Berliner Zeitung 07.02.2020

BerlinerVerlagGmbH

So reich sind die Berliner – Made in Berlin Seite 12

Zum Tod

von Kirk

Douglas

Seite 13

4°/7°

Starkbewölkt

Wetter Seite 2

Erinnerung: Vor15Jahren

starb Hatun Sürücü

Seite 3

www.berliner-zeitung.de

Lofts: Schöner wohnen in

der Stasi-Zentrale

Berlin Seite 9

Freitag,7.Februar 2020 Nr.32HA-76. Jahrgang

Auswärts/D*: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Fußball: Die Fanszene

und der Rassimus

Sport Seite 19

USA

Ihm droht die

Rache des

Präsidenten

VonThomas Spang,Washington

Vor dem Verdikt über die beiden

Anklagepunkte gegen den Präsidenten

im Impeachment-Prozess

gab sich der Senator aus Utah philosophisch.

Er habe in seiner langen

Karriere viele Entscheidungen aus

rein politischem Kalkül getroffen.

„Und ich bedauere das“, sagte WillardMitt

Romney in seinem Büroim

Kongress.Später dann stimmte er als

einziger Republikaner

und erster

Senator in der

Geschichte für

die Amtsenthebung

eines Präsidenten

seiner

Partei.

Mit schluckender

Stimme

Mitt Romney

stimmte für Trumps sprach Romney

Amtsenthebung. im Plenum über

seinen Glauben

und wie er vor Gott, der Geschichte

einmal dastehen werde. Die Verfassung

habe den Senatoren die ernste

Aufgabe übertragen, zu richten, „ob

der Präsident so extrem und so ungeheuerlich

gehandelt hat, dass sich

großer Verbrechen und Vergehen

schuldig gemacht hat? Ja, er hat.“

Wahlen zu korrumpieren, um selber

im Amt zu bleiben, „ist vielleicht der

größte Missbrauch und die destruktivsteVerletzung

eines Amtseids,den

ich mir vorstellen kann“.

Während Romneys Stimme

nichts am vorbestimmten Ausgang

des Impeachment-Prozesses änderte

– Donald Trump wurde

schließlich freigesprochen –, schrieb

er mit seinem couragierten Akt des

Widerstands Geschichte.

Dabei gilt Romneys Name in den

USA als Synonym für politischen

Opportunismus. Sein wenig glaubwürdiger

Wandel von einem liberalen

Gouverneur in Massachusetts

zum konservativen Bannerträger der

Republikaner gegen Barack Obama

2012 trug wesentlich zu seiner Niederlage

bei.

Der Preis seiner jetzigen Entscheidung

könnte das Ende seiner

Karriere inder Trump-Partei bedeuten.

Trump selbst ging ihn auf Twitter

scharf an. Der Präsident veröffentlichte

ein Video im Stil eines Agentenfilms,

indem Romney vorgeworfen

wird, auf verdeckter Mission für

die Demokraten unterwegs gewesen

zu sein. Donald Trump Junior verlangte

bereits seinen Ausschluss aus

der Senats-Fraktion. Menschen, die

ihm einmal nahe waren, behandeln

ihn nun wie einen Unberührbaren.

Seine Nichte Ronna McDaniel, die

Parteichefin der Republikaner ist,

distanzierte sich von ihrem Onkel.

Und seine Wahlkampfmitarbeiterin

Stephanie Grisham, die heute für das

Weiße Haus spricht, denunzierte ihn

als „gescheiterten Präsidentschaftskandidaten“.

Für andere, wie den Kolumnisten

der Washington Post Dana Milbank,

ist Romney ein Licht in der Dunkelheit

geworden. „Mindestens ein

Mann, der den Mund aufbekommen

hat.“ Politik Seite 4

Der Tagdanach

Nach dem Wahl-Debakel bei der Ministerpräsidentenwahl steht auch FDP-Chef Christian Lindner unter Beschuss.

VonChristine Dankbar und Elmar Schütze

Thomas Kemmerich wird

vermutlich als Ministerpräsident

mit der kürzesten

Amtszeit in die bundesdeutsche

Geschichte eingehen. Nur

24 Stunden nachdem der 54-Jährige

mit den Stimmen vonCDU und AfD

zum Regierungschef in Thüringen

gewählt worden war, trat ernun zurück.

Dies sei unumgänglich, teilte er

in Erfurtmit. Seine Fraktion will jetzt

einen Antrag auf Auflösung des

Landtages stellen, um schnellstmöglich

Neuwahlen einzuleiten. Diesem

Schritt vorangegangen war ein Gespräch

mit dem FDP-Bundesvorsitzenden

Christian Lindner, der dafür

eigens nach Erfurtgereist war.

Dieser steht nun unter Beschuss.

Denn Lindner hatte am Mittwoch

CDU und Grüne noch dazu aufgerufen,

Kemmerich bei der Regierungsbildung

zu unterstützen. Einen Tag

später setzte er dessen Rückzug

durch. Er selbst will nun in einer Sondersitzung

des FDP-Präsidiums am

heutigen Freitag die Vertrauensfrage

stellen.„Ich würde mein Amt als FDP-

Bundesvorsitzender nicht fortführen

können, wenn auch nur eine Untergliederung

systematisch mit der AfD

zusammenarbeiten oder eine Abhängigkeit

akzeptieren würde“, erklärte

er am Donnerstag.„Wir stehen weiter

für eine Politik der Mitte, mit Brandmauerngegen

rechts.“

Die Fraktionschefin der Grünen

im Bundestag, Katrin Göring-

Eckardt, die selbst aus Thüringen

stammt, übte scharfe Kritik an Lindner.

„Er muss sehr eindeutig sagen,

ob er wirklich eine klareAbgrenzung

nach rechts hat“, sagte sie. Sie verwies

darauf, dass Kemmerich,dem

laut Berechnungen des Redaktionsnetzwerks

Deutschland übrigens allein

wegen seines Amtantritts mindestens

93 000 Euro an Gehalt und

Übergangsgeld zustehen, seinen

Rücktritt bisher nur angekündigt

habe. Sollte er dies nicht umsetzen,

würden die Grünen im Thüringer

Landtag ein konstruktives Misstrauensvotum

einbringen. Manhoffe dabei

auf Unterstützung der CDU.

Allerdings ist unklar, wie sich die

CDU in Thüringen verhalten wird.

Am Mittwochabend hatte sie noch

ihre Bereitschaft bekundet, mit

Kemmerich Gespräche über eine Regierungsbildung

zu führen. Am Donnerstag

war von der Landtagsfraktion

und ihrem Chef Mike Mohring

nichts mehr zu hören.

Unterdessen ist seine Bundesvorsitzende

Annegret Kramp-Karrenbauer

ebenfalls unter Druck geraten.

Siehabe die Partei nicht im Griff. Sie

hat die Parteiführung ebenfalls für

Freitag zu einer Sondersitzung eingeladen.

Im ZDF erklärte sie,esgehe

nicht um sie,sondernumdie Glaubwürdigkeit

der CDU insgesamt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

hatte sich am Morgen vonihrer Reise

nach Südafrika gemeldet. „Die Wahl

dieses Ministerpräsidenten war ein

einzigartiger Vorgang, der mit einer

Grundüberzeugung gebrochen hat

für die CDU und auch für mich –

„Die Wahl dieses Ministerpräsidenten war ein

einzigartiger Vorgang, der mit einer Grundüberzeugung

gebrochen hat, dass keine

Mehrheiten mithilfe der AfD gewonnen

werden sollen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

nämlich dass keine Mehrheiten mithilfe

der AfD gewonnen werden sollen“,

sagte sie. Dieser Vorgang sei

„unverzeihlich“.

Die Werteunion, ein Zusammenschluss

konservativer Christdemokraten,

hat das Abstimmungsverhalten

der Thüringer CDU-Fraktion bei

der Ministerpräsidentenwahl verteidigt.

„Wir haben nicht zusammen

mit einem Faschisten gewählt, sondern

die CDU hat das getan, wofür

sie auch angetreten ist. Siehat einen

Kandidaten der politischen Mitte gewählt

und eben nicht einen der politischen

Ränder“, sagte Werteunion-

Chef Alexander Mitsch am Donnerstag

im ARD-„Morgenmagazin“.

Der SPD-Vorsitzende Norbert

Walter-Borjans hält es für nicht hinnehmbar,

wenn Kemmerich kommissarisch

im Amt bleibe, bis es zu

Neuwahlen komme. Doch eine Auflösung

des Parlaments ist nicht leicht

möglich. Eine Abstimmung über

Neuwahlen muss vonmindestens einem

Drittel der Abgeordneten beantragt

werden –inThüringen wären

das 30. Für einen Beschluss wäreeine

Zweidrittelmehrheit nötig.

Die AfD erklärte bereits, nicht für

eine Auflösung stimmen zu wollen.

Demokratische Entscheidungen

dürften nicht einfach „zurückge-

Nach dem Wahl-Debakel

in Thüringen kündigt der

Ministerpräsident nach

einem TagimAmt seinen

Rücktritt an. Parteichef

Christian Lindner ist

schwer unter Beschuss

geraten und stellt die

Vertrauensfrage. Und auch

die CDU steht unter Druck

DPA/BODO SCHACKOW [M]

nommen“ werden, erklärte die Bundestagsfraktionsvorsitzende

Alice

Weidel. Sie sagte: „Ich appelliere an

die Abgeordneten in Erfurt, sich von

derlei demokratiefeindlichen Zurufen

nicht beeinflussen zu lassen.“

Auch in der Berliner Landespolitik

haben die Ereignisse von Erfurt

für heftigen Streit gesorgt. Während

Spitzenvertreter von FDP und CDU

lobende Worte für ihre Thüringer

Kollegen fanden, wurden sie vonPolitikern

der rot-rot-grünen Regierungskoalition

dafür kritisiert. Namentlich

nannte der Regierende

Bürgermeister und SPD-Chef Michael

Müller den Berliner CDU-

Fraktionschef Burkard Dregger. „Es

liegt leider der Verdacht nahe, dass

Herr Dregger in ähnlichen Situationen

auch mit der AfD paktierthätte.“

Auch FDP-Politiker stehen unter

Druck. So hatte Fraktionschef Sebastian

Czaja noch am Mittwoch mit

Blick auf Erfurt darauf beharrt, dass

die „Berliner Linkskoalition nur

durch eine starke Koalition der Mitte

abgelöst werden kann“.

Grünen-Fraktionschefin Antje

Kapek erkannte im FDP-Manöver

von Erfurt dagegen „eine monströse

Demonstration dessen, dass dieser

Partei der politische Kompass fehlt

und sie kopf- und führungslos in ihreneigenen

Abgrund wankt. Derpolitische

Schaden wird sich auf lange

Zeit nicht ausgleichen lassen.“

Am Donnerstag ruderte Czaja zurück:„Gesternist

in Thüringen etwas

passiert, das man als fatalen Fehler

bezeichnen muss. Kemmerich zieht

aus diesem Fehler jetzt die notwendigen

Konsequenzen. Neuwahlen

sind die einzig richtige Antwort. Niemals

mit der AfD!“ Prompt gab’s eine

bissige Replik von Kapek: „Warum

gab es diese Klarheit nicht schon

Einigung über

Details der

Grundrente

Kabinett wird Gesetzentwurf

am Mittwoch beraten

Die Bundesregierung hat nach

langwierigen Verhandlungen

letzte Details der geplanten Grundrente

geklärt. Wie die Bundesministerien

für Arbeit und Gesundheit am

Donnerstag mitteilten, ist ein „angepasster

Gesetzentwurf“ in die Ressortabstimmung

gegangen. DieVorlage

solle wie von Bundesarbeitsminister

Hubertus Heil (SPD) geplant

am 12. Februar im Bundeskabinett

beraten werden.

Geringverdiener sollen der Einigung

zufolge nach 33 Jahren an

Grundrentenzeiten einen Zuschlag

auf die Rente bekommen, der nach

35 Jahren die volle Höhe erreicht.

Grundrentenzeiten sind Zeiten, in

denen Pflichtbeiträge aus Beschäftigung,

Kindererziehung oder Pflegetätigkeit

gezahlt wurden. Berichten

zufolge hatte das Ressort von Bundesgesundheitsminister

Jens Spahn

(CDU) auf eine kürzere Übergangszeit

gedrungen; demnach sollte erst

ab 34 Jahren in die Grundrente eingestiegen

werden. Hier hat sich nunmehr

Heil durchgesetzt.

Einkommen über 1250 Euro bei

Alleinstehenden oder 1950 Euro sollen

zu 60 Prozent auf die Grundrente

angerechnet werden. Über 1600

Euro beziehungsweise 2300 Euro

wird esden Plänen zufolge vollständig

angerechnet. Mögliche Kapitalerträge

werden bei der Einkommensprüfung

umfassend berücksichtigt.

Sie müssen der Rentenversicherung

vollständig mitgeteilt werden, diese

kann sie dann überprüfen. „Die

Grundrente wirdsomöglichst zielgenau

ausgestaltet“, hieß es in der Erklärung

der beiden Ministerien. „Es

bekommen diejenigen eine Grundrente,die

sie wirklich brauchen.“

Finanziertwerdensolldie Grundrente

aus Steuermitteln, allerdings

sind hier die Details noch unklar.Die

SPD will die Leistung zumindest teilweise

durch die geplante

Finanztransaktionssteuer finanzieren,

deren Einführung allerdings

noch völlig ungewiss ist. Nicht zuletzt

wegen der ungeklärten Finanzierung

hatte es an dem Vorhaben zuletzt

noch grundsätzliche Kritik bei der

Union gegeben. Auf wesentliche

Punkte des Projekts hatten sich die

Spitzen der Koalitionsparteien im

November vergangenen Jahres verständigt.

(AFP)

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2 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Tagesthema

Mit Ach und Krach kam

Thomas Kemmerichs

FDP in den Landtag,

dann hat sich der

Fünf-Prozent-Mann mit den Stimmen

der AfD zum Ministerpräsidenten

wählen lassen. Die Vorgänge im

Erfurter Parlament haben nicht nur

die Politik bis nach Berlin erschüttert,

sondern viele Menschen fassungslos

zurückgelassen –und das

nicht nur auf den Straßen Thüringens.

„Es wird einen Sturm geben“,

prophezeite der Jenaer Soziologe

Klaus Dörre am Morgen nach der

Wahl. Wenige Stunden später hat der

Sturm der Entrüstung den FDP-

Mann nun schon wieder aus dem

Amt gefegt.

Kemmerich kündigte an, sein gerade

erst erworbenes Amt wieder zur

Verfügung zu stellen. Außerdem

kündigte die gesamte FDP-Fraktion

in Thüringen an, einen Antrag auf

Auflösung des Landtags zur Herbeiführung

von Neuwahlen zu stellen.

Allerdings sagte AfD-Landessprecher

Stefan Möller am Donnerstag in

Erfurt es sei „eher unwahrscheinlich“,

dass die Abgeordneten seiner

Partei einer Auflösung zustimmen

würden. Eine Neuwahl würde seiner

Einschätzung nach nichts an den

Mehrheitsverhältnissen ändern. Er

würde in einem solchen Fall Zugewinne

sowohl für die Linke als auch

für seine Partei erwarten.

DerThüringer SPD-Fraktionschef

Matthias Hey forderte hingegen

schnelle Konsequenzen von Kemmerich.„Kemmerich

muss sofortzurücktreten“,

sagte er.Der FDP-Politiker

könne jetzt nicht noch bis zur

Neuwahl eines Landtags als Ministerpräsident

„herumeiern“.

„Betrug am Wähler“

Das Entsetzen über die AfD-Wahlhilfe

und darüber, wie der Linke

Bodo Ramelow als beliebtester Politiker

Thüringens aus der Staatskanzlei

weichen musste, hatte über den

Freistaat hinaus in vielen Städten

Menschen auf die Straße getrieben.

Seite an Seite demonstrierten sie,

sprachen von „Betrug am Wähler“.

Dörre verwies nicht nur auf diese

Thüringen

Die Ministerpräsidentenwahl

von Thomas Kemmerich hat

nicht nur die Politik

erschüttert –viele Bürger

fühlen sich betrogen

und gehen auf die Straße.

Sturm der

Entrüstung

VonAndreas Hummel

Thüringer demonstrieren vor der Staatskanzlei in Erfurt.

Demos. Auch eine Online-Petition,

die den Rücktritt Kemmerichs forderte,

hatte bis zum frühen Donnerstagnachmittag

schon mehr als

175 000 Unterstützer.Erglaube,dass

die Abläufe im Landtag zu einem Politisierungsschub

im Land führten,

sagte der Soziologe. „Es gibt eine

enorme Entrüstung in der Republik,

die weit hinein ins Lager der Christdemokraten

und der FDP reicht.“

Nicht nur für politische Beobachter,auch

für viele Bürger blieben

große Fragezeichen. Wie

konnte sich der Liberale

und Katholik Kemmerich

ausgerechnet von Björn

Höckes AfD ins Amt hieven

lassen? Und wie können

CDU, FDP und AfD

einen Mann zum Landesvater

für 2,1 Millionen

Thüringer wählen, der nur

mäßig bekannt ist? Beider

Erfurter Oberbürgermeisterwahl

hatte er 2012 gerade einmal

2,6 Prozent der Wähler für sich gewinnen

können.

Thomas

Kemmerich, FDP

DPA

DieWahl am Mittwoch

zeigte, dass es im politischen

Thüringen auf jede

Stimme ankommt. Die

Ironie dabei: Hatte Rot-

Rot-Grün in der vergangenen

Legislaturperiode mit

der Mehrheit von gerade

einmal einer Stimme regiert,

war es nun genau

eine Stimme, die im dritten

Wahlgang den Ausschlag für

Kemmerich gab. Und die AfD jubilierte.

DPA/MARTIN SCHUTT

Viele Thüringer Wähler fühlten

sich derweil betrogen. „Wer hat uns

verraten? Die freien Demokraten“

schrieben sie etwa auf ihre Plakate

und gingen spontan schon am Mittwoch

in Erfurt, Weimar und Jena auf

die Straße.„Wenn das ernst gemeint

ist, gehe ich nie wieder wählen“,

sagte eine 52-Jährige. „Das ist ein

Elend“, meinte eine andere. Vereinzelt

gab es auch einige andere Stimmen:

„Super. Der Kemmerich ist

Wessi, Geschäftsmann – der kann

was.“

Dabei war Thüringen bisher nicht

als Demonstrationshochburg bekannt.

Doch die Wahl im Landtag

trieb selbst Jenaer Professoren wie

Unipräsident Walter Rosenthal auf

die Straße. „Ich habe mit dem Zustandekommen

des Wahlergebnisses

große Probleme“, sagte er der

Deutschen Presse-Agentur –als Privatperson,

wie er betonte. „Thomas

Kemmerich hätte die Wahl nicht annehmen

dürfen. Viele Menschen

sind sauer und empfinden das auch

angesichts der hohen Beliebtheitswerte

von Bodo Ramelow als Verfälschung

des Wählerwillens.“

Vergleich zu Adolf Hitler

Etliche Demonstranten zogen Vergleiche

zu den 1920er-und 30er-Jahren

und mahnten: „Wehret den Anfängen!“

Ramelow selbst zog auf Facebook

die Parallele. Erpostete ein

Foto auf dem sich Adolf Hitler und

der damalige Reichspräsident Paul

von Hindenburg die Hand reichen –

darunter das Foto vomMittwoch wie

AfD-Landeschef Björn Höcke Kemmerich

zur Wahl gratuliert. „Den

größten Erfolg erzielten wir in Thüringen.

Dort sind wir heute wirklich

die ausschlaggebende Partei.[...] Die

Parteien in Thüringen, die bisher die

Regierung bildeten, vermögen ohne

unsere Mitwirkung keine Majorität

aufzubringen“, ist darunter Hitler

von1930 zitiert.

Wiederholt sich in Thüringen die

Geschichte? DieBerliner Republik ist

nicht die Weimarer Republik, betonte

der Gründungsdirektor des Instituts

für Demokratie und Zivilgesellschaft

in Jena, Matthias Quent.

„Die Naivität, mit der die selbst ernannten

bürgerlichen Parteien hier

in Thüringen agiert haben, erinnert

aber erschreckend an die 1920er-

Jahre.“ Das zeige sich auch in den

Gewaltfantasien gegen ehemalige

Mitglieder der Landesregierung, denen

sich Rechtsradikale derzeit in

geschlossenen Foren im Internet

hingäben, so der Extremismusforscher.

„Die rechtsextreme Szene ist

derzeit völlig berauscht. Sie sind der

große Gewinner der Wahl am Mittwoch.“

(dpa)

VonElmar Schütze

AmDonnerstag, um 13.38 Uhr, war

Thomas Kemmerich in ErfurtGeschichte.

In Berlin dagegen wird

selbst auf Landesebene so schnell

keine Ruhe einkehren. Einmal mehr

zeigen die Auseinandersetzungen,

wie tief die Gräben zwischen Regierung

und Opposition in der Hauptstadt

sind. Während Rot-Rot-Grün in

der Erfurter Wahl einen „Dammbruch“

ausmacht, geben sich CDU

und FDP in Berlin verständnisvoll.

Berlins FDP-Chef Christoph

Meyer musste schnell reagieren.

Noch am Mittwoch gratulierte er

Parteifreund Kemmerich zur Wahl.

Am Donnerstag sagte Meyer, Kemmerich

habe viel riskiert, „um einen

Ministerpräsidenten von den Rändernzuverhindern“

–aber„der Preis

war zu hoch“. Dennoch gebühreihm

„Respekt, der lähmenden Stille der

einstmaligen Volksparteien ein demokratisches

Angebot gegenübergestellt

zu haben“.

Noch am Mittwoch waren führende

Kräfte der CDU bemüht, die so

offensichtlich abgekartete Wahl

Kemmerichs mit AfD-Stimmen als

„ganz normale demokratische Entscheidung,

die nicht zu kritisieren

ist“, darzustellen, wie es Fraktionschef

Burkard Dregger formulierte.

Einen Grund für Neuwahlen mochte

er nicht sehen. Am Tagdanach war

Dregger –ein wenig –auf dem Rückmarsch:

„Wenn sich keine Mehrheit

gegen die AfD abzeichnet, sind Neuwahlen

unumgänglich.“… „Aber

müssen wir uns dafür entschuldigen

oder rechtfertigen, wenn künftig die

AfD für unsereAnträge stimmt?“

CDU und FDP zeigen Verständnis

Ohnehin ist und bleibt für die

bürgerliche Opposition die rot-rote

Koalition im Jahr 2001 der eigentliche

politische Dammbruch.

Thüringen vor Augen richtete

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja

dann auch den Blick strikt auf Berlin.

„Für uns ist klar, dass die Berliner

Linkskoalition nur durch eine starke

Koalition der Mitte abgelöst werden

kann“, sagte er. „Aus diesem Grund

gilt für uns nach wie vor, dass eine

Regierungsbildung mit AfD oder

Linken nicht infrage kommt.“

Juso-Bundes-Chef Kevin Kühnert,

als Bezirksverordneter von

Tempelhof-Schöneberg auch in der

Berliner Landespolitik zu Hause,

griff auf Twitter FDP und CDU wegen

dieser Haltung an:„Der ganzeIrrsinn

findet seinen Ursprung in der ahistorischen

Gleichsetzung von AfD und

Berlin

die Linke durch CDU und FDP. Konservative

und Liberale haben sich

damit handlungsunfähig gemacht.“

Auch Berlins Regierender Bürgermeister

und Noch-SPD-Chef Michael

Müller zeigte sich am Tag danach

„entsetzt“ über die Berliner CDU.

„Dass Burkard Dregger von einer demokratischen

Entscheidung sprach,

die nicht zu kritisieren sei, ist für mich

ein Skandal –besonders auch angesichts

der Entwicklung, zu der Herr

Dregger, aber auch Herr Czaja nichts

Positives beigetragen haben.“ Er

fürchte,soMüller,„dass Herr Dregger

in ähnlichen Situationen auch mit

der AfD paktiert hätte.“ Für Müller

beweise die Berliner CDU damit„einmal

mehr, wie weit entfernt sie von

der Realität der liberalen, vielfältigen

und weltoffenen MetropoleBerlin ist.

Werbei derGeschichte unserer Stadt

leichtfertig demTabubruch der Kollaboration

mit der AfD des juristisch attestierten

Faschisten Höcke zu

Munde redet, der disqualifiziert sich

selbst.“ CDU-Chef Kai Wegner solle

sich nun von Dreggers Einlassungen

distanzieren und eine Entscheidung

über die weitere Führung der CDU-

Fraktion treffen.

Ungebetene Personalratschläge

Die CDU wird auf Müllers ungebetene

Personalratschläge verzichten.

Dennoch hat der SPD-Politiker offensichtlich

einen Punkt getroffen, wird

dabei aber im Tonvon seinem linken

Koalitionspartner mühelos übertroffen.

„CDU und FDP in Berlin weigern

sich offensichtlich, die Tragweite des

Dammbruches zu erkennen“, sagte

Linke-Fraktionsvize Regine Kittler.

„Und bei der Berliner CDU manifestiertsich

der Rechtsruck, der seit Monaten

imAbgeordnetenhaus zu beobachten

ist. Anstatt für Demokratie

und Rechtsstaat einzustehen, biedert

man sich der AfD an, wo es nur geht.“

Ausgerechnet diese AfD hat für

die Schadensbegrenzung von CDU

und FDP jedenfalls nur vernichtende

Kritik übrig. „Merkel, Lindner

und Co. setzen sich über das einstimmige

Votum der eigenen Abgeordneten

und damit auch derWähler

in Thüringen hinweg“, sagte AfD-

Fraktionschef Georg Pazderski. Wie

es aussehe,werde jetzt „die Einheitsfront

mit den Kommunisten wiederbelebt.

Merkel hat mit ihrem Befehl

aus Berlin, die Wahl rückgängig zu

machen, zum wiederholten Mal ihren

Willen über Recht und Verfassung

gestellt. Ich nenne das Demokratienotstand“,

sagte Pazderski.

Biowetter:

Bluthochdruck

Kopfschmerzen

Rheumaschmerzen

Atemwegsbeschwerden

Herzbeschwerden

Pollenflug:

Hasel

Erle

Pappel

Weide

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute gibt es nur stellenweise Sonnenschein. Sonst ist esstark bewölkt

oder bedeckt, und die Temperaturen betragen maximal 6bis 8Grad. Der

Wind weht schwach aus Nord. In der Nacht behindert inwenigen Fällen

auch Nebel die Sicht. Sonst verstecken sich die Sterne teils hinter Wolken.

Dabei sind Tiefstwerte von 2bis minus 1Grad zu erwarten.

Belastung

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

mäßig

schwach

keine

keine

Gefühlte Temperatur: maximal 7Grad.

Wind: leichter Wind aus Nord.

Wittenberge

4°/7°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

2°/6° 4°/7°

Luckenwalde

1°/6°

Prenzlau

3°/8°

Cottbus

2°/6°

Sonnabend

Sonntag

Montag

wolkig stark bewölkt Regenschauer

2°/8° 4°/10° 5°/13°

Frankfurt

(Oder)

3°/7°

Hoch Frank befindet sich mit seinem Zentrum über dem östlichen Mitteleuropa.

Dadurch herrscht im Zentrum des Kontinents meist ruhiges, teils sonniges, teils

wolkiges Wetter. VomAtlantik nähert sich ein neues Regenband, das zunächst

Irland, die Biskaya und Galicien erreicht. Dabei wird esauch stürmisch.

Sylt

1°/7°

Hannover

0°/8°

Köln

-1°/10°

Saarbrücken

-2°/8°

Konstanz

-1°/6°

Hamburg

1°/7°

Erfurt

-1°/6°

Frankfurt/Main

-2°/7°

Stuttgart

0°/7°

Rostock

6°/6°

Magdeburg

2°/7°

Nürnberg

-2°/8°

München

-1°/6°

Rügen

4°/7°

Dresden

2°/5°

Deutschland: Heute strahlt bei einigen

Wolken immer wieder die Sonne.

Ihre Höchstwerte erreichen die Temperaturen

mit 5bis 10 Grad. Die

niedrigsten Wertesind bei 2bis

minus 3Grad anzutreffen. Der Wind

weht schwach aus Nord. Morgen werden

Höchstwertevon 5bis 11 Grad

erzielt. Dazu wird die Sonne zwischendurch

von Wolken verdeckt.

Der Wind weht schwach aus südlichen

Richtungen.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 35 cm

Harz bis 25 cm

Erzgebirge bis 35 cm

Bayerische Alpen bis 320 cm

Mondphasen: 09.02. 15.02. 23.02. 02.03.

Sonnenaufgang: 07:39 Uhr Sonnenuntergang: 17:02 Uhr Mondaufgang: 14:33 Uhr Monduntergang: 06:39 Uhr

Lissabon

18°

Las Palmas

21°

Madrid

15°

Reykjavik


Dublin

10°

London

10°

Paris

10°

Bordeaux

15°

Palma

16°

Algier

21°

Nizza

15°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

11°

Tunis

16°

Rom

13°

Warschau


Wien

8° Budapest


Palermo

13°

Kiruna

-3°

Oulu


Dubrovnik

12°

Athen

10°

St. Petersburg

-1°

Wilna

-1°

Kiew

-2°

Odessa


Varna


Istanbul


Iraklio

10°

Archangelsk

-6°

Moskau

-8°

Ankara


Antalya

14°

Acapulco 32° heiter

Bali 24° Gewitter

Bangkok 34° heiter

Barbados 28° Schauer

Buenos Aires 30° Gewitter

Casablanca 20° wolkig

Chicago 1° bewölkt

Dakar 31° sonnig

Dubai 23° sonnig

Hongkong 23° wolkig

Jerusalem 8° Regen

Johannesburg 28° Gewitter

Kairo 17° heiter

Kapstadt 28° wolkig

Los Angeles 17° sonnig

Manila 32° wolkig

Miami 26° Regen

Nairobi 27° heiter

Neu Delhi 21° sonnig

New York 14° Regen

Peking 2° wolkig

Perth 30° heiter

Phuket 34° heiter

Rio de Janeiro 30° bewölkt

San Francisco 15° sonnig

Santo Domingo 28° heiter

Seychellen 29° Gewitter

Singapur 32° Schauer

Sydney 22° Schauer

Tokio 7° bedeckt

Toronto -2° Schnee


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 3· ·

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Seite 3

Die Mitarbeiterin der Friedhofsverwaltung

weiß sofort, um wen

es sich handelt. DerName sei bekannt,

sagt sie. Sie holt in ihrem

Büro einen Plan heraus, streift ihre Jacke

über und bietet an, das Grab auf dem Landschaftsfriedhof

Gatow zu zeigen. Es sei

schwer zu finden, sagt sie,liege auf dem alten

Areal des muslimischen Teils des Friedhofs.

Dort, wo noch Reihengräber zu finden wären.

Die Frau aus der Verwaltung hält den

Plan in ihren Händen, als sie dieWege abgeht

und die Reihen zählt.

Das gesuchte Grab befindet sich in der

fünften Reihe von hinten, dort, wo das Sterbedatum

auf den Grabsteinen 2005 lautet. Es

ist ordentlich mit Tanne abgedeckt. An der

Seite steckt die Nummer 95. EinZeichen dafür,

dass es für die Grabstätte einen Pflegevertrag

gibt. Die gärtnerische Betreuung

wird seit fünf Jahren durch Spenden finanziert.

Bisdahin verkam das Grab.

DerBlumenladen am Friedhof öffnet erst

wieder im März, so steht es auf einem Zettel,

der an der Scheibe des Ladens klebt. Deswegen

ist Sabine Schiechel noch einmal ins

Auto gestiegen und hat einen Strauß roter

und gelber Rosen bei einem anderen Gärtner

gekauft. Sie bittet darum, sie ein paar Minuten

alleine zu lassen am Grab.

Sie stellt die Rosen in eine Vase, schaut

dann versonnen hinunter. Auf die letzte Ruhestätte

vonHatun Sürücü. DerFrau, die genau

vor 15Jahren sterben musste, weil sie

mit ihrem westlichen Lebensstil die Ehreihreskurdischen

Clans in Berlin verletzt haben

soll. DerFrau, die vonihrem eigenen Bruder

mit drei Schüssen in den Kopf getötet wurde.

Hatun Sürücü wurde nur 23 Jahrealt.

Die Probleme weggelächelt

Sabine Schiechel kannte Hatun Sürücü. Am

Grab sei ihr die absolute Sinnlosigkeit des

Verbrechens noch einmal bewusst geworden,

sagt sie wenig später in dem Café, das

sich neben dem Friedhof befindet.

Sabine Schiechel ist 58 Jahre alt. Sie war

von 2001 bis zum gewaltsamen TodHatun

Sürücüs im Jugendamt vonKreuzbergals Sozialarbeiterin

die Ansprechpartnerin der

jungen Frau.

IhreVorgängerin sei es gewesen, die in der

Behörde alles für Hatun Sürücü und deren

kleinen Sohn Can eingefädelt habe, sagt Sabine

Schiechel. Hatun habe eine eigene

Wohnung bekommen. Und einen Ausbildungsplatz.

Sie habe Elektroinstallateurin

werden wollen.„Das hat uns näher gebracht,

denn auch ich habe zunächst Elektromonteur

gelernt“, sagt Sabine Schiechel.

Beide hätten sie damals über diese Gemeinsamkeit

lachen müssen. Überhaupt sei

die junge Mutter immer froh zu ihr gekommen,

zu den sogenannten Helferkonferenzen.

Vermutlich, so sagt es Sabine Schiechel

heute, habe Hatun viele Probleme einfach

weggelächelt.

Hatun Sürücü hatte sich gegen die strengen

Regeln und tradierten Ehrvorstellungen

ihrer Familie aufgelehnt. In Berlin aufgewachsen,

war sie in jungen Jahren mit einem

Cousin in der Türkei verheiratet worden. Sie

lebte dort wie eine Magd, musste alles im

Haushalt machen, bekam ihren Sohn Can.

Doch sie wollte weg von diesem Sklavenleben.

Wegvon ihrem Mann, den sie nicht

liebte.Weg aus dem Land, das ihr fremd war.

Hatun Sürücü kehrte nach Berlin zurück.

„Wie sie das schaffte, vermutlich ohne Pass

und ohne Geld, weiß ich bis heute nicht“,

sagt Sabine Schiechel.

Hatun Sürücü lebte zunächst wieder bei

ihrer Familie in Berlin. Dort, wo sich Frauen

verstecken mussten, wenn Fremde kamen.

Doch Hatun Sürücü lehnte sich auf. Sielegte

das Kopftuch ab. Sie kleidete sich modern.

Sie ging aus. Sie bat beim Jugendamt um

Hilfe,brach so aus ihrem familiären Gefängnis

aus, indem die Brüder den Schwestern

zu sagen hatten, was sie tun dürfen und was

nicht. Hatun Sürücü zeigte, dass sie eine

Frau war. Eine selbstbewusste Mutter. Sie

wollte ihr Leben selbst bestimmen.

Hatun verliebte sich in einen deutschen

Mann, der sie später auf Druck der Familie

wieder verließ. Die hatte in ihm nur einen

Ungläubigen und in der Beziehung der beiden

eine Schande gesehen.

Trotzdem wollte Hatun Sürücü immer

wieder den Kontakt zu Mutter und Vater, sie

suchte bei ihnen Anerkennung. Ihre älteren

Brüder beschimpften sie, ihr Vater sprach

nicht mehr mit ihr, die Mutter traute sich

nicht einmal, sie anzurufen.

Der 18-jährige und damit jüngste Bruder

Ayhan, mit dem sich Hatun Sürücü gut zu

verstehen glaubte, erschoss die junge Frau

am 7. Februar 2005 an einer Bushaltestelle in

Tempelhof. Im Namen der Familienehre, wie

er später sagte. Eine Ehre, die er nie wirklich

erklären konnte.

„Ich hatte damals in den Nachrichten gehört,

dass eine Frau getötet worden sei. Aber

ich dachte niemals, dass es Hatun sein

Hatun Sürücü wollte eine moderne Frau und Mutter sein.

Sie verließ den Mann, den sie nicht liebte. Sie floh mit ihrem Sohn aus der

Türkei, die ihr fremd war.Heute vor fünfzehn Jahren wurde sie ermordet.

Mit drei Schüssen in den Kopf, an einer Bushaltestelle in ihrer

Heimatstadt Berlin. Und im Namen einer Familienehre, die der Täter,

ihr Bruder,nie erklären konnte. Hatun Sürücü ist eine Symbolfigur

geworden im Kampf für Gleichberechtigung –und gegen Zwangsheirat.

könnte“, erinnertsich Sabine Schiechel. Hatun

Sürücü sei so ein offener und lebensfroher

Mensch gewesen. Diejunge Mutter habe

alles für ihren Sohn getan, sie habe Canüber

alles geliebt, ihn allein großziehen wollen.

Niemals habe sie gewollt, dass der Junge in

der überholten Tradition ihrer Familie groß

werden müsse.Umdann das zu werden, was

ihre Brüder wurden –Räder in einer patriarchalischen

Welt.

„Es hat sich viel geändert seit diesem

Mord an Hatun“, sagt Sabine Schiechel. Die

junge Frau sei eine Symbolfigur geworden

für Mädchen und Frauen, die für ihreGleichberechtigung

kämpften.

Petra Koch-Knöbel sieht das genauso. Sie

ist Sprecherin des Arbeitskreises gegen

Für Can

In Gedanken bei ihr:Als Sozialarbeiterin kümmerte sich Sabine Schiechel um Hatun Sürücü.

VonKatrin Bischoff

Zwangsverheiratung und zugleich Gleichstellungsbeauftragte

im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg.„Seit

diesem Mord sind

viele Hilfsangebote für junge Frauen und

auch junge Männer entstanden, die in derselben

Situation sind, wie Hatun es damals

war.“

Noch immer aber gebe es Zwangsverheiratungen

und sogenannte Ehrenmorde,sagt

PetraKoch-Knöbel. DasDilemma beschreibt

sie so: Wenn Sozialarbeiter vonanstehenden

Zwangsverheiratungen hörten, dann wollten

sie sich lieber nicht einmischen. „Doch wir

müssen uns einmischen. Weil die Zwangsverheiratung

eine Straftat ist“, sagt sie.

Petra Koch-Knöbel nennt Zahlen, die belegen,

dass das Thema Zwangsheirat noch

SABINE GUDATH

immer akut ist. Bei der jüngsten Befragung

bei Institutionen und Beratungsstellen im

Jahr 2017 wurden 570 Fälle von erzwungenen

Hochzeiten gemeldet. 24 Prozent mehr

als bei der Befragung zuvor aus dem Jahr

2013. 529 Frauen und Mädchen begehrten

Hilfe und 41 Jungen und junge Männer wollten

raus aus den Planungen, die ihre Familien

ihnen vorgegeben hatte. Die Dunkelziffer

liegt sehr viel höher.

Die Gleichstellungsbeauftragte erzählt

von zwei Mädchen, Schwestern, die aus Pakistan

stammten und die in Berlin eine gute

Schulbildung und Lehre genossen hatten.

Die eine war bereits gegen ihren Willen verheiratet

worden. Der anderen, erst 17 Jahre

alt, stand dasselbe Schicksal bevor.Sie offenbarte

sich einer Lehrerin, die das Mädchen in

die Beratungsstelle von Petra Koch-Knöbel

schickte. Die Schwestern wurden weit weg

von der Familie in einem Frauenhaus in

Westdeutschland untergebracht. „Die beiden

machen ihren Weg“, ist sich PetraKoch-

Knöbel gewiss. Eines der Mädchen beginne

jetzt zu studieren.

Die Beratungsstelle liegt im Erdgeschoss

des Bezirksamtes. Soseien Hilfebedürftige

ganz schnell und anonym in ihrem Büro, sagt

Petra Koch-Knöbel. Es gebe schon ein gutes

Beratungsangebot für junge Frauen und

Männer.Aber sie erzählt auch, dass so manches

wichtige Projekt vor dem Aus stehe.

„Heroes“ etwa, das sich zum Thema Gleichberechtigung

an junge Männer mit Migrationshintergrund

wende.Esgebe für „Heroes“

ab diesem Sommer kein Geld mehr, sagt

Koch-Knöbel.

In der Uthmannstraße hat der Verein

„Aufbruch Neukölln“ seinen Sitz. Kazim Erdogan

hat ihn gegründet. Der66-jährige Psychologe

könnte längst den Ruhestandgenießen.

Aber er bevorzuge den Unruhestand,

sagt er.Erdogan hatmehrereGesprächsrunden

für türkische Väter gegründet. Eine Art

Selbsthilfegruppen für potenziell gewalttätige

Männer.

Männer, die ihre Töchter gezüchtigt haben,

Männer,die ihreFrauen„im Namen der

Ehre“ umbringen wollten. Männer, die

schon straffällig geworden sind. Es gebe darunter

durchaus tickende Zeitbomben, sagt

Erdogan. „Aber Reden nimmt diesen Männern

den Wind aus den Segeln, sie sitzen

hier,sie offenbaren sich, sie heulen plötzlich

wegen ihrer Taten“, sagt Erdogan. Reden

helfe sehr viel. Reden, so ist sich Erdogan sicher,

hätte auch die Familie Sürücü zum

Nachdenken gebracht.

Kazim Erdogan hat immer dieses verschmitzte

Lächeln im Gesicht. Selbst dann,

wenn er erzählt, dass Gewalt in seinen Augen

keine Religion, keine Ethnie, keine Sprache

und kein Geschlecht habe. Gewalt gegen

Frauen gebe es leider überall, sagt er.Imvergangenen

Jahr seien weltweit 70 000 Frauen

von ihren Männern umgebracht worden.

140 Frauen seien es in Deutschland gewesen.

Erdogan geht in sein Büro, zeigt auf die T-

Shirts, die sich in einem Regal stapeln. Dort

liegen Hemden in gelber, grüner, orangener

Farbe.Darauf ist ein Bart gemalt, der für anatolische

Männer stehen soll, wie Erdoganerklärt.

Zu lesen istder Schriftzug:„Männer gegen

Gewalt.“

Die Brüder flohen in die Türkei

40 000 solcher T-Shirts hat der Verein drucken

und inganz Deutschland verteilen lassen.

Am Freitag werden etwa ein Dutzend

der Männer aus Erdogans Gruppen diese

Shirts tragenund zumGedenken dorthin gehen,

wo Hatun Sürücü ermordet wurde. Zur

Oberlandstraße in Tempelhof. „Esist absolut

wichtig, daszutun“, sagt Kazim Erdogan.

Sabine Schiechel war das dritte Mal am

Grab von Hatun Sürücü. Sie macht sich nun

Gedanken um das Kind der ermordeten

Mutter. Can wurde nach dem Tod seiner

Mutter nicht in dieFamilie gegeben –obwohl

Hatuns Schwester den Antrag gestellt hatte.

„Sie konnte mir damals eine Frage nicht beantworten“,

erinnert sich Sabine Schiechel.

Wie ein Kind in einer Familie aufwachsen

solle, zuder der Mörder seiner Mutter gehöre.

Ayhan Sürücü wurde in Berlin für den

Mord an seiner Schwester zuneun Jahren

und drei Monaten Haft verurteilt und nach

Verbüßung derStrafe in dieTürkeiabgeschoben.

Seine älteren Brüder Mutlu und Alpaslansaßen

mit aufder Anklagebank,doch sie

wurden ausMangel an Beweisen freigesprochen.

Als der Bundesgerichtshof die Freisprüche

aufhob, waren die Brüder längst in

dieTürkei geflohen. Jahre später wurden sie

dort vor Gericht gestellt –und freigesprochen.

Canwuchs in einer Pflegefamilie im Norden

Deutschlands auf, die den Jungen auch

adoptiert haben soll. Can ist heute 20Jahre

alt. Sabine Schiechel sagt, der junge Mann

habe es sicher schwer,mit demSchicksal seinerMutter

zu leben. Mitden Gedanken, dass

sievon dereigenen Familie im Nameneiner

patriarchalisch-religiösen und radikalen

Ehrvorstellung umgebracht wurde.

Die einstige Betreuerin hat die Zeugnisse

von Hatun Sürücü aufgehoben. Und noch

andere Unterlagen sind in ihrem Besitz.

Auch sammelt Sabine Schiechel bis heute

alle Zeitungsartikel, dievom SchicksalHatun

Sürücüs berichteten.

All dasfür denFall, dass sichHatunsSohn

Can einmal nach seiner Mutter erkundigen

wird.

Katrin Bischoff

war schon mehrmals am Grab

vonHatun Sürücü.


4* Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

Zahl der Abschiebungen aus

Deutschland sinkt

DieZahl der Abschiebungen ist 2019

das dritte Jahr in Folge gesunken.

Wiedas Bundesinnenministerium

auf Anfrage mitteilte,wurden im vergangenen

Jahr insgesamt 22 097

Menschen aus Deutschland abgeschoben.

Im Vorjahr hatten die Behörden

23 617 Abschiebungen

durchgeführt. 2017 hatten 23 966

Ausländer auf diesem Wegdas Land

verlassen. Hinzu kamen den Angaben

zufolge im vergangenen Jahr

2934 sogenannte Zurückschiebungen.

(dpa)

1,5 Millionen Kinder auf

Hartz IV angewiesen

Mehr als 1,5 Millionen Kinder in

Deutschland sind auf HartzIVangewiesen.

DieZahl sank innerhalb von

drei Jahren leicht von1,56 Millionen

auf 1,51 Millionen im vergangenen

Jahr,wie eine Datenauswertung des

Deutschen Gewerkschaftsbundes

zeigt, die der Deutschen Presse-

Agentur in Berlin vorliegt. DieDaten

für 2016 bis 2019 stammen vonder

Bundesagentur für Arbeit. (dpa)

Ermittlungen gegen

sächsische Polizeischüler

Drei Studenten der Hochschule der

sächsischen Polizei stehen im Verdacht

verfassungswidriger Handlungen.

Gegen die Polizeikommissaranwärter

wirdimZusammenhang

mit „Sieg Heil“-Rufen aus dem

geöffneten Fenster einer Wohnung

in Bautzen in der Nacht zum Donnerstag

ermittelt, wie die Fachhochschule

mitteilte.Gegen die 18- und

22-Jährigen wirdwegen Verdachts

der Verwendung vonKennzeichen

verfassungswidriger Organisationen

ermittelt. (dpa)

Tote und Verletzte bei

Gewalt im Westjordanland

Die israelische Luftwaffe zerstörte auch

Gebäude im Gazastreifen.

DPA

GuteineWoche nachVorstellung des

amerikanischen Nahost-Plans eskaliertder

Konflikt zwischen Israel und

den Palästinensernerneut. Beieinem

Auto-Anschlag in Jerusalem

wurden in der Nacht zum Donnerstag

nach Armeeangaben zwölf israelische

Soldaten verletzt, einer davon

schwer.Bei Zusammenstößen mit

israelischen Soldaten im Westjordanland

gab es nach palästinensischen

Angaben einen Toten. In der

Nacht griffen israelische Kampfjets

erneut Ziele im Gazastreifen als Reaktion

auf Beschuss an. (dpa)

Abnahmemenge

in Liter

HEIZÖLPREISE

Durchschnittspreis

je 100 Liter in Euro

(in KlammernVorwoche)

1000 67,25 (67,63)

3000 62,70 (62,98)

5000 61,06 (61,32)

10 000 59,57 (59,89)

15 000 59,13 (59,45)

incl. MWSt., frei Haus an Abladestelle,

Quelle: www.dieter-maeder.de

Preisermittlung: 6. 2. 2020

Ein lauter Appell

Kurz vor dem Start des Verfahrens um seine Auslieferung erhält Julian Assange Unterstützung aus Deutschland

VonTanja Brandes

Niemand –dieser Eindruck

entsteht –scheint ihn so

recht leiden zu können,

diesen Julian Assange,

den Investigativjournalisten und Mitgründer

der Enthüllungsplattform

Wikileaks, der seit nunmehr neun

Monaten im Londoner Hochsicherheitsgefängnis

Belmarsh inhaftiert

ist. „Rechtsstaatlichkeit bewährt sich

gerade dann, wenn es um Menschen

geht, mit denen wir uns nicht unbedingt

identifizieren können“, sagt Sigmar

Gabriel gleich zu Beginn. Der

ehemalige SPD-Außenminister war

am Donnerstag vor die Berliner

Presse getreten, um gemeinsam mit

dem Enthüllungsjournalisten Günter

Wallraff, dem einstigen FDP-Innenminister

Gerhart Baum und Sevim

Dagdelen, Bundestagsabgeordnete

der Linken, einen Appell vorzustellen,

in dem sie die „sofortige Freilassung

von Julian Assange aus britischer

Auslieferungshaft“ fordern.

Es drohen 175 JahreHaft

Der in Großbritannien inhaftierte Wikileaks-Gründer Julian Assange.

DPA/DOMINIC LIPINSKI

„Rechtsstaatlichkeit bewährt sich

gerade dann, wenn es um Menschen geht,

mit denen wir uns nicht unbedingt

identifizieren können.“

Sigmar Gabriel, SPD. Der ehemalige Außenminister setzt sich für die Freilassung von

Wikileaks-Gründer Julian Assange aus britischer Haft ein.

Assange droht die Auslieferung an

die USA, wo er wegen Spionage angeklagt

ist und mit 175 Jahren Haft

bestraft werden könnte. Die amerikanische

Regierung wirft Assange

vor, durch die Veröffentlichung von

US-Militärdokumenten und Videos

zum internationalen Militäreinsatz

in Afghanistan und mit der Aufdeckung

möglicher Kriegsverbrechen

nationale Sicherheitsinteressen verletzt

zu haben. Bislang haben mehr

als 130 Journalisten, Politiker,Künstler

und Aktivisten den Appell zur

Freilassung Assanges unterschrieben,

unter ihnen der Schriftsteller

Navid Kermani und die frühereFDP-

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

GerhartBaum sitzt neben Sigmar

Gabriel auf dem Podium der Bundespressekonferenz.

Auch der FDP-

Politiker versucht gar nicht erst, so

zu tun, als sei ihm Julian Assange

sonderlich sympathisch. Lediglich

Sevim Dagdelen bekräftigt ihreSympathie

für den Inhaftierten.

Irgendwie passt das ins Bild: Auch

in der Öffentlichkeit dürften sich die

Sympathiebekundungen für Assange

in Grenzen halten. Zwar wurden die

in Schweden gegen Assange erhobenen

Vergewaltigungsvorwürfe inzwischen

fallengelassen, rehabilitiert ist

Julian Assange damit aber noch lange

nicht. Undessind wohl immer noch

diese Vorwürfe,die dazu führen, dass

Assange in der Öffentlichkeit nicht

die gleiche Sympathiewelle entgegenschlägt

wie dereinst dem NSA-

WhistleblowerEdwardSnowden oder

der Ex-Soldatin Chelsea Manning.

Von2012 bis 2019 erhielt der Australier

Assange politisches Asyl in der

BotschaftEcuadors in London. Dorthin

hatte er sich geflüchtet, um der

drohenden Auslieferung durch die

britischen Behörden zu entgehen.

Schon in der Botschaft soll ersystematisch

drangsaliertworden sein. Assange

zeige Symptome, die darauf

hindeuten, dass er systematischer

psychologischer Folter ausgesetzt sei,

das stellen die Initiatoren des Appells

noch einmal klar. ImWesentlichen

stützen sie sich dabei auf die Untersuchungen

des Sonderberichterstatters

des UN-Menschenrechtsrates zum

Thema Folter,Nils Melzer.

„Riesenskandal“

DerSchweizer Rechtswissenschaftler

hatte Assange in der Haft besucht und

sich außerdem durch Berge von Akten

gearbeitet, die aus seiner Sicht

unter anderem belegen, dass die Vergewaltigungsvorwürfe

in Schweden

konstruiert wurden, um die Öffentlichkeit

zu manipulieren. In einem

Interview mit dem Schweizer Online-

Magazin Republik erhob Melzer erst

kürzlich schwereVorwürfe gegen die

Regierungen Schwedens, Großbritanniens,

Ecuadors und der USA.

Man habe Assange ein faires Verfahren

konsequent verwehrt, so Melzer.

Immer noch werde ihm derzeit das

Recht verweigert, seine Verteidigung

vorzubereiten oder Kontakt zu seinen

Anwälten in den USA aufzunehmen.

Außerdem sitze erfast permanent in

Isolationshaft. Fast einJahrzehntlang

habe man versucht, „Assange als Sexualstraftäter

an den Pranger zu stellen“.

Melzer nennt das einen„Riesenskandal

und die Bankrotterklärung

der westlichen Rechtsstaatlichkeit.“

Er habe erst gezögert, sich der Initiative

anzuschließen, sagt Gabriel.

Nach einem Telefonat mit Melzer sei

er zu dem Schluss gekommen, dass

Assange „elementare Rechte“ verwehrt

würden. „Es geht dabei nicht

um Schuld oder Unschuld“, so Gabriel.

„Wir mischen uns nicht in die

Frage ein, ob Assange schuldig ist

oder nicht.“ Es gehe um die Beendigung

der unzumutbaren Haftbedingungen

und die Garantie auf ein faires

Verfahren. Für Gerhart Baum

reicht der Fall ohnehin weit über Assange

hinaus. „Die Pressefreiheit

selbst soll kriminalisiert werden“,

warnt er und spannt dann den Bogen

weiter, indem er Edward Snowden

zitiert: „Wie kann es ein Verbrechen

sein, Verbrechen aufzuklären?“

Trump nennt Demokraten „boshaft und gemein“

Auf den Impeachment-Freispruch reagiert der US-Präsident mit Kampfansage voller Beleidigungen

US-Präsident Donald Trump hat

mit einer Kampfansage und mit

Beschimpfungen an die Demokraten

auf seinen Freispruch im Amtsenthebungsverfahren

reagiert. Bei

einer Rede im Weißen Haus bezeichnete

Trump die oppositionellen Demokraten

am Donnerstag als „boshafte

und gemeine“ Politiker,die die

USA„zerstören“ wollten und ihn und

seine Familie „durch die Hölle“ geschickt

hätten.

Wervom Präsidenten eine Geste

der Versöhnung erwartet hatte,

wurde schnell eines Besseren belehrt.

Sein Auftritt sei weder eine

„Pressekonferenz“ noch eine„Rede“,

sonderneine „Feier“, betonte Trump

zum Auftakt seiner Ansprache vorrepublikanischen

Parlamentariern,

Regierungsmitarbeitern, seinem Anwaltsteam

und seiner Familie. Es

folgten aber zahlreiche Beleidigungen

und Beschimpfungen an die

Adresse der Demokraten.

Diese hatten das Amtsenthebungsverfahren

gegen Trump in der

Ukraine-Affäre angestrengt. „Sie

sind verdammt boshaft“, sagte

Trump in seiner weitgehend improvisierten

Rede.Die Demokraten hätten

von Anfang an eine „Hexenjagd“

gegen ihn geführt, er sei„sehr unfair“

behandelt worden. Die Demokraten

seien „lausige Politiker“ und würden

für eine „lausige Politik“ eintreten.

Den demokratischen

Impeachment-Anklageführer

Adam Schiff beschimpfte

Trump als „korrupte,boshafte

und furchtbare

Person“. Auch Oppositionsführerin

Nancy

Pelosi sei„furchtbar“.

Trump äußerte sich

auch ausführlich über die

Russland-Affäre, die ihn

vor der Ukraine-Affäre unter

Druck gesetzt hatte.Die Vorwürfe

seien „Bullshit“ (Schwachsinn) gewesen.

Trump machte sich auch

über den republikanischen SenatorenMitt

Romney lustig, der als einziger

Konservativer für eine Amtsenthebung

des Präsidenten votiert

hatte. Romney sehr ein „gescheiterter

Präsidentschaftskandidat“, der

„den schlechtesten Wahlkampf in

US-Präsident

Donald Trump

der Geschichte“ geführt habe. Der

Senator aus Utah war 2012 dem demokratischen

Amtsinhaber Barack

Obama unterlegen.

Der US-Senat hatte Trump am

Mittwoch mit der Mehrheit der Republikaner

in der Ukraine-Affäre

freigesprochen. Die für

eine Amtsenthebung notwendige

Zweidrittelmehrheit

wurde bei beiden An-

AFP

klagepunkten Amtsmissbrauch

und Behinderung

des Kongresses klar verfehlt.

Die Republikaner

hatten sich trotz aller Belege

für ein Fehlverhalten

Trumps hinter den Präsidenten

gestellt.

Für den Präsidenten ist der Freispruch

neun Monate vor der Präsidentschaftswahl

ein wichtiger Erfolg.

Seine Sprecherin Stephanie

Grisham sprach von einer „vollständigen

Rehabilitierung und Entlastung“

des Präsidenten.

Der Chef der Demokraten im Senat,

Chuck Schumer,nannteTrumps

Freispruch dagegen „wertlos“. Die

Republikaner hätten mit ihrer Blockade

von Zeugenaussagen einen

„fairen Prozess“ verhindert. Nancy

Pelosi, sagte, der von den Republikanernbeherrschte

Senat habe die US-

Verfassung verraten; somit bleibe

Trump eine „Gefahr für die amerikanische

Demokratie“. Der Präsident

und der Senat hätten„Gesetzlosigkeit

normalisiert“.

Im ersten Anklagepunkt Amtsmissbrauch

hatten lediglich 48 der

100 Senatoren für „schuldig“ gestimmt:

Dies warenalle Demokraten

sowie der Republikaner Romney.Die

übrigen 52 Republikaner stimmten

geschlossen für „nicht schuldig“.

Beim zweiten Anklagepunkt Behinderung

des Kongresses votierten

dann nur noch die 47 Demokraten

für „schuldig“. Romney stimmte mit

den anderen Republikanern für

„nicht schuldig“.

Der Präsident sei „hiermit freigesprochen“,

erklärte zum Schluss der

Oberste Richter John Roberts. Für

eine Amtsenthebung wäre eine

Zweidrittelmehrheit von 67 Senatorennotwendig

gewesen. (AFP)

DAX-30 in Punkten

7.11.19

7.11.19

MÄRKTE

▲ 13562,73 (+0,63 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

7.11.19

Stand der Daten: 06.02.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

6.2.20

▼ 54,97 (–1,10 %)

6.2.20

▼ 1,1003 (–0,18 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 06.02. zum Vortag

Deutsche Bank NA

6.2.20

9,36 +13,24 WWWWWWWWWWW

Commerzbank 5,71 +3,48 WWWW

thyssenkrupp 11,30 +3,39 WWWW

MorphoSys 116,90 +2,45 WWW

United Internet NA 29,95

+2,39 WWW

ProSiebenSat.1 12,28 +2,21 WWW

Verlierer

aus DAX und MDAX vom 06.02. zum Vortag

Siemens NA 108,04 WWWWW –4,99

CompuGroup Med. 66,10 WWW –2,94

TeamViewer 32,01 WWW –2,17

Cancom 54,60 WWW –2,15

GrenkeNA 93,65 WWW –2,04

Metro St. 12,19 WW –1,69

Leitbörsen im Überblick

52-Wochen Hoch/Tief 06.02. ±% z. 05.02.

Euro Stoxx 50 (EU) +0,65

3814/3125 3802,54

CAC 40(FR) +0,83

6110/4946 6035,35

S&P UK (UK) +0,41

1562/1415 1513,67

RTS (RU) –1,31

1652/1152 1540,11

IBEX (ES) +0,93

9812/8409 9807,80

Dow Jones (US) ±0,00

29406/24681 29290,56

Bovespa (BR) –0,34

119593/89409 116947,40

Nikkei (JP) +2,38

24116/20111 23873,59

Hang Seng (HK) +2,66

30280/24900 27465,92

Stx Singap. 20 (SG) +0,73

1674/1493 1623,18

Edel- und NE-Metalle

Barren &Münzen in € Ankauf Verkauf

(Endkundenpreise) 06.02. 06.02.

Gold (10 g) 450,0 480,5

Gold (1 oz) 1404,5 1467,5

Gold (100 g) 4503,0 4692,0

Gold (250 g) 11259,0 11698,0

Silber (1 kg) 508,0 674,5

Platin (100 g) 2743,0 3545,0

Austr.Nugget (1 oz) 1402,9 1478,0

Britannia (1 oz) 1402,0 1485,0

Krügerrand (1/4 oz) 350,5 397,4

Krügerrand (1/2 oz) 701,0 769,2

Krügerrand (1 oz) 1403,0 1498,0

Maple Leaf (1/4 oz) 350,5 394,1

Maple Leaf (1/2 oz) 701,0 771,2

Maple Leaf (1 oz) 1402,5 1486,0

Philharmoniker (1 oz) 1402,5 1490,0

Quelle Edelmetalle: Degussa Goldhandel GmbH.

Die An- und Verkaufspreise gelten für sehr gut erhaltene Stücke.

NE-Metalle in €/100 kg 31.12. 31.12.

Blei in Kabeln 199,50 199,50

Kupfer (DEL-Notiz) 529,15 527,10

Messing MS 63/37 522,00 521,00

ERLÄUTERUNGEN Wechselnde Darstellung: Tagesgeld (Dienstag), Ratenkredit

(Mittwoch), Sparbriefe (Donnerstag), Edel- &NE-Metalle (Freitag),

Baudarlehen (Samstag).

Quelle: FMH-Finanzberatung


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BERLIN Penzlauer Berg

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6 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Meinung

Julian Assange

ZITAT

Mit Ansehen

der Person

Tanja Brandes

glaubt: Geht es um Recht, wird mit

zweierlei Maß gemessen.

Eswar ein seltsamer Moment: Gerade

hatten die Beteiligten, unter ihnen der

ehemalige Bundesaußenminister Sigmar

Gabriel und der FDP-Bundesinnenminister

a. D.,Gerhart Baum, ihren Appell zur

Freilassung Julian Assanges aus britischer

Auslieferungshaft vorgestellt, da ging es

auf einmal darum, ob Assange eigentlich

ein netter Kerl ist. Sympathisch, so sagte

Mitinitiator Baum, sei ihm Assange nicht.

Es ginge,soGabriel, ja auch nicht darum,

ob man sich mit einer Person identifiziere,

sondern um das Recht auf menschenwürdigen

Umgang.

Gegen den Whistleblower Assange lief

lange einVerfahren wegenVergewaltigung.

Es wurde inzwischen eingestellt, darüber

hinaus besteht der Verdacht, dass die Vorwürfe

konstruiert waren. Natürlich ist das

inzwischen egal; Assanges Bild in der Öffentlichkeit

ist nicht mehr so leicht zu verändern.

Bei der Initiative von Gabriel und Co.

geht es um etwas anderes: Assange soll sich

der Spionage schuldig gemacht haben, er

könnte an die USA ausgeliefert werden.

Vielleicht ist er schuldig im Sinne des US-

Rechts. Vielleicht nicht. Doch das, soviel

haben die Initiatoren des Appells klargemacht,

tut nichts zur Sache. Assange werden

mehrere Grundrechte versagt: Das

Recht auf ein faires Strafverfahren. Aufden

Schutz vorFolter.Auf Sicherheit.

Dass sich Gabriel und seine Mitstreiter

für Julian Assange ein- und dabei die hohen

und absolut unumgänglichen Maßstäbe

der UN-Menschenrechtscharta ansetzen,

ist aller Ehren wert. Muss wirklich

erwähnt werden, dass diese Rechte für alle

Menschen gelten, egal, ob wir sie mögen

oder nicht? Dass die Initiatoren des Appells

das offenbar glauben, sagt viel aus über das

Rechtsverständnis unserer Zeit.

Notrufe

Warteschleife oder

Wartezimmer

Gerhard Lehrke

über die Engpässe bei der

ärztlichen Versorgung

Eigentlich ist es eine gute Nachricht,

dass Menschen, die bei Erkrankungen

über die Rufnummer 116 117 Hilfe suchen,

lange in der Warteschleife hängen

bleiben. Das zeigt, dass die Werbekampagne

für die Nummer gewirkt hat, die

verhindern soll, dass auch wegen Lappalien

über die 112 ein Rettungswagen alarmiert

wird. Wartezeiten von einer knappen

Stunde, wie es zuletzt geschehen ist,

sind allerdings inakzeptabel.

Die Schuld dafür bei der Kassenärztlichen

Vereinigung zu suchen, die für die

Leitstelle verantwortlich ist, ist jedoch

falsch. Es ist die Konsequenz einer gut gemeinten,

aber offenbar nicht durchdachten

Vorschrift aus dem Hause des Gesundheitsministers

Jens Spahn (CDU):

Die Anamnese am Telefon, bei der ein

Mitarbeiter die Symptome einer Erkrankung

mithilfe eines Computers durchdeklinieren

muss,soll am Ende zu einer Entscheidung

führen, was der für den Patienten

richtige Behandlungsweg ist. Siedauert

aber zu lange, und dann reichen die

eingesetzten Kräfte nicht aus, umbei einem

großen Aufkommen von Anrufen

lange Wartezeiten zu vermeiden.

Einstweilen bleibt nichts anderes übrig,

als sich mit Wartezeiten abzufinden,

bis die Kassenärztliche Vereinigung Verstärkung

gefunden und eingearbeitet hat.

Man sollte dennoch auch künftig darauf

verzichten, die Feuerwehr zu rufen oder

sich in eine möglicherweise überfüllte

Rettungsstelle zu begeben, wo man erst

recht stundenlang wartet.

Notfalls stehen auch noch von Freitag

bis Sonntag –die Zeiten findet man auf

der Internetseite der Kassenärztlichen

Vereinigung – vier Notdienstpraxen für

Kinder und drei für Erwachsene bereit.

Und dann ging es doch ganz

schnell. Nach gerade einmal 24

Stunden als neuer Ministerpräsident

von Thüringen tritt Thomas

Kemmerich nun doch von diesem Amt

wieder zurück. Seine FDP will Neuwahlen

beantragen. Damit könnte der dunkelste Tag

im politischen Leben des Bodo Ramelowfür

ihn ziemlich schnell zu einem glücklichen

Tagwerden –wohlgemerkt könnte. All die

Gedankenspiele, die derzeit betrieben werden,

sind reine Spekulationen, denn der

Mittwoch von Erfurt hat gezeigt, dass das

Verhalten von Parteien in politisch stark polarisierten

Zeiten schwer vorhersagbar ist.

Fakt ist, dass der linke RamelowamMittwoch

ziemlich überraschend abgewählt

wurde und dass er die Chance verlor,mit seiner

Minderheitsregierung aus Linken, SPD

und Grünen die Legislaturperiode anzugehen.

Für 24 Stunden war ein völlig unbekannter

FDP-Mann Ministerpräsident –gewählt

auch vonder AfD vonBjörnHöcke,der

Galionsfigur des „Flügels“, also der Rechtsaußen-Kräfte

dieser rechtsnationalen Partei.

Thomas Kemmerich hat sich am Donnerstag

von seinem Parteichef Lindner ganz

zu Recht zum Rücktritt überreden lassen,

denn ihm fehlte jede Aussicht, eine Regierung

zu bilden. Werhätte mit ihm regieren

sollen? Kemmerich hat sich zwar vonder AfD

wählen lassen, wollte ihr aber keine Macht

abgeben. Er setzte auf die CDU, die im

Herbst ihr schlechtestes Ergebnis eingefahren

hat und zerrissen ist zwischen jenen

Kräften, die mit der AfD anbandeln wollen

und jenen Leuten, die dies verweigern.

Kemmerich vertratnach seiner Wahl eine

recht absurde Idee: SPD und Grüne sollen

doch nun bitte zur Vernunft kommen und

endlich erkennen, dass sie sich vonRamelow

Als ich kurz nach meinem Abitur nach

Berlin gezogen bin, gab es eine Sache,

die ich sofort an der Stadt mochte: Geld

schien hier irgendwie keine große Rolle zu

spielen, was logisch ist, denn so richtig viel

Asche hatte in Berlin Mitte der Nuller Jahre

niemand – zumindest niemand, den ich

kannte und erst recht nicht ich selbst. Rückwirkend

betrachtet war das kein großes

Problem: viele Dinge waren in Berlin umsonst.

Dank Semesterticket fuhr ich gratis U-

Bahn, es gab einen eintrittsfreien Nachmittag

in staatlichen Museen; die Klubs, indie

ich ging, waren vor allem unter der Woche

umsonst, am Wochenende kannte man immer

irgendwen, der einen auf die Gästeliste

setzte. Klaus Wowereit hatte kurz zuvor die

„Arm, aber sexy“-Ära für Berlin ausgerufen

und meine Freundin Joana und ich hingen

regelmäßig im Ikea-Restaurant am Südkreuz

rum und tranken umsonst Ikea-Family-

Card-Flatrate-Kaffee bis zum Sodbrennen,

wenn wir mal wieder zu sexy für Zuhausebleiben,

aber zu arm für echte Cafés waren.

Schöne Zeiten waren das.

Inzwischen wohne ich in Amsterdam

und verdiene zwar ausreichend Geld, um

mir auch selbst in den letzten zehn Tagen

eines Monats besseres Essen als Nudeln

ohne Soße leisten zu können, bin aber von

einer Sache immer wieder irritiert: Geld

scheint hier eine riesengroße Rolle zu spielen,

was leider auch logisch ist, denn Amsterdam

ist seit jeder eine Stadt der Kaufleute

und ich schätze, den Titel bekommt man

Thüringen

Ramelow

2.0

Jens Blankennagel

denkt, dass der bisherigeMinisterpräsident vonden Linken

schon bald der neue Chef sein könnte.

KOLUMNE

Reich,

aber

blöde

Yulian Ide

Autor

wohl nicht, wenn seine Einwohner ständig

alles verschenken würden. Schauen Sie

mich an: das ist jetzt schon die zweite Kolumne

in Folge,die sich um Geld dreht –was

hat diese Stadt bloß aus mir gemacht? Dabei

kann ich gar nichts dafür, die Münzen und

Scheine fliegen einem hier förmlich aus der

Tasche.

Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie

möchten in Amsterdam feiern gehen. Dann

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

verabschieden müssen, um sich dann der

FDP und der CDU zuzuwenden.

Warum hätten sie dies tun sollen? Kemmerich

tat so,als wolle er die Grünen und die

SPD von einem unmoralischen Irrweg abbringen.

Das klingt geradezu naiv, wird ihm

doch nun zu Recht vorgeworfen, dass er den

wahren moralischen Tabubruch begangen

hat, weil er sich von einer Partei hat wählen

lassen, die reichlich Rechtsradikale in ihren

Reihen duldet –soder mindeste Vorwurf.

SPD und Grüne konnten gar nicht mit

Kemmerich gehen, ohne ihre Reputation zu

verlieren. Außerdem: Washätten sie gewinnen

können? Mit Ramelow wären sie Teil einer

Drei-Parteien-Minderheitsregierung mit

einem bereits ausgehandelten Koalitionsvertrag,

einer passenden Zahl von Ministerposten

und mit einer Rückendeckung von42

Stimmen im Parlament. BeiKemmerich hätten

sie nur Teil einer Vier-Parteien-Koalition

werden können –mit weniger Einfluss,weniger

Posten und mit nur 39 Stimmen im Parlament.

Dagegen hätte die Mehrheit der Opposition

aus Linken und AfD gestanden, die

zusammen auf 51 Stimmen kommen.

Kemmerich, der weder mit Links noch

Rechts zusammenarbeiten wollte,hätte vom

ersten Taganeine handlungsunfähige Regierung

gehabt, deren Gesetzesinitiativen zum

Scheitern verurteilt wären. Dann hätte sich

die Aussage von FDP-Chef Lindner bewahrheitet:

„Es ist besser, nicht zu regieren, als

falsch zu regieren.“ Schon nach Kemmerichs

Wahl war klar,dass Neuwahlen kommen.

So könnte nun wieder die Stunde des

Bodo Ramelow schlagen. Auch wenn die

Thüringer ein deutlich konservativ geprägtes

Völkchen sind, haben sie im Herbst nur

die rot-rot-grüne Regierung abgewählt,

nicht aber Herrn Ramelow, dem 71 Prozent

der Thüringer attestieren, gute Arbeit zu leisten.

Ramelowkann bei Neuwahlen nun viele

Wähler hinter sich versammeln.

Nach der Blamage der FDP mit ihrem Ein-

Tages-Regierungschef von AfD-Gnaden ist

es nun fraglich, ob die FDP noch einmal 73

Stimmen mehr als nötig bekommt, um die

Fünf-Prozent-Hürde zu reißen. Und es ist

auch möglich, dass nun noch mehr Wähler

vonder immer mehr schwächelnden CDU in

Thüringen zur AfD wechseln.

Jedenfalls ist es nun durchaus möglich,

dass der 5. Februar 2020 –der dunkelste Tag

in Ramelows politischem Leben – für ihn

schon bald dazu führen könnte,dass er wieder

Ministerpräsident ist. Dann eventuell sogar

mit einer eigenen Mehrheit.

suchen Siesich nicht etwa eine Partyaus und

gehen einfach hin. Nein, nein, stattdessen

buchen SieWochen im Voraus eine Eintrittskarte,

die Sie möglicherweise verfallen lassen,

falls Sie amAbend spontan doch keine

Lust haben auszugehen. Sie raffen sich aber

auf, gehen zur Party und bezahlen, um Ihre

Jacke aufzuhängen, für Wertsachen wird

keine Haftung übernommen. Ein erstes Getränk

wird Sie ein bisschen in Stimmung

bringen, denken Sie, aber gehen Sie keinesfalls

direkt zur Bar. Erstmal müssen Sie eine

hauseigene Währung erwerben, rote Plastikmünzen

etwa. Für 20 Euro bekommen Sie 7

rote Münzen. Siesind schlecht in Mathe und

vergessen direkt, was eine Münzewertist.

An der Barkostet jedes Getränk zwei oder

drei Münzen, sodass Siezujedem Zeitpunkt

mindestens eine Münze übrig haben. Sie

bleiben noch, trinken ein paar Getränke.Um

auf die Toilette zu gehen, bezahlen Sieeinen

Euro. Ander Flüssigkeit, die Sie imKlo herunterspülen,

hat der Amsterdamer Veranstalter

nun schon zweimal verdient, denken

Sie. Als Sie die Toilette verlassen, bietet die

Klofrau Ihnen eine Pipiflatrate für 2,50 Euro

an. Sie kaufen sie, gehen aber kurz danach

nach Hause, denn Sie werden müde. Auf

dem Heimweg finden Sie noch eine rote

Münze inihrer Tasche. Die ist jetzt nichts

mehr wert, denn auf der nächsten Party bezahlt

man mit grünen Plastikmünzen. Sie

denken an Berlin, als Sienocharm,aber sexy

waren. Jetzt aber sind SieinAmsterdam. Und

hier sind Siereich, aber blöde.

„Es versteht ein Kind,

dass hier etwas hakt.

Die Maxime, nach der

im 20. Jahrhundert“

gewirtschaftet wurde,

passt nicht mehr in die

heutige Zeit.“

Luisa Neubauer, „Fridays for Future“-Aktivistin, im

aktuellen Stern

AUSLESE

Siemens und die

Klimadebatte

Bei der Hauptversammlung von Siemens

am Mittwoch in München dominierte

die Klimadebatte. Klimaschützer

protestierten gegen die Beteiligung

des Konzerns am Baudes geplanten Kohlebergwerks

in Australien.

Die Tageszeitung taz schließt sich der

Kritik in einem Kommentar an: Das Projekt

stehe für die Haltung, „mit der das

Management des Konzerns Geschäfte auf

der ganzen Welt vorantreibt: Entscheidend

ist allein der Gewinn, Menschenrechte

und Klimagerechtigkeit zählen

nicht.“

Die Süddeutsche Zeitung hingegen

kann die Aufregung nicht ganz nachvollziehen:

„Der Auftrag hat ein Volumen von

lediglich 18 Millionen Euro, geradezu lächerlich

für Siemens. Unbestritten ist zudem,

dass Siemens durchaus auch für

grüne Technologien steht.“ So sei der

Konzern einer der größten Produzenten

vonWindkraftanlagen. „Wenn es also um

umweltschädigendes Verhalten geht,

könnte man sich guten Gewissens andere

Konzerne vornehmen.“

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung

findet zudem, dass Proteste keineLösungen

sind. „Auch die Stimmen anderer

Manager sollten endlich hörbar werden

in der Klimadebatte. Sie müssen dafür

werben, dass marktwirtschaftliche Lösungen

mit neuen Technologien der einzige

Wegsind, um nennenswerte Erfolge

im Kampf gegen die Erderwärmung zu

erzielen.“ Theresa Dräbing

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

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Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 – S eite 7 *

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Berlin

Vor100 Jahren sendete

Königs Wusterhausen

das erste Mal

Seite 11

Das große Graben: Der Fahrgastverband fordert den Bau einer neuen S-Bahn-Trasse Seite 8

Das lange Warten: Die Notfallnummer 116117 ist schwer erreichbar Seite 8

Stadtbild

Weiße

Westen

Ruth Herzbergs

Waschmaschine ist kaputt.

MeineWaschmaschine ist kaputt.

Durch das Bullauge sehe ich

seit Tagen rote Bettwäsche in grauer

Lauge ertrinken. Auf dem Waschmaschinendisplay

erscheint die Fehlermeldung

E7. Ichsuche nach der Fehlermeldung

im Internet. Pumpe

pumpt nicht ab, weil Flusensieb verstopft.

Mögliche Lösung: Flusensieb

abschrauben und reinigen, sagt das

Internet. Aber ich bekomme das Flusensieb

nicht abgeschraubt. Es

klemmt.

Ich greife zur Visitenkarte von

Herrn W.’s Haushaltsgeräte-Service:

Die Visitenkarte von Herrn W., hat

seit unserem Kennenlernen vor fünf

Jahren, anlässlich des Austausches

eines verkalkten Waschmaschinenheizstabes,ihren

festen Platz bei mir.

Sie klebt seither, einem sehr starken

Magneten befestigt, auf der Tür des

Sicherungskastens im Flur.

Herr W. ist nämlich der netteste,

ehrlichste,zuverlässigste Reparateur

von gebrauchten Haushaltsgeräten

von ganz Berlin. Anders als bei unhöflichen

Liebhabern rufe ich unhöfliche

Handwerker nämlich nie

wieder an und deswegen ist Herrn

W.'s Visitenkarte so wichtig für mich.

Auch Herr W. bekommt das Flusensieb

nicht auf und muss die Vorderwand

der Waschmaschine abschrauben.

„Pumpe kaputt“, sagt

Herr W. In seiner hohlen Hand zeigt

er mir ein blaues Stück Plastik, einen

verrosteten Euro und eine Clubmarke,

die wohl aus der Hosentasche

eines unhöflichen Liebhabers

gefallen sein muss und die sich in der

Pumpe festgefressen hat. Wie oft ich

das Flusensieb geleert hätte, fragt

Herr W. „Ach Gott, am Anfang habe

ich das vielleicht ein, zweimal gemacht.“

Mein Leben ist zu intensiv,umregelmäßig

Flusensiebe zu reinigen.

Herr W. muss am nächsten Tagnoch

mal kommen, er hat keine neue

Pumpe dabei. Er sorgt sich, dass

meine Kinder sich an der abgeschraubten

Waschmaschinenvorderseite

verletzen könnten. „Keine

Sorge“, sage ich. Das schwere Ding

wirdniemandem auf Kopf oder Füße

fallen, weil meine Kinder sich einfach

nicht verletzen dürfen. Mein Leben

ist zu intensiv für kaputte Kinder.

Amnächsten Tagbaut Herr W.

die neue Pumpe ein, ermahnt mich,

in Zukunft regelmäßig das Sieb zu

leeren und Kleidung nur mit entleerten

Hosentaschen in die Maschine

zu tun.„Verstehe“, sage ich.„DieWäsche

muss sauber sein, bevor sie in

die Maschine kommt.“ Wir lachen

herzlich. Bisbald, Herr W.

Rot und nicht zugänglich liegt die

Wäsche in der Lauge.

SABETH STICKFORTH

Vandalismus und Verfall: Die alte Schwimmhalle auf dem Gelände des künftigen Multifunktionsbads ist nur noch eine Ruine.

Warten auf das Nass

Die Planungen für den Bau des neuen Multifunktionsbads in Pankow verzögern sich

VonMikeWilms

Seit vielen Jahren warten die

Bewohner des Bezirks Pankow

auf den Bau des neuen

Multifunktionsbads in der

Wolfshagener Straße. Entstehen soll

es auf dem Grundstück mit der

Ruine der alten Schwimmhalle und

dem bestehenden Freibad. Doch die

Planungen für das Projekt verzögern

sich: DasVorhaben liegt nach Aussagen

des Bezirksstadtrats für Stadtentwicklung,

Vollrad Kuhn (Grüne),

nicht mehr im Zeitplan. Das Bebauungsplanverfahren

könne erst 2021

abgeschlossen werden. Im Bezirksamt

hofft man, dass die Eröffnung

trotzdem 2025 stattfinden kann.

Unerwartete Probleme

Die Vision: Das neue Bad

soll ein Freizeitbad, eine

Sauna mit Garten und ein

Sportbad beherbergen. Letzteres

soll auch fürs Schulschwimmen

offen sein. Kosten:

42 Millionen Euro. Auf

dem Gelände entsteht auch

eine dreizügigeGrundschule

mit Zweifeld-Sporthalle.

Dernun verworfene Terminrahmen

aus dem Jahr 2018 sah vor, den Bebauungsplan

bis 2020 fertigzustellen.

Doch war damals noch nicht

absehbar,wie umfangreich die nötigen

Voruntersuchungen des Bäder-

Baus zu Naturschutz, Verkehr,Lärm

und Altlasten sein würden. Dies

geht aus einer Antwort von Stadtrat

Kuhn auf eine Kleine Anfrage des

Bezirksverordneten Matthias Zarbock

(Linke) hervor. Erst nach Fertigstellung

der Machbarkeitsstudie

„Sommerbad Pankow“ habe man

genauer ermitteln können, welche

Vorarbeiten nötig seien. Die Beauftragung

der Fachuntersuchungen,

die Abstimmung mit den Ämtern

und die Ausschreibung der Planungsleistungen

habe zehn Monate

gedauert. Im Zuge der verkehrsund

artenschutzrechtlichen Untersuchung

sei, so Kuhn, weiterer Klärungsbedarfentstanden.

Die beauftragten Experten waren

zum Beispiel auf ein Mäusebussard-

DAS BAD IN PANKOW

Das Freibad: Das vorhandene

Sommerbad Pankow

soll während des Umbaus

der Gesamtanlagezueinem

Multifunktionsbad geöffnet

bleiben. Die Berliner Bäderbetriebe

planen eine Schließung

nur für den Fall, dass

Badegäste gefährdet sein

sollten.

Das alte Hallenbad: Die

Schwimmhalle Pankow,die

sich ebenfalls auf dem Areal

befindet, schloss bereits im

Jahr 2000 und wird nun abgerissen.

Sie wurde zu DDR-

Zeiten 1975 als damals

„modernste und größte

Schwimmhalle“ im Osten

Berlins eröffnet.

Reallabor für Klimafragen

Brutpaar gestoßen, woraufhin ein

Greifvogelspezialist für die Untersuchung

der Horststandorte bestellt

werden musste. Probleme bereitete

auch die Verkehrssituation um das

Grundstück. So erwies sich das übliche

Vorgehen, die Belastung der Verkehrsknotenpunkte

zu ermitteln, als

unzureichend. Einzelne Straßenabschnitte

und das Nutzerverhalten

mussten genauer betrachtet werden.

Der neue Parkplatz soll nun kleiner

ausfallen als zunächst vorgesehen.

„Aufgrund der genannten Umstände

wird aktuell mit einem Abschluss

desVerfahrens zum Jahr 2021

gerechnet“, so Bezirksstadtrat Kuhn.

Demnach kann auch der Bau des

Multifunktionsbads erst frühestens

im kommenden Jahr beginnen.

Eröffnung 2025?

CAMCOP MEDIA/ANDREAS KLUG

Die Berliner Bäderbetriebe planen

mit einer Eröffnung der Einrichtung

weiterhin im Jahr 2025. Aus der Abteilung

Stadtentwicklung des Bezirksamts

Pankow hieß es am Donnerstag

auf Anfrage: „Sofern das Bebauungsplanverfahren

2021 abgeschlossen

werden kann, ändert sich

an der Zeitplanung der Berliner Bäderbetriebe

voraussichtlich nichts.“

Für die Umsetzung des Gesamtvorhabens

müssen zunächst noch

Flächentausche zwischen den landeseigenen

Berliner Bäderbetrieben

und dem Land Berlin stattfinden.

Erst wenn eine Einigung erzielt

ist, kann der Abriss der verfallenen

alten Schwimmhalle angepackt

werden.

Für ein neues Forschungszentrum der Berliner Universitäten werden private Geldgeber gesucht

Künftig sollen Lösungen zum

Thema Klimawandel aus Berlin

kommen. Dafür ist ein neues Forschungszentrum

geplant, das von

der Privatwirtschaft mitfinanziert

werden soll. Dafür habe man mehrere

Unternehmen angesprochen,

die unter anderem in der Energieerzeugung

und -verteilung tätig seien

und damit ein Eigeninteresse an der

Reduktion des Klimawandels hätten,

sagte der Präsident der Technischen

Universität Berlin (TU), Christian

Thomsen, der Deutschen Presse-

Agentur.

Die TUhat eigenen Angaben zufolge

das neue Zentrum initiiert. Es

wurde bereits im vergangenen Jahr

vonden drei großen Berliner Universitäten

und der Charité als gemeinsames

Vorhaben angekündigt. Die TU

hat die Sprecherfunktion bei der Antragstellung

inne. Das Land Berlin

unterstütze das Vorhaben, sagte

Thomsen. Ein erstes Gespräch mit

möglichen Partnern inPotsdam sei

im Februar geplant. Wo genau das

Zentrum angesiedelt werden soll,

stehe noch nicht fest. „Wünschenswert

wärezentral in Berlin.“

Als mögliche Arbeitsfelder

nannte der TU-Präsident die Folgen

des Klimawandels für die

menschliche Gesundheit, für Flug-

reisen oder die Energieversorgung.

„Die Frageist auch, welche soziologischen,

juristischen, technischen

Möglichkeiten es gibt, um den Klimawandel

zu reduzieren oder zu

verhindern.“ Das Forschungszentrum

werde sich wissenschaftsbasierten

Lösungen aus einer möglichst

breiten Palette vonPerspektiven

widmen. Wichtig sei auch der

Austausch mit Bürgern.

Mit der Vielfalt an Disziplinen an

den Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen

sowie der

Nähe zum Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung,

dem Deutschen

Geoforschungszentrum und dem

MikeWilms

geht gern im Sommerbad

Pankow baden.

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung

seien die Voraussetzungen

in der Region international

einzigartig, sagte Thomsen. Mit

der Metropole Berlin und dem Land

Brandenburg habe man hier auch

ein Reallabor,zum Beispiel bei Energiefragen.

Namen möglicher Geldgeber aus

der Wirtschaft nannte Thomsen

nicht.„Wir sind am Anfang der Anfragen.“

Ziel sei, etwa 30 private Geldgeber

zu finden, die bereit seien, jeweils

rund 650 000 Euro für eine Professur

für sechs Jahre zu investieren. Die

wissenschaftliche Unabhängigkeit

soll gewährleistet sein. (BLZ, mit dpa)

NACHRICHTEN

Slowakei weist Diplomaten

aus Vietnam aus

Wegen der Entführung eines vietnamesischen

Geschäftsmannes aus

Berlin hat die Slowakei einen vietnamesischen

Diplomaten des Landes

verwiesen. DasAußenministerium

in Bratislavareagierte damit nach eigenen

Angaben vomMittwochabend

auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs

in Karlsruhe.Der Geschäftsmann

Trinh Xuan Thanh war

am 23. Juli 2017 in Berlin überfallen

und mitsamt seiner Freundin in einen

Transporter gezerrtworden. Inzwischen

wurde er in Vietnam wegen

Korruptionsvorwürfen zweimal

zu lebenslanger Haft verurteilt. Das

Berliner Kammergericht ging davon

aus,dass der vietnamesische Geheimdienst

hinter der Entführung

steckte.Die Karlsruher Richter bestätigten

dieses Urteil. (dpa)

TU Wildau bekommt

Professur für Radverkehr

DasBundesverkehrsministerium

fördertnach eigenen Angaben die

Einrichtung vonsieben Professuren

für Fahrradverkehr an deutschen

Hochschulen mit 8,3 Millionen Euro,

eine davon soll die Technische

Hochschule Wildau erhalten. Zusätzlich

zu den Professuren richten

die Hochschulen neue Studiengänge

ein. DieTHWildau im Landkreis

Dahme-Spreewald will nach eigenen

Angaben den dreisemestrigen Master-Studiengang

„Radverkehr in intermodalen

Verkehrsnetzen“ anbieten.

DerStudiengang solle zum

Sommersemester 2021 mit 20 Studienplätzen

starten. (dpa)

Künftig kein Aufnahmestopp

in Kinderonkologie mehr

An der Universitätsklinik Charité soll

sich ein Aufnahmestopp wie am Kinderkrebszentrum

vorWeihnachten

nach dem Willen der Politik nicht

wiederholen. „Die Klinik muss gewährleisten,

dass so drastische Situationen

wie ein temporärer Aufnahmestopp

in der Kinderonkologie

im Dezember 2019 nicht mehr vorkommen“,

sagte Staatssekretär Steffen

Krach (SPD) am Donnerstag. Wie

interne Verbesserungen erreicht

werden könnten, erarbeite eine von

der Charité eingesetzte Taskforce.

DieUniklinik hatte im Dezember

zeitweise keine neuen Patienten in

der Kinderonkologie aufgenommen,

weil nach Klinikangaben zehn von

50 Mitarbeiternfehlten. „Zukeinem

Zeitpunkt kam es zu einer Patientengefährdung“,

hatte die Charité erklärt.

Dagegen berichtete das ARD

Magazin Kontraste am Donnerstag

vomFall eines leukämiekranken

Kleinkindes,das vonder Charité zunächst

abgewiesen worden war und

das kurzdarauf starb. (dpa)

Der Charité-Campus Mitte, einer von

mehreren Standorten.

IMAGO IMAGES


8 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Berlin

Gefängnis

statt

Geldstrafe

Mehr als 900 Menschen

wählten 2019 Ersatzhaft

In Berlin haben im vergangenen

Jahr 793 Männer und 120 Frauen

im Gefängnis gesessen, weil sie eine

Geldstrafe nicht zahlen konnten oder

wollten. Mehr als die Hälfte davon –

nämlich 494 –waren Menschen, die

Strafen wegen „Erschleichens von

Leistungen“ nicht gezahlt hatten, wie

aus der Antwort der Senatsverwaltung

der Justiz auf eine parlamentarische

Anfrage der Grünen-Abgeordneten

PetraVandrey hervorgeht. Unter

diesen Fachbegriff fällt etwa wiederholtes

Schwarzfahren.

Dass jemand ins Gefängnis einrückt,

weil er seine Geldstrafe nicht

begleicht, ist laut Justiz immer das

letzte Mittel. Geldstrafen werden

vom Gericht mit Tagessätzen festgelegt,

die sich am Einkommen des Betroffenen

orientieren. Die Gefängnistage

können aber durch gemeinnützige

Arbeit wie Malern, Renovieren

unter Anleitung oder Pflege von

Parks und Grünanlagen ausgeglichen

werden. Nach noch nicht vollständigen

Angaben für 2019 wurden

demnach knapp 52 400 Hafttage vermieden.

Das spart auch der Justiz Kosten.

Ein Hafttag schlägt mit etwa

160 Euro zu Buche. Gemeinnützige

Arbeit ist laut Antwort bei 440 Einrichtungen

möglich, die eine Vereinbarung

mit den Sozialen Diensten

der Justiz geschlossen haben. Der

Grünen-Abgeordnete Vandrey forderte,

die Dauer der Ersatz-Haft zu

verkürzen. Damit könnten die Kosten

reduziert werden. Bisher werde

ein Tagessatz der Geldstrafe, die

nicht geleistet wird, in einen TagErsatzfreiheitsstrafe

umgerechnet, so

Vandrey.Ihrer Meinung nach sollten

aber zwei Tagessätzeeinem TagHaft

entsprechen. (dpa)

Eine Muschel

gegen den Schall

Neuerung im Mauerpark

Im Mauerpark wird eine Lärmschutzwand

aufgestellt. Immer

sonntags solle ab dem Frühjahr die

3,6 Meter hohe,mobile Konstruktion

den zunehmenden Nutzungskonflikten

im Park entgegenwirken,

teilte der Pankower Bezirksstadtrat

Vollrad Kuhn (Grüne) mit. Der Park

im früheren Grenzbereich zwischen

Ostund West ist ein beliebtes Touristenziel.

ZumKaraokesingen am Wochenende

kommen stets Hunderte

Schaulustige. Wiederholt beschwerten

sich Anwohner über Lärm.

Diefünf Meter breite Wand kostet

das Bezirksamt laut Stadtrat etwa

7100 Euro. Sie soll demnach an

Sonntagen bis Ende Oktober aufgebaut

werden und von 11bis 19 Uhr

Schall schlucken. Die „Acoustic

Shell“ werdenach einem Vorbild des

Architekten Flanagan Lawrence entwickelt.

Die Schallbarriere solle Anwohner

schützen und gleichzeitig

die Akustik für das Publikum verbessern,

hieß es. Der Verein der Mauerpark-Freunde

sieht in dem Projekt

laut Mitteilung des Bezirksamtes einen

Gewinn für alle. (dpa)

Rund 7100 Euro soll die mobile Lärmschutzwand

kosten.

BA PANKOW

Seit fast 81 Jahren halten S-Bahnen unter dem Potsdamer Platz. Dortsoll die Streckenach Kreuzberg und Treptow abzweigen, die der Fahrgastverband vorschlägt. DPA/SÖREN STACHE

Noch ein S-Bahn-Tunnel für Berlin

Verband greift alte Pläne auf und fordert den Bau einer Trasse,die Kreuzberg sowie Treptowunterquert

VonPeter Neumann

Es wäre ein Jahrhundertprojekt,

das große Teile der Innenstadt

jahrelang in eine

Baustelle verwandeln

würde. Doch der Berliner Fahrgastverband

IGEB hält es für notwendig,

weil es andere S-Bahn-Strecken entlastet,

viele neue Direktverbindungen

schafft und Reisezeiten verkürzt.

Am Donnerstag warb er für den Vorschlag,

eine weitere S-Bahn-Trasse

quer durch Berlin zu bauen – in

Mitte, Kreuzberg und Treptow als

Tunnel. Die neue S6, die dort fahren

könnte, würde den Siemens-Campus

mit dem BER verbinden. „Berlin

muss pragmatisch handeln und visionär

denken“, forderte der IGEB-

Vorsitzende Christfried Tschepe.

Ein neuer Tunnel? Gern. Aber

nicht für die U-Bahn! Das ist der

Kern des Konzepts,mit dem sich der

Verband in den rot-rot-grünen Koalitionsstreit

über den Ausbau des unterirdischen

Gleisnetzes einmischt.

Er stößt sich daran, dass die U-Bahn-

Neubaustrecken, die sich die SPD

wünscht, außerhalb der Innenstadt

liegen. So soll die U7 unter anderem

zum BER verlängert werden –was

der Verband für entbehrlich hält.

Viele gute Anschlüsse

„Wir halten es für sinnvoller,sich auf

die Innenstadt zu konzentrieren“, so

Tschepe. Im dicht bebauten Zentrum

sei die Kapazität vieler Straßen

erschöpft. In diesem Fall sollte der

Tunnel aber nicht für die U-Bahn der

Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)entstehen,

sondern als Teil des Netzes

der Deutschen Bahn für die S-Bahn.

VonGerhard Lehrke

Der Plan der IGEB

Gartenfeld

S6

Siemensstadt

Wernerwerk

Westkreuz

Strecke muss saniert/

neu gebaut werden

Strecke vorhanden

Westhafen Wedding

Beusselstr.

Jungfernheide

Berlin Hbf.

Potsdamer Platz

Schöneberg

Seit dem 19. Jahrhundert durchquert

die Stadtbahn die Innenstadt

von Osten nach Westen, im 20. Jahrhundert

kam der Nordsüd-Tunnel

der S-Bahn hinzu. Für das 21. Jahrhundert

schlägt der Verband nun

eine dritte Durchmesserlinie vor.

„Beginnen und enden soll die

neue S6 im BezirkSpandau –auf der

Siemensbahn, deren Wiederaufbau

gerade erst vereinbart wurde“, sagte

Tschepe.Inder zweiten Hälfte dieses

Jahrzehnts soll die Strecke, auf der

seit 1980 keine S-Bahn mehr gefahrenist,

wieder in Betrieb gehen.

Perleberger

Brücke

Friedrichstr.

Gesundbrunnen

Ostbahnhof

U1 U3

Kochstr. Moritzpl. Görlitzer Bhf.

Südkreuz

U6 U8

Glogauer Str.

Kiefholzstr.

Plänterwald

Baumschulenweg

Ostkreuz

Treptower

Park

BER

Schöneweide

S6

BLZ/GALANTY; QUELLE: IGEB

Im Bahnhof Jungfernheide, wo

die Siemensbahn auf den Ring trifft,

wäre der Anbau einer dritten Bahnsteigkante

sinnvoll, hieß es.Auf dem

Ring würde die S6 weiter fahren, um

dann jenseits des S-Bahnhofs Westhafen

nach Süden abzubiegen –auf

die zweite Berliner Nordsüd-S-Bahn,

die unter dem Arbeitstitel S21 geplant

wurde und zum Teil im Bauist.

Nach Halten an der Perleberger

Brücke und unter dem Hauptbahnhof

würden die Züge in den S-Bahnhof

Potsdamer Platz einfahren. In

der Tunnelstation sollte der nächste

Auf ewig in der Warteschleife

Die neue Notfallnummer 116117 soll für schnelle Hilfe sorgen, ist aber schwer zu erreichen

reicht werden, dass weniger Leute

dieNotaufnahmen der Krankenhäuser

blockieren mit Problemen, die

bis zum nächsten Morgen warten

können.

Die Kassenärztliche Vereinigung

hat nun Zahlen aus dem ersten Monat

mit der neuen Nummer: ImJanuar

wurden täglich zwischen acht

und 20 Ärzte zu Patienten geschickt.

Dörthe Arnold, Sprecherin der KV,

nennt mehrereGründe für die langen

Wartezeiten: die Grippewelle,die vielen

Fragen zum Corona-Virus sowie

krankheitsbedingte Ausfälle vonMitarbeitern.

Ein weiteres Problem: Bei

jedem Anrufer muss ein medizinisches

„Ersteinschätzungsverfahren“

durchlaufen werden. Die Mitarbeiter

gehen dabei mit dem Anrufer einen

Fragenkatalog durch. Außerdem

muss die Leitstelle tagsüber versuchen,

einenTermin bei einer Praxis zu

Neubauabschnitt für die S6 starten.

1940 gab es bereits konkrete Pläne,

einen knapp fünf Kilometer langen

Bahntunnel zu bauen, der unter anderem

unter der Koch-und Oranienstraße

verläuft. Jetzt greift der Fahrgastverband

IGEB sie wieder auf.

Umsteigebahnhof in Treptow

An den neuen S-Bahnhöfen Kochstraße,

Moritzplatz, Görlitzer Bahnhof

und Glogauer Straße hätten die

Fahrgäste viele Umsteigemöglichkeiten.

„Insgesamt bekäme Kreuzberg,

das heute nicht gut erreichbar

ist, endlich bessere Verbindungen“,

sagte IGEB-Sprecher Jens Wieseke.

An der Kiefholzstraße träfe die S6

erneut auf den Ring. Dort sollte ein

Umsteigebahnhof entstehen –auch

wenn dies wegen der Autobahn

A100, die dort gebaut wird, Planer

vorechte Herausforderungen stellen

würde. Vor dem S-Bahnhof Plänterwald

käme die S6 wieder ans Tageslicht.

Aufbestehenden Gleisen ginge

es weiter zum Flughafen BER.

Die Neubaustrecke wäre ein Milliardenprojekt,

das sich wohl erst in

30 bis 50 Jahren verwirklichen ließe,

so Tschepe. Schon jetzt müsse der

Senat aber planerisch dafür sorgen,

dass die Trasse nicht verbaut wird.

„Dieses Tunnelprojekt ist wichtiger

als das,was sonst so diskutiertwird“,

sagte er. Nun soll es Verkehrspolitikern

und dem Senat vorgestellt werden.

DieDiskussion hat begonnen.

Peter Neumann

fragt sich, ob er den Bau

noch erleben wird.

Die 116117 ist die bundesweiteTelefonnummer

des ärztlichen Bereitschaftsdienstes

–sie soll die Alternative

für jene Leute sein, die krank

werden, wenn die Arztpraxen geschlossen

sind. Wer die Nummer

wählt, landet in der Leitstelle der Kassenärztlichen

Vereinigungen, dort

sollen die Anrufer von medizinisch

ausgebildetem Personal Hinweise

bekommen, ob und wie die Erkrankten

sich selbst helfen können, ob sie

bis zur Öffnung der Arztpraxis warten

können, ob ein Bereitschaftsarzt geschickt

wird oder ob sie den Notruf

112 wählen sollten. Soweit die Theorie.

In der Praxis hängen Hilfesuchende

derzeit lange in der Warteschleife.

Ein Berliner Familienvater

versuchte zum Beispiel am vergangenen

Freitag am späten Nachmittag

über die 116117 Hilfe zu bekommen:

Diezweijährige Tochter des 45-Jährigen

litt nach einem Krankenhausaufenthalt

unter einer Infektion und

hatte mehr als 41 Grad Fieber. Beim

erstenVersuch gab der Mann nach einer

knappen Stunde auf. Danach

hatte nach mehr als 40 Minuten endlich

Erfolg. Drei Stunden später kam

ein Arzt in der Wohnung in Prenzlauer

Berg war und verabreichte dem

Kind Antibiotika. Dem Kind geht es

besser.

Den ärztlichen Bereitschaftsdienst

gibt es seit Jahren, doch er war

recht unbekannt. Deshalb wurde zu

Beginn des Jahres die Nummer

116117 eingeführt. Das Ziel ist unter

anderem, mit ihrer Hilfe den Notruf

112 zu entlasten und damit auch den

Rettungsdienst, der bei vielen Einsätzen

unnötig ist. Ebenso soll erfinden,

die geöffnet ist.„Das alles kostet

Zeit und mache auch bei den Leitstellen

in anderen Bundesländern

Sorgen“, sagte Dörthe Arnold.

Im Januar habe die durchschnittliche

Wartezeit knapp elf Minuten betragen.

Im Schnitt wurden im Januar

montags bis freitags täglich etwa 500

Anrufe bearbeitet, sonnabends und

sonntags waren es etwa 600. Bis zu

sechs Mitarbeiter seien im Januar

gleichzeitig anwesend gewesen,

nachts,wennweniger los ist, manchmal

auch nur zwei. Wegen der vielen

Anrufer wurde die Mannschaft auf 38

Personen aufgestockt, die im Drei-

Schicht-System an 23 Plätzen arbeitet.

Dennoch gerate man bei vielen

Anrufen gleichzeitig an die Grenzen.

Es sollen noch mehr Mitarbeiter in

der Leitstelle arbeiten. Aber sei es

schwierig, geeignetes Personal zu finden,

so Arnold.

Wasist die

Arbeit in der

Mensa wert?

Immer noch keine Lösung

für Panne bei Ausschreibung

VonMargarethe Gallersdörfer

Andem Versuch, eine Lösung für

die Mindestlohnpanne in der

Schulcatering-Ausschreibung zu finden,

sind inzwischen fünf Senatsverwaltungen,

die Senatskanzlei und

externe Juristen beteiligt.

Beim Grundschulmittagessen,

dessen Kosten seit dem laufenden

Schuljahr das Land trägt, sollte ab

dem kommenden August nach dem

Willen von SPD-Schulsenatorin

SandraScheeres alles besser werden:

Nicht nur mehr Lebensmittel in Bio-

Qualität für die kleinen Esser, sondern

auch Bezahlung der Cateringmitarbeiter

nach den neuen Standards

des Landes.Das Problem: Weder

ihrer Bildungsverwaltung noch

dem Wirtschaftsressort unter Ramona

Pop (Grüne) war inden Absprachen

für die Ausschreibung aufgefallen,

dass die Novelle des Berliner

Vergabegesetzes, die den erhöhten

Mindestlohn vorsieht, zwar

beschlossen, aber noch nicht in Kraft

getreten ist. Nunsind die 12,50 Euro

in den Ausschreibungen zwar schon

eingepreist, die Caterer könnten

nach momentanem Stand aber

selbst entscheiden, ob sie das Geld

an ihre Angestellten weitergeben

oder den bisherigen gesetzlichen

Mindestlohn von 9,35 Euro zahlen

und die Differenz einstreichen.

Um das zu verhindern, diskutiert

der Senat derzeit verschiedene Möglichkeiten,

die vonder Zurücknahme

der Ausschreibungen bis hin zur Änderung

des Vergabegesetzes reichen.

Am Donnerstag trafen sich

Staatssekretäre von Bildungs-, Wirtschafts-,

Arbeits-, Finanz- und Justizverwaltung

in der Wirtschaftsverwaltung.

Am Freitag sollen die Ergebnisse

unter der Leitung von

Staatssekretär Steffen Krach im Ro-

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Der Hyundai i10: Kleiner Stadt-

Flitzermit großer Ausstattung

ten Rathaus zusammengetragen

werden. Auch die Bezirke, die Aufträge

in der Praxis ausschreiben,

werden über die Umsetzbarkeit der

Vorschläge konsultiert. Spätestens

zur nächsten Senatssitzung am

Dienstag soll dann klar sein: Gibt es

noch eine Möglichkeit, die Caterer,

die Berlins 400 Grundschulen ab August

vier Jahre lang mit Mittagessen

versorgen, zu verpflichten, ihren Angestellten

den neuen Vergabemindestlohn

von12,50 Euro zu zahlen?

Die Bildungsverwaltung war mit

der Position in die Verhandlungen

gegangen, eine Aufhebung der Ausschreibungen,

bis die Gesetzesnovelle

gilt, komme nicht in Frage.Weil

die laufenden Cateringverträge mit

den Grundschulen zum 31. Juli enden,

gibt es in den Bezirken Befürchtungen,

die Küchen könnten ab

1. August kalt bleiben. Auch aus der

Senatsverwaltung hieß es,esgebe in

den laufenden Verträgen mit den

Schulcaterern keine Klauseln, die es

ermöglichten, diese im Notfall zu

verlängern.

Rolf Hoppe,Vorsitzender des Verbands

deutscher Schul- und Kitacaterer,

sieht das jedoch anders: „Dass

plötzlich Schulen ohne Essen dastehen,

wird sicherlich nicht passieren.“

Es habe in der Vergangenheit

auch schon Lösungsmöglichkeiten

gegeben, wenn zum Beispiel Caterer

kurzfristig ausgefallen seien. Er hält

Notverträge für denkbar: „Gerade

wenn dann schon die neuen Konditionen

gelten, wird sich da sicher

kein Caterer sperren.“


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 9· ·

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Berlin

Blick in den Keller des ehemaligen Haus 43 der Abteilung N(Nachrichten) des Ministeriums für Staatssicherheit. Die Löcher zeigen, wo überall die Kabel für die Nachrichtenübermittlung zusammen kamen. Hier soll eine Tiefgarage entstehen.

BERLINER ZEITUNG/SABINE GUDATH

Wo die geheime Kommunikation der DDR zusammenlief

In einem ehemaligen Stasi-Gebäude in Lichtenberg entstehen jetzt Wohn-Lofts. Ob die Spuren der Geschichte erhalten bleiben, ist fraglich

VonUlrich Paul

Von außen sieht das würfelförmige

Haus wie ein gewöhnliches

Bürogebäude

aus, das gerade umgebaut

wird. „Industrielofts“ entstehen hier,

verkündet ein Werbeplakat an der

Fassade. Doch im Innern zeigt sich,

dass das fünfgeschossige Gebäude in

der Gotlindestraße 91 AinLichtenberg

ein Ort mit besonderer Geschichte

ist. Im Keller sind mehr als

200 Löcher in der Wand zu sehen –

Kabelkanäle, über die einst die geheime

Kommunikation der DDR-

Regierung und des Ministeriums für

Staatssicherheit organisiertwurde.

„Durch die Löcher verliefen unter

anderem die Leitungen von der

Stasi-Zentrale,aus der Spionage-Abteilung

und aus dem Büro von Erich

Mielke“, sagt der Historiker Christian

Boos bei einer Baustellenbesichtigung

am Donnerstag. Er hat

die Geschichte des Hauses erforscht,

das seit vergangenem Jahr von einem

privaten Investor umgebaut

wird (Die Berliner Zeitung berichtete).

Als Haus 43 wurde das Gebäude

damals bezeichnet. Zuständig

dafür war die Abteilung N, wie Nachrichten,

des Ministeriums für Staatssicherheit.

Vonhier aus seien die geheimen

Informationen in andere

Teile der Republik oder Richtung

Moskau weitergeleitet worden, sagt

Boos. Darunter höchstvertrauliche

Informationen der Regierung, der

Partei und von Armee und Polizei.

„Wenn Honecker mit Breschnew

oder Gorbatschow gesprochen hat,

dann lief das hier durch“, sagt der

Historiker. Die Kommunikation

wurde dabei aus Sicherheitsgründen

mit Hilfe sowjetischer Telefonverschlüsselungstechnik

abgewickelt.

Die Leitungen, die zu dem Haus in

der Gotlindestraße führten, standen

zudem unter Überdruck. Hätte jemand

von außen die Leitungen angezapft,

wäre dies durch den Druckabfall

bemerkt worden.

TrümmersichereDecke

Haus 43 wurde von1975 bis 1979 errichtet.

Stasi-Chef Erich Mielke gab

persönlich das Okay für die Finanzierung

des Projekts.„Einverstanden

Mielke“ steht auf einem Dokument,

das im Archiv dazu gefunden wurde.

Als„ausgewähltesVorhaben der Landesverteidigung“

galt für das Projekt

eine erhöhte Dringlichkeit. Aufeiner

Nutzfläche von 6 200 Quadratmetern

entstanden 750 Diensträume.

Bautechnische Besonderheit: eine

sogenannte trümmersichere Decke

Möllendorffstr.

Frankfurter Allee

Hans-

Zoschke-

Stadion

Stasi-

Gelände

Magdalenenstr.

Roedeliusplatz

Gotlindestraße 91A

So soll das Gebäude mal aussehen. Mit Antenne der Telekom.

LICHTENBERG

Lichtenberg

BLZ/GALANTY

BEWOCON

–umimKriegsfall die nachrichtentechnische

Infrastruktur aufrechterhalten

zu können. Nicht alles lief im

späteren Betrieb problemlos. 1981

zerstörte ein Feuerdie gerade neu installierte

UKW-Sprechfunkzentrale.

Nach der Wiedervereinigung 1990

übernahm die Bundespost das Haus

in der Gotlindestraße. 1995 ging die

Immobilie in den Besitz der Telekom

über.2014 wurde es privatisiert.

Maisonette für 1,5 Millionen

Heute gehört die Immobilie zwei israelischen

Geschäftsleuten. Sie errichtennach

Plänen des Architekturbüros

Ulrich Borgert, Braun &Schlockermann

50Wohn-Lofts in dem Gebäude.

Um mehr Licht in die

Wohnungen zu bekommen, fügen

die Architekten einen Hof in die

Mitte des Komplexes ein. Die Wohnungen

werden über Laubengänge

in dem Hof erschlossen. Pro Etage

sind zehn Lofts geplant. In der fünften

und sechsten Etage entstehen

Maisonette-Wohnungen. Im Innern

wurde das Haus bereits entkernt, das

heißt, die nicht benötigten Wände

wurden abgetragen. Ende 2021 sollen

die neuen Wohnungen fertig

sein. 50 Prozent seien schon verkauft,

berichtet Andreas Ebel vonder

Berliner Wohnbau Consult, die die

Lofts vermarktet. Die zurzeit günstigste

Wohnung ist 120 Quadratmeter

groß, befindet sich in Nordostlage im

Erdgeschoss, und kostet etwa eine

halbe Million Euro. Die teuerste

Wohnung im Dachgeschoss hat 214

Quadratmeter und soll 1,5 bis 1,6

Millionen Euro kosten. Bislang hätten

hauptsächlich Leute aus der

Nachbarschaft gekauft, berichtet

Ebel. Der Keller, indem früher die

Kabelzusammenliefen, soll zur Tiefgarage

werden. Die Kabelöffnungen

können, so Ebel, aus Gründen des

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Karriere

Selbstmotivation: Jeder ist

seines Glückes Schmied

Auftragsflaute: Diese Rechte

haben Sie bei Kurzarbeit

Brandschutzes nicht erhalten bleiben.

Möglicherweise findet sich aber

doch eine Lösung, die Spuren der

Geschichte zu retten. Die Kabelöffnungen

könnten hinter Acrylglas gesichert

werden, schlug jemand bei

der Baustellenbesichtigung vor.

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10 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Berlin

POLIZEIREPORT

Raub in Lebensmittelgeschäft.

In der Prenzlauer Allee in Prenzlauer

Berg ist am Mittwochabend ein Lebensmittelgeschäft

überfallen worden.

Gegen 20.50 Uhrbetrat ein Unbekannter

den Laden und bedrohte

den 52-jährigen Angestellten mit einer

Pistole.Der Räuber verlangte das

Geld aus der Kasse.Der Mitarbeiter

übergab die Einnahmen. DerRäuber

flüchtete mit der Beute.

Autos beschädigt.

EinamFahrbahnrand geparkter Renault

ist am Mittwoch in Kreuzberg

in Flammen aufgegangen. Eine Passantin

hatte den brennenden Wagen

am Legiendamm bemerkt. Sierief

die Polizei und die Feuerwehr,die

die Flammen löschte.Durch die

Hitzewurden drei in der Nähe geparkte

Fahrzeuge beschädigt. Die

Polizei geht vonvorsätzlicher Brandstiftung

aus.

Feuer im Keller.

In einem Kellerverschlag eines

Wohnhauses in der Köpenicker

Landstraße in Plänterwald hat es am

Mittwoch gebrannt. DieFeuerwehr,

die mit 30 Beamten und zehn Fahrzeugen

angerückt war,brachte drei

Mieter in Sicherheit. Verletzt wurde

niemand. DieUrsache für den Brand

ist noch nicht geklärt.

Illegales Autorennen.

Polizisten des Abschnitts 11 haben in

der Nacht zum Donnerstag zwei Jugendliche

festgenommen. Siehatten

sich in Tegel mit einem Mercedes-

Benz sowie einem BMW ein Rennen

geliefert. DieBeamten hatten Mühe,

den 18-Jährigen zu folgen und sie an

der Gorkistraße zu stoppen. Die

Führerscheine sowie die Autos wurden

beschlagnahmt. (ls.)

LOTTO-QUOTEN

Mittwoch-Lotto:

13 -16-31-37-39-49, Sz. 7

QUOTEN

Klasse 1: 1x12994 901,00 Euro

Klasse 2: 2x434 102,20 Euro

Klasse 3: 41 x10587,80 Euro

Klasse 4: 384 x3391,40 Euro

Klasse 5: 3026 x143,40 Euro

Klasse 6: 20 154 x43,00 Euro

Klasse 7: 57 217 x15,10 Euro

Klasse 8: 387 868 x10,00 Euro

Klasse 9: 414 803 x5,00 Euro

Alle Angaben ohne Gewähr!

Der Traum der Plattenbau-Prinzessinnen

YASEMIN CETINKAYA

&HANNA PLASS

hätten einen deutlich kürzeren Weg

zu ihrer jüngsten Arbeitsstelle haben

können: In der neuen Sat.1-Comedy-

Serie „Think Big!“ –absofort immer

freitags in tatsächlich komischen

Doppelfolgen um 20.15 Uhr–spielen

sie zwei Plattenbau-Prinzessinnen in

Köln, die vom eigenen Nagelstudio

träumen. Plattenbauten hätte es für

diese Produktion ja auch in ihrer

Wahl-Heimatstadt Berlin in ausreichender

Zahl gegeben! Landei Hanna

Plaß weiß noch genau, wann sie ihre

ersten sah:„Das war in München, wohin

ich zum Studieren gezogen war.“

Ganz anders als ihre Serienpartnerin

Yasemin Cetinkaya: „Ich bin gebürtige

Dortmunderin und habe einen

Großteil meiner Jugend in der Nordstadt

verbracht, die oft als Problembezirkbezeichnet

wird.“

Die beiden mochten sich auf Anhieb,als

sie sich beim Casting für die

Serienrollen kennenlernten. Hanna

erinnert sich: „Als ich von dem Casting

gehört habe, bin ich erst mal in

den Drogeriemarkt und habe mir

Nägel zum Aufkleben gekauft. Und

total schick habe ich mich gemacht.

Yasemin kam in einem knallpinken

Pulli und mit den größten Creolen,

die ich jemals gesehen habe. Sie

sieht mich und sagt: ‚Dusiehst ja genauso

geil aus wie ich!‘“ Yasemin bestätigt

das: „Ich war wegen des Filmfestivals

in Köln und bin spontan

zum Casting. Die passenden Klamotten

habe ich mir bei Primarkbesorgt.

Das hat mit Hanna total gematched.“

Beide hingen sofort untrennbar

zusammen.

Yasmin hat im richtigen Leben

zweimal die Schule abgebrochen

und dann das Abitur in einer dualen

Ausbildung zur Erzieherin gemacht.

Hanna erzählt: „Vor der ersten Begegnung

am Set ist man ja erst mal

nervös.Das war sofortweg, als Yasemin

in ihrer Artfragte:‚SoSchatz, wie

geht es dir?‘ Dasist wohl der Erzieherinnen-Movevon

ihr.“

Hanna war am Thema der Serie

nicht besonders nah dran: „Vor der

Serie war ich noch nie in einem Nagelstudio.Ich

bin aber auch kein Nagelkauer.

Durch die Serie bin ich ein

Fanvon einem gepflegten Nagelbett

und Feilen geworden.“ Yasemin

hatte mit einer weiteren Veränderung

zu kämpfen: „Ich hatte Extensions

bis zum Hintern. Die zu waschen,

war eine organisatorische

Herausforderung.“ Hanna bekam

für die Rolle auch künstliche Haarverlängerungen

verpasst, aber nicht

ganz so lange: „Die Extensions habe

ich sehr genossen. Wenn die nicht so

Hanna Plaß und Yasemin Cetinkaya

spielen die Hauptrollen in der Serie

„Think Big!“ Der Playboy-Veteran

Rolf Eden feiert 90. Geburtstag

Noch jung: Hanna Plaß und Yasemin Cetinkaya.

Schon etwas älter:Rolf Eden.

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

CHRISTIAN SCHULZ

CHRISTIAN SCHULZ

teuer wären und nicht so aufwendig,

würde ich die mir auch privat machen

lassen.“

Beide Schauspielerinnen sind

31 Jahre alt. Beruflich kann es für

Hanna gern soweitergehen wie zuletzt:

„Mit 30 hatte ich ein großartiges

Jahr und nun hoffe ich, dass es so

weitergeht. Ichwürde aber gernwieder

mehr Musik machen.“ Yasemin

freut sich auf viele gute Projekte.Und

darauf, vielleicht auch das Erlernte

aus der Erzieherausbildung und von

der Schauspielschule miteinander

zu verbinden: „Ich würde gern mit

Jugendlichen arbeiten. Gern auch in

sozialen Brennpunkten. Für meinen

Lebensweg gab es zwei Theaterpädagogen,

die meinem Leben viel geschenkt

haben.“

Wahl-Neuköllnerin Yasemin fühlt

sich in Berlin richtig wohl: „Ich habe

in Ludwigsburg studiert und hatte

das Gefühl, für die Leute dortzulaut

zu sein. Hier passt es.“ Hanna, die

am Volkspark Friedrichshain wohnt,

erzählt: „Wenn du hier in Berlin am

Mittwochvormittag im Café sitzt,

fragt keiner, obduarbeitslos bist.“

Für den Fall, dass die Seriebeim Publikum

ankommt und der Sender

eine zweite Staffel bestellt, halten

sich die beiden „Think Big!“-Hauptdarstellerinnen

den Sommer frei.

Hanna scherzt: „Wenn es nicht

klappt, sitzen wir eben im Café.“ Yasemin:

„Oder wir kellnern…“

ROLF EDEN

liebte es, mit seinem offenen Rolls-

Royce-Cabriolet langsam (man

musste ihn ja erkennen können!)

den Kurfürstendamm entlangzu fahren.

Wenn es kalt war, trug erunter

dem natürlich trotzdem offenen

Hemd eben zwei Pullis. Diese Fahrten

gibt es inzwischen nicht mehr.

Zuletzt wurde der letzte Playboy, wie

er sich selbst definiert, im Rollstuhl

in seiner geliebten ParisBar gesehen.

Am Donnerstag feierte Eden, der

1930 als Rolf Sigmund Sostheim in

Tempelhof geboren wurde, seinen

90. Geburtstag. Seine früheren Auftritte

im weißen Anzug, gernmit Damen

rechts und links, empfand er

selbst als Entertainment: „Ich habe

dem kleinen Mann vorgelebt, was

der sich eben unter so einem Playboy

vorstellte.“ Das war der öffentliche

Eden.

Im Stillen unterstützte er fünf

Jahrzehnte lang den Künstler Ben

Wagin, der ihm so gar nicht ähnelt:

Eden interessierte sich nicht für Politik,

Wagins Kunstwerke sind politische

Äußerungen. Wassie verbindet,

ist das Geburtsjahr:Wagin wirdEnde

März90Jahrealt.

Abseits für

marode

Arena

Olympiastadion schon

wieder ein Sanierungsfall

Das vorder Fußball-WM 2006 aufwendig

umgebaute Olympiastadion

in Charlottenburg ist erneut sanierungsbedürftig.

Der Senat geht

davon aus,dass der Finanzbedarffür

Modernisierungen bis 2029 etwa

70 Millionen Euro beträgt. Allein für

Arbeiten am Glasdach seien mittelfristig

15 Millionen Euro nötig, teilte

die Sportverwaltung auf eine parlamentarische

Anfrage der AfD mit.

Schon jetzt laufen am Stadion Instandsetzungsarbeiten,

etwa an fünf

der 136 Außensäulen. Als Ersatzstütze

dient bis zum Abschluss der Arbeiten

ein Stahlkonstrukt.

Ungeklärte Fragen

Die Sanierungskosten werfen Fragen

auf, weil Bundesligist Hertha BSC als

Hauptnutzer des Stadions bis 2025

eine neue, reine Fußballarena bauen

will. Allerdings dürfte der Zeitplan

kaum noch zu halten sein, weil der

vom Club favorisierte Standort auf

dem Olympiagelände neben dem

Stadion aufgrund ungeklärter Fragen

vom Tisch ist und noch keine neue

Fläche gefunden wurde.Derzeit prüft

der Senat, ob der Flughafen Tegel, der

nach der im Oktober geplanten BER-

Eröffnung schließt, oder der benachbarte

Festplatz für einen Stadionneubau

infrage kommen.

Nach Einschätzung von FDP-

Sportfachmann Stefan Förster ist das

wegen des Denkmalschutzes nicht

möglich. Er forderte vonHerthaeine

klareAnsage,wie lange der Club das

Olympiastadion nutzt. Davonsei abhängig,

wie und mit welchem finanziellen

Aufwand das Stadion modernisiert

und umgebaut werden

müsse. (dpa)

Mal wieder ein Fall für die Sanierung: das

Olympiastadion.

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Romy Richter

am 15. Januar 2020 im Alter von 41 Jahren verstorben ist.

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auf dem Gebiet der amtlichen Statistik.

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107


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 11

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Brandenburg

„Der Alkohol verdampft, der Sender sendet“

Vor100 Jahren wurde in Königs Wusterhausen die erste öffentliche Radiosendung in Deutschland ausgestrahlt –das wird nun vor Ort ein ganzes Jahr lang gefeiert

VonTorsten Müller,

Königs Wusterhausen

Der „Hertz-Raum“ des

Sender- und Funktechnikmuseums

Königs

Wusterhausen steht

sprichwörtlich unter Hochspannung.

Zahlreiche Mitglieder des Fördervereins

Sender Königs Wusterhausen

und seiner Jugendwerkstatt

stehen in dem Experimentierlabor,

das nach dem Physiker und einem

der Wegbereiter des Radios Heinrich

Hertz benannt ist. Sie schauen gebannt

auf eine Apparatur aus runden

und eckigen Behältern und Blechen,

Spulen und Drähten, Stöpseln

und Steckern, Reglern und Widerständen.

Ihre Kompagnons Maik Schilling

und Markus Endler prüfen mit ein

paar Griffen alle Verbindungen des

für den Laien so rätselhaften Konstrukts.

„Na dann schauen wir mal,

ob wir eine ordentliche Welle hinbekommen“,

sagt Markus Endler und

greift nach einem Fläschchen reinem

Ethanol, während sein Kumpel

ein Handy bereitlegt.

Historischer Meilenstein

Ein Ortmit Tradition: Rainer Suckow,Chef des Funkerberg-Vereins, im Maschinensaal des Museums. Der 53-Jährige hat auch ein Buch zum Thema geschrieben. BLZ/GERD ENGELSMANN

Die Maschine ist ein von den Vereinsmitgliedern

konstruierter und

gebauter Lichtbogensender mit

Brennkammer, Schwingkreis und

Modulationsdrossel –sowie er zur

Geburtsstunde des deutschen Radios

vorgenau 100 Jahren an diesem

Ort imSenderhaus 1des sogenannten

Funkerberges von Königs Wusterhausen

(Dahme-Spreewald) zum

Einsatz kam.

Postbeamte der damals dort ansässigen

Hauptfunkstelle gingen am

22. Dezember 1920 um Punkt 14 Uhr

dank dieser Technik –die erstmals

die Übertragung von Sprache und

Musik ermöglichte – mit einem

Weihnachtskonzert live auf Sendung.

Es erklangen Gesang, Klarinetten-

und Cellospiel.

Es war der entscheidende Meilenstein

in der Entwicklung des knapp

70 Meter hohen Hügels südöstlich

vonBerlin. Dorthatte das Militär zuvor

schon zahlreiche Funkversuche

unternommen. Mit Funkerkaserne

und -schule, mit mehreren Sendergebäuden

und einem Antennenwald

von bis zu 20 Türmen und Masten

galt der Funkerberg als einer der

größten Sendestandorte in ganz

Deutschland. Bis Mitte der 1990er

Jahre wurden von dort die Programme

vonBerliner Rundfunk oder

Deutschlandfunk abgestrahlt.

Noch heute kündet der sogenannte

Mast 17 –ein weithin sichtbarer

210 Meter hoher Funkturm –

vonder bewegten Ärades 130 Hektar

großen Areals.

Und der Funkerberg-Verein hält

sie lebendig im Senderhaus 1, dem

ältesten Rundfunkgebäude

Deutschlands. Zum 100. Geburtstag

des deutschen Radios will der Verein

nun sein Meisterstück liefern und

den historischen Moment der ersten

Hörfunk-Liveschaltung noch einmal

herauf beschwören. Vier Jahre lang

wurde getüftelt, um einen originalgetreuen

Sender zu konstruieren

und aufzubauen. Wir sind dabei,

wenn er erstmals intern vorgeführt

wird. Es ist sozusagen eine Generalprobe,

umihn alsbald im Zuge der

diesjährigen Jubiläumsfeiern öffentlich

präsentieren zu können.

Es ist ganz still im Raum. Mit feierlichen

Habitus schaltet der 32-jährige

Maik Schilling das Handy an. Es

spielt leise Swingmusik der Goldenen

Zwanziger des vergangenen

Jahrhunderts. Erstöpselt es an das

Verein: Der Förderverein

Sender KW hat mit vielen

Partnernein ganzjähriges

Programm zur Feier des 100-

jährigen Jubiläums des deutschen

Radios vorbereitet.

Am Sonntag,9.Februar,lädt

er ab 14 Uhr zur Show„Radio

hören wie vor100 Jahren“

ins Sender- und Funktechnikmuseum

vonKönigs

Wusterhausen ein.

Show: Dabei wird der Lichtbogensender

vorgeführt. Die

Sprachmodulation erfolgt

stilecht mit der Sprechkapsel

eines Telefons, die Musik

kommt vonder Schallplatte.

RADIO WIE VOR 100 JAHREN

Technik: Dazu präsentieren

die „Berliner Radiofreunde“

seltene und skurrile Radios

aus 100 Jahren Empfängerentwicklung.Wer

wissen will,

ob sein altes Radio noch zu

retten ist, kann sich beraten

lassen.

Auszeichnung: Der Verein

hat erreicht, dass die Übertragung

des legendären ersten

Konzerts von1920 als

„Internationaler Meilenstein

der Technikgeschichte“ geadelt

und damit in die Hall of

Fame der weltweiten bahnbrechenden

Erfindungen

aufgenommen wurde.

Museum: Ist zu finden unter

der Adresse Funkerberg 20

und ist regulär Dienstag,

Donnerstag,Sonnabend

und Sonntag von13bis 17

Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet

5Euro, ermäßigt 3Euro.

Nächste Veranstaltung ist

am 7. März die Buchpremiere

„Eine Prise Funkgeschichte“.

Anmeldungen zu Führungen

unter Tel. 03375-293601

oder per E-mail:

verein@funkerberg.de

Weitere Infos unter:

www.100JahreRundfunk.de

www.museum.funkerberg.de

Höllengerät von Maschine. Der

zweite Zeremonienmeister, der 31-

jährige Markus Endler, füllt ein paar

Schlückchen vom Alkohol in die

kleine stählerne Brennkammer. Er

drückt einen metallenen Knopf, in

der Kammer zündet ein Funke und

der bewegliche Deckel hüpft kurzzischend

in die Höhe.Unter seiner gläsernen

Scheibe können die Beobachter

ein kreisendes Licht sehen,

und gleichzeitig dudelt in einem alten

Radioempfänger auf der anderen

Seite des Raumes die Musik vom

Handy. „Voila“, sagt Maik Schilling

und bringt die komplexe Materie auf

einen einfachen Nenner:„Der Alkohol

ist verdampft, und der Sender

sendet.“

Es folgen Schulterklopfen, Umarmungen,

Bravo-Rufe. „Jungs, das ist

einfach nur geil“, lässt derVereinsvorsitzende

Rainer Suckow seinen Gefühlen

freien Lauf. „Ineuch steckt der

gleiche Pioniergeist wie bei den Leuten

vondamals.“

Der gelernte Sendetechniker hat

vonAnfang an die bunte Truppe ehemaliger

Funkerberg-Beschäftigter,

heimathistorisch Interessierter und

junger Technikfreaks mit aufgebaut.

Er denkt in diesem Moment auch an

seinen bereits verstorbenen Mitstreiter

Lutz Dunker, der einer der maßgeblichen

Initiatoren des Versuchs

war.„Seit fast drei Jahrzehnten hüten

bei uns Alt und Jung das Erbe des Ortes“,

sagt der 53-Jährige.„Unsalle verbindet

die Liebe zum Radio. Esverkörpertfür

uns Fortschritt, Kreativität

und vor allem die Freiheit des Geistes.“

Die derzeit etwa 80 Enthusiasten

haben es mit Unterstützung der

Stadt Königs Wusterhausen geschafft,

aus einem rein technischen

Denkmal nach und nach ein lebendiges

Museum zu machen. Der altehrwürdige,

1916 errichtete Bau ist

zu einem für jedermann offenen Begegnungsort

mit zahlreichen Ausstellungen

zur Funk- und Fernsehgeschichte,

mit Experimentierwerkstatt,

Versuchslabor und Veranstaltungssälen

geworden. „Wir legen

Wert darauf, die Geschichten zu erzählen

und über die Menschen zu

berichten, die mit dem revolutionären

Entwicklungen hier auf dem

Berg einhergehen“, sagt Rainer Suckow.

„Und wir wollen Lust auf eigene

Entdeckungen machen.“

Markus Endler und Maik Schilling

fanden zum Beispiel schon als

zehnjährige Steppkes über die Jugendwerkstatt

zum Verein. Beide

sind heute hoch spezialisierte

Konstruktionsmechaniker. In ihrer

Freizeit ruft aber noch immer der

Anzeige

Lesen Sie am Wochenende

Reise

Mit heißer Luft in eisigen Höhen:

Alpin Ballooning im Winter

Im Reich der Hexenbäume:

Garajonayauf La Gomera

Berg.Umdessen Botschaften hinaus

ins Land zu tragen, nutzt der Verein

selbstredend auch das Medium, für

das er so leidenschaftlich brennt.

Seit einigen Jahren gehen die Radioliebhaber

einmal im Monat mit einem

selbst produzierten Programm

auf Sendung. Demnächst werden sie

der Welt natürlich davon berichten,

warum und wie sie eine Welle wie

ihreVorgänger 1920 zum Schwingen

gebracht haben –auf der die Musik

durch den Äther surft.

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12 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Made in Berlin

BERLINER BEKANNTE

Geld für

die

gute Tat

VonJörg Niendorf

Jeder Berliner kennt die „Ständige

Vertretung“ am Schiffbauerdamm.

Munter fließt hier und in den

Nachbarkneipen das Bier,und gleich

davor plätschert die Spree. Aber

noch etwas sprudelt: nämlich Geld

für die gute TatimKiez. Der„StäV“-

Komplex –aus Renditesicht wohl ein

doppelter Hauptgewinn –gehörtder

Koepjohann’schen Stiftung, alle ihre

Gewinne fließen in soziale Projekte.

An diesem „Goldufer“ gegenüber

dem Bahnhof Friedrichstraße gehörender

Stiftung gleich mehrereHäuser,und

genau hier,imKieznahe der

Sophienkirche,gibt sie ihr Geld auch

wieder aus.Sohatte es vor228 Jahren

der Stifter Johann Friedrich Koepjohann

verfügt. So bleibt es.

Solch ein Wille ist laut deutschem

Stiftungsrecht unverrückbar.Wogibt

es das im Wirtschaftsleben sonst, die

Kontinuität „auf immer“? Gerade

werden besonders viele Stiftungen

gegründet, in Berlin jedes Jahr um

die 30. Insgesamt gebe es

984 „rechtsfähige“ Stiftungen, teilt

die Justizverwaltung mit, die allermeisten

sind als gemeinnützig anerkannt.

Große Privatvermögen werden

so an einen Zweck gebunden

und finanzieren ein Forschungsvorhaben,

ein Kulturprojekt oder sie fördern

eben soziale Einrichtungen.

Gerade für diese sind Stiftungsmittel

heutzutage entscheidend.

Die zweitälteste Stiftung der Stadt

Die Koepjohann’sche Stiftung von

1792 ist die zweitälteste Stiftung der

Stadt. Noch länger gibt es das Hospital

zum Heiligen Geist, gegründet

1244, das heute ein Seniorenwohnhaus

in Wedding betreibt. „Zum

Wohle der Witwen und Waisen“ sollte

hingegen die Koepjohann’sche Institution

von Anbeginn arbeiten, das

diktierte der sehr gläubige Schiffbauer

in sein Testament. Er hatte

seine Ehefrau früh verloren und hatte

auch keine Kinder, dafür aber viel

Land- und Gebäudebesitz an der

Spree. In der Albrechtstraße sind dies

bis heute mehreregroße Mietshäuser,

dort hat die Stiftungsverwaltung ein

Büro. Eng arbeitet sie mit der Kirchengemeinde

am Weinberg zusammen.

Üppig sind die Ausschüttungen,

mehr als 200 000 Euro im Jahr.

Bedürftige Frauen aus Koepjohanns

Familie bekamen schon einst eine

Rente, das waren die „Koepjohannitinnen“.

Bis heute gibt es um die 75

bedürftige Frauen im Kiez denen die

Stiftung Zuschüsse zur Rente oder zur

Miete überweist. Außerdem finanziert

sie Kieztreffpunkte für Mütter,

Senioren und einen Besuchsdienst

für Pflegebedürftige.

Wieaber passt zu all dem karitativen

und selbstlosen Geist eben jener

Prunkbau des „StäV“, die angeberische

Fassade, Türme hier, Marmor

dort? Einfach: bestens. Die Wohltäter

erbauten die Adresse einzig als Geldquelle,umviel

vonsolventen Mietern

einzunehmen. Daswar 1905. DieStiftung

selbst residierte nie dort. Nur

eine nahezu bescheidene Sandstein-

Inschrift des Stiftungsnamens und

ein Wappen ließ sie anbringen, am

Portal Schiffbauerdamm 8.

Die„Ständige Vertretung“ am Schiffbauerdamm:

Hier fließen Bier und Geld. IMAGO

Das Vermögen der Berliner

Der Hauptstädter wird reicher.Mithalten mit dem Durchschnittsbundesbürger kann er aber noch nicht

Sind Berliner reich? Eine Antwort

auf diese Frage hängt

sicherlich davon ab, welchen

Berliner man fragt.

Fest steht zumindest, dass die Berliner

in den vergangenen Jahren reicher

geworden sind, das Geldvermögen

ist im Durchschnitt gestiegen.

Und zwar nicht unerheblich: von

2013 bis 2018 um sage und schreibe

50 Prozent, in ganz Deutschland warenesnur

25 Prozent.

Im Durchschnitt besitzt ein

Haushalt in der Hauptstadt demnach

47 200 Euro an Geldvermögen

und ein Single-Haushalt 30 900

Euro. Das zumindest ergab eine

Stichprobe des Landesamtes für

Statistik Berlin-Brandenburg unter

2182 Berlinern.

Relativ gesehen ist das zwar immer

noch weniger als der Durchschnitt

der Republik angespart und

angelegt hat. Hier beträgt das Vermögen

pro Haushalt 58 400 Euro.

Doch Berlin holt auf. Und man

sollte aus der geringeren Sparquote

nicht schließen, dass Berliner weniger

sparen wollen, warnt Sarah

Kopp von der Investitionsbank Berlin

(IBB). „Wenn die Sparquote geringer

ist, bedeutet das häufig einfach,

dass die Menschen weniger

sparen können.“ Und das hat

Gründe: Das verfügbare Einkommen

ist in Berlin geringer als im

deutschen Durchschnitt. DieLöhne

sind niedriger, vor allem weil die

Wirtschaftsstruktur eine andere ist.

Es gibt viel mehr Dienstleistungsjobs

als Anstellungen in der Industrie.

Und Dienstleistungen werden

im Schnitt weniger gut bezahlt. Fazit:

Wer weniger Einkommen hat,

kann weniger sparen.

„Hinzu kommt, dass Berlin einen

sehr hohen Anteil an Empfängern

von Grundsicherung hat“, sagt

Kopp.Mit 17,7 Prozent erreicht Berlin

den zweithöchstenWert unter allen

Bundesländern. Die Armutsgefährdungsquote

ist mit 16,5 Prozent

ebenfalls hoch, ähnlich wie der Anteil

der Langzeitarbeitslosen in der

Stadt. „Wenn Leute zuvorderst

Schwierigkeiten haben, ihre Existenz

zu bestreiten, ist klar, dass sie

nicht zuerst ans Sparen denken“, so

die Volkswirtin.

Sicherheit geht vor

Diese Dinge muss man wissen,

wenn man sich die Zahlen anschaut.

Gleichzeitig gilt aber auch:

Es gibt positive Entwicklungen. Die

Wirtschaft in der Hauptstadt entwickelt

sich überdurchschnittlich.

„Wir rechnen damit, dass das

Wachstum anhält“, sagt Kopp. Und

das würde bedeuten: Mehr Beschäftigung,

steigende Löhne und mehr

Geld, das die Berliner zur Seite legen

können.

Wiesie es zur Seite legen, ist allerdings

eine andere Geschichte. Bei

der Artder Geldanlage unterscheidet

sich der Berliner nicht vom Durchschnittsdeutschen:

Sicherheit geht

vor, Sparbuch und Tagesgeld werden

bevorzugt, auch wenn es darauf

kaum mehr Zinsen gibt. Auch in Lebensversicherungen

fließt weiterhin viel

Geld. Zwar ist in

Wertpapiere laut

der Stichprobe

der Statistiker

insgesamt ein

größerer Teil

33

Verteilung des

Bruttogeldvermögens

nach Haushalten in Prozent,

in Berlin

über

250 000 Euro

4,6

30 400

2003

Wertpapiere

(davon

8,3 %Aktien)

30,7

Sonstiges

9,7

Durchschnittliches

Bruttogeldvermögen

je Berliner Haushalt,

Anteil in Prozent, Stand 1.1.2018;

Deutschland gesamt

58 400 Euro

Bausparguthaben

4,7

Genutzte Geldanlageformen

in Prozent, Umfrage unter 1000 Berlinern,

2019

Sparquote

der privaten Haushalte in Berlin,

Anteil am Einkommen, in Prozent, 2017

Das Bruttogeldvermögen wächst

je Haushalt in Berlin, in Euro

36 800 2013

2008

Berlin

insgesamt

47 200 Euro

Tagesgeld 27

20

30

Private

Rentenversicherung

Aktien

Sparbuch

100 000

bis 250 000 Euro

10,6

50 000

bis 100 000 Euro

13,3

VonTheresa Dräbing (Text) und

Sabine Hecher (Infografik)

unter

2500 Euro

14,2

Sparguthaben

8,3

31 300

19

Festgeld

2500

bis 5000 Euro

8,4

25 000

bis 50 000 Euro

15,5

47 200

2018

9,9

8,8 Deutschland

Berlin

Lebensversicherungen

u. Ä.

24,8

Tagesgeldguthaben

21,8

5000

bis 10 000 Euro

12,9

10 000

bis 25 000 Euro

20,5

QUELLE: AMTFÜR STATISTIK BERLIN-BRANDENBURG, BERLINER SPARKASSE

an Geld geflossen, der Anteil der Berliner,

die diese Geldanlageform nutzen

ist aber weitaus geringer. Heißt

im Klartext: Wenige stecken viel Geld

in renditestarke Produkte und viele

stecken wenig Geld in Produkte, die

kaum Rendite bringen.

Das bekommt auch Axel Fiedler,

Bereichsleiter Private Banking bei

der Berliner Volksbank, täglich mit.

Es gebe nach wie vorein hohes Sparaufkommen

auf klassische Sparformen.

Für Aktien würden sich lediglich

eher etwas vermögendere Kunden

entscheiden, als die,die weniger

Geld haben. „Einen höheren Vermögenszuwachs

habe ich aber nur

dann, wenn ich in Produkte investiere,

die auch mehr Rendite abwerfen“,

sagt Fiedler.Und das seien nun

mal Aktien.

Doch die Zurückhaltung ist groß.

Mehr Rendite bedeutet auch immer

mehr Risiko,wer wenig Geld hat, will

dieses Risiko häufig nicht eingehen.

Dabei sei das ein Fehlschluss, findet

Fiedler. „Mit einem langen Anlagehorizont

kann ich Risiken durchaus

minimieren“, sagt er. Dass sich viele

Berliner trotzdem dagegen entscheiden,

hat seiner Ansicht nach auch

damit zu tun, dass Finanzthemen in

der Schule kaum thematisiert werden.

„Wir beobachten, dass die neue

Generation Geld so anlegt, wie es bereits

ihreElterngetan haben, einVeränderungsprozess

ist kaum zu erkennen.“

Eine Frage des Könnens

Ähnliches hörtman, wenn man Alexander

Feist, Direktor Private Kunden

bei der Berliner Sparkasse,fragt.

Wenn die Ersparnisse,sowie bei vielen

Berlinern, nur auf Sparbuch,

Giro- und Tagesgeldkonto liegen,

dann schrumpfen sie unter dem

Strich, sagt er. Denn gleichzeitig

wirkt die Inflation, das Geld wirdreal

weniger. In einer Sparkassen-Umfrage

unter 1000 Berlinern im Februar

2019 gaben aber auch 26 Prozent

der Befragten an, gegenwärtig

überhaupt nichts zu sparen. „Auf

Dauer kann das nicht gut gehen, da

die gesetzliche Rente im Alter nicht

ausreichen wird“, so Feist. „Wer am

Ende des Monats wenig übrig hat

und nichts auf die Seite legen kann,

für den ist das Risiko Altersarmut

real und der sollte nach staatlichen

Zulagen fragen, mit denen sich auch

kleine Beträge aufbessernlassen.“

Aber er sagt auch, wie schon Kopp

von der IBB: In Berlin sei finanzielle

Altersvorsorge häufig eine Frage des

Könnens und weniger des Wollens.

„Wo unterdurchschnittliche Einkommen

mit rasant steigenden Mieten

kollidieren, bleibt unter dem

Strich nicht viel Geld für die Zukunft

übrig.“

Zwar sind die Lebenshaltungskosten

in Berlin eher niedriger als in

anderen Großstädten. In Hamburg

oder München sind Mieten noch

deutlich höher. Aber so wie sich die

Wirtschaftskraft im Positivenanden

Bundesschnitt annähert, nähern

sich auch die Mieten denen anderer

Metropolen an.

Letztlich bleibt das Geldvermögen

in Höhe von 47200 Euro eines

Berliner Haushalts eben doch ein

Durchschnittswert. Schaut man

sich die Verteilung an, haben

in Wirklichkeit sechs von

zehn Berlinern weniger

als die 47 200 Euro zur

Verfügung.

NEU IN DER STADT

Reiseplanung

mit

CO 2 -Prognose

VonJochen Knoblach

Jährlich 150 Millionen Fahrgäste im

Fernverkehr der Deutschen Bahn,

dazu mehr als 20 Millionen Nutzer

von Flixbus und Flixtrain sowie viele

Millionen Kunden der Fluggesellschaften

–das ist die Zielgruppe von

Gunnar Berning. Denn der 46-jährige

Wirtschaftsingenieur ist Chef des Unternehmens

FromAtoB, einem Internetportal,

über das sich Reisen planen

und buchen lassen.

FromAtoB errechnet wahlweise

die schnellste oder die günstigsteVerbindung

von Anach B.Dabei empfiehlt

das Portal nicht nur einzelne

Verkehrsmittel, sondern verknüpft

Bahn- und Fernbuslinien sowie

Flugangebote miteinander, wie es

die BVG-App mit Bus, Tram und U-

Bahn tut. Sogar Mitfahrgelegenheiten

vonBlablacar werden eingebunden.

Seit wenigen Wochen lässt sich

eine Reise auch danach planen, welche

Kohlendioxid-Emissionen die

Reise hervorruft. „Das macht sonst

keiner“, sagt Gunnar Berning.

Neustartnach Insolvenz

Drei Jahre haben die IT-Entwickler

der inzwischen 100-köpfigen Firma

an der Software dafür gearbeitet.

Laut Berning geht es vor allem um

Reisen, bei denen mindestens 400

Kilometer zurückgelegt werden sollen.

Beispiel Berlin–Paris: Dem klimabewussten

Reisenden empfiehlt

FromAtoB eine mehr als achtstündige

Bahnfahrt für 80 Euro, die

26 Kilogramm Kohlendioxid verursachen

soll. Mit dem Fernbus würden

nur zwei Kilogramm CO 2 mehr

entstehen, auch wäre die Fahrt nur

halb so teuer, doch würde sie über

18 Stunden dauern. Ein Direktflug

bräuchte dagegen nicht einmal

zwei Stunden, kostete auch nur

86 Euro, schaufelte aber 195 Kilogramm

CO 2 auf das persönliche

Konto zur negativen Klimaveränderung.

Kein sonderlich überraschendes

Ergebnis, hataberoffenbar Wirkung.

Denn Firmenangaben zufolge

entscheiden sich 84 Prozent

der Nutzer für die CO 2 -arme Reisemöglichkeit.

Berning führt das Unternehmen

seit 2015 und hat auch die Tiefen

der Firmenentwicklung erlebt.

Denn die Konkurrenz im Geschäft

istgroßund alles andereals kleinkalibrig.

Das Berliner Unternehmen

Omio zum Beispiel, das 2012 als

GoEuro gegründet wurde, statteten

Investoren mit 300 Millionen Euro

aus. Heute ist es weltweit aktiv und

zählt über 27 Millionen Nutzer in

120 Ländern. 2018 musste das mit

neun Millionen Euro vergleichsweise

mager bestückte Start-up FromAtoB

Insolvenz anmelden, nachdem

eine Zwischenfinanzierung geplatzt

war. Dann wurde das Portal

aber vom Unternehmen Tank und

Rast übernommen, das an deutschen

Autobahnen etwa 360 Tankstellen

und 410 Raststätten inklusive50Hotelsbetreibt.

Für FromAtoB war es ein Neuanfang.

Seitdem hat sich die Mitarbeiterzahl

verdoppelt. Geld verdient das

Unternehmen mit Vermittlungsprovisionen

der Fluggesellschaften sowie

Bus- und Bahnbetreiber. Eine

halbe Million Ticketswurden im vergangenen

Jahr verkauft. In diesem

Jahr sollen es doppelt so viele werden.

Denn noch vor dem Sommer

will das Unternehmen auch in

Frankreich und in den Benelux-Staaten

antreten.

IMAGO IMAGES


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 – S eite 13

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Feuilleton

Bild der Woche:

Alexander Gronskys

Fotos aus Moskau

Seiten 16 und 17

„Die Grenze nach Rechtsaußen ist porös geworden.“

Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie über die Folgen der Vorgänge in Thüringen Seite 14

Blauer Reiter

Franz Marcs

Tierleben

Ingeborg Ruthe

liebt Marcs rote, blaue

und gelbe Pferde

Der Maler Franz Marc liebte über

alles die Farbe Blau. UndPferde.

Zusammen mit seinem Kollegen

und FreundWassily Kandinsky gründete

er 1911 in München die legendäre

Expressionistengruppe Der

Blaue Reiter und den gleichnamigen

programmatischen Almanach.

Museen, die sich heute glücklich

schätzen können, die raren Bilder

des im Ersten Weltkrieg schon früh

gefallenen Marc zu besitzen oder als

Dauerleihgaben zeigen zu können,

werden am Sonnabend des Malers

140. Geburtstag gedenken. Und

wenn möglich seinen verbliebenen

Gemälden –die Nazi-Aktion „Entartete

Kunst“ hat gerade Franz Marcs

Nachlass gravierend dezimiert –besondereBeachtung

verschaffen.

Das Münchner Lenbachhaus

etwa. Und die Pinakothek der Moderne

kann unter anderem das einzige

grafische Blatt dieses Sohnes der

Stadt zum seit 1945 mysteriös verschollenen

Gemälde „Turm der

blauen

Pferde“ aufbieten

(die

Causa ist inzwischen

Gegenstand

eines Krimis

von Bernhard

Jaumann).

In der

Stiftung Moritzburg

„Der Turm der blauen

Pferde“, 1913 Halle sind

dank der Privatsammlung

Kracht, mit der

schwereVerluste durch die NS-Feme

etwas wettgemacht wurden, Phantasmagorien

Marcs zum geheimen

Leben der Tiere zusehen. Expressiv,

zugleich poetisch, fast märchenhaft

sind die gelben Kühe und der

schwarz-weiße Holzschnitt der „Geburtder

Wölfe“ .

Schade, dass Berlins Neue Nationalgalerie

da passen muss. Das Museum

könnte zum Anlass Marcs

wunderbare„Drei Pferde“ von 1913,

eine private Dauerleihgabe seit vielen

Jahren, zeigen.

Aber das Bild ist im Depot. Der

Mies-van-der-Rohe-Bau ist eine

Baustelle und für den Neubau der

Galerie der Moderne braucht es

noch Jahre. Irgendwann aber werden

wir auch das kostbarekleine Bild

mit den ruhenden roten, dem den

Kopf wach reckenden gelben und

dem traurigen blauschwarzen Holzpferdchen

an der Nationalgalerie-

Wand wiedersehen.

Gerade dieses Motiv offenbartgewissermaßen

eine Grenzsituation

zwischen innerer Natur und geistiger

Transzendenz. Auch etwas Seherisches:

Der Maler,1916 in der menschengemachten

Hölle vor Verdun

umgekommen, offenbarte in den

Tiersymbolen seine „Weltanschauung“,

ganz in der Art des Schopenhauer

zugeschriebenen Zitats: „Seit

ich die Menschen kenne, liebe ich

die Tiere.“ Der Mensch in seinem

Wahn als größter aller Schrecken.

Die Tiere, vor allem die Pferde,

waren ihm Sinnbilder der Versöhnung

von Geist und Materie, vom

Einklang der Schöpfung. Die Utopie

einer paradiesischen Welt, sie ist so

aktuell wie eh.

IMAGO

Mit stahlharter Faust“ ist

der deutsche Titel eines

seiner Western

(„Man Without A

Star“), was es natürlich nicht ganz

traf: DerUnbeugsame,den er in King

Vidors fein gearbeiteter Ode anden

Widerstandsgeist spielte, war keine

brutale Kampfmaschine. Und doch

lag etwas Stählernes in Kirk Douglas’

Filmpersona, die uns nicht wundern

lässt, dass so ein handfester Kerl

auch ein derartbiblisches Alter erreichen

sollte. Mit 103 Jahren ist dieser

überwirkliche Star am Mittwoch in

Hollywood gestorben; der letzte unter

den männlichen Kassenmagneten,

dessen Karriere indie Glanzzeit

des Studiosystems in den 40er-Jahrenzurückreicht.

Kirk Douglas war und bleibt der

Inbegriff dessen, was Hollywood sich

unter einem leading man vorstellt. In

einer Kunstform, die alles fälschen

kann, die Schlösser aus Gips erschafft

und Monde aus Papier, müssen die

Helden umso authentischer wirken.

Douglas brachte so viel schillerndes

Leben mit, dass es einem fast unheimlich

werden konnte.

AusKünstlichkeit wurde Kunst

Ein Leben in

Leidenschaft

KirkDouglas (1916–2020)

Mit 103 Jahren ist Hollywood-

Legende Kirk Douglas gestorben

VonDaniel Kothenschulte

„Kirks Leben war gut gelebt,

und er hinterlässt ein Erbe im Film,

das für Generationen

Bestand haben wird.“

Michael Douglas in der Mitteilung über den Todseines Vaters Kirk Douglas

BETTMANN

Er personifizierte Aktion und Kraft im

Kino, aber unter seiner meist angespannten

Stirn sprühte zugleich ein

hellwacher Geist. Kirk Douglas war

gleichermaßen glaubwürdig als Harpunier

Ned Land in Walt Disneys

Klassiker „20 000 Meilen unter dem

Meer“ wie als voninneren Konflikten

zernagter Jazz-Musiker Bix Beiderbecke

in „Young Man with aHorn“.

Und wie kann es sein, dass ein und

derselbe Schauspieler die antiken

Helden Odysseus und Spartacus verkörpernkann

und zugleich das Sinnbild

des tragischen Künstlergenies,

den an sich selbst zerbrechenden

Maler Vincent vanGogh?

Kirk Douglas war ein Mann,

dem man alles zutraute,weil er sich

selbst alles zutraute. Die Kraft seiner

Leinwandpräsenz schien grenzenlos.

Dass er sich von seiner

Gage in Vincente Minnellis Biopic

„Ein Leben in Leidenschaft“ einen

eigenen van Gogh kaufen konnte,

zeigt freilich, welchen Geschmack

und welche Weitsicht er auch außerhalb

der Leinwand hatte.

Kunsthistoriker mögen das eine

oder andere biografische Detail

daran kritisieren, aber Minnelli

und Douglas prägten das Bild des

Künstlers wohl nachhaltiger als

jede Ausstellung.

Und was noch wichtiger ist: Sie

schufen ein eigenes Meisterwerk,

das bezeugt, wozu Hollywood in seiner

Glanzzeit fähig war –Künstlichkeit

in Kunst zu verwandeln und Melodramik

in Wahrhaftigkeit. Wie ungewöhnlich

dieses Männlichkeitsbild

damals erschienen ist, bezeugt

der überlieferte Angriff des Kollegen

John Wayne: „Um Himmels willen,

Kirk, wie kannst du so was spielen?

Wirmüssen starke,harte Typen spielen,

nicht diese schwachen

Schwuchteln.“

Es gab andere Stars seiner Generation

von ähnlich athletischer Ausstrahlung,

insbesondere Charlton

Heston oder Burt Lancaster, doch

was Douglas ihnen voraushatte, war

ein besonderes Bewusstsein für die

Zebrechlichkeit der menschlichen

Existenz. Unddann war da dieser besondereSinn

für Humor,ein jungenhafter

Schalk, der dann aus seinen

blauen Augen blitzte –und ihn etwa

in „20 000 Meilen unter dem Meer“

ein Duett mit einem Seehund singen

ließ.

Als Sohn armer russisch-jüdischer

Emigranten schlug sich Douglas

durch 40 verschiedene Jobs, bevor

er als Schauspieler zu Erfolg

kommen sollte. Seine frühen Rollen

waren handfeste Typen, denen er einen

Überschuss an Realismus einbringen

konnte. „Ich habe Karriere

gemacht, indem ich Hurensöhne

spielte“, fasst er es später zusammen.

Seinen Durchbruch erlebte er

1947 an der Seite von Robert Mitchum

als Gangsterboss im klassischen

Film noir, „Out ofthe Past“

(„Goldenes Gift“). Nicht vielen Stars

ist es gelungen, aus dem Typecasting,

der Festlegung auf bestimmte

Rollen, auszubrechen und vom

Schurken zum Helden zu werden.

Kirk Douglas gehört nicht zu den

Stars,die nur auf der Leinwand wirkten.

Wer ihm einmal begegnen

durfte wie ich auf der Berlinale 2001,

war gefangen wie im Kino. Dass er

nach seinem Schlaganfall nur mühsam

sprechen konnte, schien ihn

nicht zu bremsen. Im Gegenteil gab

es ihm Zeit, das,worauferinseinem

langen Leben stolz sein konnte,messerscharfzuformulieren.

Sein Bruch der „Blacklist“

Vor allem war das der Bruch der

„Blacklist“: Als Produzent von

„Spartacus“, Stanley Kubricks frühem

Geniestreich, engagierte er

den wegen angeblicher Nähe zum

Kommunismus gesperrten Autor

Dalton Trumbo. Esbrauchte eben

die stahlharte Faust eines Kirk

Douglas, um 1960 dem Spuk des

Gesinnungswächters Senator Mc-

Carthy ein Ende zu bereiten. Die

Schattenseite der Heldentat bestand

allerdings darin, dass er

Trumbos Dienste denkbar günstig

kaufen konnte.

Wie viele der ganz großen Hollywoodstars

wurde Kirk Douglas bei

den Oscars kaum gewürdigt. Dreimal

wurde er immerhin nominiert,

darunter für seine vielleicht beste

Rolle, die des Hollywoodproduzenten

Jonathan Shields in „Stadt der Illusionen“

(1952). Auch hier war es

Regisseur Vincente Minnelli, dessen

Feingefühl den mächtigen Protagonisten

sensibel führte.

Eine Karriere wie die von Kirk

Douglas kommt nicht von ungefähr.

Schon an der Auswahlder Rollen erkennt

man die Kennerschaft des

späteren Produzenten. Und wenige

Schauspieler seiner Prominenz wareninder

Lage,die Kunst großer Regisseure

neidlos anzuerkennen und

ihrer Führung zu vertrauen.

Bereits 1955 muss er den Verfall

des lange übermächtigen Studiosystems

vorausgesehen haben und

gründete seine eigene Produktionsfirma.

Er entdeckte das Talent von

Stanley Kubrick, denerfür den kritischen

Kriegsfilm „Wege zum Ruhm“

engagierte.

Bereits vor Erscheinen kaufte er

Anfang der 60er-Jahredie Film- und

Bühnenrechte an Ken Keseys Roman

„Einer flog über das Kuckucksnest“.

1963 spielte er in einer ersten

Theaterinszenierung die Hauptrolle,

die Filmrechte überließ er seinem

Sohn Michael, der den späterenOscargewinner

produzierte.Michael

Douglas war es auch, der die

Todesnachricht bekannt gab: „Für

die Welt war er eine Legende, ein

Schauspieler aus der goldenen Zeit

des Kinos,der weit bis in seine eigenen

Goldenen Jahre lebte, ein Philanthrop,

dessen Eintreten für Gerechtigkeit

und seine Überzeugungen

uns alle inspirierte. Aber für

mich und meine Brüder Joel und

Peter war er einfach Dad…“

Auch nach einem schweren

Schlaganfall im Jahre 1996 blieb er

als Schauspieler aktiv und stand

noch 2009 in einer One-Man-Show

auf der Bühne.Inmehreren Büchern

teilte Douglas seine Lebenslust.„Das

Leben ist wie ein B-Film-Drehbuch.

Es ist so abgeschmackt. Hätte mir

meine Lebensgeschichte als Filmidee

angeboten, ich hätte sie rundwegabgelehnt.“

NACHRICHTEN

Usedomer Literaturpreis

für Saša Stanišic

DerAutor Saša Stanišic erhält für seinen

Roman „Herkunft“ den diesjährigen

Usedomer Literaturpreis.Stanišic

soll den mit 5000 Euro dotierten

Preis,der auch mit einem einmonatigen

Arbeitsaufenthalt auf der

deutsch-polnischen Insel Usedom

verbunden ist, am 4. Aprilentgegennehmen.

Für „Herkunft“ hatte der

aus Jugoslawien stammende Stanišic

bereits den Deutschen Buchpreis

erhalten. Sein Roman sei ein

„leidenschaftliches Plädoyergegen

Nationalismus und Populismus“,

hieß es vonder Usedomer Jury.Der

Preis richtetsichanAutorinnen und

Autoren, die sich in herausragender

Weise um den europäischen Dialog

verdient gemacht haben. (dpa)

Bazon Brock gibt sein Archiv

an die Documenta

DasDocumenta-Archiv erhält Archivmaterial

des Kunstvermittlers

und Künstlers BazonBrock (83). „So

breit das Wirken BazonBrocks als

Universalpoet, Lehrer der Ästhetik,

Autor,Redner und Schöpfer der Besucher-und

Bürgerschulen war und

ist, so vielfältig, universalistisch und

kontrastreich ist der Vorlass,den wir

jetzt als Schenkung für das Documenta-Archiv

erhalten haben“, so

Sabine Schormann, Generaldirektorinder

Documenta GmbH in Kassel

am Donnerstag. DieArchivalien

seien das Zeugnis jahrzehntelanger

Arbeit Brocks in Berlin und Wuppertal.

Flankiertwirddie Schenkung

durch eine Spende des Verlegers HubertBurda,

die die Erschließung des

Materials ermögliche. (dpa)

Chinesische Nationaloper

sagt KonzertinBerlin ab

Dasfür den 19. Februar in Berlin geplante

chinesische Neujahrskonzert

„National Treasures“ der chinesischen

Nationaloper ist wegen des

Coronavirus abgesagt worden. Das

Chinese OrchestraofChina National

Opera&Dance Drama Theater dürfe

nicht ausreisen, hieß es beim Veranstalter

am Donnerstag in Berlin. Gespielt

werden sollte im Konzerthaus

am Gendarmenmarkt. (dpa)

Oscar-Verleihung: Der

Teppich liegt schon

Vier Tage vorder Oscar-Gala ist der

rote Teppich für Hollywoods Trophäen-Spektakel

ausgerollt worden.

Knapp 300 Meter lang und gut zehn

Meter breit bedeckt der Teppich ein

Stück des sonst starkbefahrenen

Hollywood Boulevards.Den „Roll

Out“ am Mittwochvormittag (Ortszeit)

hielten Dutzende Kamerateams

und Fotografen fest. Am Sonntag

laufen dortStars und Oscar-Gäste

zum Eingang des Dolby-Theaters,

wo die Trophäen zum 92. Malverliehen

werden. (dpa)

Schon der nackte Oscar-Teppich ist ein

Medienereignis, er wird gefilmt.

DPA


14 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Feuilleton

Die thüringische Landeschefin der Linken, Susanne Hennig-Wellsow,bringt dem am Mittwoch gewählten Ministerpräsidenten einen Blumenstrauß.

ACTION PRESS

Deutschland, pass auf!

Erfurt 2020 ist kein neues 1933 –aber das Bürgertum muss endlich seine Verantwortung übernehmen. Ein Zwischenruf

VonClaus Leggewie

Zwei starke Bilder flimmerten

am Mittwoch über die

Bildschirme: Erst aus dem

thüringischen Landtag, wo

eine Abgeordnete der Linken dem

Fünfprozenter-Brutus die erschwindelten

Glückwunsch-Blumen vordie

Cowboystiefel knallt und zischt: Sie

sind kein Demokrat. Dann aus dem

USA-Kongress, wodie ganz in Weiß

gekleidete Mehrheitsführerin das

Manuskript der eben gehaltenen Lügen-Rede

des US-Präsidenten in

Stücke reißt, während dessen politisch

entmannte Gefolgschaft dem

Lügner frenetisch zujubelt.

Beide Szenen führten vor Augen,

wie die Irrlichter der Rechten Parlamente

chaotisieren –und wie porös

die Grenze nach Rechtsaußen geworden

ist.

„Dammbruch“ witterten die einen,

„Mehrheit ist Mehrheit“ wiegelten

die anderen ab. Weimar-Angst

kommt auf, wir wurden erinnert an

den nationalsozialistischen „Mustergau“

Thüringen, wo der Landtag

am 23. Januar 1930 Wilhelm Frick

zum ersten Minister aus der NSDAP

wählte.Bald darauf wurden erstmals

Claus Leggewie,geboren 1950 im nordrhein-westfälischen

Wanne-Eickel, ist Ludwig-Börne-Professor

an der Universität Gießen.

Von2007 bis 2017 war er Leiter des

Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.

Claus Leggewie ist u.a. Mitherausgeber der

Zeitschrift Blätter für deutsche und internationale

Politik.

Bücher verboten, entartete Kunst

aussortiert, ein Judenboykott ausgerufen

und der Sicherheitsapparat

mit NS-Leuten durchsetzt, bis am 26.

August 1932 Fritz Sauckel, der Weimarer

Gauleiter,als erster NS-Ministerpräsident

Thüringen regierte.

Schon vor der Machtübergabe an

Hitler in Berlin entstand in Nohra

das erste KZ, 1937 folgte Buchenwald.

Dessen peinliche Nähe zur

Goethestadt Weimar symbolisiert

die Kapitulation des deutschen Bürgertums

und vonTeilen der (unorganisierten)

Arbeiterschaft vor dem

Nationalsozialismus.

Politische Dummheit oder abgekartetes

Spiel: Liberale und Konservativehaben

das Spiel einer AfD mitgespielt,

die in Thüringen und darüber

hinaus von einem gerichtsnotorischen

Faschisten geführt wird,

der sich gerne nationalsozialistischer

Begriffe bedient und in Kyffhäuser-Nostalgie

ergeht. Wäre inErfurt

eine konservativ-liberale Minderheitsregierung

unter Duldung

von Björn Höckes Flügel zustandegekommen,

wäre ein antifaschistischer

Konsens zerbrochen; nun, da

deren Verhinderung in der Union

(und die Liberalen) in eine Zerreißprobe

führt, haben die feixenden

AfDler auch schon viel erreicht auf

ihrem Jagdparcours.Und sie werden

alles daransetzen, dass am Ende der

Schwanz mit dem Hund wackelt. Die

Künstlergruppe Zentrum für Politische

Schönheit zitierte jüngst

Unions-Abgeordnete zum Rapport

an die vor dem Reichstagsgebäude

aufgebaute,angeblich mit der Asche

von Holocaust-Opfern angefüllte

Stele, auf dass sie dort einer solchen

Koalition abschwören sollten. Das

Mahnmal war geschmacklos, die

Mahnung aber offenbar angebracht.

ZUR PERSON

Als Wissenschaftler und Autor hat er sich

immer wieder zu aktuellen gesellschaftspolitischen

Themen des Klimawandels, der Erinnerungspolitik

und der Protestformen zu Wort

gemeldet. Zuletzt erschien sein Buch „Jetzt!

Opposition –Protest –Widerstand“ im Verlag

Kiepenheuer &Witsch (KiWi) in Köln, 224

Seiten, 10 Euro

Erfurt 2020 ist kein neues 1933,

eine Tendenz, noch kein Trend: Bedrohung,

nicht Schicksal. Erforderlich

ist eine zeitgemäße Faschismusanalyse

im Wissen darum, dass die

um 1930 hervorgebrachten Theorien

äußerst mangelhaft waren.

DieLinke verkannte die faschistische

Partei als Büttel des Großkapitals,

die Mitte unterschätzte sie als

Betriebsunfall, die identitäre Rechte

teilte mit ihr den Hass auf Liberalismus

und Demokratie. August Thalheimer,

der an Karl Marx’ Bonapartismus-Analyse

anschloss, traf auch

nicht den Kern, doch nahm er den

Faschismus nicht als Marionette von

Großindustriellen, sondern treffend

als soziale Bewegung wahr, die das

Milieu verunsicherter Arbeiter, Angestellter

und Kleinbürger für sich

einnahm. Aktuell ist an Thalheimers

Aufsatz „Über den Faschismus“ von

1928 vor allem der Hinweis auf die

Erosion der parlamentarischen Regierungsform

durch autokratische,

bonapartistisch oder „cäsaristisch“

auftretende Figuren.

Die zeigen sich gerade wieder

rund um den Erdball: In Österreich

hat die ÖVP schon zweimal mit den

blau angestrichenen Braunen koaliert,

Polens PiS lässt die Flanke zum

militanten Straßen-Faschismus bewusst

offen, Viktor Orbán hat die

durch NS-Kollaboration schwer kompromittierte

Rechte des „Reichsverwesers“

Admiral Horthy rehabilitiert.

Und in der stolzen Demokratie

der Vereinigten Staaten vonAmerika

liefert sich die Grand Old Party, die

sich einmal auf Abraham Lincoln berufen

durfte,dem Imperator Donald

Trump, der die Verfassung zerreißt,

auf Gedeih und Verderb aus. Ungerührt

nehmen die von eifernden

Evangelikalen beherrschten Republikaner

seine Nähe zu weißen Suprematisten

und seine offene Verachtung

für Frauen und Latinos hin.

DerSpitzname des Mehrheitsführers

im Senat, Mitch McConnell, lautet

„Hindenburg“.

Viel zu lange sind diese Anzeichen

unterschätzt und heruntergespielt

worden, auch jetzt kann man

noch lesen, so sei eben Demokratie

und die Liberalen würden die Gefühle

der kleinen Leute nicht verstehen.

Jetzt ist Widerstand angesagt,

der starke Bilder braucht, aber darüber

hinausreicht. Das Bürgertum

muss seine Verantwortung wahrnehmen

und darf nicht länger wie

die thüringischen Verschwörer mit

dem Feuer spielen.

Beendet werden sollte auch das

Manöver, indie Abgrenzung gegen

die „Extreme“ stets pauschal die

Linke einzuschließen, die sich, ganz

anders als Union und FDP, inThüringen

und auch anderswo als zuverlässige

Demokraten erwiesen haben.

Wersich mit der AfD einlässt, einer

Partei, in der sich nicht zufällig auch

die fossile Reaktion bündelt, begeht

gleich doppelten Verrat: an der Demokratie

und an den Zukunftschancen

künftiger Generationen.

Kroatien mit dem Boot erleben

LESERREISEN

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Detaillierte Informationen zur Reise und rechtliche Hinweise erhalten Sie vom Reiseveranstalter.

Reiseveranstalter (i. S. d. G.): JTW Reisen GmbH/Blue and White, Telefon 030-2933920, Elsenstraße 111,12435 Berlin

LESERREISEN


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 15 *

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Feuilleton/Medien

Oberfläche

ist auch

gut

Die niederländische Band

Altin Gün spielte im Astra

VonJohannes von Weizsäcker

Saz-Spieler Erdinc Yildiz Ecevit von der

niederländischen Band Altin Gün. OWSNITZKI

Großer Andrang auf dem RAW-

Gelände an der Revaler Straße

in Friedrichshain, als hier am Mittwochabend

die niederländische

Band Altin Gün auftrat; der Bandname

heißt auf Türkisch „Goldener

Tag“, und folgerichtig spezialisiert

sich die Gruppe auf türkische,insbesondere

anatolische Volksmusik im

60er- und 70er-Jahre-Rock-Sound,

aber auch teilweise mit moderneren

R’n’B-Elektronikmomenten.

Damit greift die Band auf die reiche

Tradition türkischer Popmusik

zurück, die traditionelle Lieder in jeweils

aktuellen westlichen Popgewändern

über die Bühne schickt.

Der Grundstein dieser Gattung

wurde vermutlich unter anderem

durch die Atatürk’sche Weisung gelegt,

ein umfassendes Archiv türkischer

Volkslieder zu erstellen.

So entstanden eben auch in den

60er- und 70er-Jahren zahlreiche

psychedelisch angehauchte Aufnahmen,

bei denen der teils mikrotonal

melismierende Gesang, Baglama

oder Saz durch Filter- und Verzerrereffekte

erklangen und mit E-Gitarrenfusionierten.

Im Zuge des seit einem

guten Jahrzehnt zu beobachtenden

erneuten Interesses westlicher

Pophörer an Retro-Psychedelik

entdeckte auch der Bassist Jasper

Verhulst jene Platten und gründete

alsbald mit befreundeten Musikern,

darunter auch Saz-Spieler Erdinc

Yildiz Ecevit und Sängerin Merve

Dasdemir, inAmsterdam Altin Gün,

die sich bald großer Beliebtheit erfreuten

und 2019 ihr Debüt-Album

„On“ veröffentlichten.

Im Astra klangen die aufgehippten

Traditionsweisen im Disko-

Rock-Format auch verlässlich tight

und gleichzeitig Richtung höherer,

verwischter Klangfarben geöffnet.

Ecevits mittig-effektbeladenes Saz-

Spiel imponierte,aber auch sein Gesang

wie auch die Stimme Dasdemirs

entfalteten Sogwirkung.

Dennoch wollte sich das vondiesem

Klang ausgehende Trance-Versprechen

nicht ganz einlösen, mancher

mutmaßte,dies läge an der relativen

Größe des Veranstaltungsortes.

Vielleicht braucht die ja noch relativ

junge Band noch etwas mehr Zeit,

um noch tiefer unter der Oberfläche

dieser Lieder und ihrer psychedelischen

Verpackung anzukommen.

So klingt beispielsweise selbst die

2004 von der türkischen Folk-Diva

Bedia Akartürkaufgenommene Popversion

des Stücks „Süpürgesi Yoncadan“

im Gesangsstil deutlich eindringlicher

als die Version, die Altin

Gün als letztes Stück vor der Zugabe

darboten, komplett mit recht temporärem

Keyboard- und Drum-

Computer-Intro.

Dennoch hat auch diese Version

viel Feuer.Das analog zur Band bunt

aus türkischen und internationalen

Zuhörern gemischte Publikum war

jedenfalls begeistert –ein anregender

Anblick, der subtil unterstrichen

wurde, als Gitarrist Ben Rider in der

Zugabe „Yali Yali“ eine Teilmelodie

aus Kraftwerks “Trans Europa Express“

anspielte.

VonHarry Nutt

Ein guter Kriki gehörte in

den frühen 80er-Jahren zur

Inneneinrichtung des Berliner

Geisteslebens. Seine

Karikaturen waren nicht zu übersehen.

Sie erschienen (und erscheinen)

im Stadtmagazin Zitty und der

Tageszeitung taz. Und ehe man in

der Magazinpublizistik dazu überging,

den formalen Relaunch als inhaltliche

Erneuerung auszugeben,

auch in gediegenen Blättern wie

Mare und Stern. Wenn man einmal

einen Kriki gesehen hat, meint man

ihn umgehend an seinem spröden

Witz und dessen unverwechselbarem

Strich wiederzuerkennen. Dumm

nur, dass dabei kein einziger Punkt

und keine Linie (oder fast keine) aus

seinem Tuschkasten stammt.

Im Reich der Schnitte

Der 1950 im niedersächsischen

Lamstedt geborene Christian Groß,

der sich unter dem Namen Kriki

nach vorübergehender Ausbildung

zum Biologielehrer in das Abenteuer

einer freien künstlerischen Existenz

begab, ist ein Meister der Kopierkunst.

Und obwohl ein früher Sammelband

den Titel „Im Reich der

Schnitte“ trägt, krümmt er seinen

Vorlagen, die er aus den bekannten

und verborgenenWerken der Buchillustrationskunst

gewinnt, weder

Haar noch Seite. Man muss sich das

so vorstellen, dass der Kriki-Kunst

lange Spaziergänge über Flohmärkte

und Antiquariate vorausgegangen

sind, ehe sie am Kopierer mit

Sprechblase und Tipp-Ex veredelt

wird. Und ehe es Computer und

Scanner am Heimarbeitsplatz gab,

schickte Christian Großdas entstandene

Original per Faxandie bereits

auf Empfang erpichte Zeitungsredaktion.

Alles ganz einfach. Um das unterhaltsame

Eigene zu gewinnen, begeht

Kriki lustvollen Diebstahl am

geistigen Eigentum anderer, dabei

jedoch immer streng darauf achtend,

die gültigen Urheberrechtsregeln

einzuhalten. Wenn also moderne

Klassiker wie Wilhelm Busch

künstlerisch von ihm eingemeindet

VonKai-Hinrich Renner

Am Ende war die Erleichterung

riesengroß. Als am späten Donnerstagvormittag

Arist von Harpe,

der neue Besitzer der Hamburger

Morgenpost („Mopo“), vor die Belegschaft

trat und nicht nur ein Bekenntnis

zum Journalismus abgab,

sondern auch versicherte, „die gedruckte

Zeitung wieder in den Fokus

nehmen“ zu wollen, kannte der Jubel

der Mitarbeiter keine Grenzen.

Dem Verkauf der ältesten deutschen

Boulevardzeitung an den IT-

Manager von Harpe, der Marketingchef

des Karriereportals Xing ist, war

eine gut einjährige Zitterpartie vorausgegangen.

Unterstützung vonUdo Lindenberg

Ende 2018 hatte die Kölner DuMont

Mediengruppe beschlossen, sich

von ihren Regionalzeitungen zu

trennen, zu denen auch die „Mopo“

gehört. Im September verkaufte sie

die Berliner Zeitung und den Berliner

Kurier an das Unternehmerehepaar

Holger und Silke Friedrich. Vergangenen

Dezember wurde bekannt,

dass DuMont seine Kölner

Blätter (Kölner Stadt-Anzeiger, Express)

behalten will. Mitte Januar

übernahm dann die Bauer Media

Group (TV Movie, Bravo) von den

Rheinländern die in Halle an der

Saale erscheinende Mitteldeutsche

Zeitung. Nur für die als hoch defizitär

geltende „Mopo“ fand sich bis

Alles ganz einfach

Meister der Kopierkunst: Der Berliner Karikaturist Kriki wird 70 Jahre alt

„Verboten: der Hitler-Fuß“ lautet der Titel dieser Karikatur aus dem Jahr 2001.

Man muss sich das so vorstellen, dass

der Kriki-Kunst lange Spaziergänge über

Flohmärkte und Antiquariate vorausgegangen

sind, ehe sie am Kopierer mit

Sprechblase und Tipp-Ex veredelt wird.

Ohne Worte–außer den Sprechblasen natürlich.

Erleichterung an der Elbe

Der IT-Manager Arist von Harpe übernimmt die Hamburger Morgenpost von DuMont

Am Eingang der Hamburger Morgenpost müssen bald die Schilder erneuertwerden. DPA

jetzt keine Lösung. Gerüchte über

eine bevorstehende Insolvenz

machten die Runde. Prominente –

vom TV-Moderator Reinhold Beckmann

bis zu Rockstar Udo Lindenberg

–appellierten an DuMont, die

„Mopo“ nicht einzustellen.

Tatsächlich verhandelten die Kölner

zu diesem Zeitpunkt mit der

Funke Mediengruppe (WAZ, Berliner

Morgenpost). Dabei ging es jedoch

nur um einen Verkauf des

reichweitenstarken Internetportals

mopo.de. Wäre der Deal zustande

gekommen, hätte DuMont die ge-

KRIKI

KRIKI

druckte Morgenpost einstellen müssen,

da bei Funke bereits das Hamburger

Abendblatt erscheint, weshalb

der Verlag aus kartellrechtlichen

Gründen kein weiteres Blatt in

der Hansestadt herausgeben darf.

Ende Januar brachen die Essener die

Verkaufsgespräche ab.

So kam von Harpe zum Zug. Der

Wirtschaftsingenieur, der keine Erfahrung

als Verleger hat und bisher

auch nicht als selbstständiger Unternehmer

in Erscheinung trat, ist für

DuMont kein Unbekannter:Vor seinem

Wechsel zu Xing stand er von

werden, ist das nicht geklaut, sonderngilt

als Hommage und Re-Entry.

Dieses elegante Spiel mit dem Fremden

und dem Eigenen, das Christian

Groß gewissermaßen seit den frühen

Tagen am Basteltisch verfeinert hat,

ist gerade wegen seines Verharrens

in analogen Reproduktionstechniken

kunsttheoretisch als Selbstbehauptung

des Analogen auf der

Höhe der Zeit.

Wer bereits das Glück hatte,

Christian Groß persönlich kennenzulernen,

der kann an ihm die Erkenntnis

schärfen, dass großen Humoristen

nichts ferner liegt, als permanent

lustig zu sein.

EinKlebeuniversum

Anders als Kriki ist Christian ein

ernster Zeitgenosse mit strengen

Prinzipien, die beim gemeinsamen

Doppelkopfspiel schnell in unerbittliche

Regeldiskussionen ausarten

können. Da Kriki und Christian aber

eher Nachtmenschen sind, begibt

man sich mit ihnen nicht selten auch

durchs „wilde Kopistan“ und wandelt

auf den Spuren der humanistischen

Bildung ebenso wie der Jugendbuchklassiker.

Kopistan ist die

Arbeitswelt der Kriki-Kunst, und wer

seine Blätter Revue passieren lässt,

macht schnell die Entdeckung, dass

bestimmte Themen das beachtlich

verstreute Gesamtwerk wie eine

anthropologische Konstante durchziehen.

Geschlechterkonflikte, das

Handeln wider besseres Wissen und

Lausbubenstreiche, die einem das

Leben spielt, bilden ein Klebeuniversum,

aus dem immer ganz deutlich

hervorgeht, dass es keine andere

künstlerische Form als den Witz gibt,

mit der man schon als ganz junger

Mensch vertraut ist.

Für einige Jahre war Christian

Groß auch unternehmerisch tätig,

als er mit anderen den Berliner Comicladen

„Grober Unfung“ gründete,sich

später aber wieder daraus

an den heimischen Kopierer zurückzog.

Am Sonntag wird Christian Groß

70 Jahre alt, ein Anlass, den er mit

Freunden feiert –als Kindergeburtstag.

Er weiß schließlich am besten,

wo Kriki herkommt.

2011 bis 2017 in Diensten des Hamburger

Social-Media-Dienstleisters

Facelift. Ende 2016 übernahm Du-

Mont 75 Prozent der Anteile des Unternehmens.

DieSanierung der„Mopo“ ist eine

schwierige Aufgabe. Gegenüber der

Belegschaft sagte der Neu-Verleger,

er wolle „das Journalistische wieder

nach vornebringen“. Mitarbeiter der

Zeitung fassten diese Ankündigung

als Abkehr vom bisherigen Kurs des

Blattes auf. Zuletzt hatte der Verlag

bei Mopo.de auf reichweitenstarke

Sex-and-Crime-Storys gesetzt, die

für das gedruckte Blatt zweitverwertet

wurden. Ob von Harpe alle 73

Mitarbeiter des Blattes weiterbeschäftigen

kann, ist offen.

Gerüchte über negativen Kaufpreis

Über die Summe, die der Manager

DuMont für die „Mopo“ gezahlt hat,

wurde Stillschweigen vereinbart. In

Branchenkreisen heißt es, essei ein

negativer Kaufpreis fällig geworden.

Mit anderen Worten: DuMont habe

von Harpe für die Übernahme des

Boulevardblatts Geld zahlen müssen.

Der fällige Betrag dürfte aber

unter vier Millionen Euro liegen.

DemVernehmen nach hatte die bisherige

Geschäftsführerin der Zeitung,

Susan Molzow, die ursprünglich

die „Mopo“ selbst übernehmen

wollte, einen Betrag in dieser Höhe

von DuMont gefordert. Ihre Gespräche

mit den Rheinländernsollenbereits

Ende 2019 gescheitertsein.

Kolumne

MEDIEN

MACHER

Kai-Hinrich Renner

Medienredakteur

Kommenden Sonntag wird der

Zeitschriftenverleger Hubert

Burda („Bunte“, „Focus“) 80 Jahre

alt. Und ausgerechnet zu diesem

Zeitpunkt sickert durch, dass die

ARD die Verleihung des Medienpreises

Bambi nicht mehr im Ersten

übertragen will. Das dürfte dem Patriarchen

gar nicht gefallen. Denn

der Tanz um das goldene Rehlein ist

das Hochamt des Hauses Burda–eines,

mit einem nicht unerheblichen

PR-Effekt.

Ob es zum Auftrag der ARD gehört,

die Öffentlichkeitsarbeit privater

Zeitschriftenverlage zu unterstützen,

ist schon seit längerem fraglich.

Doch nicht inhaltliche Gründe sollen

den Ausschlag für Bambis Fernsehaus

gegeben haben. Es lag wohl

am Geld. „Die Kosten-Nutzen-Rechnung

stimmt nicht mehr“, sagt ein

ARD-Hierarch, der mit der Sache

vertraut ist. Konkret: DieProduktion

der Bambi-Gala soll die ARD mehr

als eine Million Euro kosten. Für diesen

Preis bekommt man bereits eine

„Tatort“-Folge.Die Quote der Verleihung

hat sich auf niedrigem Niveau

stabilisiert. 2019 sahen sie 3,4 Millionen

Zuschauer. Ein durchschnittlicher„Tatort“

kommt auf ein mehr als

doppelt so großes Publikum.

Die Entscheidung über das

Bambi-Aus im Ersten trafen die Fernsehdirektoren

der ARD-Anstalten zusammen

mit ARD-ProgrammdirektorVolker

Herres bereits Ende vergangenen

Jahres. „Der Vertrag ist 2019

ausgelaufen; in der ARD gab es ein

Votum, keinen neuen Vertrag zu

schließen“, sagt ARD-Unterhaltungskoordinator

Thomas Schreiber. „Wir

wünschen dem Bambi alles Gute!“

Dieser Beschluss ist an sich bindend.

Und doch es gibt Unwägbarkeiten:

Die ARD-Intendanten könnten

noch intervenieren. Das haben

sie vor nicht allzu langer Zeit schon

einmal getan: Vergangenen Spätsommer

wollten die Programmdirektoren

den „Weltspiegel“, das Auslandsmagazin

des Ersten, auf einen schlechteren

Sendplatz verschieben. Damit

lösten sie einen Aufschrei aus. Auch

namhafte ARD-Journalisten protestierten.

Ende November kippten die

Intendanten die Entscheidung ihrer

Programmdirektoren wieder.

Auch gegen die bevorstehende

Bambi-Absetzung gibt es Widerstand

im Intendantenkreis: MDR-Intendantin

Karola Wille soll gegen das

drohende Aus für das güldene Reh

Sturmlaufen. Ihre Anstaltist verantwortlich

für die Produktion der Gala.

Doch wie weit reicht ihr Einfluss? Auf

der Agenda der Intendantensitzung

kommenden Dienstag und Mittwoch

in Köln steht Bambi jedenfalls

nicht. Allerdings könnte die Sächsin

ihr Anliegen beim Tagesordnungspunkt

„Verschiedenes“ anbringen.

Zumindestbei Burdahat mandie

Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben:

„Bambi ist keine TV-Sendung,

sondern der wichtigste Medienpreis

in Europa,“ sagt der für nationale

Medienmarken verantwortliche Vorstand

Philipp Welte. „Wir arbeiten

jetzt seit über 20 Jahren vertrauensvoll

mit der ARD zusammen, aber

völlig unabhängig davon, wie die

ARD sich entscheidet: Bambiwirdes

immer geben“,

Das war bei der von der Funke

Mediengruppe („WAZ“, „Hörzu“)

verliehenen Goldenen Kamera anders:

2019 beschloss Funke, die Verleihung

des Medienpreises nicht

mehr durch das ZDF übertragen zu

lassen. Seither gibt es den Preis de

facto nicht mehr.


16 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

·························································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

BÜHNE

Ballhaus Naunynstraße (✆ 75 45 37 25)

20.00: Unrestricted Contact (Grupo Oito)

Ballhaus Ost (✆ 44 03 91 68)

20.00: Ambient 1: Theatrefor Airports (Hyperion)

Berliner Compagnie (✆ 61 28 04 93)

19.30: Die Sehnsucht nach dem Frühling

Berliner Ensemble (✆ 28 40 81 55)

19.30: Die Dreigroschenoper

20.00 Kleines Haus: Aufder Straße

Berliner Kriminal Theater (✆ 47 99 74 88)

20.00: Die Mausefalle

Brotfabrik (✆ 471 40 01)

20.00: Die Ratten (Amateurtheater Die Unverdrossenen)

Deutsche Oper Berlin (✆ 34 38 43 43)

19.30: Die Entführung aus dem Serail

Dock 11 (✆ 448 12 22)

19.00: Petra

ETI (✆ 278 53 01)

20.00 Saal: Hyänenbrut oder die Schmerzender Gier

(Gastspiel Winternachtstraum e.V.)

Galli Theater Berlin (✆ 27 59 69 71)

20.00: Harry Haderhai räumt auf

GarnTheater (✆ 78 95 13 46)

20.30: Die Schädlichkeit des Tabaks und andere

Ungeschicklichkeiten

HAU3(✆25 90 04 27)

19.00: Club 27

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

19.00 Studio: Beziehungskiste

Komische Oper Berlin (✆ 47 99 74 00)

19.30: Rigoletto

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(✆ 88 59 11 88)

20.00: Ab jetzt

Maxim Gorki Theater (✆ 20 22 11 15)

19.30: In My Room

Naturpark Schöneberger Südgelände (✆ 70 09

06 70)

16.00 Brückenmeisterei: Fräulein Brehms Tierleben:

Phocoena phocoena –Der Schweinswal

Neuköllner Oper (✆ 68 89 07 77)

20.00: Wolfskinder

Pfefferberg Theater (✆ 939 35 85 55)

20.00: BodyPlay(Chaim Gebber-Open Scene)

Radialsystem (✆ 288 78 85 88)

20.00: Narziss undEcho (David Marton /Road

Opera)

Renaissance-Theater (✆ 312 42 02)

20.00: Extrawurst

Schaubude (✆ 423 43 14)

20.00: Schlemihl (Max Howitz)

Schaubühne (✆ 89 00 23)

19.30 Studio: Der kaukasische Kreidekreis

20.00: status quo

20.30: Amphitryon

Schlosspark Theater (✆ 78 95 66 71 00)

20.00: Ichbin nicht Mercury

Sophiensaele (✆ 283 52 66)

20.00 Hochzeitssaal: Flush (Sheena McGrandles)

Staatsoper Unterden Linden (✆ 20 35 45 55)

19.30: Balanchine |Forsythe |Siegal (Staatsballett

Berlin)

TanzTangente (✆ 43 77 78 64)

19.30: Dance Festival 2020 –All Generations:

Parcour des Grauens

Theater Coupé (✆ 902 91 67 03)

19.00: Benjamin –Wohin? (Deutsch-Jüdisches

Theater)

Theater im Nikolaiviertel (✆ 017 6/ 40 53 11)

19.30: ZilleseinMilljöh

Theater im Palais (✆ 201 06 93)

19.30: DasPflichtmandat –Mord aus Mangel an

Humor

Theater Thikwa (✆ 61 20 26 20)

20.00: Oz, Oz, Oz! (W)Rap The Wizard!

Theater untermDach (✆ 902 95 38 17)

20.00: Verlorene Könige

Theater Zitadelle (✆ 335 37 94)

20.00: Sag mal, geht’snoch? –Die Berliner Stadtmusikanten

II

Volksbühne Berlin (✆ 24 06 57 77)

19.00: Eine Odyssee

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (✆ 22 50 70 00)

20.00: Stomp

Bar jeder Vernunft (✆ 883 15 82)

20.00: Irmgard Knef: Barrierefrei

Berliner Schnauze (✆ 01795346696)

20.00: Männerüber 40 (MargaBach)

BKA (✆ 202 20 07)

20.00: Die Rockstars der Oper (The Cast –die

Opernband)

BühnenRausch (✆ 44 67 32 64)

20.00: Improvisiertes Theater (Raketos)

23.00: Late NightImpro: Intimacy (Lee White &

Editha Kötter)

Chamäleon (✆ 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (✆ 204 47 04)

19.30 Studio: Verdummungsverbot (Tilman Lucke)

20.00: Weltretten für Anfänger

Friedrichstadt-Palast (✆ 23 26 23 26)

19.30: Vivid

Kookaburra (✆ 48 62 31 86)

20.00: Ich kann alles erklären. Es ist nicht, wie es

aussieht. (Spider –Andreas Krenzke)

Kulturbrauerei/Soda (✆ 44 31 51 55)

18.00, 20.00 Salon: close-up-club: Zauberkunst,

erstaunlich, anders. Anm. erf.

Palazzo (✆ 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

Quatsch Comedy Club (✆ 47 99 74 13)

20.00: Die LiveShow(Thomas Schmidt, Kerim

Pamuk, Christin Jugsch, Bademeister Schaluppke,

Mod.: Sebastian Schnoy)

23.00: Hot Shot (Mod.: Osan Yaran)

Ratibortheater (✆ 618 61 99)

20.30: Gute Wahl (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (✆ 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Andrea Baccomo (Mod.)

Stachelschweine (✆ 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (✆ 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (✆ 018 05 44 44)

19.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

Tempodrom (✆ 69 53 38 85)

20.00 Kleine Arena: Werbremst, verliert! (Panagiota

Petridou)

20.00: Night of theDance (BroadwayDance Company

&Dublin Dance Factory)

Theater am Potsdamer Platz (✆ 259 24 45 55)

20.00: Elvis–Das Musical

Theater im Keller (✆ 47 99 74 77)

20.30: Travestie im Kiez: HerStory

TIPI am Kanzleramt (✆ 39 06 65 50)

20.00: Am achten Tagschuf Gott die Boygroup (Altar

Boyz)

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00: Die Expertise war bedeutend höher (Fil)

20.00 Wolfgang Neuss Salon: Fauler Zauber (Hieronymus)

Urania (✆ 218 90 91)

20.00 Humboldtsaal: Schnee, der auf Ceranfällt

(Torsten Sträter)

Wühlmäuse (✆ 30 67 30 11)

20.00: Wandelmut (Bodo Wartke)

Z-Bar (✆ 28 38 91 21)

21.00: Best of Chipsund Kaviar! (Kawus Kantar,

Daniel Wolfson und Gäste)

Musiktheater

Durch

andere

sprechen

David Marton, der als Musiker

bereits mit den Theaterregisseuren

Frank Castorf

und Christoph Marthaler zusammengearbeitet

hat, nimmt

sich für seine eigene Inszenierung

„Narziss &Echo“ Ovids

„Metamorphosen“ als Vorlage.

Miteinander verbundene Mythen

gehen hier ineinander

über: Echo ist eine Nymphe

ohne eigene Sprache,kommunizieren

kann sie nur durch die

Wiederholung fremder Worte.

Und Narziss, wir wissen es,

kann sich vom eigenen Spiegelbild

nicht lösen. David Marton

lässt auf der Bühne die

sechs Künstlerinnen und

Künstler, die spielen, singen

und musizieren, sich in den

Rollen ständig verwandeln.

Dadurch verändert sich das

Stück, wandelt sich das Erlebnis

beim Zuschauen. Uraufgeführt

2019 im Rahmen der

Wiener Festwochen, ist es bis

Sonntag im Radialsystem zu

sehen. Cornelia Geißler

Narziss &Echo 20 Uhr (auch Sa+So),

Radialsystem, Tel.: 288788588.

Strandsucher vor Baukulisse von „Dzerzhinskiy“, rechts hinten: Wall einer

Müllhalde

KVOST/ALEXANDER GRONSKY

Sonnenbaden am Stadtrand.

Mitten im dichten Grün ortet

das Kameraauge eine

sinnlich schön anzuschauende

Bikini-Eva. Inder Sprache der

Alten Meister ist es vielleicht auch

eine Venus, nur ist sie nicht geboren

aus dem Meeresschaum und einer

Muschel, sondern aus dem üppigen

Blattwerk der Büsche und Bäume,

die einen nüchternen Neubaublock

vomanderen trennen.

Alexander Gronsky erzählt, er

habe wegen dieses paradiesischen

Motivs auf einem Erdhügel gestanden,

wohl dem Aushub für weitere

Wohnblocks. Oder für ein Parkhaus.

Dienatürliche Schönheit des ruhenden

fast nackten Frauenkörpers,das

intensive, lebendige Grün drumherum

bilden einen merkwürdigen,

eigensinnigen Kontrast zur eintönigen

Fassade des Wohnblocks, woalles

gleich aussieht. Der Sonne tankende

Frauenkörper ist geradezu

ein stiller Ausbruch aus der Norm,

ein Beharren auf Individualität, ein

Sich-Ertrotzen eines Stückchens

Romantik im funktionalen und zumeist

anonymen Alltag, auch am

Rande der Stadt.

Moskauer Elegien

Ingeborg Ruthe

findet, dass die Serien- Arbeiten

vonAlexander Gronsky

eine starkeallegorische Kraft besitzen.

Eine, die universell wirkt, geht es doch

um die Ränder moderner

Großstädte an sich und damit

um den Alltag der Leute.

Der Mensch hat also die Fähigkeit,

sich mitten im übermächtigen

Pragmatismus seinen privaten Freiraum

zu nehmen. Ist ein Foto demnach

eine Wertung? Dann, wenn es

zeigt, was ist und nicht, was laut gesellschaftlicher,

politischer, traditioneller

oder kommerzieller Vorgabe

zu sein hätte? Vorallem aber ist die

Kunst auch der Fotografie auch ein

Mittel zum besseren Verständnis der

Welt. Alexander Gronsky,knapp vierzig

Jahre alt, sagt dazu, er urteile

nicht. Er zeige. Ihn interessieren

nicht wie in diesem Falle das prosperierende,business-,

politik- und kulturgetriebene

Zentrum Moskaus,

sondern die Ränder. Stadtränder

seien ja meist verschrien als öde,

trist, gefüllt mit uniformen Neubauquartieren,

ergo Beton-Langeweile.

Aber in seinem zweiten hier abgebildeten

Foto –eine Auswahlaus der

die Wände des Berliner Kunstvereins

Ost füllenden Serie –erzählt er, wie

weitab des urbanen Zentrums zumeist

junge Leute mit größter Selbstverständlichkeit

und ganz pragmatisch

schon eine Utopie aus Stadtrand

mit Strand leben. Wasser ist in

diesem Motiv noch keins zu sehen.

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (✆ 883 85 51) Little Women

14.30,17.20,20.15

CinemaParis (✆ 881 31 19)Intrige:AnOfficer and

aSpy 14.30, 20.30; Intrige: AnOfficer and aSpy

(OmU) 17.30

Delphi Filmpalast (✆ 312 10 26) Little Women

14.00,17.00, 20.00

Delphi LUX (✆ 322 931040) Ein verborgenes

Leben 14.00, 20.00; Sorry We Missed You (OmU)

17.40; 1917 –Der Film (OmU) 21.00; Filmreihe

#2030: 3Tage inQuiberon (OmenglU) 18.00; Das

geheime Leben der Bäume 15.20; Parasite 17.40;

Jojo Rabbit (OmU) 15.30, 21.00; 1917 –Der Film

13.40, 16.20, 19.00, 21.40; Judy 13.30, 18.30;

Judy (OmU) 16.00; Knives Out (OmU) 21.00; Knives

Out (OF) 22.00; Les miserables 14.30, 19.30;

Les miserables (OmU) 17.00; Einsam zweisam

16.30; The Peanut Butter Falcon (OmU) 19.00;

Queen &Slim (OmU) 21.15; Vom Gießen des Zitronenbaums

14.15

Filmkunst 66 (✆ 882 17 53) CongoMurder22.15;

Crescendo #makemusicnotwar 17.45; Das Vorspiel

20.15; Kamikaze 1989 (OmenglU) 22.30; Parasite

20.00;The Peanut Butter Falcon 18.00

Kant Kino (✆ 3199866) Enkel für Anfänger 15.30,

18.00, 20.30; Der kleine Rabe Socke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 13.20; Die Heinzels

14.00; Sorry We Missed You 15.50, 18.10, 20.30;

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 15.15, 20.00;

Der geheime Roman des Monsieur Pick 17.45; Lindenberg!

17.00, 20.00; Spione Undercover 14.45;

Knives Out 15.15, 20.15; Latte Igel und der magische

Wasserstein 13.15; Das Vorspiel 18.00

Zoo Palast (✆ 018 05/22 29 66) Atmos: Birds of

Prey 17.00, 19.45, 22.30; Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 14.30; 3D, Atmos: Star Wars: Der

AufstiegSkywalkers 11.20;Bad Boys for Life 17.00,

20.00, 23.00; Jumanji –The Next Level 11.30,

14.15; Die Eiskönigin II 11.45; Enkel für Anfänger

14.20; Die Hochzeit 20.10; Joker 23.00; 3D: Star

Wars: Der Aufstieg Skywalkers 16.50; 21 Bridges

23.00; Enkel für Anfänger 17.50, 20.20; Das perfekte

Geheimnis 12.10, 15.00; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 14.00, 16.30, 19.00;

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.30; Jojo

Rabbit 21.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl

11.40;Die Eiskönigin II 14.15; DieHochzeit16.45;

Lindenberg! 19.30; Parasite 22.40; 21 Bridges

19.45; Enkel für Anfänger 11.20; Die Hochzeit

14.00; Knives Out 16.45,22.15

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (✆ 20 07 88 88) 2040 –Wir

retten die Welt! (OmU) 13.00; Knives Out (OmU)

19.45; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU) 14.30;

Latte Igel und der magische Wasserstein 16.15;

Miles Davis: Birth of the Cool (OmU) 11.00; Once

Upon aTime in... Hollywood (OmU) 22.00; Varda

par Agnes (OmU) 17.45; In Search (OmU) 12.45;

Jeannette: Die Kindheit der Jeanne d‘Arc (OmU)

11.00; Joker (OmU) 22.45; Lindenberg! 14.30;

Queen &Slim (OmU) 20.30; Systemsprenger (DFmenglU)

16.45; Les miserables 18.45; ARainy Day

In New York (OmU) 15.10; Einsam zweisam (OmU)

11.00; Die Eiskönigin II(OmU) 16.45; The Farewell

(OmenglU) 18.30; The Lodge (OmU) 22.30; MotherlessBrooklyn

12.45; Parasite (OmenglU)20.15

Tilsiter-Lichtspiele (✆ 426 81 29) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 16.00; Das geheime Leben

der Bäume 14.00, 18.15; Intrige: An Officer and a

Spy(OmU) 20.15; Lindenberg! 22.45; Der geheime

Roman des Monsieur Pick –Le mystere Henri Pick

(OmU) 14.00; Midsommar –Director‘s Cut (OmU)

22.00; Systemsprenger 16.00; Das Vorspiel 20.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz 1917 –Der Film

17.00, 20.00, 23.00; 21 Bridges 20.10, 23.15;

Bad Boys for Life 14.00, 16.45, 19.30, 22.30;

Birds ofPrey 17.15, 19.45, 22.30; Birds of Prey

(OF) 18.10; IMAX: Birds of Prey 14.00, 17.00,

20.00, 23.00; Countdown 20.50; Midnight Movie:

Dark Gods –Die dunkle Seite der Götter 23.00;

Die Eiskönigin II 14.30; Enkel für Anfänger 14.10,

17.30, 20.10, 22.45; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 14.00, 16.40, 19.30, 22.10; Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 14.10, 16.50;

Die fantastische Reise des Dr.Dolittle –The Voyage

of Doctor Dolittle (OF) 17.10; The Grudge 23.10;

Die Heinzels 13.50, 16.00; Die Hochzeit 14.30,

17.20, 20.15; Jojo Rabbit 17.10, 19.50; Joker

22.40; Jumanji –The Next Level 13.50, 16.15,

19.10;Kartoffelsalat 3–Das Musical 15.00;Knives

Out 14.10, 19.40; Knives Out (OF) 22.50; Lindenberg!

19.50; Little Women 14.20, 16.45, 20.00;

The Lodge 22.10; Sneak Preview 22.30; Spione

Undercover 14.20; 3D: StarWars: Der Aufstieg Skywalkers

22.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

16.50; Die Wolf-Gäng 13.50

Zukunft (✆ 01 76/57 861079) Das geheime Leben

der Bäume 18.00; Knives Out (OmU) 20.00;

The Lodge (OmU) 22.30; Congo Murder –Mordene

iKongo (OmU) 20.20; Porträt einer jungen Frau in

Flammen –Portrait de la jeune fille en feu (OmU)

22.45; Systemsprenger (OmenglU) 18.00

HELLERSDORF

CineStar (✆ 04 51/703 0200) Bad Boys for Life

19.50, 22.55; Birds of Prey 13.50, 17.15, 20.15,

23.00; Die Eiskönigin II 14.10, 16.45; Enkel für

Anfänger 14.15, 17.00, 19.40; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 16.45, 22.55; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 14.00, 20.00; Die

Heinzels 14.00; Die Hochzeit 17.00, 20.00; Joker

22.50; Jumanji 16.30, 19.45, 22.45; Knives Out

23.00; Lindenberg! 16.20; 3D: Star Wars IX 19.20;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 22.45; Vier zauberhafte

Schwestern 13.50; DieWolf-Gäng 14.10

Kino Kiste (✆ 998 7481) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl19.00;Cats13.30; Judy 16.55; Latte

Igel und der magische Wasserstein 15.25

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (✆ 038 71/211 41 09) 1917 18.00;

21 Bridges19.40,22.50; DieAddams Family 12.30;

Bad Boys for Life 17.00,20.00, 22.30; Birds ofPrey

14.30, 17.20, 20.00, 22.45; Countdown 20.20,

22.40; Die Eiskönigin II 10.20, 12.10, 14.20; Enkel

für Anfänger 15.10, 17.10, 19.50; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 17.20; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.15, 14.50, 20.30; Die

Heinzels 10.30, 12.15, 14.40; Die Hochzeit 17.00,

19.50; Jumanji 16.50, 22.40; Der kleine Rabe Socke

10.30; Knives Out 22.15; Der König der Löwen

12.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

12.50, 15.00; Lindenberg! 17.15; Das perfekte Geheimnis

19.40; Spione Undercover 12.40, 14.45;

3D: Star Wars IX 16.40; Star Wars IX 19.45, 22.20;

Thomas und seine Freunde 10.20; Underwater

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 12.20, 14.40;

DieWolf-Gäng 12.30, 15.00; Zombieland 223.00

KREUZBERG

Babylon (✆ 61 60 96 93) A Sorry WeMissed You

(OmU) 16.20, 19.30, 21.50; B Jojo Rabbit (OmU)

17.00,21.30; Parasite (OmU) 18.40

fsk am Oranienplatz (✆ 614 24 64) Das freiwillige

Jahr (OmenglU) 19.00; SorryWeMissed You (OmU)

17.00, 20.00, 22.00; Varda par Agnes (OmU)

17.30; Les miserables (OmU) 20.45

Moviemento (✆ 692 47 85) Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 13.30, 16.00; Darkroom (OmenglU)

23.30; Systemsprenger 18.30; Vom Gießen des

Zitronenbaums (OmU) 21.15; Als Hitler das rosa

Kaninchen stahl 22.30; Jojo Rabbit (OmU) 10.00,

12.30,15.00,17.30, 20.00; Der Leuchtturm –The

Lighthouse (OmU) 21.30; Little Joe –Glück ist ein

Geschäft (OmU) 16.30; The Lodge (OmU) 14.00,

19.00; Quatsch und die Nasenbärenbande 10.30

RegenbogenKino (✆ 69 57 95 17) MesserimHerz

–Uncouteau dans le coeur (OmU) 19.30;The Wild

Boys –Les garcons sauvages (OmU) 21.30

Sputnik (✆ 694 11 47) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (OmenglU) 18.30; PJ Harvey (OmU)

23.00; Shaun das Schaf 15.00; Das Vorspiel

(OmenglU) 20.45; Les miserables (OmU) 16.30;

2020 Oscar Nominated Short Films (OF) 16.30;

The Farewell (OmU) 19.45; Little Joe (OmU) 21.45;

Der marktgerechte Mensch 15.00; Das Vorspiel

(OmenglU) 18.00; Kinobar im Sputnik Schönheit

&Vergänglichkeit 18.30

Yorck (✆ 78 91 32 40) Das geheime Leben der

Bäume15.00;Little Women17.20, 20.15; New Ein

verborgenes Leben 19.40; Die Heinzels 15.00; Parasite

16.45, 22.30

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (✆ 538 9590) DieAddams Family

10.00;Bad Boys for Life 20.15; Birds of Prey18.00,

20.30; Die Eiskönigin II 10.00, 12.45, 15.00; 3D:

Diefantastische Reisedes Dr.Dolittle17.30,20.00;

Die fantastische Reise des Dr.Dolittle13.15, 15.30;

Die Heinzels 12.00, 14.00, 15.45; Die Hochzeit

17.45, 20.00; Kartoffelsalat 313.00; Knives Out

17.15,20.15; Latte Igel 10.00; Lindenberg! 17.00;

Spione Undercover 10.00, 12.30; Vier zauberhafte

Schwestern 10.00, 15.15; DieWolf-Gäng 14.45

Union Filmtheater (✆ 65 01 31 41) 1917 –Der

Film 13.00, 17.30; Congo Murder 20.30; Experiment

Sozialismus 13.00; Intrige: AnOfficer and a

Spy 15.00, 20.00; Lindenberg! 17.45; Little Women

17.30, 20.15; Nur die Füße tun mir leid –900

Kilometer Jakobsweg 13.15; Romys Salon 15.30;

DieWolf-Gäng 15.30

MARZAHN

UCI Kinowelt amEastgate (✆ 93 03 02 60) (Not)

Perfect Man (OF) 11.30; 1917 19.50, 22.50; Bad

Boys for Life 16.45, 19.45, 22.50; Birds of Prey

14.15, 17.15, 20.00, 23.00; Midnight Movie: Dark

Gods 23.00; Die Eiskönigin II 11.45, 14.20; Enkel

für Anfänger 11.45, 14.30, 17.15, 20.30, 23.10;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 20.00,

22.45; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

12.10, 14.45, 17.30; Die Heinzels 11.45, 14.05,

16.30; Die Hochzeit 17.00, 19.55; Jumanji –The

Next Level 14.00; Kartoffelsalat 3–Das Musical

12.00; Knives Out 19.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein 11.50; Lindenberg! 17.20;

Little Women 16.45, 19.50; Das perfekte Geheimnis

23.00; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

22.50; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 14.10;

Die Wolf-Gäng 11.40, 14.05

MITTE

Acud (✆ 44 35 94 98)Einsam zweisam 18.30; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 17.00; Parasite 20.45; In Search (OmU)

18.00; Mystify (OmU) 21.45; DasVorspiel 19.45

Babylon (✆ 242 5969) Fellini 100!: Fellinis Amarcord

(OmenglU) 19.30; Joker (OmU) 22.30; Judy

(OmU) 17.00; Kill Me Today, Tomorrow I‘m Sick!

20.00; Lubitschs Geliebte: Die lustige Witwe –The

MerryWidow (OF) 22.00;IndoGerman Film:Malang

–Unleash the Madness (OmenglU) 19.15; Miles

Davis: Birth of the Cool 17.45; Lubitschs Geliebte:

Ninotschka–Ninotchka (OF) 17.15; Parasite 22.00

Central Hackescher Markt (✆ 28 59 99 73)

Fritzi – Eine Wendewundergeschichte 13.00; Der

Leuchtturm –The Lighthouse (OmU) 22.15; Queen

&Slim (OmU) 16.45, 19.30; Vom Gießen des Zitronenbaums

–ItMust BeHeaven (OmU) 14.45; Joker

(OmU) 12.00, 19.00; The Lodge (OmU) 16.30,

21.45; Thomas und seine Freunde: Große Welt!

Große Abenteuer! 10.15;Yung (OmenglU) 14.30

CineStarCUBIX (✆ 04 51/7030200) 1917 –Der

Film 19.15, 23.00; 1917 –Der Film (OF) 17.10,

19.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.50;

Bad Boys for Life 16.30, 20.00, 22.40; Bad Boys

for Life (OF) 22.10; Birds of Prey 13.50, 16.50,

20.15, 22.50; Birds of Prey (OF) 11.00, 17.20,

19.45, 23.10; Countdown 22.00; Die Eiskönigin II

11.30, 14.30; Die Eiskönigin II(OF) 14.00; Enkel

für Anfänger 11.15, 14.00, 16.40, 19.20; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 16.45, 20.00;

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.00,

14.15; Die Heinzels 11.00, 13.00, 15.10; Die

Hochzeit 17.30, 20.20; Joker 23.15; 3D: Jumanji

–The Next Level 17.10; Jumanji –The Next Level

11.45; Knives Out (OF) 20.10; Lindenberg! 14.30;

The Lodge 23.15; Das perfekte Geheimnis 17.15;

Spione Undercover 11.40; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 22.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

–StarWars:The Rise of Skywalker (OF) 14.10;

Die Wolf-Gäng 11.15, 14.40

Hackesche Höfe (✆ 283 4603) 1917 –Der Film

(OmU) 19.00; Butenland 17.00; Ein verborgenes

Leben –AHidden Life (OmU) 21.15; Das Vorspiel

(teilw.OmU) 14.45; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.00; Birds ofPrey (OmU) 19.15, 21.30;

Lindenberg! 16.30; Ein verborgenes Leben –AHidden

Life(OmU) 14.00; Premiere: Das freiwilligeJahr

(mit Gästen) 20.00; Jojo Rabbit (OmU) 17.15; Das

freiwillige Jahr 14.45, 21.15; Sorry WeMissed You

(OmU) 19.00; Les miserables (OmU) 16.45; Jojo

Rabbit (OmU) 22.15; Little Women (OmU) 14.00,

16.45,19.30

International (✆ 24 75 60 11) Jojo Rabbit (OmU)

22.00; LittleWomen (OmU) 16.00, 19.00

Zeughauskino (✆ 20 30 47 70) Wiederentdeckt:

Besondere Kennzeichen: keine 18.30; Karbid und

Sauerampfer 21.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (✆ 01 80/505 06 44)

1917 –Der Film 16.50, 19.30; 21 Bridges 22.30;

Ask Tesadüfleri Sever 2 (OmU) 16.50, 19.45,

22.40; Baba Parasi (OmU) 17.00; Bad Boys for

Life 16.30, 19.45, 22.20; Birds of Prey 17.05,

20.00, 22.50; Birds ofPrey (OF) 19.50, 22.45;

Countdown 19.30, 22.55; Die Eiskönigin II12.15,

14.20,16.45;EltilerinSavasi (OmU) 20.15, 22.45;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 14.20,

19.45,22.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

12.00,14.45, 17.20; Die Heinzels 12.00, 14.15,

16.10; Jumanji –The Next Level 12.00, 14.00,

16.45; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem

verlorenen Schatz 12.00; Rafadan Tayfa 2: Göbeklitepe

(OmU) 11.55, 14.00, 18.05; Spione Undercover

12.00, 14.15; Türkler Geliyor (OmU) 19.45,

22.30; Vier zauberhafte Schwestern 12.00, 14.40;

DieWolf-Gäng 12.00, 14.00

IL KINO (✆ 91 70 29 19) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (DFmenglU) 15.00; Land des Honigs

– Medena Zemja: Honeyland (OmenglU) 23.30;

Parasite (OmenglU) 10.30, 21.00; Das Vorspiel

(DFmenglU) 17.10; Les miserables (OmU) 13.00,

19.00

Neues Off (✆ 62 70 95 50) Birds of Prey (OF)

22.30; Queen &Slim (OmU) 16.30, 19.30

Passage (✆ 68 23 70 18) Little Women (OmU)

15.00, 18.00, 21.00; 1917 – Der Film (OmU)

14.45,17.20, 20.00, 22.30; Intrige: An Officer and

aSpy 14.50, 17.40, 20.30; Joker (OmU) 16.15,

18.45,21.20

Rollberg (✆ 62 70 46 45)BirdsofPrey(OF) 16.00,

18.30, 21.00;Little Women (OF) 17.30, 20.30; The

Lodge 22.50; Parasite (OmenglU) 17.10, 20.00;

1917 –Der Film (OF) 16.40, 19.00; Jojo Rabbit

(OF) 16.30, 21.40; Les miserables (OmenglU)

19.30, 22.00

UCI Luxe Gropius Passagen (✆ 66 68 12 34)

1917 –Der Film 19.30; Bad Boys for Life 16.40,

20.30, 22.30; Birds ofPrey 16.50, 20.00, 23.00;

Die Eiskönigin II 11.45, 14.10; Enkel für Anfänger

14.30, 17.20, 20.10; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 20.20, 22.50; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.20, 15.00, 17.30; Die

Heinzels 12.35,14.50; Die Hochzeit 17.00, 19.50;

Jumanji –The Next Level 17.10;


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 17

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

Ein Stück Paradiesgärtlein vor den Wohnblöcken von „Otradnoye“ am Stadtrand

Das kühlende Nass schimmert in

drei, vier nächsten Aufnahmen herüber

aus einem Baggerteich, der erst

noch richtig volllaufen muss, umirgendwann

ein Badesee zu werden.

Die Leute indes nehmen die Zukunft

schon vorweg, laufen mit Kind

und Kegel, Wasserbällen und

Schwimmtieren zwischen den Sandkuhlen

und dem verheißungsvollen

Wasser hin und her. Esscheint sie

überhaupt nicht zu stören, dass die

künftige Freizeitanlage ebenso wie

die Wohnblocks,die Parkhäuser und

die davorstehenden Betonpfeiler für

ein weiteres Haus so dicht an einer

einstigen Müllhalde liegen. Deutlich

zu sehen ist der aufgeschüttete Erdwall,

dessen Hang noch kaum bewachsen

ist und nun für immer bedecken

soll, was Generationen von

Moskau-Bewohnern so an Unbrauchbar-Gewordenem

hinterlassen

haben.

Gronsky hielt seine Kamera mitten

hinein und dicht auf das, was

derart„unfertig“ ist. Alles ist erst im

Werden: die Bauten, die Grünanlagen,

die Infrastruktur für das Naherholungszentrum

mit Sanitäreinrichtungen,

Restaurants, Spielplätzen.

MEIN BILD DER WOCHE

Der Fotograf: Alexander Gronsky,

geboren 1980 in Tallin, der Hauptstadt

Estlands,wuchs dortauf und lebt heute

in Moskau. Er arbeitet u.a.für Spiegel,

The Sunday Times, Le Monde, VanityFair

undOjodePez und bekammehrfachinternationale

Foto-Preise.

Der Kunstverein Ost (KVOST) zeigt

Gronskys Serie „Repetition“ bis zum

4.April, Mi–Sa 14–18 Uhr,

Leipziger Str.47/Eingang Jerusalemer

Straße. Tel.: 288 75 888

Internet: www.kvost.de

KVOST/ALEXANDER GRONSKY

Alexander Gronskys Fotoserie führt uns an die Peripherie der

12-Millionen-Metropole. Eine Ausstellung im Kunstverein Ost

Hier feiert noch der Wildwuchs Urständ,

bilden Baugeschehen und

fröhliche Alltagsanarchie eine behördlich

unkontrollierte Allianz.

Der Fotograf machte gleichsam

filmische Serien vonder Verheißung.

Schon mit dem Titel „Repetition“

(Wiederholung) lässt er uns wissen,

womit wir es zu tun haben: mit einer

Situation, die er konkret erlebte, an

der Peripherie seiner Wahlheimat

Moskau. Doch könnte es auch sonst

wo sein, an irgendeinem Großstadtrand,

wo Urbanes die Landschaft

völlig verändert, wo die

gentrifizierten Zentren keine Bewohner

mehr aufnehmen weil das

Wohnen zu teuer oder fürs Familiäre

unmöglich geworden ist.

Gronsky ist der Sohn russischer

Elternaus Tallin. Schon dortinteressierte

ihn der Alltag in den Satellitenstädten

der estnischen Hauptstadt.

Underfotografierte die„Ränder“ der

sich ausdehnenden Metropolen wie

London, New York, Amsterdam,

Riga, Tokio. Berlin war bislang nicht

dabei. Marzahn und Hellersdorf

wurden erbaut, als Gronsky noch

Kind war. Die allegorische Kraft seiner

Bilder aber ist universell.

Kunst

Weißenseer

Grafik-

Mode-Dialog

Die Lehrerin und ihr einstiger

Schüler treffen sich:

Eva Mücke, Modedesignerin

und Grafikerin, bis 2002 Professorin

an der Kunsthochschule

Weißensee, hat dem

Zeichner Peter Schulz Leonhardt

viel mitgegeben. Nun

halten ihre Blätter Zwiesprache,

getragen von den Erfahrungen

der Schulzeit, vomGeben

und Nehmen. Ihre künstlerische

Sprache ist geprägt

von Leichtigkeit und Genauigkeit

zugleich –sogeben sie ein

charmantes, eindrückliches

Bild unserer Modestadt Berlin

wieder. Zwischen Raffinesse

und fantastischer Kostümierung

werden Kleidungscodes,

Schönheit und Geschlecht hinterfragt.

Er nimmt ihren Faden

auf, spinnt ihn weiter, treibt

seine Bildästhetik frei ins Eigensinnig-Theatralische,

Erzählerische,

Fröhlich-Groteske

–und macht seiner Meisterin

alle Ehre. Ingeborg Ruthe

Galerie im Kurt-Schumacher-Haus,

Müllerstr. 163, Mi,Do, Fr 16–18 Uhr,bis

28. Februar,Eintritt frei

KLASSIK

Blackmore’sMusic Lounge (✆ 89 73 48 65)

20.00: Klavierabend mit Nikolai Demidenko

Gethsemanekirche (✆ 44 71 55 68)

20.00: Humboldts Philharmonischer Chor &Humboldts

Studentische Philharmonie, Anne Bretschneider

(Sopran), Günter Papendell (Bariton), Ltg.Constantin

Alex, Wagner:Vorspiel und „Isoldes Liebestod“

aus „Tristan und Isolde“; Brahms: „Ein deutsches

Requiem“ für Soli,Chor und Orchester op. 45

Jacobi-Kirche Kreuzberg (✆ 61 60 96 16)

19.00: Kammerchor des Collegium Musicum, Ltg.

Donka Miteva

Philharmonie/Kammermusiksaal (✆ 25 48 81 32)

20.00: Lucile Richardot(Mezzosopran), Sébastien

Daucé (Orgel) und das Ensemble Correspondances,

„Ayres and Songs“ des englischen Barocks

St. Marien-Kirche Mitte (✆ 242 44 67)

19.00: Hochschulchor &Orchester der HfM Hanns

Eisler Berlin, Consortium Musicum Berlin, Ltg.Ohad

Stolarz, Prof. Justin Doyle u. a., Poulenc: „Quatre

motets pour un temps de pénitence“; Sephardische

Volkslieder;Fauré:„Super flumina Babylonis“, Psalm

136, op. 25, Requiem d-Moll,op. 48

KINDER

Archenhold-Sternwarte (✆ 536 06 37 19)

12.00: Alsder Mond zum Schneider kam

15.30: Krümel und Professor –Die Rettung der Aliens

FEZ Berlin (✆ 530 71 -0)

10.00: FEZ –Kinderund Familien: Das Zauberschloss

–Wissen schafft Magie. Berlins beste Ferien!

Grips Hansaplatz (✆ 39 74 74 77)

10.00: Laura war hier (ab5J.)

Grips Podewil (✆ 39 74 74 77)

18.00: Egotrip, Kinderklub Rakete Jetzt! (ab 9J.)

Planetarium am Insulaner (✆ 790 09 30)

10.30: Raumschiff Erde

Puppentheater Felicio (✆ 44 67 35 30)

16.30: Peter und derWolf(ab 4J.)

Puppentheater Firlefanz (✆ 283 35 60)

16.00: Das tapfere Schneiderlein, Märchen-Puppentheater

(ab 4J.)

Puppentheater Prenzlkasper (✆ 21 79 10 60)

17.00: Schneewittchen, Ulrich Müller-Hönow

Varia Vineta (✆ 43 72 32 44)

16.00: Der gestiefelte Kater (ab 3J.). Anm. erf.

LITERATUR/VORTRAG

Buchhändlerkeller (✆ 55 14 93 58)

19.00: Creative Writing Group, Lesen und Diskutieren

eigener Texte (englisch/deutsch)

Italienisches Kulturinstitut (✆ 26 99 41 -0)

18.00: „Ich mache mein Ding“ –„Faccio la mia

cosa“, Frankie hi-nrg mc,Buchvorstellung (in italienischer

Sprache)

Schwartzsche Villa (✆ 902 99 22 12)

19.30 Großer Salon: Solangeesnoch geht, Hannes

Sonntag,Autorenlesung &Klaviermusik

Urania (✆ 218 90 91)

20.00: Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des

20. Jahrhunderts, Bettina Hitzer,Buchvorstellung und

Gespräch

Vaganten Bühne (✆ 313 12 07)

20.00: Romeo undJulia aufdem Dorfe, Christian

Dieterle, musikalische Lesung mit Gedichten von

Gottfried Keller,vertont vonH.Wolf, J. Brahms, O.

Schoeck, H. Pfitzner u. a.

KONZERT

A-Trane (✆ 313 25 50)

21.00: GaryWiggins &Friends feat.Sam Leigh-Brown

(ov)

AstraKulturhaus (✆ 69 56 68 40)

20.00: The Growlers

b-flat (✆ 283 31 23)

21.30: Conexão Berlin &Guests

Badenscher Hof Jazzclub (✆ 861 00 80)

21.00: Desney Bailey &Jazzband

Cassiopeia (✆ 47 38 59 49)

20.00: Blind Channel, TragedyofMine

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: Real Life

Heimathafen Neukölln (✆ 56 82 13 33)

21.00: The Teskey Brothers, Wilsn

Holzmarkt 25 (Holzmarktstr.25)

19.30 Säälchen: Shkoon, El Mundo &Zazou

Huxleys Neue Welt (✆ 301 06 80 88)

20.00: ASP,Two Minds Collide

Kiste (✆ 998 74 81)

21.00: Clover

Mercedes-Benz Arena (✆ 20 60 70 88 99)

20.00: Andrea Berg

Metropol (Nollendorfpl. 5)

20.00: FreyaRidings

Musik &Frieden (Falckensteinstr.48)

19.30: AProjection, Golden Apes

20.00: Gender Roles, Lingua Nada

Orania.Berlin (✆ 69 53 96 80)

21.00: Orania.SingerSongwriter:ANA

Panda (✆ 44 31 95 57)

20.00: Japal

Philharmonie (✆ 25 48 83 01)

20.00: Strom –Festival für Elektronische Musik:

Kruder &Dorfmeister,KiNK, Stefan Goldmann, Voiski,

Don’t DJ

PrivatClub (✆ 61 67 59 62)

20.00: Lejo,Cleopatra

Quasimodo (✆ 318 04 56 70)

22.30: Thorbjörg Risager &The Black Tornado

Schlot (✆ 448 21 60)

21.00: Maria Baptist Orchestra

Silent Green Kulturquartier (✆ 46 06 73 24)

20.00: KevinDevine +Support:Catt –ASolo Acoustic

Tour Celebrating 10 Years of Brothers Blood

Tommy-Weisbecker-Haus (✆ 251 85 39)

21.00 Schicksaal: The Magic Touch, Offbeat Xplosion

ufaFabrik (✆ 75 50 30)

20.00 Varieté Salon: Alaa Zouiten Quintett, Talking

Oud

Wabe (✆ 902 95 38 50)

20.00: Art.ist (V) –Rhythm: Fabia Mantwill &Gäste

Wild At Heart (✆ 611 70 10)

22.00: ChickenReloaded+Beatmaster-M-Allstars

Yorckschlösschen (✆ 215 80 70)

21.00: The SavoySatellites

Zig Zag Jazz Club (✆ 94 04 91)

21.15: Plejaden Quartett

CLUB

Anita Berber (Gerichtstr. 23)

21.00: Foursome: 2YearEdition, GiZ, Sauerkraut,

Mad Shivers, Kim, Phteven, Faitone

Badehaus (✆ 95 59 27 76)

23.00: Atra Scientia –Winterdance

Beate Uwe (Schillingstr.31)

23.00: Beschäftigungstherapie „Plettes B-Day

Edition“, Dahu, GUZY,Sam. Search, justUS Berlin,

Chris Plettenberg

Berghain (Am Wriezener Bahnhof)

23.59 Panorama Bar:FinestFriday,Hybrasil (live),

Alinka, Mark Broom, Radio Slave

Gretchen (✆ 25 92 27 02)

23.00: Afrohaus, Marsoul, DJ Premps, DJ JC, Chris K,

Afro Haus Soundsystem

Kulturbrauerei/Frannz (✆ 726 27 93 33)

22.00: Rebel Yell –Lovethe 80s!, Hey, my Commander

und RadioRadau

Ritter Butzke (Ritterstr.24)

23.59 4Floors: 10 Years Wasted Unicorns, Oliver

Schories, Thomas Lizzara, Umami u.a.

So What?, Retro u.a.

SO36 (✆ 61 40 13 06)

22.00: Zembil, Masta Sai

Tresor Club (KöpenickerStr.70)

23.59: Tresor.Klubnacht, Galaxian (live), Jensen

Interceptor,Alienata, Lenson

KINO

Kartoffelsalat 3 12.10; Der kleine Rabe Socke 3

12.25; Knives Out 22.40; Das perfekte Geheimnis

23.00; Vier zauberhafte Schwestern 14.40; Die

Wolf-Gäng 12.00,14.20

Wolf (✆ 921 03 93 33)Flussfahrtmit Huhn 16.30;

Das freiwillige Jahr (OmenglU) 19.00; Little Joe –

Glück ist ein Geschäft (OmU) 16.40; Sorry We

Missed You (OmU) 21.10; Vom Gießen des Zitronenbaums

–ItMust Be Heaven (OmU) 19.00; Les

miserables (OmU) 21.00

PANKOW

Blauer Stern Pankow (✆ 47 61 18 98) Das geheime

Leben der Bäume 15.15; Die Heinzels 13.30;

Little Women 17.30, 20.30; Enkel für Anfänger

15.50,18.10,20.30; Spione Undercover 13.40

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (✆ 42 84 51 88) Little Women

14.30, 17.20, 20.15; Parasite 20.00; Spione

Undercover 14.45; Ein verborgenes Leben 14.30,

18.00; Little Women (OmU) 21.30; 1917 –Der

Film (OmU) 20.40; Das geheime Leben der Bäume

16.00; Die Heinzels 14.15; Sorry We Missed You

18.20; Intrige: An Officer and aSpy 14.30, 17.00,

20.30; Intrige: An Officer and aSpy (OmU) 17.30

Kino in der Kulturbrauerei (✆ 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film (OmU) 17.15, 20.00, 22.50; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl15.00; Birds of Prey

(OmU) 20.15; Birds ofPrey (OF) 17.30, 23.00;

Butenland 17.45; Ein verborgenes Leben 19.00;

Die Eiskönigin II14.30; Enkel für Anfänger 14.15,

17.00, 19.00; Das geheime Leben der Bäume

17.00; Die Heinzels 14.30; Intrige: AnOfficer and

aSpy 19.30; Jojo Rabbit (OmU) 14.50, 20.00;

Jojo Rabbit (OF) 16.30, 22.40; Knives Out 14.00;

Knives Out (OmU) 22.40; Lindenberg! 19.30; Little

Women 14.15; Little Women (OmU) 19.40; Little

Women (OF) 16.40; Parasite 21.30; Queen &Slim

(OmU) 22.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers –

StarWars:The Rise of Skywalker (OmU) 22.30; Das

Vorspiel 16.40; Die Wolf-Gäng 14.00

Krokodil (✆ 44 04 92 98) Freies Land 21.15; Gott

existiert, ihr Name ist Petrunya –Gospod postoi,

imeto i‘ ePetrunija (OmU) 19.30; Swimmingpool

am Golan – Eine deutsche Familiengeschichte

(teilw.OmU) 18.00

UCI Kinowelt Colosseum (✆ 44 01 92 00) 1917

–Der Film 16.50,19.50,22.40; 21Bridges 19.50,

22.35; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.20;

Bad Boys forLife17.00,19.40, 22.35; Birds of Prey

14.20, 17.00, 20.00, 22.45; Countdown 22.40;

Midnight Movie: Dark Gods –Die dunkle Seite der

Götter 22.45; Die Eiskönigin II 12.10, 14.35;

Enkel fürAnfänger 14.35, 17.05, 19.40, 22.30; 3D:

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 19.45; Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.10, 14.35,

17.05; Das geheime Leben der Bäume 17.20;

Die Heinzels 12.15, 14.30, 17.10; Die Hochzeit

16.55, 19.40; Jumanji –The Next Level 14.25;

Kartoffelsalat 3–Das Musical 12.05; Knives Out

19.35, 22.40; Latte Igel und der magische Wasserstein

12.15; Little Women 16.45, 19.45; The

Lodge 22.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo! 12.15; Sneak Preview 22.45; Spione

Undercover 12.10; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

14.15, 19.35; Systemsprenger 16.50; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

12.15; Vier zauberhafte Schwestern 14.30; Die

Wolf-Gäng 12.05,14.25

Zeiss-Großplanetarium (✆ 42 18 45 12) Into

the Wild 20.30; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.00; The Peanut Butter Falcon 18.00;

Shaun das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 16.00

REINICKENDORF

CineStar Tegel (✆ 04 51/703 02 00) 1917 –Der

Film 19.20, 22.20; 21 Bridges 19.50, 22.30; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 11.00; Bad Boys

for Life 16.10, 19.40, 22.45; Birds of Prey 11.50,

14.40, 17.30, 20.15, 23.00; Countdown 18.10,

20.35, 23.15; Die Eiskönigin II 11.00, 13.30;

Enkel für Anfänger 14.00, 16.40, 19.30, 22.15;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 17.00,

19.15; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

11.40, 14.15; The Grudge 23.00; Die Heinzels

11.20, 13.30, 15.50; Die Hochzeit 16.50, 20.00;

Jojo Rabbit 17.10; Joker 22.50; Jumanji –The Next

Level 16.20; Kartoffelsalat 3–Das Musical 11.50;

Knives Out 19.35; LatteIgelund dermagische Wasserstein

11.25; Lindenberg! 13.40; Das perfekte

Geheimnis 16.30; Spione Undercover 13.50; 3D:

Star Wars: DerAufstieg Skywalkers 22.00; Vier zauberhafte

Schwestern 11.20, 14.30; Die Wolf-Gäng

11.10, 13.45

SCHÖNEBERG

CinemaamWalther-Schreiber-Platz (✆ 852 30 04) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00; Jojo Rabbit

17.00; Lindenberg! 20.00

Cosima (✆ 85 07 58 02)Als Hitler das rosaKaninchen

stahl 20.15; Judy 18.00

Odeon (✆ 78 70 40 19) Little Women (OmU)

14.30, 17.30, 20.30

Xenon (✆ 78 00 15 30) 2020 Oscar Nominated

Short Films (OmU; Live Action) 18.00; Judy (OmU)

20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (✆ 01 80/505 0211) 1917

–Der Film 19.40, 22.40; Bad Boys for Life 16.40,

19.45, 22.45; Birds ofPrey 17.20, 20.15, 23.00;

Die Eiskönigin II 10.00, 12.00, 14.15; 3D: Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 19.30; Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 10.00, 12.30,

14.50, 17.10; Die Heinzels 10.00, 12.20, 14.30;

Die Hochzeit 16.50, 19.45; Jumanji –The Next Level

16.35; Knives Out 22.35; Spione Undercover

10.00, 14.30; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

22.10; Vier zauberhafte Schwestern 12.15; Die

Wolf-Gäng 10.00,12.10,14.20

Kino im Kulturhaus Spandau (✆ 333 60 81) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 13.45, 18.00; Der

geheime Roman des Monsieur Pick 16.00; Judy

20.15

STEGLITZ

Adria (✆ 01 80/505 07 11) Little Women 14.00,

17.00,20.00

Cineplex Titania Palast (✆ 01 80/505 0520)

1917 –Der Film 17.50, 19.45, 22.45; Bad Boys

for Life 20.00, 23.00; Birds ofPrey 17.00, 20.00,

22.45; Birds ofPrey (OF) 22.45; Die Eiskönigin II

10.00, 12.15, 14.25; Enkel für Anfänger 14.25,

17.00, 19.50; 3D: Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 20.00; Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 10.00, 12.20, 14.45, 17.20; Das geheime

Leben der Bäume 16.45; Die Heinzels 10.00,

12.00, 14.00, 15.55; Die Hochzeit 19.45; Jumanji

16.50; Knives Out 17.00, 20.45, 22.35; Latte Igel

und der magische Wasserstein 10.00, 12.15; Spione

Undercover 10.00, 12.00, 14.30; Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 22.25; Vier zauberhafte

Schwestern 10.00, 12.15, 14.30; Die Wolf-Gäng

10.00, 12.10, 14.25

Thalia Movie Magic (✆ 774 34 40) Birds of Prey

18.00,20.30; Die Eiskönigin II 12.00; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.00, 18.15; Die

fantastische Reise des Dr. Dolittle 10.00, 14.00,

16.00; Die Heinzels 10.00, 14.00; Die Hochzeit

18.00, 20.30; Der kleine Rabe Socke 310.00,

14.00; Knives Out 20.30; Lindenberg! 17.45;

Sneak Preview 20.15; Spione Undercover 12.00,

15.45; Vier zauberhafte Schwestern 12.00, 16.00;

Die Wolf-Gäng 10.00,14.00,15.45

TIERGARTEN

Arsenal (✆ 26 95 51 00) Gaumont: Mein Vater,

das Kind (OmU) 19.00; Gaumont: DieQual vordem

Ende (OmenglU) 21.00; Baskische Regisseurinnen:

Irrintziaren Oihartzunak (u.a.; m. Gästen) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (✆ 040/80 80 69 69)

1917 – Der Film 13.15, 16.30, 19.30, 19.50,

22.40, 23.00; 21 Bridges 17.35,19.40, 22.20; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.45; Bad Boys

for Life 13.45, 17.00, 19.20, 22.10, 22.20; Birds

of Prey 13.40, 16.30, 17.00, 19.00,20.15, 22.30,

23.00; Countdown 17.10, 19.40, 23.00; Die Eiskönigin

II 14.00; Enkel für Anfänger 14.00, 16.50,

20.15, 23.00; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 16.00, 20.15, 23.00; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 13.00, 16.30; Das geheime

Leben der Bäume 16.50; Die Heinzels 13.30; Die

Hochzeit 13.40, 16.00, 19.10; Jojo Rabbit 19.15,

20.00, 22.45; Joker19.30; Jumanji –The Next Level

12.45, 13.25, 16.15, 23.00; Kartoffelsalat 3–Das

Musical 14.00; Knives Out 16.45, 20.30, 23.00;

Lindenberg! 16.20; Little Women 13.30, 16.15,

16.50, 19.20, 19.40, 22.40; The Lodge 20.00,

23.00; Parasite 19.45; Das perfekte Geheimnis

16.30; Queen &Slim 22.40; Spione Undercover

13.00; 3D: Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

15.50, 19.40; Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

13.45, 22.15; Vier zauberhafte Schwestern 14.00

Filmrauschpalast (✆ 394 4344) Little Women

(OmU) 19.00; Once Upon aTime in... Hollywood

(OmU) 21.30

TREPTOW

Astra (✆ 636 1650) Bad Boys for Life 20.00,

22.30; Birds ofPrey 17.45,20.15, 22.30; Die Eiskönigin

II12.30; Enkel für Anfänger 16.00, 18.00,

20.15, 22.30; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 20.00, 22.30; Die fantastische Reise des

Dr.Dolittle 10.00, 12.30, 15.00, 17.30; Das geheime

Leben der Bäume 16.00, 18.00; Die Heinzels

10.00, 12.00, 14.00, 16.00; Die Hochzeit 17.30,

20.00,22.30; Jumanji –The Next Level 15.00; Spione

Undercover10.00;VierzauberhafteSchwestern

10.00, 12.00, 14.00; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.00,

14.00

Casablanca (✆ 677 57 52) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 18.00; Once Upon aTime in...Hollywood

20.30; The Peanut Butter Falcon 16.00

CineStar –Treptower Park (✆ 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film 20.10, 22.50; 21Bridges 19.50,

23.00;Bad Boys forLife 17.00,20.00, 22.45; Birds

of Prey 14.30, 17.20, 20.10, 23.00; Countdown

20.10,22.55;Die Eiskönigin II 11.30,14.20; Enkel

für Anfänger 14.10,16.55, 19.40; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 17.10; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 11.55, 14.30, 20.15; The

Grudge 23.05; Die Heinzels 11.50, 14.15, 16.30;

Die Hochzeit 17.00, 19.50; Joker 22.55;

3D: Jumanji –The Next Level 22.40; Jumanji –The

Next Level 14.05, 17.15; Der kleine Rabe Socke 3

–Suche nach dem verlorenen Schatz 12.00; Knives

Out19.30; Latte Igel undder magische Wasserstein

11.55; Lindenberg! 16.35; 3D: Spione Undercover

11.30; Spione Undercover 14.10; 3D: Star Wars:

Der Aufstieg Skywalkers 11.30; Star Wars: Der Aufstieg

Skywalkers 16.45; Thomasund seine Freunde:

Große Welt! Große Abenteuer! 11.45; Underwater

–Esist erwacht 23.00; Vier zauberhafte Schwestern

14.05; Die Wolf-Gäng 12.00, 14.45

WEDDING

Cineplex Alhambra (✆ 01 80/505 03 11) 1917

–Der Film 16.50, 19.45; Ask Tesadüfleri Sever 2

–Liebe ist nur ein Zufall (OmU) 19.30, 22.20; Bad

Boys for Life 16.50, 19.50, 22.50; Birds of Prey

16.50,20.00, 22.45; Birds of Prey (OF) 22.45; Die

Eiskönigin II12.00, 14.15; Eltilerin Savasi (OmU)

19.30; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

19.45, 22.30; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

10.00,12.30, 14.50, 17.10; Jumanji –The Next

Level 14.20; Rafadan Tayfa 2:Göbeklitepe (OmU)

12.00, 14.00, 17.15; Spione Undercover 12.00;

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers 16.00; Türkler

Geliyor –Adelatin Kilici (OmU) 22.15; Vier zauberhafte

Schwestern 12.00, 14.25; Die Wolf-Gäng

12.00,14.15

City Kino Wedding (✆ 01 77/270 19 76) Final

Girls Film Fest: The Deeper You Dig (OF) 20.00; Final

Girls Film Fest: Kurzfilmprogramm (Social Ills)

18.00; Final Girls Film Fest: Kurzfilmprogramm

(Graveyard Shift) 22.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (✆ 471 4001) Der Atem –The

Breath (teilw.OmU) 22.00; Varda par Agnes (OmU)

20.00; Verrat – Förräderi (OmenglU; m. Vorfilm)

18.00

Toni &Tonino (✆ 92 79 12 00) Die Eiskönigin

II 14.45; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach

dem verlorenen Schatz 13.00; Lindenberg! 17.00,

19.45; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

11.00,13.15,15.30,17.45,20.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (✆ 85 40 60 85) Miles Davis:

Birth of the Cool (OmU) 15.30; DasVorspiel 18.00;

Les miserables (OmU) 20.30

Eva-Lichtspiele (✆ 92 25 53 05) Das geheime Leben

der Bäume 18.00; Little Women 15.15, 20.00;

Die Wolf-Gäng 13.00

ZEHLENDORF

Bali (✆ 8114678) Becoming Animal20.30;Dicktatorship

–Macho Made in Italy 18.00; Dora und

die goldene Stadt 16.00

Capitol (✆ 831 64 17) Little Women14.30, 17.30,

20.30

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (✆ 03 31/271 81 12)

Lemonade (OmU) 19.30; Workshop mit Filmbeispielen

16.00,17.30

Thalia Potsdam (✆ 03 31/743 70 20) Butenland

18.45; Ein verborgenes Leben 20.30; Enkel für

Anfänger 16.30, 18.45; Das freiwillige Jahr 18.30;

DasgeheimeLebender Bäume21.00;Die Heinzels

14.15,16.15; Ich bin Anastasia 14.15; Jojo Rabbit

18.15,20.45; Lindenberg! 16.10,20.45; Sorry We

Missed You 14.00; Das Vorspiel 16.15; Die Wolf-

Gäng 14.00

UCI Luxe Potsdam Center (✆ 03 31/233 70)

1917 –Der Film 17.10, 20.15, 23.00; Bad Boys

for Life 17.00, 20.00, 23.00; Birds of Prey 13.50,

16.30, 20.00, 23.00; Die Eiskönigin II 11.00,

13.50; Enkel für Anfänger 14.00, 17.30, 20.15;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 11.00,

14.15,16.45,19.30, 23.00; Diefantastische Reise

des Dr. Dolittle 11.00, 14.00; Die Heinzels 11.00,

13.30, 15.30; Die Hochzeit 17.00, 20.00; 3D: Jumanji

–The Next Level 23.00; Jumanji –The Next

Level 16.40; Kartoffelsalat 3 11.15; Knives Out

23.00; Lindenberg! 19.40; Little Women 16.50,

19.50; Das perfekte Geheimnis 23.00; Shaun das

Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.15; Star Wars: Der

Aufstieg Skywalkers 13.40, 22.50; Vier zauberhafte

Schwestern 11.15; Die Wolf-Gäng 11.10,14.10

UMLAND

ALA Falkensee (✆ 03322/279 88 77)Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 14.30, 17.00, 19.45

Kino-Cafe Dahme (✆ 03 54 51/343) AlsHitlerdas

rosa Kaninchen stahl 20.00; Latte Igel und der magische

Wasserstein 17.00

Linden-Kino Wusterhausen (✆ 03 39 79/145 93)

Bad Boys for Life 21.15; Die Hochzeit 19.15; Lindenberg!

16.50

Movieland Erkner (✆ 033 62/36 68) Die Hochzeit

17.15, 20.00; Jumanji–The Next Level17.45;Latte

Igel und der magische Wasserstein 15.45; Lindenberg!

20.30; Vier zauberhafte Schwestern 15.00

Kammerspiele Kleinmachnow (✆ 03 32 03/84 75 84)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 18.00; Die Eiskönigin

II 14.00; Knives Out 20.15; Spione Undercover

16.00


18 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

·························································································································································································································································································

Gesundheit

Wedeln nur warm!

Die Zahl der Skiverletzungen steigt. Anstelle der früher üblichen Schienbeinbrüche ist heute meist das Knie betroffen

VonMichael Timm

Sonne und traumhafte

Schneeverhältnisse in den

Alpen haben auch viele Berliner

in den Skiurlaub gelockt.

Doch nicht nur auf den Pisten

herrschte dann Hochbetrieb. Auch

Unfallärzte und Kliniken haben in

der Saison alle Hände voll zu tun.

Denn für immer mehr Wintersportler

endet die Abfahrt ineiner Praxis

oder sogar auf dem OP-Tisch.

Verletzungsrisiko senken

Rund 46 000 Deutsche haben sich

laut Auswertungsstelle für Skiunfälle

im letzten Winter allein beim Skifahrensoschwer

verletzt, dass sie ärztliche

Hilfe benötigten. Das waren 4,5

Prozent mehr als in derVorsaison. Jeder

sechste von Ihnen brauchte sogar

eine stationäre Behandlung in

der Klinik.

Bei aller Vorfreude aufs perfekte

Wedeln sollten Sienicht unvorbereitet

auf die Bretter steigen. „Gerade

das Aufwärmen vor der ersten Abfahrtwirdoft

vernachlässigt“, betont

Volker Smasal aus München. Der

Sportorthopäde und frühere Olympia-Mannschaftsarzt

weiß: „Bereits

ein paar gezielte Übungen, die nur

wenige Minuten dauern, können das

Verletzungsrisiko senken. Die meisten

Fahrer ahnen gar nicht, wie

wichtig eine regelmäßige Skigymnastik

ist. Dabei sollte man vorallem

die Beinmuskulatur stärken. Je eher

man damit beginnt, desto besser ist

man vorVerletzungen geschützt.“

VerletzteKörperregionen alpinerSkifahrer

Frauen Männer

10,6 % 22,9 %

3,6 % 12,1 %

2,8% 2,0 %

11,5 % 9,6 %

Rumpf

Schulter

Hand, Handgelenk

Hüfte,

Oberschenkel

3,7 % 4,6 % Sprunggelenk,Fuß

83 Prozent aller Skiunfälle passieren

ohne Fremdverschulden. „Das

hat meist drei Gründe“, warnt Smasal.

„Die Personen überschätzen sich,

ihr Fahrkönnen und die eigene Fitness.

Zuschnelles Fahren, Übermüdung,

nachlassende Konzentration

und zunehmende Kraftlosigkeit gelten

als weitereRisikofaktoren.“

Jede dritte Skiverletzung betrifft

das Knie. Bei Frauen macht das die

Hälfte aller Skiverletzungen aus, bei

Hals

1,0 % 1,5 %

Männernimmerhin noch ein Drittel.

DerSportmediziner weiß, warum:„Es

liegt am unterschiedlichen Körperbau.

VonNatur aus haben Männer

eher O-Beine, während Frauen mehr

zu X-Beinen neigen. Da die Füße in

den Skistiefeln fest fixiertsind, wirken

bei Stürzen erhebliche Kräfte auf das

Knie. Die kann der Körper bei X-Beinen

viel schwerer ausgleichen als bei

O-Beinen.“ Die Folge: Das Knie verdreht

sich. Seiten- oder Kreuzbänder

Ellenbogen, Unterarm

1,3 % 1,6 %

werden gedehnt, reißen ein oder der

Meniskus wird gequetscht. Zudem

wird diskutiert, ob eventuell das Sexualhormon

Testosteron beim Mann

zu stabilerem Gewebe führt.

Die erste Diagnostik ist auch für

erfahrene Ärzte sehr schwierig. Denn

das Knie ist erst einmal dick und heiß,

es tut weh, und man weiß nicht, ob

man darauf stehen kann oder nicht.

In diesem Fall, so Smasal, sollte der

Verletzte das Knie erst einmal kühlen,

Kopf

Oberarm 2,7 % 1,6 %

Daumen 1,4 % 1,0 %

Knie 43,3 % 26,6 %

Unterschenkel

10,6 % 11,3 %

7,6 % 5,4%

BLZ/GALANTY; QUELLE:ASU AUSWERTUNGSSTELLEFÜR SKIUNFÄLLE 2018/2019

entlasten und abschwellen lassen.

Damitkann man die meisten leichten

Zerrungen schon beheben. Wenn das

Knie allerdings unmittelbar nach einem

Unfall stark anschwillt, kann

man davon ausgehen, dass dieVerletzung

größer ist. Dann ist häufig auch

ein Blutgefäß mit betroffen; es blutet

ins Gelenk, Bänder können gerissen

oder die Kapsel beschädigt sein.

Wenn die Schwellung erst später

kommt, dann ist eseher eine Reaktion

der Schleimhaut und meist nicht

so tragisch. Grundsätzlich gilt das so

genannte P-E-C-H-Schema: Pause,

Eis, Compression und Hochlagern.

Brüche sofortversorgen

Und wenn der Spaß im Schnee tatsächlich

schmerzhaft endet, dann

sollte man als Patient wissen, worauf

es bei der ärztlichen Therapie ankommt.

Da stellt sich zunächst die

Frage,obman sich im Skiortoderlieber

zu Hause behandeln lässt. „Bei

schwereren Verletzungen bringt einen

die Bergwacht mit dem Rettungsschlitten

ins Tal und dort in die

nächste Klinik“, sagt Smasal. „Die

Kollegen dort haben in der Regel viel

Erfahrung mit Skiunfällen und wissen

sehr genau, was zu tun ist. Jeden

Knochenbruch muss man zum Beispiel

gleich versorgen. BeiVerletzungen

an Bändern und Sehnen kann

man jedoch mit einem geschienten

Gelenk nach Hause reisen und die

Schäden erst dort ingewohnter Umgebung

diagnostizieren und behandeln

lassen. Ausgekugelte Schultergelenke

müssen wiederum soforteingerenkt

werden.“

Damit es aber erst gar nicht so weit

kommt, appelliert der Olympia-Doc

an mehr Vernunft beim Skifahren:

„Achten Sie auf richtig eingestellte

Bindungen und tragen Sie einen

Helm. Undgenießen Sienicht zu viel

Glühwein oder Jägertee. Denn Alkohol

schränkt Koordination und Konzentration

enorm ein. Die letzte Abfahrtendet

sonst schnell auf dem OP-

Tisch.“

Pankow macht gesund

Neue Reha-Tagesklinik für 16 Millionen Euro wird gebaut

FRIEDRICHSHAINER SPRECHSTUNDE

12. Februar 2020

17:00 –19:00 Uhr, Raum 15.0.008

Anmeldung

erforderlich!

Tel. 030 -

130 231306

VonStefanie Hildebrandt

Auf einem Filetgrundstück im

Herzen Pankows tut sich was.An

der Berliner Straße, zwischen Libanesischer

Botschaft und der Pankower

Kirche, haben Bagger die ehemaligen

Kfz-Werkstätten eines Autohandels

dem Boden gleich gemacht.

Bauvorbereitende Maßnahmen laufen

auf dem Gelände und ganz Pankow

fragt sich: Waswird dabloß gebaut?

Als im späten Herbst letzten Jahres

die Baugenehmigung für den

neuen Bauherren, die Michels Unternehmensgruppe

erteilt wurde,fackelten

die Planer nicht lange. Bei

manchen Projekten in Pankow

kenne man es ja andersherum, heißt

es aus dem zuständigen Bezirksamt.

Da würden Genehmigungen erteilt

und es passierelange Zeit gar nichts.

Hier habe man es offenbar sehr ernst

gemeint mit dem Bauvorhaben und

aufs Gaspedal gedrückt. Denn schon

im kommenden Frühjahr soll auf

So könnte sie aussehen, die Reha-Tagesklinik

MICHELS KLINIKEN

dem Grundstück in der Mitte Pankows

ein neues Reha-Zentrum entstehen.

Sechs Geschosse wird das

Gebäude haben, das mit 35-Meter-

Front bis an die Straße heranreichen

wird.

Auf drei Etagen soll die Reha-Tagesklinik,

die bis jetzt im ForumPankow

an der Damerowstraße ihren

Sitz hatte, einziehen, die weiteren

Geschosse sind für Wohnungen zur

Miete vorgesehen.

Das Berliner Architekturbüro

Gnädiger hat die Entwürfe geliefert.

Der Bauherr, die Michels Unternehmensgruppe,

betreibt bereits die

Reha-Tagesklinik im ForumPankow.

Dieneue Reha-Klinik wirdimUntergeschoss

mit Therapie- und Sporträumen,

außerdem einem

Schwimmbad, einer Saunaund Umkleideräumen

ausgestattet. Im Erdgeschoss

ziehen das Patientenrestaurant,

die Diätküche, Empfang

und Seminarräume ein.

Vomdritten bis zum fünften Geschoss

entstehen zwölf Zwei- und

Dreiraumwohnungen mit 50 bis 70

Quadratmetern. 16 Millionen Euro

will das Familienunternehmen investieren.

Im Frühjahr 2021 soll der

Bau fertig sein. Die Unternehmensgruppe

betreibt bundesweit Rehabilitationskliniken,

unter anderem

auch die Brandenburgklinik in der

Bernauer Waldsiedlung, wo einst die

DDR-Staatsführung abgeschottet

lebte, Seniorenresidenzen und Hotels.

Die Behandlung der Arthrose

an Hüft- und Kniegelenk

Nichtoperative und operative Behandlungsmöglichkeiten

Referent

Dimitar Milev

Oberarzt

Sektion Orthopädie

Veranstalter

Dr. Markus Steinmetz

Leitender Arzt der Sektion Orthopädie

Abteilungfür Wirbelsäulenerkrankungen

undEndoprothetik

Priv.-Doz. Dr. Thomas Fuchs

Chefarzt desZentrums fürMuskuloskelettale

Medizin,Klinik fürOrthopädie, Unfall-,HandundWiederherstellungschirurgie

Bei Rückfragen: Tel. 030 130 23 1306

LandsbergerAllee 49,10249 Berlin

www.vivantes.de/kfh

Titelfoto: ©Monique Wüstenhagen

Do,13. FEBRUAR 2020 | 18.00 Uhr

Bluthochdruck

Gerade richtig!

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Ab 2020 für Berlin und

Brandenburg

Referent:

Dr. med. Peter H. Thaller, MSc

Dr. med.

Leiter Abteilung 3D-Chirurgie

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Beinlängen-Differenzen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Promenadenstraße 3–5

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Altersabhängige

Makula-Degeneration

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Mi., 19.02.2020, 16:00 Uhr

Referent: Priv.-Doz. Dr. med.

Joachim Wachtlin, Chefarzt

der Abteilung für Augenheilkunde

am Sankt Gertrauden-

Krankenhaus

Ort: ABSV, Auerbachstr.7,

14193 Berlin

(Nähe S-Bhf. Grunewald)

Eintritt frei! Anmeldung:

Tel. 030 895 88-151, E-Mail:

berlin@blickpunkt-auge.de

Unterstützt von der Blindenstiftung

„ Weißer Stock” Berlin


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 – S eite 19

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Sport

Herthas Verteidiger Jordan Torunarigha wurde beim Pokalspiel auf Schalkerassistisch beleidigt.

CONTRAST PHOTOAGENTUR/O. BEHRENDT

„Viele Fankurven sind inzwischen sensibilisiert“

Robert Claus, der zum Thema Rassismus im Fußball forscht, spricht über den jüngsten Eklat auf Schalke, den Fall Tönnies und Berliner Verhältnisse

Robert Claus arbeitet seit

2015 bei der „Kompetenzgruppe

Fangruppen und

Sportbezogene Soziale Arbeit“.

Im September 2017 erschien

sein Buch „Hooligans.Eine Welt zwischen

Fußball, Gewalt und Politik“.

Im Interview spricht er über die rassistischen

Beleidigungen, die der

Berliner Profi Jordan Torunarigha in

Form vonAffenlauten beim DFB-Pokalspiel

auf Schalke erlebte und wie

sich die Fußballklubs dem Thema

Rassismus widmen.

Herr Claus, wie bewerten SiedenVorfall

auf Schalke?

Man kann an diesem Vorfall verschiedene

Sachen ablesen: Zum einen

gibt es einen gesellschaftlich tief

verwurzelten Rassismus, der sich in

einer langen Liste an Beispielen ausdrückt,

wo sich einzelne Fans rassistisch,

antisemitisch oder anderweitig

diskriminierend äußern. Affenlaute

sind leider dafür ein klassisches

Beispiel. Mankann aber auch sehen,

dass es inzwischen eine große Aufregung

darum gibt. Große Teile der

Medien und Fans sind für dieses

Thema sensibilisiert und nehmen

das Ganzezum Glück sehr ernst.

Hat sich das im Laufe der Jahre Ihrer

Meinung nach gewandelt?

Wenn man sich die Geschichte

des Fußballs anguckt, waren Affenlaute

und rassistische Rufe vorallem

gegen schwarze Spieler in den 80erund

90er-Jahren noch viel normaler.

Viele Fankurven haben in der Zwischenzeit

einen Selbstreinigungsprozess

mitgemacht. Gerade

Schalke und Frankfurtsind dafür bekannt,

dass sie innerhalb ihrer Ultraszene

diskutiertund regulierthaben,

rassistische und antisemitische Rufe

nicht zu dulden. Es gibt die Schalker

Faninitiativegegen Rassismus schon

seit vielen Jahren. Es gibt eine Ultraszene,die

sich gegen Rassismus ausgesprochen

hat. Jetzt gab es diesen

Vorfall auf Schalke, aber man muss

zur Kenntnis nehmen, dass der nicht

aus dem Herzen der Ultraszene kam,

sondernaus einem Randbereich der

Fans. Und von daher ist es auch gut,

dass sich viele Fans und Vereinsoffizielle

sofortkritisch geäußerthaben.

Schalke ist in diesem Zusammenhang

nicht ganz unbescholten.

Komplexer wird der Fall, wenn

man noch mal in den letzten Sommer

zurückblickt, wo sich der Aufsichtsratsvorsitzende

Clemens Tönnies

rassistisch geäußert hat –nicht

im Stadion, aber in einer Rolle, wo

der Fußball eigentlich als gesellschaftliches

Vorbild dienen soll. Da

sieht man eine starke Diskrepanz.

BeiFans,die im Randbereich stehen,

gibt es eine schnelle Reaktion und es

wird verurteilt. Wenn eine rassistische

Aussage allerdings von einem

wirtschaftlich wichtigen Mitglied eines

Führungsgremiums kommt, tun

sich die Eliten des deutschen Profifußballs

ungleich schwerer.

Wie Sie schon sagten: Die Aufregung,

was dieses Thema betrifft, ist größer

geworden. Dennoch kehrt auch

schnell die Normalität zurück.

Es gibt einen größeren Teil von

Profifußballklubs, die dieses Thema

mittlerweile sehr ernst nehmen und

auch adressieren. Da denke ich nicht

nur an Schalke und Hertha, sondern

auch an Borussia Dortmund und die

lange Geschichte des FC St. Pauli

und seiner Fanszene.Der Fußball als

Vereinslandschaft ist allerdings sehr

heterogen, nicht alle Vereine nehmen

das gleichermaßen ernst. Die

entscheidende Frage ist, wie entwickelt

sich das langfristig.

Haben SieBeispiele dafür?

Auf Schalke gibt es zum Beispiel

eine Stelle,wosich Fans während eines

Spieltags melden können, wenn

sie einen diskriminierenden Vorfall

beobachtet haben. Borussia Dortmund

hat eine Strategie erarbeitet,

wie sie gegen Diskriminierung und

Rechtsextremismus arbeiten wollen.

Es gibt vielerorts wichtige sozialpädagogische

Fanprojekte. Die Fußball-

und die Fanlandschaft haben

sich sehr ausdifferenziert, innerhalb

der Fanszenen gibt es von extrem

rechten bis hin zu den Fans,die sich

sehr aktiv gegen Diskriminierung

engagieren, alles. Auf der Vereinslandschaft

findet man vonVereinen,

die fast gar nichts zu dem Thema

machen, bis zu Vereinen, die es strategisch

ernst nehmen, alles. Pauschalurteile

über den Fußball helfen

uns nicht weiter.

Wassind die Ursachen, weshalb sich

einige Vereine intensiver den Kampf

ZUR PERSON

RobertClaus, 1983 in Rostock geboren, absolvierte 2011 den Abschluss als Magister der

Europäischen Ethnologie und Gender Studies an der Humboldt-Universität. Ehrenamtlich arbeitete

er im Presseteam des Berliner Fußballvereins Türkiyemspor.Nach mehreren Lehraufträgen

an verschiedenen Universitäten arbeitet er seit 2015 bei der „Kompetenzgruppe Fankulturen

und Sportbezogene Soziale Arbeit“ in Hannover. 2017 erschien das Buch „Hooligans.

Eine Welt zwischen Fußball, Gewalt und Politik“.

Vorsänger im Bergmannschor:Clemens Tönnies (mit Schal).

TEAM2/IMAGO IMAGES

gegen Rassismus angenommen haben

als andere?

Dassind drei Aspekte: Zumeinen

gibt es eine gestiegene gesellschaftliche

Erwartungshaltung gegenüber

Fußballklubs, die eben nicht nur

Sport- und Wirtschaftsunternehmen

sind, sondern auch eine gesellschaftliche

Verantwortung haben in

Bezug auf das Thema Anti-Diskriminierung.

Zudem hat es auch Proteste

von Fans gebraucht, um solche Vorfälle

zu skandalisieren und einen

Druck aufzubauen, damit sich Vereine

und Verbände damit beschäftigen.

Unddrittens gibt es in den Vereinen

und Verbänden mittlerweile

viele Menschen, die das Thema sehr

ernst nehmen. Beiden Vereinen sind

das nicht selten die Fanbeauftragten

oder Leute, die aus der Fanszene

kommen, die ein Gefühl dafür haben,

warum Rassismus in der Fankurve

nichts zu suchen hat. Ichhabe

Tönnies’ Aussage als einen Tritt in

die Kniekehle von vielen wahrgenommen.

Weil die Konsequenzen für seine Äußerungen

gegenüber den Bewohnern

Afrikas anschließend kaum zu spürenwaren.

Der Skandal hatte eine Tragweite

von mehreren Wochen, er ist also

keineswegs untergegangen. Das

Dramatische daran aber ist, dass

Vieles verpufft ist. Es gibt eine kritische

mediale Aufmerksamkeit und

Fans,die gegen Tönnies’rassistische

Aussagen protestierten, an seinen

Netzwerken und seiner Position hat

das aber nichts geändert. Letztlich

hatte der Vorfall keinerlei ernstzunehmende

Konsequenzen.

Würde es Sinn machen, einen Verein

zu sanktionieren, der sich nicht entschieden

gegen Rassismus stellt?

Man darf diese Diskussion nicht

pauschal führen. Es macht einen

Unterschied, ob ich es mit einem

Standortzutun habe,woder Verein,

das Fanprojekt oder Teile der Fanszene

schon seit langem gegen Rassismus

arbeiten. Es gibt die Schalker

Faninitiativegegen Rassismus schon

seit 20 Jahren. Aber es gibt auch Vereine,

die das Thema 30 Jahre kaum

ernstgenommen haben wie den

Chemnitzer FC bis zum März 2019

(Bei einem Regionalligaspiel gegen

dieVSG Altglienicke wurde um einen

verstorbenen Neonazi getrauert, d.

Red.). Ichbin für Maßnahmen offen,

aber sie müssen am konkreten Fall

ausgerichtet sein. Im Grunde muss

es stets das Ziel sein, die positiven

Kräfte zu unterstützen und zu schützen.

Rassismus ist ein Problem auf allen

Ebenen des Fußballs. Haben es höherklassige

Vereine einfacher als ein

Amateurklub, eine Anti-Rassismus-

Kultur zu schaffen?

Amateurvereine sind lokal verankert

und haben eine viel kleinere

Fankultur,dazu sind sie eher im breiten

Jugendfußball unterwegs. Die

Statistik des DFB besagt, dass es bei

weniger als 0,3 Prozent aller Spiele

Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung

gibt. Das erheben sie über

Schiedsrichter, die Vorfälle im Spielberichtsbogen

angeben sollen. Auch

dieses System hat eine Dunkelziffer,

aber immerhin wird etwas erhoben.

Genauso wie Profiklubs dazu aufgerufen

sind, mit ihren Fans präventiv

zu arbeiten, gilt das auch für die

Amateure und ihre Mitglieder. Und

natürlich gibt es auch hier die gleiche

politische Bandbreite wie im

Profifußball.

Im Berliner Fußball gibt es den Verein

Hürtürkel, der immer wieder durch

antisemitische Vorfälle auffällig

wurde. Inwieweit begegnet man dieser

Form im Vergleich zur Diskriminierung

vonrechts?

Wir haben es hier mit einem Verein

mit einer Migrationsgeschichte

jüngerer Zeit zu tun. Schalke ist übrigens

stark durch polnische Bergarbeiter

geprägt, aber die Geschichte

liegt länger zurück. Undesist schwer

das zu vergleichen, weil die Öffentlichkeit

und die finanzielle Ausstattung

auf ganz unterschiedlichen Niveaus

liegen. Was im Kern aber

bleibt: Alle Fußballvereine sind aufgerufen,

sich mit diskriminierenden

und menschenfeindlichen Einstellungen

zu beschäftigen. Und dazu

gehören Rassismus, Antisemitismus

und im Übrigen auch Schwulenfeindlichkeit.

Wieschätzen Siedie Lage in Berlin generell

ein?

Der Berliner Fußballverband hat

sich in den letzten Jahren hervorgetan

durch Veranstaltungen und Bildungsangebote.

Die Frage jedoch,

wie das Thema Anti-Diskriminierung

in der Ausbildung inhaltlich

verankert wird, also bei Trainer-und

Schiedsrichterscheinen, stellt sich

seit langem. Damit das Thema in allen

Kreisen, die eine Rolle spielen,

ankommt.

Wie bewerten Sie den deutschen

Kampf gegen Rassismus im Stadion

im Vergleich zum Ausland?

Wenn man sich europaweit umguckt,

muss man sagen, dass der

englische Fußballverband zu diesem

Thema schon lange arbeitet und in

Deutschland eine recht breite Landschaft

an Präventionsprojekten existiert,

die es weiter auszubauen gilt.

Wenn man den Blick nach Osteuropa

wendet, ist die Landschaft dort

ungleich karger.Esgibt auch wenige

Institutionen und Fangruppen, die

sich dem Thema Rassismus widmen,

aber Rassismus und Antisemitismus

sind, wie auch im italienischen Fußball,

oft zu finden.

DasGespräch führte Benedikt

Paetzholdt.


20 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Sport

ZAHLEN

Fußball

Bundesliga, 21. Spieltag

Eintr.Frankfurt−FCAugsburg Fr., 20.30

VfL Wolfsburg−Düsseldorf Sa., 15.30

SV Werder Bremen −Union Berlin Sa., 15.30

Hertha BSC−Mainz 05 Sa., 15.30

SC Freiburg−Hoffenheim Sa., 15.30

FC Schalke04−SC Paderborn Sa., 15.30

Leverkusen −Bor.Dortmund Sa., 18.30

M'gladbach−1.FCKöln So., 15.30

München−RBLeipzig So., 18.00

1 München 20 58: 23 42

2 RB Leipzig 20 53: 25 41

3 Bor.Dortmund 20 56: 28 39

4 M'gladbach 20 38: 23 39

5 Leverkusen 20 31: 24 34

6 FC Schalke04 20 31: 26 34

7 Hoffenheim 20 31: 31 33

8 SC Freiburg 20 29: 30 29

9 VfL Wolfsburg 20 24: 25 27

10 FC Augsburg 20 33: 39 26

11 Eintr.Frankfurt 20 32: 31 25

12 Union Berlin 20 23: 32 23

13 Hertha BSC 20 24: 34 23

14 1. FC Köln 20 27: 38 23

15 Mainz 05 20 28: 47 18

16 SV Werder Bremen 20 25: 46 17

17 Düsseldorf 20 19: 41 16

18 SC Paderborn 20 25: 44 15

Zweite Liga, 21. Spieltag

Dyn. Dresden−Darmstadt 98 Fr., 18.30

Sandhausen−Heidenheim Fr., 18.30

VfB Stuttgart−Erzg.Aue Sa., 13.00

Hamburger SV −Karlsruher SC Sa., 13.00

VfL Osnabrück−Nürnberg Sa., 13.00

Arm. Bielefeld−Regensburg So., 13.30

Gr.Fürth−Hannover96 So., 13.30

SV Wehen −VfL Bochum So., 13.30

Kiel −FCSt. Pauli Mo., 20.30

1 Arm. Bielefeld 20 37: 21 38

2 Hamburger SV 20 43: 21 37

3 VfB Stuttgart 20 34: 25 35

4 Gr.Fürth 20 30: 24 31

5 Heidenheim 20 27: 21 31

6 Erzg.Aue 20 29: 27 30

7 Regensburg 20 33: 30 29

8 VfL Osnabrück 20 28: 24 27

9 Kiel 20 32: 31 27

10 Sandhausen 20 24: 23 27

11 Darmstadt 98 20 23: 28 23

12 FC St. Pauli 20 25: 27 22

13 Nürnberg 20 29: 38 22

14 Hannover96 20 24: 33 22

15 SV Wehen 20 24: 37 21

16 VfL Bochum 20 33: 39 20

17 Karlsruher SC 20 29: 39 20

18 Dyn. Dresden 20 18: 34 17

Dritte Liga, 23. Spieltag

Duisburg −Braunschweig Fr., 19.00

Kaiserslautern−Pr. Münster Sa., 14.00

KFC Uerdingen −Großaspach Sa., 14.00

Hansa Rostock−Unterhaching Sa., 14.00

Viktoria Köln−B.München II Sa., 14.00

Magdeburg −SVMeppen Sa., 14.00

München−SVWaldhof Mannheim Sa., 14.00

Würzb.Kickers−Ingolstadt So., 13.00

Chemnitzer FC−Hallescher FC So., 14.00

FC CZ Jena−FSV Zwickau Mo., 19.00

1 Duisburg 22 46: 29 43

2 Ingolstadt 22 45: 25 41

3 Unterhaching 22 33: 24 39

4 SV Waldhof Mannheim 22 35: 26 37

5 Braunschweig 22 34: 30 34

6 München 22 35: 32 33

7 Hallescher FC 22 38: 27 32

8 SV Meppen 22 41: 32 31

9 Hansa Rostock 22 28: 29 31

10 Kaiserslautern 22 37: 38 30

11 Würzb.Kickers 22 40: 42 30

12 KFC Uerdingen 22 24: 30 30

13 B. München II 22 39: 42 29

14 Magdeburg 22 29: 24 28

15 FSV Zwickau 22 35: 33 28

16 Viktoria Köln 22 39: 47 25

17 Chemnitzer FC 22 35: 39 24

18 Pr.Münster 22 32: 45 19

19 Großaspach 22 21: 46 18

20 FC CZ Jena 22 22: 48 13

RegionalligaNordost, 20. Spieltag

Rathenow−Hertha II Fr., 19.00

Nordhausen−Fürstenwalde Fr., 19.00

Dynamo −Halberstadt Sa., 13.30

Chemie Lei. −Bischofswerda Sa., 13.30

Cottbus−Lok Leipzig Sa., 16.00

Viktoria −Babelsberg So., 13.30

Berliner AK−Lichtenberg 47 So., 13.30

Meuselwitz−Altglienicke So., 13.30

1 Altglienicke 19 51: 23 41

2 Cottbus 18 42: 24 39

3 Lok Leipzig 18 31: 18 37

4 Hertha II 19 50: 32 32

5 Dynamo 19 26: 22 32

6 Fürstenwalde 19 37: 30 27

7 Auerbach 19 33: 40 26

8 Viktoria 18 17: 13 25

9 Berliner AK 19 37: 32 24

10 Lichtenberg 47 18 20: 23 23

11 Meuselwitz 18 28: 31 21

12 Chemie Lei. 19 18: 22 20

13 Nordhausen 17 37: 27 18

14 Rathenow 19 18: 39 17

15 Halberstadt 19 21: 38 13

16 Babelsberg 18 17: 34 13

17 Bischofswerda 18 16: 51 10

DerRegionalliga-Meister Nordost spielt im Play-offgegen den Regionalliga-

Meister West um den Aufstieg in die Dritte Liga. Die drei anderen Regionalliga-

Meister steigen direktauf.Der FC Rot-Weiß Erfurtmuss den Spielbetrieb wegen

Insolvenz einstellen.

Mr.Pokal

Robert Andrich schießt im Achtelfinale des DFB-Pokals in Verl das Siegtor für den 1. FC Union –wer sonst?

VonMathias Bunkus

Wie so oft in völlig unverdächtig

klingenden

Namen steckt da weit

mehr drin, als auf den

ersten Blick ersichtlich ist. Gernot

sieht harmlos aus, ist aber seiner

Herkunft nach aus dem altgermanischen

der Speer-Schwinger in der

Not. Auch Robert, der auf den ersten

Blick völlig unscheinbar daherkommt,

hat etymologisch eine tiefereBedeutung.

Es ist laut Wikipedia

die normannische Namensform des

Hrod-berth und bedeutet so viel wie

glänzender Ruhm.

Folglich konnte es im Pokal-Achtelfinale

in Verl für den 1. FC Union

kaum einen trefflicheren Siegschützen

geben als eben Robert Andrich,

dem der Boulevard schon den nahezu

normannisch anmutenden

Beinamen Robert, der Eklige verpasst

hat. Nicht, weil er als Typsoeklig

ist, sondern weil seine robuste

und und physische Spielweise bei

den Widersachern Unbehagen hervorruft.

Kämpferherz bewies der 25-

Jährige nun auch in Ostwestfalen, als

er die Köpenicker knapp vier Minuten

vor dem Ende der offiziellen

Spielzeit in die Runde der letzten

Acht schoss.

Dank der Kollegen

Ein Ruhmesblatt war der Kick gegen

den aufstiegsambitionierten Regionalligisten

zwar eher nicht, aber allein

der Einzug ins Viertelfinale beschertden

Eisernen neben einer satten

Prämie von 1,4 Millionen Euro

weiter Respekt und Renommee in

diesem so aufregenden ersten Spieljahr

in der Bundesliga.

„Wann standen wir zuletzt im

Viertelfinale? Vor15Jahren oder so?

Vor19? Da lag ich ja nicht schlecht“,

freute sich die nach der Winterpause

erblondete Kämpfernatur

über das Weiterkommen, das er mit

seinem beherzten Einsatz möglich

gemacht hatte.Soersparte er dem 1.

FC Union eine kräftezehrende Verlängerung,

die angesichts des bevorstehenden

Ausflugs nach Bremen

am Sonnabend zu einem Duell

um den Klassenerhalt, vonden Kollegen

einhellig begrüßt wurde. „Ich

bin froh, dass wir das in 90 Minuten

geschafft haben“, sagte stellvertretend

Unions Verteidiger Christopher

Lenz.

Der Dank galt speziell Andrich,

der so etwas wie Unions Mr. Pokal

ist. Während er in der Liga bislang

Kämpfernatur:Unions RobertAndrich.

GETTY IMAGES/STARKE

Favoriten, welche Favoriten?

leer ausging, verewigte er sich im

Cup injeder Runde als Torschütze.

Wie inVerl war sein Treffer in der

zweiten Runde beim 3:1-Sieg in

Freiburg, als er Union kurz vor

Ende mit 2:1 in Front brachte, ein

eminent wichtiger. Ein Treffer des

puren Willens: Situation antizipiert,

Ball mit robustem, aber fairen

Körpereinsatz erobert, abgezogen

aus spitzem Winkel –drin. „In

die Verlängerung wollte ich nicht

unbedingt, da habe ich mir gesagt,

mach ihn rein“, witzelte der gebürtige

Potsdamer, dessen Stationen

vor Union (Heidenheim, Wiesbaden,

Dresden und Hertha-Nachwuchs)

nicht zwingend auf nachhaltigen

Ruhm hingedeutet hatten.

Einbisschen Glück war auch dabei,

wie Andrich augenzwinkernd kommentierte:

„Der Ball ist mir diesmal

etwas abgerutscht, vielleicht war

das auch ganz gut so.“

Dergroße Heimspielwunsch

Nunsind es nur noch zwei Spiele bis

zum Finale. Wenn Mr. Pokal weiter

so abliefert, müsste er noch in den

kommenden beiden Runden treffen,

dann könnte das Berliner Olympiastadion

am 23. Mai ein Endspiel mit

hauptstädtischer Beteiligung erleben,

was zuletzt ja 2001 (Union gegen

Schalke) und davor 1993 (Hertha-Bubis

gegen Leverkusen) der Fall

gewesen war.

Dass es dazu auch des Losglücks

bedarf, ist klar. Losfee Cacau

müsste am Sonntag im Rahmen

der ARD-Sportschau den Eisernen

am besten ein Heimspiel zuteilen.

„Das habe ich hier noch nie erlebt.

Es wäre mal Zeit“, meint Kapitän

Christopher Trimmel, der ja immerhin

seit 2014 schon ein Eiserner

ist. Andrich möchte dem Glück

auf unerwartete Weise nachhelfen.

„Beim letzten Mal habe ich mir ein

Heimspiel gewünscht und wir haben

Verl zugelost bekommen. Jetzt

wünsche ich mir ein Auswärtsspiel,

vielleicht dürfen wir dann mal zu

Hause ran“, sagte der Mittelfeldspieler

grinsend.

Zunächst ist aber Ligaalltag. Und

in Bremen, wo der Einsatz von Marcus

Ingvartsen (Knöchel) und Rafal

Gikiewicz (Knieprobleme nach Rettungstat

in der Schlussphase) gefährdet

zu sein scheint, könnte er

sich einen anderen, den Torwunsch

erfüllen. „Irgendwie hat mir in der

Bundesliga bisher das Glück gefehlt.

Vielleicht ändert sich das ja schon

am Sonnabend“, hofft Andrich.

Der 1. FC Saarbrücken ist der erst dritte Viertligist in der Geschichte des DFB-Pokals, der das Viertelfinale erreicht

Heldenstatus: Christopher Schorch feiertnach seinem verwandelten Elfmeter. DPA/DIETZE

Das Saarland, eine einzige Erfolgsgeschichte.

Heiko Maas

zum Beispiel. Als Ministerpräsident

nicht ganz so erfolgreich, reüssierte

er als Bundesminister der Justiz und

für Verbraucherschutz und als Chef

des Außenamtes. Oder Oskar Lafontaine

und seine Verdienste um SPD

und Linke. Nicht zu vergessen: Annegret

Kramp-Karrenbauer. Ja, und

dann noch Daniel Batz und Christopher

Schorch, 1. FC Saarbrücken,

Pokalhelden seit Mittwochabend.

Letzterer verwandelte den entscheidenden

Elfmeter und ließ sich von

den euphorisierten Saarbrücker

Fans in der Kurve feiern. „Meine

Fresse, wie geil is dat denn“, brüllte

der Stadionsprecher des Saarbrücker

Regionalligisten nach dem 5:3-

Sieg im Elfmeterschießen gegen den

Zweitligisten Karlsruher SC im DFB-

Pokal.

Nach 120 torlosen Minuten hatte

Saarbrückens Torhüter Batz den

dritten Elfmeter von David Pisot pariert.

„Das wird man hier so schnell

nicht vergessen“, schwärmte dessen

Trainer Lukas Kwasniok: „Das war

heute ein typischer Fight, am Ende

hatten wir auch Glück.“ Dadurch gelang

Saarbrücken als erst drittem

Viertligisten in der Geschichte des

DFB-Pokals nach dem 1. FC Magdeburg

(Saison 2000/01) und Holstein

Kiel (2011/12) der Einzug ins Viertelfinale.

Der 38 Jahre alte Kwasniok,

den eine langjährige Vergangenheit

als Spieler und Trainer mit dem KSC

verbindet, hatte bei den Saarländern

erst im Dezember die Nachfolge von

Dirk Lottner angetreten. Nach dem

überraschenden Viertelfinaleinzug

im ersten Pflichtspiel als Coach der

Saarbrücker gab sich Kwasniok demütig.

„Ich darf jetzt als verantwortlicher

Trainer die Lorbeeren einstrei-

chen. Das tue ich gerne, aber ohne

zu vergessen, woher das Ganze gekommen

ist“, sagte der gebürtige

Pole, der „vier Wochen Quälerei und

Plackerei“ als Grundlage für den Einzug

des dreimaligen Pokal-Halbfinalisten

in die Runde der letzten Acht

nannte.

Auf das erste Saarbrücker Pokal-

Viertelfinale seit 1985, das am Sonntagabend

(18 Uhr/ARD) ausgelost

wird, schaut Kwasniok voller Vorfreude,gönnt

seiner Mannschaft jedoch

erst mal ein paar Tage zur Regeneration.

„Wir versuchen, den

nächsten Gegner im Pokal natürlich

auch wieder zu ärgern. Wir werden

jetzt feiern, dann vier Tage frei machen

und ab Montag wieder mit

Vollgas in Richtung Punkterunde

starten“, sagte Kwasniok. Auch im

Viertelfinale gegen Bayern München,

Leverkusen oder Union ist für

den FCS weiter alles möglich. Das

weiß auch Kwasniok, der nach der

beherzten Vorstellung seines neuen

Teams augenzwinkernd vorausschaute:

„Die Favoriten sind ja gestern

schon ausgeschieden. Es wird

leichter, den Pokal zu holen.“ (BLZ,

sid)

Eine

historische

Nacht

Netzhoppers schenken Coach

Culic einen Sieg beim VfB

Mirko Culic ist schon sehr lange

Volleyballtrainer. 21Jahre ungefähr,

allein bei den Netzhoppers

KW-Bestensee dirigiert der in Jugoslawien

geborene Coach die Volleyballer

im zwölften Jahr. Also hat er

nicht nur viele Bundesliga- und

Zweitligaspiele miterlebt, sondern

auch viele Busfahrten zu Auswärtspartien.

Das Spiel am Mittwochabend

beimVfB Friedrichshafen und

die anschließende Busfahrt in seinen

57. Geburtstag hinein, wird Culic

aber wohl so schnell nicht vergessen.

Denn ganz offenbar hielt die

Fahrt, was der Verein kurznach dem

Erfolg am Bodensee im sozialen

Netzwerk angekündigt hatte: Unter

dem Titel „Auswärtssieg“ stand dort:

„Der Wahnsinn!!!! Wir gewinnen

beim VfB Friedrichshafen Volleyball

3:1 (25:16; 25:19; 18:25; 25:23). Da

kann die Geburtstagsparty im Bus

für unseren Coach starten. #netzhoppers

#gowild #auswärtssieg #daserstemalinhafen.“

Daneben postierte das Team in

der Friedrichshafener Arena, Kapitän

Dirk Westphal hielt die Obstkiste

in die Kamera, die er als„wertvollster

Spieler“ der Partie erhalten hatte.

„Historische Nacht für uns“, kommentierte

er den ersten Sieg der

Netzhoppers gegen Friedrichshafen

überhaupt. Trainer Culic ballte die

Hand zur Faust. Mitdem Sensationserfolg

gegen den früheren Dauermeister

haben die Brandenburger

ihrem Trainer ein perfektes Geschenk

gemacht. „Der Tagwird mir

noch lange in Erinnerung bleiben“,

schrieb Culic noch nachts auf der

Kapitän DirkWestphal jubelt über den

Coup am Bodensee. IMAGO IMAGES/HAFNER

zehnstündigen Heimfahrt in einer

Nachricht an Manager Arvid Kinder.

Die Netzhoppers haben nun in

der Rückrunde zehn vonzwölf möglichen

Punkten geholt. Sieben Spiele

hat die Mannschaft, derzeit Tabellenachter,

inder Hauptrunde noch

vor sich. Außenangreifer Jan Jalowietzki

sagte: „Wir haben uns durch

die vergangenen Auftritte Respekt in

der Bundesliga verschafft.“ Auch gegen

Düren gewann das Team. Sein

Mannschaftskamerad Theo Timmermann

ergänzte: „Wenn wir unsere

Leistung konstant halten, liegt

noch einiges für uns drin.“

Auf Friedrichshafen hatte Culic

seine Spieler optimal vorbereitet.

„Der Fokus war während der Vorbereitung

stark auf die Aufschläge gerichtet“,

sagte Jalowietzki. DasÜben

zahlte sich aus: 15 Asse servierten die

Netzhoppers, ein Drittel davon ging

auf das Konto des Kanadiers Casey

Schouten. „Das war der Schlüssel

zum Erfolg“, sagte Kinder. „Unsere

Annahme hat nicht gehalten“, analysierte

VfB-Trainer Michael Warm.

Den Leistungszuwachs der Netzhoppers

im Vergleich zur durchwachsenen

Hinrunde soll am Sonnabend

ab 18 Uhr inBestensee auch

der Tabellendritte United Volleys

Frankfurtzuspüren bekommen, der

zuletzt mit einem Trainerwechsel

und der Verpflichtung des früheren

Nationalmannschaftskapitäns Jochen

Schöps auf sich aufmerksam

machte. Jalowietzki glaubt: „Platz

sieben ist durchaus noch drin für

uns.(BLZ, dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 21 *

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Sport

Das

nächste

Investment

Herthas-Geldgeber weitet

Reitsport-Engagement aus

D

er Hertha-Investor Lars Windhorst

hat sein Reitsport-Engagement

noch einmal ausgeweitet.

Mit seinem Unternehmen Tennor

unterstützt der deutsche Finanz-Unternehmer

das Reitsport-Team Berlin

Eagles, für das auch der viermalige

Olympiasieger Ludger Beerbaum

reitet.

Die Berlin Eagles, zudenen auch

die deutschen Springreiter Philipp

Weishaupt, Christian Kukuk und

Marco Kutscher gehören, nehmen

an der Global Champions Tour teil.

Bei dieser Millionen-Serie hatte

Windhorst Mitte Januar die Anteile

des US-Amerikaners Frank McCourt

übernommen.

Die höchst dotierte Springsport-

Serie der Welt schüttet ein Gesamtpreisgeld

von mehr als 40 Millionen

Euro aus. Zuden 18 Stationen gehören

auch die Reitturniere inHamburg

und Berlin, wo die Wettkämpfe

unterm Funkturm stattfinden.

Windhorst war mit seiner Investmentfirma

zuletzt auch Hauptsponsor

der Mannschaft Valkenswaard

United mit dem deutschen Topreiter

Marcus Ehning. Tennor ist bei Sportfans

hierzulande bekannt, weil das

Unternehmen beim Fußball-Bundesligisten

Hertha BSC für 224 Millionen

Euro 49,9 Prozent der GmbH

&Co. KGaA erworben hat.

NACHRICHTEN

England will Kopfbälle beim

Nachwuchs begrenzen

FUSSBALL. Derenglische Fußballverband

(FA) will nach Informationen

britischer Medien neue Regeln

einführen, um Kopfballübungen im

Training der Unter-18-Jährigen zu

begrenzen. Dasberichtet die Zeitung

„The Times“ am Donnerstag. Demnach

will die FA wegen einer möglichen

Gefährdung der Gesundheit

die Anzahl der Kopfbälle bei den Jugendlichen

reduzieren. Einkomplettes

Kopfball-Verbot sei aber nicht

angedacht, hieß es.Hintergrund ist

eine vonder FA und der Spielergewerkschaft

PFAinAuftrag gegebene

Untersuchung aus dem vergangenen

Jahr,die zu dem Ergebnis kam,

dass Fußballprofis im Vergleich zur

britischen Gesamtbevölkerung mit

einer 3,5 Malhöheren Wahrscheinlichkeit

an einer degenerativen Hirnkrankheit

sterben.

Formel 1prüft Alternative

für China-Rennen

MOTORSPORT. Angesichts des grassierenden

Coronavirus beschäftigt

sich die Formel-1-Führung mit einem

Ausweichtermin für den Grand

Prix vonChina. DerBild-Zeitung zufolge

steht die Absage des vierten

Saisonrennens am 19. Aprilin

Schanghai kurzbevor.Indiesem Fall

gilt eine Verschiebung ans Jahresende

als Alternative-Platz im XXL-

Kalender mit erstmals 22 Grand Prix

ist aber rar.

Tennisprofi Spearsfür

22 Monate gesperrt

TENNIS. Doppelspezialistin Abigail

Spears (USA) ist wegen einer positivenDopingprobe

für 22 Monate gesperrtworden.

Dasgab der Tennis-

Weltverband ITF bekannt. In einer

Urinprobe der 38-Jährigen, 2017 an

der Seite des Kolumbianers Juan Sebastian

Cabal Australian-Open-Siegerin

im Mixed, waren bei den US

Open 2019 Spuren vonPrasteron

und Testosteron gefunden worden.

Als Klubtrainer mit deutschen Teams sehr erfolgreich: Alfred Gislason, neuer Handball-Bundestrainer.

Gislason neuer Handball-Bundestrainer

Der 60-jährige Isländer soll die deutsche Auswahl zu Olympia 2020 führen und folgt auf Christian Prokop

Am Ende haben sie beim

Deutschen Handballbund

das Positive hervorgehoben.

Angesichts einer verkorksten

Europameisterschaft mit

einem fünften Platz am Ende ist das

ja verständlich. Sie haben also am

Donnerstagnachmittag eine Meldung

verbreitet unter der Überschrift:

„Alfred Gislason neuer Bundestrainer.“

Der 60Jahre alte Isländer

soll die deutschen Handballer zu

den Olympischen Spielen 2020 führen.

Das bedeutete im Umkehrschluss,

dass der bisherige Cheftrainer

der deutschen Männer gehen

muss: Christian Prokop hat die Konsequenzen

aus dem schwachen Abscheiden

zu tragen.

„Wir haben diese schwere Entscheidung

nach reichlicher Abwägung

und einer ganzheitlichen Analyse

ausVerantwortung für den deutschen

Handball getroffen“, sagt Andreas

Michelmann, Präsident des

Deutschen Handballbundes (DHB).

„Bei Christian Prokop bedanken wir

uns ausdrücklich für die geleistete

Arbeit und insbesonderefür das Auftreten

unserer Nationalmannschaft

bei den letzten Turnieren.“ Wasein

leitender Funktionär eben so sagt:

„Wir sind allerdings auch in der Analyse

der Europameisterschaft davon

überzeugt, dass wir unsere kurzfristigen

Ziele nur mit einem neuen Impuls

erreichen können. Alfred Gislason

steht aufgrund seiner langjährigen

Erfahrung und Erfolge für einen

solchen Impuls und bringt frische

Energie in die Nationalmannschaft.“

Gislason soll nun auf dieWM 2021

und die EM 2022 hinarbeiten. So

lange jedenfalls läuft sein Vertragmit

dem DHB mindestens. Am9.März

wirdersein Amt bei einem Lehrgang

in Aschersleben antreten. Das erste

Länderspiel verantwortet der Isländer

am 13. März gegen die Niederlande

(18 Uhr/ARD). Unddann ist da

die Qualifikation für die Olympischen

Spiele 2020 in Tokio, die vom

17. bis 19. AprilinBerlin ausgetragen

wird. Gegen Schweden, Slowenien

und Algerien muss sich die deutsche

Auswahl in der Max-Schmeling-

Halle einen von zwei Plätzen sichern.

Auch vor diesem Hintergrund ist

die Trennung von Prokop zu sehen.

Der Bundestrainer hatte Pech, Verletzungspech,

bei der Europameisterschaft

fehlten ihm wichtige Akteurewie

etwa FabianWiede vonden

„Alfred Gislason steht aufgrund seiner Erfolge

für einen neuen Impuls.“

Andreas Michelmann begründet die Verpflichtung des Isländers als Nachfolger des

umstrittenen Christian Prokop.

VomBurger zum Wolkenkratzer

IMAGO IMAGES/RUHNKE

Füchsen Berlin. Dennoch besaß das

vorhandene Personal bei dem Turnier

in Österreich und dann in Norwegen

genug Qualität, um besser abzuschneiden.

So zumindest die Einschätzung

von Experten wie dem

ehemaligen Handballprofi Daniel

Stephan. Der attestierte der DHB-

Auswahl, sie sei seit der WM 2019

„keinen Schritt nach vorne gekommen“.

Immerhin waren die Deutschen

da noch auf Platz vier gelandet.

Defizite im Angriff, andere

machten die Abwehr als Problemzone

ausfindig.

DHB-Vizepräsident Bob Hanning,

in Personal-Union Manager

der Füchse Berlin, stellte sich hinter

Prokop.Nicht zuletzt deshalb schien

der Köthener eine Bewährungsfrist

bis zu dem Berliner Qualifikationsturnier

zu bekommen. Doch nun ist

seine Zeit abgelaufen.

Nachfolger Gislason ist mit dem

deutschen Handball eng verbunden.

Als Spieler gewann er mit TuSEM Essen

in den Achtzigerjahren zweimal

die Meisterschaft. Nach seiner Laufbahn

als Aktiver wurde er einer der

erfolgreichsten Vereinstrainer weltweit.

In der stärksten Liga weltweit:

Mit dem SC Magdeburg gewann er

2002 die Champions League, 2010

und 2012 dann auch mit dem THW

Kiel. Siebenmal nahm er die deutsche

Meistertrophäe in Empfang,

sechsmal den DHB-Pokal. In seiner

Heimat Island war Gislason von2006

bis 2008 Trainer des Jahres in Serie.

Bis Sommer 2019 war Gislason

Trainer des THW Kiel. Jetzt ist er

Bundestrainer. Erwird noch stärker

in den Fokus rücken als in seiner

Funktion als Vereinscoach. Und der

DHB erwartet, klar: weitere positive

Meldungen. (BLZ)

Der Skispringer Stephan Leyhe kann in der Heimat seine Karriere durch den ersten Weltcupsieg krönen

Soganz geheuer waren dem kleinen

Stephan Leyhe die Schanzen

nicht. Auf Skiern war er bereits mit

drei Jahren sicher unterwegs, aber

den sicheren Boden für einen Hüpfer

verlassen? Das kam für den Kleinen

nicht infrage. „Mein Problem

war, dass ich echt lange nur Abfahrten

von der Schanze gemacht habe

und mich nie getraut habe,über eine

15 Meter lange Schanzezuspringen.

Bis mein Vater mich mit einem Burger

von einem Restaurant gelockt

hat“, erinnertsich Leyhe: „Und dann

ging es los,und ich wollte nicht mehr

aufhören. Er hat mich quasi bestochen.“

Inzwischen ist Fast Food tabu, jedes

Gramm zu viel bedeutet im Skispringen

einen Nachteil. Aber es

lohnt sich. Leyhe befindet sich mit

28 Jahren in der Form seines Lebens

und ist vor dem Weltcup am Wochenende

in seiner HeimatstadtWillingen

in der absoluten Weltspitze

Mit 28 Jahren in der Form seines Lebens: Stephan Leyhe.

angekommen. Zuletzt war Leyhe

fünfmal in Folge bester Deutscher

und ist damit aus dem Schatten von

Markus Eisenbichler und Karl Geiger

herausgetreten. In Sapporo/Japan

am vorigen Wochenende stand

Leyhe zum zweiten Mal in seiner

DPA/PATRICK SEEGER

Karriere auf dem Podium. „Der Sapporo-Tripwar

für mich ein voller Erfolg“,

sagt Leyhe.

Nun geht es auf die Mühlenkopfschanze.

„Das ist immer ein schönes

Erlebnis, jedes Jahr wieder“, sagt

Leyhe. In den zwei Einzelspringen

am Sonnabend und Sonntag vorinsgesamt

rund 50 000 Zuschauern

kann der Sauerländer den ersteWeltcup

seiner Karriere gewinnen. Sein

Weltcup-Debüt gab Leyhe im Dezember

2014 in Engelberg, bei Olympia

2018 in Pyeongchang gewann er

Silber im Team, wenige Monate später

erreichte er in Wisla erstmals in

einem Einzelspringen das Podium,

2019 wurde er Teamweltmeister. Ein

Erfolg an diesemWochenende in seiner

Heimat könnte zu Leyhes nächstem

Karriere-Höhepunkt werden.

Und was ist nach dem Leben als

Skispringer, was kommt nach dem

Hochleistungssport? „Mein Plan ist

es zu studieren und in Richtung

Bauingenieurswesen oder Architektur

zu gehen. Irgendwas, was mit

Häuserbau zu tun hat“, sagt er.Wolkenkratzer,

das würde passen für einen

Skiflieger. Aber bis es soweit ist,

springt Leyhe.Ganz ohne Tricks und

sehr kalorienbewusst. (sid)

Den großen

Favoriten mehr

als geärgert

Alba Berlin scheitert

an einem Trio aus Madrid

VonChristianKattner

Sie wehrten sich bis zur letzten

Sekunde, übten auch kurz vor

dem Schlusspfiff noch mit zwei

Spielern Druck auf den Gegner aus.

Alba Berlins Basketballer hatten

wirklich alles gegeben und den großen

Favoriten aus Madrid mehr als

nur geärgert. Das spanische Spitzenteam

musste seine besten Spieler

sogar mehr Minuten als sonst auf

dem Feld lassen, um am Ende mit

103:97 zu gewinnen.

Dass es so knapp werden würde,

hätte nach dem ersten Viertel wohl

niemand gedacht. Das hatte Alba

Berlin mit 25:41 deutlich verloren

und dennoch gut gespielt. Es klingt

komisch, war aber kein Ergebnis einer

schlechten Leistung, sonderneiner

fast perfekten Vorstellung des

Gegners. Die ließ sich am Donnerstagabend

am eindruckvollsten mit

Zahlen beschreiben. Sieben vonacht

Zweipunktwürfen, acht von neun

Dreier: Real Madrid traf fast jeden

Wurf. Das, was Anthony Randolph

(19 Punkte, kein Fehlwurf aus dem

Feld), Jaycee Carroll (11 Punkte, nur

ein verworfener Dreier), Jeffery Taylor

(8 Punkte,ebenfalls kein Fehlwurf

aus dem Feld) und Facundo Campazzo(11

Assists) in den ersten zehn

Minuten auf das Feld der Arena am

Ostbahnhof gebracht hatten, wirkte

wie Basketball von einem anderen

Stern. Fast außerirdisch. Wie gesagt,

Alba Berlin hatte sich nur einen Ballverlust

erlaubt und normale Quoten

abgeliefert, aber das reichte nicht.

Doch Real Madrid hat eben auch

Basketballer in seinen Reihen, die

Zweikampf: Walter Tavares von Real Madrid

gegen LandryNnokovon Alba. DPA

auf dem Planten Erde beheimatet

sind und, zumindest an diesem

Abend, nicht das Niveau ihrer Teamkollegen

erreichten. Erst konnte Alba

Berlin Stück für Stück vom hohen

Rückstand abknabbern (33:43, 12.),

dann auf 40:43 verkürzen und 2:53

Minute vor der Halbzeitpause nach

einem 23:6-Lauf sogar mit 48:47 erstmals

in Führung gehen.

Albas Geschäftsführer Marco

Baldi und der noch immer verletzt

fehlende Stefan Peno konnten am

Seitenrand ihreFreude nicht verbergen.

Undals ihr Team in der verbleibenden

Spielzeit aus der knappen

Führung sogar noch ein 60:50 machten

und mit zehn PunktenVorsprung

in die Kabine gingen, gab es auch

von den restlichen Zuschauern stehende

Ovationen. Derübermächtige

Gegner aus dem ersten Viertel wirkte

plötzlich irdisch und wurde vom

Trainer in der Kabine auf die Erde zurückgeholt.

„Wir müssen wieder so

spielen wie im ersten Viertel“, forderte

Pablo Laso von seinem Team

und das enttäuschte ihn nicht.

Konnte Alba Berlin die Euphorie

des zweiten Viertels anfänglich weitertragen,

so fanden die Madrilenen

nach und nach zu ihrer Stärke aus

dem ersten Durchgang zurück. Wieder

waren es die Spieler der Startformation,

die den Unterschied machten.

27 der 29 Punkte im dritten Viertel

gingen auf das Konto von Randolph,

Campazzo und Carroll. Real

ging wieder in Führung und sollte

die bis zum Schlusspfiff behaupten.


22 Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020

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Netzwerk

NACHRICHTEN

Schweiz: Apple Watch setzt

Uhrenindustrie unter Druck

STREAMING

Verbindung

nach

England

VonMarcus Posimski

Indieser Woche war es nun endlich

so weit: Großbritannien hat die EU

verlassen. Trotzdem darf man sich

auch nach der Trennung als Festlandeuropäer

noch über Qualitätsunterhaltung

von der Insel freuen.

Hier ein paar Serien, die zwar jetzt

noch nicht, aber im Laufe des Jahres

zu uns herüberschwappen sollen.

„In 80 Tagen um die Welt“: Eigentlich

ist es erstaunlich, dass die Serienproduktion

dieses Klassikers von Jules

Verne solange auf sich hat warten

lassen. In diesem Jahr ist es aber so

weit und unter Federführung der

BBC hat sich sogar David Tennant,

einer der wohl gefragtesten Schauspieler

Englands, hinreißen lassen,

die Hauptrolle zu übernehmen. In

dieser Adaption des Buch-Klassikers

wird Phileas Fogg von der Journalistin

Abigail Fixbegleitet. Mandarfgespannt

sein, was sich die Macher der

Erfolgsserie„Life on Mars“ für diesen

Literaturklassiker ausgedacht haben.

„Because the Night“: DieSerienstaffeln

in England sind erfahrungsgemäß

ja eher kurz gehalten, so soll es

dann auch bei dieser vierteiligen

Krimi-Mini-Serie sein.Wenn man jedoch

bedenkt, dass Neil Cross, der

Schöpfer von „Luther“ und „Hard

Sun“ hinter der Serie steckt, darf

man sich wirklich freuen. Die Serie

wird lose auf dem von Cross geschriebenen

Krimi „Vergraben“ aus

dem Jahr 2009 basieren, in dem es

um den jungen Nathan geht, der

Jahre nach einer abscheulichen Tat

von seiner finsteren Vergangenheit

eingeholt wird.Wernicht bis zum Serienstart

warten möchte, kann sich

auch das Buch besorgen.

„Gangs of London“: Freunden des

martialischen Action-Kinos ist der

indonesische Film „The Raid“ aus

dem Jahr 2011 sicher ein Begriff. Der

Schöpfer dieses Genre-Meisterwerks

ist der Waliser Gareth Evans. Evans

hat für SkyAtlantic und HBO die Serie

„Gangs of London“ gemacht. Sie

spielt im heutigen London und beschäftigt

sich mit den Machenschaften

diverser Verbrecherorganisationen

und Clans.

Bei der „Dracula“-Serie geht es auch mal

eher lustig zu.

NETFLIX

Und jetzt so? Wernicht lange warten

will, der sollte sich eines der besten

britischen Drama ansehen: Steven

Moffat und Mark Gatiss, die Schöpfer

der supererfolgreichen „Sherlock“-Reihe,haben

mit „Dracula“ einen

wahren Augen- und Ohrenschmaus

geschaffen. Undgenau wie

bei „Sherlock“ umfasst die erste Staffel

drei Teile à90Minuten.

Zu sehen ab jetzt auf Netflix

Marcus Posimski hat

diesmal speziell britische

Serien ausgewählt.

Besondere Maßnahmen für besondere Stätten: In Stonehenge (England) setzte Google ein Fahrrad ein, um den spirituellen Ortzufotografieren und die Daten zu erfassen.

Die Vermessung der Welt

15 Jahre Google Maps zeigen auch, wie die Digitalisierung bestimmt, was noch zeitgemäß ist

VonJörg Hunke

Nach den Nachrichten

folgt beim Deutschlandfunk

immer der Verkehrshinweis.

Erst die

Orientierungshilfe zur Lage der Welt,

dann der Bericht vonden Straßen. So

war das seit Jahrzehnten eingeübt

bei dem Radiosender. Und nur der

Deutschlandfunk lieferte eine bundesweite

Auswahl, anders als die Regionalsender.

Aber seit ein paar Tagen,

genau seit dem 1. Februar, ist

das anders. Die Hinweise auf Staus

und zäh fließenden Verkehr am Kamener

Kreuz, in Erlangen-Frauenaurach

oder zwischen Königslutter

und Helmstedt-West gibt es nicht

mehr.

Woran das liegt? Es seien vor allem

Angebote wie Google Maps, die

den Ausschlag für die Entscheidung

gegeben hätten, teilte die Programmdirektion

mit. Bei Google

wirdderVerkehrsfluss in Echtzeit angezeigt

und die exakte Wartezeit in

Minuten angegeben. „Wir haben es

meist bei der Angabe der Staulänge

belassen, weil es klassischer ist“,

sagte Gert Daaßen, Chefsprecher

beim Deutschlandfunk, der Frankfurter

Allgemeinen Zeitung. Praktisch

und zeitgemäß ist das eben

nicht, urteilte das Blatt. DasEnde der

Verkehrsnachrichten beim Deutschlandfunk

ist wieder ein Beispiel dafür,

wie die Digitalisierung alles aus

dem Weg räumt, was nicht mehr

zeitgemäß ist.

Kontakt zu Behörden

2020: Berlin ist digitale Hauptstadt, nicht nur Nerds nutzen Google Maps. BLZ

Angebot: Der Kartendienst

vonGoogle ging am 8. Februar

2008 online, also am

Sonnabend vorgenau 15

Jahren. Die Manager des Unternehmens

kauften die

Fachkenntnis vonkleinen

Start-ups ein.

INTERESSE DER BEHÖRDEN

Alternative: Ähnlich wie

beim weltgrößten Lexikon

Wikipedia vermessen rund

eine Millionen Freiwilligein

der OpenStreetMap die

Landschaft. Vorallem in

Städten ist OSM oft präziser

als klassische Angebote.

Angst: Google Maps und andere

Anbieter funktionieren

präzise, wenn der Nutzer ihre

Daten freigeben. Nicht nur

für die Aufklärung vonVerbrechen

haben Ermittler und

Geheimdienste ein Interesse

an solchen Daten.

1899: Berlin ist Millionenstadt und hat 1905 mehr als zwei Millionen Einwohner. IMAGO

1833: Berlin wächst, Unternehmen siedeln sich außerhalb der Stadtmauernan. IMAGO

Der Kartendienst aus dem Silicon

Valley ging am 8. Februar 2008 online,

also am Sonnabend vor genau

15 Jahren. Die Manager des Unternehmens

kauften die Fachkenntnis

ein. Bei der FirmaWhere2-Technologies

hatten die Brüder Lars und

Jens Rasmussen die Idee, für

Routenanweisungen Karten auf

dem Computerbildschirm nachzubilden.

Und das Start-up Zipdash

besorgte sich Verkehrsdaten, um

voraussichtliche Ankunftszeiten

und Verzögerungen auf der Strecke

anzuzeigen. Alles bekannte Funktionen

heutiger Karten.

Google Maps wurden schnell zu

den meistbenutzten Karten auf dem

Computerbildschirm. Die Wettbewerber

reagierten: Nokia, damals

noch der weltweit führende Handyhersteller,

kaufte 2007 den Kartenanbieter

Navteq. Die großen deutschen

Autobauer Audi, BMW und

Daimler profitieren bei ihren Navigationssystemen

heute von dieser

Technik.

Google ging bald dazu über,auch

eigene Kartendaten mit Kamerafahrzeugen

zu sammeln. Daraus ging

auch der Dienst Street View mit Fotos

von Straßenzügen hervor. In

Deutschland gab es allerdings Widerstand.

Datenschützer sorgten dafür,dass

Bürger,Firmen und Organisationen

die Straßenaufnahmen ihrerHäuser

verpixeln lassen konnten.

Zwar sind seit August 2017 Kamerafahrzeuge

von Google wieder unterwegs,

aber die Aufnahmen dienen

nur der Aktualisierung der Daten.

Die Hersteller der faltbaren Falk-

Pläne, ohne die in den 90er-Jahren

kaum ein Tourist oder Ortsfremder

auskam, setzten früher auf den engen

Kontakt zu Baubehörden und Gemeinden,

um präzise und aktuelle

Karten erstellen zu können. Heute

gibt es das Angebot digital, der Verlag

setzt auf seine Vielfalt aus Stadtplänen,

Rad- und Wanderkarten sowie

Straßenkarten undWeltkarten.

Klimawandel ein Thema

GETTY

Zum Service gehören heute nicht

nur die Berechnung der Route in Zeit

und Kilometer, das Angebot von Alternativstrecken,

sondern auch

Empfehlungen für bemerkenswerte

Orte auf dem Wegzum Ziel wie Sehenswürdigkeiten,

Cafés oder Unternehmen.

Für Google sind die Karten

so auch zu einer Werbeplattform

geworden. Wer einen sogenannten

„Promoted Pin“ für sein Geschäft haben

will, muss dafür zahlen. 2021

könnten die Erlöse weltweit bis zu

3,6 Milliarden Dollar einbringen,

schätzte Analyst Mark Mahaney von

der Bank RBC.

Nicht immer sind die Angaben

aber auch wirklich zuverlässig. Wer

Ortskenntnis –gerade in Berlin –besitzt,

findet oft kürzere Strecken als

die von Google vorgeschlagenen.

Und manchmal müssen Autofahrer

ihreFahrzeuge auch auf unfreundliche

Weise durch den Verkehr manövrieren,

wenn sie beispielsweise im

Bereich „Unter den Eichen“ auf der

A103 Richtung Zehlendorf unterwegs

sind, wie uns ein Verkehrsteilnehmer

bei Facebook schrieb.

Aber was macht eigentlich eine

gute Straßenkarte aus? „Die Karten

wurden und werden aus unterschiedlichen

Gründen geschaffen.

Es geht um Verstehen, Navigieren

und Finden. Wenn die Karten ihren

Zweck erfüllen, dann sind sie gut“,

sagt der Berliner Alessio Leonardi,

der als Professor für Visuelle Kommunikation

an der Hochschule für

Angewandte Wissenschaft und

Kunst in Hildesheim lehrt. Er rät, die

Welt weiterhin als Ganzes zu sehen,

nicht nur unser kleines sichtbares

Umfeld. Denn: „Alles was wir hier

tun, hat globale Konsequenzen. Da

haben Weltkarten uns noch viel zu

erzählen und können uns helfen,

komplizierte Probleme wie den Klimawandel

zu verstehen und vielleicht

zu lösen.“ (mit dpa)

DieApple Watch macht der Uhrenindustrie

in der Schweiz immer

mehr zu schaffen. Nach einem Reportder

britischen Beratungsfirma

Strategy Analytics verkaufte die gesamte

Schweizer Uhrenbranche

2019 nur noch 21,1 Millionen Armbanduhren,

13 Prozent weniger als

im Vorjahr.Der Absatz der Apple

Watch sei im vergangenen Jahr dagegen

um 36 Prozent auf 30,7 Millionen

Stückgewachsen. „Traditionelle

Schweizer Uhrenhersteller

wie Swatch und Tissot verlieren

den Smartwatch-Krieg“, heißt es in

einem Blog-Eintrag vonStrategy

Analytics.Die Apple Watch liefere

„ein besseres Produkt über tief verzweigte

Einzelhandelskanäle“ und

spreche jüngereVerbraucher an,

die zunehmend digitale Armbanduhren

wünschten. (dpa)

Twitter verkündet

steigende Nutzerzahlen

Twitter hat im Weihnachtsquartal

erstmals in einem Vierteljahr Erlöse

vonmehr als einer Milliarde Dollar

verbucht. „Wir haben einen neuen

Meilenstein erreicht“, verkündete

Vorstandschef Jack Dorsey.Inden

drei Monaten bis Ende Dezember

ließen florierende Werbeeinnahmen

den Umsatz im Jahresvergleich um

elf Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar

steigen, damit übertraf Twitter die

Erwartungen deutlich. DieZahl täglich

aktiver Nutzer legte binnen drei

Monaten von145 auf 152 Millionen

zu. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr

2019 steigerte Twitter die

Erlöse um 14 Prozent auf 3,46 Milliarden

Dollar.Der Nettogewinn

nahm von1,2 Milliarden auf 1,5 Milliarden

Dollar zu. (dpa)

NewYorkTimes knackt

Fünf-Millionen-Marke

DasImpeachment-Verfahren und

derVorwahlkampf in den USA haben

der NewYorkTimes eigenen Angaben

zufolge einen deutlichen Kundenzuwachs

beschert. Insgesamt

habe die Tageszeitung bis Ende 2019

die Zahl vonfünf Millionen Abonnenten

übersprungen, teilte der Verlag

mit. Dazu gehörten sowohl Printals

auch Online-Nachrichten-Kunden,

wobei Letztereknapp 3,5 Millionen

ausmachten. Vorallem die

turbulente Nachrichtenlage in den

USA habe dem Digitalangebot

neuen Schwung gegeben. DasZiel

der NewYorkTimes sind zehn Millionen

Abonnenten für Print und Online

bis 2025. (dpa)

AUSDER REDAKTION

Berlin Mitte,

der Podcast

von

Jochen Arntz

Freitags

ab sechs

Jetzt gibt’s unter www.berlinerzeitung.de

auch was zum Hören

– direkt aus der Chefredaktion.

„Berlin Mitte“ heißt der Podcast, in

dem ich Ihnen jeden Freitag ab

sechs Uhr morgens Neues aus der

Redaktion und Neues aus Berlin

präsentiere. Diesmal spreche ich

über die Wahl des Ministerpräsidenten

in Thüringen und die Folgen

für die Politik.

Wirhören uns,

Ihr Jochen Arntz, Chefredakteur

bei Twitter @JochenArntz


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 23

· ·

·······················································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) Quizduell-Olymp 19.45 (für HG)

Sportschau 19.50 (für HG) Wetter 19.55 (für

HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Die Inselärztin: Das Rätsel

Arztreihe, D2020. Mit Anja Knauer.Filipa

steht voreiner schweren Entscheidung –

und zwischen zwei Männern: Erik Madsen

und Tobias Licht kämpfen als erbitterte

Rivalen um die attraktiveMedizinerin.

21.45 (für HG) Tagesthemen

22.00 (für HG) Tatort: Ich töte niemand

Krimireihe, D2018. Mit Dagmar Manzel

23.30 (für HG) Irene Huss, Kripo Göteborg:

Feuertanz

Krimireihe, S/D/N/DK/FIN 2008

0.55 (für HG) Tagesschau

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt. Daily Soap 10.00 Der Blaulicht

Report 11.00 Der Blaulicht Report 12.00 Punkt

12 –Das RTL-Mittagsjournal 14.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 15.00 Die

Superhändler –4Räume, 1Deal 16.00 Die

Superhändler:Lieblingsdeals 17.00 Herz über

Kopf. Telenovela 17.30 Unter uns. Daily Soap

18.00 Explosiv –Das Magazin 18.30 Exclusiv –

Das Starmagazin 18.45 RTL Aktuell 19.03 Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt 19.40 (für HG)

Gute Zeiten, schlechteZeiten. Daily Soap

20.15 Bin ich schlauer als Oliver Pocher?

Quizshow. Wieschlau ist eigentlich Oliver

Pocher wirklich? Und werist schlauerals

der Comedian? Jeder Zuschauer kann

diesen Test livevon zu Hause aus

mitmachen. Günther Jauch moderiert.

23.20 Darf er das? Live! Die ChrisTall Show

Comedyshow

0.20 RTL Nachtjournal

0.47 RTL Nachtjournal –Das Wetter

0.50 Bin ich schlauer als Oliver Pocher?

Quizshow

3.30 Der Bachelor

MDR

11.00 (für HG) MDR um 11 11.45 (für HG) In

aller Freundschaft 12.30 (für HG) Ist ja irre –’ne

abgetakelte Fregatte. Komödie, GB 1964 13.58

(für HG) MDR aktuell 14.00 (für HG) MDR um 2

15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG)

MDR um 4 17.45 (für HG) MDR aktuell 18.05

(für HG) Wetter für 3 18.10 (für HG) Brisant

18.54 (für HG) Unser Sandmännchen 19.00

Regionales 19.30 (für HG) MDR aktuell 19.50

(für HG) Elefant, Tiger&Co. 20.15 (für HG)

Semperopernball 2020 0.00 (für HG)

Semperopernball 2020 –PeterMaffay

Bayern

11.55 (für HG) In aller Freundschaft 12.40 (für

HG) Alles Klara 13.30 Polizeiinspektion 1 14.00

Polettos Kochschule 14.45 (für HG) Gefragt –

Gejagt 15.30 (für HG) Schnittgut 16.00 (für HG)

Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern 17.30

Regionales 18.00 (für HG) Abendschau 18.30

(für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Unser Land

19.30 (für HG) Landgasthäuser Bayern 20.00

(für HG) Tagesschau 20.15 (für HG) Schwaben

weissblau, hurra und helau 23.15 (für HG)

Rundschau Magazin 23.30 Die Gewaltigen.

Western, USA 1967 1.10 Rundschau Nacht

Vox

5.15 CSI: NY 6.00 Bones 6.55 CSI: Vegas 7.50

CSI: Vegas 8.45 Verklag mich doch! 9.50 Verklag

mich doch! 10.50 VoxNachrichten 10.55 Mein

Kind, dein Kind –Wie erziehst du denn? 11.55

Shopping Queen 12.55 Zwischen Tüll und Tränen

14.00 Mein Kind, dein Kind –Wie erziehst du

denn? 15.00 Shopping Queen 16.00 Salonfähig

17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00 First

Dates 19.00 Das perfekte Dinner 20.15 (für HG)

Bones 21.10 (für HG) Bones 22.10 (für HG)

Bones 23.05 (für HG) Bones 0.05 Vox

Nachrichten 0.25 (für HG) Medical Detectives

Super RTL

10.05 PawPatrol 10.30 Sammy 11.00 Die

Dschungelhelden 11.25 Grizzy &die Lemminge

11.50 Go Wild! 12.15 Trolls 12.40 Friends

13.05 Sally Bollywood 13.30 Angelo! 14.00 Die

Tomund JerryShow 14.25 Voll zu spät! 14.45

Dragons 15.15 Scooby-Doo! 15.40 Alvinnn!!!

16.15 Mr.Magoo 16.40 Dennis &Fletscher

17.10 Go Wild! 17.35 Voll zu spät! 18.00 Die

Tomund JerryShow 18.30 Woozle Goozle 19.00

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 Zambezia.

Animationsfilm, ZA 2012 21.50 (für HG) CSI:

Miami 23.45 30 Rock 0.10 Infomercials

Sport1

15.30 Cajun Pawn Stars–Pfandhaus Louisiana

16.00 Cajun Pawn Stars–Pfandhaus Louisiana

16.30 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.00 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.30 StorageWars –Geschäfte in Texas 18.00

StorageWars –Geschäfte in Texas 18.30 Sport1

News Live 19.00 Fußball. DFB-Pokal Pur:

Achtelfinale 20.00 Goooal! 20.30 Basketball.

BBL: Medi Bayreuth –SyntainicsMBC, 19.

Spieltag,live 22.30 Die 2. Bundesliga 23.30

Sport1 News Live 0.00 SportClips

ZDF

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

heute Xpress 9.05 (für HG) Volle Kanne –Service

täglich 10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15

(für HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops.

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoKitzbühel. Krimiserie. Es

geschah am Nachmittag 19.00 (für HG) heute

19.20 (für HG) Wetter 19.25 (für HG) Bettys

Diagnose. Krankenhausserie. Chancen

20.15 (für HG) Der Staatsanwalt

Krimiserie.Todgeweiht. Ein Mädchen wird

tot im Park gefunden. Bei sich hatte das

Opfer eine Zeugenvorladung zu einem

Verfahren ihrer Adoptivelterngegen das

Jugendamt Wiesbaden.

21.15 (für HG) Soko Leipzig

22.00 (für HG) heute journal

22.30 (für HG) heute-show

23.00 aspekte

Beethoven: Zum 250. Geburtstag

23.45 heute+

0.00 (für HG) Soko Leipzig

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap. Brennender Schmerz im

Intimbereich ist nicht das einzige, was einer

Studentin großes Unbehagen bereitet. /Eine

sportbewusste Besucherin fällt auf, weil sie

humpelt. 17.00 Klinik am Südring –Die

Familienhelfer.Doku-Soap 17.30 Klinik am

Südring /oder Sat.1 Regional-Magazine 18.00

AufStreife –Die Spezialisten 19.00 Genial

daneben –das Quiz 19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 (für HG) Think Big!

Campussy.Nicole kauft sich die

Hochschulreife, um eine Betriebswirtschaftslehre

beginnen zu können. Dies

soll ihr dabei helfen, ein eigenes

Nagelstudio zu eröffnen. /Johanna

21.20 (für HG) Die Läusemutter

Sitcom. Den Letzten beißen die Läuse /

Werist hier der Boss?

22.25 Rabenmütter

23.25 Knallerfrauen

0.20 Switch reloaded

1.15 Sechserpack

WDR

10.55 Planet Wissen 11.55 Erlebnisreisen

12.00 Abenteuer Erde 12.45 WDR aktuell 13.05

(für HG) Abenteuer Erde 13.50 Erlebnisreisen

13.55 Aufgepasst, der Profi kommt! 14.25 Um

Himmels Willen 16.00 WDR aktuell 16.15 Hier

und heute 18.00 WDR aktuell /Lokalzeit 18.15

BjörnFreitag kocht grenzenlos köstlich 18.45

Aktuelle Stunde 19.30 Regionales 20.00

Tagesschau 20.15 Dynastien in NRW 21.00

Unser Westen, Unser Wohnen 21.45 WDR aktuell

22.00 Kölner Treff 23.30 Das Beste vomColonia

Duett 1.45 Erlebnisreisen

NDR

12.25 (für HG) In aller Freundschaft 13.10 (für

HG) In aller Freundschaft –Die jungen Ärzte

14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG) die

nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt 16.00

(für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Hofgeschichten

18.45 (für HG) DAS! 19.30

Regionales 20.00 (für HG) Tagesschau 20.15

(für HG) die nordstory 21.15 (für HG) Hamburgs

härteste Kiezkneipe 21.45 NDR Info 22.00 (für

HG) NDR Talk Show 0.00 (für HG) Inas Nacht

Kabel eins

5.30 Abenteuer Leben Spezial –Achim

international: Chinesische Küche 6.00 (für HG)

Castle 6.50 (für HG) The Mentalist 7.45 (für HG)

Navy CIS: L.A. 8.40 Navy CIS 9.35 Blue Bloods

–Crime Scene NewYork 11.10 Numb3rs –Die

Logik des Verbrechens 12.10 (für HG) Castle

14.00 (für HG) The Mentalist 14.55 (für HG)

Navy CIS: L.A. 15.50 Kabel Eins News 16.00

Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben täglich 17.55

Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi kommt 18.55

Achtung Kontrolle! Wirkümmernuns drum 20.15

Navy CIS 1.05 Kabel Eins Late News

RTLZWEI

6.00 PrivatdetektiveimEinsatz 7.00 Die

Straßencops Süd –Jugend im Visier 8.00 Frauentausch

10.00 Frauentausch 12.00 Frauentausch

14.00 Die Reimanns–Ein außergewöhnliches

Leben 15.00 Die Reimanns –Ein außergewöhnliches

Leben 16.00 Hartz und herzlich –Tag für Tag

Rostock 18.05 Köln 50667 19.05 Berlin –Tag &

Nacht 20.15 Das Vermächtnis der Tempelritter.

Abenteuerfilm, USA 2004 22.50 Der letzte

Tempelritter.Abenteuerfilm, USA 2010 0.35

Outcast –Die letzten Tempelritter.Actionfilm,

CDN/RC/F/USA 2014

Eurosport 1

8.30 Ski Alpin 9.15 Ski Alpin. Riesenslalom

Männer 10.00 Skispringen. Einzelspringen

(HS137) 11.30 Leichtathletik 13.00 Snooker

13.55 Snooker.World Grand Prix in Cheltenham:

Viertelfinale, live 17.00 Skispringen. Einzelspringen(HS137)

17.55 Skispringen. Qualifikation,

live 19.15 Nachrichten 19.20 Handball.

Bundesligader Frauen: Kurpfalz Baren –HSG

Blomberg Lippe, live 21.10 Snooker.World Grand

Prix in Cheltenham: Halbfinale, live 23.30

Nachrichten 23.35 Tennis 0.30 Radsport

TV-Tipps

SAT.1, 20.15 UHR COMEDYSERIE

Think Big!

Laut, schrill und kunterbunt: Das ist Nicole Pütz (Hanna Plaß). Mitihrer

Mutter und ihren beiden Geschwistern lebt sie im Kölner Plattenbau.

Dortgeraten sie und Ebru aneinander. Soforttaucht die Polizei auf und

nimmt die beiden mit aufs Revier,wosie merken, dass sie doch mehr gemeinsam

haben, als gedacht. Nicole und Ebru werden sofortbeste Freundinnen

und schmieden einen Plan. Siewollen ein eigenes Nagelstudio eröffnen.

Doch auf der Bank erwartet sie bereits der erste Rückschlag: Siebekommen

leider keinen Kredit. Doch ganz nach dem Motto „Think Big!“ lassen die beiden

sich nicht unterkriegen, und Nicole geht mit gefälschtem Abiturzeugnis

an die Uni. Schon als sie am ersten Tagviel zu spät in den Hörsaal stolpert,

wird klar,dass sie in einer ganz anderen Welt gelandet ist.

(D/2020)

Foto: SAT.1

PRO 7,22.50 UHR COMICADAPTION

Batman Begins

NORMALVARIANTE –MITTEL -mittel

8 9

5 4 1

2 6

4 1 7 2

8

3 6

7 3

3 9 5

7 1 4

8

Bruce Wayne (Christian Bale) musste

als Kind miterleben, wie seine Eltern

brutal vor seinen Augen ermordet

wurden. Seitdem treibt ihn nur noch

ein einziger Gedanke an: die Tatzu

rächen. Nach einer langjährigen harten

Ausbildung zum Ninja nimmt er den

Kampf gegen das organisierte Verbrechen

in seiner Heimatstadt Gotham

auf. In der Firmaseiner Familie lernt

er den Erfinder Lucius Fox kennen,

von dem er ein gepanzertes Fahrzeug

erhält und mit dem er seinen speziellen

Kampfanzug entwickelt. Aus Bruce

Wayne wird Batman, der die Stadt von

allem Bösen befreit.

(USA, GB/2005) Foto: WARNER BROS

SUDOKU

MitDIAGONALEN-schwer

MIT –SCHWER

1 3 6

7

3 4 5

8 4

2 9

7 5

1 2

Auflösung

AUFLÖSUNG

vom VOM6.2.2020

7. 2020

mittel MITTEL

2 9 3 4 8 7 1 5 6

5 4 6 2 1 3 8 7 9

1 8 7 6 5 9 4 3 2

3 7 4 5 6 2 9 8 1

9 2 1 7 3 8 5 6 4

8 6 5 1 9 4 3 2 7

7 3 9 8 2 1 6 4 5

4 5 8 9 7 6 2 1 3

6 1 2 3 4 5 7 9 8

AUFLÖSUNG

Auflösung

VOM 7. 2. 2020

vom 6.2.2020

schwer

SCHWER

8 6 7 2 5 1 9 4 3

1 3 2 8 4 9 5 6 7

4 9 5 6 3 7 8 2 1

9 7 8 1 6 4 2 3 5

2 5 4 3 9 8 7 1 6

6 1 3 5 7 2 4 8 9

3 4 1 7 8 5 6 9 2

5 2 9 4 1 6 3 7 8

7 8 6 9 2 3 1 5 4

RBB

5.15 (für HG) Berlin erwacht –Winter 5.30

Eisbär,Affe &Co. 6.20 zibb 7.20 (für HG) Brisant

8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG) Sturm

der Liebe 12.10 (für HG) Das Glück dieserErde

13.00 rbb24 13.10 (für HG) Verrückt nach Meer

14.00 (für HG) Tiere bis unters Dach 14.30 (für

HG) Opa, ledig,jung.Komödie, D2015 16.00

(für HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

17.00 (für HG) rbb24 17.05 Eisbär,Affe &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.00 rbb

wetter 18.02 rbb UM6 18.27 zibb 19.27 rbb

wetter 19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Die größten Schlager-Kulthits

der 70er

Musikshow. Mit dabei sind Udo Jürgens,

Rex Gildo, Vicky Leandros, Johanna von

Koczian, Cindy&Bert, die Schlümpfe und

viele andere.

22.15 (für HG) rbb24

22.30 (für HG) Verbotene Liebe

Drama, DDR 1990. Mit Julia Brendler,

Hans-Peter Dahm

0.00 Vorhang auf ...

Show. Das Jahr 1972

1.30 (für HG) rbb queer 4you

ProSieben

5.05 Mom. Sitcom. Die perfekten Eltern 5.25 The

Middle. Comedyserie 6.05 (für HG) Twoand a

Half Men. Sitcom 7.30 (für HG) The Big Bang

Theory. Sitcom 8.55 (für HG) HowIMet Your

Mother.Sitcom 10.45 Mike&Molly.Sitcom. Mike

und Mollys großes Abenteuer 11.10 Fresh Off the

Boat. Sitcom. Die letzte Saturn-Sitzung 11.35

Last Man Standing.Comedyserie. Hohe

Erwartungen 12.00 2BrokeGirls. Sitcom.

Can-DrewAndrew 12.30 Mom. Sitcom 13.20

(für HG) Twoand aHalf Men. Sitcom 14.40 The

Middle. Comedyserie 15.35 (für HG) The Big

Bang Theory 17.00 taff 18.00 Newstime 18.10

(für HG) Die Simpsons. Zeichentrickserie.Kill Gil

–Vol. 1&2/Der perfekte Sturm 19.05 Galileo

20.15 (für HG) Iron Man 2

Comicadaption, USA 2010. Mit Robert

DowneyJr.,Mickey Rourke. Tony Stark soll

auf Drängen der Regierung seine

Erfindungendem Militär zur Verfügung

stellen. Er weigertsich vehement.

22.50 (für HG) Batman Begins

Comicadaption, USA/GB 2005. Mit

Christian Bale, Katie Holmes

1.35 Conan

Fantasyfilm, USA 2011. Mit Jason

Momoa, Rose McGowan

3.25 Watch Me –das Kinomagazin

Arte

6.15 Arte Reportage 7.10 Arte Journal Junior

7.15 (für HG) 360° 8.00 (für HG) Männer der

Wüste 8.50 Stadt Land Kunst 9.50 Wälder

unsererErde. Dokumentarfilm, D2017 11.20

(für HG) Im Königreich der Pilze 12.15 (für HG)

Re: 12.50 Arte Journal 13.05 Stadt Land Kunst

13.45 Typisch Familie! Komödie, F1991 15.30

Die Waldretter 15.55 Polarlichter 16.50 Xenius

17.20 Rituale der Welt 17.50 (für HG)

Slowakische Nationalparks 19.20 Arte Journal

19.40 Re: 20.15 Bad Banks II 23.00 Sting 0.00

Tracks 0.35 Jamiroquai –KonzertinParis 2017

3Sat

6.05 Der andere Kick 6.20 Kulturzeit 7.00 nano

7.30 Alpenpanorama 9.00 (für HG) ZIB 9.05

Kulturzeit 9.45 nano 10.15 (für HG) Markus Lanz

11.30 (für HG) Stöckl. 12.30 (für HG) Besonders

normal 13.00 (für HG) ZIB 13.20 Mission Arche

Noah 16.20 (für HG) Kielings wilde Welt 18.30

nano 19.00 (für HG) heute 19.20 Kulturzeit extra

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 Australien in

Flammen 21.00 makro 21.30 auslandsjournal

extra 22.00 (für HG) ZIB 2 22.25 Der kleine Tod.

Komödie, AUS2014 23.55 Swinger.Drama, GB

2015 1.20 (für HG) Zapp 1.50 10 vor10

Phoenix

9.30 Die Forschungsflieger 10.00 phoenix vorort

11.15 Steckbrief Hamburg 12.00 phoenix vorort

12.45 Virtual Reality 14.00 phoenix vorort

14.45 Projekt Unsterblichkeit 15.30 Tabuthema

Einsamkeit 16.00 Maybrit Illner 17.05 augstein

und blome 17.15 Rettet die Tiere! 17.30

phoenix der tag 18.00 phoenix persönlich 18.30

Die Müllers und das Hohe Haus 19.15 Die

Grünen und die Macht 20.00 Tagesschau 20.15

Die Schätze der Erde 22.30 (für HG) Waldmedizin

23.00 phoenix der tag 23.50 augstein und

blome 0.00 phoenix persönlich

Kika

12.30 The Garfield Show 12.55 Mirette ermittelt

13.15 (für HG) 41/2 Freunde 13.40 (für HG)

Die Pfefferkörner 14.10 (für HG) Schloss Einstein

–Erfurt 15.00 Du bist Style! 15.25 (für HG) Max

&Maestro 15.50 Die Abenteuer des jungen

Marco Polo 16.40 SimsalaGrimm 17.30 (für HG)

Der kleine Prinz 17.55 Shaun das Schaf 18.15

Marinette 18.40 Wolkenkinder 18.47 Baumhaus

18.50 Unser Sandmännchen 19.00 (für HG)

Wickie und die starken Männer 19.25 (für HG)

logo! 19.30 (für HG) Hanni &Nanni. Familienfilm,

D2010 20.50 Bernd &Friends

Dmax

6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn 9.20

BaggageBattles 9.50 Infomercial 10.15 House

Hunters 10.45 Haus gesucht in Alaska 11.15

Deutschland 24/7 12.15 SteelBuddies 13.15

Railroad Alaska 14.15 Die Schatzsucher –Goldrausch

in Alaska 16.15 Border Control 17.15

Steel Buddies 18.15 Asphalt-Cowboys 19.15 A2

–AbenteuerAutobahn 20.15 Alaskan Bush

People 22.15 Land RoverExperience Tour 2019

23.10 DMAX News 23.15 Naked Survival 0.10

DMAX News 0.15 Die Monster-Jäger

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrich

ten 9.15 Zapp 9.45 Shift 10.00 Tagesschau-

Nachrichten 10.15 quer 11.00 Tagesschau-

Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00

Tagesschau-Nachrichten 19.15 Mex –Das

Marktmagazin 20.00 Tagesschau 20.15

Kontraste 20.45 Zündstoff –Das illegale

Geschäft der Munitionsjäger 21.15 Tagesschau

21.17 Versuchskaninchen Heimkind 22.00

Tagesthemen 22.15 Das Imperium der Viren

23.00 Tagesthemen 23.15 Euroblick 23.45

Tagesschau vor20Jahren 0.00 Tagesthemen

0.15 Fakt ist! 1.15 Tagesschau 1.25 mehr/wert

ONE

5.15 Um Himmels Willen 6.05 Familie Dr.Kleist

6.55 Brisant 7.35 Die Inselärztin –Die Mutprobe

Arztreihe,D2020 9.05 Brisant 9.45 Bezaubernde

Jeannie 10.10 Bezaubernde Jeannie 10.35

Lindenstraße 11.05 Familie Dr.Kleist 11.55

Sturmder Liebe 12.40 Sturmder Liebe 13.30

Um Himmels Willen 14.20 PartyofFive 15.00

PartyofFive 15.45 Familie Dr.Kleist 16.30

Bezaubernde Jeannie 16.55 Bezaubernde

Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50 Hartaber

herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25 Sturmde

Liebe 20.15 Nuhr im Ersten 21.00 Taxi.

Liebeskomödie, D2015 22.30 Leb wohl, meine

Königin! Historienfilm, F2011 0.00 Cucumber

ZDF NEO

5.40 Neo Magazin Royale Classics 5.50 Candice

Renoir 6.40 The Rookie 7.20 The Rookie 8.00

Topfgeldjäger 8.55 (für HG) Stadt, Land, Lecker

9.40 (für HG) Bares für Rares 10.30 (für HG)

Bares für Rares 11.25 Dinner Date 12.10 (für

HG) Monk 12.50 (für HG) Monk 13.35 Psych

14.15 Psych 14.55 (für HG) Monk 15.35 (für

HG) Monk 16.20 Psych 17.00 Psych 17.45 (für

HG) Bares für Rares 18.35 Dinner Date 19.20

(für HG) Bares für Rares 20.15 Death in Paradis

21.05 Death in Paradise 22.00 The Rookie

22.40 The Rookie 23.20 Death in Paradise 0.15

Death in Paradise 1.05 Death in Paradise 1.55

Death in Paradise 2.50 Death in Paradise

ZDF INFO

14.30 ZDF-History. Früher Todund ewiger Ruhm

–Stars, die jung sterben 15.15 ZDF-History.

Spaniens Krone 16.00 ZDF-History. Die Royals

und die Nazis 16.45 ZDF-History. Hollywoods

wahre Prinzessinnen 17.30 ZDF-History. Auf

einmal Prinzessin 18.00 ZDF-History. Die

Geheimnisse der Kennedy-Frauen 18.45 (für HG

Beruf: Königin! 19.30 ZDF-History. Sisi –Die

wilde Kaiserin 20.15 ZDF-History. Prinzessin

Margaret 20.55 ZDF-History. Prinz Charles 21.40

(für HG) Camilla, Kate und Meghan 22.25 (für

HG) Ärger im Buckingham Palast 23.10 Der

Buckingham-Palast 23.50 Der Buckingham-

Palast 0.35 heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Opernund Aktien –Händels „Royal

Academy of Music“, ca. 46 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Gürzenich-Orchester Köln: Karol

Szymanowski: Suite aus der Oper „Król Roger“ /

Wolfgang Amadeus Mozart: Konzertfür Violine

und OrchesterNr. 4D-Dur KV 218 /Karol Szyma

nowski: „Symphonie concertante“, ca. 117 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Rohstoff (15/20). VonJörg Fauser /

Gelesenvon Lars Eidinger,ca. 30 Min.

19.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen. Literatur „In mir blutet Vergangenheit“:

Wieland Förster,Bildhauer,Maler,

Schriftsteller.Von Carola Wiemers und Michael

Opitz, ca. 30 Min.

20.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Das Feature DekolonisiertEuch! (2/4):

Madarejùwas Entscheidung –Vom Überleben im

Brasilianischen Regenwald. VonThomas

Fischermann, ca. 55 Min.

22.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Hörspiel Sandräuber.Von TimStaffel. Mit

Christoph Bach, Nina Kronjäger,Dirk Borchardt,

Hüseyin Ekici, RobertAlexanderBaer,Patrick

Güldenberg,Vanessa Loibl, ca. 56 Min.

MAGAZIN

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Mikrokosmos –Die Kulturreportage Kultur

postkolonial (1/3): Erbe und Gegenwartder

Stadt Augsburg.Von Pia Masurczak, ca. 45 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Musikfeuilleton Letzte Ruhe für singende

Seelen: Der Prominenten-Friedhof des

Neujungfrauenklosters in Moskau, ca. 57 Min.

19.15 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Mikrokosmos –Die Kulturreportage Kultur

postkolonial (1/3): Erbe und Gegenwartder

Stadt Augsburg.Von Pia Masurczak, ca. 45 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die anglo-amerikanische Jazz-Sängeri

StaceyKent. Mit Lothar Jänichen, ca. 30 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

On Stage Sepharad goes Avantgarde: Das

Ensemble The Sephardics. Aufnahme vom

7.7.2019 beim Rudolstadt Festival, ca. 55 Min.

22.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lied- und Folkgeschichte(n) Zurück zu den

Wurzeln: Old-Time Music der Lonesome Ace

Stringband. VonMonika Gratz, ca. 55 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 32 · F reitag, 7. Februar 2020 – S eite 24 *

·························································································································································································································································································

Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Nadine Berneis (29) ist vollerVorfreude.IhreAmtszeit

als„Miss Germany“

läuft nämlich bald aus.Nicht

dass sich die Polizistin aus Stuttgart

gelangweilt hätte in der letzten Zeit.

Nein, das Jahr sei wie im Fluge vergangen.

Aber:„Ichfreue mich, dass

ich nicht jeden Tageine halbe Stunde

vordem Kleiderschrank stehe mit der

Frage,was ich heute anziehe.“ In der

Tatist das Dasein einer Schönheitskönigin

in Hinblick auf das Aussehen

mit einem gewissen Aufwand verbunden.Werhätte

das gedacht?! Allerdings

wirdder zeitraubende,daoffenbar

ratlose Blick in den Kleiderschrank

derVergangenheit angehören,

sobald Berneis in ihren gelernten

Berufzurückkehrtist:„Denn ich

weiß, dass ich die Uniformanziehe.“

Vom2.Märzanarbeitet sie wieder als

Polizeibeamtin und wandet sich also

in dem entsprechenden Einheitsornat.

Ihre Nachfolgerin als„Miss Germany“

wirdübrigens am 15. Februar

im Europa-ParkinRust gewählt. Ob

man sich darauf freuen soll?

Jim Carrey (58) erfreut und unterhält

uns mit seinem Talent als Komiker.

Underinnertusdaran, dass sein Berufmitunter

ganz ernste Hintergründe

hat:„Mein Humor wurde

durch Schmerzgeboren. Meine Mutter

war sehr krank, als ich aufwuchs,

also wollte ich sie aufmuntern“, sagte

der Amerikaner jetzt der Bild-Zeitung.

Er glaube,alle Komiker hätten

einen solchen Schmerz, den sie verarbeiten

würden.

Viola Davis (54) ist als

Schauspielerin klar

dem ernsten Fach

zuzuordnen. Nun

soll die Oscar-Gewinnerin

in einer

TV-Serie niemand

geringeren als Michelle

Obama verkörpern.

Dasist

fraglos superernst

und also nicht komisch.

Nunalso

wirddie Ex-First-

Lady der USA allemal

würdig in die

Fernsehgeschichte

eingehen. (schl.)

Verhilft Michelle

Obama zur Fernsehprominenz.

AFP/JON KOPALOFF

TIERE

Vollkommen relaxt: Männchen der

ArtCalumma radamanus. DPA

Willkommen: Wirfreuen uns immer,

wenn neue Arten das Tierreich und

damit auch das Berichtsrepertoire

der Tierkastenredaktion erweitern.

In diesem Fall geht der Dank an Forscher

aus Deutschland und Madagaskar,die

auf der Insel vorder ostafrikanischen

Küste vier neue Chamäleon-Arten

identifizierthaben. Nasenchamäleons,umgenau

zu sein,

die ihren Namen einem Fortsatz auf

der Schnauzeverdanken und ansonsten

ganz artgemäß je nach Situation

die Farbe wechseln. Unser

Exemplar,ein Männchen, zeigt sich

in entspannter Färbung. Calumma

radamanus wurde bereits 1933 beschrieben,

aber erst jetzt als Artanerkannt.

Zeit wird’s! (avo.)

Coronavirus an Bord

Die Reisenden tragen Masken und müssen in ihren Kabinen bleiben:

Nach der Entdeckung von Virusfällen an Bord wurden in Japan und

Hongkong zwei Kreuzfahrtschiffe mit rund 7000 Passagieren und Besatzungsmitgliedern

unter Quarantäne gestellt. Auf der „Diamond

Princess“ vorYokohama (Foto) wurden zehn weitere Fälle festgestellt.

Es handele es sich um vier Personen aus Japan, zwei aus Amerika, zwei

aus Kanada, jeweils eine aus Neuseeland und aus Taiwan. Damit sind

derzeit 20 Personen an Bord infiziert. In Hongkong wird ein zweites

Ernsthafte Fragen

Eine Bruchlandung mit drei Todesopfern wirft ein neues Schlaglicht auf Probleme der Istanbuler Flughäfen

VonFrank Nordhausen

In dem verunglückten Passagierflugzeug,

das am Mittwochabend

über die Landebahn des

Istanbuler Flughafens Sabiha

Gökcen rutschte und auseinanderbrach,

saßen auch 22 nichttürkische

Ausländer, wie der Istanbuler Gouverneur

Ali Yerlikaya am Donnerstag

unter Berufung auf die Fluggesellschaft

Pegasus erklärte. Die insgesamt

183 Menschen an Bord entgingen

einer größeren Katastrophe nur

knapp, drei Menschen starben bei

der Bruchlandung. Ausdem Auswärtigen

Amt in Berlin hieß es zunächst,

es gebe keine Erkenntnisse,nach denen

sich Deutsche unter den Passagieren

befunden hätten. Der Unfall,

dessen Ursache offenbar stürmisches

Wetter mit Starkregen war,

wirft ein neues Schlaglicht auf Probleme

der Istanbuler Flughäfen.

Ausdem Rumpf geklettert

Die Maschine kam bei der Landung von der Piste ab und brach auseinander.

Am Mittwochabend war die in Izmir

gestartete Maschine des türkischen

Billigfliegers Pegasus bei der Landung

von der Piste abgekommen.

Die Maschine habe eine harte Landung

hingelegt und sei dann 30 bis

40 Meter eine Böschung hinuntergerutscht,

sagte Verkehrsminister

Mehmet Cahit Turhan. Dabei zerbrach

das Flugzeug in drei Teile; Passagiere

kletterten durch einen Riss

im Flugzeugrumpf und über eine

Tragfläche ins Freie. Nach Angaben

der staatlichen Nachrichtenagentur

Anadolu hätten alle Überlebenden

Verletzungen davongetragen, vier

seien in einem kritischen Zustand.

Laut dem türkischen Sender NTV

hat derTowerdie Piloten bei der Landung

vor starkem Rückenwind gewarnt.

Anadolu berichtete am Donnerstag,

die Staatsanwaltschaft in

Ankarahabe Ermittlungen gegen die

zwei verletzten Piloten wegen „fahrlässiger

Tötung und Verletzung von

mehr als einer Person“ eingeleitet.

Einer der Piloten sei leicht verletzt,

der andere schwer. Sie würden nach

Abschluss ihrer ärztlichen Behandlung

als Verdächtige befragt.

Unterdessen erklärte der Pegasus-Generaldirektor

Mehmet Tevfik

Nane, dass die Black Boxes der Maschine

gesichert worden seien. „Alle

unserePiloten sind angehalten, kein

Risiko einzugehen, einen stabilen

Anflug zu machen, die Landung auf

der Landebahn bei einem Risiko abzubrechen

und erforderlichenfalls zu

einem anderen Flughafen weiterzufliegen“,

sagte er.Pegasus existiertseit

20 Jahren, verfügt über eine Flotte von

83 Flugzeugen und fliegt auch zahlreiche

Ziele in Deutschland an.

Wer öfter nach Istanbul fliegt,

kennt die Probleme mit den gefürchteten

Scherwinden vom Schwarzen

Meer oder dem massiven Nebel über

der Stadt. Die Landungen sind häufig

wacklig und rau. Doch wies die

Nachrichten-Website Odatv auf eine

Erklärung des Verkehrsministers

Turhan vom Vortag hin, in der es

hieß: „Der Flugverkehr in Istanbul

wird immer stärker, aber wir haben

nur eine Landebahn am Flughafen

Sabiha Gökcen. Diese Landebahn ist

sehr abgenutzt.“

Vogelschlag und Nebel

AFP

AFP/KAZUHIRO NOGI

Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1800 Passagieren sowie 1800 Crewmitgliedernfestgehalten.

BeidreiMenschen, die zwischenzeitlich mit dem

Schiff gereist waren, war das Virusfestgestellt worden.

Inzwischen sind in China mehr als 28000 Menschen mit dem neuen

Coronavirus infiziert. DieZahl der Toten stieg auf 563. Miteinem weiterenNachweis

stieg die Gesamtzahl der Infizierten in Deutschland auf 13.

DerErreger wurde bei der Frau eines der Patienten aus Bayern nachgewiesen,

so das bayerische Gesundheitsministerium am Donnerstag.

Sabiha Gökcen verzeichnet seit der

Schließung des alten Atatürk-Airports

und der Eröffnung des neuen

Istanbuler Großflughafens am

SchwarzenMeer im Frühjahr 2019 einen

enormen Zuwachs. Viele Fluggäste

bevorzugen den kleineren Airport,

da er näher am Stadtzentrum

liegt und bisher als sicherer galt. Der

Großflughafen leidet unter Problemen

der Bauqualität und von Umweltfaktoren

wie Vogelschlag, Starkwinden

und Nebel. Infolge dieser

Entwicklung stiegen die Passagierzahlen

von Sabiha Gökcen 2019 um

20 Prozent, was vor allem der von

dort operierenden Pegasus zugute

kam. Dieser Aufschwung ist der türkischen

Zivilluftfahrtbehörde offenbar

ein Dorn im Auge. Um den

neuen Großflughafen zu stärken und

die halb staatliche Linie Turkish Airlines

zu bevorteilen, habe sie entschieden,

keine zusätzlichen Flugstrecken

ab Sabiha Gökcen zu genehmigen,

berichtete die Oppositionszeitung

Cumhuriyet Mitte

Januar. Nach der Bruchlandung

stellten Nutzer in sozialen Medien

jetzt die Frage,obunter dieser Politik

nun auch die Sicherheit leide?

Am Sabiha-Gökcen-Flughafen

war erst am 7. Januar ein Pegasus-

Flugzeug von derselben Landebahn

abgekommen, doch konnten alle

164 Passagiere sicher aus der Maschine

gebracht werden. Eine weitere

Pegasus-Boeing-737 war im Januar

2018 auf dem Flughafen der

Schwarzmeerstadt Trabzon von der

Landebahn gerutscht und fast ins

Meer gestürzt. In beiden Fällen

wurde schlechtes Wetter als Unfallursache

genannt. „Pegasus ist für

ihre günstigen Tarife bekannt, aber

es wäreunfair,sie deswegen als unsicher

zu bezeichnen“, zitierte der arabische

Sender Al-Dschasira einen

Luftfahrtexperten. „Aber nachdem

diese Fluggesellschaft zum zweiten

Mal in nur vier Wochen eine Maschine

durch Abrutschen von der

Landebahn verliert, werden jetzt sehr

ernsthafte Fragen gestellt werden.“

Frank Nordhausen

kennt die Probleme der

Istanbuler Flughäfen.

Zwei Tote bei schwerem

Zugunglück in Italien

Beieinem schweren Zugunglück

sind am Donnerstag in Norditalien

mindestens zwei Menschen ums Leben

gekommen. Etwa 30 Menschen

wurden nach Behördenangaben verletzt,

als die Lok eines Hochgeschwindigkeitszuges

auf der Strecke

zwischen Mailand und Bologna gegen

5.30 Uhrentgleiste.Ein weiterer

Waggon sprang aus den Gleisen und

kippte um. An der Unfallstelle in der

Nähe vonCasal Pusterlengo,südöstlich

vonMailand, lagen Trümmer

weit verstreut. DieToten seien zwei

Lokführer gewesen, hieß es.Helfer

sagten am Morgen im Fernsehen, es

hätte noch viel schlimmer ausgehen

können, wenn mehr Reisende im

Zuggesessen hätten. Es handelt sich

bei der Streckeumeine viel genutzte

Verbindung in Richtung Süden. Laut

dem Präfekt der Provinz Lodi, Marcello

Cardona, waren so früh nur etwas

mehr als 30 Menschen an Bord.

DerUnglückszug fuhr nach Angaben

der Nachrichtenagentur Ansa mit

etwa 290 Kilometernpro Stunde auf

gerader Strecke. (dpa)

Epstein-Skandal: London

prüft Flaggentradition

Diebritische Regierung will angesichts

derVerwicklung vonPrinz Andrew

in den Skandal um den verstorbenen

US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein

die Tradition des landesweiten

Flaggenhissens anlässlich royaler Geburtstage

neu prüfen. DieBehörden

würden„überdenken, wie die Tradition

unter sich verändernden Umständen

angewendet wird, etwa

wenn Mitglieder der königlichen Familie

vonihren Pflichten zurücktreten“,

sagte ein Sprecher des britischen

Premierministers BorisJohnson

am Donnerstag. DieZeitung The

Sunhatte zuvor eine interne Regierungsmail

veröffentlicht, in der es um

den 60. Geburtstag des zweitältesten

Sohns vonElizabeth II. ging: Örtliche

Behörden seien darin erinnertworden,

zu Ehren seines Geburtstages

am 19. Februar die britische Flagge an

ihrenGebäuden zu hissen. (AFP)

Vergiftete Babys: Uniklinik

Ulm zieht Konsequenzen

Im Fall der mit Morphium vergifteten

Frühchen am Universitätsklinikum

Ulmzieht die dortige Leitung

Konsequenzen. ZumSchutz vonPatienten

in der Kinderklinik gibt es

künftig unter anderem routinemäßige

Analysen vonUrinproben bei

Patienten mit ungewöhnlichem Verlauf

und verschärfte Kontrollen des

Zugangs zu Betäubungsmitteln über

die gesetzlichen Vorgaben hinaus,

wie eine Kliniksprecherin am Donnerstag

mitteilte.Zudem werden

demnach alle Milchfläschchen und

-spritzen verplombt, der Zugang zu

den Milchküchen beschränkt und

die Streifen des Sicherheitsdienstes

intensiviert. (dpa)

Polizistin wegen mehrerer

Straftaten angeklagt

Wegen schwerwiegender Straftaten,

darunter mehrereWohnungseinbrüche

und der Besitz kinderpornografischer

Darstellungen, hat die

dortige Staatsanwaltschaft eine Polizistin

aus dem Raum Landshut in

Bayern angeklagt. Wiedie Behörde

am Donnerstag mitteilte,soll die 45-

Jährige zunächst in Polizeicomputernnach

den Adressen kürzlich gestorbener

Personen gesucht haben,

um dann zusammen mit einer Komplizin

in deren Wohnungen einzubrechen.

DieFraustreitet die Vorwürfe

größtenteils ab. (dpa)

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