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E_1935_Zeitung_Nr.068

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AUTÖMOBIL-REVUE Tstä

AUTÖMOBIL-REVUE Tstä — N° 68 NEUE RENNWAGEN- FORMEN Oben: Eine VoTderansicht des Miller-Ford- Rennwagens, aus welcher dessen ungewöhnlich niedriger Aufbau und der aerodynamisch günstig verkleidete Vorderradantrieb deutlich ersichtlich sind. Bild oben: Der Grosse Preis von Nizza. Nuvolari und Chiron führen hier mit beträchtlichem Vorsprung das Feld an. Sie gingen auch als die beiden ersten durchs Ziel. Die Aufnahme zeigt den prächtigen Rahmen, in welchem sich dieses originelle Rundrennen abspielte. Links nebenstehend: Die neue Miller-Ford-Maschine von oben gesehen. Man beachte die schnittige Ausführung der zweiplätzigen Karosserie. Im übrigen verweisen wir auf den Artikel auf Seite 9. «Vater und Sohn». Papi ermahnt den Bernd, in Bern ja vorsichtig zu fahren, worauf der Junior nur keck lächelt und sich denken mag, dass es schliesslich an der Coppa Acerbo und anderswo auch zur vollen Zufriedenheit vom wird am nächsten Sonntag als einzige Dame auch Mrs. Stewart mit ihrem Derby-Achtzylinder-Kompressor starten, mit dem sie kürzlich, schon auf der Rennbahn von Brooklands neue Rekorde aufgestellt hat. Die Rennstrecke vom kommenden Samstag-Sonntag. Die Rundstrecke führt durch den «Bremer», dem grössten bernischen Stadtwald. Das Bild links zeigt das Strassenstück, das am Jordenweiher vorbei zur Eymatt hinunter führt. Rechts: Einer der interessantesten Punkte der Rennstrecke: die Eymattkurve. Im Mittelgrund die stillen Wasser des Wohlensees, rechts überspannt von der Wohlenbrücke und im Hintergrund ein typischer Querschnitt aus dem Landsohaftsbild des Berner Mittellandes.

N0 67 II. Blatt BERN, 23. Aug. 1935 Tedin. Rundsdhau Der Trossi-Sternmotor-Wagen läuft! Unter grösstem Interesse der anwesenden Fachleute wurde am letzten Mittwoch der neue Rennwagen von Graf Trossi, über dessen konstruktive Einzelheiten man bis zum letzten Moment nie etwas Näheres erfahren konnte, — selbst ob Alfa Romeo daran beteiligt sei, war nie genau bekannt — auf der Rennbahn von Monza praktisch erprobt. Gleich auf dieser seiner «Jungfernfahrt» erreichte der Wagen eine Geschwindigkeit von annähernd 245 km, obschon der Motor erst am Morgen zusammengesetzt worden und deshalb noch gar nicht eingelaufen war. Ist der Wagen einmal in Form, so hofft Trossi damit mindestens 300 km/St, erreichen zu können. Als hauptverantwortlicher Konstrukteur wird Ingenieur Monaco bezeichnet. Drei andere Piemonteser sollen die Ausführung und die Finanzierung übernommen haben. Wie Graf Trossi selbst erklärte, wollte man mit der neuen Rennmaschine hauptsächlich den Auto-Union-Rennwagen, die als weiteist entwickelte Konstruktionen betrachtet werden, einen ebenbürtigen Gegner entgegenstellen. Mit seinem Fachwerk—Stahlrohrrahmen und den rasch abnehmbaren Leichtmetallverschalungen sowie durch die angewandte Motorbauform ist das Fahrzeug in bezug auf die Motorleistung äusserst leicht. Der Motor selbst ist als sechzehnzylindriger Doppelstern ausgebildet und hat Luftkühlung. Sein Einbau zu vorderst im Wagen geht aus der beistehenden Abbildung hervor. Die Tourenzahl beträgt bis 6000 pro Minute. Die Kraftübertragung geschieht auf die Vorderräder, die durch übereinanderliegende Qtierlenker parallelogrammartig geführt sind. -s. Miller-Rennwagen mit Fordmotor. Etwa zehn interessante neue Rennwagen, alle vom gleichen Typ, hat der bekannte amerikanische Rennwagenkonstrukteur Harry A. Miller gegenwärtig für das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis im Bau. Diese Wagen bestehen zum grossen Teil aus Ford-Bestandteilen, wie sie auch einen Ford-Achtzylindermotor als Kraftquelle besitzen, haben aber Eine der ersten Aufnahmen des Sternmotor-Rennwagens von Trossi. der am letzten Mittwoch zum ersten Male auf der Monza-Bahn Probe gefahren wurde. Miller-Vorderradantrieb. Schon äusserlich zeichnen sie sich durch einen ungewöhnlich niedrigen, schlanken Aufbau aus. Der Fahrer sitzt nur 30 cm über dem Boden, so dass er diesen bequem mit der Hand berühren kann. Obschon die Räder nicht in die Karosserie einbezogen sind, dürfte durch die sorgfältige Ausbildung und Verschalung ihrer Führungsorgane und den schmalen Karosseriequerschnitt der Luftwiderstand des Fahrzeuges verhältnismässig gering sein. Der Ford-V-Achtzylindermotor war schon durch seine Kompaktheit von Anfang an für einen Rennwagen geeignet. Durch verhältnismässig kleine Abänderungen, so die Erhöhung des Kompressionsverhältnisses auf 9,8:1, den Ersatz aller Lagermetalle, das Polieren der Ein- und Auslasskanäle, den Ersatz der Batteriezündung durch Magnetzündung und die Anordnung von vier Stromberg-Vergasern, konnte er auf genügend hohe Leistung gebracht werden. An Stelle der üblichen Kupfer-Asbest-Packung zwischen Zylinderkopf und Zylinderblock dient ein sechsteiliges Paket ganz dünner Aluminium- und Kupferbleche. In das Schmiersystem wurde ein Oelkühler eingeschaltet, der unter der vergrösserten Oelwanne Platz > \-s> i '"••-.-*«• J gefunden hat. Eine spezielle, von- der Kurbelwelle aus angetriebene Wasserpumpe sorgt für beschleunigten Kühlwasserumlauf. Jedes Zündkabel verläuft in einer eigenen Metallhülle, so dass Interferenzen durch Induktionswirkung ausgeschlossen sind. Zwei von den vier Vergasern treten erst bei Fahrgeschwindigkeiten über etwa 170 km/St, in Funktion. Normale Ford-Bestandteile stellen dagegen der Achtzylinderblock, die geschlossene Kurbelwelle, die Pleuelstangen, Ventile, Ventilstössel, Ventilführungen und Zylinderköpfe dar. Der ganze Motor sitzt umgekehrt im Rahmen, so dass seine Kupplung, die durch Verdoppelung der Federn der höheren Leistung angepasst wurde, nach vorn gerichtet ist. Der Kupplung wiederum vorgebaut ist das zweigängige Wechselgetriebe und der Winkelantrieb mit dem Differential. Die Zahnräder dieses Antriebsmechanismus sind standardmässige Fordprodukte. Die beiden Vorderräder werden durch zwei übereinanderliegende Blechbalken parallelogrammartig geführt. Die Federung arbeitet mit zwei häntereinanderliegenden Querfedern, die durch die Blechbalken wie durch eine Verschalung eingeschlossen sind. II. Blatt BERN, 23. Aug. 1935 Die Antriebswellen, abgeänderte Ford-Differentialwellen, sind sowohl am Getriebe wie an der Radseite mit Doppelgelenken angeschlossen. Das ganze Antriebsaggregat ohne die Räder wiegt nur 180 kg. Dasselbe Abfederungs- und Radführungssystem wie vom ist bei den Hinterrädern angewandt. Die Hinterräder sind auch unabhängig voneinander abgefedert; wobei, was für einen Bahn-Rennwagen als besonders vorteilhaft bezeichnet wird, durch die Vertikalbewegungen der Räder keine nennenswerten Spurveränderungen entstehen. Alle vier Räder sind mit standardmässigen Fordbremsen ausgerüstet. Der Brennstoffbehälter aus Leichtmetallblech hat Kugelform. Er fasst rund 70 Liter und ist auf drei Gummipolstern gelagert Der Brennstoff wird den Vergasern durch den mit einer Handpumpe erzeugten Luftdruck zugeführt. Die Karosserie ist zweiplätzig, für den Fahrer und einen Hilfsfahrer, mit gegeneinandergestaffelten Plätzen ausgeführt. Die Kühlerattrappe ist dem Modell der Ford- Standard-Wagen nachgebildet. Dem Umstand nach zu urteilen, dass der Geschwindigkeitsmesser des Wagens bis 180 Meilen anzeigt, dürfte die zu erwartende Geschwindigkeit mindestens etwa 250 km/St, betragen. -s. Achtwöchige Priifungsfahrt mit Ersatzbrennstoffen. Als Pendant zu der italienischfranzösischen Prüfungsfahrt für Ersatzbrennr Stoffe, die unlängst zu Ende ging, führt die deutsche N.S.K.K. gegenwärtig einen Wettbewerb durch, bei dem 43 Lastwagen 8 Wochen lang mit heimischen Betriebsstoffen erprobt werden. Die Prüfung hat am letzten Montag auf der Berliner 'Avus begonnen. Sie wird bis am 12. Oktober dauern und sich über eine Gesamtdistanz von 20,000 km erstrecken. Bis Ende des Monats kreisen die Wagen auf der Avus und führen Fahrten durch Berlin durch. Anschliessend werden sie bis zum 22. September auf dem Nürburgring geprüft. Durch Süddeutschland kehrt die Karawane dann nach Berlin zurück, wo sie am 30. September wieder eintreffen und bis zum 20. Oktober erneuten Proben auf der Avus unterworfen wird. Als Brennstoffe sind Holz, Holzkohle, TorfkokSj Braunkohlen- CIA „Der Wagen der Kenner " y.v,v~; • ••ViVi ••,-•• •^.•.•.•.•.•.•.•.•.•.•.•.•.•>:y.y *,v ••••;; M M M5TV*. r^t"!"?T Unabhängige Räder Automatische Chassisschmierung 4 Geschwindigkeiten, wovon 2 geräuschlos hydraulische Bremsen 7 HP 10 HP 4 Zylinder Die vollständigste Reihenfolge der Luxuswagen von Fr. 6900. an Schnelligkeit - Komfort - StraSSenhalÜmg 15 HP 20 HP 8 Zylinder Verlangen Sie Kataloge — Probefahrten — Auskünfte bei den Vertretern: Basel: FREDY BLATTLER, Albananlage 24 Bern: AUTOMO A.-G., Länggaßstrasse 21 Zürich: BAUMBERGER & FORSTER A.-G., Capitol-Garage Lausanne: M. SCHWEIZER, 6, Caroline Generalvertreter! American-Garage W. RAMSEIER, Genf