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E_1931_Zeitung_Nr.054

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16 AUTOMOBIL-REVUE

16 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N« 54 Ueber das Rückwärtsfahren. Die nachfolgenden Zeilen sind eine kleine Kostprobe aus dem soeben im Verlag von Richard Carl Schmidt, Berlin, erschienenen Buche von Stephan Dietl, «Die Fahrtechnik>. VieleFahrer sind nicht in der Lage, einen Wagen schnurgerade rückwärts zu lenken. Dieses für einen Automobilisten unbedingt notwendige Können verlangt neben gutem Beispiel, erklärender Korrektur und grundlegender Uebung in der Fahrschule trotzdem noch monatelange Praxis. Vor allem erfordert die Führung des Lenkrades beim Rückwärtsfahren Uebung. Bekanntlich bewirkt beim Vorwärtsfahren eine Drehung des Lenkrades nach rechts eine Bewegung des Fahrzeuges nach rechts und umgekehrt. Nun ist man aber gerne versucht — wenigstens Anfänger irren sich hier oft — während der Rückwärtsfahrt die Lenkung entgegengesetzt zu drehen, und zwar deshalb, weil man mit halb gewendeter Körperhaltung vor dem Lenkrad sitzt. Der Hinterteil des Wagens bewegt sich dann entgegengesetzt zur*gewünschten Richtung, kurz ausgedrückt: Rückwärtsfahren erfordert bei Aenderung der Fahrtrichtung gleiche Drehung am Lenkrad wie beim Vorwärtsfahren. Ausschlaggebend für ordentliches, sicheres Rückwärtsfahren ist dje Körperhaltung. Der Fahrer muss sich durch Rückwärtsschauen von der freien Fahrbahn überzeugen, eher darf er nicht anfahren. Wer dabei nur den Kopf ein wenig nach der Seite streckt und kaum mit schielendem Auge den Rücklauf verfolgt, verhindert schon durch solche Körperhaltung eine einwandfreie Rückwärtsbewegung des Wagens. Der Fahrer muss sich so setzen, dass eine genügende Beobachtung nach hinten erfolgen kann, anderseits auch die sichere Handhabung des Steuers und der Fusshebel möglich ist. Freilich kann die Bauart desWagens denAusblick nach rückwärts beschränken, mitunter überhaupt versperren. Aber auch hier ist ein Ausweg möglich, wie später erörtert wird. Ein ununterbrochenes Rückwärtsschauen bis zur Hr.l Hr. 2 Nr. 3 Nr. 4 u&ncrt cm 360 480 vollendeten Rückwärtsbewegung wäre verfehlt und könnte Schaden bringen, besonders wenn Hindernisse im Wege stehen und das Lenkrad unsicher geführt wird. Die Hinterräder mögen sich tadellos hindurchwinden, mit den vorderen^ Kotflügeln aber stösst der Fahrer an, wirft er nicht abwechselnd rasch auch wieder einen Blick nach vorwärts und ist er nicht in der Lage, durch Beherrschung des Kupplungspedals, des Gas- und des Bremsfusshebels die Bewegung des Fahrzeuges entsprechend zu regeln. Die Füsse ruhen deshalb auf Kupplungs- und Gasfusshebel bzw. Bremsfusshebel, um gegebenenfalls das Fahrzeug rasch zum Stehen zu bringen. Nicht imitier einfach lässt sich die Einfahrt in Garagen bewerkstelligen. Sie kann auf zweierlei Art erfolgen. Entweder fährt man vorwärts ein und rückwärts heraus oder umgekehrt. Die meisten Fahrer bringen ihren Wagen mit Rückwärtsbewegung in die Boxe, damit sie am nächsten Tag ohne Zeitverlust leichter, also vorwärts, den Einstellraum verlassen können. Von dieser Regel wird man im Winter abweichen und den Kühler an die Wand der Garage stellen, damit der Motor während der Nacht nicht zu sehr abkühlt; denn erfahrungsgemäss erlauben die schlechtschliessenden Tore keine vollständige Abdichtung und damit gliefchmässige Temperatur im Räume. An der Tür wird immer die niedrigste Temperatur herrschen, schon deshalb, weil in geheizten Boxen die Heizkörper an der entgegengesetzten Wand angebracht sind. Also schon die Jahreszeit veranlasst unter Umständen verändertes Einfahren des Wagens in den Unterstellraum. Auch die Art und Anlage der Garagen können verschiedenes Einfahren bedingen. Oft ist die Strasse vor der Einfahrt eng, und der geringe Platz verlangt einen tüchtigen Fahrer, soll ein Wagen rückwärts eingefahren werden. Minder geübte Fahrer mögen ihren Wagen lieber mit Vorwärtsfahrt unterbringen, das Herausfahren rückwärts gestaltet sich meist leichter, besonders dann, wenn man den Wagen ganz gerade vorwärts eingefahren hat. Das Rangieren in Garagehallen ist bisweilen nicht minder schwierig, weil wegen Platzersparnis die Fahrzeuge eng aneinander aufgestellt werden müssen. Ein Heranfahren auf Handbreite, ein gerades Einordnen wird verlangt, was manchen Fahrer schon in Schweiss gebracht hat. So muss man also für alle Fälle das Ein- und Ausfahren in jeder Lage beherrschen. Es wäre für den Wagenleriker wenig empfehlend, gar in Anwesenheit von Wageninsassen, müsste nach langem vergeblichem Hin- und Herfahren oder gar Schieben der Garagenmeister einspringen. Folgender Rat gewährleistet eine sichere, langsame Vor- und Rückwärtsbewegung des Wagens: Man setzt sich in richtiger Haltung in den Wagen, gibt etwas Gas und lässt dabei die Kupplung nicht ganz hoch, d. h. also die Kupplung muss «schleifen ». 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Wer dagegen versteht, die Kupplung entsprechend schleifen zu lassen, kann mit viel oder wenig Gas seinen Wagen langsamer als in Schrittgeschwindigkeit fahren und in alle Ecken und Winkel rangieren. Schon vorher wurde erwähnt, dass manche Fahrzeuge wenig oder keinerlei Ausblick nach hinten offen lassen und das Rückwärtsfahren erschweren. Sehr unangenehm macht sich natürlich dieser Mangel beim Rückwärtseinfahren in Garagen bemerkbar. Aber auch hier gibt es einen Ausweg. Ist der Wagen links gelenkt, öffne man die linke Tür beim Führersitz einen Spalt weit und suche so nach hinten genügende Sicht zu bekommen. Nur darf das Festhalten der Tür nicht vergessen werden; es könnte sonst eine Stauchung der Tür erfolgen; selbst weggerissen wurden Türen schon in solchem Falle. Desgleichen übersehe man ja nicht, die Garagetore vorher zu verankern, damit dieselben bei windigem Wetter nicht ausgerechnet beim Durchfahren des Tores zugeschlagen werden. Geradeliniges Ansteuern des Tores macht eine grössere Korrektur in der Lenkung überflüssig und erleichtert das Einfahren, das in enge Unterstellräume tunlichst langsamer als in Schrittgeschwindigkeit erfolge. Die Wahl eines zu grossen einseitigen Abstandes zwischen Wagen und Garagentürrahmen gefährdet den Wagen auf der anderen, weniger überblickbaren Seite. Es ist daher zwingende Notwendigkeit, sich genau vorher zu überzeugen und die Abstände sich einzuprägen. Grosse Vorsicht erfordert schräges Einfahren. Genaues Umschauen genügt hier allein nicht. Nur wenn sich hierzu sehr langsames Fahren gesellt und sich der Führer wiederholt überzeugt, dass ja beim Einsteuern des Wagens die vorderen Kotflügel nicht streifen, ist ein Einfahren rückwärts ohne Beschädigung verbürgt. Man merke sich am Fahrzeug, soweit es die Bauart des Wagens zulässt, beim Umse- Oertlichkeit in Visier, ähnlich wie bei einem Gewehr Kimme und Korn. Damit lässt sich jede kleine Abweichung genau feststellen und korrigieren. Ungeübten Fahrern gelte besonders der Rat, das Rückwärtsfahren immer, anfangs auch in einfachen Fällen, in langsamem Tempo zu vollziehen. Das oft gesehene Beispiel routinierter Fahrer, in bewundernswerter Raschheit einen Wagen unter den schwierigsten Verhältnissen rückwärts zu dirigieren, darf nicht gleich immer Nachahmung finden. Verbeulte Kotflügel und sonstige kostspielige Reparaturen erinnerten an derart voreiliges, unbedachtes Unterfangen. Nur gesteigerte, jahrelange Uebung erlaubt schneidiges und dabei doch sicheres Rückwärtsfahren. Tedh Frage 7960. Brennstoffverbrauch bei geschlossener Drosselklappe. Besteht ein grosser Unterschied im Brennstoffverbrauch eines mit geschlossener Drosselklappe laufenden Motors, wenn der Motor sich einmal mit seiner «natürlichen > Leerlauftourenzahl von beispielsweise 350 Touren dreht, das andere Mal aber, z. B. beim Bergabfahren, durch den Wagen auf einer Tourenzahl von 2000 erhalten wird? W O. inZ. Antwort: Versuche ergaben, dass der Unterschied im Brennstoffverbrauch unter den beiden angegebenen Bedingungen nur klein ist und 1 Liter pro Stunde nicht übersteigt. Es ist das auch zu erwarten, da ja die aus der Leerlaufdüse austretende Brennstoffmenge zur Hauptsache vom Unterdruck im Ansaugrohr abhängt, dieser Unterdruck aber in beiden Fällen annähernd den gleichen Wert aufweist. -8. Frage 7961. Mechanisch angetriebener automatischer Windschutzscheibenwischer. Fast alle neueren Wagen werden von der Fabrik aus mit automatischen Windschutzscheibenwischern ausgerüstet, die dann, soviel ich bis jetzt beobachten konnte, entweder pneumatisch oder elektrisch angetrieben werden. Gibt es eigentlich keine automatischen Wischer mit rein mechanischem Antrieb, z. B. einem Antrieb vom Motor oder vom Getriebe aus? Es scheint mir, dass durch eine solche Antriebsart gewisse Schwächen der anderen Antriebe vermieden werden könnten. E. U. in Z. Antwort: Derartige automatische mechanische Scheibenwischer bestehen schon längere Zeit. Bei einer der Ausführungsformen geschieht dabei der Antrieb, wie oben skizziert, vom Getriebe aus durch eine biegsame Welle. Ein Knopf am Instrumentenbrett gestattet, die biegsame Welle am Getriebe einzukuppeln oder zu lösen, je nachdem man den Wischer in Tätigkeit zu setzen oder abzustellen wünscht. Der Hauptvorteil dieser Wischer besteht in ihrer kräftigen Wirkungsweise. Auch Schnee und Eis auf der Windschutzscheibe vermögen den Wischer in seiner Arbeit nicht merklich zu stören. Infolge des kräftigen Antriebes lässt sich ohne weiteres ein „Die Steuerung hat versagt. Der Wagen fuhr über das Strassenbord, überschlug sich usw.' So liest man fast täglich in den Zeitungen. War die Steuerung vielleicht stark abgenützt? schützt die Steuerung vor rascher Abnützung, beseitigt Shlmmy und Vibration am Lenkrad DAUERND und gibt dem Wagen auch bei grosser Geschwindigkeit einen angenehmen, ruhigen Gang. Warum versehen Sie Ihren Wagen nicht mit einem Stabilisator, der so grosse Vorteile bietet, die Fahrsicherheit erhöht und nicht viel kostet? Bedenken Sie, dass Shimmy sehr gefährlich werden kann! Der Stabilisator Moller ist in den Reparaturwerkstätten erhältlich oder vom Der Stabilisator Moller GENERALVERTRETER: 3F":rits5 2S±egrlex% Scliaffliausen. Telephon 199. VERLANGEN SIE AUSFÜHRLICHEN PROSPEKT t% bis 3 Tonnen Nutzlast Modernster schweizerischer Lastwagen« Starke* Tiefrahmen-Chassia. kraftvoller ti-Zyiinder-Motor. Zuverlässige, starke Vierradbremsen. Tiefgelagerte; grosse Ladefläche, daher hohe Wirtschaftlichkeit. 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