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architektur Fachmagazin Ausgabe 3 2019

Architektur Fachmagazin April-Mai 2019, Thema: Wie wohnen wir? Wissen, Bildung, Architektur, Information für die Bauwirtschaft, Fachmagazin

Architektur Fachmagazin April-Mai 2019, Thema: Wie wohnen wir?
Wissen, Bildung, Architektur, Information für die Bauwirtschaft, Fachmagazin

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FACHMAGAZIN

WISSEN, BILDUNG, INFORMATION FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT

Erscheinungsort Perchtoldsdorf, Verlagspostamt 2380 Perchtoldsdorf. P.b.b. 02Z033056; ISSN: 1606-4550

03

www.architektur-online.com

Wie wohnen wir?

architektur FACHMAGAZIN

03 2019

April/Mai 2019

Wie

wohnen

wir?


Stand

by you.

NEU

Showroom Wien Gumpendorfer Straße 15 / 9 1060 Wien

se:fit

Sportlicher Stehsitz

für flexibles Arbeiten.

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Editorial

Weiter wie gewohnt?

Es ist schon interessant, dass es immer mehr

neue Ideen und kreative Produkte gibt, wenn es

ums Bauen und Wohnen geht. Allerdings scheinen

sich diese zu einem gewissen Teil in die Welt des

Digitalen, der Welt ohne Menschen, des Renderings

und damit eben der ungebauten oder noch nicht

realisierten Ideen zu verlagern.

Computer übernehmen das Bauen (3D gedruckte

Häuser), VR-Brillen übernehmen die dreidimensionale

Präsentation von Projekten, überzeugend echte Visualisierungen

präsentieren „noch nicht Gebautes“ – einerseits

ist das gut, weil so eine anregende Diskussion

entstehen könnte. Andererseits verlieren wir aber damit

schrittweise den Bezug zu unserer Welt und auch zur

Architektur mit all den Problemen, die wir in Bezug auf

Klimawandel, Armut, Politik und sozialen Schwierigkeiten

haben. Ein bisschen wie in den SciFi-Stories vom

Raumschiff Enterprise, wenn es heißt: „Simulation abspielen!“

Irgendwann werden uns diese ausgeblendeten

Fakten aber wieder einholen.

Ganz am Boden der Realität befinden sich die in dieser

Ausgabe beschriebenen Projekte. Sie zeigen, wie vielfältig

die Zugänge der Architektur zu den Problemstellungen

des Wohnbaus sind und sein können. Sei es nun

die Farbe als dominierendes Element oder ein Klimahof

für einen Wohnbau, Gemeinschaft oder Vereinzelung,

die Einbindung in die Natur, Wohnen für finanzielle

Grenzbereiche oder die geplante Stadt für morgen – alles

sind Versuche, aus einem ewigen Kreislauf zu lernen

und Lösungen für die aktuellen und akuten Herausforderungen

zu finden. Jeder neue Entwurf, jede Realisierung

birgt das Potential besser zu sein, als wie gewohnt

weiterzubauen.

Auch im Magazinteil finden Sie internationale Beispiele

zu teils realisierten, teils noch nicht realisierten Projekten.

Sie reichen von Großprojekten über Einfamilienhäuser

bis zur „kleinen“ Wohnung, die mit viel Geschick

renoviert wurde. Auch zum Thema „Wohnen für Obdachslose“

finden Sie in dieser Ausgabe einen Beitrag.

Die Produkt News, die gewohnten Kolumnen und Fachberichte

ergänzen diese Ausgabe, zu der ich Ihnen viel

Vergnügen beim Lesen und Studieren wünsche.

Peter Reischer

Coverbild:

House 3000 / Luís Rebelo de Andrade

© João Guimarães


architektur FACHMAGAZIN

Editorial 03

Start 06

BACK TO BACK is back!

Magazin 10

Bau & Recht 44

Architekturszene 46

Der ländliche Raum

als globale Herausforderung

Sozialer Wohnraum in Städten 48

Die Gruft

Wohnen in der Seestadt 50

Ensemble im Seeparkquartier / Wien /

Freimüller-Söllinger Architektur ZT-GmbH

Ein Innenhof 58

als Klimamaschine

Social Housing at Can Batlló /

Barcelona / Espinet/Ubach

Nice, small and beautiful 62

Oak Park Housing / Sacramento /

Johnsen Schmaling Architects

Drei Betonzimmer 66

Ridge House / Kalifornien /

Mork-Ulnes Architects

Reines Rot 72

House 3000 / Alcácer do Sal /

Luís Rebelo de Andrade

Cool im heißen Süden 76

Gafarim House / Ponte de Lima /

Tiago do Vale

Unter Palmen 80

Villa in the Palms / Sangolda /

Abraham John Architects

Licht 84

Produkt News 86

edv 120

BIM-Server

50 58

66

72

76

80

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Hochstraße 103, A-2380 Perchtoldsdorf, Österreich

CHEFREDAKTION Ing. Walter Laser (walter.laser@laserverlag.at) n REDAKTIONSLEITUNG mag. arch. Peter Reischer (rp)

MITARBEITER Dolores Stuttner, Mag. Heidrun Schwinger, DI Marian Behaneck, Linda Pezzei, Mag. Matthias Nödl, Julia Mörzinger, Alexander Magyar

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at) n LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14

MEDIASERVICE RETAILARCHITEKTUR Marion Allinger (marion.allinger@laserverlag.at)

GRAFISCHE GESTALTUNG Andreas Laser n WEB Michaela Strutzenberger n LEKTORAT Helena Prinz n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 Ausgaben/Jahr): € 86,- / Ausland: € 106,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):

€ 56,- / Ausland: € 83,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten Ausgabe eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)

EINZELHEFTPREIS € 12,- / Ausland € 13,50

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.

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architektur FACHMAGAZIN

6

Start

BACK TO BACK

is back!

England hat eine breite und auch lange Geschichte des Wohnbaus. Als die Bevölkerungszahl

der britischen Industriestädte im 19. Jahrhundert explodierte,

benötigten Arbeitgeber und Gemeinden eine Wohnform, die in möglichst kurzer

Zeit möglichst viele Menschen auf möglichst wenig Raum unterbringen konnte,

ohne dass die städtische Infrastruktur völlig aus den Fugen geriet.

Text: Peter Reischer Fotos: Morley von Sternberg

Die Lösung entstand aus einem Gitternetz

aus langen, schnurgeraden Straßen, die parallel

zueinander in kurzen Abständen verliefen.

Zwischen ihnen verlief nämlich nur eine

einzige Häuserreihe – jedoch mit Wohnungen

auf beiden Straßen, sie stießen an der

gemeinsamen Rückwand zusammen: Das

„Back-to-Back-House“ war geboren.

Diese Bauform, viele einzelne Häuser direkt

nebeneinander zu bauen, ermöglichte

es außerdem, geraden Parallelstraßen über

die Hänge und Kämme des oft hügeligen

Baugrundes zu ziehen. Daher stammt auch

der englische Begriff für Reihenhaus: terraced

house, also Terrassen- oder „stufen-

förmiges Haus“. Vor allem in den nördlichen

Teilen Englands und sogenannten Midlands

war diese Typologie des Wohnbaus damals

sehr beliebt. Hunderttausende solcher Wohnungen

wurden in Städten wie Manchester,

Liverpool, Nottingham, Birmingham oder

Leeds errichtet, in London war besagter Typus

eher selten anzutreffen.

Durch den „Housing Act“ von 1909 wurde

ihre Konstruktion für illegal erklärt, trotzdem

baute man bis in die späten 1930er

Jahre diesen Stil in einigen Orten weiter. Die

Häuser waren einfach und billig zu errichten,

infolgedessen waren sie billig zu (ver)

mieten. Prinzipiell trennte bei diesem Typus

eine, parallel zum First laufende Mauer

das Haus in zwei gleiche Hälften. Aufgrund

seiner oft spartanischen Ausführung (der

einfachste Typ bestand lediglich aus zwei

Räumen – einem auf jeder Etage), ihrer mangelhaften

Belüftung und Belichtung (drei

von vier Wänden grenzten an Neben- oder

Hintergebäude und hatten daher weder Tür

noch Fenster) und ihrer ursprünglich mangelhaften

sanitären Ausstattung ist „Backto-Back“

aber auch ein Synonym für „unmodern“,

oder schlicht für Elendsquartier. u


7

LED-Pendelleuchten-Tiefstrahler – der Spezialist für eine Vielzahl von

lichttechnischen Anforderungen in großen Räumen. Zusätzlich zum freistrahlend

weichen Lichtanteil können nach unten ein Downlight und

nach oben ein Uplight separat angesteuert werden. Die Leuchten sind

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Start

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architektur FACHMAGAZIN

8

Start

Die grundlegenden Probleme der Belichtung

und Belüftung (keine Querlüftung war möglich)

wurden hier nie gelöst, so verkamen die

maroden Quartiere immer mehr zu Elendsvierteln,

da dort jene Menschen hausten, die

sonst nirgendwo anders hin konnten. Schon

um 1850 übten Zeitgenossen wie Friedrich

Engels („Die Lage der arbeitenden Klasse in

England“, 1845) beißende Kritik an den Zuständen

in englischen Industriestädten und

monierten ausdrücklich die oft schlampige

Bauweise der hastig hochgezogenen Massenquartiere.

Seit allerdings auch die moderne Bauweise

(Wohnblocks u. a.) viel von ihrem Glanz

verloren hat, da sie die alten gesellschaftlichen

Probleme Großbritanniens nicht

lösen konnte, ist die Reputation der noch

verbliebenen Reihenhaussiedlungen wieder

spürbar gestiegen. Hierbei spielt nicht nur

eine gewisse Nostalgie eine Rolle, sondern

auch die Abkehr von Wohnmaschinen und

Betonbauweise, wie sie überall in Europa

stattgefunden hat. Es existieren aber heute

nur noch wenige jener Bauten. Ein wichtiges

Fragment dieser Baukultur gibt es in den

Gebieten von Kirstall und Burley in der Stadt

Leeds und der Denkmalschutz hat sechs,

der ehemals 60.000 Stück dieser Häuser

in Birmingham gerettet. Sie sind heute ein

Back-to-Back Museum.

Das Projekt der Peter Barber Architects

um einen zentralen Hof in Stratford, London,

ist nun eine Aufarbeitung der alten

Typologie für einen zeitgemäßen Wohnbedarf.

Der Auftraggeber war der Londoner

Bezirk Newham. Peter Barber findet nicht

nur Schlechtes in diesen Architekturen und

meint, dass sie „damals wunderbar funktioniert“

haben. Sein Projekt bezieht nun das

Beste, das diese Häuser zu bieten hatten, in

die neue Zeit mit ein. Er konzentrierte sich

auf die oft zitierten und seiner Meinung

nach auch überstrapazierten Defizite der

Bauten: Jedes seiner Häuser hat ein eigenes

Badezimmer (im 19. Jahrhundert teilte man

sich die Bäder). Das Wohnzimmer im Obergeschoss

hat eine eigene, private Dachterrasse

und die ist derart gedreht, dass jedes

Haus zwei Aussichtsrichtungen besitzt (im

Original gab es das nicht). Jedes Haus hat

eine tief zurückspringende Arkade vorgelagert

– hier ist ein Bereich, in dem man auch

vor dem Haus auf der Straße sitzen kann.

Statt der ursprünglichen zwei, gibt es heute

vier Geschosse und Balkone erweitern den

nutzbaren Raum zusätzlich. Alle Reihenhäuser

sind um einen mit Bäumen bepflanzten

Hof gruppiert, entlang zweier Straßen, die

sich an einer „runden Ecke“ treffen. Der Hof

wird von jeder Straße durch einen zwei Geschosse

hohen, bogenförmigen Durchgang

erschlossen. Insgesamt gibt es 26 Eigenheime,

davon stehen 16 in zweigeteiltem Besitz,

also back to back.


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architektur FACHMAGAZIN

10

Magazin

Die Lust am Text und

an der Architektur

Nachruf auf einen Menschen, der uns fehlen wird

Es war die klassische Doppelbegabung:

Friedrich Achleitner, der Dialektdichter und

der Avantgardist der konkreten Poesie auf

der einen und der Bauwissenschaftler, Architekturkritiker,

Universitätsprofessor für

Architekturtheorie auf der anderen Seite.

Ich traf ihn manchmal bei den Veranstaltungen

"Sprechen über Architektur" in Wien, in

den letzten Jahren immer seltener. Vor ca.

7 Jahren hatte ich die seltene Gelegenheit,

ein ausführliches Interview, eher ein Gespräch

mit ihm in seiner Wohnung, in seinem

Arbeitsraum zu führen. Beeindruckend

ist mir noch die Bücherwand mit allen möglichen

Büchern, Grafiken und auch Erinnerungsstücken

vollgestopft, im Hintergrund

des Zimmers in Erinnerung. „Wohnen ist das

ständige Aufräumen der Wohnung, ohne

mit dem Wohnen aufzuräumen“, meinte er.

Der Dichter Achleitner – als Mitglied der

„Wiener Gruppe“ (Gerhard Rühm, H.C. Artmann,

Konrad Bayer und Oswald Wiener)

– war immer provokant, sensibel und aufmerksam:

ein Sprachkünstler eben.

Aber es gab auch den Architekten Achleitner.

Nach der Gewerbeschule in Salzburg

(in seiner Klasse waren Holzbauer, Kurrent,

Gsteu, Puchhammer) wollte er von Salzburg

weg und ging nach Wien. Da konnte man

mit dieser Vorbildung eben nur Architektur

studieren. Nach einigen Realisationen (u.a.

mit Gsteu) – erzählte er mir – habe er sich

1958 aus der Architektur zurückgezogen,

weil er eigentlich immer schreiben wollte.

Achleitner hängte also die Architektur an

den Nagel, verlegte sich ab 1962, da mit der

Dichtung gar nichts zu verdienen war, auf

die regelmäßige, Brot bringende Architekturkritik,

ging ein Jahr nach Berlin, war aber

schon so erfolgreich in Architekturkritik,

-forschung und -lehre und in das Vorhaben

des österreichischen Architekturführers

verfangen, dass er nach Wien zurückkam

und die nächsten 25 Jahre daran arbeitete.

Nach insgesamt 15 Jahren Arbeit (nicht wie

projektiert drei Jahre) war der erste Band

Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich,

endlich fertig. Dann kam der zweite Band

Ostösterreich mit Kärnten, Steiermark, Burgenland

und ein dreibändiges Werk über

Wien. „Niederösterreich habe ich nicht

mehr geschafft!“

Achleitner trennte Architektur und Literatur

immer strikt: „Die Architektur ist ein Medium,

das unheimlich viele Sinne anspricht

und das man auch nicht beschreiben kann,

obwohl ich es ein Leben lang gemacht

habe. Sprache dagegen, erfindet ihre eigene

Wirklichkeit!“

Friedrich Achleitner starb

am 27. März 2019 in Wien.

(rp)

© Lukas Beck


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11

Magazin

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architektur FACHMAGAZIN

12

Magazin

Aus der Erde

gedruckt

Gaia oder Ge ist in der griechischen Mythologie die personifizierte Erde und eine

der ersten Gottheiten. Der Name bedeutet: die Gebärende. Dementsprechend

bedeutungsvoll ist auch die Bezeichnung des ersten aus Erde mittels 3D Drucker

erzeugten Hauses.

Fotos: WASP

„Gaia“ ist der Prototyp einer öko-nachhaltigen

Architektur mit dem speziellen Augenmerk

auf die Verwendung von ökologischen

Abfallprodukten aus der Reisproduktion.

Und natürlich mit einer bioklimatischen,

gesunden Ausrichtung und null Kilometer

Transportwegen – also mit nahezu keinem

ökologischen Footprint. Es ist eine Cooperation

von den Firmen WASP und RiceHouse.

Hergestellt wird das Gebäude mit einem

3D Drucker mit der Bezeichnung „Crane

WASP“. Drei Gittersäulen im Abstand von

12 Metern bilden die Konstruktion, mittels

welcher der Druckkopf über der Baustelle

kreisen und das Material aufbringen kann.

Der Prototyp wurde anlässlich der „A call

to save the world“-Konferenz in Massa

Lombarda/Italien hergestellt. Als Baustoff

diente eine Mischung aus 25% Erde aus der

Baustelle (bestehend aus 30% Lehm, 40%

Schlamm und 30% Sand), 40% Reisstroh,

25% Reishülsen und 10% eines hydraulischen

Bindemittels. Die Zutaten wurden

mit einer Mischmaschine homogen verarbeitet.

Die Innenseiten der Wand sind mit

einem Lehmputz geglättet und mit Leinöl

eingelassen. Das Dach besteht aus Holz mit

einer Isolierung aus Spreu. Der Innenraum

benötigt dank der guten thermischen Isolierung

keinerlei Heizung oder Klimatisierung,

eine gleichmäßige, angenehme Temperatur

bleibt konstant bestehen, Sommer

und Winter. Ein großes Fenster nach Süden

gerichtet sorgt für die Belichtung, zwei

weitere sind nach Ost und West gerichtet.

In nur 100 Stunden war das Haus mit einer

Wandstärke von 40 Zentimetern und einer

Grundfläche von 30 Quadratmetern fertig.

Kostenpunkt: 900 Euro.


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13

Magazin

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architektur FACHMAGAZIN

14

Magazin

Wohnen

im Palast?

Wer in letzter Zeit in London war, der weiß, wie teuer Hotels oder vergleichbare

Unterkünfte in dieser Stadt sind: Die Preise übersteigen bei weitem

das Niveau, das wir von Europa gewöhnt sind. Nicht viel besser verhält es

sich mit dem privaten Wohnungsmarkt. Kaum ein Londoner kann sich heute

noch eine vernünftige Wohnung leisten – die Mieten sind zu hoch. Deshalb

nehmen prekäre Wohnsituationen wie die „Property Guardianship“ zu und

werden fast zur neuen Norm. Und auch die Zahl der Arbeitslosen hat sich in

den letzten Jahren in London fast verdreifacht.

Renderings: OPPOSITE OFFICE


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15

Parkett im

trendigen

Vintage-Look

Magazin

Architekt Benedikt Hartl vom OPPOSITE OFFICE

macht den (nicht ganz ernst gemeinten) witzigen

und sicher auch politisch unkorrekten Vorschlag, den

Buckingham Palace zu einem „affordable housing

project“ zu gestalten. Mit seinen 775 Zimmern und 79

Bädern ist er in Bezug auf die Bevölkerungsdichte von

London nicht gerade repräsentativ und eine Umnutzung

zu Sozialwohnungen würde ihm und den Londonern

sicher gut tun. Die Zimmer sind mit funkelnden

Kronleuchtern, kostbaren Teppichen, Marmorsäulen,

Skulpturen und teuren Kunstwerken geschmückt –

aber leer, unbewohnt (bis auf Ausnahmen)!

Erschwinglicher Wohnraum würde durch ein sehr

effizientes System von Raumfolgen geschaffen und

die funktionale Dichte durch eine Radikalisierung des

Privaten erreicht. Nur acht Treppenhäuser verbinden

die Wohnungen und bieten viel Platz zum Wohnen.

Es gibt keine Korridore und kaum Erschließungsflächen,

nur eine einfache, nichthierarchische Abfolge

von Räumen, eine Enfilade, die von den zukünftigen

Bewohnern in Beschlag genommen werden kann.

Schätzungen des Architekten sprechen von bis zu

45.000 Menschen, die in diesem „affordable palace“

ihre Bleibe finden könnten. In diesem offenen und

großzügigen System entsteht viel Gemeinschaft,

aber es gibt auch private, introvertierte Zonen wie

Schlafnischen an den Seiten, die durch Schiebe- und

Faltwände geschlossen werden können.

Eine Frage bleibt nur offen: „Will the Queen be amused?“

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Mit der ausdrucksstarken Holzoberfläche

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Trocknungsverfahren sorgen für einzigartige

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Optik an antikes Holz erinnern.

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wohnfertige Oberfläche und ist oxidativ

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und mit einer Nutzschicht von ca. 4 mm ist

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16

Magazin

Wohnen in der

Endlosschleife

Im Jahre 1858 beschrieb der Mathematiker August Ferdinand Möbius erstmals

eine nicht orientierbare Fläche, die nur eine Kante und eine Seite aufweist.

Dieses „Möbiusband”, das innen und außen nicht zu trennen vermag, inspirierte

damals wie heute neben Denkern auch Literaten und Kreative zu immer neuen

Interpretationen. So auch Antony Gibbon. Seiner neuesten Studie MOBIUST liegt

Gibbons ganz persönliche Entdeckung eben jener Endlosschleife als raumbildendes

Element zugrunde.

Text: Linda Pezzei Rendering: @antonygibbondesigns


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17

Magazin

Der britische Architekt, Innenarchitekt

und Designer Antony Gibbon repräsentiert

jene Riege junger Kreativer, die gleichzeitig

experimentell und spielerisch gestalten

und dabei dennoch Objekte oder Räume

konzipieren möchten, die menschlich und

funktional sind. Die Natur dient Gibbon dabei

ebenso als Inspirationsquelle wie klare

geometrische Formen und Strukturen: „Bei

meinem Studium organischer Muster in

der Geometrie bin ich auf diese besondere

Form gestoßen, die auch zu den kreisförmigen

Elementen passt, die mich besonders

interessieren. Das Möbiusband schien mir

auf natürliche Weise einen perfekten Innenraum

zu schaffen, sobald es seine Form angenommen

hatte.”

Von außen – im Sinne der möbiusschen Definition

sollte man vielleicht eher von einem

vogelperspektivischen Blickwinkel sprechen

– wirkt die Visualisierung des MOBI-

UST, als wäre ein Band aus Beton mitten in

die Natur gegossen, anschließend ein Ende

um 180 Grad gedreht und dann mit dem

anderen Ende unsichtbar verbunden und

zurechtgezurrt worden. Die so erzwungene

Anordnung von Innen- und Außenbereichen

erscheint dennoch leicht und natürlich.

Filigrane Glaselemente definieren den

tatsächlich geschützten Wohnraum, der

sich – aufgrund seiner Öffenbarkeit – allerdings

bis ins Unendliche zu ziehen vermag.

Die Trennung von Innen- und Außenraum

wird nahezu entmaterialisiert. Der ellipsenförmige

Außenpool, der sich als Eklipse um

die skulpturale Form der Möbiusschleife

legt, verstärkt dieses Gefühl noch. Insbesondere

die über eine Wendeltreppe begehbare

Dachfläche eröffnet einen interessanten

zusätzlichen Wohnraum im Freien. Das

kreisförmige Loch in der Mitte der Dachebene

spiegelt die nach oben projizierte

Küche wider, und schafft eine direkte Verbindung

zwischen dem Herzstück der offenen

Wohnfläche im Inneren und dem weiten

Himmelszelt darüber, das sich wiederum in

der Wasserfläche des Pools bis in die Unendlichkeit

spiegelt. Es mag kein Zufall sein,

dass Möbius nicht nur Mathematiker, sondern

auch Astronom war.

Die Mehrzahl der Entwürfe aus dem Antony

Gibbon Design Studio beschäftigen

sich mit der Verschmelzung von Innen- und

Außenraum, der Interaktion von gebautem

Volumen mit der umgebenden Natur. Das

MOBIUST mag das dahin gehend vielleicht

konsequenteste Gedankenspiel Gibbons

bislang darstellen. Die skulpturale Form

fungiert gleichermaßen als Wand, Decke

und Boden und trägt sich sozusagen selbst.

Ob das von Gibbon fiktiv erdachte Bauherrenpaar

tatsächlich bis zur Umsetzung des

Projektes vorstoßen würde, bleibt allerdings

fraglich. „Wie alle meine Entwürfe ist

das MOBIUST-Haus so konzipiert, dass es

gebaut werden kann, auch wenn die Form

sicherlich den Preis nach oben treibt,” räumt

Gibbon selbst ein. Andererseits generiere

der spezielle Innenraum ein ganz besonderes

Wohnerlebnis: „Die Hülle nimmt sehr

stark Einfluss auf das Leben der Bewohner.

Schlaf- und Badezimmer heben sich durch

ihre organische Form ebenso von konventionellen

Wohnräumen ab wie die kreisförmige

Küche mit dem großen Himmelslicht.”

So ermögliche sich laut Gibbon eine völlig

neue räumliche Wahrnehmung, wobei Raum

eben viel weiter gefasst werden kann, als

die bekannten vier Wände.

Das MOBIUST ist wohl kein Haus für Jedermann

oder Allerorten, mit Sicherheit aber

inspirierendes Sehnsuchtsobjekt für Mathematiker,

Philosophen und romantische

Freigeister.


architektur FACHMAGAZIN

18

Magazin


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19

Magazin

Der Wohnbaum

Diese architektonische Verrücktheit des 21. Jahrhunderts ist der geistige Output

einer Zusammenarbeit Japans mit den Mittelmeerländern. Ein multidisziplinäres

Team aus den Sou Fujimoto Architects, Nicolas Laisné Associés, Manal Rachdi Oxo

Architects hatte einen Wettbewerb für diesen Bau in Montpellier gewonnen und

errichtet nun den 10.000 m 2 großen Komplex mit einer Mischnutzung aus Wohnen,

Restaurant, Bar, Galerie und Büros. Dieses Kulturen übergreifende Unternehmen soll

das moderne Montpellier der Zukunft verkörpern. Auch ist es der Ausdruck einer

Zusammenarbeit zweier Architektengenerationen – der arrivierten aus Japan und

der neuen jungen aus Frankreich.

Renderings: L‘Arbre Blanc - SFA+NLA+OXO+RSI

Der Entwurf des Turmes mit der Bezeichnung „Arbre

Blanc“ war vom ersten Augenblick an von der Tradition

des Lebens im Außenraum in Südfrankreich beeinflusst

und inspiriert, Panoramaausblicke und Gemeinschaftsbereiche

sind inkludiert. Die Architektur

ist strategisch zwischen dem Stadtzentrum und den

neu entwickelten Gegenden von Port Marianne und

Odysseum, mitten zwischen dem alten und neuen

Montpellier situiert. Sie imitiert ziemlich perfekt einen

Baum, der seine Äste in den Umraum ausstreckt.

Die Äste sind auskragende Plattformen und Balkone,

die den Nutzern spektakuläre Ausblicke gewähren.

Das Bauwerk bietet seine Äste allen Besuchern und

Nutzern an, vom Erdgeschoss mit dem Restaurant

und der Kunstgalerie bis zum Dach mit seiner Penthouse-Bar

als Treffpunkt und Aussichtspunkt.

Das 17 Stock hohe Gebäude dominiert jetzt schon

die Silhouette der Stadt und wird einmalige Aus- und

Ansichten bieten. Eine Gemengelage aus japanischer

Tradition und Kultur mit dem Flair des Mittelmeeres

mit ständig verschwimmenden Grenzen zwischen innen

und außen. Jeder Bewohner hat die Möglichkeit

aus verschiedenen, nach den Himmelsrichtungen

orientierten Ausrichtungen für seine Wohnung zu

wählen. Es gibt eine Menge variabler Grundrisse und

Layouts. Die Architekten trachteten, eine möglichst

freie Architektur zu gestalten, als eine Bestätigung

der Wohntrends der Zukunft. Natürlich wird der Turm

– wie auch ein Baum – die natürlich gegebenen Ressourcen

nutzen und den Energieverbrauch drastisch

reduzieren. Zum Kühlen der Wohnungen will man den

unkonventionellen, aber auch dialektischen Prozess

des Kühlens mittels solarer Feuerstellen benutzen.

(Was auch immer das bedeuten mag!)


architektur FACHMAGAZIN

20

Magazin

Die Welle

Wasser und Wellen gehören wohl zusammen, das dachte sich auch Architekt

Henning Larsen, als er das Appartementgebäude „The Wave“ entwarf. Nach einer

elf Jahre andauernden Bauzeit, unterbrochen von der globalen Finanzkrise, nähert

sich der ikonenhafte Bau in Vejle nun der Vollendung. „The Wave“ steht mit einem

visuellen Alleinstellungsmerkmal an der Uferzone von Vejle, Dänemark, und ist

eine architektonische Verkörperung der umgebenden Landschaft.

Fotos: Jacob Due, Jesper Ray

Die Konstruktion des 14.000 m 2 großen Komplexes

– er besteht aus 100 Appartements – begann 2006.

Die architektonische Vision sollte fünf aufeinanderfolgende

Wellenformen am Ufer des Vejle Fjordes

darstellen. Im Jahr 2008 mit der weltweiten Finanzkrise

standen erst zwei vervollständigte Wellen alleine

an der Wasserfront – das erste Kapitel einer unvollendeten

Geschichte. Obwohl damals noch nicht

komplettiert, erregte der erste Bauabschnitt bereits

internationales Aufsehen. Die zwei ersten Türme

wurden vom dänischen Magazin Byggeri 2009 zum

„Residential Building of the Year“ gekürt, es folgte

der ABB LEAF Award für innovative Architektur im

Jahre 2012 und dann 2013 der berühmte Civic Trust

Award. Es war das erste Mal seit 51 Jahren, dass ein

dänischer Architekt diesen Preis gewonnen hatte.

Nachdem 2015 die Bauaufgaben wieder aufgenommen

wurden, um die restlichen drei Türme zu realisieren,

ist jetzt – nachdem im November 2018 der

fünfte Turm vollendet war – Henning Larsens Vision

vollständig.

„The Wave“ enthält einen weiten, öffentlichen, promenadenähnlichen

Pier, dieser prägt das Ensemble

und sorgt auch für die Belebung der Uferlinie von

Vejle. Die fünf ikonischen Wellen stellen eine Referenz

an die lokale Tradition und die Landschaft der

Umgebung mit ihren „rollenden“ Hügeln dar.


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21

Magazin

„Die Zukunft hat

jedenfalls schon begonnen.

Genau jetzt.“

sagt unser Gründer und Weichensteller Dr. Werner Siblik

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22

Magazin

Lebenswerter

Brutalismus

Die nüchterne, bisweilen sogar einschüchternde Gestaltung des Züricher Wohnblocks

täuscht. Denn bei diesem Projekt von Gus Wüstemann trifft Lebensqualität

auf leistbares Wohnen. Mit seinem Bauwerk, das als Ode an den Brutalismus erscheint,

setzt der Architekt eine Landmark im suburbanen Bezirksteil Albisrieden.

Fotos: Wüstemann

Im Grüngürtel Zürichs, inmitten von Bauten

der 1950er Jahre, fällt der Betonbau sofort

auf. Insgesamt neun Wohneinheiten mit 60

und 90 Quadratmetern beinhaltet das aus

massiven Monolithen zusammengesetzte

Bauwerk. Die Wohnungen selbst wurden

organisch in das Gebäude eingeplant und

trotz vergleichsweise geringer Wohnkosten,

die vor allem der wirtschaftlichen Gestaltung

zu verdanken sind, mangelt es ihnen

an nichts.

Kennzeichnend für sie sind kompromisslose,

geometrische Formen und weitläufige

Bereiche. Das Design bietet viele Möglichkeiten

zur Individualisierung und ist daher

auf unterschiedliche Personengruppen

zugeschnitten. Jede Wohneinheit verfügt

über einen begehbaren Außenbereich, der

einen Ausblick auf die begrünte Umgebung

gewährt. Auch stellte die Planung durch

die Ost-West-Ausrichtung sicher, dass die

Bereiche sowohl von der Morgen- als auch

von der Abendsonne erhellt werden. Die

Zimmer sind von großzügigen Öffnungen,

die den Eindruck erwecken, als seien sie in

den Beton geschnitzt worden, geprägt.

Topografische Strukturen erzielten die Architekten

mit abwechslungsreichen Texturen

und einem Zusammenspiel aus Holz

und Beton. Die Holzoptik setzten sie bewusst

ein und so kommt dieses Element vor

allem in Räumen, die Intimität ausstrahlen

sollen – wie Schlafzimmer und Bad – zur

Anwendung. Auch Details wie Fensterbänke,

Türen und einzelne Bereiche in der Küche

bestehen aus dem warmen Material. Ein

bemerkenswertes Designelement integrierte

der Architekt in Form hölzerner Badezimmertüren

in die Dreizimmerwohnungen. Die

Schiebetüren gewähren Sichtschutz, ohne

den Raum vollständig zu verschließen. Zwischen

den Wohneinheiten wurden Treppen

und Lifte platziert, sodass ein barrierefreier

Zugang möglich ist und großzügig angelegte

Balkone in Betonoptik sorgen dafür, dass

die Bewohner ihre Behausung nicht verlassen

müssen, um in den Genuss direkter

Sonne zu kommen.


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23

Magazin

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24

Magazin

Energieautarkie

für drei Generationen

Ein Wohnhaus für eine Familie aus mehreren Generationen zu entwerfen, war das

Ziel der Planer von BETA. Das Ergebnis davon ist das 3-Generationen-Haus, das es

Familienmitgliedern unterschiedlicher Altersklassen ermöglichen soll, ihr Leben in

einem Haus zu bestreiten.

Fotos: Ossip van Duivenbode

Inmitten von Amsterdam liegt das kleine Gebäude mit

seiner schwarzen Fassade, das auf Adaption und damit

auf eine Vielzahl von Bedürfnissen ausgelegt ist.

Das oberste Geschoss wird von der ältesten Generation

bewohnt und ist mit Liften zu den unteren Stockwerken

ausgestattet. Das Apartment im Erdgeschoss

verfügt über einen direkten Zugang zum Garten und

enthält ein Arbeitszimmer – diese Ausstattung macht

den ebenerdigen Wohnbereich zu einem idealen Lebensraum

für eine Jungfamilie mit Kindern. Eine Besonderheit

der Wohnung ist deren Fähigkeit zur Adaptierung.

Die großzügig angelegten Flächen erweisen

sich als wandelbar und lassen den Bewohnern in Bezug

auf die Ausgestaltung des Innenraums viel Freiheit

– so ist eine stete Anpassung der Wohnung an die

sich ändernden räumlichen Bedürfnisse möglich.


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25

Magazin

Auch in Bezug auf Energieeffizienz entspricht das

Dreigenerationenhaus dem Anspruch der Zeit. Die

nördlich ausgerichtete Fassade ist fast zur Gänze

verschlossen, um Temperaturverluste zu reduzieren.

Dahingegen ist das Gebäude gegen Süden hin

fast vollständig mit einer Glasfront versehen und

maximiert den Sonneneintrag. Für den Erhalt der

Raumtemperatur sorgt zusätzlich die hochgradige

Wärmedämmung. Die Innenraumgestaltung passt

sich dem Aussehen der Fassaden an. Der Wohnraum

an der Nordseite ist in strikt abgegrenzte Bereiche

unterteilt und öffnet sich in Richtung Süden. Für

die Vollendung des Baus sorgt eine balkonähnliche

Struktur. Mit ihr ermöglichte man es, eine solide Verbindung

zum Außenbereich zu konstruieren.

Als minimalistisch und trotzdem stilvoll, erweist sich

das Zusammenspiel der unterschiedlichen Oberflächenstrukturen.

Zu verdanken ist dies einer Mischung

aus naturbelassenen und edlen Materialen.

Eine zentrale Rolle nehmen dabei die Konstruktionen

aus rohem Beton ein. Sowohl bis zu acht Meter lange

Wandabschnitte als auch offen liegende Stufen bestehen

aus dem optisch kühl wirkenden Material. Für

eine Auflockerung sorgen Trennwände und fix eingebaute

Möblierungen aus warmem Holz. Einen bemerkenswerten

Kontrast ermöglichen außerdem die hellgelben,

Skulptur-ähnlichen Elemente, die vor allem

die unteren Geschosse des Wohnhauses definieren.

Deren Präsenz nimmt mit steigendem Stockwerk ab,

sodass die Bewohner vermehrt in den Genuss freier

Flächen kommen. Mit dieser Mischung war es möglich,

einen guten Ausgleich zwischen Intimität und

Freiraum zu schaffen.


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26

Magazin

Historische Stütze

moderner Wohnqualität

Grundlage des Wohnbaus der Architekten Peter Ebner and Friends war ein

historisches Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Die Gestüthalle im Salzburger

Nonntal wirkt auf den ersten Blick unscheinbar – trotzdem verbirgt sich in ihr

ein historisches Juwel.

Fotos: Paul Ott

Durch eine Revitalisierung des ehemaligen Besitzes

der Fürstbischöfe wurde das Gebäude der Vergessenheit

entrissen. Ein wichtiger Bestandteil des

Renovierungsprozesses war die Konstruktion eines

Wohnkomplexes. Diese Aufgabe stellte die zuständigen

Architekten vor eine große Herausforderung

– immerhin mussten sie nicht nur alte und neue Elemente

harmonisch verbinden, sondern gleichzeitig sicherstellen,

dass die historische Bausubstanz keinen

Schaden nimmt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.


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27

Gute Ideen

für Dämmung

Magazin

Zwei neue Stockwerke wurden auf dem historischen

und gleichzeitig Kontur gebenden Gebäude errichtet.

Das Aussehen des Wohnbaus gleicht einer modernen,

metallenen Festung. Trotzdem wirkt das Bauwerk

durch die Implementierung großer Fenster, weitläufiger

Balkone und Wandbegrünungen nicht zu massiv.

Die abwechslungsreiche Anordnung von offenen Plätzen,

Quadraten, Gassen und privaten Räumen macht

die neue Gestüthalle zu einem vielschichtigen Wohnbau.

Durch die Metallfassade war es den Architekten

möglich, interessante visuelle Effekte zu erzielen – das

glatte Material reflektiert neben dem Sonnenlicht

nämlich auch die angrenzenden Grünflächen, wodurch

es sein Aussehen an Witterungsbedingungen

und Jahreszeiten anpasst. Doch auch die Fassade des

historischen, nunmehr renovierten Teils des Bauwerks

gibt ein harmonisches Bild ab. Im Zusammenspiel mit

der neuen Bausubstanz liefert sie mit ihrem nüchternen

Weiß einen bereichernden Kontrast.

Bekannt ist das Projekt auch als „versteckter Schatz.

Der Name bezieht sich sowohl auf die Gestaltung als

auch auf die Lage des Objekts. Denn dieses befindet

sich nahe dem historischen Stadtzentrum und

verfügt trotzdem über einen eigenen kleinen Garten

samt einer Allee, die in den Bereich hineinführt. Umliegende

Gebäude schirmen den Wohnbau und seine

Außenanlage ab, sodass die gesamte Struktur von

der Straße aus nicht zu sehen ist – der „versteckte

Schatz“ lässt sich also nur dann finden, wenn man

den Weg zum Gebäude kennt. Und trotzdem bleibt

das vielseitige Bauwerk der Allgemeinheit nicht verwehrt

– sowohl die Gestüthalle als auch der umliegende

Park sind nach wie vor öffentlich zugänglich.

Mit diesem Projekt schufen Peter Ebner and Friends

nicht nur eine harmonische Kombination aus alt und

neu, sondern auch ein ausgewogenes Zusammenspiel

privater und öffentlicher Flächen.

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28

Magazin

Eine Fabrik

als Wohnraum

Geometrische Formen, gerade Linien und eine simple Fassade – nach diesem Rezept

wandelten die Architekten von Fala Atelier eine ehemalige Fabrik in Portugal

in einen sozialen Wohnbau um. Und das bei einem sehr niedrigen Budget.

Fotos: Ricardo Loureiro

Doch keinesfalls wirkt das Projekt Housing

Abragao in Penafiel kühl und fantasielos

oder gar billig. Das Gebäude wurde gekonnt

in seine Umgebung eingebettet und

punktet mit seinen großen Fenstern. Das

Tageslicht erhellt so die großzügig angelegten

Räume, wodurch tagsüber Energie

gespart werden kann. Gleichzeitig genießt

jede Wohnung eine schöne Aussicht auf die

umliegenden grünen Felder – in den Erdgeschossen

fungieren die Fassadenfenster als

Terrassentüre, die den Bewohnern den direkten

Zugang ins Freie ermöglichen.

Die Architekten schafften es, den Wohnbau

so zu gestalten, dass auf den ersten Blick

gar nicht zu erkennen ist, dass es sich um

eine ehemalige Fabrik handelt. Sie transformierten

den stillgelegten Industriebau samt

seinen kompakten, aber dennoch wandelbaren

Wohnungen und dem hellen Treppenhaus

so, dass er die Bedürfnisse seiner

Bewohner erfüllt. Zu verdanken ist diese

Tatsache aber auch der vergleichsweise

geringen Größe des Bauwerks. Bewusst

wählten sie die ehemalige Fabrik wegen ihrer

Kompaktheit aus.

Geometrische Formen und Kontraste bilden

die gestalterische Stütze des Projekts. Die

nüchterne Sprache der Architektur unterstreicht

auch die Farbwahl. Tiefblaue Türen

bilden einen gelungenen Kontrast zu den

weißen Wänden, während die tiefroten Vorhänge

dafür sorgen, dass sich die Fenster

auch bei indirektem Licht von der Fassade

abheben. Auch das Treppenhaus wurde

bewusst minimalistisch gehalten. Eine Mischung

aus weißen Böden, einem gitterartigen

Geländer und rohem Beton erinnert an

die Vergangenheit des Bauwerks und bietet

trotzdem Wohnkomfort. Die Beleuchtung

im Stiegenhaus wurde gezielt eingesetzt,

um Höhenunterschiede und Kontraste zu

betonen.

Das Projekt beweist, dass es nicht immer

der Errichtung eines neuen Gebäudes bedarf,

um Wohnraum in guter Qualität schaffen

zu können. Durch die Umnutzung leer

stehender Bauwerke lassen sich mit geringen

finanziellen Mitteln leistbare Wohnverhältnisse

schaffen.


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29

Magazin

Ein würdiges Event!

Rund 150 Architekten, Planer und

Bauträger nutzten am 20. März die Gelegenheit,

sich im Rahmen des ARDEX

Technik & Design Forums von Top-Referenten,

sowie von einem umfangreichen

Rahmenprogramm inspirieren zu lassen.

In den speziell für diesen Anlass adaptierten

Werkshallen in Loosdorf wurden auf

1.200 m 2 Produkthighlights aus dem Haus

präsentiert. Stargast des Abends war Bernhard

Marte von Marte Marte Architekten

in Vorarlberg. Der vielfach ausgezeichnete

Visionär verwies in seinen Ausführungen

vor allem auf die technischen und materiellen

Vorstellungen ihrer architektonischen

Meisterwerke, wie aktuell der NÖ Kunsthalle

in Krems.

Neue Impulse und Licht-Blicke brachte

auch Ing. Andreas Danler vom Lichtbüro

Bartenbach in seinem Vortrag. Seine Ausführungen

zur visuellen menschlichen

Wahrnehmung sowie zu modernen Lichtkonzepten

eines jeden Bauwerkes begeisterten

die Gäste. Abgerundet wurde der

Tag durch den Vortrag der Software für

Baudokumentation von Domagoj Dolinsek

(Planradar) „digitales Mängelmanagement

von der Errichtung bis zum Betrieb“.

Das mittlerweile branchenbekannte Event

fand in den späten Abendstunden mit kulinarischen

Gustostückerln und einer Whiskey

Verkostung aus dem Waldviertel einen

würdigen Ausklang. So schafft man beste

Verbindungen!

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30

Magazin

Edler Minimalismus

Kontemporär und minimalistisch ist das Projekt von Balzar Arquitectos und

Julia Alcocer. Eine Anpassung an das Terrain und eine großzügige (Frei)Raumgestaltung

zeichnen das Konstrukt mit seinen hellen Mauern aus.

Fotos: Balzar Arquitectos

Im Zentrum des Wohnkomplexes steht ein großer

Garten samt Pool, der von glatten, klar strukturierten

Mauern umschlossen wird. Zugänglich ist dieser

Bereich lediglich den Bewohnern – er dient als Treffpunkt

und ermöglicht trotzdem Privatsphäre. Bemerkenswert

ist außerdem die Anpassung des Objekts

an die Topografie. Auf den ersten Blick steht das

minimalistische Objekt in Kontrast zur umliegenden

Landschaft. Dem Betrachter sticht die durchgehend

weiße Farbe des dreieckig angelegten Bauwerks

sofort ins Auge. Dabei wirkt der Wohnbau aber keinesfalls

eintönig. Zu verdanken ist dies einer intelligenten

Linienführung, die es versteht, sich trotz

mehrerer, sich überlagernder Ebenen an die Höhenunterschiede

der umliegenden Landschaft anzupassen.

Bei genauerem Hinsehen wird so das spannende

Wechselspiel der Bauelemente erkennbar.


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31

Magazin

Auch das Innenraumdesign überzeugt durch eine

klare Linienführung und großzügige Flächen. Eine

minimalistische Gestaltung lässt viele Möglichkeiten

zur Individualisierung des Wohnraumes zu. Natürliche

und dezente Farben lassen die Zimmer ruhig

wirken und verleihen diesen ein entspanntes Innenleben.

Wert legte man auch auf eine großzügige Aussicht

auf die umliegende Landschaft. Daher säumen

den Bau weitläufige Balkone, die mit ihrem massiven

Geländer trotzdem für Privatsphäre sorgen.

Mit seinem minimalistischen, modernen Design und

der bewussten Imitation des Terrains beweist das

Projekt inmitten der Landschaft Spaniens ein großes

Potenzial zur Anpassungsfähigkeit. Sowohl die Wohnungen

selbst, als auch der Außenbereich lassen

vielseitige Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten

zu. Die Architekten realisierten trotz herausfordernder

Niveauunterschiede einen architektonisch wie

zweckmäßig vielschichtigen Wohnbau.


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Magazin

Unterschlupf

für Eulen

Wie ein Haufen rostiger Eisenteile wirkt das „Owl Creek“ genannte Haus in der

bergigen Gegend von Colorado. Aber nur auf den oberflächlichen ersten Blick. Der

„Rost“ ist die Farbe von verwittertem Stahl, mit dem ein Großteil der Dächer dieses

Luxusheimes verkleidet ist und der auch die Grundstruktur der Architektur bildet.

Fotos: Jeremy Bittermann

Der Entwurf der „Owl Creek Residence“ entsprang

der Idee, dass ein physischer Ort des Zusammenkommens

Beziehungen und Verbindungen unter

Freunden und Familienmitgliedern mit der Natur verstärken

kann. So entstand aus dem Entwurf des aus

Portland stammenden Büros Skylab Architecture ein

fast dreieckiger Grundriss, der sich in die Hügel des

Wintersportortes bei den Snowmass Mountains hineinduckt.

Die Architekten haben die natürlichen Gegebenheiten

und Neigungen des Terrains dazu benutzt,

um die Körper in der Landschaft zu verankern.


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33

Magazin

Das einsam stehende, von zwei Familien gemeinsam

genutzte Haus bietet jegliche Annehmlichkeit,

vom Pool über Sauna bis zur Panoramaterrasse. Die

Gemeinschaftsflächen sind so angeordnet, dass sie

sowohl Privatheit wie auch Offenheit vermitteln. Zusätzlich

haben die Planer alle Anstrengungen unternommen,

um die Verbindung zwischen den 390

Quadratmeter messenden Innenräumen und der

Außenwelt aufrecht zu erhalten. Vom Eingangshof

gelangt man durch ein Foyer zu einer Lounge, einem

Bereich mit Sitzstufen, die dem Geländeverlauf angepasst

sind. Im unteren Bereich der Architektur finden

sich fünf Schlafräume, verbunden mit einem langen

Gang, der entlang der V-Form des Grundrisses verläuft.

Auf dieser Ebene liegen auch das Dampfbad

und ein Heißwasserpool. Um die schon erwähnten

Verbindungen zum Umraum zu gewähren, gibt

es auf einer erhöhten Terrasse einen dreieckigen

Outdoorpool und eine riesige Terrasse gleich neben

der Küche. Ein kurzer Stiegenlauf verbindet

alles mit den Gemeinschaftsräumen, die von einer

zweigeschossigen Glaswand abgeschlossen sind.

Sie formt die Spitze des dreieckigen Grundrisses.

Die Gemeinschaftsräume sind von einer offenen

Grundrissstruktur bestimmt.

Die komplexe und verschlungene Stahlstruktur der

Architektur hat man unverkleidet gelassen und die

Materialpalette noch mit Holz, Stein und verwittertem

Stahl ergänzt. Alles dient dazu, die Szenerie der

Landschaft mit ihren Farben und Eigenheiten zu betonen

und das Innere auszudehnen. Ein moderner

Rückzugsort in diesem felsigen Erholungsgebiet.


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34

Magazin

Im Pinienhain

Man sollte eigentlich keine Einfamilienhäuser mehr bauen, das sollte weltweit „verboten“

sein. Die Gründe dafür sind bekannt und müssen nicht mehr erläutert werden.

Trotzdem gibt es immer wieder Architekturen, auch Einfamilienhäuser, die es wert

sind, betrachtet zu werden.

Fotos: Rory Gardiner

Eines ist das Projekt der Taller Héctor Barroso Architekten

in einem weitläufigen Waldgebiet in Mexiko,

in Valle de Bravo. Die Architekten haben hier fünf

Baukörper verwirklicht, die sich in die Topografie der

Gegend einfügen. Von Pinien umrahmt, die sich im

Wind wiegen. Das Projekt mit der Bezeichnung „Entre

Pinos“ hat 2018 den AZ Award in der Kategorie

Best Residential Architecture, Single Family erhalten.

Jedes der Häuser – völlig ident in seiner Typologie

– besteht aus sechs Körpern, die dermaßen positioniert

sind, dass sie einen Leerraum generieren, einen

zentralen Hof sozusagen. Dieser Hof garantiert Ausblicke,

aber auch Ruhe und Intimität. Gegen Norden

sind die Volumina geschlossen, gegen Süden öffnen

sie sichhin zum Garten und zum Wald und von hier

werden die Innenräume auch mit Tageslicht versorgt.


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35

Magazin

TECTUS® Glas

Ganzheitliches

Beschlagsystem für

Ganzglastüren

Auf der Erdgeschossebene dehnen sich der Wohnraum,

Küche, Essbereich und eines der Schlafzimmer

in den Außenraum aus, um sich mit den Terrassen,

Höfen und dem Garten zu verbinden. Im Obergeschoss

rahmen die Fenster der drei weiteren Schlafräume

die Ausblicke auf die herrlichen Bäume. Die

Baumaterialien, wie Ziegel, Holz und Erde sind alle

aus der Gegend. In den Innenräumen verschmelzen

Möbel mit dem Holz der Deckenbalken und den

lehmverputzten Wandflächen zu einer Einheit und

bilden eine Sinfonie in Brauntönen. Der Lehm aus den

Baugruben ist als das Hauptmaterial zum Verkleiden

der Wände verwendet worden. So gesehen wächst

die Architektur im wahrsten Sinn des Wortes aus der

Erde. Viele weitere kleine Details, wie zum Beispiel

die offenen Untersichten der Stiegenläufe verleihen

ihr einen eigenen Reiz.

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36

Magazin

Mut zum

Wohnen

Mut zur Gestaltung außergewöhnlicher Wohnräume findet man in Tschechien

genug, siehe das Beispiel einer Wohnung für einen Musiker in Usti nad Labem. Mit

einem minimalen Budget von 27.000 Euro hat sich der Künstler vom tschechischen

Architekten Štěpán Havlík seine insgesamt 103 m 2 große Wohnung gestalten lassen.

Das 33 m 2 große Tonstudie des Musikers war nicht Teil des Projektes.

Fotos. Jakub Skokan, Martin Tůma

Es handelte sich um ein Appartement im zweiten

Stock eines Neubaus, einige Elemente, wie Böden und

Fenster blieben unangetastet. Die Inspiration für das

Design brachte der Besitzer ein: Es waren die Einrichtungen

der vielen alten Häuser in den umliegenden

Hügeln. Eine andere war seine Liebe zu den Bauernhöfen

der Provence. Aus diesen eher unterschiedlich

scheinenden Vorstellungen des Kunden schuf Architekt

Havlik ein konkretes Resultat, ohne Phrasen der

architektonischen Vergangenheit zu wiederholen.

Der Entwurf entstand aus der Atmosphäre dieser

Referenzen. Die Inneneinrichtung bezieht ihre Anregung

aus den Holzmöbeln der Landhäuser und ihr

Licht aus der Provence. Die Materialwahl ist von der

umliegenden Natur beeinflusst. Die drei Grundwerkstoffe

für den Innenbereich waren: ein dunkler Zementanstrich,

Eichenholz und helles Birkensperrholz.

Im Wohn-Essbereich und in der Küche entschied man

sich zu einer abgehängten Decke. Unter dieser sind

die unansehnlichen Installationen und Absaugungen

verborgen. Ebenso enthält diese Decke jede Menge

Spots um eine ausreichende Beleuchtung zu ermöglichen,

auch verschiedenste Aufhängevorrichtungen

sind in ihr integriert, da der Besitzer ein Kletterer ist

und zu Hause oft trainiert. Die Decke ist überhaupt

ein Blickfang: Sie ist in zarten, harmonischen Farben

gestaltet und vermittelt durch ihre Facettierung eine

natürliche Lebhaftigkeit. Verwendet wurden dafür

nicht Gipskarton-, sondern vom Tischler gefertigte

und montierte Sperrholzplatten, die wiederum an

Kletterfelsen erinnern.


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Magazin

Den ursprünglich unnötig großen Eingangsbereich

teilt nun eine Wand in ein separates WC und ein Foyer.

So entsteht auch – im Augenblick des Eintretens

– eine starke (Blick)Verbindung zu dem Fenster über

dem Esstisch in der Küche. Die Wand ist von großen

"Laden", die aus den Wänden kommen, bestimmt. Kleine

Details, wie die Bänke und der Esstisch oder die

Griffe an den Kleiderschränken zeugen von einer intensiven

Hingabe des Architekten zur Gestaltung und

viel Aufmerksamkeit für die Wünsche seines Kunden.

mandl & bauer gmbh

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38

Magazin

Schöne Aussichten –

harmonische Symmetrie

Mit dem Fenster- und Schiebetürsystem ONE hat der oberösterreichische Qualitätshersteller

Josko Anfang des Jahres eine Weltneuheit auf den Markt gebracht.

Minimalistisch schlank, kompromisslos symmetrisch, individuell abgestimmt – das

Produkt überzeugt Architekten und designbewusste Bauherren gleichermaßen.

Plus: Es lässt sich optimal mit bestehenden Josko Produktgruppen kombinieren.

Fotos: Josko

Somit hat man die Eleganz der Fenster zurückgebracht:

mit modernen Dämmwerten – aber mit der

minimalen Rahmenansicht früherer Architekturepochen.

Das schlanke und symmetrische Design ist

einheitlich über die ganze Familie erhältlich. Fenster,

Schiebetüren, Terrassentüren und Fixteile haben immer

eine Rahmenansicht von nur fünf Zentimetern.

ONE bedeutet damit eine neue Ära und wird zur

Speerspitze im Fensterbau. Zusätzlich komplettiert

es den Josko Smart Mix und kann an einem Gebäude

harmonisch mit bestehenden Produktgruppen wie

dem Ganzglas-System FixFrame und der Fenster-Serie

Platin verbaut werden.


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39

Magazin

+

Eine besonders schöne Kombination der avantgardistischen

Familie mit Josko FixFrame Elementen

und dem Holz/Alu System Platin Classic gelang an

einem Einfamilienhaus im oberösterreichischen Innviertel.

Das Gestaltungsziel für den Umbau des Familiendomizils

war klar definiert: Im Innenraum sollte

eine Atmosphäre von Großzügigkeit und Helligkeit

entstehen, gleichzeitig aber die Gemütlichkeit erhalten

bleiben. Große Glasflächen sollten es sein, die

nicht nur eine optimale Belichtung innen, sondern

auch eine Symbiose von innen nach außen schaffen.

Seither sorgen die Elemente mit integriertem Sonnen-

und Insektenschutz für schöne Aussichten

und für ein harmonisches Raumgefühl. Zusammen

mit dem rahmenlosen Ganzglas-System fügen

sich die großflächigen Fenster und Schiebetüren

optimal in die Architektur ein. Die gewünschte

Gemütlichkeit entsteht durch ONE App – Holzapplikationen

in Eiche pearl grey schaffen moderne

Behaglichkeit und Natürlichkeit. Im Küchenbereich

runden Platin Classic Sprossenfenster den offenen,

avantgardistischen Loft-Charakter ab.

Josko Fenster &

Türen GmbH

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office@josko.at

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40

Magazin

Wenn jede

Minute zählt

Im Einsatzfall zählt für die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Kleinneusiedl

jede Minute und ein reibungsloser Ablauf muss sichergestellt werden. Doch auch

abseits des Einsatzgeschehens gibt es in einem Feuerwehrhaus sehr individuelle

Anforderungen und eine durchdachte Schließanlage erleichtert die Zusammenarbeit.

Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, hat sich Feuerwehrkommandant

OBI Ernst Samuel nach umfassender Beratung durch die Firma ABUS für

das System wAppLoxx entschieden.

Fotos: ABUS

Beim Gedanken an die Tätigkeiten der Feuerwehr

denkt man in erster Linie an gefährliche Brandsituationen

und fordernde Menschenrettungen. Und

obwohl diese Szenarien natürlich immer wieder vorkommen,

gibt es viele weitere Beschäftigungsfelder

und tägliche Herausforderungen für die Feuerwehrkameraden.

Es gibt unzählige unterschiedliche Funktionen,

die innerhalb der Feuerwehr bekleidet werden

und damit einhergehend auch diverse Rechte und

Pflichten. Doch nicht nur die Feuerwehrleute sind

für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich. Auch

die technische Ausstattung des Feuerwehrgebäudes

ist ein ausschlaggebender Faktor. Dies fängt schon

beim schnellen und reibungslosen Zugang zum Gebäude

an. Hierfür bietet ABUS mit dem modernen

Zutrittskontrollsystem wAppLoxx eine leistungsund

anpassungsfähige Systemlösung.

+


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41

Magazin

Ob für die Außentüren ins Feuerwehrgebäude oder

die Innentüren zu Verwaltungs- oder Gruppenräumen

– wAppLoxx ist die passgenaue Sicherheitslösung

für jeden Anspruch. Vorbei ist damit die Zeit der

mechanischen Schließanlage, die zwar zuverlässig

aber unflexibel ist, wenn sich Schließberechtigungen

im Lauf der Zeit ändern. Für OBI Ernst Samuel haben

sich im Lauf der Zeit mehrere Probleme mit dem

bestehenden mechanischen Schließsystem ergeben:

Durch die vielen Mitglieder ist es schwierig, die Übersicht

über die ausgegebenen Schlüssel zu behalten,

und beim Verlust nur eines Schlüssels müssten alle

Türzylinder ausgetauscht werden. Außerdem muss

der Schlüssel zum Feuerwehrhaus immer mitgetragen

werden, um im Einsatzfall das Gebäude betreten

zu können. Zusätzlich gibt es sich verändernde Berechtigungen,

und wenn ein Mitglied die Feuerwehr

dauerhaft verlässt, kann nie ganz sichergestellt werden,

dass alle Schlüssel retourniert werden. Mit der

elektronischen Schließanlage wAppLoxx von ABUS

konnten all diese Herausforderungen auf einen

Schlag aus der Welt geschafft werden.

Die Bedienung der elektronischen Zylinder kann sowohl

per Chip als auch per App vom Handy aus bedient

und damit geöffnet werden, bei Verlust eines

Chips kann dieser schnell und einfach gesperrt werden

und die Schließberechtigungen der einzelnen

Türen können geändert werden. Außerdem sind die

Chips viel kostengünstiger als klassische Schlüssel

und eine Öffnung ist auch aus der Ferne möglich,

wenn beispielsweise dem Reinigungspersonal Zutritt

zum Gebäude gewährt werden soll, aber kein Feuerwehrmitglied

anwesend ist.

Um allen Anforderungen gerecht zu werden, wurde

die Steuereinheit WLX Control und um die großen

Distanzen zu überwinden ein WLX Repeater verbaut

sowie alle Türen mit einem Access Zylinder ausgestattet.

Die Umstellung auf die moderne Zutrittskontrolle

bedeutet für die Mitglieder der Feuerwehr

Kleinneusiedl eine große Erleichterung ihres Arbeitsalltages.

ABUS Austria GmbH

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Magazin

Der Raucherpavillon

Was macht eine Architektin, wenn sie an ein wunderschönes, gutbürgerliches Gasthaus

in Graz einen Raucherbereich angliedern muss? Claire Braun entwarf diesen

als Nurgklaskonstruktion, in der die notorischen Raucher ihrem gesundheitsschädigenden

Laster wenigstens im offenen Raum weiter frönen können. Der sogenannte

Raucherunterstand für den Wienerwirt durfte – laut Bauordnung – nur eine „nicht

dichtrelevante” Konstruktion sein. Das heißt auf deutsch, dass mindestens 50% der

Fassadenfläche offen bleiben mussten.

Fotos: Martin Steinkellner

Der Entwurf wird allen diesen Anforderungen gerecht

und steigert gleichzeitig die Attraktivität des

Gasthauses mit seinem schönen (2016 schönster

Gastgarten in Graz) Außenbereich. Der Pavillon ist

nun ein geschützter, transparenter Teil des Gartens,

der in der Dämmerung und Dunkelheit die Lichter reflektiert

und durch die Spiegelungen in den Gläsern

die Faszination des Ortes steigert. Die Grenzen zwischen

Innen- und Außenraum werden aufgelöst. Zu

diesem Fluss tragen auch der von innen nach außen

durchgehende Boden aus Teakholz und die Möblierung

bei. Auch die Beleuchtung ist im Innen- und

Außenraum gleich. Die Beleuchtungskörper sind aus

Glas, und zwar handgeformte Objekte als Gegensatz

zu den starren Scheiben.


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Magazin

Alle Teile des Objektes mit Ausnahme der Knotenverbindungen

und der (nicht sichtbaren) Einspannung

sind aus Glas. Wände, Stützen, Unterzüge und auch

das Dach werden aus mehrschichtigem Verbundsicherheitsglas

gebildet. Die Wandscheiben sind in

Stahlwinkel, die auf einer Stahlbetonplatte befestigt

sind, eingespannt. Die Einspannung ist aber nicht

sichtbar, da auf der Bodenplatte eine aufgeständerte

Holzkonstruktion in Höhe der Stahlwinkel als Fußbodenbelag

liegt. Die Glasscheiben für das Dach liegen

auf Unterzügen (auch aus Glas), die wiederum auf

senkrechten Glasfinnen gelagert sind. Diese Finnen

bestehen aus 3 Scheiben mit einer Gesamtstärke von

4,8 cm. Die Entwässerung des Glasdaches erfolgt

durch eine Neigung von 3%. Anstelle einer Dachrinne

ist ein Glasstab mit 5 cm Höhe leicht schräg

(um auch hier Gefälle zu erzeugen) auf dem Dach

angebracht. Der gläserne Stab wird über das Dach

als gläserne Rinne zu einer Schotterschichte geführt.

Die Elektroleitungen sind übrigens in den Glasfugen

verlegt und somit sind keine Installationen sichtbar.

Zur Temperierung des Pavillons wurde in die Bodenplatte

eine Fußbodenheizung eingebaut.

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Bau & Recht

Novelle der

Wiener Bauordnung

Wien wächst. Seit 1991 ist die Gesamtbevölkerung der Stadt von 1.564.051 auf

1.888.776 gewachsen und soll um das Jahr 2025 sogar die zwei Millionen Marke

erreichen. Wien wurde zudem in der Mercer-Studie zum zehnten Mal in Folge zur

Stadt mit der höchsten Lebensqualität ernannt, weshalb es nicht überrascht, dass

die Bevölkerungszahl stetig steigt.

Text: Mag. Matthias Nödl, Julia Mörzinger

Das Bevölkerungswachstum führt naturgemäß

zu einer steigenden Nachfrage auf

dem Wiener Wohnungsmarkt – der bereits

seit Jahren begrenzt ist – und in diesem

Zusammenhang auch zu einem Anstieg

der Immobilienpreise und der monatlichen

Mietkosten. Die ansteigenden Immobilienpreise

resultieren auch daraus, dass der

Grundstücks- und Immobilienmarkt seit der

Finanzkrise für privates Investment attraktiver

geworden ist.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde

mit der am 21.03.2019 in Kraft getretenen

Novellierung der Wiener Bauordnung die

neue Widmungskategorie „Gebiete für geförderten

Wohnbau“ eingeführt. Diese neue

Kategorie ersetzt die bisherige Kategorie

„Gebiete für förderbaren Wohnbau“, die nur

Aspekte der Energieeffizienz und der damit

verbundenen Technologie beim Bau von

Gebäuden umfasste und in der Praxis kaum

effizient war.

Das erklärte Ziel der neuen Kategorie ist

die Förderung des leistbaren Wohnens. Gemäß

den Gesetzesmaterialien soll die neue

Widmungskategorie nicht nur zu niedrigeren

Herstellungskosten und günstigeren

Mieten führen, sondern auch eine generell

preisdämpfende Wirkung am Wohnungsmarkt

entfalten.

Die neue Kategorie bringt einige Einschränkungen

und Verpflichtungen für die Eigentümer

der betroffenen Liegenschaften, und

damit Eingriffe in das Eigentumsrecht mit

sich. Diese Eingriffe in das Eigentumsrecht

werden vom Landesgesetzgeber für gerechtfertigt

erachtet; dies zumal der Verfassungsgerichtshof

in der jüngeren Ver-

gangenheit sinngemäß bestätigt hat, dass

Eingriffe in das Eigentumsrecht zum Zwecke

der Schaffung leistbaren Wohnraums

im „Ermessensspielraum“ des Gesetzgebers

liegen.

Gemäß § 6 Abs 6a Wiener Bauordnung ist

nunmehr bei der Errichtung von Gebäuden

im Gebiet des geförderten Wohnbaus ein

überwiegender Teil des Gebäudes für geförderte

Wohnungen bereitzustellen. Nach

allgemeinem Verständnis würde man unter

einem überwiegenden Teil grundsätzlich einen

Anteil von über 50 % verstehen. In der

Planungsgrundlage der Stadt Wien wurde

jedoch festgelegt, dass der Mindestanteil

der geförderten Wohnnutzfläche zwei

Drittel betragen soll. Gemäß der Planungsgrundlage

wurde der höhere Anteil der geförderten

Wohnnutzfläche zur gesamten

Wohnnutzfläche festgelegt, um ein signifikantes

Volumen an neuen leistbaren Wohnungen

zu ermöglichen.

Die neue Widmungskategorie, die als Unterfall

der Baulandwidmung „Wohngebiet“ und

„Gemischtes Baugebiet“ zur Anwendung

kommt, wird erst (i) bei der Neuausweisung

von Wohngebieten oder gemischten Baugebieten,

(ii) bei Widmungsänderungen im

Bauland, (iii) bei der Erhöhung der für Wohnungen

nutzbaren zulässigen baulichen

Dichte („Verdichtungen“) und (iv) bei der

Ausweisung von Hochhäusern angewendet.

Aufrechte Baulandwidmungen bleiben von

der neuen Widmungskategorie unberührt.

Obwohl in anderen Bundesländern bereits

ähnliche Widmungskategorien vorgesehen

sind, stellt die in Wien eingeführte Kombination

der zulässigen Widmung einerseits

mit Miet- und Verkaufspreisgrenzen andererseits

einen gänzlich neuen Ansatz dar.

Denn um in Zukunft eine Baugenehmigung

in der Kategorie „Gebiete für geförderten

Wohnbau“ zu erhalten, muss dem Bauansuchen

ein Nachweis über die Angemessenheit

der Grundkosten angeschlossen

sein. Die Angemessenheit der Grundkosten

ergibt sich aus dem Wiener Wohnbauförderungs-

und Wohnhaussanierungsgesetzes

(WWFSG) und kann z. B. durch Vorlage des

Kaufvertrages oder eine entsprechende

Bescheinigung der Gemeinde nachgewiesen

werden. Die Grundkosten (Kaufpreis)

gelten dann als „angemessen“, wenn bei

Übertragung des Eigentums an einer Fläche

zur Errichtung und Bereitstellung von

Wohnungen die Höhe von EUR 188,00 pro

Quadratmeter der oberirdischen Bruttogrundfläche

bei raumbildenden Bauteilen

nicht überschritten wird.

Zusätzlich darf der Hauptmietzins für geförderte

Wohnungen für die Förderungsdauer

(40 Jahre) höchstens mit einem Betrag von

insgesamt EUR 4,97 je Quadratmeter Nutzfläche

und Monat begehrt werden. Dieser

Betrag ist inflationsbereinigt und an den

von der Statistik Austria veröffentlichten

Verbraucherpreisindex 2015 gekoppelt.

Während der Förderungsdauer von 40 Jahren

können somit geförderte Wohnungen

nur zu einem Mietzins vermietet werden,

der diese Obergrenze nicht überschreitet.

Des Weiteren ist zur Sicherung der Inanspruchnahme

der Förderung im Grundbuch

auf der entsprechenden Liegenschaft ein

Veräußerungsverbot zugunsten des Landes

Wien einzuverleiben, dessen Nachweis

spätestens mit der Baubeginnanzeige zu


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Bau & Recht

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der Zukunft.

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erbringen ist. Die Veräußerung der Liegenschaft

während der Förderungsdauer bedarf daher der

Zustimmung der Stadt Wien. Dadurch soll der spekulative

Verkauf von geförderten Grundstücken für

die Förderungsdauer verhindert und damit die ordnungsgemäße

Verwendung der Förderung sichergestellt

werden.

Künftig ist bei Bauvorhaben auf Grundstücken, die

als „Gebiete für geförderten Wohnbau“ gewidmet

sind, mit der Fertigstellungsanzeige auch die Förderungszusage

der Landesregierung nachzuweisen,

damit die Anwendung der günstigeren Mietzinsvorschriften

sichergestellt ist. Die Verwaltung der Förderung

erfolgt im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung

der Stadt Wien, weshalb kein Rechtsanspruch

des Antragstellers auf eine Förderung besteht. Für

den Bauherrn kann daher das Risiko bestehen, dass

die Förderungszusicherung nicht erteilt wird und die

Fertigstellungsanzeige nicht erstattet werden kann,

obwohl das Bauvorhaben faktisch fertiggestellt ist.

Die Fertigstellungsanzeige ist jedoch zwingend erforderlich

für die zulässige Benützung des Gebäudes.

Nicht unerwähnt bleiben kann, dass es aufgrund

der mit der neuen Widmungskategorie verbundenen

Beschränkungen nicht nur rechtliche, sondern

auch wirtschaftliche Bedenken gibt. Insbesondere

wird in der Praxis befürchtet, dass es aufgrund dessen

zu einer weiteren Verknappung von Bauland für

Wohnzwecke, einem verstärkten Wettbewerb zwischen

gewerblichen Bauträgern und einer möglichen

Querfinanzierung geförderter Wohnungen durch die

Mieter von nicht gefördertem Wohnraum kommen

wird; dies mit der Folge, dass Wohnraum nicht günstiger,

sondern teurer wird. Es bleibt daher abzuwarten,

welche Auswirkungen die neuen Regelungen auf

den Wiener Wohnungsmarkt haben werden.

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46

architekturszene

Der ländliche Raum

als globale Herausforderung

Landflucht ist ein Problem, das nicht nur Österreich betrifft. Auf der ganzen Welt sorgen

stark voranschreitende Urbanisierungsprozesse dafür, dass immer mehr Menschen

von der Region in die Großstädte ziehen. Die Ausstellung „Rural Moves – The Songyang

Story“ im Architekturzentrum Wien zeigte, mit welchen Strategien sich die Pekinger

Architektin Xu Tiantian dieser Herausforderung stellt.

Text: Dolores Stuttner Fotos: Wang Ziling

Sie reichen von kleinmaßstäblichen architektonischen

Interventionen bis hin zu

Bürgerbeteiligungsmaßnahmen samt der

Einbindung regionaler Handwerker. Mit gezielter

Stärkung der regionalen Identität war

es der Planerin möglich, positive Zukunftsperspektiven

für die ökonomische, kulturelle

und soziale Entwicklung der Region zu

schaffen. Die Geschichte der Architektur

von Songyang wurde in Form von Fotos, Filmen

und Modellen erzählt.

Maßnahmen, die Früchte tragen

Die Ausstellung selbst präsentierte nicht

nur ausgewählte Projekte von Xu Tiantian,

sondern gewährte auch Einblick in die

Geschichte der Region und deren Bevölkerung.

Die Vergangenheit des Landkreises

inspirierte schließlich auch die Planerin.

Bei jedem ihrer Projekte berücksichtigte

sie die Brauchtümer und die Tradition von

Songyang. Nur auf diese Weise war es der

Architektin möglich, sowohl identitätsstiftende

Bauten als auch neue Produktionsund

Arbeitsstätten zu errichten. So war Xu

Tiantian unter anderem für die Realisierung

einer Fabrik zur Zuckeraufbereitung, einem

Gemeinschafts- und einem Bambuspavillon,

einem Teehaus und einer Brücke über den

Songyin-Fluss verantwortlich.

Derzeit deutet alles darauf hin, dass die Geschichte

von Songyang eine positive Wendung

nimmt. In einigen Dörfern siedelten

sich bereits Vintageläden an. Auch stellen

Kleinunternehmer die ersten Ferienhäuser

für Touristen zur Verfügung. Die neue Autobahn

in die Region wurde ebenfalls schon

fertiggestellt, wobei in den nächsten Jahren

auch ein Regionalflughafen – letztgenannte

Großprojekte kommen in erster Linie dem

Tourismus zugute – mehr Besucher in die

Gegend bringen soll.

Akupunkturen in der Landschaft

Der Landkreis Songyang ist im Südosten

der Provinz Zehjiang gelegen und setzt sich

aus 400 Dörfern zusammen. Geprägt wird er

von Bergen sowie dem Fluss Songyin. Aufgrund

ihrer malerischen Landschaft und der

langjährigen Tradition ist die Region auch

heute noch für Touristen attraktiv. Doch nur

die wenigsten Menschen bleiben auf Dauer

in Songyang – wie viele rurale Gegenden

Chinas ist die Region von Landflucht betroffen.

Die drohende Abwanderung erweist

sich nicht nur für die Dörfer, sondern auch

für die denkmalgeschützte Landschaft als

Risiko. Diese ist nämlich seit Jahrhunderten

von der menschlichen Präsenz und Arbeit

geprägt – ein dauerhafter Verlust wichtiger

Traditionen hätte als Konsequenz eine weitere

unaufhaltbare Landflucht. Der Versuch

der Regierung Chinas, die Region durch

Großprojekte zu beleben, scheiterte. Die Erschließung

des Landkreises durch Schnellzüge

und Straßenerneuerungen konnte der

Abwanderung keinen Einhalt gebieten.

Die Lösung für das Abwanderungsproblem

kam in Gestalt der Planerin Xu Tiantian. Die

erste chinesische Architektin mit einem eigenen

Büro machte es sich gemeinsam mit

der kommunalen Regierung zur Aufgabe,

die Region unter Einbeziehung der ortsansässigen

Handwerker und Dorfgemeinschaften

zu beleben. Dabei setzte sie mit

ihren Projekten sogenannte „Akupunkturen“

in die Landschaft. Es handelt sich hier

um kleinmaßstäbliche Baumaßnahmen, mit

denen es letzten Endes möglich war, der


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47

architekturszene

ländlichen Gegend zu einem organischen

und trotzdem dynamischen Wachstum zu

verhelfen. Auch wurde durch diese Maßnahmen

mittlerweile eine neue Generation

moderner Landbewohner angelockt. Zu verdanken

ist diese Entwicklung der sensiblen

Herangehensweise der Architektin. Denn

das Ziel von Xu Tiantian war es, das Bestehende

nicht zu planieren, sondern in der Region

bereichernde Verbindungspunkte zu

schaffen. Hiermit war es möglich, Altes mit

Zeitgemäßem zu verbinden und der Region

zu einer neuen Identität zu verhelfen, ohne

die Tradition zu zerstören.

Diese durchaus positive Entwicklung in

Songyang zeigt auf, dass es nicht immer

Projekte großen Ausmaßes sein müssen, die

einen Wandel in der Region herbeiführen.

Schon kleine Maßnahmen, die es schaffen,

die Eigenschaften der Gegend einzufangen,

und diese in einen modernen Kontext setzen,

können das Problem der Landflucht

lösen. Voraussetzung ist eine Auseinandersetzung

mit der Region und ihren Bewohnern

– auch Beteiligungsprozesse haben

dabei einen hohen Stellenwert. Wichtig ist,

beim Bauen die Bedürfnisse der Menschen

zu berücksichtigen.

Von Songyang lernen

Viel zu lange wurde das Land als Ressource

für die Stadt angesehen. Dabei wurde darauf

vergessen, dass die Stadt ohne einen regionalen

Bezug nicht diskutierbar ist – dies gilt

vor allem in Hinblick auf die Architektur. Nur

dann, wenn das Zusammenspiel von Stadt

und Land berücksichtigt wird, ist es möglich,

durchdachte planerische Übergänge

zu schaffen. Experten sind sich daher einig,

dass Landflucht eine Herausforderung ist,

der sich vor allem die Architektur und Raumplanung

stellen müssen. Immerhin handelt

es sich hier um ein komplexes Phänomen,

das nicht nur Einzelpersonen, sondern auch

Familien und ganze Dörfer und damit den

bebauten Raum betrifft. Dies gilt ebenso für

Österreich, das mit dem Problem der Landflucht

seit den 1970er Jahren zu kämpfen

hat. Mittlerweile sind hierzulande ganze Regionen

vom Problem der Abwanderung betroffen.

Insbesondere für die ortsansässige,

oft ältere Bevölkerung ist diese Tendenz mit

erheblichen Nachteilen verbunden. Nicht

nur ist ein steigender Mangel an Nahversorgern

zu verzeichnen – jede vierte Gemeinde

in Österreich muss ohne Lebensmittelgeschäft

auskommen – auch hinken ländliche

Gegenden den Städten in Bezug auf Barrierefreiheit

hinterher. Des Weiteren sind die

Einfamilienhäuser in vielen Regionen für die

heutigen Wohn- und Lebensverhältnisse zu

groß und weisen daneben schlechte Energiewerte

auf – aus Spargründen können

dann lediglich ein oder zwei Räume beheizt

werden.

Strukturelle Veränderungen dieser Größenordnung

sehen in verschiedenen Ländern

anders aus. Trotzdem gibt es in Bezug auf

die Landflucht einige Gemeinsamkeiten, sodass

sich auch für Staaten auf anderen Kontinenten

die Möglichkeit ergibt, voneinander

zu lernen. Eine Region, die es hierzulande

geschafft hat, der ländlichen Abwanderung

entgegenzuwirken, ist das Rheintal in

Vorarl berg. In diesem Landkreis verschwimmen

die Grenzen zwischen städtisch und

ländlich zusehends. Die Verbindung mehrerer

Gemeinden zu einer Region erwies sich

als guter Lösungsansatz. Im Rheintal konnte

durch gemeindeübergreifende Kooperation

ein Landstrich mit Arbeitsplätzen, guter

Verkehrsinfrastruktur und leistbaren Wohnungen

geschaffen werden. Dies führte zu

einer Belebung der Region, die im Vergleich

zu den 1970er Jahren nun einen deutlichen

Anstieg an Wohnbauten aufweist. Des Weiteren

war es auf diese Weise möglich, eine

regionale Marke und Identität zu schaffen.

Auch zeigt die Geschichte von Songyang,

dass es nicht ausreicht, Dörfer durch neue

Eisenbahnstrecken und Autobahnen zu erschließen.

Damit eine Region floriert, gilt es,

unter Mitarbeit der Bevölkerung bestehende

Ressourcen in den Gemeinden wiederherzustellen

und diese zu integrieren. Nur

so gelingt es, resiliente und (energie)autarke

Dörfer aufzubauen, die sich unabhängig

zu den umliegenden Großstädten eine Identität

aufbauen.


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Sozialer Wohnraum

Sozialer Wohnraum

in Städten

365 Tage im Jahr, rund um die Uhr bietet die Gruft der Caritas Wien obdachlosen

Menschen einen Zufluchtsort. Sie erhalten nicht nur einen Platz zum Schlafen, sondern

auch sauberes Essen und menschliche Wärme. Das Team unterstützt die Menschen

außerdem dabei, wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. In den letzten zehn Jahren

ihres über 30-jährigen Bestehens hat die Einrichtung einen architektonischen Wandel

erfahren. Durch die Gestaltung der Trimmel Wall Architekten ZT GmbH wurde das

Umfeld den Bedürfnissen von Mitarbeitern und Bewohnern angepasst. Die Gruft ist

ein gelungenes Beispiel für eine soziale Betreuung bedürftiger Menschen mitten in der

Stadt, die sogar in unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum stattfinden kann.

Text & Fotos: Dolores Stuttner

Ein zentraler Standort –

eine zentrale Rolle

Was als Experiment der Pfarre Mariahilf und

einiger Schüler ins Leben gerufen wurde, hat

sich im Laufe der Zeit zu einem Fixpunkt der

sozialen Betreuung ausgeweitet. Bereits seit

1986 stellt die Gruft einen fixen Bestandteil

unter den sozialen Einrichtungen Wiens dar

– sie gilt hierzulande sogar als die bekannteste

Caritas Einrichtung für bedürftige

Menschen. Direkt unter der Mariahilfer Kirche

befindet sich die Gruft. Ironischerweise

handelt es sich hierbei um einen Platz, der

ursprünglich nicht für die Lebenden gedacht

war – daher rührt auch der Name der Einrichtung.

Heute herrscht an diesem Ort aber

reges Leben. Für viele bedürftige Menschen

stellt die Gruft sogar den einzigen Fixpunkt

in ihrem Alltag dar – damit nimmt die Einrichtung

einen wichtigen Platz als Wohnund

Lebensraum für Obdachlose ein.

Gegründet wurde das Konzept von Pater

Albert Gabriel, dem Pfarrer der Kirche. Mit

Schülern des Amerling-Gymnasiums richtete

er eine Wärmestube ein. In der Anfangszeit

hatte man nur zwei Stunden am Tag

geöffnet. Das Konzept erfreute sich jedoch

so großer Beliebtheit, dass schon bald Öffnungszeiten

und Angebot ausgeweitet

wurden. In der Anfangszeit bot die Einrichtung

noch keine Schlafstellen an. Allerdings

stellte sich den Verantwortlichen bald die

Frage, wie obdachlosen Personen auch in

der Nacht geholfen werden könne. So ist die

Gruft seit 1994 24 Stunden lang geöffnet –

zu verdanken ist dies vor allem den zahlreichen

Spenden.

Heute ist die Gruft die wichtigste Betreuungseinrichtung

für wohnungslose Männer

und Frauen in Wien. Sie kümmert sich um

die Grundbedürfnisse ihrer Bewohner und

deckt somit ein breites Spektrum an Hilfestellungen

ab. Noch vor zehn Jahren waren

die Mitarbeiter dazu gezwungen, unter

schwierigen Bedingungen zu arbeiten. In

den Räumen unter der Mariahilfer Kirche

gab es weder Tageslicht noch eine ausreichende

Zahl an Aufenthalts- und Entspannungszonen.

Auch in puncto Barrierefreiheit

wies die „alte“ Gruft erhebliche Mängel auf

– dies sollte sich ab dem Jahr 2009 ändern.

Die Gruft baut aus

Die Betreiber der Gruft sind der Meinung,

dass warmes Essen, frische Kleidung und

ein Schlafplatz ein Grundbedürfnis aller

Menschen ist. Um diese zu erfüllen, erwiesen

sich die Standards der alten Räumlichkeiten

als unzureichend. Als ersten Schritt

kam es daher zur Gründung der „Zweiten

Gruft“. In dieser Einrichtung finden Obdachlose

aus den neuen EU-Ländern Zuflucht.


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49

Die Gruft

Der Standort der Zweigstelle befindet sich

– diesmal abseits des Wiener Stadtzentrums

– im 18. Wiener Gemeindebezirk. Ein Altbau

dient bedürftigen Personen hier als Notunterkunft.

Eine Besonderheit der „Zweiten

Gruft“ ist die Notschlafstelle für Frauen. Mit

dem Ausbau der Einrichtung will man eine

zielgruppen- und geschlechtsspezifische

Betreuung ermöglichen. Hiermit will die Caritas

sicherstellen, dass jeder Mensch individuelle

Unterstützung erhält.

Doch die Gruft machte in den letzten Jahren

nicht nur durch ihren neuen Standort von

sich reden. Auch die bestehende Einrichtung

im 6. Wiener Gemeindebezirk wurde gemäß

den Plänen der Trimmel Wall Architekten ZT

GmbH modernisiert und ausgebaut. So übersiedelte

die Gruft – einem Zubau sei Dank –

aus den Räumlichkeiten unter der Mariahilfer

Kirche in den Pfarrgarten. Im sogenannten

Tageszentrum der Einrichtung kommen Bewohner

und Mitarbeiter nun in den Genuss

von lang ersehntem Tageslicht. Raumhohe

Fenster ermöglichen vom Erdgeschoss aus

außerdem einen Blick in den Pfarrgarten.

Doch auch die ursprüngliche Gruft ist immer

noch in Betrieb. Die Räumlichkeiten unter

der Kirche dienen nach wie vor als Schlafplatz.

Die Notschlafstelle selbst wurde im

Mai 2016 sogar auf 68 Plätze erweitert.

Da die neue Einrichtung rund um die Uhr

geöffnet hat und sich in unmittelbarer Nähe

von Wohnungen befindet, war es den Planern

wichtig, störende Lärmentwicklungen

zu vermeiden. Der barrierefreie Zugang

zur Einrichtung wurde daher als gedeckter

Laubengang konzipiert. Die Gestaltungselemente

des Laubengangs kamen auch beim

Neubau zum Einsatz. Dieses vermittelt mit

seiner Beplankung aus Lärchenholz ein warmes,

natürliches Aussehen.

Architektonische Mindeststandards

für Bewohner und Mitarbeiter

Mit dem Umbau der Einrichtung erfuhren

auch die Mitarbeiter eine Verbesserung ihrer

Arbeitsbedingungen. Büros, Teeküche,

Besprechungsraum und die psychologische

Betreuung wurden im Obergeschoss angesiedelt.

Auch obdachlosen Klienten ist – vorausgesetzt

sie nehmen eine Beratung in

Anspruch – der Zugang zum ersten Stock

gestattet. Ein nunmehr begrüntes Dach

samt Bäumen auf dem Neubau schafft außerdem

einen Ausgleich zur verkleinerten

Rasenfläche im Pfarrhof. Auf der Atriumterrasse

hat das Personal die Möglichkeit, sich

zu entspannen und durch einen Blick auf

Baumkronen und den begrünten Dachgarten

Abstand vom Alltag zu gewinnen.

Tageslicht und Terrasse erscheinen in der

Betreuungseinrichtung nach mehr als 30

Jahren Existenz im Keller der Mariahilfer Kirche

wie ein Luxusgut. Das soll und darf die

Erweiterung von Trimmel Wall Architekten

aber nicht sein – vielmehr müssen Fenster

und Entspannungszonen für soziale Einrichtungen

zum Mindeststandard gehören. Nur

auf diese Weise ist die Aufenthaltsqualität

für Bewohner und Mitarbeiter – und damit

eine umfassende Betreuung – gesichert.

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Wie wohnen wir?

Wohnen in

der Seestadt

Ensemble im Seeparkquartier / Wien /

Freimüller-Söllinger Architektur ZT-GmbH

Fotos: A. Ehrenreich

Prolog

Es ist ein langer Weg in die Seestadt, ca. 55 Minuten

benötigt man zum Beispiel von Meidling in die neue

Stadt am anderen Ende von Wien. Während der Reise

mit den Öffis durch mehrere Bezirke Wiens fährt man

auch im 22.sten an der von Roland Rainer erbauten

Siedlung in der Tamariskengasse vorbei. Von der

U-Bahn blickt man direkt hinunter auf dieses Wohnparadies.

In jenem Konzept eines verdichteten Flachbaus

gibt es 232 Wohnungen mit über 20.000 m 2

Wohnfläche auf 3,8 ha Baugrund. Die Siedlung ist

weiß verputzt mit weißen Holzfenstern und Holztüren.

Jede Wohneinheit hat ihren eigenen Wohnhof

bzw. Garten mit Ausmaßen von 25 bis 60 m 2 , der

durch unverputzte Betonmauern von den öffentlichen

Bereichen abgegrenzt ist, was den nötigen Intimbereich

für die einzelnen Mieter schafft. Man fährt

weiter und dann kommt die Seestadt:

Die Seestadt Aspern ist ein in Bau befindlicher Stadtteil

im 22. Wiener Gemeindebezirk, Donaustadt und

eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas

der 2010er Jahre. Über einen Zeitraum von rund

20 Jahren soll ein neuer Stadtteil entstehen, 10.500

Wohnungen sollen Platz für über 20.000 Menschen

bieten. Beworben wird die Seestadt allerorts mit großen

Plakaten und ebenso großen Worten: 150 Unternehmen,

große wie kleine Betriebe, Start-ups und

Traditionsunternehmen, Einzelhändler, EPUs und

Industriekonzerne sollen sich dort ansiedeln oder es

bereits getan haben.

Beim Verlassen der Endstation der U2 fährt einem zuerst

der eisige Wind in die Glieder, trotz der 20 Grad

in der Sonne unter blauem Himmel ist es ausgesprochen

ungemütlich. Ich treffe im Schatten des HoHo,

des 85 Meter hohen Holzhochhauses (der gar nicht

aus Holz ist, sondern einen riesigen Stahlbetonkern

hat) Architektin Regina Freimüller-Söllinger. Auf einer

der vielen Plakatwände erklärt sie mir die Struktur der

Stadt und das Konzept für den weiteren Ausbau: Dieses

ist beängstigend in seiner Geplantheit.

Vom beworbenen „lebendigen, urbanen Ort“ ist noch

wenig zu spüren. Die einmal städtisch sein sollenden

Räume, Straßen, Plätze etc. sind derart überdimensioniert,

dass die paar Menschlein verloren wirken. 10

Meter breite Gehsteige schaffen keine Möglichkeit für

Begegnung, für Kommunikation. Wohnen findet in den

eher gesichtslosen und anonym wirkenden Wohnbauten,

von denen es genügend gibt, statt. Die Architektur

ist „bemüht“, das merkt man ihr an, aber sie kann

den Mangel an städtischen Qualitäten (Kleinteiligkeit,

Vielfalt, Rückzugsorte, Schutz) nicht ausgleichen. Es

wirkt ein bisschen wie in einem Endzeitfilm, in dem die

Menschen bereits Mangelware sind. In dieser „geplanten“

Stadt spürt man, wie die wichtigsten Kriterien für

Stadt nicht vorhanden sind, bzw. vernachlässigt werden.

Aufgrund der Überdimensionierung des öffentlichen

Raumes geht das Gefühl für den hodologischen

Raum verloren, der Mensch wird zum Objekt, fast zur

Stadtmöblierung. Er erscheint genauso geplant wie

die einzelnen Quartiere.

u


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Freimüller-Söllinger Architektur ZT-GmbH

Das Ensemble zeichnet sich in der Entwicklung der

Hüllen und Kubaturen durch eine differenzierte

Höhenstaffelung und vor- und rückspringende

Baukörper, um eine Ablesbarkeit der Gliederung

zu erzielen, aus.


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Wie wohnen wir?


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Freimüller-Söllinger Architektur ZT-GmbH

Das Baufeld J12 liegt im zentral gelegenen Areal südlich

des Sees, dem „Seeparkquartier“, in dem sich die

Funktionen des Lebens und Arbeitens konzentrieren

(sollen). Das Baufeld gliedert sich in drei Bauteile, die

sich um einen, begrünten Innenhof gruppieren. Sie

bestehen aus einem Wohngebäude, einem Wohnheim

und einem oberirdischen Parkdeck. Städtebauliches

Ziel der Architektin war es, den Spielraum für

einen lebendigen Mix aus Büros, Dienstleistungseinrichtungen,

Bildung und Forschung sowie Wohnen

offen zu halten. Neben der Belebung der Sockelzone

durch unterschiedliche Nutzungen ist die strukturelle

Vorsorge von großer Relevanz, sie soll zukünftige

Nutzungsänderungen in den neu geschaffenen Räumen

ermöglichen. Diese Flexibilität verlängert dann

auch den Lebenszyklus der Gebäude und damit auch

deren ökonomische und ökologische Bilanz.

Die Kubaturen

Das maximal erlaubte, baubare Volumen wurde zugunsten

einer differenzierten Höhenstaffelung,

Ablesbarkeit der einzelnen Gebäude und einer

großzügigen grünen unversiegelten Mitte mit Freiraumbezug

zur intimen städtischen Straße im Osten

nicht zur Gänze ausgeschöpft. Architektin Freimüller

stellte sich damit klar gegen den Gedanken der Profitmaximierung.

Die Akzentuierung der Hochpunkte und die Raumecken

charakterisieren die öffentlichen Räume. Einerseits

bildet das Gebäudevolumen die Raumkanten

des Baufeldes ab, damit die Straßenzüge und

Freiräume die notwendigen Abschlüsse und Ausweitungen

erhalten. Andererseits wird es in einzeln ablesbare,

klar getrennte Baukörper gegliedert (vertikal

vor-, und rückspringende Gebäudekanten), um eine

städtische Kleinteiligkeit und Differenziertheit zu

schaffen. Jede Einzelfläche des Gesamtbaukörpers

erfüllt eine bestimmte Aufgabe im übergeordneten

städtebaulichen Setting. Die Öffnung der Bebauung

ist so gesetzt, dass in der östlichen Stichstraße die

grüne Hofoase in Erscheinung treten kann.

Grün im Inneren

Die Hofoase liegt im Innenhof des Bauplatzes und

ist als unversiegelter, mit vielen Bäumen natürlich

gestalteter Bereich mit hohem Grünanteil konzipiert.

Als Kontrast zur unmittelbar angrenzenden urbanen

Umgebung wurde der Bauplatz auch landschaftlich

gestaltet. So entstehen ein angenehmes Mikroklima

und ein gemeinschaftlicher Freiraum im Inneren der

Anlage – er kann von allen BewohnerInnen genutzt

werden. Die, durch Geschosszahl, Fassade und Höhenstaffelung

unterschiedlich ausformulierten, Volumina

erzeugen Abwechslung, Spannung und auch

Zonierungen im Freiraum. Die Öffnung zur Gasse im

Osten verbindet den Hof mit dem öffentlichen Raum.

Entlang der Fassade schafft ein Ring aus hohen Gräsern

und Stauden, einen Puffer zur Fassade. Angrenzend

liegt die Zone „Rasenfläche mit hochstämmigen

Gehölzen“. Die Rasenfläche kann als Bewegungsund

Aufenthaltsraum unter den Bäumen genutzt

werden. Einzelne Holzliegen runden das Angebot ab.

Als Inseln in der Belagsfläche aus der wassergebundenen

Wegdecke sind der Kinder- und Jugendspielplatz

situiert.

u

Die grüne Hofoase als

gemeinschaftlicher

Freiraum stellt einen

„urbanen Salon“ dar. Er

ist frei von ober- und

unterirdischen Einbauten

und kann damit der Versickerung

des Oberflächenwassers

dienen.


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Wie wohnen wir?

Der Wohnbau

Da man den Gebrauch von Fahrrädern unterstützen

wollte, verfügen sowohl das Wohnhaus/Stadthäuser

als auch das Wohnheim über entsprechend großzügige

Sammelräume für Fahrräder – sie sind bequem

über Rampen erreichbar. Der Platz und die Allee sollen

durch viele Eingänge zu öffentlichkeitswirksamen,

nutzungsoffenen Räumen (Lobby, Waschsalon,

Studios, Ateliers, Dienstleistung, Geschäfte, Gastro

etc.) belebt werden. Interessant sind die Durchblicke,

die sich bei jedem Stiegenhaus vom Außenraum und

der Straße in den grünen Innenhof ergeben.

Im Äußeren sind die Baukörper aufeinander abgestimmt,

in Grau gehalten und mit der Schmuckfarbe

weiß. Die Fassaden gehen – im Gegensatz zu den

meisten anderen Wohnbauten – bis zur Erdoberfläche

und sind nicht in Glasfronten aufgelöst. Das

Ensemble als ein großes Ganzes ist in seinen Innenräumen

ganz unterschiedlich ausformuliert, um eigenständige

Identitäten zu erzeugen.

Durch ein leichtes Verschieben der einzelnen Baukörper

zueinander und eine Höhenstaffelung entstehen

sechs aneinandergereihte Einzelhäuser. Insgesamt

sind es 71 Einheiten unterschiedlicher Größen von 40 m²

bis 80 m² mit optimiertem Flächenverbrauch. Ihr Inneres

besticht durch die Kleinteiligkeit in den einzelnen

Stiegenhausgemeinschaften. Es bietet sich Identität

und Zugehörigkeit, sowie eine hohe Wohnqualität für

die NutzerInnen. Jede Wohnung hat einen privaten

Freiraum, zur Fußgängerzone hin sind Loggien, zum

grünen Hof hin Balkone, zu den Dächern Terrassen

angeordnet. Eine ökologische und nachhaltige Bauweise

stand im Vordergrund. Deshalb hat der Stahlbetonskelettbau

im gesamten Baukomplex (außer der

Garage) eine Erdgeschosshöhe von 4 Metern und im

ersten Obergeschoss eine Raumhöhe von 2,80 Metern

für die Möglichkeit der Nutzungsänderung in

Büroräume. Die 4 Meter im Erdgeschoss bieten eine

Vielfalt an Nutzungen wie Wohnen, Dienstleistungen,

Büros, Geschäfte und Studios. Bei der Fassade wird

durch Öffnungen – verglast oder offen für die Loggien

– eine Lebendigkeit mittels unterschiedlich großer

Verglasungselemente erreicht.

Das Wohnheim für Studierende umfasst 290 Heimplätze

und nimmt die prominente Ecklage am Bauplatz

ein. Wohnungen sind hier in Duplex- und

Einzeleinheiten mit Größen von 38 m² und 25 m² aufgeteilt.

Als Fassade gibt es hier eine Lochfassade mit

raumhohen Fenstertürelementen samt Außenläden.


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55

Freimüller-Söllinger Architektur ZT-GmbH

Eine Garage oder mehr?

Die Marktgarage, ein Parkhaus für 321 Stellplätze,

wird über eine Seitenstraße der Sonnenallee erschlossen

und liegt an der Ecke Sonnenallee und westliche

Straße, an der auch die Einfahrt angeordnet ist. Die

zweigeschossigen Bögen mit einer Tiefe von 6 m entlang

den Straßen mit ihren eigenen Zugängen stellen

tolle Räumlichkeiten für multifunktionale Nutzungen

dar, welche auch zu Galeriegeschossen ausgebaut

werden können. Im Sinne der Nachhaltigkeit und Veränderbarkeit

der Anforderungen soll die derzeitige

Garage leicht in ein hybrides Gebäude umgewandelt

werden können und folgenden Nutzungsmix erlauben:

Büros, Markt, Studios, Geschäfte, Parken, Kraftwerk,

Mobilitätshub.

An den Straßenfronten im Erdgeschoss ist eine

Raumhöhe von 6 m gegeben, um eben Galeriegeschosse

in den Bögen zu ermöglichen. Die Obergeschosse

haben eine Raumhöhe von 2,8 m, um eine

Umnutzung in Büros zu gewährleisten. (rp)

Die Marktgarage besitzt einen

kommunizierenden Rand und mit

einer Raumhöhe von sechs Meter

nist sie für den Selbstausbau einer

zweiten Ebene vorgesehen.


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56

Wie wohnen wir?

Epilog

Nach der Besichtigung des Baufeldes J12

mit seinen wirklich überzeugenden Lösungen

– vor allem der Hof drückt in seiner

Maßstäblichkeit eine positive Atmosphäre

aus und die Durchblicke durch die Stiegenhäuser

fördern sicherlich die Kommunikation

und die Gemeinschaft – fanden wir ein geöffnetes

Lokal, flüchteten in die Wärme und

führten (auszugsweise) folgendes Gespräch:

Frau Architektin Freimüller-Söllinger, denken

Frauen als Architekten anders als Männer,

speziell beim Wohnen?

Nein, das glaube ich nicht. Es hat jeder Architekt

eine eigene Agenda, wie er Wohnraum

anlegt. Ich habe bei diesem Projekt zum Beispiel

gelernt, bei neuen Projekten nur mehr

Loggienbalkone zu machen, keine reinen

Balkone mehr. Ich will den Gegensatz von Privatheit

zur Öffentlichkeit stärker ausformulieren.

Hier ging es auch um den Footprint, da

hätten die Loggien das Volumen vergrößert.

Aber die Frau sollte doch eigentlich eher

für das Wohnen, für die Gemütlichkeit und

das Herdfeuer (Hestia, griech. Mythologie)

zuständig sein?

Da bin ich viel zu viel Städtebauer!

Wie stehen Sie zum Begriff der

„Smartwohnung“?

Nicht positiv! Der Begriff Smartwohnung

wird meist auf die Verkleinerung der Wohnungsgrößen

bei gleichbleibender Zimmeranzahl

reduziert. Abstellräume werden zu

Abstellnischen. Diese Wohnungen erlauben

es, die Miete geringer zu halten, weil die

Nutzfläche kleiner ist. Sie bietet eine kleinere

Wohnqualität und sorgt auch für Überbelegungen.

Das wiederum schafft Aggressionspotenzial.

Es ist auch die teuerste Wohnform,

denn das Geld kosten die Küche, WC und das

Bad und das braucht auch die kleinste Wohnung.

Das Vorzimmer wird dann – wegen des

Normenwahnsinns und der Barrierefreiheit –

fast größer als die Zimmer.

Also sehen Sie einen Reformbedarf bei den Gesetzen

und Verordnungen für den Wohnbau?

Ja natürlich, und zwar dringend. Auch dieser

Sondermüllwahnsinn an den Fassaden,

der gehört als Erstes reduziert.

Die erhöhten Raumhöhen für das Erdgeschoss

(4 Meter) und die Geschosshöhen

(2,8 Meter) sollten zum Standard werden

,um Nutzungsvielfalt zu erlauben. Hier

müsste man die Bauordnung anpassen.

Wie haben Sie es geschafft, bei ihrem Projekt

die nicht maximale Ausnützung des

Bauvolumens zu realisieren?

Zähe Verhandlungen und geschickte

Grundrisslösungen, um weniger Kubatur zu

benötigen.

Was bedeutet Work/Life Maisonette*?

Arbeiten und Wohnen gemeinsam. Das

Home office ist bereits Realität und diese

Lösung schafft Möglichkeiten. Es kann nicht

nur ein Zimmer zum Arbeiten in der Wohnung

sein, man sollte auch das Gefühl haben,

arbeiten zu gehen, obwohl man in der Wohnung

ist. Deshalb die zweite Ebene im Maisonettestil

mit einem zusätzlichen Eingang.

Haben Sie auch „shared spaces“ verwendet?

Das ist beim frei finanzierten Wohnbau, bei

diesem Bauherrn nicht möglich gewesen.

Das Wohn-/Studentenheim hat natürlich

auf allen Ebenen gemeinsam nutzbare Freiräume

verteilt.

Wie sieht die Energieeffizienz

der Architektur aus?

Die aspern 3420 hat ganz strenge Vorgaben

für die Bauökologie (Kennwerte, Materialien

etc...), das wird aber nur, weil sie

das beim Verkauf der Grundstücke vorgeschrieben

haben, realisiert, denke ich. Freiwillig

machen das die Bauherrn nicht. Eine

bessere Bauökologie ist teuer und wird aufgrund

des Kostendruckes oft nicht freiwillig

ausgeführt.

© Reischer

Wie sehen Sie die Zukunft des

Wohnbaus in Wien?

Wir lernen bei jedem Projekt dazu. Ich will

eigentlich nur noch den Skelettbau für

Wohnbauten haben, weil er eine Flexibilität

im Ausbau ermöglicht. Wünschenswert ist

auch wieder mehr Spielraum bei den Wohnungsgrößen

und Raumhöhen, um Nutzungsvielfalt

zu ermöglichen.

Lieben Sie als Architektin die Seestadt?

Das Seeparkquartier hat mehr Potenzial als

das schon gebaute Quartier, weil hier der

Städtebau lebendiger ist und mehr Spielraum

zulässt. Die Aufenthaltsqualität wird

hier höher sein, städtischer, auch weil das

Quartier mehr Nutzungsvielfalt haben wird.

Diese Räume hier suggerieren Stadt zu sein,

sind es aber nicht. Für die Entwicklung der

nördlichen Seestadt haben wir einen Vorschlag

unterbreitet, diese Freihaltezone an

den Straßen gefühlt kleiner zu machen und

zu Aneignungsflächen für die Bewohner zu

widmen. Dann wird eine Lebendigkeit entstehen.

... und als Mensch?

Ich komme nur zu den Baubesprechungen,

also nur für die Arbeit hierher!


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57

Freimüller-Söllinger Architektur ZT-GmbH

EG

OG

Ensemble im Seeparkquartier

Wien, Österreich

Bauherr:

Planung:

Mitarbeiter:

Statik:

Projektentw., GP, ÖBA:

Freiraum:

Wohnbauvereinigung GFW Gemeinnützige GmbH,

Erste ÖSW Wohnbauträger GmbH,

Aspern J12 Entwicklungs- und Verwertungs GmbH

Freimüller-Söllinger Architektur ZT GmbH

Mag. Arch. Umbrasaite, DI G. Fassl, DI A. Ehrenreich, DI M. Eder

KS Ingenieure ZT GmbH

WGA ZT GmbH

Carla Lo Landschaftsarchitektur

Grundstücksfläche: 6.988 m 2

Nutzfläche: 20.400 m 2

Planungsbeginn: 06/2015

Bauzeit:

2 Jahre

Fertigstellung: 04/2018

Baukosten:

25,56 Mio. Euro netto


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58

Wie wohnen wir?

Eine Architektur für Sozialwohnungen ist

in Barcelona vom Studio Espinet/Ubach

errichtet worden. Um einen zentralen

Hof als Epizentrum der Anlage gruppieren

sich 26 Wohneinheiten. Der Hof dient

als Klimamaschine und sorgt wie ein

Kamin für den ständigen Austausch der

Luft und gute, bioklimatische Verhältnisse

im Gebäude.


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59

Espinet/Ubach

Ein Innenhof als

Klimamaschine

Social Housing at Can Batlló / Barcelona / Espinet/Ubach

Fotos: Pedro Pegenaute

Der zentrale Innenhof, der von Studio Espinet/Ubach

entworfenen Wohnanlage in der Nähe der alten Textilfabrik

Can Batlló in Barcelona, ist nicht nur der

Kommunikationspunkt und das lebende Epizentrum

für die Bewohner. Er reguliert auch – als zentrales

Element – die Temperatur der aus 26 Sozialwohnungen

bestehenden Architektur.

Das Bauwerk ist das Ergebnis eines Wettbewerbes,

der von den Architekten des Studios gewonnen wurde.

Auf einer Restfläche neben der ehemaligen Textilfabrik

gelegen, richten sich drei seiner Seiten in die

urbane Landschaft. Ein schmaler Weg führt am Gebäude

vorbei in einen nahen Park. Die Bedingungen

des Wettbewerbes mit dem Titel „Opening Roads“

erlaubten eine unterschiedliche Höhenstaffelung in

Abstimmung mit den örtlichen Bauvorschriften und

Gesetzen. Und so konzentrierten sich die Architekten

auf die möglichen Qualitäten eines inneren Hofes,

und zwar nicht nur als Belichtungs- und Belüftungsinstrument,

sondern auch als ein verbindendes Element

der verschiedenen Baukörper. Der Hof arbeitet

wie eine Klimamaschine und hat positive Wirkungen

auf die bioklimatischen Bedingungen.

Das Funktionsprogramm der Architektur interpretiert

das interne Layout des Gebäudes neu. Ein Kranz

von Servicebereichen erstreckt sich um den Hof herum,

wie eine innere Krone und die flexiblen Wohnbereiche

liegen an der äußeren Seite des Baus, an der

Fassade. Die Haut der Architektur passt sich auf jeder

Seite an die Fassade an. Das Ergebnis sind subtile

Brüche in den Ansichten, eine Nichtorthogonalität,

der Anordnung der inneren Wandteilungen folgend.

Der Hof ist mehr als ein Verbindungsweg zu den einzelnen

Wohneinheiten, mehr als eine Passage. Er wird

zu einem Auge, das sich gegen den Himmel öffnet,

Tag und Nacht, Winter und Sommer das Licht „ansaugt“.

Er ist mehr als die Verbindung, der Kanal zum

Umraum, er scheidet unerwünschte atmosphärische

Bedingungen aufgrund des ständig von ihm generierten

Luftzuges aus. Er wirkt wie ein Kamin. Die

durch Sonneneintrag erzeugte Hitze wird in einem

ständigen Austausch mit der kühleren Umgebungsluft

ohne zusätzliche Energiezufuhr ausgetauscht.

Er ist aber auch ein Ort für soziale Aktivitäten und

optische Stimulation. Seine Begrenzungen, die als

Licht- und Schattenfilter wirken, sind aus galvanisierten

Metallplatten, die senkrecht zu der Linie der Geländer

angebracht sind. Sie wirken wie ein Vorgang,

anregend, schützend, begrenzend und immer durchlässig.

Im ersten Stock ruht der Hofboden auf dem

Erdreich und erlaubt in einer kreisrunden Öffnung

eine Bepflanzung, die auch zum Bioklima im Inneren

beiträgt und das Regenwasser auffängt.

Das Gebäude hat eine deutliche Präsenz auf der

Straßenebene. Ein Windfang schützt den Eingang

zur Garage und vergrößert auch den Bereich für den

Zugang der Besucher zum Can Batlló Park. Auch die

Fassadengestaltungen verdeutlichen diese Absicht:

Auf einem Sockel aus geriffelten, dunklen Stahlteilen

scheint der helle, weiße Körper mit seinen vertikalen

Teilungen und Linien fast zu schweben. Die schmalen,

bis auf wenige Zentimeter raumhohen Öffnungen

in den Wohneinheiten sind außen mit schmalen Sonnen-

und Sichtschutzblenden aus Aluminium versehen,

jeweils ein, zwei oder drei Module pro Fenster. In

ihrer Form und Richtung bilden sie ein starkes vertikales

Element.

Der chromatische Kontrast der Außenseiten ist auch

im Inneren bemerkbar: Kräftige Farben und große

weiße Zahlen markieren die Eingangstüren zu den

Wohnungen. In den Wohnungen findet man die für

Spanien so typischen Zementfliesen mit ihrer geometrischen

Formgebung an den Böden.

u


architektur FACHMAGAZIN

60

Wie wohnen wir?

Den Zutritt über den Windfang bestimmt eine Eingangshalle,

in der die Verbindungswege, die Räume

für das Service, Aufzüge und das geschützte

Stiegenhaus situiert sind. Man gelangt direkt in

den Hof, über den die Verteilung zu den einzelnen

Wohnungen erfolgt. Die Architekten haben sechs

Wohnungen pro Geschoss untergebracht, alle Zimmer

außer der Waschküche haben eine natürliche

Belichtung und Belüftung. Die Grundrisse der Wohnungen

sind praktisch ident – jeweils zwei oder drei

Schlafzimmer, eine Kochnische im Wohnbereich und

Nebenräume. Im fünften Obergeschoss konnten sie

aufgrund der Fassadengestaltung zwei 4-Zimmereinheiten

statt der 3-Zimmereinheiten realisieren.

Die Feuermauer zum Nachbarn ist als Platz für den

Aufzug samt Motor und dem Stiegenhaus gewählt.

Somit konnte man allfällige Geräuschbelästigungen

für die Bewohner minimieren.

(rp)


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61

Espinet/Ubach

Social Housing Can Batlló

Barcelona, Spanien

Bauherr:

Planung:

Statik:

Patronat Municipal del l‘Habitatge Barcelona

Espinet/Ubach

Josep M. Delmuns, Josep Zalvídar

Bebaute Fläche: 3.949 m 2

Planungsbeginn: 2013

Bauzeit: 2015 - 2016

Fertigstellung: 2018

Baukosten: 2,68 Mio. Euro


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62

Wie wohnen wir?

Nice, small

and beautiful

Oak Park Housing / Sacramento / Johnsen Schmaling Architects

Fotos: John J. Macaulay

Ganz einfache Häuser haben die Johnsen

Schmaling Architects auf einem leerstehenden

Grundstück in Sacramento, Kalifornien entworfen.

Sie sind preislich am unteren Ende der Skala für

Wohnbauten angesiedelt, aber trotzdem ganz

ansehnlich und die wenigen, farbigen Elemente

verleihen ihnen eine einzigartige Identität.


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63

Johnsen Schmaling Architects

Interessantes auf dem Sektor des Wohnbaus gibt es

auch aus Amerika zu berichten. Das Land der Superlative

kann auch auf „Klein“. Das Projekt Oak Park

Housing ist ein Lückenfüller auf einem lange Zeit leer

gestandenen Grundstück im Bezirk Sacramento Oak

Park. Diese demografisch sehr schwierige Gegend in

Kalifornien hatte lange mit ökonomischen Problemen

zu kämpfen und litt unter einem Mangel an Investitionen.

In den letzten Jahren wurde das Areal zunehmend

von Künstlern, Studenten und jungen Paaren

entdeckt und so entwickelte sich hier, in der Nähe

des Stadtzentrums von Sacramento, eine Szene von

Galerien, Kaffeehäusern, Bars und kleinen Geschäften.

Sie alle benutzen die verwaisten Lokalitäten und

teilweise leerstehenden Baukörper.

Dieses Projekt ist nun eine der ersten, grundlegenden

Neuinvestitionen seit den berühmten Unruhen aus

dem Jahr 1969, die bleibende Narben in der Stadt hinterlassen

hatten. Es ist fast ein Vorbote einer sozialen

Reurbanisierung und Revitalisierung und die Johnsen

Schmaling Architects haben damit auch sehr sensibel

auf die bereits vorhandene energetische Stimmung

der Bewohner und deren Renaissancebemühungen in

dem Areal reagiert. Das Grundstück war von Indie Capital,

einer kleinen Immobilienentwicklungsfirma, die

sich auf Baulücken spezialisiert hat, gekauft worden.

Es war knapp über 1.000 m 2 groß und das Ziel des

Investors war es, darauf sechs kleine Einfamilienhäuser

zu errichten. Hauptsächlich für junge Familien, die

in der Stadt wohnen wollten, sich aber nicht die oft

überhöhten Mieten der Wohngebiete leisten konnten.

Also entwarfen die Architekten einen Typus, der zwar

am unteren Ende der Preisskala angesiedelt war, aber

trotzdem ein komplettes Wohnprogramm mit allen

Annehmlichkeiten ermöglichen sollte. Alle Funktionen

hatten aufgrund des begrenzten Grundangebotes

in einem sehr kompakten Volumen Platz zu finden.

u


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64

Wie wohnen wir?

Jedes der Häuser hat nun eine Wohnfläche von ca.

140 Quadratmetern und besteht aus zwei einfachen,

miteinander verschränkten Körpern: Eine Basis, die

mit weißen, aus Poly-Ash-Paneelen (Tafeln aus Flugasche

und Polymer-Bindemittel hergestellt) verkleidet

ist und ein dunkelgraues, verputztes Volumen,

welches die Basis überragt und über der südlich gelegenen

Eingangstüre einen Vorsprung bildet. Im Inneren

sind Küche, Wohnraum und Essplatz in einem

einzigen, offenen Raum auf der Haupt(Grund)ebene

zusammengefasst. Ein Stiegenlauf führt zum Obergeschoss

mit seinen drei Schlafzimmern, die sich

zwei Bäder teilen.

Die sechs Häuser sind sorgfältig proportioniert und

passen auch gut auf das Grundstück, zweigeschossige

Volumina mit etwas Grünraum rundherum und

einem, jeweils ausreichend bemessenen Vorplatz.

Drei der Einheiten gruppieren sich entlang der 2nd

Avenue und ergänzen dort das fragmentierte Straßenbild.

Die anderen drei werden von einem Zugangsweg

an der Rückseite des Grundstückes erschlossen,

einer der für Sacramento typischen Wohnstraßen, die

als Zugangsfläche für Nachbarschaften genutzt wird.

Eine einfache und reduzierte Materialpalette spiegelt

sich in den Fassaden wider: Flächen mit Zementputz

und den schon erwähnten Poly-Ash-Paneelen,

die mit Bedacht von raumhohen Öffnungen durchbrochen

werden. Im Obergeschoss verwandelt sich

die südliche Fassade (Schmalseite) in ein Feld aus

lackierten, vertikal angeordneten Metallfinnen. Sie

dienen dem Sonnenschutz und auch als Designelement.

Die exakten Abstände zwischen den einzelnen

Blenden bestimmen eine genaue, dynamische Kadenz

und ihre prismatische Farbgebung verwandelt

das, ansonsten eher einfärbige Heim in etwas doch

Besonderes. Bei der Farbgebung für die Metallblenden

nahmen sich die Architekten Anleihen aus den

Wohnbauten/Einfamilienhäusern und Lagerhäusern

der Nachbarschaft mit deren traditionellem Kolorit.

Zwei Seiten prägen diese Architektur:

vorne bunt und hinten grau und unauffällig.

Die Häuser sind natürlich entsprechend den Bedingungen

des „California Green Standards Building

Code“ entworfen, inklusive Energieeffizienz, Wasserverbrauch,

bzw. -vermeidung und- rückgewinnung,

Abfallminimierung bei der Produktion und Konstruktion.

Die Ökobilanz der Gebäude wurde fortlaufend

von CalCERTs – einem unabhängigen Messinstitut

– getestet und zertifiziert.

(rp)


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65

alley units

Johnsen Schmaling Architects

bedroom

bedroom

garage

closet

closet

laundry

mech.

trash/recycling

powder

closet

entry

bathroom

bathroom

dining/living

kitchen

bedroom

w.i.c.

0 1' 5' 10' 20'

main level

upper level

alley units

street units

covered patio

trash/recycling

bedroom

bedroom

bedroom

bedroom

garage

closet

closet

dining / living

closet

closet

mech.

laundry

laundry

closet

powder

trash/recycling

closet

entry

bathroom

kitchen

bathroom

dining/living

bathroom

garage

closet

powder

bathroom

mech.

kitchen

bedroom

w.i.c.

entry

w.i.c.

bedroom

closet

main level

upper level

main level

upper level

street units

Oak Park Housing

covered patio

trash/recycling

Sacramento, Kalifornien

Bauherr:

Planung:

Statik:

dining / living

bedroom

bedroom

Indie Capital

Johnsen Schmaling Architects

closet

closet

Core 4 Engineering, Inc.

laundry

closet

Grundstücksfläche:

kitchen

1.092 m 2

Bebaute Fläche:

bathroom

1.050 m 2

Nutzfläche: 1.765 m 2

Planungsbeginn: closet 01/2107

Bauzeit:

9 Monate

Fertigstellung: garage

powder

02/2018

Baukosten:

ca. 1,5 Mio. Euro

entry

closet

w.i.c.

bathroom

mech.

bedroom


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66

Wie wohnen wir?

Drei Betonzimmer

Ridge House / Kalifornien / Mork-Ulnes Architects

Fotos: Bruce Damonte

(Fast) Ganz aus Beton

sind die drei Gästesuiten,

die Architekt Mork-Ulnes

für einen privaten Auftraggeber

in Kalifornien

errichtet hat. Was aus

der Entfernung sehr solid

wirkt, wird jedoch aus der

Nähe zu lichten, freundlichen

Räumen mit einer

grandiosen Aussicht in

die umliegende Natur.


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67

Mork-Ulnes Architects

Im Norden Kaliforniens, in einem Weinbaugebiet,

liegt, umgeben von den dort typischen Hügeln und

vielen Weinfeldern, eine charmante kleine Stadt.

Fährt man dort eine der kleinen, kurvigen Straßen die

Hügel hinauf, hat man einen tollen Ausblick über die

Landschaft. Auf einem dieser Hügel liegt das Refugium

einer jungen Familie aus der Bay Area. Ein schon

bestehendes Gästehaus mit einem Schwimmbecken

liegt eingebettet zwischen Hainen aus Heidekraut

und Pinienwäldern auf einem kleinen Plateau. Ein abgeschiedener

Rückzugsort aus dem Alltag. Der über

70.000 Quadratmeter große Besitz bietet allerdings

– abgesehen von der grandiosen Aussicht – wenig

ebene Fläche als Bauland.

Die Mork-Ulnes Architects waren vom Besitzer gefordert,

ein neues, zusätzliches Gästehaus zu errichten.

Da die Familie ständig größer wurde, benötigte man

Raum für die Besucher, wie auch für die größeren

Kinder. Die Architektur sollte ebenfalls in der Nähe

des Pools angesiedelt sein und deshalb entschlossen

sich die Architekten, den Neubau auf Stelzen aus

dem geringen ebenen Grund in den Hang des Hügels

hinausragen zu lassen. So wurde auch der vorhandene

ebene Bereich nicht verbaut und andererseits der

Ausblick in die Landschaft gewahrt.

Ein weiteres Kriterium war es, feuersicher zu bauen, da

dieser Teil Kaliforniens fast alljährlich von Buschbränden

heimgesucht wird. Deshalb benutzte man fast

ausschließlich Beton für den Bau, und als im Jahr 2017

große Wald- und Buschbrände die Gegend verwüsteten,

überlebte das Betongebäude diese Katastrophe.

u


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68

Wie wohnen wir?

Die Besitzer wollten drei separate Gästezimmer mit

eigenen Eingängen, angeschlossenen Badezimmern

und je einer Außenterrasse. Ebenso sollte es ein

Projekt mit geringen Wartungskosten sein. Sie präferierten

holzverschalten Beton aufgrund seiner organischen,

taktilen Qualität und der Fähigkeit, sich

optisch den umgebenden Felsformationen anzupassen.

Die Holzschalungen mit ihren deutlich sichtbaren

Strukturen im Beton wecken auch Erinnerungen

an die Tradition des Holzbaus, der in dieser Gegend

beheimatet ist.

Durch den Entschluss, die drei benötigten Räume

getrennt und nicht in einem Volumen zu realisieren,

wirkt das Gesamtvolumen kleinteilig und passt sich

besser der Landschaft an. Es ist, als ob drei Schutzhütten

in einer Wildnis errichtet wurden. Die Topografie

fließt in den Entwurf mit ein und das Grundstück

bestimmt die Form und Lage. Die drei Körper

steigen treppenartig den Hügel hinab, einer immer

etwas tiefer als der vorige. Ein durchgehendes, vielfach

gegabeltes Dach vereint die drei Räume und die

Dachform referiert gleichzeitig die Bergketten und

Täler der natürlichen Umgebung.

Aus der Perspektive des Pools und der Gartenebene,

sind die drei Körper solide Betonprismen. Durchschreitet

man die Umhüllung aus Beton, dehnt sich

der Raum aus und bietet den Blick in die unendliche

Weite der Landschaft. Gläserne Grenzen definieren

die Raumgrößen und sind auch der einzige materialmäßige

Kontrast zum Beton, als dem Hauptmerkmal

und -element der Architektur.

Die Bodenplatten ragen aus dem Zimmer hinaus und

gewähren so jedem Raum seine eigene, privilegierte,

Aussicht und Terrasse. Die Orientierung der Zimmer

weg von den sozialen Zonen des Gartens und des

Pools bieten Intimität und sichern auch die thermische

Performance des Gästehauses. Die soliden Betonwände

und die Decke schirmen das Innere der

Räume während der stärksten Hitzeperiode im Sommer

ab. Die doch beträchtliche Speichermasse hält

die Räume kühl und wärmt sie an kühleren Tagen.

Der weite Vorsprung des Daches schützt die Terrassen

und betont dabei auch den Fluss des Innenraumes

der Gästesuiten in den Außenbereich. u


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69

Mork-Ulnes Architects

Privat, abgeschieden und

mit traumhafter Aussicht

sind drei Gästesuiten

zu einem Feriendomizil

hinzugefügt worden.


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70

Wie wohnen wir?

Die südlichen und westlichen Wände sind komplett

aus grauem Beton gestaltet. Nur eine kleine, quadratische

Öffnung wie ein Punkt dient zur Belichtung

der dahinter liegenden Badezimmer – sie unterbricht

die plane Fläche. Die Nord- und die Ostseite sind verglast,

mit Schiebetüren und auch fixen, aber rahmenlosen

Verglasungen.

Um einen gedämpften Eindruck im Inneren zu erzielen,

sind die Oberflächen aller Betonwände hier

glatt gespachtelt worden. Vom Architekten eigens

entworfene helle, warme Pinientüren lösen stellenweise

die harten Beton- und Glasflächen ab. Sie sind

aus massivem Pinienholz, mit Lauge behandelt und

gekrönt von extra angefertigten, gekurvten Holzgriffen.

Auch das wiederum als Gegensatz zum Beton in

Sichtqualität mit seinen harten Kanten.

Auch die Badezimmer zelebrieren die Dominanz

des Hauptmaterials – sie unterstreichen den monochromen

Charakter dieser Architektur. Architekt

Mork-Ulnes hat auch hier die Details, wie Ablageflächen

und Becken, entworfen. Die glänzenden Armaturen

bilden dann einen interessanten Kontrast zu

den matten Betonteilen.

(rp)


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71

Mork-Ulnes Architects

































Ridge House

Kalifornien, USA

Bauherr:

Planung:

Statik:

privat

Mork-Ulnes Architects

ZFA Structural Engineers,

Kevin Zucco and Drew Fagent

Grundstücksfläche: 74.000 m 2

Nutzfläche neu: 78 m 2

Planungsbeginn: 10/2014

Bauzeit: 01/2016 - 06/2018

Fertigstellung: 06/2018


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72

Wie wohnen wir?

Reines Rot

House 3000 / Alcácer do Sal / Luís Rebelo de Andrade

Fotos: João Guimarães, Carlos Cezanne

Man kann kilometerlang fahren, ohne links und

rechts etwas anderes als Bäume zu sehen. Korkeichen

und Pinien mit ihren schirmähnlichen Kronen

prägen das Erscheinungsbild dieser Landschaft im

südlichen Drittel Portugals. Die „Herdade da Considerada“

ist ein Stück Land in einer sehr trockenen

Gegend mit einer Ausdehnung von 500 Hektar,

ungefähr sieben Kilometer von Alcácer do Sal entfernt.

Die Landschaft ist derart gleichmäßig in jeder

Richtung, dass Architekt Luís Rebelo de Andrade bei

seinem ersten Besuch meinte, hier könne man sein

Auto leichter verlieren als auf dem Parkplatz eines

großen Supermarktes. Diese Erfahrung einer eintönigen

Gleichmäßigkeit, das Fehlen jeglicher Merkmale

in der Landschaft – welche die Natur in der Herdade

da Considerada einfach nicht anbietet – führte ihn

dann zur Entwurfsidee.

Eine Architektur, die ihren Platz in der Landschaft als

Referenzpunkt bezieht, als ein Zeichen, wie es seit jeher

die Menschen geführt hat und die Umgebung mit

einem unübersehbar, sichtbaren Bau versieht: einfach

rot! Und zwar so rot, dass die Form oder das Design

in den Hintergrund tritt und in der visuellen Wahrnehmung

nur noch die Farbe zählt. Das Wohngebäude

und das angrenzende landwirtschaftliche Gebäude

sind im Hinblick auf minimale Bauzeiten und Kosten

entworfen. Und natürlich nachhaltig und energieeffizient.

Die Solarpaneele und die thermischen Kollektoren

produzieren mehr Energie, als das Gebäude

verbrauchen kann, denn diese Architektur ist einfach

nicht geeignet, Energie zu verschwenden. Es ist auch

im internationalen Kontext bemerkenswert, dass immer

mehr Bauten im Hinblick auf Nachhaltigkeit, ja

sogar auf Autarkie von der öffentlichen Infrastruktur

errichtet werden.

u


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73

Luís Rebelo de Andrade

Diese Architektur zeigt, dass auch die Farbe, in

diesem Fall Rot, ein wesentliches Merkmal für die

Schaffung einer Landmark sein kann. Architekt

Luís Rebelo de Andrade hat im Süden Portugals

ein Gebäude in einer eher eintönigen Landschaft

entworfen, das Orientierung bietet und zu dem

man immer wieder zurückfinden kann.


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74

Wie wohnen wir?

Mit seinem Satteldach, den Türen und Fenstern, scheint

es das Ergebnis einer Kinderzeichnung aus dem Vorschulalter

zu sein: archetypisch, klar und einfach. Diese

einfache Bescheidenheit basiert wahrscheinlich auf

einer kollektiven, romantischen Vorstellung, die viele

Menschen teilen: ein Haus in der Prärie, das Leben als

Pionier oder Siedler, wie es einmal im amerikanischen

Westen üblich war (allerdings nicht unbedingt in rot).

Dieses Bild wurde dermaßen oft in den Wildwestfilmen

zelebriert, dass es fast einer grundlegenden Erinnerung

gleichkommt, obwohl wir eigentlich ein anderes

Bewusstsein von dieser Zeit haben.

Im Gegensatz zu seinem grellen Äußeren ist das Haus

in seinen Innenräumen von sanften, gedämpften und

warmen Farbtönen geprägt. Holz und minimales Interieur,

unterbrochen von wenigen Farbspritzern (natürlich

wieder in rot) bieten einen starken Kontrast

zum äußeren Erscheinungsbild. Und nach einem Spaziergang

in der Umgebung findet jeder sicher leicht

wieder zurück.

(rp)


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Luís Rebelo de Andrade

0

2

10

House 3000

Alcácer do Sal , Portugal

Bauherr:

Planung:

Statik:

privat

Luís Rebelo de Andrade

Tisem

Grundstücksfläche: 500 ha

Nutzfläche: 400m 2

Planung: 2015-2017

Bauzeit:

9 Monate

Fertigstellung: 2018


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76

Wie wohnen wir?

Cool im

heißen Süden

Gafarim House / Ponte de Lima / Tiago do Vale

Fotos: João Morgado

Es ist eine Architektur der gespannten (um nicht zu

sagen verkrampften) Dualität zwischen den Prinzipien

einer traditionellen, volkstümlichen Architektur

und einem unkontrollierten Wachsen von Formen und

Körpern in der Landschaft. Die Architektur der Tiago

do Vale Architects im Norden von Portugal erinnert

ein wenig an die typischen Bauten der in Europa unter

dem Namen „Five Architects“ bekannten Amerikaner

aus den 80er Jahren: große weiß Flächen, auf

effektheischende Wirkung gezielte Volumenanordnung

– jede, noch so ungewöhnliche Position ist gut

für ein „tolles“ Architekturfoto.

In einem natürlich fragmentierten und aufgelösten

Kontext bietet das Gafarim House eine gewisse Monumentalität.

Opake Volumina erstrecken sich zur

Straße hin, betonen die kompakten – in Anlehnung

an die traditionelle portugiesische Volksarchitektur

im Norden des Landes leicht parallel verschobenen

– Baumassen und stellen gleichzeitig eine Proportionalität,

einen Maßstab mit dem Umraum her. So

wie seine Nachbargebäude steht es autonom in der

Landschaft, als ein unabhängiges Objekt unter ebenfalls

unabhängigen Objekten. Allerdings distanzieren

seine Form, Detaillierung und Gestalt es von dem

post(modernen)-ländlichen Dekorationsdrang der

üblichen portugiesischen, ländlichen Neubauten der

Gegenwart. Seine äußerliche Sparsamkeit und Zurückhaltung

steht im Kontrast zu seiner generösen

Innenraumgestaltung samt den hohen Decken, die

eine Referenz an die Weite der umgebenden Landschaft

darstellen.

u

Eine sehr eigenwillige

Neuinterpretation der

Volksarchitektur im Norden

Portugals entwarfen

die Tiago do Vale Architects

in Ponte de Lima.

Weiße, geschlossene

Körper im Gegensatz zu

einer, die totale Transparenz

vermittelnden

Glaswand, bestimmen

dieses Einfamilienhaus.

Sehr cool und modern!


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77

Tiago do Vale


architektur FACHMAGAZIN

78

Wie wohnen wir?

Der Eingang ist ein langer Durchgangsraum und ein

Bereich für sich selbst. Der wichtige und eigentliche

Eindruck dieser Architektur entwickelt sich in der

Bewegung, in der Transition, wenn man vom Eingang

zum Innenraum gelangt, aus dem Schatten ins Licht,

vom undurchsichtig opaken in die totale Transparenz

und Offenheit. Dieser Kontrast im „Fortschreiten“ ist

die eigentliche Präsenz des Doppelspiels und der

Kontraste, die das architektonische Thema des Projektes

bilden. Aus dieser gedrückten und geleiteten

Bewegung heraus entwickelt sich der Innenraum mit

seiner doppelgeschossigen Höhe als Zentrum des

Hauses. Er vereint unter demselben Dach die Küche,

die sozialen Bereiche für Wohnen Essen und Kommunikation,

er bestimmt die häusliche Organisation

wie auch bei den in dieser Gegend üblichen, traditionellen

Wohnhäusern. Es ist ein Raum von großer

Transparenz mit einer Glaswand, die den fließenden

Kontakt zum Grundstück und in die Weite der Gegend

herstellt.

Im Gegensatz zu dieser Offenheit erlauben die Öffnungen,

die gegen Nordost gerichtet sind, einen

kontrollierten Tageslichteintritt. Das Morgenlicht reflektiert

sich hier in der Wasserfläche des Pools und

von hinten leuchtet die Nachmittagssonne über die

Mezzaninebene in den Gemeinschaftsbereich herein.

So animiert die wechselnde Beleuchtung über den

Tag gesehen, ständig die Architektur. Ohne eine ausdrückliche

Trennung entwickeln sich die Privatbereiche

wie selbstverständlich aus dem Raum heraus und

alle Schlafzimmer sind gegen Südosten gerichtet. Ein

kleiner, innerer Hof ist dem Elternschlafzimmer und

den Bädern zugeordnet, er ist – obwohl formal innerhalb

des Hauses – doch ein Außenraum.

Zwischen traditioneller Volksarchitektur und zeitgenössischen

Referenzen, zwischen geschlossenen

Körpern und offenen Flächen ist dieses Haus ein Beispiel

der Widersprüchlichkeit und der Provokation,

verdichtet in einer einfachen, pragmatischen Struktur.

(rp)

Blendend weiß und mit

großen „Showflächen“

versehen, ist dieser

Bau eine provozierende

Neuinterpretation traditinoneller

Architektur.


3

2

4

C1

1

6

9

6

8

7

5

5

5

1 ENTRANCE HALL

C2

0 2m

4m

2 KITCHEN

3 LIVING ROOM

4 DINING ROOM

5 BEDROOM

6 BATHROOM

7 OUTDOOR KITCHEN

8 MECHANICAL ROOM

9 PATIO

10 MEZZANINE

0 2m

4m

N

10

0 2m

4m

1 ENTRANCE HALL

2 KITCHEN

3 LIVING ROOM

4 DINING ROOM

5 BEDROOM

6 BATHROOM

7 OUTDOOR KITCHEN

8 MECHANICAL ROOM

9 PATIO

10 MEZZANINE

0 2m

4m

N

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Tiago do Vale

SECTION C1

SECTION C2

SOUTHWEST ELEVATION

SECTIONS

NORTHEAST ELEVATION

ELEVATIONS

GROUND FLOOR PLAN

MEZZANINE PLAN

Gafarim House

Ponte de Lima, Portugal

Bauherr:

Planung:

Statik:

privat

Tiago do Vale Architects

Daengstudio

Grundstücksfläche: 274 m 2

Bebaute Fläche: 182 m 2

Nutzfläche: 252 m 2

Planungsbeginn: 2014

Bauzeit:

24 Monate

Fertigstellung: 2018


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80

Wie wohnen wir?

Unter Palmen

Villa in the Palms / Sangolda / Abraham John Architects

Fotos: Edmund Sumner, Atul Pratap Chanaki, Alan Abraham


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81

Abraham John Architects

Ihren Namen bezieht diese Architektur – eine dorfähnliche

Villenanlage für einen privaten Kunden –

von den 19 Kokospalmen, jede ca. 80 Jahre alt, um

die sich die Baukörper herumwinden. Kein einziger

Baum wurde gefällt, als man den Entwurf der Abraham

John Architects im indischen Bundesstaat Goa

umsetzte. So erreichte man auch einen kleinstmöglichen

ökologischen Footprint.

Eingebettet in die Landschaft erscheint dieses Anwesen

mit vier Schlafzimmern, Wohn- und Essbereich,

Pool und allen erdenklichen Nebenräumen fast

wie ein kleines Dorf, durchzogen von Wasserflächen,

Terrassen, Wegen und Palmen. Von der Straße aus ist

es fast unsichtbar und die Tatsache, dass die Bäume

schon seit Jahrzehnten an dieser Stelle existieren,

gibt der Architektur auch eine entsprechende Verortung.

Das Design ist auf eine (Wieder)Verbindung mit

der Natur gerichtet.

Hätte man einen annähernd rechteckigen Komplex

realisiert, wären – um das gesamte Funktionsprogramm

unterzubringen – einige Bäume dem Projekt

zum Opfer gefallen. Um das zu vermeiden, schlängeln

sich die einzelnen Volumina sorgfältig durch die

Landschaft, immer darauf bedacht keine Unterbrechungen

in der Ökologie zu erzeugen. Somit ist die

ganze Struktur eher fragmentiert als monolithisch

– eine Reminiszenz an die traditionellen Bauweisen

der Siedlungen auf Goa, gleichzeitig aber ausgesprochen

modern. Im Erdgeschoss, zum Beispiel, fühlt

sich jedes Schlafzimmer wie ein eigenes Zuhause an,

ausgestattet mit Bad, Gartenbereich vor und hinter

dem Zimmer und einem internen Hofbereich hinter

einer Lateritmauer. Diese unabhängigen Körper sind

durch Terrassen, Wege und Brücken verbunden, alles

fließt an den Palmen vorbei und zwischen den Pools

im Garten hindurch.

Die Materialität der Gebäude bezieht sich auf die

regionalen und örtlichen Gegebenheiten des Küstengebietes

von Goa: unverputzte Wände aus Lateritsteinen,

Pultdächer und Wände aus hundert Jahre

altem, recycelten Teakholz. Die Landschaftsgestaltung

beinhaltet ebenfalls nur lokale Pflanzenarten,

meist Palmen und ist das ganze Jahr über grün. Die

Dächer mit ihren verschiedenen Neigungen nehmen

Rücksicht auf den Monsunregen, sammeln das Regenwasser

und akzentuieren auch die architektonische

Fragmentierung der Anlage. Die Grenzen zwischen

Innen- und Außenräumen sind hier verwischt

und große, offene Bereiche verbinden alle Einzelkörper

mit dem großen Wohnraum.

Obwohl alles sehr offen und von Licht erfüllt ist, haben

die Häuser doch ihre eigene Privatheit. Die Lateritwände

schirmen thermisch und optisch die einzelnen

Räume gegeneinander ab, bieten Intimität und

gleichzeitig sorgen sie für den bestmöglichen Ausblick

auf die Natur. An den Nordfassaden sind große,

leicht zurückgesetzte, verglaste Öffnungen mit

Ausblick auf die Felder. Die Fensteröffnungen bieten

eine Verschattung und wirken so gegen den solaren

Hitzeeintrag. Durch die thermische Masse der Lateritwände,

die nördlichen Öffnungen und die internen

Höfe ist das Anwesen so nachhaltig, wie ein privater

Wohnbau in dieser Gegend nur sein kann. Er respektiert

seine Umgebung und die geografische Lage. u

Man kann auch in Indien mit einem

gewissen Aufwand (und dem

nötigen Kleingeld) nachhaltige und

luxuriöse Eigenheime bauen. Das

zeigt das Beispiel der Villa unter Palmen

der Abraham John Architects

im Bundesstaat Goa.


architektur FACHMAGAZIN

82

Wie wohnen wir?

Beim Betreten des Hauses erlebt man vom Eingang

ausgehend eine sich steigernde Inszenierung: Der

Blick weitet sich mit jedem Schritt, zuerst einige rohe

Lateritsteine, dann ein Blick auf den Pool, dann der

Garten und schließlich die Weite der dahinterliegenden

Felder. Auf der einen Seite ein von Oberlichten

erhellter Wohnraum mit einem internen Garten und

unverputztem Mauerwerk. Auf der anderen Seite

eine offene Küche und ein Essbereich, gerichtet auf

eine kleine Bar am Pool. Dieser besteht aus drei Einheiten,

getrennt und verbunden durch Teakholzbrücken.

Diese Schwimmlandschaft ist komplett integriert

in die Villa und trennt trotzdem die halbprivaten

von den gänzlich privaten Teilen des Hauses.

Die Wände der Schlafräume grenzen an den Pool und

haben ein schlitzförmiges Fenster entlang des Bodens

– so können sich die Reflexionen auf der Wasserfläche

bis an die Decke des Zimmers spiegeln. Die

Badezimmer besitzen im Boden versenkte Badewannen,

von denen aus man die – an die Höfe angrenzende

– umliegende Landschaft bewundern kann.

Auf der oberen Ebene sind der Familienbereich, ein

Dachgarten und eine exquisite Mastersuite. Sie besteht

aus dem Schlafzimmer, einer offenen Bibliothek

und einer glasbedeckten „sky bridge“, die den Schlafbereich

vom Bad und der Bibliothek trennt. Der Ausblick

von dieser Ebene richtet sich nicht nur auf die

Felder unterhalb des Grundstückes, sondern auch

südlich in den Dschungel von Goa und auf die roten

Ziegeldächer der angrenzenden Siedlung. (rp)

Zwischen Palmen, Brücken,

Holzpfaden und Pools

windet sich die Architektur

durch den Raum.


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Abraham John Architects

Villa in the palms

Sangolda, Indien

Bauherr:

Planung:

Statik:

privat

Abraham John Architects

B. L. Manjunath

Grundstücksfläche: 1.300 m 2

Bebaute Fläche: 610 m 2

Planungsbeginn: 2016

Bauzeit:

2 Jahre, 6 Monate

Fertigstellung: 10/2018


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Licht

Human Centric

Lighting

Licht wirkt immer visuell, emotional und biologisch. Licht wirkt sich somit auf das

Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit eines Menschen aus. Der Mensch hat sich

über Millionen Jahre hinweg in Einklang mit seiner natürlichen Umgebung entwickelt.

Gutes Licht ist nicht nur die Voraussetzung für gutes Sehen, sondern steuert

auch die innere Uhr. Die ganze Kraft des Tageslichts lässt sich jedoch nicht auf die

künstliche Beleuchtung umlegen. Viele wissenschaftliche Untersuchungen belegen

inzwischen aber, dass eine an der Natur orientierte Beleuchtung Wohlbefinden und

Motivation steigern kann.

Text und Fotos: Alexander Magyar

Blaues Licht weckt auf

Der Hormonhaushalt funktioniert nur dann

reibungslos, wenn er durch äußere Reize

unterstützt wird. Dafür ist das richtige Licht

notwendig. Licht mit hohen Blauanteilen

am Morgen sorgt dafür, dass die Produktion

von Melatonin unterdrückt wird und

Cortisol seine Wirkung entfalten kann. Der

Mensch ist munter und motiviert.

Warmes Licht am Tagesende

Zum Ende des Tages sollte die Beleuchtung

nur noch eine möglichst geringe Wirkung

auf das biologische System haben. Die

Beleuchtung sollte zwei Stunden vor dem

Zubettgehen auf eine möglichst geringe

Beleuchtungsstärke am Auge wechseln.

Nur noch die Sehaufgabe und das Umfeld

müssen beleuchtet werden, und zwar so

hell, wie es für „gutes Sehen“ entsprechend

gültiger Normen erforderlich ist.


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85

Licht

In diesem Zusammenhang spricht man

auch von der zirkadianen Beleuchtung.

Dieser Begriff ist korrekt, wenn die Beleuchtung

darauf ausgerichtet ist, den Tag-

Nacht-Rhythmus des Menschen zu stabilisieren.

Moderne Beleuchtungskonzepte

berücksichtigen heute neben den visuellen

auch die biologischen Lichtwirkungen und

fördern Wohlbefinden, Stimmung und Gesundheit

des Menschen. Ein Trend, der sich

seit einiger Zeit deutlich abzeichnet, ist das

Human Centric Lighting (HCL). Das bedeutet,

dass der Mensch im Mittelpunkt der

Lichtplanung steht.

Die drei wichtigsten Hormone, die den zirkadianen

Rhythmus steuern sind:

• Melatonin: Macht müde, verlangsamt die

Körperfunktionen und senkt die Aktivität,

bringt den Körper zur Ruhe.

• Cortisol: Stresshormon, wird ab 3 Uhr morgens

produziert, regt den Stoffwechsel an,

programmiert den Körper für den Tag.

• Serotonin: Während der Cortisolspiegel im

Blut über den Tag abfällt und dabei gegenläufig

zum Melatoninspiegel wird, hilft das

Serotonin als Motivator dabei, den Energiepegel

zu erhöhen.

Der Mensch steht im

Vordergrund der Planung

Bei dem G & G Friseur & Day Spa in Baden

versuchten die Lichtplaner nun, dieses

Thema im Lichtsektor aufzugreifen, um

den Kunden und dem Personal einen emotional

ausgeglichenen Tag zu verschaffen.

Dem biologischen Tagesverlauf angepasst,

verändert das Licht die Stimmung im Frisiersalon.

Durch Veränderung der Lichtfarbe

und der Beleuchtungsstärke führt die

HCL-Lichtlösung durch den Tag, und hilft,

die Arbeit leichter zu verrichten oder sich

zu entspannen, wo und wenn es notwendig

ist: Man bietet somit „personalisiertes

Licht“. Mit diesem Beleuchtungskonzept

wurde es möglich, die Lichtqualität in den

Innenräumen deutlich zu verbessern.

Die in dem Projekt eingeplanten Leuchtkörper

erzeugen durch eine indirekte Lichtabstrahlung

eine Tageslichtatmosphäre im Salon

und vermeiden dabei auch jegliche Blendung

für Kunden und Angestellte. Sie decken viele

Faktoren der Lichtplanung ab: emotional, biologisch,

Beleuchtungsstärke, Lichtrichtung,

die Farbe des Lichts (warm oder kalt), besonders

stimmungsvoll, sachliche Ausleuchtung

bis hin zur Wohlfühlbeleuchtung.

HCL versucht eine Art Tageslichtverlauf

nachzubilden, um dem Menschen, der unter

chronischem Tageslichtmangel leidet,

einen Ausgleich zu bieten. Oft geht es hier

in erster Linie um die Aktivierung des Menschen,

um die Unterdrückung des Schlafhormons

Melatonin. Je höher der Blauanteil

im Licht, desto weniger Melatonin wird von

der Zirbeldrüse ausgeschüttet. Umgesetzt

wird dies mit Leuchten, die mit Lichtquellen

unterschiedlicher Farbtemperaturen

bestückt und separat voneinander regelbar

sind. Für den User sind HCL-Lösungen kostenintensiver.

Denn es müssen warme und

kalte Lichtquellen vorhanden sein, um die

Lichtfarbe den jeweiligen Bedürfnissen der

Menschen anzupassen.

Beim Tageslicht herrscht eine permanente

Dynamik in Bezug auf die Beleuchtungsstärke

und die Farbtemperatur. Der Lichtwechsel

in den Innenräumen soll sich langsam

und unmerklich vollziehen, genau wie

auch in der Natur. Die HCL – Lichtplanung

ist kein Ersatz für das wirkliche Tageslicht.

Biologisch und emotional wirksames Licht

(HCL) steigert aber nur dann Wohlbefinden

und Leistungsfähigkeit, wenn nicht nur das

Beleuchtungskonzept, sondern auch dessen

Steuerung durchdacht ist. Dabei stehen

die Bedürfnisse der verschiedenen User und

der Anwendungszweck im Vordergrund.


architektur FACHMAGAZIN

86

Produkt News

Brillante Lichtatmosphäre

Die neuen BEGA Pendelleuchten-Tiefstrahler sind Spezialisten im Innenraum für

die unterschiedlichsten Anforderungen – besonders in großen, hohen Räumen

oder Sälen. Sie bieten faszinierendes Licht für eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten.

Die repräsentativen und leistungsstarken Pendelleuchten dienen

der Inszenierung der Architektur großer Räume, der Komfort für die Besucher

steht dabei wirkungsvoll und doch dezent im Vordergrund.

Die Pendelleuchten erfüllen gleich drei Erfordernisse

der Beleuchtungsplanung. LED-Module, wählbar

in unterschiedlichen Leistungen, erzeugen in einem

Opalglaszylinder einen frei strahlenden Lichtanteil –

er sorgt mit weichem Licht für die vertikale Beleuchtungsstärke

im Raum. Das Erfordernis einer hohen

Beleuchtungsstärke auf der zu beleuchtenden Fläche

erfüllt ein zusätzlicher, breit streuender Tiefstrahler

für effizientes, tief strahlendes Licht. Sollen darüber

hinaus auch Decken oder Baukonstruktionen beleuchtet

werden, um sie in Szene zu setzen, kann ein

zusätzlicher oberer Lichtaustritt gewählt werden.

Die einzelnen Lichtfunktionen sind dabei DALI steuerbar

und können die jeweils gewünschte Lichtatmosphäre

erzeugen. Zudem sind die Pendelleuchten in

RGBW-Versionen erhältlich, die dem Beleuchtungserlebnis

auf Wunsch farbliche Akzente verleihen.

BEGA Leuchten GmbH

Competence Center Innsbruck

T +43 (0)512 343150

info-austria@bega.com

www.bega.com

In großen Räumen erzeugen alle drei Beleuchtungsmöglichkeiten

jeweils für sich allein aktiviert oder im

Zusammenspiel eine Lichtwirkung, die der jeweiligen

Nutzung gerecht wird. Sind alle Lichtquellen der Pendelleuchten

mit voller Leistung eingeschaltet, wird

der Raum homogen ausgeleuchtet, inklusive der Decken.

Bei ausschließlicher Nutzung der Tiefstrahler

bietet das nach unten gerichtete Licht einen hohen

Sehkomfort. Die Zuschaltung der frei strahlenden

Komponenten der Leuchten sorgt für eine noch einmal

hellere Beleuchtung mit weichem Licht.


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87

Produkt News

Pure Eleganz für

charmante Lichtstimmung

Die grazile und mit mehreren Designpreisen ausgezeichnete Pendelleuchte

AFTER 8 des oberösterreichischen Leuchtenherstellers Molto Luce hat von

Beginn an mit ihrer klaren Formensprache und einem extra schlanken Design

beeindruckt. Die Leuchte fügt sich mit ihrem nur 5 mm starken Leuchtenkörper

dezent in die umgebende Architektur ein. Zurückhaltend, aber mit hervorragender

Wirkung, setzt sie selbstbewusst einen klaren Akzent, der direkt und indirekt

strahlend sanft mit Licht umgibt.

Die anhaltende Erfolgsgeschichte der Leuchte verlangte

schließlich förmlich nach einem weiteren

Schritt. Es lag auf der Hand, dass eine längere und

eine runde Version das Spektrum perfekt abrunden

bzw. vervollkommnen würden. AFTER 8 LONG war

geboren und bietet nun mit einer Leuchtenlänge von

1520 mm (+300 mm) eine alternative Lösung, für all

jene Situationen, in denen eine längere Lichtzone gefragt

ist. Die runde Variante AFTER 8 ROUND ist eine

ebenso konsequente, jedoch aufgrund der Formänderung

etwas komplexere Weiterentwicklung der ursprünglichen

Leuchte.

Prädestinierte Einsatzbereiche der gesamten AFTER 8

Leuchtenfamilie sind sowohl der private Wohnraum

als auch die gehobene Hotellerie & Gastronomie,

besonders finden sich auch im exklusiven Retail-Bereich

vielfältige Möglichkeiten. Hier wie dort sorgt

die edle Serie für elegante Lichtakzente. Das Design

stammt von InHouse.

Molto Luce GmbH

T +43 (0)7242 698-0

office@moltoluce.com

www.moltoluce.com

Allen Varianten gemein ist die Leuchtkörperbreite von

nur 5 mm und die direkte/indirekte Lichtverteilung

im Verhältnis 60:40. Zusätzliche Schlichtheit kommt

bei allen drei Ausführungen durch die Aufnahme der

Stromführung in den Abhängeseilen ins Spiel. Ein

störendes Kabel konnte dadurch ersatzlos entfallen.

Gefertigt sind alle Mitglieder der Serie aus Aluminium,

Oberflächen sind in Schwarz, Graphit Grey und Bronze

gebürstet eloxiert erhältlich. Die Leuchte wird in

Analog- als auch Dali-dimmbarer Version angeboten.

Auch die Steuerung per Funk über ZigBee ist möglich.


architektur FACHMAGAZIN

88

Produkt News

Neue Farben in Mailand

Unter dem Motto „Pleasure & Treasure“ stellte sich heuer wieder die österreichische

Möbel- und Designindustrie im Rahmen des Fuorisalone in Mailand vor.

Unter den ausgewählten Marken präsentiert sich auch der Tiroler Leuchtenhersteller

PROLICHT, der für innovative und maßgeschneiderte Lichtlösungen steht.

Individualisierung wird bei ihm großgeschrieben. Weil

kein Raum, kein Objekt und kein Moment dem anderen

gleicht, und weil jede Aufgabe und jeder Kundenwunsch

einzigartig sind, machen maßgeschneiderte

Leuchten einen bedeutenden Unterschied in der

Innenraumgestaltung. So wird jede Leuchte erst auf

Bestellung und ganz nach den Wünschen des Kunden

produziert. Dafür steht vorab eine große Auswahl

an Konfigurationsmöglichkeiten für jede Leuchte

zur Verfügung.

Zu diesen Konfigurationsmöglichkeiten zählte neben

Form, Anbauart und Lichttechnik bis dato auch die

Auswahl zwischen 25 einzigartigen Farben, mit denen

die Leuchten veredelt werden konnten. Diese Farben

wurden nun im Frühling 2019 um eine Metall Edition

erweitert: „26 Champagne Cream“, „27 Copper Mine“,

„28 Ancient Bronze“ und „29 Jazz Gold“ vervollständigen

ab sofort die Farbpalette des Produzenten.

Farbe schafft die Grundlage für Kreativität – mit Farben

gibt man einem Raum ein optisches sowie emotionales

Gesicht und die richtige Farbauswahl stellt

einen essenziellen Punkt in jeder Konzeptionierung

dar. Kleine Farbakzente können Großes bewirken –

das weiß man und bietet nun mit der Auswahl zwischen

25+5 verschiedenen Farben (inkl. einer naturbelassenen

Aluminiumoptik) die Möglichkeit, jedes

Leuchtendesign an das jeweilige Gesamtkonzept

anzupassen oder gezielte Akzente zu setzen.

Bei der Austrian Design Exhibition werden die neuen

Farben erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die

innovative SNOOKER Leuchte – die seit Herbst 2018

auch als Einzelleuchte mit Einbau- und Anbaubaldachin

und variabler Seillänge erhältlich ist – wird im

Sala Reale am Mailänder Hauptbahnhof in der neuen

Metall Edition präsentiert.

Den Rahmen für die Ausstellung schafft übrigens das

Architekturstudio Vasku & Klug, welches die Leuchten

und alle weiteren „Made in Austria“-Produkte mit

einem einzigartigen und besonders ungewöhnlichen

Designkonzept ausstellen wird.

PROLICHT GmbH

T +43 (0)5234 33499

info@prolicht.at

www.prolicht.at


www.architektur-online.com

Tanz der

Flammen

Das Wohnzimmer soll gemütlich, aber nicht zu

altmodisch wirken und ein ganz besonderer

Rückzugsort sein. Die neuen Sitzmöbel sind

bestellt, die ersten Schränke angeliefert, aber

irgendetwas fehlt noch, um das Gesamtbild abzurunden.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen,

um sich den langjährigen Traum vom romantischen

Kamin endlich zu erfüllen. Eine einzigartige

Formsprache macht ihn zum Eyecatcher

des Raumes und lässt ihn alle Blicke in seinen

Bann ziehen.

Mit einem Ofen von Mandl & Bauer perfektioniert

man das Erscheinungsbild des Wohnzimmers. Das

kann sowohl ein Holz- als auch ein Gasofen sein.

Bei letzterem kommen Keramik- statt Holzscheite

zum Einsatz, aus deren Poren das Gas austritt. Das

Feuer ist dennoch kaum von einem Holzfeuer zu

unterscheiden – es lässt sich sogar Funkenflug erzeugen

und die Gasflammen wirken, als würden sie

über dem Kiesbett tanzen. Dies ist nicht nur ästhetisch,

sondern dank modernster Technik auch sehr

komfortabel: Direkt vom Sofa aus kann der Ofen ganz

bequem über eine Fernbedienung oder WiFi gesteuert

werden. Gleichzeitig sorgt er für eine angenehme

Wärme das ganze Jahr hindurch. So einzigartig wie

sein Feuer sind auch seine verschiedenen Ausführungen.

Hier werden besonders authentische Materialien

verwendet, wie zum Beispiel Naturstein, Stahl

– geschmiedet oder brüniert – Keramik, Beton und

als Verkleidung auch Leder. Durch diese Vielfalt und

aufgrund seiner kreativen Formgebung lässt er sich

an verschiedenste Arten der Raumgestaltung anpassen.

Beton beispielsweise wirkt als Ofenbaumaterial

edel und minimalistisch im Wohnbereich und gibt

ihm einen ganz eigenen Charakter. Mit seiner Hitzebeständigkeit

von bis zu 1.200 Grad Celsius ermöglicht

er eine Nutzung vom Außenbereich bis in den

Feuerraum. So können bestmögliche Qualität und

Sicherheit gewährleistet werden.

Jährlich werden um die 250 Kaminöfen von Mandl &

Bauer in ganz Europa gestaltet, produziert und installiert.

Hierbei wird der Spezialist von anspruchsvollen,

prominenten Kunden und Immobilienunternehmen,

aber auch von jungen, architekturbegeisterten

Interessenten im urbanen, aber ebenfalls ländlichen

und alpinen Bereich beauftragt, die auf der Suche

nach etwas ganz Besonderem sind.

Mandl & Bauer GmbH

Keramik- und Kachelofenbau

T +43 (0)7232 38130

office@mandl-bauer.at

www.mandl-bauer.at

89

Produkt News


architektur FACHMAGAZIN

90

Produkt News

Bewegung

im Büro

Bewegung ist nicht nur gut für

den Körper, Bewegung beflügelt

auch den Geist. Sedus se:fit

ermöglicht vitales, aktives Sitzen

und Lehnen – am Stehpult, am

Schreibtisch und überall dort, wo

eine Stehsitzgelegenheit gerade

willkommen ist.

Das Möbel ist Hocker und Stehsitz

zugleich. Es lässt sich in der Höhe

verstellen und mit einem Griff einfach

mitnehmen. So wird es zu einer

spontanen, stimulierenden Sitzgelegenheit,

die den gesunden Bewegungs-

und Haltungswechsel fördert.

Auf die Frage: „Besser im Sitzen oder

im Stehen arbeiten?” gibt es nur eine

richtige Antwort: „Die beste Haltung

ist immer die nächste.” Mit dem Hybrid

aus Hocker und Stehhilfe wird aktives

Arbeiten zum Kinderspiel. Der

konkav geformte Sitz und die abfallende

Sitzvorderkante sorgen für

lang anhaltenden Sitzkomfort und

ein sicheres Sitzgefühl. Ergonomisch

angebrachte Bedienelemente ermöglichen

die intuitive und schnelle

Einstellung für jede Situation.

Besonders sorgfältig wurde das

Spektrum der stufenlosen Höhenverstellung

per Gasfeder gewählt. Mit

seinem großzügigen Verstellbereich

von 52 bis 82 cm deckt diese Sitz-/

Stehgelegenheit viele Einsatzbereiche

ab. Ob spontane Abstimmung

am Arbeitsplatz, Stand-Up-Meeting

im Projektraum oder am Empfang:

se:fit ist der perfekte Begleiter!

Sedus Stoll GmbH

Showroom Wien

Gumpendorfer Straße 15/9

1060 Wien

T +43 (0)1 982 94 17

sedus.at@sedus.com

www.sedus.com


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91

Produkt News

Menschen, Möbel und Dynamik

Die Gestaltung einer dynamischen, ästhetischen Arbeitsumgebung ist in Zeiten

von Employer Branding und Image-Pflege eine Kernaufgabe bei der Objektausstattung

von Unternehmen und Office-Flächen. Lösungen für bewegtes Arbeiten

rücken nicht nur im Büro, sondern auch in Konferenz- und Kreativräumen in den

Fokus von Architekten und Objektplanern. Denn mehr Dynamik in Arbeitssituationen

sorgt für bessere Ergebnisse, höhere Arbeitszufriedenheit und Produktivität,

weniger Krankenstandstage und fittere MitarbeiterInnen sowie mehr Kreativität

und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

Kunden erwarten von perfekten Objektmöbeln ein in

Funktion und Komfort verpacktes, gelungenes Design.

Genau diesem Anspruch werden die höhenverstellbaren

Tische lift vom Designduo jehs+laub

gerecht. Das ist ein Novum in der Kategorie höhenverstellbarer

Arbeitstische. Durch die vielen Formen,

Größen und Ausführungen ist er ebenso ideal für

die Ausstattung von Konferenz- und Kreativräumen,

wie auch von informellen Besprechungszonen. Hier

können Teams Innovations- und Ideenmanagement

in einer dynamischen Arbeitsumgebung betreiben.

Ergänzt wird der Tisch mit den Barhockern der Linie

hoc oder der Selmer-Lösung für aktives Sitzen, der

Stehhilfe „dress“.

Selmer GmbH

T +43 (0)6216 20210

info@selmer.at

www.selmer.at

Der höhenverstellbare Tisch unterscheidet sich

zu anderen Systemen durch das optische Verbergen

der hohen Funktionalität. Keine Kabel oder Kurbeln

trüben das Design. Die elektronische Höhenverstellung

erfolgt kaum hörbar und die gesamte

Elektronik des Tisches wird im filigranen Tischgestell

versteckt. Auch eine manuelle Höhenverstellung ist

möglich. Durch unsichtbare Griffe wird die Tischhöhe

sanft mittels Gasfeder eingestellt. Es ist ein Produkt

für bewegtes Arbeiten, das durch Design und Funktion

Menschen begeistert und Räume bereichert.


architektur FACHMAGAZIN

92

Produkt News

Badmöbel mit dem Duft

von Tiroler Bergwiesen

CONform, die österreichische Industrie-Manufaktur für Badmöbel, präsentiert mit

den einzigartigen Hayland-Oberflächen eine absolute Welt-Neuheit am Badmöbelmarkt.

Heu und Heublumen von Tiroler Bergwiesen werden dafür in einem

innovativen Verfahren auf Trägerplatten appliziert.

„Love me, because i´m pure“ - die neuen

Oberflächenmaterialien der Haylander

begeistern mit hundertprozentiger Natürlichkeit

und erstklassigen ökologischen

Werten bis ins kleinste Detail. Mittels einer

in langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit

erarbeiteten organoiden

Plattentechnologie werden frisches Heu

und getrocknete Heublumen mit zu 100%

abbaubaren biologischen Bindestoffen auf

ein spezielles Trägermaterial aufgetragen,

und als einzigartiges Naturdekor händisch

auf die Oberflächen appliziert. Ganz ohne

Zugabe von Aromen oder Duftstoffen verzaubern

sie mit einem lang anhaltenden, olfaktorischen

Erlebnis von blühenden Bergwiesen

in der Sommersonne.

Die neuen Oberflächen werden direkt in der

Region unter strengsten ökologischen Kriterien

hergestellt und sind ein wunderbar

filigranes Naturprodukt. Dabei sind die Oberflächen

robust und für die Herausforderungen

des Badalltags geeignet. In der industriellen

Manufaktur fertigt man in bekannter

Qualität hochwertige Badmöbel und stylishe

Spiegel in Maßarbeit und funktionaler Perfektion.

Für Menschen, denen Regionalität,

Natürlichkeit, wahre Nachhaltigkeit – das

pure Leben eben – ein echtes Anliegen sind.

Die Kollektion war beispielsweise in Kombination

mit den ebenfalls neuen Korpusmaterialien

Schlosseiche und Ferrusta viel

bestauntes Highlight auf den SHK-Trendmessen

in Basel, Wels und Nürnberg.

Ob der schlüssigen Produktphilosophie

sind die Oberflächen zudem echtes Trendthema

für Waschplatzgestaltungen in allen

Hotels mit alpinem Bezug. Das flexibel

planbare Maßprogramm RIVA mit seinen

vielfältigen, zeitgemäßen und funktionellen

Möbelelementen in authentischer, purer

Formensprache avanciert somit zum

Must-have für zukunftsorientierte Architekten

und Hoteliers.

CONform Badmöbel GmbH

T +43 (0)5412 63493

office@conformbad.at

www.conformbad.at

www.conform-partnersystem.com


www.architektur-online.com

93

Produkt News

Seit 50 Jahren

zeitlos schön

Seit 1969 wurde die VOLA Armatur 111 mit zahlreichen Designpreisen ausgezeichnet.

Der erste internationale Designpreis war der dänische ID-Prisen.

Danach folgten weitere Auszeichnungen, die alle das Design und die

neue revolutionäre Technik hervorhoben. In diesem Jahr wurde die Unterputzarmatur

111 in der Kategorie Design Classics and Re-editions mit dem

Gold-Winner Award des German Design Award 2019 ausgezeichnet.

Eine internationale Experten-Jury würdigte

mit dieser Auszeichnung die besondere Bedeutung

der Sanitärarmatur, die 1968 nicht

nur mit einer völlig neuen Technik – der

Unterputztechnik - den Grundstein für eine

designorientierte Planung der Sanitärräume

legte, sondern seit dieser Zeit auch für

herausragende Designqualität und Handwerkskunst

steht.

In den 60er Jahren lud der Firmengründer

Verner Overgaard Arne Jacobsen zur Zusammenarbeit

ein. Der Plan war, für die Dänische

Nationalbank eine Armatur zu entwerfen,

die mit ihrer Technik und mit ihrem

Design etwas völlig Neues darstellen sollte.

Das Ergebnis war die Geburt der Form dieser

Armatur, die zu einer Ikone wurde. Sie

war das erste Produkt der Firma. Die Herausforderung,

die Werte dänischen Designs

auf etwas vermeintlich Schlichtes wie eine

Armatur zu übertragen, reüssierte in einem

Objekt von zeitloser Schönheit. Das neue

Konzept der Unterputzarmatur errang sofort

internationale Anerkennung. Durch

die Kombination von schlichten runden

und linearen Formen mit einer revolutionären

Installation, die in der Wand verborgen

blieb, lag der Fokus auf beidem: auf dem

modernen Design und auf der innovativen

Funktion. Lediglich der Auslauf und der Betätigungshebel

waren sichtbar. Mit diesem

ersten vollständig integrierten Eingriffmischer

brachte man Design ins Badezimmer.

VOLA hat mit der Armatur etwas geschafft,

was niemand zuvor erreichte: Es ist gelungen,

die Komplexität der Installationen in

eine scheinbar mühelose und spielerisch

leichte Form zu integrieren. Zudem ist sie

ein Maßstab für minimalistisches, zeitgemäßes

Design und wird angetrieben durch

konsequent hohe Standards bei Handwerk

und Fertigung sowie innovativen neuen

Produkten und Verfahren. Im Laufe der Jahre

haben Plagiatoren versucht, die handgefertigte

Qualität von Jacobsens Oberflächen

und Geometrie nachzubilden – doch

niemand kam dem Original nahe.

VOLA Vertriebs GmbH

T +43 (0)1 526 39 71-0

info@vola.at

www.vola.at


architektur FACHMAGAZIN

94

Produkt News

Sanitärsysteme für eine

nachhaltige Zukunft

Die Art und Weise, wie wir menschliche Fäkalien und Urin entsorgen, kann eines

der dringlichsten Umweltprobleme der Erde verringern. Übermäßige Stickstoffwerte,

verursacht durch Abwässer und die landwirtschaftliche Verwendung

von Düngemitteln, werden mittlerweile als gefährlicher eingestuft als zu hohe

CO 2 -Werte und der Klimawandel. Seit Mitte der 90er Jahre untersucht deshalb

eines der weltweit führenden Wasserforschungsinstitute, die Schweizer Eawag,

mögliche alternative Wege zur Verringerung der Verschmutzung durch Abwässer.

Eine besonders interessante Lösung ist

die Stoffstromtrennung, bei der das häusliche

Abwasser sofort in Urin, Fäkalien und

Grauwasser getrennt wird. Darauf basiert

ein Verfahren zum Nährstoffrecycling, das

Nährstoffe aus dem Urin mit kompakten,

hocheffizienten dezentralen Bio-Reaktoren

extrahiert, Medikamentenrückstände und

Hormone neutralisiert und bis zu 80 Prozent

des im Abwasser enthaltenen Stickstoffs aus

dem Abwasserstrom entfernt.

Trennung an der Quelle

Das österreichische Designstudio EOOS, Eawag

und LAUFEN haben ein wegweisendes

Urin-Trenn-WC entwickelt, das ein neues

Kapitel im nachhaltigen Abwassermanagement

aufschlägt. save! baut auf Erkenntnissen

der Blue Diversion Toilet auf, die mit Mitteln

der „Re-invent the Toilet Challenge“ der

Bill & Melinda Gates Foundation von EOOS

und Eawag entwickelt wurde. Es ist die erste

Urin-Trenn-Toilette, die den neuesten Industriestandards

entspricht. Sie trennt Urin

passiv von Fäkalien und Spülwasser, sodass

er anschließend mit Backend-Systemen wie

dem von Vuna entwickelten schnellen, einfachen

und biologischen Aufbereitungsprozess

behandelt werden kann.

Die Schlüsselinnovation des Produkts ist

eine von EOOS Design entwickelte „Urin

Trap“, die Urin unter Ausnutzung der Oberflächenspannung

in einen getrennten Ablauf

ableitet. Laufen hat das Prinzip auf das

Wand-WC angewandt und mit innovativer

Wasser- und Urinführung neu gestaltet, um

die Leistung zu optimieren. Durch die perfekte

Integration der neuen Technologie ist

das WC optisch von anderen High-End-Toiletten

nicht unterscheidbar.

Laufen hat sich verpflichtet, mit der Entwicklung

innovativer Anwendungstechnologien

zur Lösung des Umweltproblems

beizutragen. Leistbar, auch für die Ärmsten

der Welt, wird das Unternehmen eine Urin

trennende Hocktoilette entwickeln. Das Design

wird zur Verfügung gestellt, sodass es

in Entwicklungsländern produziert und vertrieben

werden kann. Diese neue Lösung

wird dazu beitragen, Leben zu retten und

die sanitären Bedingungen in den Entwicklungsländern

zu verbessern.

Vortrag & Lunch

mit Dr. Harald Gründl (EOOS Design)

im Laufen Innovation Hub

An der Marienstiege 1010 Wien

Fr. 24. Mai 12-14 Uhr

Anmeldungen bis 20. Mai an

marketing@at.laufen.com

LAUFEN Austria AG

T +43 (0)2746 6060-0

office.wi@at.laufen.com

www.laufen.co.at


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95

Produkt News

Kreis trifft auf Quadrat

Rund und eckig in einem opulenten

Formenspiel mit starkem Materialbewusstsein

verbindet die KEUCO

Badeinrichtung EDITION 90. Die klare

Designsprache im 90-Grad-Winkel

zieht sich konsequent durch die komplette

Badausstattung – von Armaturen

und Accessoires über Waschtisch

und Möbel bis hin zum Lichtspiegel.

Mit dieser Kollektion, entworfen vom

Designbüro Tesseraux + Partner, Potsdam,

entstehen einzigartige, luxuriöse

Badwelten.

Waschtisch und Möbel spielen eine Solistenrolle,

die ganz nach persönlichem Geschmack

eine harmonische Komposition

bilden. Sie stehen in keiner Abhängigkeit

zueinander und können völlig frei im Maß

gewählt und beliebig positioniert werden.

Damit bietet sich ein großer, kreativer Gestaltungsfreiraum

mit flexiblen, individuellen

Anordnungsmöglichkeiten der Solitäre.

Der freihängende Keramikwaschtisch in

Weiß oder Schiefergrau hat als edle Designlösung

einen im Waschtisch integrierten

Siphon, der von vorne völlig unsichtbar ist

und eine optisch kaum sichtbare, schmale

Ablaufrinne. Dazu passt ein großes Sor-

timent unterschiedlicher Solitärmöbel –

freihängend, mit Sockel oder mit moderner

Fußvariante. Echtholzfurniere sowie Strukturlacke,

matt oder glänzend, schaffen

elegante Wohnlichkeit. Als edles „Upgrade“

sind für die Sideboards Abdeckplatten

aus Glas oder Keramik in Marmor- oder

Schiefer optik erhältlich.

Auch die Kopfbrause vereint runde und

eckige Formen harmonisch. Die große,

runde Kopfbrause mit gleichmäßigem Regenbild

garantiert ein sinnliches Duschvergnügen.

Der Brausearm kann dank eines

flexiblen Gelenks in der Wandbefestigung

komfortabel nachjustiert und schnell in

die exakt waagerechte Position gebracht

werden und sorgt so auch bei Installationsoder

Wandungenauigkeiten für eine kompromisslos

schöne Optik in der Dusche.

Das durchgängig markante Designelement

der verchromten Armaturen und Accessoires

ist das Quadrat auf runden Wandelementen.

Es steht für stilvolle Accessoires

und wahre Alltagshelden in einem designstarken

Wohn- und Lebensraum.

KEUCO GmbH

T +43 (0)662 45 40 56-0

office@keuco.at

www.keuco.com


architektur FACHMAGAZIN

96

Produkt News

Kreisbögen fürs Bad

Bei Happy D.2 Plus realisiert Duravit gemeinsam mit sieger design die aktuellen

Trends in Bezug auf Farben, Formgebung und Oberflächen. Der archetypische Kreisbogen

des Designklassikers Happy D. prägt alle Elemente des neuen Programms.

In hellen Farbtönen setzt das Produkt neue Impulse,

wie zum Beispiel der Doppelwaschplatz mit

zwei Spiegeln, zwei Aufsatzbecken, Konsole in Mediterrane

Eiche, Konsolenwaschtischunterbau und

Hochschrank in Nordic Weiß Seidenmatt. Die Design

prägenden geometrischen Elemente Kreis und Kreisbogen

werden unterstützt durch die Zweifarbigkeit

des Aufsatzbeckens in Anthrazit Matt / Weiß und

der Badewanne mit Außenverkleidung in Graphit

Supermatt. Besondere Eigenständigkeit erhalten die

Aufsatzbecken durch neue Farbvarianten in edlem

Anthrazit Matt oder zweifarbig-kontrastierend, innen

Weiß glänzend und außen Anthrazit Matt. Die Aufsatzbecken

mit schmalem, charakteristisch abgeflachtem

Rand sind in drei Breiten erhältlich, davon

zwei mit eingearbeiteter Hahnlochbank. Markante

Eigenständigkeit erhalten sie durch die neue Farbvariante

in Anthrazit Matt.

Ein Stil-Statement setzen auch die Vorwandwannen

aus glänzendem Acryl mit nahtloser Verkleidung in

Graphit Supermatt. Die frei stehende Version gibt es

wahlweise in Graphit Supermatt und ganz in Weiß.

Die neuen Rimless® Wand-WCs sind außen Anthrazit

Matt und innen glänzend – aus hygienischen Gründen.

Das Bidet ist sowohl außen als auch innen Anthrazit

Matt. Alle Wand- und Stand-WCs und Bidets

sind auch in Weiß erhältlich.

Duravit Austria GmbH

T +43 (0)2236 677 033 0

info@at.duravit.com

www.duravit.at


www.architektur-online.com

97

Produkt News

Neues Design

Die WC-Betätigungsplatte Sigma50 von Geberit ist seit Jahren ein Bestseller

– sowohl für das Privatbad als auch für den Objektbereich. Mit zahlreichen

unterschiedlichen Oberflächen und Materialien passt sich die Betätigungsplatte

den individuellen Gestaltungswünschen von Bauherren an. Jetzt erhielt sie ein

Design-Update, mit einer schlankeren Formensprache als bisher.

Die Auslösetasten für das Zwei-Mengen-Spülsystem

sind schmaler geworden und wölben sich dem

Nutzer entgegen. Der Diamantschliff an den Kanten

verleiht ihnen zusätzliche Eleganz. Die rahmenlose

Gestaltung der rechteckigen Platte behielten die Produktentwickler

bei, mit dem Ergebnis, dass die neue

Sigma50 mit eleganter Leichtigkeit besticht. Sie ist

besonders wandlungsfähig und passt sich dem Stil

und den Farbwelten des jeweiligen Badezimmers an.

Mit dieser Betätigungsplatte installiert der Sanitärprofi

beim Kunden ein Produkt, dessen Grundkörper

aus Zinkdruckguss für Stabilität und Langlebigkeit

steht. Die Front ist wahlweise aus Kunststoff, Glas,

Naturstein oder Metall. Die Materialien mit ihren

matten oder glänzenden Oberflächen und ihren unterschiedlichen

Farben verleihen der Spülauslösung

jeweils einen ganz eigenen Charakter.

Sie ist mit dem DuoFresh Modul für Geruchsabsaugung

sowie einem Einschub für Spülkastensticks

kombinierbar. Das Modul kann in allen Geberit

Sigma Unterputz-Spühlkasten eingebaut werden

und bietet Nutzern so mehr Komfort im Bad. Es saugt

unangenehme Gerüche direkt in der WC-Keramik an,

reinigt diese durch einen Keramikwabenfilter und

führt die frische Luft zurück in den Raum. Spülkastensticks,

die über den Einwurfschacht des Moduls

in den Spülkasten eingebracht werden, sorgen mit

jedem Spülvorgang für zusätzliche Frische im WC.

Geberit Vertriebs GmbH & Co KG

T +43 (0)2742 401 0

sales.at@geberit.com

www.geberit.at


architektur FACHMAGAZIN

98

Produkt News

Optimiert für Raum und Qualitätszeit

Eine neue Badewannen-Kollektion aus glasiertem Titan-Stahl, die sich intelligent

an die Raumarchitektur kleiner und mittelgroßer Bäder anpasst, ist BetteSpace.

Mithilfe trapezförmiger Geometrien nutzt sie den vorhandenen Raum optimal aus

und bietet dabei höchsten Badekomfort. Je nach Vorhaben und Platzangebot kann

zwischen drei Varianten gewählt werden: der Raumsparwanne BetteSpace S, der

Bade-Dusch-Kombination BetteSpace M und der Zwei-Sitzer-Wanne BetteSpace L.

Das Design der puristischen Badewannen

stammt vom Potsdamer Designbüro Tesseraux

+ Partner, das die optimierte Form

entwickelt hat: Die Grundfläche entspricht

einem rechtwinkligen Trapez und spart dadurch

wertvollen Raum im Bad. Jede der

Wannen besitzt zudem eine breite Rückenpartie,

deren Schräge für bequemen Sitzkomfort

austariert wurde und eine großzügige

Liegefläche von 170 Zentimetern

Länge. Das verführt zum ausgedehnten

Wannenbad und ermöglicht auch großen

Personen aus dem Alltag abzutauchen.

Die BetteSpace S ist die raumsparendste

Variante der Kollektion. Wie ihre Schwestern

ist sie badefreundliche 170 Zentimeter lang.

Mit einer Breite von 75 Zentimetern auf der

Liegeseite und 60 Zentimetern am Fußende

nutzt sie jedoch den vorhandenen Raum in

kleinen und mittelgroßen Badezimmern optimal

aus. Dabei bietet sie einer Person genug

Platz für ausgiebigen Badespaß und sorgt

mit 42 cm für angemessenen Tiefgang.

Wenn im Badezimmer nur Platz entweder

für eine Badewanne oder eine Dusche ist,

jedoch weder auf das eine noch das andere

verzichten werden soll, bietet sich die BetteSpace

M als idealer Kompromiss an. Mit

einer Breite von 90 Zentimetern am Fußende

und 75 Zentimetern am Kopfende bietet

die ebenfalls 42 Zentimeter tiefe Badewanne

genug sichere Standfläche zum Duschen

und mehr als genug Platz zum Planschen.

Die BetteSpace L bietet sogar zwei Personen

genug Platz für ein gemeinsames Wannenbad

– da die Liegeseite 130 Zentimeter

breit ist, auch nebeneinander. Dank ihres 75

Zentimeter breiten Fußendes spart sie jedoch

fast einen halben Quadratmeter Raum

im Badezimmer ein. Sie sorgt so für mehr

Bewegungsfreiheit in kleinen und mittelgroßen

Bädern, ohne dass auf Komfort und

Wellness verzichtet werden muss.

Typisch für alle drei Badewannen ist die

hohe Verarbeitungsqualität, mit welcher der

glasierte Titan-Stahl hier in Form gebracht

wurde. Sanfte Schrägen und Eckradien

dort, wo sich der Körper beim Baden an die

Wanne anschmiegt, und definierte Kanten

und Ecken, wo es auf eine gelungene Integration

in die Raumästhetik ankommt.

Bette GmbH & Co. KG

T +49 (0)5250 511-0

architektur@bette.de

www.bette.de


www.architektur-online.com

99

Produkt News

Infrarot für die Dusche

Die Dusche wird dank der kompakten Infrarotpaneele

Palma und Bilbao von Repabad zur Infrarotkabine.

Diese sind speziell für den Nassbereich konzipiert

und lassen sich zum Nachrüsten direkt vor die Wand

auf die Fliese (Palma) oder mit Wandinstallationseinheit

in die Wand (Bilbao) montieren. Sie bestehen

aus einem Rahmen in Aluoptik und einem farblich

anpassbaren Glasaufsatz mit integrierter Infrarotwärmequelle.

Die weichen Rückenlehnen mit höhenverstellbarer

Kopfstütze laden zur entspannten

Infrarotanwendung ein. Auf Wunsch sind die Infrarotpaneele

mit eingebautem Bluetooth-Receiver und

Lautsprechern lieferbar.

Die Infrarot-Therapie arbeitet mit Tiefenwärme. Dabei

transportiert das Blut die freigesetzte Wärme im

gesamten Körper bis in die Extremitäten. Durch den

Anstieg der Körpertemperatur weitet sich das Kapillarsystem

und der Stoffwechsel wird aktiviert. Dies

wirkt sich positiv auf den Bewegungsapparat, das

vegetative Nervensystem, das Immunsystem und die

Psyche aus.

Anlässlich der ISH erhielt das Infrarotpaneel Bilbao

mit neuer weicher Rückenlehne inklusive höhenverstellbarer

Kopfstütze die renommierte DESIGN PLUS

Auszeichnung.

repaBAD GmbH

T +43 (0)800 29 35 18

info@repabad.com

www.repabad.com

FÜR

JEDES BADE ZIMMER,

JEDEN GESCHMACK UND

JEDES BUDGET

Franke GmbH

ws-info.at@franke.com | www.franke.at

KWC AVA

KWC ELLA

KWC MONTA


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100

Produkt News

Modernes Architekturkonzept

der Extraklasse

Im Südwesten Wiens am Hang des namengebenden Rosenhügels erstreckt sich ein

einzigartiges Wohnprojekt. Eingebettet in eine grüne Parklandschaft inmitten einer

lebendigen Infrastruktur zieht das moderne Architekturkonzept Menschen an, die

ihren persönlichen Freiraum ebenso schätzen wie ein facettenreiches Leben. Um

den hohen Ansprüchen der Eigentümer und Mieter auch in der Badausstattung

bestmöglich zu entsprechen, setzen die Bauherren auf hochwertige Design-Armaturen

– für Dusche, Wanne und Waschtisch.

Moderne, architekturorientierte Badplanungen

schließen hier den Raum als Ganzes mit ein. Der

Gesamteindruck entsteht durch die Aufteilung der

Flächen, die Harmonie durch deren ausgewogene

Proportionierung und konsequente Gliederung. In allen

Badwelten der Rosenhügel Appartements tragen

Armaturenbilder aus dem HANSA|HOME sowie dem

HANSA|LIVING Segment in Kombination mit dem

HANSAMATRIX System dazu bei.

Auf einer klaren Rasterbasis von 25 Zentimetern

lassen sich mit diesem System Wandflächen fein abgestimmt

strukturieren und optimal ausnutzen. Die

klare Logik bietet Planern größtmögliche Gestaltungsfreiheit.

So etwa in den großzügigen und frei

begehbaren Duschen. Elegant reduziert und optisch

aufgeräumt wirken hier die Duscharmaturen als Unterputzlösung.

Die großflächige Kopfbrause HANSA-

VIVA bringt den besonderen Komfort in die Dusche

und lädt zum Entspannen ein.

bei jedoch sehr gefällig ist, ergibt sich so ein stimmiges

Gesamtbild, das sich klar auf den Nutzerkomfort

fokussiert und die hohen Qualitätsansprüche unterstreicht.

Schlankes Design, moderne Funktionalität:

Dank ihrem erhöhten Auslauf mit einer Ausladung

von 123 Millimetern bietet sie noch mehr Bewegungsspielraum

am Waschtisch und ist ein Update für moderne

Bäder.

HANSA AUSTRIA GmbH

T +43 (0)662 433 100-0

office@hansa.at

www.hansa.at

Auch die Umsetzung von Wannen- oder Waschtischlösungen

ist mit dem Unterputzsystem möglich.

Der große Vorteil: Mithilfe des HANSAMATRIX Einbaukörpers

lassen sich vielseitige Armaturenkonzepte

auch auf andere Bereiche des Bades übertragen.

So können die Planer individuell auf die verschiedenen

Badeinrichtungswünsche reagieren.

Im Zusammenspiel mit der Formensprache der HAN-

SATWEN XL Waschtischarmatur, die modern und da-


www.architektur-online.com

101

Produkt News

INFRAROT

FÜR DUSCHE & DAMPFBAD

Update eines

zeitlosen Klassikers

Der Armaturenspezialist Kludi präsentiert mit Zenta SL die zeitgemäße

Erweiterung seiner national wie international erfolgreichsten Serie, die –

2007 eingeführt – heute bereits als Designklassiker gilt. Auch das neue

Armaturen-Komplettprogramm, das auf der ISH 2019 seine Premiere feierte,

zeigt klare Haltung in einem frischen Design. Seine schlanke und

reduzierte Formensprache ist inspiriert vom filigranen „Slim“-Design, das

derzeit bei der Badgestaltung voll im Trend liegt, wie das wachsende Angebot

an dünnwandiger Keramik und schmalen Waschschüsseln zeigt.

Die konsequent geometrische, klare Form der Armaturen zieht sich von

unterschiedlichen Lösungen für den Waschtisch über die Wanne bis in

die Dusche. Ihr elegant zurückhaltender Purismus fügt sich ideal in jedes

zeitlos urbane Wohnambiente ein. Dabei lassen sich mit der umfassenden

Serie – die zurzeit insgesamt 18 Einzelprodukte umfasst – je nach Wunsch

und Anforderungen vielfältige Gestaltungslösungen im modernen Bad

mit gehobenem Anspruch realisieren: vom Gäste-WC auf engem Raum

bis hin zum großzügigen Familien- und Mehrgenerationenbad.

KLUDI Armaturen Austria GesmbH

T +43 (0)2689 2414-0

info@kludi.at

www.kludi.at

Heilsame Tiefenwärme fürs Bad zu

Hause. Die Infrarotpaneele machen

aus jeder Dusche eine wohltuende

Wellness-Zone. Infrarot sorgt in Dusche

oder Dampfbad für eine angenehme,

gesundheitsfördernde Wir kung, auch

im kleinen Bad. Der geringe Platzbedarf

bietet eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten.

Platz nehmen

und bewusst entspannen!

www.repabad.com


architektur FACHMAGAZIN

102

Produkt News

Neue Maßvielfalt

für individuelle Wünsche

Mit wenigen Worten lassen sich die neue Vielfalt und die außergewöhnliche Ästhetik

der Kaldewei Duschfläche Nexsys beschreiben. Eine Dusche in 17 Farben,

20 Abmessungen, drei Oberflächen und mit fünf edlen Designblenden bietet rund

5.000 Möglichkeiten für eine individuelle Badplanung. So vereint sich das Beste

aus zwei Welten – alle Vorteile einer emaillierten Duschfläche und das moderne

Design einer Rinnendusche.

Ein charakteristisches Designmerkmal ist die schlanke,

puristische Ablaufrinne, die sich fast bündig in

die emaillierte Duschfläche einfügt. Mit vier neuen

Oberflächenfarben für die edle Designblende unterstreicht

man die Eleganz und Wertigkeit der exklusiven

Rinnendusche aus Stahl-Email. Neben Edelstahl

gebürstet wird die Blende nun auch in Edelstahl glänzend,

Gold glänzend, Rotgold gebürstet und Alpinweiß

zur Auswahl stehen.

Flexibilität und Individualität sind für Architekten

und Planer wichtige Kriterien bei der Produktauswahl.

Die Badplanung verlangt heute nach Lösungen,

bei denen sich persönliche Wünsche auch mit

schwierigen Raumsituationen vereinbaren lassen.

Dafür hat Kaldewei das Angebot der revolutionären

Badlösung Nexsys um zwölf neue Abmessungen von

80 bis 170 Zentimetern auf nun 20 Abmessungen erweitert.

Kleine Formate eignen sich optimal für Bäder

mit geringem Platzangebot oder schwierigen Grundrissen.

Große Dimensionen lassen sich perfekt in das

Fliesenraster hochwertiger Bodenfliesen in den angesagten

XXL-Formaten integrieren.

Auch bei der Farbenvielfalt überzeugt das Angebot

mit 16 neuen Tönen: Vier beliebte Sanitärfarben und

zwölf exklusive Mattfarben aus der Coordinated Colours

Collection ergänzen ab sofort das Angebot.

Damit lässt sich die emaillierte Duschfläche harmonisch

in die übrige Badgestaltung integrieren oder

kontrastreich als echtes Highlight inszenieren. Für

weiteren Komfort durch eine besonders reinigungsfreundliche

Oberfläche sorgt auf Wunsch der pflegeleichte

Perl-Effekt. Alle zwölf Mattfarben können mit

der nahezu unsichtbaren Rutschhemmung Secure

Plus ausgestattet werden – für hohe Trittsicherheit

in der Dusche.

Das werksseitig vormontierte 4-in-1-System aus

Ablaufrinne, Gefälleträger, Abdichtband und Duschfläche

sorgt für eine besonders einfache und

schnelle Montage durch den Fachhandwerker. Optimale

Schalldämmung ist durch das beiliegende

Schallschutzband gewährleistet. Dank der besonders

niedrigen Aufbauhöhe ist der bodenebene Einbau

auch bei geringer Bautiefe möglich.

Franz Kaldewei

GmbH & Co. KG

T +49 (0)2382 785-0

info@kaldewei.de

www.kaldewei.de


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103

Produkt News

Perfekte Balance

Die neue KWC-Armaturenlinie fürs Bad gefällt mit zeitloser

Modernität und eigenständiger Präsenz. Sie überzeugt

mit ausbalanciertem Design, erstklassiger Funktionalität,

perfekter Ergonomie und hochwertiger Verarbeitung. Eine

umfassende Produktlinie, die in ihrem Preissegment Bestleistungen

bietet. Mit klarer Geometrie, exakten Radien und

ausgewogenen Proportionen hebt sich MONTA selbstbewusst

von üblichen Standards ab und definiert sich über

die ihr eigene, rassige Dynamik. Der kubusförmige Grundkörper

verleiht der Armatur Solidität und Aussagekraft

– aus jedem Blickwinkel und in allen Ausführungsgrößen

von S bis XL. Die umfassende Produktlinie präsentiert sich

ästhetisch und formal in sich abgeschlossen und erlaubt

vom Waschtisch bis zum Bidet und Unterputzlösungen eine

konsequente Badausstattung und -gestaltung. Der unmittelbar

spürbare Komfort und die Ergonomie in Bedienung

und Handhabung runden das Bild ab.

Franke GmbH

T +43 (0)5574 67350

ws-info.at@franke.com

www.franke.at

Maßarbeit

in Serie.

In 9 Tagen

geliefert.

XANADU

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Make room for your life. www.conformbad.at

Richten Sie Ihr Bad fürs Leben ein. Neun verschiedene, hochwertig gefertigte Badmöbel-

Programme aus Tirol. Für Menschen, die Herkunft und Qualität schätzen. Funktional bis ins

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architektur FACHMAGAZIN

Raumtemperaturregelung

mit Smart-Home-Anbindung

104

Produkt News

Auf der Energiesparmesse 2019 in Wels präsentierte

Uponor mit Smatrix Pulse eine Erweiterung seiner

Smatrix Regelungstechnik, die der wachsenden

Bedeutung von vernetzter Haustechnik Rechnung

trägt. Die neue Einzelraumregelung ist nicht nur mit

einer innovativen Autoabgleich-Technologie und

intelligenten Analyse- sowie Komfortfunktionen

ausgestattet, sondern punktet vor allem durch ihre

Kompatibilität mit verschiedenen Smart-Home-Anwendungen

wie Alexa Voice Control und Google

Voice Assistant. Der in einer zugehörigen App integrierte

Installationsassistent führt den Fachhandwerker

dabei intuitiv durch die Installation. An das

Regelmodul können bis zu sechs Raumthermostate

und acht Thermoantriebe angeschlossen werden.

Über ein Ergänzungsmodul kann es mit je sechs zusätzlichen

Thermostaten und Thermoantrieben erweitert

werden. Bis zu vier Regelmodule können über

ein Kommunikationsmodul verwaltet werden. Die

Designthermostate Smatrix Style messen präzise die

Temperatur in jedem Raum und interagieren mit der

Regelung, wenn Temperaturanpassungen notwendig

oder gewünscht sind. Das Produkt ist für Neubauten

wie auch für die Renovierung gleichermaßen geeignet

und spart bis zu 20 % Energie ein.

Uponor Vertriebs GmbH

T +43 (0)2236 23003-0

info.at@uponor.com

www.uponor.at

Modernes Heizen

Als führende Marke Österreichs präsentiert sich

VOGEL&NOOT als Komplettanbieter mit einem optimal

auf die Anforderungen der Kunden abgestimmten

Sortiment: „Alles für echte Profis, alles für das Zuhause“.

Das breite Portfolio umfasst von der Wasserverteilung

bis zur Wärmeabgabe alles aus einer Hand und ist

perfekt aufeinander abgestimmt, um größte Effizienz

zu gewährleisten.

Die neue Produktlinie eLINE ist die Antwort des Herstellers

auf die Entwicklungen und Trends der modernen

Wärmeverteilung. Sie ist die perfekte Ergänzung

zu hydraulischen Heizungssystemen und bietet

zusätzliche Wärme auf Knopfdruck, dank „plug and

heat“ – schnell, einfach, praktisch. Als Paradebeispiel

bietet sich der NEWA-E an, dieser überzeugt nicht nur

mit klarem Design, sondern auch mit der integrierten,

selbstregelnden PTC-Heizfolie, die besonders schnelle

und gleichmäßige Erwärmung ermöglicht. Eine hohe

Infrarotstrahlung bei gleichbleibender Oberflächentemperatur

sorgt für angenehme Wärme ohne Verbrennungsgefahr.

Rettig Austria GmbH

T +43 (0)3858 601-0

info@vogelundnoot.com

www.vogelundnoot.at


www.architektur-online.com

105

Produkt News

Neue Städte – neues Leben

Mehr als 50 Prozent aller Menschen weltweit leben heute in Städten. Und es werden

immer mehr. Um mit der zunehmenden Verstädterung und anderen globalen

Megatrends wie dem steigenden Energiebedarf, dem demografischen Wandel,

dem Klimawandel oder der individuellen Mobilität umzugehen und auf lange Sicht

zukunftsfähig zu bleiben, brauchen Städte kreative Ideen, innovative Systeme und

agile Planungsprozesse, mit denen sie sich nachhaltig zur Smart City entwickeln.

Das zukünftige Zuhause im städtischen Umfeld muss offen für Veränderungen

sein. Bei KONE hat man bereits begonnen, sich darauf vorzubereiten.

Städte haben eine große Anziehungskraft. Aber wenn

zu viele Menschen auf zu engem Raum leben, werden

sie zu dicht. 1900 hatten die höchsten Mehrfamilienhäuser

etwa 30 Stockwerke, heute sind es etwa

100. Verbesserungen in der Bautechnik – und insbesondere

bei Aufzügen – ermöglichen es, dass mehr

Menschen in höheren Gebäuden wohnen können.

Vertikales Bauen hat noch weitere Vorteile: Es entstehen

Freiräume für die Natur. Die Bewohner müssen

teilweise nicht einmal bis vor die Haustüre gehen, um

das Grün zu genießen. Mit Öffnungen und Spalten in

Gebäuden werden geschützte Bereiche schaffen, in

denen Bäume wachsen können, sogar 100 Stockwerke

weit oben, so die Vision mancher Architekten.

Zukünftige Gebäude müssen auch die Mobilitätsbedürfnisse

älterer Menschen berücksichtigen. Architektonische

Merkmale wie Geländer und breitere

Türen können ebenso helfen wie die Technik. Ein

Aufzug weiß, dass er seine Türen für langsamere, ältere

Bewohner etwas länger offen halten muss, und

wird sogar automatisch Stolperfallen abdecken, die

sonst einen Rollator oder Stock erfassen könnten.

Ein weiterer demografischer Trend in einigen Gebieten

sind kleinere Familieneinheiten und Alleinstehende,

einschließlich älterer Witwen und Witwer. Dies

führt zu einer steigenden Nachfrage nach kleineren,

bezahlbaren Wohnungen. Soziale und ökologische

Bedürfnisse der Bewohner müssen berücksichtigt

werden. Doch unsere urbane Zukunft wird nicht nur

von höheren Gebäuden und kleineren Wohnungen

bestimmt. Marktforschungsstudien weisen auf einen

stabilen Markt für die Modernisierung von Bestandsgebäuden

hin. Die von der Europäischen Kommission

unterstützte Studie zur Energieeffizienz von Aufzügen

und Fahrtreppen ergab beispielsweise, dass in Europa

Energieeinsparungen von bis zu 63% (11,6 TWh) durch

die Modernisierung von Aufzügen erreicht werden

können, die 1985 oder früher installiert wurden.

KONE AG

T +43 (0)1 863 67-0

office.at@kone.com

www.kone.at


architektur FACHMAGAZIN

106

Produkt News

Das Auf und Zu des Raums

Türen mit Funktionen wie Schall- und Brandschutz sind hoch spezialisiert und

gelten damit durchaus als „smart“: Der hohe Entwicklungs-, Prüf- und Fertigungsaufwand

wird überwiegend als Standard wahrgenommen, im Vordergrund steht

hingegen die weitreichende Freiheit des Designs.

Sturm hat sich längst von einzelnen Türmodellen

verabschiedet und setzt stattdessen auf Design

und Lösungen. Bereits vor Jahren hat der Produzent

auf Konstruktionen für Einsatzbereiche wie Hotels,

Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser umgestellt.

Das vereinfacht dem Planer die Auswahl.

In besonders anspruchsvollen Objekten wie dem

neuen BORA Headquarter ließ sich Innenraumplaner

Simon Gafriller, Büro Werkhaus von den neuen

Möglichkeiten inspirieren und griff dabei zwei aktuelle

Entwicklungen auf: Zum einen werden die

Design-Ideen immer mutiger, zum anderen gibt es

zunehmend durchmischte und verschränkte Raumnutzungen.

Türen ermöglichen hier ein Entdecken

und Überraschen, das Auf und Zu des Raums sorgt

für kontrastreiche Erlebnisse. Und nie darf der Anspruch

vergessen werden: Wo eine Tür ist, da gibt es

auch die erforderlichen Funktionen.

So stellte der Hersteller im Oktober auf der architect@

work in Wien erstmals eine Schiebetür vor, die hoch-

rangigen Schallschutz bietet (bis zu 39 dB). Zusammen

mit Maßfertigung, optionaler Verglasung und freier

Wahl der Oberfläche lassen sich so interessante Effekte

erzielen und zudem Platz gewinnen. Gleichzeitig ist

das Türsystem schwellenlos und damit auch beim barrierefreien

Bauen ein vollwertiger Drehtür-Ersatz.

Starkregen- und Überflutungsereignisse nehmen

selbst außerhalb der roten Zonen stark zu. Die Lösung

für diese neue Herausforderung ist ein Türsystem,

das stehendes und drückendes Wasser bis zu

einer Höhe von knapp einem Meter abhält. Es ist für

Neubau und Renovierung ausgelegt, verhindert die

nachhaltige Schädigung der Gebäudesubstanz und

schützt die Sachwerte im Gebäude.

Dichte Gebäudehüllen sind für den effizienten Betrieb

unverzichtbar, durch die minimierte Belüftung

rückt aber die Raumluftqualität in den Fokus. Sturm

kann hier über das gesamte Sortiment nachweisen,

dass seine Systeme die zulässigen VOC-Grenzwerte

um 90 % unterschreiten.

STURM GmbH

T +43 (0)6589 4215

office@funktionstueren.eu

www.funktionstueren.eu


www.architektur-online.com

Komfortabel,

verschleißfrei,

funktionssicher

Die magnetische Schließung Keep Close hat

SIMONSWERK hinsichtlich der Anforderungen für

den Einsatz an Holzinnentüren weiterentwickelt. Sie

ermöglicht ein puristisches Türdesign ohne erkennbare

Schließelemente. Neben den gestalterischen

Vorzügen ist die neue Magnetschließung vor allem

stromlos, verschleißfrei sowie geräusch- und kontaktlos

und bietet einen bisher unerreichten Bedienkomfort

und ein funktionssicheres Öffnen und

Schließen von hochwertigen Holztüren.

Durch den Einsatz von Keep Close ist es möglich,

Wohnraumtüren aus Holz geräuschlos zu öffnen bzw.

zu schließen. Das System ist funktional sowie technisch

und ästhetisch eine attraktive Alternative zu

klassischen Türschlössern. Das Halten der geschlossenen

Tür erfolgt ohne direkten Kontakt durch einen

patentierten Schließmagneten, dessen Haltekraft individuell

einstellbar ist und die Tür sicher in der Endposition

hält. Das System besteht aus dem Schließmagneten

KC 50 und der Magnetplatte KC 50/H und

ist für den Einsatz an gefälzten und stumpfen Holztüren

mit Block- und Futterzargen aus Holz geeignet.

Bei Bedarf können mehrere Magnete eingesetzt werden,

z. B. bei Türen mit Überhöhe, oder auch an der

Türoberkante bzw. am Zargenquerstück angebracht

werden. Abgerundet wird die Schließlösung durch

den Griff KC 170, der optimal auf Schießmagnet und

Magnetplatte abgestimmt ist.

107

SIMONSWERK GmbH

T +49 (0)5242 413-0

info@simonswerk.de

www.simonswerk.com

Produkt News

markilux MX-3

MX-3

Das neue Licht

am Markisenhimmel

Designmarkisen.

Made in Germany.

Die Beste unter der Sonne. Für den

schönsten Schatten der Welt. markilux

Designmarkisen sind die Symbiose

von innovativer Technik und höchster

Qualität, mehrfach ausgezeichnet und

prämiert.

Alle Informationen bei Ihrem

markilux Fachpartner vor Ort und auf

markilux.com


architektur FACHMAGAZIN

108

Produkt News

Das bedruckte

Fenster!

Der Fensteranbieter Gaulhofer lässt mit der Innovation

INSTYLE aufhorchen: ein Holz-Fenster,

das mit verschiedenen Oberflächen bedruckbar

ist. So werden gediegene Eichen-Optik, rarer

Alt holz-Stil oder exklusiver Beton- Look möglich.

Die österreichische Top-5-Fenstermarke investierte

einen 6-stelligen Betrag in einen hochmodernen

Fenster-Drucker und setzt damit einen

starken Akzent zum 100-jährigen Jubiläum.

Nachdem die Kundenwünsche immer individueller

werden, ist man diesen neuen Weg gegangen. Einerseits

um die steigende Nachfrage nach Individualität

besser abdecken zu können und andererseits, um

im Bereich der exklusiven Architektur neue Kundengruppen

anzusprechen. Und immer mehr Kunden

wollen Holzarten von Boden, Möbeln und auch Fensterelemente

aufeinander abstimmen oder besondere

Akzente im Interiordesign setzen, etwa durch Beton-Look.

In der Hotellerie bereits ein Dauerbrenner,

legt der Trend zur Altholz-Optik auch im Privatbereich

weiter zu.

Bisher waren normabweichende Holzarten – sofern

überhaupt verfügbar – immer mit erheblichen Mehrkosten

verbunden, bzw. musste man Nachteile wie

geringere Stabilität, Farbveränderungen oder mangelnde

Witterungsbeständigkeit in Kauf nehmen.

Durch die Anschaffung des hochmodernen Fensterdruckers

können bei Gaulhofer nun diese exklusiven

Oberflächen auf ein Holzfenster täuschend echt und

dauerhaft angebracht werden. Mit der Innovation IN-

STYLE-Fenster werden so nun die ästhetischen Anforderungen

erfüllt, ohne dabei die angesprochenen

Nachteile zu riskieren.

Ab April 2019 sind acht verschiedene Varianten bestellbar,

wobei in Zukunft auch individuelle Motive

angeboten werden sollen. Ein Fenster in Blumenoder

sogar in Einhorn-Optik ist dann kein Wunschtraum

mehr.

Gaulhofer Industrie-Holding GmbH

T +43 (0)3125 2822-0

welcome@gaulhofer.com

www.gaulhofer.com


www.architektur-online.com

109

Produkt News

Panorama Design für

maximale Transparenz

Filigrane Ansichten und integrierte Funktionalität garantieren eine hochwertige

Designqualität. Das überzeugte die 67-köpfige, unabhängige, internationale Expertenjury

und sie zeichnete gleich drei Schüco Produkte aus dem Hause AluKönig-

Stahl mit dem iF Design Award 2019 aus: die Schiebesystemplattform ASE 60/80

TipTronic, das Schiebesystem ASE 67 PD sowie das Fenstersystem AWS 75 PD.SI.

Die Schiebesystem-Plattform (Aluminium Sliding

Element) in der Bautiefe 60 und 80 mm mit dem

TipTronic Beschlag setzt neue Standards für mechatronische

Schiebesysteme. Großformatige Flügelelemente

bis zu 3,5 x 3,2 Meter und 3,2 x 3,5 Meter in

Kombination mit schmalen Profilansichten ermöglichen

maximale Transparenz im puristischen Design.

Das komplett geprüfte System bestehend aus Antrieb,

verdeckt liegendem Beschlag und Profilsystem,

eröffnet eine Vielzahl an Öffnungs- und Komfortoptionen

für unterschiedliche Anforderungen an Ästhetik

und Design.

Das Schiebesystem Schüco ASE 67 im Panorama

Design bietet die Möglichkeit, den Blendrahmen in

die Wände des Gebäudes zu integrieren, um einen

maximalen Ausblick zu erreichen. Zudem sorgt eine

bodengleiche Schwelle für zusätzlichen Komfort. Flügelgrößen

lassen sich bis zu 3,2 x 3 Meter und einem

Gewicht bis 400 kg realisieren.

Das Aluminium Fenstersystem Schüco AWS 75 PD.SI

(Bautiefe 75 mm, Panorama Design, Super Insulated)

zeichnet sich durch großformatige Fensterflügel und

filigrane Profilansichten für einen maximalen Lichteinfall

aus. Mit einer Flügelinnenansicht von 45 mm

können Flügelhöhen bis zu 2,5 m erreicht werden.

Akzente in puncto Design setzen eine flächenbündige

Rahmenkonstruktion mit einer inneren, umlaufenden

Schattenfuge sowie einem rosettenlosen

Griff. Das Panorama Design Fenstersystem lässt sich

als Lochfenster, Fensterband und Einsatzelement in

Pfosten-Riegel-Fassaden integrieren.

ALUKÖNIGSTAHL GmbH

T +43 (0)1 98130-0

office@alukoenigstahl.com

www.alukoenigstahl.com


architektur FACHMAGAZIN

110

Produkt News

Die Evolution der Elementfassade

Die Hydro Building Systems Germany GmbH präsentierte zur BAU 2019 mit der

neuen WICTEC EL evo eine patentierte technische Innovation: die neue System-Dehnstoßdichtung

zur Aufnahme relativer Deckenverformungen und ein

neues Entwässerungssystem zur kontrollierten Wasserabführung.

Das Thema relative Deckenverformungen hat durch

den Einsatz schwächerer Bewehrung und weicher

Struktursysteme bei gleichzeitig wachsenden Gebäudehöhen

zuletzt immer mehr an Bedeutung

gewonnen. Planungsseitig bleiben bei der Fassade

schlanke Ansichtsbreiten im Fokus vieler Auftraggeber

und Architekten. Die Verformungen insbesondere

an Deckenkonstruktionen mit den damit

verbundenen Lasten müssen aber aufgefangen und

neutralisiert werden. Legt man hierfür das bekannte

„Nut-Feder-Prinzip“ in der Profilkonstruktion

zugrunde, wären schlanke Ansichtsbreiten ab bestimmten

Gebäudehöhen und Deckenverformungen

nicht mehr möglich. WICONA präsentiert zur Lösung

dieses Spannungsfelds eine neu entwickelte System-Dehnstoßdichtung.

Sie ermöglicht die Aufnahme

relativer Deckenverformungen von +15 mm bis

-12 mm in einem flexiblen Dichtungsquerschnitt. Diese

Technologie lässt dem Architekten und Planer für

die Profilgestaltung freie Hand. Die patentierte Dichtung

kompensiert nach dem Ziehharmonika-Prinzip

die zu erwartenden Deckenverformungen. Eine individuell

auf das jeweilige Bauvorhaben abgestellte

Einzelfertigung von Dehnstoßdichtungen entfällt. So

entstehen keine zusätzlichen Wartezeiten und Kosten

für neue Werkzeuge und der Baufortschritt wird

beschleunigt. Entsprechend vorteilhaft wirkt sich

diese Flexibilität beim Dichtungseinsatz auch auf die

Kosten aus.

Ebenfalls weiterentwickelt wurde das bewährte Entwässerungssystem

für Elementfassaden nach dem

Kaskadenprinzip. Wenn während der Montage Niederschläge

auftreten, ist Wassereintritt in die Fassadenelemente

nahezu unvermeidlich. Bei Gebäuden

mit höherer Stockwerkszahl kommt eine entsprechend

große Menge zustande – zu groß, um sie risikolos

erst am Fuß der Fassade abzuleiten. Damit

der Fassadenbauunternehmer hier auf der sicheren

Seite ist, hat man ein patentiertes Leitteil zur kontrollierten

Aufnahme und Ableitung von Feuchtigkeit

(Wasser) während der Montage entwickelt. Das Leitteil

wird bei der Fertigung der Fassadenelemente in

der Werkstatt mit eingebaut. Dabei sitzt der Entwässerungspunkt

versetzt zum Element-Stoß, wodurch

risikoreiche Entwässerungsöffnungen im Kreuzungsstoß

entfallen können. Hierdurch entsteht eine theoretische

Wasserbarriere von 200 mm Höhe – ein in

der Praxis nicht zu erwartender Wert, aber als Kapa-

zitätsreserve eine zusätzliche Sicherheit für den Metallbauer.

Je nach Gesamtzahl der Stockwerke des

Gebäudes genügt die Ausstattung der horizontal

verbauten Elemente mit dem Leitteil alle zwei oder

drei Geschosse.

Hydro Building Systems GmbH

WICONA

T +43 (0)6212 20000

info@wicona.at

www.wicona.at


www.architektur-online.com

Hebe-Schiebe-Tür

mit Nullbarriere-Schwelle

Mit der neuen Variante HST 115 „Sky Axxent“ erweitert

Kneer-Südfenster sein anspruchsvolles Designprogramm

bei Hebe-Schiebe-Türen aus Aluminium-Holz

mit einer rahmenlosen Verglasung bis in die

Schwelle. Neben schlanken Profilen und reduzierter

Beschlagoptik bietet die Hebe-Schiebe-Tür nun absolute

Barrierefreiheit dank der Nullbarriere-Schwelle.

Der bodengleiche Übergang ohne Schrägen öffnet

den Wohnraum und erweitert ihn nach draußen.

Dabei geht die Glasfläche nahtlos in den Boden über

– der Übergang von innen nach außen wird fließend.

Die Nullbarriere-Schwelle vermeidet Hindernisse

oder Stolperfallen, indem die Laufschiene 5 mm in

den Boden abgesenkt wird. Ein Aluminium-Abdeckgitter

in eleganter Optik sorgt für den ebenerdigen

Übergang. Die Konstruktion der Nullschwelle mit

neuer Beschlagtechnologie, einem neuen Dichtungssystem

sowie den erhöhten Sicherheitsanforderungen

garantiert eine hohe Dichtigkeit und Wärmedämmung

und schützt zuverlässig vor Schlagregen.

Außen lässt sich eine Entwässerungsrinne oder Terrassenentwässerung

direkt anbinden.

Die Hebe-Schiebe-Tür bietet hohe Einbruchhemmung

bis zur Widerstandsklasse RC2. Optional lässt

sich auch eine schmale Lichtleiste in die Bodenschwelle

integrieren – die Beleuchtung wird zum zusätzlichen

attraktiven Blickfang im Raum. Sie kann

auch mit einem motorischen Antrieb vorbereitet werden

– und ist damit Smart-Home-ready zur Einbindung

in moderne Haustechnik und Steuerung über

das Smartphone.

111

SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG

T +49 (0)7950-81-0

info@suedfenster.de

www.kneer-suedfenster.de

Produkt News

Designorientiert & brandsicher:

Dielen aus Twinson für Dachterrassen

Terrace Massive und Terrace Massive Pro aus dem Holz-Kunststoff verbundwerkstoff

Twinson sind B roof

( t1) zer ti fiziert und damit für harte Bedachung

zu gelassen: Brandschutz bei gleich zeitig höchstem Design anspruch also!

+ Zertifiziert gemäß EN13501-5:2016 (Widerstand gegen Flugfeuer und

strahlende Wärme) als B roof ( t1)

+ „Harte Bedachung“ gemäß Anforderungen der Muster bau ordnung MBO § 32

+ Es werden keine Kies- bzw. Splittschichten oder Beton platten mehr benötigt

+ Gesamtsystem mit Alu-Trägerprofil, Montageklips und Drehfüße

+ Gebürstete Oberflächen / Dielen mit Ummantelung aus Kunststoff

+ Bis zu 6 natürliche Farben

+ Patentierter Biowerkstoff, zu 100 % recycelbar

Inoutic / Deceuninck GmbH

Bayerwaldstraße 18 / 94327 Bogen

P +49 (0)9422 821-108

www.inoutic.at/terrassen

SPIELZEUGTAUGLICH


architektur FACHMAGAZIN

112

Produkt News

Bildhafte Fassade

Der einzigartige Live-Work-Play-Campus „Gravity“ in der Hauptstadt des US-Bundesstaates

Ohio beeindruckt durch vielseitige Design-Konzepte und hintergründige

Visionen. Die Architektur des Gebäudekomplexes ist stark vom Kontext der

Nachbarschaft beeinflusst und spiegelt die künstlerische, vielseitige und manchmal

kantige Atmosphäre des Stadtteiles Franklinton in Columbus wider.

Für die gestalterische Umsetzung holte man sich mit

den weltweit agierenden Planern und Architekten

des Büros NBBJ ein visionäres Architekturbüro ins

Boot, das sich beim Entwurf vor allem vom bestehenden

Stadtteil Franklinton inspirieren ließ. Wandmalereien,

Graffitikunst, skulpturale Installationen am

Gebäude sowie die Verwendung von Industriematerialien

sollen dasdas neu entstandene Gebäude mit

der bestehenden Nachbarschaft verbinden und den

Stadtteil weiter beleben.

Die Fassade aus den verschiedenfarbigen, schmalen

öko skin Betonelementen von Rieder bewirkt ein natürliches

Farbspiel, das eine spannende Verbindung

zwischen dem Gebäude, den Kunstwerken und der

Nachbarschaft herstellt. Die Kombination aus drei

Oberflächenausführungen intensiviert diesen Effekt,

der einen wichtigen Bestandteil des Designkonzeptes

der Architekten darstellt.

Sowohl die Initiatoren des Projektes als auch die Architekten

betonen, wie ausschlaggebend die Zusammenarbeit

mit Gleichgesinnten für den Erfolg ihrer

Projekte sei – auf diese Philosophie setzten sie bei

der Umsetzung. Es ist also kein Zufall, dass sich die

Betonpaneele von Rieder gekonnt in die Szenerie

dieser Zukunftsvision integrieren ließen. Die Mission

„Gemeinsam für eine bessere Welt“ ist bekannterweise

eine der Hauptantreiber des experimentierfreudigen

und verantwortungsbewussten Betonexperten.

Alleine das 5-Stockwerke hohe Selbstporträt des brasilianischen

Wandmalers Eduardo Kobra hinterlässt

bleibenden Eindruck. Der Künstler, dessen Wandbilder

weltweit zu bestaunen sind, ist auf Porträts historischer

Persönlichkeiten spezialisiert. Er verewigte

unter anderem Nelson Mandela in Rom, Alfred Nobel

in Schweden und Anne Frank in Amsterdam.

Für das Gravity Projekt sollten Teile der Fassade an

das Erscheinungsbild von Schiffscontainern erinnern.

Mit der Kombination aus zwei unterschiedlich

farbigen öko skin Latten (off-white und anthracite)

konnte dieses Ziel auf raffinierte Art und Weise erreicht

werden. Auch als „Leinwand“ für das Selbstporträt

des Künstlers Eduardo Kobra eigneten sich

die robusten Betonlatten in den Oberflächenausführungen

ferro, ferro light und matt bestens.

Rieder Sales GmbH

T +43 (0)6542 690-844

office@rieder.cc

www.rieder.cc


www.architektur-online.com

113

Produkt News

Eine Fassade wie ein Bach

Innovative Planung, durchdachte Architektur und modernste Bauweise: Das alles

wollte der Bauträger in diesem Projekt in Wien 23, inmitten einer parkähnlichen

Gartenanlage zwischen Hetzendorf und Alterlaa, verwirklichen.

Den späteren Eigentümern und Mietern sollte ein

Höchstmaß an Wohnqualität und Komfort geboten

werden. Diesem Ziel folgend wurden die Wohnhäuser

ökologisch nachhaltig in Niedrigenergiebauweise

errichtet. Für die Gestaltung der Fassade ließen sich

die Planer etwas ganz Besonderes einfallen: eine Flut

von kleinen Wellen, die an der Oberfläche der Häuser

entlanglaufen.

Für das spezielle Design musste jedoch erst ein Produkt

gefunden werden, mit dem die optische Wirkung

der Wellen erzeugt werden konnte und das außerdem

problemlos zu montieren und auch dauerhaft

einsetzbar war. Als perfekte Wahl für diese Anforderungen

erwiesen sich die modernen Fassadenprofile

von Austrotherm®. Mit der tatkräftigen Unterstützung

durch den Hersteller fand man so den richtigen

Weg, um die gewünschte Optik zu erreichen.

Zwischendurch gab es noch eine heikle Situation zu

bewältigen: Auch die Außenmauern der Balkone und

Terrassen waren mit den Wellen-Elementen verkleidet

– doch wie sollte man hier die Beleuchtung installieren?

Die Berater des Produzenten erarbeiteten auch

dafür eine praktikable Lösung. Ein Gegenstück wurde

gebaut – natürlich ebenfalls aus Fassadenprofilen –

und ein Unterbauelement ermöglichte es, direkt auf

der Welle eine Lampe zu montieren. Die Lösung eignete

sich genauso perfekt für den Wasseranschluss –

so erhielten schließlich alle Balkone Lampen, Schalter

und fließendes Wasser. Die Fassadendämmung der

Niedrigenergieanlage erfolgte mit dem grauen Austrotherm

EPS® F-PLUS. Als Trittschalldämmung fungiert

die Austrotherm EPS® T 650.

Die gut ausgestatteten Balkone, die Terrassen oder

Gärten werden die zukünftigen Eigentümer und Mieter

sicher genießen: In der Mitte zwischen den Ortskernen

von Hetzendorf, Atzgersdorf, Altmannsdorf

und Alterlaa ist Ruhelage angesagt. Die drei Niedrigenergiehäuser

mit 154 Wohnungen – 68 davon sind

frei finanzierte Eigentumswohnungen – wurden auf

rund 12.000 m 2 Nutzfläche errichtet. Durchdachte

Wohnungsgrößen, flexible Grundrisse und moderne

Ausstattung bieten den Bewohnern, ob Singles oder

Familien, die beste Wohnqualität. Und vielleicht gibt

die schöne Wellenfassade öfter einmal den Anstoß zu

einem Spaziergang an den Ufern des Liesingbaches.

Austrotherm GmbH

T +43 (0)2633 401-0

fassadenprofile@austrotherm.at

www.austrotherm.at


architektur FACHMAGAZIN

114

Produkt News

Farbwahl à la Carte

Individualisierte Produkte haben seit Jahren Hochkonjunktur. Ein wirksames Instrument

hierfür sind Farben. So kann man beim Kauf einer markilux Markise auch

die Markisentücher des deutschen Herstellers in fast jeder Tuchfarbe bekommen.

Der Service nennt sich „Colour on demand“. Dieses

exklusive Service, Markisen ab Losgröße 1 in individuellen

Tuchfarben anzubieten, ist bisher einzigartig

in diesem Geschäftsfeld. Man hat dies zuvor zwar für

größere Abnahmemengen angeboten, jedoch nicht

für geringe Stückmengen. Das Färben mit insgesamt

1.625 genormten Designfarben macht den Austausch

mit Fach- und Endkunden einfacher. Zudem passt

der Service „Colour on demand“ gut zur Exklusivkollektion

„visutex“, einer Auswahl von speziell für die

eigenen Produkte gewebten Dessins. Auf einer separaten

Website, dem Farbfinder, kann man mit diver-

sen Online-Tools eine Farbe aus dem „RAL DESIGN

SYSTEM“ wählen. Die Farbe lässt sich auf ein virtuelles

Markisentuch projizieren oder auf voreingestellte

Hausansichten, um zu prüfen, ob die Wahl gefällt. So

kann man den Kunden genau das Farbresultat liefern,

das sie sich für ihre Markise wünschen, individuell

und passend für jeden Geschmack.

markilux Vertriebs- und Servicezentrum

T +43 (0)662 852 206

austria@markilux.com

www.markilux.com


www.architektur-online.com

Produkt News

kneer-suedfenster.de

Sonnenschutz per App

In Zeiten der totalen Vernetzung gewinnen Lösungen zur

unkomplizierten Kommunikation der Geräte untereinander

zunehmend an Bedeutung. Dabei bietet ein Smart Home

nicht nur mehr Komfort durch die automatisierte Steuerung,

sondern erhöht auch die Sicherheit durch Überwachung

des Hauses von unterwegs. Mit der neuen Kooperation von

Sonnenschutz unternehmen Warema und Plattformanbieter

everHome lassen sich sämtliche Smart Home Funktionen

wie Steuerung von Licht, Heizung und Sonnenschutz mit nur

einer einzigen App bequem von überall auf der Welt dank

Cloud-Technologie bedienen. Für die Nutzung stehen mehr

als 800 Geräte und Dienste von über 70 Unternehmen zur

Verfügung.

Hebe-Schiebe-Türen

Sky Axxent

•Absolute Barrierefreiheit

•Hoher Komfort

•Großflächige Elemente

•Hohe Einbruchhemmung bis RC 2

•Optimale Wärmedämmung im Schwellenbereich

•Vollautomatischer Hebe-Schiebe-Antrieb

•Einfache Bedienung

•Elegante Optik

Statt mit unterschiedlichen Fernbedienungen, Apps oder Gateways

können Nutzer mit der All-in-One Lösung ganz unterschiedliche

Produkte, Anwendungen und Dienste bequem

über das herstellerübergreifende System steuern. Voraussetzung

dafür sind das Premium Paket von everHome sowie eine

Internetverbindung, da die benötigte Automatik und Intelligenz

in der Cloud hinterlegt ist. Damit ergibt sich auch die

Bedienmöglichkeit aus der Ferne per Smartphone oder Tablet.

WAREMA Austria GmbH

T +43 (0)662 853015-0

info@warema.at

www.warema.at

SÜD-FENSTERWERK GmbH & Co. Betriebs-KG · Rothenburger Str. 39 · D-91625 Schnelldorf

Tel. +49 (0)79 50/81-0 · info@suedfenster.de


architektur FACHMAGAZIN

116

Produkt News

Das Wissen ist nur einen

Fingertouch entfernt

In der beliebten Rigips-App findet man neue Funktionen wie ein mobiles Bestell-Tool,

mit dem man einfach die Bestellliste fotografieren, die Kontaktdaten eingeben

und an den Kundenservice schicken kann. Oder eine Pulver-Produktsuche,

die den Kunden in ein paar Klicks zum geeigneten Pulverprodukt führt. Natürlich ist

auch der beliebte Rechner für Brandschutzbekleidungen wieder in der App zu finden.

Damit kann man kinderleicht die nötige Brandschutzplatten-Bekleidungsstärke

für Stützen bzw. Träger berechnen. Nach dem Motto „Sharing is caring“ können

alle Broschüren aus der App heraus geteilt werden. Auch eine Favoritenliste für die

wichtigsten Broschüren kann man sich einrichten. Damit man jederzeit weiß, wo

man Rigips Produkte kaufen kann oder wo ein Rigips Systemhändler zu finden ist,

enthält die App auch eine Händlersuche. Eine Übersicht zu allen aktuellen Seminaren

des Herstellers rundet das Angebot ab.

Die App ist kostenlos im iTunes Store und im Google Play Store erhältlich und egal,

ob man Trockenbauer, Baustoffhändler oder Architekt ist: Ein Rigips-Berater ist direkt

über die App telefonisch oder via E-Mail kontaktierbar.

Saint-Gobain RIGIPS Austria GesmbH

T +43 (0)3622 505-0

rigips.austria@saint-gobain.com

www.rigips.com

Intelligente Montage

in Gipskartonplatten

Der Befestigungsspezialist fischer erweitert seine erfolgreiche

DUO-Line um einen weiteren intelligenten

Dübel mit innovativer Material-Kombination: den selbstbohrenden

Gipskartonplatten-Dübel DUOBLADE. Er

ermöglicht in Verbindung mit Schrauben, Haken und

Ösen eine einfache und schnelle Montage. Ob Vorhangstangen,

Spiegel, Jalousien, Bilder, Rauchmelder

oder leichte Leuchten an beplankten Wänden beziehungsweise

Decken – mit dem Dübel gelingen Befestigungen

in Gipskarton-, Gipsfaser- und leichten Zementbauplatten

besonders mühelos und schnell. Sein

Kennzeichen ist die selbstbohrende scharfe Metallspitze

mit drei effektiven Schneidzähnen. Sie ermöglicht

einen sauberen und effektiven Bohrvorgang, bei dem

das Plattengefüge intakt bleibt. Der mittlere Zahn dient

als Zentrierspitze und erlaubt punktgenaues Ansetzen

des Dübels für mehr Sicherheit.

Der Dübel wird in Vorsteckmontage gesetzt. Der

graue Grundkörper aus Nylon spreizt in der jeweils

richtigen Ebene bei einfachen und doppelten Beplankungen.

Dabei sorgt der zusätzliche Verspreizeffekt

des Dübels beim Einbringen der Schraube für optimale

Anbringung und erhöht den Belastungswert sowie

die Haltekraft. Zudem garantiert die besondere Länge

bei der Montage in doppelt beplankten Gipskartonplatten

einen deutlich geringeren Baustoffausbruch

und verhindert somit die Schwächung des Baustoffs.

Fischer Austria GmbH

T +43 (0)2252 53730-0

office@fischer.at

www.fischer.at


www.architektur-online.com

117

METALLIC

SILBER,

METALLIC

BRONZE.

Produkt News

Gegen die Naturgewalten

1000 Kilometer südlich von Südamerika entsteht die 82 Millionen Euro

teure Commandante-Ferraz-Antarktisstation (EACF), entworfen vom

brasilianischen Architekturbüro Estudio 41. Die 3200 Quadratmeter

große futuristische Anlage umfasst eine sichere Arbeitsumgebung für

technologische Forschung sowie einen komfortablen Wohnbereich.

Die Außengestaltung des Gebäudes berücksichtigt drei primäre

Faktoren: Temperatur, Schneetreiben und Windgeschwindigkeit. Die

Fassade ist mit verdeckt montierten, feuerverzinkten und beschichteten

Stahlblechpaneelen mit Polyurethan-Hartschaumdämmung

verkleidet. Die Geschosse werden von einer Stahlkonstruktion getragen,

die aus Trägern besteht, die entlang einem Raster gesetzt und

mit 600 x 1200 Zentimeter großen Platten verkleidet wurden. Ein

System aus Stahlstützen leitet das Gewicht des Gebäudes ins Eis ab.

Um die Auswirkungen der wohl extremsten Wärmebrücken weltweit

in den Griff zu bekommen, werden tragende Wärmedämmelemente

zwischen den inneren Stahlrahmen und den äußeren Stahlstützen

und -treppen eingesetzt. Es kommen Isokorb Elemente des Typs

KST zum Einsatz, die aus einem 80 Millimeter dicken Dämmblock

aus Polystyrol-Schaum bestehen. Zur Übertragung der Lasten werden

Edelstahlbolzen und Rechteck-Hohlprofile verwendet. Sie verbinden

die Stahlkonstruktion und widerstehen Querkräften, Zugkräften

sowie Druckkräften und verringern gleichzeitig drastisch

Wärmeverluste.

Schöck Bauteile Ges.m.b.H.

T +43 (0)1 786 5760

office@schoeck.at

www.schoeck.at

LF

HOCH BELASTBAR

SELBSTVERLAUFEND

GLÄNZEND

Designfüller

Metallic und

Bronze

Die Designbeschichtung lässt den

Boden im Metallic-Design erscheinen!

Sie wird mit Epoxy Bindemittel EP 220

plus Designfüller errichtet und glänzt

mit ihrer einfachen Herstellung und

geschlossenen Oberfläche in den

Farbtönen Metallic silber und

Metallic bronze.

Murexin. Das hält.


architektur FACHMAGAZIN

118

Produkt News

Parametrisches Entwerfen

von komplexen Freiformen

Bereits in der Entwurfsphase eines Gebäudes beschreiben eine Fülle von Parametern

seine Konstruktion, Funktionalitäten und räumliche wie strukturelle Abhängigkeiten.

Dieses Geflecht von Zusammenhängen möglichst einfach abzubilden

und ein „optimales“ Gebäude zu konzipieren, ist Ziel des parametrischen Entwerfens.

Vor allem bei der zügigen Erstellung von Entwurfsvarianten erleichtert ein

parametrisches Modell die Entscheidung des Architekten.

Beim parametrischen Entwerfen werden verschiedene

geometrische Objekte assoziativ so miteinander verknüpft,

dass die Abhängigkeiten durch Algorithmen

(Programmcodes) darstellbar sind. Doch nur sehr selten

ist der Architekt auch ein Programmierer und in

der Lage, solche Programmcodes zu lesen oder gar zu

schreiben. An dieser Stelle setzen die Softwarelösungen

Rhinoceros 3D (kurz: Rhino 3D) und Grasshopper

an. Beide sind gängiger Industriestandard mit hoher

Verbreitung und Akzeptanz und in Archicad über eine

Direktanbindung (Live Connection) eingebunden.

Rhino 3D ist ein NURBS-basiertes (Kurven und Flächen)

Modellierungswerkzeug, mit dem sich Freiformen

entwerfen lassen. Genutzt wird es unter

anderem im Industriedesign oder für das parametrische

Entwerfen von Architektur. In Verbindung mit

Grasshopper, das eng an Rhino 3D gekoppelt ist, lassen

sich über sogenannte „Nodes“ (Knoten) Beziehungen

zwischen einzelnen Parametern und dem zu

entwerfenden Bauteil definieren. Jeder Node steht

für einen Algorithmus mit einer bestimmten Funktionalität.

Mehrere Nodes können nacheinander geschaltet

werden, um verschiedene Parameter im gleichen

Bauteil zu verändern. Programmierkenntnisse

sind hierbei nicht erforderlich, ein Grundverständnis

für die Arbeitsweise von Grasshopper und Rhino 3D

jedoch schon.

Mit der Version 22 bietet Archicad eine bidirektionale

Verbindung zwischen Archicad, Rhino 3D und

Grasshopper. Ein zuvor in Rhino 3D erstelltes Modell

lässt sich mit ihr direkt in Archicad öffnen. Laufen parallel

Rhino 3D und Grasshopper auf dem Rechner, können

dank der Life Connection sämtliche Änderungen

in Echtzeit in allen drei Anwendungen nachgeführt

werden. Mithilfe der Life Connection sind in Rhino 3D

modellierte 3D-Objekte wie gewohnt als Archicad-Objekte

verwendbar. Der Nutzen der bidirektionalen Arbeitsweise

liegt vor allem in der schnellen Erstellung

komplexer Geometrien oder auch Geometrievarianten.

Durch die Live Connection an Rhino 3D und Grasshopper

kann ein 3D-Bauteil (z. B. eine Fassade) bei der

Anpassung von Parametern in Archicad eingebunden

bleiben und behält alle seine Bauteilinformationen –

unabhängig von der Änderung einzelner Parameter.

GRAPHISOFT

Vertrieb Österreich

mail@graphisoft.at

www.archicad.at


www.architektur-online.com

119

Produkt News

Controlling und

Büromanagement

– auch aus der Cloud

Die Controlling Management Software der Architekten

und Ingenieure, untermStrich, ist - auf Kundenwunsch

- auch in der Cloud verfügbar. Diese Möglichkeit besteht

schon seit 2012, als die erste browserbasierte

Version untermStrich X auf den Markt kam. Man hat

damals das Thema Cloud ganz bewusst noch nicht

thematisiert, weil die Vorbehalte, sensible Bürodaten

„irgendwo im Netz“ zu halten, deutlich zu spüren waren.

Inzwischen läuft untermStrich X2 und nicht nur

die Versions-Zählung ist seither fortgeschritten. Auch

der Zugang zum Thema Cloud hat sich verändert –

das lässt sich aus Direktanfragen von Kunden und

Interessenten und zuletzt auch aus Gesprächen auf

der BAU 2019 erkennen. Für den Betrieb der Software

und für die Anwender sei es letztlich gleich, ob das

Programm auf einem Server im Büro laufe oder auf

einem virtuellen Cloudserver. Es sind zurzeit vor allem

kleinere und junge Büros, für die der mobile Einsatz

der Software selbstverständlich ist, die das Thema

Cloud sehr offen angehen. Die browserbasierte Version

läuft im stationären wie im mobilen Einsatz auf den

verschiedensten Betriebssystem- und Geräteplattformen,

auch als optimierte Smartphone-Version. Mit der

professionellen Lösung aus der Praxis – für die Praxis

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architektur FACHMAGAZIN

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BIM-Server:

Einfach zusammenarbeiten

Bei großen, internationalen oder öffentlichen Projekten sind BIM-Server Standard.

Aber auch Büros mit mehreren Standorten können davon profitieren. Was können

sie und wer bietet was?

Text: Marian Behaneck

Im Zentrum der BIM-Planungsmethode

steht eine regelbasierte, kooperative Zusammenarbeit

an einem Projekt. Das lässt

sich bürointern über das Intranet und entsprechenden

Absprachen halbwegs praktikabel

realisieren. Sobald aber ein oder

mehrere Projektpartner mit unterschiedlichen

Software-Werkzeugen beteiligt sind,

wird es anspruchsvoll. Zum einen müssen

alle relevanten Informationen der verschiedenen

Fachbereiche zentral zusammengeführt

und der aktuelle Planungsstand allen

Beteiligten zur Verfügung gestellt werden.

Zum anderen müssen mehrere Projektpartner

von verschiedenen Standorten aus mit

mehreren Software-Werkzeugen diverser

Hersteller zusammenarbeiten. Für diese

und weitere Aufgaben wurden BIM-Server

geschaffen.

BIM-Server vereinfachen Abstimmungsprozesse und stellen die

Kommunikationsinfrastruktur für openBIM-Projekte bereit.

© Trimble

BIM-Projekte rationell realisieren

BIM-Server sind entweder speziell für die

BIM-Planungsmethode konzipierte Projekträume

oder um diverse BIM-Funktionen

erweiterte Projektkommunikations- und

Management-Systeme (PKMS), auch Internetbasierende

Projektmanagement-Systeme

(IBPM) genannt (siehe architektur 4/13:

In der Cloud planen). BIM-Server stellen die

Infrastruktur für eine kooperative, plattformübergreifende

Zusammenarbeit mehrerer

Projektpartner an openBIM-Projekten zur

Verfügung. Sie dienen der zentralen Ablage

und dem Austausch von BIM-Projekten, respektive

Fachmodellen innerhalb geschlossener

Benutzergruppen. openBIM-Server

ermöglichen entweder über native Datenformate

über die BIM-Datenaustausch-Formate

IFC, BCF, gbXML oder COBie eine

gemeinsame Bearbeitung von Fach- und

Koordinationsmodellen mit verschiedenen

Softwareprodukten unterschiedlicher Hersteller.

Neben BIM-Modellen werden auch

Dokumente wie Baupläne, Berechnungen,

Bauzeitenpläne, Raumbücher, Ausschreibungen,

Mängelberichte oder Protokolle

für zugriffsberechtigte Projektbeteiligte

zeit-, ort- und plattformunabhängig online

bereitgestellt. Alle Projektdaten sind auf

einem oder mehreren Datenbank-Servern

des Anbieters abgelegt. Projektänderungen

werden automatisch protokolliert und alle

Nutzer informiert. Dazu verwalten BIM-Server

neben den Dokumentinhalten auch

Informationen zu Dokumentversionen, Benutzern

und deren Zugriffsrechten sowie zu

Prozessabläufen – etwa zur Korrektur und

Freigabe. Projekträume ermöglichen einen

kontinuierlichen, strukturierten und nachvollziehbaren

Informations- und Datenaustausch

über den gesamten Projektverlauf.

Insgesamt verspricht die Bereitstellung von

Bauwerksmodelldaten über einen gemeinsam

genutzten BIM-Server mehr Planungs-,

Termin- und Kostensicherheit. Bauvorhaben

lassen sich schneller, kostengünstiger

und qualitativ hochwertiger realisieren:

Schneller dank des gleichzeitigen, ortsunabhängigen

Zugriffs aller Projektbeteiligten

auf aktuelle Planungsstände und Aufgaben.

Kostengünstiger und qualitativ hochwertiger,

da Planungsunstimmigkeiten noch

vor Baubeginn erkannt und rechtzeitig

beseitigt werden. Darüber hinaus können

die während der Planungs-, Bau- und Montagephase

eingepflegten Informationen

wie Bauteildaten, Wartungshinweise oder

Brandschutzdokumentationen auch für die

spätere Bewirtschaftung genutzt werden.

Was können BIM-Server?

Das BIM-spezifische Funktionsspektrum

ist sehr unterschiedlich. Standard sind BIM

Viewer- und Modellchecker-Funktionen.

Damit können zugriffsberechtigte Teilnehmer

BIM-Modelle interaktiv und über Apps

auch mobil aus beliebigen Perspektiven betrachten,

Grundrisse, Ansichten, Schnitte

oder Bauteileigenschaften anzeigen lassen.


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Mit BIM-Checkern lassen sich Fachmodelle

zusammenführen, um sie zu analysieren, zu

prüfen, zu kommentieren und samt korrespondierendem

Screenshot an Projektbeteiligte

als BCF-Nachricht weiterzuleiten.

Entsprechende Aufgaben und Arbeitsanweisungen

lassen sich inklusive Modellverknüpfung,

Zuständigkeiten, Prioritäten

und Fälligkeiten unter allen betreffenden

Planungspartnern dokumentiert verteilen.

Daraus ergeben sich klare, verbindliche

Verantwortlichkeiten, die Planungsabläufe

transparenter und sicherer machen. Einige

BIM-Server ermöglichen auch die parallele

Bearbeitung an einer Projektdatei in Echtzeit.

Ein Reservierungssystem zeigt dabei

an, welche Elemente von Kollegen zur Bearbeitung

reserviert sind und welche Bereiche

zur Verfügung stehen. Das ermöglicht auch

alternative Kooperations- und Arbeitsmodelle

wie etwa die Zusammenarbeit mit freiberuflichen

Mitarbeitern oder die gemeinsame

Planung mehrerer Büro-Zweigstellen

an einem Projekt.

Da unterschiedliche Versionsstände von

BIM-Modellen oder Dokumenten zu den

Hauptfaktoren für Missverständnisse und

Fehler gehören, kommen spezielle Revisions-Manager

zum Einsatz: Wird eine veränderte

Version hochgeladen, erscheint eine

Datums- und Zeitangabe, inklusive einer

Liste aller Revisionsstände, die bei Bedarf

geöffnet und verglichen werden können.

Damit sind auch komplette Projekthistorien

dokumentier- und nachvollziehbar. Apps

machen die kooperative BIM-Planung mobil.

Tauchen auf der Baustelle Fragen auf, kann

man sie zeit-, ort- und plattformunabhängig

am BIM-Modell klären. Baumängel können

digital aufgenommen und mit einer IFC-Datei

gekoppelt oder direkt vor Ort auf der

Baustelle im BIM-Viewer erfasst und dem

hinterlegten 3D-Modell zugeordnet werden.

Da über den Projektraum alle ausführenden

Gewerke darauf zugreifen und den Bearbeitungsstatus

rückmelden, können sich

alle Projektpartner schnell eine Übersicht

über den aktuellen Bearbeitungsstand verschaffen.

Einige Anbieter ermöglichen über

offene Application Programming Interfaces

(API) oder Software Development Kits

(SDK) eine Anpassung der BIM-Serverfunktionen

an eigene Bedürfnisse, beispielsweise

eine individuelle Programmierung von

Auswertungsberichten und Reports oder

die Einbindung eigener Software.

Beispiele für BIM-Server

Mittlerweile gibt es zahlreiche Lösungen.

Zu den seit vielen Jahren bestehenden

allgemeinen oder bauspezifischen Projekträumen,

die allmählich um BIM-Funktionen

Für alle Projektteilnehmer und Fachdisziplinen bieten BIM-Server viele Vorteile.

© Trimble

erweitert werden, gesellen sich zunehmend

von BIM-Softwareherstellern angebotene

BIM-Plattformen, die sukzessive um Verwaltungs-

und Management-Funktionen

erweitert werden. Letztere werden im Folgenden

beispielhaft vorgestellt (Auswahl,

siehe auch Infokasten):

BIM 360 von Autodesk ist eine Cloud-Plattform,

auf der alle Projektdaten in einem zentralen

Arbeitsbereich liegen und im Browser

oder auf mobilen Endgeräten abgerufen

werden können. Damit lassen sich 2D- und

3D-Konstruktions- und Projektdateien an

jedem Arbeitsort anzeigen, austauschen

und auffinden. Durch die Vernetzung von

Mitarbeitern im Büro und auf der Baustelle

lassen sich Abläufe beschleunigen, Kosten

und potenzielle Fehlerquellen reduzieren.

Die BIM 360-Plattform umfasst mehrere

Produkte: Mit BIM 360 Docs werden

Modelle oder Dokumente veröffentlicht,

verwaltet, überprüft und genehmigt. BIM

360 Design ermöglicht Projektteams die

Zusammenarbeit an gemeinsam genutzten

Revit-Modellen. BIM 360 Glue vernetzt

Projektteams, optimiert Arbeitsabläufe

zur Projektprüfung und -koordination. 360

Build optimiert die Qualitätskontrolle und

das Projektmanagement auf der Baustelle

(www.autodesk.com/bim-360).

Die BIMcloud von Graphisoft ist eine

cloud basierte BIM-Umgebung für die Zusammenarbeit

an Projekten jeder Größe.

Projektdateien lassen sich in Echtzeit von

mehreren Nutzern bearbeiten, wobei ein

Reservierungssystem dafür sorgt, dass

jeder nur individuell reservierte Bereiche

bearbeiten kann. Dank patentierter Delta-Server-Technologie,

mit der lediglich

Veränderungen und nicht die gesamte Projektdatei

übermittelt werden, ist die BIMcloud

auch für umfangreiche Projekte und

komplexe Arbeitsprozesse einsetzbar. Zur

Leistungssteigerung lassen sich beliebig

viele BIM-Server zu einer Cloud vernetzen.

Das ermöglicht einen Simultan-Zugriff auf

gemeinschaftlich genutzte BIM-Projekte

rund um die Uhr für eine beliebige Anzahl

von Arbeitsplätzen mit Standard-Internetverbindung.

Durch die Integration mobiler

Geräte können alle Projektbeteiligte auch

von unterwegs oder von der Baustelle aus

zusammenarbeiten (www.graphisoft.at/

teamwork/bimcloud).

Bimplus von Allplan unterstützt die Steuerung

und Überwachung des gesamten

Lebenszyklus von Bauwerken. In der Planungsphase

lassen sich beispielsweise

offene Aufgaben nachverfolgen und kontrollieren.

Vorhandene Softwarelösungen

können eingebunden oder eigene Applikationen

programmiert werden. Alle BIM-Inhalte

einer in Allplan Bimplus eingebundenen

Software werden in einem zentralen

Koordinationsmodell zusammengeführt

und visuell dargestellt. Unstimmigkeiten

sind sofort für alle sichtbar und können

bereinigt werden. Über Task Boards lassen

sich Aufgaben mit allen Planungsbeteiligten

koordiniert lösen, indem sie am Modell

verankert, Zuständigkeiten, Prioritäten und

Fälligkeiten festgelegt und in Echtzeit kommuniziert

werden. Der Projektzugriff über


architektur FACHMAGAZIN

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BIM-Server ermöglichen eine zentrale Ablage und den Austausch von

BIM-Fach- und Koordinationsmodellen innerhalb geschlossener Benutzergruppen.

© Allplan

Integrierte Kontroll- und Kollaborationsfunktionen vereinfachen das

Aufspüren und gemeinschaftliche Beseitigen von Fehlern.

© Allplan

mobile Geräte ermöglicht ein ortsunabhängiges

Arbeiten, die Gestensteuerung eine

intuitive Bedienung (www.allplan.com/at/

produkte/allplan-bimplus).

Worauf sollte man achten?

Bereits zu Projektbeginn sollte die Frage

geklärt werden, was nach Projektabschluss

mit den Projektdaten passiert, wer sie erhält

und sich weiterhin darum kümmert und

wie man die Daten auch über die Planungsund

Bauphase hinaus für den Bauherren

nutzbar machen kann. Da große Projekte

und zahlreiche Nutzer die Antwortzeiten

von BIM-Servern insbesondere bei geringer

Internet-Bandbreite schnell in die Knie

zwingen können, sollte man auch folgende

Fragen stellen: Wie verhalten sich Antwortzeiten

bei sehr großen Objekten und zahlreichen

Nutzern? Ist ein Projektdatenzugriff

auch bei geringer Internet-Bandbreite möglich?

Sind auch Projektzugriffe auf mehreren

Servern möglich? Wichtig sind Workflow-Funktionen,

die einen automatisierten

Ablauf zuvor definierter Vorgänge, die Zuweisung

von Aufgaben und die Kontrolle

von Terminen ermöglichen: Wer bekommt

wann was? Wer muss was bis wann prüfen

und wem weiterleiten und so weiter? Über

eine zentrale Benutzer-, Rollen- und Rechteverwaltung

sollte man neue Benutzer und

Benutzergruppen bequem anlegen, Zugriffsrechte

für Einzelne oder Gruppen vergeben

und übersichtlich anzeigen können.

auch laufende Kosten für den Internet-Zugang

hinzu. Ein kostenloses und unverbindliches

„Hineinschnuppern“ ist bei vielen

Anbietern über einen begrenzten Zeitraum

(z. B. 30 Tage), eine maximale Datenmenge

(z. B. 25 MByte), eine bestimmte Funktionsauswahl

oder eine maximale Teilnehmerzahl

(z. B. 2 Teilnehmer) möglich. Weiterer Speicherplatz

sollte sich jederzeit bei Bedarf anmieten

lassen. Der Nutzungsvertrag sollte

ferner möglichst kurzfristig kündbar sein.

Virtuelle Projekträume?

Aber sicher!

Ohne BIM-Server kein openBIM. Sie machen

ein komfortables gemeinsames Arbeiten an

openBIM-Projekten erst möglich. Die Bereitstellung

von Projektdaten, Software- und

Serviceleistungen per stationärem oder

mobilem Internet bietet für Projektbeteiligte

erhebliche Rationalisierungs- und Kostenvorteile,

reduziert Abstimmungsfehler und

verbessert den Planungs-Workflow. Bei der

Auswahl der Plattform sollte man neben den

BIM- und Management-Funktionen aber

auch auf Aspekte des Datenschutzes, der

Datensicherheit, der Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit

achten. BIM-Serversysteme

sind redundant ausgelegt, sodass bei Ausfall

eines Systems dessen Aufgabe sofort

von einem Stand-by-System übernommen

wird. Die Daten-Verfügbarkeit wird von den

Anbietern deshalb teilweise mit 99,9 Prozent

angegeben. Dennoch können Zugriffsprobleme

auftreten – etwa durch eine Störung

beim eigenen Internet-Provider. Notfallpläne

wie etwa andere Kommunikationswege,

alternative Anbieter und Internet-Zugänge

etc. sind deshalb sinnvoll. Die automatische,

mehrmals tägliche Sicherung durch den Anbieter

entbindet die Nutzer nicht von der

individuellen Datensicherungs-Pflicht. Es

ist immer derjenige Projektbeteiligte für die

Datensicherung eines Dokuments verantwortlich,

der dieses neu oder verändert in

den gemeinsamen Datenpool ablegt. Deshalb

sind auch Nutzer von BIM-Servern zur

individuellen Datensicherung verpflichtet.

Zwar versichern inzwischen einige Anbieter,

dass Projektdaten nur auf deutschen Servern

mit strengeren Sicherheitsstandards

gespeichert und über sichere Datenverbindungen

verschlüsselt transferiert werden.

Eine absolute Sicherheit vor unbefugtem

Zugriff kann allerdings kein Anbieter garantieren

(der Dokument-Versand per E-Mail allerdings

auch nicht). Beachtet werden sollte

auch, dass virtuelle Projekträume – ebenso

wie die BIM-Planungsmethode – Disziplin

voraussetzen. Eine Zusammenarbeit funktioniert

nur, wenn alle Vorgaben und Absprachen

einhalten und den BIM-Server konsequent

nutzen. Für so manchen Teilnehmer

kann sich auch die neue Transparenz als gewöhnungsbedürftig

erweisen: Da alle Aktivitäten

im Hintergrund protokolliert werden,

lässt sich schnell nachvollziehen, wer was

wann erledigt – oder eben nicht erledigt hat.

Eine Mehrsprachenfähigkeit ist Voraussetzung

für den Einsatz im Rahmen internationaler

Projekte. Abgerechnet werden die

Leistungen von Projekträumen unterschiedlich:

monatlich oder jährlich, nach dem belegten

Speicherplatz und/oder der Teilnehmeranzahl,

pauschal oder bauvolumen- oder

bausummenabhängig. Außer den einmaligen

Einrichtungs- und monatlichen Nutzungsgebühren

kommen für die Teilnehmer natürlich

Produkte und Anbieter*

Aconex Connected BIM (www.conject.com), Allplan Bimplus (www.allplan.com),

Asite (www.asite.com), Autodesk BIM 360 (www.autodesk.at), Awaro (www. awaro.com),

Bentley ProjectWise (www.bentley.de), BIMserver.org (bimserver.org),

BRZ-Project-Connect (www.brz.eu), PMG Projektraum (www.pmgnet.at),

ProjectWise (www.bentley.com), think project! BIM Collaboration (www.thinkproject.com),

Trimble Connect (connect.trimble.com)

* Ohne Anspruch auf Vollständigkeit


Wenn der Koch plant...

... und die Planer kochen,

dann handelt es sich vermutlich um das legendäre Architektenkochen.

Architektinnen und Architekten aus unterschiedlichen Büros realisieren gemeinsam

die von Profikoch Roman Rosmanith entworfenen Menüs unter seiner

fachkundigen Anleitung. Der nächste Gang des kulinarischen Zusammentreffens

findet am 21. Mai 2019 ab 18 Uhr wieder in der Miele Galerie in Wien 23 statt.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten

Teilnehmerzahl ersuchen wir aber um rechtzeitige Anmeldung.

silvia.laser@laserverlag.at

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Andreas Jäger

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