stahlmarkt 6.2018 (Juni)

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6

Juni 2018

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Oberflächen – Korrosionsschutz immer hochwertiger

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Editorial K 3

»stahlmarkt« im Aufbruch

Liebe Leserinnen und Leser,

wir starten in chancenreiche Zeiten mit dem »stahlmarkt«. Seit April firmieren wir als Marke unter dem

Dach der jbd Gesellschaft für Medien und Kommunikation mbH. Dabei stehen für uns der Lesernutzen

und die inhaltliche Weiterentwicklung des Mediums im Vordergrund. Wir freuen uns auf die zukünftige

Zusammenarbeit mit Ihnen allen.

In dieser Ausgabe finden Sie interessante Berichte aus den Bereichen Steel International, Stahlhandel

und Stahl-Service-Center, Digitalisierung, Edelstahl, Oberflächen und Additive Fertigung. Wir informieren

Sie über folgende Themen:

Chinas Stahlerzeuger betreiben weniger Elektrolichtbogenöfen als ihre internationalen Wettbewerber.

Da im Reich der Mitte aber künftig große Mengen Stahlschrott anfallen werden, erwarten wir einen

Ausbau der Technik mit lukrativen Folgen (S. 10).

Ascometal ist die neue Business Unit von SCHMOLZ + BICKENBACH und feierte auf der wire 2018

in Düsseldorf Premiere (S. 19).

Das Siegener Traditionsunternehmen Reichwald + Co hat mit Unterstützung des Blech- Software-

Experten Lantek von auftragsbezogenen Prozessen auf telebezogene Produktion umgestellt (S. 25).

Angesichts der vielfältigen Beanspruchungen und Erwartungen, denen Baustoffe in immer höherem

Maß ausgesetzt sind, wird Edelstahl Rostfrei als Werkstoff für nachhaltiges Bauen immer mehr in

Betracht gezogen (S. 30).

Beispiele für hochwertigen Korrosionsschutz liefert der Zentralverband der Ober flächentechnik (S. 36).

Das »stahlmarkt«-Team

wünscht Ihnen eine interessante Lektüre

stahlmarkt 6.2018


4 K

INHALT 6.2018

Anteil der Elektrolichtbogenöfen an der Stahlproduktion

SEITENBLICK

6 Unter Piraten

STEEL INTERNATIONAL

8 Trump inszeniert einen Handelskrieg

10 Elektrolichtbogenofen oder Hochofen?

11 Neue Seidenstraße aus Stahl

12 Geschlechtsspezifische Verzerrungen abbauen

14 USA verhängen weitere Sanktionen gegen Russland

50

%

30

20

10

0

Welt Rest der Welt China

1950 1980 1990 2000 2005 2010

BRANCHENBERICHT

15 Großanlagenbau: Wende zum Besseren in Sicht

STAHLHANDEL & STAHL-SERVICE-CENTER

19 Stahlportfolio vorgestellt

20 ArcelorMittal Neuwied investiert

IT, DIGITALISIERUNG

23 Kreativ Additiv

24 Intuitives Design und schnelle Bestellung

25 Passgenaue Digitalisierung mit der richtigen Software

28 Praxisnahe Software für alle Unternehmensprozesse

EDELSTAHL

30 Bauen mit Edelstahl Rostfrei

34 Korrosionsuntersuchungen in Tunnelbauwerken

OBERFLÄCHEN

36 Oberflächen mit Zinklamellenbeschichtung

40 Stahlglühen fast ohne Zunder

42 Strengere Auflagen im Oberflächenschutz

44 Stückverzinken im Fokus nachhaltiger Investitionsentscheidungen

ADDITIVE FERTIGUNG

46 Qualitätssicherung und Perspektiven für die additive Fertigung

51 Millioneninvestitionen in 3-D-Druck

RUBRIKEN

52 Veranstaltungen

53 StahlTermine

54 VIP / Inserentenverzeichnis

55 Vorschau / Impressum

stahlmarkt 6.2018


worldsteel K 5

Weltrohstahlproduktion 1) im April 2018

STEEL INTERNATIONAL Chinas

Stahlerzeuger betreiben weniger

Lichtbogenöfen als ihre internationalen

Wettbewerber. Da im Reich

der Mitte aber künftig große

Mengen Stahlschrott anfallen

werden, dürfte ein Ausbau der

Technik lukrative Folgen haben.

EDELSTAHL Angesichts der vielfältigen

Beanspruchungen und

Erwartungen, denen Baustoffe in

immer höherem Maß ausgesetzt

sind, lohnt es sich, Edelstahl Rostfrei

unter den Aspekten Qualität,

Vielseitigkeit, Attraktivität, Verarbeitung

und Wirtschaftlichkeit als

Werkstoff für nachhaltiges Bauen

in Betracht zu ziehen.

30

36

OBERFLÄCHEN Zinklamellenbeschichtungen

bieten hohen

kathodischen Korrosionsschutz bei

geringen Schichtdicken. Deshalb

ist die Zinklamelle überall dort

gefragt, wo besonders hohe und

spezielle Anforderungen bestehen.

ADDITIVE FERTIGUNG Welche

innovativen Umsetzungen der

additiven Fertigung sind in der

Entwicklung, welche Techniken

sind geeignet und wie wird bei

der Verarbeitung der Materialien

die Qualität der Produkte sichergestellt.

8

46

Fotos: Fraunhofer IWS Dresden, Dörken MKS, Nicole Kinsman/IMOA, London, worldsteel.org

1)

Die an worldsteel berichtenden Länder

repräsentieren etwa 99 % der Weltrohstahlproduktion

2017 in 1.000 t.

2)

nur HADEED

3)

Teildaten, 75 % des Gesamtbetrages

e – geschätzt

April

2018

April

2017

% Veränd.

April 18/17

4 Monate

2018 2017

Veränderung

in %

Belgien 740 e 635 16,6 2.756 2.635 4,6

Bulgarien 55 e 59 – 6,9 220 226 – 2,7

Deutschland 3.775 e 3.842 – 1,7 14.785 14.817 – 0,2

Finnland 359 353 1,6 1.417 1.383 2,5

Frankreich 1.398 1.264 10,7 5.374 5.167 4,0

Griechenland 140 106 32,1 538 425 26,6

Großbritannien 769 709 8,4 2.632 2.617 0,6

Italien 2.061 1.988 3,7 8.486 8.164 3,9

Kroatien 10 e 0 – 30 0 –

Luxemburg 200 e 178 12,3 784 746 5,1

Niederlande 573 552 3,8 2.326 2.223 4,6

Österreich 637 674 – 5,6 2.639 2.714 – 2,8

Polen 875 e 891 – 1,8 3.548 3.393 4,6

Schweden 432 425 1,8 1.630 1.660 – 1,8

Slowakei 422 399 5,7 1.703 1.625 4,8

Slowenien 55 49 14,2 236 206 14,3

Spanien 1.316 1.224 7,5 4.911 4.882 0,6

Tschechien 409 396 3,2 1.663 1.690 – 1,6

Ungarn 165 159 4,0 657 591 11,2

Weitere EU– Länder. (28) (e) 484 e 486 – 0,4 1.894 1. 905 – 0,6

Europäische Union (28) 14.876 14.387 3,4 58.229 57.070 2,0

Bosnien– Herzegowina 32 69 – 54,5 238 237 0,0

Mazedonien 20 e 32 – 36,8 88 79 10,9

Norwegen 49 46 6,2 198 214 – 7,1

Serbien 167 152 9,8 635 475 33,7

Türkei 2.953 3.046 – 3,1 12.492 11.886 5,1

Europa außer EU 3.220 3.345 – 3,7 13.651 12.891 5,9

Kasachstan 420 e 391 7,4 1.588 1.472 7,9

Moldawien 60 e 28 114,3 199 66 201,5

Russland 6.030 e 5.891 2,4 23.797 23.575 0,9

Ukraine 1.721 1.623 6,0 6.985 6.997 – 0,2

Usbekistan 50 e 57 – 12,3 205 211 – 2,8

Weißrussland 110 e 203 – 45,8 594 718 – 17,3

C.I.S. (6) 8.391 8.193 2,4 33.368 33.039 1,0

El Salvador 10 e 7 37,0 34 31 11,1

Guatemala 20 e 24 – 17,4 93 95 – 2,9

Kanada 1.190 e 1.046 13,8 4.674 4.510 3,6

Kuba 15 e 17 – 11,8 67 68 – 1,4

Mexiko 1.790 e 1.575 13,7 6.993 6.606 5,9

USA 6.930 6.691 3,6 27.747 26.983 2,8

Nordamerika 9.955 9.360 6,4 39.608 38.294 3,4

Argentinien 463 367 26,0 1.696 1.356 25,2

Brasilien 2.949 2.895 1,9 11.594 11.143 4,0

Chile 105 e 91 15,9 403 389 3,5

Ecuador 45 e 45 0,0 192 186 3,0

Kolumbien 100 e 105 – 4,7 392 424 – 7,5

Paraguay 1 e 1 – 16,7 5 5 – 1,2

Peru 115 e 105 10,0 449 401 12,1

Uruguay 5 e 5 0,0 18 18 2,7

Venezuela 45 e 61 – 25,6 157 173 – 9,0

Südamerika 3.828 3.675 4,2 14.908 14.095 5,8

Ägypten 615 543 13,3 2.531 2.185 15,8

Libyen 30 54 – 44,4 156 154 0,9

Südafrika 486 e 493 – 1,4 2.081 2.067 0,7

Afrika 1.131 1.090 3,8 4.768 4.406 8,2

Iran 1950 e 1.735 12,4 8.127 6.369 27,6

Katar 233 186 25,3 857 896 – 4,4

Saudi– Arabien 2) 446 454 – 1,9 1.639 1.793 – 8,6

Vereinigte Arabische Emirate 276 299 – 7,9 1.008 1.173 – 14,1

Mittlerer Osten 2.904 2.674 8,6 11.631 10.231 13,7

China 76.698 73.195 4,8 288.969 275.328 5,0

Indien 8.692 8.228 5,6 35.381 33.956 4,2

Japan 8.723 8.755 – 0,4 35.129 34.985 0,4

Pakistan 420 e 482 – 12,9 1.721 1.694 1,6

Südkorea 5.893 5.503 7,1 23.696 22.818 3,8

Taiwan, China 1.660 e 1.943 – 14,6 6.766 7.688 – 12,0

Thailand 375 338 10,8 1.521 1.469 3,5

Vietnam 3) 995 799 24,6 3.692 3.213 14,9

Asien 103.457 99.243 4,2 396.875 381.152 4,1

Australien 498 411 21,2 1.898 1.669 13,7

Neuseeland 61 55 11,0 219 211 4,2

Ozeanien 559 466 19,9 2.117 1.880 12,6

Gesamt (64 Länder) 148.322 142.433 4,1 575.155 553.058 4,0

stahlmarkt 6.2018


6

SEITENBLICK

Unter Piraten

Gut gefüllte Auftragsbücher, steigende Umsatzerwartungen – wenn die

Konjunktur brummt, geraten manche Probleme aus dem Blickfeld. Zum

Beispiel das Thema Produktpiraterie. Vor allem Maschinen- und Anlagenbauer

haben seit Jahren massiv unter Plagiaten zu leiden. Fälschungen

kosten Umsatz, kratzen am Image und sind ein Sicherheitsrisiko.

»

71 % der Branchenunternehmen

sind von Produkt- und Markenpiraterie

betroffen.

Es ist die Zeit der Superlative: In den

Berichten vieler Konjunkturforscher und

Branchenverbänden über die wirtschaftliche

Situation der Mitgliedsunternehmen reiht

sich in diesen Wochen ein Superlativ an den

nächsten. Ein Beispiel ist die jüngste Befragung

der Creditreform Wirtschaftsforschung

von mehr als 1.100 Mittelständlern mit

höchstens 500 Beschäftigten. Die Auftragseingänge

in den vergangenen sechs Monaten?

In der Mehrzahl

der Fälle rasant

gestiegen. Die Um -

sätze? Besser als

erwartet. Die Investitionsbereitschaft?

Auf einem 10-Jahres-Hoch.

Und die Erwartungen? So positiv

wie zuletzt Mitte der Neunzigerjahre.

Diese Gemengelage hat jedoch auch

Schattenseiten. Zum einen für die Kunden

der Mittelständler, denn sie müssen sich auf

längere Lieferzeiten und höhere Preise einstellen.

Zum andern aber auch für die Unternehmen

selbst, denn um von der Auftragsflut

zu profitieren und weiter zu wachsen,

benötigen sie mehr Fachkräfte – und die

sind zum einen aus demografischen Gründen,

aber eben auch aufgrund der guten

Konjunktur immer schwieriger zu bekommen.

Besorgniserregender klingt da schon die

Nachricht, dass trotz guter Geschäfte immer

noch 30,5 % der Mittelständler als eigenkapitalschwach

gelten – das ist nach Definition

von Creditreform dann der Fall, wenn die

eigenen Mittel weniger als 10 % der Bilanzsumme

ausmachen. Das lässt wenig Gutes

für die nächste Konjunkturabschwächung

erahnen. Denn wer in guten Zeiten nicht in

der Lage (oder nicht willens) ist, Vorsorge zu

treffen, wird in der Flaute schnell in Bedrängnis

geraten. Nachdenklich stimmt auch, dass

nach wie vor sehr viele Unternehmen von

Zahlungsausfällen betroffen sind.

Vor dem Hintergrund der guten Konjunktur

gerät auch eine andere Entwicklung aus

dem Blickfeld, die in

anderen Zeiten viele

Unternehmen sehr

viel empfindlicher

treffen würde, als

dies ohnehin der

Fall ist: Produktpiraterie.

Gerade hat der Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) die

Ergebnisse seiner alle zwei Jahre durchgeführten

Umfrage zu diesem Thema vorgelegt.

Ergebnis: 71 % der Branchenunternehmen

sind von Produkt- und Markenpiraterie

betroffen. Bei größeren Unternehmen mit

mehr als 500 Mitarbeitern beziehungsweise

einem Umsatz von mehr als 75 Mill. € be -

trägt die Quote sogar 90 %. Der geschätzte

Schaden durch Nachahmungen belief sich

im vergangenen Jahr auf 7,3 Mrd. €. Ein

Um satz in dieser Höhe, so rechnet der VDMA

vor, würde der Branche knapp 33.000

Arbeitsplätze sichern. Dazu kommen monetär

schwer zu bewertende Folgen wie Imageverlust,

Einbüßen des Marktvorsprungs oder

ungerechtfertigte Regressforderungen.

Beschränkten sich die Fälscher in der Vergangenheit

vor allem auf rein technische

Nachbauten, so imitieren sie nun immer

häufiger das äußere Erscheinungsbild oder

ganze Marken. Ihr Kalkül: über die optische

Nachahmung am guten Image eines Unternehmens

teilhaben. Häufig sind Plagiatoren

Wettbewerber, mit deutlichem Abstand ge -

folgt von »Underground Factories« (zum

Beispiel Hinterhofwerkstätten) sowie Kunden

und Zulieferern. Dagegen sind staatliche

Unternehmen zuletzt seltener als Auftraggeber

von Produktfälschungen in Er -

scheinung getreten. China ist wenig überraschend

sowohl beim Vertrieb als auch

besonders in der Herstellung von Plagiaten

nach wie vor die Nummer eins: 82 % aller

Nachahmungen stammen aus der Volksrepublik.

Mit 44 % ist China auch der am

häufigsten genannte Absatzmarkt für Plagiate.

Auf Platz zwei folgt Deutschland (19 %

Herkunft, 15 % Vertrieb). Der Vertrieb der

Produkte erfolgt meist über nicht autorisierte

Händler und, in zunehmendem Maße,

über B2B-Plattformen im Internet.

Wie lässt sich der Flut der Produktfälschungen

Herr werden? Es beginnt mit Prävention

durch Geheimhaltung, sorgfältige

Auswahl von Kooperationspartnern sowie

technischen Kopierschutzmaßnahmen. Der

VDMA rät Unternehmen zudem, in sehr viel

größerem Umfang Schutzrechte (Patente,

Markenrechte) anzumelden und im Plagiatsfall

auch energisch durchzusetzen, zunächst

außergerichtlich, dann zivilrechtlich. Tatsächlich

ergreifen jedoch mehr als ein Drittel

der betroffenen Unternehmen keine juristischen

Maßnahmen. Vor allem kleine und

mittelgroße Betriebe scheuen die Auseinandersetzung

vor Gericht, häufig aus Mangel

an Kapazitäten oder weil sie keine Aussicht

auf Erfolg sehen. Kein Wunder: Schließlich

mehren sich die Fälle, in denen Händler und

Fälscher ihre Plagiate trotz rechtskräftiger

Urteile mit nur geringfügigen Änderungen

weiterverkaufen oder auf Messen präsentieren.

Vor allem im Ausland, so räumt der

VDMA ein, sei es unverändert schwierig,

geltendes Recht zur Anwendung zu bringen.

ber (sm 180606311)

stahlmarkt 6.2018


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8 K Steel International

Trump inszeniert einen Handelskrieg

Von Brigitte Lebens-Nacos

New York. Sei es der Schmusekurs mit Händchenhalten und Küssen mit

dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der seinen Gastgeber

Donald Trump bei guter Laune hielt oder die korrekt-diplomatische Figur,

die Kanzlerin Angela Merkel bei ihrer Pressekonferenz mit Trump abgab –

letztlich erreichten Macron oder Merkel nichts mit ihren Besuchen im

Weißen Haus.

Der Mann, der so oft betont, dass er

alles besser weiß als die besten Experten,

blieb in Sachen Handelszölle knallhart, ohne

eine endgültige Antwort zu geben. Er mag

Zuckerbrot à la Macron lieben, dieser Mann,

aber er selbst bevorzugt die Peitsche – mit

dem erklärten Ziel: »America First«. Das gilt

nicht nur für ausländische Offizielle, sondern

auch für die Mitglieder der eigenen

Administration. Wenige Stunden bevor die

Schonfrist für Strafzölle gegen Stahl- und

Aluminiumimporte aus EU-Ländern und

einer Reihe anderer Staaten am 1. Mai auslief,

hatten Trumps engste Wirtschafts- und

Handelsberater keine Ahnung davon, wie

die Entscheidung ihres Chefs ausfallen würde.

Während Wirtschaftsminister Steven

Mnuchin und Handelsminister Wilbur Ross

nonstop mit Handelspartnern in Übersee

telefonierten, hieß ihre Parole: »Der Präsident

hat noch nichts entschieden.« Damit

folgte der Mann im Oval Office des Weißen

Hauses seiner bevorzugten Rolle bei der

Inszenierung von politischem Theater, in

dem nur der Star in der Hauptrolle, Mister

Trump, den Endmonolog kennt. Am Ende

bleiben Ministern und Beratern in der Regierungsmannschaft

nur Nebenrollen als ap -

plaudierende Zuschauer. Es sei denn, sie

verlassen diese Bühne wie sein erster Wirtschaftsberater

Gary Cohn.

Erst als Kandidat, dann als Präsident hat

Trump unermüdlich eine Handelspolitik mit

der Devise »Amerika First« verkauft – be -

gleitet von Attacken gegen Handelspartner

in allen Teilen der Welt, die sich angeblich

durch ihr »unfaires« Handelsgebaren bereichern

und dadurch Amerikas Unternehmen

und Arbeitern großen, wenn nicht existenziellen

Schaden zufügen. Heutzutage, wenn

Trump auf seinen regelmäßigen Großkundgebungen

in Mittelamerika der Protektion

der eigenen Wirtschaft das Wort redet, erntet

er wie vorher im Wahlkampf Jubel und

Beifall.

Erste Kritiken kommen aus

der Landwirtschaft

Aber bereits vor der Entscheidung zum »Tag

der Arbeit« und vor den folgenden Handelsgesprächen

mit China zogen insbesondere in

den US-Bundesstaaten mit den besten Wahlergebnissen

für Trump Gewitterwolken auf.

Während auch in Bundesländern wie Iowa,

Nebraska, Kansas, Wisconsin, Texas, Indiana

und North Carolina das Gros der Bevölkerung

den Präsidenten als Patrioten und Beschützer

ihrer Interessen weiterhin unterstützte,

drückten Landwirte zunehmend ihre Zweifel

und Kritik an Washingtons bereits verhängten

und angedrohten Stahlzöllen aus.

Schließlich war die Agrarwirtschaft direkt

und in einer raschen Retourkutsche von Seiten

der Chinesen gegen verhängte Stahlzölle

betroffen. Beijing implementierte 25 %

Zollaufschläge gegen US-Schweinefleisch

und -Obst, was die entsprechenden Ausfuhren

in Rekordzeit reduzierte. Dass China und

andere von Strafzöllen betroffene Länder im

Gegenzug auch US-Exporte von Rindfleisch,

Sojabohnen, Weizen, Mais und anderen

Agrarprodukten preislich weniger attraktiv

machen könnten, verursachte bei Farmern

Sorgen und Unsicherheit über ihre Zukunft.

Landwirte, die Trump gewählt hatten,

protestierten gegen die neue Handelspolitik

in einem Klima, in dem Wirtschaftsexperten

warnten, dass die Zahl der Farmer in den

führenden Agrar-Bundesstaaten innerhalb

des nächsten Jahres um 10 % schrumpfen

wird. Manche Bauern waren empört, dass

im Gefolge eines einzigen drohenden

Tweets des Präsidenten gegen Chinas Handelsgebaren

der Preis von Sojabohnen an

den Börsen maßgeblich sank. Auf den ersten

Blick war die Kehrseite der Medaille freilich,

dass der Verbraucher daheim in den

letzten Wochen weitaus weniger für einheimische

Agrarprodukte zahlte. Nichts de -

monstrierte das drastischer als die niedrigen

– oder besser Billigpreise – für Schweinefleisch.

Die USA importieren mehr Stahl

aus Kanada als aus China

Aber solche Niedrigpreise werden wohl bald

überschattet von Preissteigerungen für weitaus

kostspieligere Produkte, für deren Herstellung

Stahl und Aluminium notwendig

sind: Automobile, Haushaltsgeräte, Bier und

andere Produkte in Dosen. Besonders be -

troffen waren bereits mittlere und kleine

Fabriken, weil diese Stahlprodukte kaufen,

die nicht oder nicht in der verlangten Qualität

im eigenen Land produziert werden. Ein

Unternehmen in Pennsylvania beispielsweise,

CP Industries, das riesige, nahtlose Stahlzylinder

für das US-Militär und die Energieindustrie

herstellt, zahlte für die erste Lieferung

von Stahlrohren aus China einen Zollaufschlag

von über 178.000 USD. US-Hersteller

könnten bestenfalls 20 % der von

diesem Unternehmen gebrauchten Rohrprodukte

liefern. Obwohl auch mit den Sonderzöllen

in Höhe von 25 % die einschlägigen

chinesischen Rohre preisgünstiger bleiben

als die im Inland hergestellten Produkte,

bedrohen die höheren Preise die Existenz von

CP Industries und anderer Werke. »Wie lange

können wir da durchhalten?«, fragte der

Chef des Unternehmens, Michael Larsen.

Für »Härtefälle« etablierte das US-Handelsministerium

einen Einspruchsprozess, in

dem einheimische Firmen eine Befreiung der

Sonderzölle beantragen können. In den letzten

Wochen wurde das Ministerium von

solchen Anträgen überschwemmt. Während

stahlmarkt 6.2018


Steel International K 9

Entscheidungen innerhalb von 90 Tagen vorgesehen

waren, besteht ein kritischer Personalmangel.

Handelsminister Ross will darum

mehr fachkundige Mitarbeiter einstellen.

Obwohl China das Hauptziel der Stahlzölle

war und keine Schonzeit bekam, ist der

Anteil Chinas an diesen Importen minimal.

Größter Lieferant von Auslandsstahl in die

USA war und ist Kanada, gefolgt von

EU-Ländern, Mexiko, Brasilien und Japan.

Nach Kanada, Brasilien, Südkorea, Mexiko,

Russland und Japan liegt die Bundesrepublik

an siebter Stelle als Lieferant von Stahl,

gefolgt von der Türkei und China.

Ganz gleich welche Dimensionen der von

Trump erklärte Handelskrieg letztendlich

haben wird, frühere Sonderzölle auf Stahl

führten in anderen Industriezweigen zum

Verlust von weitaus mehr Arbeitsplätzen als

die in der Stahlindustrie geretteten Positionen.

(sm 180606313)

Lateinamerika beklagt hohes Handelsbilanzdefizit mit China

Santiago. Stahlerzeuger der Region sollen künftig auf hochwertigere Erzeugnisse und vermehrte Exporte setzen.

Lateinamerika hat das Stahlhandelsbilanzdefizit

mit der Volksrepublik China im

Jahr 2017 um 8 % auf 23,4 Mrd. USD ausgebaut.

Zwar stieg der Überschuss beim

Handel mit Rohstoffen um 36 % auf

18,9 Mrd. USD. Das reichte nach Angaben

des lateinamerikanischen Stahlverbandes

Alacero aber nicht aus, um die hohen Importe

von Fertigstahl und Produkten mit einem

signifikanten Stahl anteil aus der Volksrepublik

auszugleichen. Das Handelsbilanzdefizit

bei den Fertigstahlerzeugnissen stieg um

22 % auf 4,4 Mrd. USD. Bei den Produkten

mit einem signifikanten Stahlanteil kletterte

es um 19 % auf 37,9 Mrd. USD.

Um dieses Missverhältnis zu verändern,

müssten Lateinamerikas Stahlerzeuger künftig

die Erzeugung und den Export von hochwertigen

Stählen steigern. Nur so könnte

die Lücke geschlossen werden, die zwischen

der Region und den wichtigsten Ländern der

Welt klafft.

Im Jahr 2017 steigerte Lateinamerika den

Wert der Exporte von Rohstoffen, wie Eisenerz,

Kohle und Schrott, nach China. Dies

resultiert vor allem aus seit Ende 2016 steigenden

Preisen. Allerdings orderten die Chinesen

auch 5 % mehr Rohstoffe als im Vorjahr.

Hier handelte es sich vor allem um

Eisenerz, das fast ausschließlich aus Brasilien

kam. China lieferte indes 4 % weniger Rohstoffe

nach Lateinamerika, vor allem Kohle.

Der Wert stieg aber um 66 %.

Lateinamerika reduzierte im Jahr 2017 die

Fertigstahl- und Derivatimporte aus China

um 8 % auf 7 Mill. t. Die Stahlerzeuger der

Region exportierten allerdings nur 9.200 t

Fertigstähle und Derivate nach China. Das

sind zwar 2 % mehr als 2016, aber wesentlich

weniger als aus China eingeführt wurden.

Der Import von Fertigerzeugnissen mit

einem signifikanten Stahlanteil von Lateinamerika

aus China ist im Jahr 2017 um

10 % auf 6,1 Mill. t gestiegen. Eingeführt

wurden vor allem Fahrzeuge und Büromaschinen.

Lateinamerika exportierte im

Gegenzug nur 59.400 t nach China – 7 %

weniger als im Vorjahr.

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stahlmarkt 6.2018


10 K Steel International

Elektrolichtbogenofen oder

Hochofen?

China muss sich entscheiden

Beijing. Chinas Stahlerzeuger betreiben weniger Elektrolichtbogenöfen als

ihre internationalen Wettbewerber. Da im Reich der Mitte aber künftig

große Mengen Stahlschrott anfallen werden, dürfte ein Ausbau der Technik

lukrative Folgen haben.

Eisenerz und Stahlschrott sind die wichtigsten

Ausgangsstoffe für die Erzeugung

von Stahl. Beide Materialien können sich

gegenseitig ersetzen. Während Hochöfen

aber nur mit bis zu 30 % Stahlschrott ge -

Anteil der Elektrolichtbogenöfen an der Stahlproduktion

50

%

30

20

10

0

Welt Rest der Welt China

speist werden sollten, benötigen Elektrolichtbogenöfen

keine anderen Rohstoffe.

Seit dem Jahr 2003 ist China weltweit der

größte Importeur von Eisenerz. 2017 er -

reichten die Einfuhren mit 1,075 Mrd. t

1950 1980 1990 2000 2005 2010 2016

Quelle: worldsteel.org

einen neuen Rekord. Das Land hat zwar in

den vergangenen Jahren auch Stahlschrott

importiert, allerdings nur 2 Mill. t/a. Ausgeführt

wurde so gut wie kein Stahlschrott.

Im Jahr 2017 veränderte sich aber das

Bild: China exportierte 2,3 Mill. t Stahlschrott.

Branchenkenner überlegen nun, ob

die heimischen Stahlerzeuger diesen Schrott

nicht lieber in eigenen Elektrolichtbogenöfen

verarbeiten sollten. Aktuell führt diese

Erzeugungstechnik mit einem Anteil von

6,5 % an der gesamten Stahlerzeugung

noch ein Schattendasein. In anderen Regionen

der Welt sind es bis zu 45 %.

Es spricht viel für mehr Elektrolichtbogenöfen

in der Volksrepublik. Erstens wird das

Stahlschrottaufkommen mittel- bis langfristig

sprunghaft steigen. Ein Resultat des

wachsenden Stahleinsatzes in den vergangenen

20 Jahren. Zweitens ist der Strommangel,

der die Industrie bislang von der

Errichtung weiterer Elektrolichtbogenöfen

abhielt, mittlerweile behoben. Einige Provinzen

melden sogar Überhänge. Drittens müssen

Hochofenbetreiber wegen des im Jahr

2018 einge führten Kohlenstoffhandelssystems

künftig höhere Umweltsteuern als

Besitzer von Elektrolichtbogenöfen zahlen.

Aus diesen Gründen rechnen Branchenkenner

früher oder später mit dem Ersatz

von Hochöfen durch Elektrolichtbogenöfen.

Hierbei dürfte es aufgrund des ungleichen

Vorhandenseins von Strom und Stahlschrott

aber regionale Unterschiede geben.

Gegenwärtig sträuben sich noch viele

Hochofenbetreiber gegen einen Austausch.

Ihre Anlagen sind größtenteils sehr modern

und arbeiten effizient. Ein Ersatz würde die

Unternehmen zunächst viel Geld kosten.

www.worldsteel.org

/

(sm 180406091)

L STEEL TICKER

BRAMMENSTRANGGIESSANLAGE

BEI ANGANG IRON & STEEL

MODERNISIERT

London. Der chinesische Stahlhersteller Angang

Iron & Steel Group Co. hat Primetals Technologies

den Auftrag erteilt, die zweisträngige Brammenstranggießanlage

CCM1 im Stahlwerk Nr. 3 am

Standort Anshan zu modernisieren. Ziele des Projektes

sind es, die Produktqualität und die Produktivität

weiter zu verbessern sowie die Flexibilität

bei der Verarbeitung unterschiedlicher Stahlsorten

und Gießformate zu erhöhen. Dazu wird die Gießanlage

mit moderner Technik und Technologiepaketen

ausgerüstet.

Die zweisträngige Brammenstranggießanlage

CCM1 im Stahlwerk Nr. 3 verfügt über eine Produktionskapazität

von 2,5 Mill. t/a. Der Maschinenradius

beträgt 9 m, die metallurgische Länge

36 m. Die Anlage erzeugt Brammen mit 230 mm

Dicke und Breiten von 990 bis 1.550 mm. Die

Gießgeschwindigkeit beträgt bis zu 2,1 m/min.

Vergossen werden ultrakohlenstoffarme bis hochgekohlte

Stähle, peritektische, Tiefzieh- und

HSLA-Stähle, mikrolegierte und niedrig legierte

Stähle sowie Silikonstähle.

WS(SHN)/SE/ (sm 180606271)

stahlmarkt 6.2018


Steel International K 11

Neue Seidenstraße aus Stahl

Lösung für Chinas Überkapazitäten in greifbarer Nähe?

Seoul. Chinas »One Belt One Road«-Initiative könnte die heimische

Stahlindustrie grundlegend verändern. Optimierungen bei Beschaffung,

Produktion und Absatz dürften die internationale Wettbewerbsfähigkeit

signifikant steigern. Vorausgesetzt, die Nachbarländer bekommen auch

ein Stück vom großen Kuchen.

Chinas Stahlerzeuger zählen seit ge -

raumer Zeit zu den eifrigsten Fürsprechern

des riesigen Infrastrukturprojektes, das den

Osten und den Westen der Welt miteinander

verbinden soll. One Belt One Road (OBOR)

könnte die finanzielle Misere beenden, in der

sich die heimische Stahlindustrie befindet.

Nach vielen Jahren stetigen Wachs tums leiden

die Erzeuger seit 2014 unter der wirtschaftlichen

Abkühlung des Landes und der

nachlassenden Nachfrage nach Stahlerzeugnissen.

Überkapazitäten ließen nicht nur die

Preise in den Keller sinken, sondern führten

auch zur Stilllegung vieler Betriebe und einigen

Konkursen.

Die Stahlerzeuger gehen davon aus, dass

der Aufbau der neuen Handelswege den

Bedarf an Stahlerzeugnissen kräftig erhöhen

wird. Allein für die von China geplanten und

finanzierten Transport- und Infrastrukturprojekte

sollen pro Jahr rd. 30 Mill. t Stahl eingesetzt

werden. Initiieren die OBOR-Nachbarländer

anschließend weitere Vorhaben,

benötigen auch sie Stahl.

Stahlerzeuger müssen sich

aber sputen

Stahlerzeuger, wie Jisco und Panzhihua Iron

and Steel, die im Westen Zentralchinas und

damit am Ausgangspunkt der OBOR-Landroute

beheimatet sind, betonen bereits ihre

wachsende Bedeutung. Nach Einschätzung

der Branchenexperten des Posco Research

Institute müssen sie aber ihre Wettbewerbsfähigkeit

noch signifikant steigern, um die

erwartete Nachfragesteigerung bedienen

und in ausländischen Nachbarmärkten Fuß

fassen zu können. Intensive strategische

und finanzielle Unterstützung erhalten sie

von der Zentralregierung.

Die in den östlichen und nordöstlichen Re -

gionen Chinas beheimateten Stahlerzeuger

Baowu Steel, Hebei Steel und Ansteel mo -

dernisieren schon ihre an den Küsten gelegenen

Werke. Sie hoffen auf Exporte in die

Länder, die entlang der maritimen neuen

Seidenstraße liegen.

Wachsende Auslandsmärkte

stehen im Fokus

Bei allen Investitionen legt China besonderes

Augenmerk auf Märkte mit großem Wachstumspotenzial,

wie Indien, Thailand, Indonesien,

Vietnam, Pakistan und Bangladesh.

Schon seit einigen Jahren fokussiert China

die Stahlexporte auf die OBOR-Nationen.

Zunächst wurden vor allem einfache Langstähle

ausgeführt. Inzwischen steigt der

Anteil an hochwertigen Erzeugnissen, unter

anderem auch an Flachstählen. Wichtigste

Exportdestinationen sind gegenwärtig Südkorea

und Südostasien. Mit dem weiteren

Voranschreiten des Mammutprojektes und

der steigenden Wettbewerbsfähigkeit des

chinesischen Stahls

dürften auch andere

Länder und Re -

gionen, wie Indien,

Pakistan und der

Nahe Osten intensiver

berücksichtigt

werden.

China wird zu -

dem seine Investitionen

in ausländische

Stahlindustrien

verstärken. Seit

1990 wurden mehr

als 70 Vorhaben re -

alisiert – allein 20 in

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den vergangenen drei Jahren. Im Moment

werden vor allem Ziele in Südostasien präferiert.

Dort sollen Exportdrehkreuze und

Servicecenter entstehen. Sind in den Schlüsselmärkten

feste Standbeine geschaffen,

folgt der Ausbau der Lieferketten.

Monopole gefährden

One Belt One Road

Die Volksrepublik darf laut Posco Research

Institute aber nicht nur an die eigenen wirtschaftlichen

Ziele denken, sondern muss die

OBOR-Nachbarländer am Erfolg beteiligen.

Schädlich seien auch monopolistische Strukturen

und Kämpfe mit internationalen Stahlerzeugern.

Arbeite China nicht mit anderen

Ländern, Unternehmen und Organisationen

zusammen, würden nicht nur die Pläne der

chinesischen Stahlindustrie platzen, sondern

auch das gesamte Infrastrukturprojekt scheitern.

Gelinge den Chinesen indes ein harmonisches

Miteinander, könnte die heimische

Stahlindustrie im Zuge von OBOR die Be -

schaffung der Rohstoffe, die Erzeugung und

den Absatz des Stahls effektiver gestalten

und die internationale Wettbewerbsfähigkeit

steigern. Damit die Nachbarländer ihre

Abneigung gegen chinesische Stahlerzeugnisse

ablegen, müssten die Erzeuger aber

die Produktionsanlagen auf den neuesten

Stand bringen und die Qualität der Produkte

steigern. Außerdem sollten Schadstoffemissionen

reduziert und Umweltschutzthemen

stärker beachtet werden. Die beiden

von der Zentralregierung aufgesetzten

Projekte »Made in China 2025« und »Internet

Plus« erleichtern die Transformation der

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stahlmarkt 6.2018


12 K Steel International

Geschlechtsspezifische Verzerrungen

abbauen

ArcelorMittal fördert Frauen in Führungspositionen

Luxembourg. Bei ArcelorMittal werden künftig mehr Frauen den Ton

angeben. Diverse Programme zur Förderung der Geschlechterdiversität

sollen vor allem Männer für dieses Thema sensibilisieren und weitere

Diskriminierungen vermeiden. Der Stahlerzeuger möchte in diesem Bereich

eine Vorreiterrolle in der Industrie einnehmen.

Suzana Fagundes, bei ArcelorMittal

Brasilien verantwortlich für Personalentwicklung,

Recht und Nachhaltigkeit, weiß,

dass weibliche Beschäftigte Probleme oft

aus einer anderen Perspektive betrachten als

ihre männlichen Kollegen und andere Lö -

sungen präferieren. Von diesen wertvollen

Ideen möchte der Stahlerzeuger künftig verstärkt

profitieren.

Die Luxemburger haben bereits einige Initiativen

gestartet, um Geschlechterdiversität

auf allen Führungsebenen zu fördern.

»Männer müssen Teil der Diskussion sein, da

sie Teil der Lösung sind«, sagt Fagundes.

Wenn Männer geschlechtsspezifische Voreingenommenheit

anerkennen und gegen

sie vorgingen, würden alle Beschäftigten

profitieren.

Eine Maßnahme auf Unternehmensebene

heißt Women@ArcelorMittal. Mitarbeiterinnen

können in Schulungen die Aufmerksamkeit

für unbewusste geschlechtsbezogene

Verzerrung und den Wert der Vielfalt

erhöhen. Auf Länderebene bietet der Stahlerzeuger

Mentorenprogramme für weibliche

Talente an. ArcelorMittal arbeitet mit

lokalen Partnern zusammen und ermutigt

Frauen, Karrieren in den Bereichen Wissenschaft,

Technologie, Ingenieurwesen oder

Mathematik einzuschlagen.

»Geschlechtsspezifische Vielfalt entwickelt

sich nicht von selbst«, sagt Fagundes.

Als führendes Stahl- und Bergbauunternehmen

will ArcelorMittal mit seinem Engagement

den Wandel beschleunigen.

Fagundes ist auch eine der Gründerinnen

der gemeinnützigen Organisation WILL –

Women in Leadership in Latin America. Dieses

Forum bietet Frauen Kontakt- und Be -

gegnungsmöglichkeiten mit weiblichen

Führungskräften, die sich als Mentoren,

Förderer und Ideengeber anbieten. WILL

unterstützt Frauen auch direkt beim Erreichen

von Führungspositionen in allen Industriebereichen

und Branchen Lateinamerikas.

Große Unterschiede existieren

Fagundes möchte, dass unterbewusste ge -

schlechtsbezogene Verzerrungen am Arbeitsplatz

erkannt und benannt werden. Frauen

bilden 50 % der Bevölkerung, nehmen nach

Angaben der globalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Grant Thornton aber nur 24 %

der Führungspositionen in privaten Unternehmen

ein. Diese Statistik zeige, dass Frauen

trotz ihrer hohen Qualifikation immer

noch viel seltener als ihre männlichen Kollegen

gefördert würden.

In einer Welt, in der schnelle Lösungen

auf komplexe Probleme erwartet würden,

seien unterschiedliche Ansichten und An -

sätze aber erforderlich, um diese Anforderungen

zu erfüllen. »Frauen bringen diese

Vielfalt mit«, sagte Fagundes. Aus diesem

Grund dürften Unternehmen sie nicht länger

übersehen. Arbeitgeber sollten vielmehr

die Kluft zwischen den Geschlechtern

schnell schließen. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums

2017 sei die Geschlechterparität

in der Welt noch 217 Jahre entfernt.

Geschlechterdiversität zahlt sich für

Unternehmen auch wirtschaftlich aus. Die

Unternehmensberatung McKinsey habe

ermittelt, das Unternehmen mit Frauen in

Schlüsselpositionen oft profitabler als ihre

Wettbewerber seien. Dies zeige, dass das

Ungleichgewicht zwischen Männern und

Frauen am Arbeitsplatz und der Unterschied

zwischen den Gehältern weder natürlich

noch logisch seien.

Diskriminierung nicht beabsichtigt

Fagundes glaubt, dass das Ungleichgewicht

oft gar nicht beabsichtigt sei und es im Allgemeinen

auch keine bewusste Diskriminierung

von Frauen gebe. Es existierten jedoch

unbewusste geschlechtsspezifische Verzerrungen,

die Unternehmen nur selten erkennen

würden. Arbeitgeber gingen davon aus,

dass die talentiertesten Menschen auch

automatisch die besten beruflichen Chancen

nutzen könnten – unabhängig von Ge -

schlecht, Rasse, Beruf oder Alter. Aus diesem

Grund würden viele Unternehmen

keine Diversitätsprogramme auflegen.

Fagundes ist indes überzeugt, dass die

Einstellung der besten Bewerber nicht ausreicht,

um die Vielfalt in Unternehmen zu

erhöhen. Frauen würden noch zu oft abgehalten,

berufliche Chancen zu nutzen. In

vielen Ländern der Welt würde von ihnen

erwartet, dass sie sich um den Haushalt und

die Kinder kümmern. Dies erschwere die

eigene berufliche Bildung. Dieses Ungleichgewicht

erkläre möglicherweise auch, dass

Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen

nach Angaben des Weltwirtschaftsforums

mehr Frauen auf allen Ebenen einstellen

würden.

(sm 180606166)

stahlmarkt 6.2018


Steel International K 13

Kleines Stab- und

Drahtwalzwerk von Primetals

Technologies bei Hyundai

Steel in Dangjin, Korea

(Foto: Primetals)

Endabnahme für zwei Langproduktewalzwerke

London. Der koreanische Stahlproduzent Hyundai Steel erteilte die Endabnahmezertifikate für zwei

Langproduktewalzwerke, die Primetals Technologies an das Produktionswerk für Spezialstähle in Dangjin

geliefert hatte.

Das Stabwalzwerk setzt sich aus einem

Duo-Reversiervorgerüst und einem Drahtfertigblock

mit Walz-/Maßwalzgerüsten zu -

sammen. Für eine Kapazität von 1 Mill. t/a

ausgelegt, produziert das Stabwalzwerk

auch Knüppel, die in der Draht-/Stabstraße

mit einer Kapazität von 800.000 t weiterverarbeitet

werden. Diese umfasst ein Vorund

Zwischenwalzwerk, das den Walzblock

eines Fremdherstellers zum Erzeugen von

Stäben speist, einen Drahtauslass und einen

Auslass für Stabstahl in Bunden. Die Draht-/

Stabstraße ist für die Verarbeitung von

160 t/h ausgelegt, besitzt damit für ein

Kombiwalzwerk die höchste Erzeugungsrate

und ist speziell für Walzprozesse bei

niedriger Temperatur konzipiert. Hierdurch

verbessern sich die metallurgische Struktur

und die mechanischen Eigenschaften der

Endprodukte. Außerdem wird die während

des Walzvorgangs verfügbare Flexibilität

optimiert.

Hyundai Steel mit Sitz in Incheon und

Seoul, Südkorea, gehört zur Hyundai-Kia

Automotive Group und unterhält sechs Produktionsstätten

in Südkorea sowie eine

weitere in China. Das Unternehmen hat ein

neues Werk am Standort Dangjin fertiggestellt,

um dort Spezialstähle für die Automobilindustrie

zu produzieren. In Zukunft

wird hier Stab- und Drahtmaterial als Ausgangswerkstoff

für Motor- und Getriebeteile

erzeugt. Die Planung sieht vor, dass jährlich

400.000 t Walzdraht und 600.000 t

gerades Stabmaterial und Stabstahl in Bunden

produziert werden. Der Auftrag, der

Primetals Technologies erteilt wurde, um -

fasst auch eine Vorblockstranggießanlage,

die jährlich 1,1 Mill. t Vorblöcke produzieren

soll. Die Endabnahme für diese Anlage fand

2017 statt.

www.primetals.com (sm 180606275)

/

stahlmarkt 6.2018


14 K Steel International

USA verhängen weitere Sanktionen

gegen Russland

Handel mit Oligarchen und Unternehmen erschwert

New York. Das US-amerikanische Amt für die Kontrolle von Auslandsvermögen

(OFAC) hat Anfang April 2018 den Handel mit einer Reihe von

russischen Bürgern, Unternehmen und Organisationen erschwert. Die

Erweiterung der Embargoliste SDN verschärft die Spannung zwischen

beiden Nationen und verunsichert zudem Handeltreibende.

Sieben prominente und politisch aktive

Oligarchen, zwölf mit ihnen verbundene

Unternehmen, 17 hochrangige Regierungsbeamte

sowie ein staatlicher Waffenhändler

und seine Bankentochter wurden der schon

sehr langen schwarzen Liste zugefügt.

Bereits im März 2018 hatte das OFAC als

Reaktion auf die Einmischung Russlands in

die US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016

fünf Unternehmen und 19 Einzelpersonen

mit einem Embargo belegt. Im selben Monat

hatten die USA 60 russische Diplomaten im

Zusammenhang mit der Vergiftung des ehemaligen

russischen Doppelagenten Sergej

Skripal in Großbritannien des Landes verwiesen.

Die US-Anwaltskanzlei Hughes Hubbard

& Reed sieht ebenfalls einen Zusammenhang

mit der vom US-Kongress geäußerten

Kritik an der Trump-Regierung. Ihr wird vorgeworfen,

das Gesetz zur Implementierung

und Ausweitung von Sanktionen (CAATSA)

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gegenüber dem Iran, Russland und Nordkorea

nicht sinngemäß anzuwenden.

Vorsicht bei der Partnerwahl

US-Unternehmen müssen nun generell mit

schärferen Sanktionen rechnen, wenn sie

Geschäfte in Russland oder weltweit mit

russischen Partnern abschließen. Die jüngste

Aktion der OFAC stellt aber auch die Zu -

sammenarbeit mit altbekannten Partnern in

Frage, indem sie signalisiert, dass nahezu

jede in Russland tätige Einzelperson oder

jedes Unternehmen als künftiges Sanktionsobjekt

in Frage kommt. Dies gilt vor allem

für die Geschäftsbereiche Finanzen, Verteidigung

und Energie.

Mit dem jüngsten Erlass ermahnte das

OFAC auch alle Nicht-US-Bürger, dass sie

aufgrund der CAATSA-Vorgaben mit sekundären

Sanktionen belegt werden könnten,

sollten sie an signifikanten Transaktionen

mit bereits sanktionierten Russen beteiligt

sein. Dementsprechend dürften sich nun

Nicht-US-Bürger über mögliche CAATSA-

Folgen für den künftigen Handel mit sanktionierten

russischen Partnern informieren.

L STEEL TICKER

WEGWEISER DURCH DEN

US-PARAGRAFENDSCHUNGEL

Falls Church. Der US-amerikanische Stahlverband

AIIS hat eine Broschüre über Ausnahmeregelungen

für Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte

herausgegeben. Gary Horlick, der

Anwalt des American Institute for International

Viele der sanktionierten russischen Oligarchen

stehen dem russischen Präsidenten

Wladimir Putin nahe und sind an wichtigen

Unternehmen in und außerhalb Russlands

beteiligt. So heiratete Kirill Shamalow 2013

Putins Tochter und ist Großaktionär des

Gas- und Petrochemieunternehmens Sibur.

Mil liardär Oleg Deripaska besitzt eine große

russische Industriegruppe und Viktor Vekselberg

ist Investmentfondsmanager. Be -

troffen sind auch Alexey Miller, stellvertretender

Chairman von Russlands größtem

Unterneh men Gazprom, und Andrey Kostin,

President und Chairman der Staatsbank

VTB.

Da das Embargo nicht für die Unternehmen

Sibur, Gazprom und VTB gilt, führt die

Nennung von Miller und Kostin zu großen

Problemen bei künftigen Handelsbeziehungen

mit diesen Unternehmen. Entsprechendes

passierte im Jahr 2017, als die OFAC

Exxon für einen Vertrag mit CEO Igor Sechin

für die nicht mit einem Embargo belegte

Rosneft abstrafte.

Zu den geblockten Unternehmen zählen

der Aluminiumerzeuger Rusal plc, die Energiegruppe

Renova, der Waffenhändler

Rosoboronoeksport (ROE) und die Russian

Financial Corporation Bank (RFC). ROE verfügt

weltweit über zahlreiche Geschäftsbeziehungen,

auch in Europa, Indien und China.

Diese Beziehungen überprüfen die USA

nun auf Beteiligungen von US-Bürgern, US-

Finanzierungen sowie Gütern, Dienstleistungen

und Technologien des Landes.

(sm 180606285)

Steel, zeigt Fallstricke bei der Beantragung auf

und gibt Tipps für einen erfolgsversprechenden

Weg durch den Paragrafendschungel. Das Nachschlagewerk

kann über die AIIS-Homepage be -

stellt werden. US-Präsident Donald Trump hatte

Mitte März 2018 Zölle von 25 % auf Stahl- und

10 % auf Aluminiumimporte angekündigt, um die

heimische Industrie zu schützen.

kibi/WS(SHN)/SE/Jp (sm 180506221)

stahlmarkt 6.2018


Branchenbericht K 15

Großanlagenbau: Wende zum Besseren

in Sicht

Belebung der Rohstoffmärkte verspricht neuen Schwung

Frankfurt/Main. Im deutschen Großanlagenbau bessert sich die

Stimmung. Die Flaute mit einem Auftragsschwund von 45 % innerhalb

von zehn Jahren scheint überwunden. Der Wettbewerb wird aber eher

noch härter.

Erstmals seit 2013 kann der deutsche

Großanlagenbau wieder mit einer Belebung

seines Geschäfts rechnen. Eine präzise Prognose

zur Entwicklung der Auftragseingänge

im laufenden Jahr wagt die Arbeitsgemeinschaft

Großanlagenbau (AGAB) im Verband

Deutscher Maschinen- und An lagenbau

(VDMA) zwar noch nicht. Doch aus den

Worten des AGAB-

Sprechers Jürgen

Nowicki lässt sich

erkennen, dass bei

den Unternehmen

wieder Optimismus

eingekehrt ist: »Die

Zuversicht, dass

es 2018 zu einer

Trendwende im Großanlagenbau kommen

könnte, ist gewachsen. Laut einer aktuellen

Umfrage unter den Mitgliedern der AGAB

gehen mehr als 70 % der Unternehmen von

konstanten bzw. steigenden Auftragseingängen

sowie einer zunehmenden Projektund

Anfragetätigkeit aus.«

Impulse von den Rohstoffmärkten

Die Erwartungen liegen bei einem Wachstum

der Auftragseingänge von »einigen

Prozent«, je nach Branche allerdings zum

Teil recht unterschiedlich. Zudem kann die

Statistik bereits durch wenige Großaufträge,

die sich zeitlich verschieben, durcheinander

geraten. Gründe für die bessere Stimmung

leitet Nowicki, hauptberuflich Sprecher der

Geschäftsleitung von Linde Engineering, vor

allem aus den »günstigen konjunkturellen

Perspektiven und dem Aufschwung an den

Rohstoffmärkten« ab. »Die Rohstoffpreisentwicklung

gilt als wichtiger Konjunkturindikator

im Großanlagenbau. Dies zeigte

sich etwa in den Jahren 2006 bis 2008, als

die Notierungen für Rohöl ein Allzeithoch

erreichten und die Bestellungen im Großanlagenbau

parallel dazu auf Rekordniveau

notierten. Hinter dieser Wechselbeziehung,

die auch in früheren Konjunkturphasen zu

beobachten war, stehen vor allem positive

»

Die Zuversicht, dass es 2018 zu einer Trendwende im Großanlagenbau

kommen könnte, ist gewachsen. Mehr als 70 % der Unternehmen gehen von

konstanten bzw. steigenden Auftragseingängen sowie einer zunehmenden

Projekt- und Anfragetätigkeit aus.

Jürgen Nowicki, AGAB-Sprecher

Vermögenseffekte und verbesserte Gewinnaussichten:

Steigende Notierungen erweitern

die Budgetspielräume der Rohstoffeigner

und machen Investitionen in die Förderung

und die Weiterverarbeitung von Rohstoffen

zunehmend lukrativ.« Regionen wie

Südamerika, Nordafrika und der Mittlere

Osten könnten dadurch wieder stärker in

den Fokus rücken.

Allerdings weiß naturgemäß niemand

beim VDMA, wie sehr die handelspolitischen

Querelen zwischen den USA und verschiedenen

Teilen der Welt das Geschäft

verhageln könnten. Nowicki merkt zu dem

an: »Damit es tatsächlich

zu dem er -

hofften Um schwung

im Großanlagenbau

kommt, muss auch

der regulatorische

Rahmen im Inland

stimmen.« Die Branche

begrüße es daher, dass die deutsche

Politik die enorme volkswirtschaftliche

Bedeutung des Groß anlagenbaus als Grundlage

internationaler Wirtschaftsbeziehungen

erkannt habe. »Sie muss ihre Instrumente

aufgrund des hochvolatilen Umfelds

in kürzeren Abständen als bisher überprüfen

und bei Bedarf umgehend an passen«, so

Nowicki.

Starker Einbruch im Kraftwerksbau

Bereits im vergangenen Jahr deutete sich

eine Erholung an. Zwar sind die Auftragseingänge

2017 noch um 6 % auf 17,8 (18,9)

Mrd. € geschrumpft. Dieser Rückgang war

allerdings nahezu ausschließlich auf die

stark reduzierte

Nachfrage im Markt

für

thermische

Kraftwerke zurückzuführen.

In anderen

Teilbranchen

wie etwa dem

Chemieanlagenbau

und dem Hüttenund

Walzwerksbau konnte 2017 dagegen

über deutlich höhere Bestellungen als im

Vorjahr berichtet werden. Die inländischen

Bestellungen sind insgesamt um 3 % auf

3,8 (3,7) Mrd. € gestiegen. Diese Stabilisierung

lag in erster Linie an steigenden Aufträgen

im metallurgischen Anlagenbau und

in der Elektrotechnik sowie dem wichtiger

werdenden Ge schäft mit Modernisierungen,

Services und Ersatzteilen. Rückläufige

Orders gab es hingegen zum wiederholten

Male im Kraftwerksbau. In langfristiger

Betrachtung liegt der Auftragseingang im

Inland aber noch immer um 14 % unter

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16 K Branchenbericht

dem Durchschnitt der letzten Dekade (2008

bis 2017: 4,4 Mrd. €); im Vergleich zum

Rekordjahr 1993 (7,4 Mrd. €) hat sich die

Nachfrage sogar nahezu halbiert. Da zahlreiche

Anlagen in Deutschland bereits seit

vielen Jahren in Betrieb sind, fragen Kunden

immer häufiger Instandhaltungsleistungen

wie etwa Wartungen und Inspektionen

nach, um auf diese Weise die Lebensdauer

und Leistungsfähigkeit ihrer Anlagen zu

erhöhen. Davon profitierte das Geschäft mit

Ersatzteilen und Kleinaufträgen, das um

12 % auf 857 Mill. € wuchs.

Die Exportnachfrage fiel 2017 um 8 %

auf 14,0 (15,2) Mrd. €. Beträchtlich waren

die Rückgänge in Afrika und im Mittleren

Osten. Hingegen konnte der Großanlagenbau

im asiatisch-pazifischen Raum einen

Zuwachs um 60 % verbuchen. Diesen Aufschwung

verdankte die Branche vor allem

der starken Nachfrage aus China sowie vereinzelten

Großaufträgen aus Südostasien.

Darüber hinaus meldeten die Unternehmen

hohe Bestellungen aus den USA, Russland,

Großbritannien und Indien. Innerhalb der

einzelnen Branchen war der Einbruch im

thermischen Kraftwerksbau besonders empfindlich.

AGAB-Geschäftsführer Thomas

Waldmann: »Die Hersteller von Kraftwerken

mussten in diesem schwierigen Marktumfeld

2017 Federn lassen.« Die Bestellungen

sanken um 32 % auf 5,5 Mrd. €. Niedriger

war das Niveau zuletzt im Jahr 2004 mit

5,3 Mrd. €. Nach Auffassung der AGAB

wird die thermische Energieerzeugung auch

langfristig notwendig bleiben, da gesamtheitliche

Konzepte für eine CO 2

-freie und

gesicherte Energieerzeugung in den Bereichen

Strom, Wärme und Transport nach wie

vor fehlen. Gleichwohl ist bereits seit einigen

Jahren weltweit ein klarer Trend zur CO 2

-

Vermeidung bei Stromerzeugungsanlagen

erkennbar. Im globalen Chemieanlagenbau

haben sich die Wettbewerbsintensität und

der Preisdruck weiter verschärft, so die

AGAB. Dennoch konnte der Chemieanlagenbau

steigende Auftragseingänge verbuchen,

was insbesondere auf Großaufträge

aus dem Ausland zurückzuführen war:

Die Bestellungen für verfahrenstechnische

Chemieanlagen übertrafen mit 2,8 Mrd. €

»

Die metallurgische Industrie befindet sich in einem grundlegenden

Veränderungsprozess mit weitreichenden Konsequenzen für die Anbieter und

Betreiber von Anlagen. Die Kunden erwarten technologisch anspruchsvolle

Lösungen und fordern neue, digitale Produkte und Dienstleistungen ein.

Jürgen Nowicki, AGAB-Sprecher

den Vorjahreswert um bemerkenswerte

58 % und erreichten damit das höchste

Niveau seit 2014.

Aufgehellte Stimmung

in der Hüttentechnik

Die Stimmung im Hütten- und Walzwerksbau

hat sich 2017 leicht aufgehellt. Parallel

zu der günstigen Entwicklung der Weltkonjunktur

profitierte die Branche von einer

höheren Produktion und zunehmenden

Investitionen in der Stahlindustrie. In den

Auftragsbüchern des Hütten- und Walzwerksbaus

im VDMA hat sich dies positiv

niedergeschlagen. Die Bestellungen stiegen

2017 ebenfalls um 58 % auf 2,2 Mrd. €.

Allerdings blieben die Ordereingänge damit

immer noch unter dem Durchschnitt der

vergangenen Dekade (2,8 Mrd. €) und deutlich

hinter den Spitzenwerten der Jahre

2007 und 2008 mit jeweils knapp 6 Mrd. €

zurück. Nowicki: »Die metallurgische Industrie

befindet sich in einem grundlegenden

Veränderungsprozess mit weitreichenden

Konsequenzen für die Anbieter und Be -

treiber von Anlagen. Die Kunden erwarten

technologisch anspruchsvolle Lösungen und

fordern neue, digitale Produkte und Dienstleistungen

ein, mit denen Prozesse optimiert

werden können und sich die Effizienz von

Anlagen weiter steigern lässt.« Die deutschen

Hütten- und Walzwerksbauer hätten

hierzu bereits vielfältige Ideen generiert und

»bieten etwa im Bereich der Datenanalyse

und der Visualisierung von Fehlermeldungen

marktfähige Produkte an, die gemeinsam

mit den Nutzern entwickelt wurden

und auf deren Bedürfnisse zugeschnitten

sind«.

Der Umsatz der Großanlagenbauer verminderte

sich 2017 um 7 % auf 21,2 (22,8)

Mrd. €. Die Arbeitsgemeinschaft macht da -

rauf aufmerksam, dass sich der Umsatz im

Großanlagenbau seit jeher kontinuierlicher

entwickelt als die sehr volatilen Auftragseingänge.

Das liege zum einen an den Zahlungsmodalitäten

im Großanlagenbau. Die

Kunden überweisen ihre Raten häufig entsprechend

dem Baufortschritt einer Anlage,

was zu einem relativ konstanten Einnahmestrom

führt. Darüber hinaus bewirke der von

vielen Unternehmen konsequent betriebene

Ausbau des Servicegeschäfts eine Verstetigung

der Mittelzuflüsse. Als Indikator zur

Beurteilung der aktuellen Marktentwicklung

sei der Umsatz im Großanlagenbau eher

ungeeignet, da er angesichts der Langfristigkeit

des Geschäfts nur zurückliegende

Aufträge spiegele, betont die AGAB.

Auftragseingänge binnen

zehn Jahre fast halbiert

Die jetzt möglicherweise zu Ende gehende

Durststrecke hält schon länger an. Seit dem

Rekordjahr 2008 ist der deutsche Großanlagenbau

quantitativ nicht mehr vorangekommen.

Von gut 32 Mrd. € sank der Auftragseingang

unter Bewegungen nach oben und

unten (ab 2013 nur noch nach unten) auf

die genannten knapp 18 Mrd. € im Jahr

2017 – innerhalb von zehn Jahren immerhin

um rd. 45 %. Die Gründe lassen sich leicht

finden: Technisch sind die deutschen Anbieter

weiterhin Spitze. Doch die Konkurrenz

nimmt zu. Die Schwellenländer bauen vermehrt

eigene Anlagen oder verlangen, bei

der Erstellung eingebunden zu werden.

Überkapazitäten drücken vor allem in den

Sparten auf den Markt, in denen deutsche

Hersteller besonders stark sind, wie etwa bei

Stahlwerken oder Zementanlagen. Preislich

kann sich deutsche Spitzentechnik nicht

immer durchsetzen, zumal dann, wenn sie

nach Meinung der Kunden nicht notwendig

ist. Neben fiskalischen Nachteilen wie Doppelbesteuerungen

sowie teilweise üblichen

Subventionen für ausländische Anlagenbauer

sind es aber vor allem sinkende Rohstoffpreise,

die den Markt beeinflussen. Sie lassen

das gesamte Auftragsvolumen schrumpfen,

sodass die Marktanteilsverluste deutscher

Unternehmen zwar nicht zu verkennen

sind, jedoch nicht das Ausmaß des

Auftragsschwunds erreichen. Vor zehn

stahlmarkt 6.2018


Branchenbericht K 17

Jahren bezifferte die AGAB den Weltmarktanteil

auf etwa 20 %, im Lagebericht für

2017 ist noch von 15 % die Rede. Bei einem

Auslandsanteil von rd. 80 % im Durchschnitt

der letzten Jahre muss das ohne

Zweifel immer noch als eine hervorragende

Leistung bewertet werden.

Nun ist zwar ein Ende der Flaute in Sicht,

doch der Markt ist eher schwieriger geworden.

Nowicki: »Der Großanlagenbau agiert

immer mehr in einem volatilen, unsicheren,

komplexen und mehrdeutigen Marktumfeld,

das durch hohen Preis- und Wettbewerbsdruck

gekennzeichnet ist. Durch das

Erstarken des Protektionismus wird das Ge -

schäft zusätzlich belastet. Die Investitionsplanungen

der Kunden leiden unter diesen

Maßgaben. Unsere Unternehmen müssen

daher Anpassungsfähigkeit beweisen und

innovativ auf veränderte Kundenbedürfnisse

reagieren.« Hierbei spiele die Übernahme

der Gesamtverantwortung für Projekte – die

sogenannte EPC-Fähigkeit – eine entscheidende

Rolle. Eine aktuelle Studie des Bundeswirtschaftsministeriums

belege, dass

79 % der deutschen Unternehmen mit Projektgeschäft

weiterhin an EPC-Aufträgen

interessiert sind. In diesen Markt würden

allerdings immer mehr technologieungebundene

Generalunternehmer aus Asien

drängen. »Der Wettbewerbsdruck hat in

Folge dieser Entwicklung seit 2015 signifikant

zugenommen.«

Positiver Einfluss durch

Digitalisierung

Der Großanlagenbau sei mittlerweile auch

besser auf die Herausforderungen der Digitalisierung

vorbereitet als noch vor wenigen

Jahren und habe erste digitale Produkte am

Markt platziert. Laut einer VDMA-Umfrage

rechnet die Branche mit einem positiven

Einfluss dieser Aktivitäten auf die Umsatzund

Erlössituation und erwartet, dass sich

die Margen im Großanlagenbau in den

kommenden drei Jahren um bis zu 10 %

verbessern könnten. »Patentrezepte für die

Einführung von Industrie 4.0 gibt es im

Großanlagenbau indessen nicht. Die Unternehmen

müssen individuelle Wege finden,

die das jeweilige betriebliche Umfeld und

die Kundenwünsche im Blick haben«, be -

tont Nowicki.

Trotz aller Erschwernisse, so fasst Nowicki

zusammen, blickt der Großanlagenbau mit

berechtigtem Optimismus in die Zukunft.

»Die Unternehmen setzen auf ihre hochqualifizierten

und unternehmerisch denkenden

Mitarbeiter, ihr umfassendes Methodenwissen

und ihre technische Exzellenz.

Darüber hinaus hat auch die deutsche Politik

die enorme volkswirtschaftliche Bedeutung

des Großanlagenbaus wieder als Chance für

langfristige internationale Wirtschaftsbeziehungen

erkannt. Sie verfolgt deshalb das

Ziel, das bereits vorhandene Instrumentarium

zur Unterstützung der Branche zu verbessern

und insbesondere für strategische

Projekte im Ausland zu erweitern.«

(sm 180606303)

60 Jahre Universal – das Original.

Wir danken unseren Partnern für 60 Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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18 K Branchenbericht

Weltmaschinenmarkt: Europa wächst am stärksten

Frankfurt/Main. Im Weltranking des Maschinenbaus hat Deutschland seinen dritten Platz 2017

gut behaupten können.

Nicht etwa Asien mit dem Maschinenbau

giganten China und Japan war im vergangenen

Jahr die Region mit dem stärksten

Umsatzwachstum, sondern der sogenannte

alte Kontinent. »Der europäische Konjunkturaufschwung

hat sich im vergangenen

Jahr auf dem Maschinenmarkt erfreulich be -

merkbar gemacht«, stellt Dr. Ralph Wiechers

fest, der Chefvolkswirt des Verbands Deutscher

Maschinen- und Anlagebau (VDMA).

Nach Berechnungen und Schätzungen des

VDMA stieg der Umsatz mit Maschinen und

Anlagen (ohne Serviceleistungen) in Europa

um 6 % auf 777 Mrd. €. Das war der höchste

Zuwachs seit dem Jahr 2011. Europa

übertraf damit die Entwicklung auf dem

weltweiten Maschinenmarkt deutlich, dessen

Gesamtumsatz – nach einem Rückgang

um 1 % im Jahr 2016 – nun leicht um 1 %

auf 2,56 Billionen € zulegte. Auf Europa

entfiel damit ein Anteil von 30,4 %.

Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurde

überall der Umsatzwert für alle Unternehmen

verwendet, nicht nur für solche ab 50

Beschäftigten. Auch sind wegen Wechselkursschwankungen

die Zahlen nicht immer

voll vergleichbar. »Im Jahr 2017 sind die

Investitionen in der Industrie endlich angesprungen,

insbesondere in den EU-Ländern.

Die Konjunktur auf dem europäischen

Markt hat im Laufe des vergangenen Jahres

erkennbar an Fahrt gewonnen und 2018

dürfte sich der Aufschwung im Maschinenbau

fortsetzen«, so Wiechers.

Deutscher Anteil leicht gestiegen

Deutschland hat seine seit 2013 eingenommene

Position als drittgrößter Maschinenproduzent

der Welt gehalten. 2017 stieg der

Umsatz um 5 % auf 274 Mrd. €. Damit entfielen

10,7 % nach 10,3 % des weltweiten

Maschinenumsatzes auf die Bundesrepublik.

China blieb 2017 mit deutlichem Abstand

der weltgrößte Maschinenhersteller – eine

Position, die die Volksrepublik seit 2009

innehat. Ein Gesamtumsatz von 910 Mrd. €

entsprach einem Rückgang um fast 6 %,

aber immer noch einem Anteil von 35,6 %.

Auf Platz 2 im Ranking folgen, wie schon in

den Vorjahren, die USA. Hier wurde der

Umsatz um 3 % auf 326 Mrd. € (Anteil

12,8 %) gesteigert. Auch die japanischen

Hersteller (Platz 4), die langjährigen engsten

Konkurrenten der Deutschen, konnten den

Umsatz um 2 % auf 243 Mrd. € (Anteil

9,5 %) erhöhen. Italien, die Nummer 5,

legte um 5 % auf 119 Mrd. € zu (Anteil

4,7 %). Die ersten fünf Länder stehen für

73 % des Weltmaschinenumsatzes. Südkorea

nimmt mit 3,4 % Anteil den sechsten

Platz ein. Die früheren klassischen europäischen

Maschinenbauländer wie Frankreich

und Großbritannien folgen mit nur noch

2,0 % und 1,7 % Anteilen. Indien und

Kanada stehen mit 1,5 % und 1,2 % auf

den Rängen 9 und 10. Auch Russland

kommt nur auf einen Anteil von 1,0 %.

Asien (53,0 %) bleibt mit deutlichem Vorsprung

die größte Fertigungsregion im globalen

Maschinenbau. Allerdings schrumpfte

dieser Markt um knapp 3 % auf 1,36 Billionen

€. Amerika legte insgesamt um 5 % auf

407 Mrd. € zu und war mit 15,9 % nach Asien

und Europa (30,4 %) abermals drittgrößte

Absatzregion. Für Afrika und Australien bleiben

nur jeweils weniger als 1 %. kv

(sm 180606304)

L KURZMELDUNG

MINERALISCHE BAUSTOFFE AUS

DER STAHLINDUSTRIE BESSER

EINSETZEN

Duisburg. Das FEhS-Institut für Baustoff-Forschung

e.V. hat in einem Gutachten den Verbesserungsbedarf

des abfall- und vergaberechtlichen

Rechtsrahmens für den Einsatz mineralischer

Baustoffe bei öffentlichen Ausschreibungen über

Bauleistungen analysieren lassen.

»Im Ergebnis brauchen wir eine Änderung des

Vergaberechts auf Bundes- und Länderebene, um

den politischen Anspruch und die praktische Wirklichkeit

in Bezug auf die angestrebten Ziele zur

Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung für

den Stoffstrom der Baustoffe aus der Stahlindustrie

in Einklang zu bringen«, so FEhS-Geschäftsführer

Thomas Reiche.

Anlass für das Gutachten war die in Bezug auf

die Baustoffe aus der Stahlindustrie festzustellende

Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

bei der Verwirklichung von Kreislaufwirtschaft

und Ressourcenschutz. In vielen politischen

Programmen auf nationaler (z. B. ProgRess I und

II) sowie auf europäischer Ebene – wie in der Strategie

für ein ressourceneffizientes Europa – wird

vor allen Dingen eine deutlich stärkere Fokussierung

auf die Ressourcenschonung gefordert. Die

Europäische Union hat dazu in ihrer Strategie

einen interessanten Vergleich angestellt: Während

der Verbrauch von fossilen Brennstoffen im letzten

Jahrhundert weltweit um den Faktor 12 an -

stieg, nahm im gleichen Zeitraum der Verbrauch

von natürlichen Ressourcen weltweit um den

Faktor 34 zu!

Auch die Vereinten Nationen haben in ihrer

»Agenda für die nachhaltige Entwicklung 2030«

bereits vor einigen Jahren deutlich darauf hingewiesen,

dass dem Verbrauch natürlicher Ressourcen

weltweit deutlich mehr Beachtung geschenkt

werden muss.

www.fehs.de

/

WS(SHN)/SE/ (sm 180506174)

stahlmarkt 6.2018


Stahlhandel & Stahl-Service-Center K 19

Stahlportfolio vorgestellt

Ascometal, die neue Business Unit von SCHMOLZ + BICKENBACH

feierte Premiere auf der wire 2018

Düsseldorf. Das auf die Herstellung und Verarbeitung von Sonderstählen,

Langstählen sowie Kugellagerstählen spezialisierte Unternehmen

Ascometal hat zum ersten Mal als Teil der SCHMOLZ + BICKENBACH-

Gruppe an der Messe wire in Düsseldorf teilgenommen.

Ascometal

Per Hochfrequenz-Ultraschallprüfung werden

Komponenten getestet.

Die neue französische Konzerntochter

präsentierte ihr Angebot an Speziallangstählen,

insbesondere die zahlreichen, in der

eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung

entwickelten Stahlsorten.

Ascometal gehört seit 1. Februar 2018 zur

SCHMOLZ + BICKENBACH-Gruppe und er -

gänzt somit das Markenportfolio des Konzerns

mit hochqualitativen Edelbaustählen.

Dazu zählen unter anderem gewalzter, kalt

bearbeiteter und wärmebehandelter Stabstahl,

Walzblöcke und Knüppel sowie Drähte,

in unterschiedlichen Qualitäten und

Abmessungen. Ascometal-Stähle kommen

vornehmlich in der Automobilbranche, in

Lagern, im Maschinenbau und im Öl- und

Gasbereich zum Einsatz. Der Vorteil für Kunden

von SCHMOLZ + BICKENBACH: Ihnen

steht fortan ein noch vielfältigeres Angebot

an Stahlsorten aus einer Hand zur Verfügung.

Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung

von Ascometal arbeitet zudem kontinuierlich

an der Verbesserung von Stahleigenschaften,

entwickelt neue Stahlsorten

und optimiert Herstellungsverfahren. Das

unternehmenseigene Forschungszentrum

CREAS befindet sich auf dem Betriebsgelände

in Hagondange.

Auf der wire wurden die bewährten Stahlsortenlösungen

und deren konkrete Einsatzbereiche

in den Mittelpunkt gerückt. Dazu

zählen Jomasco ® , ein Einsatzstahl mit optimierter

Härtbarkeit, verbesserter Abschreckbarkeit

(insbesondere für die Gasabschreckung)

und verbesserter Kühlleistung, die

eine hervorragende Geradheit ermöglicht,

sowie das Metasco ® -Stahlsortiment mit

einem großen Produktangebot, das sich

hauptsächlich für das Warmschmieden eignet.

So gewährleistet Metasco hochwertige

mechanische Eigenschaften und Kosteneinsparungen

über den gesamten Herstellungsprozess

hinweg. Die neueste Sortenentwicklung,

Metasco VBI, eignet sich be -

sonders für die Induktionsnachbehandlung

und gewährleistet eine Verbesserung der

mechanischen Eigenschaften. Splitasco ® -

Stahlsorten sind Stähle für crackbare Pleuelstangen:

Die neue Variante Splitasco XS

bietet beträchtliche neue Möglichkeiten für

das Verhältnis von Volumen und Gewicht

von Pleueln mit hohen mechanischen Eigenschaften

für leichte Fahrzeuge und Trucks.

Für den Öl- und Gasbereich ist die Ascowell

® -Produktreihe konzipiert worden, während

sich Ascometal-Stähle der Sorte Vitac ®

durch eine verbesserte Zerspanbarkeit auszeichnen.

Letztere sind auf die verschiedenen

Bearbeitungsprozesse abgestimmt.

Außerdem können die Experten dank ihrem

neuen Induktionswärmebehandlungsofen

für Stähle mit kleinem Durchmesser neue

Produkte anbieten. Der Ofen soll bereits in

der zweiten Jahreshälfte 2018 voll einsatzfähig

sein. Nicht zuletzt informiert Ascometal

über das State-of-the-Art-Abläng-/

Bearbeitungszentrum im Werk Le Marais.

Die Anlage ermöglicht enge Toleranzen in

Bezug auf Länge und Parallelität der Stangenenden

sowie Geradheit der Stahlprodukte.

www.ascometal.com

/

Ascometal gehört zu den führenden europäischen

Herstellern von Edelbaustählen. Das französische

Unternehmen ist Teil der SCHMOLZ + BICKEN-

BACH-Gruppe. Der Konzern zählt sowohl bei

Werkzeugstahl als auch bei rostfreiem Langstahl

zu den führenden Herstellern im globalen Markt

und gehört zu den beiden größten Unternehmen

in Europa für legierten und hochlegierten Edelbaustahl.

Mit über 10.000 Mitarbeitern und eigenen

Produktions- und Distributionsgesellschaften

in über 30 Ländern auf fünf Kontinenten gewährleistet

das Unternehmen die globale Betreuung

und Versorgung seiner Kunden und bietet ihnen

weltweit ein komplettes Portfolio aus Produktion

und Sales & Services. Sie profitieren von der technologischen

Expertise des Unternehmens, der

weltweit konstant hohen Produktqualität sowie

der detaillierten Kenntnis lokaler Märkte.

(Foto: Ascometal)

(sm 180606276)

stahlmarkt 6.2018


20 K Stahlhandel & Stahl-Service-Center

ArcelorMittal Neuwied investiert

Wesentliche Ziele: Automatisierung und Mitarbeitersicherheit

Neuwied. ArcelorMittal, größter Stahlhersteller der Welt mit Sitz in

Luxemburg, investiert rd. 16,5 Mill. € in den Ausbau des Standorts

Neuwied. Zu den großen Investitionen in diesem Jahr gehören vor allem

zwei Messerwellenbauroboter mit automatischen Separierwellen,

zwei neue Krananlagen und eine neue Spaltanlage.

Stahl als ein Grundlagenmaterial des

modernen Lebens hat als hundertprozentig

recyclingfähiges Produkt vom Automobil

über den Heizkörper bis zur Waschmaschine

Konjunktur. Deswegen werden die Kapazitäten

des Stahl-Service-Centers am Rhein

deutlich ausgebaut. In Neuwied verarbeitet

ArcelorMittal Stahlblech, das vor allem aus

den eigenen

Werken in Bremen,

Eisenhüttenstadt

und

Gent stammt,

und schneidet

es bedarfsgerecht

für Kunden

im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau

zu. Die meterhohen Rollen mit dem

aufgewickelten Stahl, die sogenannten

Coils, wiegen bis zu 30 t. Entsprechend groß

sind die Schneideanlagen. Dutzende verschiedener

Stahlqualitäten für unterschiedlichste

Anwendungen und Produkte können

Weiterverarbeiter und Automobilhersteller

in Neuwied bestellen.

Dank der logistisch perfekten Lage an der

B256 mit Autobahnnähe und eigenem

Schiffsanleger kann das auf die jeweiligen

Kundenbedürfnisse zugeschnittene Mate rial

in kürzester Zeit deutschland- und europaweit

geliefert werden. Das Neuwieder Werk

mit seinen rd. 100 Mitarbeitern ist ein

attraktiver Arbeitgeber, der im Jahr rd.

400.000 t Stahl verarbeitet – Tendenz steigend.

Wir investieren in eine erhebliche

Kapazitätserweiterung und in diverse Automatisierungsprojekte,

um Produk tivität und

»

Wir investieren in eine erhebliche Kapazitätserweiterung

und in diverse Automatisierungsprojekte, um Produk tivität

und Arbeits sicherheit am Standort zu steigern.

Friedrich Raffauf, Geschäftsführer

Arbeits sicherheit am Standort zu steigern,

erläutert Geschäftsführer Friedrich Raffauf.

Die Messerwellenbauroboter dienen da -

zu, große Stahlwellen automatisch mit den

bis 20 kg schweren Schneidemessern zu

bestücken und die mit Messern bestückten

Wellen in die beiden Schneideanlagen einzuführen.

Die Coils werden dann in Bahnen

geschnitten und für Kunden konfektioniert.

Beim Messerbau, also dem Bestücken der

Wellen mit den Schneidemessern, wird da -

mit künftig ein Roboter den Kollegen die

schwerste Arbeit abnehmen. Auch die automatische

Separierung durch die neuen Se -

parierwellen reduziert das Risiko eines direkten

Eingriffs in die Produktion und dient

damit in erster Linie der Sicherheit vor Ort.

Ende 2018 soll zudem eine neue Spaltanlage

ihre Produktion aufnehmen. Diese

Anlage kann dann Coils von bis zu 30 t

Gesamtgewicht und einer Materialdicke von

bis zu 4 mm spalten und soll das Produktionsvolumen

um weitere 100.000 t erhöhen.

Auch die neue Anlage erhält einen

Messerwellenbauroboter und automatische

Separierwellen. Hinzukommen soll zudem

eine neue Verpackungsanlage, mit der ge -

schnittene und zu Coils gerollte Stahlbleche

automatisch für den Transport vorbereitet

werden können.

»Mit den Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen

unterstützen wir vor allem

auch unsere Mitarbeiter beim Umgang mit

schweren Bauteilen«, sagt Geschäftsführer

Raffauf. »Safety First ist und bleibt eines der

wichtigsten Anliegen aller Projekte bei

Arcelor Mittal.« So werden zusätzliche Si -

cherheits-Laserscanner für eine 360°-Absicherung

um die Zone des Messerdrehkreuzes

installiert, damit eine ununterbrochene

Überwachung des Sicherheitsbereichs ge -

währleistet ist.

Bis Ende Februar 2018 hat der weltgrößte

Stahlhersteller am Standort Neuwied bereits

rd. 6,5 Mill. € investiert. Für die weiteren

geplanten Baumaßnahmen und die Maschinen

sind bis Ende 2018 zusätzlich 10 Mill. €

vorgesehen.

https://germany.arcelormittal.com/

/

(sm 180606293)

www.stahlmarkt-magazin.de

stahlmarkt 6.2018


ESH EURO STAHL-Handel meldet starken

Jahresauftakt

Wuppertal. Nach dem Rekordergebnis 2017 setzen die in der

ESH EURO STAHL-Handel GmbH & Co. KG, einer Tochter des Wuppertaler

E/D/E, organisierten mittelständischen Stahlhändler zu Beginn dieses

Jahres den positiven Trend fort.

Im vergangenen Jahr hatte das E/D/E im

Stahlbereich ein Wachstum von 32,7 % verzeichnet

und erstmals die Marke von

1 Mrd. € Handelsvolumen überschritten.

Damit posi tionierte sich das E/D/E unter den

Einkaufskooperationen als Marktführer im

Bereich Stahl und als wichtiger Partner für

den mittelständischen Stahlhandel. Neben

den klassischen Dienstleistungen der ESH

profitieren Mitgliedsunternehmen in besonderem

Maße auch von den integrierten

Finanzdienstleistungen der ETRIS BANK, die

Teil der E/D/E-Gruppe ist. 2017 wurde auch

eine neue Re kordsumme an Rückvergütungen

von mehr als 13 Mill. € an die Mitgliedsunternehmen

ausgezahlt. Für 2018 werden

sowohl hinsichtlich des Handelsvolumens als

auch der Rückvergütungen erneut Bestmarken

erwartet.

Gestützt wird die positive Entwicklung

von starken neuen Mitgliedsunternehmen,

die sich dem E/D/E bzw. der ESH zu Beginn

des vergangenen Jahres angeschlossen

haben. Derzeit interessieren sich weitere

Stahlhändler für eine Zusammenarbeit mit

der ESH. Joachim Hiemeyer, ebenfalls ESH-

Geschäftsführer und innerhalb der E/D/E-

Geschäftsführung für den Bereich Stahl

verantwortlich: »Die hervorragenden Zahlen

basieren nicht allein auf der guten Konjunktur.

Sie sind auch eine schöne Bestätigung

der Arbeit unseres Teams.« Der

Generations wechsel von dem langjährigen

Leiter des E/D/E-Geschäftsbereichs Stahl,

Heinz-Alfred Liebig, hin zur heutigen operativen

ESH-Führung um Geschäftsführer

Oliver Schaub, Prokurist Jürgen Laukandt

und Teamleiter Andreas von Helden sei

nunmehr erfolgreich abgeschlossen.

Das Team der EURO STAHL-Handel bindet

die Handelsunternehmen strategisch und

operativ mit ein und vertieft unter anderem

zu diesem Zweck die Fachkreisarbeit.

Bereits im vergangenen Jahr wurden unter

der Fe derführung von ESH-Prokurist Jürgen

Laukandt gemeinsam mit leistungsstarken

und kooperationsbereiten Handelsunternehmen

die Fachkreise Stabstahl/Träger

und Rohre ins Leben gerufen. Die Fachkreisarbeit

wird dieses Jahr noch weiter

intensiviert und ausgebaut. Ein eigens

gegründeter Expertenkreis bearbeitet seit

diesem Jahr auch den Produktbereich Edelstahl.

Gleichzeitig wird das Team der ESH

verstärkt und die Aufgabenverteilung zwischen

Einkauf und Ab wicklung neu justiert.

Die Ziele: mehr Freiraum für die Mitgliederbetreuung

und eine noch schnellere Ab -

wicklung der Geschäfte.

Ein wichtiger Mehrwert für die ESH-Mitglieder

ist auch die strategische Partnerschaft

mit dem Anbieter der erprobten

Shop-Lösung »steel.shop«, der Montanstahl

GmbH aus Oelde. Sie ermöglicht den ESH-

Handels partnern einen Einstieg in den digitalen

Vertrieb von Stahlprodukten. Bereits

jetzt ist das Interesse im Mitgliederkreis sehr

hoch. »An gefangen bei den richtigen

Schnitt stellen über die spezifischen Produktdaten

bis hin zum sensiblen Thema Datenschutz

finden in diesem geschlossenen Shop

alle Anforderungen des mittelständischen

Stahlhandels Berücksichtigung«, sagt Oliver

Schaub. »Wir begleiten interessierte Mitglieder

eng bei ihren ersten Schritten mit dieser

Lösung. «

www.ede.de

/

(sm 180506254)

stahlmarkt 6.2018


22 K Stahlhandel & Stahl-Service-Center

Van Leeuwen Pipe and Tube Group übernimmt Ferrostaal Piping Supply

Zwijndrecht/NL. Die Van Leeuwen Pipe and Tube Group hat die Aktivitäten von Ferrostaal Piping Supply

übernommen.

Dieser deutsch-niederländische Vertriebs-

und Servicepartner beliefert hauptsächlich

Unternehmen in der Chemie-,

Petrochemie- und Maschinenbaubranche

mit Rohren und Rohrzubehör. Die Übernahme

wurde am 1. Mai 2018 wirksam.

Ferrostaal Piping Supply, das 1953 gegründet

wurde, ist ein spezialisierter Lieferant

von Rohren und Rohrzubehör, der in

den Marktsegmenten Chemie, Petrochemie,

Gerätebau, Maschinenbau und Handel aktiv

ist. Sein Hauptsitz befindet sich im deutschen

Essen. Das Unternehmen richtet sich

insbesondere auf den deutschen und den

Benelux-Markt aus. Darüber hinaus exportiert

Ferrostaal Piping Supply seine Produkte

in verschiedene Erdteile. Ca. 40 Beschäftigte

erwirtschafteten einen Jahresumsatz von

mehr als 50 Mill. €.

Die Aktivitäten der niederländischen Niederlassung

von Ferrostaal Piping Supply werden

von den bestehenden Unternehmen

von Van Leeuwen aus ausgeführt. Die deutschen

Teams von Ferrostaal werden im Rahmen

des Van-Leeuwen-Netzwerks als selbstständige

Geschäftsteams operieren. Das

Unternehmen behält seinen eigenen Na -

men, seine Mitarbeiter und seinen Kundenkreis,

der das umfangreichere Produkt- und

Dienstleistungsangebot von Van Leeuwen

nutzen kann.

Die Strategie von Van Leeuwen ist darauf

ausgerichtet, mithilfe von Akquisitionen und

autonomem Wachstum seine führende

Marktposition in verschiedenen Industriesegmenten

auszubauen und zu stärken. Die

Übernahme erlaubt eine wichtige Erweiterung

des Vertriebsnetzes von Van Leeuwen.

Mit Ferrostaal Piping Supply erhält Van Leeuwen

einen größeren Zugang zum deutschen

Markt. Dies bezieht sich insbesondere auf

die Chemie- und Petrochemie-Branche, in

der Van Leeuwen weltweit aktiv ist. Daneben

bietet die Übernahme die Möglichkeit

eines weiteren Ausbaus der Dienstleistungen

im Maschinenbausegment, in dem Van

Leeuwen schon seit vielen Jahren in anderen

europäischen Ländern erfolgreich operiert.

www.vanleeuwen.com

/

(sm 180606300)

Upgrade bei mobilem Metallanalysator

Kleve. Spectro Analytical Instruments hat vor Kurzem ein Upgrade des mobilen Metallanalysators Spectrotest auf

den Markt gebracht.

Das mobile Spektrometer Spectrotest

liefert präzise Ergebnisse ohne Kompromisse,

wenn es um genaue Analysen, um

schwierig zu identifizierende Werkstoffe

oder um eine große Anzahl von Prüflingen

geht. Das Gerät wird in der Metallerzeugung,

der Metallverarbeitung und im Me -

tallrecycling eingesetzt. Zu den Anwendungen

zählen die Werkstoffverifizierung vor

Ort im Wareneingang, während des Produktionsprozesses

oder im Warenausgang so wie

die Sortierung für den Recyclingkreislauf.

Das Upgrade beinhaltet ein neues, fortschrittliches

Auslesesystem, es ist die Voraussetzung

für die Einführung von iCAL 2.0, der

konsistenten Erweiterung der Spectro-eigenen

iCAL-Kalibrationslogik. Dank iCAL 2.0

kommt es zur einer sehr guten Messstabilität

sogar bei äußeren Temperaturschwankungen.

Durch vordefinierte Kalibrationspakete

und der iCAL-2.0-Diagnosesoftware ist die

Messung einer einzigen Kontrollprobe bei

einem Zeitbedarf von weniger als fünf Minuten

zu Beginn des Arbeitstages bereits ausreichend.

Das iCAL-Diagnosesystem stellt

eine stabile Leistung über den ganzen Tag

hinweg sicher. Durch eine Web-Applikation

können die Messergebnisse auf einem

PC-Monitor, einem Tablet oder auch auf

einem Smartphone dargestellt werden. Das

Amecare-Performance-Service-Paket, das

auch für Spectrotest-Anwender verfügbar

ist, stellt mit mehr als 200 Servicetechnikern

in über 50 Ländern die ununterbrochene

Leistungsfähigkeit und einen maximalen

Nutzen über die gesamte Lebensdauer

sicher. Das Programm beinhaltet proaktive

Gerätewartung, Applikationspakete, Zugang

zu Produktexperten und gerätespezifische

Schulungen.

www.spectro.de

/

(sm 180606261)

stahlmarkt 6.2018


IT, Digitalisierung K 23

(Fotos: LZH)

3-D-Druck mit Draht: Laser-Heißdraht-

Auftragschweißen

Durch Mikro-Stereolithografie lassen sich

elastische Strukturen, wie dieses Spinnennetz

aus dem Polymer PDMS, herstellen.

Kreativ Additiv

Neuentwicklungen beim Laser Zentrum Hannover

Hannover. Unter dem Leitthema »Kreativ Additiv« zeigte das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) auf

der Hannover Messe 2018 kreative, lichtbasierte und überzeugende Lösungen für spezielle Anforderungen

im Bereich der additiven Fertigung und des 3-D-Drucks.

Das LZH entwickelt und optimiert spezielle

Prozesse für etablierte Werkstoffe

sowie Sondermaterialien. Die Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler des LZH forschen

dabei sowohl an Polymeren als auch

an Metallen. Um Produkte aus mehreren

Materialien in einem Zug additiv herstellen

zu können, forscht das LZH am Multimaterialdruck.

Mit düsenbasierten Verfahren

können die Wissenschaftler zum Beispiel

Härtegradienten in einem Polymerbauteil

erzeugen. Interessant ist das u. a. für Wearables,

In-Ear-Hörgeräte und -Kopfhörer. Sie

sollen außen weich und komfortabel, aber

innen hart genug sein, um die Funktion

optimal zu gewährleisten. Die Forscher

arbeiten weiterhin daran, Metalle in Polymermatrizen

einzubetten, um so Leiterbahnen

zu drucken oder Bauteile zu magnetisieren.

Hierfür sucht das Institut interes sierte

Unternehmen für gemeinsame Forschungsprojekte.

Additive Fertigung von Metall

Die additive Fertigung mit Metallen ermöglicht

völlig neue Wege, um Bauteile zu konstruieren:

Bauteile für den Automobilbau,

die Luft- und Raumfahrt werden leichter,

Sondermaterialien wie Magnesium finden

Einsatz sowohl im Leichtbau als auch in der

Biomedizintechnik, Funktionen lassen sich

direkt in einem Herstellungsschritt integrieren,

Implantate werden genau an den

Körper angepasst. All diese Anwendungen

ermöglicht das selektive Laser(mikro)schmelzen.

Die additive Fertigung eignet sich ge -

nauso, um wertvolle Bauteile zu reparieren

oder zu schützen. Mit dem lasergestützten

Auftragschweißen kann das LZH große

Mengen Material aufbringen, um große

Bauteile wie etwa Wellen mit einer Schutzschicht

zu versehen. Derzeit lassen sich

7,5 kg pro Stunde zuverlässig anbinden.

Wertvolle Güter wie Turbinenschaufeln können

die Wissenschaftler durch Laserauftragschweißen

einkristallin ausbessern. Kreative

Ansätze verfolgt das LZH nicht nur bei der

additiven Fertigung: Auf der Messe wurden

neben der additiven Fertigung auch die

sichere Entschärfung von Weltkriegsbomben

und andere Bereiche der Lasermaterialbearbeitung

beleuchtet.

« KONTAKT

Laser Zentrum Hannover e.V.

Hollerithallee 8

30419 Hannover

Tel. +49 511 2788-0

www.lzh.de

(sm 180606242)

stahlmarkt 6.2018


24 K IT, Digitalisierung

Intuitives Design und schnelle Bestellung

Neuer Online-Lochblech-Shop

Neunkirchen. Die Schäfer Lochbleche GmbH & Co KG bietet ab sofort

das gesamte Lagersortiment online an. Neben einem transparenten sowie

intuitiven Zugang zum Portfolio liegt das Hauptaugenmerk des Onlineshops

auf einer gezielten Nutzerführung, die mit wenigen Klicks zum

gewünschten Lochblech führt.

Das klar strukturierte Design des On -

lineshops ermöglicht bereits ab der Startseite

einen einfachen Einstieg. Zahlreiche Filterund

Auswahleinstellungen beispielsweise zu

Lochbildern, Formaten, Blechdicken und

Materialien führen konsequent zum individuellen

Wunschblech. Die entsprechenden

Produktfilter bedingen sich dabei gegenseitig,

der Nutzer bekommt nach jeder Eingrenzung

eine Gesamtzahl verfügbarer

Lochbleche angezeigt. Eine »Vergleichen«-

Funktion ermöglicht die Ge gen überstellung

beliebig vieler Produkte. Anwendungsbeispiele

geben weitere Ideen zu Einsatzbereichen

und Designs mit Lochblechen.

Merkliste, Mengenprüfung und

24-Stunden-Service

Daneben bietet der Shop viele weitere Features:

Infolge einer Merkliste können Kunden

Produkte speichern, diese bei einem

erneuten Login schneller wiederfinden oder

ihre Bestellung nach einer Mengenprüfung

direkt über die Merkliste auslösen. Auf jeder

Produktdetailseite haben User die Möglichkeit,

persönliche Fragen zu stellen oder Produktbewertungen

abzugeben. Integriert in

einen Footer sind Zertifikate, Angebote,

Möglichkeiten der Anarbeitung beziehungsweise

Blechweiterverarbeitung sowie eine

digitale Routenplanung für Werksabholungen.

Schließlich erlaubt eine mitscrollende

Menüleiste am seitlichen Bildschirmrand

jederzeit den Zugriff auf Schnellkontakt und

den aktuellen Hauptkatalog des Herstellers.

»Mit unserem Onlineshop ermöglichen wir

einen schnellen und transparenten Zugang

zu unserem Lagerportfolio auch abseits gängiger

Öffnungszeiten. Getreu dem Motto

›Qualität schnell verfügbar‹ haben wir großen

Wert auf die Benutzerfreundlichkeit

und eine optimale Prozessabwicklung ge -

legt. Der gesamte Bestellvorgang ist mit

wenigen Klicks abgeschlossen, die Ware

innerhalb von 24 Stunden liefer- oder abholbereit,

und das ab einer Bestellmenge von

einem Lochblech«, sagt Julia Niederer, verantwortliche

Marketing-Managerin bei den

Schäfer-Werken.

(sm 180606260)

« KONTAKT

Schäfer Lochbleche GmbH & Co KG

Pfannenbergstraße 1

57290 Neunkirchen

Tel. +49 2735 787-05

www.schaefer-lochbleche.de

(Foto: Schäfer Lochbleche)

Mit wenigen Klicks zum

gewünschten Lochblech, das

verspricht der neue Onlineshop

von Schäfer Lochbleche.

stahlmarkt 6.2018


IT, Digitalisierung K 25

Passgenaue Digitalisierung

mit der richtigen Software

Für jedes Bauteil seinen eigenen Weg

Darmstadt. Das Siegener Traditionsunternehmen Reichwald + Co hat mit

Unterstützung des Blech-Software-Experten Lantek von auftragsbezogenen

Prozessen auf teilebezogene Produktion umgestellt. Das Ergebnis:

Arbeitszentren und Maschinenlaufzeiten werden besser ausgelastet, das

Material besser genutzt, Durchlaufgeschwindigkeiten wurden beschleunigt

und die Stillstandzeiten reduziert.

Wenn Kunden nach dem Stand ihres

Auftrags fragen, kann Falko Reichwald, Ge -

schäftsführer von Reichwald + Co, umgehend

Auskunft geben. Über sein Smartphone

hat er direkten Zugriff auf das Verwaltungssystem

des Unternehmens. Im

besten Fall sieht er dann, dass die Teile kurz

vor dem Versand stehen. »Kunden vergeben

Aufträge zunehmend aufgrund der Lieferzeit«,

sagt der Chef von 100 Mitarbeitern

für die Bereiche Stahlhandel, Maßbleche

und Anarbeitung. »Insofern ist für uns

Geschwindigkeit ein wesentlicher Erfolgsfaktor.«

Nicht zuletzt, um diesen Faktor zu

»

Immer mehr Unternehmen sehen aber ein, dass es keine

Entweder-oder-Entscheidung ist, sondern eine Muss-Entscheidung,

die sie wettbewerbsfähig und am Leben hält.

verbessern, aber auch um seine Effizienz

und Wirtschaftlichkeit zu steigern, hat das

Siegener Traditionsunternehmen seine Produktion

umgestellt: von der auftragsbezogenen

Arbeitsweise zu einem teilebezogenen

Prozess. So findet jedes Bauteil seinen

eigenen Weg durch die Produktion und erst

zum Versand werden alle Elemente eines

Auftrags zusammengeführt, was deutlich

schneller und effizienter ist als vorher.

IT-Partner mit 30 Jahren Erfahrung

in der Blechbearbeitung

Um in der teilebezogenen Produktion den

Überblick zu bewahren und gleichzeitig das

in die Jahre gekommene Warenwirtschaftssystem

(ERP) zu modernisieren, hat Reichwald

+ Co sich das Softwarehaus Lantek als

Partner gesucht. Christoph Lenhard, Vertriebsleiter

für Deutschland, Österreich und

die Schweiz, kennt

« KONTAKT

Lantek Systemtechnik GmbH

Schöfferstraße 12

64295 Darmstadt

Tel. +49 6151 39789-0

www.lanteksms.com

»

Kunden vergeben Aufträge

zunehmend aufgrund der Lieferzeit.

die Bedenken der

Branche in Bezug

auf Begriffe wie

»Indus trie 4.0« und

Digitalisierung und

die Sorgen, dass Roboter eines Tages Menschen

ersetzen: »Immer mehr Unternehmen

sehen aber ein, dass es keine Entweder-oder-Ent-

scheidung ist,

sondern eine

Muss-Entscheidung,

die sie

wettbewerbsfähig

und am

Leben hält.« In den Werkshallen von Reichwald

+ Co steuert die Lantek-Software drei

ESAB-Autogenschneidmaschinen an sowie

Plasmaschneidmaschinen von ESAB und

LIND und neuerdings auch eine CNC-Plasmaschneidanlage

der neuesten Generation

von MicroStep – und begleitet die individuelle

Lösung, die das Unternehmen für seine

teilebezogene Produktion gefunden hat.

Früher wurden bei Reichwald + Co die

Teilaufträge für maschinenübergreifende

Aufträge zunächst an jeder Maschine ge -

sammelt – mit entsprechenden Kopien für

jede Maschine. Die Zusammenführung des

Gesamtauftrags erfolgte weitestgehend

informell und über Zuruf der Maschinenbediener.

Heute bekommt der Mitarbeiter vom

System die Informationen, wo das Teil als

nächstes hingelenkt werden muss. Die Zu -

sammenführung aller Einzelteile erfolgt erst

im Versand. Das senkt den Aufwand für die

Lagerhaltung und -verwaltung und nutzt

Material, Personal und Maschinen optimal.

Dafür wird nach Auftragseingang computergestützt

für jedes einzelne Bauteil ein

eigenes Etikett erstellt: Das zeigt seine Form,

führt seine Daten sowie die notwendigen

Arbeitsschritte auf und einen Barcode mit all

diesen Informationen. Das Computersystem

fasst alle beauftragten

Bauteile einer

Materialgüte und

-dicke zusammen,

verschachtelt sie für

die optimale Nutzung

der Platte und sendet den Auftrag an

die entsprechende Maschine. Parallel

bekommt der Mitarbeiter zur Kontrolle den

Ausdruck des Schachtelplans und die Etiketten,

mit denen er nach dem Zuschnitt jedes

Teil versieht, bevor es entweder zum Sandstrahlen

oder Entgraten kommt oder direkt

auf die Palette, wo alle Teile eines Auftrags

zusammenkommen, bevor sie der Versand

abholt. Eine Verdichtung auf Kunden- und

Tourenebene findet erst im letzten Prozessschritt

statt. Scanner an jeder Station unterstützen

den Weg der Teile durch die Produktion

und geben Rückmeldung über den

Stand des Auftrags.

« KONTAKT

Reichwald GmbH + Co KG

Untere Industriestraße 35

57250 Netphen

Tel. +49 271 7098-0

www.reichwald.de

(sm 180606257)

stahlmarkt 6.2018


26 K IT, Digitalisierung

Metalxchange wird zu Onescrap

Monheim. Die 2017 gegründete Handelsplattform Metalxchange erweitert ihr Sortiment um weitere

Recyclingmaterialien und heißt ab jetzt Onescrap.

Im Juni 2017 nahm die Handelsplattform

Metalxchange ihren Betrieb auf, um

Abfallerzeugern die Vermarktung ihrer Altmetalle

und Schrotte zu vereinfachen. Die

starke Nachfrage der Erzeugerseite, auch

weitere Recyclingmaterialien vermarkten zu

können, veranlasste das Unternehmen nun

dazu, das Materialsortiment zu erweitern.

Außerdem können nun Einkäufer von Re -

cyclern und Verwertern ihre Gesuche ebenfalls

über das Onlinebieterverfahren platzieren.

Dem größeren Materialangebot trägt

die Änderung des Namens Rechnung: Aus

Metalxchange wurde Onescrap. Zwar hatte

Geschäftsführer Daniel Jürgenschellert die

Erweiterung des Sortiments bereits in die

langfristige Planung einbezogen. Das positive

Kundenfeedback und die große Nachfrage,

neben Altmetall und Schrott auch

andere Materialien vermarkten zu können,

zog die Erweiterung des Angebots der

E-Commerce-Plattform nach sich. Nun können

auch Altpapier, Altkunststoff, Altholz,

Altglas sowie andere nicht gefährliche

Abfälle gehandelt werden. Außerdem ist es

möglich, dass Einkäufer auf der Onescrap-

Plattform selbst aktiv ihr Gesuch einstellen

und Verkäufer ihr Angebot anbieten. So

können sich Anbieter und Käufer online

noch schneller und effizienter miteinander

vernetzen.

Neuer Name – gleiches System

Auch nach der Erweiterung des Materialsortiments

und der Umbenennung in Onescrap

bleibt das Grundprinzip, mit dem das Unternehmen

als Metalxchange im Sommer 2017

erfolgreich startete, bestehen. Für die Nutzer

ergeben sich keinerlei Veränderungen.

Basierend auf weltweit gängigen Sorten für

Sekundärrohstoffe, bietet Onescrap eine

börsenähnliche Vermarktung von anfallenden

Recyclingprodukten. Am Recyclingkreislauf

beteiligte Unternehmen können gezielt

Sekundärrohstoffe erwerben und vermarkten.

Standardisierte Ausschreibungsunterlagen

ermöglichen den effizienten Ein- und

Verkauf von Alt- und Abfallstoffen. Onescrap

bündelt alle für Käufer und Verkäufer

handelsrelevanten Informationen wie Lieferund

Zahlungsbedingungen, Lieferzyklen

und Transporteinheiten sowie Bilder und

Materialanalysen in einem Medium. Die

Handelsplattform ermöglicht so den effektiven

Austausch und eine zeitgemäße

Marktkommunikation.

www.one-scrap.com

/

(sm 180606236)

Großauftrag ERP-System in Seevetal

Münster/Seevetal. Die Münsteraner GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme mbH hat den

Projektauftrag der Handelskontor Seevetal GmbH, Dachorganisation und Hauptgesellschafterin des vor allem in

Nord- und Ostdeutschland aktiven Produktionsverbindungshändlers »Partner für Technik«, gewonnen.

Die GWS wurde beauftragt, die gesamte

vorhandene IT-Struktur bei »Partner für

Technik« zu reorganisieren und an den über


verfügbar zu machen. Die Handelskontor

Seevetal GmbH, die rd. 250 Mill. € Umsatz

macht und sich auf die Bereiche Stahl, Haustechnik

sowie Bau und Werkzeug fokussiert,

verspricht sich von der nach eigenen Worten

»IT-Revolution« eine deutliche Verschlankung

und Beschleunigung der Prozesse.

Nach Abschluss der Implementierung werden

bei dem E/D/E-Mitglied beinahe 1.000

Mitarbeiter die neue IT nutzen. Ausschlaggebend

für die Beauftragung der GWS war

bereits 2015 ein prüfender Blick der Handelskontor

Seevetal GmbH auf die vorhandene

IT-Struktur, die sich aus einer selbst

entwickelten, proprietären Warenwirtschaftslösung

auf AS/400-Basis sowie verschiedenen

Subsystemen unterschiedlicher

Hersteller und Eigenentwicklungen für PCund

Internetanwendungen zusammensetzte.

Durch die dezentrale Struktur der bisherigen

IT-Landschaft erwies sich zudem die

Betreuung mit Updates oder Sicherheitsmechanismen

als zunehmend aufwendig. Nach

ausführlichen Workshops mit den Anbietern,

einigen Vor-Ort-Besuchen bei Anwendern

und einer genauen Analyse der mit

dem IT-Wechsel verbundenen Prozesse, entschied

man sich 2017 für die GWS. Zu den

Vorteilen der jetzigen IT-Zentralisierung zählen

ein deutlich schnellerer und besserer

Zugang zu Kunden- und Produktdaten, kostengünstigere

Updates, aber auch erheblich

mehr IT-Sicherheit.

/

www.gws.ms

www.handelskontor-seevetal.de

(sm 180606256)

stahlmarkt 6.2018


IT, Digitalisierung K 27

Neue App zur Flottenjobverwaltung

Aschaffenburg. Mit der neuen Truck-Call-App von Linde Material Handling lassen sich Fahraufträge digital

zuweisen, was die Kommunikation zwischen Flottenmanager und Fahrern erheblich vereinfacht.

Linde Material Handling hat für die bessere

Flottenlogistik ab sofort eine bessere

Lösung parat: die neue Linde-Truck-Call-

App. Mit der Anwendung wird das Zuweisen

von ungeplanten Fahraufträgen deutlich

einfacher und sorgt für kürzere Kommunikationswege

zwischen Verantwortlichen

und Fahrern. »Im Prinzip funktioniert das

Ganze wie bei einem modernen Taxi-Ruf«,

erklärt Marietta Landsmann, Senior Manager

Digital Products bei Linde Material

Handling. »Da kommt zum Beispiel ein Auftrag

rein: ›Bitte ein Taxi für acht Personen an

Adresse X.‹ Die Anfrage geht dann direkt an

alle Großraumtaxen des Unternehmens bis

ein Fahrer die Fahrt bestätigt und durchführt.«

Dieses Prinzip haben die Entwickler

der Linde-Truck-Call-App nun auf die Logistikprozesse

von Firmen mit kleineren Flurförderzeugpools

übertragen. Download der

App sowie Registrierung erfolgen über den

Google-Playstore. Anschließend legt der

Flottenmanager per Webportal oder App

zunächst seine Fahrzeuge mit den entsprechenden

Geräteausstattungen und Eigenschaften

an. Parallel wird die App auf den

Handys der Fahrer installiert. Soll nun ein

Transport- oder Kommissionierauftrag erledigt

werden, stellt der Verantwortliche die

entsprechenden Informationen in das System

ein. Dieses verschickt automatisch eine

Meldung an alle infrage kommenden Fahrer.

Ein weiterer Vorteil der neuen Linde-Lösung:

die integrierte Dokumentation. Bemerkt der

Fahrer etwa beim Verbringen der Ware eine

Beschädigung, kann er dies über die integrierte

Fotofunktion unkompliziert festhalten.

Auch die Beendigung eines Auftrags

lässt sich einfach per App bestätigen.

/

www.linde-mh.com

www.linde-mh.de

(sm 180606258)

Klarheit in der Masse der digitalen Möglichkeiten

Hannover/Stuttgart. Digitale Assistenten werden in Zukunft in fast jedem Produktionsunternehmen die Arbeit

erleichtern. Um auch kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) den Schritt in Richtung Industrie 4.0 zu

ermöglichen, haben Wissenschaftler des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH und des

International Performance Research Institute (IPRI) dafür ein Software-Tool entwickelt.

»Kleine und mittlere Unternehmen sind

sich der Bedeutung dieser für Industrie 4.0

wichtigen Technologien bewusst, zögern

aber im Vergleich zu Großunternehmen bei

deren Einführung«, sagt Stefan Willeke, der

das Projekt am IPH geleitet hat. Das Team

rund um das Forschungsprojekt »4.0- Ready«

hat sich deshalb von 2015 bis 2017 mit diesem

Thema auseinandergesetzt und ein

entsprechendes Instrument entwickelt, das

die Einführung von interaktiven Assistenzsystemen

erleichtert. Das neue Software-

Tool bietet eine klare Übersicht der unterschiedlichen

Systeme – von Datenbrille bis

Tablet – und deren Einsatzpotenziale. Die

Unternehmen können diese als Grundlage

für ihre Entscheidung nutzen, welche Technologien

sie einführen möchten und können.

Das im Tool integrierte Reifegradmodell

ermöglicht es, die entsprechenden Anforderungen

genau zu planen und zu steuern, die

für den Einsatz von interaktiven Assistenzsystemen

erfüllt werden müssen. Die Unternehmen

können also prüfen, wie weit sie

von der Umsetzung entfernt sind, welche

Technologien am besten für ihr Vorhaben

geeignet sind und welche sie sogar bereits

einsetzen können oder welche Maßnahmen

noch nötig sind. »Das Schöne an dem Tool

ist, dass die Unternehmen es immer wieder

einsetzen können. Nach jedem Schritt können

sie mit dem Tool erneut prüfen, in welcher

›Reifestufe‹ sie sich gerade befinden«,

so Willeke.

www.40ready.iph-hannover.de

/

(sm 180205931)

stahlmarkt 6.2018


28 K IT, Digitalisierung

Praxisnahe Software für alle

Unternehmensprozesse

ERP im Stahlbau

Kalkar. Spezialisierte ERP-Systeme, die die Anforderungen im Stahlbau

abdecken, sind kaum am Markt erhältlich, sodass viele Stahlbauunternehmen

mehr oder weniger angepasste Maschinenbaulösungen

verwenden. Schwevers & Raab nutzt eine spezialisierte Stahlbau-

Branchenlösung, die alle Unternehmensprozesse von der Angebotsverwaltung

über die Auftragsabwicklung, den Einkauf und die

Materialwirtschaft bis hin zu Fertigung, Lagerhaltung und Buchführung

in einem System integriert.

Die Schwevers & Raab Stahl – Hochbau

GmbH ist seit über 80 Jahren Spezialist für

Stahl- und Stahlhochbaulösungen im Ge -

werbe- und Industriebau. Um diesem Ziel

auch aufseiten der IT gerecht zu werden und

so Technik, Abwicklung und Kalkulation zu

unterstützen, suchte man nach einer

Nischenlösung für Stahlbauer. Hinzu kam

die Einführung der DIN EN 1090, die höhere

Anforderungen an eine durchgehende

Dokumentation zur Produktionskontrolle

und Qualitätssicherung stellte. Der Mehraufwand

war in der unternehmenseigenen

Excel-Lösung nicht mehr zu bewältigen. Bei

einer Hausmesse kam man mit Alfredo Lemke,

dem Geschäftsführer der IQSoftware

GmbH, ins Gespräch, der die auf den Stahlbau

spezialisierte Lösung IQSteel.ERP vorstellte.

»Uns hat besonders die technische

Seite der Lösung überzeugt: Alle Features,

die wir uns vorgestellt hatten, waren bereits

als Module hinterlegt«, so Gert Schmetter,

Leitung EDV bei Schwevers & Raab. Die

Lösung bilde durchgängig alle Unternehmensbereiche

ab und orientiere sich in Aufbau

und Funktionalität stark an den tatsächlichen

praktischen Anforderungen im

Stahlbau.

Durchgängige Kalkulation von

der Erdarbeit bis zur Stahlhalle

IQSteel.ERP ist modular aufgebaut, sodass

Unternehmen genau die Bausteine einführen

können, die sie benötigen. Dabei kann

»

Uns hat besonders die technische Seite der Lösung

überzeugt: Alle Features, die wir uns vorgestellt hatten,

waren bereits als Module hinterlegt.

die Lösung jederzeit flexibel erweitert werden.

Bei Schwevers & Raab sind heute die

Module Angebots- und Auftragsverwaltung,

die Betriebsdatenerfassung, Einkauf

und Materialwirtschaft, Fertigung und

Arbeitsvorbereitung sowie die Stücklistenverwaltung

im Einsatz. Die Module Angebots-

und Auftragsverwaltung arbeiten un -

abhängig voneinander und es wird erst

dann ein Auftrag angelegt und mit dem

Angebot verlinkt, wenn dieser auch erteilt

wurde. Angebote können über eine GAEB-

Schnittstelle für den Datenaustausch von

Angeboten und Leistungsverzeichnissen imund

exportiert werden. Das Angebotsmodul

unterstützt dabei beliebige Kalkulationsschemata

und verfügt bereits über gängige

Stahlbauprofile, die vom Anwender für die

Angebotserstellung übernommen und flexibel

erweitert werden können. Außerdem sei

es vorteilhaft, dass alle Module der Lösung

miteinander verknüpft seien und man

durchgängig über alle Abteilungen hinweg

arbeiten könne. Im Auftragsblatt werden

dann alle erforderlichen Daten wie Termine,

Gewerke, Vorgaben für die Fertigungsarbeitsplätze

sowie etwaige Nachträge erfasst

und eine Auftragskalkulation kann erstellt

werden. Das Stücklistenmodul besitzt einen

umfangreichen stahlbaubezogenen Artikelstamm

in unterschiedlichen Güten, DINs

und Ausprägungen und ermöglicht die

Übernahme von Daten aus dem CAD über

eine DSTV-Schnittstelle. Dabei ist das System

in der Lage, Datenbezeichnungen aus dem

CAD zu lernen und in korrekte DSTV-Artikel

mit genormter Bezeichnung zu überführen,

sodass die manuelle Artikelpflege entfällt.

Das Fertigungsmodul unterstützt den An -

wender in der Erstellung der Fertigungspapiere

und ermöglicht Auswertungen zum

Fertigungsprozess. So kann beispielsweise

die bereits gefertigte Tonnage in Echtzeit

abgefragt oder Ist-Soll-Vergleiche zu den

Bearbeitungszeiten gezogen werden. Seit

der Einführung der neuen Lösung haben

sich die Abläufe bei

Schwevers & Raab

stark vereinfacht:

Über genormte

IFC-Daten ist so der

Datenaustausch

zwischen verschiedenen

Softwarelösungen

im Sinne des Building Information

Modeling möglich. Außerdem sei es interessant,

in Zukunft ein 3-D-Modell des

gesamten Bauprojekts zu nutzen, in dem

man einzelne Bauabschnitte heranzoomen

könne.

« KONTAKT

Schwevers & Raab

Stahl – Hochbau GmbH

Wöhrmannstraße 27

47546 Kalkar

Tel. +49 2824 97749-0

www.schwevers-raab.de

(sm 180606281)

stahlmarkt 6.2018


IT, Digitalisierung K 29

Neue Datenschutzpflichten für Websitebetreiber

Hamburg. Die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) macht jetzt für Unternehmen vieles klarer, berührt

aber Themen zu Internetseiten, ohne diese explizit zu formulieren.

Das Telemediengesetz (TMG) wird mit

Beginn dieses Monats durch das neue Europarecht

abgelöst. Datenschutzbeauftragte

müssen zudem die neue ePrivacy-Richtlinie

beachten. Grundsätzlich verlangt die DSGVO,

Datenbestände, -flüsse und -verarbeitungsprozesse

im Unternehmen zu ermitteln, zu

dokumentieren und anzupassen, was auch

für alle Webseiten gilt. Diese Datenschutzerklärung

muss »in klarer und einfacher Sprache«

formuliert sein. Zudem sind viele Details

erforderlich, z. B. die Kontaktdaten des

Datenschutzbeauftragten, Informationen

zum Interesse an der Datenverarbeitung,

Absichten, die Daten in Drittstaaten zu übertragen

sowie Informationen über Betroffenenrechte

wie Beschwerde oder Löschung.

Zustimmung ist Pflicht

»Am sichersten ist es, wenn Unternehmen

sich von den ›Betroffenen‹ der Website die

Einwilligung für ihre Verarbeitungsprozesse

einholen«, sagt Melanie Braunschweig,

Datenschutzexpertin bei der TÜV NORD Akademie.

Dabei sind ältere Zustimmungen nur

dann gültig, wenn sie den neuen Anforderungen

entsprechen. Die Einwilligung umfasst

i.d.R. das Ausüben des »berechtigten Interesses«

eines Unternehmens – wobei es bei der

Auslegung u. a. auf eine aus dem US-Recht

bekannte Maxime der »vernünftigen Erwartung«

(Reasonable Expectations of Privacy)

L KURZMELDUNG

ABWICKLUNGSSOFTWARE

OPTIMAL ABGESTIMMT

Wessobrunn. Die Schröder-Group hat eine

neue Software zur Programmierung von Abwicklungen

und Biegefolgen vorgestellt. Optimal auf

die Maschinen abgestimmt, vereinfacht und verbessert

SCHRÖDER Unfold die Arbeitsvorbereitung

bei Anwendern der industriellen Schwenkbiegemaschinen

MAK 4 Evolution UD, SPB Evolution

UD, PowerBend Industrial UD und PowerBend

Professional.

SCHRÖDER Unfold importiert Konstruktionsdaten

als Step-Datei (.STEP, .STP) und verarbeitet

sie im Abwicklungsassistenten unter Berücksichtigung

der Materialart und -dicke, des Maschinentyps

und der verfügbaren Werkzeuge. Der Export

erfolgt als DXF-Datei für den Zuschnitt und als

des Betroffenen ankommt. So ist auch das

Analysieren von Kundendaten erlaubt. Für die

Weitergabe von Daten an Dritte reicht es aus,

dass diese Dritten ihrerseits ein berechtigtes

Interesse geltend machen. Das ist rund um

den Adresshandel wichtig.

Eine wesentliche Änderung gegenüber

der bisherigen Gesetzgebung: Die neue

DSGVO behandelt Online-Identifier, Cookieoder

User-IDs, IP- oder Mac-Adressen wie

personenbezogene Daten. Unternehmen

müssen für deren Verarbeitung jetzt eigentlich

die Einwilligung der Betroffenen einholen.

Allerdings stellt die DSGVO fest, dass

diese Zustimmung auch durch »schlüssige

Handlungen« zum Ausdruck kommen kann,

etwa durch das Weiternutzen von Onlinediensten.

Die meisten Onlinegeschäftsmodelle werden

weiterhin möglich bleiben. Allerdings

sollten Unternehmen unbedingt da rauf achten,

dass sie die umfangreichen Neuregelungen

beachten.

www.tuev-nord-group.com

/

XML-Datei für die Schwenkbiegemaschinensteuerung

POS 3000. Mit seiner 3-D-Grafik ist der

Abwicklungsassistent sehr einfach und ohne Vorkenntnisse

zu bedienen. Das Biegeteil wird perfekt

auf die Schröder-Maschine ausgelegt und

mit den richtigen Biegeverkürzungen versehen.

SCHRÖDER Unfold verfügt über eine Biegeradienverwaltung,

ein interaktives Messen der Bauteile

und unterstützt auch automatisch Sicken und

Anschweißteile am Werkstück.

Die auf Standard-Windows-PCs laufende Software

berechnet nicht nur das perfekt auf die

Steuerung der Schröder-Schwenkbiegemaschinen

abgestimmte Biegeprogramm, sondern auch die

Zykluszeiten. Es wird dadurch eine bessere Planung

von Serienproduk tionen ermöglicht.

www.schroedergroup.eu

/

WS(SHN)/SE/ (sm 180205900)

(sm 180506198)

Mit PFEIFER P-PLUS ...

... sicher vernetzt heben!

PFEIFER

Seil- und Hebetechnik GmbH

www.pfeifer.info

stahlmarkt 6.2018


30 K Edelstahl

Bauen mit Edelstahl Rostfrei

Von Martina Helzel*

Angesichts der vielfältigen Beanspruchungen und Erwartungen, denen

Baustoffe in immer höherem Maß ausgesetzt sind, lohnt es sich, Edelstahl

Rostfrei unter den Aspekten Qualität, Vielseitigkeit, Attraktivität,

Verarbeitung und Wirtschaftlichkeit als Werkstoff für nachhaltiges Bauen

in Betracht zu ziehen.

Stahl ist ein extrem vielseitiger Werkstoff.

Seine mechanischen, physikalischen

und technologischen Eigenschaften sind

überdurchschnittlich, seine konstruktiven

und gestalterischen Möglichkeiten nahezu

unbegrenzt. Er lässt sich auf vielfältige Weise

be- und verarbeiten: kaltumformen, zerspanen,

schweißen, nieten und schrauben.

Stahlkonstruktionen und Stahlbauelemente

lassen sich rationell mit immer moderneren

Verfahren vorfertigen, sodass sie sich auf der

Baustelle schnell und einfach montieren lassen.

Auch die Demontage und die Wiederverwertung

gestalten sich problemlos.

All diese Vorteile hat Edelstahl Rostfrei mit

Stahl gemeinsam. Doch dieser Werkstoff

kann noch mehr.

Höchste Korrosionsbeständigkeit

und optimale

mechanische E igenschaften

Seine Korrosionsbeständigkeit verdankt

Edelstahl Rostfrei einer einfachen chemischen

Reaktion: Verursacht durch den

Chromgehalt des Stahls in Verbindung mit

dem Sauerstoff von Luft oder Wasser bildet

sich an der Oberfläche eine hauchdünne

Passivschicht, die einen wirksamen Schutz

gegen aggressive Substanzen darstellt. Wird

sie durch äußere Einwirkungen beschädigt,

bildet sie sich spontan aus der Matrix des

Stahls heraus neu. Rost bekommt so keine

Chance.

Edelstahl Rostfrei ist nahezu unverwüstlich.

Seine Steifigkeit ist so hoch, dass Be -

kleidungen oder Paneele, aber auch Profile

dünnwandig und dementsprechend leichtgewichtig

ausgeführt werden können. Die

Folge sind erhebliche Material- und somit

Kosteneinsparungen. Durch plastisches Um -

formen wie Abkanten oder Profilieren und

die dadurch entstehende Kaltverfestigung

kann die Festigkeit noch weiter gesteigert

werden. Konstruktionen aus nichtrostendem

Stahl lassen sich auch selbsttragend

ausführen.

Ausgezeichnete Eigenschaften zeigt Edelstahl

Rostfrei hinsichtlich seiner Beständigkeit

bei hohen und tiefen Temperaturen.

Sein hoher Schmelzpunkt von ca. 1.600 °C

lässt auch bei Bränden keine Gefahren aufkommen,

die durch die Verflüssigung des

Metalls für ein Bauwerk entstehen können.

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass das

Brandverhalten von nichtrostendem Stahl

dem der üblichen Baustahlsorten S235

deutlich überlegen sein kann.

Vielfältiges Erscheinungsbild

Bei technischen Anwendungen oder in nicht

sichtbaren Bereichen wird nichtrostender

Stahl häufig ohne Nachbearbeitung eingesetzt.

Werden neben den funktionalen aber

auch die ästhetischen Qualitäten von Edelstahl

Rostfrei ins Zentrum der Betrachtung

(Foto: Kirk Wilson/IMOA, London)

Eingangsbereiche aus Edelstahl Rostfrei halten Publikumsverkehr und Streusalzbelastung

stand, erfüllen hohe Sicherheitsanforderungen und verleihen der Bedeutung des Gebäudes im

öffentlichen Raum Ausdruck.

* Martina Helzel, circa drei architektur und medien,

München

Die Ausführungen basieren auf der ISER-Dokumentation

861, die kostenfrei bei der Informationsstelle

Edelstahl Rostfrei, E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de,

angefordert oder unter www.edelstahl-rostfrei.de

heruntergeladen werden kann.

stahlmarkt 6.2018


Edelstahl K 31

(Foto: Nicole Kinsman/IMOA, London)

In Form einer Doppelhelix

spannt die 280 m lange

Fußgängerbrücke aus

hochfestem Duplexstahl

über die Marina Bay.

gerückt, so eröffnen unterschiedlichste

Oberflächenbearbeitungen zahlreiche Ge -

staltungsmöglichkeiten. Durch Schleifen

oder Bürsten entstehen seidig glänzende

Oberflächen. Soll es hingegen richtig spiegeln,

wird der nichtrostende Stahl durch

Polieren oder Elektropolieren auf Hochglanz

ge bracht. Matte, reflexionsarme Oberflächen

lassen sich durch Strahlen oder Walzmattieren

erzielen. In Bereichen mit starkem

Publikumsverkehr haben sich dessinierte

Oberflächen mit einseitig gewalzten, herstellerspezifischen

Mustern bewährt. Beidseitig

gewalzte Bleche zeichnen sich durch

höhere Steifigkeit sowie geringeres Gewicht

aus. Darüber hinaus eröffnen neue,

dreidimen sionale Verformungstechniken

völlig neue Oberflächen und Strukturen.

Leicht zu säubern, wartungsarm

und hygienisch

Bauelemente aus Edelstahl Rostfrei lassen

sich mühelos mit Wasser und Seife reinigen.

Im Außenbereich sorgt oft schon der Regen

dafür, dass die Oberflächen ihren Glanz be -

wahren. Es bedarf also keines zusätzlichen

Anstrichs. Somit entfällt auch die Frage nach

Die fünfeckigen

Deckenpaneele in

der Empfangshalle

eines Hotels

überzeugen nicht

nur durch ihr

einzigartiges

Erscheinungsbild.

Perforiert mit einem

nichtlinearen

Lochmuster, tragen

sie auch in

akustischer Hinsicht

zum Wohlbefinden

der Gäste bei.

kostspieligen Anstricherneuerungen. Selbst

Beschädigungen, und sei es in ärgster Form

von Vandalismus, beeinträchtigen die Korrosionsbeständigkeit

des Materials nicht.

Aufwendige Ausbesserungen erübrigen sich

in den meisten Fällen.

Edelstahl-Rostfrei-Oberflächen sind glatt,

porenfrei, hart und homogen. Sie altern

nicht und werden weder rau noch rissig. Auf

Edelstahloberflächen finden Keime, Bakterien

und Pilze deshalb auch nach jahrzehntelangem

Gebrauch keinen Haftgrund oder

gar Nährboden. So bewährt sich dieser

(Foto: EXYD GmbH, München)

Werkstoff immer wieder dort, wo Hygiene

und Sauberkeit unumgänglich sind. Dies

prädestiniert ihn auch für Orte mit hohem

Publikumsverkehr, wie auf Straßen und Plätzen,

an Haltestellen, in Bahnhöfen oder

Flughäfen. Eine entsprechende Gestaltung

öffentlicher Bereiche kann die Lebensqualität

und somit auch die Attraktivität von

Städten und Gemeinden fördern, aber auch

dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen

Rechnung tragen. Nicht verwunderlich, dass

überall dort, wo sich gutes Aussehen mit

Robustheit und praktischer Handhabung

stahlmarkt 6.2018


32 K Edelstahl

verbinden soll, der nichtrostende Stahl an

der richtigen Stelle ist.

Auf lange Sicht die

wirtschaftlichste Lösung

Technologische Weiterentwicklungen in Produktions-

und Verarbeitungsverfahren er -

möglichen einen immer vielfältigeren Einsatz

von Edelstahl Rostfrei im Bauwesen.

Bezieht man bei nachhaltigem Anspruch

auch die Wirtschaftlichkeit unter langfristigem

Aspekt in seine Erwägungen ein, zeigt

sich sehr schnell der besondere Vorzug von

nichtrostendem Stahl. Bauelemente und

Konstruktionen verursachen praktisch kaum

Folgekosten, denn sie behalten unverändert

ihre Optik, Form und Funktion. Das gilt für

innen und außen, vom Dach bis zum Keller.

Weder Witterungseinflüsse noch Erschütterungen

oder andere Belastungen können

die Qualität von nichtrostendem Stahl be -

einträchtigen. Edelstahl Rostfrei erspart wie

kein anderer Werkstoff Erneuerungs-, Re -

konditionierungs- oder Sanierungsmaßnahmen.

Und wo nichts instandgesetzt werden

muss, gibt es natürlich auch keinen Nutzungsausfall.

Dieser bedeutende wirtschaftliche

Vorteil verbindet sich bei Edelstahl

Rostfrei mit seinem attraktiven Erscheinungsbild

und auch mit der Gewähr größtmöglicher,

dauerhafter Sicherheit.

Die Produzenten bringen heute nichtrostenden

Stahl in unterschiedlichen Lieferformen

auf den Markt: als Bänder und Bleche,

Rund-, Vierkant-, Sechskant- oder Flachprofil

sowie als Draht. Außerdem sind, bereits

weiterverarbeitet, Rohre, Spezialprofile,

Gewebe, Bewehrungsstäbe und Verbindungselemente

erhältlich. Für Glasfassaden

stehen beispielsweise Systemlösungen wie

Pfosten-Riegel-Konstruktionen sowie wärmegedämmte

Fenster und Türprofile zur

Verfügung. Türen aus Edelstahl Rostfrei

bewähren sich besonders im Brandschutzund

Sicherheitsbereich. Das breite Spektrum

an Halbzeugen und einbaufähigen Produkten

ermöglicht eine technisch und wirtschaftlich

optimale Lösung für nahezu jede

denkbare Aufgabe und bietet das Ausgangsmaterial

für eine immense Anwendungspalette

nichtrostender Stähle im Bauwesen.

(sm 180606302)

« KONTAKT

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei

Sohnstr. 65

40237 Düsseldorf

Tel. +49 211 6707-835

www.edelstahl-rostfrei.de

shop@stahleisen.de

Tel. +49 211 6707-527

Fax +49 211 6707-582

Direkt bestellen

über diesen QR-Code

oder online über

www.stahleisen.de

NEUES ABMESSUNGSHANDBUCH

DES ISSF

Brüssel. Das International Stainless Steel

Forum (ISSF) hat ein neues Nachschlagewerk

für den Einsatz von nichtrostendem Stahl

herausgegeben. Mit den Stainless Steel

Design Tables will der Verband vor allem

Ingenieuren die Arbeit erleichtern. Sie könnten

sich nun wesentlich schneller mit den

spezifischen Abmessungen der verschiedenen

Profile vertraut machen.

Das Handbuch ergänzt das bereits existierende

Nachschlagewerk DG27 des

American Institute of Steel Construction,

das Informationen über warmgewalzte

und geschweißte Profile diverser Güten

enthält.

Das vom Team Stainless nun finanzierte

Nachschlagewerk wurde vom Steel Construction

Institute (SCI) herausgegeben. Verzeichnet

sind die in Nord Amerika geläufigsten

Profile. Das sind W- und S-Formen, C-

und MC-Formen, gleichschenkelige Winkel

sowie rechteckige, quadratische und runde

Hohlprofile.

Da bislang kein entsprechendes Nachschlagewerk

existierte und Stahl in äußerst

vielen Güten und Abmessungen erhältlich

ist, rechnet der Stahlverband künftig mit

einem verstärkten Einsatz von nichtrostenden

Stählen.

Das Handbuch kann heruntergeladen

werden:

http://www.steel-stainless.org/

usdesigntables

/

(sm 180606278)

stahlmarkt 6.2018


Edelstahl K 33

Leicht transportiert und effizient gelagert

Neunkirchen. Schäfer Container Systems stellt auf der Achema in Frankfurt seinen neuen Schäfer Cube,

einen Mehrwegbehälter aus Edelstahl in rahmenloser Leichtbaukonstruktion, vor.

Auf der Achema in Frankfurt stellt das Unternehmen Schäfer Container Systems die

Produktpalette seiner Edelstahlcontainer und Ionenaustauscher vor.

Der Schäfer Cube ist nach ADR zertifiziert

und unter UN 31 A/Y zum Transport

gefährlicher Güter bis zu 2,0 kg/l zugelassen.

Durch das ergonomische Design und

die gewichtssparende Konstruktion eignet

er sich für nahezu alle Anforderungen in der

Chemie-, Farben-, Lebensmittel-, Pharmaund

Mineralölindustrie. Der Behälter lässt

sich durch den tiefgezogenen, totraumarmen

Unterboden restlos entleeren. Durch

die Fertigung aus Edelstahl ist er sehr langlebig.

Die im Verhältnis zu Standard-Edelstahl-IBCs

reduzierte Gesamthöhe ermöglicht

darüber hinaus die Nutzung auf vorhandenen

Produktionsanlagen, die aktuell

auf Kunststoffbehälter ausgelegt sind, und

erweitert so die Einsatzbereiche der Behälter.

Durch die Stapelbarkeit und ergonomisch

optimale Raumausnutzung passen bis

zu 40 Cubes in einen Seecontainer und bis

zu 44 in einen LKW. Außerdem stellt Schäfer

auf der Achema Ionenaustauscher und

Lebensmittelcontainer vor. Die Ionenaustauscher

sind mit unterschiedlichen Volumina

und in einer Version aus Edelstahl mit Polyurethanummantelung

(PU) oder als ECO-Variante

mit Kopf- und Fußringen aus Polypropylen

(PP) erhältlich.

www.schaefer-container-systems.de

/

(Foto: Schäfer Werke)

(sm 180606268)

L KURZMELDUNGEN

THYSSENKRUPP FÜR SPITZEN LEISTUNGEN IN DER NACH HALTIGKEIT AUSGEZEICHNET

Duisburg.Großprojekte für den Umweltschutz,

Inklusion von Mitarbeitern mit Handicap oder

Stahlsorten, die helfen, CO 2

-Emissionen zu verringern

oder Energie einzusparen: Dies sind nur einige

Beispiele für das Nachhaltigkeitsengagement

der Stahlsparte von thyssenkrupp. Für den ganzheitlichen

Ansatz – von der Arbeitssicherheit bis

zur Produktion – hat thyssenkrupp nun die höchste

Auszeichnung des Weltstahlverbands erhalten.

Als sogenannte »Steel Sustainability Champions«

werden weltweit einmal pro Jahr Unternehmen

gewürdigt, die durch innovative Ideen und messbare

Erfolge im nachhaltigen Handeln Spitzenwerte

erreichen.

/SE/ (sm 17040)

stahlmarkt 6.2018


34 K Edelstahl

Korrosionsuntersuchungen

in Tunnelbauwerken

Nichtrostende Duplexstähle erhalten Aufmerksamkeit

Düsseldorf. Kürzlich wurde ein Projekt zur Auslagerung von nicht rostenden Duplexstählen in Straßentunnel

gestartet. Es wurde vom Landesbetrieb Straßenbau NRW (LS NRW, Betriebssitz Gelsenkirchen) gemeinsam mit der

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), in Zusammenarbeit mit der Informationsstelle Edelstahl

Rostfrei (ISER) und mit Unterstützung der Wilhelm Modersohn GmbH & Co. KG initiiert.

Im Sinne einer mittel- bis langfristigen

Reduktion wartungsbedingter Verkehrsbeeinflussungen

in Tunnelbauwerken ist es

von Bedeutung, die intensiven und aufwendigen

Reinigungs- und Pflegearbeiten für

Ein- und Anbauteile aus nichtrostendem

Stahl in Straßentunneln zu reduzieren. Unter

diesem Aspekt besteht seitens des Landesbetrieb

Straßenbau NRW (LS NRW) großes

Interesse die Einsatzmöglichkeiten alternativer

nichtrostender Stähle, zu den bislang

gebräuchlichen nichtrostenden Edelstählen

1.4404 und 1.4571, zu eruieren.

Die Verwendung von Befestigungsmitteln

und Bauteilen aus nichtrostenden Duplexstählen

findet in den letzten Jahren zunehmende

Verbreitung im Bauwesen. Nichtrostende

Du plexstähle verfügen über ein zweiphasiges

Gefüge und weisen gegenüber

austenitischen nichtrostenden Stählen eine

doppelt so hohe Festigkeit bei gleichzeitig

guter Duktilität und ausge zeichneter Korrosionsbeständigkeit

auf. Auf Grundlage verschiedener

Korrosionsuntersuchungen und

langjähriger Erfahrung aus der Anwendung

konnte die Bundesanstalt für Materialforschung

und -prüfung (BAM) bereits nachweisen,

dass nichtrostende Duplexstähle

unter ähnlichen Einsatzbedingungen ein

vergleichbares und teilweise besseres Korrosionsverhalten

aufweisen als die etablierten

austenitischen nichtrostenden Edelstähle

der gleichen Korrosionsbeständigkeitsklasse.

Im Hinblick auf ihre tech nisch-mechanischen

Eigenschaften konnte in Untersuchungen

zudem gezeigt werden, dass unter

Beachtung gefügebedingter Grenzen eine

gute Verarbeitbarkeit und mechanische

Sicherheit bei gleichzeitiger Materialeinsparung

gewährleistet werden kann.

Das Forschungsprojekt zur Auslagerung

von nichtrostenden Duplexstählen in Straßentunnel,

knüpft an diese Erkenntnisse an.

Ziel ist es diese Werkstoffgruppe für Einsatzbedingungen

unter stärkster korrosiver Be -

lastung in der Atmosphäre von Tunnelbauwerken

zu qualifizieren. Um ihr Korrosionsverhalten

über einen längeren Zeitraum zu

untersuchen finden derzeit Probenauslagerungen

an speziell konzipierten Probenracks

im Tunnel Wersten (Düsseldorf, BAB 46) und

Tunnel Burgholz (Wuppertal, L 418) statt.

Die Probenracks sind zusätzlich mit unterschiedlichen

metallischen Werkstoffen be -

stückt, um parallel die Korrosivität im Straßentunnel

zu bestimmen.

Das Projekt konnte im November/Dezember

2017 bereits gestartet werden. Erste

Bewertungen werden zum Ende des Jahres

2018 möglich sein.

www.edelstahl-rostfrei.de

/

(sm 180606274)

(Foto: Informationsstelle Edelstahl Rostfrei)

Montage von Probenracks zur Auslagerung

nichtrostender Stähle in Straßentunnel.

stahlmarkt 6.2018


Edelstahl K 35

Aperam will VDM Metals kaufen

Luxemburg. Der Rostfrei- und Elektroblecherzeuger Aperam will den Spezialstahlerzeuger VDM Metals erwerben.

Der Vertrag mit dem Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel ist

bereits unterzeichnet. Nun stehen nur noch die Bewilligungen der

Kartellbehörden aus. Aperam will die ehemalige thyssenkrupp-Tochter

VDM Metals in den Geschäftsbereich Alloys & Specialities integrieren

und zum führenden Anbieter von Speziallegierungen avancieren.

Mit dem Zukauf vergrößert Aperam nicht nur das Produktangebot,

sondern erweitert auch die geografische Präsenz. Die kombinierte

Sparte Alloys & Specialities dürfte mit ihren rd. 3.000 Mitarbeitern und

Nieder lassungen in 20 Ländern pro forma einen Umsatz von

1,15 Mrd. € und ein EBITDA von 122 Mill. € generieren. Grundlage

dieser Berechnung sind die Unternehmens ergebnisse des Jahres 2017.

Aperam beziffert den Unternehmenswert von VDM Metals mit

596 Mill. €. Nach dem Abzug der Schulden bleibt ein Kaufpreis von

438 Mill. €, der mit Eigen- und Fremdkapital finanziert wird. Die

Luxemburger rechnen bis zum Jahr 2020 mit Synergien von rd.

20 Mill. €. Außerdem entstünden neue Möglichkeiten zur Entwicklung

innovativer Produkte und Anwendungen.

Die Akquisition entspricht Aperam zufolge der Unternehmensstrategie

und lässt sich dank der soliden Bilanzstruktur so finanzieren,

das die Investment-Grade-Ratings nicht gefährdet werden. Das

Unternehmen er wartet den Abschluss der Transaktion in der zweiten

Hälfte des Jahres 2018.

Der Finanzinvestor Lindsay Goldberg Vogel hatte VDM Metals erst

vor drei Jahren von thyssenkrupp erworben. VDM erzeugt Nickel

und Nickellegierungen, Kobalt, Zirkonium, Sonderedelstähle sowie

Halbzeug aus Aluminium und Kupfer.

www.aperam.com (sm 180606292)

/

L KURZMELDUNG

MATERIALFORSCHER NEHMEN NIOB AUFS KORN

Saarbrücken. Der brasilianische Niob-Produzent, CBMM, wird einen Forscher

in der Materialwissenschaft an der Universität des Saarlandes und dem

Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS) finanzieren.

Niob wird vor allem in Brasilien und Kanada aus Vulkangestein gewonnen

und bei der Stahlproduktion in kleinen Mengen hinzugefügt. »Nur etwa jedes

10.000ste Atom im Stahl besteht aus Niob. Umso erstaunlicher ist die große

Wirkung dieser geringen Konzentrationen. Sie machen den Stahl vor allem

zäher, sodass er dehnbarer wird, ohne seine Festigkeit zu verlieren. Niob

verhindert aber auch, dass Stahl bei Minus graden spröde wird und plötzlich

zerbricht wie Porzellan«, erklärt Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe

der Universität des Saarlandes. Dies spielt vor allem bei Öl- und

Gas-Pipelines eine Rolle, die bei arktischen Temperaturen verlegt werden. In

der Automobilindustrie setzt man auf Niobzugaben im Stahl, da nur so die

Stahlkonstruktion in der Karosserie aus reichend Energie absorbieren kann

und bei einem Unfall die Fahrgastzelle schützt. »Niob wird aber u. a. auch in

Supraleitern eingesetzt, weil Verbindungen aus Niob bei tiefen Temperaturen

den Strom verlustfrei leiten können«, erläutert Frank Mücklich.

Sein Forschungsteam hat sich auf die räumliche Analyse der inneren Struktur

von Materialien auf verschiedenen Skalen spezialisiert und setzt dafür

verschiedene drei dimensionale Verfahren ein. »Wir setzen dafür hochauflösende

Elektronenmikroskope sowie die Nano-Tomographie und Atomsonden-Tomographie

ein. Die dabei erfassten einzelnen 3-D-In formationen

und 2-D-Bildserien werden an schließend im Computer wieder zum exakten

räumlichen Abbild zusammengefügt – auch bis hin zum einzelnen Atom«,

erläutert Professor Mücklich.

Mit den 3-D-Analysetechniken können die Forscher nun alle Veränderungen

der inneren Struktur von Stahl auch quantitativ darstellen und darüber herausfinden,

welcher Mechanismus eine gewünschte Eigenschaft steuert.

stahlmarkt 6.2018

(sm 180506162)

Kompetenz in der

Schleuderrad-Strahltechnik

Als Komplettanbieter konstruieren

und fertigen wir Schleuderrad-

Strahlanlagen inkl. Filter- und

Transporttechnik.

Besonderen Wert legen wir

auf den Service:

• Verschleiß- und Ersatzteile

• Reparatur und (Fern-)Wartung

• Inspektion und Beratung

• Modernisierung und

Leistungssteigerung

• Optimierte Gebrauchtmaschinen

AGTOS

Gesellschaft für technische

Oberflächensysteme mbH

Gutenbergstraße 14

D-48282 Emsdetten

Tel. +49(0)2572 96026-0

info@agtos.de

www.agtos.de

185-07/14-4c


36 K

Zinklamellenüberzüge enthalten meist

eine Kombination aus Zink- und

Aluminiumlamellen, die für hohen

Korrosionsschutz sorgen.

Oberflächen mit Zinklamellenbeschichtung

Hochwertiger Korrosionsschutz für den Spezialfall

Zinklamellenbeschichtungen bieten hohen kathodischen

Korrosionsschutz bei geringen Schichtdicken. Deshalb ist die Zinklamelle

überall dort gefragt, wo besonders hohe und spezielle Anforderungen

bestehen.

Eine Beschichtung aus Zinklamellen ist

ein »Lack« mit vielen mikroskopisch kleinen

Plättchen, den Korrosionsschutzpigmenten.

Gemäß DIN EN ISO 10683 und DIN EN

13858 sind diese eine Kombination aus

Zink- und Aluminiumlamellen (Flakes), die

durch ein anorganisches Bindemittel verbunden

sind. Zinklamellenüberzüge schützen

Bauteile verschiedener Art primär vor

Korrosion. Auf diese Grundschicht (Basecoat)

wird zur Verbesserung oder Erweiterung

der Eigenschaften des Gesamtsystems

meist eine Deckschicht (Topcoat) aufgetragen.

Aufgrund entsprechender gesetzlicher

Reglementierungen wie z. B. Altautoverordnung

oder RoHS-Richtlinie kommen heute

fast ausschließlich Cr(VI)-freie Zinklamellensysteme

zum Einsatz.



Zink als das unedlere Metall korrodiert und

bewahrt den Stahl vor einer Zersetzung.

Hier lassen sich bereits bei dünnen Schichten


zu 1.000 Stunden gegen Grundmetallkorrosion

(Rotrost) nach DIN EN ISO 9227-NSS

erreichen. Bei passiv schützenden Barriereschichten

besteht die Gefahr der Enthaftung

oder Unterrostung beispielsweise im Bereich

von Verletzungen der Schicht. Dieses Phänomen

wird bei der Zinklamelle durch die

Opferwirkung des Zinks verhindert. Auf den

Zinklamellen-Basecoat wird typischerweise

ein Topcoat aufgebracht. Während der

Base coat für den Korrosionsschutz sorgt,

bietet der Topcoat weitere multifunktionale

Eigenschaften, wie erhöhte chemische oder

mechanische Beständigkeit, Farbgebung

oder eine definierte Reibungszahleinstellung

für Gewindeteile. Die Schichtdicken des

Top coats liegen je nach Art und Applikation




Besteht die Notwendigkeit für dünnste

Schichten bei gleichzeitig hohem Anspruch

an den Korrosionsschutz, haben Zinklamellensysteme

oft die Nase vorn. Besonders

dünne Schichten können beispielsweise aufgrund

von Platz- oder Gewichtsbegrenzung

oder aber besonderer Passgenauigkeit ge -

fordert sein. So ist es bei metrischen Gewindeteilen

erforderlich, die Toleranzen nach

ISO 965 einzuhalten, sodass das Gewinde

der Schraube nicht verklebt und die Reibungszahlen

entsprechend einstellbar sind.

Ist dabei Korrosionsschutz höher als in

einem720 -Stunden-Salzsprühtest gefordert,

werden häufig Zinklamellenbeschichtungen

ein gesetzt. Bei diesen besteht zudem keine

Gefahr der Wasserstoffversprödung. Beim

stromlosen Beschichten mit Zinklamellensystemen

wird kein Wasserstoff erzeugt, somit

besteht keine Gefahr durch applikationsbedingte

wasserstoffinduzierte Spannungsrisskorrosion.

Aus diesem Grund eignet sich die

Zinklamelle gut für hochfeste Stähle der

Klassen 10.9 und höher.



Vor dem eigentlichen Beschichtungsprozess

wird die Oberfläche der Bauteile vorbehandelt.

Das Beschichten erfolgt je nach Größe

und Geometrie der Bauteile mit verschiedenen

Applikationstechniken. Die Teile können

entweder mit dem vorbereiteten Beschichtungsmaterial

besprüht oder in einen befüllten

Behälter getaucht werden. Bei Letzterem

werden Schüttgut oder Gestellware

stahlmarkt 6.2018


K 37

Das Unternehmen

Dörken MKS in

Herdecke zählt zu

den Experten in

Sachen Zinklamellen.

Ihre Zinklamellensysteme

garantieren

eine Vielzahl an

Kombinationsmöglichkeiten

für

einen exzellenten

Korrosionsschutz.

(Fotos: Dörken MKS)

eingetaucht und anschließend zentrifugiert,

um überschüssiges Beschichtungsmaterial

zu entfernen. Teile mit geeigneter Geometrie

können auch mittels Tauch-Ziehen effizient

beschichtet werden. Es folgt ein Vortrocknen

und im Anschluss das Einbrennen

im Ofen. Beim Einbrennen wird die

Beschichtung vernetzt und eine gleichmäßige,

haftfeste und trockene Schicht entsteht.

Die Vernetzung erfolgt bereits bei relativ

geringen Einbrenntemperaturen. Ein Vorteil,

da sich die Eigenschaften einiger Eisenwerkstoffe

ab etwa 220 °C verändern, was bei

flexiblen Bauteilen wie beispielsweise Klammern

oder Federn von Bedeutung ist. Den

Abschluss des Beschichtungsverfahrens bildet

das Kühlen. Zinklamellenüberzüge werden

weltweit als kathodische Korrosionsschutzschichten

für Stahlteile genutzt. Ne -

ben der Automobilindustrie sind Zinklamellen

auch in der Windkraft- und Bauindustrie,

Schieneninfrastruktur, Elektrotechnik (Anlagenbau)

und in weiteren Märkten zu finden.

Aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit bei

geringer Schichtdicke ist die Zinklamelle in

der Verschraubung und Verbindungstechnik

der Automobilindustrie am weitesten verbreitet:

Jede zweite Schraube der führenden

Hersteller ist mit Zinklamellensystemen be -

schichtet. Im Baubereich ist zwar Edelstahl

nach wie vor ein bevorzugter Werkstoff, mit

Blick auf die Kosten bietet die Zinklamelle

auch hier eine Alternative. Freigaben, beispielsweise

für den Einsatz auf Strukturbauteilen

in Bauwerken, hat das Deutsche Institut

für Bautechnik erteilt. Bei Windkraftanlagen

werden Zinklamellensysteme häufig

bei Verbindungselementen eingesetzt. Den

erforderlichen Langzeitkorrosionsschutz in

Küstennähe oder offshore hat unter anderem

der Germanische Lloyd zertifiziert.

(sm 180606237)


Die Galvano- und Oberflächentechnik ist eine

mittelständisch geprägte Industriebranche, die

europaweit rd. 440.000 Mitarbeiter beschäftigt,

davon 50.000 in Deutschland. Allein in Deutschland

erwirtschaftet die Branche einen Umsatz von

ca. 7,5 Mrd. €. Die Struktur der Galvanobetriebe

wird dabei von KMUs dominiert, nur ein geringer

Anteil der Betriebe erreicht Größen von mehr als

100 Mitarbeitern. Die Oberflächenbranche ist eine

Schlüsselindustrie, deren Dienstleistung Voraussetzung

für die Funktionalität von Bauteilen,

Geräten und Maschinen nahezu jeder anderen

Branche ist. Die Galvanotechnik verhindert dabei

jährlich Korrosionsschäden von ca. 150 Mrd. €.


Der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZPO)

nahm seine Arbeit am 1. Januar 2000 auf. Mit

steigenden Anforderungen an die Branche wurde

die Interessenvertretung weiter konzentriert und

der ZVO zum Wirtschaftsverband mit reinen

Firmenmitgliedschaften umstrukturiert. Aktuell

haben sich 230 Unternehmen dem ZVO angeschlossen.

Insgesamt repräsentiert der ZVO über

seine körperschaftlichen Mitglieder BIV, DGO, FGK

und FiT über 600 Mitgliedsunternehmen.

«

Dörken MKS-Systeme GmbH & Co. KG

Wetterstraße 58

58313 Herdecke/Ruhr

Tel. +49 2330 63243

www.doerken-mks.de

«

Zentralverband

Oberflächentechnik e.V.

Itterpark 4

40724 Hilden

Tel. +49 2103 2556-10

www.zvo.org

stahlmarkt 6.2018


38 K

Neue Standards in der Oberflächenbehandlung

Die Pallas Oberflächentechnik GmbH & Co. KG hat vor kurzem iClad ® , eine ab 30 mm Durchmesser

einsetzbare Innenbearbeitungsoptik zum Laserauftragschweißen für den industriellen Einsatz, entwickelt.

Ob Verschleißschutz, Reparatur, Reinigung,

Modifikation, Korrosionsschutz oder

Funktionserweiterung – behandelte Oberflächen

machen Bauteile beständiger, Prozesse

wirtschaftlicher und Produkte wettbewerbsfähiger.

Aus einer Hand bietet die

Pallas GmbH & Co. KG mit rd. 30 Mitarbeitern

das gesamte Verfahrensspektrum der

Oberflächentechnik an: Galvanik, thermische

Beschichtungen, Antihaft- und Kunststoffbeschichtungen

sowie Laserbearbeitungen.

Durch gezielte Kombination der Vorteile

thermischer, mechanischer oder elektromechanischer

Verfahren und einzelner

Werkstoffe entwickelt Pallas maßgeschneiderte

Oberflächen für stark beanspruchte

Bauteile oder Werkzeuge im Maschinenbau,

der Exploration und der Luftfahrtindustrie.


Für die Reparatur und Beschichtung von

schwer zugänglichen Bauteilen beispielsweise

im Motoren-, Maschinen- und Werkzeugbau

hat Pallas nun eine Bearbeitungsoptik

zum Laserauftragschweißen von Innenkonturen

entwickelt. Die kompakte Bauweise

dieser Spezialoptik iClad ® ermöglicht erstmals,

Bohrungen ab 30 mm Durchmesser

bis zu einer Tiefe von 500 mm zu beschichten.

Auch Sackbohrungen können nun bis

in die Kante beschichtet, legiert oder gehärtet

werden. Zum Vergleich: Konventionelle

Standardbearbeitungsköpfe benötigen

einen Öffnungsdurchmesser der Innenkontur

von mindestens 100 mm. iClad ® ist für

die Bearbeitung von Innenkonturen ausgelegt,

deren Durchmesser gerade einmal so

groß ist wie eine Zwei-Euro-Münze. Pallas

fertigt diese hoch leistungsfähigen Bearbeitungsoptiken

für unterschiedliche Laserquellen.

iClad ® kann daher nicht nur an die am

weitesten verbreiteten Laser wie Diodenoder

Nd:YAG-Laser, sondern auch an Faseroder

Scheibenlaser problemlos angekoppelt

werden. Die Laserleistung beträgt bis zu

3 kW. Der modulare Aufbau ermöglicht,

verschiedene Köpfe für wechselnde Bearbeitungsdurchmesser

aufzusetzen. So können

Innenkonturen ab 30 mm Durchmesser bis

zu einer Tiefe von 500 mm bearbeitet werden.

Trotz der kompakten Bauweise ist eine

optionale Kameraanbindung zur Justierung

oder Prozessbeobachtung möglich.

www.pallaskg.de

/

(sm 180606283)

Ab einem Öffnungsdurchmesser von 30 mm kann Pallas

mit der iClad ® -Innenbearbeitungsoptik das gesamte

Spektrum der Innenkonturbearbeitung bis in 500 mm

Tiefe porenfrei beschichten.

(Foto: Pallas)

stahlmarkt 6.2018


K 39

Recyclingtechnologie, Korrosionsschutz und Legierungen

SurTec hat als Spezialist für Oberflächentechnik viele innovative Verfahren in der funktionellen und

dekorativen Galvanotechnik im Programm.

Für das Recycling in der Vor- und Nachbehandlung hat SurTec eine

Potenzialanalyse entwickelt. Bei dieser Analyse wird der ge samte Prozess

von der Vor- bis zur Nachbehandlung zusammen beim Inte ressenten vor

Ort aufgenommen und auf Optimierungsmöglichkeiten geprüft. Bei den

SurTec- Vor behandlungs- und Passivierungssystemen mit entsprechender

Recyclingtechnik werden bis zu 50 % weniger Chemie im Bereich der

Vor- und Nachbehandlung verbraucht und bis zu 60 % weniger Abwasser

und entsprechend weniger Frischwasser. Weiterhin hat SurTec die

neue Chrom(VI)- und cobaltfreie Dickschichtpassivierung für alkalische

Zink- und Zink/Eisen-Legierungen SurTec 685 im Programm. Ohne kostenintensives

Vorverzinken oder Nachpassivieren können Zink schichten wasserstoffentsprödet

und getempert werden. Der Korrosionsschutz nach

Wärmebehandlung von bis zu 210 °C bleibt nicht nur vollständig erhalten,

er wird teilweise sogar noch deutlich gesteigert. Mit SurTec 717 hat

das Unternehmen ein modu lares, alkalisches Zink/Nickel- Verfahren der

neuesten Generation entwickelt. Es zeichnet sich durch beste Metallverteilung

und hohe Abscheidungsgeschwindigkeit im Gestellverfahren

aus. Zu den Vorteilen gehören ein robuster Trommelprozess

mit hoher Beladung und gutem Anspringverhalten von gehärteten

Bauteilen sowie niedrige Logistikkosten für Beschichter mit Trommel-

und Gestellapplikationen durch modularen Additivaufbau.



SurTec 781 Ferronium ist eine neu entwickelte Hochleistungs-

Zink/Eisen-Legierung. Im Vergleich zu herkömmlichen Produkten

ist sie wesentlich schonender in der Anwendung und bringt

einen sehr hohen katho dischen Korrosionsschutz ohne Nickel

und eine hervorragende Hitzebeständigkeit. Ferronium eignet

sich gut als metallische Vorbehandlung unter einer Lackierung

(z. B. KTL und/oder Pulverbeschichtung).

www.surtec.com (sm 180606267)

/

L KURZMELDUNGEN

KTL-KORROSIONSSCHUTZ GEPRÜFT

Solingen. Durch KTL-Beschichtung entsteht eine sehr gleichmäßige Beschichtung

mit hoher Oberflächenqualität. In einem konkreten Fall schien das bei

Guss-Bauteilen aus fernöstlicher Produktion nicht der Fall zu sein. Der betroffene

Kunde wandte sich an die Ebbinghaus Verbund Management- und Dienstleistungs-GmbH,

die Beschichtungssysteme zu prüfen und Schliffbilder anzufertigen.

Neben den üblichen Anwendungen wie Salzsprühnebeltest und Klimawechseltest

können die Prüflinge bei Ebbinghaus Verbund auch in einer Atmosphäre mit

geregelter Feuchte gelagert und getestet werden. Als Ergebnis zeigte sich bereits

nach einer Woche sehr deutliche Korrosion. Die Oberflächenspezialisten bei

Ebbinghaus stellten fest, dass die Guss-Bauteile nur mit einem konventionellen

Lack überzogen waren, und keine KTL-Beschichtung vorlag. Daraufhin erhielt

Ebbinghaus den Auftrag die Guss-Bauteile zu Entlacken und mit einer KTL-Beschichtung

zu versehen.

www.ebbinghaus.de

/

AS(SHN)/SE/ (sm 180606279)

www.LDV-Systeme.de

MIT

WENIGER

LICHT

MEHR

SEHEN !

VISUELLE

OBERFLÄCHEN-

INSPEKTION

NEUE PRODUKTNAMEN BEI LACKEN

Philadelphia. Axalta Coating Systems hat Markennamen für die wichtigsten

Lacke in der Leichtfahrzeug- und Automobilindustrie eingeführt. Die Grundierungen

von Axalta erhalten die Bezeichnung HyperDur, einen Namen, der ihre

optimale Filmglätte und Haftungseigenschaften widerspiegelt. Die Bezeichnung

einer speziellen Vorbeschichtung, HyperDyne, wird für die Grundbeschichtung

der wasserbasierenden und lösemittelhaltigen Harmonized Coating Systems

mit 3-Wet-Technologie von Axalta verwendet, die einen Nass-in-Nass-Auftrag

der Grundierung, des Basislacks und der Klarlackschicht ermöglichen. Die Basislackfarben

von Axalta sind unter ChromaDyne erhältlich. Axaltas Palette an

Klarlacken laufen jetzt unter dem Namen Lumeera.

www.axalta.de

/

AS(SHN)/SE/ (sm 180606280)

LDV Laser- und Lichtsysteme GmbH

An der Wethmarheide 36 · D-44536 Lünen

Fon +49(0)2306 940 80-0 · Fax +49(0)2306 940 80-33

stahlmarkt 6.2018


40 K

Stahlglühen fast ohne Zunder

Von Dr. Heinrich Dornbusch*

Bei Glühprozessen vor und bei der Warmumformung von Stahl entsteht Zunder. Industriebetrieben verursacht das

Oxidationsprodukt hohe Kosten, denn sie müssen den Stahl nachbearbeiten. Doch es gibt eine umweltfreundliche

Lösung, ein hitzebeständiger, ökologisch unbedenklicher Schutzlack, der die Zunderbildung vor der Umformung und

damit den Ausschuss und CO 2

-Emissionen vermindert. Sein Name: DELTA-HEAT ® . Eine Entwicklung, die nicht nur

den Produktionsprozess effektiver gestaltet, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Dafür

wurde das Projekt in die landesweite Leistungsschau für den Klimaschutz, die KlimaExpo.NRW, aufgenommen.

Einsal zwischen Iserlohn und Lüdenscheid:

Im gleichnamigen Walzwerk glüht

leuchtend orange der Stahl, bereit eine neue

Form anzunehmen. Doch an einigen Stellen

zeichnen sich dunkle Flecken ab. Kein gutes

Zeichen, denn sobald das Material abkühlt,

bilden sich in diesen dunklen Bereichen feine

Blättchen, die sich von der Oberfläche

des Stahls abschälen – Zunder. Er entsteht,

wenn Metalle und Sauerstoff unter Hitzeeinfluss

reagieren, wie etwa vor und bei der

Wärmeumformung von Stahl. Durch diese

Oxidation verschleißt das Material und

Oberflächenfehler können auftreten. Für die

Stahlindustrie bedeutet das: Nachbearbeitung,

Ausschuss – kurzum Kosten. Eine

Hochtemperaturbeschichtung soll die Zunderbildung

im Glühprozess vor der Umformung

reduzieren. Entwickelt hat sie Dörken

MKS gemeinsam mit dem VDEh-Betriebsforschungsinstitut

(BFI) Düsseldorf und den

Walzwerken Einsal.


Rd. 36,6 Mill. t warmgewalzte Stahlerzeugnisse

entstehen in Deutschland jährlich.

Und immer mit dabei: der Zunder. Als graue

Schicht legt er sich auf die Oberfläche

des Stahls – zusammengerechnet etwa

915.000 t/a. Gerade auf Walzprodukten

bilden sich häufig sogenannte Nester, also

Stellen, an denen die Zunderschicht besonders

dick ist. Diese müssen mittels mechanischer

(Strahlen) oder chemischer (Beizen)

Verfahren aufwendig entfernt werden – oft

auch von Hand. Dadurch kommt es zu

einem prozessabhängigen Materialverlust

von 1 bis 3 %. Zusätzlich verursacht das

Oxidationsprodukt Schäden an den Um -

formwerkzeugen.


Der Hochtemperaturlack DELTA-HEAT schafft

Abhilfe. Der wässerige Korrosionsschutz

kann die Zunderbildung um bis zu 80 % verringern.

»Das ist schon eine Hausnummer«,

sagt Dr. Marcel Roth, Leiter Forschung und

Entwicklung bei Dörken MKS. Die Schutzwirkung

des Lackes hängt jedoch stark von

der Stahlsorte ab. Besonders hoch ist sie bei

Walzstahl (Materialnummer 1.3.05), geringer

dagegen bei Vergütungsstahl (1.7.225). Ein

weiterer Faktor ist die Schichtdicke. »Viel hilft

nicht viel«, sagt Dr. Roth. Ideal ist eine gleich-


wir auch, dass sich der Lack mit dem Pinsel

nicht so präzise auftragen lässt wie beispielsweise

im Sprühverfahren«, ergänzt er.

(Fotos: Dörken MKS)


Seine volle Schutzwirkung entfaltet DELTA-

HEAT während des Erhitzungsprozesses vor

der Umformung, genauer gesagt ab 660 °C.

Er fällt in die Kategorie diffusionshemmender

Beschichtungen, die verhindern, dass

Sauerstoff an die Oberfläche des Stahls

gelangt oder deren Reaktivität herabsetzt.

Auf dem wiedererhitzten Stahl ist Zunderbildung als dunkle Flecken erkennbar.

* Dr. Heinrich Dornbusch ist Vorsitzender Geschäftsführer

der KlimaExpo.NRW

stahlmarkt 6.2018


K 41

Bei der nicht lackierten Stahlprobe

(links) ist eine deutliche

Zunderbildung erkennbar.

An sogenannten Stahlknüppeln testen die Forscher die Wirkung des Speziallacks.

Winzige Partikel verleihen DELTA-HEAT ® seine

charakteristische silbergraue Farbe.

Chemiker entwickelten den Lack nach dem

Sol-Gel-Verfahren. »Ein ›grüner‹ Lack«, sagt

Dr. Roth. Denn im Vergleich zu anderen Produkten

verzichtet DELTA-HEAT auf organische

Lösungsmittel und chemische Zusatzstoffe.

Das hat zwei Vorteile: Es ist umweltfreundlicher

und sicherer. Herkömmliche

Lacke sondern unter Extremtemperaturen

giftige Zersetzungsprodukte ab. Außerdem

erhöhen die darin enthaltenen Lösungsmittel

die Explosionsgefahr in der Nähe von

Ringöfen, ein ständiger Risikofaktor. »Und

außerdem ist unser wasserbasiertes Produkt

günstiger«, ergänzt Dr. Roth.


Während des Glühprozesses verschmelzen

die Inhaltsstoffe auf der Oberfläche des

Stahls zu einer feinen Schicht. Sie bildet die

eigentliche Barriere. Bei 1.000 °C ist sie bis

zu zwei Stunden stabil und eignet sich somit

für Stahlerzeugnisse mit langen Glühprozessen.

Die kritische Grenze erreicht der Lack

aber bei 1.250 °C. Auch wenn er die Zunderbildung

deutlich verlangsamt, kann er sie

nicht vollständig verhindern. Das liegt da -

ran, dass immer noch eine Restmenge Sauerstoff

an die Oberfläche gelangen kann.

»Sicherlich lässt sich das Produkt optimieren,

einen 100%igen Schutz werden wir

aber wohl nie gewährleisten können«, sagt

Dr. Roth. Doch der ist auch nicht zwangsläufig

erforderlich.



Walzwerke beispielsweise profitieren von

einer weiteren Wirkung von DELTA-HEAT.

Denn der Lack sorgt dafür, dass sich beim

Erhitzen eine gleichmäßige Zunderschicht

bildet – also keine Nester. Der Vorteil: Diese

Schicht lässt sich einfacher und mit weniger

Materialverlust entfernen. Teilweise stört sie

bei den anschließenden Bearbeitungsschritten

auch überhaupt nicht. Stahlbetrieben

spart das enormen Arbeitsaufwand und

Kosten. Nicht zu vergessen: CO 2

-Emissionen.

Denn auch die sinken durch die Verwendung

von DELTA-HEAT. Ein mittelgroßes

Walzwerk kann mit dem Verfahren jährlich

rd. 750 t CO 2

einsparen, weil eine Nachbereitung

des Stahls größtenteils wegfällt.

Weniger Emissionen bedeuten auch weniger

treibhauswirksames Kohlenstoffdioxid

in der Atmosphäre. Und das schützt das

Klima. Denn hochgerechnet auf die gesamte

deutsche Stahlindustrie bietet der Speziallack

ein enormes Klimaschutzpotenzial.

Aus diesem Grund nahm die KlimaExpo.

NRW, die Leistungsschau des Landes, DEL-

TA-HEAT als Vorreiterprojekt für den Klimaschutz

in das Themenfeld »Ressourcen schonen«

auf. Für Stahlbetriebe bedeutet der

Lack vor allem eines: Mit Nachhaltigkeit

wirtschaftlicher zu werden. Eine lohnende

Aussicht.

www.klimaexpo.nrw

/


(sm 180606297)

Dr. Heinrich Dornbusch ist Vorsitzender Geschäftsführer

der KlimaExpo.NRW. Bis 2020 plant die

landesweite Initiative insgesamt 1.000 Klimaschutzprojekte

aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft

und Zivilgesellschaft aus Nordrhein-Westfalen

aufzunehmen und einer breiten Öffentlichkeit

zu präsentieren. So trägt die KlimaExpo.NRW

zu einer nachhaltigen Entwicklung des Landes bei

und bietet Modellprojekten eine Plattform –

deutschland- und europaweit.

stahlmarkt 6.2018


42 K

Strengere Auflagen im Oberflächenschutz

Galvanotechnik als Schlüsselindustrie

Die Galvano- und Oberflächentechnik kämpft mit permanenten

Anpassungsmaßnahmen infolge zunehmend strengerer Umweltauflagen.

Gleichzeitig ist sie eine Schlüsselindustrie, deren Bedeutung in allen

Wirtschaftsbereichen zunimmt. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur

Herstellung technologischer Spitzenerzeugnisse in Deutschland mit hohem

Schutz und hochwertiger Optik bei dünnen Schichten, geringem Gewicht

und niedrigen Kosten.

Die Gesetzgebung rund um Grey-Lists,

Black-Lists, Red-Lists ist so komplex, dass die

oft kleinen bis mittelständischen Unternehmen

der Galvano- und Oberflächentechnik

die Thematik weder inhaltlich vollständig

verstehen noch den damit verbundenen

finanziellen Aufwand alleine aufbringen

können. Zusätzlich führen die langen Entscheidungswege

zu Investitionsstopps, da

lange unklar bleibt, wie der gesetzliche Rahmen

zukünftig aussieht und wie lange er so

aussieht. Denn im Rahmen von REACH, der

Europäischen Chemikalienverordnung zur

Registrierung, Bewertung, Zulassung und

Beschränkung chemischer Stoffe, autorisiert

die EU-Kommission die Verwendung einiger

Substanzen nur für eine bestimmte Dauer,

die sogenannte Reviewperiod. Was danach

kommt, ist ungewiss. Derzeit sind allein

unter REACH etwa 20 Substanzen gelistet,

die die Galvanotechnik direkt betreffen.

Kurioserweise sind zeitversetzt Substanzen

betroffen, die bereits als Ersatz für andere

gelistete Substanzen gewählt wurden. Das

führt zu einer zusätzlichen Unsicherheit und

konterkariert langjährige Forschungs- und

Entwicklungsarbeit zur Substitution betroffener

Stoffe. Die gelisteten Substanzen können

übrigens außerhalb der Europäischen

Union verwendet werden und das fertige

Bauteil mit Oberflächenschutz kann problemlos

in die EU eingeführt werden.

Galvanotechnik verhindert allein in Deutschland Korrosionsschäden in Milliardenhöhe und ist

nicht zu ersetzen. Steigende Auflagen bedrohen die Branche.

(Foto: Max Schlötter)


Bei der Galvanotechnik handelt es sich um

eine Schlüsseltechnologie, ohne die sich im

täglichen Leben kein Rad mehr drehen würde.

In einem Pkw befinden sich etwa 3.000

beschichtete Teile. Und auch Fliegen wäre

ohne Galvanotechnik unmöglich, befinden

sich doch in einem Airbus 2 Mill. beschichtete

Teile. Denn galvanisch erzeugte Oberflächen

bieten eine Vielzahl an hervorragenden

Eigenschaften: Korrosionsschutz, Ge -

wichtseinsparung, Abschirmung/Schutz vor

elektromagnetischen Störwellen, Verschleißfestigkeit,

gute Optik, vielfältige Kombinationsmöglichkeiten,

Temperaturbeständigkeit,

Gleitfähigkeit, Reibungsminderung,

Kontakt- und Leitfähigkeit, Lötbarkeit, chemische

Beständigkeit, angenehme Haptik.

Eigenschaften, die andere Verfahren nicht

komplett ersetzen können. Auch die Elektronik

braucht Galvanotechnik. Ge druckte

Schaltungen, kurz Leiterplatten genannt,

die Herzstücke der Hardware in der Elektronik,

bestehen aus Isoliermaterial, das durch

galvanisches Verkupfern zunächst leitfähig

gemacht wird. Anschließend sorgen galvanotechnisch

aufgebrachtes Zinn/Blei, Zinn,

Palladium, Silber oder Gold für die optimale

Verbindung von Leiterplatte und elektronischen

Bauelementen.


Schrauben beispielsweise lassen sich durch

das Galvanisieren in Trommeln in großen

Mengen kostengünstig bei gleichzeitig

hoher Qualität beschichten. Beim herkömmlichen

Lackieren müssten selbst kleinste

Handyschrauben vereinzelt und jede Schraube

individuell lackiert werden, weil sie sonst

aneinanderkleben und die Gewinde verkleben

oder unbeschichtete Stellen aufweisen

würden. Die Herstellung galvanischer Oberflächen

lässt sich weitgehend automatisieren

und weist eine hohe Prozessfähigkeit

auf. Die Arbeitsprozesse in der Galvanik

werden ständig weiterentwickelt und den

Anforderungen der Zeit angepasst: Energiesparende

Automaten, weitgehend geschlossene

Wasserkreisläufe, sorgfältige Aufar-

stahlmarkt 6.2018


K 43

beitung und Reinigung des Restabwassers

sowie Recycling von Wertstoffen aus Abfällen

sind Stand der Technik. Die Galvanotechnik

hat also ökonomisch wie ökologisch eine

ganz besondere Bedeutung für alle Industriezweige

und für den Industriestandort

Deutschland und Europa. Ihr Schutz ist programmatisch

für den Zentralverband Oberflächentechnik

e.V. (ZVO). Denn viele Mittelständler

– und das ist die Heimat der galvanotechnischen

Industrie in Deutschland

– sind mit den kontinuierlich steigenden

Anforderungen ihrer Endabnehmer, dem

Kostendruck aus Billiglohnländern und der

stets neuen Gesetzgebung zum Schutze der

Umwelt hier in Europa überfordert. Daher

haben sich bereits im Jahr 2000 bestehende

Vereinigungen unter dem Dach des ZVO

zusammengeschlossen. Er setzt sich ein für

die Förderung und Weiterentwicklung der

Oberflächentechnik in technisch-wissenschaftlicher,

wirtschaftlicher und vor allem

politischer Hinsicht und ist hierzu national

und international, in Berlin und Brüssel aktiv.

Denn durch den Austausch mit Entscheidungsträgern

in der Politik können die tatsächliche

Betroffenheit der Unternehmen

durch gesetzliche Regelungen, die Auswirkungen

auf die Branche, den Industriestandort

und die Gesamtwirtschaft besser verstanden

und Lösungen gefunden werden.

« KONTAKT

Zentralverband

Oberflächentechnik e.V.

Itterpark 4

40724 Hilden

Tel. +49 2103 2556 10

www.zvo.org

(sm 180606282)

Prüfung bestanden

Die Gitterrostfassaden der Hamburger Flughafen-Parkhäuser haben sich im Langzeittest

als technisch und optisch einwandfrei erwiesen.

stahlmarkt 6.2018

Das Erscheinungsbild der beiden Parkhausfassaden wird sich aufgrund des fortgeschrittenen

Patinierungsprozesses erfahrungsgemäß nur noch geringfügig verändern.

Der heutige Flughafen Hamburg ist

weitestgehend das Werk des Hamburger

Architekturbüros gmp. Neben den beiden

Terminals und dem Airportplaza entwarf

gmp auch zwei Parkhäuser des Flughafens,

die 1990 beziehungsweise 2004 fertiggestellt

wurden.

Die als städtebauliche Drehpunkte zwischen

den anderen Flughafenbauten angelegten

Parkhäuser zeichnen sich durch ge -

meinsame Entwurfsprinzipien aus. Neben

der dominierenden geometrischen Kreisform

ist eine teilweise vorgehängte Fassade

aus feuerverzinkten Gitterrosten das we -

sentliche Gestaltungselement, auch wenn

sich die Parkhäuser in Bezug auf ihre Größe

unterscheiden.

Eine aktuelle Begutachtung der Gitterrostfassaden

der beiden Rotunden durch

das Institut Feuerverzinken zeigt, dass sich

diese in einem sehr guten Zustand befinden.

Rotroststellen waren nicht zu sehen. Zinkschichtdickenmessungen

an den beiden

Parkhausfassaden ergaben Werte die jeweils


Korrosionsschutz für viele Jahrzehnte ge -

währleisten.

Unter optischen Gesichtspunkten unterscheiden

sich die Gitterroste der unterschiedlich

alten Parkhäuser nur wenig. Beide

Parkhausfassaden weisen matte Oberflächen

auf. Bei näherem Hinsehen ist an beiden

Fassaden das Kristallmuster des Zinküberzuges

sichtbar, wobei das Kristallmuster

des älteren Parkhauses etwas blasser er -

scheint. Das optische Erscheinungsbild der

beiden Parkhausfassaden wird sich aufgrund

des fortgeschrittenen Patinierungsprozesses

erfahrungsgemäß nur noch ge -

ringfügig verändern. Die Architekten waren

gmp Architekten von Gerkan Marg und

Partner.

www.feuerverzinken.com

/

(Foto: Institut Feuerverzinken)

(sm 180606296)


44 K

Stückverzinken im Fokus nachhaltiger

Investitionsentscheidungen

microZINQ sichert Funktion und Wirtschaftlichkeit langfristiger Investitionen

Gestiegene kundenseitige Anforderungen in funktionalen

Bereichen und der Einsatz hoch und höherfester Stähle lassen die

Anwendung konventioneller Stückverzinkungsverfahren nicht immer zu.

Das Gelsenkirchener Unternehmen Voigt & Schweitzer hat ein Dünnschichtverfahren

mit dem Namen microZINQ entwickelt, das je nach Anwendungsfeld

bei verbessertem Korrosionsschutz 80 % Zink einspart. Ein Verfahren,

das die Ressourcen schont und einen wichtigen Schritt hin zu einer

klimafreundlichen Zukunft markiert. Dafür wurde microZINQ als Vorreiter

für den Klimaschutz in die KlimaExpo.NRW aufgenommen.

Wie bei allen Werkstoffen ist auch beim

Einsatz von Stahl der Korrosionsschutz ein

wichtiges Thema für die Industrie. Stahl hat

Beton hier einiges voraus: Denn ob und in

welchem Umfang Instandhaltungsmaßnahmen

und -kosten über die Standzeit eines

Stahlbauwerks anfallen, hängt nicht nur

vom Werkstoff, sondern auch von der Auswahl

des Korrosionsschutzes ab.



Für Stahl gibt es mehrere Möglichkeiten des

Korrosionsschutzes. Besonders wirksam sind

Beschichtungssysteme, die eine aktive Korrosionsschutzwirkung,

sprich kathodischen

Schutz, beinhalten. Hierbei wird durch den

Einsatz eines unedleren Metallüberzuges

wie Zink der Grundwerkstoff Stahl ge -

schützt. Zink hat sich als besonders resistent

herausgestellt. Da über ein Drittel des in

Deutschland verarbeiteten Zinks im Korrosionsschutz

verwendet wird, ist eine sparsame

Verwendung des Rohstoffes nicht nur

wirtschaftlich, sondern schont auch Umwelt

und Ressourcen. Eine Methode des Korrosionsschutzes

ist das Stückverzinken, ein

Schmelztauchprozess, in dem Bauteile aus

Stahl komplett in schmelzflüssiges Zink

getaucht werden. Da das Zink mit dem Stahl

metallurgisch reagiert, ist ein Unterrosten

unmöglich. Das Bauteil wird komplett in die

Schmelze eingelassen und erhält einen innen

wie außen gleichwertigen Schutz (Hohlraumschutz).

Aufgrund der metallurgischen

Reaktion kommt es auch an den Bauteilkanten

zu einem äquivalenten Schutz. Durch die

aus der Reaktion zwischen Stahl und Zink

entstehende Verbindung ist die Oberfläche

mechanisch extrem belastbar.



Damit wird deutlich, dass stückverzinkter

Stahl vor allem organisch beschichteten

Stahlkonstruktionen weit überlegen ist. So

durchläuft beispielsweise der mit Farbe

geschützte Eiffelturm derzeit die 19. Instandhaltungskampagne,

was einer durchschnittlichen

Standzeit der Beschichtung von weniger

als sieben Jahren entspricht. Bei

beschichteten Bauteilen müssen bereits in

der Mon tagephase präventive Maßnahmen

gegen Montageschäden getroffen werden

und jede weitere mechanische Beeinträchtigung

macht Instandsetzungsmaßnahmen

erforderlich. So hat sich die Stückverzinkung

gerade bei komplexen Bauteilgruppen und

Schweißbauteilen aus dem Bereich der Fahrzeug-

und Nutzfahrzeugindustrie, bei größeren

Komponenten im Maschinen- und

Anlagenbau und bei schweren Konstruktionen

aus Stahl insbesondere im Bereich von

Infrastrukturanwendungen als Verfahren für

einen nachhaltigen Korrosionsschutz be -

währt. Interessant ist das Verhalten von

Schmelztauchüberzügen in der mikroklimatischen

Umgebung (Einsatzort bzw. Einbaulage).

Erfahrungen aus der Praxis zeigen,

dass die Haltbarkeit eines Stückverzinkungsüberzuges

nicht nur eine Frage der Schichtdicke,

sondern im Besonderen eine Frage

der Passivität der Zinkoberfläche ist: Wie

reagiert die Zinkoberfläche, neben der

mechanischen Belastung durch z. B. Steinschläge,

auf niedrige pH-Werte?


Mit dem von Voigt & Schweitzer entwickelten

Dünnzinkverfahren sind die Zinkschichten

beim Verzinken nur noch zehn statt

-

ZINQ basiert auf einer eutektischen Zink-

Aluminium-Legierung. Die bereits 2004

patentierte Technologie benötigt nur ein

Sechstel einer herkömmlichen Stückverzinkung

und verknüpft die prozessseitigen Vorteile

der Stückverzinkung mit der Leistungsfähigkeit

der sonst auf die Bandverzinkung

begrenzten Zink-Aluminium-Schmelzen. In

einem Langzeitversuch an Leitplanken der

A48 in der Eifel wurde der Erfolg des Verfahrens

nachgewiesen. Allein bei Verkehrsrückhaltesystemen

könnten so jedes Jahr

rd. 50.000 t CO 2

eingespart werden. Auch

nach fünf Jahren konnte keine Rostbildung

stahlmarkt 6.2018


K 45

(Fotos: ZINQ)

Millionenfach bewährt im Dauereinsatz gegen Feuchtsalz und

Steinschlag: mikroverzinkter Sturzlenker.

Zink-Aluminium-Stückverzinkung widersteht

auch in extremen Mikroklimaten.

festgestellt werden, alle Kanten sind noch

voll verzinkt und der Zinkabtrag in die Um -

welt bleibt geringer als bei üblichen Verfahren.

Deutschlandweit beträgt der Zinkabtrag

in die Umwelt jedes Jahr 784 t, allein im

Bereich der Straßenausrüstung entstehen

davon 300 t. Hier verbirgt sich für den Um -

weltschutz großes Potenzial. Darüber hinaus

besitzt Voigt & Schweitzer mit den beiden

Stückverzinkungsoberflächen microZINQ

und duroZINQ die weltweit einzigen Cradle-to-Cradle

(C2C)-zertifizierten Oberflächen

der Welt. Durch ZINQ-Oberflächen

wird die Lebenserwartung des Werkstoffes

Stahl nicht nur erheblich – um Jahrzehnte

– verlängert, sondern am Lebensende hat

der Kunde ein vollständig recyclingfähiges

Produkt. Im Unterschied zur Lehre der Effizienz

im Umgang mit Energie und Ressourcen

ist in der C2C-Philosophie die Nutzung

von Ressourcen keine Frage der Quantität,

sondern der Qualität. Voraussetzung ist die

Verwendung von hochwertigen, »guten«

Ma terialien und die Möglichkeit, die Materialqualität

jederzeit in geschlossenen Kreisläufen

aufrechtzuerhalten.

Das effiziente, hochleistungsfähige Korrosionsschutzsystem

kann auf frei definierte

Bauteilgeometrien angewendet werden und

hält der Belastung in PKW- und Nutzfahrzeugunterbodenbereichen

mit Feuchtsalzen

und zusätzlicher mechanischer Belastung

durch Steinschlag stand. Verbesserte Passiveigenschaften

ermöglichen den Einsatz

stückverzinkten Stahls auch in chemisch

stärker belasteten Bereichen, in denen eine

Anwendung stückverzinkter Oberflächen

bisher nicht vorgesehen war, so im Bereich

der Lebensmittelindustrie bei starker Salzbelastung

oder in der Agrotechnik mit erhöhter

Ammoniakkonzentration. Mit den innovativen

Ansätzen im Bereich der Stückverzinkung

ergeben sich neue Perspektiven für

die Anwender stückverzinkten Stahls, um

Investitionen in Stahlkonstruktionen – gleich

für welchen Verwendungszweck – langfristig

abzusichern.

Ziel der Korrosionsschutzplanung muss es

sein, die erwartete, möglichst lange Schutzdauer

optimal mit den Bedingungen am

konkreten Verwendungsort einer Stahlkonstruktion

oder der Einbaulage eines Bauteils

abzustimmen, gleichzeitig aber einen ressourcenschonenden

bzw. nachhaltigen Korrosionsschutz

zu wählen.




Mit seinem innovativen Ansatz zum Korrosionsschutz

hat das Projekt Modellcharakter

für Nordrhein-Westfalen. Denn es zeigt,

dass ressourcenschonendes Handeln in der

Metallbearbeitung nicht nur das Klima

schont, sondern auch der Wirtschaftlichkeit

der Branche dienen kann. Auch Voigt &

Schweitzer selbst profitierten von dem Einsatz

des Verfahrens, denn durch die geänderte

Zusammensetzung verringert sich der

Schmelzpunkt der Legierung. So kann das

Unternehmen seinen Gasbedarf um 5 %

reduzieren.

Vor diesem Hintergrund und als Musterbeispiel

für innovative Konzepte, die zum

Gelingen der Energiewende beitragen, wurde

das Projekt 2015 von der KlimaExpo.

NRW in ihre Leistungsschau aufgenommen.

Die landesweite Initiative zeichnet Akteure

und Projekte aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft

und Zivilgesellschaft aus Nordrhein-

Westfalen für ihr Engagement im Klimaschutz

aus. Ziel dabei ist es, erfolgreiche

Projekte in innovativen Formaten einem

breiten Publikum zu präsentieren und zu -

sätzliches Engagement für den Schutz des

Klimas zu initiieren.

«

ZINQ ® Technologie GmbH

An den Schleusen 6

45881 Gelsenkirchen

Tel. +49 209 9403-400

www.zinq-technologie.com

(sm 180606298)

stahlmarkt 6.2018


46 K Additive Fertigung

Qualitätssicherung und Perspektiven

für die additive Fertigung

Von Annedore Bose-Munde

In einem ersten Überblicksartikel in Heft 4 hat der stahlmarkt dargestellt,

was durch die additive Fertigung heute für die Unternehmen der Stahlbranche

bereits möglich ist. Dieser zweite Überblicksartikel verdeutlicht,

welche innovativen Umsetzungen in der Entwicklung sind, welche

Techniken geeignet sind und wie bei der Verarbeitung der Materialien

mittels additiver Fertigung die Qualität der Produkte sichergestellt

werden kann.

Ob im Prototypenbau, der Klein- sowie

Einzelteilfertigung oder im Ersatzteilbereich

– für die additive Fertigung gibt es zunehmend

mehr Anwendungsbereiche (Bild 1).

So kann sie beispielsweise eine Lösung für

das professionelle Ersatzteilmanagement bei

langlebigen Wirtschaftsgütern sein.

Professionelles Ersatzteilmanagement

bei langlebigen

Wirtschaftsgütern

Bei dem sogenannten Obsoleszenzmanagement

geht es dabei um die Beherrschung

von Ausfallrisiken und die Schadensabwehr

durch eine Nichtverfügbarkeit von Material,

Komponenten, Produkten, Prozessen und

Wissen. Obsoleszenzmanagement selbst ist

nicht neu. Im Bereich der Luftfahrt, bei

Schienenfahrzeugen, Kraftwerken und in

der Verteidigungsindustrie wird es bereits

angewandt. Neu ist jedoch der zunehmende

wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche

Druck durch immer kürzere Innovationszyklen,

den globalen Einkauf von Komponenten

und Baugruppen, den Aufkauf

oder die Fusion von Zulieferern, Lebenszyklusverlängerungen

oder Gesetze und Normen.

Immer mehr Branchen wie zum Beispiel

der Maschinen- und Anlagenbau sind

davon betroffen. 3-D-Druck beziehungsweise

additive Fertigung könnte eine Lösung

sein, diese Obsoleszenzrisiken zukünftig zu

minimieren oder gar zu vermeiden.

Die Kegelmann Technik GmbH aus Rodgau-Jügesheim

hat ein Denkschema entwickelt,

mit dem Unternehmen strukturiert

über ihre additiven Herausforderungen im

Obsoleszenzmanagement nachdenken und

gemeinsam mit

Kegelmann Technik

zu individuellen

Lösungen mit deutlichen

wirtschaftlichen

Einsparungen

kommen können.

Entscheidend sei es,

so Kegelmann, das

(Foto: Fraunhofer IWS Dresden)

Bild 1. Im Pulverbett

generierte

Raketendüse mit

angepassten

Kühlkanälen.

Optimum des additiven Obsoleszenzmanagements

in der Schnittmenge aus der wirtschaftlichen

Gesamtkostenbetrachtung, der

Bauteile und Baugruppen, die überhaupt

dem Obsoleszenzmanagement unterliegen,

und den Materialspezifikationen, Normen

und Gesetzen zu finden. »Diesen sogenannten

Sweet Spot strukturiert in einem Unternehmen

zu finden, ist Ziel des additiven

Obsoleszenzaudits der Kegelmann Technik.

In einem interdisziplinären Team werden

dabei gemeinsam iterativ die additiven

Chancen und Risiken einzelner Baugruppen

ermittelt und priorisiert«, er klärt das Unternehmen

die Herangehensweise.

Kegelmann Technik realisiert seit über 25

Jahren mittels generativer Fertigung Modelle,

Prototypen, Werkzeuge und Endprodukte.

Die Kegelmann Manufacturing GmbH &

Co.KG ist Teil der Kegelmann-Technik-Unternehmungen

und fokussiert sich auf die

Serienproduktion im Metall-3-D-Druck, das

SLM Selective Laser Melting.

Skalierbare und frei konfigurierbare

Anlagentechnik

Die Anwendungen, die die Unternehmen

mit der additiven Fertigung abdecken möchten,

sind sehr unterschiedlich. Deshalb muss

die Anlagentechnik für die Fertigung prinzipiell

auch sehr flexibel ausgelegt sein.

GE Additive hat jetzt eine Beta-Maschine

vorgestellt, die das Unternehmen im Rahmen

seines Atlas-Entwicklungsprogramms

hergestellt hat. »Die Anlage der Meterklas-

stahlmarkt 6.2018


Additive Fertigung K 47

(Foto: GE Additive) (Foto: Fraunhofer ILT, Andreas Steindl)

se, die auf der Technologie des pulverbettbasierten

Laserschmelzens beruht, wurde

entwickelt, um Herstellern großer Bauteile

eine skalierbare Lösung an die Hand zu

geben, die sich exakt an die jeweiligen branchenspezifischen

Applikationsanforderungen

anpassen lässt«, so das Unternehmen.

Das Entwicklungsprojekt Atlas (Additive

Technology Large Area System) ist laut

GE Additive ein unternehmensweites Innova

tionsprogramm, das die nächste Generation

großer additiver Fertigungsanlagen

hervorbringen soll.

Die neue Beta-Maschine eignet sich dabei

für Industriezweige mit Bedarf an großen

und komplexen Metallkomponenten (Bild 2).

Hierzu zählen etwa die Luftfahrtindustrie,

die Automobilindustrie, die Raumfahrt sowie

Bild 2. Die Beta-Maschinen

von GE Additive sind

entstanden als Ergebnis

eines Zusammenspiels

bereits existierender

General-Electric-Technologien

und der Expertise

von Concept Laser im

Bereich der Herstellung

pulverbettbasierter

Laserschmelzanlagen.

der Öl- und Gassektor. Entstanden

ist die Anlage als

Ergebnis eines Zusammenspiels

bereits existierender

General-Electric-Technologien

und der Expertise von

Concept Laser im Bereich der Herstellung

pulverbettbasierter Laserschmelzanlagen.

Die ersten Beta- Maschinen werden derzeit

von einer ausgewählten Kundengruppe

getestet.

»Ungeachtet der Branche hat jeder Kunde

seine ganz speziellen Anforderungen. Wir

bekommen oft zu hören, dass die Maschinenlösungen

der nächsten Generation personalisierbar

und konfigurierbar sein sollten.

Die neue Beta-Maschine ist unsere Antwort

auf exakt diese Kundenwünsche. Die Anlage

ist sowohl skalierbar als auch personalisierbar

und trägt somit den Bedürfnissen

unserer immer weiter ausgereiften Branche

Rechnung«, so Mohammad Ehteshami, Vice

President und Geschäftsführer von GE Additive.

Über eine skalierbare Architektur lässt

Bild 3. Christian Tenbrock, Fraunhofer ILT,

stellt den Teilnehmern des future

AM-Kick-off Meetings die SLM-Laboranlage

für große Metallbauteile vor.

sich die z-Achse auf über einen Meter verlängern.

Bereits seit vielen Jahren ist General Electric

(GE) auf dem Gebiet der additiven Fertigung

tätig. Neben einer Investition in Höhe

von 1,4 Mrd. USD in Concept Laser und

Arcam hat GE in den vergangenen zehn Jahren

gut 1,5 Mrd. USD in Fertigungsverfahren

und additive Technologien investiert.

Darüber hinaus kamen additive Lösungen in

sämtlichen GE-Geschäftsbereichen zum Einsatz,

neue Serviceanwendungen wurden im

Unternehmen geschaffen und zahlreiche

Patente im Bereich der Materialwissenschaft

erlangt. 2016 gründete der Konzern dann

GE Additive, um zu einem führenden Zu -

lieferer im Bereich additiver Technologien,

Werkstoffe und Dienstleistungen für die

Industrie und Unternehmen weltweit zu

werden.

Technologiesprünge für

Additive Manufacturing mit

metallischen Werkstoffen

Auch wenn die Anwendungsmöglichkeiten

der additiven Fertigung breit sind – letztendlich

entscheidet die Wirtschaftlichkeit über

den konkreten Einsatz der Verfahren. Diesem

Thema widmet sich das Fraunhofer-

Fokusprojekt future AM, das Ende des vergangenen

Jahres in Aachen unter der Federführung

des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik

ILT startete (Bild 3). Sechs Projektpartner

– die Fraunhofer-Institute ILT, IWS,

IWU, IGD und IFAM sowie das LZN Laser

stahlmarkt 6.2018


48 K Additive Fertigung

Zentrum Nord – haben sich ein klares Ziel

gesetzt: In den kommenden drei Jahren wollen

sie im engen Schulterschluss die Voraussetzungen

für deutliche Technologiesprünge

im Bereich Additive Manufacturing mit

metallischen Werkstoffen (Metall AM)

schaffen.

Ein konkretes Ziel des Fokusprojektes ist

es dabei, die additive Fertigung von Metallbauteilen

signifikant zu beschleunigen und

gleichzeitig die Herstellungskosten zu reduzieren.

Mit neuartigen Anlagenkonzepten

sollen zudem auch derzeitige Beschränkungen

der Baugröße aufgehoben werden.

»Die Forschungsplattform soll neue digitale

Prozessketten, skalierbare und robuste AM-

Prozesse, Systemtechnik und Automatisierung

entwickeln und außerdem die Palette

an verarbeitbaren und bezahlbaren Werkstoffen

erweitern«, erklärt Prof. Johannes

Henrich Schleifenbaum, Koordinator von

future AM und Director Additive Manufacturing

and Functional Layers am Fraunhofer

ILT in Aachen.

Kooperationsplattform soll

deutsche Marktposition stärken

Die Projektpartner sind sich einig darüber,

dass Deutschland seine weltweit führende

Position im Bereich AM nur dann halten und

ausbauen kann, wenn deutsche Forschungseinrichtungen

ihre Wissensbasis auf dem

Gebiet Metall AM gemeinsam nutzen und

daraus Technologiesprünge generieren, die

wiederum durch die Industrie aufgegriffen

werden können. Entsprechend definierten

sie dazu vier Handlungsfelder, in denen der

technologische Vorsprung gesichert werden

soll: Industrie 4.0 und digitale Prozessketten,

skalierbare und robuste AM- Prozesse,

Werkstoffe sowie Systemtechnik und Automatisierung.

»Einige Firmen nutzen Additive Manufacturing

bereits für die Serienfertigung, etwa

zur Produktion von Zahnersatz, Implantaten

oder Turbinenkomponenten«, sagt Prof.

Schleifenbaum. »Aufbauend auf diesen ersten

Pionierleistungen geht es uns jetzt um

die ganzheitliche Realisierung einer neuen

Generation von Metall AM entlang der ge -

samten Prozesskette. Die vollständige Digitalisierung

der Prozesskette, neue Werkstoffe,

innovative Designmöglichkeiten und

einen um den Faktor 10 beschleunigten

Herstellungsprozess sind die Zielvorgaben.«

Dazu kooperieren die sechs Projektpartner

in einem Virtual Lab mit einer geschlossenen

digitalen Abbildung der Kompetenzen und

Ausstattung der beteiligten Institute. Jeder

Entität beziehungsweise jedem Informationsobjekt

– ob Maschine oder Produkt –

wird ein »Digital Twin« zugeordnet und be -

schrieben. Auf der Grundlage dieser Digital

Twins (digitalen Zwillinge) können mittels

Modellierung und Simulation reale Systeme

optimiert werden. Dies dient beispielsweise

der Fehlerdiagnose, der prädiktiven Analyse

oder der Produkt- und Prozessoptimierung.

Die Rolle des Menschen wandelt sich dabei

weg von der heutigen zentralen Planungsinstanz

hin zur Entscheidungs- und Überwachungsinstanz.

Autonome Systeme in -

nerhalb des virtuellen Labors unterstützen

den Menschen vor Ort durch geeignete

Auswerte- und Monitoring-Tools. Das Virtual

Lab liefert somit eine vollständige digitale

Transparenz.

Ein roter Faden bei allen Aktivitäten ist die

digitale Transformation, denn mit ihr steht

und fällt der Erfolg des Projekts. Eine wichtige

Rolle übernimmt hier die LZN Laser Zentrum

Nord GmbH der TU Hamburg-Harburg,

die ab dem 1. Januar 2018 als Fraunhofer-

Institut für Additive Produktionstechnologie

IAPT Teil der Fraunhofer- Gesellschaft ist. Die

Hanseaten haben sich vor allem einen Na -

men mit der Entwicklung kompletter Prozessketten

für kleine und große Unternehmen

aus unterschiedlichsten Branchen ge -

macht: Sie leiten daher auch das erste Handlungsfeld,

in dem Industrie 4.0 und digitale

Prozessketten im Mittelpunkt stehen.

Qualität im 3-D-Druck

automatisiert sichern

3-D-gedruckte Bauteile sind die Hoffnungsträger

von Industrie 4.0 (Bild 4). Doch bei

der Qualität gibt es für die additive Fertigung

noch keine Normen. Das Fraunhofer

IPA hat ein System entwickelt, mit dem sich

die Qualität schon während des Drucks

automatisiert prüfen lässt (Bild 5).

(Foto: Fraunhofer IPA, Rainer Bez)

Bild 5. Das Inline-Qualitätskontrollsystem des Fraunhofer IPA lässt sich einfach

und flexibel außen am Drucker anbringen.

(Foto: Fraunhofer IPA, Rainer Bez)

Bild 4. Dr. Simina Fulga-Beising mit einem 3D-gedruckten pneumatischen Roboter-

Auslenk-System zum Entgraten von WS Engineering GmbH & Co. KG.

stahlmarkt 6.2018


Additive Fertigung K 49

Bild 6. Die Qualität kann mittels Inline-Qualitätskontrollsystem schon während des Drucks

automatisiert geprüft werden.

»Für die gesamte Qualitätssicherung gibt es

noch keine fest etablierten Normen«, erklärt

die Wissenschaftlerin Dr. Simina Fulga-Beising,

die auf diesem Gebiet promoviert hat.

Sicherheit und Reproduzierbarkeit lassen

sich deshalb nicht garantieren. Gerade in

Branchen wie der Medizintechnik seien solche

Vorgaben aber extrem wichtig. Hinzu

komme, dass fehlende Qualitätskontrollen

während des Drucks hohe Kosten für das

Unternehmen verursachen. »Der Drucker

arbeitet völlig autark. Im schlimmsten Fall

bemerkt man den Fehler erst, wenn das

Bauteil fertig ist. Da ist die Maschine aber

schon viele Stunden gelaufen und es wurde

viel Material und Energie verschwendet«, so

die Forscherin. Den Vorgang von einem

Techniker überwachen zu lassen, wäre an -

gesichts der hohen Maschinenlaufzeit viel

zu teuer.

Mit IQ4AP hat das Fraunhofer IPA ein System

entwickelt, das die Qualität im

3-D- Druck inline – also schon während des

Drucks – automatisiert kontrolliert (Bild 6).

Die An wendung basiert auf einer Blackbox,

die eine Kamera, Beleuchtung und Belüftung

enthält. Schlüsseltechnologie ist das

maschinelle Sehen. Ein Kamerasystem

scannt die frisch aufgetragenen Pulverschichten

und die gesinterten Schichten

direkt im Prozess. Anschließend werden die

Bilder mit mehreren Algorithmen geprüft.

»Grobe und feine Defekte werden sofort

erkannt. Sogar die Merkmale der gesinterten

Schicht, wie zum Beispiel Längen oder

Lochdurchmesser, können inline gemessen

werden. Man erhält damit ein Bauteilqualitätsprotokoll

auf Schichtebene«, sagt die

IPA-Wissenschaftlerin. Der Maschinenbetreuer

wird automatisch benachrichtigt,

etwa per SMS oder E-Mail, und kann dann

entscheiden, was zu tun ist. Auch Toleranzen

lassen sich festlegen, so zum Beispiel

der maximale Abstand von Löchern. Der

Prozess ist somit validierbar. »Mit industrieller

Computertomografie konnten wir die

Ergebnisse des Inline-Qualitätskontrollsystems

bestätigen«, sagt Fulga-Beising.

Auf dem Weg zur

selbststeuernden Produktion

Die Arbeit am Inline-Qualitätskontrollsystem

ist für die Forscherin aber noch lange nicht

abgeschlossen. »Im nächsten Schritt soll das

System durch maschinelles Lernen selbst

beurteilen, was der Fehler für den Druckprozess

bedeutet«, blickt Fulga-Beising voraus.

Dazu gehört, nicht nur zu entscheiden, ob

er gestoppt werden soll, sondern auch

Rückschlüsse zu ziehen und das Verfahren

zu optimieren. »Auf dem Weg zur selbststeuernden

Produktion ist das ein wichtiger

Schritt«, meint die Wissenschaftlerin.

Wissensvermittlung rund um

die additive Fertigung

Ob Ersatzteile, Prototypen oder Kleinserien

– fest steht: Die additive Fertigung wird die

Produktion radikal verändern. Niedersachsen

Additiv – das Zentrum für additive Fertigung,

das Ende 2017 eröffnet wurde, soll

den 3-D-Druck serientauglich machen. Vier

(Foto: Fraunhofer IPA, Rainer Bez)

Partner haben das Zentrum gemeinsam ins

Leben gerufen: Das Laser Zentrum Hannover

e.V. (LZH), das Institut für Integrierte Produktion

Hannover gGmbH (IPH), die Deutsche

Messe Technology Academy GmbH sowie

die LZH Laser Akademie GmbH. Niedersachsen

Additiv will kleine und mittlere Unternehmen

dabei unterstützen, die neuen

Technologien in ihre Produktionsprozesse zu

integrieren. Von der niedersächsischen Landesregierung

erhält das Zentrum für drei

Jahre 1,2 Mill. € Förderung für Forschung

und Technologietransfer.

In Informationsveranstaltungen vermitteln

Experten die Grundlagen der additiven Fertigungsverfahren.

Sie erklären beispielsweise,

welche Technologien es bereits auf dem

Markt gibt, für welche Materialien sie sich

eignen – beispielsweise für Kunststoff, Me -

tall oder Keramik – und wie 3-D-Drucker im

Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsverfahren

abschneiden, etwa in Bezug auf die

Herstellungskosten, den Durchsatz und die

Produktqualität.

In einer Lernfabrik können Fach- und Führungskräfte

die Anlagen selbst ausprobieren.

In Workshops lernen sie unterschiedliche

Verfahren kennen und können sie

direkt miteinander vergleichen. Bei Demonstrationsveranstaltungen

zeigen die Experten

an Beispielprodukten, wie die additive Fertigung

funktioniert – vom Entwurf bis zur

fertigen Ware.

Zudem widmet sich das Zentrum der

beruflichen Weiterbildung: In Basisseminaren

und darauf aufbauenden Schulungen

erwerben Fachkräfte das nötige Wissen, um

spezifische Anlagen an ihrem Arbeitsplatz

bedienen zu können. Unternehmen, die

additive Fertigungstechnologien in ihre eigene

Produktion integrieren möchten, erhalten

vom Zentrum kostenlos Unterstützung.

Klare Anforderungen und

gezielte Forschung

Wie sich Bauteile aus unterschiedlichen

Materialien additiv fertigen und wie sich

3-D-Drucker mit klassischen Fertigungsverfahren

kombinieren lassen, erforschen die

Wissenschaftler des LZH und IPH im Zentrum

für additive Fertigung.

»Wir wollen den 3-D-Druck serientauglich

machen. Das heißt, dass wir genau die Probleme

lösen müssen, vor denen Unternehmen

heute noch stehen«, sagt Dr. Malte

stahlmarkt 6.2018


50 K Additive Fertigung

Stonis, IPH-Geschäftsführer. Denn mit aktuellen

Technologien ist zwar schon vieles

möglich, allerdings sind die heute erhältlichen

3-D-Drucker noch auf wenige Materialien

beschränkt und können nur relativ

kleine Produkte herstellen. »Das wollen wir

ändern«, ergänzt LZH-Geschäftsführer Dr.

Dietmar Kracht. »Marktübliche Werkstoffe

wie Edelstahl- und Aluminiumlegierungen,

Polyamide und Sonderwerkstoffe wie etwa

Magnesium spielen für die fertigende Industrie

eine wichtige Rolle. Nun ist es an uns,

maßgeschneiderte additive Verfahren für

diese Materialien zu erarbeiten.«

Strategische Allianz für

die 3-D-Revolution

Und mit dem Namen »Agent-3D e.V.« wurde

bereits Anfang 2015 ein Verein zur additiven

Fertigung mit Sitz in Dresden gegründet.

Die Vereinsgründung steht im Zusammenhang

mit dem vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung im Rahmen seines

Programms »Zwanzig20 – Partnerschaft

für Innovationen« geförderten, gleichnamigen

Projektes »Agent-3D: Additiv-Generative

Fertigung – die 3-D-Revolution zur Produktherstellung

im Digitalzeitalter«. Derzeit

110 Partner aus Industrie und Forschungseinrichtungen

bilden hierbei eine strategische

Allianz für Forschung, Innovation und

Wachstum im Bereich der additiv-generativen

Fertigung (Bild 7).

(Foto: Air Liquide)

Leitfaden zur additiven Fertigung

bietet Orientierung

Ob Autoteile, Brillen und neuerdings sogar

ganze Brücken – 3-D-Druck setzt sich in der

modernen Industrie und in unserer Gesellschaft

immer mehr durch. Für viele Unternehmen

stellt sich aktuell die Frage, ob sich

der Einstieg oder Umstieg auf die additive

Fertigung lohnt. Auch Air Liquide, Weltmarktführer

bei Gasen, Technologien und

Services für Industrie und Gesundheit, setzt

sich mit dieser Thematik auseinander.

»Um das volle Potenzial zu heben, müssen

Konstrukteure umdenken und auch vorund

nachgelagerte Prozesse berücksichtigt

werden. Das gelingt vielen Unternehmen

durch ein interdisziplinäres Team. Dieses

prüft im ersten Schritt systematisch das Po -

tenzial der additiven Fertigung für einzelne

Bauteile und Komponenten«, sagt Markus

Effinger, Market Manager bei Air Liquide

(Bild 8).

Natürlich gibt es noch viele weitere Punkte

zu beachten. Air Liquide hat deshalb in

Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft

einen Leitfaden veröffentlicht, der als

Download unter 3ddruck.airliquide.de zur

Verfügung steht. Darin sind die wichtigsten

Tipps für den Einstieg in das Laserstrahlschmelzen

zusammengefasst.

K

Bild 8.

»

Um das volle Potenzial im 3-D-Druck zu

heben, müssen Konstrukteure umdenken und

auch vor- und nachgelagerte Prozesse

berücksichtigt werden,

(sm 180606312)

sagt Markus Effinger, Market Manager bei Air Liquide.

«

IN DIESEM FACHBEITRAG

WERDEN PRODUKTE/LEISTUNGEN

FOLGENDER UNTERNEHMEN

ANGESPROCHEN:

Air Liquide Deutschland GmbH

Luise-Rainer-Straße 5

40235 Düsseldorf

Tel. +49 211 6699-0

www.airliquide.com/de/germany

Fraunhofer-Institut für

Lasertechnik ILT

Steinbachstraße 15

52074 Aachen

Tel. +49 241 8906-0

www.ilt.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik

und Automatisierung IPA

Nobelstraße 12

70569 Stuttgart

Tel. +49 711 970-1800

www.ipa.fraunhofer.de

Fraunhofer-Institut für Werkstoffund

Strahltechnik IWS

Winterbergstraße 28

01277 Dresden

Tel. +49 351 83391-0

www.iws.fraunhofer.de

GE Additive

An der Zeil 8

96215 Lichtenfels

Tel. +49 173 1689 682

www.ge.com/additive/

(Foto: Fraunhofer IWS Dresden)

Bild 7. Gedruckte

thermoelektrische

Module mit flexibler

Geometrie.

Kegelmann Technik GmbH

Gutenbergstraße 15

63110 Rodgau-Jügesheim

Tel. +49 6106 8507-0

www.ktechnik.de

Laser Zentrum Hannover e.V.

Hollerithallee 8

30419 Hannover

Tel. +49 511 2788-0

www.lzh.de

stahlmarkt 6.2018


Additive Fertigung K 51

Millioneninvestitionen in 3-D-Druck

Von der Pulverherstellung bis zur Fertigung einbaufähiger Komponenten

Linz. Der voestalpine-Konzern weitet seine Aktivitäten im 3-D-Metalldruck

auf Asien und Nordamerika aus. Gleichzeitig investiert die voestalpine

rd. 20 Millionen Euro in die Erweiterung der Metallpulverherstellung für

Additive Manufacturing bei ihren Tochtergesellschaften Böhler Edelstahl

GmbH & Co KG, Österreich und Uddeholms AB, Schweden. Der Gesamtaufwand

für die Realisierung der Additive-Manufacturing-Strategie beläuft

sich auf rd. 50 Mill. €.

Metal Additive Manufacturing – auch

»3-D-Druck« genannt – revolutioniert die

Metallverarbeitung wie kaum ein anderes

Verfahren: Auf Basis digitaler Konstruktionsdaten

ermöglicht es den schichtweisen Aufbau

hochkomplexer Teile mit völlig neuen

Formen und Funktionalitäten ohne Materialverlust.

Als Werkstoff dient Metallpulver in

unterschiedlicher Aufbereitung. Insbesondere

in Branchen wie der Luft- und Raumfahrt,

der Automobilindustrie, dem Werkzeugbau

oder der Medizintechnik, in denen vielfach

technisch sehr anspruchsvolle Spezialanfertigungen

gefragt sind, bietet die additive

Fertigung auf Metallbasis trotz erheblicher

technischer Herausforderungen großes Zu -

kunftspotenzial. »Schon heute nimmt die

voestalpine mit ihrem Komplett-Know-how

von der Herstellung des Metallpulvers über

das Design bis zur Produktion von einbaufertigen

Komponenten im 3-D-Druckverfahren

eine weltweite Vorreiterrolle ein.

Durch den Aufbau neuer Forschungs- und

Entwicklungszentren in außereuropäischen

Wachstumsmärkten wollen wir unsere Aktivitäten

auf diesem Gebiet konsequent weiter

forcieren«, so Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender

der voestalpine AG.

Im September 2016 eröffnete die voestalpine

in Düsseldorf das konzernale Kompetenzzentrum

für Metal Additive Manufacturing,

in dem mittlerweile 14, primär in der

Entwicklung tätige Mitarbeiter beschäftigt

sind. Vor rund vier Monaten erfolgte dann

der erste Expansionsschritt nach Asien: Die

Inbetriebnahme des voestalpine Additive

Manufacturing Center Singapore Pte. Ltd

bedeutet einerseits den Zugang zu diesem

wachsenden Marktsegment im Wirtschafts-

Bauteile in 3-D-Druck gefertigt: hier eine

Halterung für ein Gepäckfach

(Fotos: voestalpine)

Eine Pulververdüsungsanlage in Kapfenberg

stahlmarkt 6.2018


52 K Additive Fertigung / Veranstaltungen

raum Südostasien und andererseits auch

eine technologische Erweiterung zu den

europäischen Aktivitäten. Während in Düsseldorf

besonders fein strukturierte und

gewichtssparende Kleinteile bzw. Werkzeuge

hergestellt werden, spezialisiert sich das

Team in Singapur auf die Produktion (und

Reparatur) von Objekten mit einem Gewicht

von bis zu 600 kg. »Unserer globalen Service-Strategie

entsprechend etablieren wir

unser Leistungsangebot im Bereich Metal

Additive Manufacturing sukzessive in un -

mittelbarer Nähe zu unseren Kunden. Der

Fokus liegt dabei auch auf der Anwendung

unterschiedlicher additiver Fertigungsverfahren,

um deren individuelle Anforderungen

bestmöglich erfüllen zu können«, so

Franz Rotter, Vorstandsmitglied der voestalpine

AG und Leiter der High Performance

Metals Division.

Mit dem voestalpine Technology Institute

Asia wird noch im August 2017 in Taiwan

die dritte unternehmenseigene Forschungseinrichtung

für Metal Additive Manufacturing

den Betrieb aufnehmen, ebenfalls mit

einer eigenen, jene der übrigen Entwicklungszentren

ergänzenden Technologie.

Parallel dazu läuft in Toronto als dem ersten

voestalpine-Standort für dieses Herstellungsverfahren

im NAFTA-Raum ebenfalls

bereits der Aufbau von Hightech-Metalldruckkapazitäten

sowohl für Forschungsals

auch kommerzielle Zwecke an.

Um der steigenden Nachfrage nach höchstqualitativen

Metallpulvern (z. B. auf Basis von

Edelstählen, Werkzeugstählen, Nickelbasislegierungen

oder Titan) für den Einsatz im

3-D-Druck Rechnung zu tragen, investiert die

voestalpine zudem verstärkt in den Ausbau

der entsprechenden Kapazitäten bei den

Konzerngesellschaften Böhler Edelstahl

GmbH & Co KG, Kapfenberg, Österreich, und

Uddeholms AB, Hagfors, Schweden. Nachdem

erst 2016 modernste Verdüsungsanlagen

zur Pulverproduktion an den beiden

Standorten errichtet wurden, fließen derzeit

insgesamt zusätzlich rd. 20 Mill. € in weitere

solche Aggregate. In enger Zusammenarbeit

mit den neuen Forschungszentren werden so

laufend innovative Pulversorten, die etwa

noch höhere Korrosionsbeständigkeit oder

Festigkeit für immer anspruchsvollere Einsatzbereiche

aufweisen, entwickelt. Beide voestalpine-Produktionsgesellschaften

profitieren

dabei von langjähriger Erfahrung in der

Erzeugung von Pulverstählen.

www.voestalpine.com

/

(sm 170905401)

L VERANSTALTUNGEN

EUROMETAL SSC

REGIONAL MEETING

SOUTHERN EUROPE 2018

Barcelona. Wie sind Stahl-Service-Center (SSC)

in der Lage, die Wertschöpfungskette von Flachstahl

zu erweitern? Dies ist das zentrale Thema,

das am 28. Juni 2018 auf der von European

Federation of Steel, Tube and Metal Distribution

and Trading (EUROMETAL) organisierten Zusammenkunft

im Hesperia Presidente Hotel Barcelona

in einer Panel-Diskussion erörtert wird. Es werden

die italienischen, die spanischen und die türkischen

Stahl-Service-Center erörtert. Ferner informiert

die Konferenz zu Markttrends.

www. eurometal.net/eurometalregional-meeting-southern-europein-barcelona

K

/

eb/WS(Jp)/SE/ (sm 180406153)

THE BRIGHT WORLD OF METALS

Düsseldorf. Unter diesem Slogan steht das

Technologiemessen-Quartett aus GIFA (14. Internationale

Giesserei-Fachmesse), METEC (10. In -

ternationale Metallurgie-Fachmesse), THERM-

PROCESS (12. Internationale Fachmesse für

Thermprozesstechnik) und NEWCAST (5. Internationale

Fachmesse für Gussprodukte). Es findet

vom 25. bis 29. Juni 2019 in der Messe Düsseldorf

statt. Neben den Ausstellungen präsentiert

sich ein Rahmenprogramm u. a. aus Foren, Kongressen

und Symposien, das auf die Bedürfnisse

der gesamten Branche zugeschnitten ist.

www.messe-duesseldorf.de

K

/

Eb/WS(SHN)/SE/ (sm 171005384)

STAHLEINKAUF KOMPAKT

Frankfurt/Main. Essenzielles Wissen für Neuund

Quereinsteiger im Stahleinkauf vermittelt

dieses von der BME Akademie in Kooperation mit

der BDS AG gehaltene Seminar am 4. und 5. September

sowie am 4. und 5. Dezember 2018 –

alle im Mercure Hotel Duisburg City. Behandelt

werde die Struktur des Stahlmarktes, Preisentwicklungen

und Beschaffungsnormen sowie eine

Optimierung der Supply Chain, eine rechtliche

Absicherung des Stahleinkaufs sowie Strategien

und Einkaufsinstrumente zur Preis- und Mengenabsicherung.

www.bme.de/stahleinkauf

K

/

eb/WS(Jp)/SE/ (sm 1803005982)

HANNOVER MESSE USA 2018

Hannover. Die Strategie, mit Messemarken ins

Ausland zu gehen, setzt die Deutsche Messe AG

seit Jahren erfolgreich um. Aktuell richtet sie jährlich

rd. 60 Veranstaltungen im Ausland aus, großenteils

Industriemessen. Vom 10. bis 15. September

2018 wird man in Chicago vertreten

sein. Dabei organisiert die Deutsche Messe AG

bereits seit 2012 Messen in Chicago. »Die Strahlkraft

der Marke Hannover Messe wollen wir nutzen,

um im Ausland noch schneller zu wachsen«,

sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands

der Deutschen Messe AG.

www.messe.de

K

/

STAHL TAG 2018

eb/WS(Jp)/SE/ (sm 1705511)

Frankfurt/M. Um Entscheidungsgrundlagen

für den Einkauf dreht sich dieser Stahl Tag am 26.

und 27. September 2018 im Mövenpick Hotel

Frankfurt City in Frankfurt a.M. Fakten und Argumente

für Entscheidungen, Marktentwicklungen

im laufenden und kommenden Jahr sowie Chancen

und Risiken für die Stahlbranche werden

behandelt. Zudem ist Raum für aktives Netzwerken

mit Experten und Entscheidern. Organisiert

wird der Stahltag von der Martin Brückner Infosource

GmbH & Co. KG (MBI).

www.mbi-infosource.de/

stahl-tag-2018

K

/

WS(SHN)/SE/ (sm 180306000

stahlmarkt 6.2018


StahlTermine K 53

Termin / Ort Thema Veranstalter Info / Kontakt

11.-12.6.2018

Barcelona

Platts 14. Steel Markets Europe

Conference

S&P Global Platts +44 20 7176 6300

www.platts.com/steeleurope

11.-15.6.2018

Hannover

17.-22.6.2018

Berlin

19.-21.6.2018

Pforzheim

19.-22.6.2018

Augsburg

26.-28.6.2018

Nürnberg

28.6.2018

Barcelona

9.-10.7.2018

Stuttgart

4.-5.9.2018

Duisburg

10.-15.9.2018

Chicago

12.-15.9.2018

Istanbul

18.-20.9.2018

Helsinki

18.-22.9.2018

Stuttgart

Cebit 2018 Deutsche Messe AG +49 511 89-33155

www.cebit.de

Intergalva 2018

Industrieverband

Feuerverzinken e.V.,

Institut Feuerverzinken GmbH

+ 49 211 6907650

www.intergalva.com/2018

Stanztec 2018 P.E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.stanztec-messe.de

Sawexpo 2018 untitled exhibitions gmbh 49 711 217267 22

www.sawexpo.de

Sensor + Test 2018 AMA Service GmbH +49 5033 9639-0

www.sensor-test.de

EUROMETAL SSC Regional Meeting

Southern Europe

Strategische Stahl- und Rohstoffbeschaffung

Stahlkauf kompakt

EUROMETAL +352 621 146 296

www.eurometal.net/eurometalregional-

meeting-southern-europein-barcelona

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS AG)

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahl_

rohstoffbeschaffung

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahleinkauf

Hannover Messe USA Deutsche Messe AG +49 511 89-0

www.messe.de

Metal Expo Eurasia Istanbul 2018 Sky Trade Fairs +90 212 886 1919

www.metalexpo.com.tr

International Stainless and

Special Steel Summit

SMR Events – Steel & Metals

Conferences and Seminars GmbH

+43 5672 72737

www.stainless-conference.com

www.metalbulletin.com/events

AMB 2018 Messe Stuttgart +49 711 18560-0

www.messe-stuttgart.de/amb

19.-21.9.2018

Leipzig

ZVO-Oberflächentage 2018

Zentralverband Oberflächentechnik

e.V.

+49 2103 255621

www.zvo.org

26.-27.9.2018

Frankfurt/Main

26.-29.9.2018

Shanghai

8.-11.10.2018

Stuttgart

Stahl Tag 2018

Martin Brückner Infosource

GmbH & Co. KG

+49 69 271076011

www.mbi-infosource.de/stahltag-2018

wire China und Tube China 2018 Messe Düsseldorf GmbH www.wirechina.net

www.tubechina.net

Motek P. E. Schall GmbH & Co. KG +49 7025 9206-0

www.motek-messe.de

9.-13.10.2018

Mailand

31. BI-MU EFIM-ENTE fiere italiane

macchine spa

+3902262551

www.bimu.it

11.-12.10.2018

Duisburg

39. Deutscher Stahlbautag 2018 bauforumstahl e.V. +49 211 6707-800

www.deutscher-stahlbautag.com

17.-19.10.2018

Kemayoran

indometal 2018

Messe Düsseldorf Asia PT. Wahana

Kemalaniaga Makmur (WAKENI)

+65 63329642

www.indometal.net

23.-25.10.2018

Stuttgart

23.-26.10.2018

Hannover

parts2clean 2018 Deutsche Messe AG www.parts2clean.de

EuroBLECH Mack Brooks Exhibitions Ltd. +44 1727 814-400

www.euroblech.com

19.-20.11.2018

Düsseldorf

Strategische Stahl- und Rohstoffbeschaffung

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahl_

rohstoffbeschaffung

27.-29.11.2018

Mumbai

Wire India, Tube India und

Metallurgy India 2018

Messe Düsseldorf GmbH

www.wire-india.com

www.tube-india.com

www.metallurgy-india.com

4.-5.12.2018

Duisburg

Stahlkauf kompakt

Bundesverband Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Akademie

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS AG)

+49 69 30838-0

www.bme.de/stahleinkauf

stahlmarkt 6.2018


54 K Personalien / Inserentenverzeichnis

VIP-Seite

Dr.-Ing. Stefan Kaierle hat zum 16. April

2018 zusammen mit Dr. Dietmar Kracht die

wissenschaftlich-technische Geschäftsführung

des Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)

übernommen. Er folgt damit auf Prof. Dr.-

Ing. Ludger Overmeyer. Dieser übernimmt

den Vorsitz des Wissenschaftlichen Direktoriums

von Prof. Dr. Wolfgang Ertmer.

Dr.-Ing. Kaierle studierte Elektrotechnik

und promovierte im Maschinenwesen an der

Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule

Aachen. Von 1998 bis 2011 leitete er

die Abteilung Systemtechnik am Fraunhofer

Institut für Lasertechnik in Aachen. Seit 2012

war er Leiter der Abteilung Werkstoff- und

Prozesstechnik am LZH.

K

(sm 180606314)

Die Mitgliederversammlung der EFB hat

Dr.-Ing. Stephan Arnold zum neuen Präsidenten

der Forschungsvereinigung gewählt.

Dr. Arnold, CTO und Vorstandsmitglied der

Schuler AG löst damit nach 12 Amtsjahren

Wilfried Jakob ab.

K

(sm 1806463150)

Der Aufsichtsrat der Knauf Interfer SE

hat Carsten G. Gast in den Vorstand des

Unternehmens berufen.

K

(sm 180606351)

Am 16. Juni wird Prof. Dr.-Ing. Joachim

Krüger, vormals Institutsdirektor, Institut für

Metallhüttenwesen und Elektrometallurgie,

RWTH Aachen, 85 Jahre alt.

K

(sm 180606305)

Prof. Dr.-Ing. Reinhard Scholz, früher

Institut für Energieverfahrenstechnik, Technische

Universität Clausthal, feiert am

18. Juni seinen 75. Geburtstag. K

(sm 180606306)

Dipl.-Ing. Gerd B. Möllers, ehemals Vorstandsmitglied,

SMS Demag AG, Duisburg,

feiert am 25. Juni seinen 80. Geburtstag. K

(sm 180606307)

Am 26. Juni begeht Prof. Dr. rer. pol.

Günter Geisler, vormals stellvertretender

Vorsitzender des Vorstandes, Salzgitter AG

Stahl und Technologie, seinen 80. Geburtstag.

K

(sm 180606308)

85 Jahre alt wird am 28. Juni Wolfgang

Schüle, ehemals Geschäftsführer der Erzkontor

Ruhr GmbH, Essen.

K

(sm 180606309)

Am 28. Juni wird der ehemalige Ge -

schäftsführer der Walter Brinkmann GmbH,

Dr.-Ing. Andreas Wilcke, 65 Jahre alt. K

(sm 180606310)

90 Jahre alt wird am 6. Juli Dipl.-Ing.

Rolf Rütten, ehemals Mitglied des Vorstands

der Magdeburger Armaturenwerke

MAW AG.

K

(sm 180606352)

INSERENTENVERZEICHNIS

A

AGTOS Ges. für technische

Oberflächensysteme mbH 35

B

BOBE Industrie-Elektronik 14

Business Control Software GmbH 27

C

COILTEC Maschinenvertriebs GmbH 33

D

Peter Drösser GmbH 21

G

GIMA e.K. 13

I

IMS Messsysteme GmbH 9

K

Klöckner & Co Deutschland GmbH 7

L

LDV Laser & Lichtsysteme GmbH 39

M

markmann + müller

datensysteme GmbH 56

P

PFEIFER Seil- und

Hebetechnik GmbH 29

S

Salzgitter Mannesmann

Handel GmbH 1

Schages GmbH & Co. KG 11

SSB Schienensysteme Brandt GmbH 33

Stahleisen * 2

U

Universal Eisen und Stahl GmbH 17

W

WALZSTAHLHANDEL ESSEN GmbH 15

Beilage

Stahlrohr GmbH

Verlag Focus Rostfrei GmbH

* eine Marke der jbd Gesellschaft für Medien und Kommunikation mbH

stahlmarkt 6.2018


Vorschau / Impressum K 55

VORSCHAU 7.2018

Steel International

• Stahlmarkt USA

• Combilift – Eröffnung neue Produktionsstätte

Branchenbericht

Elektroindustrie

Die große Stahl-Statistik

Jedes Jahr im Juli: alle Daten über Stahl komprimiert zu Grafiken!

• Stahl weltweit

• Stahl in China

• Stahl in Europa

• Stahl in Deutschland

Baden-Württemberg

• ERP-System mit adaptiven Oberflächen und App-Baukasten

• Dienstleister entlasten metallverarbeitende Betriebe

• Moderne Lagertechnik für niederländischen Stahlhändler

• Individuelle Anpassung an den Materialstrom für Rohre und Gewinde

• Montagefertige Blechmodule mit eingebrachtem Verbindungselement

verkürzen Lieferkette

• Neuer Schnellspanner-Systainer für die »mobile Werkstatt«

• Kleine Durchmesser für starke Leistung

Fertigungstechnik Teil 1 (Biegen, Richten, Umformen etc.)

• Übersichtsartikel von Reinhold Mannel

Veranstaltungen

und vieles mehr!

Änderungen vorbehalten

Impressum

Herausgeber und Verlag:

jbd Gesellschaft für Medien und Kommunikation mbH

Graf-Recke-Straße 82, 40239 Düsseldorf

E-Mail: stahlmarkt@stahleisen.de

Internet: www.stahleisen.de

Geschäftsführung:

Joachim Berendt

Redaktion: Petra Jung

Tel. +49 211 6707-538, Fax +49 211 6707-540

E-Mail: petra.jung@stahleisen.de

Ständige Mitarbeiter in Berlin, Warschau, New York

Anzeigenleitung: Nadine Kopmann

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(12 Ausgaben) 112,– € einschl. Zustellgebühr und

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Erfüllungsort Düsseldorf

© 2018 jbd Gesellschaft für Medien

und Kommunikation mbH, Düsseldorf

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ISSN 0178-6571

(Fotos: Combilift, Günther + Schramm, Stierli-Biege)

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