maschinenbau sowie die

Medizintechnik. Das Unternehmen

feierte vor zwei Jahren sein

125jähriges Jubiläum. Basierend

auf dieser langjährigen Erfahrung

fertigt es hochwertige Edelstahlprofile

in verschiedenen Güten. Die Produktpalette

umfasst Profile in unterschiedlichen

Formen und Längen – ge -

fertigt aus ebenso unterschiedlich legierten

Stahlgüten.

Erweiterte Kundenbeziehungen

für Outokumpu

»Durch die Partnerschaft mit Böllinghaus

Steel können wir unser Sonderprofilgeschäft

dank der weitreichenden Kundenbeziehungen

dieses Unternehmens auf viele an -

spruchsvolle Kunden und Anwendungsbereiche

ausweiten«, betont John Stansfield,

Geschäftsführer bei Outokumpu Sheffield

Stainless Bar. »Zusammen mit dem technischen

Know-how und der Qualität von

Outokumpu ergibt sich so eine erfolgreiche

Kooperation.«

Outokumpu blickt auf ein Jahrhundert an

Erfahrungen in der Entwicklung effizienter,

langlebiger und recycelbarer Edelstähle

zurück und ist für hohe Flexibilität und erstklassige

Liefertreue bekannt. Das globale

Angebot des Konzerns umfasst hochwertige

Stahllangprodukte für die Schwerindustrie.

Standorte für die Langprodukteherstellung

existieren in Großbritannien, Schweden und

den USA.

Größeres Stabstahlangebot

bei Böllinghaus Steel

Im Rahmen der Partnerschaft kann Böllinghaus

Steel ein umfassendes Spektrum an

Sonderprofilen sowie eine breite Palette an

warm- und kaltverformten Standardprofilen

anbieten. Das Portfolio beinhaltet Sechskantstahl

(von 8 bis 60 mm), Vierkantstahl

(von 8 bis 70 mm), Flachstahl (in Breiten

von 12 bis 130 mm und Dicken von 3 bis

95 mm). Im Hinblick auf die Güten umfasst

das Angebot alle wichtigen Edelstahlsorten

(Austenite, Ferrite, Martensite, Duplexstähle)

sowie Titan- und Nickellegierungen,

außerdem Sonderstähle und andere Stähle

auf Anfrage. Mit dieser Portfolio-Erweiterung

und den Kapazitätsausbaumaßnahmen

in Portugal sei Böllinghaus Steel bestens

auf die Herausforderungen der Zukunft

vorbereitet, so das Unternehmen.

www.boellinghaus.de

www.outokumpu.com

K

/

(sm 160603551)

(Foto: Böllinghaus / Outokumpu)

Beispiele aus dem Stabstahlportfolio

bei Böllinghaus Steel

« KONTAKT

Böllinghaus Steel GmbH

Hofstraße 64

40723 Hilden

Tel. +49 2103 88010-0

www.boellinghaus.de

stahlmarkt 06.2016


Edelstahl K 57

PERSPEKTIVE FÜR EU-BEITRITT

Köln. Der Mehrvölkerstaat Bosnien und Herzegowina

hat kürzlich die Aufnahme in die EU be -

antragt – rd. 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg.

Obwohl der Staat eine Perspektive für den Beitritt

hat, ist es noch kein offizieller Kandidat, wie das

Kölner Institut der deutschen Wirtschaft vermeldet.

Die EU-Kommission klassifiziert das Land als

im Aufbau einer funktionierenden Marktwirtschaft

befindlich. Es sei nicht im Stande, dem

EU-Wettbewerbsdruck standzuhalten, was u. a.

die verzeichnete Arbeitslosigkeit von rd. 27 %

zeige. Die Jugendarbeitslosigkeit belief sich im

Jahr 2014 sogar auf 63 % (EU-Durchschnitt:

22 %). Eine Empfehlung der EU-Kommission zur

Verbesserung der Arbeitsmarktsituation war, starre

Arbeitsmarktstrukturen aufzubrechen und eine

Abgabe- und Steuerbelastung der Arbeit zu mindern.

Der Internationale Währungsfonds hielt in

einer Studie fest, dass auch Geldüberweisungen

von im Ausland arbeitenden Verwandten zur

hohen Arbeitslosigkeit beitrügen. Diese machten

2014 rd. 2 Mrd. € aus, bald 14 % des BIP, das je

Einwohner, gemessen am EU-Durchschnitt, nur

rund bei einem Viertel liegt – womit der Vielvölkerstaat

zu den ärmsten Vertretern des Balkans

zählt. Positiv nimmt die EU-Kommission das Justizsystem

sowie die Korruptionsbekämpfung zur

Kenntnis, kritisiert aber auch die bosnische Verfassung.

Diese, so hielt der Europäische Gerichtshof

für Menschenrechte bereits 2009 fest, verstoße

gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.

K

SE/ (sm 160603508)

ISSF: Rostfreierzeugung 2015 nur gering gesunken

Brüssel. Die Erzeugung von nichtrostendem

Stahl ist weltweit im Jahr 2015 im Vergleich zum

Vorjahr nur um 0,3 % auf 41,548 Mill. t gefallen.

Das berichtet das ISSF – International Stainless

Steel Forum. In fast allen Regionen waren die

Volumina rückläufig. Nur die Unternehmen in

Produktion nichtrostender Stähle 2013 – 2015 in Mill. t

Asien o. China

2015: 9,461 Mill. t

2014: 9,333

2013: 9,276

Europa + Afrika

2015: 7,777 Mill. t

2014: 7,847

2013: 7,792

Amerika

2015: 2,747 Mill. t

2014: 2,813

2013: 2,454

Asien zeigten einen Anstieg von insgesamt 1,4 %.

China bleibt der weltweit größte Erzeuger – trotz

eines leichten Rückganges von 0,6 %. In der Re -

gion Westeuropa und Afrika fiel das Angebot um

0,7 %, in Amerika um 2,3 %. Der größte Einbruch

erfolgte in Mittel- und Osteuropa mit 6,3 %. K

2015

2014

2013

China

2015: 21,562 Mill. t

2014: 21,692

2013: 19,984

(sm 160603493)

Gesamt Welt

2015: 41,548 Mill. t

2014: 41,686

2013: 38,506

Quelle: ASSF, April 2016

… ready for lift off

Unsere Vakuumheber bewegen Stahlplatten, -rohre und -bleche

unabhängig von deren Größe und Gewicht mit einer Präzision und

Leichtigkeit, die Sie selbst gesehen haben sollten. Kontaktieren Sie uns:

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WPK nach DIN EN 1090

stahlmarkt 06.2016


58 K Edelstahl

3-D-Bearbeitung von Edelstahl

Binder verwendet Multifunktionsplasmaschneidanlage von MicroStep

Bad Wörishofen. Seit Kurzem setzt die Binder Edelstahl Produktionsgesellschaft

mbH in Bremen auf eine flexible Plasmaschneidanlage von

MicroStep. Mit dieser Multifunktionsschneidanlage der MG-Baureihe wird

Fasenschneiden, Bohren, Gewinden, Senken und nachträgliche

Schweißnahtvorbereitung an Blechen, Rohren, Profilen und Klöpperböden

möglich.

Viele Jahre setzte der Edelstahlspezialist

Binder beim Zuschnitt auf eine Plasmaschneidanlage

mit großer Bearbeitungsfläche

und kleinem Bohrkopf. Diese wurde im

April 2015 von einer Plasmaschneidanlage

der MG-Baureihe von MicroStep abgelöst.

Das Bad Wörishofener Unternehmen Micro-

Step entwickelt und produziert Plasma-,

Autogen-, Laser- und Wasserstrahl-Schneidsysteme

– von kleinen CNC-Anlagen für

Schulen und Werkstätten bis hin zu maßgeschneiderten

Fertigungsstraßen für Stahl-

Service-Center, Schiffswerften oder die

Automobil- und Luftfahrtindustrie.

Die für Binder Edelstahl eigens entwickelte

MG-PrB 7501.25+S880 dient der Bearbeitung

von Blechen, Rohren, Profilen und

Behälterböden. Sie ermöglicht den präzisen

Zuschnitt, wie auch Fasenschneiden bis 50°,

Bohren, Gewindschneiden und Senken. Die

Integration eines ABP ® -Laserscanners in Verbindung

mit dem Plasmarotator ermöglicht

zudem die nachträgliche Schweißnahtvorbereitung

an bereits geschnittenen Werkstücken.

Für große Bleche und Rohre

Die Nettoarbeitsfläche der neuen CNC-Maschine

für die Blechbearbeitung beträgt

7.500 mm x 3.380 mm. In die portalgeführte

Schneidanlage wurde außerdem eine

Rohrschneidvorrichtung RSV 30-500 und

ein Schacht zum Bearbeiten von Rohren und

Profilen bis 500 mm Durchmesser bzw.

880 mm Breite integriert. Der Schacht kann

mit einem Gitter abgedeckt und zum 2-D-

Zuschnitt genutzt werden. Für Kraft beim

Plasmaschneiden sorgt eine Plasmaanlage

vom deutschen Hersteller Kjellberg: eine

HiFocus 440i mit der zusätzlichen Möglichkeit,

Bauteile zu markieren und zu beschriften.

Am energiesparenden CNC-Brennschneidtisch

mit Sektionsabsaugung ist eine

Filteranlage ZPF 9H von Teka angeschlossen,

um die beim Schneiden entstehenden Partikel

aufzunehmen. Der endlos drehende

MicroStep-R5-Rotator bietet die Option

Fasenschnitte bis 50° zum Beispiel zur

Schweißnahtvorbereitung anzubringen.

Darüber hinaus setzt Binder auf die Micro-

Step-Technologie ABP-Additional Beveling

Process, um nachträgliche Schweißnahtvorbereitung

an bereits geschnittenen Bauteilen

vorzunehmen. Dazu wurde die mit

Rotator (Plasma, Autogen, Wasserstrahl)

ausgestattet CNC-Schneidanlage um einen

ABP-Laserscanner erweitert. Dieses Vorgehen

reduziert den Materialverlust und er -

spart teure Umrüst- und Transportzeiten. K

(sm 160603548)

« KONTAKT

MicroStep Europa GmbH

Messerschmittstraße 10

86825 Bad Wörishofen

Tel. +49 8247 96294-0

www.microstep-europa.de

(Foto: Microstep/Binder)

Die neue CNC-Maschine bei Binder Edelstahl

wurde für flexibelsten Einsatz konzipiert.

stahlmarkt 06.2016


Aus den Unternehmen K 59

Neue Benchmarks bei

Speziallangstahl gesetzt

SCHMOLZ + BICKENBACH auf der wire 2016

Luzern. »We are the benchmark for special steel solutions« – auf der wire

2016 präsentierte die SCHMOLZ + BICKENBACH-Gruppe zukunfts weisende

Spezialstahlprodukte und Services – vom ultrafeinsten Draht mit 13 μm

Durchmesser bis zum Schmiedestück mit mehr als 54 t Gewicht.

Auf der wire 2016 hat der internationale

Stahlproduzent SCHMOLZ + BICKEN-

BACH das Thema Innovation in den Mittelpunkt

gestellt. So informierten die Deutschen

Edelstahlwerke auf der Messe u. a.

über ihre Ende Februar 2016 in Betrieb

genommene neue Fertigungslinie, die aus

einer Ziehlinie, zwei Schleifmaschinen und

einer Rissprüfanlage besteht.

Neue Linie steigert

Lieferperformance

Mit der neuen Fertigungslinie haben die

Deutschen Edelstahlwerke ihre Position im

Segment der Spezialstahllangprodukte abermals

gestärkt. Mit der Investition von rd.

4,5 Mill. € in die innovative Blankstahlfertigung

am Standort Hagen setzt das Unternehmen

bei Prozesssicherheit und Flexibilität

bei der Herstellung von Premiumstäben

neue Maßstäbe. Modernste Technologien

sorgen dort für eine gleichbleibende und

jederzeit reproduzierbare Qualität bei einer

Gesamtstablänge zwischen 2 und 6,2 m

und einem Durchmesser von 5 bis 16 mm.

»Im Zuge des Automobilleichtbaus sehen

wir für unsere Ventilstähle großes Zukunftspotenzial,

da nicht nur immer mehr, sondern

vor allem immer dünnere Ventile gebraucht

werden. Damit die dünneren Ventile dennoch

den hohen Anforderungen standhalten,

ist die richtige Werkstoffwahl das A und

O. Unsere technischen Kundenberater finden

gemeinsam mit dem weiterverarbeitenden

Zulieferer und den Automobilherstellern

die passende Spezialstahllösung. Mit

der neuen Ziehlinie sorgen wir dafür, dass

bereits unser Vormaterial absolut zeiteffizient

hergestellt wird und dabei den hohen

Qualitätsanforderungen unserer Kunden

voll entspricht. Damit steigern wir unsere

Lieferperformance und leisten einen Beitrag

für die Prozesssicherheit und Materialeffizienz

in den Betrieben unserer Kunden«,

erläuterte Oliver Bell, Vorsitzender der

Geschäftsführung der Deutschen Edelstahlwerke.

Neue Ziehlinie mit Raupenzug

deutlich schneller

Für dieses Ziel ist man auch bei der Konzeption

der neuen Ziehlinie innovative Wege

gegangen, beispielsweise mit der Wahl des

Ziehaggregats. Kamen bislang für das Ziehen

der Stäbe herkömmliche Kurvenscheibenmaschinen

zum Einsatz, setzen die Deutschen

Edelstahlwerke in der neuen Fertigung auf

eine Raupenzugmaschine des Unternehmens

Danieli. Mit dem Raupenzug ist eine Ziehkraft

Mit dem Raupenzug

erreichen die Deutschen

Edelstahlwerke eine

Ziehkraft von maximal

7 t und mit bis zu 100 m/

min eine deutlich höhere

Ziehgeschwindigkeit als

im bisherigen Verfahren.

(Bild: Deutsche Edelstahlwerke)

stahlmarkt 06.2016


60 K Aus den Unternehmen

(Bild: SCHMOLZ + BICKENBACH)

Vom ultrafeinsten Draht mit 13 μm bis zum Schmiedestück mit mehr als 54 t – die SCHMOLZ + BICKENBACH-Gruppe deckt weltweit das breiteste

Spektrum an Stahlgüten, Abmessungen und Serviceleistungen im Bereich Speziallangstahl ab.

von max. 7 t und mit bis zu 100 m/min eine

deutlich höhere Ziehgeschwindigkeit als im

bisherigen Verfahren möglich. Gleichzeitig

ermöglicht die Raupenzugtechnik auch bei

solchen Geschwindigkeiten die Produktion

gleichmäßig dünnerer und qualitativ einwandfreier

Stäbe – und das auch noch mit

höherer Prozesssicherheit.

Die modernen Technologien werden beispielsweise

zur Fertigung von leistungsfähigem

Ventilstahl für den Automobilleichtbau

eingesetzt und steigern die Flexibilität und

Effizienz in der Produktion. Kunden profitieren

dabei von kürzeren Reaktionszeiten.

Hauptabnehmer der Hagener Blankstahlstäbe

ist neben der Automobilindustrie der

Maschinen- und Getriebebau.

Modifizierte Stahlsorte

erweitert Absatzmärkte

Ein weiteres Highlight auf der Messe war die

technologische Blankstahlinnovation von

Steeltec: Mit einer gesteigerten dynamischen

Belastbarkeit von rd. 10 % eignet sich

die neue Produktfamilie optimal für hohe

dynamische Beanspruchungen, wie sie bei

hochtechnisierten Anwendungen beispielsweise

in Antriebswellen, Federbügeln, Verdichtern

und Verbindungselementen herrschen.

Ein weiterer Vorteil: Auch bei tiefen Temperaturen

von – 60 °C, bei denen konventionell

gefertigter Standardstahl versagt,

weisen die modifizierten Stahlsorten Kerbschlagarbeiten

von deutlich über 27 J auf.

Damit erweitert der Blankstahlspezialist, der

bisher hauptsächlich in den Bereichen Automotive,

Maschinenbau und Hydraulik tätig

war, seine Absatzmärkte gezielt um temperatursensible

Einsatzfelder und Branchen,

wie die Eisenbahnindustrie, Kältetechnik,

Öl- und Gasförderung sowie Windenergie.

Die Technologie ist für viele Standardwerkstoffe

anwendbar.

Ugitech, die mit der Bandbreite an zerspanungsverbesserten

UGIMA ® -Edelstählen

weltweit zu den führenden Anbietern zählt,

hat ihre neuesten Produktentwicklungen im

UGIMA-Sortiment präsentiert, darunter ex -

trem korrosionsbeständiger Duplexstahl u. a.

für die Öl- und Gasindustrie.

Durch die Bündelung der werkstofftechnischen

Kompetenzen, technologischen Ressourcen

und dem Sales-&-Services-Netzwerk

von SCHMOLZ + BICKENBACH International

in über 30 Ländern bietet der Konzern Kunden

weltweit eine hohe Beratungs- und Produktqualität

sowie anforderungsgerechte

Serviceleistungen aus einer Hand.

K

(sm 160603595)

« KONTAKT

SCHMOLZ + BICKENBACH Gruppe

Landenbergstraße 11

6005 Luzern / Schweiz

Tel. +41 41 581-4000

www.schmolz-bickenbach.com

stahlmarkt 06.2016


Inserentenverzeichnis K 61

FERRONICKEL PRODUKTIONS-

ANLAGE FÜR INDONESIEN

Berlin. Antam, Cronimet und Ferrostaal haben

eine Vereinbarung zur Entwicklung einer Ferronickel

Produktionsanlage in Indonesien unterzeichnet.

Sie wollen gemeinsam in den nächsten

Jahren eine Ferronickel-Produktionsanlage in

Pomalaa, Südost Sulawesi, Indonesien, zur Herstellung

von Nickel-Pig-Iron (NPI-Ferrowickel)

entwickeln und langfristig betreiben. In der ge -

nannten Produktionsanlage sollen nach derzeitigem

Stand pro Jahr aus 1,85 Mill. t Nickelerz

130.000 t NPI mit ca. 15 % Nickel produziert

werden. NPI wird bei der Produktion von nichtrostenden

Stählen eingesetzt. Edelstahlschrott,

Ferrolegierungen und Primärmetalle, Ferrostaal

ein internationaler Projektentwickler für Industrieanlagen

und Antam ein Bergbaukonzern.

www.cronimet.de

K

/

WS(SHNH9/SE/ (sm 160603585)

RASANTER FORTSCHRITT BEI

3-D-DRUCK-SYSTEMEN

München. Der Markt für Additive Manufacturing

(3-D-Druck) ist seit 2004 jährlich um durchschnittlich

rd. 20 % gewachsen. Inzwischen hat

die Technologie in den Bereichen Medizinprodukte,

Luft- und Raumfahrt sowie Turbinenbau Serienreife

erreicht. Entsprechende Lieferketten sind

bereits im Aufbau.

Auch für die kommenden Jahre ist ein jähr liches

Branchenwachstum von mehr als 30 % zu erwarten.

Einer der Gründe liegt im technologischen

Innovationspotenzial, so das Ergebnis der neuen

Roland-Berger-Studie »Additive Manufacturing

– next generation«. Auf der Anbieterseite erwarten

die Experten, dass die derzeitige Dominanz

deutscher Anlagenhersteller gebrochen wird. Bis

2014 haben diese fast 70 % der weltweit verkauften

Additive Manufacturing-Systeme geliefert. Die

aktuelle Entwicklung zeigt, dass zunehmend neue

Anbieter mit Innovationen auf den Markt kommen.

Gleichzeitig werden Technologiekomponenten,

die vorher nur ein Hersteller von 3-D-Druckern

beherrschte, jetzt von Dritten angeboten.

www.rolandberger.de

K

/

hx/WS(SHN)/SE/ (sm 160603462)

ALBA SE STEIGERT

OPERATIVES ERGEBNIS

Köln. Der börsennotierte Umweltdienstleister

und Rohstoffhändler ALBA SE und die mit ihm

verbundenen Tochterunternehmen haben im

Geschäftsjahr 2015 erneut ein besseres Ergebnis

erzielt als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Abschreibungen,

Zinsen und Steuern (EBITDA) stieg um

7,6 Mill. € oder 22,5 % auf 41,2 Mill. €. Im Stahlschrottgeschäft

war das Geschäftsjahr 2015 von

extrem schwierigen Rahmenbedingungen ge -

prägt. Die weiter rückläufigen Preise für den Primärrohstoff

Eisenerz sorgten dafür, dass die Elektrostahlproduktion,

bei der im Gegensatz zum

Hochofenverfahren überwiegend Stahlschrotte

eingesetzt werden, im Vergleich zum Berichtsjahr

2014 abermals sank. In Deutschland lag dieser

Rückgang bei 3,4 %. Diese Faktoren führten zu

einem massiven Preisverfall für Stahlschrott, insbesondere

im vierten Quartal. Die Preise für

NE-Metalle sanken im gesamten Jahresverlauf.

Vor diesem Hintergrund erwirtschaftete das Segment

Stahl- und Metallrecycling einen Umsatz in

Höhe von 1.017 Mill. € (i. Vj.: 1.246 Mill. €). Der

Rückgang sei einerseits bedingt durch die gesunkenen

Preise, andererseits auf die Portfoliooptimierung

zurückzuführen.

www.albagroup.de

K

/

WS(SHN)/SE/ (sm 160603559

HEXAGON ÜBERNIMMT

AICON 3D SYSTEMS

Stockholm. Die schwedische Hexagon AB hat

jüngst die Braunschweiger Aicon 3D Systems

GmbH übernommen. Das Unternehmen ist in der

Messtechnik bei Automobilherstellern, in der Luftfahrt,

im Schiffsbau, im Bereich erneuerbaren

Energien und im Maschinenbau tätig. Es stellt

portable Koordinatenmessgeräte und spezielle

optische 3-D-Messsysteme, zur Produktionsüberwachung,

Qualitätssicherung und -kontrolle im

Fertigungsbereich her.

www.hexagon.com

K

/

AS/WS(SHN)/SE/ (sm 160603439)

INSERENTENVERZEICHNIS

A

ARKU Maschinenbau GmbH

UIV

C

Coiltec Maschinenvertrieb GmbH 57

D

Peter Drösser GmbH Stahlhandel 15

E

ELOS Spedition GmbH 35

G

GIMA 55

H

I.M.M. J. Haupt Betriebsstätte (i.G.) 57

I

IBERO-Stahl GmbH Edelstahlhandel 25

K

KA.BO.FER S.r.l. 63

Klöckner & Co. Deutschland GmbH 32, 33

L

LUBAS Maschinen und Geräte 57

M

MICRO-EPSILON

Messtechnik GmbH & Co. KG 13

N

NLMK Deutschland GmbH 16

P

Petig Edelstahlhandel GmbH 39

Pfeifer Seil- und

Hebetechnik GmbH 17, 29

S

Salzgitter Mannesmann

Handel GmbH

Titel

STAHL & FITTINGS Schaefer GmbH 41

Schages GmbH & Co. KG 57

P.E.Schall GmbH & Co. KG 21

Schierle Stahlrohre GmbH & Co. KG 53

SPECTRO Analytical Instruments

GmbH & Co. KG 19

SSB Schienensysteme Brandt GmbH 63

U

UNIVERSAL Eisen und Stahl GmbH 23

V

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG 9

W

WANKO Informationslogistik GmbH 11

Beilage

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

stahlmarkt 06.2016


62 K Fachmedien

annette.engels@stahleisen.de

Tel. +49 211 6707-561

Fax +49 211 6707-547

Direkt bestellen

über diesen QR-Code

oder online über

www.stahleisen.de/Content/Produkte/Buchshop

Heubner, Ulrich und Koch, Heinz:

Edelstahl Rostfrei in Schwimmbädern

(Merkblatt 831)

ISER-Informationsstelle Edelstahl Rostfrei (Hrg.), Düsseldorf

2016, 3. überarb. Aufl., 12 S., mit zahlreichen Abbildungen

Mußmann, Jochen W.: Schweißen im

Stahlbau – Normen für die Herstellerzertifizierung

nach DIN EN 1090-1

Beuth Verlag, 4., aktualisierte und erweiterte Auflage 2014,

1.096 S., A5. brosch., ISBN 978-3-410-24636-7, Preis: 218 €

bauforumstahl.

Nachhaltige Argumente für das Bauen

mit Stahl

bauforumstahl, Düsseldorf 2015, 20. Seiten, deutsch,

Drucknr. B 106, kostenlos

(Foto: Ackermann und Partner Architekten BDA©Jens Weber)

Als »Edelstahl Rostfrei« gelten weithin Stähle,

die mindestens 10,5 % Chrom enthalten

und durch eine Passivschicht zwischen Legierung

und den umgebenden Medien deutlich

korrosionsbeständiger sind gegenüber unlegierten

Stählen. Aus den zahlreichen Sorten

nichtrostender Stähle findet eine Vielzahl

Anwendung als Blech, Rohr oder Profil unter

oder über Wasser beim Bau und der Einrichtung

von Schwimmbadanlagen. Diese speziellen

Stähle sind in Becken und Teilern anzutreffen,

aber auch in Überlaufrinnen, Treppen,

Geländern oder Sprung anlagen. Zudem

finden sich die Stähle auch in Rutschen,

Halterungen, Bögen oder Unterwasserscheinwerfern

sowie in komplexen Attraktionen

wie Rutschen. Die Werkstoffwahl

hängt von der Beanspruchung ab, die sich in

zwei Anwendungsbereiche aufgliedert – die

Nasskorrosion im dauerhaft oder überwiegend

mit Wasser umspülten Beckenbereich

sowie der Bauwerksbereich, der der zumeist

atmosphärischer Korrosion ausgesetzt ist.

Die Beständigkeit der nichtrostenden Stähle

hängt dabei erheblich vom Chloridgehalt des

Wassers ab: wird das Wasser im Kreislauf

geführt, steigt die Zahl der Chloridionen

erheblich. Edelstahl Rostfrei hat sich als sehr

hygienisch erwiesen, da er leicht zu reinigen

ist. Zudem ist eine dauerhafte Korrosionsbeständigkeit

bei richtiger Auswahl und Verarbeitung

der Werkstoffe dauerhaft gewährleistet.

K

(sm 160603436)

Das Normen-Handbuch »Schweißen im

Stahlbau« bietet Schlosserei-, Metall- und

Stahlbaubetrieben, die bereits im Besitz der

Herstellerqualifikation Klasse B bis D nach

DIN 18800 Teil 7 sind oder zukünftig eine

Zertifizierung nach DIN EN 1090-1 anstreben,

eine Zusammenstellung aller relevanten

Dokumente, die sie für ihre tägliche

Arbeit benötigen. So ist etwa für die Herstellung

von Tragwerken aus Stahl eine Herstellerzertifizierung

auf Grundlage von DIN EN

1090-1 Voraussetzung. Auch müssen seit

Juli 2012 alle Metallbaubetriebe den Anforderungen

dieser Norm genügen und Bauprodukte

nach EN 1090-1 dürfen ohne eine

CE-Kennzeichnung in Europa nicht mehr auf

den Markt gebracht werden. Das vom Deutschen

Verband für Schweißen und verwandte

Verfahren (DVS) und dem Deutschen

Institut für Normung (DIN) herausgegebene

Buch enthält zu diesen und weiteren Bereichen

die wesentlichen schweißtechnischen

Normen und Regelwerke.

(sm 14100953)

bauforumstahl hat die Broschüre »Nachhaltige

Argumente für das Bauen mit Stahl«

aktualisiert. Die kostenlose Broschüre stellt

zum einen die Vorteile der Bauweise in kurzer,

prägnanter Form zusammenfassend dar.

Darüber hinaus sind die Umweltdaten von

Bauprodukten aus Stahl der Umweltproduktdeklarationen

(Baustähle EPD-BFS-

20130094, feuerverzinkte Baustähle EPD-

BFS-20130173) mit allen relevanten Kennwerten

über den gesamten Lebenszyklus

enthalten. Im Rahmen von Zertifizierungssystemen

wie DGNB (Deutsches Gütesiegel

für nachhaltiges Bauen), LEED (Leadership

in Energy and Environmental Design) oder

BREEAM (Building Research Establishment

Environmental Assessment Methodology)

werden Gebäude nach festgelegten Kriterien

und Umweltdaten bezüglich ihrer Nachhaltigkeit

bewertet. In der Broschüre wird

anhand einer Tabelle übersichtlich gezeigt,

welche Kriterien bei einem Stahl- bzw.

Stahlverbundtragwerk besonders beeinflusst

werden und wo die Bauweise in den

verschiedenen Zertifizierungssystemen

punkten kann.

Die Broschüre (Nr. B 106 »Nachhaltige

Argumente für das Bauen mit Stahl«) steht

zum Download unter http://goo.gl/Gq5a8T

oder kann kostenfrei bezogen werden

www.bauforumstahl.de/bestellformular.

php) (sm 151002277)

stahlmarkt 06.2016


Veranstaltungen K 63

L VERANSTALTUNGEN

KRANBAHNEN AKTUELL:

BEMESSUNG UND AUSFÜHRUNG

Düsseldorf. Mit der Einführung der Eurocodes

und der Ausführungsnorm DIN EN 1090 haben

sich die normativen Grundlagen für Kranbahnen

geändert – Anlass für die von bauforumstahl e.V.

ausgerichtete Tagung, die am 28. Juni 2016 im

Stahl-Zentrum Düsseldorf Antworten auf viele

offene Fragen zu Planung und Bau von Kranbahnen

liefert. Anwendungsbeispiele vertiefen

zusammen mit neuesten Forschungsergebnissen

und Anforderungserläuterungen den Wissensstand

der Teilnehmer, u. a. Stahlbauunternehmen

und Kranhersteller.

www.bauforumstahl.de/

veranstaltung/526

K

/

eb/WS(Jp)/SE/ (sm 160503457)

12th STEEL MARKETS EUROPE

CONFERENCE

Barcelona. Die jährlich von Platts McGraw Hill

Financial gehaltene Konferenz beschäftigt sich

mit dringenden Themen des europäischen Stahlmarktes.

Am 30. Juni und 1. Juli 2016 wird es

im Hotel Novotel in Barcelona um Stahlpreise

gehen, Überkapazitäten in Europa und außerhalb,

das chinesische Angebot und Anti-Dumpingmaßnahmen,

Finanz- und Markt-strategien, aber auch

um neueste Entwicklungen in Südeuropa, Russland,

Iran und Algerien. Zuvor wird am 29. Juni

der Price Risk Management Workshop gehalten.

www. platts.com/steeleurope

K

/

eb/WS(SHN)/SE/ (sm 16050334)

GLOBALE BESCHAFFUNGS-

MÄRKTE FÜR STANZ- UND

UMFORMTEILE

Frankfurt/M. »Best Cost Country versus Local

Sourcing« lautet der Zusatz dieses von der BME

Akademie am 20. Juli im Dormero Hotel Stuttgart

sowie am 6. Dezember 2016 im Ramada Hotel

Frankfurt Messe gehaltene Seminar. Im Fokus

steht hier die Marktsituation in Deutschland,

Europa und anderen Märkten. Unter Berücksichtigung

der speziellen Einflussfaktoren des Werkstoffes

Stahl und dessen Preisentwicklung werden

Chancen und Risiken behandelt.

www.bme-akademie.de

K

/

eb(ch)/SE/ (sm 160503373)

MBI-KONFERENZ:

11. STAHL TAG 2016

Frankfurt / Main. Die aktuelle Situation des

Stahlmarktes – Konsolidierung, China als Marktwirtschaft?

Bietet der Iran nach einer Marktöffnung

Chancen für deutsche Unternehmen? Welche

Systeme rentieren sich hinsichtlich Industrie

4.0? Mit welchen Änderungen müssen Zulieferer

rechnen? Diese und andere Fragen, auch zu

Preisentwicklungen, werden im Rahmen des

11. Stahl Tages behandelt. Von Martin Brückner

Infosource organisiert, wird die Konferenz am

21. und 22. September 2016 im Mercure Hotel

& Residenz Frankfurt Messe gehalten.

www.akademie.mbi-infosource.de K

/

MUSS eb/WS(SHN)/SE/Jp (sm 160603549)

INTEC UND Z 2017

Leipzig. Der Messeverbund Intec, interna tionale

Fachmesse für Werkzeugmaschinen, Fertigungsund

Automatisierungstechnik, sowie Z, internationale

Zuliefermesse für Teile, Komponenten,

Module und Technologien, ist vom 7. bis

10. März 2017 wieder auf dem Leipziger Messegelände

anberaumt. Themen wie Leichtbau,

Industrie 4.0, Automatisierung, ressourceneffiziente

Produktion sowie additive Fertigung stehen

im Fokus insbesondere des Fachprogramms mit

Konferenzen, Tagungen, Foren, Sonderschauen

sowie internationalen Workshops.

www. intec-messe.de

www.zuliefermesse.de

www.leipziger-messe.de

K

/

eb(ch)/SE/mh/WS (sm 160102834)

FASTENER FAIR STUTTGART 2017

Stuttgart. Die 7. Internationale Fachmesse der

Verbindungs- und Befestigungsbranche findet

vom 28. bis 30. März 2017 auf dem Messegelände

in Stuttgart statt. Das Messeprofil umfasst

alle Bereiche der Verbindungs- und Befestigungsbranche:

Befestigungselemente und Halterungen

für die Industrie, Befestigungselemente für die

Baubranche, Montage- und Installationssysteme

sowie Produktionstechnologie für Befestigungselemente.

Die Hauptbesucherzielgruppen sind

u. a. Distributoren, Großhändler, Zulieferer und

Konstrukteure. Organisator ist der Messeveranstalter

Mack Brooks.

www.fastenerfair.com/stuttgart K

/

eb/WE(SHN)/SE/Jp (sm 160603346)

Verkaufsprofi

mit etabliertem internationalen Kundenstamm, Netzwerk & langjähriger

Erfahrung im Export für Flachprodukte / Bleche rostfrei und

hitzebeständig inkl. deren Anarbeitung sucht neue Herausforderung

im kombinierten Innen- und Außendienst.

31001


stahlmarkt 06.2016


64 K StahlTermine

Termin / Ort Thema Veranstalter Info / Kontakt

6.-7.6.2016

Stuttgart

Strategische Stahl- und Rohstoffbeschaffung

BME Akademie +49 69 30838200

www.bme-akademie.de

7.-8.6.2016

Augsburg

[wfb]-Fachmesse 2016 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG +49 89 99830-0

www.wfb-messe.de

14.-16.6.2016

Erfurt

21.-23.6.2016

Pforzheim

21.-24.6.2016

München

30.6.-1.7.2016

Barcelona

20.7.2016

Stuttgart

13. Rapid Tech – Internationale

Fachmesse und Anwendertagung

für Rapid-Technologien

5. Stanztec – Fachmesse für

Stanztechnik

AUTOMATICA – Internationale

Fachmesse für Automation und

Mechatronik

12th Steel Markets Europe Conference

Globale Beschaffungsmärkte

für Stanz- und Umformteile

Messe Erfurt GmbH +49 361 400-0

www.rapidtech.de

P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.stanztec-messe.de

Messe München GmbH

www.automatica-munich.com

Platts McGraw Hill Financial +44 20 7176 6300

www.platts.com/steeleurope

BME Akademie +49 69 30838200

www.bme-akademie.de

6.-7.9.2016

Duisburg

Stahleinkauf kompakt BME Akademie +49 69 30838200

www.bme-akademie.de

8.-9.9.2016

Witten

Fortbildungsseminar

Rostfreie Stähle

Deutsche Gesellschaft für

Materialkunde (DGM) e.V.

+49 69 75306 750

www.dgm.de/fortbildung

13.-17.9.2016

Stuttgart

AMB Internationale Ausstellung

für Metallbearbeitung

Landesmesse Stuttgart GmbH +49 711 18560-0

www.messe-stuttgart.de/amb

21.-22.9.2016

Frankfurt/M.

MBI-Konferenz: 11. Stahl Tag 2016

Martin Brückner Infosource (MBI)

GmbH & Co. KG

+49 69 2710760-15

www.akademie.mbi-infosource.de

27.-29.9.2016

Darmstadt

Material Science and Engineering

(MSE)

Deutsche Gesellschaft für

Materialkunde (DGM) e.V.

+49 69 75306-750

www.mse-congress.de

4.-8.10.2016

Mailand

30. BI-MU EFIM-ENTE Fiere Italiane Macchine

und UCIMU – Sistemi per Produrre

+39 02262551

www.bimu.it

5.-7.10.2016

Valletta

6.-7.10.2016

Würzburg

10.-13.10.2016

Stuttgart

5th Annual European Mediterranean

Oil & Gas Exploration

and Production Summit

Deutscher Stahlbautag 2016

10. Bondexpo – Fachmesse für

Klebtechnologie

EuroMedOffshore +357 99810833

www.euromedoffshore.com

bauforumstahl e.V. und Stahlbau

Verlags- und Service GmbH

www.bauforumstahl.de

P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.bondexpo-messe.de

10.-13.10.2016

Stuttgart

12.-13.10.2016

Düsseldorf

17.-19.10.2016

Dammam

18.-20.10.2016

München

25.-29.10.2016

Hannover

10.11.2016

Düsseldorf

15.-18.11.2016

Basel

22.-23.11.2016

Duisburg

22.-24.11.2016

Nürnberg

29.11.-1.12.2016

Düsseldorf

35. Motek – Fachmesse für

Produktions- und Montageautomatisierung

P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.motek-messe.de

Duplex World Seminar & Summit KCI GmbH +49 2821 711145-34

www.kci-world.com/kci-events

MTE 2016 Saudi Arabia International

Machine Tools &

Machinery Exhibition

Sky Gulf Exhibitions

eCarTec Munich 2016 /

MATERIALICA /eMove360°

IES Srl – International Exhibition

Services

Munich Expo Veranstaltungs GmbH

+39 06 30883030

www.mtearabia.org/

www.ecartec.com

www.materialica.com

www.emove360-expo.com

EuroBLECH 2016 Mack Brooks Exhibitions Ltd. +44 1727 814 400

www.euroblech.de

+49 2821 71145-34

STAHL 2016

Stahlinstitut VDEh

Wirtschaftsvereinigung Stahl

+49 211 6707-533

www.stahl-online.de

Prodex und Swisstech Exhibit & More AG +41 44 806 33 55 oder -44

www.swisstech-messe.ch

www.prodex.ch

Stahleinkauf kompakt BME Akademie +49 69 30838200

www.bme-akademie.de

SPS IPC Drives Messago Messe Frankfurt Group www.messago.de

Valve World Expo Messe Düsseldorf GmbH +49 211 4560-01

www.valveworldexpo.de

www.pumpsummit.de

stahlmarkt 06.2016


Personalien K 65

VIP-Seite

Paul Eberhard Schall verstorben

Am 19. Februar ist Paul

Eberhard Schall kurz vor

seinem 77. Geburtstag

verstorben. Über fünf Jahrzehnte

hinweg hat der im

baden-württembergischen

Frickenhausen ansässige

Unternehmer mit seinem Team ein Messeunternehmen

entwickelt, das in den beiden

Geschäftsfeldern »Technische Fachmessen«

(P. E. Schall GmbH & Co. KG) und »Technisch

orientierte Publikumsmessen« (Messe Sinsheim

GmbH) zu den führenden Veranstaltern

Europas zählt.

So haben u. a. die Fachmessen Control

und Motek global den Status einer Welt-Leitmesse

erreicht. Die Fachmessen Fakuma und

Blechexpo sind ebenfalls international etabliert.

Für Schall waren Messen nicht nur Aufgabe:

»Messen machen war für mich nie

nur eine Möglichkeit, um Geld zu verdienen.

Messen machen süchtig – und ich kann mir

auch heute nicht vorstellen, etwas anderes

zu machen… Immer wieder begeistern mich

an Messen die Menschen, diese bunte

Mischung aus unterschiedlichen Persönlichkeiten

und Nationalitäten.« Diese Leidenschaft

hat Paul Eberhard Schall bis zuletzt

gelebt. Sein Lebenswerk wird in seinem

Sinne von einem schlagkräftigen Messeteam

unter der Leitung der geschäftsführenden

Alleingesellschafterin, seiner Ehefrau,

Diplom-Kauffrau Bettina Schall, weitergeführt.

K

(sm 160603564)

Am 1. April 2016 wurde

Dr.-Ing. Sebastian

Münstermann auf die

neu ge schaffene Professur

für Werkstoff- und Bauteilintegrität

berufen. Diese

ist am Institut für Eisenhüttenkunde

(IEHK) angesiedelt, an dem

somit erstmals seit 1989 wieder drei Professuren

vertreten sind.

Der Schwerpunkt der Arbeiten der neuen

Gruppe am IEHK ist die skalenübergreifende

Beschreibung von Verfestigungs- und Versagensprozessen.

Die neue Professur strebt eine intensive

Verknüpfung zwischen der Beschreibung von

mikrosko pischem Werkstoff- und makro s-

kopischem Bauteilverhalten an. Hierzu ist

eine disziplinübergreifende Zusammenarbeit

mit den Bauingenieuren und Maschinenbauern

an der RWTH Aachen erforderlich. Diese

Forschungsaktivitäten bieten großes Innovationspotenzial

für die Bereiche Infrastruktur

und Energietechnik und greifen somit we -

sentliche Fragestellungen der heutigen Zeit

auf. Münstermann wechselt vom Forschungszentrum

Jülich an die RWTH Aachen. K

SE/ (sm 160603504)

Mit Wirkung zum

1. April 2016 wurde

Oliver Kleinhempel zu -

sätzlicher Geschäftsführer

für die CRONIMET Holding

GmbH.

Oliver Kleinhempel verfügt

über mehrere Jahre Berufs- und Ma -

nagementerfahrung innerhalb der Outotec

Gruppe in Europa sowie in Südamerika und

Asien. In den letzten drei Jahren leitete er als

Geschäftsführer das Indonesiengeschäft der

Ferrostaal-Gruppe.

K

(sm 160603537)

Der Verwaltungsrat der SCHMOLZ +

BICKENBACH AG hat sich nach seiner Wiederwahl

und Verstärkung neu konstituiert.

Der neu in den Verwaltungsrat gewählte

Martin Haefner wurde zum Vizepräsidenten

des Verwaltungsrats gewählt. Das

Audit Committee setzt mit den Mitgliedern

Hans Ziegler (Vorsitz), Michael Büchter und

Martin Haefner (neu) seine Arbeit fort. Mitglieder

des von der Generalversammlung

gewählten Compensation Committees sind

Edwin Eichler (Vorsitz, neu), Marco Mu -

setti und Dr. Heinz Schumacher. Die Aufgaben

des Strategy Committee werden im

Plenum wahrgenommen, wofür ggf. eigene

Sitzungen des Verwaltungsrats angesetzt werden

sollen.

K

(sm 160603584)

Sein 80. Lebensjahr vollendet am 12. Juni

Siegfried Dingel, früherer Geschäftsführer

der Schmitz & Apelt LOI Industrieofenanlagen

GmbH, Wuppertal.

K

stahlmarkt 06.2016

(sm 160603479)

Am 12. Juni wird Horst Jungk, ehemaliger

Geschäftsführer der Bregal Bremer Galvanisierungs

GmbH, 85 Jahre alt.

K

(sm 160603480)

Dr. Francois Mignard, CEO der Primetals

Technologies France SAS, begeht am

15. Juni seinen 50. Geburtstag. K

(sm 160603491)

Seinen 50. Geburtstag feiert am 16. Juni,

der Executive Vice President, Global Product

Development der VAT Vakuumventile AG,

Dr. Stefan Pleier.

K

(sm 160603492)

Seinen 70. Geburtstag feiert am 17. Juni

Prof. Dr. -Ing. E.h. Wolfgang Leese, jetzt

Geschäftsführer WGL Verwaltung und Be -

ratung GmbH. Der gebürtige Saarländer

Leese war zuletzt (2000 bis 2011) Vorsitzender

des Vorstandes der Salzgitter AG. K

(sm 160603481)

Götz Witte, ehemals Geschäftsführer

der Poligrat INOX-COLOR GmbH, feiert am

18. Juni seinen 85. Geburtstag. K

(sm 160603482)

Seinen 80. Geburtstag feiert Dr. Dieter

Albert Frank, ehemals Vice-President,

ThyssenKrupp Automotive, am 22. Juni. K

(sm 160603484)

Dr. Peter Lorenz Hamacher, Geschäftsführender

Direktor der Enovos Deutschland,

wird am 22. Juni 50 Jahre alt.

K

(sm 160603485)


66 K Personalien

VIP-Seite

Der frühere Geschäftsführer der TSTG

Schienen Technik GmbH, Dr. Axel Zimmermann,

wird am 22. Juni 75 Jahre alt. K

(sm 160603486)

Dr. Guido Stebner, Vice President Operation

der Outokumpu Stainless USA, be -

geht am 23. Juni seinen 50. Geburtstag. K

(sm 160603487)

Seinen 75. Geburtstag feiert Horst

Weitzmann, Geschäftsführender Gesellschafter

der NDW Beteiligungsgesellschaft

mbH, am 26. Juni.

K

(sm 160603488)

Der Geschäftsführer der M. Fenne Automatisierungs

GmbH, Michael Fenne, wird

am 29. Juni 75 Jahre alt.

K

(sm 160603489)

Am 29. Juni feiert Prof. (em) Heinrich

Wilhelm Gudenau, Institut für Eisenhüttenkunde

an der Rheinisch-Westfälischen

Technischen Hochschule Aachen, seinen

80. Geburtstag. K

(sm 160603490)

Am 8. Juli begeht Dietmar Aurich, ehemals

leitender Direktor und Professor für

Metalle und Metallkonstruktionen im Bundesamt

für Materialforschung und -prüfung,

seinen 80. Geburtstag.

K

(sm 160603625)

Robert Engel, früher General Manager

& CEO ArcelorMittal Differdange, feiert am

8. Juli seinen 60. Geburtstag. K

(sm 160603626)

»stahlmarkt«-News

schnell, direkt und live

Das stahlmarkt-Team twittert

@stahlmarkt

Dort finden Sie das Neueste

direkt aus der Redaktion

live von Konferenzen und Veranstaltungen

Insidertipps, Gedanken, Meinungen und mehr

Und den Blick in die Zukunft können Sie dann wagen, wenn Sie unser Printprodukt, die Zeitschrift »stahlmarkt« lesen.

Denn dort finden Sie Hintergrundberichte, Analysen, Übersichtsartikel, Interviews und vieles mehr.... ausführlich Monat für Monat.

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

Postfach 105164 · 40042 Düsseldorf · Tel.: +49 211 6707- 538 · Fax: +49 211 6707- 540

E-Mail: stahlmarkt@stahleisen.de · www.stahleisen.de


Vorschau / Impressum K 67

VORSCHAU 07.2016

Jubiläum: 65 Jahre Zeitschrift »stahlmarkt«

• Bewegte Geschichte eines Magazins

• Von der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl zur EU

Steel International

• Chinas Weg in eine neue Normale

• Serie: Stahl – einzigartiger Werkstoff in der Kreislaufwirtschaft – Teil 1

Branchenbericht

• Elektroindustrie

• Industrie 4.0 lässt Rendite wachsen

Die große StahlStatistik

alle Daten über Stahl komprimiert zu Grafiken

• Stahl weltweit

• Stahl in China

• Stahl in Europa

• Stahl in Deutschland

Special: Stahlhandel & Stahl-Service-Center

• Grobblechsortiment erweitert für Hebezeuge

• Werkzeugstahl sorgt für Qualitätssteigerung und bessere Verarbeitung

• Wie der Stahlhandel in unsicherem wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich

agieren kann

• Stahl-Intralogistik mit erfahrenem Dienstleister optimieren

Im Fokus: Biegen

• Immer intelligenter und auf dem Pfad von Industrie 4.0

Veranstaltungen

Diverse Firmenportraits und Anwenderberichte

und vieles mehr!

Die Stahlstatistik wird auch in diesem Jahr wieder zum Download

auf unserer Website verfügbar sein.

Impressum

Herausgeber und Verlag:

Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH

Postfach 105164, 40042 Düsseldorf

E-Mail: stahlmarkt@stahleisen.de

Internet: http://www.stahleisen.de

Verlagsleitung / Geschäftsführung:

Jürgen Beckers, Arnt Hannewald, Frank Toscha

Redaktion: Chefredakteurin Dr.-Ing. Wiebke Sanders

Tel. +49 211 6707-538, Fax +49 211 6707-540

E-Mail: petra.jung@stahleisen.de

Ständige Mitarbeiter in Berlin, Warschau, New York

Anzeigenleitung: Sabine Dudek

Tel. +49 211 6707-553, Fax +49 211 6707-923553

E-Mail: sabine.dudek@stahleisen.de

Vertrieb: Gabriele Wald

Tel. +49 211 6707-527, Fax +49 211 6707-923527

E-Mail: gabriele.wald@stahleisen.de

Herstellungsleitung: Burkhard Starkulla

Tel. +49 211 6707-500, Fax +49 211 6707-501

E-Mail: burkhard.starkulla@stahleisen.de

Layout-Konzept: KünkelLopka GmbH, Heidelberg

Satz/Layout: digiteam – DigitaleMedienProduction

Joachim Kirsch, Erkrather Straße 365, 40231 Düsseldorf

Druck: Kraft Druck GmbH

Industriestraße 5-9

D-76275 Ettlingen

Erscheinungsweise: jeweils zum Monatsanfang.

Bezugspreise: Einzelheft 15,– €, im Jahresabonnement

(12 Ausgaben) 112,– € einschl. Zustellgebühr und

Mehrwertsteuer. Ausland 126,– € einschl. Porto.

Kündigungsfrist bis zum 15. November zum

31. Dezember des jeweiligen Jahres. Zur Zeit gültige

Anzeigenpreisliste Nr. 66.

Copyright: Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen

Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung außerhalb der durch das

Urheberrechts gesetz festgelegten Grenzen ist ohne

Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt

insbesondere für Vervielfälti gungen, Übersetzungen,

Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und

Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Haftung: Für Leistungsminderungen durch höhere

Gewalt und andere vom Verlag nicht verschuldete

Umstände (z. B. Streik) können keine Entschädigungsansprüche

von Abonnenten und/oder Inserenten

geltend gemacht werden. Für unverlangt eingesandte

Manuskripte keine Gewähr.

Warenzeichen: Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen,

Handelsnamen oder sonstigen

Kennzeichnungen in dieser Zeitschrift berechtigt nicht

zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt

werden dürfen. Vielmehr handelt es sich häufig um

eingetragene Warenzeichen oder gesetzlich geschützte

Kennzeichen, auch wenn sie als solche nicht eigens

gekennzeichnet sind.

Urheberrecht für Autoren: Mit Annahme des

Manuskripts gehen das Recht zur Veröffentlichung

sowie die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von

Nachdruckrechten, zur elektronischen Speicherung

in Datenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken,

Fotokopien und Mikrokopien an den Verlag über. In

der unaufgeforderten Zusendung von Beiträgen und

Informationen an den Verlag liegt das jederzeit

widerrufliche Einverständnis, die zugesandten Beiträge

bzw. Informationen in Datenbanken einzustellen,

die vom Verlag oder von mit diesem kooperierenden

Dritten geführt werden.

Erfüllungsort Düsseldorf

© 2016 Montan- und Wirtschaftsverlag GmbH, Düsseldorf

Gedruckt auf vollkommen chlorfrei

gebleichtem Papier (TCP) mit

schwermetallfreien Farben.

Printed in Germany

ISSN 0178-6571

(Fotos: Dillinger, Rübsamen)

stahlmarkt 06.2016


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