Aufrufe
vor 1 Woche

mission2030

3. ZIELE FÜR EIN

3. ZIELE FÜR EIN KLIMAVERTRÄGLICHES WIRTSCHAFTSSYSTEM WettBeWerBsfähige energiemärkte stärken Eine auf erneuerbaren Energieträgern basierende Elektrizitätsversorgung bis zum Jahr 2030 bedarf funktionierender, grenzüberschreitender, liquider Großhandelsmärkte und Preiszonen, um entsprechende Preissignale zu generieren. Die erforderlichen Investitionen müssen sich überwiegend über den Markt refinanzieren. Marktverzerrende Anreize, die dem Dekarbonisierungspfad entgegenstehen, sind soweit wie möglich einzudämmen und unverfälschte, wettbewerbliche Preisbildungsmechanismen (wieder) herzustellen. BuDgetäre leistBarkeit Die öffentlichen Haushalte bilden zusammen mit den Unternehmen und den privaten Haushalten die wesentliche Finanzierungsquelle klima- und energiespezifischer Maßnahmen. So schaffen nachhaltige öffentliche Finanzen jenen Handlungsspielraum, der notwendig ist, um strategische optionen zur Einhaltung der Klima- und Energieziele entwickeln zu können. Die Bundesregierung bekennt sich daher vor dem Hintergrund der langfristigen Herausforderungen der Dekarbonisierung zu einer nachhaltigen Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und zur dauerhaften Senkung des gesamtstaatlichen Schuldenstandes. voraussetzung hierfür ist unter anderem, die Kompatibilität der bestehenden Ausgaben- und Einnahmenstruktur mit den klimaund energiespezifischen Zielvorgaben kritisch zu hinterfragen. Dabei gilt es auch, das risiko für die öffentlichen Haushalte aufgrund versäumter oder verspäteter Handlungen (Kosten des Nichthandelns) zu minimieren, da diese dem Ziel der dauerhaften Senkung des gesamtstaatlichen Schuldenstandes entgegenwirken. - - - 18 - - -

4. WAS UNS WICHTIG IST 4. WAS UNS WICHTIG IST im sinne einer nachhaltigen klima- unD energiepolitik folgt die österreichische Bundesregierung Grundsätzen, die als Leitlinien für die Umsetzung der Strategie zu sehen sind. ENERGIE ALS GESAMTSYSTEM (SEKTORKOPPLUNG) Das Energiesystem muss sich weiterentwickeln. Ein Kernaspekt des wandels ist die Sektorkopplung. Dies bedeutet, dass bislang getrennte Systeme (Strom, wärme, Mobilität, Industrie) miteinander verknüpft werden. Die Sektorkopplung ermöglicht mit Hilfe erneuerbarer Energien, die vor allem elektrischen Strom liefern, alle Sektoren der wirtschaft zu dekarbonisieren. Zudem wird durch Einsatz energieeffizienter technologien, wie wärmepumpenheizungen oder Elektrofahrzeuge, eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs ermöglicht. Die Sektorkopplung ermöglicht die Nutzung großer und günstiger Energiespeicher außerhalb des Stromsektors sowie eine starke Erhöhung der Flexibilität in der Stromnachfrage. Dadurch können die Schwankungen der variablen erneuerbaren Energien wie wind- und Solarenergie ausgeglichen werden, ohne zu stark auf teurere Stromspeicher setzen zu müssen. Biomasse als natürlicher Energiespeicher hilft, das Energieangebot zu flexibilisieren und den Ausgleich aus Angebot und Nachfrage herzustellen. Aus Biomasse können bedarfsgerecht sowohl wärme und Kälte, als auch Strom und nachhaltige Bio-Kraftstoffe bereitgestellt werden. Gerade weil die Sektorkopplung Synergieeffekte bei der Integration von hohen Anteilen erneuerbarer Energien ermöglicht, wird sie als Schlüsselkonzept bei der Energiewende und dem Aufbau von dekarbonisierten Energiesystemen betrachtet. Folgende Kopplungselemente werden derzeit eingesetzt oder getestet: Power-to-Gas, Power-to-Heat, Power-to-Chemicals und Kraftwärme-Kopplung. ERHALT EFFIZIENTER BESTANDSANLAGEN Bestehende effiziente Anlagen sollen im Einklang mit den Klima- und Energiezielsetzungen optimal genutzt werden. Die dazu bereits getätigten volkswirtschaftlichen Investitionen beispielsweise in Leitungen, Speicher oder Kraftwerke sollen aktiv zur transformation des Energiesystems beitragen. Die zentrale wärme- und Kälteversorgung von Ballungsräumen durch Nutzung der Abwärme aus bestehenden hocheffizienten KwK-Anlagen, der Müllverbrennung, industrieller Abwärme und der effizienten Nutzung von wärme aus Biomasseanlagen ist der Schlüssel zur Umsetzung einer integrierten Stadtentwicklung. Bestehende wind- und wasserkraftwerke sowie hocheffiziente Biomasseanlagen in Landwirtschaft und Industrie sollen auch in Zukunft zur Erreichung des 100 % erneuerbaren Stromziels und der wärmeversorgung aus erneuerbaren Quellen beitragen. Der Erhalt bestehender hocheffizienter Anlagen minimiert den verbrauch an Flächen und ressourcen und unterstützt so eine naturverträgliche transformation des Energiesystems. DEkaRBONISIERUNG OHNE ATOMSTROM Atomkraft ist keine Antwort auf den Klimawandel – diese Position wird Österreich auf allen Ebenen konsequent vertreten und sich dafür einsetzen, dass auch weiterhin keine finanziellen Mittel für die Atomkraft bereitgestellt werden. Dafür wird Österreich auf europäischer und internationaler Ebene weiterhin gegen die Kernenergienutzung auftreten und auf die ständige verbesserung der nuklearen Sicherheit drängen. - - - 19 - - -