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E_1933_Zeitung_Nr.050

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nicht entschlossen

nicht entschlossen hätte, auf Kosten des Tempos einhändig zu pilotieren, um den Türflügel mit der anderen Hand zu halten, so wäre ihm dieser eventuell abgerissen worden. Das Pech wollte es dann noch zu allem, Ueberiluss, dass sich die Türe wegen einer kleinen Verwindung des Schlosses nicht mehr schliessen liess und so musste Gübelin mit geteilter Aufmerksamkeit und unter recht aussergewöhnlichen Umständen das Schlussstück hinter sich bringen. Dass er dabei nur um etwas mehr als 2 Sekunden hinter dem endgültigen Sieger blieb, dürfte zeigen, wie er sich im unteren Stück ins Zeug, gelegt hatte. Blattner war weniger erfolgreich, als sein Markenkollege. Auch er konnte, das Rennen nicht unter normalen Verhältnissen absolvieren, indem ein kurze Zeit vor- dem Start entdeckter Ventiltellerbruch ihn zwang, im Tempo des Gehetzten noch .ein Ventil auszuwechseln, was nicht geraüfc 1; sehr beruhigend auf die Nerven gewirkt hat !.„ Der Altmeister Zwimpfer wollte es wie-, der einmal nur zu gut machen. Im Bestreben, besonders gut abzuschneiden, was angesichts der Trainingsresultate sehr wohl möglich schien, ging er einige Male mit allzu forschem Tempo in die Kurven, so. dass die Hinterräder spuhlten,. ohne Weg zu machen. Diese an und für sich unbedeutenden Zeitverluste gaben doch den Ausschlag und wenn er auch überzeugend seinen Klassensieg einheimste und den alten Rekord schlug, so. mag er doch nicht ganz auf die Rechnung gekommen sein. Bei den Sportwagen waren die beiden Ausfälle des Tages zu verzeichnen, indem Emery mit einer Böschung Bekanntschaft machte, sich dabei allerdings noch gut aus der Affaire zog, aber immerhin stecken blieb. Auch Schölten musste einmal erfahren, was es heisst, die Flagge streichen zu müssen, denn der sich schon im Training geltend machende G'etfiebedefekt schien sich wiederholt zu haben. Auf alle Fälle musste er einen ersten Erfolg mit Bugatti, welche Marke er erstmals fährt, auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Hummel, einer der wenigen ausländischen Gäste, hielt seinen Amilcar flott im Kurs; verschaltete sich dann aber in jugendlichem Üebereifer ein oder zweimal und verlor auf diese Weise einige Sekunden. Von den beiden Bugattifahrerh Hörning und Godeffroy . der Gruppe bis zu ifXiter schwang der erstere obenauf, obwohl*beide tüchtig loslegten und den Rekord verbesserten. Hörning verstand es, an einigen Kurven noch etwas Zeit einzusparen und sicherte sich mit dem Klassenerfolg auch die höchste Auszeichnung der Kategorie. Selbst Grosch, der eine vermehrte Renntätigkeit beabsichtigt, indem er sich mit Markiewioz zusammentat, um ebenfalls einen Miniaturrennstall zu gründen, vermochte der neuen Bestzeit der. Kategorie nichts mehr anzuhaben. Der Berner Hörning, ein ausgesprochener Herrenfahrer, ist damit unvermittelt ins Rampenlicht des schweizerischen Rennsportes gerückt. Hoffentlich ermuntert ihn das schöne Resultat in vermehrtem Masse, dem Rennen zu huldigen. Die Rennwagen gaben natürlich in den Vortagen wieder am meisten Stoff zu Voraussagen und Diskussionen unter Fachleuten und solchen, die es werden wollen. Man munkelte allerhand von der scharfen Konkurrenz, mit der Stuber zu rechnen habe und ganz gut Informierte wollten Zeiten gestoppt haben, die auf mancherlei Anwärter auf den Tagessieg hinwiesen. Für all diese Gerüchte hatte unser, vielfacher Rekordhalter und Inhaber von Tagessiegen ein verschmitztes Gesicht, das vermuten Hess, dass er am Tage der Entscheidung vielleicht doch noch einige Sekunden in Reserve habe. Aber nehmen wir es hübsch der Reihe nach! Hans Kessler hatte leider keine Gelegenheit, sich mit Uboldi zu messen, der, wie bereits oben erwähnt, auf den Start verzichten musste. Er liess sich den Sologang aber nicht verdriessen und landete wiederum mit seinem kleinen Amilcar eine Klassenbestzeit, die beweist,dass unser Meister der einen Rennwagengruppe' nach wie vor in vorzüglicher Form ist. Er wird übrigens mit einer Reihe anderer Sportkollegen, so Zwimpfer, Gübelin, Maag, Schneider und Muff, unsere Farben am Kesselbergrennen vom nächsten Sonntag vertreten. Auch Stuber, sei mit von der Partie, so dass wir damit rechnen können, dass die Schweiz bei diesem Auslandsbesuch ehrenvoll abschneidet. In der Gruppe bis 1500 ccm lieferte Christen auf Astöh-Martin ein Husarenstück, indem er trotz einem zu einer gelinden Acht gewordenen Hinterrad, das seine Spezialform. einer Bekanntschaft mit der Böschung verdankte, das Rennen nicht nur beendete, sondern sogar noch gegen Leute wie Constantinovitz und Dr. Avondet den Klassensieg behauptete. Der Vorgenannte, ein Gast aus Frankreich, war einmal ganz bedenklich aus der Bahn herausgetragen worden und fuhr ein gutes: Stück auf dem Trottoir, vermochte sich dann aber wieder zu behaupten und führte die Maschine zum programmässigen Port. U. Maag, der sich dieses Jahr nun schon bei zwei ausländischen Rennen tapfer geschlagen hatte, vermochte als Erster den bisherigen Rekord der Rennwagen unterzukriegen. Er weist sich am Lenkrad über einen wohlberechneten Fahrstil aus und dürfte noch weiter in vordere Linie aufrücken. Bei deh grösstkalibrigen Rennwagen standen sich vier Bugatti-Kompressoren gegenüber, deren Fahrer durchwegs auf einen eventuellen Erfolg Anspruch machen konnten, wobei man aber nur allzugut wusste, dass es Stuber seinen Markenkollegen nicht leicht machen werde. Da gerade zu dieser Zeit der Regen wieder heftiger einsetzte, so war es wirklich erstaunlich, wie sich die Fahrer bei dem von ihnen vorgelegten Tempo überhaupt noch den Weg durch,,das niederströmende und mit Strassenschmutz wieder aufspritzende Nass fanden. Wie Maurer gepflastert kamen sie am Ziel an und ihr Aeusseres zeigte" zur Genüge, welche Anforderungen das Rennen an sie gestellt hatte. Benoit Falchetto, der Südfranzose, der nun schon verschiedentlich bei uns gestartet ist, dieses Jahr aber bisher vom Pech verfolgt war, ist offenbar auch über die Grenze von seinem Missgeschick begleitet worden. Er hatte sich im Training wohlvorbereitet und sah zuversichtlich dem Austrag entgegen. Nach anfänglich schmissiger Fahrt ereilte ihn die Tücke in Form eines Defektes im Gasgestänge, das irgendwie hängen geblieben war und so ein Wegnehmen von Gas nicht mehr ermöglichte. Um aber das Rennen doch zu. Ende fahren zu können, behalf sich Falchetto an besonders kritischen Stellen dadurch, dass er die Zündung unterbrach, wodurch er in der sicheren Steuerung des Wagens natürlich schwer behindert war und Zeit verlor. Hoffentlich lässt es sich der Gast deswegen nicht verdriessen «Ich kenne die Stelle,» log der ungeduldige Georg. «Sie ist im Dunkeln gefährlich, und öfters hatte ich schon in den Nächten dort ein Licht aufblitzen sehen. Es, mochte gegen halb — oder drei Viertel zwölf sein, als an der Brücke für eine Sekunde lang das Licht einer Taschenlaterne aufflammte. Ich sah in dem kurzen Schein die Speichen eines Fahrrades, das ^offenbar geführt wurde. Gleich darauf war wieder alles dunkel. Nur hörte ich nach einer Weile leises Klopfen an der Fensterlade unten — oder eigentlich was: es kein Klopfen, sondern ein Knipsen mit dem Fingernagel. Jetzt war es für mich Zeit, an= meinen Horchposten zu gehen. Ich, schlich wieder über den Boden, öffnete die Kammer und legte mich auf die Diele, so dass ich den Kopf am Schallrohr hatte» Eine Weile sprachen sie leise auf dem Flur, dann hörte ich ein, Geräusch, vermutlich wurde das Fahrrad untergestellt, und bald darauf trat man unten in die Stube. Es waren, das hörte ich an den Stimmen: die beiden alten Dvoraks und ein junger Mensch. «Pennt der Farbenkleckser?» fragte .die Stimme des Fremden. «Wie'n Murmeltier,» antwortete Dvorak. «Am andern Giebel.» Doktor Sievers schmunzelte wohlgefällig vor sich hin. Er sah mit einer kurzen Kopfwendung Georg an, strich mit der knochigen Hand über das in glatten Strähnen nach hinten gebürstete Haar und sagte: «Also, Herr Direktor, bevor ich fortfahre, wäre zu bemerken: ich habe diese Ermittlung zwar in Ihrem Auftrage gemacht, aber ihr Zweck war doch nur, belastende Momente gegen Dvorak ausfindig zu machen, die Ihnen irgendwozu, das geht mich nichts an, Handhaben geben sollten. Was ieh dabei, abseits dieses Zweckes, noch für mich ausbaldowert habe, kann ich natürlich beliebig verwerten. Das ist selbstverständlich, ich steile es nur fest.» «Hm,» machte Georg nachdenklich. «In dieser Form möchte ich das doch nicht gelten lassen, absolut nicht. Sie wissen ja zunächst gar nicht, welches mein Zweck und meine Absichten sind. Sie könnten da leicht diesen Absichten, ohne es zu wollen, entgegenhandeln.» «Durchaus nicht. Es handelt sich lediglich um die Prämie.» «Um welche Prämie?» «Sie haben wohl gelesen, dass die Witwe Nollet fünftausend Mark und das Polizeipräsidium tausend Mark ausgesetzt haben für Aufklärung, falls es sich um einen Mord handelt.» Georg hatte es nicht gelesen. «Nun also — diese sechstausend Emmchen möchte ich mir verdienen.» Georg fuhr empor. «Was? Haben Sie da wirklich Anhaltspunkte entdeckt?» , «Ich will Ihnen mal was sagen, Herr Direktor Nicola. Wo der Detektiv Doktor Benno Sievers erst mal eine Spur wittert, da kommt er auch ans Ziel. Das glauben Sie mir!» «Erzählen Sie! Die Prämie kommt natürlich dem zu, der die Sache aufdeckt, das heisst Ihnen.» AUTOMOBIL-REVUE 1933 — N»50 Die Resultate des Montreux-Caux-Rennens 1933 Klasse Bans Fahrer Marke Zeiten Bemerkungen 1100—1500 cc. Solo 1500—2000 cc. Solo 2000—3000 cc. 1. 2. 3000—5000 cc. 1. -::. '" 2. 3. 4, I. 2. 3. Üeber 5000 cc. 1. 2. R. Zust Ch. Petley Franz Lanz Herrn. Pfäffli R. Mettraux H. Gübelin W, Herbst L. J. Blattner, A. Moynier J. Mermoud A. Laurent O. Zwimpfer A. Mandirol» 1100—1500 cc. Solo J.Hummel Exp. 3000—5000 cc. Solo A. Grosofa: Exp. 1. A. Hörning Amat 2. C. Godeffroy ,, Bis 1100 cc. 1 Solo 1100—1500 cc. 1. 2.. 3. 1500—2000 ec 1. 2. 2000—3000 ec. 1. 2. 3. 4. H. Kessler M. Christen Constantinowicz Dr. Avondefc U. Maag Ei Markiewicz H. Stuber A. Muff L. Braillard B. Falchetto und kommt wieder einmal zu uns. Braillard und Muff fuhren eine nur um zwei Sekunden differierende Zeit und haben auch hier neuerdings bewiesen, dass auf alle Fälle mit ihnen zu rechnen ist und sie selbst einem Stuber keine grosse Zeitmarge mehr zu lassen gewillt sind. Der Berner -Meister schoss aber wieder einmal den Vogel ab und Hess sich hier so wenig wie an den übrigen einheimischen Bergrennen das Heft aus der Hand nehmen. Seinem kürzlichen Unfall und der vom Training her notwendigen zeitraubenden Reparatur zum Trotz zeigte er sich wiederum in der alten Form und heimste souverän den Kategoriensieg wie auch die beste Tageszeit ein. Dass dies in neuer Rekordzeit geschah, versteht sich am Rande. Bisher hat es Stuber gar nicht anders gehalten. Ausklang. SPORTWAGEN: «Bravo! Bravissimo! Also, ich habe da gut anderthalb Stunden lang jedes Wort gehört, das die drei gesprochen haben. Um es auszuhalten, hatte ich mir die Federbetten von Trudes Bett untergelegt, da lag %s sich ganz mollig. Also der Fremde, war, wie ich bald heraus hatte, der junge Steinitz. Ich hatte ihn schon einmal .in, Kolmanz gesehen: ein zwanzigjährige* Bursche, der sich übrigens im Schwimm- und Radsport hervorgetan hat. Er sagte gleich zu Anfang: ,Dies ist das vorletztemal,. dass ich herkomme. Die Hunde haben schon irgendwie Witterung. Ihr dürft die Sachen auch nicht länger hier behalten. Bei einer .Haussuchung.' ,Ich versteh' immer Haussuchung, 1 lachte eine heisere Stimme. ,Bei Dvoraken können sie lange haussuchen, der steht früher auf.' .Seid bloss nicht zu sicher,' meinte der junge Gentleman, .einmal klappen sie euch doch. Jedenfalls muss jede Spur restlos verwischt sein. Ich wollte deshalb den Brillantring und die Perle abholen.' .Nicht zu machen,' erwiderte Dvorak. ,Den Ring habe ich hinter dem Garten vergraben, und die Pähle ist ausgewitscht.' «Was ist sie?' rief Steinitz, ,sind Sie toll?' ,Nich dat ich wüsste,' entgegnete Dvorak mit Seelenruhe. Jen habe mich selbst genug darüber geärgert.' ,Das is \vahr,' stimmte nun die Alte bei. ,Maxe war so wütend, dass dat Ding raus war aus seine Hose. Er hatte die feine Schlipsnadel innen im Hosenbein ganz fest gestochen. Aber beim Hantieren oder beim Amilcar-Comp. Alfa-Romeo Cp. Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. RENNWAGEN: Exp. Amilcar-Comp. Aston-Martin Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. Bugatti-Comp. Unmittelbar nach beendeter Schlacht versammelten sich Kommitierte und Fahrer auf der Höhe von Caux zu einem wärmenden , Aperitif,, ;der,, recht-^willkommene war. Hier ^ wurde natürlich das Rennen im Geiste (und «in Worten) nochmals gefahren und wenn sich ^Tuch die meisten dabei vorgenommen haben mochten, es das nächste Mal anders und natürlich noch besser zu machen, so mögen doch alle froh gewesen sein, dass es so gut abgelaufen ist. Am Abend versammelte sich eine stattliche Zahl von Gästen zu einem frugalen Bankett, das die gastliche Sektion Waadt des A.C. S. offerierte, wobei in Rede und Gegenrede die .prächtigen Ergebnisse nochmals gebührend gefeiert wurden. Ein reich beladener Gabentisch stand für die Belohnung der vorzüglichen Leistungen zur Verfügung. In bester Harmonie und frohem sportlichem Geiste ging so das 3. Rennen : Montreux-Caux in die Geschichte der schweizerischen Rennen ein. Der Tag hat gezeigt, dass die Waadtländer gut beraten waren, diese fast vergessene Karte wieder aufzudecken, denn sie erwies sich in ihren Händen als ein Trumpf, der verdient, wieder ausgespielt zu werden! b. TOURENWAGETf: Amat. M.-6. Mftgna 8.52,04 Lagonda 8.40,00 Exp. Bugatti 6.49,06 Lancia 8.59,00 Ford 6.40,00 Chrysler-Plym. 6.42,04 Martini 7.09,02 Ford 7.14,04 Amat. Chrysler-Plym. 6.57,06 Ford 7.43,06 Delage 8.05,04 Exp. Chrysler 6.42,08 Mercedes [ 7.06,06 7.52,02 6.43,00 6.14,02 6.22,06 6.16,06 6.30,02 6.33,04 6.47,06 5.56,08 6.12,04 5.39,08 5.45,06 5.47,02 5.50,08 Beste Zeit der Tourenwagen, neuer Kategorienrekord, Beste Zeit der Tourenwagen- Amateure Beste Zeit der Sportwagen, neuer Kategorienrekord. Beste Zeit der Rennwagen, beste Tageszeit, neuer absoluter Streckenrekord. Schweizerische Rundschau Verzeichnis der für Autocars bis 2 m 40 Breite geöffneten Strassen. Ende letzter Woche ist das Verzeichnis derjenigen Strassen herausgekommen, die für den Verkehr für Autocars bis zu 2 m 40 Breite geöffnet sind., Das Verzeichnis umfasst 108 Strassenstrekken, wozu noch die kurzen Ausfallstrassenistücke von Basel an die französische und'. deutsche Grenze kommen. Die Dichte des Strassennetzes, das nun für Autocars befahrbar ist, ist nicht in allen Gegenden der Schweiz gleich gross. Die' engsten Maschen zeigt das Netz in den Kantonen Aärgau, Luzern, Zug, Zürich, Thurgau,' St. Gallen und Appenzell. Ebenfalls nochrecht dicht ist es in der ganzen Westschweiz. Im ganzen Alpengebiet dagegen sind diejenigen Strassen, die von Autocars befahren werden dürfen, recht dünn gesät. 1 Von den Alpenpässen ist nur der Brünig und der Simplon für Autocars bis 2 m 40 geöff-v net und der Gotthard nur auf der Südseiten bis zur Urnergrenze. Gerade diese Tatsache - ist nicht recht verständlich, scheint uns doch' der Gotthard auf der Südseite eher schwieriger befahrbar als auf der Nordseite. Aber wahrscheinlich hat da, wie auch in andern* Fällen, die kantonale Oberhoheit ausschlaggebend bewirkt. Der Kanton Uri hat sieh überhaupt nicht entschliessen können, auch nur ein einziges Strassenstück für diesen' Autocarsverkehr zu öffnen. Im Kanton Nidwalden ist es nur möglich bis Stans zu fahren. Selbstverständlich ganz schlimm steht es auch im Kanton Graubünden, wo nur die Strasse von Ragaz nach Chur direkt, und auch diejenige über Maienfeld nach Chur in dem Verzeichnis figurieren. Der ganze übrige Kanton Graubünden ist für Autocars von 2 m 40 Breite ein verschlossenes Paradies. Wir werden in der nächsten Nummer eine Kartenskizze publizieren, die das ganze Strassennetz zeigt, das für den Autocarverkehr geöffnet ist. Lr. Laufen muss sie sich herausgeschoben haben, und perdü is sie. Wir haben heut den ganzen Vormittag schon gesucht. Mir isdas Kreuz noch lahm!' Natürlich war das gelogen. Sie hatten am Vormittag Kartoffeln gebuddelt. Der Steinitz war wütend. ,Solch ein wertvolles Stück! Und wenn die nun einer findt? Das is doch gleich 'ne Spur!' ,Is nich so schlimm,' meinte Dvorak. ,Erstmal, der Finder weiss ja nich gleich, wem die Nadel gehört hat — und denn sind sie hier in der Gegend nich sehr wild aufs Abliefern. Wenn hier eener 'ne feine Busennadel mit 'ne Pähle findet, denn is sein erster Gedanke nich, wo sie her is, sondern ob se echt is, und sein zweiter Gedanke nich, wo er se abliefern soll, sondern wo er sie verschärfen kann.' Diese Logik schien dem Jüngling einzuleuchten. Er brummte nur noch über .das verdammte Pech' und bestand dann darauf, dass wenigstens der Brillantring ausgegraben und ihm ausgehändigt werden solle. Der Ring müsse gleich umgearbeitet werden von seinem Fach- und Gewährsmann. Die Uhr sei schon .verarbeitet' und die Kette einge-. schmolzen. Nur schade, meinte Steinitz, dass er morgen nacht nicht herauskommen könne — das ist also heute nacht — er werde übermorgen kommen um dieselbe Zeit. Sie müssten dann auch noch verschiedenes besprechen, alles endgültig erledigen, er wolle am Sonnabend nach Magdeburg zum Renneniun den silbernen Pokal.» (Fortsetzung im «Äutler-Feierabend».)

N° 50 - 1933 *UTÖMDBIL-REVUE P Sportnachrichten Überraschungen in Montlhery Campari auf Maserati gewinnt den Grossen Preis von Frankreich. — Forfait der gesamten Bugatti-Equipe. — Ausfälle der Favoriten Chiron und NuvolarL — Spannendes Duell zwischen Campari und Etancelin. Am Vorabend des Grand Prix. Grand Prix de l'A. C. F. — magisches Wort, das immer und immer wieder die Sportfreunde in den Bann schlägt. Der vergangene Sonntag brachte die 27. Wiederholung dieses klassischen internat. Rennens, das über eine unerhört interessante Vergangenheit verfügt, und schon viele Tage vorher wimmelte es auf der Bahn von Montlhery und der Rundstrecke auf dem Plateau von St-Eutrope von unzähligen neugierigen Zuschauern, Automobilfachleuten, Rennfahrern, Kommissären, Journalisten und Offiziellen. Seit Mittwoch rasten die Wagen zum Training über die Rundstrecke dahin, von unzähligen Stoppuhren getreu verfolgt. Am Mittwoch blieb der Betrieb noch ziemlich zahm, wenn auch an diesem Tage schon eifrig genug gearbeitet wurde. Lebhafter ging es am Donnerstag zu, an dem Chiron, Etancelin, Lehoux, Sommer, Eyston, Graf Czaikowsky, Lord Howe mehrere Stunden trainierten. Weitaus der fleissigste bei der Arbeit war Louis Chiron. Er kam bis auf ein Fünftel an den bestehenden Rundenrekord heran und hinterliess einen glänzenden Eindruck. Der Freitag brachte wahren Hochbetrieb In Montlh6ry. Den ganzen Nachmittag über dröhnte es von den trainierenden Wagen, die mit rasender Geschwindigkeit über die Bahn dahinbrausten. Wieder war es Chiron, der den Zuschauern am besten gefiel Er war in ganz grosser Form und es war wohl niemand, der diesem sympathischen Franzosen nach so langer Zeit des ewigen Pechs nicht einen Sieg gegönnt hätte. Chiron gelang es, den alten Rundenrekord am Freitag mit dem Stundenmittel von 136,7 km/Si um zwei Sekunden zu schlagen. Etancelin, der sich auch in Nimes am vorletzten Sonntag wieder über sein hervorragendes Können ausgewiesen hat, brachte es ebenfalls fertig, den Rundenrekord zu brechen. Er erreichte sogar einen Durchschnitt von 137,1 km/St Am Freitagabend wurde sodann eine Kunde laut, die wie eine Bombe wirken musste: die gesamte Bugatti-Equipe verzichtete auf den Start! Dies ausgerechnet beim Grossen Preis von Frankreich, bei dem der Hinterste und Letzte auf einen neuen Sieg der Molsheimer Firma gehofft hatte. Wie wir schon in unserer letzten Nummer angetönt haben, baute der grosse Konstrukteur ein neues 2800-ccm- Modell, das noch für den französischen Grand Prix fertig werden sollte. Trotzdem mit fieberhafter Eile an der Fertigstellung der Maschine gearbeitet wurde, zeigten sich im letzten Augenblick —• es handelte sich um Stunden! — noch kleine Details, die nicht ganz klappten und zur Absage zwangen. Der Wagen war für Varzi bestimmt und sollte in Montlheiy seine Feuerprobe ablegen. Eine andere Maschine war für den" Italiener nicht auf das Rennen hin überholt worden, so dass Bugatti mit dem Ausdruck des Bedauerns die ganze Equipe zurückzog. Durch diesen Ausfall musste sich der Ausgang des Rennens völlig ändern. Am Samstag waren wieder die meisten Konkurrenten, auch die Schweizer Villars und von Waldthausen, an der Arbeit. Der Schnellste an diesem Tage war Nuvolari, der erst Samstags sein Training aufgenommen hatte. Er erreichte das glänzende Rundenmittel von 141,2 km/St.! Bis zum Samstag war auch die Teilnahme der Scuderia Ferrari ungewiss geblieben, lange Zeit fürchtete man ein zweites Forfait; erst nach einem längeren Training Nuvolaris wurde dann die feste Zusage gegeben. Der Sonntag. Trotz des Ausfalles der Bugatti-Equipe gestaltete sich der Sonntag des Grossen Preises von Frankreich zu einem unvergleichlichen Ereignis. Vom frühesten Morgen an bewegte sich auf allen Zufahrtsstrassen nach Montlhery ein unaufhörlicher Zug von Vehikeln; Bahnen und Omnibusse schleppten gewaltige Menschenmassen herbei; die Automobile krochen mühsam in dem fürchterlichen Durcheinander von Menschen und Fahrzeugen vorwärts. Schon Stunden vor Beginn des Rennens umsäumten Zehntausende von Zuschauern die Rennstrecke, und als es gegen Mittag ging, belagerten über hunderttausend Zuschauer den Circuit. Die unbeschreibliche Spannung, die die Massen vor jedem grossen Rennen in den Bann schlägt, war auch hier zu spüren. Die weitaus meisten Chancen schrieben die Franzosen ihrem Landsmann Chiron zu. Immerhin sprach man mit nicht geringer Achtung auch von Nuvolari. Das Forfait der Bugatti-Equipe wurde mit Enttäuschung und Bedauern kommentiert. Um 1 Uhr stellten sich die 19 konkurrierenden Fahrer unter höchster Spannung des Publikums dem Starter bereit. Noch in letzter Minute wurde eine Umänderung vorgenommen, indem Borzacchini seinen Wagen Taruffi überliess. .. Mit donnerndem Getöse Schossen die 19 Wagen nach dem Start zum Kampf über die 500 km davon, von wildem Beifallsgeschrei der riesigen Menge umrauscht. Einige wenige Minuten vergingen, und schon dröhnte wieder der Lärm der Maschinen aus der Ferne. An der Spitze brauste der rote Alfa Romeo Nuvolaris vorbei, gefolgt vom Maserati Gamparis, Taruffi auf Ailfa Romeo und Zehender auf Maserati. Schon in der ersten Runde gab Gaupillat auf Bugatti das Rennen auf. Lehoux fiel gleich zu Anfang wegen eines Defektes an seiner Maschine etwas zurück, auch er musste das Rennen allzu früh beenden. In den nächsten Runden wurde der Kampf aller Fahrer gegen Nuvolari immer erbitterter. Die Distanz zwischen Nuvolari und seinem nächsten Verfolger Campari beschränkte sich auf wenige hundert Meter. Chiron arbeitete sich sehr gut nach vorne und schien alle Aussichten auf einen schönen Erfolg zu haben. Campari, um den es im internationalen Sport so lange stille geblieben war, bewies seine alte Glanzform von neuem und stellte in der vierten Runde einen neuen Rundenrekord auf. Nach vier Runden lag Nuvolari mit 22 Min. 6 Sek. noch immer an der Spitze, von Campari mit einem Abstand von nur 6 Sek. gefolgt Die nächstfolgenden zwei Runden brachten die grössten Ueberraschungen des Grossen Preises von Frankreich. Plötzlich, nach der sechsten Runde, sah man Nuvolari bei seiner Boxe anlegen. Ob er einen Pneu wechseln wollte? Doch merkwürdig, der Italiener bestieg seinen Wagen nicht mehr, und bald darauf erfuhr das Publikum zu seiner masslosen Enttäuschung, dass Nuvolari sein Rennen aufgeben musste. Ein Bruch der Hinterachsbrücke hatte ihn leider aus dem Felde geworfen. Das Rennen musste durch Nuvolaris Auf- Wir widmen uns ausschllessllch diesem erstklassigen, englischen Qualitäts-Wagen, dessen verblüffende Leistungsfähigkeit und entzückende Ausführung ein hohes Ansehen errungen haben. Seine Wirtschaftlichkeit entspricht der heutigen Spar-Tendenz. Ihn zu fahren ist ein Erlebnis, ihn zu besitzen eine Erfüllung. Nach dem Montreux-Caux-Rennen. Ob e n: Rene" Mettraux holte sich auf Ford die beste Touxenwagenzeit, Rechts oben: Hans Stuber hat auf Bugatti mit gewohntem, meisterhaftem Stil den absoluten Strekkenrekord aufgestellt Rechts; Alois Muff (Bugatti) erzielte am Sonntag die zweitbeste Tageszeit (Weitere Aufnahmen folgen in der nächsten Nummer.) gäbe nun völlig andere Form annehmen. Doch es war noch' nicht genug an Ausfällen; sie häuften sich in den nächsten Runden-in geradezu beängstigender Weise. Schon tippte man mit Frohlocken auf die nun grösser gewordenen Chancen von Chiron, als die Lautsprecher längs der Strecke auch den Ausfall von Chiron verkündeten. Das gleiche Unglück wie Nuvolari hatte auch ihn erreicht: Bruch der Hinterachsbrücke. Baron von Waldhausen musste kurz danach ebenfalls aufgeben, ihm folgte Bussienne nach, und kurz nachher musste auch Graf Gzaikowsky umstecken! Nach hundert Kilometern lag Campari mit dem glänzenden Stundendurchschnitt von 136,4 km an der Spitze, gefolgt von Taruffi und Etancelin. Das Rennen verlor nun rasch an Spannung und wurde ziemlich monoton. Campari hielt auch weiterhin die Spitze vor Taruffi und Etancelin. Erst nach zwei- RENNERFOLGE 1933: Mille Miglia U und 2. der Kateg. bis 1100 ccm, neuer Rekord, Mannschaftspreis. (Durchschnitt Brescia-Siena 141 St-Km.) Brooklands International Trophy 2., 3. u. 4., Sieger der Kateg. bis 1100 ccm. Avus-Rennen 1. der Kategorie 800 ccm, 5. im Gesamt« klassement. Effel-Rennen (NQrburg-Ring) 1. der Kategorie 800 ccm. General-Vertretung des MG : SPORTCAR A.-G., ZÜRICH Löwenstrasse 11 Telephon 39.282 SERVICE-GARAGE: Badenerstr. 80, Zürich-Altstetten, Tel.55.380 hundert Kilometern kam wiedeT neues Leben in das Feld der übriggebliebenen Fahrer. Campari musste bei der Boxe anhalten und die Spitze an den gefürchteten Etancelin abgeben. Doch dieser wurde bald von dem Italiener Taruffi überholt, der mit einem Vorsprung von einer Sekunde die Führung übernahm. Campari schlug sich ausserordentlich gut und war bald nach seinem Halt wieder an zweiter Stelle. Taruffi und Etancelin mussten nun beide ebenfalls kurz anhalten, so dass Campari den ersten Platz wieder einnehmen konnte. Nuvolari bestieg den Wagen seines Stallgenossen und griff erneut in den Kampf ein. Felix auf Alfa Romeo und "Lord Howe mussten nach der ersten Hälfte des Rennens auch aufgeben, der letztere wegen einer leichten Verletzung der Augen durch splitternde Steine. Das Massaker der Wagen war immer noch nicht beendet: Bald nachher schieden auch noch Zanelli auf Alfa Romeo und Zehender auf Maserati aus. Nach 250 km führte Campari mit dem Stundendurchschnitt von 135,9 km/St. Nuvolari vertrug sich mit dem Wagen von Taruffi nicht sehr gut, und konnte nicht mehr an der Spitze mitkämpfen. Nach 300 km hielt der Italiener wieder eirs lange Zeit bei der Boxe, und gab nun auch mit dem Ersatzwagen definitiv auf. Von 19 gestarteten Konkurrenten blieben somit nach drei Fünfteln des Rennens noch sieben übrig. Dieser letzte Teil des Rennens brachte dem Publikum noch einen grossartigen Kampf zwischen Campari und Etancelin. Der Italiener musste ein Rad wechseln, und damit Etancelin die Führung überlassen. Doch kurz nachher setzte er seine Fahrt wieder fort und griff den Franzosen mit schärfstem Elan an. Etancelin führte eine Zeitlang mit grossem Vorsprung, die Massen schrien und jubelten, ein Sieg des Franzosen stand zu erwarten. Doch Campari arbeitete sich mit furchtbarer Gewalt nach vorn und verringerte mit jeder Runde den Abstand. 100 km vor dem Ziel hatte Etancelin noch 25 Sek. Vorsprun® vor Campari, in der 39. Runde, in der ein schwacher Regen einsetzte, lag Campari noch mit wenigen Sek. Verspätung hinter Etancelin. Ueber die letzten 25 km des Rennens musste sich dieser nervenaufreibende Zweikampf entscheiden. In den End-Runden steigerte Campari seine Schnelligkeit immer mehr und ausgerechnet in der letzten Runde raste der Italiener an dem durch Pneudefekt benachteiligten Etancelin vorbei. So entschied sich im letzten Augenblick das Rennen für den Italiener, der damit Maserati einen grossen Sieg errungen hat. Der Schweizer Villars hatte während des ganzen Kampfes zähe durchgehalten und konnte als Sechster durchs Ziel gehen — bei einem solchen Rennen eine Ehre! Gegen Campari wurde bei den Sportkommissären noch eine Reklamation eingebracht, weil er bei einem Zwischenhalt seine Maschine von zwei Mechanikern an die Boxe stossen Hess. Die Kommissäre beschlossen, Campari den ersten Platz zu belassen und ihn lediglich mit einer grösseren Geldbusse zu bestrafen, bo. Die Resultate: 1. Campari auf Maserati. 3:48:45,4 (Stundenmittel 131,413 km/St). 2. Etancelin auf Alfa Romeo, 3:49:37,4 (Stunden« mittel 130,648 km/St). 3. Eyston auf Alfa Romeo, 1 Runde. 4. Sommer auf Alfa Romeo, 1 Runde. 5. Moli auf Alfa Romeo, 2 Runden. 6. Villars auf Alfa Romeo, 6 Runden.