Aufrufe
vor 10 Monaten

E_1948_Zeitung_Nr.053

E_1948_Zeitung_Nr.053

AUTOMOBIL REVUE

AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 15. DEZEMBER 1918 - \r. 33 Unbeschadet der keinem Zweifel unterliegenden Eigenschaft und Eignung der Eisenbahn als Massentransportmittel von gfösster Leistungsfähigkeit für den Personen- wie für den Güterverkehr ist seit dem Erscheinen des' Motorfahrzeugs eine neue Grenzziehung zwischen den gewissermassen naturgegebenen Aufgabenbereichen von « Schiene » und « Strasse » nötig geworden und in Gang gekommen. Im Hinblick auf den öffentlichen Nahverkehr spielte sich diese neue Ausmarchung während Verhältnismassig langer Zeit zur Hauptsache zwischen Strassenbahn und Autobus ab, wobei die weitaus geringere Leistungsfähigkeit des letzteren nach Transportkapazität und erreichbarer Reisegeschwindigkeit dem schienenfreien Verkehrsmittel nur verhältnismässig bescheidene Anwendungsgebiete zu beanspruchen erlaubte. Mittlerweile ist neben den Benzin- oder Diesel-Autobus jedoch der Trolleybus getreten, und in diesem steht der Strassenbahn nur ein Partner im Kampf um das Verkehrsaufkommen gegenüber, der es mit dem schienengebundenen Verkehrsmittel weitgehend aufnehmen kann. Zwar ist es zwecklos, die Augen vor der Tatsache verschliessen zu wollen, dass der Trolleybus sogar samt einem Anhänger das Fassungsvermögen eines modernen Zwei- oder gar Dreiwagenzuges der Strassenbahn nicht erreicht; diesem Minus steht jedoch nicht nur das Plus grösserer Anfahrbeschleunigungen und namentlich höherer Bi-emsverzögerungen gegenüber, sondern vor allem der gewaltige Vorteil, dass sich der Trolleybus in den allgemeinen Verkehrsfluss einfügt und damit seinen Weg auch in Strassen findet, die dem Tram verschlossen sind. Diese Gegenüberstellung der grundsätzlichen Vor- und Nachteile der beiden Nahverkehrsmittel und eine entsprechende theoretisch-abstrakte Absteckung ihrer Verkehrsaufgaben hindert freilich nicht, dass die praktische Entscheidung zugunsten des einen oder anderen Vehikels im Einzelfalle mannigfache Probleme aufwirft. Bei der Wahl zwischen Strassenbahn und Trolleybus kommt es einmal sehr darauf an, ob es sich um Ausbau oder Modernisierung bereits bestehender Verkehrslinien oder aber um die Schaffung gänzlich neuer Verbindungen handelt. Massgebend ist im ersteren Falle dann weiter der Erhaltungszustand der schon bestehenden festen Anlagen und des bereits vorhandenen Rollmaterials, während im zweiten Falle sehr viel Gewicht auf die Frage zu legen ist, ob sich ein Trolleybusbetrieb günstig in das weiter zu betreibende Stämmnetz an Strassenbahnlinien einfügen lässt. Es ist nicht unbegreiflich, dass gerade in den letzten Jahren in mancher Schweizer Stadt heftig um Fragen dieser Art gerungen wurde, die Fronten oft jahrelang unentschieden hin- und herwogten, gelegentlich ausgesprochene Fehlentscheidungen getroffen und dann durch kaum weniger fragwürdige Gegenentscheide mehr oder minder wirksam gutgemacht wurden — und was derlei Erscheinungen einer eigentlichen Uebergangs- und Kampfzeit zwischen verschiedenen technischen und verkehrspolitischen Prinzipien mehr sind. Immerhin hat Lausanne mit der seinerzeitigen weitgehenden Umstellung seines Verkehrsnetzes auf den Trolleybus zahlreichen anderen Städten und Landesgegenden der Schweiz den Anstoss zu reiflichen Ueberlegungen dieser Art geliefert. Ueberall sind in den letzten zehn Jahren einzelne Trolleybuslinien entstanden, die sich in der Verkehrsbedienung ausgezeichnet bewähren, und in einer ganzen Reihe weiterer Städte steht gerade jetzt die' Frage neuer schienenfreier Verkehrsdienste mit Hilfe des nur an eine Oberleitung gebundenen Elektrobus zur Diskussion. Allen seinen Schwestern unter den Schweizer Städten aber ist nunmehr B i e 1 im radikalen Uebergang auf schienenfreien Nahverkehr vorangegangen. Zwar bedienten die dortigen Verkehrsbetriebe schon seit einigen Jahren die Linie nach Mett mit dem Oberleitungs-Omnibus. Im Laufe des vergangenen Sommers kam dann die Linie nach Nidau hinzu, und jetzt, vom Mittwoch auf den Donnerstag der letzten Woche, ist die Metropole des Berner Seelandes zur ersten völlig tramfreien Mittelstadt des Landes geworden. Am Mittwochabend waren noch die Tramwagen nach Bözingen hinausgefahren; in der Nacht darauf war vom Bahnhofplatz bis zum eben genannten Vorort die alte Fahrleitung abgebrochen worden, und als die arbeitsamen Bieler am nächsten Morgen in ihre Büros und Werkstätten eilten, fanden sie an sämtlichen Haltestellen nur noch Trolleybusse vor, die fast lautlos an den Trottoirrand heranrollten und nach kurzem Halt in fast stürmischer Beschleunigung mit ihren Fahrgästen von dannen fuhren. Aber nicht nur sämtliche bisherigen Strassenbahnlinien waren damit auf den schienenfreien Betrieb unter dem Doppelfahrdraht übergegangen; auch die bisherige Autobuslinie nach Madretsch war mittlerweile mit der zweidrähtigen Kontaktleitung ausgerüstet worden und führte ihre Kundsame mit der Geräuschlosigkeit Und Rasehheit des Trollevbus an ihre Fahrziel? Am Freit" s, den 10 Dezember, wurden dio auf diese W»ise durchPPVIPT»^ »"odem'siVrter Verkehrsbetriebe P'"ls offiziell ihrer Bestimmung überleben. Die bescheidnen Fpi»>riichkeiten zu diesem Aniass boten den Ver+rpt»rn der Behörden wie der Direktion der BVB Gelegenheit zu Rückblirken über Hie bisherige Entwicklung dieses seit einer Reihe von Jahren durch Direktor Manta vorzüglich geleiteten kommunalen Unternehmens, war doch Tramfreies Biel Umstellung der Verkehrsbetriebe auf den TroIleybusYerkehr Biel, als es 1876 seine Pferdebahn eröffnete, eine der ersten Schweizer Städte, die jenen Vorläufer der nachmaligen elektrischen Strassenbahn einführten und damit zu den Pionieren modernen öffentlichen Nahverkehrs gehörten. Es unterliegt keinem Zweifel, dass Biel mit der Umstellung zum Trolleybus das für seine Verhältnisse Richtige getan hat. Noch ist mit 17 vorhandenen Fahrzeugen die Betriebsreserve recht klein, da sie in den Hauptverkehrsstunden nur zwei Wagen beträgt; bald werden aber auch die letzten vier Wagen abgeliefert sein, und dann verfügten die BVB mit einem Fahrpark von 21 Trolleybussen und etlichen Autobussen über einen Fahrpark, der selbst bei weiterer gesunder j Die technischen Daten dieser auch äusserlich ansprechenden und mit vielen Detailverfeinerungen versehenen Wagen sind folgende: Länge 980 cm, Breite 240 cm, Höhe ca. 300 cm, Höhe des Fussbodens über der Fahrban 70 cm, Radstand 475 cm, Ballonbereifung 9.75-20. Die Konstruktion des Fahrgestells entspricht weitgehend der schweizerischen Methode im Personentransportwagenbau. Der Tiefrahmen setzt sich aus gewalzten Stahlprofilen zusammen, die elektrisch geschweisst sind die gepressten Stahlblechtraversen sind teils vernietet, teils elektrisch geschweisst Der Fussboden verläuft eben. Die selbsthemmende Schneckenlenkung ist 1 :28 untersetzt. Für die Verzögerung dienen eine elektrische Betriebsbremse, eine fussbetätigte Druckluftbremse sowie eine Handbremse. Mit einem Lenkradius von ca. 7,6 m verhält sich das 28 (sitzend) und 32 (stehend) Personen aufnehmende Fahrzeug in den engen Strassen Biels sehr wendig. Die Betriebsspannung beträgt 550 V, die Spannung für den Steuerstrom, die Beleuchtung Einer der neuen Bieler Trolleybusse, ein von den Firmen Berns, Brown Boven und Hess gemeinsam gebauter Fahrzeugtyp mit total 100 Personen Transportkapazität. Entwicklung der Stadt deren Verkehrsbedürfnisse auf eine Reihe von Jahren zu befriedigen vermag. Der technische Aufbau. Die neuen Bieler Trolleybusse, die den im Jahr 1946 gelieferten Fahrzeugen entsprechen, sind typische Vertreter der schweizerischen Bauweise dieser Verkehrsmittel, wo spezialisierte Firmen der Fahrzeug- und der Elektromaschinenindustrie jeweils zusammenarbeiten. Das Fahrgestell mit dem mechanischen Teil wurde von Berna (Ölten) gebaut, die elektrische Ausrüstung lieferte Brown Boveri (Baden), während als Karosserie eine Leichtmetallkonstruktion von Hess (Solothurn) gewählt wurde* C. Was Stop-Strassen sind, wissen unsere Leser u. a. aus den gründlichen Ausführungen von Herrn Joho in der letzten Ausgabe der «AR». Nordamerika kennt diese einfache, •wirkungsvolle Sicherheitsmassnahme schon seit über zwanzig Jahren; der Schreibende konnte sie dort in ihrer heilsamen Wirkung schon vor 21 Jahren beobachten. Nach Luzern, das sich in löblicher Frische über die von der eidgenössischen Polizeiabteilung angedrohten « Schritte » hinwegsetzte, hat nun auch Basel vorerst zwei Stop-Strassen eingeführt, um so mehr, als es heute von Bern her bereits anders tönt; heute werden Versuche damit geradezu angeregt. Folgendermassen lässt sich Basels Polizei offiziell vernehmen:' Verkehrspolizeiliche Bekanntmachung Zum Sammeln von Erfahrungen werden mit sofortiger Wirkung an den Strassenkreuzungen Allmendstrasse/Riehenstrassa und Eulerstrasse/Schützenmattstrasse versuchsweise Stop-Strassen eingeführt. und weitere zusätzliche Aggregate, die von einer Kadmium-Nickel-Batterie geliefert wird, 24 V. Mit einer Gesamtleistung des Antriebsmotors von 85 PS kann das total 7,5 Tonnen wiegende Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreichen; den betriebsmässig wesentlichen Vorteil der raschen, stufenlosen Beschleunigung zeigt die Zahl von 1,9 m/sec 2 , die einer Beschleunigung von 0 auf 34 km/h innerhalb 5 Sekunden entspricht, also von manchem Personenwagen nicht erreicht wird. Mit der Gesamtkapazität von 100 Personen und der hohen Fahrleistung steht damit eine Transportreserve auch für Spitzen zur Verfügung. Einige weitere interessante technische Merfc- Vernunft geht vor Gesetz in Basel Zur Einführung von Stop-Strassen Die Stop-Strasse ist eins Sicherheitsmassnahme, die den aus der verkehrsarmeren Seitenstrasse in die nauptverkehrsstrasse ausfahrenden Fahrzeugführer zu einem kurzen Sicherheitshait vor der Stop-Linie veranlasst, damit er sich vergewissere, ob er die Hauptverkehrsstrosse ohne Gefährdung überqueren oder in diese einbiegen könne. Damit wird das innerorts geltende Vortriftsrecht von rechts nicht aufgehoben, sondern einem Vortrittsberechtigten lediglich die Pflicht auferlegt, unter Einhaltung eines kurzen Zwischenhaltes mit besonderer Vorsicht und unter Rücksichtnahme auf den Querverkehr in die Hauptverkehrsstrasse auszufahren. Die Stop-Strasse ist durch ein Signal Nr. 17 (Höchstgeschwindigkeit! gekennzeichnet. An Stelle der Ziffern* massig festgelegten Angabe der Höchstgeschwindigkeit ist das Wort « Stop » sichtbar. Zudem ist auf der Fahrbahn Das Stop»Signol an der Strossenkreuzung Allmendstrasse/Kiehensrrasse. Photo Bertolt In weisser Farbe eine Stop-Unie in Form eines Stopsackes aufgemalt. Dieser Stop-Sack ist nochmatt durch dos Wort « Stop » gekennzeichnet. Die Fahrzeugführer werden ersucht, steh an das Stopgebot zu halten und damit an der Verhütung von Verkehrsunfällen mitzuhelfen. Basel, den 7. Dezember 1948. Poiizeideoartemant Anlässlich einer Orientierung der Presse und der am Verkehr interessierten Verbände vernahm man von Polizeihauptmann Ramseyer hiezu ausserdem, es seien bereits weitere drei Kreuzungen für die von Automobilistenseite längst male sind die weitgehend progressive, auf Belastungsänderungen nicht stark ansprechende Federung (Halbelliptikfedern auf Abwälzlagern), Klimaanlage mit Frischluftzufuhr und Zirkulationsluftbeheizung, Druckknopfbedienung für die Stopsignale, abgegrenzter Führersitz, pedalbetätigter Fahrschalter etc. Die Innenausrüstung der Fahrzeuge ist sehr gediegen. Demonstrationsfahrten. Eine Rundfahrt der Teilnehmer an den erwähnten Feierlichkeiten liess zwei Dinge sehr deutlich erkennen. Das eine ist die auch für den Eingeweihten immer wieder erstaunliche Reisegeschwindigkeit des Trolleybus mit seiner günstigen Anfahr- und Bremscharakteristik, die selbst bei der unglaublich engen Haltestellenfolge Biels ausserordentlich hoch liegt und bezeichnenderweise erlaubt,

Nr. 53 - MTTT1FOCH, 18. DEZEMBER 194« AUTOMOBIL REVUE Aus der Montage Suisse der General Motors Biel. • p Mi « MJjm|V . oBofftl U il J int^f 'J^MBP"^MCV. j^jyy^Q^ ^j^^^^^^j^mj Ein sportlicher Gebrauchswagen Di« IHey-Wajen sind vor altem für jene Automobilisten bestimmt, die auch für ihr« Alltagsfahrten auf di« sportlich« Note Anspruch «rh«b«n. Der Motor mit d«m kugelförmigen Verbrennungsraum, den schrägstehenden Ventilen und den zwei Nockenwellen, das strassensichere Chassis mit dem Synchronisierten Vierganggetriebe und der unabhängigen vorderen Torsionsfederung und die nach bester kontinentaler Tradition gewählte bequeme Karosserie geben dem Wagen eine Leistung, eine Strassensicherheit und einen Komfort, die schlechthin vorbildlich sind. Die Riley-Wagen sind nun mit I^-Liter-Motor von 55 Brems-PS und mit 2H-Liter-Motor von 100 Brems- PS sofort ab Lager lieferbar. Hier die neuesten Aufnahmen aus der Montage-Fabrik der General Motors Suisse S.A. in Biel. Möchten Sie nicht einmal persönlich diesen interessanten Betrieb besichtigen? Kommen Sie bitte! Die Bilder und Köpfe charakterisieren die Gewissenhaftigkeit, die Präzision, ja sogar die Liebe mit der jeder Handgriff von schweizerischen Arbeitern ausgeführt wird. Wir laden Sie freundlich ein, persönlich ein* mal in unseren Montagehallen dem laufen* den Band zu folgen, das täglich 10-12 Automobile erstehen lüsst Sie werden dann begreifen, warum die Zuverlässigkeit und die Qualitätsarbelt der General Motors-Automobile überall so gerühmt werden und warum die Schweizer Automobilisten diese aus den Bieler Werken stammenden Marken bevorzugen. mwmmm Generalvertretung für die Schweiz J. & E. Waeny, Grand Garage, Wabem-Bern Telephon 5 26 22 Aorooo und unterer Teil Solothurm Paul Kaufmann, Schönenwerd. Amriswil: A. Roth & Söhne. Basel: Henri Hurter Schanzenstr. 13. Biel: E. Rieder, Ob. Quai 32. La Chaux-de-Fonds: Paul Ruckstuhl 21a, rue Leopold-Robert. Flawil: Garage Steinemann. Geneve: Mantchoisy 5. A., 68^70, rue Montchoisy. Schaff hausen: W. Fischer, Spitalsträsse 5. St. Gallen: Franz Klaiber, Stern. ackarstr. I. Solorhurn. Fritz Weber, Bahnhofplatz. Tessin: P Mazzucfielli, tueänb. Thom W. de Berti, KaSernenstrasse 1. Waädt o«d Wollis: Majestie S.A., ,4$, ovenue de Morges. Yverdon: Gribi & Leuba. Züriehi J. H. Keller AG., Bonnhofstr. 1. Für Dodge-Wagen nur MoPftR-Teile Es lohnt sich! MOPAH-teile werden unter der Kontrolle der Chrysler.Corporaf.on hergestellt. Sie sind au vollkommene Qualität und Genauigkeit hin geprüft und darum das Vorteilhafteste für Ihren Dodge-Wagen Wir hoben «in grosses Ersatzteillag«!-, können praktisch jeden Teil auf den «rsten Anruf hin sofort ausliefern und ersparen dadurch dem Besitzer wie den Garagisten Zeit und Mühe MONTAGE SUISSE RFNFRAI WinTfiRS SIIISSF S A RIFNMF CADILLAC BUICK PONTIAC OLDSMOBILE CHEVROLET VAUXHALL OPEL BEDFORD OPEL-BLITZ Unser Personal und unsere Organisation sind derart, dass unser Kundendienst allgemein als erstklassig anerkannt wird t)od|e-G«noralvertr»tung für die Schweiz: FRATELLI AMBROSOLI, ZÜRICH 1 St.-Peter-Strasse 17/T«l»eker Telephon (051) - Pestfach 23 67 «2 Hauptpost