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E_1929_Zeitung_Nr.074

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J^Ausgabe: Deutsche

J^Ausgabe: Deutsche Schweiz. BERN, Dienstag 27. August 1929 Nummer 20 Cts* 25. Jährgang. — N° 74 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ÄBONNEMENTS-PREISE: , , Erscheint Jeden Dienstag und'Freitag Monatlich „Gelbe Liste" Halbjährlich Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portozuschlag, ADMINISTRATION: Breitenrainstrasse 97, Bern sofern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung 30 Rappen. Postcheck-Rechnung III//414 Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern INSERT1ONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dein Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif. Inscratenschluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern Ein aufregendes Rennen — Strazza auf Lancia, Sieger der Touren wagen — Giger auf Martini, wieder Klassensieger — Momberger auf Mercedes macht in der Sportkategorie Sensation — Bei den Rennwagen Stucks brillanter Sieg — lo.ooo Zuschauer — Schöne Organisation — Eine Schönheitskonkurrenz nön plus ultra — Im Zeichen der Schönheit und Kraft. Letzter Training. (V.-Spezialtelegramm.) St. Moritz, den 24. August 1929. Heute morgen herrschte in dem kleinen Posehiavo Betrieb. Zwischen 11 und 13 Uhr war letzte Trainimgsfrist für den Grossen Preis der Bernina. Alle grossen Kanonen sah man am Starte. Erst liefen die Rennwagen. Stuber und sein getreuer Mechaniker Schneider stiessen als einige der Ersten den bekannten blauen Bugatti mit dem «Mutzli»-Maskotte an das Band. Stuber schien uns für das morgige Rennen sehr zuversichtlich. Die Strecke findet er rassig, «numme keit me de witer abe als am Klause!» Rosenberger segelte wieder auf seiner alten Grossmuter, die noch verflixt viel Reserven im Leibe hat. Chiron, sehr vorsichtig wie immer, den Sturzhelm vor der Fahrt mit zeremonieller Songfalt festgeschnallt, nahm seinen Mechaniker mit. Wundervoller Start! Burggaller (Bugatti), Escher (Bugatti), Sarbach (Amilcär), Giger (Martini), Scheibler (Fiat) usw. fuhren sehr regelmässig. Die ganzen Mercedes-Leute waren an der Arbeit. Der Deutsche Momberger gilt als Favorit seiner Klasse, in der Billwiller (Genf), ebenfalls auf Mercedes, die Schweizerfarben verteidigt. Er nahm den Berg heute früh sehr sicher. Vor dem Unfall scheinen also keine Folgen geblieben zu sein. In der gleichen Klasse ist auch Prinz zu Leiningen (Mercedes-Benz). Alle drei Konkurrenten starten hier die gleiche Type — das Ringen, aus dem, aller Wahrscheinlichkeit nach der Sportwagensieger hervorgeht (wie am Klausen), wird daher ein «Kampf mit gleichen Waffen» sein. Billwiller ist allerdings Amateur. Scheibler erzählte uns heute, dass er nächstes Jahr, dem Zuge der Technik folgend, zum Kompressor übergehen werde. Er interessiert sich um Bugatti. Seine Fiatmaschine ist, wenn nicht eine «Grossmutter>, so doch immerhin ein Fräulein im Martinssömmerchen. Sowohl am Klausen wie an der Bernina ist Burggallers Kompressor- Motor ein Konkurrent, dem selbst seine routinierte Fahrkunst nicht gefährlich werden kann. Am Klausen versuchte Scheibler das Letzte aus seinem Motor herauszuholen — und überdrehte ihn. — Giger auf Martini geht sehr sorgfältig vorbereitet ins Rennen. Auch er bezeichnet die Bernina als schwierigste Bergstrecke der Schweiz, ja der Welt überhaupt. In seiner Klasse fahren als Kenner der Piste der Fiat Lanfranchis aus Posehiavo, der Lancia Haslers aus St. Moritz und der Chrysler Appels aus St. Moritz- Bad. Daneben starten noch zwei Chrysler. Ford ist mit seinen beiden famosen Alpenfahrt-Waigera erschienen. Probst (Mathis) haben wir noch nicht trainieren sehen. Der Kampf um die Bernina Die Italiener sah man gestern, namentlich den eleganten Strazza (Lancia) und DeSterlich, ein brillanter Fahrer. Sein Maserati scheint allerdings mehr für die Bahn als für die Bergpiste gebaut. herrliche Weitsicht. Stucks Probelauf vom Freitag bildete eine Sensation für sich. Der Bergmeister warf seinen langen Austro-Daimler mit unglaublicher Verwegenheit durch die Kurven. Prachtvoll, wie er seine Schleudertechnik der engen Strasse amgepasst hat. Drei Sekunden waren es am Klausen, helas, Chiron! Die Strecke mit den Totenschädeln. Der Parcours ist von den vielen Trainings^ fährten schon etwas ausgefahren, in einigen Kehren haben die Pneus tiefe Spuren hinterlassen. Beim heutigen Training heulten bereits die Boschhörner der Warnungsanlage. Den Streckendienst besorgt verstärkte einheimische . Feuerwehr. In S. Carlo und La Rosa ist vor den Häusern Drahtgitter, gespannt. Als Geschmacklosigkeit muss, in aller Anerkennung des guten Zweckes, idie Markierung der gefährlichen Stellen durch weithinleuchtende, grinsende Totenschädel bezeichnet werden. Der Rennfahrer wäre wohl durch ein anderes Zeichen ebensogut gewarnt worden. So wird die Gefährlichkeit der Strecke, namentlich für das Publikum, als Nervenkitzel aufgezogen. , Von Posehiavo bis zur Passhöhe, die Strecke führt bis unter die Steingajerien, finden sich an den Felsen geheimnisvolle *.-*: : * -vT"'.' -^ • ' *. N Giger, der erfolgreiche Martinifahrer, Sieger seiner Klasse in Wendender Zeit. Der Inhaber der Schweiz. Automobilmeisterschaft für Tourenwagen. gelbe Ringe, Striche und Zahlen. Chiron hat seinen Weg, wie am Klausen, wieder vorgezeichnet. Auch Mercedes-Leute sollen Jetzt Markierungen angebracht haben. Man nennt namentlich Momberger. Die Wagen werden morgen Sonntag auf dem Bahnhofplatz in 1 Posehiavo abgenommen. Sperrung der Strecke 11 Uhr, Beginn 12 Uhr. Sonntagabend offizieller Schlussakt mit Preisverteilung im Grand Hotel. Die Bernina-Bahn führt morgen Extrazüge. Die Bekanntgabe der Resultate durch Lautsprecher, Zeittafel und Pressebulletins ist vorbereitet. St. Moritz, leicht bewölkt, sehr schön! Heute ist der erste «schöne Tag der Autowoche. Blauer Himmel, sommerliche Wärme, Gott sei Dank! Und hoffen wir das Beste für den morgigen harten Strauss. In letzteT Stunde erfahren wir, dass Zettritz auf Mercedes-Benz beim Training kurz hinter S. Carlo liegen blieb. Sein Start ist aber nicht ausgeschlossen. — Caracciola (Mercedes-Benz) erklärte heute abend Forfait. Eine unglaubliche Zerreissprobe St. Moritz, den 25. August. (V.-Spezialtelegramm) Die Härte der Strecke hat das erste Berninarennen gekennzeichnet. Unsere Trainingsbeobachtungen haben sich im vollen Masse bestätigt. Es war'ein herrliches, ganz schweres Rennen. Wohl noch nie hat eine Zuschauermenge eine derart fiebernde Spannung erlebt. Man hat, als der letzte Rennwagen das Zielband schnitt, wirklich aufgeatmet. Das erging nicht irgendwem so, sondern uns allen, selbst alten Rennbesuchern. Zehn Ausscheidungen, das entspricht einem Drittel der Konkurrenten, geben einen sprechenden Eindruck von der heutigen Zerreissprobe. Bei den Tourenwagen gaben auf: Bernstein oberhalb La Roesa, Kagamy in der zweiten Kehre unterhalb des Zieles infolge ausgelau- fener Lager, Frankl, der bei La Motta in einen Graben fuhr, Lanfranchi, Posehiavo, der oberhalb Sasso delle Becore an einen Stein fuhr, Appel, der wegen Motorendetekt unterhalb Val del Teo liegen blieb und schliesslich Zettritz, der kurz vor dem Ziel wegen Motordefekt die Waffen strecken musste. Ein solcher Ausfall schon bei den Tourenwagen, die ja noch kein grosses Tempo vorlegen konnten, ist ganz ungeheuer. Bei den Sportwagen : Wilhelm fährt unterhalb des Zollhauses an einen Randstein, Scheibler nach blendendem Start hat oberhalb des nämlichen Zollhauses Magnetdefekt (ein gaijz erbärmliches Pech für unsern braven Fahrer. Wie hatte er doch seinen Wagen mit aller Liebe auf dieses Rennen vorbereitet. Noch am Morgen fuhr er flott an uns vorbei). Selbst einen Kämpen von der Klasse eines Burggallers ereilte das Schicksal an dem unglücklichen Zollhaus in Form einer Vergaserstörung. Er fuhr dann das Rennen noch zu Ende. Das grösste Missgeschick traf aber den Genfer Herrenfahrer Billwiller, dessen Wagen nach ganz blendender Fahrt sechzig Meter vor dem Zielband aus der Strecke getragen wurde und in einem kleinen Sumpf festsackte. Billwiller drehte nach der letzten Kurve zu stark auf, so dass ihm die kleine, unscheinbare Einschweifung in die besonders für das Rennen erstellte kurze Zielgerade zum Verhängnis wurde. Die Strasse hängt an der kritischen Stelle merklich nach aussen und war während des ganzen Rennens ein heikles Stück. Das Bedauern mit dem Ungemach des jungen Genfer Fahrers war allgemein. Eine Sensation für sich war die Ausscheidung Chirons zwischen dem Start und San Carlo. Der französische Favorit ist derart heftig angefahren, dass ihm ein Rad weggerissen wurde. Der Unfall eines so meisterhaften und für seine sichere, ja in seiner Art vorsichtige Lenkung berühmten Fahrers wie Chiron sagt genug über die Härte des Bernina-Rennens. Dass bei all den vielen, manchmal recht kritischen Ausscheidungen niemand verletzt wurde, ist ein glückhafter AbschluSs, der uns aufrichtig freuen muss. Zahlreiche Forfaits wurden zu ^Beginn des Rennens bekanntgegeben: Kudrnac (Tatra), Löffler (Goffri), Probst (Mathis), .Haslfer (Lancia), Simons (D. K. W.), Nyffeler (Amilcar), Kessler (Alfa Romeo), Saccomäni (Alfa Romeo), Graf von Kainein (Bugatti), Caracciola (Mercedes-Benz, im Trainingsbericht erwähnt). Das Rennen der Tourenwagen zog sich infolge der vielen Ausscheidungen ausserordentlich in die Länge. Das Warten war bei dem herrlichen Wetter auf der Presseterrasse des Wegerhauses, einen Ring von majestätischen Bergen und die durch Herrn Dr. Locher liebevoll aufgestellten Flaschen im Blickfeld, eine. kurzweilige Beschäftigung. Die Presse war mustergültig bedient, Wie auch — Ehre den Organisatoren — der ganze Rennapparat unter der Leitung von Herrn Töndury über jedes Lob erhaben war. Die Streckenpolizei war durch dreissig Mann der Zürcher Stadtpolizei verstärkt. Ein illustrer Gast wohnte dem Grossen Preis der Bernina bei: Herr Bundesrat Häberlin. Die Leistungen der Tourenwagen . wurden durch den Filisurer Buchwald auf seinem Dixi-Zwerg mit 20'26,6", ein Passionierter des Autos, vielversprechend eröffnet. In der 1100-ccm-Klasse war Schneider (Derby) Sertori (Fiat) überlegen, während Keller (Alfa Romeo) den Bugatti von Dr. Fisch in der prächtigen Zeit von 18'53,6" sehr übeTlegen schlug. Keller überholt den drittklassierten Bianchini (Fiat) bei Pozzolascio. Der Lagonda von Petley bezwang den Berg im Sologang und behäbig sicherem Tempo. Das Meisterstücklein der Kategorie vollbrachte der bekannte italienische Lanciafahrer Strazza, der trotz Raddefekt beim Ueberholen eines Konkurrenten mit 17'47,8" die beste Zeit der Tourenwagen herausfuhr. In der Klasse 5000 cem schwang unsere nationale Industrie durch Gigers Fahrkunst zum dritten Mal innert kürzester Frist obenaus : Martini siegte bekanntlich nicht nur am Klausen, sondern auch am St. Moritzer Lance und nun noch an der Bernina. Glänzender könnte Martini seine Regelmässigkeit und sichere Ueberlegenheit nicht beweisen. Hervorragende Rennen fuhren hier Gübelin auf Chrysler, eine Limousine, die für ihre 19 Minuten stark applaudiert wurde, und dann ganz besonders die drei Ford von Müller und Häne, beide St. Galler, sowie Weber, Zürich. Dass die Fordwagen die furchtbare Bernina so sicher bezwungen haben, ist eine einzig dastehende Bravourleistung. Ein Kunststücklein für sich war Loenholdts Fahrt auf Chrysler, der mit offener Haube anlangte. Der Mechaniker klebte vorne neben dem Motor. Hirte

(Mercedes-Benz) gelangte infolge der Ausscheidung des Sternfahrtsiegers Zettritz allein in die Klassierung der letzten Tourenwagenklasse. Er halte ein schönes Tempo heraus und demonstrierte das erste Kompressorgeheul des Rennens. Mehr Tempo legten die nun folgenden Sportwagen vor, aber auch ihnen, wie den Tourenwagen, gaben die atmosphärischen Verhältnisse zu schaffen. Viele Wagen erreichten das Ziel ordentlich hergenommen. Die Kategorie ist eine Beute von M«rcedes-Benz, die durch Mombergers meisterliche Fahrt mit 16'05" zum Siege gelangen. Auch Prinz zu Leiningen kommt in 16'40,6" ein. SehT gefährlich für Momberger war Eschers ganz schmissige Zeit von 16'15,8" in der kleineren 2000-ccm- Klasse. Escher erwies sich heute als ganz grosser Könner. Die nächstbeste Zeit nach Hirte ist die des gewiegten Steyrfahrers Freuler, der Lambert (Aubura) in seiner Klasse distanzierte. Der Auburn machte seinerseits einen guten Eindruck. Schöne Klassensieg© holten Gloggner auf Bugatti VOT dem mit Vergaserschwierigkeiten kämpfenden Burggaller und Steinweg auf B. N. C. vor Ollendorff (Salmson). Die Höhe der Staubfahnen und die Bewegung in den Menschentrauben verkündeten die Rennwagen. Clerici (Salmson), Gilera (Fiat), 1100 cem, wie auch De Sterlich (Maserati) zeigten beste italienische Schule. Der Genfer Sarbach (Amilcar) belegt© mit seinem leichten Wagen einen sehr ehrenvollen Platz. Stuber, höllisch aus den Kehren fegend, hielt mit seinem blauen Bugatti die Strasse wie ein Pfeil. Als Erster erreichte er 15'28,8". Lauter Jubel begrüsste seine unheimliche Zeit. Aber es sollte nur die zweitbeste Tageszeit bleiben. Der König der Bernina. Das Heulen eines hochkomprimierten Motors zerriss die atemlose Stille, die nach der Bekanntgabe von Chirons Ausscheidung eingetreten war. Wie ein Wiesel glitt die lange blaue Rennröhre des Austro-DaimleTS Stuck durch die engen Kehren. Es schien oft fast, sie drehe sich um sich selbst. Mit beklemmender Spannung folgt© die Masse der tollkühnen Fahrt, um dann erlöst aufzujubeln, als der Wagen heulend durchs Ziel flog, ein unvergesslicheT Augenblick. Mit 14'58,4" hatte die Bernina ihren ersten absoluten und nicht so rasch zu schlagenden Rekord und die Rennwagenklasse ihren Meister gefunden. Rosenberger mit seiner getreuen «Grossmutter» und der Junge von Dojmi, ebenfalls auf Mercedes-Benz, konnten gegen diese Spitzenleistung trotz ihrer eindrucksvollen Tempi nicht mehr aufkommen. Die Schönheitskonkurrenz. Ein Schönwetter- and PubUkumserfolg. One Wagenrevue ohnegleichen. Ein rundes Hundert Wagen hatte sich für diese Konkurrenz gemeldet, die sich zwischen den sportlichen Veranstaltungen mit ihrer internationalistischer Beschickung erst wie ein Mauerblümchen ausnahm, heute nachmittag aber einen organisatorischen und automobilistisch-mondänen Erfolg sondergleichen feierte. Vollbesetzte Tribünen und einen dichten Ring von Zuschauern rund um die Auffahrtsgasse — letzter Pariserchick in den defilierenden Wagen und im Publikum. Ein Sprachengewirr und Nummernsammelsurium wie — wenn es das schon damals gegeben Jh.at|a — zu Babylon. Gesellschaftlich war ehe heutige Veranstaltung sicherlich der Höhepunkt der St. Moritzer Tage — und das will nicht wenig heissen. Die Organisation, unsichtbares Räderwerk der Schönheitsrevue, vollbrachte das Kunststück, die Wagen in kaum mehr als einer guten Stunde vorbeirollen zu lassen. Der viersprachige Lautsprecher verkündete ununterbrochen die Punktwertung (und den Durstgrad des Sprechers). Die Bewertung erfolgte nach Linienführung, Stileinheit, Farbenharmonie, Inneneinrichtung, Ausstattung, Komfort, Preiswürdigkeit und Eleganz des Ganzen. Serien- und Spezialkarosserien konkurrierten getrennt. Wie in Luzern, war der Vorführung des Nachmittags im Parkring der Hotels beim Kurhaus St. Moritz-Bad eine technische Prüfung am Morgen vorangegangen. Auf die einzelnen Wagen einzutreten, reicht uns hier weder Raum noch Zeit. Als Gesamteindruck kann festgehalten werden: Was an der St. Moritzer Konkurrenz an Eleganz, Gediegenheit und Preiswürdigkeit geboten wurde, darf neben die grössten Konkurrenzen des Auslandes gestellt werden. Die Rangliste zeigt, dass die Jury für ihr Urteil einen sehr strengen Massstab angewendet hat, ja bei der gewaltigen Beteiligung anwenden musste. Um so höher ist nachher die Ehre der Klassierung. Mit einem sehr grossen Aufgebot an Wagen, sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch der Verschiedenheit der Typen, haben sich beteiligt: Werner Risch, Zürich, mit einer Serie aristokratischer Packard, die Mercedes-Benz-Automobil AG., Zürich, mit ÄÜTOMOBIL-REVUE 1920 — N°74 Resultate des Bernina-Rennens (25. August 1929) a 1 gf Klasse g Konkurrent Fahrer Ort Marke | g Hub Zylinder- ch< Zeit Bemerkungen M §-g « •§ Inhalt I I B I , Tourenwagen: 750 com. 1. Buchwald Buchwald Filisur DLri 29 4 55 79 750 16 20.26,6 1100 com. 1. Schneider Schneider Zürich Derby 29 4 61 94 1100 — 19.47,0 2. Sertori Sertori Sondrio Fiat — — — — — — 21.55,6 1500 ocm. 1. Keller Keller Zürich Alfa-Romeo 28 6 62 82 1487 40 18.53,6 2. Dr. Fisch Dr. Fisoh Herisau Bugatti 28 4 69 100 1500 — 24.02,6 3. Bianchini • Bianchini Rom Fiat 25 4 65 111 1460 16 33.56,8 2000 com. 1. Pettley Pettley Lausanne Lagonda 28 4 72 120 1954 60 24.46,4 3000 ccm. 1. Strazza Strazza Milan Lancia 29 4 86 120 2781 35 17.47,8 Bette Zeit der Tourenwagen 2. Quagliano Quagliano Turin Fiat 28 6 68 103 2200 25 28.03,0 5000 com. 1. Giger Giger Zürich Martini 28/29 6 88 120 4365 80 18.28,6 2. Guebelin Guebelin Zürich Chrysler 29 6 82,5 127 4075 80 19.00,2 3. Müller Müller St. Gallen Ford — 4 98 107 3219 — 21.47,8 4. Haene Haene St. Gallen Ford — 4 98 107 3219 — 22.00,2 5. jWeber Weber Zürich Ford — 4 98 107 3219 — 22.20,6 6. Loenboldt Loenholdfc Essen Chrysler 27 6 — — 3519 — 31.35,8 Ueber 8000 ccm. 1. Hirte Hirt« Berlin Meroedeg-Bcnz 28 6 94 150 6240 140 19.11,4 Sportwagen: 1100 ccm. 1. Steinweg Steinweg München B. N. C. 28 4 61 94 1098 — 18.49,6 2. Ollendorff Ollendorff Wolfen Salmson 23 4 62 90 1088 30 20.06,6 1500 com. 1. Gloggner Gloggner Luzern Bugatti 26 4 69 100 1492 45 18.26,8 2. BurggaUer Burggaller Berlin Bugatti 28 4 68 100 1450 70 22.07,1 2000 ocm. 1. Escher Esoher Zürich Bugatti 29 8 60 88 1976 — 16.15,6 5000 ccm. 1. Freuler Freuler Zürich Steyr _ _ _ _ _ _ _ _ 17.41,0 2. Lambert Lambert Bruxelles Auburn 28 8 80 IM 4500 25 24.19,6 8000 ccm. 1. Momberger Momberger Frankfurt a. M. Mercides-Benz 29 6 100 150 7050 200 16.05,0 Beste Zeit der Sportwagen 2. Hermann Prinz zu Leinig. Hermann Prinz zu Leinig. Amorbacb. Mercedes-Benz 29 6 100 150 7050 300 16.40,6 Rennwagen: 3. Sarbaoh Sarbach Geneve Amiloar 28 6 56 74 1097 60 19.57,4 1100 ccm. 1. 2. Clerioi Gilera Clerioi Gilera Milan Milan Salmson Fiat. 29 24 4 4 62 57 90 97 1088 990 60 25 17.43,6 19.33,4 2000 com. 1. Stuber Stuber • Bern Bugatti 29 8 60 88 1988 90 15.28,8 2. De Sterlich De Sterlioh Rom Muerati 29 8 62 82 1982 90 16.21,0 6000 oom. 1. Stuok von Villiez Stuck von Villiez Beureberg Anstro-Daimler 27 6 79 112 3285 100 14.58,4 Beste Zeit der Rennwagen 2. Rosenberger Rosenberger Pforzheim Mero6dee-Benz 24 4 93 165 4453 180 15.48,6 und beste Tageszeit 8000 ocm. 1. Doimi Doimi München MeroMk-Benz 29 6 100 150 7020 — 17.16,4 sehr vielen applaudierten Modellen, die Steyr-Werke AG., Zürich, mit ihren rassigen Steyr, die Garage Orell Füssli AG., Zürich, mit einem feudalen Lincoln, die Automobil-Paige AG., Zürich, mit einem vornehmen Graham-Paige, die Adler-Automobil AG., Zürich, mit einigen sehr gedie-~ genen Adler-Wagen, J. Mayer, Frankfurt a.M., mit schnittigem Wanderer, die Amag- Automobile und -Motoren AG., Zürich, mit einem typisch französisch-eleganten Voisin und schönem Chrysler, die Karosserie Egli, Basel, mit gediegener Chrysler-Spezialkarosserie, und schliesslich ein wirklich wundervoll karossierter Martini von U. Höheners Erben, St. Gallen. Eine Reihe Bekannter aus Luzern waren in der Konkurrenz, wie: Dr. H. Zwincker, Aarau (Stutz), W. Escher. Zürich, mit seinen beiden Bugatti, J. Wessels, Bremen (Mercedes-Benz) und H. Graber, Wichtrach, mit seinem roten, fabelhaft geschnittenen Panhard-Levassor. Hervorzuheben ist die sehr starke Vertretung von Mercedes- Benz bei den Privatwagen. Bemerkte Persönlichkeiten : Prinzessin Heinrich XXXVII. Reuss (Cadillac), Grd. Uff. G. Matteucci, Genova (Isotta-Fraschini), Direktor Muff der Mercedes-Benz-Werke, Untertürkheim, Frau W. Delmar, Budapest (Steyr), Grd. Uff. TedescM. Milano (Fiat), G. Saba- J. Deomnat, der nationale Sportpriiident des A. C. 8. an der St. Moritzer Automobilwoche. tini, Lugano (Itala), Frau Merz, Zürich (Mercedes-Benz) (die rassige Rennfahrerin blieb am Lance 1 nur eine Zehntelssekunde hinter ihrem Konkurrenten Zettritz. Die telegraphische Uebermittlung hat uns hier einen Streich gespielt. Die Resultate selbst waren richtig wiedergegeben.), Conte G. Pavoncelli, Roma (Isotta-Franschini), der Filmschauspieler Jannings (Mercedes- Benz), Mit sehr schönen Typen vertreten waren ferner: Cadillac, Hupmobile, Nash, Minerva, Lancia, Rolls-Royce, Maybach. Resultate. Massstab für die Zuteilung der Plaketten: 49 und 50 Funkte: Goldene Plakette mit -Auszeichnung; 45 bis 48 Punkte: Goldene Plakette; 40 bii 44 Punkte: Silberne PJakette; 85 bis 89 Punkte: Bronzene Plakette. Für die Spezialkarosserien beträgt die masseebende Punkteiahl Je 10 Punkte weniger, da die PreiswÜrdigkeit bei denselben nicht in Betracht fiel > I. Wagen mit Serienkarosserien. Gruppe A, offen« Wagwn: 1. Goldene Plakette mit Auszeichnung: keine ru> «reteilt. 2. Goldene Plakette: W. Bisch. Zürich Packard Dir. Kissel. Stuttgart Mtrcedei-Beoa 3. Silberne Plakette: Meicedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Beni Mme. H. Zietz, Zürich, Packardi Dr. O. Guhl, Zürich Lincoln 4. Bronzene Plakette: Steyr-Werke, Zürich Steyr Gruppe B, Roadster: 1. Goldene Plakette mit Auszeichnung: keine zuseteilt. 2. Goldene Plakette: W. Risch, Zürich Packard 3. Silberne Plakette: Conte C. Cigogna, Cuggiono Cadillao W. Böhler, St. Moritz Chrysler 4. Bronzene Plakette: M. L. Martin, St. Moritz Hupmobile K. Forster. Zürich Hupmobile Gruppe C. geschlossene Wagen; 1. Goldene Plakette mit Auszeichnung: Dr. Nlbel. Stuttgart Mercedes-Ben« 2. Goldene Plakette: Garage Orell Füssli A.-G.. Zürich Lincoln Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Benz Mercedea-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Beni 8. Silberne Plakette: Dr. H. Zwinker, Aarau Stutz Prinz. Heinrich 87 Reuss. Zürich Cadillac Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Ben* W. Risch, Zürich Packard W. Escher. Zürich Bugatti Frau Dr. Tramer, Basel Mercedes-Bens Tu. Mendel, Koblenz Mercedes-Ben« Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Ben« Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Benz Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Bens Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Btns H. CoTdachi. Kairo Stuta 4. Bronzene Plakette: MeTcedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Bens J. Mayer, Frankfurt a. M. Adler Automobiles Paiee, Zürich Grihtm-Paig* Adler Automobila A.-G., Zürich Adler Adler Automobile A.-G., Zürich Adlsr Steyr-Werke, Zürich Steyr L 1 . Doach. Chur Nash II. Wagen mit Spezialkarosserien, Gruppe A, offene Wagen: 1. Goldene Plakette mit Auszeichnung: keine m- ßeteilt. 2. Goldene Plakette: Heinr. Eürlimann, Zürich Mercedet-Bnut 3. Silberne Plakette: H. J. Bernet. Berlin "Wanderer H. E. Laube, Zürich Hispano-Suiz* 4. Bronzene Plakette: Frau W. Delmar. Budapest Steyr Grd. Uff. G. TedescM, Milano Fiat Grd. Uff. G. Matteucci, Genov* Jsotta-FrajcbJjiI Gruppe B, Roadster: 1. Goldene Plakette mit Auszeichnung: keine xaseteilt. 2. Goldene Plakette: keine zugeteilt. 3. Silberne Plakette: W. Escher, Zürich Bugatti Mme. Faii«ta. R.-ma Fiat 4. Bronzene Plakette: G. Sabaüni, Lugano Italai Gruppe C, geschlossene Wagen: 1. Goldene Plakette mit Auszeichnung: Mercedes-B. Automob. A.-G„ Zürich Mercedes-Ben« Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Bens J. Merz, Zürich Mercedes-Benz Conte G. Pavoncelli, Rom* Isotta-FiMchini 2. Goldene Plakette: Dr. K. Wessely, Gumpoldskirchen; Steyr Dr. B. Geizer, Chur IfOtta-Pruchiid Mme, G. Dombrd, Villa. d'Este Isotta-Fraichini Mercedes-B. Automob. A.-G., Zürich Mercedes-Benz R. H. Khayatt Bey, Caire Minerva Dr. Fraenkel, Berlin Minerva; J. F. Wessels, Bremen, Mercedw-Beni 8. Silberne Plakette: U. Kupfer, Palazzolo Landa; F. C. Seitz. Chux Cadillao H. Graber, WichtTaoh Panh.-Lmwo* Dir. A. Lölgen, Hannover Mercedes-Ben* Adler Automobile A.-G., Zürich Adler ^^