Berliner Zeitung 15.05.2019

BerlinerVerlagGmbH

Berlin auf den Punkt gebracht: Die neue App der Berliner Zeitung Seite 2

4°/15°

Viele Wolken

Wetter Seite 2

Sex im Alter –was eine

neue Berliner Studie verrät

Wissenschaft Seite 17

www.berliner-zeitung.de

Stasi-Überprüfungen

sollen verlängert werden

Politik Seite 4

Mittwoch, 15. Mai 2019 Nr.111 HA -75. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Berlin, die Hauptstadt

der Drogen

Berlin Seite 10

Bahlsen

Segeljachten

und

Zwangsarbeit

VonJan Sternberg und Simon Benne

Verena Bahlsen,

Erbin und überzeugte

Kapitalistin

EswärefürVerena Bahlsen einfach,

zu den Guten zu gehören. Die25-

jährige Erbin des Keks-Giganten hat

einen Teil ihres Geldes in ihr Unternehmen

„Hermann’s“ gesteckt, benannt

nach ihrem Urgroßvater, Firmengründer

Hermann Bahlsen. Mit

„Hermann’s“will sie dazu beitragen,

die weltweiten Ernährungsprobleme

zu lösen –nachhaltig.

Wenn da

nicht die Vergangenheit

wäre.

Bahlsen hat im

Zweiten Weltkrieg

Zwangsarbeiter

beschäftigt,

das Unternehmen

stellte

Frontverpflegung

her. „Das

war vor meiner

Zeit und wir haben

die Zwangsarbeiter genauso bezahlt

wie die Deutschen und sie gut

behandelt“, sagte Verena Bahlsen der

Bild-Zeitung.„Bahlsen hat sich nichts

zuschulden kommen lassen.“ Nunja.

„Ich halte diese Aussage für leichtfertig“,

sagt Karljosef Kreter, Leiter des

städtischen Teams für Erinnerungskultur

in Hannover. Er veranschlagt

die Zahl der bei Bahlsen beschäftigten

Zwangsarbeiter „im vierstelligen

Bereich“, es waren vor allem Frauen

aus Osteuropa. „Zwangsarbeiterinnen

lebten in der Regel in gefängnisähnlichen

Zuständen.“ Sie wurden

schlechter entlohnt und beiVergehen

höher bestraft. Bahlsen zahlte dann –

wie viele andere deutsche Firmen –

766 000 Euro an die Stiftung der deutschen

Wirtschaft für die Entschädigung

ehemaliger Zwangsarbeiter.

Bahlsens Satz über die Zwangsarbeiterinnen

war ihr zweiter schwerer

Fehler in den vergangenen Tagen.

Der erste Shitstorm traf sie nach ihrer

Rede auf der Konferenz „Online

Marketing Rockstars“ in Hamburg

vergangene Woche. Als Reaktion auf

Kevin Kühnerts Sozialismus-Thesen

sagte sie: „Ich bin Kapitalistin. Mir

gehört ein Viertel von Bahlsen und

da freue ich mich auch drüber. (…)

Ich will Geld verdienen und mir Segeljachten

kaufen von meiner Dividende

und so was.“ Bahlsen hat in

London und NewYork studiert, dort

sind solche Sätze über Reichtum

vielleicht gang und gäbe. InHamburg

und Hannover eher nicht. Da

half es wenig, dass sie in ihrer Rede

ebenso sagte: „Ich scheiß auf Wirtschaft,

wenn Wirtschaft nicht ein Vehikel

ist, um uns als Gesellschaft

nach vorn zu bringen.“

VomPalast ins Schloss

Welche Spuren der DDR-Geschichte finden sich im Humboldt Forum? In den

Neubau ziehen Bilder und Erinnerungen aus dem Palast der Republik ein. Seite11

Wolfgang Mattheuer malte das Bild 1975 und nannte es „Guten Tag“. Es zeigt eine in die Natur ausgreifende Industriestadt –ein über die DDR hinausweisendes Problem.

Deutsche Wohnen steigert Gewinn

Größter privater Vermieter Berlins erhöht Mieten überdurchschnittlich und attackiert den Mietspiegel

VonUlrich Paul

Der Immobilienkonzern

Deutsche Wohnen profitiert

erneut von steigenden

Mieten und kritisiert

den neuen Berliner Mietspiegel als zu

niedrig. „Das bildet eindeutig nicht

die realen Marktentwicklungen ab“,

sagte Finanzchef Philip Grosse am

Dienstag bei der Vorlage der jüngsten

Quartalszahlen.

Am Vortag hatte Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher

(Linke) den neuen Mietspiegel für die

Hauptstadt vorgestellt. Demnach

stieg die durchschnittliche Nettokaltmiete

in Berlin in den vergangenen

beiden Jahren überraschend langsamer

als in den Vorjahren: um 2,5 Prozent

pro Jahr. Laut Grosse wäre ein

Mietanstieg um rund zehn Prozent

eine deutlich realistischereGröße.

Die Reaktion folgte prompt. Der

Geschäftsführer des Berliner Mietervereins

(BMV), Reiner Wild, bezeichnete

die Äußerungen des Finanzchefs

der Deutsche Wohnen als „massiven

Angriff auf den Mietspiegel“. DerVerband

Berlin-Brandenburgischer

Wohnungsunternehmen (BBU), der

den Mietspiegel unterzeichnet hat,

müsse sich fragen lassen, wie es sein

könne, dass sich sein größtes Mitgliedsunternehmen

so abwertend

über den Mietspiegel äußere. Erstmals

seit 2013 hatten alle an der Erarbeitung

beteiligten Vermieterorganisationen

den Mietspiegel 2019 wieder

unterzeichnet.

Bei aller Kritik am Mietspiegel

kann sich die Deutsche Wohnen über

geringe Mieteinnahmen nicht beklagen.

Im Vergleich mit dem ersten

Quartal des Vorjahres stieg der Konzerngewinn

um 7,4 Prozent auf 111

Millionen Euro.Das Ergebnis aus der

Wohnungsbewirtschaftung verbesserte

sich den Angaben zufolge von

163,7 Millionen Euro im ersten Quartal

2018 auf 183,7 Millionen Euro in

den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Besonderen Anteil daran haben

die Immobilien in Berlin, wo die

Deutsche Wohnen mit 111 610 Wohnungen

den Löwenanteil ihrer insgesamt

164 400 Wohnungen besitzt. In

„Die Quartalszahlen der Deutsche Wohnen

machen deutlich, dass sie an ihrer

Mieterhöhungsstrategie festhält.“

Reiner Wild, Geschäftsführer des Berliner Mietervereins

den Wohnungen in der Hauptstadt

erhöhte die Deutsche Wohnen die

Kaltmieten im Schnitt von 6,53 Euro

auf 6,76 Euro je Quadratmeter –ein

Anstieg von3,5 Prozent. Damit liegen

die Mietsteigerungen der Deutsche

Wohnen deutlich über der im Mietspiegel

ausgewiesenen Entwicklung.

Beim Abschluss neuer Verträge in

Berlin und im Umland verlangt die

Deutsche Wohnen mit durchschnittlich

8,99 Euro je Quadratmeter gar

rund ein Drittel mehr als in ihren bestehenden

Mietverhältnissen.

„Die überdurchschnittlichen

Mietsteigerungen der DeutscheWohnen

gehen weiter. Und es wird nicht

aufhören“, kritisiert Rouzbeh Taheri,

Sprecher der Initiative Deutsche

Wohnen und Co enteignen. Die Initiative

hat Anfang April die Unterschriftensammlung

für ein Volksbegehren

gestartet, das die Vergesellschaftungvon

Immobilienkonzernen

mit mehr als 3000 Wohnungen zum

Ziel hat.„Während das Unternehmen

dieMietenimmer weiter in die Höhe

treibt, wird die Instandhaltung vernachlässigt“,

sagt Taheri. Die Ausgaben

für die Instandhaltung sänken

weiter, die von den Mietern zuzahlende

Modernisierung werde aber

vorangetrieben.

Die Deutsche Wohnen verweist

dagegen darauf, dass sie imersten

Quartal rund 73 Millionen Euro investiert

habe,20Prozent mehr als im

Vergleichszeitraum des Vorjahres. Einen

Großteil der Kosten tragedas Unternehmen

dabei selbst. (mit dpa)

Berlin Seite10

STIFTUNG DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM; VG BILD-KUNST, BONN2018

EU-Urteil:

Arbeitszeit ist

zu erfassen

Auch Heimarbeit muss

registriert werden

Der Europäische Gerichtshof hat

am Dienstag eine Entscheidung

getroffen, die die Arbeitswelt in

Deutschland verändern wird: Arbeitgeber

sollen verpflichtet werden, die

gesamte Arbeitszeit ihrer Beschäftigten

systematisch zu erfassen. Alle EU-

Staaten müssten dies durchsetzen,

entschieden die obersten EU-Richter

in Luxemburg. Nursolasse sich überprüfen,

ob zulässige Arbeitszeiten

überschritten würden. Und nur das

garantiere die im EU-Recht zugesicherten

Arbeitnehmerrechte.

(Rechtssache C-55/18). Nach dem

Urteil müssen Arbeitgeber Systeme

zur Arbeitszeiterfassung einrichten.

Heil prüft Gesetzesänderung

Gewerkschaften reagierten erfreut.

Für die deutschen Arbeitgeber wirkt

die Entscheidung aber wie aus der

Zeit gefallen. „Wir Arbeitgeber sind

gegen die generelle Wiedereinführung

der Stechuhr im 21. Jahrhundert“,

teilte die Bundesvereinigung

der Deutschen Arbeitgeberverbände

mit. Die Entscheidung dürfe keine

Nachteile für Arbeitnehmer mit sich

bringen, die flexibel arbeiteten. Auch

künftig kann der Arbeitgeber aus

Sicht des Verbands seine Beschäftigten

verpflichten, ihre Arbeitszeit

selbst aufzuzeichnen.

Bundesarbeitsminister Hubertus

Heil (SPD) hat eine gründliche Prüfung

des europäischen Urteils zur

Arbeitszeit angekündigt. „Die Aufzeichnung

von Arbeitszeit ist notwendig“,

sagte Heil am Dienstag in

Berlin. Ob nun Gesetzesänderungen

in Deutschland notwendig seien,

werdegeprüft.

Auch Heimarbeit oder Außendienst

müsste nach dem Urteil künftig

registriert werden, etwa über

Apps oder am Laptop. (dpa)

Wirtschaft Seite 6, Kommentar Seite 8

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2* Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Tagesthema

Die neue App der Berliner Zeitung

Welches Restaurant ist hier in der Nähe? Was darf ich hier nicht verpassen? Die neue

App der Berliner Zeitung bringt Ihnen nicht nur die News aufs Smartphone –sondern

ist zugleich ein neuer Stadtplan für Sie, den Sie Tagfür Tagselbst ergänzen können.

Berlin auf den

Punkt gebracht

Ganz Berlin in einer Hand: Unsere App bietet

Ihnen alles aus der Hauptstadt. Der Startbildschirmzeigt

Ihnen oben die Karte (dazu gleich

mehr) und darunter unseren Nachrichtenkanal.

Er bietet die tagesaktuelle Grundversorgung mit

Nachrichten aus aller Welt, vorallem aber aus

Berlin und Brandenburg.

Die Karte von Berlin: Die meisten unserer Themen

spielen an einem OrtinBerlin –und den

zeigen wir.Von Nachrichten bis Ausgehtipps zeigenwir

Ihnen das ganze Bild der Hauptstadt.

Wirliefernlokale und hyperlokale News …Aber

wir bieten noch mehr:Haben Sie schon die roten

Punkte auf der Karte entdeckt?

Machen Sie mit: Folgen Sie uns zu den roten

Brennpunkten der Stadt. Hier haben Sie die

Möglichkeit, mit unserer App ein Foto zu schießen

oder auch ein kurzes Video zu drehen. Das

geht ganz einfach: Holen Sie sich die App der

Berliner Zeitung,registrieren Sie sich –und legenSie

los! Zeigen Sie uns Ihr Bild der Stadt.

Wirbehalten den Überblick: Alle unsere

Events, also alle Möglichkeiten mitzumachen,

finden Sie in derApp noch einmal gebündelt auf

dem Ereignis-Kanal –unserem Eventkalender.

So wissen Sie immer,was los ist. Und noch besser:Hier

finden Sie dann auch die Bilder,die

Sie uns geschickt haben. Gutes Gelingen!

Welche neuen Baupläne gibt es in Ihrem

Stadtteil? Wo verlangen Vermieter viel,

wo eher wenig? Wassind die schönsten

Radtouren in Brandenburg? Welche

Bar sollte man besucht haben? Mit der Berliner

Zeitung bleiben Sieimmer auf dem neuesten Stand:

Neben der E-Paper-Ausgabe der Berliner können Sie

die Zeitung jetzt auch auf unserer neuen App lesen.

Ihr Handy wird zur Nachrichtenzentrale. Sie halten

ganz Berlin in der Hand.

Denn wir haben uns für die neue Appetwas ganz

Besonderes einfallen lassen. Selbstverständlich bieten

wir ihnen die tagesaktuellen Nachrichten aus aller

Welt, vorallem aber aus Berlin und Brandenburg.

Wirhaben alles auf dem Schirm, das können Siejetzt

auch: Politik, Freizeit, Panorama, Wirtschaft, Sport,

Kultur,Familie,Verkehr sowie Polizei und Justiz.

Dieneue Appder Berliner Zeitung richtet sich an

alle Berliner –analle,die hier immer schon leben, an

jene,die gerade erst in der Hauptstadt angekommen

sind, und natürlich an alle, die uns nur kurz besuchen

kommen. Wir zeigen Ihnen alle Seiten Berlins,

die schönen und die herausfordernden, die vertrauten

und auch die unbekannten. Lassen Siesich überraschen.

Wirkennen Berlin.

Damit Sie sich besser zurechtfinden, haben wir

unserer App eine Karte spendiert. Dort finden Sie

alle unsereThemen, nur dass sie jetzt auch verortbar

werden: Wir sagen Ihnen, was in der Stadt passiert

und wo es passiert. Übrigens: Als Fremdenführer

können Sie unsere App auch benutzen. Einfach losziehen

und auf die Karte schauen: Wo spielt das

nächste Konzert? Wo sind die neuesten und besten

Restaurants? Wir navigieren die wichtigsten Nachrichten

dorthin, wo Siesich befinden.

Aber wir kommen noch dichter heran,

gewissermaßen auf Siezu: Werden Sie

ein Teil der Berliner Zeitung. Das

geht ganz einfach. Wenn wir zum

Beispiel über die Drogendealer

im Görlitzer Park berichten,

dann können Sieals Anwohner

oder Besucher des Parks uns

von Ihren Erfahrungen berichten.

Dazu verfügt unsere App

über eine spezielle Funktion,

neudeutsch Right Here genannt –

genau hier.Konkret läuft das so:Wir

schalten das Gebiet des Görlitzer

Parksfür die Appfreiund erstellen dafür

einen sogenannten Geofence; innerhalb

dieses „digitalen Zauns“ können Sie mit der App

ein Foto schießen oder auch ein kurzesVideo drehen

–und direkt an uns schicken.

Dass die Kamera inIhrem Handy für die App nur

innerhalb des Geofences freigeschaltet wird, garantiertIhnen

und uns,dass die Bilder auch wirklich vor

Ortgemacht werden. Dasist uns wichtig, weil wir Ihre

Bilder, auch Ihre Meinungsbilder veröffentlichen

möchten –inder Appund auf unserer Website –und

dabei selbstverständlich keine Fake-News verbreiten.

Waswir vor allem wollen: Sie daran beteiligen, die

Berliner Lebenswirklichkeit besser abzubilden und

zu verstehen. Deswegen können Sie mit

der Appauch Vorschläge an uns schicken:

Stören Sie die Müllecken in

IhrerStraße? Wirkümmernuns!

Machen Sie mit

Haben Sie einen Lieblingsort

in der Stadt? Zeigen Sie ihn

uns!

In der App erkennen Sie

die Möglichkeit zum Mitmachen

an den roten Punkten

auf der Karte. Mit Ihrer

Hilfe werden es bald viele

solcher Punkte werden: Lassen

Sie uns gemeinsam die

Stadt vermessen. In der Papierausgabe

erkennen Sie ein Right-

Here-Thema ebenfalls an dem roten

Punkt –wie jenem auf dieser Seite hier.Künftig

werden wir im Blatt wie auch digital alle unsereThemen,

die wir in der Appmit Ihnen weiterführen wollen,

mit einem roten Punkt versehen. Wir machen

heute den Anfang mit zwei Geschichten aus dem Berlin-Teil:

Es geht um den Palast der Republik und um

Berlin, die Hauptstadt der Drogen. Seiten 10 und 11

Werden Sie Teil der Berliner

Zeitung und holen Sie sich unsere neue App.

Wirzeigen Ihnen alles, wasinBerlin passiert

und wo es in Berlin passiert,

und Sie schicken uns mit der

App Ihre Bilder –lassen Sie uns

gemeinsam Berlin vermessen!

Unsere App bekommen Sie kostenlos

im Apple Store oder Google Play

Store. Runterladen.

Loslegen!

Berliner Zeitung

Stadt in Bewegung

Wenn Berlin eines ist, dann eine Stadt in Bewegung.

Eine Stadt, in der es auch für Berliner jeden

Tagneue Orte zu entdecken gibt. Oder haben Sie

jemals den Eindruck gehabt, hier schon alles gesehen,

gehörtoder gewusst zu haben?

Das wird auch niemals so sein –aber wenn Sie

wollen, können Sie Ihre Neugier auf das, was hinter

den Fassaden steckt, jetzt noch viel einfacher befriedigen.

Mit der App der Berliner Zeitung, die Ihnen

auf dem Smartphone nicht nur die passenden Artikel

zu dem Kiez präsentiert, durch den Sie gerade

laufen. Sie können auch passgenau Restaurant-

Tipps oder Hinweise auf besondere Läden in der

Stadt abrufen. Mitder Appwerden Siedie Stadt neu

entdecken –und können Ihre Entdeckungen mit uns

teilen. Gemeinsam können wir, die Redaktion der

Berliner Zeitung, und Sie, die Siedie Appnutzen, einen

neuen Stadtplan schreiben. UndsounsereStadt

noch besser verstehen. Wir freuen uns, dass Sie mit

der Berliner Zeitung unterwegs sind.

Herzlich, Ihr Jochen Arntz, Chefredakteur,

und die Redaktion der Berliner Zeitung

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE REISEWETTER

Heute scheint mitunter die Sonne. Nur vereinzelt fällt Regen aus dichten

Wolken. Die Höchstwerte betragen 12 bis 16Grad, und der Wind weht

mäßig, in Böen frisch aus Nordost. In der Nacht pendeln sich die Tiefstwerte

bei 7bis 4Grad ein. Dazu ist es stark bewölkt bis bedeckt, gebietsweise

regnet es.

Biowetter: Die aktuelle Witterung

bringt Schlaf- und Konzentrationsstörungen

sowie Blutdruckschwankungen.

Kopfschmerzen und

Migräneattacken gibt es häufiger

als sonst üblich.

Pollenflug: Die Konzentration von

Ulmen-, Kiefern-, Eichen- und Buchenpollen

ist schwach. Dazu fliegen

örtlich Pollen von Birken,

Hainbuchen und Gräsern.

Gefühlte Temperatur: maximal 15Grad.

Wind: mäßig aus Nordost.

Wittenberge

0°/15°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

1°/15° 4°/15°

Luckenwalde

1°/16°

Cottbus

2°/13°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

Regen Regenschauer heiter

8°/13° 13°/18° 11°/26°

Prenzlau

3°/12°

Frankfurt

(Oder)

2°/14°

Hoch Neyvi dehnt sich nach Norden aus. Damit profitieren große Gebiete des

Kontinents von sonnig-trockenem Wetter. Eingerahmt wird das Hoch im Nordosten

und Süden von Tiefs. Besonders in Südosteuropa und im südöstlichen Mitteleuropa

ist damit sehr wechselhaftes Wetter verbunden. Gebietsweise drohen

Unwetter durch Starkregen.

Sylt

3°/15°

Hannover

1°/17°

Köln

5°/17°

Saarbrücken

4°/15°

Konstanz

3°/12°

Hamburg

2°/15°

Erfurt

-1°/12°

Frankfurt/Main

3°/16°

Stuttgart

3°/14°

Rostock

5°/12°

Magdeburg

1°/16°

Nürnberg

2°/12°

München

5°/7°

Rügen

4°/11°

Dresden

3°/10°

Deutschland: Heute ist eswechselnd

bewölkt. Regenwetter ist eher

die Ausnahme. Dabei werden im Tagesverlauf

7bis 17 Grad erreicht,

nachts kühlt es dann auf 9bis

3Grad ab. Der Wind weht schwach

bis mäßig aus Nordost. Morgen gibt

es viele Wolken und zeitweilige Regenfälle,

und es werden Höchstwerte

von 9bis 16 Grad erreicht.

Der Wind weht im Nordosten und in

Küstennähe in Böen stark bis stürmisch

aus Nordost.

Meerestemperaturen:

Ostsee: 9°-12°

Nordsee: 9°-11°

Mittelmeer: 15°-24°

Ost-Atlantik: 12°-18°

Mondphasen: 18.05. 26.05. 03.06. 10.06.

Sonnenaufgang: 05:11 Uhr Sonnenuntergang: 20:55 Uhr Mondaufgang: 16:25 Uhr Monduntergang: 04:13 Uhr

Lissabon

28°

Las Palmas

27°

Madrid

31°

Reykjavik

11°

Dublin

16°

London

19°

Paris

17°

Bordeaux

22°

Palma

24°

Algier

27°

Nizza

17°

Trondheim

16°

Oslo

19°

Stockholm

20°

Kopenhagen

15°

Berlin

15°

Mailand

17°

Tunis

24°

Rom

15°

Warschau

17°

Wien

11° Budapest

13°

Palermo

22°

Kiruna


Oulu

14°

Dubrovnik

18°

Athen

24°

St. Petersburg

17°

Wilna

21°

Kiew

24°

Odessa

21°

Varna

22°

Istanbul

25°

Iraklio

21°

Archangelsk

11°

Moskau

18°

Ankara

30°

Antalya

31°

Acapulco 35° heiter

Bali 33° wolkig

Bangkok 37° wolkig

Barbados 29° heiter

Buenos Aires 20° sonnig

Casablanca 28° sonnig

Chicago 22° bewölkt

Dakar 27° heiter

Dubai 36° sonnig

Hongkong 32° Gewitter

Jerusalem 35° sonnig

Johannesburg 23° sonnig

Kairo 37° sonnig

Kapstadt 19° heiter

Los Angeles 22° wolkig

Manila 38° wolkig

Miami 32° Schauer

Nairobi 27° wolkig

Neu Delhi 40° wolkig

New York 21° wolkig

Peking 33° heiter

Perth 27° heiter

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 25° Gewitter

San Francisco 15° Schauer

Santo Domingo 34° sonnig

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 34° wolkig

Sydney 23° sonnig

Tokio 24° wolkig

Toronto 17° Schauer


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 3· ·

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Seite 3

Er arbeite ja schon lange an der Rezeption,

aber zu Fuß sei noch nie

einer gekommen, sagte der Mann

im Hotel in Albano Laziale zu dem

Wanderer. „Sie Armer, wer hat Ihnen das

bloß angetan?“ Der Mann an der Rezeption

konnte sich nicht vorstellen, dass jemand

freiwillig 600 Kilometer durch den Süden Italiens

läuft, vonRom bis nach Apulien.

Paolo Rumiz hat genau das getan: Er ist zu

Fuß unterwegs gewesen, um die Via Appia,

die berühmteste aller Straßen der Antike,

wiederzuentdecken.

„Zu Fuß gehen, das ist in Italien eine Abweichung

vonder Norm“, sagt Paolo Rumiz.

Das gelte ebenso für die Beschäftigung mit

der eigenen Geschichte. Direkt hinter dem

Hotel in Albano Laziale zum Beispiel kann

man eigentlich noch sehen, wo sie einst verlief,

die Via Appia. Der Rezeptionist hat das

nicht gewusst.

Rumiz, 71 Jahrealt, hat früher für die Zeitung

La Repubblica über die Kriege in Jugoslawien

und Afghanistan berichtet. Voreinigen

Jahren hat er begonnen, literarisch angehauchte

Reisereportagen zu schreiben, die

ihn in Italien einem großen Publikum bekannt

machten. Malradelte er dafür bis nach

Istanbul, mal war er mit dem Ballon unterwegs,

mal mit dem Kanu oder einem Topolino,

dem alten Fiat 500. Zu Fuß, das fehlte

noch. Außerdem hatte Rumiz den antiken

Dichter Horazgelesen und dessen Beschreibung

einer Reise auf der ViaAppia. So wurde

die Idee geboren, die „Regina Viarum“ wandernd

zu erkunden, die „Königin der Straßen“,

wie die Römer sie einst nannten.

Am Ende ist für Rumiz eine Mission daraus

geworden. DieMission, die ViaAppia zu

neuem Leben zu erwecken, seinen Landsleuten

den Respekt für das historische Erbe

in Erinnerung zu rufen und auch Touristen

dafür zu begeistern.

Die komplette Vermessung

All dies erläutertRumiz, ein hagerer und eher

wortkarger Norditaliener, aneinem sonnigen

Frühlingstag auf einem Rastplatz des

Nationalparks der Monti Aurunci auf halber

Strecke zwischen Romund Neapel. Deutschsprachige

Journalisten sind auf Initiativedes

Folio-Verlags angereist, um in Begleitung

vonRumiz ein kleines Stück der Appia zu begehen.

Jüngst ist dessen Buch über die 29-tägige

Wanderung auf Deutsch herausgekommen,

unter dem Titel „Via Appia. Suche nach

einer verlorenen Straße“. In Italien ist es

schon im Jahr 2015 erschienen.„Dieses Buch

liefertzum ersten Maldie kompletteVermessung

der Appia“, sagt Rumiz. Wenn es um

seine Mission geht, wirderfast redselig.

Die Appia war die erste Straße Europas,

312 vor Christus begann der Bau, vor 2300

Jahren. Namensgeber war Konsul Appius

Claudius Caecus.Von Rom führte die Appia

Richtung Südosten bis zum Hafen vonBrindisi,

dem Tor zum östlichen Mittelmeerraum,

zum Orient. Längs der Strecke reihten

sich Mausoleen, Villen, Theater, Aquädukte,

Verteidigungsanlagen. Legionäreund Händler

zogen auf der Appia Richtung Meer, umgekehrt

kamen Waren, Sklaven und das

Christentum aus dem Nahen Osten nach Europa.

Es war die erste Straße in einem sternförmigen

Straßennetz, das später von Rom

aus in alle Richtungen kreuz und quer durch

das Römische Reich und den Kontinent

führte.Alle Wege nahmen damals in RomihrenAnfang,

und alle führten dorthin.

Heute sei von der Appia nicht viel geblieben,

erzählt Rumiz.„Sie ist unter Asphalt und

Beton verschwunden, unter Schnell- und

Umgehungsstraßen, unter Parkplätzen, Supermärkten,

Steinbrüchen und Weizenfeldern.“

Zubetoniert, überwuchert und vergessen

ist sie.„Und das Absurde ist, dass es

nicht die Barbaren waren, die sie zerstörthaben,

sondern wir, die Italiener selbst, in den

schrecklichen Sechziger- und Siebzigerjahrenmit

ihrem Bauboom.“

Im Vorfeld hätten ihm alle von der Wanderung

abgeraten, erzählt Rumiz. „Die Appia,

das sind Camorra, Asphalt, Schmutz und

streunende Hunde, warnten sie.“ Aber er

habe beschlossen, dass es seine Bürgerpflicht

ist, die berühmte Straße aus dem Vergessen

zu holen –„als Geschenk an die Italiener“,

wie er sagt. Undnicht nur an die.

Um den Verlauf der Römer-Straße aufzuspüren,

hat Rumiz das GPS mit allen auffindbaren

Daten aus antiken Karten und italienischen

Militärkarten gefüttert, mit Informationen

von Archäologen und Satellitenbilderndes

Umweltministeriums.Esstellte sich

heraus, dass die mit Kies und mächtigen

Steinquadern gebaute Appia eine schnurgerade

Linie gewesen ist.

DieStrecke vonRom nach Brindisi führte

den Wanderer Rumiz, der von mehreren

Freunden begleitet wurde, durch vier Regionen

– Latium, Kampanien, Basilikata und

Apulien. Gegenden, die den Norditalienern

als rückständig gelten, die von Mafia, Arbeitslosigkeit

und Armut geplagt sind. „In

Einst mit mächtigen Steinquaderngebaut –die ViaAppia

Zu Fuß

gen Süden

Italiens ViaAppia war die erste Straße Europas.

Heute ist sie zubetoniert, überwuchert, vergessen.

Der Reiseschriftseller Paolo Rumiz will das ändern und ist sie

entlanggewandert –von Rombis ganz hinunter in den Stiefel

Via Appia

Rom

Terracina

Neapel

Tyrrhenisches Meer

100 km

ITALIEN

Sizilien

VonRegina Kerner,Terracina

Adria

Brindisi

BLZ/GALANTY

Manchmal verbirgt sich die ViaAppia unter einem

Kornfeld: Paolo Rumiz unterwegs. ALESSANDRO SCILLITANI

GETTY IMAGES/MARCO CRISTOFORI

der Antike war das das Zentrum des Mittelmeerraums,

jetzt ist es eine vergessene Peripherie

Europas“, sagt Rumiz. Seine Beschreibung

der Reise im Buch schwankt zwischen

Begeisterung, Faszination, Ärger und Empörung.

Sie ist gleichermaßen ein Schimpfen

über „italienische Zustände“ und die Ignoranz

seiner Landsleute wie auch eine Liebeserklärung

an Italien.

Mitder Journalistengruppe schlendertder

Autor über einen der idyllischsten Abschnitte

der Strecke.Inder Sant’Andrea-Schlucht zwischen

Fondi und Itri ist die jahrtausendealte

Appia noch perfekt erhalten, sie verläuft parallel

zur modernen Strada Statale 7. Diegroßen

Steinquader sind von antiken Mauerresten

gesäumt, von Ginsterbüschen, Olivenbäumen

und wildem Thymian. Hummeln

surren, der Verkehrslärm bleibt im Hintergrund.

„Unglaublich, dass dieses Stück Appia

sich nur retten konnte,weilesjahrzehntelang

eine Müllkippe war“, sagt Rumiz.

Der größte Teil seiner Reise war weniger

idyllisch. „Sie ist bis auf wenige Ausnahmen

ein Kampf gewesen“, gesteht Rumiz. Kilometerweit

waren er und seine Weggefährten

am Rande vonSchnellstraßen unterwegs,wo

der Luftsog vorbeidonnernder Lkw an ihnen

zerrte. Auf den Spuren der Römer mussten

sie über Leitplanken und Zäune klettern,

durchWassergräben waten und sich denWeg

durch dorniges Gestrüpp bahnen. Oft war

der Weg durch Tore und Zäune versperrt,

hinter denen scharfe Mastinos bellten. Streckenweise

blieb nur der Busals Rettung.

Heute wilder als einst

Als Fußgänger hat man sie misstrauisch beäugt,

als arme Schlucker oder Spinner betrachtet.

„Während anderswo in Europa Autosaus

der Mode kommen, sind sie in Italien

immer noch Prestigeobjekt“, sagt Rumiz.

Auch die schöne Wanderstrecke in der

Sant’Andrea-Schlucht ist nach wenigen Kilometern

beendet. Den restlichenWeg geht es

im Gänsemarsch auf der Staatsstraße weiter.

Seine Wanderung hat Rumiz ständig mit

dem „Italien der Schlitzohren“, wie er es

nennt, konfrontiert. Das sei eines, das Staat,

Gesetze und Archäologen mehr fürchte als

die Pest, sagt er. Schon gleich am südlichen

Rand der Hauptstadt Rom ist der Frevel

wahrzunehmen. „Luxusvillen, Locations für

vulgäre Partys und illegale Autoverschrotter

sind auf antike Ruinen und Grabmäler gebaut.“

Die vielen Kulturdenkmäler längs der

Via Appia könnten eigentlich ein riesiges

Freiluftmuseum sein, sagt Rumiz. Aber vier

von fünf der Monumente sind in privater

Hand, sind geplündert, verwahrlost, sind

Vergessenund Spekulation zum Opfer gefallen.

In Terracina etwa hat man den antiken

Trajans-Hafen in den Siebzigerjahren zugeschüttet,

um darauf Sozialbauten zu errichten.

Heute wächst dortGestrüpp.

Klargeworden sei ihm auch, dass der Süden

Italiens heute wilder ist als noch vor

Jahrhunderten, erzählt Rumiz. Ein Drittel

der 90 Gemeinden, durch die er kam, steht

wegen Mafiaverstrickungen unter kommissarischer

Aufsicht oder wegen Bankrotts.

„Was heute noch von der Schönheit Italiens

übrig ist, ist das Resultat des Kampfeseiniger

weniger gegen Staat, Bürokratie, Vergessen“,

sagt der Autorbitter.Nur Utopisten

und Visionäre könnten das historische Erbe

vorGleichgültigkeit und Zynismus retten.

Rumiz hat mit seiner Reise einiges bewirkt.

Es hat Zeitungsreportagen gegeben,

das Buch, mehrere Fernsehfilme sowie eine

Wanderausstellung über die „Wiedergefundene

Appia“. Und soerwachte inden Dörfern

und Städtchen entlang der Römer-

Straße das Geschichtsinteresse. Tausende

kamen zu Veranstaltungen und Lesungen

mit dem Autor. Jetzt beschäftigen sich vielerorts

in Süditalien Vereineund Initiativen mit

der Appia und arbeiten an Konzepten zu ihrer

Erschließung. 2016 hat dann die damalige

sozialdemokratische Regierung 20 Millionen

Euro für die Instandsetzung wichtiger

Abschnitte angekündigt. Geld haben die

Kommunen und Regionen längs der Strecke

aber bisher nicht bekommen. Unddie neue

Regierung von Lega und Fünf Sternen hat

andere Prioritäten.

Rumiz fürchtet deshalb, die Appia könnte

erneut vergessenwerden. Dabei glaubt er fest

an daran, dass ein Wanderwegvon Romnach

Brindisi so etwas wie ein Jakobsweg durch

Süditalien werden könnte.„Manbraucht nur

einen guten Rasenmäher,ein paar Stege,eine

durchgehende Beschilderung undeine Koordination

durchdie RegierunginRom“, sagt er.

Werheute dieAppia,diese einzigartige Straße,

entlangwandere, derdurchqueredie authentischsten

undamwenigsten touristischen GegendenItaliens.

Regina Kerner hat vonder ViaAppia

erstmals gehört, als sie elf war:im

Lateinunterricht in der fünften Klasse.


4** Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Politik

NACHRICHTEN

Koalition einigt sich auf

Verbesserung für Paketboten

DieSpitzen vonUnion und SPD haben

sich aufVerbesserungen bei den

Arbeitsbedingungen vonPaketboten

geeinigt. Dabei sollen große Paketdienste

verpflichtet werden, Sozialabgaben

für ihresäumigen Subunternehmer

nachzuzahlen. Dafür sollen

kleine und mittelständische Unternehmen

an anderer Stelle entlastet

werden, wie Union und SPD am

Dienstagabend nach etwa vierstündigen

Beratungen im Koalitionsausschuss

in Berlin mitteilten. (dpa)

AfD streicht Professorentitel

ihres Kandidaten Beck

DieAfD gerät im Europawahlkampf

wegen des Führens eines Professorentitels

durch ihren Kandidaten

Gunnar Beck in die Kritik. Obwohl der

53-Jährige aus Nordrhein-Westfalen

am Dienstag seinVerhalten als„juristisch

einwandfrei und inhaltlich richtig“

rechtfertigte,zog die Partei kurz

darauf Konsequenzen: Siestrich auf

ihrer Internetseite mit den Kandidaten

zur Europawahl den Professorenund

auch gleich den Doktortitel von

Beck. Er war dortals„Prof. Dr.Gunnar

Beck“ vorgestellt worden. Darunter

stand:„Prof. Dr.Gunnar Beck ist 53

Jahrealt.“ Am Abend wurde er als

„DPhil Barrister-at-Law Gunnar

Beck“ präsentiert. Darunter steht:

„Gunnar Beck ist 53 Jahrealt.“ (dpa)

Fremdenfeindliche Straftaten

deutlich gestiegen

Fremdenfeindlich motivierte Delikte

sind 2018 um fast 20 Prozent auf 7700

gestiegen, wie das Bundesinnenministerium

mitteilte.Bei antisemitischen

Straftaten wurde laut Bundeskriminalamt

ein ähnlich starker Anstieg

auf 1800 registriert. 89 Prozent

waren rechten Täternzuzuordnen.

Rechtsextrem motivierte Straftaten

machten mit 20 431 weiterhin gut die

Hälfte aller registrierten politisch motivierten

Delikte aus. (AFP)

„Lifeline“-Kapitän auf Malta

zu Geldstrafe verurteilt

Die Besatzung der „Lifeline“ rettete im Juni

2018 mehr als 230 Migranten. AP

Derdeutsche Kapitän der Hilfsorganisation

Mission Lifeline ist nach der

Rettung vonMigranten auf dem Mittelmeer

in Malta zu einer Geldstrafe

verurteilt worden. Claus-Peter

Reisch müsse 10 000 Euro an lokale

Hilfsorganisationen zahlen, weil er

das Schiff„Lifeline“ im Sommer 2018

ohne ordnungsgemäße Registrierung

gesteuerthabe,erklärte die

Dresdner Organisation. (dpa)

Russland und USA gegen

militärische Lösungen

DieAußenminister Russlands und

der USA haben sich für eine nicht-militärische

Lösung im Machtkampf in

Venezuela und im Iran ausgesprochen.

US-Außenminister Mike Pompeo,der

auch vonPräsident Putin

empfangen wurde,sagte in Sotschi

am Dienstag, dass sein Land grundsätzlich

keinen Krieg mit dem Iran

anstrebe.Irans oberster Führer,Ajatollah

Ali Chamenei, erklärte im Fernsehen:„Weder

wir wollen einen Krieg,

noch wollen das die (USA), deshalb

wirdesden auch nicht geben.“ (dpa)

„Migrationspolitik soll Chefsache sein“

EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber über die Sorgen der Europäer,Schnitzel-Verordnungen und gute Jobs

Manfred Weber kommt

zum Interview in ein

Hotel hinter dem

Landtag in München.

Man kennt ihn dort, er plaudert ein

wenig mit einer Angestellten, bestellt

einen warmen Schokoladenkuchen.

DerNiederbayer ist Spitzenkandidat

der Europäischen Volkspartei bei der

Europawahl. Als solcher rechnet sich

der CSU-Vize gute Chancen bei der

Wahl des EU-Kommissionspräsidenten

aus.

Herr Weber, ist die Wahl eines neuen

Europaparlaments eine europäische

Wahl oder finden Ende MaiinWahrheit

28 nationale Wahlen statt?

Beides. Natürlich unterscheiden

sich die Blickwinkel von Nation zu

Nation. Aber zugleich sind die großen

Themen gleich und die Menschen

teilen dieselben Sorgen.

Welche sind das?

Zuallererst die Migrationsfrage.

Das ist die offene Wunde des Kontinents.

ObinGriechenland, Litauen

oder in Hessen, die Menschen fragen:

Könnt ihr Politiker sicherstellen,

dass der Staat entscheidet, wer

kommt, und nicht die Schlepperbanden?

Habt ihr die Außengrenzen

unter Kontrolle?

Wasantworten Sie?

Nein, haben die EU-Staaten noch

nicht. Wir haben noch keine volle

Kontrolle. Daher will ich als Kommissionspräsident

die Migrationspolitik

zur Chefsache machen.

Ihr Konkurrent, der sozialdemokratische

Spitzenkandidat Frans Timmermans,

sagt von Angela Merkel, sie

habe in der Flüchtlingskrise mit ihrer

Menschlichkeit Europa gerettet.Würden

Siedas auch so sagen?

Angela Merkel und die Deutschen

insgesamt haben gezeigt, dass selbst

in einer schwierigen Lage Humanität

oberstes Gebot ist. Wir Deutsche

können stolz sein auf die humanitäreLeistung.

Angela Merkel und ich

sind uns einig, dass wir jetzt einen

Schwerpunkt auf den Außengrenzenschutz

und die Hilfe für Afrika legen.

Die Kanzlerin tritt im Wahlkampf

nur zweimal mit Ihnen auf. Warum

fällt Merkels Unterstützung für Sieso

lau aus?

Unsinn. Angela Merkel hat in Absprache

mit CDU-Chefin Kramp-

Karrenbauer und mir entschieden,

wie sie sich imWahlkampf engagiert.

Ich spüre und freue mich über eine

breite Unterstützung von Angela

Merkel, der gesamten CDU und

CSU. Bei den Hauptterminen ist sie

an meiner Seite.

Deutlich öfter zeigt sich Österreichs

Kanzler Kurz mit Ihnen. Kurz klagt

über angebliche EU-Vorgaben „für

die Zubereitung von Schnitzel und

Pommes“. Sind Fake News über die

EU jetzt auch in Ihrer Parteienfamilie,

der EVP,salonfähig?

Sebastian Kurz, die gesamte EVP

und ich sind uns im Ziel einig: Die

ZUR PERSON

IMAGO IMAGES

ManfredWeber (46) wurde im bayerischen Niederhatzkofen geboren.An der Fachhochschule

München absolvierte er ein Studium zum Ingenieur der PhysikalischenTechnik. Nach dem Studium

gründete Weber zwei Firmen im Umweltmanagement und in der Arbeitssicherheit.Beide

Firmen hat er inzwischen wieder verkauft.

Für die CSU zog er 2002 in den Landtag ein. Nach der Europawahl 2004 wechselte er ins

Europäische Parlament. 2014 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden der Europäischen Volkspartei

(EVP) gewählt, zu der auch CDU und CSU gehören. Bei der Europawahl tritt er als Spitzenkandidat

für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten an.

EU muss schlanker werden, wo es

möglich ist. Ihre Vorgaben müssen

sich aufs Wesentliche reduzieren.

Aber es gibt keine EU-Schnitzel-Verordnung.

Treibhausgase auf null

Es gibt eine Vielzahl hinderlicher

Regelungen. Ich möchte 1000 überflüssige

EU-Vorschriften streichen,

Türen und Fenster öffnen, frische

Luft reinlassen.

Ist das Zerrbild vom Brüsseler Bürokratie-Monster

nicht Wasser auf die

Mühlen der Populisten?

Nein, gute Politik beginnt beim

Zuhören. In Zypern flehte mich ein

Bauer an wie Bürger bei praktisch allen

anderen Gesprächen: Herr Weber,tun

Siewas gegen die Bürokratie,

gegen die vielen Formulare, die ich

ausfüllen soll. DenMann nehme ich

ernst. Das beste Mittel gegen Populismus

ist, die Menschen wissen zu

lassen, dass wir ihreSorgen angehen.

Ob die nun Donald Trump oder Bürokratie

heißen.

Viele Europäer stecken noch immer

in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Wiewollen Sieihnen helfen?

Sozial ist, was Arbeit schafft.

Junge Leute in Griechenland, Malta

oder Rumänien wenden sich nicht

mit der Bitte um einen EU-weiten

Mindestlohn oder eine europäische

Arbeitslosenversicherung an mich.

Die Forderungen der Sozialdemokraten

helfen nicht weiter.Die Leute

wollen einen Arbeitsplatz und ein

gutes Einkommen.

Wo kommen die guten Jobs her?

Meine Losung lautet: mehr Handelsabkommen,

mehr Binnenmarkt,

mehr Infrastruktur und mehr Forschung.

Denn auch bei der Entwicklung

neuer Technologien muss Europa

souverän sein –imZweifel auch

mit staatlicher Unterstützung. Ohne

staatliches Geld wäreaus Airbus kein

weltweit wettbewerbsfähiger Konzern

geworden.

Siehaben sich gegen die deutsch-russische

Gas-Pipeline Nordstream 2

ausgesprochen. Deutschland steigt

aus der Atomkraft und der Kohle aus.

Wenn nun auch der Gasfluss aus

Russland gekappt wird, gerät dann

nicht die Energieversorgung in Gefahr?

Europa muss viel stärker als bisher

auf erneuerbareEnergien setzen

und damit unabhängiger vonImporten

werden. Weil Deutschland sich

das sehr ambitionierte Ziel gesetzt

hat, sowohl aus der Atomkraft als

auch der Kohle auszusteigen,

braucht es in der Übergangszeit Gas.

Das verstehe ich. Dennoch sollten

wir über Nordstream 2noch einmal

mit den Nachbarn sprechen. Dänemarkhat

die Pipeline noch nicht genehmigt.

Und wir müssen auch die

Bedenken der Balten, Skandinavier

und Polen ernst nehmen. Die EU

darfnicht vomWohlwollen der russischen

Führung abhängig sein.

DasGespräch führten Damir Fras

und Marina Kormbaki.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will nun doch den Macron-Plan für ein klimaneutrales Europa unterstützen

Bundeskanzlerin Angela Merkel

(CDU) hat sich in ihrer Rede vor

dem Petersberger Klimadialog zum

Ziel der Treibhausgasneutralität bis

2050 bekannt. Über den Wegdahin

müsse noch diskutiert werden, aber

nicht, „ob wir es erreichen können,

sondern wie können wir es erreichen“,

sagte die Kanzlerin am Dienstag

in Berlin.

Umweltverbände, Linke und

Grüne kritisierten die Äußerungen

als zu vage. Hintergrund ist die Initiative

des französischen Präsidenten

Emmanuel Macron und bislang

acht weiterer EU-Staaten für ein klimaneutrales

Europa bis 2050, die

Deutschland bislang nicht unterstützt.

Merkel stellte dies nun in Aussicht,

falls im Klimakabinett der Regierung

Klarheit über den Wegdorthin

erreicht werde. Siebrachte dabei

auch die Möglichkeit der Speicherung

vonKohlendioxid (CCS) ins Gespräch,

was aber umstritten

ist. Merkel bekräftigte

das deutsche Klimaziel für

2030, die Emissionen um

55 Prozent im Vergleich zu

1990 zu verringern. Aufeuropäischer

Ebene werdees

für die Reduktionen „jährliche

Scheiben“ geben und

„das muss auch verlässlich

umgesetzt werden“. Die

Kanzlerin bekannte sich

auch erneut zum Ausstieg aus der

Bundeskanzlerin

Angela Merkel

rung „vor Ende dieses Jahres die

Maßnahmen beschließen, wie wir

vorgehen wollen“.

Merkel bekräftigte die

deutsche Zusage, Beiträge

zur Anpassung an Klimafolgen

und zum internationalen

Green Climate

Fund (GCF) zu verdoppeln.

Sie sagte auch zu, an

dem UN-Klimagipfel am

DPA

23. September in NewYork

teilzunehmen und lobte

den Handlungsdruck, den

die Schüler-Klimabewegung

Fridays for Futureerzeuge.

Bundesumweltministerin Svenja

Schulze(SPD) begrüßte das Bekenntnis

Merkels zur Treibhausgasneutralität

als „wichtige Klarstellung“. Allerdings

stehe sie selbst bereits jetzt hin-

Kohleverstromung „bis spätestens

2038“. Bereits kommende Woche

werde imKabinett über Strukturhilfen

für betroffene Regionen beraten,

zum Klimaschutz werde die Regieter

der Initiative Macrons. Weiter

drängte Schulzedarauf, beim Ausbau

von Ökostrom in Deutschland „endlich

wieder die Handbremse loszulassen“.

Beim Petersberger Klimadialog

berieten rund 35 Minister aus aller

Welt über mehr Klimaschutz und die

im Dezember anstehende UN-Klimakonferenz

in Chile. Die Staaten

müssten „die Ebene der Verhandlungen

verlassen und nun handeln und

dabei das Ambitionsniveau im Kampf

gegen den Klimawandel steigern“,

sagte die chilenische UmweltministerinCarolina

Schmidt.

Schulze sagte, umdie Ziele des

Pariser Klimaschutzabkommens zu

erreichen, müssten „alle Vertragsparteien

bis 2020 noch einmal nacharbeiten

und aktualisierte Ziele vorlegen“.

(AFP)

Ein Frage

des

Vertrauens

Stasi-Überprüfungen im

öffentlichen Dienst bis 2030

VonMarkus Decker

Die Möglichkeit zur Stasi-Überprüfung

im öffentlichen Dienst

soll bis 2030 verlängert werden. Das

geht aus dem Entwurf des neuen

Stasi-Unterlagengesetzes hervor, der

der Berliner Zeitung (Redaktionsnetzwerk

Deutschland) vorliegt. Er

wird amMittwoch im Kabinett behandelt

und muss anschließend

vomBundestag gebilligt werden.

Wörtlich heißt es in dem Entwurf:

„Die zum 31. Dezember 2019 auslaufende

Regelung zur Überprüfung

von bestimmten Personengruppen,

die in politisch oder gesellschaftlich

herausgehobener Position tätig sind,

auf eine hauptamtliche oder inoffizielle

Tätigkeit für den Staatssicherheitsdienst

wirdbis zum 31. Dezember

2030 verlängert.“ Dies gelte „für

bestimmte Personengruppen unter

anderem des öffentlichen Dienstes

und von Mandatsträgern“, sprich:

Abgeordneten.

DerDDR-Diskurs geht weiter

Zur Begründung heißt es, die Überprüfungsmöglichkeit

habe „große

Bedeutung für die Herstellung des

Vertrauens in die Integrität von Personen“.

Hinzu komme,„dass aktuell

das gesellschaftliche Bedürfnis an

der Überprüfung bestimmter Personengruppen

ungebrochen fortbesteht“.

Überdies würden „Überprüfungsanträge

weiter in wesentlichem

Umfang gestellt“ und führten

nach wie vor zuHinweisen auf eine

frühere Stasi-Tätigkeit. Undschließlich

gehe der Diskurs über die DDR

angesichts der bevorstehenden Jubiläen

von 30Jahren Mauerfall und 30

Jahren Deutscher Einheit unverändert

weiter, sodass auch „Transparenz

für die Aufarbeitung des SED-

Unrechts weiter erforderlich“ sei.

Archiv der Stasi-Unterlagenbehörde in

Berlin-Lichtenberg

IMAGO IMAGES

Die Vorsitzende des Bundestags-

Kulturausschusses, Katrin Budde

(SPD), hält dieVerlängerung für richtig.

Ostdeutsche,die wie sie selbst 54

Jahre alt seien, könnten durchaus

noch für die Stasi gearbeitet haben

und sich jetzt erstmals für den öffentlichen

Dienst bewerben. Deshalb

müsse man sie weiterhin überprüfen

können.„ImJahr 2030 wirdes

derartige Fälle kaum noch geben“,

fügte Budde hinzu. „Dann müsste

das Thema durch sein.“

Die stellvertretende Vorsitzende

der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Gitta Connemann erklärte: „Wir können

das DDR-Unrecht nicht ungeschehen

machen. Aber unser vereintes

Deutschland verhilft so auch noch

nach Jahren der Gerechtigkeit zum

Durchbruch. Denn die Opfer haben

darauf ein Recht.“ So seien Elternteilweise

ihre Kinder weggenommen,

diese seien dann in Heime gesteckt

oder zwangsadoptiert worden. Jugendliche

hätten die Schule nicht beenden

und nicht studieren dürfen,

Kollegen seien bespitzelt worden.

„Die offiziellen und inoffiziellen Mitarbeiter

der Stasi sind die Gesichter

und Handlanger des SED-Unrechts.“

Im Jahr 2018 gab es 167 Anträge

auf Stasi-Überprüfung im öffentlichen

Dienst und 446 Anträge auf

Überprüfung vonMandatsträgern.


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 5 *

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Europa und wir

Die EU wird häufig als seelenlose und unübersichtliche

Bürokratiemaschine gesehen. Doch in Berlin fördert die

Staatenunion viele kleine und regionale Projekte

VonChristine Dankbar

Die

EU hat

24 Amtssprachen.

Zum Stammpersonal

der EU-Institutionen zählen rund 4300 Übersetzer/-innen und 800 Dolmetscher/-innen.

Die geschätzten Kosten für alle Sprachendienste (Übersetzung

und Verdolmetschung) sämtlicher EU-Institutionen

machen weniger als

1%des jährlichen Gesamthaushalts der

EU aus, der 2018 ca. 145 Milliarden

Euro betrug.Auf die EU-Bevölkerung

umgerechnet ergibt dies Kosten vonca.

2Euro pro Person und Jahr.

Wenn man den Kulturstaatssekretär GerryWoop (Linke) fragt, wie Berlin am meisten von

Europa profitiert, dann antwortet er nicht mit einer Zahl, sondernmit einer grundsätzlichen

Erwägung.„Europa bedeutet für Berlin, in politisch stabilenVerhältnissen zu leben,

sicher und in Frieden“, sagt der 51-Jährige.Für ihn gehörtdazu auch Verbraucherschutz

und soziale Standards. Die Kultur-Verwaltung hat die Bezirke und Senatsverwaltung anlässlich der Europa-Wahl

gebeten, aufzulisten, welche Projekte in ihrem Einzugsbereich vonder EU gefördertwerden.

Herausgekommen ist ein Kompendium von 57Seiten, das man auf der Webseite der Senatsverwaltung

für Kultur und Europa einsehen kann. Das Spektrum reicht vom Freiwilligen Ökologischen Jahr für Jugendliche

und junge Erwachsene über das Projekt Stadtteilmütter in Neukölln bis zum Stadtplan für die

Köpenicker Altstadt für Menschen mit Behinderungen. All das wird mit EU-Geld gefördert. Wobei man

dann doch wieder bei Zahlen landet. Einige haben wir auf dieser Seite zusammengestellt.

Hauptstadt

Der

Europäische

Fonds für regionale

Entwicklung

(Efre):

635 Mio. Euro

Beispiele: Die Stadtteilmütter in Neukölln. Es gibt das Projekt seit 2004, seitdem wurde

es mit 1,8 Mio Euro aus Efre-Mitteln gefördert. Über diesen Fonds unterstützt

die EU die wirtschaftliche Entwicklung in allen Mitgliedstaaten der EU.

In Berlin wurden für diese Periode Förderprojekte ausgewählt,

die die angewandte Forschung,Entwicklung

und Innovation sowie dieWettbewerbsfähigkeit

vonUnternehmen stärken,

CO 2 -Emissionen senken und benachteiligte

städtische Gebiete unterstützen.

SO VIEL GELD

BEKOMMT BERLIN

VON DER EU

(FÖRDERPERIODE 2014–2020)

Der

Europäische

Sozialfonds

(ESF):

215 Mio. Euro

Dieser Fonds soll der Verbesserung der Beschäftigungsund

Bildungschancen sowie der Armutsbekämpfung

dienen. Diese Mittel werden u.a. zur

Förderung der Beschäftigung und

Mobilität, für besseren Bildungszugang

und bessere Qualität der

Bildung eingesetzt.

EU-Forschungsförderung

und Erasmus-

Stipendien:

Berlin erhielt von

2007–2013 fast

585 Millionen Euro

für 1500

Projektbeteiligungen.

Die Berliner Hochschulen warben etwa 216 Millionen ein, die Forschungseinrichtungen

etwa 240 Millionen.

Insgesamt konnten 2015/2016

2498 Personen aus Berlin dank Erasmus

ins EU-Ausland

gehen.

2712 Personen konnten mithilfe

der Erasmus-Förderung für einen

Studienaufenthalt nach Berlin kommen.

Michael Cramer

(B90/Die Grünen)

EU-

Förderung

für die

Landwirtschaft

und den ländlichen Raum

(EGFL und ELER):

Berlin und Brandenburg:

1,05 Mrd.

Euro

Deutschland

hat die

meisten

Abgeordneten im

EU-Parlament:

96

Aus Berlin kommen davon:

7

Sylvia-Yvonne

Kaufmann (SPD)

Im

Generalsekretariat

des Rates der Europäischen Union

sind etwa

Die

3500 Personen

Europäische

beschäftigt.

Kommission

ist in mehrere

Abteilungen unterteilt,

die sogenann-

WER ARBEITET FÜR DIE EU?

ten Generaldirektionen

(GD), die mit Ministerien verglichen werden können. Jede Generaldirektion beschäftigt

sich mit einem bestimmten Politikbereich oder Dienst, z. B. Handel oder Umwelt,

und wird voneinem Generaldirektor oder einer Generaldirektorin

geleitet, der/die einem Kommissionsmitglied gegenüber

verantwortlich ist. Die Europäische Kommission

Im Europäischen Parlament sind rund

beschäftigt rund

7000

32000

Personen

im Generalsekretariat und in den

Fraktionen tätig.Hinzu kommen

die Mitglieder des Europäischen

Personen

Parlaments und deren Mitarbeiter.

Olaf Henkel (LKR)

Martina Michels

(Die Linke)

Udo Voigt (NPD)

Martin Sonneborn

(Die Partei)

Joachim Zeller

(CDU)

Zum Vergleich: In Berlin arbeiten ca. 118 400 Menschen im öffentlichen Dienst.

PLATZ DER REPUBLIK

Wahlkampf

in DIN A1

Holger Schmale

über die politische Macht des Visuellen

Die Dame im Rathaus von

Grayan schaut kurz auf den

Ausweis, dann in ihren Computer.

Sie lächelt freundlich und sagt: „Ja,

Monsieur, Sie stehen in unserer

Liste und können hier wählen.“ Der

Monsieur kommt aus Berlin, hat in

dem Ortander französischen Atlantikküste

ein kleines Haus und ist

hier als „Résident“ gemeldet. Als

deutscher EU-Bürger kann er seine

Stimme sowohl für die französischen

Kommunalwahlen als auch

für die Europawahl in zehn Tagen in

Grayan abgeben. Für ihn –und eine

ganze Menge anderer, deren Zahl

niemand zu sagen vermag –ist dies

also eine wirklich europäische

Wahl. Undauch das ist ein Stück gemeinsames

Europa.

Wer in diesen Wochen durch

Deutschland fährt, kann sich der

Konfrontation mit der Europawahl

kaum entziehen. Hunderttausende

Wahlplakate in allen möglichen Formaten

säumen die Straßen, ganz besonders

viele,soscheint es,sind es in

Berlin. Mankann das Gefühl bekommen,

dass dieser Aufwand, von vielen

auch als optische Belästigung

empfunden, im umgekehrten Verhältnis

zur Bedeutung steht, die viele

Bürger dieser Wahl geben.

In Frankreich verhält es sich wiederum

umgekehrt. In dem hochpolitisierten

Land wird die Wahl als Test

für den so sehr umstrittenen Präsidenten

Emmanuel Macron verstanden,

es geht um viel. Im Netz, im

Fernsehen, in den Zeitungen wird

heftig über Europa gestritten. Im

Straßenbild ist davon –nichts zu sehen.

DieinDeutschland übliche Plakatflut

ist in Frankreich unbekannt.

Jetzt erst werden in den Gemeinden

die Tafeln aufgestellt, auf die die Parteien

in den nächsten Tagen ihrePlakate

kleben dürfen. In der Nähe des

Rathauses,eine Tafel proPartei, also

34 an der Zahl, alle von gleicher

Größe, etwa unserem A1-Format

entsprechend. Mehr gibt es nicht.

Das ist ein Gebot der Chancengleichheit.

Egal, ob eine Partei viel

oder wenig Geld für den Wahlkampf

ausgeben kann, an der Menge und

der Größe der Plakate soll sich hier

nichts entscheiden.

Seit Jahren wird inDeutschland

angekündigt, nun würden die Wahlkämpfe

aber hauptsächlich im Netz

geführt. Doch tatsächlich stecken

die Parteien das meiste Geld immer

noch in das älteste aller Werbemittel,

das Straßenplakat. Es hat die höchste

Reichweite,allerdings mit einer fraglichen

Wirkung. Die Fälle, indenen

ein Unentschlossener durch ein Plakat

zur Stimmabgabe für eine bestimmte

Partei bewegt wurde, dürften

sehr überschaubar sein. Den

Strategen in den Berliner Parteizentralen

geht es vor allem darum, den

schon gewonnenen Anhängern einer

bestimmten Partei ein positives

Grundgefühl zu vermitteln, wenn sie

Plakate ihrer Partei sehen. Dasstärkt

die Motivation, zu wählen, sich zu

engagieren, andere anzusprechen.

Das erklärt auch die Inhaltsleere der

meisten Plakate.Esgeht um Gefühle,

nicht um Informationen.

Eines muss man freilich auch

festhalten: In Frankreich ist die Beteiligung

an Europawahlen traditionell

geringer als in Deutschland. Ob

das vielleicht doch an den Plakaten

liegt? Der Monsieur aus Berlin wird

auf jeden Fall helfen, das in diesem

Jahr zumindest in Grayan zu ändern.


6* Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Wirtschaft

DAX-30 in Punkten

15.2.19

15.2.19

MÄRKTE

▲ 11991,62 (+0,97 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

15.2.19

Stand der Daten: 14.05.2019 (21:50 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

14.5.19

▲ 71,12 (+1,67 %)

14.5.19

▼ 1,1226 (–0,17 %)

Quelle

aus DAXund MDAX vom14.05.zum Vortag

14.5.19

Evotec 22,75 +5,23 WWWWWWWWWWW

SartoriusVz. 167,00 +4,83 WWWWWWWWWW

Commerzbank 7,72 +4,34 WWWWWWWWW

Rocket Internet 23,60 +4,24 WWWWWWWWW

DeliveryHero 41,95 +4,22 WWWWWWWWW

Siltronic NA 74,00 +4,14 WWWWWWWWW

Verlierer

ausDAX und MDAXvom 14.05. zumVortag

Scout24 NA 43,50 WWWWWWWWWW –4,90

Merck 92,14 WWWWWWWW –3,70

thyssenkrupp 12,74 WWWWWWW –3,12

LEG Immobilien 107,70 WWWWWW –2,45

BayerNA 55,33 WWWWW –2,02

Hochtief 114,00 WWWWW –1,89

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 14.05. ±% z. 13.05.

Euro Stoxx 50(EU) +1,31

3596/2909 3364,38

CAC 40(FR) +1,50

5657/4556 5341,35

S&P UK(UK) +1,04

1590/1323 1465,76

RTS (RU) +2,81

1285/1033 1241,51

IBEX (ES) +0,89

10221/8286 9127,60

Dow Jones (US) +0,91

26952/21713 25555,72

Bovespa (BR) +0,03

100439/69069 91752,81

Nikkei (JP) – 0,59

24448/18949 21067,23

Hang Seng (HK) –1,55

31521/24541 28154,78

Stx Singap. 20 (SG) –0,15

1635/1350 1549,70

Ratenkredite 10.000 Euro

Kreditzinsen, bonitätsunabhängig bzw.2/3 Zins

Kundenkontakt 36 Mon. 48 Mon. 60 Mon.

PSD Bank Nürnberg

psd-nuernberg.de 2,93 2,93 2,93

Deutsche Skatbank

skatbank.de 2,94 2,94 2,94

EthikBank

ethikbank.de 2,95 2,95 2,95

DKB Deutsche Kreditbank

dkb.de 3,49 3,49 3,49

SWK Bank

couchkredit.de 3,49 3,49 3,49

Targobank

targobank.de 3,10 3,10 3,10

Commerzbank

069/98660966 3,73 4,73 4,73

Postbank

postbank.de 3,78 3,78 3,78

Deutsche Bank

deutsche-bank.de 3,79 3,79 3,79

ING

ing.de 3,99 3,99 3,99

PSD Berlin-Brandenburg

psd-bb.de 2,99 2,99 3,19

Sparda-Bank Berlin

sparda-b.de 4,95 5,95 6,25

ABK Allgemeine Beamten Bank

030/28535200 5,19 5,19 4,69

BBBank

030 202480 5,82 5,61 5,40

Mittelbrandenburgische Sparkasse

0331/898989 8,99 8,99 8,99

Mittelwert von 70 Banken 4,24 4,32 4,41

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch),Sparbriefe (Donnerstag), Festgeld (Freitag), Baudarlehen (Samstag).

Quelle:FMH-Finanzberatung

Stechuhr in einem bayerischenBetrieb. Bisher istdie vollständigeErfassung derArbeitszeitnur in wenigen Branchen gesetzlich vorgeschrieben.

Mindestlohn bringt nicht allen Azubis mehr Geld

Von Tobias Peter

Die Bundesregierung will einen

Mindestlohn für Auszubildende

einführen. Im Gesetzentwurf, der an

diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen

werden soll, ist er ab 2020

für das erste Lehrjahr auf 515 Euro

festgelegt. Ab demJahr 2021 sollen es

550, ab 2022 585 und ab 2023

620 Euro im ersten Lehrjahr sein –

entscheidend ist dabei jeweils, in

welchem Jahr die Ausbildung begonnen

wurde. Imzweiten und im dritten

Lehrjahr soll es gestaffelte Erhöhungen

geben. Ab 2024 soll der Azubi-Mindestlohn

jährlich an die

durchschnittliche Entwicklung aller

Ausbildungsvergütungen angepasst

werden.

Bekommen jetzt alle Auszubildenden

diesen Mindestlohn?

Stechuhr für alle?

Firmen müssen Arbeitszeit der Beschäftigten vollständig erfassen, urteilt der Europäische Gerichtshof

Von Christian Rath

Erfassung: Inzwischen hat

Spanien eine allgemeine

Pflicht zur Arbeitszeiterfassung

eingeführt. Die Gesetzesverordnung

der sozialistischen

Minderheitsregierung

vonPedro Sáncheztrat am

Sonntag in Kraft. Sie lief

nicht reibungslos an. Zahlreiche

Firmen hätten die nötigen

Vorkehrungen nicht getroffen,

so der Gewerkschaftsdachverband

CCOO.

In allen EU-Staaten müssen die

Arbeitgeber die Arbeitszeit ihrer

Beschäftigten „objektiv und

verlässlich“ erfassen. Nur so

könne die Einhaltung von Höchstarbeitszeiten

effektiv kontrolliert

werden.

Dies entschied jetzt der Europäische

Gerichtshof (EuGH) in einem

Fall aus Spanien. DasUrteilhat auch

auf Deutschland Auswirkungen.

Im konkretenFall stritt der größte

spanische Gewerkschaftsdachverband

CCOO mit der spanischen Niederlassung

der Deutschen Bank über

die Einführung einer generellen

Arbeitszeiterfassung. Im spanischen

Recht ist sie bisher nicht vorgesehen.

Der Nationale Gerichtshof Spaniens

legte aber den Fall dem EuGH vor

und fragte, obsich aus EU-Recht etwas

anderes ergebe.

Der EuGH prüfte dabei die EU-

Arbeitszeitrichtlinie von 2003. Diese

sieht eine wöchentliche Höchstarbeitszeit

von48Stunden (inklusive

Überstunden)vorsowieeinetägliche

Mindestruhezeit vonelf Stunden am

Stück und eine wöchentliche Mindestruhezeit

von 24 Stunden am

Stück.In derRichtliniestehtzwarkeine

ausdrückliche Pflicht zur Aufzeichnung

der Arbeitszeit. Laut

EuGH ist die Richtlinie aberso auszulegen,

dass eine derartige Pflicht besteht.

DerEuGH nahm dabei auf die

EU-Grundrechtecharta Bezug. Danach

haben alle Arbeitnehmer das

„Recht auf gesunde,sichereund würdige

Arbeitsbedingungen“. Dieses

Recht wäre gefährdet, wenn die

Arbeitnehmer selbst beweisen müssten,

wie lange sie gearbeitet haben.

Da Arbeitnehmer im Arbeitsverhältnis

die „schwächere“ Vertragspartei

sind, bestehe die Gefahr,dass sie ihre

Rechte nicht einfordernkönnen oder

sich dies nicht trauen.

Nicht ausreichend sei, so der

EuGH, wenn nur die Überstunden

Vor allem in Ostdeutschland ist die Vergütung bisher sehrgering

Nein.Erstens gilt: Diemeisten bekommen

mehr. Der Mindestlohn ist

eine Untergrenze –der größere Teil

der Auszubildendenhat ohnehinhöhere

Löhne. Zweitens gilt aber auch:

Wenn es gültigeTarifverträge gibt,die

unter der Mindestvergütung liegen,

dann wird der Tariflohn gezahlt. Es

liegt aber nahe, dass die Gewerkschaften

solche Tarifverträge spätestens

nach einer Übergangsphase

nichtmehrneu abschließen werden.

Vorteilehaben diejenigen, die bislang

außerhalb vonTarifverträgenoder in

kleinen Betrieben eine sehr geringe

Vergütungbekommen. Dasist vorallem

in Ostdeutschland der Fall. Dort

verdienen etwa angehende Friseure

oft deutlich weniger, als beider neuen

Mindestvergütungvorgesehen ist.

Die Mindestausbildungsvergütung ist

fest im Koalitionsvertrag vereinbart,

CHAOSINSPANIEN

Gültigkeit: Das neue Gesetz

gilt in Spanien für alle

Unternehmen. Den Arbeitgebernbleibt

überlassen, ob

sie digitale Stechuhren,

Apps oder die Papierform

wählen. Die Daten müssen

vier Jahre lang aufbewahrt

werden. Bisher klappt die

Umsetzung nicht: „Chaos

am ersten Montag der

Arbeitszeiterfassung“, titelte

die Zeitung „El Periódico“.

Grundrecht: Die Richter am

EuGH unterstrichen die Bedeutung

des Grundrechts jedes

Arbeitnehmers auf Begrenzung

der Höchstarbeitszeit

sowie auf tägliche und

wöchentliche Ruhezeiten.

Ohne ein System zur Messung

der täglichen Arbeitszeit

könnten weder die geleisteten

Stunden noch die

Zahl der Überstunden objektiv

ermittelt werden.

erfasst werden. Vielmehr müsse die

gesamte Arbeitszeit aufgezeichnet

werden. Nursosei effektiv nachweisbar,

welche Zeiten als Überstunden

zu bezahlen sind.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs

gilt auch für Deutschland,

weil auch das deutsche Arbeitszeitgesetz

auf der EU-Richtlinie beruht.

Bisher ist die vollständige Erfassung

der Arbeitszeit nur in wenigen Branchen

gesetzlich vorgeschrieben, etwa

für Lkw-Fahrer, Bauarbeiter, in

Gaststätten und in der Fleischwirtschaft.

dennoch wurde lange über das Gesetz

gerungen. Warum?

Die Mindestausbildungsvergütung

ist auf Drängen der SPD im Koalitionsvertrag

verankert worden –

allerdings ohne, dass dort schon die

Höhe festgelegt worden wäre. DieSozialdemokraten

bevorzugten ein

Modell des DGB,das 630 Euro Azubi-

Mindestlohn und regelmäßige Erhöhungen

vorsah. Dies war auch den in

der SPD mittlerweile mächtigen Jusos

wichtig. Bildungsministerin Anja

Karliczek und Wirtschaftsminister

Peter Altmaier (beide CDU) fürchteten

dagegen zu große Belastungen

für die Wirtschaft –und den Wegfall

von Ausbildungsplätzen. Karliczek

hatte ursprünglich einen Vorschlag

vorgelegt, mit dem die Mindestvergütung

für Auszubildende an das

Schüler-Bafög gekoppelt worden wäre.

Dasfand die SPD inakzeptabel.

Für die anderen Branchen muss

entweder der Bundestag das Arbeitszeitgesetz

ändern oder das Bundesarbeitsgericht

ein entsprechendes

Grundsatzurteilfällen.DieArtderErfassung

(Stechuhr, Papierlisten oder

digital) können die EU-Staaten bestimmen.

Sie können dabei auch

nach Branche und Größe der Unternehmen

differenzieren.

Viele Fragen offen

FOTO: ARMIN WEIGEL/DPA

Auch Heimarbeit oder Außendienst

müssten demnach künftig registriert

werden, etwa über Apps oder elektronische

Erfassung am Laptop. Wird

abends vonzuHause noch dienstlich

telefoniert oder werden E-Mails geschrieben,

könnte auch dies unter

die Pflicht zur Erfassung fallen.

DGB-Vize Annelie Buntenbach

begrüßte das Urteil. „Das Gericht

schiebt der Flatrate-Arbeit einen Riegel

vor. Richtig so.“

In der Praxis sind noch viele Fragen

offen: Wasgilt für Außendienstmitarbeiter?

Ist „Vertrauensarbeitszeit“

noch möglich?

Im deutschenArbeitszeitgesetzist

nach Gewerkschaftsangaben bisher

nur vorgeschrieben, dass Überstunden

nach den üblichen acht Stunden

Regelarbeitszeit registriert werden.

Gewerkschaftermonierenschonlange,

dass dies eigentlich nur möglich

sei, wenn auch die reguläre Arbeitszeit

aufgezeichnet wird. (mit dpa)

Wie kam es zur Einigung?

Als Union und SPD nicht auf einen

Nenner kamen, nahmen sich die Sozialpartner

des Themas an. Arbeitgeberpräsident

Ingo Kramer und DGB-

ChefReinerHoffmannunterbreiteten

der Regierung einen Vorschlag zur

Höhe des Azubi-Mindestlohns –und

leisteten damit entscheidende Vorarbeit.

Auch wenn danach nur noch

um Details gerungen wurde, ließ das

Bildungsministerium sich weiter Zeit,

bis es nun den Entwurfvorlegte.

Sind jetzt alle zufrieden?

Nein. Der Zentralverband des

Deutschen Handwerks kritisiert das

Vorhaben als einen „schweren Eingriff

in die gelebte Betriebs- und Tarifautonomie“.

Undder Wirtschaftsflügel

der Union warnt, die Mindestvergütung

könne dazu führen, dass

Unternehmen weniger ausbilden.

Kritik an

Spahns Gesetz

für Hebammen

CSU will Wiedereinstieg in

denBeruf erleichtern

Von Timot Szent-Ivanyi

Inder CSU wird Kritik amHebammengesetzvonGesundheitsminister

Jens Spahn (CDU) laut. „Die Akademisierung

löst nicht das akute

Problem, dass immer mehr Geburtsstationen

aus Personalmangel

schließen müssen“, sagte die Gesundheitspolitikerin

Emmi Zeulner

(CSU) dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND). Es müsse darumgehen,

Hebammen, die aus verschiedenen

Gründen aus der aktiven

Geburtshilfe ausgestiegen seien, zur

Rückkehr zu motivieren. Dazu sei es

unter anderem nötig, dass die für den

Wiedereinstieg erforderliche Weiterbildung

künftig vonden gesetzlichen

Krankenkassen bezahlt werde. Bisher

müssten die Hebammen die Kosten

vonrund2000 Euro selbst tragen,

beklagte Zeulner. „Entscheidend ist,

dass wir diejenigen fördern und finanziell

unterstützen, die den

Wunsch haben, neben der Vor- und

Nachsorge auch wieder in die aktive

Geburtshilfe einzusteigen“, sagte sie.

Der Gesetzentwurf von Spahn soll

am Mittwoch vom Bundeskabinett

beschlossen werden.

Nach den Worten Zeulners gibt es

viele Hebammen, die eine Auszeit

eingelegt haben, weil sie beispielsweise

selbst Kinder bekommen haben.

Danach scheuten sie sich aber,

ohne eine Weiterbildung neben der

Vor- undNachsorge auch wieder die

aktive Geburtshilfe zu übernehmen,

berichtete sie. „Um den Frauen den

Wiedereinstieg zu erleichtern, brauchen

wir eine intensive kostenlose

Weiterbildungsförderung in diesem

Bereich.“ Spahns Gesetzentwurf

sieht vor, dass Hebammen künftig

ein duales Studium durchlaufen

müssen. Zeulner begrüßte dies.„Der

Beruf der Hebamme wird gerade

auch in der Hierarchie zu den Ärztinnen

und Ärzten im Kreißsaal aufgewertet,

was für die Hebammen ein

ganz wichtiger Punkt war.“

Forscher

kritisieren

Regierung

IW gegenBeschränkung

befristeter Arbeitsverträge

Von Rasmus Buchsteiner

Die Pläne der großen Koalition für

gesetzliche Beschränkungen

bei befristeten Arbeitsverträgen werden

nach einer Untersuchung des

arbeitgebernahen Instituts der deutschen

Wirtschaft (IW) die Einstellungsbereitschaft

der Unternehmen

verringern. In Unternehmen, die

zwischen 2015 und 2017 Beschäftigung

aufgebaut hätten, sei die Befristungsquote

relativ hoch, heißt es in

einer IW-Studie, die dem RedaktionsNetzwerk

Deutschland (RND)

vorliegt. Bei Firmen, deren Belegschaft

sich in diesem Zeitraum vergrößerthat,

lag die Befristungsquote

bei 10,7 Prozent. Bei Unternehmen

mit geschrumpfter Mitarbeiterschaft

waren es 4,9 Prozent. Nach Angaben

der IW-Forscher seien befristete

Arbeitsverhältnisse für die Unternehmen

wie eine Versicherung. „Es

ist daher zu befürchten, dass eine gesetzliche

Beschränkung bei den Befristungsmöglichkeiten

die Einstellungsbereitschaft

vieler Unternehmen

reduzieren wird“, heißt es in der

Untersuchung. Laut Koalitionsvertrag

sollen Arbeitgeber mit mehr als

75 Beschäftigten nur noch maximal

2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos

befristen dürfen.


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 7 *

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Wirtschaft

Trump will

persönlich mit

Xi reden

DeutscheIndustrie besorgt

wegen Zollkonflikts

Von Maren Hennemuth

Nach der Eskalation im Handelskrieg

mit China rudertUS-Präsident

Donald Trump wieder etwas zurück.

So habe er noch nicht über eine

weitere Verschärfung der Gangart

entschieden, sagte Trump. AmRand

des Gipfels der großen Industrieländer

(G 20) am 28. und 29. Juni in Osaka

in Japan will er mit Chinas Staatsund

Parteichef Xi Jinping über den

Konflikt reden. Die Unsicherheiten

im Zollstreit zwischen den beiden

größten Volkswirtschaften ließen

nach den Verlusten an der Wall Street

auch die asiatischen Börsen fallen.

Die deutsche Industrie fürchtet

eine Eskalation. „Der anhaltende

Konfrontationskurs zwischen den

USA und China gefährdet die Weltwirtschaft

massiv“, sagte der Hauptgeschäftsführer

des Bundesverbands

der Deutschen Industrie (BDI), Joachim

Lang. DerHandelskonflikt wirke

sich umso stärker auf die Weltkonjunktur

aus, je länger er dauere.

„Unternehmen investieren nicht,

wenn unklar ist, ob ihre Geschäfte

bald durch Zölle unterbrochen werden.“

DerKonflikttreffe europäische

Unternehmen, die Produktionsstätten

in den USA und China haben.

Der seit Monaten andauernde

Handelskrieg hatte sich in den vergangenenTagendrastischverschärft.

In einem ersten Schritt hatten die

USA ihreUS-Sonderzölle auf Importe

aus China im Wert von200 Milliarden

Dollar von 10auf 25 Prozent erhöht.

Auch wurde ein zweiter Schritt

angekündigt, die Zölle auf alle China-

Warenauszuweiten.

„Werden biszum Ende kämpfen“

Im Gegenzug kündigte Peking Vergeltung

an. „China hat seine Antwort

gegeben: Wenn ihr reden wollt, ist

unsere Tür weit offen. Wenn ihr

kämpfen wollt, werden wir bis zum

Ende kämpfen“, verlas der Sprecher

im Staatsfernsehen eine Erklärung.

So steigen vom1.Juni an chinesische

Sonderzölle auf US-Waren im Wert

von 60Milliarden Dollar auf 10 bis

25 Prozent. „Maximalen Druck auf

China auszuüben, wird nicht funktionieren“,

kommentierte am Dienstag

die staatliche Nachrichtenagentur

Xinhua. Die USA „schießen sich

nur selbst in den Fuß“. DerKommentator

schob Washington die Schuld

am Scheitern der jüngsten Handelsgespräche

zu und sprach von „typischer

Handelsschikane“.

In den Turbulenzen signalisierte

die US-Regierung, dass es noch Zeit

für Verhandlungen gebe.Die nächste

Runde soll in Peking stattfinden.

Doch gibt es noch keinen Termin.

Der US-Handelsbeauftragte Robert

Lighthizer veröffentlichte ein Papier

für die Ausweitung der US-Zölle auf

alle China-Waren. Auch versuchte

der US-Präsident, Zuversicht zu verbreiten.

Als er Finanzminister Steven

Mnuchin bei einem Dinner vorstellte,

sagte Trump: „Er ist gerade aus

China zurück. Wirsagen euch in drei

oder vier Wochen, ob es erfolgreich

war.“ Und erfügte hinzu: „Aber ich

habe ein Gefühl, dass es sehr erfolgreich

sein wird.“ (dpa)

Mit Xi Jinping will Trump beim G-20-Gipfel

zusammenkommen. FOTO: NICOLAS ASFOURI/AP

Eine neue Dimension

US-Jury verhängt Milliardenstrafegegen Bayer-Tochter Monsanto. Schadensersatz für Krebserkrankung

Von Frank-Thomas Wenzel

Einer der Juroren sagte nach

Verkündung des Urteils,

man wolle bei den Verantwortlichen

von Monsanto

den Effekt eines Schlages in die Magengrube

bewirken. Das dürfte gelungen

sein. EinGericht im kalifornischen

Oakland hat das Agrochemie-

Unternehmen zu Zahlungen in Höhe

von2055 Millionen Dollar verurteilt.

Alva und Alberta Pilliod hatten auf

Schadensersatz für ihreKrebserkrankungen

geklagt, die durch das Hantieren

mit dem Unkrautvernichter

Roundup ausgelöst worden sein sollen.

DieMonsanto-Mutter Bayerwill

gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen

und verweist dabei auf aktuelle

Aussagen von Experten der US-Umweltbehörde

EPA, die Roundup mit

seinemHauptwirkstoffGlyphosatfür

ungefährlich halten.

DerKurs der Bayer-Aktieging am

Dienstag dennoch in die Knie. Der

Konzern ist jetzt nur noch rund

53 Milliarden Euro wert, obwohl die

Leverkusener Monsanto im vorigen

Jahr nach aktuellem Wechselkurs für

etwa 56 Milliarden Euro gekaufthatten.

Analysten gehen davon aus, dass

im aktuellen Kurs bereits Schadensersatzzahlungen

von bis zu 20 Milliarden

Euro eingepreist sind. Allerdings

könnte die Summe auch deutlich

höher ausfallen. Denn derzeit

sind in den USA bereits rund 13400

Klagen gegen Monsanto anhängig.

Branchenkenner erwarten, dass deren

Zahl auf mindestens 15000 steigen

könnte.Außerdemstellt sich die

Frage,wie hoch mögliche Schadensersatzzahlungen

tatsächlich ausfallen

werden.

„Arglistige Täuschung“

In den beiden ersten Urteilen zu Glyphosat-Klagen,

die ebenfalls noch

nicht rechtskräftig sind, kamen Strafen

voninsgesamt159 Millionen Dollar

zusammen. Doch mit dem Fall

Pilliod wurde eine ganz andere Dimension

erreicht. Zum regulären

Schadensersatz von 55 Millionen

Dollar kommen 2Milliarden Dollar

als Strafzahlung wegen arglistiger

Täuschung. Die Kläger hatten nur

eine Milliarde verlangt. Aber die Jury

inOaklandwarderAnsicht,dassman

Monsanto eine Lehre erteilen muss.

Man wolle von dem Unternehmen

ernst genommen werden, sagte Juror

Doug Olsen.

Das Ehepaar Pilliod hat auf seinem

Grundstück jahrelang Roundup

eingesetzt, um Unkraut zu bekämpfen.

Beide leiden heute an einer Form

von Lymphdrüsenkrebs (NHL). Ihre

Klage beruft sich vor allem auf eine

Studie der Krebsforscher der Weltge-

Von Stefan Winter

Volkswagen macht den nächsten

Schritt beim Elektroantrieb.

Nach langen internen Diskussionen

will der Konzern nun auch selbst die

Batteriezellen für E-Autos herstellen.

MitPartnernsollenmehrereFabriken

hochgezogen werden –auch in

Deutschland. Dafür müssten aberdie

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

stimmen, sagte Vorstandschef

Herbert Diess am Dienstag bei der

Hauptversammlung in Berlin. Er

machte kein Geheimnis daraus, dass

er dafür auch staatliche Unterstützungerwartet.

Daserste Projekthat der Aufsichtsrat

vor der Hauptversammlung beschlossen

–allerdings mit einigen Unbekannten.

Eine Milliarde Euro steht

jetztfür eineBatteriefertigungim VW-

Werk Salzgitter bereit. Sie soll mit

einer Jahreskapazität von zehn Gigawattstunden

relativ klein ausfallen

Bayer hältRoundup fürgesundheitlich unbedenklich .

BEIERSDORF KAUFT SONNENSCHUTZ

Umbau: Der Bayer-Konzernhat am Dienstag

in Leverkusen einen weiteren Schritt bei seinen

Umbaubemühungen bekannt gegeben.

Für 550 Millionen Euro wurde die Sonnenschutzsparte

mit der US-MarkeCopperstone

an den Kosmetikhersteller Beiersdorf verkauft.

FOTO: JEAN-FRANCOIS MONIER/AFP

US-Markt: Bayerhatte Copperstone Ende

2014 im Zugeder Übernahme des Geschäfts

mit rezeptfreier Arznei vomUS-PharmakonzernMerck

erworben. Coppertone war die

erste Sonnenschutzmarke,die 1944 auf den

US-Markt kam. Sie wird heute in den USA,

Kanada und China vertrieben.

VW fordert mehr Staatshilfe für E-Autos

Autokonzern will mehrereBatteriefabriken inEuropabauen

sundheitsorganisation (WHO), die

2015 diagnostizierten, dass Glyphosat

„wahrscheinlich krebserregend“

sei. Bayer teilte am Dienstag hingegen

mit: Die Kläger hätten eine

„lange Historie von Vorerkrankungen,

die bekanntermaßen erhebliche

Risikofaktoren“ für eine NHL-Erkrankung

darstellten.

Zudemseien bei den meisten Fällen

die Ursachen für NHL nicht bekannt.

Letztlich wird es in diesem

und wohl auch in vielen anderen Verfahren

darum gehen, Kausalitäten zu

klären. So hätte laut Bayer nachgewiesen

werden müssen, dass „die

Krebserkrankungen der Kläger ohne

den Einsatz von glyphosatbasierten

Herbiziden nicht eingetreten wären“.

Dafür gebe es aber keine verlässlichen

wissenschaftlichen Nachweise.

Der Leverkusener Konzern zitiert

die EPA, der zufolge es „keine Risiken

für die öffentliche Gesundheit durch

die derzeit zugelassene Verwendung

von Glyphosat“ gibt. Diese Schlussfolgerung

beruhe auf der Auswertung

von mehr als 800 Studien zu

dem Unkrautvernichter, teilt Bayer

mit. Roundup werde seit mehr als

40 Jahren weltweit sicher und erfolgreich

verwendet.

Der Bayer-Konzern will sich bislang

auf keine außergerichtlichen Einigungen

einlassen, die in den USA

in solchen Fällen üblich sind. Dies

käme einem Schuldeingeständnis

gleich. Deshalb wirdauch kein Schadensersatz

ausgezahlt. Die Juristen

und Manager des Konzerns setzen

vielmehr auf die höheren Instanzen,

wo nicht mehr Laien, sondernProfirichter

entscheiden werden. DieVerfahren

werden mutmaßlich mehrere

Jahre dauern, was auch fortwährende

Negativschlagzeilen nach sich ziehen

dürfte. In diesem Jahr wird

jedenfalls kein endgültiges Urteil

mehr fallen.

AußergerichtlicheEinigung?

Die nächsten Hauptverhandlungen

werden im Sommer in St.Louis stattfinden,

dort woMonsanto zu Hause

ist. Sollten auch dort die Kläger erfolgreich

sein, rechnen Analysten damit,

dass Bayer doch noch außergerichtliche

Einigungen anstreben

könnte.

Der Leverkusener Konzernchef

Werner Baumann hat die Akquisition

des US-Unternehmens immer wieder

verteidigt. Sie ist ein zentraler

Baustein seiner Strategie,die sich auf

die zwei Sparten Pharma- und Agrochemie

kapriziert. Geschäftszahlen

gaben ihm zuletzt recht, Montsanto

war ein maßgeblicher Faktor für eine

Steigerung des Gewinns. Landwirte

weltweit sind auf Roundup angewiesen.

und im ersten Schritt ab 2022 oder

2023 rund 700 Arbeitsplätze bringen.

Sie werden dort dringend gebraucht:

Dem Motorenwerk wird bei

einem Erfolg der Elektroautos sonst

die Arbeit knapp. Das nötige Knowhow

inder Elektrochemie, das dem

Autobauer fehlt, soll das schwedische

Start-up Northvolt beisteuern. Die

Gründung früherer Tesla-Manager

plant bereits mehrere Batteriefabriken

in Europa.

Auch weitereBatteriefabriken sollen

in Europa und namentlich in

Deutschland entstehen. Die Rahmenbedingungen

stimmen aber offenbar

noch nicht. „Wir fordern ein

klares Bekenntnis zur Elektromobilität

und ein entschlossenes Handeln

aller Beteiligten“,sagte Diess.

In der Branche –und bisher auch

bei VW –gilt Deutschland vor allem

wegen der hohen Strompreise als

schlechter Standort für die Batterieproduktion.

Das Land Niedersachsen,

das bei VW Großaktionär ist, werde

keine Subventionen geben, sagte

Ministerpräsident Stephan Weil

(SPD) am Rand der Hauptversammlung.

Investoren müssten aber verlässliche

Rahmenbedingungen in der

Energiepolitik bekommen. Eine Be-

freiungsolcherFabrikenvonderEEG-

Umlage zum Beispiel müsse dauerhaft

sein.

Weil fordert, die Stromsteuern im

Sinne der Energiewende grundsätzlich

neu zu regeln. Außerdem müsstenderVerkaufvonE-Autosweitergefördertund

der Ausbaudes Ladenetzesvorangetrieben

werden.

Offenbar haben Standorte in Osteuropa

mit hohen Subventionen um

die Ansiedlung der Batteriefabrik geworben.DieEUmüssehierfürgleiche

Bedingungen sorgen, forderte Weil:

„Wir haben es eindeutig mit einer

Schieflage zu tun.“ Sowohl die Bundesregierung

als auch die EU-Kommissionhaben

eine Förderung angekündigt,

doch „es geht leider furchtbar

durcheinander“. VW werde sich

an den Ausschreibungen beteiligen.

Vorerst muss der Konzern allerdings

selbst für Geld sorgen. Deshalb

stehtnun offizielldas Maschinenbaugeschäft

der Lkw-Tochter MAN mit

der Tochter Renk zum Verkauf. Es gebe

„zukunftsweisende, industriell

sinnvolle Lösungen“, sagte Diess –

vonPartnerschaftenbis zum völligen

Verkauf, den der Betriebsrat bisher

strikt abgelehnt hatte.

Vorallem aber wird der vor zwei

Monaten abgesagte Börsengang der

Lkw-Tochter Traton nun wieder vorangetrieben.So

einSinneswandelsei

bei geänderten Marktbedingungen

nicht ungewöhnlich, sagte Traton-

Chef Andreas Renschler. Allerdings

habensich die Bedingungen nicht erkennbar

geändert. Renschler wolle

dieMilliarden für die Traton-Expansion

hereinholen und nicht länger warten,

hieß es in Konzernkreisen.

NACHRICHTEN

Herber Dämpfer

für Prämiensparer

Langjährige Prämiensparer müssen

die Kündigung ihrer attraktiven Altverträge

durch die Sparkassen hinnehmen,

wenn sie die einmal vereinbarte

Bonusstaffel ausgeschöpft

haben. Dieses Vorgehen der Geldhäuser

sei in der anhaltenden Niedrigzinsphase

gerechtfertigt, urteilten

die obersten Zivilrichter des Karlsruher

Bundesgerichtshofs am Dienstag

(Az. XI ZR 345/18). Geklagt hatten

Kunden der Kreissparkasse Stendal

in Sachsen-Anhalt, die ihreSparverträge

von1996 und 2004 behalten

möchten. Beim „S-Prämiensparen

flexibel“ bekamen die Sparer neben

einem schwankenden Grundzins ab

dem dritten Jahr eine steigende Prämie.

(dpa)

Übernahme von Scout24

durch Investoren scheitert

DieÜbernahme des Onlinemarktplatzbetreibers

Scout24 durch Finanzinvestoren

ist geplatzt. Die

Mindestannahmeschwelle von

50 Prozent sei nicht erreicht worden,

teilte Scout24 am Dienstag mit. Das

Unternehmen ist größtenteils im

Streubesitz und an der Börse fast

5Milliarden Euro wert.Der Finanzinvestor

Hellman und Friedman

hatte das Münchner Unternehmen

erst vordreiJahren an die Börse gebracht.

Nunlegte er zusammen mit

dem Finanzinvestor Blackstone ein

Übernahmeangebot vor, das vom

Scout24-Vorstand unterstützt wurde.Vorstandschef

Tobias Hartmann

sagte,errespektierejedoch die Entscheidung

der Aktionäre. (dpa)

Fußballstar Neymar gewinnt

Markenstreit am EU-Gericht

Der BrasilianerNeymarbehält dieRechte

an seinem Namen. FOTO: FRANK AUGSTEIN/AP

Derbrasilianische Fußballstar Neymar

hat einen Rechtsstreit um die

Markenrechte an seinem Namen vor

dem EU-Gericht gewonnen. Dievon

einem Dritten angemeldete Marke

„NEYMAR“ sei nichtig, urteilten die

Luxemburger Richter.Hintergrund

des Falls war eine längereAuseinandersetzung

zwischen dem brasilianischen

Nationalspieler und einem

Portugiesen. Dieser hatte sich 2013

die Markenrechte für Kleidung,

Schuhe und Kopfbedeckungen gesichert.

DasGericht befand aber,dass

der Portugiese die Bekanntheit des

Fußballers ausnutzen wollte. (dpa)

Deutsche geben pro Kopf

19 Euro für Fairtrade aus

Jeder Deutsche hat im vergangenen

Jahr durchschnittlich 19 Euro für

Produkte mit Fairtrade-Siegel ausgegeben.

Diestarkgestiegene Nachfrage

nach fair gehandelten Waren

–vor allemBananen, Kaffee und Kakao

–ließ den Fairtrade-Umsatz

2018 um 22 Prozent auf mehr als

1,6 Milliarden Euro steigen, wie

Transfair am Dienstag mitteilte.Der

Verein vergibt das Recht, das Fairtrade-Logo

zu nutzen, gegen Lizenzgebühr

etwa an Händler und Produzenten.

Besonders groß war der Anstieg

bei Kakao,der nach fairen

Standards gehandelt wurde: Sein

Absatz stieg nach Transfair-Angaben

im Vergleich zum Vorjahr um

48 Prozent auf 55000 Tonnen. (dpa)


8* Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Meinung

Tafel-Student

ZITAT

Eine gerechte

Entscheidung

Philippe Debionne

wundertsich über die Bedürftigkeit

eines gesunden 32-Jährigen.

Die Aufregung ist mal wieder groß! Einem

nahezu mittellosen Studenten,

der sich Lebensmittel bei der Berliner Tafel

holt, um satt zu werden, kürzt eine

Lichtenberger Sachbearbeiterin das

Wohngeld. Reflexartig reagieren Teile der

Öffentlichkeit und die Politik und zeigen

sich empört. Ihr Urteil: Die Sachbearbeiterin

hat völlig überzogen reagiert, der

Student ist ein Opfer von Behördenwillkür.

Obdie Entscheidung juristisch korrekt

ist, darüber wirdjetzt gestritten. Aber

was ist eigentlich mit der Frage, was ein

Student überhaupt bei der Tafel zu suchen

hat?

Eine Tafel ist nach meinem Empfinden

für Menschen gedacht, die sich wenig bis

keine Lebensmittel leisten können. Ich

denke an Senioren. Hier sind es dank des

in weiten Teilen unsozialen Rentensystems

vor allem Frauen. Ich denke an alleinerziehende

Mütter ohne familiäreUnterstützung,

ich denke an Flüchtlinge, an

die vielen Menschen in Berlin, die aus

welchen Gründen auch immer in der Obdachlosigkeit

gelandet sind.

Ichdenke dabei nicht an einen 32-jährigen

Studenten, der nebenher einen 450-

Euro-Job hat. Unddamit nicht mehr über

die Runden kommt, weil seine Mutter ihn

finanziell nicht länger unterstützt. Nicht

jeder Student muss drei Abende die Woche

kellnern oder in den Semesterferien

auf dem Bau ackern, wenn er das nicht

möchte. Aber von einem 32-jährigen, gesunden

und arbeitsfähigen Studenten erwarte

ich, dass er auch selbstständig für

seinen Lebensunterhalt aufkommen

kann. Wenn er das nicht kann, dann muss

der Mann seinen Lebensentwurf überdenken.

Und darf nicht die Gesellschaft

dafür zur Kasse bitten. Dafür ist der Sozialstaat

nicht gedacht.

Arbeitszeiterfassung

Die Stechuhr wird

nicht Pflicht

Matthias Koch

glaubt, dass alle EU-Staaten das

EuGH-Urteil gut umsetzen können.

Esist, als habe sich kurz vor der Europawahl

noch schnell ein Schalk etwas

ausgedacht, womit man die EU ins Gerede

bringen kann: Nach dem Urteil des

Europäischen Gerichtshofs zur Zeiterfassung

sieht es nun so aus, als wolle die EU

sämtlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

den Gebrauch der Stechuhr vorschreiben.

Werdie Entscheidung genauer

liest, stellt fest: Ganz so schlimm muss es

nicht kommen.

Das Urteil aus Luxemburg ist sehr genereller

Natur,eshat schon aufgrund seiner

juristischen Flughöhe eine weite Entfernung

zur konkreten Praxis in den Betrieben.

Die Richter sahen sich mit Blick

auf Spanien mit der Frage konfrontiert, ob

auch die völlige Abwesenheit vonArbeitszeiterfassung

mit dem Europarecht vereinbar

sei –dies haben sie verneint. Eine

Null-Lösung geht also nicht.

Die Nationalstaaten bleiben aber frei

darin, die Arbeitszeiterfassung so zu regeln,

wie sie es für richtig halten. Dazu

kann es gehören, auf bestimmte Branchen

ebenso Rücksicht zu nehmen wie auf die

unterschiedliche Größe von Betrieben.

Wer wirtschaftliche Dynamik will und

Kreativität, muss sich eingestehen: Kontrolle

ist gut,Vertrauen ist besser.Niemand

darfetwa einem Kleinbetrieb die Anschaffung

eines teuren Zeiterfassungssystems

vorschreiben, das ihn in den Ruin treibt.

Niemand darf auch ein Start-up-Unternehmen

stoppen, das in seiner Anfangszeit

ohne Überstunden aller Beteiligten

nicht fliegt. Wenn aber EU-Staat AArbeitszeiten

erfassen lässt und EU-Staat Bnicht,

stimmt auch etwas nicht im gemeinsamen

Binnenmarkt. Warum sollte Europa nicht

auch in diesem Punkt zusammenrücken,

mit ein paar fairen, klaren Regeln?

Stechuhr für alle? Wieder Ärger über Brüssel

Angela Merkel hat in Erinnerung gerufen,

weshalb sie einst als „Klimakanzlerin“

galt. Beim 10. Petersberger

Klimadialog fand Merkel

klareWorte für die Unbestreitbarkeit und die

Folgen des menschengemachten Klimawandels.

Scharfsinnig erläuterte sie den Zusammenhang

zwischen Erderwärmung und politischer

Instabilität. Eindringlich erinnerte

sie an die historische Verantwortung reicher

Industrienationen. „So jemand sollte in die

Politik gehen“, ist man geneigt ausrufen.

Aber dann fällt einem ein, dass Merkel seit 14

Jahren den größten CO 2 -Verursacher in Europa

regiert.

VomWissen bis zur Umsetzung ist es ein

weiter Weg. Der Klimaschutz entzieht sich

der herrschenden Jetzt-und-hier-Logik. Politiker

und Unternehmer sind auf schnell vorzeigbareErfolge

aus.Die Belohnung für weitsichtige,

gegen Widerstände durchgesetzte

Entscheidungen bleibt ihnen oft verwehrt.

Auch als Verbraucher erliegt man angesichts

der Verlockungen unseres konsumbetonten

Lebensstils oft der Beschwichtigungsformel:

Waskann ich allein schon ausrichten? Und

schon ist der nächste Billigflug gebucht.

„Nach uns die Sintflut!“, soll Madame de

Pompadour ausgerufen haben, als ein Fest

am Hofe Ludwig XIV. durch die Nachricht einer

militärischen Niederlage gestört zuwerden

drohte.„Nach uns die Sintflut!“ scheinen

auch heute viele zu rufen, wenn Klimaexperten

ihreErkenntnisse vorbringen. Dertreffendere

Ausspruch wäre wohl: „Neben uns die

Sintflut!“ Denn die verheerenden Folgen des

Klimawandels spüren die Menschen im Pazifik,

in der afrikanischen Tschadsee-Region

oder in Bangladesch ja längst.

Nötig ist entschlossenes Handeln im

Weltmaßstab. Doch ausgerechnet zu einer

Seit gestern liegt ein großer grauer Umschlag

auf meinem Küchentisch. „Wichtige

Wahlunterlagen!“ steht darauf. Mit Ausrufezeichen.

Ich erwähne das extra, weil das

Ausrufezeichen für mich eine wichtige Funktion

hat. Es ist Ausdruck eines Gefühls, das

ich in mir trage, seit mich meine Eltern das

erste MalineinWahllokal mitgenommen haben.

Ichwar ungefähr fünf, die Wahlkabinen

standen im katholischen Kindergarten meines

Heimatdorfes, und nicht nur deshalb

hatte die Veranstaltung für mich als in religiösen

Fragen unbedarftes Kind etwas sehr

ernsthaftes. Einen heiligen Ernst gewissermaßen.

Dass eine demokratische Wahl wenn

schon nichts Heiliges, zumindest etwas Besonderes

ist, ein wertvolles Recht und ein

Privileg, kann man schnell als Selbstverständlichkeit

abtun. Tatsächlich sehen das

sehr viele wahlberechtigte Menschen offenbar

anders. Bei der letzten Europawahl 2014

lag die Wahlbeteiligung in Deutschland bei

48 Prozent. MitanderenWorten: Diemeisten

Menschen, die hätten wählen können, haben

es nicht getan.

Ich habe in diesem Jahr Briefwahl beantragt,

weil ich am 26. Mai nicht in Deutschland

sein werde, sondern inFrankreich. Für

ein verlängertes Wochenende mit Freunden.

Die inzwischen selbstverständliche Möglichkeit,

herumreisen zu können, wie immer es

gefällt, wird gerne als eine der großen Errungenschaften

eines vereinigten Europas bezeichnet.

Als wäre Europa eine Art All-you-

Klimaschutz

Tutendlich

was

Marina Kormbaki

über die Lethargie vonPolitik und Wirtschaft gegenüber einem

der drängendsten Probleme unserer Zeit

Zeit, da der menschengemachte Klimawandel

eine globale Strategie erfordert, steckt

das System internationaler Ordnung in seiner

tiefsten Krise. Eskann keine globale Klimawende

ohne die größten Treibhausgas-

Verursacher geben –allen voran China und

die USA. Diechinesische Führung inszeniert

sich gern als umweltbewusster Treiber einer

globalen Energiewende. Tatsächlich aber

schreckt sie im In-und Ausland vorder rücksichtslosen

Verwertung natürlicher Ressourcen

nicht zurück. US-Präsident Donald

Trump müht sich erst gar nicht um ökologische

Korrektheit. Seine Verachtung gegenüber

der Wissenschaft bestärkt die Klimawandel-Ignoranten

in Brasilien, Russland

und Saudi-Arabien, auf fossile Energieträger

KOLUMNE

Wählen

sollte uns eine

Pflicht sein

Tanja Brandes

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

zu setzen, als gäbe es kein Morgen. Diese

triste Ausgangslage lässt etwas entstehen,

das gefährlicher ist als der Klimawandel

selbst: Ein Klima-Defätismus breitet sich

aus. Dieses Ohnmachtsargument hat sich

bis weit hinein in die deutsche Politik geschlichen.

Es steckt imWort vom„Klimanationalismus“,

mit dem die FDP vor einzelstaatlichen

Maßnahmen wie dem Kohleausstieg

warnt. Von ihm zeugt auch die bequeme

Klima-Lethargie in der Union, deren

Vertreter sich weigern, selbst über kleine

Stellschrauben wie eine sozial und ökologisch

gerechte CO 2 -Abgabe nachzudenken.

Diese Lethargie treibt Tausende Schüler

wöchentlich auf die Straße. SPD, Grüne,

Linke mögen diesem Protest laut Beifall

spenden. Das aber ersetzt keine energische

Klimapolitik in der Bundes- und den Landesregierungen,

an denen sie beteiligt sind.

Immerhin besteht Anlass zur Hoffnung,

dass Klimaschutz bald nicht mehr als softes

Politikfeld angesehen wird. Klimaschutz

kostet Geld: Deutschland wird ab2020 Millionenstrafen

zahlen müssen, weil es seine

EU-Klimaziele verfehlt. Dieser Druck

könnte Innovationskräfte freisetzen, die

ökologischen Nutzen in ökonomischen

Profit umwandeln. Mit diesem Argument

ließe sich vielleicht auch ein Trump zum

Umweltschutz bewegen.

Deutschland ist ein Hochtechnologieland.

Als solches kann es Treiber einer Öko-

Wende sein. Noch in diesem Jahr soll es ein

Klimaschutzgesetz geben, das alle Ressorts

zum Umweltschutz verpflichtet –auch Verkehr,

Bau und Landwirtschaft. Das Gesetz

birgt Sprengstoff für die Koalition. Für Merkel

birgt es aber auch die Chance, ihrem

einstigen Ruf als Klimakanzlerin gerecht zu

werden.

can-eat-Buffet –und ein Spontantrip zu den

French Open der Ausflug ans Dessertbuffet.

Es wird Zeit, ein bisschen mehr Pathos zu

verwenden, um den Wert einer Wahl, bei der

es um die Zukunft Europas geht, deutlich zu

machen. Da man sich mit flammenden Worten

in Deutschland bisweilen schwertut,

lohnt es sich, zur Inspiration drei Jahreindie

Vergangenheit und außerdem auf ein Land zu

gucken, dem in Sachen Pathos so schnell keiner

was vormacht. 2016 hielt der damalige

US-Präsident Barack Obama in Hannover

eine leidenschaftliche Rede, inder er Europa

als eine der größten politischen Errungenschaften

moderner Zeiten“ bezeichnete.Und

vielleicht müsse erst ein Nicht-Europäer wie

er „die Europäer daran erinnern, wie großartig

das ist, was sie geschaffen haben“.

Ichdurfte 2002 das erste Malselbstbei einer

Bundestagswahl meine Stimme abgeben.

Seitdem habe ich viele Male gewählt,

auch bei Europawahlen. Undich habe es jedes

Mal wieder, dieses feierliche Gefühl,

wenn ich den Wahlzettel in die Urne werfe.

Ganz besonders bei der letzten Bundestagswahl.

Kurz vorher hatte ich mit Issam gesprochen,

der vordreiJahrenaus Syrien nach

Deutschland geflohen ist. Ich fragte ihn, ob

er wählen würde, wenn esihm in Deutschland

erlaubt wäre. Er sah mich an, als habe er

die Frage nicht verstanden. Seit acht Jahren

legt ein Krieg seine Heimat in Schutt und

Asche, eine handlungsfähige Opposition ist

nicht vorhanden, demokratische Wahlen

sind undenkbar.Hätte Issam in Deutschland

wählen dürfen, er hätte schon in der Nacht

vor dem Termin vor dem Wahllokal ausgeharrt,

um am Wahltag der Erste zu sein. Frei

und ohne Angst über die Zukunft desLandes

(oder gar des Kontinents), in dem er lebt,

mitentscheiden zu können –für Issam wäre

das nichts weniger gewesen als ein Wunder.

Ist eszuviel verlangt, wenn die, die die

Wahl haben, sie wenigstens als eine Pflicht

begreifen?

„Ich hatte nie das Gefühl:

Ich bin eine Frau, ich kann

das nicht. Ich stehe für die

Frauen, die nicht dieselbe

Freiheit und dieselben

Rechte haben.“

Veena George, Politikerin im indischen Bundesstaat

Kerala, über ihre Motivation und Ziele bei

der aktuellen Parlamentswahl in Indien

AUSLESE

Gefährliche Lage

am Persischen Golf

Die Krise zwischen den USA und dem

Iran verschärft sich. „Die Spannung

zwischen den USA und dem Iran ist in den

vergangenen Monaten immer größer geworden.

Die Lage ist inzwischen gefährlich“,

schreibt die spanische Zeitung La

Vanguardia dazu. „Es ist schwer, vorauszusagen,

was in den nächsten Tagen und

Wochen passieren wird. Alle behaupten,

dass sie keinen Krieg wollen. Aber die

Schritte, die die einen und die anderen

derzeit tun, machen die Situation am Golf

jeden Taggefährlicher.“

Die Rheinische Post kritisiert die USA:

„Die amerikanischen Vorbedingungen

für Nachverhandlungen zum Atomabkommen

lesen sich eher wie eine Aufforderung

zur Totalkapitulation an das Regime

in Teheran“, heißt es dort. „Man

mag zwar kaum glauben, dass US-Präsident

Donald Trump, der seinen Wählern

einen Rückzug der USA aus den Konfliktzonen

versprochen hat, tatsächlich einen

Krieg provozieren will. Trotzdem

könnte es am Ende darauf hinauslaufen

–und wir Europäer werden das nicht verhindernkönnen.“

„Für die iranische Regierung war es

fast schon überlebensnotwendig, Härte

zu zeigen“, meint auch die Stuttgarter Zeitung.„Es

gibt Hardliner im Iran, die schon

immer gegen das Atomabkommen angekämpft

hatten, sie gewinnen nun an Zuspruch.

Trotzdem ist es fraglich, ob sich

der Iran mit dem Ultimatum einen Gefallen

getan hat.“ Christine Dankbar

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Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 – S eite 9 *

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Berlin

Agrarwende selbst

gemacht: Zu Besuch

bei Bio-Kapitalisten

Seite 16

Prestigeprojekt abgespeckt: Müllers Grundeinkommen kommt Idee abhanden Seite 12

Schule aufgeschreckt: Namenspatron entpuppt sich als SS-Mann Seite 11

Stadtbild

Auf den Spuren

des Rollkoffers

Torsten Landsberg

ist es gewohnt, den

Gehweg zu scannen.

Der Rollkoffer hat sich in den vergangenen

Jahren zu einem Synonym

für Gentrifizierung und heuschreckenartige

Touristenströme

entwickelt. Das Gepäckstück selbst

hat an diesem Prozess einen geringen

Anteil, höchstens das Scheppern

über die unterschiedlich und

manchmal für dieses Utensil nachteilig

gepflasterten Gehwege hat

wohl einen Beitrag zur Verdammung

geleistet.

Den Besitz des Rollkoffers allein

Menschen vonaußerhalb zuzuordnen,

schließt natürlich die Möglichkeit

aus, dass auch Berliner für

Reisen darauf zurückgreifen –obwohl

dies nach allen Regeln der

Wahrscheinlichkeit nicht ausgeschlossen

werden kann. Jedenfalls

schleppen Menschen an den Bahnhöfen,

in den Bussen und am Flughafen

heutzutage sehr selten

schwere, alte Kastenkoffer aus Leder

oder Holz durch die Gegend.

Undauch Rucksäcke als Transportmittel

für größere Gütermengen

sind deutlich weniger zu sehen.

Eine Frau, deren Alter sich

schwierig beziffern lässt, zieht einen

Rollkoffer neben sich her. Es

lässt sich zunächst auch kaum beurteilen,

ob sie Berlinerin ist oder

ob sie hier nur zu Besuch ist, was

den Start einer eigenen Rollkoffer-

Statistik erschwert. Dann offenbart

sie doch einen Hinweis, als sie ihrenKoffer,mittlereGröße,schon

zu

groß fürs Handgepäck, mit einer

der vier Rollen durch einen Hundehaufen

lenkt. Wer hier lebt, ist gewohnt,

den Bürgersteig in einem

permanenten Drei-Meter-Radius

zu scannen, um solchen Fällen vorzubeugen.

Die Touristin also, sie bemerkt

den Fauxpas nicht. Während sie mit

ihrem Gepäck eine Spur hinter sich

her zieht, hält sie sich das Handy ans

Ohr. Allerdings nicht, wie Mobiltelefone

gewöhnlich gehalten werden,

ans Ohrund den Mund, sondernmit

der Unterseite ans Ohr, das Gerät

zeigt vom Kopf weg. Kurz darauf

führt sie das Telefon an den Mund

und spricht, danach hält sie es auf

Hüfthöhe in der Hand, bis sie es

plötzlich doch wieder hochnimmt

und erneut eigenwillig ans Ohrhält.

Was aussieht wie der Gebrauch

eines Walkie-Talkie, ist ein unter

Nutzern von Messenger-Diensten

beliebtes Hybrid aus Nachricht und

Gespräch. Statt eines direkten Dialogs

sprechen sie ihre Nachrichten

ein, hören die unmittelbare Antwort

des anderen ab, und so weiter. Der

Nachteil zum schlichten Telefonat:

Der ständige Blick aufs Handy lässt

keinen Raum für den Drei-Meter-Sicherheitsradius.

Nicht zu jedem Rollkoffer gehörtein Tourist,

er ist aber leicht zu erkennen. IMAGO IMAGES

Das macht dann 241 Euro pro Monat –zumindest auf dem Papier,zumindest nach Meinung des Bezirksamts Lichtenberg.

Teure Almosen für einen Studenten

Lebensmittel von der Tafelsindein Einkommen, befand der Bezirk Lichtenberg –und kürzte das Wohngeld

VonFrederik Bombosch

und Christian Gehrke

Fünfundvierzig Ausgabestellen

hat die Berliner Tafel.

Woche für Woche verteilen

sie das, was in den Supermärkten

der Stadt übrig geblieben

ist, an diejenigen, die in unserer

Überflussgesellschaft zu wenig zum

Leben haben. Manche betrachten

die Verteilung als sinnvolle Rettung

von Lebensmitteln. Andere sehen

darin Almosen, die Armut zementieren.

DasBezirksamt Lichtenberghat

jetzt eine dritte Interpretation hinzugefügt:

Eine Sachbearbeiterin des

Wohnungsamtes kürzte dem 32-jährigen

Informatikstudenten Frank

Tiemann das Wohngeld. Begründung:

Die Lebensmittel, die er bei

der Tafel beziehe, seien als Einkommen

zu bewerten. Zuerst hatten der

RBB und die Boulevardzeitung B.Z.

über den Fall berichtet.

Bescheid vonder Stadträtin

Wie Tiemann der Berliner Zeitung

erzählte,finanzierte er sich sein Studium

bislang mit einem 450-Euro-

Job. Dasist zu wenig Geld, um neben

dem Lebensunterhalt auch die 280

Euro Miete für seine Einraumwohnung

in Hohenschönhausen aufzubringen.

Im vorigen Juli beantragte

er darum Wohngeld. „Ich habe mit

150 Euro bis 200 Euro gerechnet“,

sagte er. Das hätte für ihn gereicht,

um über die Runden zu kommen.

Doch er bekam nur einen Bruchteil:

83 Euro wollte ihm die Wohngeldstelle

zugestehen. Tiemann

wurde offenbar seine Ehrlichkeit

zum Verhängnis –und die juristische

Kreativität seiner Sachbearbeiterin.

Sie fragte nach, ob er tatsächlich

keine weiteren

Einkünfte habe. Tiemanns

Antwort: Einmal pro Woche

bekomme er Lebensmittel

von der Tafel, wo er

sich ehrenamtlich betätigt.

Welchen Wert haben

ein paar Handvoll angebräunte

Obststücke und

Konserven, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum

überschritten haben? Die Mitarbeiterin

des Bezirksamts wusste die

Antwort: 241 Euro im Monat. Mit

diesem beachtlichen Betrag setzte

sie den Wert der Sachbezüge an, die

Tiemann monatlich erhalte.

DieBegründung ist so erstaunlich

wie die Summe: Zunächst setzte die

Bearbeiterin voraus, dass Tiemann

all seine Lebensmittel von der Tafel

beziehe. Daessich um eine Zuwendung

des Vereins an einen Ehrenamtlichen

handle, müsse diese wie

Student

Frank Tiemann

ein Einkommen behandelt werden,

so will es das Einkommensteuergesetz.

Die Sozialversicherungsentgeltverordnung

(SvEV) regelt, welche

Summen dafür anzusetzen sind:

51 Euro proMonat für das Frühstück

und je 95 Euro für das Mittagessen

und das Abendbrot.

Mehrerefalsche Annahmen lägen

dem Bescheid zugrunde,erklärtTiemanns

Anwalt Dietmar

Sedlaczek, der auch

Schatzmeister der Berliner

Tafel ist. „Der Handel bewertet

die Lebensmittelspende

der Tafel mit 0

Euro. Sie kann also nicht

VOLKMAR OTTO

angerechnet werden“, sagt

er. Zudem bezieht Tiemann

keineswegs seinen

gesamten Lebensmittelbedarf

von der Tafel – dort

obliegt es dem Zufall, was es gerade

zu verteilen gibt. Underbekommt ja

auch keine Mahlzeiten, auf die sich

die SvEV bezieht– sondern unverarbeitete

Lebensmittel, für die er sogar

1,50 Euro proWoche zahlt.

DerWiderspruch, den er einlegte,

war trotzdem erfolglos. „Durch die

Wohngeldstelle wurde das bestehende

Rechtkorrekt zur Anwendung

gebracht“, heißt es im Bescheid, den

Sozialstadträtin Katrin Framke (parteilos,für

Linke) unterzeichnete.

Pflegebetrug bei Schwerkranken

DPA/STEFAN SCHAUBITZER

Inzwischen ist sie sich nicht mehr

so sicher. „Juristisch handelt essich

hier möglicherweise um eine Grauzone“,

teilte sie in einer Erklärung

mit. Sie habe darum den Senat und

das Rechtsamtdes Bezirkes um Stellungnahmen

gebeten.

Bis Donnerstag solle die Prüfung

abgeschlossen sein, sagte Lichtenbergs

Bürgermeister MichaelGrunst

(Linke) der Berliner Zeitung. Eine

Meinung hat er schon: „Es ist traurig

genug, dass Menschen auf die Tafel

angewiesen sind. Ihnen diese Lebensmittel

auch noch als Einkommen

anzurechnen, wäreabsurd.“

MehrereSozialverbände bestätigten

auf Anfrage der Berliner Zeitung,

dass ihnen keine vergleichbaren

Fälle bekannt seien –auchnicht aus

dem Bereich des Arbeitslosengelds

II, das penibelste Selbstauskünfte

verlangt. „Es gibt immer einzelne

Mitarbeiter, die ihre Sache besonders

gut machen wollen. Aber das ist

wirklich eine sehr spitzfindige Berechnung“,

sagte Juliane Peters, Beraterin

der Caritas in Lichtenberg.

DieVorsitzende der Berliner Tafel,

Sabine Werth, kritisierte den Bezirk.

„Der Staat hat eine Fürsorgepflicht

gegenüber seinen Bürgern“, sagte

sie. Diese dürfe nicht mit dem freiwilligen

Engagement der Berliner

Tafel verrechnet werden.

Gefälschte Papiere machten Hilfskräfte zu angeblichen Intensivpflegern. Drei Frauen wurden verhaftet

VonGerhard Lehrke

Die Polizei hat während einer

Razzia drei Frauen verhaftet,

die sich eines groß angelegten Abrechnungsbetrugs

in Pflegediensten

schuldig gemacht haben sollen. Der

finanzielle Schaden für die Pflegekassen

beträgt nach Mitteilung der

Berliner Staatsanwaltschaft mindestens

1,5 Millionen Euro. Die Summe

könnte sich noch deutlich erhöhen.

Es ist davon auszugehen, dass

auch schwer kranke Patienten Schaden

genommen haben, weil sie von

nicht qualifizierten Pflegern betreut

wurden.

Hauptbeschuldigte ist Andrea K.,

die in ihrer Berliner Wohnung verhaftet

wurde.Die 63-Jährige mit spanischem

Hauptwohnsitz soll seit

2013 Arbeitskräfte vorwiegend aus

Osteuropa nach Deutschland gebracht

und mit gefälschten Qualifikationsnachweisen

ausgestattet haben.

Damit sollen sie als vorgebliche

Intensivpflegekräfte an mindestens

neun Pflegedienste vermittelt oder

direkt dort eingesetzt worden sein.

Die mutmaßlichen Betrüger sollen

sich einen besonders lukrativen Bereich

der Pflege ausgewählt haben.

Ohne Qualifikation betreut wurden

vorwiegend Patienten in Pflegeheimen,

die beatmet und rund um die

Uhr versorgt werden müssen. Dafür

werden durchschnittlich 20 000

Euro im Monat abgerechnet.

Die Hauptbeschuldigte soll vor

der Betrugsserie mehrere Pflegedienste,die

zahlungsunfähig wurden,

über Strohleute betrieben haben.

Deshalb soll sie sich auf das neue kriminelle

Betätigungsfeld konzentriert

haben. Seit Monaten wurde deshalb

gegen zwölf Personen ermittelt. Am

Dienstag durchsuchten dann 130 Polizisten

in Berlin, Brandenburg und

Schleswig-Holstein 19 Orte,darunter

sechs Pflegedienste.

Drei vonfünf Haftbefehlen konnten

vollstreckt werden. Neben Andrea

K. wurden in Berlin und Hamburgjeweils

eine mutmaßliche Komplizin

festgesetzt. Die Frauen, 44 beziehungsweise

61 Jahre alt, sollen

seit Jahren für die Hauptbeschuldigte

tätig gewesen sein. Beide waren

selber als Pflegekräfte tätig und

nicht dafür qualifiziert.

NACHRICHTEN

SPD und Grüne wollen

Rückbau der A103

Um Platz fürWohnungen und Gewerbe

zu schaffen, fordernSPD und

Grüne in Tempelhof-Schönebergden

Rückbau der A103 in Steglitz, berichtete

der RBB am Dienstag .Dafür

wollten die Fraktionen laut SPD-

Kreisvorstand an diesem Mittwoch

einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung

einbringen. Die

sechsspurige A103 zwischen SteglitzerKreisel

und Sachsendamm soll

demnach zu einer vierspurigen

Straße umgebaut, ein Teil der A100

zudem überdeckelt werden. (BLZ)

Warnstreik beeinträchtigt

Bankgeschäfte am Freitag

Berliner und Brandenburger müssen

an diesem Freitag mit eingeschränktem

Service bei mehreren Banken

rechnen.Vorder nächsten Runde der

Tarifverhandlungen hat die GewerkschaftVerdidie

Beschäftigten zu weiteren

Warnstreiks aufgerufen. Betroffen

sind unter anderem die Berliner

Sparkasse,Deutsche Bank, Commerzbank,

Investitionsbank Berlin,

Targobank, UniCredit Bank/Hypovereinsbank

und die DKB. (dpa)

Mordverdächtiger nach fast

32 Jahren vor Gericht

Fast 32 Jahrenach dem gewaltsamen

Todeiner Berlinerin hat der Mordprozess

gegen einen 60-Jährigen begonnen.

Einer der Verteidiger erklärte,sein

Mandant weise die Vorwürfe

zurück. DieBeweislage sei

„äußerst dürftig“. DerAngeklagte

soll die 30-Jährige im September

1987 in ihrer Wohnung in Neukölln

überfallen und versucht haben, sie

zu vergewaltigen. DieAnklage geht

davon aus,dass er die Frau aus Angst

vorEntdeckung getötet habe. (dpa)

Absage bei Polizei wegen

Totenkopf-Tattoo rechtens

DiePolizei darfBewerber mit Tätowierungen

vonTotenköpfen und einer

Revolverpatrone ablehnen, entschied

das Landesarbeitsgericht. Ein

Bewerber beim Objektschutz war

abgewiesen worden und dann vor

Gericht gezogen. DasLand habe zu

Recht zweifeln dürfen, ob der Mann

nach Recht und Gesetz handeln

werde, so das Gericht. (dpa)

Spielplatz in Mitte nach

Farbanschlag gesperrt

Unbekannte haben Farbpatronen

auf dem Spielplatz in der Pohlstraße

entleert, wie das Bezirksamt Mitte

mitteilte.Der Sand sei verschmutzt

und müsse ausgetauscht werden.

DieDauer der Sperrung sei nicht abzusehen.

DieReinigung koste mehrere

Tausend Euro. (dpa)

Magenta, gelb, blau: Die Säuberung kostet

mehrere Tausend Euro. BEZIRKSAMT MITTE


10 * Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Berlin

AfD will hohe

Bußgelder

für Kiffer

Schon Kleinstmengen sollen

500 Euro Strafe kosten

VonAnnika Leister

Die Berliner AfD will Kiffer auf

den Straßen der Hauptstadt in

Zukunft mit saftigen Bußgeldernbedenken.

Er könne sich ein Bußgeld

von 500 Euro schon für jene vorstellen,

die Kleinstmengen von Marihuana

mit sich tragen oder in der Öffentlichkeit

einen Joint rauchen,

sagte der AfD-Innenexperte Karsten

Woldeit am Dienstag. Rot-Rot-Grün

handhabe das Thema viel zu leger.

Ob am Görli oder am Kottbusser Tor

–die Zustände in Berlin seien für einen

„normalen Geist“ unfassbar, so

Woldeit. „Der Konsum und der Handel

von Drogen ist eine Straftat, da

gibt es nichts zu rütteln.“

Zurzeit darf man sich in Berlin

mit einer sogenannten Eigenbedarfsmenge

von 15 Gramm erwischen

lassen, die Verfahren werden

dann in der Regel eingestellt. Hintergrund

dieser Regelung ist auch, dass

Polizei und Justiz ohnehin überlastet

sind und die Verfolgung kleiner Drogendelikte

aufgrund ihrer Häufigkeit

große Ressourcen fressen.

DieAfD will den Besitz vonMarihuana

von einer Straftat zu einer

Ordnungswidrigkeit herabstufen,

dann aber mit massiven Bußgeldern

belegen. Dafür wären eine Novellierung

des Ordnungswidrigkeitsgesetzesund

das Erstellen eines Bußgeldkatalogs

nötig. Nicht nur Polizisten

könnten dann Bußgelder an Kiffer

verteilen, sondern auch die Mitarbeiter

der Ordnungsämter, so der

Plan der AfD. Das entlaste Polizei

und Justiz. Allerdings sind die Mitarbeiter

der Ordnungsämter dafür

nicht geschult und in der Regel

ebenfalls mehr als ausgelastet. Bezirksbürgermeister

beschweren sich

immer wieder über zu wenig Personal.

Kiffer bei einer Protestaktion zur Legalisierung

von Cannabis

DPA/PAUL ZINKEN

Auch den Konsum von Marihuana

will die AfD am liebsten wieder

illegalisieren. Zurzeit ist die deutsche

Gesetzgebung da schizophren:

Der reine Konsum ist nicht strafbar,

der Besitz von Marihuana aber sehr

wohl. Während Grüne und Linke

auch den Besitz freigeben wollen,

will die Berliner AfD den anderen

Weggehen: auch den Konsum strafbar

machen. Dazu will sie entweder

eine Bundesratsinitiative anstoßen

oder das Thema über die Parteikollegen

im Bund direkt in den Bundestag

einbringen.

Gras sei eine Einstiegsdroge,

sagte AfD-Fraktionschef Georg Pazderski.

Angesichts der gestiegenen

Zahl von Drogentoten in Berlin

müsse man rigoros vorgehen, man

müsse „die Kinder“ schützen. Scharf

kritisierte er eine falsche Prioritätensetzung

vonseiten des Senats. „Wir

machen einen Riesenbohei um 45

Verkehrstote in der Stadt“, sagte er,

„aber bei 191 Drogentoten rührtsich

nichts.“

Mit den höheren Bußgeldern erhofft

sich Innenexperte KarstenWoldeit

eine abschreckende Wirkung,

dadurch weniger Konsumenten und

einen„Domino-Effekt“, der in letzter

Instanz die Geschäftsmodelle von

Dealern, Clans und dem Organisierten

Verbrechen treffen soll.

11 238

(89,8%)

2010

11 546

(90,7%)

2009

11 708

(90,5%)

12 238

2011

2012

(88,7%)

2013 2014

13 348 Drogendelikte in Berlin 13 465

(88,7%) Zahl der Fälle, in Klammern Aufklärungsquote

(87,8%)

Anruf beim Kokstaxi

2015

15 753

(87,3%)

2016

14 880

(88,0%)

In der Hauptstadt floriert das Geschäft mit den Drogen. Sie werden bis an die Haustür geliefert

VonAlexander Schmalz

Ein kurzer Stopp auf dem

RAW-Gelände in Friedrichshain,

ein Spaziergang

durch einen größeren Park

oder ein Anruf bei einem Kokstaxi:

Nirgendwo in Deutschland ist es

leichter als in Berlin, an Cannabis,

Kokain und Amphetamine zu gelangen.

191 Menschen starben 2018 in

Berlin an den Folgen von Rauschmittelkonsum

–60Prozent mehr als

im Jahr 2012.

DieZahl der registrierten Drogendelikte

ist in den vergangenen zehn

Jahren immer weiter gestiegen. 62,4

Prozent aller Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz

standen 2018

im Zusammenhang mit Cannabis.

Weil Polizei und Staatsanwaltschaft

des ausufernden „Gras“-Konsums

nicht mehr Herr werden, will der rotrot-grüne

Senat Cannabis im kommenden

Jahr legalisieren und wenigstens

dafür sorgen, dass die Drogen

nicht mit giftigen Substanzen

gestreckt werden.

In der Partymetropole Berlin wird

der Stoff bis vordie Haustür geliefert.

„Alex Obst –Obst &Gemüse Lieferservice“,

steht auf Hunderten Visitenkarten,

die in der Stadt verteilt

werden. „Obst“ steht dabei für

„Koks“. Eine SMS mit der Lieferadresse

an die angegebene Handynummer

genügt. Das Geschäft mit

den Kokstaxis floriert. Handel und

Besitz von Kokain sind im Vergleich

zu 2017 um 17 Prozent gestiegen.

„Die Übergabe der Ware ist für uns

ganz schwierig zu kontrollieren. Wir

müssen die Dealer auf frischerTatertappen“,

sagt ein Ermittler. Mit Observationen

versuchen Zivilpolizisten,

an die Hintermänner und Quellen

zu gelangen.

Mobile Prüfstellen

Um die Käufer über ihre erlangte

Ware aufzuklären und sie vor einer

Überdosierung zu schützen, will der

Senat Konsumenten die Möglichkeit

für seriöse Qualitätskontrollen geben.

In Clubs und auf Konzerten soll

das sogenannte Drug-Checking eingesetzt

werden. Es ist Teil eines von

Rot-Rot-Grün im Koalitionsvertrag

angekündigten Maßnahmenpakets

zur „Verminderung der Begleitrisiken

von Drogenkonsum“. Mobile

Prüfstellen sollen Pillen, Amphetamine

oder Kokain vom Schwarzmarkt

chemisch analysieren, um Informationen

über die Inhaltsstoffe

zu geben. Wersie betreiben soll, ist

noch unklar. Ein Modellprojekt

könnte schon in diesem Sommer

starten, heißt es bei den Grünen und

der SPD. Esfehle nur noch die Genehmigung

der Justizverwaltung,

sagte Thomas Isenberg, gesundheitspolitischer

Sprecher der SPD,

der Berliner Zeitung.

Strafverfolgung, Überwachung

und Kontrolle von Drogenmissbrauch

seien aufgrund der vielen

Konsumenten und des weit gespannten

Dealernetzes nur noch bedingt

möglich, heißt es bei der Polizei.

Vorallem die Verkäufer vonCannabis

–insbesondere junge Männer

aus Afrika –beherrschen die großen

Parks der Stadt: den Görlitzer Park,

die Hasenheide, mittlerweile auch

den Mauerpark und viele andere

Grünflächen, die zentral liegen. Den

Dealern den Verkauf nachzuweisen,

ist schwierig. Ihre Drogentüten –

mittlerweile auch mit Pillen, Kokain,

Heroin und LSD –verstecken sie in

Büschen. Außerdem agieren die

Banden mit Spähernanden Parkeingängen.

Was inder Hasenheide in

der 90er-Jahren noch als kontrollierte

Verkaufsstelle toleriert wurde,

um die Beschaffungskriminalität

einzudämmen, ist zum ausufernden

Problem geworden.

Die vom ehemaligen Innensenator

Frank Henkel (CDU) eingeführte

Null-Toleranz-Strategie im Görlitzer

Park sollte Dealer und Konsumenten

abschrecken. Schon Kleinstmengen

vonCannabis zogen ein Strafverfahren

nach sich. Das brachte Polizei

und Staatsanwaltschaft an ihre

Grenzen. Gebracht hat es nichts,beklagen

Anwohner. Viele Dealer zogen

wenige Straßen weiter. Mittlerweile

hat sich eine fast lückenlose

Drogenverkaufsstrecke zwischen

Kottbusser Tor, Görlitzer Park,Schlesischem

Torund RAW-Gelände gebildet.

„Selbstverständlich kontrolliert

die Polizei weiterhin. Wenn sie

jemanden mit Drogen erwischt, wird

DIE SERIE

dies zur Anzeige gebracht. Dabei

spielt die Menge keine Rolle“, sagt

ein Sprecher der Innenverwaltung.

Allerdings wurde die Null-Toleranz-

Strategie, wie im Koalitionsvertrag

vereinbart, abgeschafft. Das bedeutet,

dass beim Besitz von bis zu 15

Gramm Cannabis das Verfahren eingestellt

wird.

Nach Angaben der Landesdrogenbeauftragten

Christine Köhler-

Azara haben 41,5 Prozent der Berliner

Bevölkerung zwischen 15 und 64

Jahren schon mindestens einmal

Kriminalität und Prävention: Die Zahl der Gewalttaten ist weiter gestiegen, ebenso die Angst

der Menschen, Opfer eines Verbrechens zu werden. Wasbedeutet das für das Zusammenleben

in unserer Stadt? Wiekönnen Politik, Sicherheitsbehörden und Bürger dieser Entwicklung

entgegensteuern? Diese Fragen werden am 20. und 21. Mai beim 24. Deutschen Präventionstag

(DPT) im Estrel Congress Center in Neukölln erörtert.

Teilnehmer: 600 Vortragende und Fachinstitutionen und mehr als 3000 Teilnehmende aus

den Bereichen Präventionspraxis, -politik und -wissenschaft sind beim DPT vertreten.

Serie: AusAnlass des Deutschen Präventionstages beschäftigt sich die Berliner Zeitung in dieser

Woche mit Fragen rund um Kriminalität und Prävention. Der erste Teil „Mit der Gewalt steigt

auch die Angst“ ist in der Montagsausgabe erschienen. Dienstag folgte der Teil

Wohnungseinbrüche und der Schutz vorEinbrechern.

Nachfolgend ein Überblick über die weiteren Folgen.

Donnerstag: Gewalt auf dem Schulhof

Freitag: Das Thema Extremismus

Sonnabend:Ein Bericht über Zivilcourage

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Sie uns, wie Sie den Görlitzer

Park und das Kottbusser Tor

erleben. Die App bekommen

Sie kostenlos im Apple

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Cannabis

konsumiert.

Runterladen! Loslegen!

Mehr als

24 000 Berliner tun

es laut einer Erhebung täglich. Rot-

Rot-Grün und FDP wollen deshalb

eine Legalisierung von Cannabis.

Aus medizinischen wie aus gesellschaftlichen

Gründen, sagen sie.

Wenn es nach ihnen geht, dann kaufen

sich Konsumenten ihr „Gras“ ab

dem kommenden Jahr in legalen

Verkaufsstellen. „Ich möchte, dass

überall dort, wo Raucher ihre Zigaretten

genießen können, auch jeder

Volljährige sein Cannabis konsumierenkann“,

sagte Isenberg.

Friedrichshain-Kreuzberg hatte

in den vergangenen Jahren vergeblich

versucht, den kontrollierten Verkauf

von Cannabis durchzusetzen.

Doch das Bundesinstitut für Arzneimittel

und Medizinprodukte erteilte

eine Absage.Der Verkauf zu Genusszwecken

sei unvereinbar mit dem

Betäubungsmittelgesetz.„Wir haben

das Konzept überarbeitet und wollen

es auf die ganzeStadt übertragen.

2017

16 077

(87,8%)

2018

17 266

(88,5%)

BLZ/GALANTY; QUELLE: BKA

Niemand soll mehr in kriminellen

Milieus gestrecktes Cannabis kaufen“,

sagt die Grünen-Abgeordnete

Catherina Pieroth. Der Verkauf soll

aus seriösen Quellen, etwa aus Apotheken,

erfolgen, sagt sie.

Die Legalisierung würde Drogenbanden

und kriminellen Clans eine

wichtige Einnahmequelle nehmen,

glaubt der innenpolitische Sprecher

der FDP, Marcel Luthe. „Die Abgabe

erfolgt dann natürlich ausschließlich

für Käufer, die mindestens 18 Jahre

alt sind. Wichtig ist, dass klar definiertist,

welche Inhaltsstoffe enthalten

sind, wie hoch der THC-Gehalt

ist und wie es besteuertwird.“

Kontrollierter Verkauf

„Wir wollen erreichen, dass es einen

kontrollierten Verkauf von Cannabis

mit einer guten Standardqualität

gibt, ohne Blei oder andere Giftstoffe“,

erklärt Isenberg. Das eingenommene

Geld soll vor allem auch

in Beratungsgespräche und Präventionsprojekte

investiert werden, die

in sogenannten Drogenkonsumräumen

angeboten werden. Genau dieses

Angebot müsse schnellstmöglich

ausgebaut werden, fordert die Landesdrogenbeauftragte.

„Leider verfügt

Berlin nicht über ausreichende

Angebote im Bereich der niedrigschwelligen

Hilfen. Deshalb

sehen wir die Notwendigkeit,

das Suchthilfesystem

an dieser Stelle weiter

auszubauen und

haben für weitere

Drogenkonsumräume,

Kontaktstellen

und Straßensozialarbeit

Gelder für den

neuen Doppelhaushalt

angemeldet“, so Köhler-

Azara. Damit das Vorhaben

Legalisierung diesmal

genehmigt wird, erarbeitet ein

wissenschaftliches Institut aus Hamburg

bis zum Herbst ein Konzept.

„Und wenn das nicht bewilligt wird,

dann klagen wir dagegen bis in die

letzte Instanz“, sind sich Pieroth und

Isenberg einig. Die Gelder für die

Umsetzung sollen im Haushalt

20/21 bereitgestellt werden.

Bei der Opposition sorgt das Vorhaben

für Kopfschütteln. DerFraktionschef

der CDU, Burkard Dregger,

hält eine Legalisierung vonCannabis

für das falsche Signal. Es komme einer

Kapitulation vor der eigenen

Handlungsunfähigkeit der Regierung

gleich.

Die Drogenprobleme im öffentlichen

Raum seien laut der Landesdrogenbeauftragten

jedoch allein

durch Strafverfolgung nicht mehr in

den Griff zu bekommen. Erste alternativeKonzepte

wurden auf denWeg

gebracht. 150 000 Euro erhält jeder

Bezirk für kiezorientierte Gewaltund

Kriminalitätsprävention.

„Zweite Miete“

steigt

moderat

Betriebskosten legen um

vier Cent je Quadratmeter zu

VonUlrich Paul

Schornsteinfeger,

Müllabfuhr,

Wasserversorgung und Grünpflege

–die Betriebskosten, die Mieter

neben der Nettokaltmiete bezahlen

müssen, gelten als „zweite

Miete“. Viele Haushalte ächzen darunter,weil

ihr Budget damit zusätzlich

belastet wird. Doch während

die Nettokaltmieten in Berlin laut

neuem Mietspiegel in den vergangenen

zwei Jahren um 2,5 Prozent

jährlich gestiegen sind, zogen die

Nebenkosten nur moderat an –von

durchschnittlich 2,52 Euro auf 2,56

Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Das geht aus der Betriebskostenübersicht

2019 hervor, die mit dem

neuen Mietspiegel veröffentlicht

wurde. Die kalten Betriebskosten

belaufen sich danach im Schnitt auf

1,66 Euro je QuadratmeterWohnfläche.

Hinzu kommen für Heizung

undWarmwasser Ausgaben in Höhe

von 90Cent je Quadratmeter.„Mieter

können anhand der Betriebskostenübersicht

eine erste Prüfung vornehmen,

ob die Nebenkosten in

Ordnung sind“, sagt Reiner Wild,

Geschäftsführer des Berliner Mietervereins.

Wenn sie starke Abweichungen

bei einzelnen Positionen

feststellen, sollten sie Expertenrat

einholen.

DieBetriebskostenübersicht 2019

basiert auf den Angaben für rund

3000 Wohngebäude und Wirtschaftseinheiten.

Die Daten wurden

bei den Erhebungen zum neuen

Mietspiegel bei MieternundVermieternerfragt.

Ausgewertet wurden die

Abrechnungen für 2017. Eine Tabelle

gibt Auskunft darüber, welche Beträge

für die jeweiligen Kostenpositionen

wie Straßenreinigung, Aufzug

und Schneebeseitigung anzusetzen

sind. Für die Wasserversorgung fallen

danach beispielsweise im Mittel

Kosten von25Cent je Quadratmeter

an, für die Müllbeseitigung sind 16

Cent je Quadratmeter zu berappen

und für die Gartenpflege 10 Cent.

Die Übersicht ist aber nicht rechtsverbindlich.

Siesoll den Mieternnur

als Orientierung dienen.

Aktion zur Grundsteuer

Für die Grundsteuer sind in Berlin

im Mittel 27 Cent je Quadratmeter zu

zahlen. Bisher dürfen die Vermieter

diese Steuerausgaben als Betriebskosten

auf die Mieter abwälzen,

doch das soll sich ändern, wenn es

nach dem Deutschen Mieterbund

(DMB) geht. „Grundsteuer raus aus

den Betriebskosten“, lautet das

Motto einer am Dienstag gestarteten

Unterschriftenaktion des DMB und

seiner örtlichen Mietervereine. Ziel

der Kampagne ist, die Grundsteuer

aus dem Katalog umlegbarer Betriebskosten

in der Betriebskostenverordnung

zu streichen.

„Die Grundsteuer ist eine Eigentümersteuer

auf den Wert eines

Grundstücks oder einer Immobilie“,

sagt der Direktor des Deutschen

Mieterbundes, Lukas Siebenkotten.

„Sie wird selbstverständlich von

selbstnutzenden Eigentümern gezahlt.“

Es sei aber völlig unverständlich,

dass im Mietwohnungsbereich

Mieter diese Eigentümersteuer zahlen.

„Die Besteuerung auf das Vermietervermögen

darf nicht zulasten

der Mieter gehen“, so Siebenkotten.

„Unser Ziel ist es,noch vorder anstehenden

Grundsteuerreform mit vielen

Tausend Mieterunterschriften

Druck auf die Politik zu machen,

dass die Betriebskostenverordnung

geändert wird, die Grundsteuer

nicht länger von Mietern gezahlt

werden muss“, sagt Siebenkotten.

Bund und Länder sind derzeit dabei,

die Grundsteuer neu zu regeln. Ziel

ist eine Vereinheitlichung. Das Steueraufkommen

soll sich insgesamt

nicht erhöhen. Für einzelne Haushalte

ist jedoch mit stärkeren Belastungen

zu rechnen.


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 11 *

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Berlin

POLIZEIREPORT

Jungen bei Unfall schwer verletzt.

Zwei sechs und elf Jahrealte Jungen

sind am Montagabend in der Reinickendorfer

Waldstraße zwischen geparkten

Autos auf die Fahrbahn gelaufen.

Eine 38-jährige Autofahrerin,

die in Richtung Eichborndamm unterwegs

war,konnte nicht mehr

rechtzeitig reagieren und erfasste die

beiden Brüder mit ihrem Auto.Die

Jungen kamen mit schweren Verletzungen

an Kopf und Beinen zur stationären

Behandlung in ein Krankenhaus.Die

Autofahrerin erlitt einen

Schock und wurde ebenfalls ins

Krankenhaus gebracht.

Fahndung nach Betrügern.

Weil sie Geld vonfremden Konten

abgehoben haben sollen, fahndet

das Landeskriminalamt öffentlich

nach zwei Verdächtigen. Diebeiden

Männer sollen mit gefälschten Ausweisen

in verschiedenen Banken

und Sparkassen in Berlin sowie auch

anderen Orten Deutschlands Geld

abgehoben haben. Zwischen dem

19. September 2018 und dem

22. März2019 erbeutete das Duo

demnach in knapp 30 Fällen mehr

als 100 000 Euro.Mit Aufnahmen einer

Überwachungskamerahofft die

Polizei nun auf Hinweise zu den

mutmaßlichen Tätern.

LKA (2)

Diese Fotos von Überwachungskameras

gab das Landeskriminalamt heraus.

Festnahme nach S-Bahn-Attacke.

Weil er eine abgestellte S-Bahn mit

Steinen bewarf, ist am Dienstagmorgen

ein 46-Jähriger in Tempelhof-

Schönebergfestgenommen worden.

DieFrontscheibe der S-Bahn sei

komplett gesprungen, sodass die S-

Bahn zunächst nicht mehr einsatzfähig

war,teilte die Polizei mit. Mitarbeiter

der Bahn hatten gegen

2.30 Uhrdie Polizei gerufen, weil sie

mehrereMenschen im Gleisbereich

zwischen den Bahnhöfen Südkreuz

und Tempelhof beobachtet hatten.

Der46-Jährige habe bei seiner Festnahme

versucht, den Polizisten zu

entkommen. DieBundespolizei ermittelt

nun wegen Sachbeschädigung

und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Autos angezündet.

In der Nacht zu Dienstag sind erneut

mehrereAutos in Flammen aufgegangen.

In Wedding fingen zwei

Fahrzeuge einer Sicherheitsfirma

Feuer.Die Polizei geht vonBrandstiftung

aus.Demnach bemerkte ein

Anwohner gegen 3Uhr in der Armenischen

Straße Brandgeruch und

Flammen. Einsatzkräfte konnten das

Feuer löschen. Es wurde niemand

verletzt. Derpolizeiliche Staatsschutz

des Landeskriminalamts hat

die Ermittlungen aufgenommen. In

der Reinickendorfer Provinzstraße

ging gegen 0.45 Uhrein Auto in

Flammen auf. DasFeuer griff dabei

auf ein weiteres Auto über.Zudem

wurden ein Verteilerkasten und eine

Straßenlaterne beschädigt. Verletzt

wurde auch in diesem Fall niemand.

Der Palast der Republik: Prestigebau und „Haus des Volkes“, das mit vielfältigen, qualitätsvollen Veranstaltungs- und Gastronomieangeboten Millionen Besucher anlockte.

VonMaritta Tkalec

Die Eröffnung des Humboldt

Forums im Berliner

Schloss rückt näher,

und die Ausstellungsmacher

werden konkreter.Jetzt stellen

sie vor, wie sie an den Palast der

Republik erinnern wollen. 30 Jahre

lang hatte dieser in der DDR populäre

Bau an diesem durch 800 Jahre

Geschichte gekennzeichneten Ort

gestanden. Wie die Stiftung Humboldt

Forum jetzt mitteilt, sollen

zwölf „Spuren“ an „überraschenden“

Stellen in der Ausstellung zur

„Geschichte des Ortes“ an den Vorgängerbau

des neu errichteten barocken

Schlosses erinnern, das bis

zu seiner Sprengung dortstand.

Man hat sich mit Ausnahme der

wunderschönen Wand aus Meißner

Porzellan, die eines der Palast-Restaurants

schmückte,und des großartigen

Gemäldes „Guten Tag“ von

Wolfgang Mattheuer,das einst zu den

Höhepunkten der Bildersammlung

im Palast-Foyer gehörte, für eher

Zwölf Spuren zum Palast

Das Humboldt Forum stellt die Objekte vor,die an den Vorgängerbau erinnern

nüchterne Objekte entschieden: einen

Überwachungsmonitor, einen

Goldrandteller,Metalleisbecher …

Eine der gläsernen Wahlurnen,

die der ersten frei gewählten Volkskammer

für Abstimmungen dienten,

symbolisiert die große Transparenz

politischer Entscheidungen, die

man in jenen Monaten hochhielt.

Der schlichte Glaskasten hatte seinen

großen Tagam23. August 1990,

als der„Beitritt zum Geltungsbereich

des Grundgesetzes der Bundesrepublik

Deutschland gemäß Artikel 23

des Grundgesetzes mit Wirkung vom

3. Oktober 1990“ beschlossen

wurde.

Dass ein Segment

aus Jo Jastrams

einst wandgroßem

Bronzerelief

„Lob des

Kommunismus“

zu Ehren

kommt,

zeigt, dass die

Auswahl nicht

von Furcht vor

Schachtisch und Stühle Marke Hellerau aus dem Palast

Machen Sie mit

SHF/DAVID VON BECKER

ideologischer „Vergiftung“ beengt

war. Palastarchitekt Heinz Graffunder

bescheinigte dem Werk einst

„fesselnde künstlerische Bildhaftigkeit

und parteiliche Aussagekraft“.

Andere fanden die groben Nackten

immer schon hässlich.

Die Gläserne Blume fehlt

Fotos zeigen andere „Spuren“: so

den freien Platz nach der Schlosssprengung

– bestens geeignet für

Großaufmärsche zum Ruhme des

Sozialismus oder Wende-Demonstranten

mit Demokratie fordernden

Plakaten.

Das wichtigste, emotional

positiv besetzte

Objekt fehlt

in der „Spuren“-

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Sie uns, wie Sie an den Palast

der Republik erinnernwollen:

Wasfehlt im Humboldt Forum?

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Liste: die Gläserne

Blume,

die dem Palast-Foyer

einen

Fixpunkt

gab und ästhetisch

beeindruckte.

DPA

DieWiederherstellung des Originals

hält die Stiftung Humboldt Forum

für unmöglich. Derzeit lautet die Begründung,

einer der Schöpfer, Reginald

Richter, lehne eine Aufstellung

im Schloss ab. Der andere, Richard

Wilhelm, hingegen sagte der Berliner

Zeitung, er halte es für möglich, „bei

festem Willen und Engagement das

Kunstwerk Gläserne Blume in originaler

Größe und Herrlichkeit neu

entstehen zu lassen“. An seinem guten

Willen fehle es nicht, betont er.

Die Blumen-Miniatur, von Reginald

Richter ohneWissen seines Partners

im Auftrag des Humboldt Forums

in veränderter Anmutung angefertigt,

ist für das Forums-Foyer vorgesehen.

Dagegen läuft eine Klage.

Freuen kann sich das Humboldt

Forumüber etliche Neuzugänge von

Objekten aus dem Palast, die man

vom Bund als bisherigem Eigentümer

übernimmt, darunter Kugelleuchten

aus „Erichs Lampenladen“,

Stühle und das Beifall-Steuerungssystem

aus dem Großen Saal. Diese

Objekte werden später ausgestellt.

Teil des Wegeleitsystem für das mulitifunktionale Kultur- und Kongresszentrum SHF/BLANK

Namenspatron

von Schule

war SS-Mann

Zugleich war Rudolf Dörrier

mit einer Jüdin verheiratet

VonMartin Klesmann

Eine PankowerGrundschule prüft

weiter,obsie den Namen Rudolf

Dörrier ablegt. Denn der später mit

dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete

Dörrier,der sich nach dem

Krieg als Antifaschist gab, war neun

Monate lang als Mitglied derWaffen-

SS Wachposten im Konzentrationslager

Sachsenhausen. Dasbestätigte

nun auch Horst Seferens, Sprecher

der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

„Aus der SS-Stammkarte,

die wir hier in Kopie haben,

geht hervor, dass Dörrier von der

Wehrmacht zum SS-Totenkopf-

Wachbataillon versetzt wurde“,

sagte Seferens der Berliner Zeitung.

Vom21. Mai1944 bis zum 19. Januar

1945 sei er als Wachposten im KZ

Sachsenhausen tätig gewesen. Dann

wurde Dörrier aus der SS entlassen.

Hierzu gibt es nun neue Erkenntnisse:

„Als Entlassungsgrund ist auf

der Stammkarte handschriftlich vermerkt:

‚Mit einer Jüdin verheiratet‘“,

teilte Seferens mit.

Dörrier (1899–2002) hatte 1930 in

die jüdische Familie Wassmund eingeheiratet.

Während seine Schwiegereltern1942

ins KZ Theresienstadt

deportiertwurden und dortstarben,

soll Dörrier deren Firma, ein pharmazeutisches

Versandgeschäft, zunächst

weiter betrieben haben. Das

machte zumindest der Historiker

HarryWaibel öffentlich, der die originale

SS-Stammkarte vonDörrier bereits

2017 im Moskauer Militärarchiv

gefunden hatte. Später wurde Dörrier

zur Wehrmacht eingezogen. Der

Historiker und Archivar Heinz Boberach

hat in einer Publikation darauf

hingewiesen, dass Hitler 1944 befohlen

hatte,bis zu 10 000 nicht felddienstfähige

Soldaten zur Waffen-SS

zu versetzen, um jüngere SS-Angehörige

für den Fronteinsatz freizumachen.

„Was genau Rudolf Dörrier hier in

Sachsenhausen gemacht hat, wissen

wir nicht“, sagte Seferens. Ganz allgemein

lasse sich sagen, dass die

Wachposten mit der Bewachung des

gesamten KZ-Komplexes befasst waren.

Angehörige der Wachtruppe

stellten auch das Erschießungskommando

bei Hinrichtungen.

Dörrier war zwei Jahrenach Ende

des Zweiten Weltkriegs in die SED

eingetreten, leitete die Bibliotheken

in Pankow, dann die bezirkliche

Ortschronik. 2004 erhielt die Schule

seinen Namen. DerFachbereich Geschichte

des Bezirksamtes prüfe derzeit

die Quellenlage, teilte Schulstadtrat

Torsten Kühne (CDU) mit.

Das Ergebnis werde der Schule zur

Verfügung gestellt. Auf dieser Basis

werden die Schulgremien wohl erst

im kommenden Schuljahr über eine

Umbenennung entscheiden.

STRITTIG

Überfall auf Backshop.

Eine Angestellte eines Backshops in

Neukölln ist vonzweiUnbekannten

überfallen und ausgeraubt worden.

Die42-Jährige wollte in der Nacht zu

Dienstag das Geschäft in der Karl-

Marx-Straße aufschließen, als sie gegen

den Kopf geschlagen wurde und

zu Boden fiel. Wiedie Polizei mitteilte,soll

das Räuber-Duo auf die

Frau eingetreten und Geld gefordert

haben. Nachdem das Opfer das

Wechselgeld aushändigte,ergriffen

die Täter die Flucht. EinPassant fand

die Frau gegen 2Uhr in der Bäckerei

auf dem Boden liegend. DieMitarbeiterin

kam zur Behandlung in ein

Krankenhaus. (dpa)

Hilfsmittel zur Applauslenkung bei der Aufzeichnung vom „Kessel Buntes“ SHF/D. VON BECKER

Porzellanwand aus dem Palastrestaurant, wird derzeit in Meißen restauriert

HGM-SAMMLUNG

Heirat: Rudolf Dörrier (1899–2002) heiratete

1930 die aus einer jüdischen Familie

stammenden Lily Wassmund. Dörriers

Schwiegerelternstarben im KZ. An

diese SchwiegerelternerinnernzweiStolpersteine

in der Binzstraße 2inPankow.

Ehrung: Rudolf Dörrier stellte sich nach

dem Zweiten Weltkrieg als Antifaschist

dar,seine Frau Lily starb 1993. Dörrier

selbst, zu DDR-Zeiten Bibliothekenleiter

und Pankower Ortschronist, erhielt 2000

auch das Bundesverdienstkreuz.


12 * Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Berlin

Verwaltung soll

ausgemistet

werden

Senat und Bezirke

unterzeichnen einen Pakt

VonElmar Schütze

Eswar einer der Momente,bei denen

Michael Müller zeigte, dass

auch Attacke zur Aufgabe eines Regierenden

Bürgermeisters zählt. „Ich

ärgere mich immer wieder über oft

dümmliches Berlin-Bashing“, sagte

der Regierungschef (SPD). Es gebe

keine andere Stadt, die durch die

Vereinigung vor einer Herausforderung

stand wie Berlin. Wo nach der

Wende 100 000 Industriearbeitsplätzeverloren

gingen und noch einmal

100 000 Verwaltungsstellen gestrichen

wurden. Wo man die Verwaltung

gerade erst wieder fit mache

für die Bedürfnisse einer lebenswerten,

wachsenden Stadt. So Müller.

Offenbar hallten die Worte des

Regierenden noch nach, denn plötzlich

brach auch Monika Herrmann,

Grünen-Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg,

eine Lanze für

die Stadt. Siesei bekanntlich Berlinerin

invierter Generation und ärgere

sich, dass die Stadt so oft schlechtgeredet

werde. „Auch ich bin stolz darauf,

Berlinerin zu sein –auch wenn

das für eine Grüne ungewöhnlich

klingen mag.“ Dastut es allerdings.

Was war passiert? Müller, Herrmann

und der offenbar nicht zu Pathos

neigende PankowerBezirkschef

Sören Benn (Linke) –weder verteidigte

er Berlin, noch bekannte er

Stolz –stellten am Dienstag den „Zukunftspakt

Verwaltung“ vor. Darin

werden 27Projekte aufgezählt, die

die Verwaltung besser, effizienter

und leistungsfähiger machen sollen.

Unter anderem soll das oft lähmende

Pingpong zwischen Bezirksund

Landesebene minimiert werden.

Dafür sollen die Bezirksämter

vergleichbare Strukturen bekommen,

damit die Senatsverwaltungen

klareAnsprechpartner haben.

Einige Projekte sollen rasch greifen:

eine beschleunigte Auszahlung

des Elterngeldes innerhalb von vier

Wochen etwa oder das Angebot, sein

Auto online anzumelden, was ab

Herbst möglich sein soll. Anderes

wirderst nach 2021 greifen.

Zuletzt hatte es bei Rot-Rot-Grün

Knatsch gegeben. Die starken grünen

Bezirke hatten vom Senat ein

Bekenntnis zur Finanzierung neuer

Stellen verlangt. Alles kein Problem,

so Müller.„Wir wollen, dass die Bürger

weiter ihren Kiez mitgestalten.“

Auch dafür brauche es Verwaltung.

Michael Müller wollte mit seinem solidarischen Grundeinkommen die Arbeitsmarkt-Politik bereichernund Menschen vor Hartz IV bewahren.

Kollabierendes Prestigeprojekt

Am 1. Juli sollte Müllers Grundeinkommen-Modell starten. Doch inzwischen gibt es Kritik von vielen Seiten

VonAnnika Leister

Das solidarische Grundeinkommen

war nach

katastrophalen Wahlergebnissen

Michael Müllers

(SPD) großer Vorschlag für die

Modernisierung seiner Partei: Weg

vonHartz IV und seinen Sanktionen,

wieder hin zu einer sozialeren Arbeitsmarktpolitik.

Diskutiert wurde

Müllers Vorschlag auch auf Bundesebene,daaber

hatte Arbeitsminister

Hubertus Heil (SPD) mit seinemTeilhabechancengesetz

schon eigene

Pläne für die Vermittlung von Arbeitslosen

in der Schublade –die im

Juli 2018 auch vom Bundeskabinett

beschlossen wurden.

Unerwartet hohe Kosten

Müller wollte das solidarische

Grundeinkommen dennoch als Modell

testen, in den letzten Monaten

arbeitete die Senatskanzlei daran.

An diesem Mittwoch soll der Hauptausschuss

über die Finanzierung für

die erste Testrunde entscheiden, der

Start ist für den 1. Juli geplant. Doch

von der ursprünglich von vielen Seiten

gelobten Idee ist im jetzigen Papier

wenig geblieben, die Kosten für

das Programm sind explodiert und

die Kritik der Koalitionspartner, vor

allem der Grünen, ist enorm.

Ein großer Kritikpunkt sind die

Kosten: Weil der Bund mit Heils Gesetz

sein eigenes Programm auf den

Müllers solidarisches Grundeinkommen:

Sein Ziel ist es, das Abrutschen in Hartz IV zu

verhindern. Jetzt sollen Menschen, die ein bis

drei Jahre arbeitslos waren, bei kommunalen

und gemeinnützigen TrägernJobs übernehmen,

die nicht in Konkurrenz zum ersten

Arbeitsmarkt stehen, und dafür den Mindestlohn

von10,50 Euro erhalten.

ZWEI ENTWÜRFE – EINE IDEE

Heils Teilhabechancengesetz: Werinsechs

der vergangenen sieben Jahre Hartz IV bezogenhat,

erhält bei Aufnahme eines neuen

Jobs für bis zu fünf Jahre einen Lohnkostenzuschuss

vonbis zu 100 Prozent. Gearbeitet

werden kann in normalen wie kommunalen

Unternehmen. Auch Kosten für Praktika und

Qualifizierungen werden übernommen.

Weggebracht hat, will er sich an der

Finanzierung für das Berliner Modell

nicht beteiligen. Wird das Modellprojekt

wie zurzeit geplant für zuerst

250, dann 1000 Teilnehmer ausgerichtet,

kosten bei einer Zahlung des

Mindestlohns alleine die Entgelte,

die das Land zahlt, 31 Millionen Euro

pro Jahr – Kosten für die Verwaltungsarbeit

und die Koordinierung

zwischen Land, Jobcenter und Bund

sind da noch nicht mit eingerechnet.

Um die Kosten für das Land zu

senken und doch noch Mittel vom

Bund abzugreifen, will die Senatskanzlei

das Projekt mit Lohnkostenzuschüssen

nach Paragraf 16e des

Sozialgesetzbuches kofinanzieren.

Die Koalitionspartner aber haben

damit ein Problem. Denn dann

müsste sich Berlin auch an die Regularien

nach 16e halten: Das würde

bedeuten, dass die Teilnehmer des

Projekts mindestens zwei und maximal

drei Jahre arbeitslos gewesen

sein dürfen und für die Zeit ihrer

Teilnahme am auf fünf Jahre ausgerichteten

Modellprojekt nicht in die

Arbeitslosenversicherung einzahlen.

„Wenn man Lohnzuschüsse nach

16e mit reinnimmt“, sagt Katina

Schubert, Landesvorsitzende der

Linken, „dann hat das mit der

Grundidee nicht mehr viel zu tun.“

Und auch Sabine Bangert, arbeitsmarktpolitische

Sprecherin der Grünen

fragt: „Was ist von dem Anspruch

geblieben, voll sozialversicherungspflichtige

Beschäftigungsverhältnisse

zu schaffen?“

Für Bangert ist das aber nur ein

Problem an Müllers Herzensprojekt:

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK

Es läge kein schlüssiges Konzept vor,

die Umsetzung sei unklar, die Zielgruppe

sei extrem verengt worden

und die geplanten Einsatzfelder für

die Teilnehmer –maximal helfende

Arbeiten wie Babysitten, Touristenbetreuen,

Müllsammeln – seien

nicht geeignet, Arbeitslose für den

ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

Nicht vonExperten entworfen

Schubert und Bangert sind sich einig:

Es sei ein „gravierender Fehler“

gewesen, das Programm von der Senatskanzlei

aufsetzen zu lassen, die

über keinerlei arbeitsmarktpolitische

Kompetenzen verfüge. Angebotene

Hilfe sei abgelehnt worden. Und

sogar Lars Düsterhöft, Sprecher für

Arbeit in Müllers SPD, sagt: „Viele

Detailfragen sind ungeklärt. Es fehlt

auch mir an einem Gesamtkonzept.“

Die CDU stellte schon im Januar

den Antrag, auf Müllers solidarisches

Grundeinkommen zu verzichten

und sich stattdessen ganz auf

Heils Teilhabechancengesetz zu

konzentrieren. Für Sabine Bangert

ist das jetzt eine ernst zu nehmende

Möglichkeit: „Das wäre eine Option“,

sagt sie. „Das Teilhabechancengesetz

ist ein gutes Programm.“

Annika Leister

zweifelt am vorliegenden

Entwurf für Müllers Idee.

Clan-Chef: Mit

Mieter-Terror

nichts zu tun

Politiker bescheinigt

Spandauer Mietern Courage

Ein Wohnhaus in der Falkenhagener

Straße beherrscht seit Tagen

die Nachrichten: Dort terrorisiert ein

Mitglied eines arabischen Clans, Abdulkadir

O.,seit Jahren die Nachbarn:

mit Drohungen verbal oder per SMS,

mit Eierwürfen und Sachbeschädigungen.

Die Mieter vermuten, dass

sie aus dem Haus gegrault werden

sollen, damit der Clan ihreWohnungen

übernehmen kann. Denn O. ist

mit der berüchtigten Großfamilie R.

verwandt.„Du hast diese Hand noch

nicht zu spüren bekommen. Und

wart nur ab, bis ich meine Brüder

hole“, beschrieb eine Bewohnerin gegenüber

Spiegel TV das Verhalten ihresNachbarn.„Ermöchte

wie ein König

behandelt werden, dass ihm das

ganze Haus gehört und dass wir uns

unterordnen müssen“, sagt eine andereFrau.

Clan-Chef Issa R., streitet ab, von

solchen Methoden etwas zuwissen.

„Das ist ein Idiot. Wir holen uns das

Eigentum von Menschen nicht mit

Gewalt“, sagte Issa R. derBerliner Zeitung.

Das Oberhaupt der rund

500 Mitglieder starken Familie R.

sagt, er habe „mit dieser Sippe“ in

Spandau nichts zu tun.„Immer,wenn

jemand aus meiner Familie Scheiße

baut, schmücken die sich mit meinem

Namen.“ Er wolle endlich Ruhe,

sagt Issa R. EinVorgehen wie in Spandau

sei nicht vonihm genehmigt worden.

„Man bedroht seine Nachbarn

nicht. Mitsoeinem Verhalten verliert

man den Respekt“, so der Neuköllner.

Dass Issa R. nichts mit dem Störer

zu tun haben will, glauben die Hausbewohner

indes nicht. Eine Frau ist

sich sicher,ihn vorwenigen Tagen zusammen

mit Abdulkadir O. gesehen

zu haben:„Sie saßen einträchtig auf einer

Parkbank.Wahrscheinlich besprachen

sie gerade das weitereVorgehen.“

Hotline für anonyme Hinweise

DieBewohner des Hauses an der Falkenhagener

Straße haben die Nase

voll vondem Dauerterror.„An die Öffentlichkeit

zu gehen, war jetzt unser

letzter Schritt“, sagen sie. Der CDU-

Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger

lobte am Dienstag die Zivilcourage

der Bewohner. Er erneuerte

seine Forderung nach Einrichtung eines

anonymen Hinweistelefons gegen

Clan-Kriminalität. Denn viele andere

Zeugen ließen sich oft einschüchternund

würden unter Druck

gesetzt, so Dregger. (kop., lex.)

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Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 13 *

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Berlin

Die silbergraue Invasion

Still und leise hat Volkswagen damit begonnen, in Berlin ein großes Carsharing-System aufzubauen. Es setzt ausschließlich auf Elektroautos –fast400 sind schon da

VonPeter Neumann

Es gab keinen Pressetermin,

keine öffentliche Mitteilung,

schon gar keine Party.

Ohne viel Aufhebens, fast

schon heimlich, wurden sie in Berlin

aufgestellt. Einige Hundert sind bereits

hier – und es werden immer

mehr. Sie sind so unauffällig, wie es

silbergraue VW e-Golfs nur sein können.

Nur die Kennzeichen verraten,

dass es sich um eine besondere Autoflotte

handelt. Alle beginnen mit

WE, dann kommt ein S, bevor eine

vierstellige Ziffer sowie ein E für

Elektro folgen. WE S: Das lässt sich

auch „WeShare“ („Wir teilen, nutzen

gemeinsam“) lesen. So heißt das

große Elektroauto-Mietsystem, das

Volkswagen in Berlin nun aufbaut.

650 000 Euro Parkgebühren proJahr

„Was hier entsteht, ist ein hochprofessionelles

Carsharing-Angebot. Es

ist das beste,das ich jemals kennengelernt

habe, und ich kenne schon

einige“, sagt Andreas Knie.Die Autos

ließen sich einfach mithilfe einer

Appaufschließen, auch sonst sei die

Benutzeroberfläche gut. Wenn er die

e-Golfs nutzte,waren die Akkus stets

geladen, die Reichweite liege bei 350

Kilometern. Das einzige, was Knie

kritisiert, ist: „Die Golfs sind zu groß.

KleinereAutos wären sinnvoller.“

Der Mobilitätsforscher vom Wissenschaftszentrum

Berlin ist einer

der wenigen Menschen, die schon

jetzt mit den e-Golfs fahren dürfen.

Vorerst stehen die silbergrauen Elektrofahrzeuge

nur ausgewählten Testern

zur Verfügung –Knie gehört zu

dem geschlossenen Nutzerkreis.

„InBerlin befinden wir uns in der

finalen Testphase“, erklärte Manuela

Höhne vonVolkswagen. So lange haben

die Autos kein „Branding“ –kein

Schriftzug weist darauf hin, dass sie

zur We-Share-Flotte gehören. Das

einzige Indiz sind die Kennzeichen.

Nach eigenen Angaben hat Volkswagen

zwischen 300 und 400 e-Golfs

in Berlin verteilt. „Noch im zweiten

Quartal 2019 soll der offizielle Startschuss

fallen“, teilte Höhne mit.

Dann startet We Share mit 1500 e-

Golfs, später folgen 500 e-UPS. Vom

kommenden Jahr an, wenn der neue

vollelektrische IDS ausgeliefert wird,

werdedie Flotte schrittweise ergänzt.

Volkswagen stationiert eine vierstellige

Zahl elektrischer Carsharing-

Autos in Berlin –das lässt sich unterschiedlich

deuten. Etwa als Beleg dafür,

dass auch die Wolfsburger verstanden

haben, dass es nicht mehr

nur darum geht, Neufahrzeuge zu

verkaufen. In Großstädten sind viele

Menschen nicht mehr daran interessiert,

Autos zu besitzen. Ihnen genügt

es,wenn sie Zugriff auf gemeinschaftlich

genutzte Fahrzeuge haben.

Mit Webware will VW, bislang

bei neuen Mobilitätsangeboten unterrepräsentiert,

nachziehen und

neue Kundengruppen erschließen.

Der Start von We Share lässt sich

aber auch als Kampfansage verstehen.

Derzeit ist ShareNow, das neue

Verbundunternehmen von BMW

(DriveNow) und Daimler (Car2Go),

Autos zur gemeinschaftlichen Nutzung -Carsharing in Berlin

Anbieter mit Zahl der Fahrzeuge, gerundet

* derzeit noch in der Testphase.

Start imzweiten Quartal 2019

** Angebot Oktober 2017 eingestellt

Multicity**

330

Share now

2600

(DriveNow,Car2Go)

Flinkster

200

Oply

200

Turo

110

We Share*

2000

Stadtmobilo

100

Ubeeqo

100

Sixt Share

1000

Cambio

80

BLZ/TIEDGE; QUELLE: EIGENE RECHERCHEN

mit rund 2600 Autos der größte Carsharing-Anbieter

in Berlin. Heute

kostet ein Kilometer zum Beispiel

bei DriveNow ab 33 Cent. Beobachter

erwarten, dass die We-Share-Tarife

deutlich niedriger sein werden.

„Mittelfristig sollen allerdings Gewinne

gemacht werden“, sagte ein

Insider. Was bei einer elektrischen

Flotte aber noch schwieriger sein

dürfte als bei Carsharing-Flotten mit

Benzin- oder Dieselantrieb. Dem

Vernehmen nach versucht VW die

Aufwendungen, die durch Leerfahrten

zur jeweils nächsten Ladesäule

entstehen, zu verringern. Mitmöglichen

Partnern wie Supermärkten

und öffentlichen Einrichtungen wie

der Charité wirdüber den Aufbau einer

Ladeinfrastruktur gesprochen.

Einen gewichtigen Kostenfaktor

wird WeShare jedoch nicht beeinflussen

können. Wo Parkgebühren

fällig werden, haben nicht die Kunden,

sondern die Carsharing-Anbieter

zu zahlen. So musste Multicity

der Verwaltung für zeitweise 350 Autos

pro Jahr zirka 650 000 Euro Parkgebühren

überweisen –eine Belastung,

die dazu beitrug, dass sich das

Citroën-Unternehmen 2017 aus Berlin

zurückzog. Multicity war der erste

Carsharing-Anbieter in der Stadt, der

ausschließlich E-Autos einsetzte.

Auch zu dem Gebiet, in dem die

Autos bereitstehen werden und wieder

abzustellen sind, gibt We Share

keine Auskunft. Vieles spricht aber

dafür, dass sich auch das Volkswagen-Carsharing

auf die Innenstadt

konzentriert –obwohlVerkehrspolitiker

wie Tino Schopf (SPD) immer

wieder fordern, dass auch Außenbezirke

profitieren. DasTestgebiet umfasst

das Areal innerhalb des S-

Bahn-Rings und Bereiche, die südlich

und westlich anschließen.

Nicht über AppJelbi zu buchen

Eine Gemeinsamkeit mit ShareNow

wird sein, dass auch We-Share-Autos

nicht über die geplante neue App

Jelbi gebucht werden können. Zwar

bemühen sich die Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) darum, die großen

Anbieter für die Buchungsplattform

zu gewinnen. Doch viele Fragen ließen

sich wohl nicht klären, hieß es.

Noch mehr Autos in Berlin –ist

das nicht eine fatale Entwicklung?

Wird die Konkurrenz um die Parkplätze

jetzt noch heftiger? Privatautos

stehen mehr als 90 Prozent der

Zeit ungenutzt herum, bei Carsharing-Fahrzeugen

ist die Quote viel

niedriger,sagen Mobilitätsforscher.

„In der Tat brauchen wir nicht

mehr Autos auf den Straßen“, sagte

Andreas Knie. Gegen elektrische

Carsharing-Flotten hat er aber

nichts,imGegenteil. Mitihnen ließe

sich Straßenraum effizienter nutzen.

Solche Angebote gäben Anreize, Privatautos

abschaffen. „Wir brauchen

mehr vondieser Artder Mobilität.“

Peter Neumann

findet Autofahren in Berlin

meist unerquicklich.

Berlin im Herzen.

Und auf dem Handy

SO SCHREIBT MAN BERLIN.

app-berliner-zeitung.de


14 * Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Berlin

Klaus Mertes

wird

Ehrendoktor

Jesuitenpater machte den

Missbrauchsskandal publik

Der Jesuitenpater Klaus Mertes,

der den Missbrauchskandal in

der katholischen Kirche aufgedeckt

hat, erhält wissenschaftliche Weihen.

Die Theologische Fakultät der

Universität Freiburgverleiht dem Direktor

des Kollegs Sankt Blasien im

Südschwarzwald

an diesem Mittwoch

die Ehrendoktorwürde.

Mertes hatte

Anfang 2010 als

damaliger Rektor

des Berliner

Klaus Mertes, Canisius-Kollegs

Jesuitenpater zahlreiche Fälle

sexuellen Missbrauchs

Jugendlicher durch Geistliche

öffentlich gemacht. Sein Orden

hatte die Taten vertuscht und verschwiegen.

Wieineinem Dominoeffekt

offenbarten sich anschließend

viele Betroffene. Der 64-Jährige

werde für seine Aufklärungsarbeit

geehrt, aber auch für seine „Sensibilität

für systemische Zusammenhänge“,

teilte die Fakultät mit. (dpa)

DPA

Singen mit dem Hologramm

MIKE SINGER

erinnert sich noch genau an seinen

Berlin-Besuch mit der Klasse, bei

dem er sich bei Madame Tussauds

Unter den Linden gemeinsam mit

der Wachsfigur von Barack Obama

fotografiert hat. „Der kam mir damals

so groß vor.“Seitdem sind drei

Jahrevergangen, Mike ist gewachsen

und sein Leben ein völlig anderes.

Seine Musikkarrierehat Fahrtaufgenommen.

Anderthalb Millionen

Abonnenten bei Instagram,

350 000 Facebook-Fans und fast

750 000 Abonnenten bei Youtube

verfolgen mit Interesse, was er so

treibt. Seine Popularität verwundert

den Sänger immer wieder: „Wenn

ich in Berlin aus dem Flugzeug

steige,warten immer schon Fans am

Gate, obwohl ich vorher nichts gepostet

habe.“ Er hat den Verdacht,

dass ihn Fans schon beim Einchecken

in Stuttgartsehen und das dann

weitermelden. Bei Madame Tussauds

begrüßt seit Dienstag ein Hologramm

von Mike Singer die Gäste.

Er freut sich: „Das ist so krass, hier

müssen alle vorbei.“ Was bei den

Fans länger dauern dürfte, denn er

spricht sie an. Und fragt, ob sie mit

ihm singen möchten.

Biszuseinem nächsten Konzertin

Berlin am 13. Oktober im Huxley’s

müssen sich die Anhänger noch gevon

Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Ultimative Ehrung für

Charts-Stürmer Mike Singer bei

Madame Tussauds

MikeSinger ist stolz auf sein Hologramm

bei Madame Tussauds. CHRISTIAN SCHULZ (2)

Andrea Brix und Klaus-Peter Grap bei den

Stachelschweinen im Europa Center

dulden. Vielleicht kommt er zwischendurch

nach Berlin, um Familie

und Freunden seinen holografischen

Doppelgänger vorzuführen. Im richtigen

Leben wünscht er sich auch einen:

„Beim Sport! Ichmache viermal

pro Woche Kickboxen, da wäre eine

Vertretung manchmal nett.“

ANDREA BRIX

war gekommen, um erst die Daumen

zu drücken und dann ausgiebig

zu applaudieren. Als Ensemble-Veteranin

des Kabarett-Theaters Stachelschweine

–sie gehörte 1971 bis

1991 zur Stammbesetzung –weiß sie

genau, wie man sich am Tagder Premiere

fühlt. Die 81-jährige „Unter

uns“-Schauspielerin leistete Melanie

Koschorz, Henning Mayer und

Sebastian Fischer, dem jungen Ensemble

von heute, zur Premiere des

neuen Programms „Stachelschweinerei“

Beistand. Und war zufrieden:

„Besonders der Komplex, der sich

dem Thema Alter widmet, hat mir

gefallen. Es ist ja ein Phänomen, dass

die Leute immer denken, die Alten,

das sind die Anderen, sie selbst betrifft

das nicht.“ Ihr Lob galt besonders

dem Schauspieler, Kabarettisten

und Regisseur Klaus-Peter Grap,

der mit „Stachelschweinerei“ als Autor

und Regisseur an das Kabaretttheater

zurückkehrt

Peter Zadek

bekommt

Gedenktafel

Kulturverwaltung erinnert

an Theaterregisseur

Der Theaterregisseur Peter Zadek

(1926–2009) soll eine Gedenktafel

in Berlin bekommen. Seine „unkonventionellen,

provokanten Inszenierungen

vonShakespeare“ hätten

Theatergeschichte geschrieben,

teilte die Senatskulturverwaltung

am Dienstag mit.

Die Gedenktafel soll Montag in

der Offenbacher

Straße in Wilmersdorf

enthüllt

werden.

Dort sei Zadek

geboren worden,

sagte ein Sprecher

der Senatsverwaltung.

Mitseinen El-

BILDARCHIV MORGENPOST VERLAG

Peter Zadek,

Theaterregisseur

tern emigrierte

Zadek nach der Machtergreifung der

Nazis 1933 nach England, 1958

kehrte er nach Deutschland zurück.

Er war Intendant am Schauspielhaus

Bochum, am Deutschen Schauspielhaus

in Hamburg und von 1992 bis

1995 Mitglied des Direktoriums des

Berliner Ensembles. (dpa)

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Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 15

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ist es uns leider nicht möglich, alle Briefe zu

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Die Redaktion behält sich das Recht

sinnwahrender Kürzungen vor.

Hohes Maß an Vergesslichkeit

und Verantwortungslosigkeit

Berlin: „30 Jahre ohne Mauer –der

Wegzum Mauerfall“ von Tobias Miller

(7. Mai)

Das Interview mit Herrn Modrow zu

den Kommunalwahlen vom 7.Mai

1989 in der ehemaligen DDR nehme

ich mit Verwunderung zur Kenntnis.

Es ist Herrn Modrow ein hohes Maß

an Vergesslichkeit und auch Verantwortungslosigkeit

gegenüber denen

zu bescheinigen, die unter seiner

Führung standen. Aber dies scheint

auch für Herrn Krenz und so manchen

ehemaligen 1. Kreissekretär der

damaligen SED zu gelten.

Günter Polauke, Stadtbezirksbürgermeister

von 1985 bis 5. Dezember

1989 in Berlin-Treptow,Leiter der damaligen

Wahlkommission

Folge von Nationalismus und

faschistischen Verbrechen

Sollten nach 30 Jahren Mauerfall die

westdeutsch erzählten Mauergeschichten

nicht wenigstens so weit

historisch eingeordnet werden, dass

es ohne Faschismus und Krieg die

Teilung Deutschlands und die

Mauer nicht gegeben hätte? Sie warendie

Folge vonNationalismus und

faschistischen Verbrechen gegen die

Völker ringsum! Deshalb brauchen

wir ein vereintes,friedliches Europa.

R. Pohl, Berlin-Pankow

Mit Zynismus lassen sich

die Nachbarnnicht beleidigen!

„Das Problem ist diese Hysterie“ von

Stefan Strauß und Marcus Weingärtner

(9. Mai)

Was Baustadtrat Florian Schmidt

sagt, ist übler Zynismus oder ist es

schon politischer Populismus? So

lassen sich die Nachbarninder Bergmannstraße

nicht beleidigen!

Michael Becker,Berlin-Kreuzberg

Taschen, die nicht mitdürfen

Man sollte mal die Kirche im Dorf lassen

Berlin: „Stadtbild: Kunst und Tüten“ von Barbara Weitzel

(6. Mai)

DerArtikel spricht mir aus dem Herzen. Da macht man sich Gedanken,

welches Outfit für einen schönen Abend man raussucht, abgerundet

mit der passenden Handtasche zu den Schuhen und dann

steht man vor dem Einlass und die Tasche ist einen Zentimeter zu

breit. Was, bitteschön, macht denn meine Handtasche zu einem solchen

Sicherheitsrisiko? Mansollte mal die Kirche im Dorflassen. Inhaltskontrolle

–keine Frage. Auch dass keine riesigen Rucksäcke

Schuld ist das Mathe-Lernsystem

Berlin: „Mathe-Abitur auch für Lehrer

zu schwer“ von Martin Klesmann

(8. Mai)

Leider sind die Mathekenntnisseder

Schulabgänger zu schwach. Viele

Schulabgänger beherrschen nicht

einmal die Grundrechenarten.

Schuld daran sind nicht die Schüler,

sondern unser Mathe-Lernsystem,

das vom Kultusministerium festgelegt

wird. Die Lehrer sollten sich

mehr Zeit nehmen, bis mindestens

80 Prozent der Schüler die Grundrechenarten

kapieren und beherrschen.

Wenn es klappt, würden viele

Schüler gerne Mathe lernen und

manche sogar studieren.

Vinod Talgeri, Bietigheim/Stuttgart

Die Debatte um die Abitur-Mathe-

Klausur erfüllt mich noch heute mit

Grauen in Erinnerung an die Mathematik-Stunden

in der Schule.Ich bin

ohnehin der Überzeugung, dass

dem Fach Mathematik in den Schulen

eine zu große Bedeutung beigemessen

wird. Welche Bedeutung hat

z. B. die Lösung einer quadratischen

Gleichung für eine Hochschulreife,

wenn nicht gerade ein Mathe-Studium

angetreten wird?

In meinem gesamten Berufsleben

als Chirurg bin ich niemals mit

den qualvoll in der Schule erworbenen

Kenntnissen über Mathematik

in Berührung gekommen. Generationen

vonSchülernsind mit diesem

Fach regelrecht gefoltert worden.

Wann endlich begreifen Bildungspolitiker,dass

mathematisches Denken

einer besonderen Veranlagung des

Menschen bedarf?

Deshalb sollten dementsprechend

interessierte und begabte

Schüler in speziellen Kursen zusammengefasst

werden. So wäre die

Lehre der mathematischen Wissenschaft

weiterhin garantiert.

Harald Marquard,

Berlin-Pankow

Eine Politik des Naturbodenerhalts

Titel: „Abschied vom Freiraum –die

SPD will das Tempelhofer Feld bebauen“

von Annika Leister

(13. Mai)

Werdas Neubauen gegen den Klimaschutz

auszuspielen möchte,hat die

Dürreimletzten Jahr offenbar schon

vergessen. Die Berliner SPD ist mit

ihrem Vorschlag insoferntüchtig aus

der Welt gefallen und ignorant gegenüber

den Sorgen der Jugend. Um

den Klimawandel zu dämpfen, müssen

vor allem in den Städten Grünflächen,

Gärten, Wald und Parks

grundsätzlich erhalten bleiben. Angesichts

des Dürrejahrs 2018 mit seinen

vielen Waldbränden und unerträglicher

Hitze inden Städten, dem

ein ähnliches Dürrejahr 2019 folgen

könnte, ist das nur konsequent. Nur

eine Politik des Naturbodenerhalts

kann den Klimawandel noch so verlangsamen,

dass auch die nächsten

Generationen auf diesem Planeten

werden leben können. Es darf kein

IMAGO IMAGES/THOMAS IMO

mitgenommen werden sollten, leuchtet wohl jedem ein. Aber man

kann es auch übertreiben. Susanne Gramatté, per E-Mail

Es gibt leider Gründe für solche Maßnahmen. Wollen wir doch alle froh

sein, dass unter anderem auch dank solcher Sicherheitsvorschriften

und -kontrollen, die inzwischen auch in vielen Museen Standardsind,

nicht noch mehr passiert. Im Übrigen kann man sich ja mal nach einer

etwas kleineren Handtasche umsehen. So etwas gibt es.

Brigitte Schulz, Berlin-Marzahn-Hellersdorf

Boden mehr versiegelt werden. Vielmehr

müssen nicht mehr benötigte

Flächen von Investoren, Grundstückinhabernund

Fabriken selbst wieder

entsiegelt werden, um bewaldet,

beackert oder beweidet werden zu

können. Beispielsweise wäre dadas

leer stehende Gebäude des Flughafens

auf dem Tempelhofer Feld.

Teile davon sind durchaus geeignet,

in Wohnungen umgewandelt

werden zu können. Die südseitige

Fläche, wo die Flugzeuge früher

parkten, wäre gut geeignet, dort

Container für Flüchtlinge aufzustellen,

statt auf der Rasenfläche. Auf

diesem Fliegerparkplatz wie vielen

andern versiegelten Flächen wie

Parkplätzen, könnte man gut neu

bauen.

Wenn Neubauten, dann auf versiegelten

und asphaltierten Flächen,

nicht auf noch offenem Boden!

Elisabeth Meyer-Renschhausen,

Berlin-Schöneberg

Macht sie das zu einer

schlechteren Ministerin?

Politik: „Familienmisterin Franziska

Giffey: Ich mache meine Arbeit –unabhängig

von den Vorwürfen“ von Thoralf

Cleven

(14. Mai)

Ich finde es unmöglich, dass selbst

ernannte Plagiatsjäger aus Hass auf

Politiker Karrieren oder ganze Lebensläufe

zerstören können. Für

mich ist das Erpressung. Wenn Dissertationen

seinerzeit, als die Maßstäbe

vielleicht noch nicht so streng

waren, von den dafür Verantwortlichen

geprüft und für gut befunden

wurden, warum soll das nicht auch

heute noch gelten? Und wenn Frau

Giffey tatsächlich der Doktortitel

aberkannt wird–macht sie das zu einer

schlechteren Ministerin?

Inge Leißner,per E-Mail

Auch die Prüfer nachträglich

zur Rechenschaft ziehen

Wieso werden die Doktorarbeiten

der promovierten Politiker erst jetzt

auf Plagiate geprüft? Jeder Kandidat

hat doch einen Doktorvater, der die

eingereichte Arbeit kennt und prüft.

Sicher gibt es auch eine Prüfungskommission.

Gehört esnicht zu deren

Aufgaben, die Doktorarbeit auf

ordnungsgemäße Ausführung zu

prüfen? Wenn nicht, müssten auch

die Prüfer nachträglich zur Rechenschaft

gezogen werden. Entweder

hätte die Promotion abgelehnt werden

müssen oder bei sonst inhaltlicher

Qualität hätte man die Arbeit

zur Korrektur zurückgeben sollen.

Wilhelm Lange, Berlin-Karow

Kinder,die ihren Vater nicht

kennenlernen konnten

Berlin: „Harmsens Berlin: lauter Väter,

die versagen“ von Torsten Harmsen

(11. Mai)

Ich überlege ernsthaft, ob ich bei einer

solchen Firma noch einkaufe.

Leider ist dieses Bild der versagenden

Väter verbreiteter, als wir denken.

Vielleicht sollten Sie sich mal

mit Kindern unterhalten, die ihren

Vater nicht kennenlernen konnten,

oder bei denen die Mutter den Kontakt

zum Vater unterbunden hat.

HerbertOverberg,per E-Mail

Statt Porto-Erhöhung den

Dieben das Handwerk legen

„Die Stimme der Leser:Probleme mit

der Post“ von Susanne Dübber

(11. Mai)

Auch ich muss mich zu denen zählen,

die durch die Post geschädigt

wurden. Im Dezember 2016 sowie im

Januar und Februar 2019 sind drei

Briefsendungen auf dem Weg zwischen

Berlin und Würzburg verschwunden,

ebenso ein Päckchen.

Es kann nicht sein, dass man dieses

Problem offenbar ignoriert. Statt das

Porto zu erhöhen, sollte man den

Dieben das Handwerklegen.

Roswitha Reißmann, Berlin-Köpenick

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16 * Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Brandenburg

NACHRICHTEN

Grüne wollen

Flächenverbrauch reduzieren

In Brandenburgwerden nach Angaben

der Grünen-Fraktion im Landtag

jeden Tagvier Hektar Land durch

den Bauvon Straßen, Siedlungen

und Gewerbegebieten versiegelt.

Dies gehe aus den Antworten der

Landesregierung auf eine Anfrage

der Fraktion hervor, erklärte der Grünen-Abgeordnete

Michael Jungclaus.Die

zunehmendeVersiegelung

vonFlächen sei für den Verlust der

Artenvielfalt mit verantwortlich,

warnte Jungclaus.Ineinem Antrag

für die Landtagssitzung am Mittwoch

forderndie Grünen die Landesregierung

auf, den Flächenverbrauch

bis 2030 auf unter 1,3 Hektar

am Tagzureduzieren. Dies sei durch

Förderung vonmehrgeschossigen

Wohnungsbauten statt Einfamilienhäusernoder

durch Zurückhaltung

beim Bauvon Gewerbegebieten

möglich, so Jungclaus. (dpa)

CDU fordertWahrheit über

BER vor der Landtagswahl

DieCDU im Brandenburger Landtag

fordertvon Regierungschef Dietmar

Woidke (SPD) eine klareAussage vor

der Landtagswahl am 1. September

zum geplanten Eröffnungstermin

für den Hauptstadtflughafen BER im

Herbst 2020.„Wir verlangen, dass die

Brandenburger die Wahrheit gesagt

bekommen in der Frage,wann der

Flughafen eröffnet wird“, sagte

CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben

am Dienstag. Hintergrund seien die

Berichte über 11 500 Mängel allein

im Bereich der Sicherheitsbeleuchtung

und der Sicherheitsstromversorgung,

die den Eröffnungstermin

gefährdeten. Daher solle die Landesregierung

dem Landtag bis Ende Juli

einen vollständigen Bericht über

Mängel und die Mehrkosten vorlegen

und „für definitiveKlarheit über

den Eröffnungstermin des BER“ sorgen.

(dpa)

Amazon eröffnet in

Schönefeld Sortierzentrum

DerOnlineversandhändler Amazon

will in Schönefeld im Herbst ein

neues Sortierzentrum eröffnen. 100

Arbeitsplätzesollten dortbis Ende

des Jahres entstehen, wie Amazon

am Dienstag mitteilte.Der Bürgermeister

vonSchönefeld, UdoHaase,

sieht die Ansiedlung vonLogistik als

entscheidenden Faktor für einen Erfolg

des Hauptstadtflughafens BER

an. So könne sich im Umfeld die notwendige

Infrastruktur bilden, sagte

er am Dienstag beim Richtfest für

das Gebäude.Imneuen, etwa

34 000 Quadratmeter großen Sortierzentrum

sollen Pakete aus dem

europäischem Logistiknetzwerkvon

Amazon ankommen. Siewerden

dann sortiertund verteilt. (dpa)

Die Bio-Aktionäre

Ein Unternehmen will es ermöglichen, dass Bürger die Agrarwende selbst in die Hand nehmen

VonJens Blankennagel

Die Gründer dieses speziellen

Unternehmens haben

sich ganz bewusst

diesen Ort ausgesucht,

um für ihreIdee zu werben: Es ist die

Markthalle 9inBerlin-Kreuzberg, die

seit Wochen in den Schlagzeilen ist –

inzwischen sogar bundesweit.

Denn die altehrwürdige Halle

wirddominiertvon hippen Ständen,

an denen vor allem junge Leute ihre

nicht ganz billigen Bio-Lebensmittel

verkaufen: vomregionalen Chicorée

aus dem brandenburgischen Pretschen

über große handgemachte

Brotlaibe oder veganes Streetfood

bis zu fair gehandeltem Kaffee.

Aber hinten in der Ecke befindet

sich auch ein Aldi. Das ist nicht irgendein

Discounter,sondernder Inbegriff

dafür, wie eine nationale

Handelsgroßmacht den Bauern seit

Jahren diktiert, wie sie zu wirtschaften

haben. Denn Aldi zahlt eben nur

billigste Einkaufspreise. Solche Ketten

gelten als großer Feind für die

Idee des nachhaltigenWirtschaftens.

Die Halle ist also genau der richtige

Ort, um über die Zukunft der

Landwirtschaft und die Zukunft des

Essens zu reden. Einige Aktivisten

der immer größer werdenden Bio-

Bewegung werben hier also für ihre

Aktiengesellschaft: die „Regionalwert

AG Berlin-Brandenburg“.

Der Name verrät ziemlich viel

vom eigenen Anspruch. „Wir wollen

gemeinsam mit den Bürgerndie Agrarwende

in die Hand nehmen“, sagt

Katharina Reuter, die Vorsitzende

des Aufsichtsrates der AG. Es geht

darum, dass Berliner und Brandenburg

die kleinteilige regionale Landwirtschaft

fördern. „Wir wollen nun

über Bürger-Aktien Geld einsammeln,

um es in eine ökologische und

sozial-nachhaltige Landwirtschaft

zu investieren.“

Keine Großprojekte

Bis Ende September sollen 1,5 Millionen

Euro gesammelt werden. Damit

sollen aber keine Großprojekte

unterstützt werden. Gefördert werden

sollen junge, engagierte Leute,

die kaum Geld, aber den Muthaben,

mit neuen Ideen wieder in die Landwirtschaft

einzusteigen. Katharina

Reuter zählt drei Gründe auf, warum

gehandelt werden müsse: Massentierhaltung,

riesige Monokulturen

und Insektensterben. „Da zeigt sich

das Totalversagen der Politik, obwohl

die Bevölkerung doch etwas

anderes will.“

Joachim Fritz hat im Nebenerwerb

einen Bio-Bauernhof in Werder

und hat jahrelang die großen Berliner

„Wir haben es satt“-Demos gegen

die industrielle Landwirtschaft

organisiert. Nunist er Vorstand einer

AG –quasi ein guter Bio-Kapitalist.

Er betont den sozialen Aspekt der

Bio-Landwirtschaft. Denn da käme

Möglichst ursprünglich: eine Bäuerin mit Pferd und Pflug in Brandenburg.

Idee: RegionalwertAktiengesellschaften

verstehen sich

als ein Teil des „sozialen Unternehmertums“.

Es geht

nicht um Maximalprofit, sonderndarum,

unternehmerisches

und nachhaltiges Handeln

zu verbinden und möglichst

positivesoziale Effekte

zu erzielen. Besonders beliebt

sind Bio- und Öko-Innovationen.

DIE AKTIENGESELLSCHAFT

Gründung: Die erste Regionalwert-AGwurde

2006 im

baden-württembergischen

Eichstetten am Kaiserstuhl

bei Freiburg gegründet.

Grundsätzlich wird immer

die ökologische Landwirtschaft

gefördert. Inzwischen

gibt es solche Aktiengesellschaften

in München, Hamburg,imRheinland

sowie

nun in Berlin-Brandenburg.

IMAGO IMAGES

Berlin-Brandenburg: Die

hiesigeAGhat ihren Sitz in

Potsdam und verfügt über

ein Grundkapital von

324 500 Euro und 225 Aktionäre.

Nun sollen bis zum

20. September weitere

1,5 Millionen Euro eingesammelt

werden.

Infos im Internet unter:

www.regionalwert-berlin.de

es nicht auf große Traktoren an, sondern

auf möglichst viel Handarbeit.

„Wir wollen möglichst viel Leute motivieren,

in der Landwirtschaft zu arbeiten“,

sagt er und verweist auf eine

Studie,die besagt, dass wohl bis 2030

allein im Land Brandenburg 20000

Arbeitskräfte in der Branche fehlen

werden.

Aber warum so kapitalistisch?

Wervon einem solchen Projekt hört,

das den grünen Zeitgeist einfängt,

würde doch eher an eine Genossenschaft

denken, nicht an eine Aktiengesellschaft.

Doch die Macher haben

sich ganz bewusst so entschieden.

„Bei einer Genossenschaft

könnte jemand sagen, ich kündige

und will mein Geld zurück“, sagt Jörg

Hennig Frank vonder Bank Umweltfinanz,

die das Geld einsammelt.

Wenn Leute dort ausstiegen, müssten

im Negativfall sogar Höfe verkauft

und Strukturen wieder zerstört

werden. „Die AG aber ist ein ganz

professionelles Finanzinstrument.

Jeder kann seine Aktien verkaufen.“

„Eine Agrarwende ist möglich“

Das Ganze ist nicht gewinnorientiert.Vielleicht

wirdineinigen Jahren

sogar mal eine Rendite ausgezahlt.

Wichtig ist, dass sich die Leute einen

Anteile an Betrieben kaufen, deren

Produkte sie gut finden. „Mit meiner

Aktie sorge ich dafür, dass es die Betriebe

überhaupt erst gibt und ich

ihre Produkte kaufen kann“, sagt

Frank. Das Ganze sei auch kein Kredit,

sondern die AG ist Teilhaber der

Betriebe und kann mitbestimmen,

was dortpassiert.

Das preiswerteste Aktienpaket

kostet 525 Euro, das teuerste 9750

Euro. „Wir suchen keinen Großinvestor,

der mal schnell eine Million

investiert, weil er die Idee hübsch

findet“, sagt er.Inden nächsten zehn

Jahren sollen bis zu zehn Millionen

Euro eingesammelt werden.

DieSumme klingt bei der milliardenschweren

Konkurrenz nicht gerade

viel. Aber die Macher betonen,

wie wichtig auch kleinere Summen

sind. Beispielsweise laufen gerade

Gespräche mit einem Paar,das einen

270-Hektar-Bio-Bauernhof östlich

von Berlin kaufen will. Es gibt sogar

eine Bank, die mitmachen will –aber

nur,wenn der Eigenanteil des Paares

groß genug ist. Die beiden haben

aber nicht genug Geld. Nun könnte

die AG mit Kapital einsteigen. So

könnten 100 000 Euro der Aktionäre

bewirken, dass 1,5 Millionen Euro in

der Biobranche investiertwerden.

„Ich glaube an die Idee“, sagt Umweltbanker

Frank. „So, wie wir die

Energiewende schaffen werden, ist

auch eine Agrarwende möglich.“

Jens Blankennagel

denkt, dass vorallem

Berliner die Aktien kaufen.

Organisierte

Kriminalität als

Hintergrund?

Männerleichen in Forst:

Polizei weiter vor Ort

Nach dem Fund von zwei Männerleichen

in der Südbrandenburger

Kleinstadt Forst ist die Polizeipräsenz

dort weiter hoch. Die

Männer wurden Opfer eines Gewaltverbrechens.

Am Dienstag waren

wieder Kriminaltechniker vor Ort,

Polizisten suchten das Gelände rund

um das Gebäude ab, in dem am

Montag die Leichen gefunden wurden.

Die Männer wurden nach Angaben

der Polizeidirektion Süd Opfer

eines Gewaltverbrechens. Die Hintergründe

der Tatsind bislang allerdings

unklar.

Ein dritter Mann soll nach Informationen

der Lausitzer Rundschau

am Montag mit einem Hubschrauber

schwer verletzt in ein Krankenhaus

geflogen worden sein. Die

Staatsanwaltschaft wollte das nicht

kommentieren. DieMärkische Allgemeine

Zeitung berichtete vonmöglichen

Verbindungen zur Organisierten

Kriminalität. In einem Waldstück

bei Forst seien auch Schusswaffen

mit Schalldämpfern gefunden worden.

Dazu und zur Identität der beiden

toten Männer und ob es sich

möglicherweise um Bandenkriminalität

handelte,wollte sich ein Sprecher

der Staatsanwaltschaft Cottbus

auf Nachfrage nicht äußern.

Die beiden Leichen wurden am

Montagmorgen in einer Wohnung in

Forst entdeckt. Aufgrund der Situation,

in der die beiden gefunden

wurden, geht die Polizei von einem

Verbrechen aus.WeitereDetails dazu

nannte sie aus ermittlungstaktischen

Gründen zunächst nicht.

Beiden Ermittlungen wurden am

Montag auch zwei verdächtige Autos

in der Nähe des betroffenen Wohnhauses

untersucht. Sprengstoff

wurde aber nicht gefunden.

DerFall erinnerte zunächst an die

mysteriösen Leichenfunde in Bayernund

Niedersachsen vomvergangenen

Wochenende. Die Staatsanwaltschaft

Cottbus geht aber nicht

davon aus, dass es eine Verbindung

zwischen den Taten gibt. (dpa)

Akribische Suche am Fundortder

beiden Leichen in Forst. DPA/PATRICK PLEUL

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Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 17

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Wissenschaft

Antibiotika zur

Vorbeugung

bei Geburten

Sie können in bestimmten

Fällen Infektionen verhindern

VonAnja Garms

Nach einer Geburtmit Saugglocke

oder Zange kann eine vorbeugende

Antibiotika-Gabe helfen, Infektionen

bei der Mutter zu verhindern.

Zu diesem Schluss kommen

britischeWissenschaftler in einer Studie,

veröffentlicht im Fachblatt Lancet.

Sie fordern, die Richtlinien der

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

und nationaler Organisationen anzupassen.

Infektionen bis hin zur Blutvergiftung

sind nach Angaben derWHO bei

Frauen die dritthäufigste Todesursache

im Zusammenhang mit Schwangerschaft

und Geburt. Das Problem

beschränke sich nicht auf schwach

entwickelte Länder, berichten die

Forscher um Marian Knight von der

britischen University of Oxford. Auch

in den reichen Länden gingen im

Schnitt fünf Prozent aller Todesfälle

von Müttern auf eine Infektion zurück.

In den USA seien es Schätzungen

zufolge bis zu 13 Prozent.

Die Gefahr ist unter anderem bei

einem Kaiserschnitt erhöht. Hier ist

eine vorsorgliche Antibiotika-Gabe

mittlerweile Standard. Aber auch bei

vaginalen Geburten, bei denen eine

Zange oder eine Saugglocke zum Einsatz

kommt, sei das Infektionsrisiko

im Vergleich zu einer vollkommen

natürlichen Geburthöher,sodieWissenschaftler.Bisher

gebe es allerdings

so gut wie keine Untersuchungen, ob

auch hier eine prophylaktische Antibiotika-Gabe

sinnvoll sei. Die Forscher

untersuchten dies in einer Studie

mit 3400 britischen Frauen, die

mithilfe einer Zange oder Saugglocke

entbunden hatten. Die Hälfte erhielt

innerhalb von sechs Stunden nach

der Geburt eine Dosis Antibiotikum

per Infusion, die andere Hälfte ein

Scheinmedikament.

Das wichtigste Ergebnis: In der

Placebo-Gruppe bekamen 19 Prozent

nach der Geburteine Infektion, in der

Antibiotika-Gruppe elf Prozent. Wie

die Forscher errechneten, verringerte

die Antibiotika-Gabe das Infektionsrisiko

um 42 Prozent. In der Antibiotika-Gruppe

berichteten die Frauen

auch seltener von Schmerzen und

anderen Problemen im Intimbereich

oder suchten seltener einen Arzt wegen

solcher Beschwerden auf.

Manche Babys kommen nur mit etwas

Nachhilfe auf die Welt. GETTY/HANS NELEMAN

„Für Deutschland kann das Ergebnis

nicht übernommen werden, da

sich die geburtshilfliche Praxis von

der beschriebenen unterscheidet“,

sagt Maria Delius von der Frauenklinik

der Universität München, die

nicht an der Studie beteiligt war. So

erfolgten hier viel weniger Zangengeburten,

bei denen es oft zu mütterlichenVerletzungen

komme.Bei den in

Deutschland häufigeren Saugglockengeburten

gebe es auch viel seltener

einen Dammschnitt. Matthias

Beckmann, Direktor der Frauenklinik

am Uniklinikum Erlangen, hält eine

routinemäßige Antibiotika-Gabe bei

allen vaginal-operativen Entbindungen

ebenfalls für nicht gerechtfertigt.

Aber: „Die Daten können nicht negiert

werden.“ Eine mögliche Konsequenz

wäre eine großzügigere Prophylaxe

in bestimmten Situationen,

etwa bei manchen ausgeprägten

Dammverletzungen. (dpa/fwt)

Die Erfolgsgeschichte der Dahlie als Zierpflanze in Europa begann mit Humboldts Expedition. Bereits die Azteken schätzten die Blumen als Symbole der Sonne.

Mitbringsel aus der Neuen Welt

Eine Ausstellung in Berlin präsentiert Alexander von Humboldt als Importeur populärer Zierpflanzen

VonKerstin Viering

Es war eine elende Plackerei.

Und doch so faszinierend.

Am 19. September 1803 gab

Alexander von Humboldt

wieder einmal seiner Leidenschaft für

Vulkane nach. Mühsam erklomm er

den Jorullo in Mexiko und kletterte in

dessen Krater. Dabei war der qualmende

Riese erst gut 40 Jahre zuvor

entstanden. Noch immer spuckte er

heiße vulkanische Gase aus.

DieGesichter seiner Begleiter und

auch sein eigenes seien geradezu verbrannt

gewesen, schrieb Humboldt.

Doch auf den fruchtbaren Vulkanhängen

stieß der Forschungsreisende

auch auf eine interessanteVegetation.

Von ein paar orangerot blühenden

Pflanzen nahm er eine Portion Samen

mit –nicht ahnend, dass er damit der

Dahlienzucht in Europa einen entscheidenden

Schub versetzen würde.

6000 Pflanzen im Gepäck

Solche Geschichten erzählt derzeit

die Ausstellung „Pflanzensammler“

in der Humboldt-Universität (HU)

Berlin, die im Rahmen des Humboldt-Festjahres

2019 stattfindet. Mit

Unterstützung des Botanischen Gartens

und Botanischen Museums Berlin

präsentieren das Albrecht-Daniel-

Thaer-Institut für Agrar-und Gartenbauwissenschaften

und die Initiative

#WirsindHumboldt den Naturforscher

in einer kaum bekannten Rolle:

als Entdecker und Importeur von

wichtigen Zierpflanzen. „Wir wollen

zeigen, was er von seiner Südamerika-Reise

alles mitgebracht hat und

was Züchter inzwischen daraus gemacht

haben“, sagt Laura Benjamin

von#WirsindHumboldt.

Dabei müssen sich die Ausstellungsmacher

zwangsläufig auf einige

Beispiele konzentrieren. Denn während

Alexander von Humboldt und

der französische Botaniker Aimé

Bonpland von 1799 bis 1804 durch

Süd- und Mittelamerika reisten, steigerten

sie sich in eine regelrechte

Sammelwut hinein. Siesahen sich zunächst

in Venezuela um und fuhren

dann 2250 Kilometer weit in einem

Einbaum den Orinoco,den Rio Negro

und andere Flüsse entlang. Spätere

Abschnitte der Reise führten sie nach

Kuba und durch die heutigen Staaten

Kolumbien, Ecuador und Peru.

Mühsam schlug sich das Entdeckerteam

durch dichte Wälder und

ausgedehnte Sümpfe, durchquerte

unwegsame Gebirgslandschaften

und bestieg Vulkane. Überall fanden

sich interessante Tiere und Pflanzen,

die es sich mitzunehmen lohnte. Auf

ihrem Wegdurchs Hochland der Anden

brauchten die Forscher mitunter

zwanzig Maultiere, um die Ausbeute

Dahlien: Sie verdanken ihren

Namen dem Direktor des Botanischen

Gartens in Madrid.

1791 präsentierte Antonio

José Cavanilles die Importe

aus der Neuen Welt unter

dem Namen Dahlia pinnata

–zuEhren des schwedischen

Botanikers Andreas Dahl.

Die heutigen Garten-Dahlien

sind Hybriden aus verschiedenen

Arten, die äußerlich

nicht mehr viel mit den Wild-

Dahlien aus Südamerika gemeinsam

haben.

überhaupt transportieren zu können.

Über Mexiko und die USA kehrten sie

schließlich 1804 nach Europa zurück.

„Ein Teil des Materials,das sie unterwegs

gesammelt hatten, ist zwar

durch das feuchte Tropenklima,

durch Schiffbrüche und Piratenüberfälle

verloren gegangen“, sagt Laura

Benjamin. „Trotzdem haben Humboldt

und Bonpland vondieser Expedition

etwa 6000 verschiedene Pflanzen

mitgebracht.“ Dabei handelte es

sich vor allem um gepresste Exemplare

und Zeichnungen, es war aber

auch keimfähiges

Saatgut dabei. Und

das hat etlichen

amerikanischen Arten

auch in Europa

eine Karriere als

Garten- oder Zimmerpflanzen

ermöglicht.

Die Dahlien

konnten damit an

eine alte Erfolgsgeschichte

anknüpfen.

Jahrhunderte

vor den Europäern

hatten bereits die

Azteken die bunten

Sommerblumen als

Symbole der Sonne

geschätzt und in ihre Gärten gepflanzt.

Dabei begnügten sie sich

nicht mit den etwa 35 wild wachsenden

Arten, sondern zücheten auch

schon neue, halb gefüllte Varianten,

die um die Blütenmitte herum mehrere

Kränzeaus Zungenblüten bilden.

Doch bis die Dahlien auch in Europa

populär wurden, sollte es lange

dauern. Zwar schickte Vincente Cervantes,

der Direktor des Botanischen

Gartens in Mexiko,schon 1789 Dahliensamen

an seinen Kollegen in Madrid.

Ein Jahr später blühten dort die

HUMBOLDTS IMPORTE

Weihnachtsstern: Dieser

Vertreterder Wolfsmilchgewächse

gehörtweltweit zu

denamhäufigsten angebautenblühenden

Zimmerpflanzen.

Weihnachtssterne blühennur,wennsie

täglich

nichtmehr als zwölf Stunden

Licht abbekommen –was in

der Nähe des Äquators das

ganze Jahr über, in Europa

aber nur im Winter der Fall ist.

Beiden leuchtend roten

Pflanzenteilen handelt es sich

um die obersten Laubblätter.

Angelonien: Die „Engelsblumen“

gehören wie Löwenmäulchen

oder Fingerhüte zur

Familie derWegerichgewächse.

Ihre dekorativen

Blüten bestehen aus fünf Blütenblättern,

die an der Basis

zusammengewachsen sind.In

speziellen Haaren produzieren

sie ein nahrhaftes Öl, mit dem

sie bestimmte Bienenarten zur

Bestäubung anlocken. Die

Kulturformen derAngelonien

sind Hybriden, die es in verschiedenen

Farben gibt.

ersten halb gefüllten Dahlien Europas.

Allerdings handelte es sich nur

um wenige Pflanzen mit kleinen, gelben

Blüten, die es nicht mit ihren

spektakulären Verwandten aus heutiger

Zucht aufnehmen könnten.

„Gärtnerisch interessant wurden

die Dahlien erst, als Humboldt die Samen

aus Mexiko an den Botanischen

Garten Berlin schickte“, erklärt Heiner

Grüneberg vom Thaer-Institut.

Denn dieses Saatgut stammte von

Wildpflanzen mit orangeroten Blüten.

Mit dieser neuen Schattierung

aber hatte man nun

die Möglichkeit,

eine ganze Palette

vonneuen Sorten in

verschiedenen Farben

zu züchten.

Mittlerweile gibt es

weltweit mehr als

20 000 Dahlien-Sorten

in vielen Farben

und Formen.

Auch andere

Pflanzen, die Humboldt

vonseiner Ex-

Humboldt als unermüdlicher

Sammler und Zeichner.

AVHUMBOLDT.DE

pedition mitgebracht

hat, haben

sich im Zuge ihrer

Zierpflanzen-Karriere

deutlich verändert.

Das gilt zum Beispiel für die

äußerst populären Weihnachtssterne,

die jedes Jahr in der Adventszeit

zu Millionen über den Ladentisch

gehen. In ihrer Heimat in den tropischen

und subtropischen Wäldern

Südmexikos und Mittelamerikas

können diese immergrünen Sträucher

bis zu vier Meter hoch werden –

was sie als Zimmerpflanzen denkbar

ungeeignet macht. Also war auch in

diesem Fall die Kreativität von Züchterngefragt.

In den 1920er-Jahren war

das dekorativeGewächs mit den grünen

und roten Blättern zunächst als

Schnittblume beliebt, ab 1950 wurde

es dann gezielt als Topfpflanze gezüchtet.

Wichtig war dabei vorallem,

dass der pflanzliche Adventsbegleiter

nun auch mit den schwierigen

Wachstumsbedingungen in geheizten

Räumen zurechtkam.

Der moderne Weihnachtsstern

soll vor allem einen kompakten

Wuchs haben, lange halten und sich

in riesigen, hochtechnisierten Gewächshäusern

rasch heranziehen

lassen. Diegewünschten Eigenschaften

erzielen Gärtnereien dabei nicht

nur, indem sie ausgesuchte Pflanzen

miteinander kreuzen. Sie infizieren

die Adventssymbole auch mit parasitischen

Bakterien, den sogenannten

Phytoplasmen, um sie zu einem verzweigtenWuchs

anzuregen.

Andere südamerikanische Entdeckungen

Humboldts stoßen erst in

letzter Zeit auf größeres Interesse.Als

vielversprechende „Neue Zierpflanze“

gilt zum Beispiel die Angelonie,

die Humboldt und Bonpland

zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben

haben. Zwischen 25 und 40

Arten dieser auch als Sommer-Löwenmaul

oder Engelsblume bekannten

Pflanzen sollen im tropischen Lateinamerika

wachsen. Als Hochburg

der Angelonien gelten die Trockenwälder

im Nordosten Brasiliens, wo

erst 1997 eine neue Art entdeckt und

auf den Namen Angelonia alternifolia

getauft wurde.

Üppige Angelonien

IMAGO IMAGES

Zwar werden Angelonien in Europa

schon seit Anfang des 19. Jahrhundert

kultiviert. Erst in den 1990er-Jahren

sind sie aber stärker ins Blickfeld von

Züchterngerückt. So wurden damals

die ersten Hybriden geschaffen, die

man statt aus Samen aus Stecklingen

heranziehen kann. 2001 kam dann

auch eine solche Sorteauf den Markt,

die statt eines doppelten einen vierfachen

Chromosomensatz besitzt.

Diese sogenannten tetraploidenVarianten

haben größere, üppigere Blüten

und werden vor allem als Topfpflanzen

verkauft.

Und das ist noch nicht das Ende

der Entwicklung. Seit 2009 arbeiten

Züchter aus Dresden und Israel auch

an Angelonien, die sich besonders gut

als Schnittblumen eignen. Humboldts

südamerikanische Bekanntschaften

werden sich also wohl auch

in Zukunft immer wieder im neuen

Kleid präsentieren.

Ausstellung: „Pflanzensammler –Die Entdeckung

vonZierpflanzen durchAlexander vonHumboldt“,

geöffnet vom15. Mai, 18 Uhr,bis 23. Mai, 18 Uhr.

Mo–Fr 9–20 Uhr,Sa9–17 Uhr.Lichthof des Hauptgebäudes

der Humboldt-Universität, Unter den Linden

6, 10117 Berlin. Eintritt frei.

Berliner

Studie zu Sex

im Alter

Fast ein Drittel der Älteren ist

überdurchschnittlich aktiv

Sex im Alter wird häufig als Tabuthema

angesehen. Vielleicht ist

das ein Grund, warum es bisher

kaum Forschung dazu gibt. Im Rahmen

der Berliner Altersstudie II haben

Forscher nun Daten von 60- bis

80-Jährigen mit Blick auf ihre sexuelle

Aktivität, sexuelle Gedanken und

Intimität analysiert, wie die Humboldt-Universität

(HU) mitteilt. Die

Angaben verglichen sie mit anderen

Daten, etwa der körperlichen Fitness

und der soziale Einbettung.

Im Durchschnitt seien ältere

Menschen zwar sexuell weniger aktiv

und hätten weniger sexuelle Gedanken

als jüngere, so die Ergebnisse

der Studie.Aber im Erleben von

Gefühlen –etwa von Intimität und

Geborgenheit – gebe es zwischen

Jung und Alt nur geringe Unterschiede.

Besonders interessant sei

dabei, dass psychosoziale Faktoren

für die Sexualität der älteren Studienteilnehmer

insgesamt eine größere

Rolle spielten als körperliche,

heißt es in der HU-Mitteilung über

die Studie, die in der Fachzeitschrift

Psychology and Aging veröffentlicht

wurde.

„Die Bedeutung vonpsychischen

und zwischenmenschlichen Faktoren

für ein erfülltes Sexualleben im

hohen Alter wurde lange unterschätzt.

Dabei können diese entscheidend

sein, solange körperliche

Einschränkungen nicht im Wege stehen“,

sagt Erstautorin Karolina Kolodziejczak,

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Institut für Psychologie

der HU.

Geborgenheit und Intimität sind besonderswichtig,auch

im Alter. GETTY/E. MARCH

Immerhin habe fast ein Drittel

der 60- bis 80-Jährigen angegeben,

häufiger sexuell aktiv zu sein und

häufiger sexuelle Gedanken zu haben

als der Durchschnitt der 20- bis

30-Jährigen, so die Autoren der Studie.„Es

zeigt sich somit einmal mehr,

dass es riesige Unterschiede im Leben

älterer Menschen gibt“, sagt Denis

Gerstorf, Sprecher der Berliner

Altersstudie II und Ko-Autor der

Analyse zur Sexualität. „Diese Unterschiede

weiter zu beleuchten und

die Rolle der Sexualität für das Wohlbefinden

und gute Gesundheit im

Alter zu untersuchen, wäre eine der

nächsten Aufgaben.“

Für die Veröffentlichung nutzten

die Autoren Daten von 1 514 Erwachsenen

im Alter von 60bis 82

Jahren und einer Kontrollstichprobe

von 475 jüngeren Erwachsenen im

Alter von22bis 36 Jahren. Diese wurden

im Rahmen der groß angelegten

Berliner Altersstudie II (Base-II) erhoben,

an der Psychologen, Mediziner

und Sozialwissenschaftler sowie

Genetiker der HU, der Charité –Universitätsmedizin

Berlin, des Max-

Planck-Instituts für Bildungsforschung,

des Sozio-oekonomischen

Panels am Deutschen Institut für

Wirtschaftsforschung sowie der Universitäten

Tübingen und Lübeck beteiligt

sind.

Gemeinsam wollen die Wissenschaftler

herausfinden, welche Faktoren

dazu beitragen, dass Menschen

möglichst gesund älter werden.

Die Berliner Altersstudie II

wird durch das Bundesministerium

für Bildung und Forschung gefördert.

(BLZ)


18 ** Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Sport

NACHRICHTEN

Schulz’ Wechsel zum BVB

offenbar perfekt

FUSSBALL. DerWechsel vonNationalspieler

Nico Schulz zu Borussia

Dortmund ist nach Informationen

der Bildzeitung perfekt. Demnach

soll der 26 Jahrealte Linksverteidiger

der TSG1899 Hoffenheim beim BVB

einen Vierjahresvertrag bekommen.

Möglich mache das eine Ausstiegsklausel

in seinem Vertrag.

Schommersverlässt den

1. FC Nürnberg

FUSSBALL. Der1.FCNürnbergsetzt

in der neuen Saison in der Zweiten

Liga auf einen neuen Trainer.Nach

drei Monaten endet am Sonnabend

nach dem Auswärtsspiel gegen den

SC Freiburgdie Amtszeit vonBoris

Schommers,der das Team im Februar

nach der Trennung vonMichael

Köllner übernommen hatte.

Ex-Sprinter Petacchi unter

Blutdoping-Verdacht

RADSPORT. Derfrühereitalienische

Rad-Sprinter AlessandroPetacchi

steht im Zusammenhang mit dem

Skandal um den Mediziner Mark S.

unter Blutdoping-Verdacht. Wiedie

Tageszeitungen Corrieredella Sera

und Le Monde unter Berufungen auf

Ermittlerkreise berichten, findet sich

der Name des einstigen Milram-Profis

in einer Kundendatei.

Zverevverliert

Auftaktmatch in Rom

TENNIS. Deutschlands bester Tennis-Profi

Alexander Zverev steckt

weiter in der Formkrise.Der 22-Jährige

patzte beim ATP-Sandplatzturnier

in Romgleich zum Auftakt und

verlor am Dienstag sein Zweitrunden-Duell

gegen Matteo Berrettini

nach 1:49 Stunde mit 5:7, 5:7.

ZAHLEN

Eishockey

WM in der Slowakei, Vorrunde

Gruppe A:

Großbritannien -Dänemark 0:9 (0:3,0:5,0:1)

Deutschland -Frankreich 4:1 (1:0, 2:1,1:0)

USA -Finnland 3:2 n.V.(2:1,0:1,0:0,1:0)

Slowakei -Kanada 5:6 (2:2,2:3,1:1)

1. Deutschland 3 9: 3 9

2. Finnland 3 9: 5 7

3. Kanada 315: 8 6

4. Dänemark 315: 6 5

5. USA 311: 7 5

6. Slowakei 311:11 3

7. Frankreich 3 6:16 1

8. Großbritannien 3 1:20 0

Gruppe B

Italien -Lettland 0:3 (0:0, 0:2, 0:1)

Schweiz -Österreich 4:0 (1:0,0:0,3:0)

Russland -Tschechien 3:0 (1:0,1:0,1:0)

Norwegen -Schweden 1:9 (0:3,0:5,1:1)

1. Schweiz 3 16: 1 9

2. Russland 3 13: 2 9

3. Schweden 3 19: 6 6

4. Tschechien 3 12: 7 6

5. Lettland 3 9: 5 6

6. Österreich 3 2:14 0

7. Norwegen 3 5:21 0

8. Italien 3 0:20 0

Tennis

WTA-Turnier in Rom

1. Runde: Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr.16) -

Hsieh Su-Wei (Taiwan) 6:3, 6:4, Alize Cornet

(Frankreich) -Aryna Sabalenka (Weißrussland/Nr.

9) 6:1, 6:4, Danielle Collins (USA) -Caroline Wozniacki

(Dänemark/Nr.11) 7:6 (7:5) Aufgabe Wozniacki,

Belinda Bencic (Schweiz) -Anastasija Sevastova

(Lettland/Nr.12) 2:6, 6:3, 6:2

ATP-Turnier in Rom

2. Runde: Matteo Berrettini (Italien) -Alexander

Zverev(Hamburg/Nr.4)7:5, 7:5, Karen Chatschanow(Russland/Nr.11)

-Roberto Bautista Agut

(Spanien) 5:7, 6:4, 6:2, Nikolos Bassilaschwili

(Georgien/Nr.14) -Laslo Djere (Serbien) 7:5, 6:4

Kollektive Atemnot

Kawhi Leonard ist der Grund, warum die TorontoRaptors erstmalig in einem NBA-Halbfinale stehen

VonMatti Lieske

Der Basketball, den Kawhi

Leonardüber den ausgestreckten

Arm des 2,13

Meter großen Joel Embiid

geworfen hatte,war lange genug

unterwegs, umdie Zuschauer in der

Arena der Toronto Raptors vorlauter

Luftanhalten in Atemnot geraten zu

lassen. Viermal tupfte er auf den

Korbrand, bevor er schließlich doch

zum 92:90-Sieg gegen die Philadelphia

76ers durch die Reuse fiel. Erstmals

in ihrer relativ kurzen Geschichte

stehen die 1995 gegründeten

Raptors im Conference-Finale

und spielen ab heute gegen die Milwaukee

Bucks um den Einzug in die

Endspielserie der NBA.

So unglaublich es klingt, war es

der erste siegbringende Wurf der

NBA-Geschichte mit der Schlusssirene

in einem Spiel sieben der Playoffs,

von einem magischen Moment

war später die Rede,einem epischen

Ereignis, einem Spiel für die Geschichtsbücher.

Verständlich bei einem

Team, dessen bisher größter

magischer Moment ein negativer

war,jener Wurf vonVince Carter aus

exakt der gleichen Position wie der

von Leonard, der 2001 nicht in den

Korb fiel und das Aus des bis dato

besten Raptors-Teams in der zweiten

Runde gegen die Philadelphia

76ers besiegelte.

Unpopuläres Manöver

Kawhi Leonard genoss große Zuneigung nach seinem Siegwurf.

Vertrag: Frank Vogelist

neuer Trainer der Los Angeles

Lakers. Wieder Traditionsklub

am Montag mitteilte, erhielt

der 45 Jahre alte Amerikaner

einen Vertrag für mehrere

Jahre. Einzelheiten teilten

die Lakers nicht mit.

LAKERS SETZEN AUF VOGEL

Vorgänger: Unter seinem

Vorgänger LukeWalton hatten

die Lakers, bei denen

auch die deutschen Profis

Moritz Wagner und Isaac

Bongaspielen, bereits zum

sechsten Mal nacheinander

die Play-offs verpasst.

AP/GUNN

Vorgeschichte: Als Cheftrainer

betreute Vogelvon 2010

bis 2016 die Indiana Pacers

und erreichte mit ihnen

2013 und 2014 jeweils das

NBA-Halbfinale. Von2016

bis 2018 war er als Coach

der Orlando Magic tätig.

Wo die Hysterie zu Hause ist

Euphorisch feierten die Fans der

Raptors die Bewältigung des Traumas

und verschwendeten noch keinen

Gedanken daran, dass zumindest

außerhalb Torontos niemand

mehr vondiesem Match reden wird,

wenn nicht der nächste Schritt gegen

Milwaukee und dann im Finale

der entscheidende gegen die Golden

State Warriors oder Portland Trail

Blazers folgt. Bei aller Freude über

den schönen Erfolg, es war nur ein

Viertelfinale.

Besonders angespannt dürfte ein

Mann der Atem angehalten haben

bei Leonards Zauberwurf. Für Masai

Ujiri, seit 2013 Generalmanager der

Raptors, stand eine Menge auf dem

Spiel. Er hatte vordieser Saison alles

auf eine Karte gesetzt mit einem zunächst

sehr unpopulären Manöver.

Nachdem die Raptors dreimal in der

zweiten Runde gegen LeBron James

und dessen Cleveland Cavaliers ausgeschieden

waren, hatte Ujirivor allem

das Vertrauen zuDeMar DeRozan

verloren. Der war das Gesicht

des Teams, neun Jahre dabei, Publikumsliebling,

spielte oft groß auf

während der Saison, doch in den

Play-offs wirkte er gegen LeBron

James so hilflos wie alle anderen.

Die Raptors schickten ihn weg,

DeRozan, der in Compton, Los Angeles

aufgewachsen war, anfangs

fremdelte im kühlen Kanada, sich

aber dann einlebte und den Rest seiner

Karriere inToronto verbringen

wollte, fiel aus allen Wolken und beschwerte

sich bitter. Die Fans waren

indigniert, was sie nicht hinderte,

den neuen Hoffnungsträger herzlich

willkommen zu heißen. Kawhi Leonard

kam im Tausch mit DeRozan

von den San Antonio Spurs, mit denen

er eine Meisterschaft gewonnen

hatte, sich zuletzt aber überwarf.

Schließlich fand sich auch DeRozan

mit der Situation ab, spielte eine

starke Saison bei den Spurs, und als

diese nach Toronto kamen, wurden

er und Leonard gleichermaßen vom

Publikum gefeiert.

Wahrscheinlicher Abschied

Dennoch war es ein Vabanquespiel

der Raptors,zunächstwegen des üppigen

20-Millionen-Dollar-Gehalts

vonLeonard, das den Abschied einiger

anderer starker Spieler nötig

machte und eine dünne Personaldecke

zur Folge hatte.Zudem hatteLeonardeinen

großen Teil der vorherigen

Saison wegen einer Schulterverletzung

verpasst, und im Sommer

kann er den Klub schon wieder verlassen,

was als wahrscheinlich gilt.

Eine riskante Spekulation auf

diese eine Saison also,ein Alles-oder

Nichts-Manöver, und ein erneutes

Aus inder zweiten Runde wäre eine

Katastrophe gewesen. Kawhi Leonard

war sich der in ihn gesetzten Erwartungen

bewusst, und bisher hat

er sie alle erfüllt. Die reguläreSaison

bezeichnete der 27-Jährige als „82

Trainingseinheiten“, und als er gebraucht

wurde in Spiel sieben, tat er,

wofür er geholt wurde.41Punktebei

39 Würfen, mehr als Kobe Bryant

oder James je in solch einem Spiel

versuchten. Er lieferte 13 der letzten

15 Punkte seines Teams, und dann

kam der Wurf, der allen den Atem

stocken ließ. „Das ist etwas, auf das

ich immer zurückblicken kann in

meiner Karriere“, sagte er. Aber es

soll natürlich nicht alles gewesen

sein.

Matti Lieske

fieberte mit, als KawhiLeonard

in letzter Sekunde traf.

Weil MaxVerstappen einen regelrechten Hype ausgelöst hat, kehrt die Formel 12019indie Niederlande zurück

Der Hype um Max Verstappen

macht es möglich: Der Große

Preis der Niederlande kehrt 2020

nach 35 Jahren in den Formel-1-Kalender

zurück. Das gaben die Führung

der Motorsport-Königsklasse

und der Betreiber der Rennstrecke in

Zandvoortgesternbekannt. DerVertrag

mit dem Kurs vor den Toren

Amsterdams läuft zunächst bis 2022.

„Zandvoortist eine ikonische,historische

Strecke“, sagte Verstappen:

„Ich bin dortschon mit der Formel 3

gefahren und habe ein paar Showläufe

absolviert. DieStrecke erinnert

mich ein bisschen an Suzuka.“

Zur Terminierung wurde zunächst

keine Angabe gemacht. Viel

deutet darauf hin, dass das Rennen

Mitte Mai stattfinden und den Platz

des Großen Preises vonSpanien einnehmen

wird. DerVertrag des Circuit

de Barcelona-Catalunya mit der Formel

1ist mit dem Rennen am vergangenen

Sonntag ausgelaufen.

Auch der Große Preis von Deutschland

könnte am 28. Juli zum vorläufig

letzten Malstattfinden.

Formel-1-Boss Chase Carey erklärte

am vergangenen Wochenende

Max Verstappen freut sich auf das Rennen in seiner Heimat.

nam in Hanoi im April 2020 beschlossen.

In die Jahregekommen

AP/GRITS

Die Niederlande waren bis 1985 32-

mal im Formel-1-Kalender vertreten,

gefahren wurde stets in Zandvoort.

Rekordgewinner ist der

Schotte Jim Clark mit vier Erfolgen.

Bei der bislang letzten Auflage gewann

Niki Lauda, es war der 25. und

vielsagend: „Wir erwarten, dass die

Zahl der Rennen 2020 wie in diesem

Jahr weiterhin bei 21 liegt. Das heißt

dann natürlich, dass wir nicht alle

aktuellen Rennen behalten können.“

Zandvoort ist das zweite Rennen,

das von Liberty Media (seit Anfang

2017 Rechteinhaber der Königsklasse)

in den Formel-1-Kalender gehoben

wird. Zuvor wurde die Premiere

des Großen Preises von Vietletzte

Grand-Prix-Erfolg des dreimaligen

Weltmeisters aus Österreich.

Derkurvenreiche Kurs,malerisch

in einer Dünenlandschaft gelegen,

ist allerdings in die Jahregekommen.

„Um den Wünschen der Formel 1

und den geforderten Standards des

Weltverbandes Fia gerecht zu werden,

werden die Rennstrecke und die

Infrastruktur in einigen Bereichen

bis zum Rennen im kommenden

Jahr modernisiert“, sagte der ehemalige

Formel-1-Pilot und Zandvoort-

Renndirektor Jan Lammers. Die Gemeinde

Zandvoort hat bereits in die

Infrastruktur investiert, immerhin

werden rund 300 000 Fans zum ersten

Rennwochenende erwartet.

Für die vollen Ränge wird Verstappen

sorgen. Der 21 Jahre alte

Red-Bull-Pilot (fünf Grand-Prix-

Siege) hat in den Niederlanden eine

Motorsport-Hysterie ausgelöst.

„Max ist jung, schnell und populär.

Und erist so jung, dass er noch 20

Jahre fahren kann. Bei jedem Rennen

erleben wir ein Meer von

Oranje-Fans.Die verdienen ein Rennen

zu Hause“,sagte Formel-1-Marketingchef

Sean Bratches. (sid)

Den

Legionären

sei Dank

DEB-Team sichert sich bei

WM die Olympia-Teilnahme

Mit geballter NHL-Power hat die

deutsche Eishockey-Nationalmannschaft

ihre Siegesserie bei der

Weltmeisterschaft fortgesetzt und

kann bereits für Olympia 2022 planen.

Mit Torwart Philipp Grubauer

sowie den Stürmern Leon Draisaitl

und Dominik Kahun erstmals in einer

Reihe bezwang das Team von

Bundestrainer Toni Söderholm

Frankreich mit 4:1 (1:0, 2:1, 1:0) und

übernahm die Tabellenführung in

der Gruppe A. Allerdings musste

Grubauer nach einer halben Stunde

mit muskulären Problemen ausgewechselt

werden. Die Auswahl des

Deutschen Eishockey-Bundes (DEB)

ist nicht nur auf dem besten Wegins

WM-Viertelfinale, sondern hat das

Ticket für die Winterspiele in Peking

praktisch schon in der Tasche.

Der künftige NHL-Verteidiger

Moritz Seider mit seinem zweiten

WM-Tor (18.), sein Mannheimer

Klubkollege Matthias Plachta (34.),

Draisaitl nach Kahun-Pass (38.) sowie

NHL-Abwehrspieler Korbinian

Holzer (60.) ins leere Tor sicherten

dem deutschen Team in Kosice den

dritten Sieg im dritten Spiel –erstmals

seit acht Jahren. Nur Damien

Fleury(25.) überwand den am Sonntag

eingeflogenen Grubauer, dessen

Auswechslung laut DEB-Sportdirektor

„eine Vorsichtsmaßnahme“ war.

Ein weiterer Erfolg am Mittwoch

(20.15 Uhr/Sport1) gegen den Gastgeber

Slowakei würde aller Voraussicht

nach reichen, die K.-o.-Runde

zu erreichen. Die direkte Olympia-

Qualifikation wäreder DEB-Auswahl

nur noch zu nehmen, wenn die Außenseiter

Norwegen oder Lettland

ins WM-Finale kämen oder die Slowakei

sensationell Weltmeister

würde.

Draisaitl spielte erstmals mit seiner

„Kumpel-Reihe“: MitKahun und

seinem Kindergartenfreund Frederik

Tiffels ging der NHL-Star zur

Schule und mischte mit ihnen in

Mannheim die Nachwuchsliga auf.

Wie erhofft der Anführer des DEB-Teams:

Leon Draisaitl.

AP/JOSEK

DasTriosorgte immer wieder für Gefahr

vor dem französischen Tor.

Draisaitl hatte zunächst Pech mit einem

Pfostenschuss (10.), beim 3:1

verwertete er eine mustergültige

Vorlage vonKahun.

Grubauer,der nach dem Play-off-

Aus mit der Colorado Avalanche sofort

seine WM-Zusage gegeben und

nach 14 Stunden Flug über München

und Wien in Kosice eingetroffen

war,war gleich ein sicherer Rückhalt.

ZurHälfte der Spielzeit ging der

27-Jährige aber vom Eis, für ihn

stellte sich der Nürnberger Niklas

Treutle zwischen die Pfosten. Ob

Grubauer gegen die Slowakei spielen

kann, war zunächst offen. Für den

NHL-Goalie hatte Mathias Niederberger

seinen Platz räumen müssen.

Der Düsseldorfer hatte beim 3:1 gegen

Großbritannien und vor allem

beim 2:1 gegen Dänemark überzeugt.

Söderholm nahm noch zwei

weitere Wechsel vor: Für den Straubinger

Benedikt Schopper rückte Jonas

Müller von den Eisbären Berlin

in die Abwehr, imSturm musste der

Iserlohner Lean Bergmann dem US-

Collegespieler Marc Michaelis weichen.

(sid)


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 19 *

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Sport

Das Herzstück bleibt

Wergeht? Werbleibt? Werkommt? Bei der Meisterfeier der BR Volleys gibt Manager Kaweh Niroomand den Verbleib von Zuspieler Sergej Grankin bekannt

VonKarin Bühler

Als die letzte Finalszene,das

Ass von Moritz Reichert,

bei der Abschlussfeier der

BR Volleys im VIP-Raum

der Max-Schmeling-Halle noch mal

über die Wandbildschirme flimmerte,

wurden Applaus und Jubelrufe

noch lauter. Die Fans, von denen

diese Saison im Schnitt 5200 zu

den Spielen der BR Volleys gekommen

waren, standen Spalier für die

Spieler, die am Sonntag beim VfB

Friedrichshafen den zehnten Meistertitel

für den Verein perfekt gemacht

hatten.

Die Hallen-DJs spielten jedem

einzelnen Volleyballer, der quer

durch den Raum zur Bühne lief, einen

Song. Als Sergej Grankin, der

russische Zuspieler, der aus Moskau

gekommen war und den BR Volleys

die Saison gerettet hatte, durch die

Jubelgasse schritt, tönte aus den Boxen:

„You are my personal Jesus.“

Das war ein Hinweis auf die Bedeutung

dieses Mannes, der sich ganz

bescheiden nicht auf die Bühne

stellte,sonderndaneben.

Ober er nun bleiben würde? Manager

Kaweh Niroomand machte es

spannend. Traditionell verabschiedet

er bei dieser Abschlussfeier die

Spieler,die wechseln. Undergibt bekannt,

wer bleibt. „Zuerst die guten

Nachrichten“: Benjamin Patch, der

Diagonalangreifer mit der gigantischen

Abschlaghöhe, bleibt eine

weitere Saison. Riesenjubel. Ebenso

bleiben die Mittelblocker Georg

Ja, er spielt auch nächste Saison in Berlin: der russische Olympiasieger und Deutsche Meister Sergej Grankin

Klein, Jeff Jendryk und Nicolas Le

Goff sowie die Außenangreifer Reichert

und Samuel Tuia. Die Stammsechs,das

hatte Niroomand ja angekündigt,

wolle er halten –bis auf den

Libero. UndGrankin? Waren sie sich

schon einig geworden?

Nun erst mal die Abgänge. Beide

Liberos wechseln: Dustin Watten in

die polnische Liga, Nicolas Rossard

in die französische. Egor Bogachev

verlässt den Meister zum Bundesligakonkurrenten

Düren, um Spielpraxis

zu sammeln. Seine Rückkehr

nach einem Jahr ist fest vereinbart.

Tja, und in Linus Weber verabschiedet

sich wieder ein Talent nach Mailand,

wo bis vorein paar Tagen Bundestrainer

Andrea Giani Chefcoach

war. „Ich will von zu Hause weg,

mich in neue Gefilde wagen, mich

entwickeln und später mit einem anderen

Part gern nach Berlin zurückkommen“,

sagte der 19 Jahrealte Diagonalangreifer,

bevor er früh die

Partyverließ. Er schreibt diesen Mittwoch

sein AbiinMathematik.

MICHAEL HUNDT

Nach zwei Jahren in Berlin verlässt

auch der Australier Adam White

den Klub, „Mister Zuverlässig und

Ausgeschlafen“, nannte Manager Niroomand

ihn. Der nächste Abschied

drückte auf die Stimmung. Denn in

Kyle Russell verabschiedete sich am

Dienstagabend ein Publikumsliebling.„Ich

wäregerngeblieben“, sagte

Russell. Er sah wirklich traurig aus.

Aber da er auf seiner Position seinen

US-Kollegen Patch vor sich habe,

wäre esschwierig, wenn nicht sogar

unmöglich geworden, sich als Nummer

eins in Berlin zu etablieren. Russell

wechselt nach Frankreich, gerüchteweise

zum AS Cannes, woer

die Herausforderung als Nummer

eins im Zuspiel annehmen will.

Auch die Verabschiedung vonKapitän

Sebastian Kühner, der seine

Karriere beendet, schlug vielen aufs

Gemüt. Der Zuspieler hatte sechs

Meistertitel, den deutschen Pokal

und den CEV-Cupmit den Berlinern

gewonnen. Niroomand würdigte ihn

mit einem Zitat des früherenVolleys-

Trainers Mark Lebedew, der über

den Berliner gesagt hatte: „Er ist der

intelligenteste Spieler, den ich je

kennengelernt habe.“

Er wird nicht mehr dabei sein,

wenn die Neuen versuchen, Rekordmeister

Friedrichshafen den Rekord

abzujagen und sich mit dem Klub

unter den TopAcht der Champions

League zu etablieren. Zwei Zugänge

gab Niroomand bekannt: Nationallibero

Julian Zenger aus Frankfurt sowie

US-Außenangreifer Cody Kessel

aus Lüneburg.

Und Grankin? Bleibt er nun? Niroomand

zog eine Karte aus der Tasche.

Erlegte eine zweite Karte darauf.

„Das eine waren unsereVorstellungen.

Das andere seine. Wir sind

uns heute Nachmittag einig geworden.“

Begeisterung im Raum. DerDJ

spielte „Moskau, Moskau, hey, hey,

hey.“ Sogar Niroomand sang mit.

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Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 – S eite 20 *

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Sport

Financial Fairplay

Ein starkes

Signal

Christian Schwager

würde eine Sperre vonManchester

City begrüßen.

Die Champions League ohne

Manchester City ist wie die

deutsche Fußball-Meisterschaft

ohne den FC Bayern: undenkbar.

Der Reichtum beider Vereine mag

unter manchen Fans verpönt sein,

doch sportlich führtnun einmal kein

Weg an ihnen vorbei. Dennoch

könnte die Champions League erstmals

ohne den Champion der Premier

League stattfinden. Denn seinen

Reichtum hat der sich offenbar

auf unredliche Weise erworben. Zu

diesem Schluss jedenfalls kommen

die Finanzkontrolleure des europäischen

Verbandes Uefa. Nach Informationen

der Zeitung New York

Times haben sie gravierende Verstöße

gegen die Regeln des Financial

Fair Play ausgemacht. Es wirderwartet,

dass das Gremium empfiehlt,

Manchester City für mindestens eine

Spielzeit auszuschließen.

Das müsste im Sinne der Uefa

sein. Diehat sich ja Ende des vergangenen

Jahres selbst belobigt, was die

Finanzen der europäischen Topklubs

angeht. Eine deutliche Gesundung

hat sie festgestellt. 1,7 Milliarden

Euro betrugen die Schulden insgesamt

im Jahr 2011, 2017 kam ein

Gewinn von600 Millionen Euro heraus.

Das klang gut: Alle wirtschaften

auf gleiche Weise vernünftig. Alle?

Es könnte sein, dass im Fußball

nicht nur das Prinzip gilt: Wo schon

viel Geld ist, fließt noch mehr Geld

hin. Sondern auch: Wo viel Geld ist,

darf mehr ausgegeben werden, als

eingenommen wird. Im Fall von

Manchester City wurde im Zuge von

Football Leaks Ende 2018 bekannt,

dass der Klub 2014 gegen die Regeln

des finanziellen Fairplays verstoßen

hat. Eigentümer Scheich Mansour

soll jahrelang verschleierte Zahlungen

an denVerein geleistet haben. Abgewickelt

worden sei demnach der

Betrug über Sponsoren, die viel weniger

bezahlt haben sollen, als im Vertrag

festgeschrieben war. Die Differenz

soll Mansour aus seinem Privatvermögen

beigesteuerthaben.

Infantinos Rolle

Ähnlich soll ParisSt. Germain vorgegangen

sein. Beide Klubs wurden

bisher nicht bestraft, wie sie hätten

bestraft werden müssen, weil die zuständigen

Kontrolleure zunächst

nicht eingebunden wurden. Daswar

offensichtlich dem Engagement eines

gewissen Gianni Infantino zu

verdanken, damals Generalsekretär

der Uefa, seit 2016 Präsident des

Weltverbandes Fifa.

Grundsätzlich ist Hilfsbereitschaft

ein edler Charakterzug. DieFrage,wie

weit sie gehen darf, haben die Finanzkontrolleurenun

für sich aber geklärt.

Die Champions League ohne Man-

City mag sportlich ein Desaster sein.

Kommt es nun zur erwarteten Empfehlung,

und Manchester City nimmt

trotzdem teil, wäreesdas auch.

Champion ja, aber Champions League:

ManCitys Trainer PepGuardiola AFP/KIRK

Immer am Arbeiten: Oliver Ruhnertwollte sich eigentlich nur das Union-Training ansehen, doch schon wieder kam ein Anruf dazwischen.

Es war eine Situation, die

symbolisch für die historische

Saison der Köpenicker

steht: Nach dem 3:0 des 1.

FC Union am vergangenen Sonntag

im Stadion an der Alten Försterei,

das Magdeburg zurück in die Dritte

Liga beförderte und den Köpenickern

mindestens Relegationsplatz

drei sicherte,standen die Trainer wie

gewohnt den Journalisten Rede und

Antwort. Aufder einen Seite schaute

Magdeburgs Michael Oenning verständlicherweise

geknickt aus der

Wäsche, Unions Trainer Urs Fischer

wirkte hingegen gelöst, nachdem die

schon jetzt beste Union-Saison Gewissheit

war. Auch Sportchef Oliver

Ruhnert war bei dieser Pressekonferenz

anwesend, er lauschte denWorten

der beiden regungslos in einer

hinteren Ecke des Presseraumes,

nickte gelegentlich und nahm still

die Stimmung auf, die nach dem

Heimsieg so einige Knoten gelöst

hatte. Worte verlor er allerdings

keine in diesem vomDruck befreiten

Moment.

Experimentelle Machtverhältnisse

Genau das spiegelt die Rolle Ruhnerts

im Verein wider. Während der

Schweizer Trainer stets an vorderster

Front dem Lob und der Kritik von

Fans und Journalisten stellte, war es

doch Unions Sportchef Ruhnert, der

als stiller Macher im Hintergrund genauso

viel Anteil am Erfolg der Eisernen

trägt wie Spieler und Trainerteam.

Und das, obwohl so manche Experten

zu Saisonbeginn noch kritisch

angemerkt hatten, dass der von

Ruhnert zusammengestellte Kader

vonzwischenzeitlich 28 Spielernviel

zu groß sei und es zwangsläufig zu

Rangeleien um die so wertvolle

Spielzeit kommen werde.

Doch Ruhnert behielt mit seiner

Einschätzung, dass ein so großer Kader

gerade richtig sei, Recht. Besonders

die starke Bank wurde in vielen

Spielen zum Trumpf für die Eisernen.

Zudem waren fast alle elf Neuzugänge

des Sportchefs Volltreffer.

Nur Winterzugang Carlos Mané

Rot ist die Farbe, in die sich

die rund 5000 Unioner,die

am Sonntag im Sonderzug

oder privat nach Bochum reisen,

kleiden sollen. Darum

baten Union und die Szene

Köpenick in ihrem Aufruf

„Alle in Rot nach Bochum“.

floppte,mit TorwartRafal Gikiewicz,

Abwehrchef Florian Hübner, Mittelfeld-Terrier

Manuel Schmiedebach

oder Torjäger Sebastian Andersson

verpflichtete Ruhnert hingegen

echte Leistungsträger und strich dabei

für Union noch ein Transferplus

vonfast 4,5 Millionen Euro ein.

Dabei ist es schon kurios, das

Ruhnert seine Erfolgsgeschichte als

Sportchef ausgerechnet bei den Köpenickernschreibt,

die bis zu seinem

Amtsantritt im Mai 2018 selbst gar

nicht so richtig zu wissen schienen,

wie denn nun die Machtverhältnisse

bei Kaderplanung und Management

am besten verteilt werden sollten.

Als Union vorzehn Jahren aus der

Dritten Liga aufstieg, hieß der Sportdirektor

noch Christian Beeck, der

zum einen die Spielerwünsche des

gleichberechtigten Trainers Uwe

„ALLE IN ROT NACH BOCHUM“

Und darum hat der Verein

exklusiv für das Spiel einen

roten Fischerhut ins Sortiment

genommen. Aufschrift:

„Gib niemals auf und glaub

an dich“. Erhältlich für zehn

Euro online im Union-Zeughaus.

„Ich fluche halt gernbei Spielen“, sagt Oliver Ruhnertüber sich selbst

Der

Macher

Im Hintergrund hat Sportchef

Oliver Ruhnert den 1. FC Union zum

Aufstiegskandidaten geformt

Weiß man schon, ob die

dann noch pünktlich vordem

Spiel ankommen? Ja! Laut

Union treffen Bestellungen,

die bis Donnerstag eingehen,

noch am Sonnabend

ein. Im Sonderzug gibt es die

Hüte auch.

VonMax Ohlert

IMAGO IMAGES/KOCH

Neuhaus erfüllen sollte, zum anderen

die Schuld über sportlichen

Misserfolg dann ebenso bei Neuhaus

suchte. Als der Streit zwischen

den beiden 2011 eskalierte, verpflichtete

Union den gut vernetzten

Nico Schäfer als Beeck-Ersatz und

Bessermacher,der allerdings als Leiter

der Lizenzspielerabteilung Verhandlungen

mit Spielern und Beraternführen,

Transfers aber nicht entscheiden

durfte.Das blieb Sportchef

Lutz Munack vorbehalten und änderte

sich auch unter Helmut

Schulte,der ab 2016 neuer Leiter der

Lizenzspielerabteilung war, nur

marginal.

Munack, enger Verbündeter von

Präsident Dirk Zingler,fällte die Entscheidungen

bis zum vergangenen

Sommer, ehe Union nach einer

höchst enttäuschenden Saison im

Abstiegskampf Munack in den Jugendbereich

degradierte und

Schulte verabschiedete.

Nun schlug die Stunde Ruhnerts,

der erst ein Jahr zuvor als Chefscout

vom FCSchalke 04 verpflichtet worden

war. Beeindruckt von der Charakterstärke

des 46-Jährigen ging

Zingler das lange gescheute Risiko

nun doch ein und machte Ruhnert

zumAlleinverantwortlichen auf dem

Sportdirektorposten. Eine Entscheidung,

die sich noch als Schlüsselmoment

in der rot-weißen Historie herausstellen

könnte.

Riesiger Kaderumbruch

IMAGO IMAGES/KOCH

Denn Ruhnertverpflichtete in seiner

ersten Amtshandlungen mit Urs Fischer

einen Trainer, von dessen Philosophie

er ebenso überzeugt war

wie wiederum Fischer vom Umfeld

und dem Spirit an der Alten Försterei.

Beide, Ruhnert mit seinen Scouting-Kenntnissen

und Fischer mit

seinem Taktikverständnis, vollzogen

den wohl größten Köpenicker Kaderumbruch

des letzten Jahrzehnts

und arbeiteten akribisch am ganz

großen Traum.

Dabei umgibt den Sportchef,

trotz großer Verantwortung immer

die Aura des ehrlichen Malochers.

Als man ihn in Sandhausen versteckt

auf der Tribüne kauern sah, erklärte

er:„Ich setze mich bei Spielen gerne

da hin, wo ich fluchen kann. Ich fluche

halt gerne beim Fußball.“ Damit

kann sich jeder Unioner identifizieren.

Ebenso mit der Bodenständigkeit,

die Ruhnert ausmacht. „Man

sollte auch wissen, dass man auf

dem Weg nach oben vielen Leuten

begegnet, die einem auf dem Weg

nach unten wieder entgegenkommen

können“, sagte er mal in der

Hinrunde. Und tröstete am Sonntag

nach der Pressekonferenz dann ganz

selbstverständlich Magdeburgs Abstiegstrainer

Oenning.

Max Ohlert

imponiertdie Arbeit von

Ruhnertund Trainer Fischer.

Die Sache

mit dem

Pferdeschwanz

Die WM-Elf der Frauen

überrascht mit Sprüchen

VonFrank Hellmann,Frankfurt

ImFrauenfußball ist es selbst für

Nationalspielerinnen immer noch

nicht so einfach, den Fokus allein auf

die schönste Nebensache derWelt zu

richten. „Lena Oberdorf geht noch

zur Schule,KlaraBühl hat gerade ihr

Abitur gemacht und Johanna Elsig

ihre Masterarbeit geschrieben“,

sagte Martina Voss-Tecklenburg, als

die Bundestrainerin aus dem höchsten

Bankentower Frankfurts ihren

Kader für die Frauen-WM in Frankreich

(7. Juni bis 7. Juli) präsentierte.

Die17-jährige Oberdorfvon der SGS

Essen soll wie die Freiburgerinnen

Bühl, 18, und Giulia Gwinn, 19, Unbekümmertheit

ins deutsche Team

tragen. „Wir wollen ja in den nächsten

Jahren noch einige Turnierespielen“,

sagte Voss-Tecklenburg, die

sonst auf Experimente verzichtet.

Wenn es bei der WM mit den

Gruppenspielen gegen China (8.

Juni), Spanien (12. Juni) und Südafrika

(17. Juni) ernst wird, müssen

die Stützen funktionieren: Spielmacherin

Dzsenifer Marozsan, die wie

Carolin Simon am Sonnabend in Budapest

mit Olympique Lyon das

Champions-League-Finale gegen

den FC Barcelona bestreitet; Sara

Däbritz und Melanie Leupolz vom

FC Bayern oder AlexandraPoppund

Svenja Huth, die nächste Saison gemeinsam

für WolfsburgamBall sind.

Debatten im Internet

Am meisten Überraschung steckte

in einem Fernsehspot, der am Tag

der Kaderbekanntgabe bereits kurz

vor der ARD-Tagesschau gesendet

wurde.Vorurteilenimmt die Kampagne

mit Selbstironie auf: unter anderem,

dass zum EM-Gewinn vor

30 Jahren überreichte Kaffeeservice

und die Tatsache,dass viele der aktuellen

Spielerinnen einer größeren

Öffentlichkeit unbekannt sind. „Wir

spielen für eine Nation, die unsere

Namen nicht kennt“, hieß es da.

Noch provokanter der Spruch,

der inden sozialen Netzwerken Debatten

anstieß: „Wir brauchen keine

Eier –wir haben Pferdeschwänze.“

Mit soviel weiblichem Wagemut hat

sich die DFB-Elf noch nie auf die

Schippe genommen. Zur Heim-WM

2011 hatten ARD und ZDF noch die

Botschaft „Dritte Plätzesind nur was

für Männer“ plakatiert, was den

deutschen Fußballerinnen nach

dem vorzeitigen Aus imViertelfinale

prompt auf die Füße fiel.

Die Bundestrainerin verzichtet

auf klare Zielvorgaben für ihre Tour

de France,die das Team in der Gruppenphase

nach Rennes, Valenciennes

und Montpellier führt: „Wir

möchten uns für die Olympischen

Spiele 2020 qualifizieren, wofür wir

unter die besten drei europäischen

Teams gehören müssen.“ Aus Sicht

der 51-Jährigen müssen „wir dafür

Minimumins Viertelfinale,vielleicht

sogar ins Halbfinale kommen.“

Verzichtet bei der WM auf Experimente:

Martina Voss-Tecklenburg IMAGO IMAGES


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 – S eite 21 *

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Feuilleton

Das Berliner

Klavierfestival mit

herausragenden

Interpreten

Seite 24

„Man wähnt sich gleich mitten im dicksten Albtraum.“

Doris Meierhenrich über den Beginn von „Erniedrigte und Beleidigte“ aus Dresden beim Theatertreffen Seite 23

Grenzverschiebung

Wo im Freistaat

wohl vorn ist?

PetraKohse über Herrn

Kretschmers Gleichsetzung

vonKunst und Ideologie.

Michael Kretschmer von der

CDU, Ministerpräsident des

Freistaats Sachsen, hat zur Kritik an

Sachsens zögerlichem Vorgehen gegen

rechte Aktionen und Personen

dem Berliner Tagesspiegel gesagt:

„Wenn das Zentrum für politische

Schönheit bestimmte Aktionen

macht, ist das Ausdruck der Kunstfreiheit,

wenn die Identitären Kreuze

auf dem Görlitzer Untermarkt aufstellen,

dann ist der Aufschrei groß.

Ich finde beides geschmacklos. Hier

werden Grenzen verschoben. Es radikalisiertsich

zunehmend.“

Ja,das scheint so.Allerdings nicht

aufseiten der Kunst. Denn ganz und

gar unabhängig vonGeschmacksfragen

ist symbolisches Handeln von

Menschen im Rahmen eines ästhetischen

Konzeptes etwas anderes als

symbolisches Handeln von Menschen

mit politischen Zielen. Zumal,

wenn diese Ziele, wie im Fall der

Identitären Bewegung, Anhaltspunkte

für eine Beobachtung durch

den Verfassungsschutz geben.

Aber Trennschärfe scheint ohnehin

keine Lieblingsdisziplin des

sächsischen Politikers zu sein, dessen

Partei in Umfragen zur Landtagswahl

am 1. September kaum

noch fünf Prozent vor der AfD liegt.

Zurgleichen Zeit, da seine populistische

Gleichsetzung von Kunst und

Ideologie noch auf Twitter verarbeitet

wurde, war er am Montag bereits

an anderer Front in Sachen waghalsiger

Konsense und unfreiwilliger

Offenbarungen unterwegs und twitterte

über seinen Besuch des Bombardier-Werkes

in Bautzen: „Die Diskrimierung,

die Radfahrer erlebt haben

in den letzten Jahren, die war

nicht in Ordnung.Wirdürfen sie jetzt

aber nicht übertragen auf Autofahrer,

auf Fußgänger, auf den öffentlichen

Personennahverkehr. Es gibt

eine Gleichberechtigung, dafür treten

wir im Freistaat Sachsen ein.“

Und:„Industrie 4.0 ist die Lebensversicherung

in einer Zeit und in einer

Welt, wo immer mehr unserenWohlstand

haben wollen, und wir müssen

weiter vorn bleiben.“

Wer wissen will, welche

Macht Bilder auf unser

Sehen haben können,

sollte derzeit nach

Dresden fahren. Oder die Zeitungsfotos

jenes „neuen“ Vermeers betrachten,

den die dortige Gemäldegalerie

in der vergangenen Woche

zur „Wieder“-Entdeckung dem Publikum

vorstellte. Kein unbekanntes

Bild aus den Depots, sondern das

1743 erworbene „Brieflesende Mädchen

am offenen Fenster“, welches

Jan Vermeer van Delft um 1657/59

schuf. Es ist eines der berühmtesten

Gemälde der Kunstgeschichte.Doch

schon jetzt sehen wir es anders als

noch vor neun Jahren bei der herrlichen

Vermeer-Ausstellung in Dresden,

Den Haag und Edinburgh. Inzwischen

haben nämlich die Restauratoren

Hand angelegt.

Bereits 2010 hatte man fünf Entwürfe

Vermeers, dieses Malers für

Maler, unter den Farbschichten

identifiziert. Dennoch war das Sichtbare

zur einst gewünschten Abschlussfassung

erklärt worden: Eine

junge Frau ist darauf zu sehen, zart

errötend mit einem Brief in der

Hand. Sie steht in einem kleinen

Zimmer, auf der fast nackten Wand

hinter ihr schillerten die Farben des

vollen Lichts. Eine breite, dunklere

Fläche auf der Wand schien von einem

abgehängten Gemälde zu

stammen. Vermeer malte in sein Bild

den Schatten eines anderen Bildes.

Welche Raffinesse,dachte man.

Doch vor etwa eineinhalb Jahren

hat eine radikale Restaurierung begonnen.

Ursprünglich sollten nur

die vergilbten Schutzfirnisse des

19. Jahrhunderts entfernt werden.

Schon das lässt das Vermeer-Gemälde

kühler, frischer erscheinen.

Außerdem stellten die Dresdner Restauratoren

fest, dass die Farbe der

nackten Rückwand über jenem Firnis

aufgetragen sei, den Vermeer um

1659 genutzt habe. Möglicherweise

geschah das um 1700, so die Restauratoren

mit guten Gründen. Sie haben

jetzt bereits etwa ein Drittel dieser

Übermalung entfernt. Das Bild

des rechtbarock-drallen Liebesgotts

Cupido ist nun dort erkennbar, bewaffnet

mit Bogen und Pfeil.

Es bleiben zwar die hinreißende

Licht- und Feinmalerei Vermeers –

man beachte nur das Gesichtund das

Rot des Fenstervorhangs, die sich in

den Butzenscheiben spiegeln. Grandios.

Aber das Rätsel des Gemäldes

scheint gelöst. Das Bild wirkt nun

nach den akademischen Gesetzen

des holländischen Goldenen Zeitalters

harmonisch gefüllt, auch die Bedeutungszusammenhänge

sind nun

Schatten eines

Liebesgotts

Die begonnene Vermeer-Restaurierung

in Dresden ist auch ein Verlust

vonGeschichte

VonNikolaus Bernau

„Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“ von Jan Vermeer van Delft, um

1657/59 –Zwischenzustand der Restaurierung. GEMÄLDEGALERIE ALTE MEISTER

ziemlich klar:Der Liebesgott hat seinen

Pfeil abgeschossen, die errötende

Frau, durch unbedecktes Haar

als unverheiratet ausgewiesen, ist

getroffen. Mandarfnoch fragen, was

der wild zusammengeschobene

Tischteppich bedeutet, was die aus

der chinesischen Schale rollenden

Äpfel und Pfirsiche –ebenfalls oft als

erotische Symbole benutzt.

Wir können annehmen, dass die

Freilegung das von Vermeer angedachte

Werk aufdeckt. Doch um es

wiederzugewinnen, zerstören die

Restauratoren die Geschichte des

Kunstwerks. Sie zerstören eine grandios

das Licht schillernde „Wand“-

Fläche, die so effektreich-ruhig gemalt

ist, dass sie über mehr als

300 Jahre als zentraler Wirkungsteil

des Meisterwerksgelten konnte.

Schon die späte Vorstellung dieser

Restaurierung zeigt, dass sich die

Dresdener der methodischen Probleme

bewusst sind. Sie haben sich

damit eine öffentliche Debatte erspart,

wie sie etwa anhand der Michelangelo-Gemälde

in der Sixtinischen

Kapelle international geführt

wurde: Sind Kunstwerke nicht auch

historische Dokumente? Hat die

Sehgewohnheit von 300 Jahren kein

Recht zu bestehen? Werden, wenn

die lang verdeckten Flächen nun mit

jenen zusammentreffen, die Licht

und Klima ausgesetzt waren, diese

nicht ebenfalls angeglichen, weil das

Publikum einen auseinanderrestaurierten

Vermeer nicht akzeptiert?

Durchgesetzt hat sich statt der

Debatte solcher Fragen wieder einmal

der antihistorische Kult um das

Genie des allein schaffenden Künstlers

und seine Werke. Das ist keineswegs

selbstverständlich: In Berlin

etwa hat man sich bei so manchem

Gemälde entschlossen, nicht bis

zum ersten historischen Firnis herunterzurestaurieren,

dürfen antike

Skulpturen ihre Überarbeitungen

aus Barock und Klassizismus behalten.

In Dresden dagegen sind Kunstwerkeoffenkundig

erst akzeptierbar,

wenn sie aus einer scheinbaren Intaktheit

heraus wirken: In der Frauenkirche

etwa wurden die Trümmer

des Hochaltars bis zur Unsichtbarmachung

seiner Zerstörung 1945

restauriert, im Schloss entstanden

ganzeMalereizyklen wieder.

Unser Bild Vermeers ist nun auf

Dauerverändert. Wirsollten nicht so

tun, als wäre das nur ein Gewinn.Es

ist auch ein Verlust zu beklagen –

derjenige der Geschichte des rätselhaften

Mädchens, das errötend einen

Brief liest und damit Generationen

von Künstlern der Modernen in

seinen Bann zog.

NACHRICHTEN

Berlinische Galerie bleibt

weiter geschlossen

DasMuseum Berlinische Galerie

muss vorerst weiter geschlossen

bleiben. Es könne in dieser Woche

noch nicht wieder für Besucher öffnen,

hieß es am Dienstag bei der zuständigen

Berliner Immobilienmanagement

GmbH (BIM). DieAnalyse

und Bewertung der komplexen

Dachkonstruktion dauerten an. Wegen

eventueller Statikprobleme am

Dach war die Berlinische Galerie

Ende Aprilfür Publikum vorläufig

geschlossen worden. Ursprünglich

sollten vondiesem Mittwoch an die

Ausstellungen wieder zugänglich

sein. (dpa)

Thomas Ostermeier mit

Theaterpreis Molière geehrt

DerKünstlerische Leiter der Schaubühne

und Regisseur Thomas Ostermeier

erhielt am Montagabend in

Parisden nationalen französischen

Theaterpreis Molièrefür seine Inszenierung

vonShakespeares „La Nuit

des Rois“ (Was ihr wollt) an der

Comédie Française.Mit dem Preis

wurde seine Arbeit als„beste Aufführung

an einem öffentlichen Theater“

geehrt. DiePremierewar im September

2018. DerMolièrewirdvon Mitgliedernder

Association professionnelle

et artistique du théâtrevergeben.

Preisobjekt ist eine goldene Molière-Büste.ZuBeginn

der

Verleihung im Varietétheater Folies

Bergèrewaren Anhänger der Gelbwesten-Bewegung

über das Dach

auf die Bühne vorgedrungen und

hatten wegen starker Kürzungen im

Kulturbudget durch Kulturminister

Franck Riester einen „Molièreder

Schande“ an die Regierung Macron

ausgerufen. (BLZ/dpa)

Anna-Seghers-Preis für

junge Autoren vergeben

DerAnna-Seghers-Preis für Nachwuchsautoren

geht in diesem Jahr

an die mexikanische Erzählerin

Fernanda Melchor und den deutschen

Schriftsteller Joshua Groß.

Diemit jeweils 10 000 Euro dotierte

Auszeichnung wirdam6.Dezember

in der Mainzer Akademie der Wissenschaften

und der Literatur verliehen.

(dpa)

UNTERM

Strich

Fontane der Woche

Das zu

weite Feld

VonCornelia Geißler

Wir vom Archiv nannten ihn Fonty …So

sollte eigentlich kein Text über den

ehrwürdigen Fontane beginnen. Nicht im Jubiläumsjahr,

woder Wanderer als Goldfigur

verkauft wird, als wäre erein Schokohase.

Günter Grass hat sich diese Namens-Flapsigkeit

im Jahr 1995 herausgenommen. Er bezeichnete

damit einen gewissen Theo

Wuttke, Held seines Romans „Ein weites

Feld“. Und Wuttke, also Fonty, kannte sich

besser mit Fontane aus als die studierten

Biografen. Eine literarische Figur darfjaalles

können und wissen.

DerNobelpreisträger in spe (Grass bekam

den Preis vier Jahre später) hatte selbst eine

Leidenschaft für Theodor Fontane, wollte

sich jedoch nicht anmaßen, eine Biografie zu

schreiben, wie er damals im Gespräch mit

der Berliner Zeitung erklärte. (Wir saßen in

der Kulturbrauerei, die im Roman vorkommt,

wo er anschließend aus dem Roman

las.) Sozusagen über-biografisch ließ er die

fiktive Figur des Aktenboten Fonty zeitweise

mit der historischen Persönlichkeit verschwimmen.

Schon rein äußerlich, was bei

den Berlinern, die offenbar alle Fontane-Leser

sind, Eindruck machte:„Ob in der S-Bahn

oder Unter den Linden, auf dem Gendarmenmarkt

oder im Getriebe der Friedrichstraße,

man blickte sich nach ihm um. Passanten

stutzten, zögerten. Man hätte den

Hutziehen mögen, so vorgestrig wirkte er.“

Doch nicht nur beim Personal, auch in

den Zeiten schob Grass Schichten ineinander.Dazeigte

er sich romantechnisch auf der

Höhe des eigenen Jahrhunderts.Erwanderte

über das weite Feld vom Vormärz über die

48er-Revolution, dann durch die Zeit der

BARBARA WREDE

Reichsgründung bis zur Jahrhundertwende,

besuchte dazwischen die DDR mit ihren

kunstfeindlichen Debatten, um dann in der

Gegenwartdie Phase kurznach dem Mauerfall

mit Worten wie Abwicklung, Währungsumtausch

und Treuhand zu markieren.

Sein Fonty arbeitete als Aktenbote zwischen

den gerade umgezogenen Ministerien

im vereinigten Deutschland, die Stelle hatte

ihm ein alter Bekannter verschafft, der ewige

Spitzel Hoftaller. Umden zu erfinden, hatte

Grass sich wiederum in der Literatur bedient,

bei einem herausragenden Roman seines

Jahrhunderts – dem „Tallhover“ von

Hans Joachim Schädlich, was nicht die beste

Grass’sche Idee war. Denn diese literarische

Figur gehörte ja einem anderen und hätte

nicht einfach so verdreht werden können.

Ohne Kränkung ging das nicht ab.

Warum weiß man das heute alles nicht

mehr? Ach, das ist, um mit dem Alten zu

sprechen, „ein zu weites Feld“. Denn der Roman

kam zur falschen Zeit, wiewohl man damals

nach Büchernschrie, die denMauerfall

und seine Folgen behandelten. So vereinigungskritisch

sollte es dann auch wieder

nicht sein, der Grass-Wälzer behagte einigen

meinungsstarken Menschen nicht. Lieferbar

ist das Buch noch. Es lässt sich gut heute lesen,

wie die Männer durch Brandenburgund

Mecklenburg reisen. Sogar, wie sie über

Frauen reden. Fonty weiß, dass Mete,die das

Andenken an Fontane reinhalten wollte,vergaß,

ihreBemerkung über„zu große Lendenkraft“

aus einem Brief zu tilgen.

Hoftaller hieß Fonty im 29. Kapitel, das

Fontane-Denkmal in Neuruppin zu erklettern,

das sei „nun mal der Preis der Unsterblichkeit“.

Günter Grass bestieg das Denkmal

schreibend, manchmal so wackelig wie der

Aktenträger, doch imGroßen und Ganzen

souverän –und kenntnisreich.


22 Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Feuilleton

Noch ein Requiem auf die Volksbühne

Andreas Wilckes Kinodokumentarfilm hält kostbare Augenblicke der letzten Castorf-Saison fest −ein melancholisches Fest für Fans

VonUlrich Seidler

Der Dokumentarfilm mit

dem geradezu autoaggressiven

plumpen und

viel zu langen Titel:

„Macht das alles einen Sinn? Und

wenn ja − warum dauert es so

lange?“ erzählt von der Volksbühne,

die es nicht mehr gibt. MitzweiStunden

ist das Werk gar nicht mal so

lang, und der Sinn erschließt sich auf

den ersten Blick. Es ist ein Requiem

in Bildern auf die Volksbühne von

Frank Castorf und Bert Neumann.

Ein Abspann auf den letzten großen

Castorf-Flow mit Ausschnitten, Seiten-

und Kulissenblicken, Take-outs,

Probenbeobachtungen, aber ohne

Voice-over-Kommentar und ohne

Interviews. Eserzählt und feiert sich

ja auch wirklich alles von selbst,

wenn sich eine Legende erst einmal

aus der Diesseitigkeit gelöst hat und

in die Hall of Fame der Verklärung

aufsteigt. Jedes der Bilder,jede lange

Einstellung, jeder kurze Schnitt auf

ein Detail fühlt sich an wie ein Beleg

der Erinnerungen, über die sich jedoch

schon beim Miterleben jener

Abschiedskaskade der samtene

Edelschimmel der Nostalgie legte.

Andreas Wilcke, der mit „Die

Stadt als Beute“ (2016) einen Blick

auf die sozialen Verwerfungen des

entzündeten Immobilienmarktes

Berlins geworfen hat, war mit der Kamera

dabei, als die letzte Saison der

Volksbühne unter Frank Castorf lief.

Eine künstlerisch überwältigende,

Stagnation im Volksbühnen-Bahnhof Stalingrad –inFrank Castorfs Abschiedsinszenierung „Faust“.

vom Abschiedsschmerz angeheizte

Spielzeit, in der der Meister nach einem

25-Jahre-Marathon noch einmal

das ganzeHaus zu einer gigantischen

Selbstinszenierung hochriss.

Das ging von seinen großen Volksbühnen-Würfen:

„Die Kabale der

Scheinheiligen. DasLeben des Herrn

de Molière“, „Die Brüder Karamasow“

und „Faust“, die jeweils mit tränenreichen

Applausorgien verabschiedet

wurden, bis hin zu seinem

verstörenden Auftritt beim Abschiedsfest

im Sommer 2017, wo er

eine Militäruniformjacke trug, von

Feinden und Freunden, von gewonnenen

Schlachten und verlorenen

Kriegen schwadronierte und Regen

herbeizauberte.

Aber natürlich war das alles auch

mehr als die Feier eines Genie-Egos,

das sich in jeder seiner Inszenierungen

−auch heute noch −selbst porträtiert

und gerade durch diese

scham- und schonungslose Ich-PerspektiveGeschichte

und Gegenwart,

Kunst und Wirklichkeit zerpflückt.

Hinter ihm versammelten sich die

Schauspieler, die Techniker, die Gewerke,

die sich aus eigenem Antrieb

in die Erschöpfung trieben −die einander

anstachelten und beim Sprint

über die Ziellinie die letzten, in den

Tiefen der seelischen Substanz verborgenen

Reservenverpulverten, als

gäbe es kein Morgen mehr (das in-

WILCKEFILMS, WELTFILMS

zwischen längst schon wieder ein

Gesternist).

Das alles hält der Film, der in der

Konkurrenz gegen die vom RBB koproduzierte

und entsprechend fernsehmundgerechtere

Volksbühnendokumentation

„Partisan“ von Lutz

Pehnert aus der Kurve getrieben

wurde,mehr für die Zeitgenossen als

für die Nachwelt fest. Unddas macht

ihn kostbar. Man kann den seliggetrunkenen

Castorf mit Weißwein-

Plastebecher im Kreis der abgerockten

Schauspieler hinter den Kulissen

auf das späte Ende eines „Karamasow“-Gastspiels

warten sehen. Schon

bei der ersten Einstellung, in der Alexander

Scheer sich für eine Probe mit

„It’s all over now, baby blue“ einsingt

und Martin Wuttke dazukommt, wird

einem anders. Man sieht den Vorschlaghammer

auf den Bert-Neumann-Asphalt

knallen, wie der Chefrequisiteur

eine Glasharfe stimmt

oder ein Schauspiel aufstellt, wie

Marc Hosemann, Martin Wuttke und

Alexander Scheer vor der Premiere

hintermVorhang hibbeln, wie Castorf

bei der Probe meckert oder bei einer

Konzeptionsprobe seine ausufernden

Exkurse entrollt. Aber auch die

Wutsteigt wieder hoch, wenn der inzwischen

längst gescheiterte Castorf-

Nachfolger Chris Dercon vorder versammelten

Belegschaft oder auf irgendeinem

kulturpolitischen Podium

von Interdisziplinarität und

Offenheit schwafelt und die Volksbühne

samt ihrem im Sommer 2015

gestorbenen Chefdesigner Bert Neumann

als Markevereinnahmt.

Man nehme sich was zu trinken

und Freunde mit, die dabei waren,

und zelebriere den Kinobesuch als

feuchte Totenmesse.Und dann gehe

man bald mal wieder ins Theater.

Denn das lebt ja weiter.

Machtdas alles einenSinn? Regie: Andreas

Wilcke, heute(15.5.),20 Uhr PremiereimKino

Babylon, ab Donnerstag in acht BerlinerKinos:

Krokodil, Tilsiter Lichtspiele, Sputnik u.a.

Wiemit verbrannter Stimme

René Jacobs interpretiert Beethovens „Missa solemnis“ –esist der Abend des Freiburger Barockorchesters und des Rias-Kammerchors

VonPeter Uehling

Wenn René Jacobs die „Missa solemnis“

mit dem Rias-Kammerchor

und dem Freiburger Barockorchester

aufführt, erwartet

man nichts Geringeres als die anregendste

Auseinandersetzung mit

Beethovens vielleicht sperrigstem

Werk –was soll noch für das Beethoven-Jubiläum

2020 übrig bleiben?

Nach der Aufführung am Montag

in der Philharmonie,der letzten nach

einer Europa-Tournee,stellt man fest:

Es bleibt noch einiges übrig. Dass Jacobs

tief über das Werk nachgedacht

hat, kann man nichtbezweifeln. Dass

er sich mit dieser Partitur in einen

Stilbereich vorwagt, der zur Vermittlung

seiner Gedanken einiges mehr

reich, von dem aus er ausgewogen

zu hören ist. Die

Solisten haben zuweilen

Mühe, über dem Orchesterklang

präsent zu werden;

im vonBeethovensolistisch

gedachten „Pleni

sunt coeli et terra“ muss

der Chor sie verstärken.

Jacobs bringt rhetorische

Tricks in Anschlag wie

die Verlangsamung des „et in terra

pax“ oder des„adoramus te“ im stürmischen

Gloria. Aber gerade in den

Fugen fehlt dem Klang Intensität.

Dieabschließende Friedensbitte,die

Beethoven mit Paukenwirbeln und

Trompetenschmettern unterbricht,

nimmt Jacobs so rasch, dass der

Klang figurativ verwirbelt scheint –

Der Dirigent

René Jacobs

IMAGAO/ LIEVEN VAN ASSCHE

an kapellmeisterlichem Handwerk

erfordertals ihm zu Gebote steht, ist

allerdings auch nicht zweifelhaft.

Nur der Umstand, dass ihm die besten

Kräfte zur Verfügung stehen, kaschiert,

dass er die Musik eher in

Gang bringt als führt. Wenn etwas

auseinanderläuft –und die erstaunlich

geringe Transparenz des Gesamtklangs

hat viel mit Unschärfen

im Zusammenspiel zu tun –, kann Jacobs

nur hoffen, dass das Ensemble

sich vonselbst wieder findet.

Soprane und Bässe stehen links

vom Dirigenten, Alte und Tenöre

rechts vonihm, das Orchester drängt

sich stehend in der Mitte, die Solisten

stehen dahinter.Einleuchtend ist

das nicht. Wenn der Chor sich selbst

ansingt, schrumpft im Saal der Beob

die Auffassung dieser

Passagen als Tanz stimmig

ist? Wiederholt sich in der

Gegenüberstellung von

Schlachtenmusik und 6/8-

Allegretto nicht der Schluss

der „Pastorale“, in der auf

„Gewitter,Sturm“ der „Hirtengesang“

mit „frohen,

dankbaren Gefühlen nach

dem Sturm“ folgt? Natürlich

trägt dieser„Hirtengesang“ Züge

eines Reigens,aber er ist kein rascher

Walzer, und ebenso ist das „Dona

nobis pacem“ gewiss kein Paar-,

sondernein Gruppentanz.

Am besten ist Jacobs, wenn die

„Missa“ in theatralische Bereiche

vordringt: Grandios die Umsetzung

des von Beethoven hinzugefügten

„ah“ und„o“ im„misererenobis“ des

Gloria als abgesetztes Seufzen des

verzweifelten Individuums. Zauberhaft

die Idee, dass Beethoven die

theologischen Erwägungen über die

Natur des Gottessohnes –„gezeugt,

nicht geschaffen, eines Wesens mit

dem Vater“ – als rechthaberischen

Streit von Schriftgelehrten mit einem

starrköpfigen Fugato vertont

hat. Und beeindruckend ist die Atmosphäre,

die Jacobs mit dem mystischen

Kontrapunkt am Beginn des

Sanctus erzeugt und den Solisten

Gelegenheit zum reinen Klang gibt:

Sophie Harmsen als Alt mit instrumentaler

Klarheit, SteveDavislim als

Tenor mit leichter Anstrengung, Polina

Pastirchak als Sopran mit strahlender

Hingabe an die Tücken ihrer

hohen Lage. Die Stunde Johannes

Weissers als Bass schlägt im Agnus

dei, das er wie mit verbrannter

Stimme singt, bis er von Sophie

Harmsen mit größerem Ausdruck

abgelöst wird.

Es ist eine Aufführung, die von

der Seite des Dirigenten eher zerfällt,

vonden Ensembles jedoch sicher getragen

wird –die Soprane des Rias-

Kammerchores bewältigen die Zumutungen

ihrer Partie erstaunlich

klangschön, die Musiker des FBO

zeigen ihre Qualitäten, wenn sie

nicht vom Tutti eingeklemmt werden,

stellvertretend seien Anna Katharina

Schreibers so inniges wie

weit schwingendes Violinsolo genannt

und Daniela Liebs Flötensoli

etwa im „Etincarnatus est“.

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Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 23 *

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Feuilleton

Schreien

für den

Frieden

Theatertreffen: „Erniedrigte

und Beleidigte“ aus Dresden

VonDoris Meierhenrich

Umdiesen Abend zu loben, muss

man erst einmal seinem eigenen,

wortreich eingeschobenen Verwirr-Prinzip

zuwiderhandeln und

schulmäßig vonvorne beginnen. Da

füllt sich in Sekundenschnelle die

Bühne mit dichtem Nebel, der in

Windeseile auch den halben Zuschauerraum

in die Undurchschaubarkeit

hineinzieht, ein pathetisch

melodramatischer Soundtrack heult

auf und plötzlich schießen aus dem

schaurigen Weiß schwarze Gestalten

hervor, als sprängen sie direkt auf die

Köpfe der Zuschauer. Sorasant wie

sie auftauchen, ziehen sie sich wieder

zurück. IhrErscheinen aber ist so

unvermittelt, beängstigend energiegeladen,

dass man sich gleich mitten

im dicksten Albtraum wähnt.

Der Nebel lichtet sich und das

schwarzbefrackte Gespensterpersonal

schiebt nun ganz bedächtig eine

Riesenleinwand nach vorne, angeführt

von einer jungen Frau, Luise

Aschenbrenner, die später das misshandelte,sterbenskranke

Kind Nelly

spielt, in diesem Moment aber so etwas

wie das stolze Lebensbild dessen

verkörpert, was von nun an malerisch,

theatralisch, künstlerisch auf

Bild und Bühne hinter ihr entstehen

soll –und der dialektische Tondes

Abends ist gesetzt.

Ein starker, suggestiver Beginn,

mit dem Sebastian Hartmann seine

Dresdner Vertheaterung des Dostojewski-Romans

„Erniedrigte und Beleidigte“

sofortaus der Literatur heraus

in den düster vibrierenden

Sound seines Traumtheaters zieht.

Eines dunklen, harten, von Hysterie

und opernhafter Übersteuerung getriebenen

Hin-und-Hers,das Dostojewksis

Fieberliteratur oberflächlich

sehr nahe kommt. Andererseits eine

Methode,die Hartmann mittlerweile

in Seriefertigt, wie die später am DT

herausgekommene Bearbeitung des

Hamsun-Romans „Hunger“ zeigt.

Dass nicht dieser Hamsun, sondern

der Dostojewski zum Theatertreffen

geladen wurde, versteht man, wenn

man in derVolksbühne sieht, wie viel

Textbemühen dort noch übrig geblieben

ist von der Textverweigerung,

die den „Hamsun“ prägt.

Szene mit Eva Hüster,Luise Aschenbrenner

und Nadja Stübiger.

SEBASTIAN HOPPE

DieGeschichte des unglücklichen

Schriftstellers Wanja und seiner Jugendfreundin

Natascha einfach wiederzugeben,

eine Geschichte über

verirrte Gefühle dreier Liebender,die

wiederum über Stolz und Habgier

zweier Familien ein Geflecht aus zynischer

Vernunft und gläubiger Aufopferung

entwirft, versucht Hartmann

nicht. Wasersucht, sind MomenteemotionalerWahrheit,

die sich

in den Schmerz-, Hass- und Schuld-

Energien der Figuren entladen, nicht

im Text. Er konterkariertsie aber,indem

er stückweise die Poetikvorlesung

des Dramatikers Wolfram Lotz

von 2017 einrufen lässt. Aber so

schön Lotz’ Plädoyer für das Hinterder-Sprache-Lauernde

und Nichtgeordnete

ist, so sehr fällt das Bühnengerenne

der Gestalten hier dahinter

zurück. Alles bleibt im Monosound

des Geschreis: schmale Behauptung

statt weiter Szenen-Cluster.

So ist das in einer Famiie: Man ist inniglich einander zugetan und stößt zwischendurch manch böses Wort aus.

Kreuz und quer durch Paris

„Das Familienfoto“ von Cécilia Rouaud, ein Film mit französischem Esprit und tollen Schauspielern

VonAlexandraSeitz

Bei Großvaters Beerdigung

kommen sie alle nach längerer

Zeit einmal wieder

zusammen: Vater Pierre,

typischerweise ständig im Büro beschäftigt,

mit seiner mittlerweile

zwar nicht mehr so neuen, dafür

aber immer noch jüngeren Freundin,

die zu allem Überfluss sein Kind

erwartet. Mutter Claudine, die Psychotherapeutin,

die es sich in ihrem

Leben als Exfrau Pierres gutgelauntzynisch

eingerichtet hat –die Scheidung

liegt ja auch schon etwas länger

zurück, da waren die drei gemeinsamen

Kinder noch klein. Inzwischen

sind sie groß und mehr

oder weniger selbstständig: Sohn

Mao, ein erfolgreicher Computerspieleentwickler,

der es nie ins Erwachsenenalter

geschafft hat, zum

Ausgleich dafür aber schon mal mit

dem Todliebäugelt. Tochter Elsa, die

von der biologischen Uhr getrieben

schwanger werden will, aber nicht

wird, was ihren Lebensgefährten allmählich

unter Druck setzt. Tochter

Gabrielle, die berufsmäßig als lebende

Statue und Fotomotiv an touristischen

Hotspots steht. Ihren

Sohn zieht sie alleine groß, der aber

schämt sich seiner Mutter und will

zum Vater übersiedeln.

Das sind schon mal eine ganze

Menge Beschädigungen, Neurosen,

Versagensängste, Fehlentwicklungen

und Überforderungen, die die

VonPetraKohse

ZuMäxchens sechstem Geburtstag

hat seine Oma eine Schokoladentorte

mit drei Schichten gebacken.

Sie schmeckt wunderbar, aber

Mäxchen selbst greift zur Verwunderung

der Gäste nicht zu. „Achten Sie

nicht auf ihn, liebe Nina und Ninas

Tochter“, erklärt die Großmutter.

„Ich habe dem armen Tropf hier einen

Apfel gerieben, er kann leider

nichts anderes verdauen. Mir bleibt

auch nichts erspart!“

Mäxchen ebenfalls nicht. Er heißt

eigentlich Maxim und ist mit seinen

Großeltern aus Russland nach

Deutschland gekommen. Im Wohnheim

leben sie unter russischen Juden,

obwohl sie selbst nicht jüdisch

sind bzw. nicht wirklich bzw. nicht

alle. Aus Alina Bronskys neuem Roman

„Der Zopf meiner Großmutter“

darfman nicht zu viel verraten, denn

das Was ist in diesem Buch die

Filmemacherin Cécilia Rouaud mit

dem Personal ihres nach eigenem

Drehbuch entstandenen Film „Das

Familienfoto“ versammelt hat. Sattsam

bekannt will einem dergleichen

Konstellation erscheinen und allzu

vorhersehbar Dramaturgie und Verlauf

der Handlung. Es ist, als habe

man den Film bereits gesehen, bevor

er noch begonnen hat. Dann aber –

wird man überrascht. Weniger von

ungewöhnlichen Irrungen und Wirrungen

als vielmehr von der Tiefe

des Gefühls wie von der Aufrichtigkeit

des Ausdrucks.

In die verwandtschaftliche Ansammlung,

die –erwartungsgemäß

stets bereit, spitzzüngig übereinander

herzufallen –dem Begriff „dysfunktionale

Familie“ alle Ehre

macht, gerät Bewegung, weil die hinterbliebene

Oma unübersehbar

geistig nicht mehr auf der Höhe ist.

Sie erkennt ihren Sohn Pierre nicht

mehr und murmelt ständig davon,

sie wolle zum Sterben zurück nach

Saint Julien, den glücklichen Sommerferienort

der einst glücklichen

Familie. Den es in dieser idyllischen

Form schon lange nicht mehr gibt, so

wie es ja auch das Familienidyll nicht

mehr gibt. Da eine Abschiebung der

alten Dame ins Heim jedoch außer

Frage steht, wechselt man sich mit

ihrer Betreuung ab.

An der Seite der verwirrten Lady,

die nun also immer wieder ihren

letzten Weg anzutreten trachtet,

Weniger als die Handlung überrascht in

diesem Film die Tiefe des Gefühls.

lernt das Publikum die Familienangehörigen

und ihre Lebensumstände

näher kennen. Zwanglos vermittelt

Rouaud auf diese Weise Einblicke

in den ganz normalen Wahnsinn,

der den Alltag der Kinder und

Kindeskinder bestimmt. Und sichtbar

wird sonicht nur der Groll, den

sie alle auf unterschiedliche Weise

gegeneinander hegen, sondernauch

die jeweiligen Gründe dafür, sowie

die Hoffnungen und die Sorgen, die

sie sich machen, und die Zärtlichkeit

und die Zuneigung, die sie allenWidrigkeiten

zum Trotz füreinander

empfinden. Schlußendlich werden

sie eben doch von Familienbanden

zusammengehalten.

Hier erweist sich die eigentliche

Qualität von „Das Familienfoto“ als

Achten Sie auf den armen Tropf!

So berührend wie überraschend: Alina Bronskys Roman „Der Zopf meiner Großmutter“

Hauptsache,und es ist so berührend

wie überraschend.

Die Großmutter also, Margarita

Iwanowna, genannt Margo. Dazu

Maxim, der tartarische Großvater,

der Tschingis heißt, und Nina, die

Nachbarin im Wohnheim, eine Klavierlehrerin,

in die sich Tschingis zu

Beginn des Buches schon verliebt

hat. Margo, die erst um die fünfzig

sein dürfte, ist ein weiteres Großmuttermonster

aus der

Bronsky’schen Feder, das man nicht

so schnell vergessen wird. Schon in

„Die schärfsten Gerichte der tartarischen

Küche“ (2010) beeindruckte

das Miteinander von boshafter Ungerührtheit

und zärtlichster Leidenschaft

der Tartarin Rosalinda.

Margo nun ist ein Ausbund an

Ungerechtigkeit und Anmaßung. Sie

ist vollerVorurteile,hoch neurotisch,

hochnotpeinlich –und zugleich herzensgut

und voneiner Tapferkeit, die

einem die Tränen ins Auge treibt.

ALAMODE FILMS

die eines herausragenden Schauspielerfilms.

Der sich freilich einer

wunderbaren Besetzung –darunter

die auch als Sängerin erfolgreiche

Vanessa Paradis –und einem nicht

weniger geglückten Drehbuch verdankt.

Die vom sprichwörtlichen

französischen Esprit geprägten Dialoge

flitzen zwischen den bei aller

Spleenigkeit doch glaubwürdig charakterisierten

Figuren hin und her

und das Vergnügen der Akteure, die

diese mit Herz und Biss gleichermaßen

verkörpern, teilt sich mit.

Und während alle und alles zeitweise

im Chaos zu versinken droht,

behält Cécilia Rouaud dank ihres sicheren

Inszenierungsstils nicht nur

die Fäden in der Hand, sondern

spinnt daraus auch einen veritablen

Handlungsraum. Denn mit den Figuren

lernt man zugleich höchst verschiedenene

Behausungen in

höchst verschiedenenen Arrondissements

mit höchst verschiedenen

Atmosphären kennen, von der Etagenresidenz

im Innenstadtpalais bis

zum Hamsterkäfig im Banlieue-

Hochhausturm. Eine etwas andere

Sightseeing-Tour durch Paris, die zur

Authentizität dieses von sanftem

Humor wie leiser Melancholie getragenen

Familiendramas beiträgt.

DasFamilienfoto Frankreich 2018. Regie, Drehbuch:

CéciliaRouaud, Kamera:Alexis Kavyrchine,

Musik: Alexandre Lier,Sylvain Ohrel,Nicolas Weil,

Darsteller:Jean-Pierre Bacri, Vanessa Paradis,

Camille Cottinu.a., 98 Minuten, Farbe.

schossen wird, kein reines Jugendbuch

vor. Neun weitere Veröffentlichungen

folgten, darunter ein Bilderbuch

sowie das Sachbuch „Die

Abschaffung der Mutter“ (mit Denise

Wilk, 2016), in der Bronsky für

einen gesellschaftlich entspannten

Umgang mit Mutterschaft eintritt.

„Der Zopf meiner Großmutter“

ist im allerbesten Sinne ein Unterhaltungsroman.

Heiter-absurder

Umgang mit gesellschaftlichen

Problemlagen. Es kommt zu einer

Geburt, einer Beerdigung, eine Tanzschule

wird eröffnet, und an dem

Tag, als Maxim endlich den gefürchteten

„Roten Juden“ kennenlernt,

kann er ihn leider nur verschwommen

sehen – der Tee aus Margos

Thermoskanne hatte etwas scharf

geschmeckt, aber ziemlich gut.

AlinaBronsky: Der Zopfmeiner Großmutter.

Roman.Kiepenheuer&Witsch,Köln 2019,

224 S.,20Euro

NACHRICHTEN

Bedenken wegen EU-Geld

an TV-Sender Euronews

Wereine Kindheit in solcher Obhut

übersteht, hat im Leben nichts zu

fürchten.Tatsächlich wird aus dem

angeblich ständig vomTode bedrohten

Mäxchen im Laufe der Erzählzeit

ein kluger Teenager, der weiß, dass

sich nur der ein Herz fassen kann,

der auch eines hat.

Alina Bronsky kam selbst als Kontingentflüchtling

vom Ural nach

Deutschland. Erst mit 13 Jahren

lernte sie Deutsch, und seit 2008 veröffentlicht

sie Bücher. Sicherheitshalber

unter Pseudonym, denn „etwas

so Persönliches wie ein Buch“

soll dann wohl nicht auch noch namentlich

auf ihre Herkunftsfamilie

verweisen. Dass es in der Literatur

mittlerweile ein breites Allgenerationensegment

gibt, kommt Bronsky

entgegen, denn die 1978 geborene

vierfache Mutter legte schon mit ihrem

Erstling „Scherbenpark“ (2008)

über ein 17-jähriges Mädchen, das

miterleben muss,wie ihreMutter er-

DiemillionenschwereEU-Finanzspritzefür

den TV-Sender Euronews

weckt Bedenken beim Europäischen

Rechnungshof. Diemeisten EU-Bürger

hätten keinen Zugang zu dem

zwischen 2014 und 2018 mit knapp

25 Millionen Euro jährlich geförderten

Sender,erklärte der Rechnungshof

am Dienstag. Zudem gebe es

Schwachstellen bei der Überprüfung,

wie das Geld eingesetzt wird.

Euronews wurde 1993 vonzehn öffentlich-rechtlichen

Senderngegründet.

Inzwischen gehörtder Sender

aber zu 60 Prozent der Gesellschaft

Media Globe Networks und zu

25 Prozentdem Sender NBC News.

„Die EU stellt einem größtenteils in

Privatbesitz befindlichen Fernsehsender

eine Haupteinnahmequelle

bereit“, erklärte der Rechnungsprüfer

Mihails Kozlovs. (dpa)

BR musste Radio-Werbung

der NPD zur EU-Wahl senden

DerBayerische Rundfunk (BR) hat

eine Radio-Werbung der rechtsextremen

NPD für die Europawahl gesendet.

DerSpot lief am Dienstagmorgen

im Radiosender Bayern 3.

Zuvorentschied das Verwaltungsgericht

München, dieWahlwerbung erfülle

nicht „evident“ (offenkundig)

den Tatbestand derVolksverhetzung.

Daswäreaber nötig gewesen, um

der zur Wahl zugelassenen NPD den

Anspruch auf Ausstrahlung bei den

öffentlichen Rundfunkanstalten zu

verwehren. Zuvorwaren der Hessische

Rundfunk und der Norddeutsche

Rundfunk mit dem Versuch gescheitert,

die Radio-Werbung nicht

senden zu müssen. Im Gegensatz zu

den Hörfunkprogrammen muss die

ARD im ersten Fernsehprogramm

nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts

Berlin-Brandenburgeine

NPD-Wahlwerbung

nicht ausstrahlen. (dpa)

Sloterdijk gibt sein Archiv

nach Marbach

DerPhilosoph und Schriftsteller Peter

Sloterdijk (71) überlässt sein Archiv

dem Deutschen Literaturarchiv

Marbach. Dazu zählen nach Angaben

des Literaturarchivs vomDienstag

zahlreiche Manuskripte,Entwürfe

und Notizen sowie auch Fotos

und digitale Dokumente.Als Besonderheit

des Bestands nannte das Archiv

140 Notizhefte mit philosophischen

Aphorismen, Reiseberichten

und Kommentaren zum politischen

Tagesgeschehen. (dpa)

Gijs Leenarsbleibt Chef

des Rundfunkchores Berlin

DerChefdirigent des Rundfunkchors

Berlin, Gijs Leenars,bleibt weitere

fünf JahreimAmt. DerNiederländer

leitet den Chor seit 2015. In der kommenden

Saison tritt der Chor zu 52

Konzerten mit 15 Dirigenten im Inund

Ausland auf. Geplant ist unter

anderem ein Festkonzertzum Jahrestag

des Mauerfalls an der Berliner Gedächtniskirche

mit Anton Bruckners

e-Moll-Messe. (dpa)

TOP 10

Montag,13. Mai

1 Endlich Witwer ZDF 7,40 25 %

2 Tagesschau ARD 4,22 16 %

3 Wer wird Millionär? RTL 4,03 14 %

4 heute-journal ZDF 3,67 13 %

5 heute ZDF 3,54 17 %

6 SOKO5113 ZDF 3,10 18 %

7 GZSZ RTL 2,75 11 %

8 Extra RTL 2,73 14 %

9 RTL aktuell RTL 2,68 14 %

10 WISO ZDF 2,44 10 %

ZUSCHAUER IN MIO/MARKTANTEIL IN %


24 Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: Penthesilea

20.00: Die Antigone des Sophokles

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

19.30: Oceane

Deutsches Theater (✆ 28 44 12 25)

20.00: Der Menschenfeind

DT-Kammerspiele (✆ 28 44 12 25)

19.30: Der Tempelherr

English Theatre Berlin (✆ 691 12 11)

20.00: Stuck in Orbit (post theater &English Theatre)

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Olly &Dolly

Halle Tanzbühne Berlin (✆ 44 04 42 92)

20.30großer Saal: momentum (cie. toula limnaios)

Hamburger Bahnhof /Museum fürGegenwartBerlin

(✆ 39 78 34 11) 19.00: Flying Pictures (Flying

Steps &Osgemeos)

HAU2(✆25 90 04 27)

20.00: Borborygmus (Lina Majdalanie, Mazen Kerbaj

&Rabih Mroué)

Haus der Berliner Festspiele (✆ 25 48 91 00)

19.30: Theatertreffen: Tartuffe oder das Schwein der

Weisen (Theater Basel)

Kleines Theater (✆ 821 20 21)

20.00: Pique Dame

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.30: La Bohème

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88) 20.00: Unterleuten

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00 Studio: istdie welt auch noch so schön

NGBK (✆ 616 51 30)

18.00 Ausstellungsraum: Post Truth Spa Center –

seance02 (Safak Çatalbas)

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

19.30: Orpheus in der Unterwelt

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Vier SternStunden

Schaubühne (✆ 89 00 23)

20.00 Saal C: DankeDeutschland

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: CharlysTante

Spiegelpalast am Bahnhof Zoo

(✆ 018 06 57 00 70) 19.00: Hoodoo

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: Der35. Mai (Gabriele Streichhahn und Carl

Martin Spengler)

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

21.00 Grüner Salon: Phantom Kino Ballett (Lena

Willikens &Sarah Szczesny)

KABARETT/VARIETÉ

1820 Bar (Rosa-Luxemburg-Str.41)

20.15: Cosmic ComedyBerlin Open-Mic –English

Comedy(Dharmander Singh, Neil Numb u. a.)

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Der Mörder ist immer der Gärtner

Berliner Schnauze –MundArt&Comedy Theater

(✆ 017 95 34 66 96) 20.00: Een mal Berlin und um

de Ecke (Velia Verena Krause)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Bodo Wartke ... in guter Begleitung (Bodo

Wartke,seine SchönenGutenA-Band &Melanie

Haupt)

BühnenRausch (✆ 44 67 32 64)

20.00: Ü18-Impro-Show(Die IONen)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Memories of Fools (Cirk La Putyka)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Die Ding Show(ImproBerlin)

20.00: Wohin mit Mutti?

Estrel Festival Center (✆ 68 31 68 31)

20.30: Stars in Concert

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: Lohrbär(Ulli Lohr und Gäste)

Mehringhof-Theater (✆ 691 50 99)

20.00: Unvermeidliche Lieder (Dota Kehr &Uta

Köbernick)

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Tour 2019 (Emmi &Willnowsky)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

20.30: Ick &Berlin (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Anne Kraft (Mod.)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Stachelschweinerei

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

17.00, 20.30: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

18.30: The Band –Das Musical

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: Dee Frost Welt –Lieder (Georgette Dee, Cora

Frost &Die Dreamboys)

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00 Varieté Salon: Garantiertnicht strafbar –die

Show(Stephan Lucas)

Wintergarten Varieté (✆ 58 84 33)

20.00: Let’s Twist Again! –Rockabilly Hits &Acrobatics

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Alles Mega–Gut ist nicht gut genug (Rüdiger

Hoffmann)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (✆ 203 09 21 01)

14.00: Espresso-Konzert

Musikinstrumenten-Museum (✆ 25 48 11 78)

15.30: Jour fixe –Musik am Nachmittag

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

20.00: Konzerthausorchester Berlin, Philharmonischer

Chor Berlin, Karin Dahlberg (Sopran), Roderick Williams

(Bass), Ltg.Jörg-Peter Weigle, Vaughan Williams:

Sinfonie Nr.1„A Sea Symphony“; Delius: „Songs of

Farewell“ (Walt Whitman) für Chor und Orchester

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

20.00: Artemis Quartett, EckartRunge(Violoncello),

Anthea Kreston (Viola), Brahms: StreichsextettNr. 1

B-Dur op. 18; Berg: Klaviersonate op. 1; Smetana:

Streichquartett Nr.1e-Moll „Aus meinem Leben“

Piano Salon Christophori (Uferstr.8)

20.00: Trio Zadig,Ravel:Trio in aminor;Attahir:Asfar;

Bernstein: Westside StoryFantasy

Schloss Charlottenburg –GroßeOrangerie

(✆ 25 81 03 50) 20.00: Berliner Residenz Orchester,

Meisterwerkedes Barocks, Werkevon Vivaldi, Händel

&Quantz, mit Menü

St. Bartholomäus-Kirche (✆ 241 14 05)

18.00: Bettina Bruns (Mezzosopran), Prof. Daniel

Göritz (Gitarre), Johannes Reuther (Moderation), 5.

Kammermusik, Werkevon Strozzi, Schubert, Händel

Staatsoper Unter den Linden (✆ 20 35 45 55)

20.00 Apollosaal: Liedrecital Roman Trekel (Bariton),

mit Oliver Pohl (Klavier), Musik vonHugoWolf

Steinway-Haus Berlin (Lützowufer 28)

19.30: MinjaeKim (Klavier), Steinway-Förderpreiskonzert

Tschechisches Zentrum (✆ 206 09 89 11)

19.00: EnsembleTerrible, Werkevon Marek Kopelent,

Luboš Mrkvicka, Ondrej Štochl, Jan Rösner,Gilbert

Agostinho und Petr Hora –Abschlusskonzertder Reihe

„So klingt die Gegenwart!“. Anm. erf.

UdK Konzertsaal Bundesallee (✆ 318 50)

19.30: Yu Ma (Flöte), Kaori Kobayashi, Han Sol

Lee (Violine), Sabina Jordanova (Fagott), Ensemble

baroque, Ltg.Christoph Huntgeburth, crescendo –

Musikfestival: Benda und Freunde –Die Wegbereiter

der deutschen Violinschule, Franz Benda:

Flötenkonzerte-Moll, Violinkonzertd-Moll; Jirí Czart:

Violinsonate; J.G. Graun: Konzertfür Fagott, Streicher

und B.C. B-Dur;

C.P.E. Bach: Symphonie F-DurWq. 183 Nr.3,Eintritt

mit kostenlosen Einlasskarten

Kino

Bibbern

mit

Lazzaro

Auch wenn man es nicht

glauben kann angesichts

der Temperaturen in diesem

Mai: Das erste Freiluftkino ist

bereits in die Saison gestartet.

Es ist das in Kreuzberg, weil

man hier vielleicht auf die der

Kälte (nachts geht es auf fünf

Grad hinunter) trotzenden Bezirksbewohner

setzt, die auch

täglich im Prinzenbad zu beobachten,

ja zu bewundern

sind. Gezeigt wird „Glücklich

wie Lazzaro“, ein Film, der einem

wenigstens das Herz

wärmt. Der gutmütige Held

lebt als Knecht auf einem Bauernhof

in einem italienischen

Dorf, das von einer hartherzigen

Marquesa ausgebeutet

wird. Dann aber entsteht eine

Freundschaft zwischen Lazzaro

und deren Sohn, die alles

verändert. Im Laufe von einer

Woche wagen sich auch die

Freiluftkinos Hasenheide und

Weißensee sowie das Freiluftkino

Rehberge in Wedding in

die Saison. Susanne Lenz

Glücklich wie Lazzaro 21.30 Uhr,FreiluftkinoKreuzberg,Mariannenplatz

2

An zwei Abenden spielt Shai Wosner Schuberts letzte sechs Sonaten.

Im vergangenen Jahr legte das

privat finanzierte Berliner Klavierfestival

eine Pause ein, weil

es seinem Anspruch nicht gerecht

werden konnte. Barnaby Weiler,

der das Festival 2012 gegründet

hat und künstlerisch leitet, möchte

Pianisten einladen, die nicht ohnehin

ständig in Berlin zu Gast sind

und dennoch Wichtiges zu sagen haben

–die waren fürs Frühjahr 2018

nicht zu bekommen. In diesem Jahr

gibt es mit Zlata Chocievaam5.Juni

einen Ausreißer aus den zehn Tagen,

innerhalb derer die Kollegen Shai

Wosner, Marc-André Hamelin und

Nikolai Lugansky auftreten –die Terminierung

scheint schwierig zu sein.

Die Berliner Arroganz fragt jetzt

natürlich, was das denn für Pianisten

sein sollen, bedeutend und hier

nicht ständig zu Gast? Der Kanadier

Hamelin, der vielleicht bekannteste,

gilt als Transzendentalvirtuose, der

zu seiner eigenen Herausforderung

selber komponieren muss –sowas

steht ja schnell im Ruf mangelnder

Seriosität, dazu kommt dann ein wenig

showträchtiges Äußeres, und

schon wird man nicht nur in einer

oberflächlichen Stadt wie Berlin

Peter Uehling

will Musik hören und keine Interpreten.

Im Berliner Musikleben sucht er nach

Veranstaltungen, die musikalische

Erfahrungen bieten könnten –neuartige,

begeisternde, interessante oder

herzerwärmende. Ob sie sich

tatsächlich einstellen, ist allerdings eine

Fragedes Glücks.

MARCO BORGGREVE

kaum wahrgenommen. In Berlin

spielt er unter anderem Prokofjews

„Sarkasmen“ und das zweite Buch

der Debussy-Préludes. Ebenso

könnte man Nikolai Lugansky für einen

Mathematik-Lehrer halten. Und

tatsächlich wirkt sein Spiel geheimnislos,

erist kein Musik-Zelebrant,

sondern ein kompromissloser Verfechter

von Klarheit auch in

Schmuse-Nummern von Chopin

oder Rachmaninow.

Stützen sich diese beiden auf ein

breites,bevorzugt spätromantisches

Virtuosen-Repertoire, so entwickelte

Shai Wosner sein künstlerisches Profil

vor allem über Franz Schubert –

der 1976 geborene israelische Pianist

trägt sogar ein ähnliches Brillenmodell

wie sein Lieblingskomponist. Er

versteht Schubert als Realist, als einen,

der nicht, wie Beethoven sagt,

wie dieWelt sein soll, sondernwie sie

wirklich ist. An zwei Abenden spielt

Wosner Schuberts letzte sechs Sonaten

und wird zudem vorab imGespräch

mit Weiler darlegen, was er

über Schubertdenkt.

Gäbe es doch nicht so viele interessante

Stücke zur selben Zeit! Samuel

Barbers First Symphony, die

is

die

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 8551) Der Fall Collini

14.45,17.15; BruceSpringsteen &Friends –AMusiCaresTribute

20.00

Cinema Paris (✆ 881 31 19) Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 15.45, 20.30; Der Flohmarkt

von Madame Claire 18.15

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Nur eine Frau

15.50,18.10,20.30

Delphi LUX (✆ 322 931040) Atlas 13.30,15.50,

18.10, 20.30; Die Kinder der Utopie 19.30; Das

Ende der Wahrheit 13.30, 15.50, 18.15, 21.00;

Queerfilmnacht: Jonas –Vergiss mich nicht (OmU)

21.00; Tea with the Dames: Ein unvergesslicher

Nachmittag –Nothing Like aDame (OmU) 15.45,

17.50; Avengers: Endgame (OF) 20.00; Liebesfilm

15.00, 17.00, 19.00; Kleine Germanen 13.40,

17.00; Border 14.30; Der Flohmarkt von Madame

Claire 14.45; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

17.00;Das schönste Paar 14.45,17.00, 19.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) Laurel &Hardy: Das

verrückte Klavier /Stan &Ollie 17.30; Stan &Ollie

(OmU) 20.00; Kleine Germanen 18.00; Ein letzter

Job 20.15

Kant Kino (✆ 319 9866) Stan &Ollie (m. Kurzfilm)

14.50, 17.40, 20.30; Das Ende der Wahrheit

15.30, 17.50, 20.15; Tea with the Dames: Ein

unvergesslicher Nachmittag 14.50, 16.50, 18.50;

The Favourite –Intrigen und Irrsinn 20.50; Monsieur

Claude II 16.00,18.15, 20.30; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 15.30; Gundermann 17.20; Ein

Gauner &Gentleman 20.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) 3D: Avengers:

Endgame 12.30, 16.30, 20.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 13.40; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 16.00; 3D: Avengers: Endgame

18.30, 22.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben

13.00, 15.10; Der Fall Collini 17.30, 22.50; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 20.20; Der Fall

Collini 14.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

16.45; Preview: Edie –Für Träume ist es nie

zu spät 19.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

22.40; Avengers: Endgame 14.10; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 18.00, 20.20, 22.45; Ein letzter

Job 14.15; Avengers: Endgame 16.50, 20.40; Van

Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 12.15, 17.10;

After Passion 14.40; Der Fall Collini 19.45; Avengers:

Endgame (OF) 22.30

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) Free Solo

(OmU) 11.00; One Cut of the Dead –Kamera otomeru

na! (OmU) 12.45; Iron Sky: The Coming Race

14.15; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 15.45;

Das schönste Paar 17.15; Berlin Bouncer (OmenglU)

18.45; Border –Gräns (OmU) 20.15; Der Goldene

Handschuh (DFmenglU) 22.10;DreiGesichter

–Serokh (OmU) 11.00; Another Day of Life –Jeszcze

dzien zycia (OmU) 12.45; Christo –Walking on

Water (OmU) 14.15; Birds Of Passage: Das grüne

Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmenglU)

16.15; Kleine Germanen (OmenglU) 18.15; Atlas

(OmenglU) 19.45; One Cut ofthe Dead –Kamera o

tomeru na! (OmU) 21.40; Die Wiese –Ein Paradies

nebenan 11.00; BlacKkKlansman (OmU) 12.30;

Der Junge muss andie frische Luft 14.50; Green

Book –Eine besondere Freundschaft (OmU) 16.30;

Free Solo (OmU) 18.45;Van Gogh: An der Schwelle

zur Ewigkeit –AtEternity‘sGate(OmU) 20.30;Streik

–Enguerre (OmU) 22.30

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Free Solo

(OmU) 16.00; Ein Gauner &Gentleman –The Old

Man &the Gun (OmU) 18.00; Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit –At Eternity‘s Gate (OmU)

20.00; Wir – Us (OmU) 22.10; Der Funktionär

16.15; Christo (OmU) 17.45; Kleine Germanen

19.45; Lacasa lobo –Das Wolfshaus (OmU) 21.30

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz IMAX 3D: Wildes

Madagaskar: Die Insel der Lemuren 13.45; Die

Goldfische 13.45; Willkommen im Wunder Park

14.00; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.15;

Dumbo 14.15, 17.15; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu14.30; Asterixund dasGeheimnis des Zaubertranks

14.30; Monsieur Claude II14.45,17.15,

19.30;IMAX3D: Avengers:Endgame15.00,19.00;

Avengers: Endgame 15.15, 16.30, 20.00, 20.15;

Wenn du König wärst 15.30; Shazam! 15.30; 3D:

Avengers: Endgame 15.30, 16.15, 19.45, 20.30;

Der Fall Collini 15.45, 18.30, 21.20; 3D: Avengers:

Endgame (OF) 16.00, 20.45; 3D: Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 17.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.00, 19.45; Nur eine Frau 17.30,

20.15;After Passion 18.20; Captain Marvel 18.40;

Friedhof der Kuscheltiere 20.00; Ein letzter Job

20.45; ImNetz der Versuchung 21.00; Das Ende

der Wahrheit 21.30

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Berlin Bouncer

(OmU) 18.00; Free Solo (OmU) 19.45; Birds Of

Passage: Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de

verano (OmU) 21.45; Jibril 18.00;AMan ofIntegrity:Ein

integererMann–Lerd (OmU) 19.40;One Cut

of the Dead –Kamera otomeru na! (OmU) 21.55

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 02 00) 3D: Avengers:

Endgame 13.00, 15.50, 20.10; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 13.30; Avengers: Endgame

13.30, 16.20, 19.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 13.40; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist

zurück 13.45; Willkommen im Wunder Park 14.00,

17.20; After Passion 16.30, 19.30; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 16.50, 20.20; Die Goldfische

17.00; Der Fall Collini 19.45; Monsieur Claude

II 20.00

Kino Kiste (✆ 998 74 81) Gestorben wird morgen

14.00; Manou –flieg‘ flink! 15.45; Van Gogh: An

der Schwelle zur Ewigkeit 17.25; Wie ich lernte, bei

mir selbst Kind zu sein 19.30

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 4109) 3D: Avengers:

Endgame 13.45, 16.10, 20.00; Alfons Zitterbacke

–Das Chaos ist zurück 14.00; Die sagenhaftenVier

–MarniesWelt 14.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

14.30, 17.00, 19.40; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 15.00; Avengers: Endgame 15.00,

16.30, 19.45; Glam Girls: Hinreißend verdorben

15.10, 17.30, 20.20; After Passion 17.10; Und

morgen Mittag bin ich tot 17.30; Fighting with My

Family 19.30; Captain Marvel 20.15

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Nur eine Frau 17.15,

19.30, 21.45; B Van Gogh: An der Schwelle zur

Ewigkeit –At Eternity‘s Gate (OmU) 16.40, 19.00,

21.20

fsk amOranienplatz (✆ 614 24 64) Zujeder Zeit:

Lernwege in der Pflege –Dechaque instant (OmU)

17.45; AMan of Integrity: Ein integerer Mann –Lerd

(OmU) 19.00; Jibril 20.00; Ray &Liz (OmU) 21.15;

Streik –Enguerre (OmU) 21.45

Moviemento (✆ 692 47 85) Monsieur Claude II –

Qu‘est-ce qu‘on aencore fait auBon Dieu? (OmU)

10.30, 19.30; Die Winzlinge: Abenteuer in der Karibik

12.45; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 15.00; Border –Gräns (OmU) 17.00;

The Favourite –Intrigen und Irrsinn (OmU) 21.45;

Monsieur Claude II –Qu‘est-ce qu‘on aencore fait

au Bon Dieu? (OmU) 14.30; Unheimlich perfekte

Freunde 16.45; Yuli (OmU) 19.00; Birds Of Passage:

Das grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano

(OmU) 21.30; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist

zurück 11.45, 16.15; Die sagenhaften Vier –Marnies

Welt 14.00; DasGegenteil vonGrau (OmenglU)

18.30; Border –Gräns (OmU) 21.00

Sputnik (✆ 694 1147) Der illegale Film (OmU)

16.00; Die Berufung: Ihr Kampf für Gerechtigkeit

(OmU) 17.30; Ray & Liz (OmU) 19.30; Border

(OmU) 21.30; B-Movie: Lust &Sound in West-Berlin

(OmenglU) 23.15; Von Bienen und Blumen 16.00;

Jibril 17.30; Ein Gauner & Gentleman (OmU)

19.00; Birds Of Passage: Das grüne Goldder Wayuu

(OmU) 20.45; One Cut of the Dead (OmU) 23.00;

Kinobar im Sputnik Open Screening 20.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Nur eine Frau 15.45,

18.00, 20.15; New Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.20; Der Flohmarkt von Madame Claire

16.10; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

18.20,20.45

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 95 90) Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 14.00; Avengers: Endgame

14.00, 19.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist

zurück 14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.00; 3D: Avengers: Endgame 15.30, 16.45,

19.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben 16.00,

18.00, 20.15; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.15, 20.30; Monsieur Claude II 17.45; Der

Fall Collini 20.00

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41)Der Flohmarkt

von Madame Claire 10.00; Der Duft des Westpaketes10.15;Green

Book10.30; EinletzterJob 13.15,

17.45; Tea with the Dames: Ein unvergesslicher

Nachmittag 13.30, 15.45; Das Ende der Wahrheit

13.30, 20.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

15.30, 17.45, 20.00; 3D: Avengers: Endgame

15.45, 19.30

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (✆ 93 03 02 60)

Willkommen im Wunder Park 14.00; 3D: Avengers:

Endgame 14.00, 16.15, 18.30, 19.45; Shazam!

14.10; Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime

Welt 14.15; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 14.30, 17.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.45, 17.15, 20.15; Avengers: Endgame 15.15,

19.30; Die Goldfische 16.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.00, 20.15; After Passion

17.15; Friedhof der Kuscheltiere 20.00; Der Fall

Collini 20.00; Monsieur Claude II 20.15

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98) Die sagenhaftenVier –Marnies

Welt 17.00; Liebesfilm (m. Gästen) 19.00;

Shorts Attack –Sex und Wahnsinn (OmU) 21.00;

Der illegale Film (OmU) 18.00; Kleine Germanen

(OmenglU) 20.00;Another Day of Life (OmU) 21.45

Babylon (✆ 242 59 69) KinderwagenKino: Beale

Street 11.00; KinderwagenKino: Beale Street –If

Beale StreetCould Talk (OmU) 11.05; Das Haus am

Meer –Lavilla (OmU) 17.15; Tea with the Dames:

Ein unvergesslicher Nachmittag –Nothing Like a

Dame (OmU)17.45; Lola Long List:Der Jungemuss

an diefrischeLuft 18.00; DerFunktionär (OmenglU)

19.30; Lola Long List: Gundermann 19.30; Macht

das alles einen Sinn? –Und wenn ja –warum dauert

essolange? (m. Gast) 20.00; Lola Long List:

Der Goldene Handschuh (OmenglU) 21.15; Lola

Long List: 25 km/h 22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73) Border

–Gräns (OmU) 13.00, 15.15, 17.30; Preview:

Greta (OmU) 20.00; Das Tagebuch der Anne Frank

9.45; Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück

12.15,16.15; Monsieur Claude II –Qu‘est-cequ‘on

aencore fait auBon Dieu? (OmU) 14.15, 18.30;

Border –Gräns (OmU) 20.45

CineStar CUBIX (✆ 04 51/703 0200) Mascha

und der Bär –Die neuen Abenteuer 11.00; 3D:

Avengers: Endgame 11.00, 12.00, 15.00, 16.00,

19.15, 20.00, 22.20; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

11.15, 14.00; Royal Corgi: Der Liebling der

Queen 11.20, 13.30, 15.40; 3D: Willkommen im

Wunder Park 11.30;Alfons Zitterbacke –Das Chaos

ist zurück 11.40; 3D: Dumbo 11.50; Drachenzähmen

leicht gemacht 3: Die geheime Welt 12.10;

Avengers: Endgame 13.00, 17.00, 21.00; Monsieur

Claude II 14.10, 18.00, 19.45; Willkommen im

Wunder Park 14.15; After Passion 14.50, 17.40;

Shazam! 16.30; Der Fall Collini 16.40, 19.40; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.45, 19.30,

22.20; ImNetz der Versuchung 20.20; The Hole in

the Ground 20.30, 22.50; Fighting with MyFamily

22.40; Lloronas Fluch 23.00; Friedhof der Kuscheltiere

23.10

Hackesche Höfe (✆ 283 46 03) Ayka (OmU)

14.45; Das schönste Paar 17.00; Preview: Roads

(m.Gespräch) 19.00; Berlin Babylon (Omdt+englU)

14.30;Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit –At

Eternity‘s Gate (OmU) 16.30; Nur eine Frau (OmU)

15.30,17.45,20.00; Green Book –Eine besondere

Freundschaft (OmU) 22.15; Der Funktionär 14.45;

Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zusein 16.30;

Der Flohmarkt von Madame Claire –La derniere folie

de Claire Darling (OmU) 19.30; Free Solo (OmspanU)

21.30; Streik –Enguerre (OmU) 15.00;

Kleine Germanen 17.30; Das Ende der Wahrheit

19.30,21.45

International (✆ 24 75 60 11) Nur eine Frau

15.00, 17.15, 19.30; Avengers: Endgame (OmU)

21.40

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Berlin.Dokument

20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

Wenn du König wärst 14.00; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 14.00, 16.05; Rafadan Tayfa:

Dehliz Macerasi (OmU) 14.00, 18.05; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 14.30, 17.45, 20.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.35, 16.00, 17.10,

19.45; Green Book –Eine besondere Freundschaft

15.00; Avengers: Endgame 15.00, 18.30, 20.00;

3D: Avengers: Endgame 16.00, 19.00; After Passion

16.50; Willkommen im Wunder Park 17.00;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective

Pikachu (OF) 17.00; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 19.30; Kapi (OmU) 19.30; Der Fall

Collini 19.45; Avengers: Endgame (OF) 20.20

IL KINO (✆ 91 70 29 19)Van Gogh:Ander Schwelle

zur Ewigkeit –AtEternity‘s Gate (OmU) 10.00;

Streik –Enguerre (OmU) 12.00; Free Solo (OmU)

14.00;AManofIntegrity: Ein integerer Mann –Lerd

(OmU) 15.50; Birds Of Passage: Das grüne Gold

der Wayuu –Pajaros de verano (OmU) 18.00; La

terra dell‘abbastanza –Boys Cry (OmenglU) 20.10;

Streik –En guerre (OmenglU) 22.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Stan &Ollie (OmU)

17.00,19.20, 21.40

Passage (✆ 68 23 70 18) Das Ende der Wahrheit

15.40, 18.00, 20.30; Stan &Ollie (m. Kurzfilm)

15.00,17.45, 20.30; Liebesfilm 14.45, 19.00; Atlas16.45,21.00;

DasschönstePaar 15.20, 20.00;

Border 17.30

Rollberg (✆ 62 70 46 45)Avengers: Endgame(OF)

16.00,19.45; Ottawa Vegan Film Festival: Filmprogramm

19.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

–Pokemon Detective Pikachu (OF) 17.10, 19.30,

21.50;Free Solo(OF)17.50; Border –Gräns (OmU)

20.10; Tea with the Dames: Ein unvergesslicher

Nachmittag –Nothing Like aDame (OmU) 17.00;

Im Netz der Versuchung –Serenity (OmU) 19.00;

Fighting with My Family (OmU) 21.20

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

Willkommen im Wunder Park 14.00; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.40; 3D: Avengers: Endgame

14.45, 16.15, 19.15, 20.30; Avengers: Endgame

15.15, 19.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben

16.50, 19.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

17.30, 20.10; After Passion 20.00


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 25

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

Schubert,

der Realist

Das Berliner Klavierfestival

t wieder da –leider konkurrieren

interessanten, selten zu hörenden

Pianisten mit interessanter,

selten zu hörender Musik,

zuweilen im selben Haus

das Deutsche Symphonie-Orchester

unter Leitung von Osmo Vänskä

spielt, wird esdemnächst vielleicht

häufiger zu hören geben, weil man

immer aufmerksamer wird für das,

was sich auch in einem erzkonservativen

Stil wie dem Barbers als zeitgemäß

erweisen könnte –und sei es

nur das Bewusstsein der Verluste an

Ausdruckskraft und Verbindlichkeit

in der Moderne.

Ein Komponist, der ebenfalls zur

Neubewertung anstehen müsste, ist

Alfred Schnittke, mit dessen Concerto

grosso Nr.1die Academy of St.

Martin in the Fields zu Gast ist, Julia

Fischer leitet das Konzert und spielt

eine der Geigenpartien. Schnittke,

1998 in Hamburg gestorben, hat ein

Werk geschaffen, dessen Polystilistik

eine Weileals Alternativezuden Stil-

Restriktionen der Avantgarde wahrgenommen

wurde, als eine Musik,

die historisches Bewusstsein vorführte,

aber die Tradition selbst als

gekappt begriff: Nur deswegen kann

hier etwa ein Tango auf Neobarock

folgen. Ob Schnittke mit seinen Collagen

mehr auszudrücken wusste als

moderne Verlorenheit, oder ob er

mit seiner leichten, vielseitigen

Franz Schubert(1797–1828), WosnersLieblingskomponist. IMAGO IMAGES

KLASSIK

Shai Wosner 17. &26.5., 20 Uhr,Vorgespräch

am 16. 5., 20 Uhr

Marc-André Hamelin 19.5., 20 Uhr

Griseys Espaces 19.5., 20 Uhr

Schnittkes Concerto 20.5., 20 Uhr

Nikolai Lugansky: 23.5., 20 Uhr,Alle:

Konzerthaus am Gendarmenmarkt

Barbers Erste: 19.5., 20 Uhr,Philharmonie,

Herbert-von-Karajan-Str.1

Hand nicht als Filmkomponist seinen

Platz gefunden hatte –das könnennur

häufigereAufführungen klären.

In Berlin nie wirklich viel gespielt

wurde die Musik vonGérardGrisey –

neben PierreBoulezwurde hier kein

anderer französischer Komponist

namhaft, zudem starb Grisey 1998

mit nur 52 Jahren. Zusammen mit

Tristan Murail, Philippe Hurel und

anderen entwickelte er in den Siebzigerjahren

eine Stilrichtung, die den

Namen Spektralismus bekam, weil

ihr die Analysen von Obertonspektren

von Instrumenten oder Geräuschen

zugrundelagen. Es entstand

eine Musik, die stark vom Klang bestimmt

war –imGegensatzzur klassischen

Avantgarde, in der strukturelles

Denken im Mittelpunkt stand.

Griseys monumentaler Instrumentalzyklus

„Les espaces acoustiques“

entstand von1976 bis 1984 und baut

sich über 90 Minuten vom Bratschensolo

über wachsende Kammerbesetzungen

zum großen Orchesterstück

auf. Großartig, dass

sich das Rundfunk-Sinfonieorchester

mitVladimir Jurowski an diese gewaltige

Partitur heranwagt.

Pop

Wieder

Sand in den

Schuhen

Als Schwester des Musikproduzenten

Rollo Armstrong

war Dido früh von Musikern

umgeben, die sie gern

in ihrer Nähe hatten. BeiFaithless,

der Band ihres Bruders,

war sie Backgroundsängerin,

und mit Carlos Santana nahm

sie einen Song auf dessen Album

„Shaman“ auf. Legendär

sind ihre Duette mit dem senegalesischen

Superstar

Youssou N’ Dour bei den Live-

8-Festivals im Jahr 2005. Ihren

Durchbruch hatte die 1971 in

London geborene Sängerin

2003 mit dem Album „Life for

Rent“, von dem fast jeder

Track zu einem Welthit wurde,

neben dem Titelstück insbesondere

„White Flag“ und

„Sand In My Shoes“. Ihr sympathisches,

intonationssicheres

Soundgefühl schien damals

alle auf die eine oder andere

Weise zu erreichen. Nun

kehrtsie nach langer Pause mit

neuen Aufnahmen zurück auf

die Tour. HarryNutt

Dido 20 Uhr,Tempodrom, Möckernstr.10,

65–88 Euro,Tel.: 01806-55 41 11

KINDER

Atze Musiktheater (✆ 81 79 91 88)

10.00 Studio: Oh wie schön ist Panama (ab 4bis

8J.)

10.30: DieHühneroper (ab 6bis 10 J.)

Charlottchen (✆ 324 47 17)

10.30, 16.00: DasKaffeetassen-Puppentheatermit

all seinen verrückten Freunden, Burkhard Bering,

(ab 3J.)

Computerspielemuseum (✆ 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Das weite Theater (✆ 991 79 27)

10.00: Die Bremer Stadtmusikanten,Musiktheater

(ab 4J.)

Figurentheater Grashüpfer (✆ 536 95 15 0/ 52)

10.00: Du hast angefangen! Nein Du!, puppen.etc,

Figurentheater (ab3J.)

Fliegendes Theater (✆ 692 21 00)

10.30: Schnuddelgeschichten, Figurentheater(ab 3

bis 6J.). Anm. erf.

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

10.00: Alle außerdas Einhorn(ab 11 J.)

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

10.00: Das Nacktschnecken-Game (ab 12 J.)

Haus der Jugend Charlottenburg (✆ 902912775)

10.30: Da wächst doch was!, mimicus, die Kinderliedermacher,

Kindertheater,Kinderliedermacher(ab

3bis 8J.)

Labyrinth Kindermuseum (✆ 800 93 11 50)

9.00: 1, 2, 3, Kultummel–DieAusstellung mit dem

Vielfalter, Lernvielspaß für Mitmachkinder (ab 3bis

11 J.)

me Collectors Room Berlin (Auguststr.68)

12.00: Art&Kids, OffenesKinderprogramm

MärkischesMuseum (✆ 308 66 -0)

10.00: Vielfalt-Forscherdes Labyrinth Kindermuseums

Berlin, Wasist Vielfalt? Wo ist Vielfalt?

Puppentheater Berlin (✆ 342 19 50)

10.00: ABC und 123 –ich kann alles... (ab 4J.)

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

10.00: Kasper und das Krokodil vomNil

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

10.30: GutenMorgenRundherum, Lingulino –Kindertheaterunterwegs

(ab 3J.)

theater strahl (✆ 69 59 92 22)

11.00: Genau wie immer: Alles anders (ab 12 J.)

Theater Zitadelle (✆ 335 37 94)

10.00: Vorsicht, Wilma! (ab 4J.)

Zeiss-Großplanetarium (✆ /42 18 45 10)

9.30: DerRegenbogenfisch und seine Freunde

14.00: MitRaketenzuPlaneten

LITERATUR/VORTRAG

Jüdisches Museum (✆ 25 99 33 00)

19.00: Derletzte Zug nach Moskau, René Nyberg,

Lesung undGespräch mitdem Autor und Gideon

Bolotowski

Kulturhaus Karlshorst (✆ 475 94 06 10)

19.30: Literatur am Fenster: Mutter to go.Zwischen

Babyund Beruf, Sabine Rennefanz, Lesung und

Gespräch, Mod.: Martin Jankowski

Lido (✆ 69 56 68 40)

20.30: Science Slam

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

20.00 Baumhaus Bar:Zentralkomitee Deluxe –Lesebühne

und Poetry-Slam-Show, Tilman Birr,Michael

Bittner,Noah Klaus, Christian Ritter, Piet Weber und

Gäste

schleichersbuch /Museen Dahlem

(✆ 84 19 02 -0) 19.30: Herkunft, Sasa Stanisic,

Lesung und Gespräch

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

20.00: Zur Wildnis. 45 Kurze aus Berlin, Helmut

Krausser,Buchpremiere

Z-Bar (✆ 28 38 91 21)

20.30: Bruce Stirling John Knox: ShortStories

KONZERT

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: Conversations with Nick Cave

AstraKulturhaus (✆ 69 56 68 40)

20.00: The Hellacopters, Lucifer

b-flat (✆ 283 31 23)

21.00: Robin’sNest Jam Session

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

20.00: Kim Churchill

Badenscher Hof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: MikeRussell’sFunky Soul Kitchen, Blue

WednesdayShow

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

19.00, 22.00: Planningtorock, Powerhouse

Café Lyrik (✆ 44 31 71 91)

19.30: Nina Fiedler Band, Swing Dance Music

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Built to Spill

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

21.00: Blank Banshee

Huxleys Neue Welt (✆ 301 06 80 88)

20.00: Farid

Junction Bar (✆ 694 66 02)

21.00: Stationär,Jaguar No Mo

Kulturhaus Spandau (✆ 33 34 02 1/ 22)

19.00 Galerie: Schalala -das Mitsingding mit Stefanie

Bonse &Marie-Elsa Drelon

Lido (✆ 69 56 68 40)

21.00: Christian Elias Korber –„Toleranz“

Mercedes-Benz Arena (✆ 20 60 70 88 99)

20.00: An Evening with Mark Knopfler &Band

Monarch (Skalitzer Str.134)

20.00: Sorgenkind, Voll Geil Hier

Panda (✆ 44 31 95 57)

20.00: Absolutely Sweet Marie

Pierre Boulez Saal (✆ 47 99 74 11)

19.30: JoeLovano (sax) –Trio Tapestryfeat. Marilyn

Crispell (p) &Carmen Castaldi (dr)

PrivatClub (✆ 61 67 59 62)

20.00: CobyGrant

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: Ann Vriend

Rickenbacker’s (✆ 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstream Session –Rock &Pop

Sally Bowles (✆ 92 27 77 35)

19.00: LiaAndes, Hier und Jetzt

Schokoladen Mitte (✆ 282 65 27)

19.00: Kitty Solaris +Fjaka, Lofi Lounge

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00: Dido

Urban Spree (Revaler Str.99)

20.00: Diamond Thug

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

21.00: Axid Rain, Wild Wednesday

Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91)

21.00: Super Funky Soul Wednesdays feat. Ingrid

Arthur

CLUB

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

23.00: Concrete Bln, Rocket, Bass Station Berlin

Junction Bar (✆ 694 66 02)

23.30: DJane B.B.

Kulturbrauerei/Alte Kantine (✆ 44 31 50)

22.00: Mittwochs

Maze (✆ 55 51 84 54)

20.00: Experiminimal, Arne, Peter,Sven, Dave,Chris

Solar Berlin (✆ 016 37 65 27 00)

18.00: Groovy Selection, DanielBest

Soulcat Musik-Bar (Pannierstr.53)

19.00: Vinylsounds

BALLROOM

Clärchens Ballhaus (✆ 282 92 95)

21.00: Clärchen swingt, Evan &Friends

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

19.00: El Ocaso -TangoArgentino, Frank &James

KINO

Wolf (✆ 921 03 93 33) Birds OfPassage: Das

grüne Gold der Wayuu –Pajaros de verano (OmU)

12.00; Liebesfilm (OmenglU) 12.20, 19.00; Ray &

Liz (OmU) 14.10, 21.10; Von Bienen und Blumen

(OmenglU) 14.30, 21.00; SupaModo 16.30; Zu jeder

Zeit: Lernwege in der Pflege–De chaque instant

(OmU) 16.50; Border –Gräns (OmU) 19.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 13.40; Nur eine Frau

15.30, 20.00; Monsieur Claude II 17.45; Alfons

Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.30; Der Fall

Collini 15.30, 20.30; VanGogh: An der Schwelle zur

Ewigkeit 18.10

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Gundermann

15.45; Die Kinder der Utopie (m. Gästen)

18.30; Royal Corgi: Der Liebling der Queen 14.50;

Das Ende der Wahrheit 16.40, 20.30; Der Flohmarkt

von Madame Claire 16.15; Atlas 20.45;

Das schönste Paar 21.15; Stan &Ollie (m. Kurzfilm)

15.00, 17.45; Liebesfilm 19.00; Stan &Ollie

(OmU) 21.00;Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

15.30,17.50,20.15

Kino inder Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.45, 15.50;

Gundermann 14.00; Dumbo 14.00; Die Goldfische

14.00; Der Flohmarkt von Madame Claire 14.00;

Wenn du König wärst 14.20; Der Fall Collini 14.45,

19.30; Avengers: Endgame (OmU) 15.30, 17.00,

19.45, 21.00; Monsieur Claude II 16.30; Van

Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 16.40, 19.30;

Das schönste Paar 17.00; Das Ende der Wahrheit

17.20, 20.00; Nur eine Frau 17.45, 20.15; Tea

with the Dames: Ein unvergesslicher Nachmittag

–Nothing Like aDame (OmU) 18.00; Stan &Ollie

19.00; Border 20.15; Werk ohne Autor 21.30;

Berlin Bouncer 22.15; Ein Gauner &Gentleman –

The Old Man &the Gun (OmU) 22.30; ImNetz der

Versuchung –Serenity (OmU) 22.40; Van Gogh: An

der Schwelle zur Ewigkeit –AtEternity‘s Gate (OmU)

22.45;Wir –Us(OmU) 22.50

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Von Bienen und Blumen

18.00; Turksib –Die Stahlstraße (m. Live-Musikbegleitung)

20.00

Lichtblick-Kino (✆ 44 05 81 79) Der Schnee am

Kilimandscharo 17.00; Luft zum Atmen –40Jahre

Opposition bei Opel inBochum 18.45; Reise nach

Jerusalem (OmenglU) 20.00; Streik – En guerre

(OmU) 22.30

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) Asterix

und das Geheimnis des Zaubertranks 14.10; Royal

Corgi 14.15; Monsieur Claude II14.20, 19.45; Alfons

Zitterbacke 14.20;Willkommen im Wunder Park

14.30; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.30;

Dumbo 14.30; Glam Girls 14.45, 17.20, 20.00,

22.30; 3D: Avengers: Endgame 14.45, 16.20,

20.15, 22.25; Avengers: Endgame 15.30, 19.45;

Der Fall Collini 16.30, 19.30; Wenn du König wärst

16.40;ImNetz derVersuchung 16.50,19.45, 22.30;

3D: Royal Corgi 17.00; Captain Marvel 17.10; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 17.15, 20.20,

23.00; Die Goldfische 19.40; After Passion 19.50;

Fighting with My Family 20.00; The Hole in the

Ground 22.30; Lloronas Fluch 22.30; 3D: Captain

Marvel 22.30; Friedhof der Kuscheltiere 22.45

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) Avengers:

Endgame 13.30, 16.40, 20.15; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 13.45; Royal Corgi: Der Liebling

derQueen 13.50;Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.10, 17.30, 20.40; After Passion 14.30, 17.20;

Die Goldfische 14.40; 3D: Avengers: Endgame

15.15, 16.10, 18.30, 19.30; Dumbo 15.40; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.30, 20.00;

Der Fall Collini 16.50, 20.20; Fighting with My

Family 17.30; Monsieur Claude II 19.20; Captain

Marvel 19.50;The Hole in the Ground 20.10

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04)

Der Fall Collini 14.35, 17.30, 20.30

Cosima (✆ 85 07 58 02) Monsieur Claude II

18.00; Roma 20.15

Odeon (✆ 78 70 40 19) Stan&Ollie (OmU) 17.00;

Preview:All My Loving (m. Gästen) 20.30

Urania-Filmbühne (✆ 218 90 91) Ein Gauner &

Gentleman 16.30,19.00

Xenon (✆ 78 00 15 30) Border –Gräns (OmU)

18.00; Free Solo (OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) Willkommen

imWunder Park 10.00, 12.00, 14.00;

Unheimlich perfekte Freunde 10.00; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 10.00, 12.30, 14.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 10.00,12.20,14.40,

17.25, 20.00; Avengers: Endgame 10.00, 15.00,

16.20, 19.00; Drachenzähmen leicht gemacht 3:

Die geheime Welt 12.10; Green Book –Eine besondere

Freundschaft 15.00; 3D: Avengers: Endgame

16.10, 20.15; Glam Girls: Hinreißend verdorben

17.15, 19.50; Monsieur Claude II20.15

Kino imKulturhaus Spandau (✆ 333 60 81)Monsieur

Claude II 14.15, 18.15; Ein Gauner &Gentleman

16.15; Ein letzter Job 20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Monsieur Claude II

15.00, 17.40; Die Kinder der Utopie 20.15

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 05 20)

Willkommen im Wunder Park 10.00, 12.00; Royal

Corgi: Der Liebling der Queen10.00, 12.30, 14.10;

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00, 12.30,

13.50, 14.45, 17.30, 19.45, 22.40; Misfit 10.00;

Drachenzähmenleicht gemacht 3: DiegeheimeWelt

10.00,12.00; Checker Tobi und das Geheimnis unseres

Planeten 10.00; Avengers: Endgame 10.00,

16.30, 18.00, 20.15, 22.00; Asterix und das Geheimnis

des Zaubertranks 11.50; Rocca verändert

die Welt 12.20; Wenn du König wärst 14.20; Glam

Girls: Hinreißend verdorben 14.45, 17.15, 20.15,

23.00; Green Book –Eine besondere Freundschaft

15.00, 19.45; Dumbo 15.00; 3D: Avengers: Endgame

16.20, 19.00, 22.20; After Passion 17.10;

Avengers: Endgame (OF) 20.30; Lloronas Fluch

22.40

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 15.45; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 15.45; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 15.45, 18.00, 20.30; 3D: Avengers: Endgame

16.30, 20.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 18.00, 20.30; Monsieur Claude II18.00;

Der Fall Collini 20.30

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Commedia all‘italiana:

Wir hatten uns so geliebt –C‘eravamo tanto amati

(OmenglU; m. Vortag) 20.00; Magical History Tour:

African Queen (OmU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

Glam Girls: Hinreißend verdorben 12.30, 14.00,

17.10, 19.40, 23.00; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 12.40, 13.50; Royal Corgi: Der Liebling

der Queen 12.50, 15.30, 16.10; Ostwind 4–Aris

Ankunft 13.00, 13.30; Avengers: Endgame 13.00,

15.10, 17.00, 20.00, 21.00, 22.20; Willkommen

im Wunder Park 13.10, 14.20; Van Gogh: An der

Schwelle zur Ewigkeit 13.20; Dumbo 13.30; Drachenzähmen

leicht gemacht 3: Die geheime Welt

13.30; DerFall Collini 13.45, 16.30, 19.50, 22.50;

After Passion 13.50, 16.50, 19.20; 3D: Avengers:

Endgame 14.00, 16.00, 18.00, 19.00, 20.30,

22.00; Ein Gauner &Gentleman 14.10; Monsieur

Claude II 14.30, 16.40, 19.30; Captain Marvel

15.50, 16.20, 20.45; Stan &Ollie 16.20, 19.00;

Der Junge muss an die frische Luft 16.30;

Shazam! 16.50; Ein letzter Job 16.50; 3D: Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 17.00, 19.50, 22.45;

Nur eine Frau 17.10, 19.45, 22.30; Der Flohmarkt

von Madame Claire 18.00; Green Book 19.15;

Im Netz der Versuchung 19.30, 22.30; Free Solo

19.50; Bohemian Rhapsody 19.50; Das Ende der

Wahrheit 20.00; Friedhof der Kuscheltiere 20.20,

23.10; Iron Sky II22.00; Escape Room 22.20; Lloronas

Fluch 22.30; Fighting with My Family 22.50;

Wir 23.00; The Hole inthe Ground 23.05

Filmrauschpalast (✆ 394 4344) One Cut of the

Dead (OmU) 18.00; Matrix (OF) 20.00; Wir –Us

(OmU) 22.30

TREPTOW

Astra (✆ 636 1650) Royal Corgi 10.00, 12.00,

14.00; Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 10.00,

12.30, 14.00, 16.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben10.00,12.00,

16.00, 18.00, 20.15, 22.30;

Die sagenhaften Vier –Marnies Welt 10.00; Avengers:

Endgame10.00, 14.00, 16.00, 19.00; Monsieur

ClaudeII12.00;Alfons Zitterbacke–DasChaos

ist zurück 14.00; 3D: Avengers: Endgame 15.00,

18.00, 20.15, 21.30; 3D: PokemonMeisterdetektiv

Pikachu 19.00, 22.00; Der Fall Collini 22.30

Casablanca (✆ 677 5752) Die Goldfische 16.00;

Trautmann 18.15; Niemandsland –The Aftermath

20.30

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 13.55, 16.40;

3D: Avengers: Endgame 14.00, 15.30, 18.00,

19.30; After Passion 14.00, 17.15; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.15; Willkommen imWunder

Park 14.20; Captain Marvel 14.20; Dumbo 14.30;

Glam Girls: Hinreißend verdorben 15.00, 17.30,

20.15; Avengers: Endgame 16.00,20.00; Wenn du

König wärst 16.45; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.00, 19.40; Monsieur Claude II 17.10,

19.30; Der Fall Collini 19.45; Fighting with My Family

19.50; Friedhof der Kuscheltiere 20.15

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) Willkommen

im Wunder Park 14.00, 18.25; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.00, 15.00, 16.45,

17.40, 19.30; Glam Girls: Hinreißend verdorben

14.20, 17.40, 19.30; Green Book –Eine besondere

Freundschaft 15.00; Avengers: Endgame 15.00,

19.40; 3D: Avengers: Endgame 16.00, 20.15;

Royal Corgi: Der Liebling der Queen 16.10; Dumbo

16.40; 3D: Pokemon Meisterdetektiv Pikachu

19.45; Avengers: Endgame (OF) 20.15; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu –Pokemon Detective Pikachu

(OF) 20.40

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Die Kinder

der Utopie 19.00;Zujeder Zeit: Lernwegeinder

Pflege –Dechaque instant (OmU) 20.45

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 40 01)Berlin-Film-Katalog:

Zwei in einer großen Stadt 18.00; Ray &Liz (OmU)

19.45; Border –Gräns (OmU) 21.45

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Der Fall Collini

13.15; Alfons Zitterbacke – Das Chaos ist zurück

15.45; Iuventa: Seenotrettung –Ein Akt der

Menschlichkeit (OmenglU) 18.00; Monsieur Claude

II 10.45, 17.15; Asterix und das Geheimnis des

Zaubertranks 13.00; Der Flohmarkt von Madame

Claire 15.00; Der Fall Collini 19.30

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Die Wiese

15.30; Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit

18.00; Das Ende derWahrheit 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 13.15; Der alte deutsche

Film: Fritz und Friederike 15.45; Preview: Edie –Für

Träume ist es nie zu spät (m. Gast) 18.00; Der Fall

Collini 20.15

ZEHLENDORF

Bali (✆ 811 4678) Die Gentrifizierung bin ich.

Beichte eines Finsterlings 18.00; Beale Street

20.30

Capitol (✆ 831 64 17) Nur eine Frau 13.30,

20.30; Der Flohmarkt von Madame Claire 15.45;

Van Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 18.00

FREILUFTKINOS

Freiluftkino Kreuzberg 25 km/h (DFmenglU)

21.30

Pompeji –FLK am Ostkreuz (✆ 01 76/56 70 92 98)

Der Goldene Handschuh (OmenglU) 21.15

Radio EINS-Freiluftkino Friedrichshain Monty Python:

Das Leben des Brian 21.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12) Cinema

Ritrovato: Assunta Spina (OmenglU; m. Vorfilmen

u. Einführung) 20.00

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Van Gogh:

An der Schwelle zur Ewigkeit 14.00; Monsieur Claude

II 14.15, 16.45, 18.45; Atlas 14.30; Der Flohmarkt

von Madame Claire 14.45; Der Fall Collini

16.15, 20.45; Das Ende der Wahrheit 16.30; Die

Kinder der Utopie 16.45; Preview: Klasse Deutsch

18.45; VonBienenund Blumen 19.00; Das schönste

Paar 20.45; Kleine Germanen 21.00

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 72 33)

Alfons Zitterbacke –Das Chaos ist zurück 13.40;

Willkommen im Wunder Park 13.45; 3D: Avengers:

Endgame 13.45, 15.45, 18.30, 20.00; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 14.00; Royal Corgi: Der

Liebling der Queen 14.15; Avengers: Endgame

14.15, 15.15, 16.00, 19.30, 20.15; Glam Girls:

Hinreißend verdorben 14.30, 17.15, 20.15; 3D:

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 16.45, 19.40;

Monsieur Claude II17.00; Der Fall Collini 19.30;

After Passion 19.45

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 033 22/279 88 77) Green

Book –Eine besondere Freundschaft 15.00; Die

Kinder der Utopie 19.00

Capitol Königs Wusterhausen (✆ 033 75/46 97 77)

Pettersson und Findus: Findus zieht um15.00;Van

Gogh: An der Schwelle zur Ewigkeit 17.15; Der Fall

Collini 20.00

CineStar Wildau (✆ 04 51/703 02 00) Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 14.00,16.50; Avengers:

Endgame 14.00, 17.00, 20.00; Fighting with My

Family 14.15; Willkommen im Wunder Park 14.20;

Wenn du König wärst 14.30; Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 14.30; Drachenzähmen leicht

gemacht 3: Die geheime Welt 14.30; Asterix und

das Geheimnis des Zaubertranks 14.40; 3D: Avengers:

Endgame 15.30, 16.15, 19.30; After Passion

17.10, 20.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.15, 19.50; Monsieur Claude II 17.15,

19.30; Der Fall Collini 17.30, 20.30; 3D: Dumbo

17.45; 3D: Captain Marvel 19.45; Im Netz der Versuchung

20.10; Die Goldfische 20.45

Filmpalast Bernau (✆ 033 38/70 54 54) Royal

Corgi: Der Liebling der Queen 10.00, 15.45; Pokemon

Meisterdetektiv Pikachu 15.30; 3D: Avengers:

Endgame 16.00, 20.15; 3D: Pokemon MeisterdetektivPikachu

18.00, 20.30; GlamGirls:Hinreißend

verdorben 18.00, 20.30

Filmpalast Oranienburg (✆ 033 01/70 4828)

Pokemon Meisterdetektiv Pikachu 14.00; 3D: Avengers:

Endgame 14.00, 16.15, 20.00; Royal Corgi:

Der Liebling der Queen 15.00; Glam Girls: Hinreißend

verdorben 15.15, 17.45, 19.45; Avengers:

Endgame 17.00, 19.30; 3D: Pokemon Meisterdetektiv

Pikachu 17.15, 20.30

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Avengers: Endgame 16.00, 19.30

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Dumbo

15.45; 3D: Avengers:Endgame16.15, 20.00; Monsieur

Claude II 18.15; Der Fall Collini 20.30


26 Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019

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Netzwerk

WERKSTATT

Neustart für

den lahmen

Computer

VonDaniel Dangelmaier

Hier eine nicht komplett deinstallierte

Software, da ein

paar ressourcenhungrige Hintergrundprogramme

und dort ein ganzer

Haufen veralteter Dateien. Und

ehe man sich versieht, lahmt der

Computer. So mancher User greift

dann zum äußersten Mittel und installiertdas

Betriebssystem neu. Das

ist in der Regel sehr effektiv, aber

auch aufwendig. Denn nach dem

Reset des Rechners müssen zum Beispiel

private Ordner wieder auf die

Festplatte kopiert, Einstellungen

wieder konfiguriert und Treiber

überprüft werden.

All das können sich Windows-

Nutzer sparen: Die aktuelle Version

der Microsoft-Software verfügt über

die sogenannte „Sauberer Start“-

Funktion. Dieses Bordmittel setzt

Windows 10 neu auf, ohne persönliche

Dateien zu überschreiben.

Gleichzeitig sorgt es dafür, dass das

Betriebssystem nur mit den nötigsten

Treibern und Autostartprogrammen

bootet.

Um die praktische, jedoch eher

unbekannte und versteckte Routine

zu starten, müssen User über den

„Start“-Button in die „Einstellungen“

gehen, um zum Menüpunkt

„Update und Sicherheit“ zu gelangen.

Vondortaus lässt sich die Kategorie

„Wiederherstellung“ anwählen,

wo schließlich „Erfahren Sie, wie

Sie mit einer Neuinstallation von

Windows durchstarten“ zu lesen ist.

Hinter diesem Satz verbirgt sich ein

Link zu einem Tool, das die Homeund

Pro-Editionen von Windows 10

aktualisiert und mögliche Systembremsen

entfernt.

Nach dem Öffnen der Applikation

muss der Nutzer lediglich den Lizenzvereinbarungen

zustimmen

und angeben, ob er eigene Dateien

behalten will oder nicht. Anschließend

lädt das Tool eine aktuelle, abgespeckte

Windows-10-Version von

den Microsoft-Servern herunter und

installiert sie selbstständig auf die

Hauptpartition. Während dieses

Prozesses werden alle Anwendungen,

die nicht in Windows integriert

sind, vom Rechner entfernt. Programme

von Drittanbietern oder

auch die Office-Suite müssen folglich

neu eingerichtet werden. Benutzerdefinierte

Konfigurationen sowie

ausgesuchte Dateien des Users bleiben

auf Wunsch jedoch erhalten.

Als etwas radikalere Alternative

zum „Sauberen Start“ ist unter „Wiederherstellung“

übrigens die Option

„Diesen PC zurücksetzen“ zu finden.

Dieser Vorgang löscht ebenfalls alle

systemfremden Programme und

bietet den Erhalt persönlicher Daten

an. Allerdings werden bei der Aktion

sämtliche Systemeinstellungen auf

den Standardwert gebracht, sodass

individuelle Konfigurationen verloren

gehen. Außerdem installiert der

Rechner genau die Windows-Variante

auf die Festplatte,die dem User

vorliegt, und nicht die ressourcenschonende

Modifikation, die der

„Saubere Start“ bereitstellt. Deswegen

ist die „Diesen PC zurücksetzen“-Funktion

eher Anwendern zu

empfehlen, die den Werkszustand

ihres Computers wiederherstellen

wollen.

Daniel Dangelmaier

schreibt seit 17 Jahren

über Digitales.

Gute Laune, Mode und moderne Kunst: Refinery29ist immer auf der Suche nach dem Lebensgefühl junger Frauen. CORPORATE.R29.COM (4)

Das Leben ist schön –meistens

Refinery 29 gehört mit seiner Mischung aus Infos und Werbung zu den beliebtesten Plattformen für junge Frauen

VonSebastian Moll

Phillippe von Borries trägt

am liebsten Turnschuhe

und ein schlichtes graues

Sweatshirt. Äußerlich gibt

er sich noch immer ganz so wie vor

15 Jahren, als er mit seiner heutigen

Frau Piera Gelardi sowie einem

High-School-Freund und dessen

Partnerin in Cafés des New Yorker

Szeneviertels EastVillage auf Servietten

große Pläne geschmiedet hat.

Herausgekommen ist das inzwischen

weltweit agierende Medienunternehmen

Refinery29.

Auch Events gehören dazu

Längst verhandelt er über zweitstellige

Millionenbeträge. „Ja, wir sind

schon ganz schön groß geworden“,

sagt vonBorries,während er aus seinem

Fenster im Finanzviertel von

Manhattan über den neubebauten

Ground Zero und hinüber zur Wall

Street blickt. VonKöln aus hat sich

von Borries aufgemacht in die USA,

um eine der wichtigsten Plattformen

vorwiegend für Frauen im Millennial-Alter

zu entwerfen: Refinery 29.

Am Anfang stand der Wunsch der

vier Freunde, jene kleinen, hippen

Designer-Marken aus Brooklyn, die

sie selbst gerne kauften und deren

Macher zu ihrem Freundeskreis gehörten,

einem breiteren Publikum

zugänglich zu machen.

DerVersuch zu erklären, wie sein

Unternehmen Geld verdient, fällt

Phillippe von Borries sichtbar

schwer. Vom ursprünglichen Konzept

des E-Commerce Marktplatzes

für Untergrund-Marken ist Refinery

jedenfalls schnell abgekommen. Die

Plattformentwickelte sich sehr rasch

hin zu einer Content-Börse. Dabei

Das Luxusprodukt

Die erste Computermaus ist in Deutschland entwickelt worden, ohne dass das großes Interesse hervorrief

Weltweit gibt es nur noch vier

Exemplare: Der deutsche Erfinder

der allerersten Computermaus,Rainer

Mallebrein, hat nun eines

der seltenen Geräte an ein Museum

verschenkt. „Das ist die Ur-

Maus. Wir waren unserer Zeit weit

voraus.Wir haben sie zwischen 1965

und 1968 entwickelt, als es noch

keine Personal Computer gab, nicht

einmal das Wort PC“, sagte der 85-

Jährige am Dienstag in Paderborn.

Dort überreichte der Ingenieur

aus dem Raum Konstanz das Exponat

–früher Rollkugelsteuerung genannt

– als Dauerleihgabe an das

Heinz-Nixdorf-Museumsforum

Der Gründer: Philippe von

Borries ist der deutsche Mitgründer

der PlattformRefinery29.

Er ist in Köln aufgewachsen

und lebt inzwischen

in NewYork. 2005

ging es los, zuvor arbeitete

er beim Magazin The Globalist.

Auch seine Frau Piera

Gelardi ist an dem Projekt

beteiligt. Sie ist Kreativdirektorin.

DER MITGRÜNDER AUS DEUTSCHLAND

(HNF), nach eigenen Angaben das

weltweit größte Computermuseum.

Mallebrein hatte die Maus für Telefunken

entwickelt, das Unternehmen

verkaufte sie ab 1968 zusammen

mit seinem damaligen Spitzencomputer

TR 440. DieKunden waren

GETTY IMAGES/CINDY ORD

Das Produkt: Ursprünglich

war Refinery29als Onlineshop

für Modeprodukte aus

NewYork geplant, doch inzwischen

ist daraus ein digitales

Frauenmagazin geworden,

das auf eine Mischung

aus Information und Werbung

setzt. Mit dem Konzept

werden mehr als 25 Millionen

Leser im Monat erreicht.

war die Trennung zwischen journalististischem

Inhalt und Markenpräsentation

von Anfang an unscharf.

Die klassische Strategie seriöser Medien,

klar zwischen eigenen Inhalten

und fremdfinanzierten Informationen

zu unterscheiden, war für von

Borries und die Mitgründer nicht bedeutend.

So gehörtinder Firmaalles

zusammen. Sie ist zugleich Redaktion,

Produktionsgesellschaft und

Marktforschungsinstitut.

Wenn jedenfalls ein Sportgetränke-Hersteller

wie Gatorade wissen

will, warum junge Frauen früher

den Wettkampfsport aufgeben als

junge Männer, dann wendet er sich

an Refinery, um deren Community

zu befragen. Der Refinery„Research

Panel“ liefert dann rasche und präzise

Antworten. Wenn Firmen mit

Branded Content eine Präsenz auf

der Refinery-Website wünschen,

bietet von Borries’ Team nicht nur

den Platz, sondern auch die Beratung

und, wenn gewünscht, die Produktion

der Inhalte an. Und selbstverständlich

stehen dem Kunden auf

Wunsch die Inhalte auch für andere

Plattformen zur Verfügung.

Denn aufwändig produzierte eigene

Inhalte bietet Refinery auch an

–von einer Video-Dokumentationsserie,

die über Lebensweisen junger

Frauen weltweit berichtet, bis hin zu

einem Forum über Geld und Anlagen

–„eines der letzten großen Tabu-

Themen“, wie von Borries sagt. Es

gab eine Zeit, da wurde auf kurze

Clips für Facebook gesetzt. Im

schwierigen Jahr 2018 musste deshalb,

nach Angaben des Branchenblatts

Adweek, Leute entlassen werden.

Klassische Nachrichten gibt es

auch, wobei die Themenauswahl

eher subjektiv ist. „Wir haben keinen

üblichen Newsroom. Wir entscheiden

eher intuitiv, was unsere Leserinnen

interessieren könnte.“ Das

Rollkugel

wurde sie damals

genannt –die

erste deutsche

Computermaus.

NIXDORF MUSEUMSFORUM

vorallem Universitäten, für den persönlichen

Hausgebrauch waren die

Geräte zu teuer. Sie kosteten bis zu

20 Millionen Mark,sagte Mallebrein.

DieFolge: Nur46Geräte wurden verkauft.

Die Maus, für 1500 Mark zu

haben, geriet in Vergessenheit. Ein

reicht von einer detaillierten Berichterstattung

über den Kampf um

das Abtreibungsrecht in den USA bis

hin zu Reportagen über ambitionierte

Politikerinnen und ihr Kampf

um einflussreiche Ämter.

Ändernmit der Zielgruppe

Wasaber fast noch wichtiger ist: Online

und offline zu kombinieren. Refinery

29lege bis heute großen Wert

darauf, „Erfahrungen zu schaffen“,

wie von Borries es ausdrückt. So wie

die Aktion „29 Rooms“, für die Refinery

jungen Künstlerinnen Gestaltungsraum

gab und ein Happening

für die New Yorker Kunstwelt schuf.

Online und offline zu kombinieren,

das überzeugt jedenfalls: Alleine bei

Instagram konnten so 2,3 Millionen

Followergefunden werden. Drei Millionen

Frauen haben den Newsletter

abonniert, mehr als 100 000 sind im

vergangenen Jahr zu den Events gekommen.

So strahlt von Borries heute den

branchentypischen Optimismus

aus, der sowohl auf der Fähigkeit

fußt, die Zielgruppe eng an die

Marke zubinden, als auch der Bereitschaft,

sich ständig neu zu erfinden.

„Wir müssen jedes Jahr unser

Geschäftsmodell überdenken“,

gab er jüngst in einem Podcast zu.

Anders lässt es sich als modernes

Medienunternehmen nicht überleben.

Für Refinery 29heißt das, sich

ständig mit der Zielgruppe zu verändern.

Immerhin bedient die

Plattform janun schon die zweite

Generation junger Frauen. Deshalb

sieht man in den Gängen am

Broadway auch nur ganz selten jemanden,

der älter als 40 ist. Der

Männeranteil der Belegschaft liegt

um die 15 Prozent.

Patent gab es auch nicht. „Wegen zu

geringer Erfindungshöhe“, stand damals

im Schreiben des Patentamts,

erinnert sich der Senior. „Über Anwendungsmöglichkeiten

war damals

gar nicht gesprochen worden,

nämlich dass die Maus Mensch-Maschine-Interaktion

fahren kann.“ Telefunken

kümmerte sich nicht groß

darum. Schwamm drüber. Mallebrein

widmete sich dann anderen

Erfindungen. Der weltweite Siegeszug

der Computermaus begann erst

in den 80er-Jahren –auf Basis des

Mallebrein-Rollkugelsystems, wie

der 85-Jährige und das HNF betonten.

Immerhin. (dpa)

Smartphones

über WhatsApp

infiziert

Unternehmen hat

Sicherheitslücke entdeckt

Der Chatdienst WhatsApp hat

eine Sicherheitslücke geschlossen,

durch die Überwachungs-Software

auf Smartphones installiert

werden konnte. Die Geräte konnten

mit einem präparierten WhatsApp-

Anruf infiziert werden, da die

Schwachstelle in der Umsetzung der

Internet-Telefonie lag. Hinter der

Angriffs-Technologie werde die israelische

Firma NSO vermutet, die

Spionage-Werkzeuge an Regierungen

verkauft, berichteten unter anderem

die Financial Times und

TechCrunch.

WhatsApp geht davon aus, dass

Ziel der Angriffe lediglich einige ausgewählte

Nutzer geworden sein

dürften. So war wohl ein Menschenrechts-Anwalt

in Großbritannien am

Wochenende Ziel einer versuchten

Cyber-Attacke über die Schwachstelle

geworden, wie die Financial

Times unter Berufung auf Forscher

des Citizen Lab an der Universität

von Toronto berichtete. Der Angriff

sei durch die von WhatsApp unternommenen

Gegenmaßnahmen

aber gescheitert, hieß es.

Der zum Facebook-Konzern gehörende

Chatdienst erfuhr Anfang

Mai von dem Problem und schloss

die Lücke. Betroffen waren sowohl

Smartphones mit Googles Android-

System als auch Apples iPhones,Telefone

mit Microsofts Windows

Phone und Samsungs Tizen. Whats-

App schaltete auch US-Regierungsbehörden

für Ermittlungen ein. Das

bekannteste Produkt der FirmaNSO

ist eine Softwaremit dem Namen Pegasus,

das wohl Mikrofon und Kamera

eines Telefons aktivieren,

Standort-Daten sammeln sowie E-

Mails und Kurzmitteilungen durchsuchen

kann. NSO betonte, das Unternehmen

setze seine Werkzeuge

nicht selbst ein, das machten nur

Geheimdienste und Sicherheitsbehörden.

(dpa)

Auch Tablets erhalten bald vielleicht einen

aufklappbaren Bildschirm. LENOVO

Lenovo zeigt

Tablet zum

Ausklappen

Der Marktstart ist für das

Jahr 2020 geplant

Als erste Geräte mit faltbarem Display

wurden bisher Smartphones

vorgestellt, die sich zu einem

Tablet aufklappen lassen –der PC-

Spezialist Lenovo denkt jetzt mit einem

Notebook eine Nummer größer.

Das in der Nacht zum Dienstag

präsentierte Modell aus der Reihe

ThinkPad X1 hat aufgefaltet einen

Bildschirm mit einer Diagonale von

13,3 Zoll (rund 33,8 Zentimeter). Das

Gerät hat keine Hardware-Tastatur,

dafür füllt das Display die gesamte

Oberfläche aus. Lenovo stellt einen

Marktstart für das Jahr 2020 in Aussicht.

Bisher haben Samsung und

Huawei Auffalt-Smartphones präsentiert.

Das rund 2000 Euro teure

Galaxy Fold von Samsung sollte sogar

schon Ende April inden Handel

kommen, der Marktstart wurde jedoch

auf unbestimmte Zeit verschoben,

nachdem mehrere Testgeräte

kaputtgegangen waren. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 27

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TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG)Sturm der Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn sowas?

12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für HG)

ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG) Rote

Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10 (für HG)

Sturmder Liebe 16.00 (für HG) Tagesschau

16.10 (für HG)Verrückt nach Meer. Die Meerfrauen

vonCheju 17.00 (für HG)Tagesschau

17.15 (für HG)Brisant 18.00 (für HG)Quizduell

18.50 (für HG) Watzmann ermittelt. Almsünde

19.45 (für HG)Quizzen voracht 19.55 (für HG)

Börse voracht 20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 (für HG) Eden

TV-Drama, D2019

Mit Sylvie Testud,Diamand Abou

Abboud, Maxim Khalil, Juliane Köhler,

Wolfram Koch,Theo Alexander u.a.

Regie: Dominik Moll

22.30 (für HG) Tagesthemen

23.00 (für HG) Plusminus

Versorgungsausgleich –Wie man seine

Rentenansprüche zurückholen kann

23.30 (für HG) Maischberger

Die Schicksalswahl –ist Europa

wirklich in Gefahr?

RTL

6.00 Guten Morgen Deutschland. Moderation:

Wolfram Kons 8.30 (für HG) Gute Zeiten,

schlechte Zeiten. Daily Soap 9.00 Unter uns.

Daily Soap 9.30 (für HG) Alles was zählt. Soap

10.00 Der Blaulicht-Report 12.00 Punkt 12.

Moderation: Katja Burkard 14.00 Die Superhändler

–4Räume, 1Deal 16.00 Vorher

Nachher –Dein großer Moment. Mit Janine

Kunze 17.00 Freundinnen –Jetzt erst recht.

Unterhaltungsserie 17.30 Unter uns. Daily

Soap 18.00 Explosiv –Das Magazin. Moderation:

Elena Bruhn 18.30 Exclusiv –Das Star-

Magazin. Moderation: Frauke Ludowig 18.45

aktuell 19.05 (für HG) Alles was zählt. Soap

19.40 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten

20.15 Die 25...

Vom Brummifahrer zum Nagel-

Designer /Emmy Abrahamson verliebt

sich in Obdachlosen /Beatrice Egli –

vom Normalo zum Superstar

Moderation: Sonja Zietlow

22.15 stern TV Angebliche „Wundermittel“ für

tausende Euro:Wie Heilpraktiker Krebs

zum Geschäft machen /Warum eskalieren

so viele Hochzeitskorsos?

0.00 Nachtjournal

0.30 CSI: Den Tätern auf der Spur

Zweifelhaftes Geständnis. Krimiserie

ZDF

Sat.1

TV-Tipps RBB

Tagesschau 24

MDR WDR Maße:6,5 mit ×11cm(B/H) der es möglich ist, in die Vergangenheit Arte

12.35 (für HG) Königswalzer. Liebesfilm, D

1955 14.00 (für HG) um zwei 15.15 (für HG)

Wer weiß denn sowas? 16.00 (für HG) MDR

um vier 17.45 (für HG) Aktuell 18.10 (für HG)

Brisant 18.54 (für HG) Sandmann 19.00 (für

HG) Regional 19.30 (für HG) Aktuell 19.50

(für HG) Tierisch, tierisch 20.15 (für HG) Exakt

20.45 (für HG) Exakt –Die Story 21.15 (für

HG) Echt 21.45 (für HG) Aktuell 22.05 (für

HG) Tatort. Absturz. TV-Kriminalfilm, D2009

23.35 extra 3 0.20 Zärtlichkeiten im Bus 1.20

(für HG) Lindenstraße 1.50 (für HG) Exakt

Bayern

15.30 (für HG)Schnittgut.Allesaus dem Garten

16.00 (für HG)Rundschau 16.15 (für HG) Wirin

Bayern 17.30 Regional 18.00 (für HG) Abendschau

18.30 (für HG)Rundschau 19.00 (für HG)

Stationen 19.30 (für HG) DahoamisDahoam

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Wahlarena.

Live 21.30 (für HG)Kontrovers 22.00 (für

HG) Rundschau Magazin 22.15 (für HG)Die Macho-Republik?Wie

Frauenummehr Macht in der

Politik kämpfen 23.00 (für HG) Kulenkampffs

Schuhe. Dokumentarfilm,D2018 0.30 kinokino

0.45 Another Year. Drama, GB 2010

Vox

15.00 Shopping Queen 16.00 4Hochzeiten

und eine Traumreise 17.00 ZwischenTüll und

Tränen 18.00 First Dates –Ein Tisch für zwei

19.00 Das perfekte Dinner 20.00 Prominent!

20.15 (für HG) Magnum P.I. 21.15 (für HG)

Magnum P.I. 22.05 (für HG) Law &Order: Special

Victims Unit 23.00 (für HG) Law &Order:

Special Victims Unit 23.50 nachrichten 0.10

(für HG) Medical Detectives – Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Tödliches Verlangen 1.00 (für

HG) Medical Detectives –Geheimnisse der

Gerichtsmedizin. Tödliche Substanzen

Super RTL

15.00 Dragons –Auf zu neuen Ufern 15.25 Tom

und Jerry 15.50 Der gestiefelte Kater –Abenteuer

in San Lorenzo 16.15 Zig &Sharko–Meerjungfrauen

frisst man nicht! 16.45 Die Nektons

–Abenteurer der Tiefe 17.15 Barbie –

Traumvilla-Abenteuer 17.40 Spirit: wild und frei

18.10 Bugs Bunny &LooneyTunes 18.40 Woozle

Goozle 19.10 Tomund Jerry 19.45 Angelo!

20.15 (für HG)Dr. House 21.10 (für HG) Dr.

House 22.00 (für HG)Dr. House 22.55 Die Kinderklinik

–Kleineund große Helden 0.05 Comedy

total 0.25 Infomercials

Sport1

9.00 Teleshopping 14.30 Normal. Magazin der

Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien

15.00 StorageWars –Geschäfte in Texas. Bubba

007 15.30 Storage Wars –Geschäfte in

Texas. Glückliches Händchen 16.00 Eishockey:

Weltmeisterschaft. Gruppe B: Schweiz –Norwegen

18.30 Fußball: U19-Bundesliga. Halbfinale,

Hinspiel 20.10 Eishockey:Weltmeisterschaft.

Gruppe A: Deutschland –Slowakei

22.30 Hans Sarpei –Das Tsteht für Coach

23.30 Bundesliga aktuell 0.00 Normal

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 heute

Xpress 9.05 Volle Kanne –Service täglich 10.30

(für HG) Notruf Hafenkante. Die Zeugin 11.15

(für HG) SOKO Stuttgart 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die Küchenschlacht

15.00 (für HG) heute Xpress 15.05

(für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG) heute –

in Europa 16.10 (für HG) DieRosenheim-Cops.

Der letzte Atemzug 17.00 (für HG) heute 17.10

(für HG) hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute

heute 18.00 (für HG) SOKO Wismar. Verblitzt

19.00 (für HG)heute 19.21 Parteien zur Europawahl

19.25 (für HG) DieSpezialisten –ImNamen

der Opfer. Dem Himmel so nah

20.15 (für HG) Aktenzeichen XY ...ungelöst

Mord an Anhalterin /Brutaler Überfall

/Todesfall mit Folgen /Obdachloser

totgeschlagen /Der XY-Preis

2019 /Promi-Wirt vermisst

21.45 (für HG) heute-journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) ZDFzoom

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

0.45 Schafft Europa sich ab? EU-Gegner

auf dem Vormarsch

2.10 (für HG) Aktenzeichen XY ... ungelöst

5.30 Frühstücksfernsehen 10.00 Im Namender

Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie! Mit Alexander

Hold, Stephan Lucas, Alexander Stephens,

Isabella Schulien 11.00 Im Namen der Gerechtigkeit

–Wir kämpfenfür Sie! MitAlexanderHold,

Stephan Lucas, Alexander Stephens, Isabella

Schulien 12.00 Anwälte im Einsatz 13.00 Anwälte

im Einsatz 14.00 AufStreife.Reportagereihe

15.00 AufStreife –Die Spezialisten. Reportagereihe

16.00 Klinik am Südring 17.00 Klinik

am Südring –Die Familienhelfer 17.30 Klinik am

Südring –Die Familienhelfer 18.00 Endlich Feierabend!

Moderation: Simone Panteleit,Daniel

Boschmann 19.00 Genial daneben –Das Quiz

19.55 Nachrichten

20.15 TopChef Germany

Show

Gast: Meister Afong.Jury: Eckart

Witzigmann, Peter Maria Schnurr,

Alexandra Kilian

Moderation: Daniel Boschmann

23.10 akte 20.19 Spezial

Beautywahn:Wenn die Lippen immer

größer werden

Moderation: Claus Strunz

0.10 SAT.1 Reportage

Alles inklusive? Grüße aus der Bettenburg!

Reportagereihe

14.55 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungenÄrzte

15.45 (für HG) Aktuell 16.05 Hier

und heute 18.00 (für HG) aktuell /Lokalzeit

18.15 (für HG) Servicezeit 18.45 (für HG) Aktuelle

Stunde 19.30 Lokalzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Markt 21.00 (für

HG) Der Haushalts-Check mit YvonneWillicks

21.45 (für HG) Aktuell 22.10 (für HG) Die Story

22.55 (für HG) sport inside 23.25 (für HG)

Goodbye Großbritannien? 0.10 (für HG) GoodbyeTommies

–Abschied von den Briten 0.55

(für HG) Maischberger 2.10 Erlebnisreisen

NDR

16.00 (für HG) aktuell 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Seehund, Puma &

Co. 18.00 Ländermagazine 18.15 (für HG)

Wie geht das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30

Ländermagazine 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Wildes Baltikum 21.00 (für

HG) Wildes Baltikum 21.45 (für HG) aktuell

22.00 (für HG) Großstadtrevier. Arbeit jeder

Art 22.50 (für HG) extra 3Spezial 23.20 (für

HG) extra 3Spezial 23.50 (für HG) 7Tage ...

0.20 Hafenpolizei. Sprung von der Brücke

0.45 (für HG) Visite 1.45 (für HG) Weltbilder

Kabel eins

7.40 Blue Bloods –Crime Scene NewYork 8.35

Blue Bloods –Crime Scene NewYork 9.30 Navy

CIS: L.A. 10.25 Navy CIS 11.15 Without aTrace

12.10 Numb3rs 13.05 Castle 14.00 The Mentalist

15.00 Navy CIS: L.A. 15.50 News 16.00

Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55

Mein Lokal,Dein Lokal –Der Profi kommt 18.55

Achtung Kontrolle! Wir kümmern uns drum

20.15 DéjàVu–Wettlauf gegen die Zeit. Thriller,

USA/GB 2006 22.50 Gegen die Zeit. Thriller,

USA 1995 0.30 Déjà Vu –Wettlauf gegen die

Zeit. Thriller,USA/GB 2006

RTL 2

12.00 Die Geissens –Eine schrecklich glamouröse

Familie! 14.00 Die Wollnys –Eine

schrecklich große Familie! 15.00 Hilf mir!

Jung,pleite, verzweifelt ... 17.00 News 17.10

Krass Schule –Die jungen Lehrer 18.05 Köln

50667 19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Kleine

Helden ganz groß! –Wenn Kinder kämpfen

müssen 21.15 Voller Leben –Meine letzte Liste

22.15 Die Babystation –Jeden Tagein kleines

Wunder 23.15 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

0.10 Die Forensiker –Profis am Tatort

1.10 Autopsie –Mysteriöse Todesfälle

Eurosport 1

12.00 Radsport: Giro d'Italia 13.45 Radsport:

Giro d'Italia. 5. Etappe: Frascati –Terracina

17.00 Radsport: Giro extra. Analysen und Interviews

zur heutigen Etappe 17.30 Radsport:

Vier Tage von Dünkirchen 18.30 Formel E: FIA-

Meisterschaft 19.30 Tourenwagen: Weltcup

19.55 Eurosport News 20.05 Radsport: Giro

Today. Die Highlights der aktuellen Etappe

22.00 Radsport:Tour of California 22.55 Eurosport

News 23.00 Radsport: Tour of California.

4. Etappe 1.00 EWC All Access

ARTE, 20.15 UHR DRAMA

Julieta

Julieta möchte gemeinsammit ihremLebenspartner Lorenzo Madrid verlassen

undinPortugalein neues Lebenbeginnen. DiesePläne werden jedoch verworfen,

alsJulieta eines Tagesauf Beatriztrifft,einer alten Schulfreundin ihrerTochter

Antía.Schon lange hat Julietakeinen Kontaktmehr zu Antía undhat keine

Ahnungwodiesesteckt. Durchdie Begegnungmit Beatriz keimtbei Julieta neue

Hoffnung auf, Antíawiederzusehen. Julieta ziehtsich zurückindie Wohnung, in

der sieAntía damals großzogund beginnt damit, ihrer Tochtereinen fiktiven Brief

zu schreiben,inder sievon der ersten Begegnungmit deren Vater,dem Fischer

Xoan undden Tagenihrer Jugend erzählt. Demspanischen Regisseur und Drehbuchautor

PedroAlmodóvargelangein feinfühliges Familiendrama, das loseauf

drei Kurzgeschichten derkanadischen Schriftstellerin Alice Munrobasiert.

(Span./2016)

Foto: Arte

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ihre multikulturelle erfährtervom Gesellschaft. FBIvon einer neuen Technik,

Gewicht:180 zu schauen. g Es dauertnichtlange und Carlin

findet heraus, dass er durch dieseTechnik

nichtnur Einblicke in die Vergangenheit

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erhält,sondern dieseauchverändern kann.

Packender Zeitreise-Thriller vonActionfilm-

Regisseur Tony Scottmit Oscarpreisträger

Denzel Washington in der Hauptrolle.

(USA/GB/2006)

Foto:Kabel eins

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7 4 6

2 8

1 2

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5 6 7 3

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9 1 8 2 4 6 5 7 3

5 6 3 8 7 1 4 9 2

2 7 4 9 5 3 8 6 1

6.20 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

7.20 Brisant 8.00 Brandenburg aktuell /

Abendschau 8.30 Brandenburg aktuell /

Abendschau 9.00 In aller Freundschaft 9.45

In aller Freundschaft 10.30 Rote Rosen 11.20

Sturm der Liebe 12.10 Tierärztin Dr.Mertens

13.00 rbb24 13.10 Verrückt nach Meer 14.00

Lichters Schnitzeljagd 14.45 made inSüdwest

15.00 Heute im Parlament. Live 16.00 rbb24

16.15 Wer weiß denn sowas? 17.00 rbb24

17.05 Giraffe, Erdmännchen &Co. 17.55

Sandmann 18.00 rbb UM6 –Das Ländermagazin

18.30 zibb. zuhause in berlin &brandenburg

19.30 Brandenburg aktuell /Abendschau

20.00 (für HG)Tagesschau

20.15 rbb Praxis Bluthochdruck: Richtig

messen, natürlich senken

21.15 Kontraste –Die Reporter

Bio, braun und barfuß –Rechte Siedler

in Brandenburg

21.45 rbb24

22.00 Tiermythen

Die Kinder des rosa Delfins

22.45 Planet Deutschland: 300 Millionen

Jahre Der erste Deutsche

23.30 Talk aus Berlin

0.00 Die Eifelpraxis –Aufbruch

TV-Drama,D2018

ProSieben

8.50 The Middle 9.45 Fresh off the Boat

10.35 Mike &Molly 11.00 How IMet Your Mother

11.55 2Broke Girls. Verzockt/Ein befriedigender

Abschluss. Comedyserie 12.45 Mom.

Baby Blues.Comedyserie 13.05 Twoand a

Half Men. Ich kann mir keine Hyänen leisten/

Wer kriegt die Verrückte?/Wer kriegt die Verrückte?

Comedyserie 14.25 The Middle. Die

Aufführung/Das Kuscheltier.Comedyserie

15.15 The Big Bang Theory. Die Spaßbremse/

Wenn Männer Händchen halten .../Mein Gespräch

mit Mutter/Reife Leistung, Playboy!

Comedyserie 17.00 taff 18.00 Newstime

18.10 Die Simpsons. Walverwandtschaft/Nedtropolis.Zeichentrickserie

19.05 Galileo

20.15 Grey's Anatomy –Die jungen Ärzte

Ein Sturm zieht auf

Krankenhausserie

21.15 Seattle Firefighters –Die jungen

Helden

Stürmische Zeiten. Actionserie

22.15 Lucifer

Bis dass der Toduns scheidet

Krimiserie

23.15 Lucifer

Meines Bruders Hüter.Krimiserie

0.10 Two and aHalf Men

West Side Story. Comedyserie

13.00 Stadt Land Kunst 14.10 (für HG) Von

Mäusen und Menschen. Drama,USA 1992

15.55 Oman,Saudi-Arabien, Katar 16.50 (für

HG) X:enius 17.20 Spanien von oben –

Geschichte(n) eines Landes (3/5) 17.50 (für

HG) Ach, Europa! 18.35 (für HG) Das geheime

Leben der Pflanzen 19.20 Arte Journal 19.40

Re: 20.10 Anderswo in Europa 20.15 (für HG)

Julieta. Drama, E2016 21.50 Filmikonen –

Magnum Photos und das Kino 22.45 Clash.

Drama, EG/F 2016 0.15 Arte Journal 0.40

Sanfter Mann sucht Frau. TV-Drama, F2015

3Sat

13.00 (für HG) ZIB 13.20 (für HG) Auf Kreuzfahrt

imMittelmeer 14.50 (für HG) Sehnsuchtsland

Italien 15.35 Küstenparadies Kroatien

17.45 (für HG) Das Land, wo die Orangen

blühen 18.30 nano 19.00 (für HG) heute

19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 Späte Liebe 21.05 Glücklich alt werden

22.00 (für HG) WELTjournal 22.30 Angst essen

Seele auf. Melodram, D1974 0.00 (für

HG) Ehe für alle –Alles erreicht? 0.30

10vor10 1.00 ECO 1.25 (für HG) Panorama

1.50 (für HG) Auf Kreuzfahrt imMittelmeer

Phoenix

12.00 phoenix vor ort 12.30 phoenix plus. RepublikimUmbruch–Mobilität

13.00 Bundestag

live 14.00 China –Radikal Digital –Blickinunsere

Zukunft? 14.45 Hongkong:Tor zu China 15.30

Bundestag live. Live 18.00 plan b 18.30 Die

Eiserne Zeit –Lieben undTöten im Dreißigjährigen

Krieg 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

WirDeutschen und Europa 21.00 Wahl 2019

22.30 phoenix runde. Die Analyse zur Spitzenkandidaten-Debatte

23.15 phoenix der tag 0.00

phoenix runde. Die Analyse zur Spitzenkandidaten-

Debatte 0.45 WDR Geschichte(n)

Kika

15.00 (für HG) Dance Academy –Tanz deinen

Traum! 15.50 Sherlock Yack –Der Zoodetektiv

16.15 (für HG) Zoom –Der weiße Delfin 16.40

Ein Fall für TKKG 17.25 Kein Keks für Kobolde

17.50 (für HG) Mascha und der Bär 18.00 (für

HG) Wir Kinder aus dem Möwenweg 18.10 (für

HG) Der kleine Drache Kokosnuss 18.35 Zacki

und die Zoobande 18.50 Sandmann 19.00

(für HG) Lassie 19.25 (für HG) Die beste Klasse

Deutschlands 19.50 (für HG) logo! 20.00

(für HG) KiKA Live 20.10 Das erste Mal ...Asien!

20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

12.15 Hardcore Pawn: Das härteste Pfandhaus

Detroits 13.15 Yukon Men –Überleben in

Alaska 14.15 Das Survival-Duo: Zwei Männer,

ein Ziel 15.15 Coast GuardAlaska –Rettung

aus der Luft 16.15 Highway Patrol 17.15 Fast

'N' Loud 19.15 Steel Buddies –Stahlharte

Geschäfte 20.15 Auction Hunters –ZweiAsse

machen Kasse 21.15 Hardcore Pawn: Das

härteste Pfandhaus Detroits 22.15 Shark

Tank –Die Business-Profis 0.15 Die Baumhaus-Profis

1.10 Die Baumhaus-Profis

5.30 Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrichten

9.15 Menschen hautnah 10.00 Tagesschau-

Nachrichten 10.15 Kontroversextra 11.00 Tagesschau-Nachrichten

13.00 ZDF-Mittagsmagazin

14.00 Tagesschau-Nachrichten 19.15 Markt

20.00 Tagesschau 20.15 ReportMünchen 20.47

Extra 21.00 Debatteder Spitzenkandidaten zur

Europawahl 2019 22.30 Panorama323.00 Tagesthemen

23.30 Kontrovers 0.00 defacto 0.45

Die Tagesschau vor20Jahren 1.00 Nachtmagazin

1.20 extra 3Spezial 1.50 Extra 2.00 Nachtmagazin

2.20 Sachsen-Anhalt Heute 2.50 Schätze der

Welt 3.05 AktuelleStunde 3.50 Extra 4.02 Brandenburgaktuell

4.30 buten un binnen

ONE

11.45 Sturmder Liebe 12.30 Sturmder Liebe

13.20 Um Himmels Willen 14.10 KrügersOdyssee.

TV-Komödie, D2017 15.40 In allerFreundschaft–Die

jungen Ärzte 16.30 Bezaubernde

Jeannie 16.55 Bezaubernde Jeannie 17.20 Lindenstraße

17.50 Der Dicke 18.40 Sturmder Liebe

19.25 Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies

Poirot. Die Katze im Taubenschlag.TV-Kriminalfilm,

GB 2008 21.45 EurovisionSong Contest 2019 –

41 Videos fürIsrael 23.55 Agatha Christies Poirot.

Die Katze im Taubenschlag.TV-Kriminalfilm, GB

2008 1.30 Eurovision Song Contest2019–41

Videos für Israel 3.40 Erlebnisreisen 3.50 Der

Dicke 4.40 Um Himmels Willen

ZDF NEO

5.35 TerraX6.20 TerraX7.05 TerraX7.45 Topfgeldjäger

8.40 Lafer! Lichter! Lecker! 9.25 Bares

für Rares 10.20 Bares für Rares 11.10 Duell der

Gartenprofis 11.55 Die Rettungsflieger 12.40 Die

Rettungsflieger 13.25 Monk 14.05 Monk 14.50

Heldt 15.35 DieRettungsflieger 16.20 Die Rettungsflieger

17.05 Monk 17.45 Monk 18.30 Baresfür

Rares 19.20 Baresfür Rares 20.15 (für

HG)Wilsberg. Nackt im Netz.TV-Kriminalfilm, D

2014. Mit LeonardLansink, Oliver Korittke, Rita

Russek 21.45 Undercover 22.30 Undercover

23.25 Aktenzeichen XY ... ungelöst 0.55 (für HG)

Wilsberg. Nackt im Netz. TV-Kriminalfilm, D2014

2.25 TerraX3.10 TerraX3.55 TerraX

ZDF INFO

13.30 (für HG) Diesieben größtenGefahren für die

EU 14.15 Schafft Europa sich ab?EU-Gegner auf

dem Vormarsch 15.00 (für HG) Die Welt der

Reichsbürger 15.45 DrahtzieherBurschenschaften

16.30 Achtung Polizei! –Willkür, Pannen, Personalnot

17.15 Macht und Machenschaften 18.00 GeheimakteFinanzkrise

18.45 Klimakiller Holzkohle

19.30 (fürHG) planet e. 20.15 Diesterbenden

Inseln 21.00 Die Plastik-Invasion –Coca-Cola und

der vermüllte Planet. Dokumentarfilm, F2018

21.45 Vergiftete Flüsse. Dokumentarfilm, USA

2017 22.30 Risiko Felsstürze –Wenn Berge bröckeln

23.15 Mysteriendes Weltalls 0.00 Leschs

Kosmos 1.00 heute-journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Jules Massenet: „Manon”. Mit

Matthias Käther,ca. 56 Minuten

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Konzert Heidelberger Frühling –Neuland.Lied.

„Dort ist das Glück”. Schubert-Liederabend für

Musicbanda und einen verschwundenen Sänger.,ca.

87 Minuten

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik spezial Kunstvolle weltliche Lieder

–Die burgundische Chanson des 15. Jahrhunderts.,

ca. 56 Minuten

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Musik der Gegenwart Der Komponist Frédéric

Rzewski. Seine Klaviervariationen ''The people

united will never bedefeated'' über das chilenische

Widerstandslied haben Frédéric Rzewski

auch über die Neue Musik-Szene hinaus

bekannt gemacht., ca. 56 Minuten

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Spielweisen Heimspiel –Die Deutschlandradio-Orchester.Entdeckungen

bei Martinù –

Part II.Mit Klaus Gehrke, ca. 45 Minuten

0.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Neue Musik 25 Jahre Collegium Novum Zürich

mit Werken von Maderna, Webern, Scelsi, Mégroz,

Arter,Boulez, Racine,ca. 55 Minuten

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Wolf Biermann: „Barbara” (16/18). Es

liest Manuel Soubeyrand, ca. 30 Minuten

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Anke Stelling liest aus ihrem neuen

Roman „Schäfchen im Trockenen”, ca. 30 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

„Eugénie Grandet” Hörspiel nach dem gleichnamigen

Roman von Honoré de Balzac,

ca. 60 Minuten

23.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Wolf Biermann: „Barbara” (16/18),

ca. 31 Minuten

MAGAZIN

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Feature Torte statt Worte. Anleitung zur politischen

Wurfkunst., ca. 56 Minuten

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice „Friend 'n' Fellow”. Mit Ortrun

Schütz, ca. 30 Minuten

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett, Comedy &schräge Lieder.Schwarze

Schafe,heute ganz in weiß.

Neue Lieder und Geschichten vonAndrea Ada

Badey. Von Sabine Fringes, ca. 55 Minuten


Berliner Zeitung · N ummer 111 · M ittwoch, 15. Mai 2019 – S eite 28 *

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

JimmyCarter wollte eigentlich ein

paar Truthähne erlegen, doch daraus

wurde nichts.Der 94-jährige frühere

US-Präsident stürzte auf dem Weg

zur Jagd und brach sich die Hüfte.

DerUnfall machte den Friedensnobelpreisträger

durchaus nachdenklich:

Nach der erfolgreich verlaufenen

OP erklärte Carter,seine Hauptsorge

sei, dass die Truthahn-Jagdsaison

in dieser Woche ende und er die

erlaubte Zahl an Tieren noch gar

nicht erlegt habe.Jetzt hoffe er,dass

der Bundesstaat Georgia ihm genehmige,dafür

im kommenden Jahr

entsprechend mehr Truthähne zu

schießen. Da bleibt uns doch glatt

das Halali im Halse stecken.

Maha Vajiralongkorn (66) weiß, wie

man seine Untertanen bei Laune

hält. Derfrisch gekrönte thailändische

König erklärte jetzt den 3. Juni

zum neuen nationalen Feiertag. Es

ist der Geburtstag seiner vierten und

aktuellen Ehefrau, Königin Suthida

(40). Eincleverer Schachzug, lässt

doch die Beliebtheit beim Volk bislang

zu wünschen übrig –auch wegen

des bislang etwas unsteten Privatlebens

des Monarchen. In diesem

Jahr fällt der 3. Juni übrigens auf einen

Montag. Lang lebe der König!

George Clooney war der Vorgesetzte

vonRoseanne bei Wellman Plastics,

er spielte den besten Freund eines

Pizzalieferanten in „Die Rückkehr

der Killertomaten“ und auch für eine

Gastrolle bei den „Golden Girls“

stand er zur Verfügung. Doch nichts

davon scheint der Schauspieler derartzubereuen

wie seinen Ausflug

nach Gotham City im Jahr 1997. Er

habe für seine Rolle als Fledermausmann

in „Batman &

Robin“ deutlich weniger

Gage bekommen als Arnold

Schwarzenegger,derr den

Bösewicht spielte –aber im

Nachhinein den Kopf hin-

schlechten Kritiken.

halten müssen für die

Unumwunden gibt

Clooney aber auch

zu: „Ich habe halt

Batman gespielt und

das nicht besonders

gut. Es war auch kein

guter Film.“ Wayne

interessiert’s?

(avo./mit dpa, AFP)

Einmal und nie wieder:

George Clooneyals

Batman. IMAGO IMAGES

TIERE

Wasmacht das Kind denn da wieder.Rollt

sich einfach weg! DPA

Das Südliche Dreibindengürteltier

hat sich mal flugs zusammengerollt,

die Mutter blickt etwas konsterniert

auf den eingekugelten Nachwuchs

im Tropenhaus des Budapester Zoos.

Dassüdamerikanische insektenfressende

Säugetier und seine nahen

Verwandten, die brasilianischen

Dreibandgürteltiere (Tolypeutes tricinctus),sind

die einzigen Arten von

Gürteltieren, die in der Lage sind,

sich zu einem vollständigen Ball als

Verteidigungsmechanismus zu rollen.

Offenbar gab’s Ärger mit Frau

Mama. Vielleicht drohte ja Hausarrest.

(mpw.)

In dieser Pension in Passau wurden die ersten drei Leichen entdeckt.

Fünf Tote, Pfeile und viele Fragen

DasObduktionsergebnisimmysteriösen Armbrust-Fall von Passau hat die Ermittlungen etwas vorangebracht

Esist ein gruseliges Szenario:

In einer einsam gelegenen

Pension in Passau finden

Mitarbeiter drei Leichen in

einem Gästezimmer, dann entdecken

Ermittler in der Wohnung einer

der Toten in Niedersachsen zwei weitere

leblose Frauen. Die drei Pensionsgäste

in Passau starben offenbar

durch Pfeile. Die Polizei stellt drei

Armbrüste sicher. Informationen zu

den Todesumständen der beiden

Frauen im niedersächsischen Wittingen

gibt es zunächst nicht. Dort finden

die Beamten den Angaben nach

aber keine Armbrüste und Pfeile.

Viele Fragen sind in diesem mysteriösen

Fall noch offen.

Testamente gefunden

Inzwischen liegen jedoch erste Er-

der Obduktion vor. Im Fall

gebnisse

der dreiToten in Passau deutet alles

auf einen erweiterten Suizid hin.

Es hätten sich keine Anhalts-

dafür ergeben, dass zwi-

punkte

schen den Beteiligten eine Aus-

stattgefunden

einandersetzung

habe, teilte das Polizeipräsidium

Niederbayern amDienstag mit.

Die Untersuchungen ergaben

demnach, dass bei allen drei Be-

abgefeuerte Pfeile in

teiligten

den

Körper oder Kopf- und

Halsbereich tödlich waren. Beiden

Leichen seien außerdem Testamente

gefunden worden. Nach Angaben

der Staatsanwaltschaft starben

ein 53 Jahrealter Mann und eine

33-jährige Frau, die tot auf dem Bett

Im niedersächsischen Wittingen fanden Ermittler zwei tote Frauen.

liegend gefunden wurden, durch

Schüsse ins Herz. In den Körpern

hätten weitere Pfeile gesteckt, die

aber nach den tödlichen Schüssen

abgeschossen worden seien.

Eine tot auf dem Boden liegende

30-Jährige sei durch einen Schuss in

den Hals gestorben. Den Ermittlern

zufolge erschoss sie wohl zunächst

als Tötung auf Verlangen das auf dem

Bett liegende Paar, bevor sie sich

selbst tötete. Die Ermittler leiteten

weitergehende Untersuchungen ein,

ob der Mann und die beiden Frauen

unter Einfluss von Medikamenten,

Alkohol oder Drogen standen. Das

vorläufige Obduktionsergebnis ergab

darauf keinen Hinweis. Die weiteren

Untersuchungen werden laut Polizei

mehrere Tage in Anspruch nehmen.

DiePolizei beschlagnahmte das Auto

der 33Jahre alten Frau. Der Wagen

solle nun untersucht, die Testamente

ausgewertet werden.

DPA

Müll am Tiefpunkt

Bei den beiden in Niedersachsen

gefundenen Frauenleichen seien äußerlich

keine Feststellungen zur Todesursache

zu treffen gewesen. Nach

der Obduktion gaben Polizei und

Staatsanwaltschaft am Dienstag lediglich

bekannt, dass der Todeszeitpunkt

nach ersten Erkenntnissen

„einige Tage“ zurück liege. Bis zu

neuen Erkenntnissen über die Todesursache

würden voraussichtlich

noch mehrere Tage vergehen, sagte

eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft

Hildesheim. Es gebe keine Anzeichen

für eine äußere Gewalteinwirkung.

In jedem Fall scheint es aber eine

Verbindung zwischen beiden Fällen

zu geben. Denn eine der tot aufgefundenen

Frauen war die 35 Jahre

alte Lebensgefährtin der toten 30-

Jährigen aus Passau. Die beiden

wohnten erst seit Kurzem zusammeninder

Wohnung im niedersächsischenWittingen.

Beider zweiten tot

aufgefundenen Frau handelt es sich

um eine 19-Jährige, die ebenfalls aus

Wittingen stammt. In welchem Verhältnis

diese zu der 35-Jährigen

stand, sei noch unklar,sagte ein Polizeisprecher

in Gifhorn. Polizisten

hatten die Leichen entdeckt, als sie

die Lebensgefährtin über den Todder

30-Jährigen informieren wollten.

In der Kleinstadt im Landkreis

Gifhorn herrschte nach dem Fund

der Leichen Betroffenheit. Anwohner

rätselten, was passiert sein

könnte. Laut Polizei handelt es sich

bei der 35-Jährigen um eine Grundschullehrerin

aus Wittingen.

Frei verkäuflich

Der rätselhafte Tod der fünf Menschen

rückt auch allgemein die Armbrust

in den Fokus. Mordfälle mit

dem Sportgerät gibt es immer wieder.

Dem Deutschen Schützenbund

(DSB) nach sind in mehr als 14 200

Schützenvereinen etwa 1,35 Millionen

Mitglieder organisiert. Rund

3000 von ihnen betreiben Armbrustschießen.

Ab dem 18. Lebensjahr

können Armbrüste frei erworben

werden,wie ein Sprecher sagt.

Einfache Freizeit-Armbrüste gebe

es ab 100 Euro. Der professionelle

Armbrustsportdagegen ist nicht billig:

Einsolches Gerät koste zwischen

6000 und 8000 Euro.Zur Jagd ist die

Armbrust in Deutschland nicht erlaubt.

Dasgelte hierzulande nicht als

waidgerecht, wie der DSB-Sprecher

betont. (BLZ/mit AFP,dpa)

Ein Amerikaner taucht bis auf den Grund des Marianengrabens –und findet dort menschliche Hinterlassenschaften

Ein amerikanischer Abenteurer ist

eigenen Angaben zufolge zu einem

der tiefsten Punkte der Erde getaucht

und hat dort Müll gefunden.

Victor Vescovo berichtete am Montag

(Ortszeit) in NewYork davon, dass er

mehrmals in den Marianengraben im

Pazifik getaucht sei, unter anderem

10 928 und 10 927 Meter tief.

Damit würde es sich nach Angaben

der Expedition um die tiefsten

Tauchgänge eines Menschen in der

Geschichte handeln. Der vorherige

Rekordlag bei 10 912 Meternund war

bereits 1960 von den Ozeanografen

Don Walsh und Jacques Piccard in

dem Tiefsee-U-Boot „Trieste“ aufgestellt

worden. Diebeiden Ozeanografen

tauchten auf den Grund des sogenannten

Challengertiefs,einem Meerestief

im Marianengraben.

Vescovo berichtete unterdessen,

während einer seiner Touren habe er

Der amerikanische Taucher Victor Vescovo

„zwei Stücke menschlichen Mülls“

gefunden. „Es ist nicht ganz klar,was

es war, aber es war sicher von Menschenhand

gemacht“, sagte der 53-

Jährige im Explorers Club in New

York.Erbeschrieb es so, dass er mit

seinem Spezial-U-Boot auf dem

THE FIVE DEEPS EXPEDITION

Grund des Marianengrabens unterwegs

gewesen sei und inmitten

der Szenerie einen Gegenstand gesehen

habe, der nicht natürlich

aussah, sondern „scharfe Kanten“

hatte.Zudem sagte Vescovo,dass es

bei seinen Missionen, die für eine

AP PHOTO/MATTHIAS SCHRADER

Fernseh-Dokumentation aufgezeichnet

wurden, schwer gewesen

sei, dem Müll unter Wasser zu entgehen:

„Hoffentlich bringt es mehr

Bewusstsein dafür, was wir in den

Ozeanen tun. Das ist kein großer

Mülleimer und wir sollten sie mit

ein bisschen mehr Respekt behandeln“,

so Vescovo.

In solchen Tiefen auf Müll wie

Plastikteile zu stoßen, sei auf jeden

Fall realistisch, sagte Melanie Bergmann

vom Alfred-Wegener-Institut

in Bremerhaven. „Es ist bekannt,

dass in der Region, nicht nur im Marianengraben

selbst, sondernindiesem

Teil des Pazifiks, auch durchaus

Müll in der Tiefsee zu finden ist“,

sagte die Biologin.

Mikroplastik sei dort auch schon

nachgewiesen worden. Technologisch

seien solche Analysen extrem

aufwendig. (dpa)

Erdbeben der Stärke 7,7 vor

Papua-Neuguinea

Im Südpazifik zwischen Papua-Neuguinea

und der Inselgruppe der Salomonen

hat es am späten Dienstagabend

(Ortszeit) ein starkes Erdbeben

gegeben. DieUS-Erdbebenwarte

registrierte ein Beben der

Stärke 7,7 knapp 30 Kilometer nordöstlich

des Ortes Kokopo auf der zu

Papua-Neuguinea gehörenden Insel

Neubritannien. DasZentrum befand

sich demnach in rund zehn KilometernTiefe.Die

Wetterbehörde NOAA

warnte voreinem Tsunami in der Region.

(dpa)

Felicity Huffman bekennt

sich schuldig

DieUS-Schauspielerin Felicity Huffman

hat sich im Bestechungsskandal

um Zulassungen an Eliteuniversitäten

schuldig bekannt. Unter Tränen

räumte sie am Montag (Ortszeit)

bei einer Anhörung den Versuch ein,

die Chancen ihrer Tochter auf einen

guten Studienplatz durch Zahlung

vonSchmiergeld zu steigern. Mit

dem Eingeständnis entgeht Huffman

voraussichtlich einem Aufsehen

erregenden Prozess und einer

langen Haftstrafe.Die frühere„Desperate

Housewives“-Darstellerin

gestand bei dem Gerichtstermin in

Boston ein, 15 000 Dollar gezahlt zu

haben, damit ihreTochter beim Uni-

Eintrittstest SATbesser abschneidet.

AufBestechung stehen in den USA

hohe Geldstrafen und bis zu 20 Jahre

Haft. (AFP)

Unter Umständen kommt sie mit Bewährung

davon.

ZZ/GPRO/STAR MAX/IPX

Mann verschwindet bei

Probefahrtmit Ferrari

Beider Probefahrtmit einem mehr

als zwei Millionen Euro teuren Ferrari

von1985 hat ein dreister Autodieb

Gasgegeben und ist mit dem

Boliden verschwunden. DerUnbekannte

habe sich als Kaufinteressent

ausgegeben. Als Verkäufer und vermeintlicher

Kunde bei der Probefahrtdie

Plätzewechselten, passierte

es: DerUnbekannte gab an einer

Bundesstraße in Neuss mit dem roten

400-PS-GefährtGas.Den Verkäufer

ließ er auf der Straße stehen.

Derseltene Ferrari288 GTOwar für

mehr als zwei Millionen Euro angeboten

worden. Erstbesitzer soll Ex-

Formel-1-Pilot Eddie Irvine gewesen

sein. DemAutodieb könnte allerdings

ein Missgeschick noch zum

Verhängnis werden. Bevorerverschwand,

habe er sich fotografieren

lassen, so der Polizeisprecher. (dpa)

Apothekerehepaar soll

Rezepte gefälscht haben

DieStaatsanwaltschaft Mühlhausen