Aufrufe
vor 6 Monaten

E_1949_Zeitung_Nr.010

E_1949_Zeitung_Nr.010

AUTOMOBIL KEVUE

AUTOMOBIL KEVUE MITTWOCH, 9. MÄRZ 1949 - Nr. 1(] zeigt die modernsten englischen Personenwagen am Automobilsalon in Genf Stand Nr. 42-44 HILLMAN "—-er«-, i x Der geräumigste Wagen seiner Klasse (5 Plätze). Der ideale Mittelklasswagen für den Geschäftsmann, Vertreter, Gewerbetreibenden und für die Dame. Eine Spitzenleistung in bezug auf Linie, Komfort und Sicherheit. Der zuverlässige und unverwüstliche HILLMAN-Motor mit der praktischen Synchromatic-Steuerradschaltung (4 Vorwärtsgänge) hat sich in der Schweiz besonders gut bewährt. » Limousine de Laxe Fr. 8950.— Convertible-Cabriolet ca. Fr. 10 500.— Der vornehme und luxuriös ausgestattete Wagen für den Arzt, Direktor und Industriellen. Der HUMBER-Motor verbindet grösste Leistungsfähigkeit mit Wirtschaftlichkeit und eignet sich besonders gut für unser Gelände. Die HUMBER-Klasse umfasst den neuen HAWK 10/56 PS (6plä*tzige Limousine) ca. Fr. 14000.— Super Smpe ca. Fr. 20 750.— Pullmann-Limousine ca. Fr. 32 500.— \I\IIIUI Der Aristokrat unter den Sportwagen. 3facher Sieger der Internationalen Alpenrundfahrt. Der Wagen, der sportliche Fahreigenschaften (in 15 Sek. von 0 auf 80 km Geschwindigkeit) und grösste Sicherheit mit einer modernen, eleganten, nicht aber protzigen Linie vereinigt. Die bis ins letzte Detail ausgeklügelte Innenausstattung ist beste englische Qualitätsarbeit. Modell «80» 6/47 PS Sport-Limousine mit Schiebedach Fr. 14700.— « Convertible »-Sport-Cabriolet ca. Fr. 15 600.— Moden «90» 10/64 PS Sport-Limousine mit Schiebedach Fr. 16 700.— « Convertible »-Sport-Cabriolet ca. Fr. 17 600.— Verlangen Sie eine unverbindliche Probefahrt bei den nachstehenden Fabrikvertretungen oder deren Untervertretern: BASEL, Percy Wiedmer, Garage Moderne, Aeschengraben 13, Telephon (O61) 2 48 00 BERN, Gebr. Marti, Garage, Eigerplatz 2, Telephon (031) 51541 ZÜRICH, Automobilwerke Holka AG., Claridenstrasse19/Claridenhof, Telephon(051)272435 HILL M A N • H U M B E R • S U N B E A M • C O M M E R ' -

flr.lO — n. BLATT AUTOMOBIL REVUE BERN, 9. März 1949 Die < Rapides > de \a Cöle d'Azur dienen dem Bedarf des Sehnellverkehrs entlang der Küstenstrasse. Auch sie stationreren vor dem Autobahnhof. Im Hintergrund die Billettsehalter für die Departementslinien. Frankreich ist nicht nur das Land mit dem ausgedehntesten und immer noch relativ besten Strassennetz Kuropas, sondern auch der erste europäische Staat, der durch ein besonderes Gesetz die Grundlage zur Errichtung von Autobahnhöfen (Gares Routieres) geschaffen hat. Wir haben über einige dieser Autobahnhöfe bereits kurz vor Kriegsende in einem besonderen Artikel berichtet. Inzwischen aber hat sich der kollektive Autotourismus von'Jahr zu Jahr intensiviert, die Zahl der neuen und der alten, wieder in Dienst gestellten Autocars ist ständig gewachsen und damit auch die Notwendigkeit, die Gemeinschaftstransporte auf der Strasse organisatorisch, tarifmässig und technisch zu verbessern. Der Autocar-Dienst des Departements « Alpes Maritimes > und seiner Hauptstadt Nizza FRANKREICH Autobus-Zentrum Nizza (Spezial-Reportage unseres Pariser Korr.) kann in dieser Hinsicht als typisch und trotz einzelner Mängel wohl auch als vorbildlich gelten. Die besondere verkehrsgeographische Struktur dieses Gebirgsdepartements, durch das eine Reihe langer Transversal-Autostrassen parallel mit dem Mittelmeer verläuft und das eine Anzahl relativ grosser Städte, darunter Nizza, besitzt, hat es mit sich gebracht, dass sich der Strassen- und insbesondere der Autobusverkehr organisch entwickelte und beinahe automatisch nicht nur den Bahnverkehr, sondern (was vom touristischen Standpunkt aus besonders interessant erscheint) sogar die Benützung des Personenwagens etwas in den Hintergrund drängte. Wenn auch genaue Verkehrsstatistiken für das vergangene Jahr nicht vorliegen, so kann sich doch jeder Rivieragast persönlich davon überzeugen, dass sowohl der touristische- wie auch der durch die öffentliche Hand betriebene Autocarverkehr Ausmasse angenommen hat, die selbst im Vergleich zu Paris und ganz gewiss zu der Autobusfrequenz anderer französischer Departements bemerkenswert sind. Es gibt heute praktisch im Departement der « Alpes Maritimes» kaum mehr ein Dorf, das nicht durch Autobuslinien entweder mit der Departements-Hauptstadt, mit Cannes, mit Monaco oder mit irgendeiner andern, nächsten Bahnstation verbunden wäre. Verkehrspolitisch und insbesondere unter dem Gesichtswinkel der Koordination zwischen Schiene und Strasse aus betrachtet, verdient die Tatsache festgehalten zu werden, dass die französische nationale Eisenbahngesellschaft jeden unnützen Kampf, ja jeden unlukrativen Wettbewerb mit der Strasse zu vermeiden trachtet. Hierzu hat sie allerdings schon deshalb Grund genug, weil nur einige wenige Querverbindungen durch die Seealpen existieren und die vorhandenen Linien keineswegs genügen würden, um den regen. Pendelverkehr zwischen der Küste und dem Gebirge zu bewältigen. Aus der Not eine Tugend machend, hat die SNCF selbst eine Reihe von Auto-?'' bringerlinien, z. B. von Cannes nach Grasse, n sehr dichtem Betrieb eingerichtet und wendet dabei Tarife an, die keinerlei Konkurrenz für die privaten oder von den Departements in eigener Regie betriebenen Linien bedeuten. Das hervorstechendste'Merkmal der Toleranz der Schiene gegenüber der Strasse und der vorbildlichen Zusammenarbeit zwischen Bahn und Auto ist aber zweifellos darin zu erblicken, dass sämtliche Fremdenpläne der Riviera, von Cannes bis Menton an der italienischen Grenze durch einen Schnellverkehr der sogenannten « Rapides de la Cöte d'Azur > miteinander verbunden sind. Momentan, im Zeitalter der Benzinbeschränkung, funktionierte er in beiden Richtungen von 6 Uhr früh bis 20 Uhr abends viertelstündlich, vor dem Krieg aber folgten sich die hellgrauen Cars alle drei Minuten. , Autocar-Zentralbahnhof Nizza. Angesichts dieser Wandlung der Verkehrsstruktur erlangte naturgemäss der 1933 fertiggestellte Autobahnhof Nizza, im Zentrum der Stadt hinter der Place Massena gelegen, besondere Bedeutung. Sämtliche öffentlichen Autocarlinien, die von Nizza ausgehen oder die Stadt durchqueren, sind verpflichtet, vor dem Autobahnhof obligatorisch Halt zu machen. Lediglich die eigentlichen Touristencars, die durchwegs durch Reisenagenturen betrieben werden, berühren den Autobahnhof nicht. Zur Zeit strahlen täglich etwa 44 Kurse mit 290 an- und abfahrenden Einzelfahrzeugen von diesem Autobahnhof aus. Dazu kommen 19 weitere, nur einmal pro Woche betriebene Linien in die Umgegend. Da sich die Dimensionen der Cars moderner Bauart, namentlich deren Länge, wesentlich vergrössert hat, reicht die heutige Quailänge kaum mehr aus, um in den Stunden des Spitzenverkehrs eine reibungslose Abwicklung des Verkehrs zu gewährleisten. Die Raumnot, worunter diese Zentralstation leidet, wird deshalb besonders fühlbar, weil eine enorme Entwicklung des Güter- und Frachtstückverkehrs die verkehrswirtschaftliche Bedeutung derAutocarlinien seit dem Kriege noch weiter erhöht hat und weil die hierzu vorhandenen Umschlageinrichtungen weder räumlich noch technisch mehr genügen. Aus einem unserer Bilder geht hervor, auf welche Weise sich das Ein- und Ausladen der Gepäckstücke vom Dach des Autobahnhofs auf die Verdecke der Autocars abspielt. Im September 1947 bezifferte sich die Frachtmenge bereits auf 12 000 Einzelstücke mit 180 000 kg Gewicht. Im vergangenen Jahr hat sich die Beanspruchung des Autobahnhofs für die Beförderung von Frachtgütern von Monat zu Monat weiter gesteigert. Das gesamte Hinterland von Nizza erhält nicht nur täglich seine Lebensmittelsendungen (Fleisch, Obst, Gemüse, Konserven), sondern auch seinen Tabak und alle erdenklichen anderen Verbrauchs- und Gebrauehsgüter durch die Autocars zugeführt. Schon in allernächster Zeit wird nun eine Aufstockung des Bahnhofs erfolgen und ein Lagerraum geschaffen werden müssen, um der Raumnot zu begegnen. Massige Tarife. Die Vereinheitlichung der Autobustransporte im ganzen Departement erfolgte durch die zuständigen Behörden auf Grund von technischen .und .psychologischen Erfahrungen, die sich nun« ; mehr .""bereits' über 10 Jahre erstrecken. So werden ä die Transportbewilligyiigen< ; örst nach strenger Prüfung der persönlichen und beruflichen Eignung der Gesuchsteller erteilt. Die Aus- Der Frachtgutverkehr ist einer der Hauptzwecke des departementalen Autocarverkehrs. Die Gepäckstücke werde« vom Dach des Autobahnhofs aus auf die Verdecke der Fahrzeuge verladen. Ein Autocar der Linie Cannes—Nice vor dem Palasthotel Negresco out der c Promenade des Anglais > in Nizza. bildung der Chauffeure unterliegt einer sorgfältigen Ueberwachung durch die Prüfungskommissionen. Die Wagenführer stammen ausnahmlos aus dem Departement selbst; sie kennen ihre Routen in- und auswendig und sind sich der Verantwortung, die sie nicht nur gegenüber den Passagieren, sondern gegenüber dem gesamten Touristenverkehr der Cöte d'Azur tragen, voll bewusst Im Vergleich mit denen anderer Länder, ja selbst mit jenen der Pariser Autobus- und Autocarlinien, sind die Tarife als massig zu bezeichnen. So kostet eine Fahrt im « Rapides » von Cannes nach Nizza etwa 100 fFr., was also für diese Entfernung von ca. 30 km bei dem heutigen Parallelkurs etwa einem Schweizer Franken entspricht. Der Komfort der Cars wechselt natürlich je nach der Bauart. Wenn ein neues Fahrzeug heute 4 Mill. fFr. kostet, dann müsste eine solche Neuinvestierung amortisiert werden. Daher zeigt sich auch in Nizza bei einzelnen Privatunternehmen das verständliche Bestreben, möglichst viel Passagiere mitzunehmen, wobei zuweilen die Höchstbelastungsvorschriften übertreten werden. Im allgemeinen sorgt aber die Verkehrspolizei dafür, dass die Fahrzeuge nicht mehr Fahrgäste mitnehmen, als sie tatsächlich zu befördern vermögen. Die Zahl der Unfälle auf der Strasse selbst ist überraschend gering. Praktisch hat sich seit dem Krieg im ganzen Departement überhaupt kein nennenswerter Car-Unfall ereignet. Im übrigen gestatten die Aufsichtsbehörden die Anwendung von vier verschiedenen Tarifen für die Beförderung im Autocar, die nicht etwa nach der Entfernung, sondern nach der Schwierigkeit der Strecke gestaffelt sind. Es gibt einen Kilometertarif für die Ebene, einen zweiten für das Hügelgelände und einen dritten für den Gebirgsverkehr, für die eigentlichen « Routes de Haute Montagne », z. B. für die bekannte « Route Napoleon •, die von Nizza, bzw. Cannes über die Blumenstadt Grasse nach Grenoble führt... Im ganzen hinterlässt ein Besuch des Autobahnhofs Nizza und eine Untersuchung der verkehrspolitischen Möglichkeiten, die sich aus dem Autobusbetrieb im Departement der « Alpes Maritimes • ergeben, einen höchst günstigen und insofern optimistisch stimmenden Eindruck, als man hier wirklich von einem «Paradies der Autocars • reden kann. Unter den eingesessenen Geschäftsund Privatleuten wie den ausländischen Autogästen gibt es viele, die es vorziehen, ihre Privatwagen in der Garage stehen zu lassen und zum mindesten ihre geschäftlichen, manchmal aber auch ihre Vergnügungsausflüge in die Umgegend mit einem der vielen Autocars zu unternehmen, die in der hellen Frühlingssonne vor der « Auto-Gare de Nice » parken, i (Photos G. Lienhard.) Zum Bau einer Pipeline Le Havre-Paris Ein Gesetzesentwurf im französischen Parlament eingebracht. (Von unserem Pariser Korrespondenten) In der französischen Fachpresse war in den letzten Monaten verschiedentlich die Rede vom Bau einer Pipeline Le Havre—Paris und auch der französische Plan Monnet betont die Notwendigkeit der Herstellung einer solchen Rohrleitung. Nun haben diese ziemlich vagen Andeutungen zum erstenmal klar umrissene Gestalt angenommen: die Regierung hat der französischen Nationalversammlung vor einigen Tagen einen Gesetzesentwurf für die Erstellung dieser Pipeline zugehen lassen. In den Mptiven hiezu heisst es einleitend, dass die Gestehungskosten für den Erdöltransport vermittels einer Rohrleitung viel geringer seien als bei irgendeinem anderen Transportmittel. Die Konstruktion einer Pipeline zwischen der Seinemündung und.der Pariser -Region.werde den Transport von mindestens 1,5 Mill. t flüssiger Treibstoffe pro Jahr ermöglichen und somit 50 % des Vor dar c Auto-Gare de Nice » parken in der Frühlingssonne die Autebusse, . zur Abfahrt nach allen Himmelsrichhingen bereit.