Aufrufe
vor 9 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.054

E_1931_Zeitung_Nr.054

Gesamtheit finanziell

Gesamtheit finanziell decken. Von diesem Standpunkte aus haben wir wahrlich alles Interesse, neue Absatzgebiete zu erobern und in alten uns noch besser festzusetzen. Wenn jedes Abnehmerland der Schweiz aber von Tributen sprechen wollte, die es für unsere Produkte abzugeben hat, läge der internationale Verkehr bald einmal ganz am Boden. Man sollte deshalb mit solchen Schlagworten vorsichtig umgehen. Wir haben alles Interesse daran, den internationalen Verkehr zu fördern, den internationalen Warenaustausch zu heben und nicht dann von Tributen zu sprechen, wenn es sich um die Einfuhr von Erzeugnissen handelt, die wir leider in unserem Lande nicht vorfinden oder nicht selbst produzieren können, auf sie aber um so dringender angewiesen sind. • Zulässigkeit von Blutproben. (Mitgeteilt von E. Lutz, Advokat, Flawil.) Die Sanitätskommission des Kantons St. Gallen hat am 13. Januar 1931 folgendes Kreisschreiben erlassen : «In der Feststellung des Konzentrationsgehaltes des Blutes an Alkohol besitzt die gerichtliche Medizin heute eine wissenschaftlich einwandfreie Methode, um, innert bestimmter Grenzen, den Grad der Alkoholeinwirkung auf die Psyche des Menschen objektiv beurteilen zu können. Dabei ist Voraussetzung, dass die hiefür nötige Blutentnahme nicht länger als drei Stunden nach dem Unfall gemacht wird, und zwar soll sie, je nach Umständen, nicht nur beim Führer des Motorfahrzeuges vorgenommen werden, sondern auch beim Verletzten, da ja auch durch das Verhalten dieses letztern der Unfall verschuldet worden sein kann. Blut wird durch Punktion einer Vene entnommen, bei frisch Verstorbenen durch Punktion des Herzens; bei Leichen kann auch später noch das Gehirn, das den Alkohol länger zurückhält, zur Untersuchung benützt werden. Je nach der Alkoholkonzentration im Blut, event. im Gehirn oder auch im Urin, kann der gerichtliche Austrag eines Autounfalles im Sinne einer objektiven Rechtsprechung eine wesentliche Förderung durch die in Frage stehenden Feststellungen gewinnen. Der Arzt dient also hier einer objektiven Rechtsprechung, eine gewiss schöne Aufgabe des modernen Mediziners und Begutachters. In einer Konferenz der Sanitätskommission mit den Bezirksärzten wurde der ganze Fragenkomplex beraten, mit dem Resultat, den Aerzten und Untersuchungsämtern zu empfehlen, von dieser Untersuchungsmethode in einschlägigen Fällen Gebrauch zu machen. Ihr Anwendungsgebiet beschränkt sich natürlich nicht allein auf die an Verkehrsunfällen aktiv oder passiv Beteiligten; sie wird medizinisch-diagnotisch und damit auch versicherungsrechtlich-forensisch wichtige Unterlagen geben können bei unklaren Fällen von Bewusstseinstörung, bei fraglicher Vergiftung, bei Abgestürzten, Erfrorenen, Ertrunkenen usw.» Da die Zulässigkeit von Blutproben kontrovers ist, hat sich die Sanitätskommission am 27. Mai 1931 zu folgender Präzisierung veranlasst gesehen : «1. Das Kreisschreiben vom 13. Januar 1931 trug lediglich den Charakter einer Orientierung der Strafuntersuchungsbehörden über die Möglichkeit der Feststellung des Alkoholgehaltes durch Vornahme der Blutprobe, vor allem bei Automobilunfällen, von der doppelten Erwägung ausgehend, dass eine sichere Ueberprüfung des Alkoholgehaltes in manchen Fällen zur restlosen Abklärung der Verschuldensfrage dienen kann und dass anderseits die Untersuchungsorgane das Vorhandensein dieses Ueberprüfungsmittels zu wenig kennen. Verbindliche Anweisungen wollte dasi blasses Antlitz bestätigte die Wahrheit dieser Behauptung. Ihre ernsten Augen hielten seinem fragenden Blicke stand. Also dieser Name war es, jetzt auch der ihre, vor dem sie einen solchen Abscheu empfunden hatte. Ein Gefühl des Ekels überkam ihn bei der Vorstellung, dass Betty das Weib eines solchen Tieres wie Nash sein sollte. Nash wollte diesen Augenblick ausnützen und heimlich tastete er nach seiner Pistole. Blitz setzte sofort zum Sprung an und Hess ein warnendes Knurren hören. Sofort Hess Nash die Hand sinken, da Morans Blick sich wieder auf ihn richtete. «Es ist gut, Nash! Ich habe Sie angehört,» sagte er, «Sie können gehen!» «Gehen? Ich?» rief Nash entrüstet. «Wollen Sie etwa mein Weib hier festhalten — allein?» «Ja, das will ich,» erwiderte Moran. «Ihre Begriffe von Eigentum scheinen sich seit unserem letzten Beisammensein einigermassen geändert zu haben. Geben Sie mir Ihre Waffe — so. Und nun verlassen Sie die Hütte.» Er nahm Nash die Pistole aus der Tasche und trat einen Schritt zurück. Es war unwahrscheinlich, dass Nash sich hier im Gebirge Kieisschreiben den Untersuchungsinstanzen nicht geben. 2. Grundsätzlich ist die erwähnte Alkoholexpertise in strafrechtlichen Fällen als zulässig zu erklären. Die st. gallische Strafprozessordnung regelt ausdrücklich das Verfahren bei Expertisen. Dagegen ist nicht geregelt das Recht, einer Person zu diesem Zwecke Blut zu entziehen. Beim Fortschreiten der Technik und der Wissenschaft kann sich aber die Notwendigkeit dafür ergeben. Eine Berechtigung dazu wird anzuerkennen sein, wenn so wichtige öffentliche Interessen vorliegen, dass ihnen gegenüber das Interesse des Beteiligten, dessen Blut untersucht werden soll, nach der Sachlage zurücktreten muss. Eine Alkohol-Blutexpertise wird also nur stattfinden können, wenn ein schwerer Unfall (mit tödlichem Ausgang oder mit einer schweren Körperverletzung) vorliegt, und nur dann, wenn der Betreffende, dem Blut entzogen werden soll, zustimmt oder wenn das zuständige Untersuchungsorgan (Staatsanwaltschaft, Bezirksamt oder UntersucLungsrichteramt) sie anordnet und dadurch die Verantwortung übernimmt. 3. Selbstverständliche Voraussetzung ist weiter, dass die Untersuchung in einem Zeitpunkte vorgenommen wird, in welchem sie noch Erfolg verspricht. Damit keine für die Beweissicherung kostbare Zeit verloren geht, wird der zuerst herbeigeeilte Arzt in Fällen, in denen ihm die Alkoholprobe als dringend geboten erscheint, die Untersuchungsinstanz (event. telephonisch) von der Sachlage verständigen, um sich einen (vorläufig mündlichen) Expertenauftrag erteilen zu lassen.» Gefahrdung des Postwagenverkehrs. Bei Lugano ereignete sich im September 1929 in der Strassenunterführung unter die San Salvatore-Bahn ein Zusammenstoss zwischen einem mit Passagieren besetzten Postwagen und einem kleinen Lastwagen. Der Führer des Postautos hatte an der gefährlichen Stelle jede gebotene Vorsicht angewandt, Hornsignale abgegeben und ein so langsames Tempo eingehalten, dass er trotz des Gefälles der Strasse auf \% Meter Entfernung den schweren Postwagen zum Stehen brachte. Dagegen war der Chauffeur der Camionnette zu rasch in die Unterführung eingefahren, so dass er entweder nicht'rasch genug abbremsen konnte oder im kritischen Augenblick gar keine Zeit mehr zur Betätigung der Bremsen fand. Der unachtsame Chauffeur wurde unter Anklage gestellt auf Grund von Art. 67 Absl2 des Bundesstrafgesetzes: «Wer durch Fahrlässigkeit die Sicherheit des Eisenbahn-, allein zurechtgefunden haben sollte. «Wer ist Ihr Begleiter?» fragte er. «Ich kam allein.» Scheu wichen seine Augen dem Blicke Morans aus, während er diese Antwort gab. «Also waren Sie es, der heute nachmittag einen Schuss abgefeuert hat? Ich sehe Elchhaare an Ihren Kleidern, Sie haben vermutlich einen Elch geschossen, um Fleisch zu haben?» Nash nickte zustimmend, und Moran hob die Waffe, um gegen das Herdfeuer gewendet durch den Lauf zu blicken. «Machen Sie sich schleunigst fort, zu dem Mann, der den Elch geschossen hat,» sagte Moran, zur Türe weisend. Nash fühlte sich sicher, seit man ihm seine Waffe genommen hatte, sicherer als früher, da er sie getragen hatte. Er hob drohend die Faust gegen Moran. «Das wird Sie den Kragen kosten!» rief er wütend. «Wissen Sie denn nicht, dass es etwas wie Gesetze gibt? Sie dürfen nicht zwischen Mann und Weib treten!» Er wandte sich dem Mädchen zu: «Du glaubst, mich überlistet zu haben? Vergiss aber nicht, was es bedeutet, wenn ich von hier fortgehe. Die nette kleine Geschichte AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 54 Dampfschiff- oder Postwagenverkehrs erheblich gefährdet, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr und, wenn ein Mensch bedeutend verletzt oder getötet, oder wenn sonst ein erheblicher Schaden verursacht worden ist, mit Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft. Mit der Gefängnisstrafe kann auch Geldbusse verbunden werden. In leichteren Fällen kann der Richter auf Geldbusse allein erkennen.» Der Assisenhof Lugano - Stadt bezeichnete das Verhalten des angeklagten Chauffeurs als fahrlässig, sprach ihn aber trotzdem frei, weil der auf der Bergseite fahrende 3700 kg schwere Postwagen durch den Zusammenstoss mit dem bloss 800 kg schweren Auto nicht wirklich gefährdet worden sei, der in Art. 67 vorausgesetzte Tatbestand einer «erheblichen» Gefährdung also nicht gegeben sei. Durch Urteil des Kassationshofes des Bundesgerichts vom 15. Juni ist in Gutheissung einer von der Bundesanwaltschaft eingereichten Beschwerde das freisprechende Urteil des Tessiner Gerichts aufgehoben und die Angelegenheit zu neuer Beurteilung an diese Instanz zurückgewiesen worden. Entscheidend war hierfür der Begriff der «erheblichen Gefährdung, wie er von der Rechtssprechung in Anwendung von Art. 67 Abs. 2 auf verschiedene Fälle von Eisenbahngefährdung in letzter Zeit ausgebildet worden ist. Darnach beurteilt sich die Frage, ob die «er- Walzenhausen, 28 Juni. Mit Rheineck-Walzenhausen wäre der erste Teil unseres diesjährigen Sportprogrammes abgewickelt! Einen bessern und effektvollem Atoschluss hätte man sich wahrlich nicht wünschen können ! Alle Voraussetzungen für erstklassigen Sport und gutes Gelingen hatten sich wiederum verbändet und sogar .die « grosse Unbekannte », das Wetter, stand diesmal nicht abseits. Wir brauchen ja wohl nicht besonders daran zu erinnern, wie übel es diesem Rennen schon verschiedentlich mitzuspielen versuchte. Aber etwas hat auch die trostloseste Witterung nie zu beeinträchtigen vermocht: die Anhänglichkeit von Fahrern und Sportgemeinde an diese Veranstaltung, die vorzügliche Stimmung im Kreise der veranstaltenden A.C.S.-SektionSt.Gallen- Appenzell und die grosse Sympathie von Behörden und Bevölkerung dies und jenseits der kantonalen Grenzpfähle ! Nur unter solchen Voraussetzungen können Organisatoren ein Rennen quasi aus dem Aermel schütteln, wie es gerade dieses Jahr für Rheineck-Walzenhausen der Fall war. Noch 14 Tage vor dem Atilass war es recht still in unserer Ostmark, während anderswo schon Wochen voraus die Werbetrommel gerührt und alle Kräfte mobilisiert werden. Trotz dieser fast übertriebenen Bescheidenheit und ungeachtet der für die Konkurrenten äusserst anstrengenden Vorwochen (Grosser Preis in Genf und Gurnigelrennen) schloss d ; e Meldeliste mit 28 Nennungen ab. Nehmen wir es gleich vor weg, dass hievon 15 Touren-, 8 Sport- und 5 Rennwagen waren. Alle « Mann» (Amazonen natürlich miteingerechnet!) am Start und ein einziger Ausfall, das ist das erfreuliche Fazit des Tages. von dieser Hütte wird noch heute in die Welt hinausflattern.» Er wartete auf Antwort, doch Betty blieb stumm. Zu Moran gewendet, sagte er: «Sie hetzen sich da eine feine Sache an den Hals. Sie hat mich belogen und betrogen — hat mich geheiratet, nur um in den Besitz einiger Dokumente zu gelangen, die eigentlich nicht" viel besagen. Sie hat mich verlassen und ist hierhergekommen, um mit Ihnen süsse Stunden zu verbringen. Glauben Sie, dass das Gericht mit einem solchen Pärchen, wie Ihr es seid, viel Federlesens machen wird?» «Wollen es abwarten,» antwortete Moran wegwerfend. Eine Last schien von ihm genommen. Nash hatte sich in der eigenen Schlinge gefangen. Wie er selbst zugab, hatte Betty das Spiel gewonnen. Was da eigentlich vorgegangen war, konnte er nur vermuten. Betty war jedenfalls gezwungen gewesen, ihn zu heiraten, und als sie ihren Zweck erreicht, war sie geflohen und hatte dadurch seine Absichten vereitelt. «Herr Nash! Hier gibt's auf hundert Meilen kein Gericht,» fuhr er spöttisch fort. «Eines hebliche» Gefährdung dieser Strafbestimmung vorliegt, im einzelnen Falle nicht nach dem tatsächlich eingetretenen Schaden, sondern nach demjenigen Schaden, der bei völliger Verwirklichung der durch den Angeklagten heraufbeschworenen Gefahr hätte eintreten können. (Beispiel: Ein Automobilist fährt in eine Barriere, kann seinen Wagen aber noch vor dem Bahngeleise anhalten; der Tatbestand der erheblichen Gefährdung wird trotzdem bejaht, da es nur vom Zufall abhing, ob sein Wagen bis auf das Geleise gelangte, wo er Ursache eines Bahnunfalles hätte werden können.) Im vorliegenden Falle hätten die Folgen des Zusammenstosses für den Postwagen 'trotz seines schwereren Gewichtes weit ernster sein können als der tatsächlich eingetretene Schaden; die Fahrgäste hätten durch splitternde Glasscheiben verletzt werden können oder der Zusammenstoss hätte sich gegen die Räder des Postwagens richten und diesen aus seiner Fahrtrichtung bringen können. Ebenso bestand die Möglichkeit, dass der Führer des Postwagens durch ein brüskes Manöver ausweichen und gerade dadurch sein Fahrzeug gefährden konnte. Jedenfalls muss die «erhebliche» Gefährdung des Art. 67 Abs. 2 angenommen werden. Die Bedeutung dieses Entscheides für den Autoverkehr besteht darin, dass der weitgehende Begriff der erheblichen Gefährdung, wie er von der Gerichtspraxis auf Fälle von Eisenbahngefährdung angewandt worden ist, nun auch für die Strasse, d. h. für die Gefährdung des Postwagenverkehrs gilt. Die Gefährdung von städtischen Strassenbahnen ist von den Gerichten als Eisenbahngefährdung im Sinne von Art. 67 behandelt worden. Wo. Sportnachrichten Das Rheineck-Walzenhausen-Rennen Bei prächtigstem Wetter bietet das Rennen bester Tradition gemäss einer Zuschauermasse von Ober 20,000 Personen glänzenden Sport. — Sieben neue Rekorde, worunter drei Kategorierekorde werden registriert. — H. Stuber (Bugatti) neuerdings Tagessieger und beste Zeit der Rennwagen. — Dr. J. Karrer auf Bugatti bestätigt die Führung bei den Sportwagen. — Guebelin auf Chrysler überrascht mit der Kategoriebestzeit der Tourenwagen. Die Tourenwagen waren mit 15 Konkurrenten in fünf Klassen übungsgemäss am stärksten vertreten. In seiner Klasse war der Zürcher Keller natürlich weitaus der aussichtsreichste Konkurrent, der denn auch mit seiner vielfach erprobten säubern Fahrtechnik nicht nur den Klassenrekord um ganze 26 Sekunden verbesserte, sondern als Erster den Kateigorienrekord Zwimpfers verabschiedete und nur 2/5 Sekunden hinter der neuen Kategoriebestzeit zurückblieb! Seine beiden «Klassen,, genossen» auf Fiat waren zu alledem noch etwas vom Pech verfolgt, indem Walser durch Kerzenstörungen wesentlich behindert war und Müller, der den zweiten Platz belegte, den Motor in der obern Hälfte gar nicht ausnutzen konnte, da die Gaszufuhr wegen-Pedalmolesten nur sehr ungenügend regliert werden konnte. In der Dreiliterklasse standen sich als Amateure zwei Damen gegenüber, von denen Frau Dold-Uster gleich mit einer neuen Bestzeit aufwartete. Sie hat nunmehr einjährige Rennerfahrung als Activum auszuweisen, nachdem sie gerade an der nämlichen Veranstaltung im Vorjahre debütierte und schon dort durch ihre sichere Haltung am Volant sehr erfreute (was von Damen ja nicht restlos behauptet werden könnte). Ihre Fortschritte in dieser Zeitspanne hat sie erfolgreich dokumentiert. Ihrer Artgenossin, Frl. Bühler, scheint die Rennluft, welche sie letzten Sonntag am Gurnigel — dort allerdings nur als Beifahrerin — genoss, bereits gut bekommen zu haben, denn als Debüt verdient das Resultat alle Beachtung, und so hat mir ihr die leider immer noch sehr 'bescheidene Gruppe der Damenfahrerinnen einen vielversprechenden Zuzug erhalten. Strittmatter, der sich letzten Sonntag im Bernibiet wegen Pneudefekt •nicht entfalten konnte, hat sein Ungeschick diesmal gründlich aufgewogen. Sein neuer Klassenrekord 1 hat ebenfalls der letztjährigen Kategoriebestzeit das Licht ausgeblasen und seine Zeit rangiert ihn für kommende Veranstaltungen mit unter die ernsten Anwärter auf Kategorieehren. Mit in der gleichen Klasse fuhr der Sektionspräsident und Vorsitzende des Organisationskomitees, Herr T. Walser, dem alle die mit diesen Chargen verbundenen Verpflichtungen glücklicherweise doch noch genügend Zeit Hessen, um der Strecke auch heuer wieder seine Referenz zu erweisen. Seit 1906 bestreitet der allseitig beliebte Präsident Automobilrennen Tages, noch immer zur rechten Zeit, werden wir selbst kommen und sehen, was diese Gerichte uns zu sagen haben. Sollten Sie es aber bis dahin nochmals wagen, uns hier mit Ihren Begriffen von Menschengesetz zu belästigen, so werde ich Ihnen mit dem Gesetze der Berge aufwarten. Ich hoffe, Sie verstehen mich. Und nun Schluss, gehen Sie!» Er schritt auf die Türe zu und stand dort, bis Nash hinausgegangen war. Dieser versuchte noch etwas zu erwidern, doch Moran winkte ab. Ohne ein weiteres Wort ging Nash in die Nacht hinaus. Anstatt'dem Wildpfad in der gleichen Richtung zu folgen, aus der er gekommen war, wandte sich Nash flussabwärts. Brent erwartete ihn in der Nähe, dort, wo die nächste Schlucht sich nach dem Süden zu öffnete. Nash wusste, dass zwanzig Meilen von der Hütte entfernt ein Dutzend Männer lagerte, von denen jeder einzelne ohne weiteres bereit sein würde, für eine Handvoll Geld einen Menschen zu töten, mit der gleichen Seelenruhe, wie man einen Rehbock niederknallt. Morgen wollte er den Lagerplatz dieser Leute aufsuchen. (Fortsetzung Im «Autler-Feierabend».)

pjo 54 --1981- und immer noch gehört er seinem Tempo und Schneid nach zu den Jungen. Er hatte zwar die feste Absicht, diesmal nur als Schlachtenbummler mitzumachen, aber dem Drängen seiner Freunde musste er in letzter Minute nachgeben, nachdem er kurzerhand auf die Nennliste gesetzt worden war, bevor er selbst zur Sache Stellung nehmen konnte. Und das war recht so, denn die habitues von Rheineck-Walzenhausen können sich das Rennen einfach nicht mehr ohne T. Walser denken. Die wie üblich am besten dotierte 5 Liter- Klasse sah drei Amateure am Start. C. Estler, dem wir am diesjährigen Gurnigel u. W. erstmals begegnet sind, setzte sich mit einer flotten Leistung an die Spitze und lässt für kommende Konkurrenzen recht Tüchtiges und Erspriessliches erwarten. Es ist überhaupt erfreulich und für unseren Autosport ermutigend, dass sich dieses Jahr eine Reihe Debütanten gemeldet haben, die alle vom rechten Holz zu sein scheinen und den späteren Veranstaltungen neuen Impuls geben werden. Zu ihnen zählt auch W. Roesli, der mit seinem geschlossenen Nash eine bemerkenswerte Zeit fuhr, trotzdem auch ihm die Rennpiste völliges Neuland war. Steinlin, der den zweiten Platz belegte, hatte wohl in der Absicht, es an nichts fehlen zu lassen, seine Pneus allzuprall gepumpt, weshalb sein Wagen denn auch im oberen, ungeteerten Strassenteil erheblich an Bodenfestigkeit einbüsste und dem Fahrer viel zu schaffen gab. Quebelin, Zeh., dem Scheibler seinen Chryslerwagen zur Verfügung gestellt hatte, setzte sich am Sonntag gleich in die Fussstapfen Zwimpers, der letztes Jahr die nämliche Maschine in Kategoriebestzeit fuhr. Der Sieg wurde ihm zwar nicht leicht gemacht. Am Samstag- Training ergab sich die Notwendigkeit, die Pleuelstange auszuwechseln. Die Demontage und Wiederbereitstellung des Wagens verlangte lange und saure Arbeitsstunden, die als Einleitung zu einem Rennen nicht gerade nervenberuhigend wirkten. Dennoch hatte er es geschafft und damit in einer Art und Weise auf dieser Strecke debütiert, die aber auch gar nichts zu wünschen übrig lässt. ZwimDfer scheint seinen Wagen gleich mit Garantie für Siege abgegeben zu haben, hat doch auch Scheibler am Gurnigel einen flotten Erfolg davongetragen. Der Markenkollege A. Muff war der Vierte im Bunde, der den Kategorierekord von 1930 umlegte. Vorgängig seiner Fahrt hat er das Motorradrennen bestritten und dort gleich den Tagessieg für sich beansprucht. Er kann also mit seinem sonntäglichen Ergebnis mehr als zufrieden sein und hat damit ad oculos gezeigt, dass man auch auf zwei Seiten und in zwei verschiedenen Sätteln sehr gut seinen Mann stellen kann. Pedrazzini, der Jüngere, machte sich auf seinem Studebaker Cabriolet mit echt Tessiner Elan auf die Reise. Er traute dann allerdings seinem Wagen in den Kurven Tempi zu, welche dieser zweimal mit gefährlichen Seitensprüngen quittierte. Beide Male blieb der Führer aber Herr der Situation und hat trotz dieser Fahrt mit Hindernissen eine ganz vorzügliche Zeit herausgebracht, welche ihn an die Spitze aller Amateure der Kategorie brachte. Die Sportwagen- konkurrenz eröffnete der Konstanzer Graf auf BMW und verbesserte die letztes Jahr mit einem nämlichen Modell, aber in der Tourenwagenkategorie gefahrene Zeit, sehr beträchtlich. Für diesen Piccolo unter den Wagen darf sich das Ergebnis wirklich sehen lassen, er hat sogar Maschinen mit einem bedeutend grösseren Zylinderinhalt in den Schatten gestellt. Schneider hatte auf seinem Derby gegen seine einzige Klassenkonkurrentin recht leichtes Spiel. Er legte sich neuerdings tüchtig an den Laden und setzte die Zeit als Erster seiner Kategorie unter die 7 Minutengrenze. Der diesjährige Sportsonntag im Ostzipfel unseresLandes wird ihm wohl in weit besserer Erinnerung bleiben, als der vor 5 Jahren, als er einem schwereren Unfall zum Opfer fiel und sogar darob zum Spitalpatient wurde. Dass er es sich nicht verdriessen liess und dem Rennsport treu geblieben ist, stellt ihm das beste Zeugnis aus. Den Schneid und den guten Willen, mit dem die Nürnbergerin Fräulein Minartz das Rennen auf ihrem himmelblauen Stoewer zu bestreiten beabsichtigte, in allen Ehren, aber die Berge scheinen bei uns doch weniger eben zu sein als in ihrer freundlichen Heimat! Auf Dr. Karrers Fahrt war man nicht wenig gespannt, nachdem er schon letztes Jahr die Kategoriebestzeit überlegen für sich gebucht hatte. Freilich waren ernste weitere Aspiranten auf diese Lorbeeren dieses Jahr nicht sehr zahlreich und so blieb der Entscheid ihm überlassen, seine früheren Erfolge wiederum mit einer neuen Bestleistung zu bekräftigen. Seine — wir möchten bald sagen ihm angeborene — fein berechnete Fahrkunst hat ihm auch neuerdings einen Zeitgewinn von mehr als 12 Sekunden gegenüber dem letztjährigen Resultat eingetragen und wir waren der Auffassung, dass er dabei noch nicht, einmal das Letzte aus sich und der Maschine herausgeholt hat, womit aber sein neuer Erfolg in nur um so besserem Licht erscheint. F. Caflisch, der seine Ferien in der Schweiz erfreulicherweise zu einem guten Teil in den Dienst des Autosportes stellt, hat sich sicher auch im Appenzellerland mit seiner Leistung auf einem schweren Mercedes- Benz neue Freunde geworben. Er kann mit zwei neuen Klassenrekorden (Gurnigel und Rheineck-Walzenhausen) seine Rückreise in seine zweite Heimat, Neapel, antreten. Seine liebenswürdige Gattin hat ihn wiederum als «Ballast» begleitet und beide haben ihren guten Humor nicht verloren, obwohl ein krasser Kerzenruss dem Fahrer keine Gelegenheit mehr gab, sein Können unbehindert zu beweisen. AUTOMOBIL-REVUE Den Rennwagen- leistungen wurde unvermindertes Interesse dargebracht, und selbst die wenigen Bauern, die noch nach ihrem Heu sahen, Hessen die Gabel, die sowieso nicht allzu emsig wurde, nunmehr völlig ruhen. Dafür kam um so mehr «Zug» in all die vielen Appenzeller Pfeifen, die, entsprechend der vollständig beanspruchten Aufmerksamkeit ihrer Besitzer, unter Volldampf gesetzt wurden. Markiewiez hat erstmals mit seinem Austin die Liliputanerklasse 500—750 cem vertreten» und seine dabei eo ipso aufgestellte Rekordzeit zeigt, wie weit heute schon die Konstruktion der Kleinwagen gediehen ist Freilich ist auch der Fahrer» was seine Rennpraxis anbetrifft, kein «heuriges Häslein», aber der schöne Erfolg bleibt nichtsdestoweniger ungeschmälert. H. Kessler hat mit dem im Jahre 1929 ebenfalls auf Amilcar aufgestellten Rekord gründlich aufgeräumt und hat mit seiner Zeit ein Ergebnis erzielt, das einem späteren Ansturm harten Wiederstand leisten wird. Und dies trotzdem ein Bruch in der Oelleitung die Motorenleistung in der oberen Streckenhälfte beeinträchtigte. H. C. Täuber wurde auf seinem Alfa Romeo zu einer wahren « revelation ». Letzten Sonntag hat er erstmals ein Rennen bestritten und gleich dort durch seine Technik höchlichst überrascht. Dieses Mal hat er nicht nur gehalten, was man sich von seinem Debüt versprechen konnte, sondern er schoss gleich den Vogel ab und erreichte mit einem neuen Rekord die zweitbeste Tageszeit! Er schaffte sich den Berg hinauf, als ob all die Kurven und Steigungen ein Kinderspiel seien, trotzdem die Strasse auch heute noch in ihrem tadellosen Zustande keineswegs mit sich spassen lässt. In Täuber hat Alfa Romeo einen äusserst aussichtsreichen Fahrer erhalten, der in kommenden schweizerischen Rennen noch manches gewichtige Wort mitsprechen wird. Fräulein Münz war wiederum mit von der Partie. Diesmal fuhr Resultate des Rheineck-Walzenhausen-Rennens 1931 . Klasse Bang Fahrer Marke Zeiten Bemerkungen Touren wagen: 750—1100 cc. Solo E. Meyer Exp. Renault 9.09,2 1100—1500 ec. 1. A. Keller „ Alfa Romeo 6.22,2 Neuer jilassenrekord 2. P. Müller „ Fiat 6.68,2 3. P. Walser ,, ' Fiat } 7.43,8 2000—3000 cc. 1. J. Strittmatter Exp. Bugatti 6.35,6 Neuer Klassenrekord 2. T. Walser . „ Bugafjfci , 7.26,2 1. FrauDold-Uster Amat. BugattV-'* ' 7.13,4 2. Frl. Bühler „ Talbot 7.49,6 3000—5000 cc. 1. H. Gübelin Exp. Chrysler 6.21,8 Beste Zeit der Tourenwagen. 2- A. Muff „ Chrysler 6.29,4 Neuer Kat.- u. Klasgenrek. 1. Chr. Estler Amat. Nash 7.12,4 2. A. Steinlin „ Peugeot 7.13,6 3. W. Rösli „ Nash 7.55,2 5000—8000 cc. Solo C. Pedrazzini M Studebaker 7.00,4 Sportwagen: 500— 750 cc. Solo Cl. Graf Exp. B. M. W. 7.30,4 Klassenrekord aufgestellt. 750—1100 CC. 1. J. Widler Amat. Derby 7.39 2. C. Eugster „ Amilcar 7.43,6 3. H. Bliokle „ D. K. W. 8.05,2 1100—1500 cc. 1. E. Schneider Exp. Derby 6.57 2. Frl. Minartz „ Stoewer 8.09 2000—3000 cc. Solo Dr. J. Karrer „ Bugatti K. 5.38,8 Beste Zeit der Sportwagen Neuer Kat.- -u. Klass.-Rek. üeber 8000 cc. Solo F. Caflisch „ Merc.-Benz K. 6.46 Klassenrekord aufgestellt. Rennwagen: 500— 750 cc. Solo Markiewicz Exp. Austin K. 6.30,8 Klassenrekord aufgestellt 750—1000 cc. Solo H. Kessler „ Amilcar K. 5.54,6 Neuer Klassenrekord 1100—1500 cc. Solo H. C. Täuber „ Alfa Romeo K. 5.34,2 Neuer Klassenrekord 1500—2000 ec. Solo H. Stuber „ Bugatti K. 5.27 Beste Zeit der Rennwagen, beste Tageszeit, neuer Ka- 2000—3000 cc. Solo Frl. Münz „ Bugatti K. 6.16,2 tegorie- u. Klassenrekord Legende: Amat. => Amateur, Exp. = Experte, K. = Kompressor. Die St. Moritzer Automobiiwoche abgesagt! Wie wir vernehmen, haben die Organisatoren der St. Moritzer Autowoche — die Vereinigung « Pro Auto St. Moritz — beschlossen, die St. Moritzer Autowoche dieses Jahr nicht durchzuführen. Der Beschluss dürfte kaum leichten Herzens gefasst worden sein, denn die beiden ersten Austragungen dieses sehr interessanten autosportlichen Wettbewerbes hatten in Sport- und Pressekreisen eine sehr gute Aufnahme gefunden und konnten in sportlicher und propagandistischer Hinsicht sehr schöne Erfolge • davontragen, Schwierigkeiten organisatorischer und finanzieller Natur haben dann aber doch den vorgenannten Beschluss zur Folge gehabt. Das Fehlen eines automobildichten Hinterlandes bringt der St. Moritzer Autowoche efoen nicht diejenigen grossen Zuschauermengen wie sie z: B. der Klausero oder auch der Gurnigel kennen. Zürich und St. Gallen liegen etwas weit ab und das gleiche gilt auch für das italienische Alimentierunigszentrum Mailand. So fand dann weder -das Kilometerrennen Sama* den-Pontresina noch das prächtige Berninarenneni trotz sehr guter quantitativer und qualitativer Beschickung die gewünschten grossen Zuschauermengen und damit auch die erwarteten, für eine solch gross aufgezogene Veranstaltung nötigen Einnahmen. Anderseits wurde stets alles getan, um mit einer einwandfreien Organisation all der verschiedenen Konkurrenzen aufwarten zu können, so dass die St. Moritzer Woche vor allem auch im Ausland besten Ruf besitzt. So wird man sich nun wohl damit albfinden müssen, dass dieser interessante Wettbewerb diesmal fehlen wird. Es ist jedoch ztl erwarten, dass späterhin die St. Moritzer Autowoche neu auferstehen wird und dann 1 einen umso prächtigeren Erfolg buchen kann. Der Wegfall ist dieses Jahr umso mehr zu bedauern, als bekanntlich das voraussichtlich ausfallende Berninarennen als schweizerische Konkurrenz für die diesjährige Europa- Bergmeisterschaft auserkoren worden war. Nachdem nun leider Gumigel und Walzenhausen-Lachen bereits ausgefahren sind, steht als Ersatz nur noch das Luzerner Bergrennen Kriens-Eigental für die Europa-Bergmeisterschaft zur Verfügung. Für einen Ersatz sollte auf alle Fälle gesorgt werden, denn die Schweiz darf als eigentliches Alpenland in der europäischen Bergmeisterschaft dieses Jahres nicht fehlen, zumal auch die Initiative für diese Konkurrenz seiner Zeit von ihr ausgegangen ist. • 'S. sie ohne Begleiter, wohl um keinem Berichterstatter mehr Gelegenheit zu einem verunglückten Kommentar zu geben, wie dies kürzlich der Fall war, als der Mechaniker als Ballast mitfuhr, wie dies oft bei «Internationalen» geschieht. Sie hat sich bisher schon genügend und glänzend ausgewiesen, als dass die Anwesenheit des Mechanikers irgendwie als Omen einer mangelnden Sicherheit gedeutet werden könnte. Ihre Zeit hat dies mit aller Deutlichkeit bewiesen und ihre neue Auszeichnung als beste Damenfahrerin ist wohlverdient. Nun ist noch Stuber fällig. Auf 5.28.8 steht der absolute Streckenrekord. Lässt er sich noch weiter drücken? Stuber allein vermag uns die Antwort darauf zu geben und er tuts in bejahendem Sinn. Seine Fahrt wird zu einem wahren Triumphzug. Sein Name hat bei dem sportbegeisterten Völklein' Appenzells einen guten Klang und ist dem Küherbub so vertraut wie dem ältesten Bergbauern. Kaum ist er durchs Ziel geschossen und hat seine Maschine zum Stehen gebracht, umringt ihn eine dichte, hälsereckende Menge. Jeder will einen Blick aus der Nähe (Schluss Seite 5)