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E_1949_Zeitung_Nr.011

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10 AUTOMOBIL REVUE

10 AUTOMOBIL REVUE MITTWOCH, 16. MÄRZ 1949 - Nr. 11 TENDENZEN UNTER DER LUPE Wie in den Vorjahren, so will die «AR» auch dieses Jahr ihren Lesern die Unterlagen für eine zahlenmässig richtige Beurteilung der technischen und allgemeinen Tendenzen vermitteln. Die nachstehenden Angaben, die sich an das bewährte Prinzip der beiden letzten Jahre anlehnt, die ausgestellten Objekte prozentual zu würdigen, ist vom Stab der «AR » zum voraus vorbereitet und kurz vor der Salon-Eröffnung an Ort und Stelle überprüft worden. Diese Rundgänge Hessen bereits erkennen, dass ein Hauptmerkmal des diesjährigen Salons der fast vollendete Uebergang zur Nachkriegsbauweise darstellt. Von den ausstellenden Marken bauen: Nur Nachkriegskonstruktionen Abgeänderte Vorkriegskonstrukt. Vorkriegskonstruktionen Nach- u. Vorkriegskonstruktionen 51 Marken 13 Marken 5 Marken 7 Marken Es hat also vier Jahre gedauert, bis der Schritt von der Festlegung neuer Programme bis zur Serienproduktion im grossen und ganzen beendet war. Vergleicht man die diesjährigen Objekte mit denjenigen von vor einem Jahr, so ergibt sich folgender Vergleich: Neue Modelle bei Gleiche Modelle bei Erstmals stellen aus Der Salon als Spiegelbild der Technik 29 Marken 37 Marken 10 Marken Rund die Hälfte der ausgestellten Wagen sind also als neue Typen zu bezeichnen, was auf die noch nicht ganz beendete Umstellung auf die Neukonstruktionen hinweist; denn an und für sich kann man es nicht als normal ansehen, dass die Autoindustrie alle zwei Jahre vollständige Neukonstruktionen zeigt. Wohl das deutlichste Signal des vollzogenen Uebergangs zum «Käufermarkt», also zum Ueberwiegen des Angebotes, stellt die Angabe der Lieferfristen dar. Es liefern: Sofort Innerhalb einiger Wochen Nicht Unser jährlicher Rundblick über die Personenwagen 63 Marken 8 Marken 5 Marken Damit ist nun endgültig der Vorkriegszustand erreicht, denn einige Produzenten konnten seit jeher erst auf Bestellung liefern, und auch die noch nicht in Fabrikation stehenden Prototypen sind an sämtlichen Autosalons eine bekannte, übrigens vom Standpunkt des technisch interessierten Besuchers aus sehr wertvolle Erscheinung. Nun noch einiges über die Preiskateg o - rien der ausgestellten Marken, deren 76 insgesamt 121 verschiedene Modelle bauen. Deren Katalogpreise verteilen sich wie folgt: 2 Modelle kosten 22 Modelle kosten 33 Modelle kosten 21 Modelle kosten 23 Modelle kosten 21 Modelle .kosten weniger als 5 000 Fr. 5 000 bis 10 000 Fr. 10 000 bis 15 000 Fr. 15 000 bis 20 000 Fr. 20 000 bis 30 000 Fr. mehr als 30 000 Fr. Im grossen und ganzen sind gegenüber letztem Jahr eher höhere Preise angegeben; durchs Band weg gilt dies für die amerikanischen Personenwagen, während bei den Europäern auch einige Preisreduktionen, besonders bei wenig abgeänderten Vorkriegskonstruktionen, festgestellt werden können. Die in der Schweiz populärsten Typen sind auf alle Fälle nicht wesentlich billiger geworden, und alle etwa auf Preisbaisse spekulierenden Käufer sehen sich in ihren Hoffnungen, vorläufig wenigstens noch, betrogen. Man kann sich darüber auch gar nicht wundern, denn angesichts der nicht übersetzten Gewinnmargen der Werke und ihrer enormen Kosten zeigen die Importpreise nach wie vor keinerlei Tendenz zum Sinken. Wie weit das Angebot in der Schweiz etwa einen Einfluss auf die Preisgestaltung ausüben kann, wird man in den kommenden Wochen sehen; Firmen, die eine seriöse Garantie- und Servicepolitik betreiben, müssen solche Kosten selbstverständlich angemessen auf ihren ganzen Umsatz verteilen, und es wäre, im grossen gesehen, zu bedauern, wenn etwa auf Kosten dieser Faktoren Preisreduktionen vorgenommen würden. Der « Durchschnittswagert » 1949. Schon letztes Jahr haben wir uns die Mühe genommen, den « durchschnittlichen » Wagen an Hand der statistischen Angaben zu bestimmen. Er hat sich gegenüber 1948 technisch nicht stark verändert; sein Hubvolumen ist etwas kleiner geworden und entspricht rund 11 Steuer-PS bei 65 Brems-PS; er hat nach wie vor 6 Zylinder, nun aber deutlicher als vor 12 Monaten hängende Ventile, vordere Einzelradaufhängung, vier Gänge, davon 3 synchronisiert, und kostet immer noch mehr als 15 000 Fr. Der «Salon-Durchschnittswagen » entspricht allerdings nicht dem mittleren Fahrzeug auf der Strasse, da an einer Ausstellung, die ja auch dem Auge etwas bieten will, die teuren und luxuriösen Fahrzeuge zahlenmässig eine stärkere Stellung einnehmen, als ihrer Verbreitung auf der Strasse entspricht Schlass Seite 13 Tafel 1 PERSONENWAGENMOTOREN 1949 In dieser Aufstellung sind alle Motorentypen der in Genf vertretenen Personenwagen berücksichtigt; ihre Zahl ist nicht mit derjenigen der gebauten Modelle identisch. 0— 500 cm 1 500—1000 cm* 1000—1500 cm» 1500—2000 cm» 2000—3000 cm 3 3000—5000 cm 1 über 5000 cm' 1 Zylinder 2 Zylinder 3 Zylinder 4 Zylinder 6 Zylinder 8 Zylinder 12 Zylinder Linie V Boxer Stern Stehende Ventile (SV) Hängende Ventile (OHV) Obenliegende Nockenwellen (OHC) Zwei Nockenwellen Gemischt (SV/OHV) Zweitakter Wasser Luft Tafel 2 England USA Frankreich Italien Uebrige Ganzzahl a) Hubvolumen: Grossbrit. USA Frankreich Italien Uebrige Total •/• _ — 2 — 1 3 3 2 1 3 3 1 10 9 10 — 2 6 4 22 81 10 — 2 1 1 14 IS 10 4 6 2 • 2 24 22 6 19 3 — — 28 26 1 5 — — — 6 6 3 • • 39 29 18 b) Zylinderzahl: — — 1 _ _ 2 22 2 152 16 11 c) Zylinderanordnung: 37 24 14 1 5 2 1 — 2 d) Ventilsteuerung: 6 23 2 19 5 11 8 1 1 3 — 4 3 — — 1 6 2 1 2 39 29 18 12 39 29 18 synehr. und Freilauf 1 Cotal Wilson etc. Total 19 21 54 58 16 17 1 1 1 il 8 9 60 64 9 10 9 10 93 100 Berücksichtigt sind die Getriebe, die von den ausstellenden Personenwagenfinnen verwendet werden. Gleiche Getriebe in mehreren T ypen wurden nur einmal berücksichtigt* 10 95 12 9 12 39 29 18 12 GETRIEBEBAU 1 — Betatirune 4 5 107 1 5 1 41 40 172 107 85 13 8 1 107 31 51 11 932 107 5 nicht Schnell-Schnellgang gang synchr. 28 5885 12 211 voll- u. halbautom. 100 37 16 2 100 80 12 7 1 100 39 29 18 12 9 107 100 23 17 12 8 29 48 10 832 e) Kühlung: 39 29 16 11 5 100 93 — — 2 1 4 7 7 * + »ynchr. 28 100 Total Ht AUTOMOBIL ERSTE SCHWEIZERISCHE iJEgEE AUTOMOBILE • « • • * • • • * s KARTEN UND FÜHRER, TECHNISCHE LITERATUR

Nr. 11 - MITTWOCH, 16. MÄRZ 1949 AUTOMOBIL REVUE 11 SALONNEÜHEITEN 1949 Ein neuer Solex-Vergaser Der Fallstromvergaser 32 PBI mit mechanischer Einspritzpumpe Von den französischen Solex-Werken, deren gung benötigt Die Uebertragung der Schubkraft Vergaser seit mehr als vier Jahrzehnten zahlreiche führende Automobilfirmen serienmäs- eine Feder; mit dem Verändern ihrer Vorspan- vom Gestänge auf den Pumpenhebel erfolgt über sig für ihre Erzeugnisse verwenden, wird nung ändert man gleichzeitig den Membranweg am Genfer Automobilsalon ein neuer Vergasertyp gezeigt, der einige wesentliche Verbesserunhörigen Splint sind drei Positionen vorgesehen; und damit die Einspritzmenge. Für den zugegen aufweist und schon an einigen der neuesten die innerste Stellung ergibt den grössten Weg, Wagenmodelle verwendet wird. Die Hauptmerkmale dieses Solex-Vergasers, der die Bezeich- der Pumpendüse im Weg zum Einspritzrohr wird also die grösste Fördermenge. Durch Aenderung nung 32PBI trägt (32 = innerer Durchmesser nur die Dauer der Einspritzung, also die Strömungsgeschwindigkeit des Einspritzbrennstoffs, des Ansaugrohres in mm, P = Pumpe, B = Bistarter, I = Inverse, Fallstromvergaser) sind nicht aber ihre Menge geändert. eine mechanische statt wie bisher eine Das erwähnte Einspritzrohr, aus dem pneumatische Beschleunigungspumpe, der zusätzliche Treibstoff in den Ansaugkanal ein zweistufiger Starter, der sogenannte Bistarter, sowie eine einzige Luftzufuhr für alle Dü- werden, womit der gleiche Vergasertyp für ver- gespritzt wird, kann in zwei Stellungen montiert sensysteme durch den Ansaugfilter. schiedene Motorarten verwendet werden kann. Die Beschleunigungspumpe besteht Ein niedriges Einspritzrohr mit grösserer immer noch aus einer Membrane, die neben dem Treibstoffabgabe wird für Motoren mit grösserem Hubvolumen, hoher Leistung und im allge- Schwimmergehäuse in einem besonderen Kaum angeflanscht ist; wenn sie arbeitet, so fördert sie meinen eher mit sechs Zylindern verwendet, eine bestimmte Menge zusätzlichen Treibstoff während ein hohes Einspritzrohr weniger Treibstoff austreten lässt und deshalb für durch eine waagrechte Bohrung und eine besondere Düse in ein Steigrohr, bei dessen Eintritt kleinere Motoren mit niedrigerer Leistung und ein Kugelventil gehoben wird, und schliesslich meist vier Zylinder passt. Die Auswirkung der in das Einspritzrohr im Ansaugkanal. Die Pumpenmembran wird nicht mehr wie früher durch gende: Das Rohrende des niedrigen, nach unten beiden Stellungen des Einspritzrohrs ist fol- den Unterdruck in der Ansaugleitung gesteuert, gekrümmten Einspritzrohrs (siehe Abb.) ragt in was eine kleine Verzögerung im Einspritzen zur den Lufttrichter im Ansaugstutzen hinein, liegt Folge hat; vielmehr werden die Bewegungen der somit im Gebiet hoher Luftgeschwindigkeit und Drosselklappe über ein Gestänge direkt auf die unter dem gleichen Unterdruck wie die Hauptdüse. Da nun bei genügend hoher Luftgeschwin- Membran übertragen. Bei raschem Aufreissen der Drosselklappe wird unverzüglich die Einspritzung ausgelöst, und zwar in dem Augen- auch aus der Austrittsöffnung der Einspritzdüse digkeit nicht nur aus der Hauptdüse, sondern blick, wo sie der Motor für rasche Beschleuni- Benzin angesogen wird, entsteht ein angereichtes a i SCHEMATISCHEX SCHNITT DURCH DEN FALISTROMVERGASER SOLEX 32 PBI a Bremsluffdüse, Ga Starter-Luftdüse, Gq Hauptdüse, Gp Einspritzpumpendüse, Gs Starter-Treibstoffdüse, a leerlaufdüse, H Kuaelvenfil der Einspritzpumpe, i Einspritzrohr, k Lufttrichter, L Pumpenhebel, M Pumpenmembran, N Bistarter-Hebel, r Splint des Pumpenhebels, s Emulsionsrohr, o L*crlauflauftregulierung, W Leerlaufgemischregulierung, y Havptdüsenträger. Gemisch, das eine Leistungssteigerung, anderseits aber auch eine Verbrauchserhöhung zur Folge hat Deshalb eignet sich diese Montage des Einspritzrohrs für grössere Motoren mit meist sechs Zylindern sowie die Einstellung auf hohe Leistung. Wird dieses zusätzliche Anreicherungssystem nicht benötigt, so wählt man das hohe Einspritzrohr, dessen Ende ausserhalb des Lufttrichters, bzw. vor dem Eintritt des Luftstroms in den Lufttrichter in die Ansaugleitung mündet; bei dieser Montage kann aus dem Einspritzrohr nur dann Benzin austreten, wenn durch rasches Niederdrücken des Gaspedals die Membran der Beschleunigungspumpe betätigt wird. Das Einspritzrohr kann nach dem Entfernen des Schwimmerdeckels leicht ausgewechselt werden. Ein weiteres Merkmal dieses Solex-Vergasers ist die zentrale Lufteinführung; mit anderen Worten wird die Luft für das Starterund Leerlaufsystem genau so wie die Hauptluftmenge durch den Filter der Ansaugleitung angesogen, was einer weitgehenden Verhütung von Vergaserstörungen gleichkommt; nicht nur werden Unreinigkeiten, sondern auch Wassertröpfchen etc. im Filter festgehalten. Der Vergaser besitzt ferner eine innere Schwimmerkammerentlüftung, also eine Kompensation der Druckverhältnisse über dem Schwimmer und in der Ansaugleitung durch einen Entlüftungskanal von der Schwimmerkammer in den Ansaugstutzen. Aenderungen der Druckverhältnisse in der Ansaugleitung durch zunehmende Verschmutzung des Luftfilters oder gelegentliche Demontage desselben (beispielsweise für Teilnahme an Rennen) wirken sich somit ANSICHT DES NEUEN SOLEX- VERGASERS 32 PBI Die mechanische Betätigung der Mcmbran-Beschleunigungspumpe ist rechts sichtbar. auf die Benzinzufuhr nicht aus, wodurch auch die Zusammensetzung des Gemisches von diesen Faktoren nicht beeinflusst werden kann. Zum Erreichen eines korrekten Benzinniveaus im TIEFES UND HOHES EINSPRITZ- ROHR a Bremsluftdüse, s Eimrisiensrohr, i Einspritzrohr (gestrichelt hoch), t lufttrichter. Hauptdüsensystem kann das Schwimmernadelventil dem entsprechenden Förderdruck im Treibstoffsystem (Fallbenzin, Treibstoffpumpe) angepasst werden. Wie die Bezeichnung sagt, stellt der B i - Starter eine zweistufige Hilfseinrichtung für das Anlassen des kalten Motors dar. Er besteht im Prinzip aus einem kleinen Hilfsvergaser mit zwei Gemischzusammensetzungen, die durch einen Kabelzug vom Führersitz aus eingestellt werden können. Beide Stellungen sind arretiert; Pneumatiques et caoutchouc manufacture KLEBER-COLOMBES Auf mehreren 10 OOOen amerikanischen Wagen wurden die Sealed-Beam- Scheinwcrfer bereits ersetzt durch dw Scheinwerfer-Einsätze Alleinvertrehing der B. F. GOODRICH Co. Akron (USA.) GENF 11, nie General Dufour Telephon 4 2230 ZÜRICH Neumühlequai 34-36 Telephon 28 3737 In allen guten Fachgeschäften erhältlich