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Die Malteser-Zeitung 3/2018

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

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<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 3-4/<strong>2018</strong><br />

Spatenstich:<br />

MALTESER Ordenshaus – Wohnen wie Zuhause<br />

Wirtschaft hilft – Das Wirken von Engeln<br />

20. MALTESER Wildwassercamp


INHALT<br />

IMFOKUS<br />

04 Schönes neues Zuhause<br />

07 Warum das neue Ordenshaus für uns MALTESER<br />

selbstverständlich sein muss<br />

RUNDSCHAU<br />

09 Mit Musik Gutes bewirken<br />

10 Als Instrumente Gottes wirken<br />

12 Freiwilligenarbeit: Das allerbeste Geschenk<br />

RELIGIONAKTUELL<br />

14 <strong>Die</strong> Anfänge der katholischen Soziallehre<br />

VORBILDER<br />

16 „Wer liebt, lebt da, wo er liebt, nicht da, wo er lebt“<br />

19 Das Wirken von Engeln<br />

04 16<br />

LEBENSWERT<br />

21 HÖCHste Zeit für eine Begegnung<br />

22 Holidays on Wheels – Accessible Holidays<br />

25 Gemeinsam Grenzen verschieben<br />

MALTESERORDEN<br />

26 Klösterle – ehemalige Johanniterkommende<br />

27 MALTESER Benefizball Salzburg<br />

28 MALTESER CEE Conference<br />

29 Für eine Welt ohne Menschenhandel<br />

30 Brüder im Geiste – der Deutsche Orden und<br />

die MALTESER<br />

MALTESERÖSTERREICH<br />

32 Berichte aus den Bundesländern:<br />

vielfältige Initiativen und <strong>Die</strong>nste<br />

MEDIZINAKTUELL<br />

54 Künstliche Intelligenz fürs Knie<br />

56 Gesund Arbeiten<br />

MALTESERWELTWEIT<br />

57 MALTESER in aller Welt<br />

59 Dank euch sind wir zurück im Leben<br />

22 30<br />

GELESENEMPFOHLEN<br />

61 Buchtipps<br />

MALTESERAKTUELL<br />

63 100 Jahre Republik: Österreich sagt Danke!<br />

63 Professor Anton F. Gatnar<br />

64 Verstärkung für den Westen Österreichs<br />

65 Feierliche Weihe der neuen Glocken<br />

59<br />

63<br />

TAGEBUCH<br />

66 Nekrolog & Auszeichnungen<br />

ÜBERBLICK<br />

67 Termine und Kontakte<br />

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2<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


EDITORIAL<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

liebe Leserinnen und Leser,<br />

bald schon ist das Jahr <strong>2018</strong> um. Es war ein aufregendes,<br />

erfülltes und erfüllendes Jahr. Besonders freut mich, dass es<br />

heuer gelungen ist, unser Projekt „MALTESER Ordenshaus“<br />

einen wesentlichen Schritt voranzubringen. An dieser Stelle<br />

sei nochmals von Herzen all jenen gedankt, die sich unermüdlich<br />

für das Gelingen des Projekts eingesetzt haben, insbesondere<br />

unserem Sonderbeauftragten Architekt Dipl.-Ing.<br />

Andreas Mensdorff-Pouilly, RA Dr. Jörg Jakobljevich und<br />

dem Lenkungsausschuss!<br />

Unser neues <strong>Malteser</strong> Ordenshaus, dessen Bau im Jänner<br />

2019 beginnen wird, soll ein verbindendes, sinnstiftendes<br />

Element unserer Ordensspiritualität und unserer Fürsorge<br />

und Nächstenliebe für unsere Herren Kranken werden. Alle<br />

Ordensmitglieder, Freunde und Helfer sind dazu aufgerufen,<br />

mitzuarbeiten und den neuen Standort im Geiste unseres<br />

Ordensgründers zu beleben.<br />

Wer in Würde altern, ein eigenständiges Leben führen und<br />

dennoch in sein soziales Umfeld eingebunden bleiben möchte,<br />

wird hier ab 2021 einen wunderbaren Platz vorfinden,<br />

der seinen Bedürfnissen in vielerlei Hinsicht Rechnung tragen<br />

wird. Am Spitalsstandort der ehrwürdigen Elisabethinen wird<br />

in Teilen des prachtvollen barocken Klosters und durch einen<br />

modernen Zubau im Herzen von Wien wertvoller Lebensraum<br />

für Gesundheit, Wohnen und Pflege geschaffen. <strong>Die</strong>ser wird<br />

reizvoll ergänzt durch spirituelle Angebote und Erholung<br />

spendende Grünflächen sowie durch die städtische Infrastruktur<br />

mit Geschäften und Lokalen.<br />

Auf den Zusammenhalt und den Rückhalt, den eine Familie<br />

geben kann, wollen wir uns auch im Hinblick auf die Adventszeit<br />

und das bevorstehende Weihnachtsfest besinnen. Nicht<br />

alle Menschen haben in dieser Zeit das Glück, im Kreise ihrer<br />

Familie und Angehörigen diese schützende Geborgenheit zu erleben<br />

oder in Krankheit angenommen zu werden. Ihrer wollen<br />

wir besonders gedenken und als <strong>Malteser</strong> für sie da sein.<br />

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien viele schöne gemeinsame<br />

Momente und das Glück, diese besonderen Augenblicke<br />

mit anderen Menschen teilen zu dürfen.<br />

Norbert Salburg-Falkenstein, Prokurator<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden (<strong>Malteser</strong>orden),<br />

Großpriorat Österreich, 1010 Wien, Johannesgasse 2,<br />

Tel: 01/512 72 44, E-Mail: smom@malteser.at.<br />

Chefredaktion: Katharina Stögner Mitarbeiter bzw. Autoren<br />

dieser Ausgabe: Keziah Adhiambo, Marianna Balfour, Bogdan N.<br />

Bercal, Christoph Calice, Susanna Cho, Axel Dechamps, Elisabeth<br />

Eder, Fairändern, Agnes Fojan, Sabine Friesz, Bela Garzuly, Ulrich<br />

Glaunach, P. Clemens Grill OSB, Edith Holzer, Georg Holzhausen,<br />

Anna Jakobljevich, Andreas Jordis, David Jost, Katharina Kiecol,<br />

Naomi Kienreich, Armin Krösbacher, Lukas Krupitza, Fra‘Gottfried<br />

Kühnelt-Leddihn, Brigitte Leber, Richard Ljuhar, Paul Lovrek, Georg<br />

Male, Andreas Mensdorff-Pouilly, Richard Mischak, Uta Neufeld,<br />

Eveline Pfneiszl, Calin Piescu, Josef Rauscher, Georg Reichlin-<br />

Meldegg, Petra Rösler, Moritz Röttinger, Melanie Röttinger, Michael<br />

E. Sallinger, Patrick Schleich, Moritz Schuschnigg, Richard Steeb,<br />

Katharina Stögner, Andrea Szabadi-Heine, Christian Thomaser,<br />

Christof Thöny, Ares Vafiadis, Andrea Venus, Camilla Walderdorff,<br />

Wolfgang Weigel, Richard Wittek-Saltzberg, Helmut Wohnout<br />

Fotos: Regina Aigner/BKA, Alpenverein, AON, Bildarchiv Austria,<br />

Susanna Cho, Ekaterina Dimitrovna Dunina, Eder-Halbedel, Jan<br />

Emmel, Fairändern, fit2work, Fotolia, Fotostudio19.at, Mario<br />

Habenbacher, IBKab, Carina Karlovits/HBF, Museumsverein Klostertal,<br />

Peter Lechner/HBF, Chris Lendl, MALTESER Austria, <strong>Malteser</strong><br />

´<br />

International, Order of Malta, Muhammad Aditya Setyawan/YAKKUM,<br />

St. Elisabeth, Martin Steiger, Fabian Steppan, Carmen Wolf.<br />

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige<br />

Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.<br />

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für<br />

beiderlei Geschlecht. Gestaltung: Karin Mayer-Fischer, werbeproduktion.at<br />

Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050<br />

Wien. Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung<br />

über nationale und internationale Tätigkeiten des SMRO und seiner<br />

Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art. Namentlich<br />

gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung der<br />

Redaktion entsprechen. Redaktionsschluss: November <strong>2018</strong><br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 3


IMFOKUS<br />

SCHON JETZT ANMELDEN!<br />

Bezugsfertig 1. Halbjahr 2021<br />

Das MALTESER Ordenshaus entsteht im Zentrum Wiens, nahe dem Stadtpark, an einer Geschäftsstraße – nur wenige Meter vom Rochusmarkt<br />

entfernt.<br />

SCHÖNES NEUES ZUHAUSE<br />

Wenn es darum geht, nachhaltiges Handeln unter Beweis zu stellen, ist unser Ordenshaus-Projekt ein gutes Beispiel. Einige von<br />

uns arbeiten schon seit zehn Jahren an diesem Projekt. Doch jetzt geht es richtig los. <strong>Die</strong> Fertigstellung ist für 2020 geplant, die<br />

Freude riesengroß.<br />

Von Christoph Calice, Ulrich Glaunach und Andreas Mensdorff-Pouilly<br />

Was lange währt, wird endlich gut – sehr gut! Nach ausdauerndem<br />

Bemühen konnte die gewünschte Flächenwidmung<br />

für unser neues Ordenshaus sichergestellt<br />

<strong>Die</strong> Anfänge in der Bürgerspitalgasse<br />

Seit bald 30 Jahren gibt es das Haus Malta in der Bürgerspitalgasse<br />

im Wien-Mariahilf. Es war ursprünglich<br />

und die Planung für das Gebäude finalisiert werden. <strong>Die</strong><br />

Verträge mit den Elisabethinen sind nach konstruktiven<br />

Gesprächen fertig, die Finanzierung steht, und wir gehen<br />

davon aus, dass die Baugenehmigung demnächst erteilt<br />

wird. Der offizielle Baubeginn ist im Jänner 2019, doch<br />

wurde bereits mit den Aushubarbeiten begonnen. Ende<br />

2020 wird das neue Ordenshaus fertig sein und seine<br />

Aufgaben übernehmen können. Doch wie hat alles begonnen?<br />

Erlauben wir uns einen Blick zurück.<br />

für ältere Damen und Herren geplant, die gerne zusammenwohnen<br />

und gemeinsam – auch geprägt von<br />

gemeinsamen Werten und gemeinsamem Glauben –<br />

möglichst gesund alt werden wollten. Eine Erbschaft<br />

von Familie Steger – eingebracht in die Steger Stiftung<br />

– hatte es damals ermöglicht, die Liegenschaft in der<br />

Bürgerspitalgasse zuerst anzumieten und dann zu kaufen.<br />

So konnte der Orden im Jahr 1990 das damals<br />

„<strong>Malteser</strong> Hospiz und Altenwohnheim“ benannte Haus<br />

4<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


IMFOKUS<br />

eröffnen und dem neu gegründeten Trägerverein „Verein<br />

Haus Malta“ anvertrauen.<br />

Das familiäre, besondere Haus<br />

Der Betrieb des Hauses ist von jeher dem Einsatz vieler<br />

ehrenamtlicher Helfer zu verdanken, die den Bewohnern<br />

ihren Alltag so einzigartig abwechslungsreich wie möglich<br />

machen. Es standen und stehen regelmäßige Besuchsdienste,<br />

Abendvorträge, Ausflüge, Opernabende und natürlich<br />

der Aperitif nach der Messe am Sonntag auf dem<br />

Programm. Gutes, frisch gekochtes Essen war und ist ein<br />

Markenzeichen des Hauses Malta. Was dem Haus jedoch<br />

sein ganz besonderes Flair verliehen hat, sind die Würde<br />

der Bewohner und ihre Einstellung zu den kleinen und<br />

großen Sorgen des Älterwerdens.<br />

Ein wichtiger Schritt für die Zukunft<br />

Im Laufe der Jahre wurde die Pflege und Betreuung für die<br />

Bewohner des Hauses immer mehr zum Thema. Und weil<br />

die Pflege viel Geld kostet, wurde das Leben im Haus entsprechend<br />

teuer. Gleichzeitig wuchsen die Anforderungen<br />

an die Professionalität in der Pflege. <strong>Die</strong>se Herausforderung<br />

hat der Orden angenommen und das Haus mit einer entsprechend<br />

kompetenten und erfahrenen Führung ausgestattet.<br />

Doch trotz bester Betreuung, kontinuierlicher Auslastung<br />

und wirtschaftlich adäquater Entwicklung blieben einige<br />

Schwachstellen bestehen. So ist das Umfeld der Bürgerspitalgasse<br />

wenig attraktiv für Spaziergänge, Einkaufen<br />

und Kaffeehausbesuche in der näheren Umgebung. Der<br />

Lift des Hauses ist alt und für die Aufnahme eines Pflegebettes<br />

zu klein, der Platz im Haus beschränkt, die Bausubstanz<br />

überholungsbedürftig. Eine Verlängerung der<br />

Betriebsgenehmigung des Hauses würde große Investitionen<br />

erfordern. Also war es wichtig, einen großen Schritt<br />

nach vorne zu machen und die Entscheidung zugunsten<br />

eines neuen Ordenshauses zu treffen.<br />

Besonderes Flair, optimale Infrastruktur<br />

Das neue MALTESER Ordenshaus wird ein identitätsstiftendes<br />

Zentrum für das Wirken des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens in Wien. Es wird Wohnraum<br />

für ältere Menschen mit und ohne Pflegebedarf, Platz<br />

für Hilfswerke und Verwaltungseinheiten bieten. Das Leben<br />

im Ordenshaus wird durch die barocke Bausubstanz,<br />

verbunden mit einem modernen Zubau, frischen Grünflächen<br />

und der Aura des Klostergebäudes der Elisabethinen<br />

ein ganz besonderes Flair haben.<br />

Gesundheits-Infrastruktur<br />

An seinem Standort zwischen Landstraßer Hauptstraße<br />

und Ungargasse in Wien 3 ist das MALTESER Ordenshaus<br />

in einen Lebensraum mit einer einzigartigen<br />

Gesundheitsstruktur eingebunden. Das MALTESER<br />

Haus befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft<br />

zum „Franziskus-Spital Landstraße“ der Elisabethinen<br />

mit seiner Akutgeriatrie, der Palliativstation und dem<br />

Schwerpunkt für Medizin für ältere Menschen.<br />

Auch eine neue Einrichtung für Übergangspflege und<br />

ein Ambulatorium für physikalische Medizin und Rehabilitation<br />

gibt es in unmittelbarer Nähe. Gleichzeitig ist<br />

das MALTESER Ordenshaus umgeben von Wohnhäusern<br />

und einer Fülle von Geschäften und Lokalen – lebendiges<br />

Leben mitten in der Stadt! Mit einem U-Bahnaufgang visà-vis,<br />

einer Bushaltestelle fast vor der Türe, der Straßenbahn<br />

an der Ecke und einigen Parkhäusern, die auch für<br />

Besucher einen großen Komfort darstellen.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 5


IMFOKUS<br />

WOHNEN<br />

WIE ZUHAUSE<br />

Bei Bedarf mit professioneller Betreuung<br />

<strong>Die</strong> Zimmer<br />

Im neuen Ordenshaus wird es für rund 70 Bewohner<br />

Platz geben. Es besteht die Auswahl zwischen drei verschiedenen<br />

Zimmertypen:<br />

• Einzelzimmer im Neubau mit der Option der Zusammenlegung,<br />

wenn zwei Personen gemeinsam<br />

wohnen möchten<br />

• 1,5-Zimmer-Appartements<br />

• 2-Zimmer-Appartements im Klostergebäude<br />

<strong>Die</strong> Einrichtung<br />

Alle Zimmer und Appartements sind mit einem eigenen<br />

Sanitärbereich und Pflegebetten ausgestattet sowie<br />

voll eingerichtet. Es besteht die Möglichkeit, kleinere<br />

Möbelstücke und Bilder aus dem persönlichen<br />

Umfeld mitzubringen.<br />

<strong>Die</strong> Gemeinschaftsräume<br />

Den aktuellen Erkenntnissen in der Betreuung von<br />

älteren und alten Menschen entsprechend wird das<br />

Haus in Wohngruppen zu je zehn bis 15 Bewohnern<br />

gegliedert sein. Jedes Zimmer oder Appartement ist<br />

einer Wohngruppe zugeordnet. Jede Wohngruppe<br />

verfügt über einen zentral gelegenen Begegnungssalon<br />

mit einer Wohnküche, einer Fernsehecke und einer<br />

kleinen Bibliothek. Allen Bewohnern und ihren<br />

Besuchern stehen die Terrassen und der Garten sowie<br />

das Refektorium im Bereich des Ordenshauses zur<br />

Verfügung. Für die Bewohner sind Gymnastik- und<br />

Behandlungsräume vorgesehen. <strong>Die</strong> eigene Kapelle<br />

bietet einen Raum für Andacht und Gebet.<br />

<strong>Die</strong> Betreuung<br />

Ein Mitarbeiter ist jeweils für eine Wohngruppe verantwortlich,<br />

sodass die Tätigkeiten und Aktivitäten,<br />

die in einem „normalen“ Haushalt anfallen, auch<br />

den Tagesablauf bestimmen. Pflege findet statt, bestimmt<br />

aber nicht den Tagesablauf. Alle Aktivitäten<br />

in den Wohngruppen sind freiwillig und orientieren<br />

sich vorrangig an den Lebenswelten und Bedürfnissen<br />

der Bewohner.<br />

<strong>Die</strong> Kosten<br />

Sie richten sich nach dem gewählten Appartement,<br />

der jeweiligen Pflegestufe und den konsumierten Zusatzleistungen.<br />

Bei Pflegestufe 3 etwa muss für Wohnen,<br />

Pflege, Betreuung und etwaige Nebenkosten mit<br />

einem Monatsbudget von derzeit 3.800 bis 4.200<br />

Euro gerechnet werden. Der Fonds Soziales Wien begrüßt<br />

das neue Projekt und hat für eine Anzahl von<br />

Personen eine Zusage für die Subjektförderung in<br />

Aussicht gestellt.<br />

Wie bisher werden wir gerne Interessenten und Angehörige<br />

im Rahmen unserer Möglichkeiten bezüglich<br />

der eventuell zu stellenden Anträge auf Zuteilung<br />

einer Pflegestufe und etwaige Kostenübernahmen<br />

durch die sozialen Einrichtungen beraten. Alle, für<br />

die ein Einzug in das Ordenshaus in die Lebensplanung<br />

passen könnte, sind bereits jetzt eingeladen,<br />

Kontakt aufzunehmen.<br />

<strong>Die</strong> Beratung<br />

Für die Beratung bei Fragen von Interessierten<br />

und Angehörigen stehen Bogdan Norbert Bercal,<br />

Henriette Blanckenstein, Alexander Strasoldo und<br />

Ulrich Glaunach gerne zur Verfügung. Für Interessierte<br />

und Angehörige, Rückfragen und Anmeldung:<br />

T: 43 1 597 59 91-0, M: malteser@ordenshaus.at<br />

6<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


IMFOKUS<br />

WARUM DAS NEUE ORDENSHAUS FÜR<br />

UNS MALTESER SELBSTVERSTÄNDLICH<br />

SEIN MUSS<br />

Bruder Gerard hat am Ende des 11. Jahrhunderts ein solches Hospital in Jerusalem gegründet. Unter der Patronanz des<br />

Hl. Johannes des Täufers entstand daraus unser Orden der Johannesritter.<br />

Von Christoph Calice, Ulrich Glaunach und Andreas Mensdorff-Pouilly<br />

Ein Hospital – damals wie heute – ist keine leichte<br />

Aufgabe. Aber es ist das Grundlegende unseres Christ-<br />

Seins: das Bemühen um den Nächsten. Und hier sind<br />

im Fokus der <strong>Malteser</strong> die Schwächsten in unserer<br />

Gesellschaft, die Armen und die Herren Kranken. Wir<br />

bezeichnen den Kranken als unseren Herren, weil wir<br />

Christus in jedem unserer Nächsten suchen und finden<br />

sollen und weil wir uns in diesem Zusammenhang als<br />

<strong>Die</strong>ner sehen müssen.<br />

Mehr als bloße Handlungsanleitung<br />

Christus selbst gibt uns im Evangelium die Wichtigkeit<br />

und Reihung der Gebote bekannt: „Du sollst den Herrn,<br />

deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele<br />

und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste<br />

und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst<br />

deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden<br />

Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“<br />

(Mt 22,34-40)<br />

Das ist schon weit mehr als eine Handlungsanleitung für<br />

uns Christen. Eigentlich liegt darin die Nachfolge Jesu,<br />

sie ist Beginn und Ende unseres Lebens und die wahre<br />

Sinnstiftung. <strong>Die</strong> Säulen unseres Ordens sind auch deshalb<br />

die „tuitio fidei“, die Verteidigung und der Schutz<br />

des Glaubens, und das „obsequium pauperum“, das<br />

Kümmern und Bemühen um die Armen.<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> sind diesen Grundsätzen treu gefolgt und<br />

haben in den letzten fast 1000 Jahren standhaft am katholischen<br />

Glauben festgehalten, in unverbrüchlicher<br />

Treue zur römisch-katholischen und apostolischen Kirche.<br />

<strong>Die</strong>sen Glauben lebend, haben sie an allen Orten<br />

ihres Wirkens Hospitäler begründet und betrieben, um<br />

dem Gedanken der tätigen Nächstenliebe zu entsprechen.<br />

Neue Hospitalgemeinschaft<br />

Es ist leicht gesagt, aber umso schwerer für den Einzelnen<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 7


IMFOKUS<br />

<strong>Die</strong> Generaloberin der Elisabethinen, Sr. M. Barbara Lehner,<br />

der Prokurator des Großpriorates von Österreich, Norbert<br />

Salburg-Falkenstein, sowie Dipl.-Ing. Richard Steeb, Kuratoriumsmitglied<br />

der Steger-Stiftung, unterzeichneten in Linz ein<br />

zukunftsweisendes Übereinkommen.<br />

„Ich möchte jenen danken, die<br />

über all die Jahre an das Projekt<br />

des neuen Ordenshauses<br />

geglaubt und darum gekämpft<br />

haben. Das waren viele, doch<br />

herausragend als ‚Felsen in der<br />

Brandung‘ zu nennen sind unser<br />

Kanzler Richard Steeb, unser<br />

Alt-Hospitalier Jörg Jakobljevich, unser Sonderbeauftragter<br />

Andreas Mensdorff-Pouilly, der Präsident<br />

des Hauses Malta Ulrich Glaunach und unser<br />

Rezeptor Christoph Calice.<br />

Ein herzliches Danke Euch allen!“<br />

Prokurator Norbert Salburg-Falkenstein<br />

umzusetzen. Nur eine Gemeinschaft kann dem Menschen<br />

den nötigen Rückhalt und die erforderliche Motivation<br />

mitgeben, konstant und nachhaltig zu wirken. Wir <strong>Malteser</strong><br />

sind mit unserem Werk und unseren <strong>Die</strong>nsten eine<br />

solche Gemeinschaft, als Betreuer zusammen mit den von<br />

uns Betreuten. In dem neuen Ordenshaus wird die Idee<br />

der Ordensgemeinschaft einen konkreten Platz finden.<br />

An dem neuen Standort in Wien Mitte haben wir die Möglichkeit,<br />

unsere vielfältigen <strong>Die</strong>nste an einem Ort zu bündeln.<br />

Das wird auch unsere innere Gemeinschaft sehr fördern.<br />

Dankbar unseren Gönnern – auch den zukünftigen<br />

– und vertrauensvoll in Bezug auf das Gelingen unseres<br />

Vorhabens werden wir auch die finanziellen Herausforderungen<br />

dieses Großvorhabens meistern.<br />

Gut Ding braucht Weile. Als sich nach 10 Jahren des Wirkens<br />

im Haus Malta herausstellte, dass es Nachfrage nach<br />

einem größeren Haus an einem zentraleren und moderneren<br />

Standort gibt, folgte der Entschluss, diesen neuen<br />

Standort zu suchen. <strong>Die</strong>se Suche kam im Herbst <strong>2018</strong><br />

nach Umwidmung und Baueinreichung für unser neues<br />

Ordenshaus in der Landstraßer Hauptstraße in Wien 3<br />

zu einem guten Ende. 2019 erfolgt der Baubeginn und<br />

nach der geplanten Fertigstellung 2020 sollen 2021 die<br />

ersten Bewohner ihr neues Zuhause beziehen können.<br />

Beginn der Suche<br />

nach einem alternaGven<br />

Standort<br />

<strong>Malteser</strong> und Elisabethinen<br />

unterzeichnen<br />

eine Absichtserklärung<br />

Einreichung der erforderlichen<br />

Unterlagen für<br />

die Flächenwidmung<br />

Neuerliche Einreichung<br />

zur Flächenwidmung<br />

Baubeginn<br />

1990<br />

2006<br />

2008<br />

2009<br />

2010<br />

2011<br />

2012-15<br />

2016<br />

2017<br />

2019<br />

2020<br />

2021<br />

„Haus Malta“ öffnet<br />

seine Pforten für rund<br />

35 Bewohner, Wien 6<br />

Erste Gespräche mit<br />

dem Konvent der<br />

Elisabethinen, Wien 3<br />

Planungsbeginn<br />

für den neuen<br />

Standort<br />

Zeitleiste: Der Weg vom „Haus Malta“ zum neuen Ordenshaus<br />

Verzögerungen aufgrund Beschluss der<br />

von Anrainereinsprüchen, neuen Flächeneine<br />

archäologische Boden- Widmung im Wieuntersuchung<br />

muss vorge- ner Gemeinderat<br />

nommen werden, ein Baumgutachten,<br />

Belichtungsstudien<br />

und ein Verkehrsgutachten<br />

werden eingefordert, alle poli-<br />

Gschen Parteien im Rathaus<br />

müssen informiert werden<br />

Fer$gstellung<br />

Bezug<br />

1. Halbjahr<br />

8<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


RUNDSCHAU<br />

MIT MUSIK GUTES BEWIRKEN<br />

Wenn einige der weltbesten Musiker, ein ganz besonderes Publikum und die MALTESER zusammenkommen, geht es<br />

um etwas Außergewöhnliches wie zum Beispiel das Altenhofer Schlosskonzert.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Bereits seit 32 Jahren Tradition, hat das Konzert auch<br />

diesen Sommer unter der Leitung von Professor Clemens<br />

Hellsberg im wunderbaren Rahmen des Schlosses und bei<br />

bestem Wetter stattgefunden. Am Programm standen<br />

drei Werke von Johannes Brahms, die formvollendet von<br />

Musikern der Wiener Philharmoniker und des Bruckner<br />

Orchester Linz – namentlich Emmanuel Tjeknavorian,<br />

Clemens und Benedikt Hellsberg, Robert Bauerstatter,<br />

Innokenti Grabko, Bertin Christelbauer und Maximilian<br />

Kromer – vorgetragen wurden.<br />

Der Reinerlös des Benefizkonzerts kommt zur Gänze<br />

ausgesuchten Hilfsprojekten der <strong>Malteser</strong> zugute. Dazu<br />

Clemens Hellsberg: „Wie würde unsere Welt aussehen<br />

ohne die Musik, ohne die Kunst, ohne die Kultur? Sich<br />

darauf zu besinnen und dieses wunderbare Handwerk<br />

unentgeltlich sinnstiftend für ein Hilfsprojekt der <strong>Malteser</strong><br />

einzusetzen, um Gutes zu bewirken, macht glücklich.“<br />

Bildung für Kasachstan<br />

<strong>Die</strong>ses Jahr darf sich die Schule St. Lorenz in der nordkasachischen<br />

Stadt Korneevka über die Spendengelder<br />

freuen. Sie werden zur Innenausstattung eines neuen<br />

Schulgebäudes und zur Erneuerung der Fenster im bestehenden<br />

Gebäude benötigt. „<strong>Die</strong> Winter in Kasachstan<br />

können sehr, sehr kalt sein. Minus 40 Grad sind hier keine<br />

Seltenheit. Da sind gut schließende Fenster wirklich<br />

wichtig“, so Pater Leopold Kropfreiter SJM, der seit zehn<br />

Jahren in der ehemaligen Sowjetrepublik lebt und die<br />

Schule St. Lorenz seit dem aktuellen Schuljahr leitet.<br />

Am „einzigen Dorfgymnasium Kasachstans“, wie Pater<br />

Leo seine Wirkungsstätte nennt, werden aktuell 176<br />

Schüler unterrichtet. 50 davon können im angeschlossenen<br />

Internat leben. <strong>Die</strong> Kinder und Jugendlichen, die<br />

sonst keine Chance auf eine adäquate Bildung haben, lernen<br />

hier – neben allen üblichen Schulfächern – Deutsch<br />

und genießen eine vom christlichen Geist geprägte Erziehung.<br />

Pater Leo: „Viele der bisherigen Schulabsolventen<br />

konnten durch die Möglichkeiten, die sie durch diese<br />

Schule haben, ihr Leben nachhaltig positiv verändern.“<br />

JETZT SCHON VORMERKEN:<br />

Das nächste<br />

Altenhofer Schlosskonzert<br />

findet am 6. und 7. Juli 2019 statt.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 9


RUNDSCHAU<br />

ALS INSTRUMENTE GOTTES WIRKEN<br />

Jan Ledóchowski ist Mitglied der Johannesgemeinschaft und Präsident der Plattform Christdemokratie, die kürzlich mit<br />

der Initiative #FAIRÄNDERN gestartet ist. Im Interview erklärt der junge Christdemokrat, warum er sich überparteilich<br />

engagiert und welche Themen ihm für die Zukunft unserer Gesellschaft besonders am Herzen liegen.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Jan, seit etwas weniger als einem Jahr bist du der<br />

Präsident der Plattform Christdemokratie. Wie ist<br />

es dazu gekommen?<br />

Das ist eine dieser Geschichten, die man nicht planen<br />

kann. Im August 2017 wurde ich gefragt, ob ich mich im<br />

Wahlkampf engagieren wolle. Ich war bisher nie politisch<br />

aktiv gewesen und hatte mich auch noch nie zuvor um<br />

ein Amt beworben. Aber das war ganz klar ein Ruf. Also<br />

habe ich mich mit meinen bescheidenen Mitteln und den<br />

wenigen freien Stunden, die mir mein Beruf und meine<br />

drei kleinen Kinder lassen, in meinen ersten Wahlkampf<br />

gestürzt. Es war völlig klar, dass ich keine Aussicht auf<br />

ein Mandat im Nationalrat hatte, doch wollte ich sehen,<br />

wie viele Vorzugsstimmen man mit christlichen Positionen<br />

zu Ehe, Familie und Lebensschutz erlangen kann. Ich<br />

war überrascht, wie viel Zustimmung ich damit gefunden<br />

habe! Doch nach der geschlagenen Wahl wusste ich nicht,<br />

wie ich mich weiter engagieren könnte. Und da kam der<br />

nächste Zufall ins Spiel: Für die Plattform Christdemokratie<br />

wurde ein neuer Vorsitzender gesucht und der Vorstand<br />

hat mich gefragt, ob ich diese Rolle übernehmen<br />

wolle.<br />

Was ist das Ziel der Plattform Christdemokratie?<br />

Auf dieser parteiunabhängigen Plattform sind Menschen<br />

verschiedener Konfessionen aus ganz Österreich tätig,<br />

mit dem gemeinsamen Ziel, sich für wichtige christliche<br />

Anliegen in der Politik einzusetzen. Wir informieren über<br />

tagespolitische Entwicklungen und bereiten christliche<br />

Kernthemen alltagsgerecht auf. Wir laden regelmäßig<br />

zu regionalen Informationsveranstaltungen über aktuelle<br />

Themen ein und verstehen uns ganz allgemein als<br />

Sprachrohr für christliche Kernanliegen in Gesellschaft<br />

und Politik.<br />

Welche konkreten Themen und Projekte sind das?<br />

Es gibt sehr viele Themen – etwa zu Ehe, Familie, Elternrechte,<br />

Religionsfreiheit, Lebensschutz oder auch Leihmutterschaft.<br />

Bei allen Themen arbeiten wir mit bereits<br />

bestehenden Vereinen und Menschen zusammen, die<br />

schon viel Erfahrung in diesen Angelegenheiten haben.<br />

Unser Beitrag ist es, die Aktionen und Bemühungen so zu<br />

koordinieren und zu timen, dass sie politisch den größten<br />

Effekt haben. Nicht alles kann man planen. Als der Verfassungsgerichtshof<br />

vor einem Jahr in einem Erkenntnis<br />

urteilte, dass die sogenannte „Ehe für alle“ kommen solle,<br />

haben wir begonnen, unsere Mitglieder über die juristischen<br />

Schwächen der Entscheidung und über die politischen<br />

und rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz der Ehe<br />

zu informieren. Wir haben alle ermutigt, ihren Abgeordneten<br />

zu schreiben und sich für die Ehe einzusetzen. Wir<br />

haben Expertenmeinungen eingeholt, diese gezielt veröffentlicht<br />

und den Entscheidungsträgern in der Regierung<br />

und im Parlament zugespielt. Wichtig ist hier auch unsere<br />

spendenfinanzierte Umfrage vom IMAS-Institut über<br />

die Ehe. Entgegen der häufig vorherrschenden Meinung<br />

war das Ergebnis, dass eine Mehrheit der Österreicher<br />

dem Ehebild von Mann und Frau anhängen.<br />

Wie ist der Standpunkt der Plattform zum Thema<br />

Lebensschutz?<br />

Im Regierungsprogramm hat sich die Regierung gegen<br />

die Spätabtreibung und für eine bessere Unterstützung<br />

schwangerer Frauen ausgesprochen. Das haben wir zum<br />

Anlass genommen, um gemeinsam mit anderen Vereinen<br />

die Initiative #FAIRÄNDERN zu gründen. Unser Ziel ist<br />

es, mithilfe einer professionellen Social-Media-Strategie,<br />

die von einer Agentur kostenlos begleitet wird, möglichst<br />

viele Menschen zu erreichen und Unterschriften<br />

10<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


RUNDSCHAU<br />

Jan Ledochowski<br />

für eine Bürgerinitiative zu sammeln. Nach dem „Marsch<br />

fürs Leben“ am 24. November (Anm.: Beginn mit einer<br />

Messe um 12 Uhr im Stephansdom, Folgeveranstaltung<br />

ab 13.00 am Stephansplatz) wollen wir die Unterschriften<br />

ins Parlament bringen. Danach kann auch noch digital<br />

unterzeichnet werden. Es soll ein starkes Zeichen<br />

der christlichen Zivilgesellschaft sein, das die Regierung<br />

ermutigt, ihren eigenen Zielen zur Eindämmung<br />

von Spätabtreibungen und besserer Unterstützung für<br />

schwangere Frauen nachzugehen. Das wäre nach vielen<br />

Jahrzehnten erstmals ein Schritt in die richtige Richtung,<br />

und dafür stehen die Chancen diesmal wirklich gut!<br />

Sind manche von euch politisch tätig?<br />

Wir haben zum Glück einige Unterstützer in der Politik,<br />

aber unser Ziel ist es natürlich, möglichst viele Christen<br />

in der Politik zu haben. Bei Wahlen recherchieren wir,<br />

wer von den Kandidaten der Parteien ein authentischer<br />

Christ ist und geben dann für diesen eine Empfehlung ab.<br />

Aber eines der wichtigsten Ziele ist es, eine neue Generation<br />

an selbstbewussten jungen Menschen zu fördern, die<br />

selbst in die Politik gehen. Wir planen zum Beispiel, eine<br />

Jugendakademie zu eröffnen, in der wir talentierten, jungen<br />

Menschen das Rüstzeug geben, um christliche Werte<br />

im politischen Alltag zu leben und praktisch umzusetzen.<br />

Bei diesem Projekt habe ich vor, eng mit dem <strong>Malteser</strong>orden<br />

und seinen Hilfswerken zusammenzuarbeiten, da<br />

hier bereits sehr viele motivierte Menschen tätig sind, die<br />

vielleicht einen Beitrag leisten wollen.<br />

Was kann man tun, um die Plattform oder einzelne<br />

Projekte zu unterstützen?<br />

Natürlich haben wir mehr Gewicht bei unseren Gesprächen<br />

mit der Regierung, wenn wir mehr Mitglieder aufweisen.<br />

Ich würde mich also freuen, wenn sich möglichst<br />

viele als Mitglieder auf unserer Webseite unter christdemokratie.at/mitglied-werden/<br />

registrieren würden. Als<br />

Mitglied wird man laufend über die unterschiedlichen<br />

Aktivitäten informiert. Ein Beispiel ist das Kontaktieren<br />

von Abgeordneten bei besonderen Themen. Wer die Abgeordneten<br />

sind, kann man auf unserer Webseite nachlesen.<br />

<strong>Die</strong> Initiative #FAIRÄNDERN kann ganz gezielt<br />

unterstützt werden, indem man selbst unterzeichnet und<br />

Unterschriften sammelt. Ich denke, der entscheidende<br />

Unterschied zu ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit<br />

ist, dass wir diesmal koordiniert vorgehen und in der Regierung<br />

auf offene Ohren stoßen werden. Sehr wichtig ist<br />

aber auch, dass unsere Bemühungen vom Gebet getragen<br />

werden, denn nur wenn wir als Instrumente Gottes wirken,<br />

können wir wirklich etwas ändern.<br />

Danke für das Gespräch!<br />

Carina Eder und Petra Plonner von #FairÄndern<br />

Mehr zur Initiative #FAIRÄNDERN<br />

www.fairaendern.at<br />

www.facebook.com/oesterreichfairaendern<br />

www.facebook.com/marsch.fuers.leben.<br />

oesterreich<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 11


RUNDSCHAU<br />

FREIWILLIGENARBEIT<br />

DAS ALLERBESTE GESCHENK<br />

Freiwillig ist in Österreich nicht nur die Feuerwehr – wir liegen beim ehrenamtlichen Engagement im europäischen<br />

Spitzenfeld. Mehr als 2,3 Millionen unserer Mitbürger sind unbezahlt außerhalb der Familie aktiv.<br />

Von Petra Rösler<br />

Viele von ihnen „spenden“ ihre Zeit an mehr als 30 Tagen<br />

im Jahr. 1 Ein Blick hinter diese Zahlen zeigt interessante<br />

Facetten unserer Gesellschaft auf und wirft auch ein helles<br />

Licht auf die <strong>Malteser</strong>: Dort sind rund 2.040 Österreicher<br />

ehrenamtlich aktiv, davon einige jeweils vier Wochen<br />

pro Jahr. Grund genug, sich dem Thema Freiwilligenarbeit<br />

in Fakten zu widmen.<br />

Wer sich engagiert …<br />

<strong>Die</strong> Flüchtlingskrise 2015 hat die Stereotype vom Ehrenamt<br />

kräftig durcheinandergewirbelt. Hier waren Jung<br />

und Alt, Pensionisten und Berufstätige Seite an Seite im<br />

Einsatz. Frauen wie Männer haben in selbstorganisierten<br />

Projekten ebenso geholfen wie in Einrichtungen großer<br />

Organisationen. Abseits von Katastrophenhilfe und dem<br />

punktuellen Einsatz zeichnet sich aber doch ein eindeutiges<br />

Bild: Im „formellen“ Engagement (also abseits der<br />

Nachbarschaftshilfe), im Rahmen von Vereinen oder gemeinnützigen<br />

Organisationen, spenden 31 Prozent ihre<br />

Zeit – wobei die Männer hier die Nase vorn haben: 32 Prozent<br />

sind freiwillig tätig, bei den Frauen sind es 24 Prozent.<br />

Wer glaubt, dass Ehrenamt nur etwas für die Pension<br />

ist, irrt: Mit 55 Prozent ist die Altersgruppe der 50- bis<br />

59-Jährigen am aktivsten. Bei der Jugend (15-29 Jahre)<br />

ist mit 43 Prozent auch fast jeder Zweite freiwillig tätig.<br />

Engagement hat einen klaren Bezug zu Bildung: 61 Prozent<br />

aller Hochschulabsolventen stehen 35 Prozenten der<br />

Pflichtschulabsolventen gegenüber. Darin spiegelt sich<br />

auch ein soziales Gefälle wider: Freiwilliges Engagement<br />

muss man sich „leisten können“. Erwerbstätigkeit und Familienarbeit<br />

gehen jedenfalls vor.<br />

… und wofür<br />

Wer beim Ehrenamt vor allem an Überschwemmungen,<br />

Rettungsdienste und Altenarbeit denkt, liegt nicht ganz<br />

falsch. Allerdings kommt der größte Anteil an Freiwilligen<br />

2 aus dem Bereich „Sport und Bewegung“, gefolgt<br />

von „Kunst, Kultur, Freizeit“. Erst danach rangieren die<br />

Katastrophen- und Rettungsdienste (oft unter „Blaulichtorganisationen“<br />

zusammengefasst). Für „Soziales und<br />

Gesundheit“ sind knapp 300.000 Österreicher freiwillig<br />

aktiv. Wenig überraschend sind hier die Frauen stark vertreten:<br />

Ihr Anteil in diesem Feld beträgt 64 Prozent.<br />

Was motiviert und was hindert<br />

Ist Freiwilligenarbeit etwas für vereinsamte Witwen oder<br />

hyperaktive Wichtigtuer? Keineswegs – weiß der Schweizer<br />

Psychologe Theo Wehner: <strong>Die</strong> ehrenamtlich Engagierten<br />

„flüchten nicht aus der Einsamkeit, sondern sehen<br />

Freiwilligenarbeit als Ergänzung. Unsere Studien zeigen,<br />

dass diese Personen eine bessere Work-Life-Balance haben<br />

und in der Freiwilligenarbeit eine zusätzliche Rolle<br />

finden.“ 3 Ein zentrales Motiv laut Wehner: Man will der<br />

Gesellschaft etwas zurückgeben, die eigenen Werte leben.<br />

Auch die Zahlen aus Österreich belegen das: Anderen zu<br />

helfen und etwas zum Gemeinwohl beizutragen sind zwei<br />

der drei Top-Motive. Das dritte: Spaß haben. Darf man<br />

das? Ist das noch „uneigennützig“? Unbedingt, denn mit<br />

unserer Gesellschaft hat sich auch das Ehrenamt verän-<br />

12<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


RUNDSCHAU<br />

Petra Rösler ist<br />

ausgebildete Freiwilligenkoordinatorin<br />

und zertifizierte<br />

Erwachsenenbildnerin.<br />

Weitere Infos:<br />

www.zweiunddrei.at<br />

dert: Weg von „Tu es, dass es niemand weiß“ hin zu Anerkennung<br />

und „Verwertbarkeit“ – zum Beispiel im Beruf.<br />

Gründe, sich nicht zu engagieren, gibt es viele. Den meisten<br />

von uns fällt wohl als erstes mangelnde Zeit ein. <strong>Die</strong>ser<br />

Hinderungsgrund liegt aber nur auf Platz 3 in der<br />

Statistik. Häufiger noch: „Ich bin nie gefragt worden“ und<br />

„Ich habe nie darüber nachgedacht“. Hier gibt es also noch<br />

viel Luft nach oben. Über sein eigenes Engagement zu erzählen,<br />

ist demnach nicht Angeberei, sondern wichtige<br />

Bewusstseinsbildung und sicher eine tolle Werbemaßnahme<br />

für die Organisation, in der man engagiert ist.<br />

Denn bei allen schönen Zahlen: Von selbst läuft bei der<br />

Freiwilligenarbeit gar nichts. Hinter jedem zufriedenen<br />

Freiwilligen, könnte man sagen, steht eine engagierte<br />

Ansprechperson in der Organisation. Nur wer ständig<br />

neue Zielgruppen erschließt, bestehende Freiwillige gut<br />

einbindet und würdigt, die Engagementfelder aktuell hält<br />

und für Weiterbildung und Teamgeist sorgt, kann sich<br />

im „Kampf um die besten Freiwilligen“ behaupten. Dass<br />

in Zeiten der „Generation Praktikum“ auf der einen, der<br />

„Generation Kreuzfahrt“ auf der anderen Seite und des<br />

12-Stunden-Tags dazwischen das Engagement in Bedrängnis<br />

gerät, wird nicht erstaunen.<br />

Was Freiwillige einbringen …<br />

Zeit ist unbestritten die wertvollste Ressource im Ehrenamt.<br />

<strong>Die</strong> zahlreichen Verpflichtungen und allgegenwärtigen<br />

Ablenkungen in unserer Gesellschaft sind der stärkste<br />

„Konkurrent“ für Freiwilligendienste. Vor allem in Feldern,<br />

die auch noch vorab eine zeitintensive Ausbildung<br />

benötigen, wie etwa Sanitäts- und Rettungsdienste. Fachwissen<br />

und spezielle Kompetenzen sind in vielen Feldern<br />

des Ehrenamts wertvoll und gefragt – etwa in der Lernhilfe,<br />

beim Übersetzen für Flüchtlinge oder im Sportbereich.<br />

Manche Vereine und Initiativen würden ohne Ehrenamt<br />

gar nicht existieren oder fortbestehen können. Dort bringen<br />

Menschen ihr (sozial)politisches Engagement, ihre<br />

Netzwerke und ihr Organisationstalent ein. In größeren<br />

Organisationen sind Freiwillige eine wertvolle Ergänzung<br />

der hauptamtlichen <strong>Die</strong>nstleistung. Ihre Außenperspektive,<br />

ihre besonderen Talente und einfach ihr „Da-Sein“ beleben<br />

den Alltag für Klienten und ergänzen das Angebot.<br />

… und was sie bekommen<br />

„Ich bekomme so viel zurück“ ist ein Satz, den Freiwilligen-Koordinatoren<br />

immer wieder hören. Auf den ersten<br />

Blick ein Paradoxon – man geht doch ins Ehrenamt, um<br />

zu helfen? Ein Blick auf die Grundbedürfnisse des Menschen<br />

zeigt aber schnell, worum es geht: Beziehung, Wirksamkeit<br />

und Kohärenz sind für ein gelingendes Leben die<br />

Hauptzutaten. Kein Wunder also, dass das Ehrenamt in<br />

Zeiten von Individualisierung, Arbeitsteilung und Sinnverlust<br />

„punktet.“ Im Kontakt mit anderen (Klienten<br />

ebenso wie Hauptamtlichen) zu sein, Bindungen aufzubauen,<br />

einen Unterschied in der Lebenssituation anderer<br />

zu machen – am eindrücklichsten im Rettungseinsatz –<br />

und die eigenen Werte dabei zu leben: Das macht nachweislich<br />

auch die Engagierten glücklich und sogar gesünder.<br />

Bei jüngeren Menschen ist darüber hinaus der Aspekt<br />

des Kompetenzgewinns wichtig: Ob medizinische Vorbildung<br />

oder ein Mehr an sozialer Kompetenz – vieles, das<br />

man im Ehrenamt erwirbt, zählt am Arbeitsmarkt.<br />

1<br />

Alle Zahlen der Website www.freiwilligenweb.at entnommen.<br />

<strong>Die</strong> Zahlen des letzten Freiwilligenberichts 2015<br />

2<br />

Laut Freiwilligenbericht 2015, Quelle: www.freiwilligenweb.at<br />

3<br />

www.nzz.ch/gesellschaft/lebensart/gesellschaft/<br />

das-bedingungslose-grundeinkommen-ist-ein-kulturimpuls-1.18626641<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 13


RELIGIONAKTUELL<br />

ZUM 200. GEBURTSTAG KARL VON VOGELSANG<br />

DIE ANFÄNGE DER<br />

KATHOLISCHEN SOZIALLEHRE<br />

Am 3. September vor 200 Jahren wurde Karl von Vogelsang geboren. Er gilt als Begründer der christlichen Soziallehre in<br />

Österreich. Vieles an seinen Ideen war neu im katholischen Denken seiner Zeit, er wurde zum Wegbereiter einer neuen,<br />

christlich fundierten Sozialpolitik.<br />

Von Helmut Wohnout<br />

Der 1818 als Sohn eines preußischen Grundbesitzers geborene<br />

Vogelsang war unter dem Einfluss des späteren<br />

Bischofs Wilhelm Ketteler zum Katholizismus übergetreten.<br />

Als entschiedener Gegner der Politik Bismarcks wanderte<br />

er nach Österreich aus, wo er ab 1875 als Redakteur<br />

der katholisch-konservativen <strong>Zeitung</strong> „Vaterland“ wirkte.<br />

1878 gründete er die „Österreichische Monatsschrift für<br />

Gesellschaftswissenschaft und Volkswirtschaft“, die sich<br />

später in „Monatsschrift für christliche Sozialreform“ umbenannte.<br />

1883 veröffentlichte Vogelsang seine berühmt<br />

gewordene Untersuchung „<strong>Die</strong> materielle Lage des Arbeiterstandes<br />

in Österreich“. Es war dies eine empirische Untersuchung<br />

der trostlosen Situation des Industrieproletariats,<br />

die beträchtliches Aufsehen hervorrief.<br />

Vogelsang verstand sich als Gesellschaftsreformer. In vielem<br />

war er ein Kind seiner Zeit, etwa in seiner Forderung<br />

nach Erneuerung des thomistischen Zinsverbots und in<br />

seiner genossenschaftlich berufsständischen Sozialreform.<br />

Dabei vertrat Vogelsang einen radikalen Antikapitalismus.<br />

Viel wichtiger aber wurden seine konkreten<br />

sozialpolitischen Forderungen, die er nicht nur entwickelte,<br />

sondern auch publizistisch wirkungsvoll propagierte.<br />

Vogelsang avancierte so zum Impulsgeber für eine<br />

moderne Sozialpolitik, der die Lösung der sozialen Frage<br />

in Gang zu setzen verstand. Über seine Kontakte zur Union<br />

de Fribourg kann er auch als Wegbereiter der ersten<br />

großen Sozialenzyklika Rerum novarum gelten, die kurz<br />

nach seinem Tod von Papst Leo XIII. im Frühjahr 1891<br />

promulgiert wurde.<br />

Als pragmatischer Sozialpolitiker ging Vogelsang in seinen<br />

Forderungen viel weiter als viele andere katholische<br />

Denker seiner Zeit. <strong>Die</strong>se sahen die Arbeiterfrage als<br />

Aufgabe einer christlichen Caritas. Vogelsang hingegen<br />

war klar, dass es hier nicht bloß um eine Aufgabe freiwilliger<br />

christlicher Nächstenliebe von oben nach unten<br />

ging, sondern um soziale Gerechtigkeit an sich. <strong>Die</strong>se<br />

stünde der in Industrie und Landwirtschaft tätigen<br />

Arbeiterschaft zu, sie hätte einen Anspruch auf soziale<br />

Sicherheit. <strong>Die</strong>ser Anspruch, davon war er überzeugt,<br />

konnte und sollte mit Hilfe des Staates durchgesetzt<br />

werden.<br />

Ausdrücklich teilte Vogelsang dem Staat das Recht, ja die<br />

Pflicht zur Intervention in sozialen Angelegenheiten zu.<br />

Damit stand er auch im klaren Widerspruch zur damals<br />

vorherrschenden klassischen liberalen Auffassung, wonach<br />

der Staat alle wirtschaftlichen und sozialen Fragen<br />

dem freien Marktgeschehen überlassen sollte.<br />

Als Konservativer erwartete sich Vogelsang eine Lösung<br />

der sozialen Frage aber nicht von einem Umsturz der<br />

bestehenden Gesellschaftsordnung, wie es die marxistischen<br />

Theoretiker taten, sondern von schrittweisen<br />

Reformen. Und als in Österreich nach dem Ende der<br />

kurzen Ära liberaler Regierungen 1879 der konservative<br />

Ministerpräsident Eduard Graf Taaffe seine mehr als<br />

ein Jahrzehnt amtierende Regierung des sogenannten<br />

„Eisernen Ringes“ bildete, bot sich für Vogelsang ein<br />

politisches Einfallstor, durch das er zahlreichen seiner<br />

14<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


RELIGIONAKTUELL<br />

Bergarbeiter. <strong>Die</strong>se Gesetze galten teils als europaweite<br />

Vorbilder und bilden bis heute die Grundlage der österreichischen<br />

Sozialgesetzgebung.<br />

Vorschläge zur Umsetzung verhelfen konnte. Denn über<br />

seine im Abgeordnetenhaus vertretenen Mitstreiter<br />

Prinz Alois Liechtenstein und Graf Egbert Belcredi sowie<br />

dem Grafen Gustav Blome im Herrenhaus verfügte<br />

er über eine pressure group innerhalb der Partei des Ministerpräsidenten.<br />

Mit dieser konnte er, getragen von<br />

der publizistischen Kraft der von ihm herausgegebenen<br />

Zeitschriften, erfolgreich für Meilensteine auf dem Weg<br />

zum Sozialstaat lobbyieren. Genannt seien hier drei ganz<br />

wichtige Arbeitsschutzgesetze: das Gesetz betreffend<br />

die Gewerbeinspektorate aus dem Jahr 1883, die Bergbaugesetznovelle<br />

aus dem Jahr 1884, in dem für Bergarbeiter<br />

bereits Normalarbeitszeiten festgeschrieben wurden,<br />

sowie die in der 2. Gewerbeordnungsnovelle 1885<br />

enthaltene Einführung des 11-Stunden Normalarbeitstages<br />

(sechs Tage die Woche). <strong>Die</strong>se nach dem Schweizer<br />

Vorbild erfolgte Neuregelung war eine jahrelange publizistische<br />

Hauptforderung Vogelsangs gewesen und ganz<br />

unmittelbar seinem Einfluss zu verdanken.<br />

<strong>Die</strong> Einführung der verpflichtenden Sonntagsruhe, das<br />

Verbot der Kinderarbeit bis 14 Jahre sowie das Verbot<br />

der Nachtarbeit für Frauen und Kinder überhaupt – das<br />

alles und noch mehr ließe sich noch anführen, etwa die<br />

Einführung von Unfall- und Krankenversicherung für<br />

Arbeiter und die obligatorische Altersversicherung für<br />

Zu dieser Einflussnahme auf die Sozialpolitik der Ära<br />

Taaffe kommt noch ein zweiter, in die Zukunft weisender<br />

Aspekt des politisch-publizistischen Wirkens Karl von<br />

Vogelsangs. In der zweiten Hälfte der 1880er Jahre begann<br />

sich schrittweise aus verschiedenen, teils heterogenen<br />

Gruppierungen jene politische Gruppierung zu formieren,<br />

die sich als Christlichsoziale Partei konstituieren<br />

sollte. An ihrem Beginn stand der ursprünglich aus dem<br />

liberalen Lager kommende Karl Lueger. Kleinbürger,<br />

Handwerker, Beamte, Bauern und Besitzende formierten<br />

sich zu einer Bewegung, der Karl von Vogelsang in<br />

seiner letzten Lebensphase seinen geistigen Prägestempel<br />

aufdrückte. <strong>Die</strong> führenden Köpfe dieser Bewegung<br />

erkannten rasch in Vogelsangs Programm die ersehnte<br />

programmatische Klammer für die in Entstehung begriffene<br />

Partei. Nach dem plötzlichen Unfalltod Karl von<br />

Vogelsangs war es dann der Wiener Moraltheologe Franz<br />

Martin Schindler, der das Werk Vogelsangs weiterentwickelnd,<br />

zu seinem Nachfolger als geistiger Vater der frühen<br />

Christlichsozialen Partei wurde.<br />

Karl von Vogelsang war gegenüber dem Aufkommen des<br />

politischen Antisemitismus nicht vollkommen immun.<br />

So trägt sein Antikapitalismus in einigen Beiträgen aus<br />

seiner Feder auch antisemitische Züge. Doch bildete dies<br />

keinen zentralen Aspekt seiner politischen Botschaft<br />

oder gar seines Vermächtnisses.<br />

Apropos Vermächtnis: Selbst Otto Bauer, der große Theoretiker<br />

des Austromarxismus, räumte anerkennend ein, dass<br />

es Vogelsang verstand, durch seine leidenschaftliche Anklage<br />

der sozialen Ungerechtigkeiten seiner Zeit, große Volksmassen<br />

an das politische Leben heranzuführen und die großen<br />

sozialen Fragen auf die politische Tagesordnung zu setzen.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 15


RELIGIONAKTUELL<br />

Egbert Belcredi, der wie bereits erwähnt, zu den großen<br />

Förderern und Unterstützern Vogelsangs zählte,<br />

schrieb 1888 in seinem Tagebuch, Vogelsang sei „ein<br />

Mann von fester und erprobter katholischer und konservativer<br />

Gesinnung, ausgebreitetem Wissen und<br />

universeller Bildung. Er besitzt zudem eine seltene<br />

Arbeitskraft und ein Agitationstalent, welches ihm<br />

unschätzbare Beziehungen und Anknüpfungen zu Gebote<br />

stellt, […].“ Und als Belcredi im November 1890<br />

in Brünn die Nachricht vom Tod Vogelsangs erreichte,<br />

vermerkte er: „Ein echter katholischer Edelmann von<br />

reinem Geist und Wissen, einem weitem umfassenden<br />

Blick, einer selten gewandten Feder, ein hervorragender<br />

Führer im Kampfe um eine christliche Sozialreform.<br />

[…]“.<br />

Karl Freiherr von Vogelsang (vollständiger Vorname<br />

Hermann Ludolph Carl Emil) wurde mit Dekret<br />

vom 25. Februar 1859 als Devotionsritter in den<br />

<strong>Malteser</strong>orden aufgenommen. Sein Wirken weist ihn<br />

als wahren christlichen Ritter aus, dessen Leben und<br />

Handeln von der Treue zum Orden (nach unserem<br />

Ordensgebet) durchdrungen war: soziale Gerechtigkeit,<br />

nicht Almosen für die Unterprivilegierten.<br />

„Nur was lebendig voranschreitet, kann conservativ<br />

sein.“ Vaterland, 20. November 1887.<br />

Quellenangabe:<br />

Erstveröffentlichung „<strong>Die</strong> Furche“ vom 30.08.<strong>2018</strong><br />

„WER LIEBT,<br />

LEBT DA, WO ER<br />

LIEBT, NICHT DA,<br />

WO ER LEBT“<br />

Hl. Augustinus<br />

Von DDr. Uta Neufeld<br />

Das Foyer des Krankenhauses der Elisabethinen Graz ist<br />

voller Menschen – Rettungsfahrzeuge bringen und holen<br />

Patienten, viele warten im Aufnahmebereich, beim Portier<br />

klingelt häufig das Telefon. Auf dem langen Gang, der<br />

zum Ambulanzbereich gehört, nähert sich mit dynamischen<br />

Schritten eine Ordensschwester in franziskanischbraunem<br />

Habit, groß, noch eher jugendlich, freundlich<br />

nach rechts und links grüßend. Immer wieder bleibt sie<br />

stehen, wechselt kurz einige Worte mit Mitarbeitern oder<br />

Patienten.<br />

Dass diese freundliche und sehr kollegial wirkende Schwester<br />

nicht nur die Generaloberin des Ordens der Elisabethinen<br />

Graz ist, sondern auch (gemeinsam mit Dr. Christian<br />

Lagger) die Geschäftsführerin und, salopp gesagt, die Chefin<br />

des gesamten Krankenhauses und der angeschlossenen<br />

Werke, hat mich nun doch ein wenig erstaunt – ich hatte<br />

mir da eine wesentlich ältere, strengere Person erwartet.<br />

Mutter Bonaventura Holzmann<br />

Bei den Elisabethinen werden die Oberinnen, in Erinnerung<br />

an die Gründerin und erste Elisabethinerin Mutter<br />

Apollonia Radermecher, stets mit Mutter angesprochen<br />

– ist ein ungeheuer herzlicher und offener Mensch. Im<br />

Gespräch stets aufmerksam, wach interessiert, manchmal<br />

auch ein wenig humorvoll und doch, was ihre eigene Person<br />

betrifft, eher zurückhaltend und bescheiden, erzählt<br />

Mutter Bonaventura zunächst, wie sie zu den Elisabethinen<br />

gekommen ist.<br />

16<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


VORBILDER<br />

Als sie neun Jahre alt war, besuchte sie ihre Großmutter<br />

im Krankenhaus und lernte auf der Station die Schwestern<br />

kennen, genauer gesagt Sr. Dominika Gangl, ihre<br />

spätere Novizenmeisterin in der chirurgischen Abteilung,<br />

und verkündete: Genau so eine Schwester will ich<br />

werden.<br />

Auf ihr Drängen fragte die Oma Sr. Dominika, ob das<br />

Mädchen einmal die Schwestern besuchen könne und<br />

erhielt – wohl, weil keiner diese Anfrage so recht ernst<br />

genommen hatte – auch eine Zusage.<br />

Kurze Zeit später – Silvester – packte Monika, so hieß<br />

Mutter Bonaventura vor ihrem Eintritt, ihren Koffer und<br />

fuhr allein von Preding, einem kleinen südsteirischen<br />

Dorf, mit dem Postbus nach Graz, marschierte zu Sr. Dominika<br />

auf die Station und sagte: „So, da bin ich!!!“, um<br />

die verbleibenden Weihnachtsferien im Kloster zu verbringen.<br />

Eine entscheidende Wende<br />

Das beherzte „Naja, in Gottes Namen, dann probieren<br />

wir es halt“ der damaligen Generaloberin Mutter Consolata<br />

Maderbacher gab dem Leben des neunjährigen Mädchens<br />

eine entscheidende Wende. Monika war unter den<br />

Schwestern wie ein Fisch im Wasser. Fortan verbrachte<br />

sie nicht nur sämtliche Schulferien und viele Wochenenden<br />

im Kloster unter den Schwestern, half Mutter Dominika<br />

auf der Station und nahm an allen Gebeten teil,<br />

auch ihre bislang eher durchschnittlichen schulischen<br />

Leistungen verbesserten sich schlagartig, da ihr gesagt<br />

worden war: Nur wenn du gute Noten hast, kannst du<br />

Krankenschwester werden.<br />

Ein einziges Mal hatte Monika Zweifel, als sie bei einer<br />

Hochzeit die schöne weiß gekleidete, geschmückte Braut<br />

sah. Tagträumend sah sie sich selbst – ganz in weiß – vor<br />

dem Altar stehen. „Wenn du eine Braut sein willst, dann<br />

kannst du nicht Ordensschwester werden“ – dieser Satz<br />

ihrer Großmutter zwang Monika zu einer Entscheidung<br />

und es war ganz klar: Der Orden hatte Vorrang.<br />

Mit 16, also sehr jung, trat Mutter Bonaventura dann ins<br />

Kloster ein.<br />

Gott hat alles gefügt<br />

In der Erzählung ihres Berufungsweges wird Mutter Bonaventura<br />

nachdenklich: „Was wäre wohl aus mir geworden,<br />

wenn die damalige Oberin diesem ‚Besuchsexperiment‘<br />

einer neunjährigen nicht zugestimmt hätte?<br />

Ich bin ihr heute noch dankbar für ihren Mut! Gott hat alles<br />

gefügt – ich bin am Tag der Verklärung des Herrn eingetreten,<br />

der zentrale Satz des Evangeliums zu diesem Tag<br />

lautet: Du bist unser geliebter Sohn, unsere geliebte Tochter.<br />

Das hat fortan mein Leben bestimmt. Auch wenn es manchmal<br />

verstellt, verschüttet ist – ich sehe in jedem Menschen,<br />

dass er Sohn/Tochter unseres Gottes ist, dass er Würde und<br />

Schönheit hat und dass er unsere Liebe braucht.“<br />

Hinschauen und Handeln<br />

Es fällt nicht schwer, Mutter Bonaventura diese Worte<br />

zu glauben, wenn man sie im Umgang mit anderen sieht.<br />

Egal ob prominente Besucher, Mitarbeiter, Patienten<br />

oder Obdachlose, die auf der Straße um Almosen bitten<br />

– stets wendet sich die Schwester ihnen herzlich zu, hört,<br />

fragt und hat auch keine Scheu, zu umarmen oder tröstend<br />

eine Hand zu halten. Wie groß der Verantwortungsbereich<br />

von Mutter Bonaventura Holzmann ist, wird mir<br />

erst langsam, im Laufe des Gesprächs, bewusst.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 17


VORBILDER<br />

<strong>Die</strong> Elisabethinen in Graz betreiben ein Akutkrankenhaus<br />

mit 197 Betten und versorgen im Jahr rund 35.800<br />

Patienten. 438 Mitarbeiter der verschiedensten Berufsgruppen<br />

wirken in den elisabethinischen Werken mit.<br />

Mutter Bonaventura spricht mit großer Hochachtung<br />

von den Mitarbeitern: „Sie sind es, die das Charisma<br />

unseres Ordens Tag für Tag leben, in ihrem täglichen<br />

<strong>Die</strong>nst an jenen, die um Hilfe suchend zu uns kommen.<br />

Es durfte und darf keine Bedeutung haben, WER uns<br />

braucht. Besitz, Religionszugehörigkeit etc. sind nicht<br />

relevant. Der Auftrag der Hl. Elisabeth ist: Hinschauen<br />

und Handeln.“<br />

Wie ernst die Schwestern der Hl. Elisabeth unter Mutter<br />

Bonaventuras Führung diesen Auftrag nehmen, davon<br />

zeugen auch die übrigen Werke. Das erste Hospiz<br />

für Obdachlose in Europa ist in Graz und wurde von den<br />

Elisabethinen initiiert und auch betrieben.<br />

Ein Neubau mit altersgerechten Wohnungen, das sogenannte<br />

„Betreute Wohnen“, schafft Hilfe bei Altersproblemen<br />

und versucht, möglichst lange Autonomie und<br />

Eigenständigkeit zu fördern.<br />

„Das gute Sterben“, so erklärt die Generaloberin, „ist<br />

uns ein besonderes Anliegen, das sich aus dem Leben<br />

und Sterben der Hl. Elisabeth ableitet. Wir betreiben<br />

neben dem Obdachlosenhospiz eine Palliativstation und<br />

das Hospiz St. Elisabeth und versuchen, auch in allen<br />

anderen Abteilungen unseres Hauses die Menschen auf<br />

hohem Niveau medizinisch und pflegerisch zu betreuen<br />

UND vor allem auch seelsorglich zu begleiten.“<br />

Was brauchen die Menschen?<br />

Hier zeigt sich auch ganz stark die franziskanisch-elisabethinische<br />

Prägung. Es ist ein Hinhören in zwei Richtungen:<br />

Was brauchen die Menschen und was möchte<br />

Gott von uns. <strong>Die</strong>ser Blick auf die Menschen von heute<br />

und die betende Hinwendung zu Gott muss jeden Tag neu<br />

in Angriff genommen werden.<br />

Hier spannt sich nun sehr deutlich der Bogen zu den <strong>Malteser</strong>n<br />

– „Dem doppelten Gebot der Liebe zu Gott und<br />

zum Nächsten entsprechen – sich „treu“ in den <strong>Die</strong>nst<br />

nehmen lassen und mutig „JA“ zu konkreten Aufgaben<br />

der Gemeinschaft sagen und glaubwürdiger Zeuge Christi<br />

sein“ (aus dem <strong>Malteser</strong>-Versprechen) – das ist die selbe<br />

Geisteshaltung und Ausrichtung.<br />

Kooperation mit den <strong>Malteser</strong>n in Graz<br />

Über das gesetzliche Müssen hinaus für den Menschen da<br />

zu sein, war das Ziel des Pilotprojektes, das die Elisabethinen<br />

Graz mit der Delegation Steiermark des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens unter Delegat Martin Auer 2013<br />

starteten. Da die vom Land vorgesehene Betreuung von<br />

Montag bis Freitag im „Betreuten Wohnen“ nicht ausreichend<br />

erschien, übernahm der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

als kompetenter Partner die Wochenend- und<br />

Feiertagsbetreuung der Bewohner. Was als Pilotprojekt<br />

begann, hat längst weitere Kreise gezogen und auch vor<br />

dem MHDA nicht Halt gemacht. Nicht nur, dass sich die<br />

Einsatzzentrale auf dem Gelände befindet, immer wieder<br />

gibt es gemeinsame Veranstaltungen wie Wallfahrten, Kinonachmittage,<br />

Grillabende und Gottesdienste mit „unseren<br />

Leuten“.<br />

„Sie laden uns zu ihren Veranstaltungen ein, wir sie mit<br />

ihren Patienten zu unseren“, erzählt Mutter Bonaventura<br />

begeistert und „Es tut gut, die netten jungen Leute bei<br />

uns zu haben, und wir würden uns freuen, noch mehr gemeinsame<br />

Aktivitäten bewirken zu können.“<br />

Es ist der Generaloberin anzusehen, dass sie Freude und<br />

Zuversicht für ihre Arbeit hat. Ihr Gottvertrauen und ihre<br />

Liebe zu Ihm ist in jedem Satz spürbar. <strong>Die</strong>se Frau hat<br />

ihre Berufung und ihren Platz im Leben gefunden.<br />

18<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


XXXX<br />

DAS WIRKEN VON ENGELN<br />

Ein Tag im Zeichen des sozialen Engagements<br />

Aon ist ein weltweit führendes Beratungs- und <strong>Die</strong>nstleistungsunternehmen,<br />

das sich am Markt den wichtigen<br />

Themen Risikoabsicherung sowie Alters- und Gesundheitsvorsorge<br />

widmet.<br />

Für die <strong>Malteser</strong> waren die engagierten Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter von Aon in Österreich am 28. Juni<br />

– ihrem so genannten „Aon Empower Results Day“ –<br />

wahre Engel. Denn dieser besondere Tag stand für Aon<br />

mit 50.000 Mitarbeitern in 120 Ländern weltweit ganz<br />

im Zeichen des sozialen Engagements, weil der Konzern<br />

mit seinem Corporate Social Responsibility Engagement<br />

am jährlichen „Empower Results Day“ seit vielen Jahren<br />

weltweit ein starkes Signal zu Gunsten sozialer Einrichtungen<br />

und hilfsbedürftiger Menschen setzt. Dem ambitionierten<br />

Aon Austria Team wird dieser Tag sicher als<br />

unvergesslicher Tag in Erinnerung bleiben.<br />

Ein herzliches Dankeschön an das wundervolle Team von Aon Austria!<br />

Wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Tag für soziales Engagement schenken, dann hat es etwas Engelhaftes.<br />

Von Eveline Pfneiszl<br />

gemeinsam fleißig gebacken und wo immer Unterstützung<br />

erforderlich war, tatkräftig geholfen. „Multi-Tasking“ war<br />

angesagt – vom Aufbauen, über das Eindecken, bis hin<br />

zum Aperitif mixen, Servieren, Abservieren und Abwaschen<br />

– überall wurde mit angepackt. Ganz besonderen<br />

Spaß gab es natürlich beim Kinderschminken, und die<br />

Gäste des Festes wurden rundum bestens betreut. Für das<br />

niederösterreichische Aon Team ein sehr spannender und<br />

interessanter, vor allem aber auch herausfordernder Tag,<br />

der wertvolle Eindrücke und Erlebnisse hinterließ.<br />

„Als Unternehmen haben wir auch eine große Verantwortung<br />

für unsere lokale Gemeinschaft. Ich freue mich deshalb sehr,<br />

dass unser Team in Amstetten eifrig bei der weltweiten Aktivität<br />

mitgewirkt hat und den Kindern dieser wichtigen regionalen<br />

Einrichtung einen wunderbaren und unbeschwerten<br />

Nachmittag bereiten konnte.“<br />

Gerald Herbst<br />

Der Tag, an dem eine ganz besondere Verbindung<br />

zwischen Aon Austria und den <strong>Malteser</strong>n begann …<br />

Aon Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in mehreren<br />

Bundesländern für eine Unterstützung der Hilfseinrichtungen<br />

und Hilfsprojekte der <strong>Malteser</strong> entschieden.<br />

In Niederösterreich unterstützten sieben Kolleginnen<br />

und Kollegen vom Standort Amstetten am 29. Juni das<br />

jährliche Sommerfest für die <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe im<br />

Hilde Umdasch Haus. Dort werden Kinder mit lebensverkürzenden<br />

Erkrankungen betreut. Im Vorfeld wurde<br />

In der Steiermark/Graz gab es einen gemeinsamen Kinonachmittag<br />

für pflegebedürftige Senioren aus dem<br />

Bereich „Betreutes Wohnen“ der Elisabethinen in<br />

Zusammenarbeit mit dem <strong>Malteser</strong> Hospitaldienst Austria.<br />

Der Spruch „das Wirken von Engeln“ wurde an diesem<br />

Tag von Schwester Bonaventura geprägt. <strong>Die</strong>ses Kompliment<br />

ist dem steirischen Aon Team so nahe gegangen,<br />

dass bereits eine Folgeveranstaltung bei den Elisabethinen<br />

geplant wird, um tiefere Einblicke in das Wirken der<br />

<strong>Malteser</strong> und noch mehr Hintergrundinformationen zu<br />

erhalten.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 19


VORBILDER<br />

Bild 1: Olivier Loudon, Hilde Umdasch, Daniela Höttl, Gerald Herbst; Bild 2: Deutsch- und Konversationskurs für Menschen mit<br />

Migrationshintergrund; Bild 3: Literaturkreis und Zaubertricks mit dem Aon-Team Wien; Bild 4: Max Windisch-Graetz, Aon Wien,<br />

und eine Bewohnerin des Hauses Malta<br />

„Wir sind voll beladen mit Kuchen, Salaten und gemischten<br />

Gefühlen bei den Elisabethinen eingetroffen. Für den Kinonachmittag<br />

mit Bewohnern des betreuten Wohnens und<br />

Ordensschwestern im Ruhestand machten wir<br />

uns in eine recht ungewohnte Umgebung auf<br />

und wussten nicht so recht, was auf uns zukommen<br />

würde.<br />

Das angespannte Gefühl wich jedoch sofort als<br />

wir total herzlich begrüßt wurden und zu Beginn<br />

eine Führung durch das gesamte Areal erhielten.<br />

Danach holten wir die wirklich reizenden Bewohner<br />

des betreuten Wohnens ab und gingen gemeinsam in einen<br />

bereits hergerichteten Raum, wo uns die Ordensschwestern<br />

erwarteten.<br />

Der Kinonachmittag begann und wir teilten uns die Aufgaben,<br />

in dem Manfred Bauer sich als wahrer Grillmeister bewies<br />

und Irina Kirsch, Suzana Hrzenjak und meine Wenigkeit<br />

das Service übernahmen.<br />

Der gezeigte Film war für alle bald Nebensache, denn neben<br />

dem ausgezeichneten Essen entwickelten sich ganz tolle<br />

Gespräche. Wir waren begeistert von der Stimmung und<br />

der Dankbarkeit, die entgegen gebracht wurde. <strong>Die</strong>s war bestimmt<br />

nicht unser letzter Besuch bei den Elisabethinen.“<br />

Iris Zarfl<br />

In Salzburg sammelten Gunther Fitzga, Stefanie<br />

Nussbaumer und Karlheinz Tomasi, unterstützend für<br />

den <strong>Malteser</strong> Orden, Erfahrung beim Gestalten eines<br />

Deutsch- und Konversationskurses für Menschen<br />

mit Migrationshintergrund.<br />

„Für uns war es ein wundervoller Tag und unsere<br />

Unterstützung wurde mit offenen Armen<br />

vom Team um Ordensschwester Marieluise<br />

Norman aufgenommen. Das wunderbare Gefühl<br />

dabei ist, wie immer bei sozialem Engagement<br />

– wir haben mehr bekommen als gegeben<br />

… schön.“<br />

Karlheinz Tomasi<br />

In Wien verbrachten acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

einen Tag gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern<br />

des Seniorenheims Haus Malta und bereiteten<br />

ihnen mit Spielen, Bewegung und guten Gesprächen<br />

einen besonderen Tag.<br />

Am Tagesplan wurde schon fleißig im Vorfeld getüftelt.<br />

Schlussendlich entschied man sich für das Tagesthema<br />

„Wochenmärkte“ und gestaltete ein abwechslungsreiches<br />

Programm mit Zaubertricks und Ballspielen, einer Literaturrunde<br />

zu aktuellen Tagesthemen und lustigen Rätselund<br />

Memory Spielen.<br />

„Unsere Aufgabe war es, ältere Menschen durch Spiele oder<br />

einfach nur durch ein Gespräch zu unterhalten. Es war für<br />

uns am Anfang schwer vorstellbar, wie wir von den Heimbewohnerinnen<br />

und Heimbewohnern aufgenommen werden,<br />

da wir quasi nur eine Gruppe von Fremden waren, die sie besuchten.<br />

Sehr unerwartet war es deshalb, wie sehr sich diese<br />

Menschen über unseren Besuch gefreut haben und dankbar<br />

waren. Wir sprachen über ihre Familien, Kinder, Lebenserfahrungen<br />

und auch über Religion.<br />

<strong>Die</strong>se Erfahrung hat uns auf wunderbare Weise gelehrt, dass<br />

Glück auch im Alter bestehen kann, unabhängig von entmutigenden<br />

Umständen oder abnehmender Gesundheit. Man<br />

sollte niemals die Fähigkeit eines Fremden unterschätzen,<br />

das Leben eines anderen positiv zu beeinflussen, denn die<br />

Auswirkungen können erstaunlich sein.“<br />

Max Windisch-Graetz<br />

„Unser ganz herzliches Dankeschön an dieses Vorzeigeunternehmen,<br />

das seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern<br />

einen ganzen Tag für ehrenamtliches, karitatives<br />

und soziales Engagement zur Verfügung stellt. Das<br />

ist wirklich vorbildlich und es wäre schön, wenn dies ein<br />

Signal für andere Unternehmen werden könnte“, sagt Katharina<br />

Stögner, Leiterin Kommunikation und Fundraising<br />

des <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden in Österreich.<br />

20<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


LEBENSWERT<br />

VORBILDER<br />

BEGEGNUNGSZENTRUM HÖCH<br />

HÖCHSTE ZEIT FÜR EINE BEGEGNUNG<br />

Das Begegnungszentrum der Lebenshilfe Leibnitz in Höch in der Steiermark bietet Platz für Menschen mit Beeinträchtigung<br />

und jene, die an einem inklusiven Miteinander interessiert sind.<br />

Von Brigitte Leber<br />

Schauen, riechen, kosten, genießen: Alle Sinne werden<br />

angesprochen. Der Blick über die südsteirische Hügellandschaft<br />

ist umwerfend, der Platz strotzt nur so von Energie.<br />

Dementsprechend wachsen nicht nur die selbstangebauten,<br />

sondern auch die wildwachsenden Heilkräuter im<br />

Schaugarten so gut. Deshalb fühlt man sich als Besucher<br />

auf Anhieb wohl an diesem besonderen Ort.<br />

Das Begegnungszentrum der Lebenshilfe Leibnitz in<br />

Höch bietet zehn Menschen mit Beeinträchtigung unterschiedlichsten<br />

Alters ein Zuhause bzw. eine Beschäftigung.<br />

<strong>Die</strong> einen engagieren sich als Koch oder Kellner,<br />

die anderen arbeiten im hauseigenen Shop oder stellen<br />

Produkte für den Verkauf her. Es ist ein offenes Haus für<br />

alle – Interessierte sind herzlich eingeladen und können<br />

den Mitarbeitern und Kunden über die Schulter schauen.<br />

Von A wie Apotheke bis Z wie Zirbensackerl<br />

Der Bauernladen im Erdgeschoß führt selbstangesetzte<br />

Säfte, Sirupe, Liköre, Marmeladen, Seifen und die Naturarzneimittel<br />

der Apotheke „Zur Gnadenmutter“. In<br />

der Küche wird für das angeschlossene Kaffeehaus gebacken,<br />

die Mehlspeisen können bei Schönwetter auf der<br />

Aussichtsterrasse genossen werden. Im ersten Stock wird<br />

eine eigene Seifenproduktion betrieben, außerdem gibt<br />

es Räumlichkeiten für Seminare, Vorträge, Workshops,<br />

Familienfeiern und Feste. Auf Vorbestellung wird Frühstück<br />

gerichtet, für einen Ausflug auf den nahen Demmerkogel<br />

ein herzhafter Picknickkorb mit Spezialitäten<br />

der Region vorbereitet.<br />

www.lebenshilfe-leibnitz.at/home/<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 21


LEBENSWERT<br />

HOLIDAYS ON WHEELS –<br />

ACCESSIBLE HOLIDAYS<br />

Villach und die Welt – Agnes Fojan aus Villach betreibt seit einigen Jahren das Portal „Holidays on Wheels“. <strong>Die</strong><br />

Online-Plattform macht barrierefreie Urlaubsangebote sichtbar und erleichtert Menschen mit Handicap die Suche<br />

nach dem perfekten Urlaub.<br />

Von Agnes Fojan<br />

Eine Behinderung und ein aktives Leben sind längst kein<br />

Widerspruch mehr, sofern die Rahmenbedingungen gegeben<br />

und vor allem barrierefreie Angebote auffindbar<br />

sind. Das große Ziel von „Holidays on Wheels“ ist es,<br />

Barrierefreiheit sichtbar und für alle nutzbar zu machen.<br />

Barrierefreie Unterkünfte werden mit barrierefreien<br />

Aktivangeboten (Sport, Wellness, Sightseeing, Events,<br />

Kunst und Kultur), Gastronomie und Service-Infos (z.B.<br />

Euro-Key WCs) gekoppelt. Alle Angebote werden nach<br />

und nach hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit geprüft und<br />

in die Bereiche Bewegungseinschränkung (Rollstuhl, Rollator,<br />

Kinderwagen), Seheinschränkung und Höreinschränkung<br />

unterteilt.<br />

nisch ressourcenintensiv. <strong>Die</strong> notwendigen Entwicklungen<br />

und Programmierungen einer App sollen darüber<br />

hinaus eine gänzlich barrierefreie Nutzung des mobilen<br />

„Holidays on Wheels“-Services bieten.“<br />

„Unser großes Ziel ist es,<br />

Barrierefreiheit sichtbar und<br />

für alle nutzbar zu machen.“<br />

Das Ziel ist 100% Barrierefreiheit<br />

„<strong>Die</strong> Recherche von barrierefreien Freizeit- und Urlaubsangeboten<br />

und die Feststellung, ob und wie weit<br />

diese tatsächlich barrierefrei sind, ist ein sehr zeitaufwändiges<br />

Unterfangen. Auch die 100%ige Barrierefreiheit<br />

durch Spracheingabe und -ausgabe ist programmiertech-<br />

22<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


LEBENSWERT<br />

Viktoria Papez: „Holidays on Wheels“ finde ich großartig.<br />

So eine Plattform ist lange überfällig und für<br />

uns Menschen mit besonderen Ausgangslagen enorm<br />

wichtig, da es bisher viel mühsame Recherche brauchte,<br />

um rauszufinden, wo man sorgen- und hindernisfrei<br />

urlauben kann – wodurch man dann unter Umständen<br />

doppelt urlaubsreif wurde.<br />

Alexander Hanisch: Für mich als Rollstuhlfahrer ist<br />

die Planung des Urlaubes in ein vielleicht fernes aber<br />

sicher fremdes Ziel eine immense Herausforderung.<br />

Gibt es am ausgesuchten Urlaubsort barrierefreie<br />

Unterkünfte? Ist die Urlaubsregion überhaupt für<br />

Rollstuhlfahrer geeignet, um dort einen erholsamen<br />

unbeschwerten Urlaub zu verbringen. An all diese<br />

Informationen kommt man nur sehr schwer heran.<br />

Im Normalfall bekommt man keine verlässlichen Informationen<br />

über die Ausstattung von sogenannten<br />

barrierefreien Zimmern. Ich habe schon Aussagen am<br />

Urlaubsort gehört, wie „wir haben ein barrierefreies<br />

Zimmer, aber das ist im 1. Stock ohne Lift!“.<br />

Infos unter:<br />

www.holidaysonwheels.at<br />

http://www.holidaysonwheels.at/de/blog/<br />

accessibility-holidays-app/<br />

WELTTAG DER ARMEN<br />

Der <strong>Malteser</strong>orden folgte am 18. November der Einladung von Papst Franziskus, sich aktiv am zweiten „Welttag der<br />

Armen“ zu beteiligen. Zur Sensibilisierung für die Armut in der Welt.<br />

Dem Aufruf folgten weltweit Aktivitäten und Initiativen,<br />

um „die liebevolle Teilnahme am Zustand der Armen“, von<br />

der der Papst Franziskus in seiner Botschaft am 18. November<br />

spricht, zu zeigen. Es gab zahlreiche Ausspeisungen,<br />

Medikamente und lebensnotwendige Güter wurden<br />

verteilt, ebenso wurde medizinische und soziale Versorgung<br />

angeboten, um benachteiligte und körperlich beeinträchtigte<br />

Menschen zu unterstützen. Der <strong>Malteser</strong>orden<br />

mit weltweit 80.000 Freiwilligen, 13.500 Mitgliedern und<br />

42.000 Mitarbeitern engagiert sich 365 Tage im Jahr in<br />

120 Ländern der Welt, um dort zu helfen, wo Not ist.<br />

Der <strong>Malteser</strong>orden nimmt den Gedanken des Heiligen Vaters<br />

auf: „Der Welttag der Armen will eine kleine Antwort<br />

sein, die sich von der Kirche, die über die ganze Welt verstreut<br />

ist, an die Armen jeder Art und jeden Landes richtet,<br />

damit sie nicht glauben, ihr Schrei sei auf taube Ohren<br />

gestoßen“.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 23


LEBENSWERT<br />

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DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong><br />

24<br />

©<br />

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LEBENSWERT<br />

GEMEINSAM GRENZEN VERSCHIEBEN<br />

Mit dem Projekt „Inklusive Transalp“ setzt die Österreichische Alpenvereinsjugend in Zusammenarbeit mit den<br />

MALTESERN neue Maßstäbe zum Thema Inklusion.<br />

Von Andrea Szabadi-Heine<br />

„Wer wenig Kontakt zu Menschen mit Behinderung hat,<br />

kann sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen, wie so<br />

ein Vorhaben funktionieren soll“, sagt Andrea Szabadi-Heine,<br />

nach einem Unfall querschnittgelähmt und<br />

weiterhin passionierte Sportlerin. „Ich kann aus eigener<br />

Erfahrung sagen, dass man im Team die größten<br />

Hindernisse überwinden und über sich hinauswachsen<br />

kann.“<br />

Genau das sind die Stichworte für 16 Menschen aus<br />

Österreich, Deutschland und der Schweiz, die im<br />

Rahmen des Alpenvereinsprojekts „Inklusive Transalp“<br />

mit Unterstützung der <strong>Malteser</strong> das Unmögliche möglich<br />

machen wollen. Fünf Menschen mit, acht Menschen<br />

ohne Behinderung und drei Begleiter des Alpenvereins<br />

Österreich werden bis September 2019 gemeinsam über<br />

die Alpen wandern, rollen und radeln.<br />

Barrierefrei die Natur erleben<br />

Der Startschuss für dieses außergewöhnliche Inklusionsprojekt<br />

ist im Jänner <strong>2018</strong> gefallen. Es ist in insgesamt<br />

sechs Vorbereitungstreffen gegliedert, die bis zur<br />

finalen Durchführung der Transalp im September 2019<br />

in regelmäßigen Abständen stattfinden.<br />

<strong>Die</strong> ersten beiden Treffen haben bereits gezeigt, dass<br />

die wichtigsten Zutaten für eine erfolgreiche Alpenüberquerung<br />

auf jeden Fall vorhanden sind – die richtige<br />

Mentalität und eine Riesenmenge Teamgeist. „Es<br />

gibt Rollstuhlfahrer, die voller Begeisterung über Wurzelwege<br />

hinunterradeln. Es gibt Menschen, die vollständig<br />

sehbehindert sind und trotzdem klettern. Und<br />

es gibt Kinder mit kognitivem Unterstützungsbedarf,<br />

die die Stars in ihrem Freundeskreis sind. Mit unserer<br />

„Inklusiven Transalp“ bieten wir den Teilnehmern die<br />

Chance, ihre individuellen Grenzen zu verschieben und<br />

in der Gemeinschaft die Wege ins Freie zu erkunden“, so<br />

Andrea Szabadi-Heine.<br />

Unmögliches möglich machen<br />

Damit folgt das Projekt auch dem Grundgedanken der<br />

<strong>Malteser</strong> – nämlich dort zu helfen, wo die Hilfe anderer<br />

Organisationen häufig endet. <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> machen Dinge<br />

möglich, von denen die Betroffenen nie dachten, dass<br />

sie diese aufgrund ihrer Behinderung erleben würden.<br />

Sie schenken Freude und neue Lebensenergie, indem gemeinsam<br />

Hindernisse überwunden werden.<br />

Weitere Infos im Internet:<br />

www.alpenverein.at/jugend/projekte/Inklusion/<br />

inklusive-transalp/<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 25


MALTESERORDEN<br />

MALTESERORDEN<br />

KLÖSTERLE –<br />

EHEMALIGE JOHANNITERKOMMENDE<br />

Das Klostertal ist heute die einzige Region in Vorarlberg, die in ihrem Namen auf eine einst religiöse Funktion verweist.<br />

<strong>Die</strong> erste schriftliche Erwähnung liegt nun 800 Jahre zurück – 1218 trug die Region noch den Namen „St. Mariental“<br />

(valle sancte Marie). Der urkundliche Beleg ist freilich nicht im Original erhalten, sondern in drei sich nur unwesentlich<br />

voneinander unterscheidenden Abschriften.<br />

Von Christof Thöny<br />

Links: Abschrift der Urkunde von 1218. Rechts: Grabplatte<br />

des Hugo von Montfort, gezeichnet von Pater Gabriel Bucelin<br />

<strong>Die</strong> älteste dieser Abschriften war noch im 19. Jahrhundert<br />

zugänglich, und zwar als loses Pergamentblatt im<br />

Jahrzeitbuch der bis 1610 existierenden Feldkircher Johanniterkommende.<br />

Der Text wurde von Josef Zösmair<br />

ediert, während das Jahrzeitbuch mittlerweile verschollen<br />

ist. Eine Kopie dieses Textes stammt aus dem Jahr<br />

1610 und ist erhalten. Hinsichtlich des Quellenwerts der<br />

erstmaligen Erwähnung gibt es daher einige Fragen, mit<br />

denen sich Alois Niederstätter anlässlich der 800jährigen<br />

Wiederkehr der angeblichen Ausstellung der Urkunde<br />

kritisch auseinandergesetzt hat. Der Text berichtet<br />

davon, dass Graf Hugo I. von Montfort mit der in Ulm<br />

ausgestellten Urkunde in Anwesenheit Kaiser Friedrichs<br />

II. dem Johanniterorden eine Kirche mit dazugehörigen<br />

Äckern in seiner Stadt Feldkirch schenkte. Gleichzeitig<br />

übertrug er den Johannitern eine Kapelle im St. Mariental<br />

mit dem Wald, der gegen den Arle zugeht. Mit der<br />

Stiftung verband er die Verpflichtung, dass der Orden in<br />

dieser Region eine Herberge für die Reisenden über den<br />

Arlberg errichten möge. Den Wanderern soll zumindest<br />

mit Feuer, Wasser und Obdach geholfen werden, soweit<br />

es das Haus ermögliche. Außerdem soll ein Priester eingesetzt<br />

werden, der die Messe feiert.<br />

Links: Reiseunfall des Gegenpapstes Johannes XXIII. bei<br />

Klösterle. Rechts: Klösterle Ende des 19. Jahrhunderts<br />

Spuren des <strong>Malteser</strong>-Ordens 1<br />

<strong>Die</strong> durch die Stiftung Graf Hugos entstandene Herberge<br />

wurde im 14. Jahrhundert als „Clösterlin“ oder „Kloster“<br />

erwähnt. Der dazugehörige Ort erhielt 1332 eine neue,<br />

der heiligen Maria und dem heiligen Johannes dem Täufer<br />

als Patron des Johanniterordens geweihte Kirche. Der<br />

Besitz des Ordens im Klostertal kann noch in der Früh-<br />

Links: Ansicht von Klösterle 1733. Rechts: Stuben am Arlberg<br />

(um 1800)<br />

1<br />

Seit der siegreichen Verteidigung der Insel Malta wird der Orden <strong>Malteser</strong>orden<br />

genannt und mit Johanniterorden nur jene Abspaltung des<br />

katholischen Gesamtordens bezeichnet, die protestantisch wurde.<br />

26<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERORDEN<br />

neuzeit nachgewiesen werden. Nach<br />

späteren Aufzeichnungen sollen<br />

Anfang des 18. Jahrhunderts noch<br />

Grundmauern des Klosters zu sehen<br />

gewesen sein. Bis 1823 befand sich<br />

in Klösterle ein mächtiges Gebäude,<br />

das mit einem Torbogen die Straße<br />

überspannte. Im Zuge des Ausbaus<br />

der Arlbergstraße wurde dieser Torbogen<br />

abgetragen. Der letzte Rest<br />

des Gebäudes, das auf einer Karte<br />

von 1733 auszumachen ist, bildet<br />

heute das stark veränderte Haus<br />

Nr. 70 (Gasthaus Johanniterstube).<br />

In der lokalen Überlieferung wurde<br />

dieses Gebäude ebenfalls mit dem<br />

Kloster in Verbindung gebracht.<br />

Der Name Klostertal<br />

Der Ort der <strong>Malteser</strong>-Niederlassung<br />

wurde im Laufe des Mittelalters als<br />

„zum Kloster“ bzw. „Clösterlin“ bezeichnet.<br />

Seine Bedeutung war offenbar<br />

so groß, dass schließlich das<br />

ganze Tal den Namen „Klostertal“<br />

erhielt. 1380 wird die Region im<br />

Kaufbrief der Alpe Spullers noch<br />

ohne Namen erwähnt. 1408 ist das<br />

„Klostertal“ erstmals urkundlich<br />

bezeugt.<br />

MALTESER BENEFIZBALL SALZBURG<br />

„ALLES WALZER“<br />

FÜR DIE GUTE SACHE<br />

Am 5. August <strong>2018</strong> lud die Delegation Salzburg des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-<br />

Ordens zu diesem gesellschaftlichen Ereignis in die Alte Residenz zu Salzburg.<br />

Von Andreas Jordis<br />

Der Delegat von Salzburg, Dir. Mag. Johannes Gruchmann-Bernau konnte<br />

350 Gäste aus der hohen Geistlichkeit, der Politik, der Wirtschaft und des<br />

<strong>Malteser</strong>ordens begrüßen. Landtagspräsidentin Dr. Brigitta Pallauf überbrachte<br />

die Grüße von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. Staatssekretärin<br />

Mag. Karoline Edtstadler kam extra aus Wien angereist.<br />

Das Rahmenprogramm für diesen stimmungsvollen und kurzweiligen Abend<br />

bildete ein Besuch im Museum „DomQuartier Salzburg“, ein exklusives Dîner<br />

bei Tafelmusik und der Auftritt der Festpielsängerin Papagena, Maria Nazarova,<br />

und des Festspielsängers Papageno, Liviu Holender, sowie des Basilio<br />

von 2016, Paul Schweinester.<br />

Das Jungdamen- und Jungherrenkomitee unter der Leitung von Dancing<br />

Star-Profi Manuela Stöckl eröffnete zu spanischen Klängen.<br />

Das Ballorchester Divertimento Viennese unter Vinzenz Praxmarer begeisterte<br />

mit einem vielfältigen Programm. Der Roulette-Tisch im Kaisersaal erfreute<br />

sich großer Beliebtheit. Es gab wertvolle Preise zu gewinnen, die um<br />

Mitternacht verlost wurden. Mit Brüderlein Fein klang der Benefizball Salzburg<br />

<strong>2018</strong> traditionell aus.<br />

Von der alten Pfarrkirche<br />

St. Johannes der Täufer in Klösterle<br />

steht heute nur noch der Turm<br />

Der Reinerlös dieses Abends kommt der ausschließlich ehrenamtlichen Tätigkeit<br />

der <strong>Malteser</strong> in Salzburg zugute.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 27


MALTESERORDEN<br />

MALTESER CEE<br />

CONFERENCE<br />

Sowohl die CEE-Stakeholder-Conference als auch die Ordensbotschafter und die internationale<br />

MALTESER-Jugend tagten in Wien.<br />

Von Axel Dechamps<br />

Inspirieren sollte sie die Tagung. Und das tat sie auch!<br />

Über 70 Vertreter der Botschaften, Assoziationen und<br />

der Hilfsdienste sowie der Großpriorate von Böhmen<br />

und von Österreich folgten der Einladung der Steuerungsgruppe<br />

der <strong>Malteser</strong> Hilfsdienste in Mittel- und<br />

Osteuropa und tagten bei Sonnenschein und nahezu<br />

sommerlichen Temperaturen im Wiener Museumsquartier.<br />

Ein abwechslungsreiches, durchdachtes und exzellent<br />

moderiertes Programm führte durch den Tag. S.E.<br />

Großkanzler Albrecht Freiherr von Boeselager freute sich<br />

„…to see so many young people here, representatives of<br />

the youth in our different countries. I hope you will leave<br />

Vienna after this conference encouraged and full of new<br />

energy to pursue the mission of our Order.” Der Großkanzler<br />

verwies auf den Klimawandel des „ich zuerst“,<br />

den er wahrnehme und dem es zu begegnen gülte.<br />

„Me first means only me.” <strong>Die</strong> Stärken des Ordens liegen<br />

insbesondere in „…its internationality, its common<br />

mission, goal and purpose and the solidarity between its<br />

different branches...´Standing together` instead of `Me<br />

first` must be our commitment”.<br />

In eben dieser Tradition und mit dem Wunsch, den<br />

Dialog zwischen den Ländern, Entitäten und Generationen<br />

nachhaltig zu fördern, verfolgten die Konferenzorganisatoren<br />

das Ziel, unterschiedliche Themen<br />

aktivierend und von verschiedenen Blickwinkeln aus<br />

betrachtend zu diskutieren. Der Generalsekretär für<br />

Auswärtige Angelegenheiten S.E. Botschafter Stefano<br />

Ronca sprach in seiner Rede von „closer cooperation<br />

for better results“. „Since the Order’s Associations,<br />

Priories, Reliefs Corps and Embassies belong to the<br />

same family, their interaction is not only inevitable,<br />

but absolutely beneficial to all.“<br />

Lisa Simpson, Chief Executive, Global Fund for Forgotten<br />

People, betonte in ihrem Vortrag zu „Vision 2050“<br />

die Notwendigkeit zum generationenübergreifenden<br />

Handeln. <strong>Die</strong> Workshops am Nachmittag widmeten sich<br />

den Themen guter Führung, den Bedingungen einer<br />

gelingenden Jugendarbeit und konkreten Vorschlägen,<br />

wie die Zusammenarbeit zwischen den Botschaften, den<br />

nationalen Assoziationen und den Hilfsdiensten weiter<br />

verbessert werden können.<br />

Das gemeinsame Schaffen geht weiter. Wir freuen uns<br />

auf die nächste CEE-Stakeholder-Conference im Herbst<br />

2020.<br />

28<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERORDEN<br />

FÜR EINE WELT OHNE MENSCHENHANDEL<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden hat Ende September zwei neue Botschafter ernannt: Michel Veuthey, Botschafter<br />

zur Beobachtung und Bekämpfung von Menschenhandel mit Amtssitz in Genf, und Romain Champierre de Villeneuve,<br />

Generalbotschafter für Afrika mit Amtssitz in Lagos/Nigeria.<br />

Von Marianna Balfour<br />

Laut Internationaler Arbeitsorganisation ILO gibt es weltweit<br />

20,9 Millionen Opfer von Menschenhandel. Allein 68<br />

Prozent davon arbeiten in Zwangsarbeit. Menschenhandel<br />

ist zu einem einträglichen Geschäft geworden, das jährlich<br />

bis zu 150 Milliarden US-Dollar Gewinn abwirft und seine<br />

Wurzeln vor allem in Entwicklungsländern hat. 26 Prozent<br />

der Opfer sind Kinder, 55 Prozent Frauen und Mädchen.<br />

Armut, Kriege, Klimawandel, Diskriminierung aufgrund<br />

der gesellschaftlichen Zugehörigkeit oder des Geschlechts<br />

sind der ideale Nährboden für moderne Sklaverei.<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden hat es sich deshalb<br />

zur Aufgabe gemacht, sich gegen Menschenhandel<br />

einzusetzen. Eines der ersten Engagements des Ordens<br />

war die Teilnahme am Sondertreffen der UN-Generalversammlung<br />

Ende September. Der Fokus lag auf der<br />

Umsetzung des „Globalen Aktionsplans zur Bekämpfung<br />

von Menschenhandel“, wie er von den Vereinten Nationen<br />

seit Juli 2010 angewandt wird.<br />

Appell an Politik, Gesellschaft und Wirtschaft<br />

Bereits Mitte <strong>2018</strong>, am 30. Juli, dem Welt-Tag gegen<br />

Menschenhandel, hatte der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-<br />

Orden an Regierungen, die Zivilgesellschaft und die<br />

Geschäftswelt appelliert, Maßnahmen zu ergreifen, um<br />

Menschenhandel zu verhindern bzw. zu beenden und<br />

gleichzeitig seine Opfer und Überlebenden zu schützen<br />

und zu unterstützen. Menschenhandel ist eine Form mo-<br />

derner Sklaverei. <strong>Die</strong>se stellt eine Straftat und schwerwiegende<br />

Bedrohung menschlicher Würde und körperlicher<br />

Unversehrtheit dar.<br />

„Der <strong>Malteser</strong>orden möchte die Notwendigkeit unterstreichen,<br />

zwischen den verschiedenen Ämtern der Vereinten<br />

Nationen, regionalen Organisationen, internationalen<br />

sowie lokalen Nichtregierungsorganisationen und<br />

der Zivilgesellschaft, einschließlich religiöser Organisationen,<br />

dieses Thema betreffend Synergien, Kooperationen<br />

und Bündnissen zu intensivieren“, so Albrecht Boeselager,<br />

Großkanzler des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens.<br />

„<strong>Die</strong>s ist dringend erforderlich, wenn wir Verstöße verhindern,<br />

die Opfer schützen, Verantwortliche strafrechtlich<br />

verfolgen, Erkenntnisse und Erfahrungen austauschen,<br />

gute Praktiken hervorheben, das Bewusstsein stärken<br />

und proaktiv mit regionalen und subregionalen Organisationen<br />

zusammenarbeiten wollen.“<br />

‚Sklaverei-frei‘-Label als Signal<br />

Der <strong>Malteser</strong>orden betont zudem die Wichtigkeit, moderne<br />

Sklaverei in Lieferketten anzusprechen „Es ist<br />

dringend notwendig, die Nachfrage nach Sklavenarbeit<br />

ins Blickfeld zu rücken“, merkt Botschafter Michel<br />

Veuthey an. „Für Waren und <strong>Die</strong>nstleistungen sollten<br />

‚Sklaverei-frei‘-Label geschaffen werden. Das ist ein<br />

wichtiges Signal, damit nachhaltige Lieferketten und<br />

nachhaltige Entwicklung keine leeren Phrasen bleiben.“<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 29


MALTESERORDEN<br />

BRÜDER IM GEISTE –<br />

DER DEUTSCHE ORDEN<br />

UND DIE MALTESER<br />

Seit August <strong>2018</strong> hat der Deutsche Orden einen neuen Hochmeister: Mit<br />

Pater Frank Bayard steht nun ein 46-jähriger Priester mit Bankausbildung<br />

an der Spitze. Anlass für ein Porträt der Gemeinschaft, die in ihrer wechselhaften<br />

Geschichte und jüngsten Gegenwart viele Querverbindungen<br />

zu den MALTESERN aufweist.<br />

Von Georg Reichlin-Meldegg<br />

Erzherzog Eugen von Österreich,<br />

Hochmeister 1894-1923<br />

Der Deutsche Orden hat – ebenso wie der Souveräne<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden – seine Anfänge in der Kreuzzugsepoche<br />

zwischen 1096 und 1291. Zur Gründung des<br />

Deutschen Ordens kam es während des dritten Kreuzzuges.<br />

Den Beginn markierte – auch hier die Parallele zu<br />

den <strong>Malteser</strong>n – der Hospitaldienst.<br />

Als Ritterorden begann sich der Deutsche Orden sowohl<br />

im Orient als auch in Europa rasch auszubreiten. Damit<br />

führten die Brüder die höchsten Ideale der Zeit, Mönchtum<br />

und Rittertum, zusammen. Nach Europa zurückgekehrt,<br />

trugen sie mit reichen Donationen zur Gründung<br />

neuer Kommenden bei, welche zu Balleien zusammengeschlossen<br />

wurden. An der Spitze des Ordens stand und<br />

steht bis heute der Hochmeister. Um 1280 hatte der Orden<br />

13 Balleien im Deutschen Reich, drei in Italien und je<br />

eine in Frankreich, Griechenland und Syrien.<br />

Aufstieg und Fall<br />

Nachdem das 13. Jahrhundert eine Phase des Wachstums<br />

und der Prosperität für den Orden eingeleitet<br />

hatte, folgten ab dem 14. Jahrhundert unterschiedliche<br />

Krisen. So fiel etwa 1291 mit der Festung Akkon, die<br />

mit den Johannitern verteidigt wurde, die letzte Bastion<br />

in Palästina. <strong>Die</strong> Balleien im Mittelmeerraum gingen<br />

schrittweise verloren, ebenso der Ordensstaat im preußischen<br />

und baltischen Raum.<br />

Der Deutsche Orden blieb in der Folgezeit auf seine Balleien<br />

im Deutschen Reich beschränkt. Ein enges Verhältnis<br />

zum habsburgischen Kaiserhaus entstand zum Ende<br />

des 16. Jahrhunderts. 1865 kam es zur Errichtung des<br />

Instituts der Ehrenritter und 1871 zur Etablierung des<br />

freiwilligen Sanitätsdienstes, der ab 1974 durch die Marianer<br />

maßgeblich gefördert wurde. So gab es bis zum<br />

Ende des ersten Weltkriegs innerhalb des Ordens drei<br />

Zweige mit Gelübden bei jeweils unterschiedlichen Regeln<br />

– Ritter, Priester und Schwestern – sowie eine angeschlossene<br />

Gruppe ohne Gelübde, aber mit emotionaler<br />

Bindung an den Orden.<br />

Kriegsbedingte Zäsuren<br />

Nach dem ersten Weltkrieg verändert sich das Ordensleben.<br />

Der Zerfall der Monarchie bedeutete für den Orden<br />

eine weitere Zäsur: Als auf Grund seiner Nähe zum Herrscherhaus<br />

die Enteignung des Ordens in den Nachfolgestaaten<br />

drohte, trat der letzte ritterliche Hochmeister<br />

des Ordens, Erzherzog Eugen, im Jahr 1923 zurück. Sein<br />

Nachfolger wurde Bischof Norbert Klein und in weiterer<br />

Folge wurde 1929 der Deutsche Orden in ein Religioseninstitut<br />

umgewandelt. Nach 1934 wurde das Familiareninstitut<br />

dem Deutschen Orden angegliedert. In Österreich<br />

wurde der Deutsche Orden im September 1938<br />

von den Nazis aufgelöst, seine Güter wurden konfisziert.<br />

1947 wurde er wieder in seine Rechte eingesetzt.<br />

30<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


Mitglieder des Deutschen Ordens<br />

In der Tschechoslowakei, wo der Orden seine wirtschaftlich<br />

stärkste Provinz besaß, wurde er im Februar 1939<br />

aufgehoben und der Hochmeister gar für mehrere Monate<br />

von den Nationalsozialisten interniert. Nach 1945<br />

wurden 30 Priester und 204 Schwestern zu Heimatvertriebenen:<br />

Einige emigrierten nach Österreich und der<br />

größere Teil in die damalige Bundesrepublik Deutschland.<br />

Dort bildeten sie die Keimzelle für den Neubeginn.<br />

In den ehemals kommunistischen Ländern konnte der<br />

Orden seine Tätigkeit erst wieder ab 1989 aufnehmen.<br />

Vor allem in der Tschechischen Republik ist die Zahl der<br />

Ordensgeistlichen in den vergangenen Jahren wieder gestiegen<br />

und pastorale Aufgaben können wieder wahrgenommen<br />

werden.<br />

Im Sinne der christlichen Nächstenliebe<br />

<strong>Die</strong> Aufgaben des Deutschen Ordens ruhen auf vier Säulen,<br />

die große Ähnlichkeit zu den Grundsätzen und zum<br />

Wirken der <strong>Malteser</strong> aufweisen: <strong>Die</strong> erste Aufgabe ist die<br />

religiöse. In allen Ordensprovinzen bildet die Seelsorge<br />

einen Schwerpunkt der Tätigkeit der geistlichen Brüder.<br />

An zweiter Stelle folgt die soziale und karitative Tätigkeit,<br />

lautet doch der Wahlspruch des Ordens: „Helfen<br />

und Heilen“. Seit der großen Flüchtlingswelle 2015 betreut<br />

der Orden in Deutschland mehrere Heime für unbegleitete,<br />

minderjährige Flüchtlinge.<br />

An dritter Stelle ist die Rolle des Ordens als einer der<br />

europäischen Kulturträger zu nennen. Es geht um die<br />

<strong>Die</strong> Schlacht von Tannenberg<br />

Bewahrung und Erhaltung des reichen Kulturerbes des<br />

Ordens, seiner Kirchen, Kommenden, Schlösser und<br />

Burgen. <strong>Die</strong> vierte Aufgabe ist es, die Welt im Geiste<br />

christlicher Lebensformen zu gestalten – und zwar aus<br />

einer Verantwortung im Sinne des Zweiten Vatikanums<br />

und dem Charisma des Ordens heraus, die jedem von<br />

uns gegebenen Talente dort zu nutzen, wo man in der<br />

säkularen Welt hingestellt wurde.<br />

In gutem Kontakt miteinander<br />

Der Deutsche Orden und die <strong>Malteser</strong> sind nicht nur im<br />

Geiste verbunden. <strong>Die</strong> Mitglieder treffen einander persönlich.<br />

So erfolgt etwa jedes Jahr nach der Fronleichnamsfeier<br />

rund um St. Stephan eine Einladung zu einem<br />

stärkenden Mittagsimbiss durch den Deutschen Orden an<br />

die Mitglieder des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens.<br />

<strong>Die</strong>ses Jahr wurden die Kontakte intensiviert: Anlässlich<br />

einer Einladung der <strong>Malteser</strong> hielt Dozent Dr. Helmut<br />

Wohnout einen Vortrag über die Geschichte und heutigen<br />

Aufgaben des Deutschen Ordens. Im Gegenzug sprach<br />

Rezeptor Dr. Christoph Calice bei einem weiteren Zusammentreffen<br />

über die weitgesteckten Ziele und spirituellen<br />

Aufgaben des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens.<br />

Wir danken Bruno Platter, dem bisherigen Hochmeister<br />

im Deutschen Orden, für die wunderbare Zusammenarbeit<br />

und wünschen seinem Nachfolger, Pater Frank<br />

Bayard, alles Gute!<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 31


MALTESERÖSTERREICH<br />

DAS MALTESER JUGEND-SOMMERLAGER<br />

IM BURGENLAND<br />

Das burgenländische Sommerlager wird international. Heuer fand bereits im fünften Jahr in Folge das MALTESER<br />

Jugend-Sommerlager im burgenländischen Podersdorf statt. Vom 7. bis 9. September kamen 18 Kinder und Jugendliche<br />

sowie 16 Erwachsene – davon drei Elternteile von durch uns betreuten Kindern – am eindrucksvollen Neusiedlersee<br />

zusammen. Als Novum konnten wir erstmals fünf jugendliche Roma aus der Slowakei und vier erwachsene Kollegen vom<br />

slowakischen MALTESER Hilfsdienst begrüßen.<br />

Von Georg Holzhausen und Moritz Schuschnigg<br />

<strong>Die</strong> Kinder aus der Slowakei waren überhaupt zum ersten<br />

Mal im Ausland, und es mussten zunächst Reisedokumente<br />

für sie beantragt werden.<br />

Wie gewohnt schlugen wir unser Quartier beim Hotel Seewirt<br />

in Podersdorf auf, wo sich die Familie Karner und ihr<br />

Team bestens um unsere Schützlinge und uns <strong>Malteser</strong><br />

kümmerten. Kaum hatten wir am Freitag unsere Zimmer<br />

bezogen, begann das gemeinsame Wochenende mit einer<br />

gemütlichen Ausflugsschifffahrt über den Neusiedlersee:<br />

<strong>Die</strong> ideale Gelegenheit, damit sich die Kinder schnell kennenlernen.<br />

Nach einem köstlichen Abendessen fand der<br />

Tag mit lustigen Ballspielen am Strand seinen Ausklang.<br />

Von der Kutschenfahrt zum Wassersport<br />

Am Folgetag stand zuerst eine Kutschenrundfahrt durch<br />

das UNESCO Weltkulturerbe Naturschutzgebiet „Neusiedlersee<br />

– Seewinkel“ auf dem Programm, inklusive<br />

Picknick im Schilfgürtel. Am Nachmittag ging es dann<br />

richtig zur Sache: <strong>Die</strong> Jugendlichen zwängten sich in<br />

Neopren-Anzüge und ab ging es zum Windsurfen, Kanufahren<br />

und Stand Up Paddeln, was bei dem starken Wind<br />

gar nicht so einfach war. Letztendlich bewiesen aber alle<br />

Standfestigkeit und es ging ein toller, prachtvoller Tag zu<br />

Ende.<br />

Unser erstes Ziel am Sonntag war der Besuch der Hl.<br />

Messe in der modernen, lichtdurchfluteten Podersdorfer<br />

Pfarrkirche. Pater Maurus begrüßte uns freudigst<br />

und wir durften seine geistreiche Predigt genießen. Nach<br />

vergnüglichen Spielen am Nachmittag und Spielen im<br />

See endete ein herrliches und lustiges Sommerlager. Alle<br />

Teilnehmer freuen sich schon auf das nächste <strong>Malteser</strong><br />

Wochenende in Podersdorf.<br />

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an den Verein<br />

„Licht ins Dunkel“, der unser <strong>Malteser</strong>-Projekt auch heuer<br />

wieder finanziell unterstützte.<br />

Das MALTESER Jugend-Sommerlager wird vom Bereich<br />

Burgenland des MHDA organisiert. Es dient im<br />

Wesentlichen der Integration von Kindern, die aus<br />

verschiedensten Gründen aus der Gemeinschaft ausgeschlossen<br />

sind.<br />

32<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

MALTESER BETREUUNGSDIENST<br />

PERSÖNLICHE ZUWENDUNG<br />

UND HILFE IM ALLTAG<br />

Angela Thierry leitet die Geschicke des MBD seit 1998. Ihr 20-jähriges<br />

Leitungsjubiläum feierte der MBD am 21. September <strong>2018</strong><br />

mit einem gemeinsamen Ausflug nach Mailberg.<br />

Von Georg Male<br />

Helfen kann so einfach sein. Nicht immer braucht es eine<br />

Einsatzzentrale, Krankenwagen, Uniformen, Spezialausbildungen.<br />

Oft genügen ein Telefon und ein gutes Netzwerk.<br />

Und eine gute Idee, gepaart mit Einsatzwillen und<br />

Durchsetzungsvermögen. Nach diesem Motto hatte<br />

Gabrielle Thun-Hohenstein schon im Jahr 1964 den<br />

<strong>Malteser</strong> Betreuungsdienst (MBD) gegründet, eine zunächst<br />

lose Gruppe von Damen aus dem Umfeld des<br />

SMRO, die sich, meist selbst schon in der zweiten Lebenshälfte<br />

stehend, regelmäßige Hausbesuche bei alten bzw.<br />

kranken Menschen zur Aufgabe machten. Jedes Mitglied<br />

übernahm Verantwortung für zumindest eine bzw. einen<br />

zu Betreuenden und verpflichtete sich zu einem wöchentlichen<br />

Besuch. <strong>Die</strong>ser diente in erster Linie dem persönlichen<br />

Gespräch, bei Bedarf konnten aber auch kleine Einkäufe<br />

oder sonstige Wege erledigt werden.<br />

Und das Konzept bewährte sich: Aus kleinen Anfängen<br />

im eher privaten Kreis ist der MBD heute auf rund 35 Damen<br />

und mittlerweile auch vier Herren angewachsen. Sie<br />

leisten pro Jahr mehr als 1.500 Besuche und damit an die<br />

5.000 Stunden im ehrenamtlichen <strong>Die</strong>nst am Nächsten.<br />

Als – oft einzige – verlässliche Bezugsperson geben sie<br />

damit mehr als 40 betagten bzw. kranken Menschen im<br />

Wiener Raum die Sicherheit, auf regelmäßige persönliche<br />

Betreuung und Unterstützung bauen zu können.<br />

Wesentlichen Anteil am Gedeihen und stetigen Anwachsen<br />

des Werks hatten seine Leiterinnen: Auf die Gründerin<br />

war im Jahr 1978 deren Schwiegertochter Marilda<br />

Thun-Hohenstein gefolgt, unter deren Ägide der MBD sich<br />

bereits deutlich vergrößerte. 1998, vor 20 Jahren also,<br />

übernahm Angela Thierry die Geschicke des Werks und leitet<br />

es auch heute noch – neuerdings tatkräftig unterstützt<br />

von ihrer designierten Nachfolgerin Tita Andras.<br />

Das Anliegen ist aktueller denn je<br />

Natürlich hat das 21. Jahrhundert Einzug in das Geschehen<br />

gehalten: Längst spielen Laptop, E-Mail, SMS<br />

und WhatsApp eine wichtigere Rolle bei der Organisation<br />

der <strong>Die</strong>nste als das Telefon oder gar Briefe. Doch die Aufgaben<br />

des MBD sind dieselben geblieben: dauerhafte,<br />

verlässliche, persönliche Zuwendung und Unterstützung<br />

im Alltag. Ein Anliegen, das angesichts von Überalterung<br />

und Vereinsamung in unserer Bevölkerung heute brisanter<br />

ist denn je. Angela Thierry: „Wir gehören 54 Jahre<br />

nach unserer Gründung nicht zum alten Eisen, sondern<br />

werden heute leider noch wesentlich mehr gebraucht als<br />

damals.“ Grund genug, um den Mitgliedern des MBD<br />

und seiner Leiterin eine erfolgreiche Zukunft und Gottes<br />

Segen zu wünschen!<br />

Ein ausführliches Portrait von Angela Thierry findet sich in<br />

Ausgabe 1/2014 unserer <strong>Zeitung</strong> unter www.malteser.at/<br />

presse/die-malteser-zeitungsarchiv/<br />

MITHELFER GESUCHT!<br />

Wir suchen laufend neue Mitarbeiter und<br />

Mitarbeiterinnen jeder Altersstufe. Bei Interesse<br />

melden Sie sich bitte bei Angela Thierry unter<br />

angela.thierry@malteser.at<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 33


MALTESERÖSTERREICH<br />

LAUFEN FÜR DAS<br />

HILDE-UMDASCH-HAUS<br />

Am 30. September ging der zweite Kinderhilfelauf in Amstetten über die Bühne. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen<br />

– in mehrfacher Hinsicht. Von Katharina Stögner<br />

Nachdem der erste Kinderhilfelauf im vergangenen Jahr<br />

zugunsten der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe bereits ein großer<br />

Erfolg war, konnten die Veranstalter mit dem diesjährigen<br />

Event noch eins draufsetzen: Insgesamt waren<br />

rund 2000 Läufer am Start, die in zehn Bewerben in<br />

verschiedenen Altersklassen für die gute Sache liefen.<br />

Der Kinderhilfelauf fand bei strahlendem Wetter und<br />

großartiger Stimmung unter dem Ehrenschutz von Bürgermeisterin<br />

Ursula Puchebner und KR Hilde Umdasch<br />

statt. Ebenso war Prominenz aus Politik und Wirtschaft<br />

vertreten. So nahm etwa Landtagsabgeordnete Michaela<br />

Hinterholzer persönlich am Fünf-Kilomenter-Nordic-Walking-Bewerb<br />

teil.<br />

Ein Teil der Einnahmen aus den Nenngeldern kommt<br />

der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe zu Gute. Sie ermöglicht Kindern<br />

und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Erkrankungen<br />

im Hilde-Umdasch-Haus ein ihren Bedürfnissen<br />

entsprechendes Zuhause, Pflege, Liebe und einen „normalen“<br />

Alltag. Mit den Spendengeldern werden spezielle<br />

Heilbehelfe und Förderspielzeuge angeschafft und individuelle<br />

Therapien ermöglicht.<br />

Tatkräftige Unterstützung durch die MALTESER<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> waren mit Olivier Loudon, dem Geschäftsführer<br />

der <strong>Malteser</strong> Kinderhilfe, sowie rund 100 ehrenamtlichen<br />

Helfern vor Ort. Sie unterstützten bei der<br />

Startnummernausgabe und waren beim 5-Kilometer-<br />

Bewerb mit einem eigenen Team am Start. Neu waren<br />

diesmal eine „Amstetten-Wertung“ beim 5- und 10-Kilometer-Lauf<br />

sowie eine eigene Wertungen für Firmen-<br />

Teams. <strong>Die</strong> Bewohner des Hilde-Umdasch-Hauses zeigten<br />

ebenfalls Flagge: Sie nahmen an der 400 Meter langen<br />

Charity-Runde teil und hatten sichtlich viel Spaß dabei.<br />

Wir danken Frau KR Umdasch für ihr unermüdliches<br />

Engagement sowie allen Teilnehmern des diesjährigen<br />

Bewerbs und freuen uns schon auf den Kinderhilfelauf<br />

2019!<br />

www.malteser-kinderhilfe.at<br />

34<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

VÉZELAY III ODER DIE REISE INS<br />

ROMAN(T)ISCHE BURGUND<br />

Eine alte Kulturlandschaft, viele Kirchen, französische Küche, traumhaftes Wetter und das heiß ersehnte Dessert – auch<br />

die nunmehr dritte Reise nach Vézelay war eine ganz besondere.<br />

Von Melanie und Moritz Röttinger<br />

Nach wiederholten Anfragen gab es im Juli <strong>2018</strong> die dritte<br />

Auflage der beliebten Vézelay-Reise. Insgesamt waren<br />

wir 35 Teilnehmer im Alter zwischen zwei und 85 Jahren<br />

– <strong>Malteser</strong>, Betreute in Rollstühlen und Pilger, davon sieben<br />

Kinder und Jugendliche. Das spirituelle Motto dieser<br />

Reise war dem Psalm 150 entnommen: „Alles, was atmet,<br />

lobe den Herrn!“ In diesem Sinne feierten wir die Heiligen<br />

Messen an ganz verschiedenen Orten: u. a. in der<br />

Basilika von Vézelay, im Garten unserer Unterkunft, in<br />

der romanischen Kirche von Pontaubert. Auch die Laudes<br />

und die Vesper waren ebenso Fixpunkte wie die nächtliche<br />

Anbetung im ehemaligen Kapitelsaal von Vézelay.<br />

Treffen mit Freunden<br />

Natürlich durfte ein Besuch im wohl berühmtesten<br />

ehemaligen Krankenhaus Frankreichs, dem Hôtel-<strong>Die</strong>u<br />

in Beaune, nicht fehlen. Zwei Nachmittage und Abende<br />

verbrachten wir bei unseren <strong>Malteser</strong>freunden und<br />

Ordensmitgliedern Etienne und Marie-France de Certaines<br />

im Château de Villemolin, das seit 500 Jahren in<br />

deren Familienbesitz ist. Zu den Abendessen wurden<br />

wir fürstlich bewirtet. Und zur großen Freude der maltesischen<br />

„Wiederholungstäter“ gab es zum Dessert wieder<br />

die von der Gastgeberin selbst gemachte legendäre<br />

Eistorte!<br />

Berührende Premiere<br />

Zwei Höhepunkte sind es wert, besonders erwähnt zu<br />

werden: Erstmals konnten wir eine offizielle Ordensmesse<br />

gemeinsam mit unseren französischen Ordensfreunden<br />

feiern, wofür die nur wenige Kilometer von Vézelay<br />

entfernte romanische Kirche von Pontaubert geradezu<br />

prädestiniert ist: Sie gehörte einst zu einer <strong>Malteser</strong>kommende!<br />

Spiritueller Höhepunkt war ein abendlicher<br />

Besuch in der Basilika von Vézelay. Der dortige Prior<br />

vertraute uns den großen Kirchenschlüssel an, sodass<br />

wir ganz allein in der Abenddämmerung und bei immer<br />

schwächer werdendem Licht mit Kerzen in der Hand vom<br />

Narthex durch die ganze Basilika wanderten. Ein unvergessliches,<br />

berührendes Erlebnis!<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 35


FAMILIENWALLFAHRT <strong>2018</strong><br />

„WAS ER EUCH SAGT, DAS TUT”<br />

Unter dem Leitspruch „Was Er euch sagt, das tut“ (Johannes 2,5) fanden sich vom 14. bis 16. September rund<br />

60 MALTESER mit ihren Familien und Betreuten in Admont zur alljährlichen Familienwallfahrt ein.<br />

Von Naomi Kienreich, P. Clemens Grill OSB und Ares Vafiadis<br />

Nach der Begrüßung versammelte sich die Pilgergruppe<br />

bei leicht verregnetem Wetter zum geistlichen Impuls und<br />

Eröffnungsgebet mit Anbetung und Beichtgelegenheit in<br />

der Stiftskirche. Am nächsten Morgen brach man, gestärkt<br />

von einem köstlichen Frühstück, zum Frauenberg auf. Am<br />

Gipfel wurden wir von Prior P. Maximilian Schiefermüller<br />

empfangen und mit Glockengeläut begrüßt. Nach einer feierlichen<br />

Messe, einem kräftigenden Mittagessen und einer<br />

Nachmittagsruhe stand eine Führung durch die einzigartige<br />

Bibliothek von Stift Admont auf dem Programm. Nach<br />

dem Abendessen spazierte man in einer Lichterprozession<br />

erneut zur Stiftskirche. <strong>Die</strong> anschließende Krankensalbung<br />

sollte uns zur Ruhe kommen lassen. Am Sonntag<br />

fand schließlich ein geistig und körperlich entspannendes<br />

Wochenende nach der Heiligen Messe und einem gemeinsamen<br />

Mittagstisch ihr Ende.<br />

NEUE UNIFORMEN –<br />

GUT GESCHÜTZT IM<br />

EINSATZ<br />

Von Bela Garzuly<br />

Gerade bei Verkehrsunfällen kann es für Retter und Sanitäter<br />

zu gefährlichen Situationen kommen. Um sie<br />

bestmöglich zu schützen und sie für alle Beteiligten gut<br />

erkennbar zu machen, sind die Rettungsdienste der <strong>Malteser</strong><br />

ab sofort bundesweit in neuer Einsatzkleidung unterwegs.<br />

In besonderen Gefahrenbereichen tragen die<br />

Sanitäter der Hilfsorganisation künftig Einsatzjacken und<br />

-hosen in hochsichtbarem Tagesleuchtrot. Für Ambulanzeinsätze<br />

bei Großevents und bei Erste-Hilfe-Kursen wer-<br />

36<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

HAUS MALTA<br />

WERTSCHÄTZENDES<br />

MITEINANDER<br />

Neue Aktivitäten und ein verändertes Betreuungskonzept im Haus Malta sorgen seit September für eine noch bessere soziale<br />

Begleitung im Alltag.<br />

Von Andrea Venus<br />

Für die Bewohner mit besonderen Bedürfnissen im Haus<br />

Malta gibt es gute Neuigkeiten: Seit September ist Andrea<br />

Venus für deren individuelle Betreuung verantwortlich. Gemeinsam<br />

mit Sonja Katzberger hat sie ein neues Konzept<br />

für eine interaktive Zusammenarbeit der Pflege-, Animations-<br />

und Demenzbetreuung zusammengestellt. Damit<br />

soll eine engere und aufeinander abgestimmte Kooperation<br />

zwischen den Mitarbeitern mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten<br />

im Tagesrhythmus erreicht werden.<br />

Umgekehrt profitieren die Bewohner von einer noch besser<br />

ihren Bedürfnissen entsprechenden Betreuung.<br />

Zusätzlich wurde das Freizeitangebot um die hilfreiche<br />

Biografiearbeit erweitert. Dabei geht es nicht um das<br />

Aufarbeiten oder das bloße Rekonstruieren der Vergangenheit,<br />

sondern um eine Verbindung zwischen der Vergangenheit<br />

und der Gegenwart. Biografieorientiertes<br />

Arbeiten zielt darauf ab, das Identitätsgefühl von Menschen<br />

möglichst lange zu erhalten.<br />

Vertrauensvoll kommunizieren<br />

Ein wichtiger Bestandteil der Einzelbetreuung ist außerdem<br />

die Validation. Darunter versteht man eine wertschätzende<br />

Methode, betagte und verwirrte Menschen in<br />

der täglichen Kommunikation in ihrer Welt zu belassen,<br />

ihre Gefühle und Gedanken zu beachten, darauf einzugehen<br />

und sie nicht mit unserer Realität zu konfrontieren.<br />

Das dadurch hergestellte Vertrauen erleichtert die Kommunikation<br />

erheblich.<br />

den die <strong>Malteser</strong> weiterhin ihre bisherige, malteserrote<br />

Uniform tragen. „<strong>Die</strong> vorhandene Einsatzkleidung wird<br />

nicht aussortiert, sondern entsprechend ihrem Zustand<br />

und ganz im Sinne von nachhaltiger Nutzung bis zu Ende<br />

getragen“, sagt Philipp Aretin, bei den <strong>Malteser</strong>n für den<br />

Bereich Beschaffung zuständig.<br />

Darüber hinaus gibt es ab sofort viermal im Monat Gruppenausgänge<br />

– zum Beispiel Parkbesuche und abwechslungsreiche<br />

Ausflüge in die nähere Umgebung. Dadurch<br />

soll die Sinneswahrnehmung gefördert werden. Ein weiteres<br />

neues Angebot wird künftig ein bunter Nachmittag<br />

mit Musik und anderen Schwerpunkten bei Kaffee und<br />

Kuchen an einem Samstag im Monat im Gartensalon von<br />

Haus Malta sein.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 37


MALTESERÖSTERREICH<br />

WENN DER MALTESER ALTEN- UND KRANKEN-<br />

DIENST (MAKD) UNTERWEGS IST, REGNET ES NICHT!<br />

Wäre ja noch schöner: Wochenlang blauer Himmel und<br />

Wärme und dann am Sonntag, wenn der MAKD mit seinen<br />

Schützlingen loszieht ...<br />

Von Wolfgang Weigel<br />

Nein, es hat auch da nicht geregnet, wir konnten sogar<br />

im Freien sitzend einkehren. Aber alles der Reihe nach:<br />

Am ersten Sonntag im Oktober, sehr zeitig in der Früh<br />

trafen sich 20 Betreute und die Mannschaft des MAKD.<br />

Ein Spezialbus stand bereit und schon bald ging die Fahrt<br />

Richtung Stift Altenburg im Waldviertel los, um pünktlich<br />

zur Hl. Messe einzutreffen.<br />

Im Zuge der Messfeier wurde auch das Erntedankfest begangen:<br />

Mit Symbolen der Musikgruppe und der Volksschulkinder,<br />

welche die Messfeier unterstützten. Anschließend<br />

gab es eine Führung durch Teile des Stifts und<br />

ein Mittagessen in der Gaststube. Auch das Gruppenfoto<br />

danach durfte nicht fehlen! Durch das Kamptal an der<br />

Rosenburg und Gars vorbei ging die Fahrt nach Langenlois.<br />

Das war schon ein stimmungsvolles Beisammensein<br />

– und kein Regen, trotz der Wolkenbänke.<br />

Auch die Heimfahrt verlief Dank unseres souveränen<br />

Chauffeurs glatt, und pünktlich um sieben Uhr abends<br />

ging dieser Ausflug glücklich zu Ende.<br />

MALTESER BETREUUNGSDIENST<br />

BENEFIZLESUNG<br />

Heiteres gelesen von Prof. Dr. Georg Markus: Benefizveranstaltung<br />

<strong>Die</strong> „<strong>Malteser</strong> Betreuungsdienste“ unter der bewährten<br />

Leitung von Angela Thierry luden am 6. Oktober <strong>2018</strong><br />

zum alljährlichen Benefiz ins Haus Hofmannsthal ein.<br />

<strong>Die</strong> Veranstaltung erfreut sich großer Beliebtheit und<br />

ist für das inzwischen beachtliche „Stammpublikum“ ein<br />

Fixpunkt geworden. Thierry: „Ohne die tatkräftige Unterstützung<br />

meiner designierten Nachfolgerin Tita Andras,<br />

aller Mitarbeiterinnen und die Hilfe der vielen großzügigen<br />

Sponsoren könnte ich dieses alljährliche Benefizevent<br />

nicht realisieren. Durch den Verkauf der Eintritts-<br />

38<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

ERSTER GEMEINSAMER ÜBUNGSTAG<br />

DER INNSBRUCKER RETTUNGSORGANISATIONEN<br />

Von Armin Krösbacher<br />

Gelungene Premiere für die Innsbrucker Rettungsorganisationen:<br />

Zum ersten Mal fand eine gemeinsame Übung des Arbeiter-Samariter-Bundes<br />

Innsbruck, der <strong>Malteser</strong>, der Bergrettung<br />

Innsbruck, der Freiwilligen Feuerwehr Amras und<br />

Mühlau, der Johanniter-Unfall-Hilfe Tirol (Innsbruck),<br />

des Roten Kreuzes Innsbruck und der Wasserrettung<br />

Innsbruck statt. An den verschiedenen Übungsszenarien<br />

im Osten von Innsbruck stellten insgesamt 100 Einsatzkräfte<br />

der beteiligten Rettungsorganisationen ihre<br />

Fachkenntnisse und ihren Teamgeist unter Beweis.<br />

des <strong>Malteser</strong> Betreuungsdienstes.<br />

karten und die großzügigen Spenden sind wir in der Lage,<br />

dringende Notfälle zu lindern und auch heuer wieder für<br />

sozial sehr schwache Menschen kleine Weihnachtsgeschenke<br />

zu finanzieren.<br />

Dank der Vermittlung von Barbara Bernegger konnte<br />

heuer der bekannte Publizist Professor Georg Markus für<br />

einen äußerst vergnüglichen Vortrag gewonnen werden.<br />

Anekdoten aus der Welt des Theaters sowie viel Vergnügliches<br />

aus dem Leben bekannter Künstler und Sänger<br />

hielten einen Abend lang das Publikum bei bester Laune!<br />

Breites Einsatzspektrum<br />

Dabei umfasste das Einsatzspektrum einen Großbrand<br />

in einer Werkstatt, einen Paragleiter-Absturz, einen Verkehrsunfall,<br />

einen Motorradabsturz sowie einen Kohlenstoffmonoxid-Alarm.<br />

Außerdem mussten ein eingeklemmter<br />

Waldarbeiter sowie eine Person aus dem Inn<br />

von den Einsatzkräften geborgen und versorgt werden.<br />

Auch die Auswahl an Übungsorten war vielfältig: So fanden<br />

die Übungseinheiten in Tiefgaragen, Kellerräumen,<br />

am und im Inn sowie auf Waldwegen der Nordkette<br />

statt. 20 Figuranten sorgten für möglichst realitätsnahe<br />

und authentisch wirkende Einsatzszenarien.<br />

Für den Ernstfall gut gerüstet<br />

„<strong>Die</strong>se dezentralen und unterschiedlichen Einsatzmeldungen<br />

spiegeln den Alltag unserer Innsbrucker Rettungsorganisationen<br />

wieder und zeigen, wie breit das<br />

Leistungsspektrum der beteiligten Organisationen ist“,<br />

erklären die Einsatzleiter Dr. Armin Krösbacher und Dr.<br />

Volker Schäfer unisono. Unglaublich viele Mitarbeiter<br />

der Einsatzorganisationen sind ehrenamtlich für die<br />

Innsbrucker Bevölkerung im Einsatz. Nicht nur am heutigen<br />

Übungstag, sondern an 365 Tagen im Jahr.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 39


MALTESERÖSTERREICH<br />

DAS HIGHLIGHT DES SOMMERS <strong>2018</strong>:<br />

20. WILDWASSERCAMP MIT SONG-CONTEST-<br />

FINALIST CESAR SAMPSON<br />

Anfang August fand in der steirischen Gemeinde Wildalpen bereits zum 20. Mal das alljährliche MALTESER-Wildwassercamp<br />

(WWC) statt. Als besonderer Gast war diesmal Cesar Sampson musikalisch und sportlich mit von der Partie.<br />

Von Katharina Stögner<br />

„Das Glück, die Freude und das neu gewonnene Selbstbewusstsein,<br />

das die jungen Menschen durch dieses besondere<br />

Erlebnis in der Natur und durch die kompetente<br />

und einfühlsame Betreuung der <strong>Malteser</strong> erfahren, ist<br />

einzigartig“, so Kommerzialrätin Hilde Umdasch, die es<br />

sich nicht nehmen ließ, auch heuer wieder bei der Abschlussveranstaltung<br />

des WWC anwesend zu sein. <strong>Die</strong><br />

sozial engagierte Unternehmerin unterstützt das <strong>Malteser</strong>-Wildwassercamp<br />

bereits seit vielen Jahren. „Ohne die<br />

Hilfe von Frau Kommerzialrätin Umdasch wäre es für die<br />

<strong>Malteser</strong> nicht möglich, das Sportcamp regelmäßig und<br />

in dieser Qualität zu veranstalten. Es ist bereits zu einer<br />

fixen Institution geworden, auf die sich unsere Schützlinge<br />

und freiwilligen Betreuer jedes Jahr freuen“, so die beiden<br />

Einsatzleiterinnen, Marie Sophie Stättermayer und<br />

Alexandra-Maria Warenits.<br />

„Nobody but You“<br />

Besonderer Dank gilt weiters der Rafting-Schule Liquid-<br />

Lifestyle (Wolfgang Winkler), dem Hotel Bergkristall und<br />

der Firma PrintShirt, die das Wildwassercamp durch ihr<br />

Engagement und ihren großen persönlichen Einsatz Jahr<br />

für Jahr unterstützen. Auch heuer trugen sie maßgeblich<br />

dazu bei, dass insgesamt zehn Betreute ihr sportliches<br />

Können in der Salza unter Beweis stellen konnten. Mit<br />

insgesamt zwölf Booten ging es zu Wasser. Mit an Bord<br />

war Song-Contest-Finalist Cesar Sampson.<br />

Der Sänger war viele Jahre in einer Wohngemeinschaft<br />

für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung tätig.<br />

Mit viel Spaß und Professionalität begleitete er die <strong>Malteser</strong><br />

und die jungen Wildwasserfahrer. Den absoluten<br />

Höhepunkt des Camps bildete Cesar Sampsons Auftritt<br />

des Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens zugunsten von Menschen mit Beeinträchtigungen<br />

3. AUGUST <strong>2018</strong>, ALTE RESIDENZ ZU SALZBURG<br />

40<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong><br />

mit Dinner, Künstlerauftritten, Tanz, Roulette, ...<br />

benefizball@salzburg.malteser.at


MALTESERÖSTERREICH<br />

beim Musikfest Wildalpen mit dem Songcontest-Beitrag<br />

„Nobody but You“. Danach erfolgte noch eine Ausfahrt<br />

im Oldtimer, der von WWC-Gründer Gabriel Hofstätter<br />

zur Verfügung gestellt wurde. Fast eineinhalb Stunden<br />

lang chauffierte der stolze Besitzer eines seltenen British<br />

Roadster Austin Healey 3000 BJ 1960 persönlich rund 20<br />

<strong>Malteser</strong>, Betreute und Kinder aus Wildalpen durch das<br />

Salzatal.<br />

Vorfreude auf das nächste WWC<br />

Am letzten Tag des WWC wurde eine stimmungsvolle gemeinsame<br />

Hl. Messe gefeiert, mit anschließendem Festakt<br />

für Pater Bernhard Menzel, O.S.B, dem Bürgermeisterin<br />

Karin Gulas im Namen der Gemeinde Wildalpen<br />

zu seinem 50-jährigen Amtsantrittsjubiläum gratulierte<br />

und für sein unermüdliches Engagement in der Pfarre<br />

dankte. <strong>Die</strong> abschließende Fahrt auf der Salza fand bei<br />

herrlichstem Postkartenwetter statt und gab den Teilnehmern<br />

die Möglichkeit, sich bei einem Mittagsstopp<br />

in der „Märchenbucht“ bereits auf das nächste WWC, das<br />

von 1.8. bis 4.8.2019 stattfindet, zu freuen.<br />

<strong>Die</strong> Geschichte des WWC<br />

„Inspiriert vom ‚Camp Help‘-Gedanken der <strong>Malteser</strong> in<br />

den späten 1980er Jahren, wollte ich schwer Körperbehinderten<br />

und sozial ausgegrenzten Menschen die Möglichkeit<br />

geben, Abenteuer und Spaß in der Natur zu erleben“,<br />

erinnert sich WWC-Gründer Gabriel Hofstätter.<br />

Begonnen hat der ambitionierte <strong>Malteser</strong> mit einem jungen<br />

Rollstuhlfahrer, dem Sohn des damaligen Kommandanten<br />

und <strong>Malteser</strong>-Botschafters Martin Bolldorf. Aus<br />

dem mutigen Testlauf wurde schließlich eine über Österreichs<br />

Grenzen hinaus bekannte und anerkannte Veranstaltung,<br />

die als Vorreiterin im Behindertensport gilt und<br />

bei den Teilnehmern Außergewöhnliches bewirkt. Hofstätter:<br />

„Vor allem Menschen, die sich selbst durch ihre<br />

Behinderung kaum noch etwas in ihrem Leben zutrauen,<br />

konnten wir wieder Freude, Motivation und Zuversicht<br />

geben.“ Mittlerweile haben an den Wildwassercamps<br />

mehr als 600 Menschen teilgenommen.<br />

SPENDE FÜR DAS<br />

HAUS MALTA<br />

Groß war die Freude, als uns folgende Nachricht erreichte:<br />

„Der Vorstand und Beirat der Collegialität Privatstiftung<br />

hat beschlossen, das Haus Malta mit einem Beitrag<br />

von 15.000 Euro zu unterstützen.“ Kurz danach erfolgte<br />

die Erhöhung um weitere 15.000 Euro.<br />

Von Bogdan Norbert Bercal<br />

Bei einem familiären Empfang im Haus Malta, dem Senioren-Sitz<br />

der <strong>Malteser</strong>, konnten wir den Mitgliedern<br />

des Stiftungsvorstandes der Collegialität Privatstiftung,<br />

Hofrat Dr. Ewald Wetscherek, Dr. Thomas Böck und Dr.<br />

Gerald Scheidl, persönlich danken. <strong>Die</strong> feierliche Scheckübergabe<br />

erfolgte im Beisein von Präsident Dr. Ulrich<br />

Glaunach und Vizepräsidentin Dr. Henriette Blanckenstein.<br />

Weiters wurde der Rahmen des Treffens genutzt,<br />

um das neue <strong>Malteser</strong> Ordenshaus vorzustellen, welches<br />

2021 eröffnet wird, und um eingehend über wichtige Bedürfnisse<br />

der Bewohner von Haus Malta zu sprechen.<br />

Unbeschreiblich war dann die Freude, als wir wenige Tage<br />

nach diesem Termin einen Anruf erhielten, wonach die<br />

Collegialität Privatstiftung eine Erhöhung der Spende auf<br />

nunmehr insgesamt 30.000 Euro für dringend benötigte<br />

Projekte gewährte.<br />

Wir sagen sehr, sehr herzlich DANKE und freuen<br />

uns auf die weitere gute Zusammenarbeit mit der<br />

Collegialität Privatstiftung!<br />

www.hausmalta.at<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 41


MALTESERÖSTERREICH<br />

STEIERMARK<br />

GEMEINSAM FÜR BESSERE CHANCEN<br />

Anfang Juli veranstalteten die <strong>Malteser</strong> Steiermark im Rahmen des mit der Caritas betriebenen Projekts ZORROM<br />

CHAVORE ein ganz besonderes Event für ganz besondere Gäste: Sie luden 13 Kinder und sechs Erwachsene aus<br />

Roma-Familien zu einem unvergesslichen Tagesausflug in den Motorikpark Gamlitz ein.<br />

Von Sabine Friesz<br />

Nach einer gemütlichen Busfahrt gab es zuerst eine Runde<br />

Fußball zum Munterwerden und Aufwärmen – wobei:<br />

An diesem sonnigen Tag war viel Aufwärmen gar nicht<br />

nötig. So folgte schon bald die Erkundung des weitläufigen<br />

Motorikparks. Da hieß es Klettern, Balancieren und<br />

Springen, was das Zeug hält!<br />

Zur Stärkung gab es anschließend ein Picknick mit feinen<br />

Brötchen, Käse- und Wurstsemmeln. Natürlich durfte<br />

auch frisches Obst nicht fehlen. Nach einer kleinen Verdauungspause<br />

sorgte der nahe Badeteich für angenehme<br />

Abkühlung. Den krönenden Abschluss des Tages bildete<br />

eine Eis- bzw. Kaffeejause. Finanziert wurde der Ausflug<br />

von Kommerzialrat Martin Auer, dem wir auf diesem<br />

Wege sehr herzlich danken!<br />

Fortsetzung folgt!<br />

Sowohl die Kinder des Projekts ZORROM CHAVORE<br />

als auch die <strong>Malteser</strong> freuen sich schon auf das nächste<br />

Schuljahr. Dank der Unterstützung durch die <strong>Malteser</strong><br />

kann nämlich die 2017 begonnene Nachmittags- und<br />

Lernbetreuung für die Romakinder fortgesetzt werden.<br />

Ab September <strong>2018</strong> werden vier Pädagoginnen des <strong>Malteser</strong><br />

Hospitaldienstes als Lernbegleiterinnen für zwölf<br />

Schulkinder und sechs Kindergartenkinder zur Verfügung<br />

stehen.<br />

ZORROM CHAVORE wurde von Dr. Franz Salm-Reifferscheidt<br />

und Kommerzialrat Martin Auer initiiert und hat<br />

seinen Ursprung im Projekt ZORROM der Caritas. Der<br />

Name setzt sich aus den Romanes-Wörtern „zor“ (Kraft,<br />

Energie) und „rom“ (Mensch) zusammen. Der Schwerpunkt<br />

dieses Projekts liegt auf der Entwicklung und Umsetzung<br />

von Maßnahmen zur Qualifizierung von Erwachsenen,<br />

zum Empowerment und zur Anti-Diskriminierung.<br />

ZORROM soll die Chancen der Roma signifikant erhöhen,<br />

sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren und ihre prekäre<br />

Lebenssituation zu verbessern.<br />

Kinder fördern, Integration stärken<br />

Um die Kinder der von ZORROM betreuten Erwachsenen<br />

kümmert sich ZORROM CHAVORE („chavore“ steht für<br />

„Kind“). <strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong> übernehmen etwa Kindergartenbeiträge,<br />

die Kosten für die Nachmittagsbetreuung und<br />

für Lernunterstützung. Ziel: Duch die Sicherstellung des<br />

Schul- und Kindergartenbesuchs für die Kinder soll die<br />

Integration der Eltern und damit der gesamten Familie<br />

erleichtert werden.<br />

<strong>Die</strong> Erfahrungen seit dem Projektstart 2017 zeigen: <strong>Die</strong><br />

Integration der Kinder wirkt sich spürbar positiv auf die<br />

Integrationsmotivation der Eltern aus, von denen die<br />

meisten mittlerweile Arbeit gefunden haben und Deutschkurse<br />

besuchen.<br />

42<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


Falls Sie, Ihre<br />

Freunde oder Ihre<br />

Familie über unsere Arbeit<br />

informiert werden wollen,<br />

senden wir Ihnen die <strong>Zeitung</strong><br />

gerne regelmäßig zu.<br />

Senden Sie einfach eine<br />

E-Mail an:<br />

zeitung@malteser.at<br />

SALZBURG<br />

BESUCH BEI FREUNDEN<br />

Mit ihrem Sanitätsdienst im bosnischen Wallfahrtsort Medjugorje<br />

helfen die <strong>Malteser</strong> zahlreichen Pilgern und Einheimischen gemäß<br />

dem Leitsatz des <strong>Malteser</strong>ordens: „Bezeugung des Glaubens und Hilfe<br />

den Bedürftigen“.<br />

Von David Jost<br />

<strong>Die</strong>sen Sommer hat das Großpriorat Österreich des Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens die Mitarbeit der österreichischen <strong>Malteser</strong><br />

in der Sanitätsstation ermöglicht. So verrichteten vier Salzburger<br />

<strong>Malteser</strong> von 25. August bis 1. September ihren <strong>Die</strong>nst in Medjugorje.<br />

Kurz darauf folgte für weitere vier Wochen ein Team aus Wien.<br />

Sie kümmerten sich um die Aufnahme der Patientendaten in der<br />

Ambulanz, um die Erstversorgung am Einsatzort bzw. den Patiententransport<br />

in die Sanitätsstation und boten ihre Hilfe und Mitarbeit<br />

am Erscheinungsberg und am Kreuzberg an.<br />

Wertvoller Erfahrungsaustausch<br />

„Ein in vieler Hinsicht sehr lehrreicher <strong>Die</strong>nst und eine wunderbare<br />

Erfahrung“, so das Resümee der Sanitäter. „Wir haben Medjugorje<br />

von einer ganz anderen Seite und sehr interessante Menschen kennengelernt“,<br />

sagt ein anderer <strong>Malteser</strong>. Kein Wunder – die Sanitätsstation<br />

ist nicht nur Anlaufstelle für Pilger aus den unterschiedlichsten<br />

Ländern. Auch viele der Menschen, die in Medjugorje arbeiten,<br />

kommen hierher und tauschen ihre Erfahrungen aus. Schließlich ist<br />

an einem so besonderen Ort schnell eine Gesprächsbasis geschaffen.<br />

Übrigens: Wer die <strong>Malteser</strong> Sanitätsstation einmal besuchen<br />

möchte, findet sie in der Pfarre St. Jakobus in unmittelbarer Nähe<br />

der Pfarrkirche. <strong>Die</strong> Sanitätsstation ist von Palmsonntag bis Ende<br />

Oktober, jeweils von 09:00 Uhr bis 14:30 Uhr und von 15:30 Uhr<br />

bis 21:00 Uhr, geöffnet. Dort trifft man auch auf die „Stammbesatzung“<br />

der Sanitätsstation. <strong>Die</strong>se besteht aus Ärzten und Krankenschwestern<br />

des Vereins Marisina Pomoc.<br />

Gratis,<br />

aber leider<br />

nicht kostenlos.<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

„<strong>Die</strong> MALTESER“ ist traditionell gratis<br />

und soll es auch bleiben. Denn es ist<br />

uns ein Anliegen, Sie über unsere Arbeit<br />

umfassend zu informieren. Doch die Produktion<br />

und der Versand sind leider nicht<br />

kostenlos. Bitte unterstützen Sie uns.<br />

<strong>Die</strong><br />

<strong>Die</strong><br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

<strong>Die</strong><br />

Ausgabe 1/<strong>2018</strong><br />

Down-Syndrom: Wunderbar anders<br />

Talentprogramm: „Sag nicht behindert zu mir“<br />

<strong>Malteser</strong>kirche: 900 Jahre alter Schatz<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-<strong>Zeitung</strong> 1_<strong>2018</strong>_end ok.indd 1 23.03.18 10:43<br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

MALTESER<br />

Der Souveräne <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich<br />

Ausgabe 3-4/2017<br />

Unvergessliche Momente – Sommercamp 2017<br />

Warnsignale einer Demenzerkrankung<br />

Erster Kinderhilfelauf: Laufend helfen<br />

Ausgabe 2/<strong>2018</strong><br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-<strong>Zeitung</strong> 3_2017_end o.indd 1 17.11.17 17:39<br />

80. Großmeister: Fra` Giacomo Dalla<br />

Torre del Tempio die Sanguinetto<br />

Libanon: Karawane der Nächstenliebe<br />

„Gaudete et exsultate“<br />

<strong>Die</strong> <strong>Malteser</strong>-<strong>Zeitung</strong> 2_<strong>2018</strong>_2806_ok.indd 1 29.06.18 07:45<br />

Konto lautend auf MALTESER<br />

Hospitaldienst Austria,<br />

Kennwort „<strong>Zeitung</strong>“<br />

AT65 2011 1800 8087 0800<br />

Spenden an den MALTESER Hospitaldienst<br />

sind von der Steuer absetzbar!<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 43


XXXXX<br />

IMS LONDON <strong>2018</strong>:<br />

REACH FOR THE STARS<br />

Drei Jahre Vorbereitungszeit der britischen Gastgeber spitzen sich auf eine Woche zu: das Internationale <strong>Malteser</strong><br />

Sommerlager <strong>2018</strong> – eine Woche voller Lebensfreude und Freundschaft, voller Spaß und Überraschungen.<br />

Von Anna Jakobljevich und Patrick Schleich<br />

<strong>Die</strong> meisten von uns sind wahrscheinlich schon einmal geflogen.<br />

Vermutlich haben aber nur wenige die Erfahrung<br />

gemacht, was es heißt, mit einer Gruppe von 21 Personen<br />

inkl. 6 Rollstühlen zu fliegen. Auch für die Fluggesellschaften<br />

ist das kein alltägliches Erlebnis. Deshalb schien die<br />

ein oder andere Schwierigkeit bereits vorprogrammiert.<br />

Umso größer die Erleichterung, als alle am Samstag, dem<br />

11. August, um die Mittagszeit sicher in London gelandet<br />

waren. Im Camp angekommen, wurden wir mit herzlichen<br />

Umarmungen und unserem Camp-Song „Reach for the<br />

stars“ begrüßt.<br />

Eine bessere Unterkunft als die Treloar School konnte<br />

man für diese Woche wohl kaum finden. <strong>Die</strong>ser pavillonartig<br />

angelegte Komplex in typischer Backsteinoptik<br />

ist eine Schule, die speziell auf Schüler mit körperlichen<br />

und geistigen Beeinträchtigungen ausgerichtet ist. Barrierefreiheit<br />

wird hier in allen Aspekten großgeschrieben.<br />

Unser persönliches Highlight war ein Hebelift, der<br />

unsere Gäste vom Rollstuhl in den Umkleidekabinen<br />

ohne Umstieg direkt in den Pool fahren konnte – besser<br />

geht es gar nicht.<br />

Schon der Anreisetag brachte zahlreiche fröhliche Gesichter<br />

hervor. Alte Freunde treffen sich wieder und neue Bekanntschaften<br />

werden im Nu geschlossen. Schon der erste<br />

Abend sollte mit einem Ausklang im liebevoll dekorierten<br />

Discozelt einen Vorgeschmack auf die nächsten stimmungsvollen<br />

Abende bieten.<br />

Der nächste Tag wurde mit der traditionellen Eröffnungszeremonie<br />

und anschließender Hl. Messe begonnen.<br />

Unsere Gäste durften nach der Ankündigung von Österreich<br />

als „The Home of Lederhosen and Sound of Music“,<br />

Fahnen schwingend, durch das Zelt paradieren. Es wurde<br />

der Tanz zu unserem Campsong einstudiert, Kekse und<br />

T-Shirts dekoriert, Alpakas, Küken und Beagles gestreichelt<br />

und man konnte sich sogar einmal von der Polizei<br />

festnehmen lassen oder aber selbst bei den Polizisten die<br />

Handschellen klicken lassen. Montags war Team Austria<br />

dazu eingeteilt, wieder auf dem Schulcampus zu verbringen.<br />

An Aktivitäten mangelte es dennoch nicht. Zu unserer<br />

Unterhaltung wurden erneut alle nur vorstellbaren<br />

Register gezogen. Von einer Porsche-Rundfahrt über gepolstertes<br />

Sumo-Ringen, Tanzen, einem Streichelzoo bis<br />

44<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERÖSTERREICH<br />

hin zu Laser-Quest spielen – alles war<br />

dabei. Sogar das hauseigene Schwimmbad<br />

durfte benutzt werden und war gut<br />

besucht. Langweilig wurde hier niemandem<br />

– wir alle hatten einen unglaublichen<br />

Spaß.<br />

Als wir an der Reihe waren, unser Land<br />

zu präsentieren, durften wir sogar unserem<br />

Großmeister, Fra‘ Giacomo Dalla<br />

Torre del Tempio di Sanguinetto, der<br />

dem Camp einen Besuch abstattete, eine<br />

Portion Kaiserschmarren servieren. Er<br />

war natürlich vollauf begeistert.<br />

Indoor-Skydiving, eine Fahrt mit dem<br />

Porsche zu einem James Bond Trainings-Tag,<br />

ein Ausflug mit dem Besen<br />

durch Harry Potter-World oder eine<br />

Fahrt mit dem Segelboot über englische<br />

Gewässer waren neben der alljährlichen<br />

Silent Night nur ein paar wenige<br />

der zahlreichen Aktivitäten, die für die<br />

Teilnehmer unglaubliche und unvergessliche<br />

Momente hervorbrachten. Es<br />

war eine Woche voller Spaß und neuen<br />

Freundschaften, die allen noch lange in<br />

Erinnerung bleiben wird.<br />

Unser Dank gilt allen, die diese Reise<br />

unterstützt haben! Vielen Dank der genialen<br />

Campleitung und ganz besonders<br />

unserem großartigen und aufopferungsvollen<br />

Team, das oft auch an die eigenen<br />

Belastungsgrenzen gegangen ist. Es war<br />

uns eine ganz besondere Freude, Eure<br />

Teamleitung sein zu dürfen – Ihr seid so<br />

eine tolle Truppe!<br />

REISE NACH<br />

SIEBENBÜRGEN<br />

Aus den eigenen vier Wänden herauskommen, neue Bekanntschaften<br />

schließen und besondere Momente erleben: Im August reiste eine Gruppe<br />

von MALTESERN aus Wien mit sechs Betreuten nach Siebenbürgen.<br />

Von Calin Piescu<br />

<strong>Die</strong> Reise führte über Baia Mare (Frauenbach), Cluj (Klausenburg),<br />

Sighişoara (Schäßburg) und Braşov (Kronstadt) in die Gegend um Prejmer<br />

(Tartlau) bzw. Micfalău, wo der <strong>Malteser</strong> Hilfsdienst in Rumänien<br />

(SAMR) ein Ferienlager betreibt. Danach ging es weiter zum Sankt-<br />

Ana-See und nach Sibiu (Hermannstadt). Timişoara (Temeswar) war<br />

die letzte Station auf der ausgedehnten Route. Von hier aus erfolgte die<br />

Rückfahrt nach Wien.<br />

<strong>Die</strong> Rundreise war so organisiert, dass auch die Anforderungen unserer<br />

Betreuten gut unterstützt wurden. An fast allen Orten haben wir uns<br />

mit lokalen <strong>Malteser</strong>n getroffen und uns ausgetauscht. Es ist wichtig,<br />

das Bewusstsein dafür zu fördern, dass sich Menschen im Rollstuhl, mit<br />

Down-Syndrom oder anderen Handicaps ebenso am Leben freuen können<br />

wie andere auch.“<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 45


XXXXX<br />

BURGENLAND<br />

QUARTALSMESSE IM SCHLOSS ROHRAU<br />

Unter freiem Himmel im schönen Schlosspark mit anschließender Führung durch die prächtige Harrach’sche Familiensammlung,<br />

die zu den bedeutendsten – über 450 Jahre gewachsenen – Privatsammlungen Österreichs gehört.<br />

STEIERMARK<br />

PÜRGG<br />

<strong>Die</strong> steirischen <strong>Malteser</strong> im Ennstal, in einem malerischen Bergdorf. In Pürgg gibt es eine Dorfkirche zu besichtigen, und<br />

ein besonderer kunsthistorischer Schatz ist die Johanneskapelle, die ursprünglich Teil einer Burg im 12. Jahrhundert war.<br />

STEIERMARK<br />

DAVIS CUP<br />

Von Elisabeth Eder<br />

Auf Einladung des Veranstalters durften wir das Tennis-Doppel im Rahmen des Davis Cups gegen Australien direkt am<br />

Center Court inmitten von Graz mitverfolgen – nach Besuchen am Fußballplatz, im Eishockeystadion und an der Skiflugschanze<br />

am Kulm war der Ausflug zum Tennismatch für die meisten von uns eine Premiere. Und auch wenn die Partie verloren<br />

ging, die Stimmung im Stadion, die vielen tausend Fans aus Österreich und Australien und die Nähe zu den Spielern<br />

waren für uns alle ein voller Gewinn – herzlichen Dank an das gesamte Organisationsteam!<br />

46<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


WIEN<br />

REISE NACH BUDAPEST<br />

Fröhlich fahren aus dem West‘,<br />

MALTESER Richtung Budapest.<br />

Doch nanu Wer fehlt denn da?<br />

<strong>Die</strong> Anna, die kocht Paprika!<br />

Sie wartet mit dem guten Schmaus,<br />

In Golgodyörk bei ihr zu Haus.<br />

Sehr herzlich wurden wir empfangen,<br />

So hat die Reise angefangen.<br />

Oh Schreck, oh nein was ist denn das?<br />

der Garten ist ja furchtbar nass!!<br />

Doch Regen trübt die Stimmung nicht,<br />

zu Mittag strahlen Sonn‘ und G‘sicht.<br />

Mathias Kirche, Parlament<br />

Schöne Aussicht ohne End‘<br />

Donau, Burg und Fisch‘bastei<br />

Zu sehen gibt‘s hier allerlei!<br />

Das Highlight war das Sissi Schloß,<br />

Besonders Petra es genoss‘.<br />

Singen, grillen, Bratenduft,<br />

Herrlich‘ Klänge in der Luft.<br />

Relaxen im schönen Garten<br />

Mit dabei die Uno Karten<br />

Der Sprung ins Schwimmbad war<br />

sehr krass,<br />

Huch, das Wasser ist ja nass<br />

Niemand hat dabei gezagt,<br />

Alle haben es gewagt<br />

Denn:<br />

Der Swimmingpool<br />

war ziemlich cool<br />

<strong>Die</strong>ses Wochenende wird allen<br />

lange in Erinnerung bleiben!<br />

Von Camilla Walderdorff<br />

SALZBURG<br />

THEATERBESUCH<br />

Zeit für ein bisschen Kultur! <strong>Die</strong> Komödie<br />

„Frau Müller muss weg“ wurde fantastisch<br />

rezensiert und so besorgten wir Karten<br />

für die Aufführung. Am Ende des Stücks<br />

schmerzten vielen Besuchern die Gesichtsmuskeln<br />

vom vielen Lachen. Ein gelungener<br />

Theaterbesuch!<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 47


XXXXX<br />

SALZBURG / OBERÖSTERREICH<br />

FAMILIENWALLFAHRT<br />

47. <strong>Malteser</strong> Familienwallfahrt Altötting. Mehr als 1000 Pilger aus Österreich, Bayern, der Schweiz und aus Liechtenstein<br />

nahmen daran teil.<br />

TIROL<br />

OSTERGRÄBER<br />

Da es sich bei diesen Gräbern einerseits um eine wunderbare Darstellung der biblischen Geschehnisse, andererseits um<br />

ein wertvolles Kulturgut handelt, gibt es die Tradition des „Ostergräber schaug’n“. Seit über zehn Jahren kommen die<br />

Tiroler <strong>Malteser</strong> dieser Tradition fast jährlich nach.<br />

TIROL<br />

VOLKSKUNSTMUSEUM<br />

Frage: „Kennst Du den Vogel ,Selbsterkenntnis‘?“ <strong>Die</strong>ser ist weitgehend unbekannt, wir haben ihn im Volkskunstmuseum<br />

besucht und die mahmende Inschrift gelesen: „Zieeh sich ein yeyts selbst bey der Nasn, waß dich nit Prendt, thue<br />

auch nit Plasn“: kümmere Dich nicht um Dinge, die dich nicht berühren.<br />

48<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


XXXX<br />

SALZBURG<br />

SOMMERFEST<br />

Sommerfest auf Schloss Arenberg – Gerhard Viehhauser zelebrierte, begleitet von Flöten-, Geigen- und Klaviermusik, die<br />

Heilige Messe. Passend zur Jahreszeit wurde der Griller „eingeheizt“ und bei kühlen Getränken und köstlichen Süßspeisen<br />

das vergangene <strong>Malteser</strong>jahr gebührend gefeiert.<br />

WIEN<br />

KULTURAUSFLUG<br />

SALZBURG<br />

DEUTSCHKURSE<br />

In Salzburg wurde den ganzen Sommer hindurch gelernt,<br />

die Deutschkurse fanden auch in den Ferienwochen<br />

durchgehend statt.<br />

Zunächst Besuch der Burg Clam, einer Festung aus dem<br />

12. Jahrhundert, und anschließende Besichtigung von<br />

Schloss Greinburg an der Donau.<br />

BURGENLAND<br />

KOBERSDORF<br />

Quartalsmesse in Kobersdorf gemeinsam mit dem <strong>Malteser</strong> Alten- und Krankendienst im mittelburgenländischen Renaissanceschloss<br />

Kobersdorf.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 49


XXXXX<br />

WIEN<br />

AUSFLUG NACH VODICE<br />

Das Städtchen Vodice hat alles zu bieten, was man sich für<br />

einen Sommerurlaub nur wünschen kann – saubere Strände,<br />

nette Lokale, herzliche Bewohner, schöne Promenaden.<br />

<strong>Die</strong> Aufnahme in der katholischen Pfarre, die von Don<br />

Franjo geleitet wird, war ebenfalls sehr herzlich und wir<br />

fühlten uns bei den kroatischen Pfingstgottesdiensten wieder<br />

einmal ein wenig mehr in der Weltkirche eingebettet.<br />

WIEN<br />

DAMPFLOKFAHREN<br />

WIEN<br />

BESUCH IM ZOO<br />

SCHÖNBRUNN<br />

Den Tiergarten Schönbrunn abends erleben. Eine Führung<br />

nach der Schließung des Zoos, in der Abenddämmerung.<br />

Unter wohlklingendem Paarungs-Gegrunze der Pinguine<br />

wurde uns ein am Grunde des Beckens schlafender Kommandante<br />

vorgeführt, welcher momentan für seine Weibchen<br />

fastet. Ein spannender und interessanter Ausflug der<br />

alle sehr fasziniert hat.<br />

Wunderbares Sommerwetter läutete unseren gemeinsamen<br />

Ausflug zur Steyrer „Schnackerlbahn“ ein. Mit der altmodischen<br />

Dampfpfeife und dem großen Schornstein, der Ruß<br />

und Dampf spuckt, welcher sich gerne an den Gesichtern<br />

und Kleidungsstücken der neugierigen Zuschauern festsetzt,<br />

ist die „Schnackerlbahn” ein echtes Erlebnis. Deshalb<br />

kommen wir auch im Advent gleich wieder.<br />

50<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


XXXX<br />

WIEN<br />

SEGELFLIEGEN AM CHIEMSEE<br />

Ein unbeschreibliches Abenteuer und Erlebnis für unsere Betreuten aber auch für alle nicht so flugerfahrenen <strong>Malteser</strong>.<br />

Aus ursprünglich 5 Flügen für unsere Betreuten wurden insgesamt 12 Flüge, denn wir alle durften den schönen Chiemsee<br />

und die Landschaft von oben betrachten. Was für ein Erlebnis!<br />

BURGENLAND<br />

AUSFLUG ZUM NEUSIEDLERSEE<br />

Ein Tag auf dem Lande – Ausflug der Gruppe 80 an den Neusiedlersee. Ein sommerlicher Maitag im Burgenland bei 28<br />

Grad im Schatten. Eine große Freude war es, neben den Betreuten auch Freunde aus der syrischen Gemeinschaft, welche<br />

regelmäßig den <strong>Malteser</strong> Deutschkurs besuchen, in der Runde zu begrüßen.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 51


TIROL<br />

SOMMERREISE <strong>2018</strong><br />

Sommerreise <strong>2018</strong> gemeinsam mit MALTESERN aus Salzburg ins kaiserliche Bad Ischl, mit einem Abstecher nach<br />

St. Wolfgang. Das Highlight unseres Aufenthaltes war eine Vorstellung des Lehár Festivals. Ein großer Dank an dieser Stelle<br />

an die Veranstalter. Wir wurden exzellent betreut und konnten so die Operette „Das Land des Lächelns“ sehr genießen.<br />

STEIERMARK<br />

AUSFLUG AN<br />

DEN ÖDENSEE<br />

Einmal um den See, war das Mittagessen eine großartige Stärkung – noch dazu mit einem herrlichen Seeblick. Abends<br />

gab es einen kulturellen Ausflug zu Paula Groggers „die Hochzeit“. Vor der Heimreise am nächsten Tag ging es noch zur<br />

Ausstellung „Gott und die Welt“ im Schloss Trautenfels.<br />

INNSBRUCK<br />

RAD-WM <strong>2018</strong><br />

Ob in der Standschützenkaserne Kranebitten oder im Rettungswagen im Innsbrucker Stadtgebiet – die UCI Road World<br />

Championships <strong>2018</strong> stellte auch für die <strong>Malteser</strong> eine Herausforderung dar. Mit Unterstützung aus Wien und Salzburg<br />

bestritten knapp 40 Sanitäter der <strong>Malteser</strong> mit Kollegen des Roten Kreuzes Tirol und der Johanniter-Unfall-Hilfe Tirol die<br />

Katastrophenvorsorge für größere Schadensfälle sowie die Zusatzschichten im Regelrettungsdienst.<br />

52<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


BURGENLAND<br />

THEATERBESUCH<br />

Besuch der Generalprobe von „Arsen und Spitzenhäubchen“, dem diesjährigen Stück der Schloss-Spiele Kobersdorf. <strong>Die</strong><br />

schwarze Komödie, in einer Inszenierung von Wolfgang Böck, begeisterte durch witzige Dialoge und einem großartigen<br />

Bühnenbild.<br />

STEIERMARK<br />

SCHINKENMANUFAKTUR<br />

Ausflug zur Vulcano Schinkenmanufaktur im steirischen Vulkanland. Besichtigung des Stalls, Führung durch<br />

den Betrieb und Verkostung des Schinkens und anderer steirischer Schmankerl, wie beispielsweise Gewürze oder<br />

Weine.<br />

OBERÖSTERREICH<br />

SOMMERLAGER<br />

Sommerlager bei perfektem Sommerwetter auf Schloss Rosenhof im wunderschönen Mühlviertel. Schwimmen, Lagerfeuer<br />

und 24-Stunden-Anbetung waren eine gute Erfrischung für Leib und Seele.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 53


MEDIZINAKTUELL<br />

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ FÜRS KNIE:<br />

WIRD SCHON BALD DER COMPUTER<br />

DIE DIAGNOSE STELLEN?<br />

<strong>Die</strong> Kniearthrose ist die am häufigsten auftretende degenerative Gelenkserkrankung weltweit. Für<br />

viele Erkrankte bedeutet sie Schmerzen bei jedem Schritt. Wird sie allerdings rechtzeitig und richtig<br />

– etwa mit Hilfe von künstlicher Intelligenz – diagnostiziert, könnte die Zahl der Betroffenen<br />

deutlich verringert werden.<br />

Von Richard Ljuhar<br />

Was ist bei der Diagnose von Arthrose so schwierig?,<br />

möchte man fragen. Der Patient hat Schmerzen, seine Bewegungsfreiheit<br />

ist eingeschränkt und das Röntgenbild ist<br />

eindeutig. Oder etwa doch nicht? Eine der grundlegenden<br />

Herausforderungen bei der Diagnose von Arthrose (med.<br />

„Gonarthrose“) ist tatsächlich das Problem, das Stadium<br />

der Krankheit bzw. deren Progression systematisch zu diagnostizieren.<br />

Derzeit sichern Ärzte ihre Diagnose bei Arthrose durch<br />

Röntgenbilder ab, die sie in der Regel manuell interpretieren.<br />

<strong>Die</strong>se Befundung ist besonders bei unklaren Progressionen<br />

bzw. Verlaufskontrollen zeitaufwendig. Oftmals<br />

wird eine zusätzliche Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie<br />

(MRT) angeordnet. <strong>Die</strong> Qualität der Befundung<br />

wird dabei von der anfallenden Quantität an Fallzahlen<br />

beeinflusst. Das heißt: Je mehr Bilder durch einen<br />

Radiologen befundet werden, desto eher steigt die Fehlerrate<br />

in der Klassifizierung der unterschiedlichen Stadien.<br />

Mit dem erstellten radiologischen Befund geht der Patient<br />

dann zum Orthopäden, der auf Basis dieses – möglicherweise<br />

nicht korrekten – Befundes einen entsprechenden<br />

Therapieplan erstellt.<br />

Ungenauigkeiten bei der Diagnose<br />

Zur Bewertung der Kniearthrose mittels bildgebender<br />

Verfahren gilt der standardisierte „Score nach Kellgren<br />

und Lawrence“. Dabei werden der Gelenkspalt, die Bildung<br />

von zusätzlichem Knochengewebe, die Ausbildung einer<br />

Sklerose, deren Deformation und Degeneration gemessen<br />

und die Ergebnisse anhand einer Skala beurteilt. <strong>Die</strong>ser<br />

Score ist beispielsweise Voraussetzung<br />

für die Operations-Freigabe<br />

zur Knieendoprothese – also zum<br />

Dr. Richard Ljuhar CEO,<br />

Co-Founder Image-<br />

Biopsy<br />

Ersatz durch ein künstliches Kniegelenk – in Deutschland<br />

und bei Arthrose-bedingten Operationen in den USA. Allerdings<br />

zeigten Studien, dass drei Ärzte nur in 13 bis 15<br />

Prozent der Fälle bei der Beurteilung der Parameter zu einem<br />

identischen Ergebnis gekommen sind.<br />

Neuronale Netzwerke zur Befundung<br />

<strong>Die</strong> Chance zur Lösung dieses Problems der Abweichung<br />

bzw. Ungenauigkeit liegt nach Meinung des Wiener Medizintechnik-Unternehmens<br />

ImageBiopsy Lab im Einsatz<br />

von Künstlicher Intelligenz (KI). Sie kann Mediziner in der<br />

Befundung sinnvoll unterstützen. Das Grundgerüst bietet<br />

eine spezielle KI-Software, welche anhand von Tausenden<br />

Befunden antrainiert wurde, Knieröntgen aller unterschiedlichen<br />

Stadien einer Gelenksarthrose standardisiert<br />

(vor-) zu befunden. Zu diesem Zweck werden sogenannte<br />

neuronale Netzwerke (Convolutional Neural Networks –<br />

CNNs) eingesetzt. <strong>Die</strong>se finden die entscheidenden Punkte<br />

für die Analyse der relevanten Bereiche auf dem Röntgenbild<br />

und können dadurch flexibel auf unterschiedliche<br />

anatomische Eigenschaften reagieren.<br />

Bessere Entscheidungsgrundlage<br />

ImageBiopsy Lab arbeitet mittlerweile mit medizinischen<br />

Anwendern im In- und Ausland zusammen. Ebenso wurden<br />

die ersten Schritte für eine US-Zulassung der vollautomatischen<br />

Befundungssoftware umgesetzt. <strong>Die</strong> Offenheit<br />

für eine KI-basierte unterstützende Software ist vor allem<br />

54<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MEDIZINAKTUELL<br />

IBLab Dr. Riedl<br />

in den USA groß, da dort Ärzte durch eine verbesserte Behandlungsqualität<br />

einen Wettbewerbsvorteil sehen und<br />

auch solche Technologien aktiv von Versicherungen unterstützt<br />

werden.<br />

In Österreich arbeitet das Start-up derzeit daran, die beim<br />

TÜV Süd zugelassene Software in die Arbeitsabläufe und<br />

Systeme der radiologischen Praxen zu integrieren. Zielsetzung<br />

ist es, einerseits manuelle Abläufe ohne zusätzliche<br />

Aufwände für den Radiologen zu automatisieren, andererseits<br />

dem Orthopäden eine Möglichkeit zu bieten, dem<br />

Patienten die Therapieentscheidung anhand eines nachvollziehbaren<br />

Reports verständlich zu machen.<br />

imagebiopsylab.com<br />

HOHE FALLZAHLEN<br />

Weltweit sind rund 1,3 Milliarden Menschen von Muskel-Skelett-Erkrankungen<br />

(MSK) betroffen. Unter den<br />

MSK-Erkrankungen betrifft die Gelenksarthrose weltweit<br />

237 Millionen Menschen. In den vergangenen zehn<br />

Jahren haben die Fallzahlen um 33 Prozent zugenommen.<br />

Allein in Europa und in den USA sind mehr als 70<br />

Millionen Menschen von unterschiedlichen Arten der<br />

Gelenksarthrose beeinträchtigt, 60 Prozent davon betreffen<br />

das Knie, bis 2040 sollen es mehr als 120 Millionen<br />

Menschen sein.<br />

Laut Österreichischem Gesundheitsbericht<br />

2016 leiden in Österreich rund 100.000<br />

Männer und 180.000 Frauen unter 60<br />

Jahren und 300.000 Männer und 420.000<br />

Frauen über 60 Jahren an Arthrose. In 30<br />

Prozent der Fälle sind die Knie, in 25 Prozent<br />

die Schultern, in 21 Prozent die Hände<br />

und Finger, in 19 Prozent die Hüften sowie<br />

in 9-15 Prozent der Fälle Fuß-, Sprunggelenke<br />

und Ellenbogen betroffen.<br />

Helfen konservative Behandlungsmethoden<br />

nicht, wird eine Operation erforderlich<br />

– bis hin zum Ersatz des Gelenks. Derartige<br />

Behandlungen und Eingriffe verursachen<br />

wachsende volkswirtschaftliche Kosten,<br />

auch weil Arbeitsunfähigkeit, Frühverrentung<br />

und Invalidität die Folge der Erkrankung<br />

sein können.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 55


MEDIZINAKTUELL<br />

GESUND ARBEITEN<br />

Auf Dauer arbeitsfähig zu bleiben oder nach längerer Krankheit wieder<br />

arbeitsfähig zu werden, ist keine Selbstverständlichkeit und manchmal eine<br />

echte Herausforderung. Qualifizierte Hilfe bietet die Initiative fit2work.<br />

Von Katharina Stögner<br />

Karin war eine lebenslustige, tatkräftige Frau – bis sie an<br />

Krebs erkrankte. <strong>Die</strong> Chemotherapie und die anschließende<br />

Operation überstand sie gut. Allerdings fiel ihr der<br />

Wiedereinstieg in die Arbeit nach ihrem langen Krankenstand<br />

sehr schwer. Sie war körperlich zwar wieder halbwegs<br />

fit, doch seelisch hatte die Krankheit Spuren hinterlassen.<br />

Es schien ihr einfach unmöglich, in ihren alten<br />

40-Stunden-Job zurückzukehren. Eine Freundin empfahl<br />

Karin, sich an fit2work zu wenden.<br />

Karin ist kein Einzelfall. Seit im Jahr 2013 fit2work, eine<br />

Initiative der österreichischen Bundesregierung und<br />

rechtlich im Arbeit-und-Gesundheit-Gesetz (AGG) verankert,<br />

gegründet wurde, haben bereits mehr als 95.000<br />

Arbeitnehmer und rund 1.600 Betriebe deren Services in<br />

Anspruch genommen. fit2work bietet Erwerbstätigen,<br />

Arbeitssuchenden, Arbeitslosen, insbesondere Personen<br />

mit häufigem Krankenstand oder Wiedereinsteigern<br />

nach längeren Krankenstandstagen, sowie Betrieben Information,<br />

Beratung und Unterstützung bei Fragen zur<br />

seelischen und körperlichen Gesundheit am Arbeitsplatz.<br />

Kostenlos, freiwillig, vertraulich<br />

Durch ein niederschwelliges Informations- und Beratungsangebot<br />

soll ein frühzeitiges krankheitsbedingtes<br />

Ausscheiden von Menschen aus dem Erwerbsleben vermieden<br />

bzw. nach langen Krankenständen rechtzeitig für<br />

geeignete Wiedereingliederungsmöglichkeiten gesorgt<br />

werden. Dabei nutzt fit2work als Anlaufstelle die bestehenden<br />

Angebote verschiedener Einrichtungen und bietet<br />

Orientierung, Beratung und Unterstützung aus einer<br />

Hand. Menschen und Betriebe profitieren von der verbesserten<br />

Vernetzung der Angebote und einem einfachen<br />

Zugang dazu. Das Angebot von fit2work ist kostenlos,<br />

freiwillig und vertraulich. Nähere Infos und Kontakt zu<br />

den regionalen Beratungsstellen: www.fit2work.at<br />

Das Angebot von fit2work im Überblick<br />

fit2work betreut sowohl Arbeitnehmer als auch Betriebe:<br />

Beim Case Management für Arbeitnehmer bietet<br />

fit2work freiwillige, kostenfreie und vertrauliche Beratungen<br />

für Personen an, auf die folgendes zutrifft:<br />

• Sie haben Probleme im Job aufgrund eines längeren<br />

Krankenstandes?<br />

• Sie leben mit einer körperlichen oder psychischen<br />

Beeinträchtigung?<br />

• Sie befürchten, aus gesundheitlichen Gründen Ihren<br />

Arbeitsplatz zu verlieren?<br />

• Sie sind seit kurzem aus gesundheitlichen Gründen<br />

arbeitslos?<br />

Mit seinem Service für Betriebe steht fit2work in<br />

folgenden Fällen zur Verfügung:<br />

• Sie möchten eine nachhaltige Verbesserung der<br />

Arbeitsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter?<br />

• Sie möchten erhöhte Produktivität und Effizienz durch<br />

weniger Krankenstände bzw. Fehlzeiten?<br />

• Sie möchten ein frühzeitiges Ausscheiden Ihrer Mitarbeiter<br />

aus dem Erwerbsleben verhindern?<br />

• Sie möchten Ihre Arbeitnehmer mit gesundheitlichen<br />

Problemen oder einer Behinderung dauerhaft in den<br />

Betrieb integrieren?<br />

• Information und Bewusstseinsbildung zur Prävention<br />

von Krankheit und zur Förderung von Gesundheit am<br />

Arbeitsplatz sind Ihnen ein Anliegen?<br />

56<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

MALTESER IN ALLER WELT<br />

Mit dem internationalen humanitären Hilfswerk „<strong>Malteser</strong> International“ setzen sich die MALTESER auch weltweit für<br />

Menschen in Not ein. Aktuell betreut <strong>Malteser</strong> International Hilfsprojekte in 29 krisengebeutelten Ländern in Afrika,<br />

Asien, Latein- und Südamerika sowie Europa.<br />

Von Susanna Cho<br />

Mehr als 900 internationale Experten sorgen in den verschiedenen<br />

Programmen weltweit für eine verbesserte<br />

Grundversorgung der Menschen in den Bereichen Medizin<br />

und Gesundheit, Ernährung sowie Wasser und Hygiene.<br />

In vielen Ländern arbeitet <strong>Malteser</strong> International<br />

eng mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, um<br />

von ihren Kenntnissen der örtlichen Besonderheiten zu<br />

profitieren und um die Hilfe auch langfristig vor Ort zu<br />

verankern.<br />

Bei akuten Naturkatastrophen und gewaltsamen Konflikten<br />

kann <strong>Malteser</strong> International schnell und effektiv<br />

Hilfe zu den Menschen bringen. <strong>Die</strong> meisten der über 100<br />

Projekte weltweit sind jedoch langfristig angelegt und<br />

zielen darauf ab, die Kapazitäten der lokalen Gemeinden<br />

nachhaltig zu stärken.<br />

INDONESIEN<br />

Nothilfe für Tsunami-Überlebende<br />

Das schwere Erdbeben und der Tsunami am 28. September<br />

<strong>2018</strong> haben auf der indonesischen Insel Sulawesi mehr<br />

als 2.000 Todesopfer gefordert und heftige Zerstörungen<br />

verursacht. Noch immer gelten rund 600 Menschen als<br />

vermisst, mehr als 80.000 Menschen haben ihre zerstörten<br />

Häuser verlassen. <strong>Malteser</strong> International unterstützt<br />

die indonesische Partnerorganisation YAKKUM dabei,<br />

beschädigte Gesundheitszentren wieder einsatzbereit zu<br />

machen, und stellt Sofortmittel bereit, um die umliegenden<br />

Gemeinden mit wichtigen Hilfsgütern zu versorgen.<br />

Nachdem die indonesische Regierung um internationale<br />

Hilfe gebeten hatte, war ein Nothilfeteam nach Indonesien<br />

gereist, um die Hilfe mit der Partnerorganisation und<br />

den zuständigen Behörden zu koordinieren.<br />

PHILIPPINEN<br />

Nach dem Taifun<br />

Mit „Mangkhut“ ist am 25. September der in diesem<br />

Jahr stärkste Taifun über die nördlichen Landesteile der<br />

Philippinen gefegt. Tausende Häuser wurden zerstört,<br />

Menschen wurden obdachlos. Das <strong>Malteser</strong> International-Team<br />

aus Manila konnte nach dem Taifun sofort zur<br />

Stelle sein und helfen. Das Team verteilte in vier betroffenen<br />

Dörfern wichtige Nahrungs- und Hilfslieferungen<br />

und versorgte mehr als 1.200 Haushalte. Bei vielen der<br />

über 6.000 Menschen handelt es sich um Kinder, Ältere<br />

und Angehörige ethnischer Minderheiten. <strong>Die</strong> Hilfsaktion<br />

war auch aufgrund der engen Zusammenarbeit mit<br />

dem philippinischen <strong>Malteser</strong>orden, den lokalen Behörden<br />

und der Diözese ein voller Erfolg.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 57


MALTESERWELTWEIT<br />

KOLUMBIEN<br />

Hilfe für Flüchtlinge aus Venezuela<br />

IRAK<br />

Wiederaufbau einer Gesundheitsstation<br />

Der Islamische Staat im Irak ist besiegt, doch seine Spuren<br />

der Verwüstung sind noch überall im Land sichtbar.<br />

Qaza Fakhra, eine Gemeinde in der Nähe von Mossul, ist<br />

Der Norden Kolumbiens ist besonders stark von der<br />

Migrations- und Flüchtlingsbewegung aus Venezuela<br />

betroffen. Hier gibt es kaum staatliche Strukturen, um<br />

den Menschen zu helfen. <strong>Malteser</strong> International sorgt im<br />

Department La Guajira für bessere Lebensbedingungen<br />

für die Geflohenen. Da viele der Geflohenen unterernährt<br />

sind, liegt ein besonderer Fokus des Nothilfeprojekts auf<br />

medizinischen Check-ups und der Vergabe von Medikamenten<br />

sowie therapeutischer Zusatznahrung für Kinder.<br />

NIGERIA<br />

Cholera-Ausbruch<br />

bei Kämpfen im Jahr 2017 großflächig zerstört worden.<br />

Hier unterstützt <strong>Malteser</strong> International den lokalen Partner<br />

DAMA (Doctors Aid Medical Acitvities) dabei, eine<br />

weitestgehend zerstörte Basisgesundheitsstation wiederaufzubauen.<br />

Denn erst der Wiederaufbau lokaler Strukturen<br />

ermöglicht vertriebenen Menschen eine Rückkehr<br />

in ihre Heimat. <strong>Die</strong> Menschen werden einen kostenfreien<br />

Zugang zu medizinischen <strong>Die</strong>nsten erhalten. Mit Abschluss<br />

des Projektes soll die Gesundheitsstation wieder<br />

vollständig in die Verantwortung der lokalen Gesundheitsbehörde<br />

übergeben werden.<br />

Beim jüngsten Cholera-Ausbruch im Nordosten Nigerias<br />

Ende September infizierten sich fast 3.000 Menschen.<br />

Rund 100 Menschen starben an den Folgen. Im Bundesstaat<br />

Borno konnte das Team von <strong>Malteser</strong> International<br />

Nigeria schnell reagieren und knapp 30.000 Menschen<br />

mit wichtigen Hygieneartikeln versorgen. In Trainings<br />

klärten die Mitarbeiter die Menschen über das Händewaschen<br />

mit Seife als wichtige und effektive Schutzmaßnahme<br />

gegen Cholera auf. Örtliche Hilfskräfte lernten<br />

zudem, spezielle Elektrolytlösungen herzustellen, damit<br />

Erkrankte den Wasserverlust ausgleichen können.<br />

UGANDA<br />

Jobs durch CO 2 -neutrales Bauen<br />

<strong>Malteser</strong> International hat ein neues High School-Gebäude<br />

in der Flüchtlingssiedlung Rhino Camp im Norden<br />

Ugandas eröffnet. Das Gebäude mit drei Klassenzimmern<br />

wurde in enger Zusammenarbeit mit der Impact Building<br />

Solutions Foundation (IBSF) gebaut. IBSF stellt Baupaneele<br />

aus gepresstem Reisstroh her. „Das innovative<br />

und CO 2 -neutrale Herstellungsverfahren schont die Umwelt,<br />

lässt Reisbauern in der Umgebung an einer zusätzlichen<br />

Wertschöpfungskette teilhaben und schafft Jobs<br />

im Baugewerbe, vor allem für die Geflüchteten aus dem<br />

Südsudan“, sagt Roland Hansen, Leiter der Afrika-Abteilung<br />

von <strong>Malteser</strong> International. Der Großhospitalier des<br />

<strong>Malteser</strong>ordens nahm an der feierlichen Eröffnung teil.<br />

58<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERWELTWEIT<br />

Rehema Isack strahlt vor Freude<br />

über die erhaltene Nothilfe: „Dank<br />

Euch sind wir zurück im Leben“<br />

DANK EUCH<br />

SIND WIR<br />

ZURÜCK IM LEBEN<br />

Mittagessen für die<br />

Kinder: Endlich muss<br />

niemand mehr<br />

hungern.<br />

Von Keziah Adhiambo<br />

„Wenn Ihr nicht kommt, um meiner Familie Lebensmittelhilfe<br />

zu geben, dann stellt mir bitte keine weiteren Fragen. Ich habe keine<br />

Kraft mehr zum Reden. Meine sämtlichen Tiere sind verendet, meine<br />

Kinder hocken zu Hause, da wir das Schulgeld nicht mehr bezahlen<br />

können. Wenn Ihr uns nicht unterstützt, lasst uns bitte in Ruhe.“<br />

Mit diesen Worten wurde ich vergangenes Jahr in Rehema<br />

Isacks Haus in Log Logo empfangen. <strong>Die</strong> kurzen,<br />

unergiebigen Regenfälle 2016 hatten zu einer außerordentlichen<br />

Dürre in den trockenen Gebieten Kenias<br />

geführt. In der Folge stieg die Zahl der Haushalte ohne<br />

gesicherte Grundnahrung drastisch. Im Februar 2017<br />

erklärte die kenianische Regierung den Notstand. 2,7<br />

Millionen Menschen waren laut UNOCHA, dem Amt<br />

für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten,<br />

auf Nothilfe angewiesen. 180.000 Menschen im Landkreis<br />

Marsabit brauchten dringend humanitäre Hilfe.<br />

Wenn Hilfe Not wendet<br />

An einem drückenden Nachmittag saß Rehema Isack mit<br />

vier ihrer Kinder vor ihrer Hütte und wünschte sich inständig,<br />

dass der Nachmittag bereits vorüber wäre. Zwei<br />

Frauen kamen auf sie zu, um sie über ihre Versorgung<br />

während der Dürre zu befragen. Zunächst zögerte sie,<br />

über ihren Lebensunterhalt zu sprechen, denn bislang<br />

hatte dies nie zu konkreter Hilfe geführt.<br />

<strong>Die</strong>smal sollte es jedoch anders kommen: Um die Not<br />

in den dürregeplagten Dörfern zu lindern, organisierte<br />

<strong>Malteser</strong> International mit der lokalen Partnerorganisation<br />

PACIDA und der finanziellen Unterstützung von<br />

Nachbar in Not vier Monate lang Bargeldüberweisungen<br />

an betroffene Familien in den Verwaltungsbezirken<br />

North Horr und Laisamis.<br />

Das Gefühl zu versagen<br />

Rehema Isack ist 56 Jahre alt und Mutter von sechs Kindern.<br />

Sie lebt in Log Logo, einer Gemeinde des Rendille-<br />

Stammes, rund 50 km südlich von Marsabit Stadt. Sie<br />

gehört zu den 350 Familien, welche den Gegenwert von<br />

3.000 Kenianischen Schilling (KES, ca. 25 Euro) in Form<br />

von elektronischen Voucherkarten für Lebensmittel und<br />

Hygieneartikel erhielten. „Wie oft sind meine Kinder mit<br />

hungrigen Mägen von der Schule gekommen und hofften<br />

auf Essen, nur um leere Kochtöpfe vorzufinden? Wie oft<br />

hatte ich das Gefühl, zu versagen? Ich tat mein Bestes, um<br />

sie zu versorgen, aber wenn es nichts gibt, dann gibt es einfach<br />

nichts“, sagt Rehema Isack mit Tränen in den Augen.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 59


MALTESERWELTWEIT<br />

MALTESER<br />

Friedhofsbegleitdienst<br />

<strong>Die</strong> ehrenamtliche Friedhofsbegleitung<br />

richtet sich (zunächst in Wien) an ältere<br />

Menschen, die sich auf dem Weg zum<br />

Friedhof unsicher fühlen und niemanden<br />

haben, der sie begleitet.<br />

<strong>Die</strong> MALTESER begleiten Sie ehrenamtlich<br />

und kostenlos auf den Friedhof.<br />

Wir holen Sie von zu Hause ab, begleiten Sie<br />

auf den Friedhof, verweilen mit Ihnen am<br />

Grab, sind beim Blumentausch und beim Kerzenanzünden<br />

behilflich. Danach bringen wir<br />

Sie wieder zurück nach Hause.<br />

Tel. +43 664 11 88 180<br />

info@friedhofsbegleitdienst.at<br />

Weitere Informationen:<br />

www.friedhofsbegleitdienst.at<br />

Unsere Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich<br />

und spenden ihre Zeit, um anderen Menschen<br />

ein Stück Lebensalltag zu schenken. Mit<br />

Ihrer Spende unterstützen Sie die ehrenamtlichen<br />

Hilfsprojekte der MALTESER in Österreich.<br />

MALTESER Hospitaldienst Austria<br />

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800<br />

BIC: GIBAATWWXXX<br />

Mit leiser Stimme erzählt sie: „<strong>Die</strong> Hilfe war für meine Familie<br />

großartig. Für jemanden, der sechs Monate um Essen betteln<br />

musste, ist ein Monatsbudget von 3.000 KES über einen<br />

Zeitraum von vier Monaten ein Segen. Wir mussten nicht mehr<br />

mit leeren Mägen schlafen gehen. Mit der elektronischen Voucherkarte<br />

kaufte ich Lebensmittel und Hygieneartikel im Gegenwert<br />

des übertragenen Guthabens“, berichtet sie. „Meine<br />

Kinder sind nun sauber und ohne Hunger zur Schule gegangen.<br />

Zu dieser Zeit habe ich eine enorme Verbesserung ihrer schulischen<br />

Leistungen feststellen können. Sie waren einfach viel<br />

motivierter, glücklicher und zufriedener. Sie haben wieder mit<br />

anderen Kindern gespielt. Es war nicht zu glauben, dass dies<br />

dieselben Kinder waren, die ein paar Wochen vorher um Lebensmittel<br />

gebettelt haben.“<br />

Neue Hoffnung<br />

Debeliso, eines der schulpflichtigen Kinder von Rehema Isack,<br />

sagt: „Seit unsere Familien die Unterstützung bekommen haben,<br />

bin ich viel aktiver. Ich kann mich im Unterricht besser<br />

konzentrieren, nicht wie letzten Monat, als ich einen Großteil<br />

der Schulstunden verschlafen habe. Bei den anderen Schülern<br />

war es nicht anders. Ich bin sicher, dass meine Klassenkameraden<br />

und ich in diesem Schuljahr dreimal so gute Leistungen<br />

bringen werden, wie im letzten.“<br />

Der Dorfvorsteher von Log Logo, Henry Korole, zeigt sich zutiefst<br />

dankbar. „Das Projekt erreichte uns in der größten Not,<br />

als wir schon alle Hoffnung aufgegeben hatten. Dass Ihr uns<br />

unterstützt, bis die Dürre überstanden ist, darum bete ich.“<br />

Als ich bereits im Aufbruch bin, beeilt sich Rehema Isack, zu<br />

erwähnen, dass der einzige Nachteil des Projekts ist, dass es so<br />

schnell zu Ende ist. Sie würde sich weitere vier Monate Unterstützung<br />

wünschen, um ihre Familie bis zur nächsten Regenzeit<br />

versorgen zu können. „Jedenfalls bin ich Euch auf immer<br />

dankbar. Dank Euch sind wir zurück im Leben“, sagt sie mit einem<br />

strahlenden Lächeln im Gesicht.<br />

Keziah Adhiambo ist Kommunikationsbeauftragte des kenianischen<br />

<strong>Malteser</strong>partners PACIDA und hat das von Nachbar in Not finanzierte Cash-<br />

Überweisungsprojekt zur Unterstützung der Ernährungssicherung der von Dürre<br />

betroffenen Viehnomaden im Landkreis Marsabit im Jahr 2017 begleitet.<br />

Informationen über die MALTESER unter<br />

www.malteser.at • www.malteserorden.at<br />

60<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


GELESENEMPFOHLEN<br />

PONTIFEX<br />

„DER RUF NACH REFORMEN IST SO ALT WIE DAS<br />

PAPSTTUM SELBST“<br />

Auf fast 1000 Seiten erzählt der Autor dieses (ge)wichtigen Buches höchst spannend, wie<br />

sich das Papsttum im Laufe seiner Geschichte immer wieder neu erfunden hat, und wird dabei den theologischen,<br />

politischen und kulturellen Besonderheiten jedes Pontifikats durchaus gerecht.<br />

Von Richard Mischak<br />

Im Gegensatz zu manch anderem Buch empfehle ich, sich<br />

Zeit für eine besonders aufmerksame Lektüre der ersten<br />

40 Seiten zu nehmen. Nur wer die Anfänge des Papsttums<br />

einigermaßen versteht, kann den Irrungen und<br />

Wirrungen in den Jahrhunderten seines Bestehens folgen.<br />

<strong>Die</strong>se Papstgeschichte im Gesamten ist interessanterweise<br />

nicht primär chronologisch, sondern thematisch<br />

durchdacht geordnet. Das Buch zeigt auf, wie die Bischöfe<br />

von Rom in der Antike den Primat über alle anderen Bischöfe<br />

durchsetzten, im Mittelalter die Hoheit über Könige<br />

und Kaiser gewannen, als weltliche Herrscher den Kirchenstaat<br />

vergrößerten und dabei jahrhundertelang die<br />

Erhöhung der eigenen Familie im Blick hatten. Unzählige<br />

Kunstwerke zeugen bis heute von diesem vielfältigen<br />

Machtanspruch, und die meisten entstanden in Renaissance<br />

und Barock, als die Machtfülle schon bröckelte.<br />

Schlachten, Kriege und Intrigen<br />

Auch in den Zeiten „am langen Arm von Byzanz“, im<br />

Niedergang des Weströmischen Reiches, der Expansion<br />

nach Westen, nach „Europa“ hinein: Es sind Schlachten,<br />

Kriege, Intrigen und Machtansprüche, die den Weg der<br />

Päpste pflastern. Bis weit ins 20. Jahrhundert stemmten<br />

sich die Päpste gegen die Moderne, doch der Ruf nach Reformern<br />

ist, wie die fulminante Darstellung zeigt, so alt<br />

wie das Papsttum selbst. Das Buch ist ein Werk, das in der<br />

Zusammenschau erst vor Augen führt, wie eng „Welt und<br />

Kirche“, zumindest in Form der Päpste, immer verknüpft<br />

waren. Da sind es fast Nebensächlichkeiten, dass im Lauf<br />

der Geschichte nicht selten das „theologisch Undenkbare“<br />

durchaus geschehen ist: Päpste wurden mehrfach gegen<br />

ihren Willen abgesetzt und zur Seite geschoben.<br />

INDIVIDUELLE PFLEGE<br />

UND BETREUUNG<br />

IM EIGENEN ZU HAUSE<br />

MALTESER Care ist seit vielen Jahren als kompetenter<br />

Partner für Familien in ganz Österreich, tätig. Wir<br />

bieten bestmögliche Pflege- und Betreuungsleistungen<br />

zu Hause an. Unsere diplomierten Gesundheits- und<br />

Krankenpflegepersonen beraten Sie gerne.<br />

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Machtvoll bis heute<br />

„Pontifex – <strong>Die</strong> Geschichte der Päpste“ ist eine hervorragende<br />

Lektüre. Ein ganzheitliches Profil der Päpste und ihrer<br />

Pontifikate wird geschildert. Nicht im kleinsten Detail, aber<br />

in den wichtigen großen Linien ist dies gelungen. Es wird<br />

sehr gut klargestellt, dass ein Papst selbst heute noch über<br />

viel Macht verfügt – und sei es auch „nur“ Deutungsmacht.<br />

Volker Reinhardt, Pontifex – <strong>Die</strong> Geschichte der Päpste: Von<br />

Petrus bis Franziskus, C. H. Beck Verlag, München 2017, 928<br />

Seiten, ISBN: 978 3 406 70381 2, 38 Euro<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 61


GELESENEMPFOHLEN<br />

EINE FRAGE VON<br />

LEBEN UND TOD<br />

Der Schriftsteller und Liturgiekenner Martin Mosebach zeichnet in „<strong>Die</strong> 21 – Eine Reise<br />

ins Land der koptischen Märtyrer“ ein Porträt jener christlichen Wanderarbeiter, die 2015<br />

von IS-Kämpfern ermordet wurden. Ein Buch, das viel erklärt, berührt und Mut macht.<br />

Von Richard Mischak<br />

Im Frühjahr 2017 reiste Martin Mosebach nach Ägypten.<br />

Er besuchte im Dorf El-Or die Familien der 21 koptischen<br />

Männer, die zwei Jahre zuvor von IS-Terroristen<br />

an einem Strand in Libyen ermordet worden waren. „Er<br />

saß in Empfangszimmern, durch die die Schwalben flogen,<br />

und machte sich ein Bild – von den Madonnen-Bildern<br />

und Jesus-Porträts an den Wänden, den grob geschreinerten<br />

Reliquienschränken, von einer Lebenswelt,<br />

in der alles die Spiegelung oder Erfüllung biblischer Vorgänge<br />

ist“, heißt es in der kraftvollen Buchbeschreibung<br />

des Verlages.<br />

Immer wieder wurde Mosebach, umgeben von Kindern,<br />

Ziegen, Kälbern, auf einem iPad das grausame Propaganda-Video<br />

des IS vorgeführt. Er staunte, wie er mehrfach<br />

sagte, über den unbefangenen Umgang damit. Von<br />

Rache war nie die Rede, sondern vom Stolz, einen Martyrer<br />

in der Familie zu haben, einen Heiligen, der im<br />

Himmel ist. So erscheinen die 21 auf den neuen Ikonen<br />

gekrönt wie Könige.<br />

Kampf der Kulturen<br />

Martin Mosebach hat ein Reisebuch geschrieben, über seine<br />

Begegnung mit einer fremden Gesellschaft und einer<br />

Kirche, die den Glauben und die Liturgie der frühen Christenheit<br />

bewahrt hat – der „Kirche der Martyrer“, in der<br />

„das irdische Leben von der himmlischen Sphäre nur wie<br />

durch ein Eihäutchen geschieden ist“. Er traf den Bischof<br />

und die koptischen Geistlichen der 21 Wanderarbeiter, besuchte<br />

ihre Kirchen und Klöster.<br />

In den Zeiten des Kampfes der Kulturen sind die Kopten<br />

als Minderheit im muslimischen Ägypten zu einem politischen<br />

Faktor geworden und zu einer Art religiösen Gegengesellschaft.<br />

Damit ist dieses Buch auch ein Bericht aus<br />

dem Innenleben eines arabischen Landes zwischen biblischer<br />

Vergangenheit und den Einkaufszentren von Neu-<br />

Kairo. Prädikat: äußerst lesenswert!<br />

Martin Mosebach, <strong>Die</strong> 21 – Eine Reise ins Land der koptischen<br />

Märtyrer, Rowohlt Buchverlag <strong>2018</strong>, 272 Seiten, ISBN: 978 349<br />

804 540 1, 20,60 Eur<br />

Stefan-Fadinger-Straße 34, 3300 Amstetten<br />

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MALTESERAKTUELL<br />

100 JAHRE REPUBLIK:<br />

ÖSTERREICH SAGT<br />

DANKE!<br />

Von Richard Wittek-Saltzberg<br />

Am 12. November <strong>2018</strong> jährte sich die Ausrufung der Republik<br />

Österreich zum 100. Mal. Aus diesem Anlass lud<br />

Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen ehrenamtliche<br />

Hilfs- und Rettungsorganisationen am 26. Oktober,<br />

dem Nationalfeiertag, in die Amtsräume der Präsidentschaftskanzlei<br />

in der Wiener Hofburg ein. <strong>Die</strong>ser besondere<br />

Abend war ausschließlich den in Österreich ehrenamtlich<br />

tätigen Helfern gewidmet, auch 20 <strong>Malteser</strong> waren<br />

unter den geladenen Gästen.<br />

Bundespräsident Alexander Van der Bellen dankte in seiner<br />

Rede allen ehrenamtlich Tätigen persönlich für die verdienstvolle<br />

Arbeit, die oft hinter den Kulissen stattfindet.<br />

Das Fest am Abend des Nationalfeiertags in der Wiener<br />

Hofburg war allen „Heldinnen und Helden des Alltags“ gewidmet,<br />

die das Rückgrat unserer Zivilgesellschaft bilden.<br />

PROFESSOR<br />

ANTON F. GATNAR<br />

Von Richard Steeb<br />

„Es geschieht Dir recht! Weil es recht ist, wenn jemand wie<br />

Du für seine hervorragenden Leistungen für den Aufbau<br />

von Radio Stephansdom – nun „radio klassik Stephansdom“,<br />

dem katholischen Radio in Österreich – vom Herrn<br />

Bundespräsidenten mit dem Professorentitel geehrt wird.“<br />

Mit diesen heiteren, aber auch zutreffenden Worten leitete<br />

Dr. Erich Ehn seine Laudatio für Toni Gatnar ein.<br />

Er sei während seiner gesamten beruflichen Laufbahn<br />

auch ein „Brückenbauer zwischen Print und elektronischen<br />

Medien“ gewesen und habe immer den richtigen<br />

Instinkt eines guten Journalisten bewiesen.<br />

Sektionschef Jürgen Meindl (r.) überreicht die Urkunde<br />

für den Berufstitel Professor an Anton F. Gatnar (l.)<br />

Auch wir gratulieren unserem unermüdlichen ehrenamtlichen<br />

Helfer und langjährigen 1. Vizekommandanten des<br />

MHDA sowie nunmehrigen Gesandten und bevollmächtigten<br />

Minister an der Botschaft des Ordens in der Slowakei,<br />

Toni Gatnar, von ganzem Herzen zu dieser hohen und<br />

verdienten Auszeichnung.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 63


XXXXX MALTESER AKTUELL<br />

VERSTÄRKUNG<br />

FÜR DEN WESTEN ÖSTERREICHS<br />

Zu Mariä Geburt hieß die Delegation Tirol und Vorarlberg in der Innsbrucker Jesuitenkirche vier neue Ordensmitglieder<br />

willkommen.<br />

Von Michael E. Sallinger<br />

Es war ein ganz besonderes Fest, bei dem Prokurator<br />

Norbert Salburg-Falkenstein im Rahmen einer feierlichen<br />

Heiligen Messe vier neue Mitglieder in den Orden<br />

aufgenommen hat. Dr. Theresia Anwander und Mag.<br />

Bernhard Anwander werden den Orden künftig in<br />

Vorarlberg verstärken. Sie kommen – wie auch ihre<br />

beiden Söhne – vom <strong>Malteser</strong> Hospitaldienst. Dr. Eva<br />

Holfeld und Priv.-Doz. Dr. Johannes Holfeld sind über<br />

die Johannesgemeinschaft zum Souveränen <strong>Malteser</strong>-<br />

Ritter-Orden gelangt, bei dem sie sich seit ihrer Übersiedlung<br />

nach Innsbruck besonders engagieren.<br />

Wir freuen uns über die Neuzugänge und<br />

wünschen alles Gute!<br />

64<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


MALTESERAKTUELL<br />

FÜRSTENFELD<br />

FEIERLICHE WEIHE DER<br />

NEUEN GLOCKEN<br />

In einem Festzug wurden die fünf neuen Glocken durch das Stadtzentrum zur Stadtpfarrkirche Fürstenfeld gebracht.<br />

Von Josef Rauscher und Christian Thomaser<br />

<strong>Die</strong> Präsentation und Weihe der neuen Glocken war ein<br />

großer Tag für die Fürstenfelder Stadtpfarrkirche, wie<br />

man an der großen Begeisterung und Beteiligung seitens<br />

der Bevölkerung sehen konnte. Im Rahmen des 32. Pfarrfestes<br />

am 1. Juli <strong>2018</strong> wurden bereits vier der fünf neuen<br />

Kirchenglocken für die Fürstenfelder Stadtpfarrkirche<br />

geweiht. <strong>Die</strong> fünfte Glocke folgte wenige Wochen später,<br />

da bei „Johannes“ leider der Guss missglückte. Das war<br />

übrigens auch bei der Pummerin im Wiener Stephansdom<br />

der Fall. Der Festzug, angeführt von den Glocken<br />

und den Paten, wurde von den Klängen der Stadtkapelle<br />

Fürstenfeld begleitet. Nach einer stimmungsvollen Festmesse<br />

im Beisein zahlreicher Ehrengäste, wie Bezirkshauptmann<br />

Max Wiesenhofer, ehemalige Bürgermeister<br />

Werner Gutzwar, Delegat Martin Auer und Regierungsratsmitglied<br />

Franz Harnoncourt-Unverzagt vom Souveränen<br />

<strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden, wurde beim anschließenden<br />

Pfarrfest auf die neuen Glocken der Stadtpfarrkirche<br />

angestoßen.<br />

<strong>Die</strong> 134-tägige glockenlose Zeit in Fürstenfeld<br />

gehört der Vergangenheit an<br />

Am 29. September <strong>2018</strong> sind die fünf neuen Glocken<br />

Johannes, Augustinus, Maria, Franziskus und Josef<br />

das erste Mal im Rahmen eines Festgottesdienstes erklungen.<br />

Alle konnten jede Glocke einzeln hören, auch<br />

ertönten verschiedene Glockenspiele wie z.B. jenes, das<br />

bei Taufen erklingen wird. Zum ganz besonderen Ohrenschmaus<br />

machte dieses 1. Geläut Organist Peter Joachim<br />

Heinrich aus Großwilfersdorf – er hat extra für diesen<br />

besonderen Tag sensationelle Orgelstücke komponiert.<br />

Nicht nur musikalisch war dieser Gottesdienst für die<br />

Kirchenbesucher ein besonderes Erlebnis – die ersten<br />

Glockenschläge waren sogar live auf einer Leinwand in<br />

der Stadtpfarrkirche zu sehen. Per Online-Livestream<br />

konnte man sogar weltweit beim 1. Geläut der neuen<br />

Glocken dabei sein.<br />

<strong>Die</strong> Kommende und Pfarrkirche Fürstenfeld<br />

In der Steiermark lagen die Niederlassungen der Johanniter/<strong>Malteser</strong><br />

an dem Hauptverkehrsweg zwischen<br />

Wien, Marburg, Cilli, Laibach und Triest. <strong>Die</strong> älteste<br />

steirische Gründung ist wahrscheinlich Spital am Hartberg<br />

(vor 1160). <strong>Die</strong> Kirche von Fürstenfeld wurde vom<br />

Orden zwischen 1200 und 1220 als „Hl. Johannes der<br />

Täufer Kirche“ errichtet.<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 65


TAGEBUCH<br />

EHRUNG UND AUSZEICHNUNG FÜR BESONDERE<br />

WIR TRAUERN UM<br />

=<br />

+ 04.09.<strong>2018</strong><br />

Dr. Istvan Graf Bethlen<br />

Langjähriges Mitglied<br />

des MHDA und Gründungsmitglied<br />

des Bereiches Tirol<br />

+14.08.<strong>2018</strong><br />

Mag. Marianus Mautner<br />

Langjähriges Mitglied<br />

des MHDA<br />

+ 14.10.<strong>2018</strong><br />

Wolfgang Hertl<br />

Langjähriger Betreuter des MHDA<br />

+ 19.10.<strong>2018</strong><br />

Franz Xaver Freiherr<br />

von Rechbach auf Mederndorf<br />

Ehren- und Devotionsritter des<br />

Souveränen <strong>Malteser</strong>-Ritter-Ordens<br />

+ 19.10.<strong>2018</strong><br />

Dr. Fridolin Koch<br />

Langjähriger Betreuter<br />

des MHDA<br />

+ 14.10.<strong>2018</strong><br />

Dr. Mag.<br />

Clara Maria Kenner<br />

Langjähriges Mitglied<br />

des MHDA<br />

+ 09.11.<strong>2018</strong><br />

Elfrieda Heiss<br />

Langjährige Betreute<br />

des MHDA<br />

66<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>


TAGEBUCH<br />

VERDIENSTE<br />

Von Paul Lovrek<br />

Langjährige Mitglieder des Hospitaldienstes<br />

und des Ordens in Salzburg wurden für<br />

ihre <strong>Die</strong>nste ausgezeichnet.<br />

Ein herzliches Vergelt´s Gott für das unermüdliche<br />

Engagement, die wichtige<br />

Vorbildrolle und die großen Verdienste<br />

im Sinne der Nächstenliebe.<br />

Ausgezeichnet wurden<br />

Mega Altenburg<br />

Johannes Orsini-Rosenberg<br />

Stefanie Lanzdorf<br />

MMag. Elfriede Hofbauer<br />

Mag. Isabella Hartmann-Goertz<br />

Termine <strong>2018</strong>/2019<br />

DEZEMBER <strong>2018</strong><br />

8 Del. Tirol: 50 Jahre Diözese Feldkirch SMRO<br />

8 Benefizkonzert Ebergassing MHDA<br />

8-9 Punsch und Straßensammlung Halbturn SMRO/MHDA<br />

10 Aktionstag „Solidarität für verfolgte Christen“ CSI<br />

(Oper - Dom)<br />

15-16 Punsch und Straßensammlung Halbturn SMRO/MHDA<br />

MAI 2019<br />

2-6 Lourdes-Wallfahrt SMRO/MHDA<br />

AUGUST 2019<br />

1-4 21. Wildwassercamp MHDA<br />

OKTOBER/NOVEMBER 2019<br />

26/10-2/11 Reise nach Rhodos SMRO/MHDA<br />

Wiederkehrende Termine<br />

<strong>Malteser</strong>kirche, Kärntner Straße 37, 1010 Wien<br />

„Montag bei den <strong>Malteser</strong>n“ Hl. Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt, 12.00 Uhr<br />

Hl. Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr<br />

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16.00 Uhr<br />

KONTAKT<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95<br />

E: zentrale@malteser.at<br />

I: www.malteser.at<br />

<strong>Malteser</strong> International<br />

Dipl.-Ing. Richard Steeb<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: smom@malteser.at<br />

I: www.malteser-international.org<br />

MALTESER Care<br />

Helmut Lutz<br />

T: +43 1 361 97 88 Fax 50<br />

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800<br />

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)<br />

E: office@mcr.or.at<br />

I: www.malteser.care<br />

MALTESER Kinderhilfe<br />

Olivier Loudon<br />

T: +43 7472 98201<br />

E: office@malteser-kinderhilfe.at<br />

I: www.malteser-kinderhilfe.at<br />

Haus Malta<br />

Dir. Bogdan Norbert Bercal<br />

T: +43 1 597 59 91<br />

E: hausmalta@malteser.at<br />

I: www.hausmalta.at<br />

Johannesgemeinschaft<br />

Marie Czernin<br />

T: +43 1 512 72 44<br />

E: info@jg-online.at<br />

I: www.jg-online.at<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong> 67


<strong>Die</strong> MALTESER wünschen ein<br />

gesegnetes Weihnachtsfest<br />

und ein frohes neues Jahr!<br />

MALTESER CHRISTBAUMKUGELN: Schenken mit Sinn. Schenken und spenden.<br />

Dekorative und hochwertige MALTESER Glasweihnachtskugel schenken und gleich doppelte Freude bereiten. Beim Kauf<br />

einer Weihnachtskugel, zum Preis von 8,00 Euro (inkl. MwSt.) kommen 2,00 Euro MALTESER Hilfsprojekten zu Gute. Erhältlich<br />

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„Ein herzliches Vergelt´s Gott für Ihre Unterstützung.“<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Großpriorat von Österreich<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Katharina Stögner<br />

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90<br />

presse@malteser.at<br />

www.malteserorden.at<br />

MALTESER Austria<br />

Bundeszentrale<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

Mag. Manuel Weinberger<br />

T: +43 1 512 53 95, F: +43 1 512 84 78<br />

zentrale@malteser.at<br />

www.malteser.at<br />

Österreichische Post AG<br />

MZ 11Z038858M<br />

Souveräner <strong>Malteser</strong>-Ritter-Orden<br />

Johannesgasse 2, 1010 Wien<br />

68<br />

DIE MALTESER 3-4/<strong>2018</strong>

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