Berliner Zeitung 05.02.2020

BerlinerVerlagGmbH

Neue Hauptstadt der Palästinenser? Anja Reichs Reportage aus Abu Dis – Seite3

Heute

mit

Hauptstadt

Seite 12

2°/6°

Sonne und Wolken

Wetter Seite 2

Thüringen vor der Wahl:

Die Nervosität wächst

Politik Seite 4

www.berliner-zeitung.de

DFB-Pokal: Hertha

scheidet aus

Sport Seite 19

Mittwoch, 5. Februar 2020 Nr.30HA-76. Jahrgang

Auswärts/D***: 1.70 €–Berlin/Brandenburg: 1.60 €

Berliner Polizei setzt die

Clans unter Druck

Berlin Seite 9

Der Stau

aus dem

Bollerwagen

VonJens Blankennagel

Die Sache klingt fast zu einfach,

und technisch bestätigt ist sie

auch nicht. Aber da hat jemand zumindest

vorgeführt, was Menschen

der Technik zutrauen. Simon Weckert

hat mit einer Kunstaktion für

reichlich Verwirrung gesorgt: Er sagt,

er habe mit 99 Autos,die es gar nicht

gab,inBerlin einen Stau auf den Karten

von Google Maps erzeugt. Das

zumindest legt

sein Video nahe,

das er im vergangenen

Sommer

aufnahm. Weckert,

geboren

1989 im damali-

Simon Weckert,

bezeichnet sich als

NewMedia Artist.

Kunst-Aktion

gen Karl-Marx-

Stadt, lebt als

Künstler in Berlin.

Für seine Aktion

nutzte er

eine Annahme:

Um Staus zu melden, registriertGoogle,

wie viele Autos unterwegs sind –

besser gesagt: Wie viele Handys sich

auf einer Fahrbahn bewegen. Also

zog ein Freund des Künstlers einen

roten Bollerwagen durch eine menschenleere

Straße. Darin lagen 99

Handys,die wie 99 Autos wirken und

für den virtuellen Stau sorgen sollten.

Wiekam er auf die Idee?„Ich habe

mal bei einer 1.-Mai-Demo gesehen,

dass die Handys der vielen Leute einen

virtuellen Stau erzeugt haben“,

erzählt Weckert, der sich als New-

Media-Artist bezeichnet und an der

Berliner Unider Künste studierthat.

„Andere Künstler drücken sich mit

Pinsel und Farbe aus, ich mit Algorithmen

und Accounts.“

Seine Aktion könnte auch als Inszenierung

gesehen werden, welche

die Leute staunen lässt, denn der

Künstler hat eine Botschaft. Er will

zeigen, dass eine Veränderung in der

virtuellen Welt durchaus ernsthafte

Auswirkungen auf die reale Welt hat.

Er hat das Video, das für große

Aufmerksamkeit sorgte, erst jetzt

veröffentlicht, weil Google Maps am

8. Februar 15 Jahre alt wird. „Ich

wollte eine Debatte anstoßen“, sagt

er.Esgeht ihm darum, dass alle modernen

Internetdienste von Airbnb

über alle Carsharing-Angebote bis

zu den Essenslieferanten mit den

Karten von Google verknüpft sind.

„Sie schaffen neue Formen des digitalen

Kapitalismus und derVermarktung.“

Weckertspricht voneiner Machtfrage,

davon, dass das virtuelle Wissen

eine Macht im realen Leben darstellt.

Mit Kunst kann man sie zumindest

infrage stellen.

Das Iowa-Desaster

Die Vorwahlen der Demokraten im Mittleren Westen enden im Chaos –esgibt nur

ein Teilergebnis und einen Präsidenten, der mit Häme reagiert. Seiten 4und 6

Sozialbauten vom Discounter

Aldiwillrund2000WohnungenimGroßraum Berlin errichten –zweiLeuchtturmprojektesollen 2021stehen

VonUlrich Paul

Eingeschossige Supermärkte

bestimmen vielfach

das Bild in Städten wie Berlin,

Hamburg und München.

Angesichts knapper werdender

Bauflächen wächst deswegen in

der Politik der Wunsch, die Grundstücke

besser zu nutzen –und Wohnungen

über den Flachbauten zu errichten.

Die großen Discounter sind

dazu bereit. Berlin rückt dabei ins

Zentrum der Umbau-Planungen.

DerDiscounter Lidl hat schon angefangen,

Verkaufsstellen in Berlin

mit Wohnungen zu überbauen, jetzt

folgt Branchen-Riese Aldi. Bis zu

2000 Wohnungen will Aldi in den

nächsten Jahren im Großraum Berlin

errichten, wie ein Unternehmenssprecher

jetzt bekräftigte. Dabei

sollen nicht nur frei finanzierte

Wohnungen zu günstigen Mieten

auf den Markt kommen –Aldi will

auch Sozialwohnungen errichten.

DieSozialwohnungen sollen bei den

ersten Vorhaben zu Mieten von 6,50

Euro je Quadratmeter kalt angeboten

werden, so der Unternehmenssprecher,die

übrigenWohnungen zu

Mieten von 10bis 12 Euro je Quadratmeter

offeriert werden. Aldi

hatte bereits vor zwei Jahren angekündigt,

in den Bauvon Wohnungen

einzusteigen. Mittlerweile sind die

Pläne konkretisiert worden. Die ersten

beiden „Leuchtturmprojekte“

von Aldi sollen nach Angaben des

Unternehmens an der Sewanstraße

in Lichtenberg und an der Silbersteinstraße

in Neukölln entstehen.

Diese Vorhaben befänden sich derzeit

„in der Vorbereitung“ und sollen

bis 2021 realisiert werden. Darüber

hinaus seien rund 15 weitere Projekte

geplant. Zwei davon seien bereits

in Bau. Darunter ein Projekt mit

zwölf Wohnungen an der Oranienburger

Straße in Reinickendorfsowie

ein weiteres mit 34 Wohnungen an

der Georg-Hermann-Allee in Potsdam.

Aldi wolle Sozialwohnungen

nicht nur dort bauen, wo es im Rahmen

von Bebauungsplanverfahren

sowieso dazu verpflichtet sei, sondern

auch „freiwillig“ errichten, betont

der Unternehmenssprecher.Ob

Aldi die Wohnungsbauförderung des

„Das ist ganz hervorragend.“

Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) zu den Plänen von Aldi,

Sozialwohnungen über Supermärkten zu errichten

Landes Berlin nutzen wird, ist offen.

„Wir begrüßen das Förderprogramm,

um Investoren und Bauherren

bei der Erstellung von sozialem

Wohnraum zu unterstützen“, sagt

der Unternehmenssprecher. „Wir

sind jedoch bereit, freiwillig ohne die

Inanspruchnahme öffentlicher Gelder,

die Vorgaben für den sozialen

Wohnungsbau einzuhalten.“

Aldi verknüpft die Pläne zum Bau

von Wohnungen mit dem Wunsch

nach einer Vergrößerung seiner Verkaufsflächen.

Während die älteren

Aldi-Märkte eine Verkaufsfläche von

durchschnittlich 600 bis 800 Quadratmetern

haben, sollen die neuen

eine Verkaufsfläche von rund 1200

Quadratmetern haben. So ergebe

sich am Ende ein „Vorteil für beide

Seiten“, sagt der Unternehmenssprecher:Berlin

erhalte bezahlbaren

Wohnraum, Aldi großflächige Verkaufsstellen.

Aldis Konkurrent Lidl hat nach eigenen

Angaben deutschlandweit bereits

über zehn Objekte realisiert, bei

denen Wohnungen über Läden errichtetwurden.

In Berlin in der Bornholmer

Straße und in der Prenzlauer

Allee. „Derzeit haben wir verschiedene

Projekte fürFilialen mit Wohnbebauung

in der Vorbereitung, unter

anderem in Berlin, Hamburg, München

und Frankfurt“, teilte Lidl auf

Anfrage mit. Spätestens gegen Ende

des Jahres solle an zwei Standorten

in Berlin und Hamburg der Bau beginnen.

Lidl will wie Aldi „an verschiedenen

Standorten Sozialwohnungen“

errichten. Stadtentwicklungssenatorin

Katrin Lompscher

(Linke) zeigt sich über das Engagement

der Privaten erfreut. „Ganz

hervorragend“ sei das,sagt sie.

AP

Coronavirus:

China räumt

Fehler ein

Politbüro reagiert auf Kritik

am Krisenmanagement

Chinas Führung hat „Unzulänglichkeiten

und Defizite“ in der

Reaktion auf den Ausbruch der neuartigen

Lungenkrankheit eingeräumt.

Nach einem Treffen unter

Vorsitz von Staats- und Parteichef Xi

Jinping ließ das Politbüro nach Angaben

des Staatsfernsehens vom

Dienstag mitteilen: „Wir müssen die

Erfahrungen zusammenfassen und

Lehren daraus ziehen.“ Das nationale

Krisenmanagement müsse verbessert

werden. Das Gesundheitssystem

solle auf den Prüfstand kommen,

„Mängel“ müssten beseitigt

werden.

Über Nacht stieg die Zahl der bestätigten

Infektionen und Todesfälle

durch das Coronavirus in China erneut

sprunghaft.Wiedie chinesische

Gesundheitsbehörde mitteilte, gab

es bis Dienstag 20 438 bestätigte Erkrankungen

– 3 225 neue Fälle im

Vergleich zum Vortag. Die Zahl der

Todesopfer stieg demnach um 64 auf

425. Es war erneut der bisher stärkste

Anstieg der Infektionen mit dem

neuartigen Coronavirus und der Todesfälle

innerhalb eines Tages.

In Hongkong gab es den zweiten

Toten außerhalb Festland-Chinas.

DieKrankenhausbehörde bestätigte,

dass ein 39-Jähriger gestorben sei.

Wie die South China Morning Post

berichtete, hatte der Mann die

schwer vom Virus betroffene Stadt

WuhaninZentralchina besucht. Zuvor

war auch ein Patient auf den

Philippinen gestorben.Weltweit sind

rund 200 Infektionen in rund zwei

Dutzend Ländernbestätigt.

Die Sterblichkeitsrate der Lungenkrankheit

in China liegt im

Schnitt bei 2,1 Prozent. Das bedeutet,

dass rund jeder 50. nachweislich

Erkrankte am Virus stirbt. In Wuhan

erreicht die Mortalität allerdings 4,9

Prozent. (dpa) Tagesthema Seite2

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2* Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Tagesthema

Deutschland und Frankreich

wollen sich mit ihren

europäischen Partnernbesser

über ein einheitlichesVorgehen

bei der Coronavirus-Epidemie

abstimmen. „Wir sind

gemeinsam der Ansicht, dass es Sinn

macht, dass es ein informelles Ministertreffen

der Gesundheitsminister

der Europäischen Union gibt“, sagte

Gesundheitsminister Jens Spahn

(CDU) am Dienstag nach einem Treffen

mit seiner französischen Amtskollegin

Agnès Buzyn in Paris. DasVirussei

eine Bedrohung für alle Bürger

in Europa, daher brauche es eine europäische

Antwort –besonders auch

mit Blick auf die Frage der Reisebestimmungen.

„Ein Virus kennt keine

Grenzen“, so Spahn. Man müsse innerhalb

Europas gemeinsam zu einer

Risikoeinschätzung kommen. „Gerade

mit dem Blick auf Schengen

macht es natürlich wenig Sinn, wenn

ein Land alleine Maßnahmen ergreift.“

Es müsse geklärt werden, ob

auch bei symptomfreien Erkrankten

Ansteckungsgefahr bestehe,sagte der

CDU-Minister. „Davon hängt dann

auch die Frage vonmöglichen Einreisebeschränkungen

ab – oder auch

zumindest intensiveren Befragungen

bei der Einreise.“

Zwölf Fälle in Deutschland

DasMinistertreffen solle in den kommenden

acht Tagen stattfinden, man

sei zur Koordination in Kontakt mit

dem kroatischen Kollegen, so Ministerin

Buzyn. Kroatien hat am 1. Januar

turnusmäßig die EU-Ratspräsidentschaft

übernommen. Vertreter

der G7-Staaten hatten sich bereits am

Montag über Maßnahmen gegen das

Coronavirus verständigt.

In Deutschland gibt es bislang

insgesamt zwölf bestätigte Fälle von

Erkrankungen durch das Coronavirus.

Zehn stehen in Zusammenhang

mit dem bayerischen Autozulieferer

Webasto –darunter sind zwei Kinder

eines Mitarbeiters. Bei Webasto war

eine infizierte Kollegin aus China zu

Gast gewesen, die ihre Erkrankung

erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

Außerdem war das Virus bei zwei

Schutz unter Mao: ein Polizist in der chinesischen Stadt Wuhan.

Passagieren festgestellt worden, die

am Wochenende mit einem Bundeswehrflugzeug

aus Wuhan zurückgeholt

worden waren.

Auf einem Kreuzfahrtschiff, das

derzeit wegen Verdachts auf das Coronavirus

im Hafen von Yokohama

in Japan unter Quarantäne steht,

sind einem Zeitungsbericht zufolge

auch deutsche Urlauber.„Unter den

2666 Passagieren, die derzeit an

Bord der ,Diamond Princess‘ im Hafen

von Yokohama sind, befinden

sich acht Deutsche“, sagte der Sprecher

der deutschen Repräsentanz

der Reederei Princess Cruises, Rolf

Nieländer,amDienstag der Bild-Zeitung.

Der Verdacht, dass Menschen

an Bord mit dem Erreger infiziert

sein könnten, war wegen eines 80-

jährigen Passagiers aufgekommen,

der einige Tage zuvor das Schiff in

Coronavirus breitet sich in China aus

Bestätigte Infektionen des Erregers 2019-nCoV,Stand 4. Februar,14.30 Uhr

20 000

Festland-China

Mehr als 20 400 Fälle

15 000

10 000

5000

0

9. Jan.

11.

20. 21.

Tote gesamt: 425

64

57

43 46 45

38

Die Toten

25 25 26

WHO-Zahlen

1 1 1 3 11 1 8 15 15

9. Jan.

15.16. 20.21.

30. 1. Feb. 4.

24.

AFP

30. 1. Feb.

Lungenkrankheit

Das Coronavirus

breitet sich immer

schneller aus.

Chinas Präsident

sieht in seiner

Bekämpfung eine

nationale Aufgabe.

Von

Wuhan in

die Welt

4.

BLZ/GALANTY; QUELLE: AFP

Hongkong verlassen hatte. Erwurde

von den Behörden der chinesischen

Sonderverwaltungszone positiv auf

das Virusgetestet.

Mehrere Länder wie Taiwan, die

USA, Australien oder Neuseeland

haben inzwischen Einreisebeschränkungen

für Chinesen oder

Ausländer, die aus China kommen,

erlassen. Auch haben mehrere Staaten

ihre Bürger mit Sonderflugzeugen

aus der weitgehend abgeschotteten

Stadt Wuhan zurückgeholt.

In Belgien gibt es den ersten Fall

einer Infektion. Der Patient war am

Sonntag vonChina nach Belgien zurückgekehrtund

wirdineinem Brüsseler

Universitätskrankenhaus behandelt.

Nachgewiesene Fälle gibt es

laut WHO auch in Spanien, Italien,

Großbritannien, Frankreich, Schweden

und Finnland.

Unterdessen rät die britische Regierung

wegen der schnellen Ausbreitung

des Coronavirus ihren Bürgern

zur Ausreise aus China. „Wir

empfehlen britischen Staatsbürgern,

das Land wenn möglich zu verlassen“,

erklärte Außenminister Dominic

Raab am Dienstag in London.

Wegen des Virus schließt das

Glücksspiel-Eldorado Macao seine

Kasinosfür einen halben Monat. Der

Regierungschef der chinesischen

Sonderverwaltungsregion, Ho lat

Seng, ordnete die Schließung an,

nachdem neun der zehn Virus-Fälle

in Macaoinder Glücksspielindustrie

festgestellt worden waren.

SichereVersorgung

Im Kampf gegen die Lungenkrankheit

forderte Chinas Präsident Xi Jinping

auf dem Treffen des Politbüros

„rasche und entschlossene“ Maßnahmen,

wie die staatliche Nachrichtenagentur

Xinhua berichtete.Er

rief zu einer „strikten Durchsetzung“

vonAnordnungen und Verboten auf.

Im Kampf gegen die Epidemie gehe

es nicht nur um Leben und Gesundheit

der Menschen, sondern auch

um die wirtschaftliche und soziale

Stabilität.

Die Versorgung mit medizinischem

Schutzmaterial müsse gesichert

und die Infektions- und Sterblichkeitsrate

gesenkt werden, wurde

auf dem Parteitreffen weiter betont.

Parteikomitees und Regierungen auf

allen Ebenen wurden aufgerufen, die

Epidemie unter Kontrolle zu bringen,

aber auch „die Ziele der wirtschaftlichen

und sozialen Entwicklung“

in diesem Jahr zu erreichen.

Beidem Treffen wurde auch eine

entschlossene Umsetzung des gerade

erlassenen Verbots für den

Handel mit wilden Tieren gefordert.

Es müsse entschieden gegen illegale

Märkte mit Wildtieren vorgegangen

werden, so das Politbüro. Die Behörden

vermuten, dass das neuartige

Coronavirus vonWildtieren von

einem Markt inWuhan ausgegangen

war. Die ersten Infektionen traten

bei Besucherndes Marktes auf.

(dpa, AFP)

VonTorsten Harmsen

Somancher hierzulande, für den

China sonst sehr weit weg ist,

fragt sich in diesen Tagen: Kann auch

ich mich mit dem neuartigen Coronavirus

anstecken, das sich da vom

chinesischen Wuhan aus in die Welt

aufmachte? Mit dieser Frage befassen

sich auch deutsche Forscher

sehr intensiv, denn es geht darum,

wie schnell sich der Ausbruch von

2019-nCoV zu einer echten Pandemie

entwickeln könnte.

Übertriebenen Ängsten tritt unter

anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung

(BfR) entgegen. Es erklärte

am Dienstag, dass man sich

nicht über Lebensmittel oder andere

importierte Produkte aus China anstecken

könne. Die Viren überlebten

nicht lange in trockenem Zustand auf

Oberflächen. Derwichtigste Übertragungsweg

des neuartigen Virus sei

nach derzeitigem Kenntnisstand die

Tröpfchen-Infektion, bei der die Coronaviren

von infizierten Menschen

oderTieren in die Luft abgegeben und

anschließend eingeatmet werden, so

das BfR. Chinesische Forscher haben

inzwischen mitgeteilt, dass sie dasVirus

auch in Stuhlproben gefunden

hätten. Sie vermuten, dass es auch

über das Verdauungssystem verbreitet

werden könnte. Aber auch hier

könnte gründliches Händewaschen

eineVerbreitung vermeiden.

In Deutschland ist das Risiko äußerst

gering, mit Infizierten in Berührung

zu kommen, die aus China eingereist

sind. Aber wie das Geschehen

um die Mitarbeiter des bayerischen

Automobilzulieferers Webasto zeigt,

kann sich das Virusrecht schnell ver-

Ansteckend wie Windpocken?

breiten, wenn es erst einmal zu solch

einem Kontakt gekommen ist. „Soweit

wir derzeit wissen, hatten Patienten,

die sich bei der chinesischen Indexpatientin

in Bayern angesteckt

haben, zum Teil

eher flüchtige Kontakte mit

Infizierten, zum Beispiel einen

Handschlag oder einen

Verbreitung des Coronavirus

Clemens Wendtner,Virologe

kürzeren gemeinsamen

Aufenthalt in einem Büro“,

sagte Clemens Wendtner,

Chefarzt der Infektiologie

und Tropenmedizin der

München Klinik Schwabing,

dem Science Media

Center Germany.

Das neue Virus sei –anders als

Sars oder Mers –„offensichtlich hoch

kontagiös, also ansteckend“, soweit

man das bisher erkennen könne,

sagte Wendtner. Der Münchner Professor

und Chefarzt ist Leiter einer

Spezialeinheit für hochansteckende

Infektionen und zugleich Mitglied

eines Ständigen Arbeitskreises beim

Robert-Koch-Institut

(RKI). „Der lokale Ausbruch

hier in Bayern ist natürlich

aus wissenschaftlicher

Sicht eine Riesenchance,

ininterdisziplinären

Teams aus den ersten

IMAGO IMAGES

Fällen maximal zu lernen

und die bisher ausstehenden

Fragen zu klären“,

sagte Wendtner.

Auch Paul Hunter, ein

britischer Wissenschaftler, antwortete

auf die Frage nach der Ansteckungsgefahr.Essei

wahrscheinlich, „dass eine

Übertragung von Mensch zuMensch

einen engen oder längeren Kontakt erfordert“,

sagte der Professor für Medizin

an der Universität vonEast Anglia.

„Jüngste Aussagen des britischen Gesundheitsministeriums

deuten darauf

hin, dass als enger Kontakt Menschen

definiertwerden, die sich mindestens

15 Minuten lang im Umkreis vonzwei

Meternumeinen Infizierten aufgehalten

haben.“ Dies sei laut Hunter eine

vernünftige Definition. Sieähnele der,

die seit einigen Jahren zur Definition

enger Kontakte etwa bei Windpocken

verwendet werde.

Noch gebe es keineDetails zu der

Viruslast, die für eine Ansteckung

nötig sei, sagte Bernd Salzberger,

Professor aus Regensburgund Präsident

der Deutschen Gesellschaft für

Infektiologie. Mit Viruslast ist die

Menge der Viren imBlut eines Infizierten

gemeint.Wiedas RKI mitteilt,

seien auch einzelne Fälle bekannt

geworden, „in denen sich Personen

möglicherweise bei Betroffenen angesteckt

haben, die noch keine

Symptome gezeigt hatten“.

„Noch kann ein Durchbrechen

der Infektionskette in Deutschland

funktionieren, um eine größereAusbreitung

zu verhindern“, sagte

Bernd Salzberger. „Man kann die

weitere Entwicklung aktuell allerdings

noch nicht absehen.“

Insgesamt ist die Ansteckungsgefahr

hierzulande jedoch gering. Was

den Kreis möglicher Betroffener betrifft,

schreibt das RKI: „Personen, die

sich in einem Risikogebiet aufgehalten

haben (zum Beispiel in Wuhan,

China) oder Personen, die Kontakt

mit einer an 2019-nCoV erkrankten

Person hatten und innerhalb von 14

Tagen Symptome wie Fieber oder

Atemwegsprobleme entwickeln, sollten

ihreÄrztin oder Arzt aufsuchen.“

Biowetter:

Belastung

Bluthochdruck schwach

Rheumaschmerzen schwach

Atemwegsbeschwerden schwach

Schlafstörungen keine

Herzbeschwerden keine

Pollenflug:

Hasel

Erle

Pappel

Weide

BERLIN UND BRANDENBURG WETTERLAGE R EISEWETTER

Heute betragen die Höchsttemperaturen 4bis 6Grad. Dazu gibt esein

Nebeneinander von Sonnenschein und Wolken. Der Wind weht schwach

bis mäßig aus nordwestlichen Richtungen. Inder Nacht ziehen Wolkenfelder

durch, die zwischendurch immer wieder die Sterne verdecken. Dabei

betragen die Temperaturen 1bis minus 2Grad.

mäßig

schwach

keine

keine

Gefühlte Temperatur: maximal 2Grad.

Wind: schwach aus Nordwest.

Wittenberge

1°/5°

Min./Max.

des 24h-Tages

Brandenburg BERLIN

-1°/5° 2°/6°

Luckenwalde

-1°/4°

Cottbus

-1°/5°

Donnerstag

Freitag

Sonnabend

stark bewölkt bedeckt sonnig

1°/5° 3°/7° -2°/7°

Prenzlau

0°/4°

Frankfurt

(Oder)

0°/5°

Hoch Frank über Frankreich und dem Ärmelkanal drängt Schneeschauer und höhenkalte

Luft rasch ab. Ruhigeres Wetter mit zeitweiligem Sonnenschein folgt.

Ein Tief reicht von Griechenland bis zum Schwarzen Meer und markiert die

Grenze zwischen kühler und milder Luft. Dabei regnet und schneit es teils heftig.

Köln

1°/8°

Sylt

0°/7°

Saarbrücken

-1°/7°

Hannover

-2°/5°

Konstanz

-1°/4°

Hamburg

-2°/6°

Erfurt

-1°/3°

Frankfurt/Main

1°/7°

Stuttgart

2°/5°

Rostock

0°/5°

Magdeburg

1°/5°

Nürnberg

-2°/5°

München

-2°/2°

Rügen

1°/6°

Dresden

1°/3°

Deutschland: Heute bringen Wolken

an wenigen Stellen auch Schnee.

Sonst herrscht ein Sonne-Wolken-Gemisch.

Tagsüber müssen wir uns auf

2bis 8Grad einstellen. Die tiefsten

Temperaturen liegen bei 2bis minus

6Grad. Der Wind weht schwach, in

Böen mäßig aus Nordwest. Morgen

verschwindet die Sonne selten auch

längere Zeit hinter Wolken, und die

Temperaturen steigen auf 4bis

8Grad. Der Wind weht schwach bis

mäßig aus West.

Schneehöhen:

Thüringer Wald bis 30 cm

Harz bis 25 cm

Erzgebirge bis 35 cm

Bayerische Alpen bis 220 cm

Mondphasen: 09.02. 15.02. 23.02. 02.03.

Sonnenaufgang: 07:42 Uhr Sonnenuntergang: 16:59 Uhr Mondaufgang: 12:39 Uhr Monduntergang: 04:34 Uhr

Lissabon

18°

Las Palmas

26°

Madrid

15°

Reykjavik


Dublin


London


Paris


Bordeaux

11°

Palma

16°

Algier

17°

Nizza

15°

Trondheim


Oslo


Stockholm


Kopenhagen


Berlin


Mailand

14°

Tunis

16°

Rom

11°

Warschau


Wien

5° Budapest


Palermo

12°

Kiruna

-12°

Oulu

-6°

Dubrovnik

11°

Athen

15°

St. Petersburg

-1°

Wilna


Kiew


Odessa


Varna

11°

Istanbul

14°

Iraklio

19°

Archangelsk

-10°

Moskau

-4°

Ankara

12°

Antalya

16°

Acapulco 34° sonnig

Bali 25° wolkig

Bangkok 31° wolkig

Barbados 28° Schauer

Buenos Aires 32° bewölkt

Casablanca 23° heiter

Chicago 1° bedeckt

Dakar 29° heiter

Dubai 22° sonnig

Hongkong 21° wolkig

Jerusalem 16° sonnig

Johannesburg 32° heiter

Kairo 22° sonnig

Kapstadt 24° wolkig

Los Angeles 14° wolkig

Manila 31° wolkig

Miami 26° bewölkt

Nairobi 27° heiter

Neu Delhi 21° sonnig

New York 8° bedeckt

Peking -2° bedeckt

Perth 34° sonnig

Phuket 34° wolkig

Rio de Janeiro 25° Schauer

San Francisco 13° heiter

Santo Domingo 28° heiter

Seychellen 29° wolkig

Singapur 33° wolkig

Sydney 25° bewölkt

Tokio 15° wolkig

Toronto -2° wolkig


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 3· ·

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Seite 3

Die Zwei-Städte-Lösung

Abu Dis bei Jerusalem: 30 000 Einwohner,36Quadratkilometer,ein Rathaus. Dass der kleine Vorortpalästinensische Hauptstadt werden könnte, scheint absurd.

AFP/EMMANUEL DUNAND

Vor einer Woche saß Ahmad AbuHilal,

Hochzeitsplaner und Bürgermeister

vonAbu Dis, vorm Fernseher

und erfuhr, dass seine Stadt

Hauptstadt Palästinas werden soll. Der

Mann, der ihm diese Nachricht überbrachte,

war der amerikanische Präsident Donald

Trump höchstpersönlich. Neben ihm im

Weißen Haus stand Benjamin Netanjahu,

Premierminister Israels. Es ging um den

„Deal des Jahrhunderts“, jenen legendären

Plan, der israelische und palästinensische

Gebiete neu aufteilen und endlich Frieden in

die Region bringen soll.

Es war ein bisschen verwirrend. ZumAnfang

hieß es, Jerusalem solle „die souveräne

Hauptstadt des Staates Israel und eine ungeteilte

Stadt bleiben“. Später sagte Trump,

„dass Ostjerusalem Hauptstadt des neuen

Staates Palästina werden soll“. Dasklang wie

ein Gegensatz. Ein ungeteiltes Jerusalem für

Israel, und der Ostteil soll den Palästinensern

zugeschlagen werden?

BizarreSymbolik

Premierminister Netanjahu löste das Rätsel

auf: Mit Ostjerusalem sei Abu Dis gemeint,

sagte er, ein kleiner Vorort jenseits der Mauern

Jerusalems. 30000 Einwohner, 36Quadratkilometer,

ein Rathaus, eine Universität,

ein paar Läden, ein Park, ein Spielplatz, verstopfte

Straßen. Dasist ungefähr so,als hätte

die US-Regierung zu Mauerzeiten beschlossen,

Ost- und West-Berlin zur alleinigen

Hauptstadt der Bundesrepublik zu machen

und der DDR Teltow zu überlassen. Aber

Trump widersprach nicht. Die Männer

meinten es ernst.

Ahmad AbuHilal, 54 Jahrealt, kann es immer

noch nicht so richtig glauben. Er sagt, er

habe erst nicht verstanden, was Trump

meinte, er glaubte, er habe sich vielleicht

geirrt. Er war ja nie hier, der amerikanische

Präsident. Auch Trumps Berater, die angeblich

jahrelang an dem „Deal des Jahrhunderts“

arbeiteten, hätten sich nie blicken lassen,

um mit eigenen Augen zu sehen, wie

hoch die Mauer ist und wie klein die Stadt.

Abu Dis, die neue Hauptstadt? Hilal lacht.

„Wir haben nicht einmal Platz für Verwaltungsgebäude.

Trump hat keine Ahnung, er

macht Wahlkampf, ihm geht es nur darum,

im Amt zu bleiben“, sagt der Bürgermeister.

„Wir lehnen seinen Plan ab. Hauptstadt ist

Jerusalem, hier schlägt unser Herz.“

Es klingt wie eine Losung aus einem palästinensischen

Werbespot, eine symbolische

Rede, über die er länger nachgedacht

hat. Vonder Wut, die nach Trumps Rede erwartet

wurde,ist nicht viel zu spüren an diesemVormittag

eineWoche danach.Vielleicht

war es alles einfach zu bizarr, zuunwirklich,

die Rede, der Auftritt, das Schulterklopfen

und Händeschütteln. Von den Palästinensern

war niemand dabei, und Netanjahu

Wenn es nach dem Friedensplan des US-Präsidenten geht, soll der kleine

Ostjerusalemer Vorort Abu Dis die Hauptstadt eines neuen Staates

Palästina werden. Jerusalem fiele damit an Israel. In Abu Dis selbst

dachten die Menschen zunächst an einen Irrtum; jetzt formiert sich

Widerstand, irgendwo zwischen Wutund Resignation.

stand so glückselig neben Trump wie ein

kleiner Junge, der gerade sehr viele Geschenke

bekommen hat. DenPalästinensern

wurden wirtschaftliche Zuschüsse in Milliardenhöhe

zugesichert, ein Tunnel zwischen

Ramallah und Gaza sowie Land in der Negevwüste.

Israel dagegen wurde ganz Jerusalem

zugesprochen, inklusive der Verwaltung des

Tempelbergs, außerdem soll es sämtliche

Siedlungen imWestjordanland behalten und

das Jordantal annektieren dürfen.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas

sprach anschließend von einer Verschwörung

gegen sein Volk, kündigte Demonstrationen

und Tage des Zornsan, die Arabische

Liga sprach sich gegen den Plan aus.Das war

alles. Keine Demos, kein Zorn, nichts. InTel

Aviv gingen am Wochenende mehr Leute auf

die Straße als in Ramallah oder hier, inAbu

Dis. Woran das liegt? Der Bürgermeister

zuckt mit den Schultern: „Keine Ahnung“.

Er hat sich für das Interview mit der internationalen

Journalistengruppe ein Haus auf

einem Hügel ausgesucht. Aufder einen Seite

befindet sich eine Wiese, auf der Pferde grasen,

auf der anderen steht die Mauer, die Jerusalem

und AbuDis voneinander trennt. Sie

ist sechs Meter hoch. Man muss ganz nach

oben auf das Dach des Hauses klettern, um

darüber hinweg zu sehen, Richtung Westen,

Richtung Jerusalem, Richtung Tempelberg.

Die Kuppel des Felsendoms leuchtet in der

Sonne wie ein goldener Nadelkopf.

Das Haus mit Aussicht gehört einem

Freund Hilals, der schnell die Wäsche von

der Leine nimmt, damit die Hosen und Hemden

nicht die Fotos der Journalisten stören.

Auch das Haus ist ein Symbol. Ahmad Abu

Hilal stellt sich ans Geländer,streckt den Arm

Richtung Tempelberg und sagt, dass er vor

dem Mauerbau fünf Minuten bis ins Zentrums

Jerusalems gebraucht habe, heute

seien es 45 Minuten, mindestens. Trotzdem

fährt erjeden Taghin und her. Das hat mit

seiner Nebentätigkeit als Hochzeitsausstatter

zu tun, eins der wenigen Geschäfte, die

gut laufen in seiner Heimatstadt, wo 35 Prozent

der Bewohner arbeitslos sind. Geheiratet

wirdimmer,sagt der Bürgermeister.

VonAnja Reich, Abu Dis

Es gibt in Abu Dis nicht mehr viele Aussichtspunkte,von

denen man bis nach Jerusalem

sehen kann. Einer fünfgeschossigen

Villa hat das israelische Militär die oberste

Etage weggesprengt. Offizieller Grund war

die fehlende Baugenehmigung, inoffizieller

der Blick auf die andereSeite der Mauer,ein

Sicherheitsrisiko.Die Familie wohnt jetzt in

den unteren vier Etagen. Auch das Nachbarhaus

der Villa ist verwaist, eine Bauruine,

die einmal das Parlamentsgebäude Palästinas

werden sollte.Ein weiteres Symbol, eine

Erinnerung an Zeiten, als die Hoffnung auf

50 km

Mittelmeer

Westjordanland

Gazastreifen

ÄGYPTEN

Rafah

Tel Aviv

Jerusalem

ISRAEL

Abu Dis

Golanhöhen

JORDANIEN

BLZ/GALANTY

Frieden und eine Zwei-Staaten-Lösung

noch realistisch zu sein schienen. Nach den

Friedensverhandlungen von Oslo, wosich

Izchak Rabin und Yasser Arafat die Hand

schüttelten, beschlossen die Palästinenser,

Ostjerusalem zu ihrer Hauptstadt zu machen,

und das Parlament sollte aus Platzmangel

in Abu Dis, dem Vorort, tagen. Alles

war schon geplant, sogar das Amtszimmer

von Yassir Arafat, ganz oben, mit Blick auf

den Tempelberg. Heute steht man davor

und starrt auf ein schwarzes Loch in der

Wand, das ist alles, was von Arafats Büro

übriggeblieben ist.

Fragt man den Bürgermeister von Abu

Dis, warum das Parlament nicht weiter gebaut

wurde, dreht er sich einmal um die eigene

Achse, guckt auf die Mauer und sagt:

„Darum.“ DieMauer hat alles verändert, soll

das heißen, die Mauer ist überall, sie hat unser

Leben zerstört, unsereHoffnungen. Über

die Gründe für den Mauerbau spricht er

nicht: Mitihrem Bau wurde 2002 begonnen,

nach der zweiten Intifada, dem Aufstand der

Palästinenser gegen die Besatzung. Siesollte

Israel vor Terroranschlägen schützen, und

der Plan ist, so zynisch das klingt, aufgegangen.

Die Zeiten, in denen palästinensische

Amokläufer in jüdischen Schulen Blutbäder

anrichten, Vans in Jerusalemer Bus-Haltestellen

rasen, Rucksackbomben in TelAviver

Diskotheken oder Einkaufszentren explodieren,

sind vorbei. Während weltweit die Zahl

der Terroranschläge zunahm, ging sie in Israel

zurück. Selten fühlten sich die Menschen

hier so sicher wie heute.Die Mauerist

heute 759 Kilometer lang und bis zu acht Meter

hoch. DenPreis bezahlen die Palästinenser,

sie sind abgeschnitten von ihren Familien,

ihren Farmen, ihren Gotteshäusern, Arbeitsstellen

und Krankenhäusern. Eine deprimierende

Situation, und die Hoffnung,

dass sich daran einmal etwas ändernkönnte,

ist gering, selbst die Entrüstung, wenn es sie

denn gibt, wirkt nur noch müde, behauptet,

einstudiert.

Shirin Abu Hil nennt sich feministische

Aktivistin und lädt in einen Raum mit rosa

Wänden. Es ist kalt in dem Raum. Die Aktivistin

sagt: „Wir sind vereint in der Ablehnung

von Trumps Plan. Es ist ein Plan, der

das Ziel hat, uns auszulöschen, es ist Apartheid,

wir werden das stoppen.“ Aufdie Frage,

wie sie den Plan stoppen will, sagt sie, dass

Mahmoud Abbas angekündigt habe, inden

Gaza-Streifen zu fahren. Der Fatah-Führer

wolle den Führer der Hamas treffen. Das sei

ein gutes Zeichen, findet die Aktivistin. Nur

vereint werdeman den Kampf gewinnen.

Während sie spricht, hat man den Eindruck,

dass dieTemperatur im Raum noch ein

bisschen tiefer sinkt. Die Fatah und die Hamas

–das ist ein alter Streit, ihn zu schlichten,

ist Abbas’ wichtigstes Ziel, die letzte Mission

eines alten Mannes. Aber Palästina retten

kann man damit nicht. Aufdie Idee,einen Gegenplan

zu präsentieren, Verhandlungen mit

den Amerikanern wieder aufzunehmen,

kommt die Aktivistin nicht. Niemand scheint

auf diese Idee zu kommen. 73 Jahreist es her,

dass die Palästinenser den Teilungsplan der

Vereinten Nationen und die Gründung eines

eigenen Staates ablehnten. Und manchmal

hat man den Eindruck, als hätten sich seitdem

Ablehnung und Misstrauen tief in die

Seele der Menschen eingegraben, als sei daraus

eine Lebenshaltung geworden, die weitergegeben

wirdvon Generation zu Generation.

Den Satz, den man derzeit am häufigsten

hört, heißt: „Wie unser Präsident schon sagte,

lehnen wir denVorschlag ab.“

EinBürowie ein Palästina-Museum

Jamal Basa kann diesen Satz sogar noch ein

wenig steigern. Er ist stellvertretender Fatah-

Chef von Eizariyeh, einem Nachbarort von

Abu Dis, und bevor er überhaupt eine Frage

beantwortet, sagt er: „Mahmoud Abbas ist

der Führer der Fatah, wirfolgen allem, was er

sagt.“ Jamal Basa trägt eine goldene Uhr, die

fast so groß ist wie der Teller mit dem Felsendom

an seiner Wand, später kommt auch

noch sein Chef dazu, der Generalsekretär,

und nimmt zwischen Yasser-Arafat-Postern

auf einem Stuhl Platz, in dessen Polster eine

palästinensische Fahne genäht ist.

Das Fatah-Büro wirkt wie ein Palästina-

Museum aus einer Zeit, die stehengeblieben

ist, die sich stur behauptet gegen die Trumps

dieser Welt, auch, wenn die Mauern immer

länger werden,die Siedlungen immer größer

und man fürchten muss, dass irgendwann

von dieser Welt nichts mehr übrig bleiben

wird als das Museum mit seinen Symbolen.

Der Generalsekretär sagt ungefähr das Gleiche

wie sein Stellvertreter, nur ganz zum

Schluss bringt ihn eine Frage aus dem Konzept.

Ob er es angesichts der aktuellen Entwicklung

schon einmal bereut hat, dass die

Palästinenser 1947 den Teilungsplan der Vereinten

Nationen abgelehnt haben, lautet die

Frage.

Bereuen?, fragt er nach, als habe er sich

verhört. Für einen Moment ist es ruhig im

Raum. DieDolmetscherin scheint die Luft anzuhalten.

Der Stellvertreter sieht zum Generalsekretär.

Der Generalsekretär sieht auf die

Uhr. Schließlich sagt er, dass das, was er jetzt

sage, alleine seine persönliche Meinung sei

und nicht die Haltung der palästinensischen

Autonomiebehörde oder des Palästinenserpräsidenten.

Dann sagt er:„Ja,ich bereue es.“

Anja Reich glaubt nicht daran, dass

Abu Dis jemals Hauptstadt Palästinas

werden wird.


4** Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Politik

NACHRICHTEN

Union-Abgeordnete für

neues Wahlrecht

Eine Gruppe vonmehr als 50 Unionsabgeordneten

hat erneut vorgeschlagen,

den Bundestag künftig auf

598 Mitglieder zu begrenzen und jeweils

die Hälfte per Direktwahl bzw.

über Landeslisten zu bestimmen.

Dieser Vorschlag, der die Union begünstigen

würde,wirdvon der Opposition

vehement abgelehnt. Ein

Kompromiss ist somit wieder in

weite Fernegerückt. (BLZ/dpa)

Klinik-Ärzte streiken für

bessere Bezahlung

Mehreretausend Ärzte an deutschen

Universitätskliniken haben sich am

Dienstag an Warnstreiks beteiligt.

Nach Angaben des Marburger Bunds

kamen rund 3500 Mediziner zur

zentralen Kundgebung nach Hannover,

wo am Dienstag die dritte Verhandlungsrunde

mit der Tarifgemeinschaft

deutscher Länder (TdL)

begann. DerMarburger Bund fordertfür

rund 20 000 Ärzte an landeseigenen

Universitätskliniken sechs

Prozent mehr Gehalt. Eine weitere

Forderung ist die Begrenzung der

Bereitschaftsdienste. (AFP)

Letzter DDR-Finanzminister

verstorben

Walter Siegert, letzter Finanzminister

der DDR, ist im Alter von90Jahrenverstorben.

Daserfuhr die Berliner

Zeitung aus Familienkreisen. Der

Ökonom war 1990 an der Vorbereitung

der Währungs-, Wirtschaftsund

Sozialunion beteiligt. In den

letzten Jahren arbeitete er als Zeitzeuge

daran mit, Erfahrungen aus

der DDR-Wirtschaft zu bewahren.

Eine Biografie über Dr.Walter Siegert

wirdimHerbst erscheinen. (mtk.)

Umweltagentur lobt

Europäische Union

Bundesinnenminister Horst Seehofer

(CSU) will an den vordreiMonaten

eingeführten Grenzkontrollen

festhalten. Aufdem Europäischen

Polizeikongress am Dienstag in Berlin

zogder Minister eine Zwischenbilanz:

DenGrenzbeamten seien bei

den Kontrollen „einige HundertPersonen“

ins Netz gegangen, die trotz

Einreisesperrewieder nach

Deutschland kommen wollten. Das

Thema Sicherheit solle zentraler

Punkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft

werden. Eine Erkenntnis

aus der stärkeren Überwachung an

Deutschlands Grenzen sei,„dass hier

Gewaltiges an Grenzübertritten

stattfindet“, sagte Seehofer. (AFP)

Kenias Ex-Präsident

arap Moi verstorben

Daniel arap Moi regierte das ostafrikanische

Kenia von 1978 bis 2002.

AP

Kenias langjähriger früherer Präsident

Daniel arap Moi(95) ist tot. Der

Politiker,der von1978 bis 2002

Staatschef der ostafrikanischen Nation

war,sei in einer Klinik in der

Hauptstadt Nairobi im Kreise seiner

Familie gestorben, teilte Kenias Präsident

UhuruKenyatta am Dienstagmorgen

mit. Er sei eine „afrikanische

Ikone“ gewesen, hieß es.„Unsere

Nation und unser Kontinent waren

vonder Hingabe und den Diensten

(Mois) immens gesegnet.“ (dpa)

Aufräumen nach der Vorwahlnacht in Iowa. Das technische Chaos aber muss erst noch beseitigt werden.

Buttigieg vorn, Sanders knapp dahinter

Die Vorwahlen der Demokraten münden in einer Auszähl-Panne. Erst spät zeichnet sich ein Gewinner ab

VonThomas Spang,Des Moines

Pete Buttigieg stehen die

Strapazen seines Übernachtflugs

noch ins Gesicht

geschrieben. Trotzdem versucht

er nach Landung in New

Hampshire die Aura des Siegers zu

verbreiten. Er fühle sich „phänomenal“,

sagt der Wunderjunge aus

South Bend im US-Bundesstaat Indiana

im Morgenfernsehen, nachdem

er sich in der Wahlnacht keck

selber zum Sieger der „Caucuses“

ausgerufen hatte.

„Die haben gesagt, wir sollten eigentlich

nicht hier sein“, kommentiert

erseinen Aufstieg vom unbekannten

Bürgermeister mit einem

Namen, den kaum jemand auszusprechen

wusste, zum gefühlten

Spitzenreiter der Demokraten. „In

einer Woche werden wir hier Geschichte

schreiben.“ Dann entscheiden

die Wähler des Neuengland-

Staats bei den ersten „Primaries“,

wer die Demokraten gegen Donald

Trump ins Rennen führen soll.

Vollgepacktes Programm

Bis dahin hat „Mayor Pete“ ein vollgepacktes

Wahlkampf-Programm,

das der 38-Jährige mit einer starken

Tasse schwarzen Kaffee beim Bürgermeister

von Nashua, Jim Donchess,

beginnt. Dort beschwert sich

der Hoffnungsträger der Moderaten,

um den Rückenwind betrogen worden

zu sein, der den Siegern von

Iowa inder Vergangenheit die Wahlkampfkassen

füllte und kostenlose

Medienaufmerksamkeit schenkte.

„Momentum“ nennen das die Amerikaner.

Daseinzige Problem für Buttigieg

bestand darin, dass er seine Behauptung

mit keiner einzigen offiziellen

Zahl untermauernkonnte.Wie auch

Bernie Sanders nicht, der weniger

bombastisch, aber genauso entschieden

seinen Sieg ausrief. Als Siegerin

sah sich auch Elizabeth Warren,

die vor ihrem nächtlichen Aufbruch

nach NewHampshireaber erklärte,

„es ist zu knapp, um ein

Ergebnis auszurufen“.

Erst am Dienstagnachmittag veröffentlichten

die Demokraten in

Iowa Ergebnisse. Nach Auszählung

von 62Prozent der Stimmen zeichnete

sich dann in der Tatein Wahlsieg

Buttigieg ab, der mit 27 Prozent

vorSanders (25 Prozent), Warren (18

Prozent) und Biden (16 Prozent) lag.

Während ganz Amerika auf diese

Zahlen wartete, stand Iowa als Verlierer

bereits fest. „Das dürfte der

letzte Caucus gewesen sein“, reagierte

Barack Obamas ehemaliger

Wahlkampfstratege David Plouffe

auf das Chaos,das sich liveimFernsehen

entfaltete. Das lag an einer

„Jedes Wahlkampfteam, das sagt, dass es

gewonnen hat oder das unvollständige Zahlen

herausgibt, trägt zum Chaos und zur

Fehlinformation bei.“

Joe Rospars, Berater der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren

Panne bei der Erfassung der Ergebnisse

aus den fast 1700 Parteiversammlungen.

Derehemalige Parteichef der Demokraten

in Iowa, Derek Eadon,

sprach von einem „systemweiten

Desaster“. Es begann mit demVersagen

einer hastig entwickelten App,

mit der die Verantwortlichen die Ergebnisse

der „Caucuses“ übermitteln

sollten. Dann versuchten diese

vergeblich, das Telefon-Backup-System

zu benutzen. In ihrer Notschickten

einige die Resultate via Twitter,

Technisches Desaster

GETTY IMAGES/JOE RAEDLE

Facebook oder E-Mail, an die sie Fotos

der Ergebniskarten anhängten.

Nach zwei Krisengesprächen teilte

die Partei nach zwei Uhrinder Nacht

mit, die Ergebnisse würden erst im

Laufe des Dienstags bekannt gegeben.

Das Wahlkampfteam Michael

Bloombergs,der in Iowanicht angetreten

war, machte keinen Hehl aus

seiner Schadenfreude über das

Chaos,das dem Milliardär nach Einschätzung

von Analysten hilft, weil

es so keinen klaren Favoriten gibt.

Verunsicherung noch verstärkt

Das Chaos in Iowa verstärkt nach

Ansicht erfahrener Beobachter wie

Ann Kuster die Verunsicherung der

Demokraten, die nach einem Kandidaten

suchen, der Donald Trump

schlagen kann. „Ich habe noch nie

eine so hohe Zahl an unentschiedenen

Wählern gesehen“, sagt die Abgeordnete

aus New Hampshire, das

nun noch mehr Aufmerksamkeit als

sonst erhält. Nur knapp ein Drittel

der Wähler hat sich laut letzten Umfragen

auf einen Kandidaten festgelegt.

Waserklärt, warum es alle eilig

hatten, noch in der tiefen Nacht in

den Granitstaat aufzubrechen. Bei

Ankunft auf dem Flughafen gab ein

Aktivist dem ehrgeizigen „Mayor

Pete“ eine Mahnung mit in den

Schlussspurt: „Iowa pflückt Mais,

New Hampshire wählt Sieger aus“

(„Iowa picks corn, New Hampshire

winner“).

Die Demokraten vertrauten bei den Vorwahlen in Iowa einer App, die sie vorher kaum getestet hatten

VonJörg Hunke

Nur ganz kurz zum Verständnis:

DieVereinigten Staaten sind eigentlich

das Land für digitale Innovationen.

Googles Suchmaschine,

Facebooks Netzwerk, Apples Handy

–alles Produkte,die in den vergangenen

Jahren in Nordamerika entwickelt

worden sind und die Welt verändert

haben. Und dann das: Bei

den Vorwahlen der Demokraten im

Bundesstaat Iowa versagte die Technik.

Warum? Weil offensichtlich Anfängerfehler

gemacht worden sind.

Die von den Demokraten verwendete

Appwar innerhalb vonzwei

Monaten zusammengebastelt worden,

einen echten Härtetest habe es

vor der Abstimmung nicht gegeben,

sagten Leute, die mit der Wahlkampfplanung

vertraut waren, der

NewYorkTimes.Als dann die Ergebnisse

aus den Wahlkreisen erwartet

wurden, zeigte sich, dass etwas nicht

stimmte.Die Zahlen kamen mit großer

Verspätung oder gar nicht an. In

der Vergangenheit waren die Ergebnisse

am frühen Abend eingetroffen,

Unterstützer der Demokraten warten in Iowavergeblich auf Ergebnisse. GETTY/CHIP SOMODEVILLA

diesmal mussten die Parteichefs gegen

22.30 Uhreine Telefonkonferenz

ansetzen, weil noch viele Ergebnisse

fehlten. Mehrere Regionalvorsitzende

teilten mit, dass sie Schwierigkeiten

gehabt hätten, die Appzunutzen.

Außerdem seien Wartezeiten

von bis zu einer Stunde aufgetreten,

als sie versuchten, die Telefon-Hotline

zu erreichen. Bei der Auswertung

stellten die Funktionäre dann

auch noch fest, dass die drei verschiedenen

Datensätze, die zur Abstimmung

erhoben worden waren,

nicht übereinstimmten. Schnell bemühte

sich die Führungsspitze, das

Schlimmste auszuschließen. Einen

Hackerangriff hatte es offensichtlich

nicht gegeben, die Fehler waren

hausgemacht.

Die App war von dem Unternehmen

Shadow Inc. aus dem Silicon

Valley entwickelt worden, das eigentlich

einen guten Rufgenießt. Auf

der Homepage werden Hillary Clinton,

Barack Obama, Google und

Apple als Kunden genannt. „Unsere

Mission: Politische Power für eine

progressive Bewegung“, heißt es auf

der Website.Das Ziel, das speziell die

Demokraten in Iowa vorgegeben

hatten: Ergebnisse berechnen und

dann möglichst schnell weitergeben.

Matt Blaze, Informatik- und

Rechtsprofessor in Georgetown,

sagte, dass die Einführung von Apps

inmitten einer Wahl viele Probleme

aufwerfe. Jede Technologie, sagte er,

sollte von der breiteren Cybersecurity-Community

getestet und immer

wieder getestet werden, bevor sie öffentlich

eingeführt wird. Nur so

könnten kleine Fehler oder große Sicherheitslücke

erkannt werden.

Das Problem der Demokraten:

Auch die Parteikollegen in Nevada

haben bisher mit dem Start-up Shadow

zusammengearbeitet. Dort

steht der nächste Wahltermin im

Vorwahlkampf an –inzweieinhalb

Wochen.

Eine

Unterschrift

für Thüringen

Rot-Rot-Grün unterzeichnet

einen Regierungsvertrag

Kurzvor der geplanten Wahl eines

neuen Thüringer Ministerpräsidenten

haben Spitzenvertreter von

Linker, SPD und Grünen ihren

neuen Regierungsvertrag unterzeichnet.

Neben den Landesvorsitzenden

der drei Parteien unterschrieb

auch der Linke-Politiker und

geschäftsführende Ministerpräsident

Bodo Ramelow amDienstag in

Erfurt den Text –als „Ministerpräsidentenkandidat“.

In dem Papier verspricht

das anvisierte Bündnis,Thüringen

„demokratisch, sozial und

ökologisch zu gestalten“.

Ramelowwill in dem Bundesland

eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung

anführen. Nach der Unterzeichnung

des Regierungsvertrages

gilt seine geplante Wiederwahl als

letzter Schritt dafür. Gegen ihn tritt

am Mittwoch der parteilose, ehrenamtliche

Dorfbürgermeister Christoph

Kindervater an, der von der

AfD-Fraktion vorgeschlagen wurde.

Thüringens FDP-Chef Thomas Kemmerich

hatte angekündigt, im dritten

Wahlgang antreten zu wollen,

wenn neben Ramelownoch ein AfD-

Bewerber im Rennen ist. Vor einer

solchen Kandidatur wolle man sich

am Mittwoch noch mit der CDU abstimmen.

Linke, SPD und Grüne haben im

Parlament keine Mehrheit – ihnen

fehlen vier Stimmen. Dagegen könnten

AfD, CDU und FDP zusammen

mit ihren 48 Sitzen eine Mehrheit erreichen.

Allerdings haben Christdemokraten

und Liberale kategorisch

ausgeschlossen, mit der AfD zusammenzuarbeiten.

Die Parteichefs Bernhard Stengele (Grüne),

Susanne Hennig-Wellsow (Linke)

und Wolfgang Tiefensee (SPD)

DPA

Thüringens SPD-Chef Wolfgang

Tiefensee appellierte am Dienstag

an CDU und FDP,sich bei der Ministerpräsidentenwahl

auf keine Kooperation

mit der AfD einzulassen.

„An CDU und FDP ist es nun, eine

wichtige Entscheidung zu fällen“,

sagte Tiefensee. Wenn sie Ramelow

und Rot-Rot-Grün schon nicht unterstützen

wollten, dann dürften sie

seine erneute Wahl zum Ministerpräsidenten

wenigstens nicht verhindern.

Vorder Ministerpräsidentenwahl

in Thüringen streiten CDU-Politiker

außerhalb des Bundeslands über

den richtigen Umgang mit der rotrot-grünen

Minderheitsregierung.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident

Daniel Günther (CDU) legte

den thüringischen Christdemokraten

angesichts der schwierigen

Mehrheitsverhältnisse eine Duldung

nahe: „Die Antwort kann nicht sein,

dass wir stur-heil in die Opposition

gehen“, sagte er den Zeitungen der

Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft

vom Dienstag. Auf Widerspruch

stießen Günthers Äußerungen

beim Chef der Jungen Union,

Tilman Kuban. Er sprach sich in der

Bild-Zeitung gegen jede Duldung

der Linkspartei aus.„Die Union darf

niemals zum Mehrheitsbeschaffer

der SED-Erben werden“, sagte Kuban.„Wir

tun alle gut daran, derThüringer

CDU in dieser verzwickten Situation

keine Ratschläge zu geben,

die unserem Unvereinbarkeitsbeschluss

als CDU Deutschlands widersprechen.“

(dpa, AFP)


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 5· ·

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Wirtschaft

NACHRICHTEN

Supermärkte hängen

Discounter ab

Im deutschen Lebensmittelhandel haben

im vergangenen Jahr die großen

Supermarktketten beim Umsatz deutlich

stärker zugelegt als die Discounter.

Nach einer aktuellen Marktstudie der

Gesellschaft für Konsumforschung

(GfK) steigerten Edeka, Rewe und Co

ihreUmsätze2019 um rund 3Prozent.

DieDiscounter wie Aldi und Lidl

schafften dagegen laut GfK nur ein

Plus von0,9 Prozent. (dpa)

Französische Justiz ermittelt

gegen Sanofi

Nach Tausenden Fällen vonMissbildungen

bei Neugeborenen hat die

französische Justiz ein Ermittlungsverfahren

gegen den Pharmakonzern

Sanofi eingeleitet. Dabei geht es um

das Epilepsie-Medikament Depakine,wie

das Unternehmen am Montagabend

mitteilte.Das Arzneimittel

enthält den umstrittenenWirkstoff

Valproat, der bei der Einnahme durch

SchwangereMissbildungen bei Föten

verursachen kann.Valproat wird

auch in Deutschland verkauft. (AFP)

Mitnetz mit 357 Eingriffen

gegen Stromnetzüberlastung

Derostdeutsche Stromnetzbetreiber

Mitnetz hat im vorigen Jahr so oft wie

seit 2015 nicht mehr zur Regulierung

vonÜberkapazitäten ins Stromnetz

eingreifen müssen. Wiedas Unternehmen

aus Kabelsketal (Sachsen-

Anhalt) am Dienstag mitteilte,wurde

357-mal die Erzeugungvon erneuerbaren

Energien heruntergefahren.

Mitnetz begründete dies mit einem

sehr windreichen Jahr 2019. (dpa)

Die Suchmaschine stottert –ein wenig

Die Google-Mutter Alphabet enttäuscht die Anleger mit einem etwas gedämpften Wachstum

Bei Alphabet flaut das

Wachstum ab –dasWerbegeschäft

der Tochter Google

hat zum Jahresende

schlechter abgeschnitten als erwartet.

Anleger reagierten enttäuscht

und ließen die Aktie am Dienstag

vorbörslich um über drei Prozent fallen,

auch weil es dem Konzern nicht

gelingt, ein schwächeres Wachstum

im Kerngeschäft durch Zuwächse in

anderen Bereichen auszugleichen.

Auf ein positives Feedback stieß

dagegen die Entscheidung des neuen

Vorstandschefs Sundar Pichai, die

bislang ziemlich undurchsichtigen

Geschäftszahlen des Konzerns zumindest

ein wenig transparenter zu

machen. Beim ersten Quartalsbericht

unter seiner Verantwortung legte Alphabet

erstmals konkrete Zahlen zur

Geschäftsentwicklung der Online-Videoplattform

YouTube und der boomenden

Cloud-Sparte vor.

Forderung der Investoren

„Ich bin sehr zufrieden mit unseren

anhaltenden Fortschritten im Suchmaschinengeschäft

und beim Aufbau

zweier unserer neueren Wachstumsbereiche“,

verkündete Pichai

mit Blick auf YouTube und die

Cloud-Services mit IT-Diensten und

Speicherplatz im Internet. Youtube

brachte dem Konzern imvergangenen

Jahr bereits Werbeerlöse vongut

15 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden)

ein. Das Cloud-Geschäft steuerte

2019 rund 8,9 Milliarden Dollar

zum gesamten Konzernumsatz bei.

Investoren hatten sich schon

lange mehr Einblick bei YouTube und

ins Cloud-Geschäft gewünscht. In der

Vergangenheit hatte Alphabet das

aber mit der Begründung abgelehnt,

dass YouTube-Chefin Susan Wojcicki

Alphabet-Chef Sundar Pichai ist zufrieden mit YouTube und dem Cloud-Geschäft.

AFP

und Cloud-Chef Thomas Kurian ihre

Zahlen an Google-Chef Pichai liefern

und nicht an den bisherigen Konzernlenker

LarryPage.Nun ist Pichai

in Personalunion der Boss von Google

und Chef des Mutterkonzerns Alphabet,

sodass dieses Argument gegenüber

der Börsenaufsicht SEC

nicht mehr verwendet werden kann.

Die Marktreaktion auf den Geschäftsbericht

war dennoch negativ,

was allerdings in erster Linie am vergleichsweise

schwachen Umsatzwachstum

lag. Angetrieben vom

Werbegeschäft legten die Erlöse im

vierten Quartal im Jahresvergleich

zwar um gut 17 Prozent auf 46,1 Milliarden

Dollar (41,7 Milliarden Euro)

zu. Es handelt sich jedoch um das

schwächste Wachstum seit fünf Jahren–ander

Wall Street war mit deutlich

mehr gerechnet worden. DieAnleger

reagierten enttäuscht.

Erfolgreiche Geschäfte der Rivalen

Alphabets Quartalsgewinn stieg stärker

als erwartet von8,9 Milliarden auf

10,7 Milliarden Dollar.YouTubesWerbeerlöse

kletterten im Jahresvergleich

von 3,6 Milliarden auf 4,7 Milliarden

Dollar, in der Cloud-Sparte gab es

eine Zunahme von1,7 Milliarden auf

2,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich:

Rivale Amazon verbuchte mit seiner

Web-Plattform AWS im Schlussquartal

ein Umsatzwachstum um 40 Prozent

auf 10 Milliarden Dollar. Und

auch Microsoft hat mit seinem

Clouddienst Azuredas Google-Angebot

hinter sich gelassen. Aufdie Stimmung

der Investoren drückt auch die

Erkenntnis, dass der Verkauf der Pixel-Smartphones

und smarter Lautsprechern

keine Perspektive bietet,

sich von der Abhängigkeit vomWerbemarktzulösen.

(dpa)

DAX-30 in Punkten

5.11.19

5.11.19

BÖRSE

▲ 13258,20 (+1,63 %)

Rohöl je Barrel Brent in US-Dollar

Euro in US-Dollar

5.11.19

Stand der Daten: 04.02.2020 (16:45 Uhr)

Alle Angaben ohne Gewähr

Gewinner

4.2.20

▲ 54,51 (+0,57 %)

4.2.20

▼ 1,1048 (–0,16 %)

Quelle

aus DAX und MDAX vom 04.02. zum Vortag

4.2.20

Varta 77,00 +4,48 WWWWWWWWWWW

Commerzbank 5,43 +3,77 WWWWWWWWW

Evotec 25,23 +3,66 WWWWWWWWW

Carl Zeiss Meditec 115,20

+3,41 WWWWWWWWW

Wirecard 137,00 +3,40 WWWWWWWWW

Kion Group 59,00 +3,36 WWWWWWWWW

Verlierer

aus DAX und MDAX vom 04.02. zum Vortag

Dt. Wohnen Inh. 37,86 WWW –0,81

Siltronic NA 93,60 WWW –0,78

Grand City Prop. 23,04 WWW –0,69

Qiagen 30,51 WW –0,46

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Ko ............ Koks,Braunkohle,Steinkohle

Öl ............ Heizöl

Gas .......... Erdgas, Flüssiggas

FW ........... Fernwärmeaus Heizwerk

oder KWK

Hz ............ Brennholz, Holzpellets,

Holzhackschnitzel

E .............. Elektrische Energie

(auchWärmpumpe), Strommix

Baujahr des Wohngebäudes

Bj .............. Baujahr

Energieeffizienzklasse des

Wohngebäudes

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6 Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Meinung

Berliner Verkehr

ZITAT

Der lange Weg

zum neuen Gleis

Peter Neumann

bittet um etwas Verständnis für

Planer und Politiker.

Warum dauert das alles so lange?

Weshalb vergehen acht Jahre, bis

die rissige Elsenbrücke zwischen Treptow

und Friedrichshain neu entstanden ist?

Und weshalb braucht es ebenfalls acht

Jahre, bis in Berlin ein paar Kilometerchen

Straßenbahnstrecke neu in Betrieb gehen

können? Das sind Bürgerfragen, mit denen

sich Planer,Verkehrspolitiker und die

rot-rot-grüne Koalition in Berlin immer

wieder auseinandersetzen müssen.

Doch es wäre falsch, die Verärgerung

ausschließlich auf diese Akteure zulenken.

In der Tatwar es in Berlin lange Zeit

so,dassVerkehrsplanungen liegenblieben

oder nur gebremst weiterverfolgt wurden.

Inzwischen haben die Verantwortlichen

aber gelernt –wozu die bessere Finanzlage

Berlins beitrug. Weichen wurden gestellt,

damit dieVerwaltung mehr Projekte

beginnen und betreuen kann. Davonprofitiert

nicht nur der Radverkehr, sondern

auch der Ausbau des Straßenbahnnetzes.

Auch wirddaran gearbeitet, Planungen zu

beschleunigen. Seit langem fällige Hausaufgaben

werden endlich gemacht.

Natürlich sind, gerade im Verhältnis

zwischen dem Senat und den Bezirken,

noch viele Prozesse zu verbessern. Aber

selbst dann werden sich viele Bürger weiterhin

darüber wundern, warum Projekte

so lange dauern. Meist liegt das an Gesetzenund

anderen Vorschriften, für die das

Land Berlin größtenteils nichts kann.

Es liegt aber auch daran, dass die Behörden

nun einmal die Pflicht haben, Planungen

mit berechtigten Interessen in

Einklang zu bringen. Anwohner müssen

angehört, Einwände müssen berücksichtigt

werden. Daskann dauern(auch wenn

andere Verfahrensschritte inzwischen oft

mehr Zeit kosten). Doch Deutschland ist

nicht China. Unddas ist auch gut so.

US-Vorwahlen

Das Menetekel

von Iowa

Thomas Spang

glaubt, dass im Mittleren Westen

diesmal alle Demokraten verloren.

In Iowa wollten die Demokraten den

Startstuss für den Anfang des Endes der

Ära Trump geben. Stattdessen gerieten

die erstenVorwahlen zu einem peinlichen

Fehlstart. Ginge es bloß um die 41 Delegierten,

die in dem wenig repräsentativen

Agrarstaat im Mittleren Westen vergeben

werden, könnte man das Chaos der Wahlnacht

vergessen. Doch ihre Bedeutung

geht weit darüber hinaus.Bei den Demokraten

haben die Wähler nur zwei Mal

nicht den späteren Präsidentschaftskandidaten

gewählt. Seit 1996 hatten sie immer

den richtigen Riecher gehabt. Genau

deshalb nisten sich die Kandidaten über

Monate in dem Bundesstaat ein, schütteln

jede Hand und werden Experten für

Schweinezucht und Sojabohnen.

Werhier gewinnt, bekommt Spendengelder

und Medienaufmerksamkeit. Das

hat in der Vergangenheit Außenseiter wie

zuletzt Barack Obama ganz nach vorn katapultiert.

Die Pannen beim Erfassen der

Ergebnisse aus den 1700 Wahlversammlungen

betrügen den Sieger oder die Siegerin

um den verdienten Rückenwind.

Am härtesten trifft dies Pete Buttigieg,

der in seiner politischen Heimat des Mittleren

Westens alles auf eine Karte gesetzt

hat. Alle Indikatoren deuten darauf hin,

dass er besser abschnitt als Vizepräsident

JoeBiden, mit dem er ums die Führung im

moderaten Lager konkurriert.

Für Biden ist die technische Panne dagegen

ein Gottesgeschenk. Es ist mehr als

offenkundig, dass er nicht die erste Wahl

der Demokraten in Iowa war. Unklar

blieb, wie weit Bernie Sanders und Elizabeth

Warren auseinanderliegen. Selbst

wenn alle das Chaos nutzen, sich irgendwie

zu Siegern zuerklären, haben in dieser

Wahlnacht alle verloren.

Catch me if you can.

Das im katholischen Hochmittelalter

gefertigte Relief einer „Judensau“

bleibt an der Schlosskirche

jener Stadt Wittenberg, in

der einst auch Martin Luther gegen Juden

hetzte. Ein grauenhaftes Werk, das mit Judenhüten

gekennzeichnete Männer zeigt,

wie sie intimst ein Schwein berühren. Wer

davor einmal stand, dürfte das Gefühl kennen:

Wegdamit. Zerschlagt es. Oder ab ins

Museumsdepot damit. Eine solche Schande

muss man nicht ertragen. Und wie müssen

sich erst heutige Juden fühlen, wenn sie solcheVerunglimpfung

sehen? Da hilft auch das

Erklärungsdenkmal davor von1988 nicht.

Trotzdem war das Urteil des Oberlandesgerichts

Naumburgzuerwarten. Sonst nämlich

wäre der historischen Ignoranz Torund

Türe geöffnet worden. Zwar nutzten Antisemiten

seit dem 19. Jahrhundert diese und

ähnliche Darstellungen immer wieder für

ihre rassistische Propaganda. Angefertigt

aber wurden solche Reliefs, Skulpturen und

Wandgemälde seit dem 13. Jahrhundert von

Feinden des religiösen Judentums. Das sind

historisch durchaus relevante Unterschiede.

Antijudaismus führte nicht nach Auschwitz,

Antisemitismus sehr wohl.

Die Frage bleibt: Rechtfertigt die sich

wandelnde Wahrnehmungsgeschichte eines

Objekts seine Demontage, möglicherweise

sogar seineVernichtung? Doch werentscheidet

bei einem solch überaus aktiven Eingriff

in die Überlieferungsgeschichte, was wir ertragen

müssen oder wollen? Schließlich

kann Alles und Jedes irgendwie und irgendwann

für eine Gruppe Xoder ein Individuum

Y als diskriminierend und damit gesellschaftlich

gefährlich empfunden werden:

Christen zerschlugen antike Statuen, radikale

Muslime die Buddhas von Bamijan,

Ich bin auf der Flucht. Gerade habe ich die

Autobahnraststätte Linumer Bruch hinter

mir gelassen, nördlich von Berlin, Richtung

Provinz, Richtung Einsamkeit. In der Raststätte

ging es links zu McDonalds, rechts zu

Nordsee,inder Mitte kamen mir zwei Chinesen

entgegen mit einem Supersparmenü in

der Hand. Coronavirus, dachte ich,

schreckte zurück, und war mir selber peinlich.

Paranoia geht um, kein Zweifel, irgendwie

wird gerade jeder verfolgt: von den Gespenstern

der Vergangenheit, von Gläubigern,

vonGläubigen, vonViren.

Zuhause, auf dem Land, im einsam gelegenen

Häuschen, verkrieche ich mich. 20

große Dosen passierte Tomaten, ein Karton

Penne –heute Synonym für Nudeln, früher

für Schule –und ein Block Hartkäse sollten

für zwei Wochen reichen. Danach noch drei

Tage hungern, was man später als Fastenzeit

deklarieren kann, und der Alarm ist vorbei.

Kontakt zur Außenwelt nur über Telefon.

Ein Kollege erzählt, er habe eigentlich

nach Hongkong fliegen wollen, Fortbildungskurse

geben, und nun sitzt er auf gepackten

Koffern und seine Wohnung ist für

ein halbes Jahr untervermietet. Er ist das

erste Opfer von Corona, das ich persönlich

kenne, wenn auch nur wirtschaftlich. Aber

die Wirtschaft ist ja das deutsche Heiligtum,

schon wieder sind wir Exportweltmeister,

Maschinen und Autos, keine Krankheiten,

vonSelbstüberschätzung mal abgesehen.

Während der Ofen blubbert und mit

Wärme um sich wirft, greife ich zum Fern-

Denkmale

Es muss

weh tun

Nikolaus Bernau

ist der Meinung,dass die „Judensau“ an der Schlosskirche

vonWittenberg dortauch bleiben soll.

Kämpfer für Kinderrechte den „Siegreichen

Amor“ von Caravaggio in der Berliner Gemäldegalerie.

Alle aus dem Gefühl heraus,

Unrecht beheben zu können.

Darstellungen von „Judensäuen“ gibt es

wohl seit dem Hochmittelalter in Mitteleuropa,

etwa 50 blieben an Kirchen, Rathäusern

oder Privatgebäuden erhalten, die älteste im

Dom von Brandenburg ander Havel. Ungezählt

sind Darstellungen auf Flugblätternund

Hetzschriften gerade aus der Reformationszeit,

aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Siealle

sollen eine bestimmte Person oder Bevölkerungsgruppe

diskreditieren, aber auch die eigenen

Schäfchen durch Abgrenzung im Gatterhalten.

Daswirdinden aktuellen Debatten

oft übersehen: Solche Hetzzeichen –obsie

KOLUMNE

Lohn

der

Angst

Volker Heise

Filmemacher und Autor

BERLINER ZEITUNG/THOMAS PLASSMANN

sich nun gegen Juden, Sinti, Roma, Muslime,

Schwule, Arme, schwarze oder nicht-weiße

Deutsche, gegen „Klassenfeinde“, Mönche,

Päpste, Reformatoren, Arbeiter, Polizisten

oder Politikerinnen wenden –dienen auch

der Selbstbestätigung der Herrschenden, dass

sie„richtig“ handeln.

Genau diese Selbstgewissheit aber ist,

egal vonwem siekommt, der Todjeder Differenzierung,

jeder Aufklärung. Auch wernoch

so schandbareDenkmäler beseitigen will, ist

nur selten an historischer Erkenntnis oder

gar an Selbstkritik interessiert, sondern an

Selbstbestätigung. Antijudaismus gehörte

zwei Jahrtausende zum Christentum, daran

ändert auch die Zerstörung der Denkmale

nichts.Viel sinnvoller wärees, eininternationales

Netzwerk undeine gemeinsame Erklärungskultur

zu entwickeln, die von Uppsala

und Bützow über Gnesen, Pirna und Nürnberg

bis nach Salzburg oder Aarschot zeigt:

Solche Werke waren keine regionalen Ausnahmen,

sondern die diskriminierende Regel,

der allzu viele allzu lange folgten.

Es ist sicher verständlich, wenn mit solchen

und ähnlichen Denkmalen Ausgegrenzte

sich gegen deren Existenz wehren.

Aber auch ihnen muss gesagt werden:Reinigungsaktionen

entlasten aller Erfahrung

nach vorallem die Nachfahren der einstigen

Täter, die Mehrheitsgesellschaften. Die „Judensau“

an der Kirche der sächsischen Fürsten

und des großen Reformators Martin Luther

dagegen, die Mohrenstraße mitten in

der deutschen Hauptstadt, das Kolonialdenkmal

in Bremen, die Universität, die

nach einem brillanten Ingenieur und Lehrer

benannt wurde, der eben auch Antisemit

war –sie tun immer weiter weh. Und genau

das brauchen wir,umvielleicht doch einmal

besser zu werden alsunsereVorfahren.

glas, Vögel beobachten. Sind noch nicht so

viele,die meisten schweifen noch im Süden.

Eigentlich wollte ich ja in der Stadt bleiben

und über die 20er-Jahrenachdenken, die gerade

groß in Mode sind. Erstens weil sie neu

sind, gerade ein paar Tage alt. Zweitens haben

sie vor neunzig Jahren aufgehört. Drittens

laufen sie im Fernsehen.

Die alten 20er-Jahre verursachen Horror

und Spaß in einem Rutsch. Spaß, weil es turbulent

zugegangen sein soll, mit Sex und

Crime und Bauhaus, und Horror, weil es

böse endete. Horror und Spaß passen aber

auch gut zur Gegenwart: brodelnder Halligalli

bei permanenter Diktatorenwarnung

und jede Menge Serienkiller im Fernsehen,

selbst auf der letzten Nordseeinsel. Da kann

einem schon mulmig werden beim Blick

nach vorn. Allerdings hat schon Karl Marx

gesagt, dass sich das Neue gerne inalten

Kleidern zeigt. Man hält sich gerne an der

Vergangenheit fest, während man kopfüber

in die Zukunft stolpert, über die man nicht so

gerne nachdenkt, weil sie unbekannt ist. Die

20er-Jahresind vorbei, auch wenn sie gerade

erst anfangen.

Wieder klingelt das Telefon. Eine Freundin

berichtet, sie habe beobachtet, wie asiatisch

aussehende Personen nicht mehr am

Gemüsestand bedient wurden, und alle

Mundschutz-Bestände seien ausverkauft.

Außerdem habe die Weltgesundheitsorganisation

eine Warnung vor einer Infodemie

ausgegeben, ein ganz neues Wort, sofrisch

wie der Virus, nicht mal einen Wikipedia-

Eintrag gibt es. Das Wort beschreibt all die

Falschmeldungen, Erfindungen, Gerüchte

und Lügen, die sich um das Virus verbreiten

wie die Quarantäne um Wuhan. Wahrscheinlich,

befürchte ich, kann es auch über

Telefon übertragen werden und lege auf.

DerOfen blubbertimmer noch. Ichstelle

das Fernglas schärfer. ImGebüsch bewegt

sich etwas.Eine HordeSpatzen.Wahrscheinlich

Vogelgrippe,denke ich.

„Europa ist nicht

einfach ein Markt,

es ist ein Sockel

von Werten,

von Rechten,

von Freiheiten.“

Emmanuel Macron, Frankreichs Präsident,

derzeit zu Besuch in Polen, bei einem Vortrag

am Dienstag in der Universität Krakau

AUSLESE

Nach dem

Lebensmittelgipfel

Die Landwirte laufen Sturm gegen

Billigangebote aus dem Supermarkt.

Jetzt hat die Kanzlerin mit Vertretern

des Handels darüber gesprochen.

„Die Enttäuschung war wieder mal groß

nach dem Lebensmittel-Gipfel“ ,sodas

Fazit der Nürnberger Nachrichten. „Es

gab wenige konkrete Ergebnisse, viele

Appelle und eine Vertagung der Gespräche.Trotzdem

wäreesfalsch, ausschließlich

über das zu schimpfen, was da stattfand.

Denn die Politik hat –wenn auch

viel zu spät –erkannt, dass sie nicht mehr

alles den freien Kräften des Wettbewerbs

überlassen kann.“

„Die Frage, obLebensmittelpreise zu

niedrig sind, ist nicht pauschal zu beantworten“,

meint die Rheinische Post.

„Deutschland ist im EU-Vergleich eher

Durchschnitt [...] Und: Deutschlands

Verbraucher tragen Mitschuld, wenn

Waren imSupermarkt extrem billig sind.

Mancher Kunde gibt immer mehr Geld

für Autos, für Urlaub und Freizeit aus,

aber er geizt beim Fleisch und will nur

das Billigste.“

Die Stuttgarter Zeitung kritisiert die

Verbraucherpolitik der Landwirtschaftsministerin:

„„Wenn Agrarministerin Julia

Klöckner unanständig niedrige Fleischpreise

beklagt, vergisst sie zu erwähnen,

wie die Billigproduktion zulasten der

Tiere möglich ist -nämlich dadurch, dass

Berlin in der Geflügel- und Schweinehaltung

keine gesetzlichen Mindeststandards

vorgibt.“ Christine Dankbar

PFLICHTBLATTDER BÖRSE BERLIN

Herausgeber: Dr.Michael Maier.

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Mitglieder der Chefredaktion: Elmar Jehn, Margit J. Mayer,

Matthias Thieme (verantwortlich Digital).

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Seite 3/Report:Bettina Cosack.

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Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 – S eite 7

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Berlin

Blick zu den Sternen:

Ein Experte erklärtden

Februar-Himmel

Seite 8

Aufklärer: Klaus Brunswicker soll die Vorwürfe gegen Ballettschule untersuchen Seite 8

Vergabestopp: BVG-Arbeitnehmervertreter lassen Aufsichtsratssitzung platzen Seite 9

Stadtbild

Jucken

am Auge

Torsten Landsberg

leidet mit einem kranken

Kind.

Mütter und ihre Kleinkinder

können schnell zu einem kontroversen

Thema eskalieren und einen

Shitstormauslösen. Seiesdrum.

Im Café sitzt zwei Tische weiter eine

Mutter, ihr Kind schläft im Kinderwagen.

Soweit, so unproblematisch.

Bis sie zu telefonieren beginnt und

en détail von der Bindehautentzündung

ihres Kindes erzählt. Sieist entrüstet,

weil die Kita sie zum Arzt geschickt

hat, denn nun könne sie in

zwei Tagen wahrscheinlich nicht an

irgendeinem Kurs teilnehmen. Sie

merke nun selbst schon ein Jucken

am Auge, aber zu sehen sei noch

nichts.

Eine Bindehautentzündung kann

durch Schmier- und Tröpfcheninfektion

übertragen werden: sprechen

mit anderen Menschen, Handtücher,

solche Sachen halt. Ob ein

Besuch im Café unbedingt ratsam

ist, wenn nicht mehr nur die Augen

des Kindes jucken, sei mal dahingestellt.

DieMutter echauffiertsich am

Handy derweil weiter, schon vor ein

paar Tagen sei das Kind von der Kita

mit erhöhter Temperatur nach

Hause geschickt worden, samt 48-

stündigem Besuchsverbot, dabei sei

es Zuhause „quietschfidel“ gewesen.

Sie sei dann zum Arzt gegangen, der

aber keine Gesundschreibungen

mehr ausstellen würde.Statt die zwei

Tage einfach durchzustehen und das

Kind ausruhen zu lassen, schleppt

sie es also zum Arzt, um bestenfalls

den zweiten Tagzusparen.

Wahrscheinlich habe sich das

Kind sogar beim Arzt die neue Erkrankung

eingefangen, sagt sie

noch. Klar: Alleinerziehende und

manch andere haben oft echte Probleme,Job

und kranke Kinder zu organisieren.

Siehier macht eher nicht

den Eindruck, durch die Bindehautentzündung

ihres Kindes existenziell

bedroht zu sein. Sie will halt diesen

Kurs nicht verpassen.

Weil sie nicht einsieht, dass ein

Antibiotika schluckendes Kind ein

paar Tage zu Hause bleiben sollte,

sucht sie im Telefon gleich nach dem

nächsten Kontakt: das Gesundheitsamt!

Die Kita gehöre zueinem der

großen Wohlfahrtsverbände, da

müsse man doch denken, dass die

Mitarbeiter gut geschult seien,

schimpft sie. Was „gut geschult“ ist,

entscheidet ganz klar sie. Leute, die

kranke Kinder nach Hause schicken

und das Risiko der Übertragung auf

andere eindämmen wollen, sind es

offenbar schon mal nicht. Die würden

sich „querstellen“, sagt sie dem

Gesundheitsamt. So oder so: Gute

Besserung!

Ein Plüschtier hilft einem kranken Kind

manchmal, Mamas Nähe immer IMAGO IMAGES

Saurier-Puzzle mit 300 Teilen

Nunwirderabgebaut: DerTyrannosaurus rexnamens Tristan Otto –seit

mehr als vier Jahren Publikumsmagnet im Museum für Naturkunde –soll

für ein Jahr nach Kopenhagen ziehen. MitHilfe eines Flaschenzuges ließen

Museumsmitarbeiter am Dienstag den Schädel zu Boden. Bis die

restlichen der insgesamt mehr als 300 Knochen samt Dokumentation in

Das Straßenbahnnetz wächst

Im Frühjahr ist Baubeginn in Adlershof. Ob bis zur Wahl 2021 weitere Strecken fertig werden, ist ungewiss

VonPeter Neumann

Sie bietet mehr Platz als

Busse, und wer sie nutzen

will, muss anders als bei der

U-Bahn keine Treppen steigen.

Auch sind Bau und Betrieb

preiswerter als bei Tunnelstrecken.

Vieles spricht für den Ausbau des

Straßenbahnnetzes. Jetzt geht er

nach langer Pause endlich weiter

voran. DieBerliner Verkehrsbetriebe

(BVG) erwarten bald den Planfeststellungsbeschluss,

der es erlaubt,

die Strecke in der Wissenschaftsstadt

Adlershof bis Schöneweide zu verlängern.

„Gut möglich, dass er noch

in dieser Woche kommt“, sagte BVG-

Sprecherin PetraNelken.

Beliebter als der Bus

„Die klügste Tram Berlins“ –sowar

ein Bericht zur geplanten Streckenverlängerung

in Adlershof überschrieben.

In der Tatist es zu erwarten,

dass viele kluge Menschen die

Verbindung nutzen werden. Mit

sechs Instituten der Humboldt-Universität,

zehn außeruniversitären

Forschungseinrichtungen und rund

1100 Firmen ist die Wissenschaftsstadt

im Südosten einer der größten

Technologieparks in Europa. Mehr

als 25 000 Menschen arbeiten und

studieren dort–Tendenz steigend.

Adlershof II, wie die neue Trasse

intern heißt, wird ander Karl-Ziegler-Straße

an die bestehende jetzige

Straßenbahnstrecke anschließen.

Über den Groß-Berliner Damm und

den Sterndamm führt das begrünte,

vom Autoverkehr größtenteils getrennte

Doppelgleis zur geplanten

Wendeschleife am Bahnhof Schöneweide.

2,7 Kilometer lang wird die

Strecke, an der fünf Haltestellenpaare

entstehen –barrierefrei, was

Rollstuhlfahrernund Fahrgästen mit

Kinderwagen die Nutzung erleichtert,

und mit je weils zwei Zugängen.

DieGenehmigung ist in Sicht, bestätigte

Jan Thomsen, Sprecher der

Verkehrssenatorin Regine Günther

(Grüne). „Der Planfeststellungsbeschluss

steht bevor, er liegt aber

noch nicht vor.“Wenn er da ist, wird

er zwei Wochen öffentlich ausgelegt.

In den folgenden vier Wochen kann

Klage eingereicht werden. DiePlaner

hoffen aber, dass die Genehmigung

bestandskräftig wird und die BVG

die Aufträge zügig erteilen kann.

„Ohne weitere Verzögerungen

könnte der Bau der Strecke voraussichtlich

im zweiten Quartal dieses

Jahres beginnen,“ sagte Thomsen. In

der EU-weiten Ausschreibung des

Auftrags, inder die BVG die Baukosten

auf knapp 12,6 Millionen Euro

beziffert, ist sogar schon von einem

Datum die Rede. „Eine Vergabe soll

so erfolgen, dass ein Baubeginn am

19. Mai2020 möglich ist“, steht dort.

„Eine Fertigstellung ist laut BVG bis

Herbst 2021 möglich“, hieß es im Senat.

Konkret ist vom dritten Vierteljahr

des nächsten Jahres die Rede.

Der Lückenschluss im Südosten

wird den Fahrgästen viele neue Direktverbindungen

bescheren. Sollten

anfangs nur zwei Linien über die

neue Route führen, werden es nun

geplante Straßenbahnstrecke

Adlershof II

bestehende Strecken

Landfliegerstr.

Schöneweide

Nieberstr.

Groß-Berliner Damm

Mitte

Hermann-Dorner-All.

M17,61, 63

Karl-Ziegler-Str.

Magnusstr.

Betriebsbahnhof

Schöneweide

Landschaftspark

Johannisthal

Adlershof

Walther-

Nernst-Str.

BLZ/HECHER, GALANTY; QUELLE: BVG

drei sein: die M17, 61 und 63. Das

Landesunternehmen erwartet, dass

je nach Abschnitt täglich zwischen

9400 und 12 700 Fahrgäste die Tramstrecke

nutzen werden. Mitden Bussen

der Linie 163, die momentan den

Groß-Berliner Damm befahren, sind

pro Tag gerade mal zwischen

800 und 1300 Fahrgäste unterwegs.

Obwohl die Straßenbahn als sinnvolles

Verkehrsmittel gilt: In Berlin

geht der Ausbau nur schleppend

voran. Die vorerst letzte Netzerweiterung,

die Komplettierung der

Trasse in der Invalidenstraße, liegt

viereinhalb Jahre zurück. Infrastrukturprojekte

erfordern eine immer

aufwendigere Vorbereitung, lange

Zeit mangelte es der Verwaltung an

Personal. Zudem war sich die Politik

nicht immer einig. Adlershof I, die

DPA/BRITTA PEDERSEN

30 Kisten verpackt sind, sollen noch etwa zwei Wochen vergehen, sagte

eine Museumssprecherin. Beigut der Hälfte der Knochen handelt es sich

um Originale,die mehr als 65 Millionen Jahrealt sind. Denechten Schädel

konnten Museumsbesucher seit Ende 2015 separat in einer Vitrine

anschauen, montiertwar aber eine Nachbildung. (BLZ)

erste Strecke in die Wissenschaftsstadt,

sollte anfangs 1999 fertig sein.

2001 sagte der damalige Senator Peter

Strieder (SPD) den Bau kurz vor

Beginn ab.Erst seit 2011 fahren Bahnen

auf der RudowerChaussee.

Auch das Projekt Adlershof II kam

gemächlich in die Gänge.Hieß es anfangs,

dass es 2015 Baureife erlangt,

ist dies nun fünf Jahrespäter der Fall.

Immerhin: Es gibt Chancen, dass die

Strecke in dieser Legislaturperiode

fertig wird –womöglich als einzige.

Die anderen Tramprojekte, die von

der rot-rot-grünen Koalition bis zur

nächsten Wahl im September 2021

beendet werden sollten, liegen jedenfalls

im Vergleich dazu zurück.

Erst 2022 zum Bahnhof Ostkreuz

Nach Informationen der Berliner

Zeitung ist intern davon die Rede,

dass die vorgesehene Neubaustrecke

vomHauptbahnhof zum U-Bahnhof

Turmstraße im vierten Quartal 2021

ans Netz geht. Dortwirddie M10attraktive

Direktverbindungen von

Moabit nach Prenzlauer Berg sowie

nach Friedrichshain schaffen.

DieTrasseinder Friedrichshainer

Sonntagstraße,die den immer wichtigeren

Bahnhof Ostkreuz ans Straßenbahnnetz

anschließt, soll im ersten

Quartal 2022 eröffnet werden.

Dort hatten viele Anwohner ihr Veto

eingelegt, sie befürchten Lärm und

beklagen den Verlust von mehr als

hundert Parkplätzen. Der geplante

Aus- undNeubau in Mahlsdorfführt

ebenfalls zu Diskussionen. Mögliche

Eröffnung: viertes Quartal 2025.

NACHRICHTEN

Vonder Lokalredaktion

in das Rote Rathaus

Melanie Reinsch, bislang Redakteurinder

Berliner Zeitung und des Berliner

Kuriers,wirdneue Sprecherin

des Regierenden Bürgermeisters Michael

Müller (SPD). SiewirdNachfolgerin

vonClaudia

Sünder,die

nach etwas mehr

als drei Jahren in

dieser Funktion

in die freie Wirtschaft

geht. Sünder

wirdGeschäftsführerin

eines Projektentwicklungsunternehmens,das

BLZ/MIKE FRÖHLING

sich mit Bauvorhaben beschäftigt.

Melanie Reinsch wechselt zum

1. Märzvom Berliner Verlag in die

Senatskanzlei. Die40-Jährige,gebürtig

aus Niebüll in Schleswig-Holstein,

arbeitete in den vergangenen

acht Jahren für die Berliner Zeitung

und den Berliner Kurier.Nach einem

Volontariat und einer ersten Anstellung

als Lokalredakteurin bei der

Märkischen Oderzeitung wurde sie

2012 Onlineredakteurin und -reporterin

bei der Berliner Zeitung. Von

2015 bis 2018 war sie bundespolitische

Korrespondentin der DuMont

Hauptstadtredaktion, die unter anderem

für die Berliner Zeitung arbeitete.Seit

2018 war Melanie Reinsch

landespolitische Korrespondentin

der Berliner Zeitung. (BLZ)

Radfahrerin stirbt nach

Kollision mit einem Lkw

Eine Radfahrerin, die am Freitag in

Reinickendorfvon einem Lkw erfasst

wurde,erlag ihrenVerletzungen. Die

79-Jährige starb am Montagnachmittag

im Krankenhaus,teilte die Polizei

am Dienstag mit. Zu dem Unfall war

es am Freitag gegen 12.15 Uhrinder

Holzhauser Straße gekommen, als

der Lkw auf die Autobahn 111 abbog.

Dabei erfasste er die Seniorin, die mit

dem Fahrrad auf dem Radweg neben

dem Sattelzug fuhr.Die Frau ist laut

Polizei die neunteVerkehrstote in diesem

Jahr. (tc.)

Senat verlängertdas

Umwandlungsverbot

Melanie

Reinsch

Dieseit 2015 geltenden schärferen

Regeln zur Umwandlung vonMietin

Eigentumswohnungen bleiben

bestehen: DieUmwandlungsverordnung,

die im Märzauslaufen würde,

wirdumfünf Jahrebis 2025 verlängert.

Dasbeschloss der rot-rot-grüne

Senat am Dienstag. Nach der Regelung

gilt in Milieuschutzgebieten

zum Erhalt der Sozialstruktur,von

denen es mittlerweile 59 gibt, ein

Umwandlungsverbot. Es umfasst jedoch

diverse Ausnahmetatbestände,

die rege genutzt werden. (dpa)

Begehrte Wohnlage: Sanierte Häuser in

einer Straße in Kreuzberg IMAGO IMAGES


8 Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Berlin

DER HIMMEL ÜBER BERLIN

VonTim Florian Horn

Der Blick in den Sternenhimmel

ist für uns Menschen

seit Jahrtausenden

neben der intellektuellen

Herausforderung Positionen,

Zusammenhänge und die Natur des

Beobachteten zu ergründen ein unvergleichliches

emotionales Erlebnis.Viel

beschworen sind die langen

romantischen Nächte unter dem

Sternenzelt. Sie wurden verewigt in

Fabeln und Mythen der Sternbilder,

die von Gottheiten zeugen, die mit

Hingabe und reichlich menschlichen

Verfehlungen ihre Zeit auf Erden

verbracht haben. Heute wissen

wir, was die Welt im Innersten zusammenhält,

wissen um die Physik

des Universums und doch nimmt

uns dies nicht den Zauber einer

sternklaren Nacht.

DerBlick in die Sterne über Berlin

wird jedoch immer

beschwerlicher.

In jeder

Nacht strahlen

Straßenlaternen,

Werbetafeln,

Schaufenster

und das Licht

aus den Häusern

und Wohnungen

mit den

TimFlorian Horn,

Direktor des Zeiss- Lichtern des

Großplanetariums, Himmels um die

Prenzlauer Allee 80 Wette. So manches

Bauprojekt

luftiger Transportwege erstrahlt auch

ungenutzt jede Nacht, irdische Konsumtempel

strahlen ihren vermeintlichen

Börsenwert indas Dunkel der

Nacht. Die irdischen Lichtquellen

überstrahlen den Sternenhimmel

und lassen vonden 3500 Sonnen, die

unsere Augen sehen könnten, nur

wenige übrig. Es lohnt sich daher aus

der Stadt herauszutreten, um die

ganze Pracht kosmischer Dimensionen

–hoffentlich in Begleitung –entdecken

zu können.

EDINGER

Merkur heute am besten zu sehen

Dieser Februar bietet dafür eine

Nacht mehr,den Schalttag des 29. Februar.Dieser

zusätzliche Tagist nötig,

um die Rotationszeit der Erde von

23 Stunden und 56 Minuten mit dem

Lauf der Erde um die Sonne zu synchronisieren.

Denn bereits nach einem

Jahr beträgt die Abweichung

sechs Stunden, so dass nach vier Jahrenein

366. Tagdes Jahres eingeschoben

wird. Eine Schaltregel, die wir

verschlüsselt schon auf der Himmelsscheibe

vonNebrafinden.

Nach der Sonne ist der Mond das

zweithellste Objekt am Himmel. Der

Mond strahlt nicht selbst, sondernreflektiert

nur Sonnenlicht. Die bekannten

Mondphasen entstehen allein

durch die Position des Mondes

auf seinem Wegumdie Erde: Steht er

der Sonne gegenüber, strahlt er als

Vollmond, steht der Mond zwischen

Sonne und Erde, sehen wir nur seine

unbeleuchtete Seite, wir sprechen

von Neumond. Am 2. Februar leuchtete

die Sichel des zunehmenden

Halbmondes am Abendhimmel, der

Vollmond erstrahlt die Nacht des

9. Februar, der abnehmende Halbmond

kann am Morgenhimmel des

15. Februar beobachtet werden, am

23. Februar ist der Neumond erreicht.

Mit Einbruch der Dunkelheit erkennen

wir sofort das dritthellste

Objekt, den Planeten Venus. Dicke,

dichte Wolken, die ein Großteil des

Sonnenlichtes reflektieren, sorgen

für ihreenorme Helligkeit, die sie im

Februar genauso wie die Dauer ihrer

Sichtbarkeit weiter ausbaut. Während

Venus vom Sternbild Wassermann

in die Fische wechselt, verspäten

sich ihre Untergänge von

20.35 Uhr am 1. Februar auf

21.58 Uhr zum Monatsende. Gemeinhin

nach der römischen

Liebesgöttin benannt

scheint sie alles andere als

das zu verkörpern. 90 bar

Atmosphärendruck zerschmettern

alle irdischen

Raumsonden,

der Regen aus konzentrierter

Schwefelsäurewürde

sein

Übriges tun,

würde dieser

nicht gleich wieder

auf dem Weg

zur Oberfläche O

verdampfen. Jedoch

ergibt sich

am Abend des 27.

Februar ein herr-

Arktur

lich romantischer

Anblick, wenn die

Sichel des zunehmenden

Mondes unweit

der Venus am

Himmel steht.

Der Planet Merkur hat

es dagegen schwerer, auf

sich aufmerksam zu machen.

Nach dem römischen Götterboten

als Gott der Diebe und Händler

benannt, umrundet dieser Planet die

Sonne in geringem Abstand, so dass

Merkur aus Berlin heraus kaum zu

beobachten ist. Dennoch ergibt sich

eine schöne Abendsichtbarkeit zwischen

dem 5. und dem 12. Februar.

Dabei bietet der 10. Februar, wenn

Merkur seinen größten Winkelabstand

zur Sonne erreicht hat, die

beste Gelegenheit. An diesem Tag

geht der flinke Planet um 18.49 Uhr

unter. Im Fernrohr offenbartsich die

wahre Gestalt, da Merkur als –von

der Erde aus gesehen –innerer Planet

Beleuchtungsphasen aufweist.

Am 11. Februar lässt sich die sogenannte

Dichotomie, also Halbmerkur

erkennen. Bereits am 26. Februar

überholt Merkur die Sonne und steht

mit dieser am Tageshimmel.

Auch so manches Gebäude mag

noch das letzte spannende Himmelsobjekt

verdecken. Nur gut, dass

Himmelsanblick Berlin

Nördliche

Krone

VomWerden

und Vergehen

Der Februar bringt eine zusätzliche Nacht,

um etwa nach VenusAusschau zu halten

Bärenhüter

Gr. Wagen

Löwe

Regulus

Wasserschlange

am 1. Februar, 23Uhr

Drache

Gr. Bärin

Krebs

Kl. Wagen/

Kl. Bär

Kastor

Pollux

die Sternkarte uns hier den Wegweisen

kann. Diese zeigt den Sternenhimmel

über Berlin später in der

Nacht: am 15. Februar um 22 Uhr

und am 29. Februar um 21 Uhr. Über

dem Nordosthorizont steht das

Sternbild des Großen Bären als immerwährender

Wegweiser zum Polarstern:

Einen Teil des Sternbildes

kennen wir als Großen Wagen. Verbindet

man die hinteren beiden

Sterne des Wagenkastens und verlängert

diese Linie fünfmal weiter,

N

Schwan

S

15. Februar 22 Uhr,29.Februar21Uhr

Polarstern

Fuhrmann

Sirius

Gr. Hund

Deneb

Kepheus

Zwillinge

Kassiopeia

Perseus

Kapella

Kl. Hund

Beteigeuze

Prokyon

Orion

BLZ/HECHER; QUELLE: STIFTUNG

die sich gut durch den Lichtschmutz

der Stadt kämpfen. Kapella im Fuhrmann,

Aldebaran im Stier, Rigel im

Orion, Sirius im Großen Hund, Prokyon

im Kleinen Hund und Kastor in

den Zwillingen. Diese bilden gemeinsam

das Wintersechseck.

Am auffälligsten dabei ist das

Sternbild des Himmelsjägers Orion.

Drei Sterne bilden den Gürtel, zwei

helle Sterne darüber stellen die

Schultern dar und die zwei Sterne

die Knie. Als Roter Überriese steht

der SternBeteigeuzeals linke Schulter

des Orion vor dem kosmischen

Kollaps, dem größten anzunehmenden

Sternenunfall, einer Supernova.

Beteigeuze hat über die letzten Monate

deutlich an Helligkeit eingebüßt,

so dass Astronomen wie Amateurastronomen

aufgerufen sind

den Stern genauer zu beobachten.

Jedoch ist mit einem Sternentod

nicht in kosmischer naher Zukunft

zu rechnen.

Nutzen wir den Gürtel

des Orion als Wegweiser

und verlängern die

Reihe gen Horizont, erreichen

wir Sirius,

den hellsten Fixstern

am Himmel im

Dreieck

Sternbild Großer

Hund. Verlängert

man hingegen

Widder

den Gürtel des

Orion nach oben,

W gelangt man zum

rötlich leuchtenden

Auge des Stie-

Plejaden

res, dem Stern Aldebaran.

Dieser

Walfisch

steht vordem v-förmigen

Sternhaufen

der Hyaden, die den

Kopf des Stieres markieren.

Im Körper findet

sich ein weiterer,

Pegasus

Andromeda

Stier

Aldebaran

Wintersechseck

Rigel

Hase

erreicht man den Polarstern. Zieht

man die kürzeste Verbindung zum

Horizont, finden wir die Nordrichtung.

Verlängernwir die gedachte Linie

über den Polarstern hinaus, erreichen

wir das Himmel-W, das

Sternbild Kassiopeia, die als eitle Königin

den Wegzuden Sternen gefunden

hat.

Auch wenn die aktuellen Temperaturen

anderes versprechen, steht

über uns der Winterhimmel mit einer

ganzen Reihe sehr heller Sterne,

PLANETARIUM BERLIN

markanter Sternhaufen:

die Plejaden. Das Sternbild

Löwemit dem Hauptstern Regulus

ist ebenfalls deutlich in

südöstlicher Richtung zu sehen,

mit Arktur im Bärenhüter und ein

Teil des Sternbildes Jungfrau kündigen

schon den Frühlingshimmel an.

Die Sternbilder, die wir heute am

Himmel kennen, bilden einen großen

Geschichtszyklus aus Liebe,Tod,

Eifersucht und Verderben. Ein Geschehen,

das wir heute eher im Privatfernsehen

verorten würden.

Denn die Sterne,die diese vermeintlichen

Figuren bilden, stehen Lichtjahre

voneinander entfernt und haben

nachweislich keinen Einfluss auf

die irdischen Geschicke. Jeder Kulturkreis

hat dabei eigene Vorstellungen

und Bilder geformt –inZeiten

ohne Papier, Fernsehen, oder Twitter.

Unsere heutigen, von der International

Astronomical Union (IAU)

festgezurrten und normierten

88 Sternbilder liegen begründet in

Überlieferungen aus Babylon, ergänzt

um griechische,römischeGöttergeschichten

und neuzeitlichen

Erfindungen. Wohl an, dass das umtriebige

Werk des Göttervaters Zeus

oftmals die Grundlage für viele Erzählungen

bildet.

AufPlaneten müssen wir bis in die

frühen Morgenstunden warten. Den

Anfang machte der rote Planet Mars

(Kriegsgott), der am 1. Februar um

4:51 Uhr aufgegangen ist und am 29.

Februar bereits um 4:28 Uhr. Am 11.

Februarwechselt Mars vomSternbild

Schlangenträger in den Schützen. Als

Kriegsgott mit Feuer, Unheil undBlut

verbunden, scheint die rote Farbe

perfekt für ihn zu leuchten, doch ist es

Eisenoxid im Gestein und Sand, das

ihm seine Farbe verleiht. DieWissenschaft

hat auch hier die archaische

Vorstellung zerstört. Mars bot in der

Vergangenheit gar große Ozeane und

hätte damit der Erde ähnlich werden

können.

Versöhnliche Perspektive

Beim größten und massereichsten

Planeten unseres Sonnensystems

war die Ahnung vielleicht schon richtig,

denn Jupiter,oberste Gottheit der

römischen Religion und dem griechischen

Göttervater Zeus gleichzusetzen,

ist der wahreKönig des Planetensystems.

Als würde Jupiter dieses

Loblied hören, nimmt seine Helligkeit

im Februar zu, während Jupiter

durch das Sternbild Schützewandert.

Am 1. Februar ging Jupiter um

6.34 Uhr auf, am 29. Februar um beobachtungsfreundliche

5.03 Uhr.

Ab der Monatsmitte bereichert

der Ringplanet Saturn (Gott des

Ackerbaus) ebenfalls im Sternbild

Schütze die Himmelsszene. AndiesemTaggehtSaturnum6.20Uhr

auf,

am 29. Februar schon um 5.30 Uhr.

Mit dem Fernglas lassen sich wunderbar

seine Ringe beobachten, die

erst aus der näheren Betrachtung

vonRaumsonden ihrewahreGestalt

als unzählige Eis- und Gesteinsbrocken

preisgeben.

Bei allen irdischen und lichtintensiven

Ablenkungen gibt uns der

Blick in die Sterne eine versöhnliche

kosmische Perspektive. Haben die irdischen

Feiertage meist einen astronomischen

Ursprung, so scheint der

Valentinstag am 14. Februar eher

dem Fachverband Deutscher Floristen

gewidmet zu sein. Doch deutet

sich an, dass in dieser Zeit die Natur

wiedererwacht und deutlich auf den

Frühling zuarbeitet. Die langen

Nächte erlauben den Blick auf den

kosmischen Kreislauf der Sterne –

vomWerden und Vergehen der Sonnen.

Mit unserer Erde stehen wir

dortmittendrin, da mit großerWahrscheinlichkeit

viele der Sterne eigene

Planeten besitzen. Vielleicht gibt es

da draußen weiteres Leben, das im

immerwährenden Kreislauf der Jahreszeiten

ihres Planeten ebenso auf

mehr Licht, mehr Sonne und mehr

gemeinsame Zeit für die Betrachtung

des Kosmos hoffen.

Neuer Aufklärer in der Ballettschulaffäre

Nach dem Rücktritt von Hannelore Trageser soll nun Schulentwicklungsexperte Klaus Brunswicker untersuchen, was an der SBB verändert werden muss

VonMargarethe Gallersdörfer

Die

Untersuchungskommission

zu den Vorgängen an der Staatlichen

Ballettschule (SBB) Berlin hat

einen neuen Leiter: Klaus Brunswicker,

Experte für Schulentwicklung

und bis zu seiner Pensionierung vor

fünf Jahren noch Leiter der Sophie-

Scholl-Schule. Er übernimmt das

Amt anstelle von Hannelore Trageser,

die Ende der vergangenen Woche

zurückgetreten war.

„Ich glaube, die Kommission ist

sehr kompetent zusammengesetzt“,

sagte der 69-Jährige der Berliner

Zeitung am Dienstag vor seinem

ersten Treffen mit dem Gremium.

Es ist für ihn die erste Untersuchung

dieser Art. Er sei aber

durch seine langjährige Erfahrung

in der Schulentwicklung mit Themen

wie Schulleitungshandeln,

Klaus Brunswicker leitet nun die Untersuchung der Staatlichen Ballettschule. BLZ/ PONIZAK

nung verzögere und behindere die

Aufklärungsarbeit.

Die Senatsschulverwaltung hatte

die Kommission Ende Januar ge-

Schulkultur und Konfliktmanagement

bestens vertraut, sagte er.„Ich

bin zuversichtlich, dass wir zu einer

guten Analyse kommen werden und

auch gute Empfehlungen aussprechen

werden können.“

DenRückzug vonHanneloreTrageser

von der Kommissionsspitze

bezeichnete Brunswicker als sehr

vernünftig. „Es ist wichtig, dass den

Kommissionsmitgliedern von allen

Beteiligten Vertrauen entgegengebracht

wird.“

Trageser war vonSPD-Schulsenatorin

Sandra Scheeres zunächst zur

Leiterin der Untersuchungskommission

ernannt worden. Jedoch wurden

Bedenken laut, ob sie unabhängig

sei, weil sie die SBB bis 2007

selbst geleitet hatte. Deshalb hatte

Trageser das Amt nur wenige Tage

später mit der Begründung niedergelegt,

die Diskussion um ihre Eiggründet,

nachdem durch eine Recherche

des RBB Vorwürfe bekannt

geworden waren, an der SBB würden

Schülerinnen und Schüler seelisch

und körperlich geschunden. Zudem

verschließe die Schule unter der Leitung

von Ralf Stabel die Augen vor

Problemen wie Essstörungen. Die

Kommission soll untersuchen, welche

Probleme in der Struktur und

Kultur der Schule zu den Anschuldigungen

geführt haben könnten und

Verbesserungsvorschläge machen.

Zweifel an der Leitung der Kommission

durch Trageser waren in der

vergangenen Woche unter anderem

in einem Statement aus der SBB-

Schülerschaft laut geworden. Darin

wurden auch weitereVorwürfe erhoben:

Schülerinnen würde vorgeworfen,

sie sähen „sexuell anzüglich“

aus, Aussagen wie „du Arschloch“,

„Dubist zu fett“ oder „Nimm mal 10

Kilo ab!“ seien für viele normal.

An der Schule herrsche außerdem

eine „Kultur der Angst“, in der das

Ansprechen von Problemen für

Schülerinnen und Schüler unangenehme

Konsequenzen habe.

Scheeres hatte daraufhin Ende

vergangener Woche verkündet, zusätzlich

von der Schule eine unabhängige

Clearingstelle in der Senatsverwaltung

einzurichten. Eltern,

Schülerinnen und Schüler und Ehemalige

sollen sich dort bei Problemen

vertraulich an zwei Kinderschutzexperten

wenden können.

„Allen Hinweisen wirdzügig undzugleich

sensibel nachgegangen“, versprach

Scheeres.

DieZahl der Mitglieder der Untersuchungskommission

wurde von

sieben aufacht erweitert. NeuesMitglied

ist Stefanie Fried von„Save the

children“. Kommissionsleiter Klaus

Brunswicker sagte:„Das ist noch mal

ein ganz wichtiger Punkt, weil ein

Teil der Vorhaltungen ja auch in den

Bereich Kinderschutz gehört.“


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 9· ·

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Berlin

POLIZEIREPORT

Ein Todesopfer bei Brand.

Einbei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus

in Oberschöneweide

schwer verletzter 69-Jähriger ist im

Krankenhaus verstorben. Für fünf

weitereMenschen, die bei dem in

der Mathildestraße am Montagmorgen

ausgebrochenen Feuer verletzt

wurden, besteht keine Lebensgefahr.

DieErmittler des Landeskriminalamtes

ermitteln wegen Brandstiftung.

Derzeit wirdnicht ausgeschlossen,

dass der jetzt Verstorbene

das Feuer selbst gelegt hatte.

Bei Zusammenstoß verletzt.

Eine Opel-Fahrerin hat bei einem

Verkehrsunfall in Marzahn schwere

Verletzungen erlitten. Die58-Jährige

war am Montag, gegen 20 Uhr, mit

ihrem Auto die Märkische Allee in

Richtung B1gefahren und an der

Kreuzung zum Bentschener Weg

nach links abgebogen. Aufder Kreuzung

kam es zu einer Kollision mit

dem Ford eines 45-Jährigen. Während

der Ford-Fahrer unverletzt

blieb,wurde die 58-Jährige mit

schweren Verletzungen an Schulter,

Hüfte und Brustkorb vonRettungskräften

der Feuerwehr in ein Krankenhaus

zur stationären Behandlung

gebracht. DiePolizei ermittelt.

Mehr als 500 Raser ertappt.

Mehr als 8500 Autos hat die Polizei

eigenen Angaben zufolge am Dienstag,

zwischen 7.20 und 14 Uhr, auf

der Bundesautobahn A100 auf Höhe

des Goerdelersteges in Charlottenburgmit

einem Radargerät kontrolliert.

529 Fahrzeuge überschritten

die zulässige Höchstgeschwindigkeit

von80km/h. Spitzenreiter war den

Angaben zufolge ein Mercedes-

Benz, der mit Tempo 151 unterwegs

war.Die 35-jährige Fahrerin erwarten

nun ein Bußgeldbescheid in

Höhe vonmindestens 680 Euro,zwei

Punkte in Flensburgund drei Monate

Fahrverbot.

Unfallfahrer gesucht.

EinJugendlicher ist bei einem Verkehrsunfall

auf der Autobahn 103 in

Schönebergschwer verletzt worden.

Der16-Jährige war nach Angaben eines

Polizeisprechers vomDienstag

auf einem sogenannten Leichtkraftradunterwegs,also

einem kleinen

Motorrad, das auch Jugendliche fahrendürfen.

Laut Polizei war er am

Montagabend auf Höhe des Autobahnkreuzes

SchöneberginRichtung

Saarstraße gefahren, als ein

Auto plötzlich den Fahrstreifen gewechselt

haben soll. Ersten Ermittlungen

zufolge lenkte der Jugendliche

spontan nach links,umeinen

Zusammenstoß zu verhindern. Er sei

gegen den Bordstein gefahren und

habe sich bei dem Sturzschwere

Schulter-und Rumpfverletzungen

zugezogen. Er kam ins Krankenhaus.

Laut Polizei hielt das Auto nicht am

Unfallort, sondernfuhr weiter.Die

Behörde ermittelt nun wegen Verkehrsunfallflucht

gegen den unbekannten

Fahrer.

Wildschwein erlöst.

Am Dienstag haben Polizeibeamte

des Abschnitts 43 ein schwer verletztes

Wildschwein in Zehlendorferschossen.

DasTier war gegen acht

Uhrauf dem TeltowerDamm Ecke

Andréezeile angefahren worden. Die

Polizei hatte das Tier unter der Hinterachse

des Autos eingeklemmt und

starkamKopf blutend vorgefunden.

StahlkugelattackeinU-Bahnhof.

Einbislang Unbekannter hat am

Montag, gegen 12.15 Uhr, im U-

Bahnhof Stadtmitte mehrereMenschen

angegriffen und verletzt. Nach

Angaben der Polizei soll der Mann

zunächst mit einer ArtZwille eine

Stahlkugel auf einen 46-Jährigen geschossen

haben. DieKugel verletzte

den Mann im Gesicht. Anschließend

zogder Angreifer eine Reizgasdose

und sprühte damit mehrfach auf

umstehende Passanten. Mehrere

Personen klagten gegenüber den

Einsatzkräften über Atemwegsbeschwerden

und Augenreizungen.

Weshalb der zwischenzeitlich geflüchtete

Unbekannte die Menschen

attackierte,ist bislang unklar. (tc.)

Polizei setzt Clans unter Druck

Die 382 Razzien im vergangenen Jahr führten zu 972 Strafanzeigen und deckten 5398 Verkehrsverstöße auf

VonPhilippe Debionne

Im Kampf gegen die Machenschaften

krimineller Clans machen

die Ermittlungsbehörden

Druck. Nahezu täglich gibt es

Razzien des Landeskriminalamtes

sowie verschiedener Direktionen in

Bezirken wie Neukölln. Damit wollen

die Ermittler den kriminellen Großfamilien

zeigen: Wir haben euch im

Blick. Fast 400-mal rückten die Einsatzkräfte

im vergangenen Jahr aus,

wie aus der Antwortder Senatsinnenverwaltung

auf eine Anfrage des FDP-

Abgeordneten Marcel Luthe hervorgeht.

Allerdings ist die von Innensenat

und Polizeiführung als erfolgreich

bewertete Taktik innerhalb der Politik

nicht unumstritten.

„Die Polizei Berlin führte im Jahr

2019 im Zusammenhang mit der Bekämpfung

von Angehörigen ethnisch

abgeschotteter Strukturen

(Clankriminalität) insgesamt

382 Einsätzedurch“, so die Senatsinnenverwaltung.

Dabei leisteten die

eingesetzten Kräfte insgesamt

45 519 Mannstunden. Veranschaulicht

bedeutet das,dass ein einzelner

Beamter mehr als fünf Jahre rund

um die Uhrarbeiten müsste,umauf

diese Stundenzahl zu kommen.

Drogendelikte am häufigsten

Beamte bei einer Razzia in der Neuköllner Sonnenallee

ANDREAS KLUG

„Mit den knapp 46 000 Mannstunden

wäre esproblemlos möglich gewesen,

den offenen Drogenhandel im Görlitzer Park

in den Griff zu bekommen und so den Clans

eine wichtige Geldquelle zu nehmen.“

FDP-Politiker Marcel Luthe hält die vielen Razzien für nutzlos.

DasErgebnis dieser Razzien sind unter

anderem 972 Strafanzeigen wegen

Delikten wie etwa Verstoß gegen

das Betäubungsmittelgesetz (419),

Verkehrsstraftaten (100) oder Verstoß

gegen das Waffengesetz. Zudem

erfassten die Einsatzkräfte 5908

Ordnungswidrigkeiten, fast alle aus

dem Bereich Verkehr (5 398). Als

Quelle gibt die Senatsinnenverwaltung

zum einen die Ressourcendatenbank

der Polizei, zum anderen

eine händische Auswertung der Einsatzabschlussmeldungen

durch das

LKA 4an.

Für Polizeipräsidentin Barbara

Slowik ist die Strategie der massenhaften

Razzien ein Erfolg. Sie sagte

im Januar, die Polizei habe „genügend

Anzeichen, dass es auf jeden

Fall Unruhe gibt, dass wir die geschäftlichen

Tätigkeiten stören und

dass die Beteiligten sich deutlich gestört

fühlen“. Nach ihren Worten

würden sich die kriminellen Mitglieder

der betroffenen Großfamilien

mittlerweile genau überlegen, was

sie noch machen könnten und was

nicht.

Tatsächlich sei es im Kampf gegen

arabische Clans „wichtig, als Rechtsstaat

immer wieder Stärke zu zeigen

und sie regelmäßig aus ihrer Wohlfühlatmosphäre

herauszuholen“,

hatte auch Thomas Spaniel von der

Polizeigewerkschaft GdP nach einer

der Razzien gesagt. Allerdings könne

man auf der anderen Seite „den polizeilichen

Nutzen einer solchen

Showveranstaltung infrage stellen“.

In der Tatsind es in den allermeisten

Fällen keine spektakulären Drogenfunde,

die die Polizei bei diesen

Razzien vorweisen kann. Vielmehr

finden die Beamten Kleinmengen

oder Substanzen wie etwa illegale

Muskelaufbaupräparate. Zudem

wird immer wieder unversteuerter

Shishatabak beschlagnahmt, wenn

auch meist nur im Kilogrammbereich.

Nach den Worten der Polizeipräsidentin

sind die häufigen Razzien

dennoch keineswegs eine Showveranstaltung.„Kritiker

sehen leider nur

die Bewegungen an der Oberfläche

und nicht die Ermittlungen, die wir

darunter führen“, sagte Slowik. Mit

Blick auf die Organisierte Kriminalität

wies die Polizeipräsidentin zudem

auf Finanzermittlungen hin:

„Das setzt viele Jahre akribischer Arbeit

im Stillen voraus. Hier arbeiten

wir mit dem Bundeskriminalamt

und international hervorragend zusammen.“

Dassei „in der Öffentlichkeit

nicht sichtbar“.

Opposition kritisiertRazzien

Teile der Opposition halten die hohe

Zahl von Razzien mit vergleichsweise

geringer Ausbeute dennoch

für nutzlos.„DieSchwerpunkte polizeilicher

Arbeit bestimmen sich offenbar

nicht nach polizeilichen Notwendigkeiten,

sondern dem Eigenwerbungsbedarf

des Innensenators“,

sagte FDP-Mann Marcel Luthe

der Berliner Zeitung. „Mit knapp

46 000 Mannstunden wäre es problemlos

möglich gewesen, den offenen

Drogenhandel im Görlitzer Park

in den Griff zu bekommen und so

den Clans eine wichtige Geldquelle

zu nehmen“, so Luthe weiter. Dafür

sei allerdings kein Personal vorhanden.

Tatsächlich hatte Polizeipräsidentin

Slowik in Bezug aufdie außer

Kontrolle geratene Situation im Görlitzer

Park kürzlich gesagt, dass es am

besten wäre, wenn mobile Polizeiwachen

dort „rund um die Uhr stehen“

könnten. Das könne man im

Moment aber „nicht leisten“.

Kauf von 90 Elektrobussen vorerst gestoppt

Philippe Debionne

sieht die Clan-Kriminalität

mit Sorge.

BVG-Arbeitnehmervertreter lassen Sitzung platzen –sie fordern, dass der Senat seine Finanzzusagen endlich einhält

VonPeter Neumann

Tschüss, Dieselbus! Bis 2030 wollen

die Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) ihre Straßenflotte auf Strom

umstellen. Damit sich dieses Ziel erreichen

lässt, muss das Landesunternehmen

massiv Elektrobusse erwerben.

Doch jetzt liegt der geplante

Kauf vonnicht weniger als 90 solcher

Fahrzeuge erst einmal auf Eis. Die

außerordentliche Sitzung des BVG-

Aufsichtsrats, auf der die Beschaffung

besiegelt werden sollte, ist geplatzt.

Bisauf Weiteres wollen die Arbeitnehmervertreter

jede größere

Investition des Betriebs blockieren.

So etwas kommt selten vor: Eine

Sitzung des BVG-Aufsichtsrats muss

abgesagt werden. Doch Ramona Pop

(Grüne), Wirtschaftssenatorin und

Vorsitzende des Gremiums, sah

keine Alternative. Denn die Vertreter

der fast 15 000 BVG-Beschäftigten

hatten signalisiert, dass sie der geplanten

Busbeschaffung am Freitag

nicht zustimmen würden. Das galt

auch für den Kauf eines neuen Infosystems

für die U-Bahnstationen.

Ein E-Bus der BVGunterwegs in Mitte. Die Flotte soll wachsen.

Die Absage ist der vorläufige Höhepunkt

eines Streits, der schon seit

einigen Monaten schwelt. Ausgangspunkt

ist der Tarifabschluss, den die

Gewerkschaft Verdi imvergangenen

April erzielt hatte. Ersieht kräftige

Lohn- und Gehaltserhöhungen vor.

So wurde der monatliche Lohn für

Fahrer um 413,75 Euro angehoben,

ein Plus von 19Prozent. Durch den

Abschluss steigen die jährlichen Personalkosten

um 102 Millionen Euro.

BERLINER ZEITUNG/ SABINE GUDATH

Der Regierende Bürgermeister

Michael Müller (SPD) sagte zu, dass

die BVG die Steigerung nicht allein

schultern müsse. Das wurde so präzisiert,

dass der Senat die Hälfte tragen

soll. Das dritte Viertel sollte

durch eine Fahrpreiserhöhung hereinkommen,

die restlichen 27 Millionen

Euro sollte die BVG selbst aufbringen.

Doch die Kalkulation ging

nicht auf –auchweil es im vergangenen

Jahr keine Preiserhöhung gab.

Undsoklaffen in den BVG-Finanzen

Löcher –wobei Beobachter anmerken,

dass das nicht nur am Tarifabschluss

liegt, sondern auch an

BVG-eigenen Projekten. Wie dem

auch sei: Im vergangenen Jahr betrug

das Defizit knapp 75 Millionen

Euro, für dieses Jahr wird ein Minus

vonrund40Millionen Euro erwartet.

Solange nicht absehbar sei, wie

der Senat die Lücken schließen will,

wollen der Gesamtpersonalrat und

die Gewerkschaft Verdibei ihrer harten

Haltung bleiben. „Hier wird gegenwärtig

an einer Lösung gearbeitet“,

sagte nun EvaHenkel, Sprecherin

von Finanzsenator Matthias Kollatz

(SPD). „Sobald die letzten

Abstimmungen abgeschlossen sind,

findet die Aufsichtsratssitzung statt“,

so Pops Sprecherin Svenja Fritz.

Beobachter fragen sich aber, ob

die noch für diese Woche erwartete

Lösung die Arbeitnehmervertreter

wirklich zufriedenstellen wird. Denn

dem Vernehmen nach konzentriert

sie sich auf 2020. Für 2019 gebe es

noch keinen Lösungsansatz. „Der

Streit könnte weitergehen“, hieß es.

Carsharer

Oply

gibt auf

Suche nach frischem Kapital

blieb ohne Erfolg

Vor ziemlich genau einem Jahr war

das Carsharing-Unternehmen

Oply in Berlin an den Startgegangen.

Nungibt es seinen Rückzug bekannt.

Ende des Monats wird der Anbieter

sein Geschäft aufgeben, hieß es am

Dienstag. Oply hat in München,

Hamburg und Berlin gut 500 Fahrzeuge

im Angebot. Allein die Berliner

Flotte umfasst 200 Autos. Oply-Chefin

Katharina Wagner bedauert das

Aus. „Wir waren der am schnellsten

wachsende Anbieter im zonenbasierten

Carsharing“, sagt sie.„Unsere Erwartungen

wurden bei Weitem übertroffen.“

In Berlin hatte Oply Firmenangaben

zufolge zuletzt 17 000 registrierte

Nutzer. Die Auslastung der Autos sei

laut Wagner wöchentlich gewachsen.

Für dieses Jahr war sogar die Verdreifachung

der Flottengröße geplant.

Auch die Expansion in andere europäische

Länder war vorgesehen. 2022

sollte die Gewinnschwelle erreicht

sein. Die Investoren versagten dem

Unternehmenaber frisches Kapital.

Bereits im vergangenenJahrhatte

der beteiligte chinesische Autokonzern

SAIC ein Folge-Investment abgelehnt.

Gespräche mit anderen Investoren

blieben ergebnislos. „Im

letzten halben Jahr ist die Risikobereitschaft,

in neue Mobilitätzuinvestieren,

starkgesunken“, lautet das Fazit

vonMauroMariani, dem Chef der

luxemburgischen Muttergesellschaft

Oply Mobility.Insgesamt 50 Mitarbeiter

sind von der Firmenschließung

betroffen, 30 davon in Berlin.

Oply hatte mit seinem Carsharing-

Modell tatsächlich einen anderen Ansatz

als etwa die nun unter der Marke

ShareNow zusammengefassten Anbieter

Car2go und DriveNow von

Daimler und BMW.Während dortdie

Autos minutenweise vermietet werden,

bot Oply seine Fahrzeuge für wenige

Stunden oder mehrere Tage an.

Zudem hatte Oply seine Autos dort,

wo die potenziellen Privatauto-Verzichter

wohnen: in den Kiezen.

VonSpandau bis Köpenick

DieFirma hatte Teile Berlins in mehr

als 60 Zonen aufgeteilt und jeder

Zone eine Kiez-Flotte mit vier bis fünf

Fahrzeugen zugeteilt. Wurdedortein

Auto gemietet, etwa ein Familienwagen

für den Wocheneinkauf, musste

es in dieser Zone auch wieder abgestellt

werden.Man sollte nie länger als

zehn Minuten bis zu einem Auto laufen

müssen. Die Zonen gab es im

Lichtenberger Weitling-Kiez ebenso

wie am PankowerBürgerpark. Erst im

Sommer kamen Zonen in Köpenick,

Wilmersdorf und Spandau dazu. Auf

Gebiete mit Parkraumbewirtschaftung

verzichtete Oply, umsich teure

Parkgebühren zu sparen.

Tatsächlich ordnet sich die Sharing

Economy im Mobilitätsgeschäft

seit Ende vergangenen Jahres neu. Im

Dezember hatte ShareNow seinen

Dienst in denUSA undinKanada sowie

in London, Brüssel und Florenz

eingestellt. Ebenfalls zum Jahresende

hatte der Berliner Elektroroller-Verleiher

Coup dasAus verkündet.

Oply-Chefin Wagner glaubt indes

weiterandas Modell desMietwagens

in der Nachbarschaft. In vielleicht

drei, vier Jahren werde ein neuer Anbieter

in die Lücke stoßen, die Oply

hinterlässt, sagt sie. „Wir haben einen

echten Bedarf gedeckt.“ (jk.)

Oply-Chefin Katharina Wagner:„Erwartungen

wurden übertroffen.“ BLZ/MARKUS WÄCHTER


10 * Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Berlin

Gemeinsam groß und berühmt geworden

ELYASM’BAREK &

FREDERICK LAU

hatten mal wieder viel Spaß bei der

Arbeit. M’Barek umschreibt es so:

„Freddy ist ein Freund von mir und

es ist schön, wenn man mit seinem

Freund einen Film drehen kann.“

Das Ergebnis heißt „Nightlife“ und

kommt am 13. Februar in die Kinos.

Premiere wurde am Dienstagabend

im Zoo-Palast gefeiert. Für M’Barek

war es keine Frage, wosoein Film,

in dem es um das Nachtleben geht,

spielen muss: „Ohne meine Heimatstadt

verraten zu wollen, weil

ich München sehr schätzeund liebe

–mit Berlin kann man sich nicht anlegen.

Berlin ist der Endgegner, was

Nachtleben anbelangt!“ Im richtigen

Leben kann man ihn schon mal

an der Barantreffen, aber nicht nur:

„Ich finde es total toll, zu tanzen

und Musik zu hören. Für mich ist

Nightlife Begegnung, Freunde treffen,

unterwegs sein.“ Wenn der Regisseur

Simon Verhoeven ihm eine

Filmrolle anbietet, dann hat Elyas

M’Barek schon so gut wie zugesagt:

„Simon hat eine tolle Handschrift

und seine Filme sind immer gelungen.

Ich drehe sehr gerne mit ihm

und war sofort dabei als er gesagt

hat, er will diesen Film machen. Ich

freue mich immer, wenn er eine

Idee für mich hat.“

PALINA ROJINSKI

kennt Simon Verhoeven seit „Männerherzen“,

ihrem Filmdebüt. „Damals

hat Simon mir meine allererste

Filmrolle gegeben.“ Sunny, ihre

Rolle in „Nightlife“, umschreibt die

Schauspielerin so: „Sunny ist eine

starke junge Frau, eine Ur-Berlinerin.

Sie ist die Tochter eines Gastronomen

und hat auch daher eine

starke Nachtleben-Affinität. Sie ist

verletzlich, romantisch, darf auch

mal naive Mädchendummheiten

machen, aber sie ist immer aktiv,

mutig und trifft sehr selbstbewusste

Entscheidungen, nur für sich.“ Für

sie ein Glücksgriff: „Simon hat eine

coole, starke Frauenrolle geschrieben

–herzlichen Dank dafür!“

SIMON VERHOEVEN

hatte die Idee zum Film „Nightlife“

während seines Studiums in New

York. Und für ihn war völlig klar, wo

er den spielen lassen muss: „Wenn

man nach Deutschland kommt und

diesen Film über das Nachtleben

machen möchte, wosoll man den

dann machen, wenn nicht in Berlin?“

Seine beiden Hauptdarsteller

Elyas M’Barek und Frederick Lau

Palina Rojinski spielt in „Nightlife“ eine

starke junge Frau.

CHRISTIAN SCHULZ

von Andreas Kurtz

ak@andreaskurtz.net

Deutschlandpremiere von Simon

Verhoevens neuer Komödie „Nightlife“

mit Elyas M’Barek, Frederick Lau und

Palina Rojinski im Zoo-Palast

Gemeinsam auf dem roten Teppich: Elyas M’Barek und Frederick Lau (v.l.), die in der

romantischen Komödie beste Freunde sind.

CHRISTIAN SCHULZ

waren gleichzeitig Geschenk und

Herausforderung für den Regisseur:

„Es wird manchmal ein bisschen

crazy mit ihnen, aber es macht immer

Spaß. Man muss allerdings die

Konzentration halten.“ DieKonstellation

umschreibt Verhoeven so:

„Das sind einfach echte Freunde,

das ist nicht gespielt, die kennen

sich, seitdem sie 17 sind. Sie waren

Jungschauspieler, der Elyas hat

beim Freddy gepennt, als er nicht

wusste, woerschlafen soll und als

sie noch keine Kohle hatten. Die

sind gemeinsam groß geworden

und mit groß meine ich auch berühmt.“

Um so erstaunlicher, dass

sie ihre Freundschaft offenbar auf

dem alten Stand konservieren

konnten, wie Verhoeven beobachtet

Regisseur Simon Verhoeven drehte

„Nightlife“ nach eigener Erfahrung. SCHULZ

hat: „Wenn die miteinander reden,

dann ist das so, wie es immer war.

Die kabbeln sich auch, die streiten

sich, da geht es auch mal zur Sache.

Unddas fließt alles in die Rollen ein.

Herrlich! Ichkonnte das alles benutzen.“

Für Simon Verhoeven hat sich das

Thema Nachtleben stark reduziert.

Ganz weg ist der alte Spaß aber

nicht: „Man freut sich auch in meinem

Alter noch über die Abende,

die manchmal passieren, wenn

man mit Freunden ausgeht. Unddie

einen an das Nachtleben erinnern,

das man mit 20 hatte.SoAbende,an

denen man gar nicht weiß, wohin es

einen treibt. Von der Currywurstbude

bis zum Technoschuppen bis

zum Rentnertanzcafé.“ Was dabei

passiert, bleibt nicht geheim: „Ich

packe meine ganzen Verrücktheiten

in meine Filme.Vieles davon ist autobiografischer

als man denkt.“

Für die Vorbereitungen auf „Nightlife“

musste Verhoeven sich wieder

öfter in die Berliner Nacht stürzen:

„Wir waren in den ganzen bekannten

Clubs auf Recherche. Und haben

festgestellt, dass es immer noch

wild und hart ist, aber auch touristisch.

Das ist der Unterschied zu

den Neunzigern, wo es noch ein

bisschen authentischer war.“ Gar

nicht schlimm für ihn, denn Nachtleben,

das sind für ihn nicht nur die

Clubs: „Mich interessiert auch die

Konnopke-Currywurstbude am

Prenzlauer Berg.“ Obwohl die in der

Schönhauser Allee inzwischen

ziemlich früh schließt, nämlich

schon um 20 Uhr. Verhoeven grinst:

„Konnopke hat für uns extra aufgemacht.

Aber Nachtleben geht auch

in den Tagüber, man kann an der

Currywurstbude auch frühstücken.“

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Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 11

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Brandenburg

Tesla lädt

Anwohner zu

Infonachmittag

Damit reagiert der Konzern

auch auf den Protest

VonSilkeNauschütz, Potsdam

Der

US-Elektroautohersteller

Tesla lädt am Mittwoch, von 16

bis 20 Uhr, Bürger zu einer Informationsveranstaltung

in den Grünheider

Ortsteil Hangelsberg (Oder-Spree)

ein. Auf der Telsa-Internetseite heißt

es: Mit Blick auf die geplante Fabrikansiedlung

wolle das Unternehmen

den Leuten zeigen, wie die Tesla-Mitarbeiter

gemeinsam die Energie- und

Verkehrswende beschleunigten.

Das Bürger-Informationsbüro

von Tesla in Grünheide, indem die

Unterlagen zum Zulassungsverfahren

eingesehen werden können,

sollte ursprünglich bis zu diesem

Dienstag geöffnet bleiben. Tesla

habe seine Sprechzeiten aber bis

zum 27. Februar verlängert, teilte die

Gemeinde am Dienstag mit.

Die Infoveranstaltung ist auch

eine Reaktion auf den Protest der

vergangenen Wochen. Tesla will in

Grünheide eine Fabrik bauen, in der

ab Juli 2021 pro Jahr bis zu 500 000

Elektroautos vom Band rollen. Das

umweltrechtliche Genehmigungsverfahren

läuft derzeit.

Nach Angaben der Bürgerinitiative

gegen die Ansiedlung können

die Unterlagen noch bis zum Mittwoch

aus dem Internet heruntergeladen

werden. Danach gebe es die

Möglichkeit, Einsicht in die Unterlagen

bei der zuständigen Zulassungsstelle

des Landesamtes für Umwelt

in Frankfurt(Oder) zu beantragen.

Steffen Schorcht von der Bürgerinitiative

sagte, esgebe eine Menge

Gerüchte und Ängste unter den Bürgern,

auch was die Ansiedlung von

Zulieferern und Dienstleistern, den

Neubau vonWohngebieten und den

Straßenbau angehe. Die Mitarbeiterinnen

des Tesla-Büros bezeichnete

er als kompetent und aufgeschlossen.

Die Kritiker fürchten, dass der

hoheWasserverbrauch der Fabrik für

massive Probleme beim Grundwasser

sorgen könnte. Das Fabrikgelände

befindet sich zur Hälfte in einem

Trinkwasserschutzgebiet. Fragen

zum Wasserproblem hätten die

Mitarbeiterinnen aber nicht beantworten

können. (dpa)

Stadt der Frauen

Neuruppin feiert in diesem Jahr die Dichterin Eva Strittmatter und die Bildhauerin Renée Sintenis

VonSusanne Dübber,Neuruppin

Wenn am letzten Tagder

Berlinale, am1.April,

die Film-Stars mit Silbernen

und Goldenen

Bären belohnt werden, ist da immer

auch ein dankbares Nicken in Richtung

Neuruppin. Denn die Mutter aller

Bären – die Bildhauerin Renée

Sintenis (1888 bis 1965) –ist in dem

Städtchen im heutigen Landkreis

Ostprignitz-Ruppin aufgewachsen.

Und auch eine zweite große deutsche

Künstlerin stammt vondort: die

Dichterin Eva Strittmatter (1930 bis

2011). Für beide war diese Stadt Heimat

und Inspiration, und so feiert

Neuruppin in diesem Jahr die Künstlerinnen

und damit sich selbst als

Stadt der Frauen.

DasFestjahr schließt unmittelbar

an ein ganz großes Jubiläumsjahr für

den bekanntesten Sohn der Stadt an,

denn im vergangenen Jahr strahlte

Neuruppin im Glanz des Dichters

Theodor Fontane, dessen 200. Geburtstag

das gesamte Jahr mit vielen

Veranstaltungen gefeiertwurde.

Das Ende ist damit auch ein Anfang:

Renée Sintenis’ Bärchen, als

Goldener oder Silberner Bär begehrte

Trophäe der deutschen und

internationalen Wettbewerber, begleitet

die Berlinale seit der Gründung

1951. Auch als Porzellan-Figur

der Königlichen Porzellan-Manufaktur

(KPM) verschönert esden Alltag

vieler Menschen in Deutschland und

überall auf der Welt.

Hauptausstellung des Jahres

Das Museum zeigt vom 21. Juni bis

zum 14. September ihre Lebensgeschichte,

die schönsten Werke und

einen Film, der sie bei der Arbeit beobachtet.

„Es wirdunsereHauptausstellung

des Jahres“, sagt Museumsleiterin

Maja Peers.

Eine besondere Natürlichkeit

prägt den Bären und zeichnet auch

die anderen meist kleinen Werkeder

Künstlerin aus: Rehe, Pferde, Esel,

Elefanten und Menschen als Sportler.

Die Inspiration dazu hat Renée

Sintenis in Neuruppin gefunden.

Dort lebte sie mit ihren Eltern, der

Vater war Jurist,bis zum 15. Lebensjahr.

Zuerst in der Bernhard-Brasch-

Straße im Hause eines Pferdehändlers.

Eine Zeit, die sie für ihr ganzes

späteres Leben prägte.

Bildhauerin Renée Sintenis im Jahr 1955.

Dichterin Eva Strittmatter.

BLZ/PAULUS PONIZAK

Maja Peers sagt über das kleine

Mädchen Renée, sie sei ein sehr

schüchternes Kind gewesen. „In

Briefen gibt sie preis, dass es ihr unmöglich

gewesen sei, sich vor Menschen

zu äußern. Sehr oft besuchte

sie die Pferde in den Ställen, schlief

dort ganz nah bei den großen Tieren.“

Sie malte auch – vor allem

Tiere. Ihre Leidenschaft setzte sie

später durch, als sie Bildhauerin

wurde, statt wie vomVater befohlen

im Bürozuarbeiten.

Obwohl man in Neuruppin stolz

ist auf die berühmte Tochter, fehlt

noch immer eine Gedenktafel oder

SINTENIS & STRITTMATTER

Renée Sintenis: Siehatte in den 1920er-

Jahren große Erfolge. Wegenihrerjüdischen

Herkunft machten ihr dieNazis erhebliche

Schwierigkeiten. Geschwächt

auchdurchDepression, überlebte sie den

Krieg in Berlin. Das Amt als Hochschulprofessorin

gabsie nach einem halben Jahr

auf,war wieder als Künstlerin begehrt.

EvaStrittmatter: Sie verkaufte mehr als

zwei Millionen Bücher.Ihr erstes Buch

„Ichmachein Liedaus der Stille“veröffentlichtedie

Frau von

Erwin Strittmatter mit

43 Jahren.

ein Werk von ihr im öf-

fentlichen Raum.

Der Geburtstag von

Eva Strittmatter, der

anderen großen

Tochter der Stadt,

wirdbereits am Sonnabend,

den 8. Februar,

ab 14 Uhr, im Kunstkiosk

an der Kulturkirche

gefeiert. Mario

Zetzsche vom

städtischen Kulturamt

sagt: „Die Dichterin

wurde vor neunzig

Jahren in der Woh-

DPA

nung ihrer Eltern, Alt Ruppiner Allee

81, geboren. Heute befindet sich dort

ein Ärztehaus. Seit acht Jahren steht

eine Gedenktafel auf dem Platz davor,

der nach ihr benannt ist.“

„Eva Strittmatter erinnerte sich

gerne an Kindheit und Schulzeit hier

und bekannte sich in ihren Werken

zu der Stadt“, sagt Karl-Heinz Götz

vom Museumsverein. Von dieser

Verbindung sprechen viele ihrer Gedichte

so wie „Rotdorn meiner Kindertage

–Straßenbaum der kleinen

Stadt, die ich liebte, die mich liebte,

die mich aufgezogen hat“. Das zielt

auf Eva Strittmatters Schulzeit ab, in

der sie fleißig und begabt war, auch

Stipendien erhielt und sogar eine

Klasse übersprang.

Als Erwachsene kehrte sie regelmäßig

aus ihrem weiter nördlich gelegenen

WohnortSchulzenhof nach

Neuruppin zurück. Die Stadt sei

wichtig gewesen für sie, sagt Marcel

Lepper von der Akademie der

Künste, wo Strittmatters Nachlass

für die Forschung und die Öffentlichkeit

erschlossen wird. „Für das

regionale Gedächtnis spielt Eva

Strittmatter eine wichtige Rolle:

Neuruppin – Schulzenhof.“ Dabei

arbeite ihre Lyrik mit einfachsten

Bausteinen, mit Bäumen, Tieren,

Tages- und Jahreszeiten.„Dass jeder

darin eigene, alltägliche Beobachtungen

wiederfinden kann, hat ihrenErfolg

begründet.“

Beide Frauen sollen nun endlich

ihren Platz in der Dauerausstellung

des Museums bekommen, neben

den großen Herren, nebenTheodor

Fontane und dem preußischen

Baumeister Karl

Friedrich Schinkel.

Bleibt die Frage:

Woher kommt eine

solche ungewöhnliche

Ballung voner-

Künstler-

folgreichem

tum ausgerechnet in diesem

ländlichen, abgeschiedenen Ort?

„Neuruppin war eine Beamten-

mit damals

und Garnisonsstadt

und heute guten Schulen und

Bildungsinstituten“, sagt Karl-

Heinz Götz. „Die Lehrer bei

uns sind zu allen Zeiten

Der Berlinale-Bär,geschaffen

von Renée Sintenis 1951. DPA

überdurchschnittlich

engagiert. Sie erkennen

einfach die Talente

und Persönlichkeiten.“

NACHRICHTEN

Verfassungsgericht urteilt

zu Kennzeichenerfassung

BisEnde des Jahres könnte mehr

rechtliche Klarheit über die umstrittene

massenhafte automatische

Kennzeichenfahndung auf Autobahnen

in Brandenburgherrschen. Das

Landesverfassungsgericht rechnet

in diesem Jahr mit einer Entscheidung

über eine Verfassungsbeschwerde.Ein

Mitglied der Piratenpartei

hatte sich gegen den Aufzeichnungsmodus

gewendet, bei dem

Kennzeichen aller vorbeifahrenden

Fahrzeugeerfasst und auf unbestimmte

Zeit gespeichertwerden.

DieLandesdatenschutzbeauftragte

Dagmar Hartge hält die bisherige

Praxis für unzulässig. (dpa)

Erneut Warnstreik bei

der Schlösserstiftung

Mitarbeiter der Schlösserstiftung in

Berlin-Brandenburghaben am

Dienstag erneut für die Aufnahme

vonTarifverhandlungen demonstriert.

DieAbschlusskundgebung

verlief aber nicht ganz wie geplant:

DerStiftungsrat hatte seine für den

Nachmittag geplante Sitzung kurzfristig

an einen anderen Ortverlegt,

sagte ein Sprecher der Schlösserstiftung.

Eigentlich sollte diese im „Zivilkabinetthaus“

am Park Sanssouci

in Potsdam stattfinden, vordem sich

auch etwa 50 Warnstreikteilnehmer

trafen. Trotz der Proteste blieben die

Schlösser nach Angaben der Stiftung

geöffnet, das Schloss Cecilienhof allerdings

nur für Gruppen. (dpa)

Windrad in Nordbrandenburg

eingestürzt

Nach dem Einsturzeines Windrads

bei Wittstock (Ostprignitz-Ruppin)

wollen die zuständigen Behörden

die Ursache der Havarieuntersuchen.

Zudem habe die UntereBauaufsichtsbehörde

notwendige

Schritte eingeleitet, um unter anderemeine

ähnliche Gefahrenlage bei

typengleichen Windkraftanlagen

ausschließen zu können. Dasteilte

der Landkreis am Dienstag mit. Der

obereTeil eines 70 Meter hohen

Windrades war am Freitag abgestürzt.

Dieschweren Teile wie Rotor

und Nabe sowie Flügel waren meterweit

auf einem Feld verteilt. (dpa)

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12 Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Hauptstadt

23

„Tag des Gedenkens an die

Opfer des Nationalsozialismus“

(Redner seit der Einführung 1996, in Klammern

Nationalität, wenn nicht deutsch)

Bronislaw Geremek (Polen) 2002

Marcel Reich-Ranicki 2001

Elie Wiesel (Russland/USA) 1999

Yehuda Bauer (Israel) 1998

Klaus von Dohnany 1997

Bundespräsident Roman Herzog

1996

100 Jahre Frauenwahlrecht 17.1.2019

9. November 1918 „Meilenstein der

deutschen Demokratiegeschichte“ 9.11.2018

Shimon Perez (Israel) und Feliks Tych (Polen) 2009

Simone Veil (Frankreich) 2004

Jorge Semprún (Spanien) 2003

55 Jahre Élysée-Vertrag 22.1.2018

70. Jahrestag Ende Zweiter Weltkrieg

8.5.2015

Lenka Reinerová (Tschechien) 2008

Imre Kertész (Ungarn) 2007

Ernst J. Cramer 2006

Arno Lustiger 2005

75. Jahrestag Beginn Zweiter Weltkrieg 10.9.2014

100 Jahre Beginn Erster Weltkrieg 3.7.2014

65. Jahrestag Grundgesetz 23.5.2014

60. Jahrestag Volksaufstand vom 17. Juni 1953 14.6.2013

50 Jahre Élysée-Vertrag 22.1.2013

Daniil Alexandrowitsch Granin (Russland) 2014

Marcel Reich-Ranicki 2012

Zoni Weisz (Niederlande) 2011

Bundespräsident Joachim Gauck 2015

Inge Deutschkron 2013

Bundestags-Gedenkveranstaltungen

Sigrid Falkenstein und Hartmut Traub

2017

Ruth Klüger (USA/Österreich) 2016 Anita Lasker-Wallfisch (Deutschland/Großbrit.) 2018

Saul Friedländer (Israel) 2019

Mahnen und

Reuven Rivlin (Israel) 2020

loben am Rednerpult

Im Bundestag wird nicht nur debattiert und diskutiert,

sondern auch gefeiert und besonderer Ereignisse gedacht.

Und manchmal gibt es auch eine Liebeserklärung

VonTanja Brandes und Isabella Galanty

Der Bundestag ist voll, und er könnte noch voller werden, wenn

sich die Parteien nicht bald auf eine Wahlrechtsreform einigen.

Im Plenarsaal halten sich die derzeit 709 Abgeordneten allerdings

eher selten alle gleichzeitig auf.

Beifeierlichen Anlässen wirdeshingegen richtig eng. Dass der Bundestag

einen würdigen Rahmen für Gedenk- und Feierstunden bietet, konnte man

erst vor zweiWochen wieder erleben, als im Plenarsaal der Opfer des Nationalsozialismus

gedacht wurde. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog

war es, der 1996 den 27. Januar als entsprechenden Gedenktag proklamierte.

22-mal wurde er seither begangen, oft hielten dabei Zeitzeugen die

Gedenkansprache. Sowie die Cellistin und Holocaust-Überlebende Anita

Lasker-Wallfisch, die sich eigentlich geschworen hatte, nie wieder einen

Fuß auf deutschen Boden zu setzen. Oder die Literaturwissenschaftlerin

Ruth Klüger,auch sie eine Überlebende des Nazi-Terrors.

Staatsakte finden ebenfalls oft im Bundestag statt, etwa, wenn eine für

den Staat bedeutende Person gewürdigt wird–oder stirbt. 14 der insgesamt

70 Gedenk- und Sonderveranstaltungen, die seit 1990 im Namen

des Bundestages stattfanden, waren Trauerstaatsakte für verstorbene

Politiker. Darunter einer für den ehemaligen Bundeskanzler Willy

Brandt und einer für Annemarie Renger,frühereBundestagspräsidentin

und bis heute eine von nur zwei Frauen im zweithöchsten

Amt des Staates.

Natürlich gibt es im Bundestag auch immer wieder etwas

zu feiern: Den Jahrestag des Mauerfalls etwa oder die

Einweihung des neuen Plenarsaals im Reichstag im

Oktober 1992. Oder der 100. Jahrestag der Einführung

des Frauenwahlrechts.Rita Süssmuth, die

andereFrau, die einst die Bundestagspräsidentschaft

innehatte, hielt zu diesem

Gerhard Schröder, Bundesminister a. D. 12.1.1990

Willy Brandt, Bundeskanzler a. D. 17.10.1992

Hans Klein, Bundesminister a. D. 2.12.1996

14

Gedenksitzungen für

verstorbene Politiker/innen

(Tag der Veranstaltung)

Kai-Uwe von Hassel, Bundestagspräsident a. D. 16.5.1997

Anlass eine der Festreden –vor einem Bundestag, der auch nach 100

Jahren Frauenwahlrecht immer noch weit davon entfernt ist, Frauen

und Männer gleichberechtigt zu repräsentieren.„Ich möchte nicht noch

weitere100 und auch nicht noch 50 Jahrewarten, biswir den nächsten

Schritt tun!“, rief dieengagierte Rednerin damals dem Plenum zu.

DieEntscheidung für einen begabten Redner ist ohnehin ein wichtiger

Teil einer Bundestags-Gedenkveranstaltung. Nicht immer sind dabei

Politiker die richtige Wahl. Gerade bei Feierstunden werden Gäste

am Rednerpult gerne gesehen, zumal solche,die die Sprache zum Beruf

gemacht haben. Als am 23. Mai2014 der 65. Jahrestag des Grundgesetzesbegangenwurde,war

derSchriftsteller Navid Kermani alsGastredner

eingeladen –und hielt dievielleicht schönste Bundestagsrede der

letzten zehn Jahre. DerSohniranischer Einwanderer dankte den Väter

und Mütterndes Grundgesetzes für ihren Mut, eineVerfassung zu

formulieren, die in ihrer Fortschrittlichkeit weit über die deutsche

Lebenswirklichkeit von 1949 hinauswies. Erbeklagte falsch verstandenen

Nationalstolz und prangerte die Änderungen des

Asylparagrafen an, in denen „Deutschland das Asyl als Grundrechtquasi

angeschafft“ habe.Eswar viel Wutindieser Rede.

Vorallem aber viel Liebe –für ein Land, das schon immer

seines war und auch längst das vieler Einwanderer-Generationen

geworden ist. Davon, dass die Rede auch sechs

Jahre und viele Feierstunden später nichts von ihrer

Schönheit und Relevanz verloren hat, kann sich jeder

überzeugen: Ein Video-Mitschnitt im Internet

zeigt, wie Kermani dem Grundgesetz

vom Rednerpult im Plenarsaal aus eine

Liebeserklärung macht. Selten wurde

dieser Ortwürdiger genutzt.

Manfred Wörner, Bundesminister a. D./NATO-Generalsekretär 23.8.1994

Erich Mende, Bundesminister a. D. 15.5.1998

Richard Jaeger, Bundestagsvizepräsident a. D. 25.5.1998

Heinz Westphal, Bundestagsvizepräsident a. D./

Bundesminister a. D. 19.11.1998

Josef Felder, letzter Reichstagsabgeordneter/ehemaliger

Bundestagsabgeordneter 7.11.2000

Josef Ertl, Bundesminister a. D. 30.11.2000

Richard Stücklen, Bundestagspräsident a. D./

Bundesminister a. D. 15.5.2002

Rainer Barzel, Bundestagspräsident a. D./

Bundesminister a. D. 22.9.2006

Annemarie Renger, Bundestagspräsidentin a. D.

13.3.2008

Philipp Jenninger, Bundestagspräsident a. D./

Botschafter a. D. 18.1.2018

Volksaufstand in der DDR am

17. Juni 1953 17.6.1990

Tag der Wiedervereinigung 3.10.1990

Einweihung des neuen Plenarsaals 30.10.1992

Gedenken an den 9.11.1938 (Novemberpogrome)

und den 9.11.1989 (Mauerfall) 9.11.1993

Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges und der

nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 28.4.1995

100. Geburtstag von Carlo Schmid

(früherer Vizepräsident Carlo-Schmid-Stiftung) 3.12.1996

50 Jahre Parlamentarischer Rat 1.9.1998

Einweihung neuer Plenarbereich Reichstagsgebäude 19.4.1999

50 Jahre Deutscher Bundestag 7.9.1999

Sonderveranstaltung mit Parlamentarierinnen der „Ersten Stunde“ 8.9.1999

10. Jahrestag Fall der Berliner Mauer 9.11.1999

57. Jahrestag Volksaufstand vom 17. Juni 1953 17.6.2010

20. Jahrestag der freien Wahl zur Volkskammer der DDR 18.3.2010

20. Jahrestag Fall der Berliner Mauer 8.11.2009

60. Jahrestag Konstituierung des Ersten Deutschen Bundestages 7.9.2009

56. Jahrestag Volksaufstand vom 17. Juni 1953 17.6.2009

Erinnerung an die freie Wahl zur Volkskammer der DDR vor 10 Jahren 17.3.2000

50. Jahrestag Volksaufstand vom 17. Juni 1953 17.6.2003

100. Geburtstag des ehemaligen Bundestagspräsidenten Hermann Ehlers 20.10.2004

Gedenken der Opfer der Flutkatastrophe an den Küsten des Indischen Ozeans 20.1.2005

60. Jahrestag Ende Zweiter Weltkrieg 8.5.2005

33

Gedenksitzungen und

Sonderveranstaltungen

aus besonderen Anlässen

60. Jahrestag konstituierende Sitzung des Parlamentarischen Rates 6.9.2008

Verabschiedung des Gesetzes

„zur Behebung der Not von Volk und Reich“ vor 75 Jahren am 23. März

10.4.2008

100. Geburtstag des ehemaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier 25.10.2006

PLATZ DER REPUBLIK

Falsche

Formulare

Elmar Schütze

gönnt den Kantinenbeschäftigten mehr Lohn.

Esist ein bisschen wie im Märchen,

und die haben bekanntlich

oft eine Menge mit dem wirklichen

Leben zu tun. Da geht einer um, Gutes

zu tun –und dann geht’s doch irgendwie

schief. In diesem Fall:

SandraScheeres,Bildungssenatorin,

seit Jahren gepeinigt vomzuverlässig

schlechten Abschneiden Berliner

Schüler in jedem nur erdenklichen

Vergleichstest.

Nun hat sich die SPD-Politikerin

in den Doppelhaushalt 2020/21

gleich 30 Millionen Euro zusätzlich

schreiben lassen, um Berlins Schüler

wenn schon nicht schlauer, sowenigstens

besser ernährt zubekommen.

In den Schulmensen und -kantinen

soll es höherwertiges Essen geben.

Daskostet natürlich.

Leider ist in der Ausschreibung,

auf die sich die Catering-Firmen bewerben,

eine Panne geschehen. Es

geht um den Lohn, den diese Bewerberfirmen

ihren Angestellten bezahlen,

den Vergabemindestlohn des

Landes Berlin. Nun wurde für die

Schulcatering-Ausschreibung ein

veraltetes Formblatt verwendet, das

einen Vergabemindestlohn von

9Euronennt. Tatsächlich liegt dieser

bundesweit mittlerweile bei 9,35

Euro. Und das Land Berlin, das so

viel Gutes tun will, arbeitet längst an

mindestens 12,50 Euro. Doch die

Ausschreibung ist raus,die Bewerber

können sich im Zweifel auf die dort

festgelegten Bedingungen berufen.

Werjetzt einen Schuldigen für die

peinliche Panne sucht, wird wohl

nicht sweit kommen. Nein, wirklich

falsch gemacht habe niemand etwas.

Vielmehr sei es eine Art Verkettung,

na ja, unglücklicher Umstände. Sagt

der Senat in einem formvollendeten

Pingpongspiel der Verantwortlichkeiten

zwischen Bezirksabteilungen

(suchen die Caterer), Senatsbildungsverwaltung

(formuliert die

Qualitätskriterien), Senatswirtschaftsverwaltung

(veröffentlicht

die Ausschreibungen), Senatssozialverwaltung

(wacht über die Einhaltung

des Vergabemindestlohns) und

Senatsfinanzverwaltung (muss am

Ende bezahlen).

Jetzt sollen an diesem Mittwoch

Vergabejuristen und andere Fachleute

die Köpfe über das Problem

beugen. Am Donnerstag sind Runden

in den Verwaltungen anberaumt,

am Freitag bittet die Senatskanzlei

zum Rapport. Die Zeit

drängt. Am Dienstag, zur nächsten

Senatssitzung, soll ein juristisch unanfechtbares

Konzept vorliegen. Andernfalls

freuen sich wohl nur die

Caterer, die ihre Essensausteiler mit

einem Hungerlohn abspeisen dürfen,

während die Köche mehr kriegen.

Sie könnten aber auch allen ihrenLeuten

Einheitslohn zahlen.

Nun ist Geld in jeder Verwaltung

ein heikles Thema, erst recht inBerlin.

Schließlich gibt es gleich dreiVerwaltungsebenen,

vonoben nach unten:

den Bund, das Land, die zwölf

Bezirke. Zwischen diesen Ebenen

werden die Verwaltungsangestellten

unterschiedlich bezahlt. Das bringt

Konkurrenz, oft auch Verdruss. Also

jammert die Landesebene, dass „die

guten Leute“ erst gar nicht bei ihnen

landen, sondern gleich beim Bund

anfangen. Und esjammern die Bezirke,dass

es einen stetigen Aderlass

Richtung Land gebe. Ein Mindestlohn

würde da nicht abhelfen, allenfalls

ein Einheitslohn. Aber wo kämen

wir denn da hin?


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 – S eite 13

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Feuilleton

Peter Uehling entdeckt

ein französisches

Barockensemble

Seiten 16 und 17

„Natürlich verschwimmen die Grenzen.“

Die Harfenistin Kathrin Pechlof in Markus Schneiders Reportage zum House of Jazz Seite 14

Facebook

Das verkaufte

Kichern

Thomas Klein

über zynische

Schadenfreude im Netz

Wenn Siesich auf Facebook umschauen,

kennen Sie das ja:

Unter jedem Beitrag sehen Sie, wie

oft das kommentiert oder geteilt

wurde. Welche Reaktionen der Beitrag

ausgelöst hat. Früher war das ein

binäres System, entweder wurde der

Like-Button gedrückt oder eben

nicht. Aber vorgut vier Jahren wurde

das geändert, neben dem traditionellen

„Gefällt mir“ gibt es seitdem

fünf weitere Symbole zum Anklicken,

„Liebe“, „traurig“, „erstaunt“

(wow) und „wütend“. Undden wohl

verheerendsten aller Facebook-

Knöpfe –„Haha“. Vermutlich soll das

Erheiterung signalisieren. Benutzt

wirdeswie eine Online-Ohrfeige.

Ein Minister stürzt beim Verlassen

des Podiums? Greta Thunberg

kritisiert die Untätigkeit der Politik?

Geflüchtete ertrinken im Mittelmeer?

Haha. Das Gelächter per

Knopfdruck. Eindeutig ideologisch

motiviert ist das zwar nicht –wenn

ein AfDler über die eigene Vergangenheit

stolpert oder dem Bundesverkehrsminister

wieder ein „Masterplan“

entgleist, drücken auch vermeintlich

aufgeklärte Nutzer den

„lustigen“ Knopf. In der Regel ist dieser

aber ein kleinbürgerliches Instrument

zur Verächtlichmachung dessen,

was vielen wichtig ist oder auch

ein tragisches Moment in sich trägt.

Justiziabel ist das nicht, anders als

der offen menschenverachtende,gewalttätige

Kommentar.

Auch das ist Teil eines Geschäftsmodells,

das eben von der Polarisierung

und vom Hass lebt: Facebook

und die Populisten verrohen den

Diskurs und die Gesellschaft. Voreinem

befreienden, verbindenden Lachen

macht da schon lange niemand

mehr halt. Stellen Sie sich einfach

vor, Sie erzählen vom Verlust Ihres

Arbeitsplatzes oder vom Tod eines

Familienmitglieds und im Hintergrund

wird gekichert: Online ist

heute auch Lebensrealität und dieses

Lachen ungesund. Das Klima ist

vergiftet, alles Facebook-Gelächter

so kaputt und krank wie das schrille

Lachen des „Jokers“ im Film.

Ein früher Whistleblower

In seinem Historiendrama „Intrige“ rekonstruiert Roman Polanski mit kühler Präzision die Dreyfus-Affäre

VonFrank Junghänel

Noch der Akt größter Demütigung

wird von der

Pariser Militärclique als

Spektakel im honorigen

Gewand zelebriert. Ein Karree von

Uniformträgern ist angetreten, als

dem jüdischen Artilleriehauptmann

Alfred Dreyfus am 5. Januar 1895 die

Epauletten von den Schultern gerissen

werden. Die Erniedrigung des

angeblichen Spions findet im Zerbrechen

seines Säbels den zeremoniellen

Höhepunkt. Dreyfus,imMoment

größter Pein selbst um einen

ehrenhaften Abgang bemüht, kann

nur schwer die Fassung wahren. Mit

einem letztenWort wendet er sich an

die Strammstehenden: „Soldaten,

ihr degradierteinen Unschuldigen.“

Roman Polanski eröffnet sein

Historiendrama „Intrige“ mit einer

Szene, in der sich eine öffentliche

Person gegen die gesellschaftliche

Herabwürdigung wehrt. Unddasein

Film im Original „J’accuse …!“ (Ich

klage an …!) heißt, gab es nicht wenige,

die bei Polanski einen Beitrag

in eigener Sache sehen wollten. Das

ist es auch! Allerdings auf andere

Weise,als man vermuten könnte.

Wenn sich der 86-jährige Regisseur

hier mit Fragen von Entehrung

und Rehabilitierung beschäftigt, reflektierternicht

etwa die Vergewaltigungsvorwürfe,

die ihn dauerhaft

seine soziale Reputation gekostet

haben. Als „Intrige“ beim Festival in

Venedig mit dem Großen Preis der

Jury ausgezeichnet wurde, flammte

einmal mehr die Grundsatzdebatte

um eine gebührende Bewertung des

Verhältnisses zwischen Künstler und

Werk auf. Kann man –bei aller artistischen

Meisterschaft –einen Film

von Roman Polanski auch in seiner

moralischen Integrität beglaubigen?

Absolut, wie dieses hochkonzentrierte

Alterswerkbeweist.

Es gibt noch eine Schlüsselszene

in diesem Film. Bei pogromartigen

Exzessen während des Dreyfus-Prozesses

zerklirren in Parisdie Fensterscheiben.

Der Mob schmiert „Tod

den Juden“ an die Geschäfte.Roman

Polanski, dem seine Kindheit im

Ghetto von Krakau geraubt wurde,

besitzt jede Autorität, sich mit seiner

Persönlichkeit als Filmemacher dem

wachsenden Antisemitismus nicht

nur in Frankreich entgegenzustellen.

Picquart(Jean Dujardin) und Dreyfus (Louis Garrel)

Der Titel „J’accuse …!“ bezieht

sich auf jenen offenen Brief an den

Präsidenten der Republik, mit dem

der Schriftsteller Émile Zola 1898 in

der Zeitung L’Aurore den Skandal

um Alfred Dreyfus publik machte.

Ein Aufsatz, der Geschichte schrieb

und seinen Autor selbst ins Gefängnis

brachte. Ein halbes Dutzend Mal

ist die Dreyfus-Affäre schon verfilmt

worden, es gibt Romane, Biografien,

WELTKINO/GUY FERRANDIS

Sachbücher, und doch dürfte dieses

Kapitel der europäischen Historie,

das Frankreich beinahe in einen Bürgerkrieg

getrieben hat, in seinen Details

den wenigsten vertraut sein.

Polanski gelingt es nun, gerade

die Details auf spannende Weise zu

erzählen, obwohl man ja weiß (oder

googeln kann), wie das ausging. Am

Ende wird Dreyfus rehabilitiert. Das

ist nicht zu viel verraten.

Der Regisseur schrieb das Drehbuch

gemeinsam mit dem britischen

Thriller-Autor Robert Harris,

der ihm vor zehn Jahren schon bei

„Ghostwriter“ die Vorlage geliefert

hatte.Dasich die Arbeit an dem Film

länger hinzog, veröffentlichte Harris

„Intrige“ zunächst als Roman, bevor

er sich wieder dem Film widmete.

Der entscheidende dramaturgische

Kniff verdankt sich Harris’Idee,nicht

Dreyfus selbst in den Mittelpunkt

des Geschehens zu rücken, sondern

jenen Major Marie-Georges Picquart,

der kurznach derVerbannung

des vermeintlichen Verräters in Paris

die Leitung der Spionageabwehr

übernimmt. Er kannte Dreyfus. Bei

einer Begegnung in den Gängen des

Gerichts sagt er,was er vonihm hält:

„Ich mag keine Juden.“

Dieser Picquart, vom Oscarpreisträger

Jean Dujardin („The Artist“)

als ebenso kompromiss- wie humorloser

Offizier gespielt, kommt nach

und nach den Ungereimtheiten im

Fall Dreyfus auf die Spur.Ermag was

gegen Juden haben –noch mehr hat

er gegen die Manipulation von Beweisen.

Als seine Vorgesetzten ihm

befehlen, die Nachforschungen einzustellen,

macht er auf eigene Faust

weiter und wird, da er seine Erkenntnisse

nach draußen gibt, peu àpeu

zu einem frühen Whistleblower im

Überwachungssystem. Der Apparat,

dem er dient, wendet sich gegen ihn.

Polanski widmet sich der immer besesseneren

Recherche des Majors

mit enormer Akkuratesse und kammerspielartiger

Präzision.

Es wird indem Film viel geredet,

debattiert, polemisiert, schwadroniert,

und das fast ausschließlich von

blasierten Uniformträgern. Selbst

Dreyfus (Louis Garrel) gibt kein sympathisches

Opfer ab, sondern einen

Mann mit einem (in seinem Fall verständlichen)

Hang zur Selbstgerechtigkeit.

Indem Polanski nicht um das

Mitgefühl des Publikums buhlt, sondern

den Komplott in seiner kalten,

methodischen Perfidie seziert, ist er

ganz gegenwärtig. Sein Film zeigt,

mit welcher Wuchtein Ressentiment

die Gesellschaft zerreißen kann.

Intrige Frankreich, Italien 2019. Regie: Roman

Polanski; Kamera:Pawel Edelman.Darsteller:

Jean Dujardin, LouisGarrel, Emmanuelle Seignier

u.a., 135Min.,Farbe.FSK: ab 12.

Der Film kommt am Donnerstagindie Kinos.

NACHRICHTEN

Berlinale gibt Mitglieder

der Jurybekannt

DieSchauspielerin Bérénice Bejo

(„The Artist“), der US-Regisseur

Kenneth Lonergan („Manchester by

the Sea“) und die deutsche Produzentin

Bettina

Brokemper

(„Hannah

Arendt“, „Wild“)

gehören zur Jury

der diesjährigen

Berlinale.Das

IMAGO IMAGES

gaben die Internationalen

Filmfestspiele

am

Dienstag in Berlin

bekannt. Insgesamt

sieben Jurymitglieder entscheiden,

werden Goldenen und die

Silbernen Bären bekommt. DerJurypräsident

war bereits bekannt: Der

britische Schauspieler Jeremy Irons

leitet das Gremium. ZurJurygehörennun

außerdem der italienische

Schauspieler Luca Marinelli, die palästinensische

Regisseurin AnnemarieJacir

und der brasilianische Filmkritiker

und Regisseur Kleber

Mendonça Filho.Die Berlinale beginnt

am 20. Februar. (dpa)

Alter Oscar

mit neuem Namen

Bettina

Brokemper

DieKategorie „Best Foreign Language

Film“ (Bester fremdsprachiger

Film) gibt es in diesem Jahr nicht

mehr bei den Oscars –sie heißt nun

erstmals „Best International Feature

Film“. „Wir haben bemerkt, dass der

Begriff ,fremd‘ innerhalb einer globalen

Filmemachergemeinschaft irgendwie

überholt erscheint“, erläuterten

Diane Weyermann und Larry

Karaszewski, die Vorsitzenden des

für diese Kategorie zuständigen Komitees.„Wirdenken,

dass ,Internationaler

Spielfilm‘ diese Kategorie

besser beschreibt und einen positivenund

inkludierenden Blick aufs

Filmemachen als universale Erfahrung

wirft.“ Diebislang einzigen drei

deutschen Oscar-Filme der Nachkriegszeit

sind die Grass-Verfilmung

„Die Blechtrommel“ vonVölker

Schlöndorff (1980), die Stefanie-

Zweig-Verfilmung „Nirgendwo in

Afrika“ vonCaroline Link (2003) und

das Stasi-Melodram „Das Leben der

Anderen“ vonFlorian Henckel von

Donnersmarck (2007). (dpa)

UNTERM

Strich

Maulfeil

Der Bauchnabel

der Venus

VonUte Cohen

Schlampe, Nutte, Fotze, Zicke, Trulla,

Tusse,Weibsbild, Kanaille,Schnalle,Xanthippe

…Die halbe Kolumne ließe sich füllen

mit Synonymen für das Lexem„Frau“. He

ho, höre ich es da in der Ferne, was maßen

Siesich an, Doc Cohen? Frauen mit Schmähwörtern

überziehen in sprachsensiblen Zeiten?

Haben wir diesen patriarchalischen

Bullshit nicht längst auf dem Müllhaufen der

Geschichte gelassen? Es gibt doch auch die

Krone der Schöpfung, die Madame,die Lady

KARL BURHARD TIMM

und die,ähm, Hauszierde! Ja,genau, und die

Bayern schmücken sich nicht mit Gedöns,

sondernmit ihrem Gespons.

Womit wir bei des Pudels Kern wären:

Bezeichnungen für Frauen gibt es fast so

viele wie Pastasorten: Orecchiette, Tortellini,

Fusilli, Bucatini … manch eine soll

Ähnlichkeit mit weiblichen Körperteilen

aufweisen. Tortellini seien, so besagt eine

Legende, dem Bauchnabel der Venus nachempfunden.

Was mag es wohl mit Orechiette,

diesen zart mit dem Daumen gekerbten,

leicht gewölbten Nudeln auf sich

haben? Ob die männliche Physis die Pasta-

Schöpfer ebenso inspiriert hat, ist fraglich.

Ins Pantheon der Pasta hat noch kein maskulines

Elementarteilchen Eingang gefunden.

Allerdings ist das auch schnurzpiepegal:

Weibliches Selbstbewusstsein ist

schließlich nicht vonEhrungen und Würdigungen

abhängig. Waszählt ist, dass wir sehenden

Auges und offenen Ohres die mannigfaltigen

Beschreibungen unseres Geschlechts

wahrnehmen.

Wenn uns der bayerische Hund, der depperte,als

Gespons vorstellt und damit als die

Bitch von Ihro Gnaden, dann sagen wir einfach:

Scher dich zum Deibel, du Hundsfott,

bläda! Unddamit hat sich’s.

DieFrage ist allerdings,wie Lexika mit diesem

Lexem-Desaster umgehen sollen. Wir

wehren uns und schnipsen den verbalen

Dreck wegwie einen lästigen Fussel.Wasaber

machen wir mit all den Einträgen, die schwarz

auf weiß zum Beispiel das altehrwürdige„Oxford

Dictionary“ verunzieren? Begriffe wie

„Bitch“ und „Bit“ finden sich da, auch „Petticoat“

und„Baggage“ haben es auf die Liste der

Synonyme für „Woman“ gebracht. Wenig empowernd

sind auch Beispielsätze wie „I told

you tobehome when Iget home, little woman“.

Little woman? Pretty Woman? Tja, das

stieß so manch einer sauer auf. Nägel mit

Köpfen machte die Britin MariaBeatrice Giovanardi,

die eine Petition startete, welche geschlechterdiskriminierende

Einträge in das

„Dictionary“ verhindern soll. Streichungen

verlangt sie, Änderungen! Schluss solle sein

mit all den Herabwürdigungen zum Sexualobjekt,

diesem elenden Sexismus. Das offizielle

Statement des „Oxford Dictionary“ lautete,dassdas

Wörterbuch denrealenSprachgebrauch

abbilde und nicht als Empfehlung

für sprachliches Handeln zu verstehen sei.

Kurzum:Das Wörterbuch ist deskriptiv,nicht

normativ. Da Sprachsensibilität durchaus

ernst zu nehmen und zudem demWandel der

Zeiten unterworfen sei, gedenke man jedoch,

als abwertend eingestufte Begriffe als „beleidigend“

zu kennzeichnen.

Gar nicht so unklug, diese Briten, denn

wohin kämen wir,wenn Wörterbücher Wirklichkeit

ausblenden und präskriptive Funktionen

beanspruchen würden? Wollt ihr das

totale Wörterbuch? Na also, schlagt dem

Hundsfott, dem elenden, lieber die Vokabeln

ums Maul und schaut, dass er sich nächstes

Mal abisserl besser ausdrückt. Das Dictionarywird’seuchdanken!


14 Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Feuilleton

Der Trompeter Till Brönner hatte bereits 2016 ein House of Jazz in der Alten Münze ins Gespräch gebracht.

GERMAN SELECT/ISA FOLTIN

Es kommt auf die Schnittstellen an

Das von Till Brönner initiierte House of Jazz wird in die Alte Münze einziehen. Hinter den Kulissen wird weiter über die Konzeption debattiert

VonMarkus Schneider

Das Gebäude: Die Alte Münze am Mühlendamm

in Berlin-Mitte war als Münzprägeanstalt

die Nachfolgeeinrichtung der historischen

Prägeanstalt am Werderschen Markt.

Sie wurde 1935 nach Plänen der Architekten

Fritz Keibel und Arthur Reck errichtet. Zum

Jahreswechsel 2005/2006 gabdie Staatliche

Münze den Standortauf.

DIE ALTE MÜNZE

Die Projekte: 2018 hat das Abgeordnetenhaus

beschlossen, die Alte Münze als Kulturund

Kreativstandortzuentwickeln. Neben

Räumen für experimentelle Kunst und einem

Urban-Gardening-Projekt soll hier in den

nächsten Jahren ein Zentrum für Jazz und improvisierte

Musik enstehen, das auf einer

Idee des Trompeters Till Brönner basiert.

Das Kulturschaffen ist kein

leichtes, und dies gilt in

Deutschland ganz besonders

für Musiker. In

seinem Buch „Vom Imperiengeschäft“

zitiert der Konzertveranstalter

Berthold Seliger das durchschnittliche

Einkommen nach den

Zahlen der Künstlersozialkasse, wo

Freischaffende zu besonderen Konditionen

unter dem Dach einer Sozialversicherung

Schutz finden können.

Alle dort registrierten Künstler

lagen 2017 bei einem durchschnittlichen

Jahreseinkommen von 17000

Euro. Musiker mussten sogar mit

3000 Euro weniger auskommen.

Natürlich gibt es populäre Gutverdiener

darunter –aber nicht unbedingt

im experimentellen Bereich.

Je komplexer, voraussetzungsvoller,

desto mehr Nische. Entsprechende

Konzerte finden oft in winzigsten,

verstreuten Orten statt, die Gagen

liegen im zweistelligen Bereich. Und

Probenräume werden gentrifiziert.

KeinWunder also,dass sich die IG

Jazz, die Interessensvertretung der

Berliner Jazzer, über den Senatsbeschluss

gefreut hat, im Haus 4/5 auf

dem Gelände der Alten Münze in

Mitte ein „Zentrum für Jazz und improvisierte

Musik“ einzurichten. 35

Millionen Euro will Berlin in die Sanierung

stecken, der Bund schießt

12,5 Millionen zu, und auch für laufende

Kosten soll es Gelder geben,

für zwei Konzertsäle etwa, Probenräume,

Studios.Tolle Sache, möchte

man meinen.

Es ist aber kompliziert. Nach der

Bekanntgabe reagierte die INM, die

Initiative Neue Musik, die sich seit

1991 für die Belange der freien Musikszene

einsetzt, mit Unmut. Zum

einen, „weil trotz des recht weitgreifenden

Begriffs der improvisierten

Musik“ große Teile der freien Szenen

nicht repräsentiert würden, darunter

„zum Beispiel komponierte zeitgenössische

Musik, Alte Musik, zeitgenössisches

Musiktheater“, die alle

dringend bezahlbare Spielstätten

bräuchten, wie Claudia van Hasselt,

die Sängerin und Vorsitzende der

INM, sagt. Auch die experimentelle

Echtzeitmusikszene, im aktuellen

Konzept ausdrücklich als potenziell

Beteiligte aufgeführt, stört sich an

der Subsumierung unter Jazz.

Wobei es nicht einfach um die Begriffe

geht. Schließlich sind die

Schnittstellen zwischen den zeitgenössischen

Genres groß, wie zuletzt

ganz wunderbar Anthony Braxton

beim Eröffnungskonzert des Jazzfests

vorführte, indem 60 Leute in

kleineren und größeren Gruppen

den Gropiusbau bespielten – die

Mitwirkenden kamen aus den verschiedensten

Ecken der musikalischen

Avantgarde (nicht nur) Berlins.

„Natürlich verschwimmen die

Grenzen“, sagt Kathrin Pechlof, Harfenistin

und Geschäftsführerin der

IG Jazz. „Genau darum haben wir

diese Schnittstellen in das Konzept

eingearbeitet, auch strukturell, also

in Form eines künstlerischen Beirats,indem

auch Leute sitzen sollen,

die sich in den spezifischen Subszenen

gut auskennen. Aber wegen des

Kernsaus Jazz und Improv war es der

Neuen Musik zu wenig.“

Tatsächlich stoßen sich nicht wenige

auch an der Figur des Trompeters

Till Brönner. Der hatte schon

2016 ein House of Jazz ins Gespräch

gebracht und dank seiner Popularität

gewichtiges Gehör gefunden und

den Entwicklungsprozess überhaupt

angestoßen. Die Szene fürchtete

nicht ganz ohne Grund, er wolle ein

Institut nach Art des Lincoln Jazz

Center in New York einrichten, wo

Wynton Marsalis die Jazztradition als

afroamerikanische Hochkultur

pflegt. Brönner ist nun, neben der

deutschen Jazzunion und der IG

Jazz, beteiligt, und zumindest die

Bundesmittel hängen ausdrücklich

am Jazzschwerpunkt. Zudem hat

sich natürlich in den vier Jahren seit

Brönners Vorstoß einiges getan.

„Der beschreibende Name steht

auch dafür, dass hier keine Pflöcke

eingeschlagen werden“, sagt Pechlof.

Die Unzufriedenheit der freien

Szene bezieht sich wiederum vor allem

auf die Art, wie das geschah. Der

Senat hatte im vergangenen Jahr ein

an sich vorbildliches Beteiligungsverfahren

eingeleitet, in dem es,sagt

van Hasselt, „nicht um konkurrierende

Konzepte gehen sollte, sondern

darum, die Bedarfe der gesamten

freien Szene –nicht Einzelner –

festzustellen.“ Auch Pechlof versteht

die Kritik am Lauf des Beteiligungsverfahrens.

„Aber“, sagt sie, „ich

finde es erfreulich, dass es das Beteiligungsverfahren

überhaupt gab.Die

Politik hätte ja auch einfach Konzepte

aufrufen und entscheiden

können. Es gab ja durchaus auch

Vorschläge für einen Partytempel

mit Clubs und Eventvermietung.“

Konkret stellt sich bei aller Genreoffenheit

die Frage nach der Ausgestaltung.

ZumBeispiel auch der Performanceräume.

„Wir spielen nicht

Nischen gegeneinander aus, wir sitzen

ja alle im selben Boot“, sagt

Pechlof, selbst zwischen Jazz und

zeitgenössischer Weite unterwegs.

Durch die recht offene Formulierung

können die Konzerträume dabei

zwischen Mainstream und Experiment,

vom Jazz über, etwa, die

elektroakustische oder Echtzeitmusik,

die Sichtbarkeit für die kleinteilige

und dezentrale Szene erhöhen.

„Wie so oft in Berlin spielen Leute

auf internationalen Festivals, aber

hier bekommen ihreAuftritte in den

kleinen Clubs wegen der dezentralen

Struktur häufig nur wenige Menschen

mit.“ Van Hasselt wiederum,

in der Praxis ebenfalls schnittstellenerfahren,

sieht auch Probleme im

vorliegenden Saalkonzept mit Bühnen,

während zum Beispiel viele Beteiligte,

etwa die im Konzept erwähnte

Klangkunst, komplett flexible

Räume bräuchten.

Andererseits gibt es neben dem

zentralen Gebäude 4/5 drei Häuser,

die nach den auf der Senatsseite einsehbaren

Raumtalente kulturell genutzt

werden sollen. „Die Rede war

von einem Theater, Ateliers, Tanz,

Ausstellungs- und Gemeinschaftsräumen,

ohne dass aus den Workshops

heraus Empfehlungen für

konkrete Nutzer ausgesprochen

wurden“, sagt Pechlof.

Die Kommunikation habe, sagt

van Hasselt, nicht unbedingt das

Vertrauen in die Verwaltung geschürt.

„Aber die Stadt braucht

Räume, die alle Szenen gemeinsam

schützten, wo alle miteinander

arbeiten können, das ist ein

Riesenpotenzial! Wenn ein Projekt

mit 14000 Euro gefördert wird,

aber schon die Raummiete für ein,

zwei Tage drei bis vier davon frisst

–dalanden alle im Prekariat. Und

so bekommt so ein Haus natürlich

ein wahnsinniges Gewicht.“

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Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 15

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Feuilleton

Sie fühlen

alles zum

ersten Mal

The Murder Capital spielten

im Musik und Frieden

VonJohannes von Weizsäcker

Wenig Licht und viele Menschen

im gut gefüllten Kreuzberger

Club Musik und Frieden, als hier am

Montagabend die junge fünfköpfige

Band The Murder Capital aus Dublin

auftrat und ihr Debütalbum „When I

Have Fears“ bewarb.Bandname und

Albumtitel lassen bereits erahnen,

wie ernst, düster, zerbrechlich und

romantisch es im Universum der

Gruppe zugeht. Der Albumtitel besteht

aus einem Keats-Zitat, und im

Rahmen einer ärgerlichen Post-

Punk-Dringlichkeitsbewegung in

der Popmusik unserer Inselnachbarn

bildet die Gruppe mit anderen

Dublinern wie etwa Girl Band oder

Fontaines DC ein poetisches Pendant

zu den noch schrofferen Gruppen

aus Großbritannien – man

denke an die Agit-Punks Idles, das

Duo Slaves oder auch die älteren

Herren vonSleafordMods.

Aber all diese Gruppen haben etwas,

was der europäischen Indie-

Musik seit Jahrzehnten abging: echte

Leidenschaft –soauch The Murder

Capital. Während Bassist Gabriel Paschal

Blake (Schon der Name eine

Romantik-Reminiszenz!) noch beim

Betreten der Bühne recht machistisch

sein laut Rückkopplungen heulendes

Instrument umherwedelte

und auch sonst ganz schön rockig

durch den Abend posierte, offenbarte

Sänger James McGovernsBariton

im langsam aufbrodelnden Eröffnungsstück„Green

and Blue“ eine

Verwundbarkeit, die zwar, wie bereits

mehrfach erwähnt, an Ian Curtis

von Joy Division erinnerte, aber

noch einen ganz eigenen Schmelz

besaß, dazu auch etwasWaches,Klares

und nicht durch die Konservierung

der Jahrzehnte Verbrauchtes.

Dabei wirkte das Pathos der ganzen

Unternehmung etwas dick aufgetragen

–junge Menschen halt, die

alles zum ersten Mal fühlen! Aber

egal, als die Gitarren wackelig-angezerrteine

Figur dazusetzten, die The

Edge von U2durch einen Klangnebelfilter

zu drehen schien, hatte die

Band mein Herz erobert.

Gabriel Paschal Blakespielt bei Murder

Capital aus Dublin den Bass.

IMAGO

Leider folgte auf einige wiederum

sehr ernste, die mitmenschliche

Fürsorge hochhaltende Ansagen

ein etwas öder ruhiger Teil in

der Mitte des Auftritts, in dessen

Verlauf die Band ein wenig zu sehr

in der großen Bedeutungsfülle ihrer

Kunst eingebunden schien. Aber

glücklicherweise erfolgte zum

Schluss die erhoffte –und auch erwartbare–Katharsis:

Hier spielte die

Band ihrebeiden Ärger-Hits „Moreis

less“ und „Feeling fades“, hießen das

Publikum sich hinsetzen und wieder

aufspringen, und zu guter Letzt

sprang auch McGovern in die

Menge, woraufhin die Band nach

weniger als einer Stunde die Bühne

ohne Zugabe verließ.

Nettes Konzert, wenn auch mit

etwas Luft nach oben, aber die Band

ist ja noch jung! DerBeifall am Montagabend

sowie der Hype, den sie

derzeit in den britischen Medien erfährt,

suggerieren, dass wir ihr sehr

bald auf größeren Bühnen begegnen

werden.

George Steiner (1929–2020).

Gedanken dichten

Der große Schriftsteller und Essayist George Steiner ist im Alter von 90 Jahren gestorben

VonArnoWidmann

George Steiner war einer

der bedeutendsten Erzähler

des zwanzigsten

Jahrhunderts. Esgab einen

Aufschrei unter Deutschlands

Kritikern, als er darauf hinwies, dass

eine Geschichte zu erzählen oder sie

zu analysieren nicht nur zwei völlig

verschiedene Dinge seien, sondern

dass ein Abgrund das eine vom anderen

trenne.

Journalisten, die ab und zu auch

einmal einen Roman schrieben, waren

verstimmt. Sie fanden, ihre Essays

seien keine mindere Kunst. Sie

täuschten sich.Waswir so schreiben,

man sieht es gut an diesem Nachruf,

hat nichts zu tun mit dem, was an

imaginativer Kraft, an souveräner

Disposition, an Genauigkeit und an

Risikolust in wirkliche Kunst eingeht.

Daseinzige Argument gegen Steiners

scharfe Trennlinie sind seine eigenen

Texte.Indem„Durs Grünbein,

dem Dichter &Cartesianer“ gewidmeten,„The

PoetryofThought“ betitelten

Buch zeigt er,dass „Gedanken

dichten“. So der deutsche Titel. Er

schreibt auch: Die meisten von uns

„sind nicht in der Lage, den Trödel,

den abgegriffenen Ramsch unserer

geistigen Ströme in ‚Denken‘ zu verwandeln.

Recht betrachtet – wann

halten wir inne um dieser Betrachtung

willen? –tritt erstrangiges Denken

ebenso selten auf wie ein Sonett

Shakespeares oder eine Fuge Bachs.“

Das ist ein elitärer Standpunkt.

Aber es ist die Wahrheit. Sie tut weh.

Scheiternd erfahren wir sie. Injeder

Zeile Steiners ist die Spur dieses

Scheiterns zu spüren. Gerade das

aber macht seine Größe, die Einmaligkeit

seiner Texte aus. Soglanzvoll

seine Sätze sein mögen, so frei seine

Assoziationen, so weitgespannt die

Bögen seiner Untersuchungen, nie

hörtman einen Triumph darin. Steiner

besteigt jeden Berg, erzeigt uns

vondortoben die Welten vonMusik,

Kunst und Literatur, von Mathematik

und Denken, aber nie ist er Hillary.

Steiner ist Tensing Norgay, der

Sherpa, der jeden Weg und jeden

Steg kennt, der uns ein Leben lang

hilft zu begreifen, was wir tun, wenn

wir zu denken, zu schreiben, zu singen

versuchen.

Sein erfolgreichstes Buch der letzten

Jahre war „Warum Denken traurigmacht“.

EinkleinesTaschenbuch,

das nicht nur in Deutschland ein

philosophischer Bestseller war. Die

einen lasen es, weil es sie in ihrer

Neigung zur Melancholie bestätigte.

Andere, weil sie sich in der Illusion

wiegen konnten, ihreÜbellaunigkeit

käme vom Denken und wieder andere

bestärkte es darin, lieber nicht

zu denken. Ich glaube Steiner nicht,

dass Denken traurig macht. Ich

glaube,nur zu denken macht traurig.

Das Machen hilft einem, für Augenblicke

davon freizukommen.

Und das Scheitern? Es macht

traurig. Aber denken wir drei Sekunden

lang an Beckett: „Wieder

versuchen. Wieder scheitern. Besser

scheitern.“ Das ist es: Besser

scheitern. Mehr werden wir nicht

schaffen. Bei Steiner kann man das

lernen. Die Freude über einen gelungenen

Satz war ihm wahrscheinlich

ebenso wenig fremd wie

die über den Abschluss eines Buches.Erhätte

sonst nicht so viel geschrieben.

Aber selbst diesen großartigen,

mehr als zweihundert Seiten

umfassenden Roman „The Poetry

ofThought –From Hellenism

to Celan“ nannte er einen Essay,einen

Versuch also.

Mankann das als Bescheidenheit

betrachten. Ich sehe es mehr als

Selbstschutz. Er musste Schritt für

Schritt gehen. Von einem zum

nächsten Autor,von einem Text zum

nächsten, voneiner Note zur nächsten,

von einer Gleichung zur nächsten.

Auch die umfangreichsten Arbeiten

wurden Stück für Stück gemacht.

Nursokonnte er jedes Detail

herausarbeiten. An der Treue zu ihm

hing, das wusste er,das Ganze.

George Steiner war ein großer

Stichwortgeber.Von Anfang an. 1967

erschienen seine „Essays über Sprache,

Literatur und Unmenschlichkeit“

unter dem Titel „Sprache und

Schweigen“. Die 68er lernten von

ihm auch, wie beharrlich sprechend

geschwiegen werden konnte. Sie

lernten es meist nur gerade so viel,

um es bei anderen zu entdecken. Es

auf sich selbst anzuwenden, fiel ihnen

nicht ein.

Sein erfolgreichstes Stichwortwar

das von der „Suhrkamp-Kultur“.

Hier übte der traurige Denker sich in

der Welt des Positiven. Die Suhrkamp-Kultur

erschien ihm als die Errungenschaft

eines neuen, eines

selbstkritischen Deutschland. Die

deutschen Intellektuellen hörten das

gerne und der Suhrkamp-Verlag na-

„Und irgendwo

wird ein rebellischer Sänger,

ein Philosoph trunken vor Einsamkeit

,Nein‘ sagen. Eine Silbe,

erfüllt vom Versprechen

der Schöpfung.“

George Steiner in seinem Essay „Gedanken dichten“,

gewidmet dem deutschen Dichter Durs Grünbein. 2011 in der Übersetzung

von Nicolaus Bornhorn imSuhrkamp-Verlag erschienen

türlich auch. Es war ja noch nicht

einmal falsch. Es war eine Zeit, in der

Bloch und Adorno Auflagen von

fünfzigtausend Exemplaren und

mehr erzielten.

Steiners Eltern, Wiener Juden,

waren schon vor dem sich verstärkenden

Antisemitismus nach Frankreich

geflohen, wo George Steiner

1929 geboren wurde. Erwuchs mit

Deutsch, Französisch und Englisch

auf. Mitsechs brachte sein Vater ihm

bei, Homers „Ilias“ auf Griechisch zu

lesen. 1940, gerade noch rechtzeitig,

floh die Familie nach NewYork. 1944

wurde George Steiner Amerikaner.

In Chicago studierte er Literatur,Mathematik

und Physik.

Das riesige Gesamtwerk Steiners

aufzuzählen ist sinnlos. Aber es sei

noch ein Blick geworfen auf eine

gern übersehene Seite dieses großen

Kritikers. Er schrieb auch Erzählungen.

Er wusste also sehr genau,

wovon er sprach, als er so

streng trennte zwischen Essay und

fiktionalem Schreiben. „Wieder versuchen.

Wieder scheitern. Besser

scheitern.“ Dasgilt auch für seine literarischen

Arbeiten. Schon 1964

hatte ereine erste Sammlung von

IMAGO IMAGES/LEONARDO CENDAMO

Erzählungen vorgelegt. Die nächste

kam dann erst 1992.

1981 aber war sein literarisches

Hauptwerkerschienen. Eine Novelle

vonetwa 120 Seiten: „The Portage to

San Cristobal of A.H.“ Die Geschichte

spielt dreißig Jahre nach

dem Zweiten Weltkrieg. Amerikanische

Soldaten befinden sich auf einem

Geheimflug. Sie wissen nicht,

wohin es geht. Während des Fluges

erst stellen sie fest, dass sie alle Juden

sind. Sielanden im Dschungel Amazoniens

und stoßen dort auf Adolf

Hitler. Sie verhören ihn. Die Erzählung

endet mit einer Rede Adolf Hitlers.

Der erklärt seinen jüdischen

Vernehmern, der Staat Israel habe

ihm seine Existenz zu verdanken. Er

sei ein „Wohltäter der Juden“.

Man kann sich die Empörung

vorstellen, mit der das Buch damals

aufgenommen wurde. George Steiner

hatte als Autor versucht zu tun,

was der Kritiker von einem Autor

verlangte: das Undenkbare zudenken,

das Unsagbare zu sagen. Ich

weiß nicht, ob er erschrocken war

über die Reaktion großer Teile der

Öffentlichkeit. Ich weiß nur, dass er

entsetzt war, als ich ihn Mitte der

80er-Jahre bat, den Text in Deutschland

als Fortsetzungsgeschichte in

der Tageszeitung taz veröffentlichen

zu dürfen. „Auf keinen Fall darf dieser

Text in Deutschland erscheinen“,

erklärte er.Mich verblüffte diese Antwort.

Getrennte Öffentlichkeiten –

das war nicht der George Steiner,

den ich liebte. Die Vorstellung, dass

bestimmte Gedanken nur in bestimmten

Weltgegenden publiziert

werden dürfen, erschien und erscheint

mir aberwitzig.

„Gedanken dichten“ endet mit einer

Betrachtung darüber, dass sich

bald herausstellen wird, dass „selbst

die bedeutendsten metaphysischen

Mutmaßungen oder dichterischen

Funde komplexe Formen der Molekularchemie

sind. Dies ist keine Vision,

in der ein altmodisches, oft

techno-phobisches Bewusstsein wie

das meine Trost findet ... Und doch

könnte es ein gewaltiges Abenteuer

werden. Und irgendwo wird ein rebellischer

Sänger, ein Philosoph

trunken vorEinsamkeit‚Nein‘ sagen.

Eine Silbe, erfüllt vom Versprechen

der Schöpfung.“

Arno Widmann

bewundertGeorgeSteiner

als großen Stichwortgeber.

Friedrich geht

juristisch gegen

Knabe vor

Verleger setzt sich gegen

Behauptungen zur Wehr

Der Verleger der Berliner Zeitung

Holger Friedrich setzt sich gegen

seiner Ansicht nach unzutreffende

Behauptungen über seine Vergangenheit

zur Wehr. Wie der Spiegel in

seinen digitalen Kanälen meldet, hat

Friedrichs Anwalt,

der Medienrechtler

Christian

Schertz, dem

ehemaligen Leiter

der Stasi-Gedenkstätte

Hubertus

Knabe

eine Unterlassungsforderung

zugeschickt.

Knabe hatte sich

XPAULUS PONIZAK

Holger Friedrich,

Verleger

gegenüber mehreren Medien –etwa

in einer Analyse für Focus Online –

über Friedrich geäußert, der von der

Stasi als Inoffizieller Mitarbeiter (IM)

geführtwurde.

So hatte Knabe behauptet, Friedrichs

Stasi-Akte umfasse 125 Seiten.

Laut Schertz ist sie tatsächlich ca.

1000 Seiten stark, von denen rund

875 Seiten Teil der Opferakte des

Verlegers seien. Vonden restlichen

125 Seiten seien 45 Seiten ebenfalls

der Opferakte zuzurechnen und

deshalb gesperrt.

Knabe behauptet unter anderem,

dass in Friedrichs Akten nirgendwo

„von Republikflucht oder gar einem

bewaffneten Grenzdurchbruch“ die

Rede sei. Laut Schertz geht aus der für

Knabe offenbar unzugänglichen Opferakte

aber sehr wohl hervor, dass

seinem Mandanten „Fahnenflucht in

Tateinheit mit bewaffnetem Grenzdurchbruch“

zur Last gelegt wurde.

Zudem bestreitet Schertz Knabes Behauptung,

laut der Akte sei Friedrich

nicht verhaftet worden. Unzutreffend

sei zudem Knabes Feststellung, es

gebe keinen Hinweis dafür, dass sich

Friedrich einer von ihm bespitzelten

Person offenbarthabe.

„Knabe stellt hier in seiner Analyse

falsche Mutmaßungen an und

verbreitet sogar unwahre Behauptungen,

obwohl ihm nachweisbar

ein Großteil der Akten, insbesondere

der Teil, in welchem Holger Friedrich

als Opferzusehen ist,nicht bekannt

ist“, sagte Schertz dem Spiegel. „Das

ist nicht seriös und rechtswidrig.“

Auf eine Anfrage des Spiegel reagierte

Knabe nach Angaben des

Nachrichtenmagazins nicht. (BLZ)

Schmährelief an

Wittenberger

Stadtkirche bleibt

OLG Naumburg wehrt

Berufung des Klägers ab

D

as antijüdische Relief an derWittenberger

Stadtkirche in Sachsen-Anhalt

muss vorerst nicht entfernt

werden. DasOberlandesgericht

Naumburg wies am Dienstag die Berufungsklage

eines Mannes gegen die

evangelische Stadtkirchengemeinde

zurück, die Schmähplastik zu entfernen.

Die als „Judensau“ bezeichnete

Sandsteinplastik aus dem 13. Jahrhundert

sei isoliert betrachtet eine

Beleidigung, habe jedoch als Teil eines

heutigen Mahnmals mit Erklärtafel

ander Kirche keinen beleidigenden

Charakter mehr, hieß es in

der Urteilsbegründung des Vorsitzenden

Richters des 9. Zivilsenats.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig,

eine Revision vor dem Bundesgerichtshof

noch möglich. Der

Kläger ist Mitglied einer jüdischen

Gemeinde in Deutschland. Er hatte

argumentiert, die Plastik diffamiere

das Judentum und symbolisieretäglich

den Antisemitismus in der Kirche

und in der Gesellschaft. (dpa)


16 Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Tagestipp

BÜHNE

Acud (& 44 35 94 97)

20.00: Macbeth (Ensemble Shakespeare2Go)

Brotfabrik (& 471 40 01)

20.00: Die Ratten (Amateurtheater Die Unverdrossenen)

Galli Theater Berlin (& 27 59 69 71)

20.00: Schlagersüsstafel

Kleines Theater (& 821 20 21)

20.00: Holzfällen. Eine Erregung (Gastspiel Marco

Albrecht, Michael Schrodt)

Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

(& 88 59 11 88) 20.00: Ab jetzt

Maxim Gorki Theater (& 20 22 11 15)

19.30: Rewitching Europe

Renaissance-Theater (& 312 42 02)

20.00: Spatzund Engel–Die Geschichte der Freundschaft

zwischen Edith Piaf und Marlene Dietrich

Schaubühne (& 89 00 23)

19.30 Studio: Der kaukasische Kreidekreis

Schlosspark Theater (& 78 95 66 71 00)

20.00: Ichbin nicht Mercury

TanzTangente (& 43 77 78 64)

17.30: Dance Festival 2020 –All Generations:

footsteps and fingerprints

Theater Thikwa (& 61 20 26 20)

20.00: Oz, Oz, Oz! (W)Rap The Wizard!

Volksbühne Berlin (& 24 06 57 77)

19.30: Ultraworld

20.00 3. Stock: Benvolio +Mercutio –Dubist mein

Lieblingsortauf der ganzen Welt, Babe! (P 14)

KABARETT/VARIETÉ

Admiralspalast (& 22 50 70 00)

20.00: Stomp

Bar jeder Vernunft (& 883 15 82)

20.00: Irmgard Knef: Barrierefrei

BKA (& 202 20 07)

20.00: Die Rockstars der Oper (The Cast –die

Opernband)

Chamäleon (& 400 05 90)

20.00: Out of Chaos (Gravity &Other Myths)

Distel (& 204 47 04)

19.30 Studio: Die Ding-Show(ImproBerlin)

20.00: Weltretten für Anfänger

Kookaburra (& 48 62 31 86)

20.00: DerUn-Sinn des Lebens (SanjayShihora &

Gäste)

Palazzo (& 018 06 38 88 83)

19.30: Family Affairs

Quatsch Comedy Club (& 47 99 74 13)

20.00: Heul doch! (Simon Stäblein)

Ratibortheater (& 618 61 99)

20.30: Ick &Berlin (Die Gorillas)

Scheinbar Varieté (& 784 55 39)

20.00: Open StageVarieté (Andrea Baccomo (Mod.)

Stachelschweine (& 261 47 95)

20.00: Viel Tunnel am Ende des Lichts

StageBluemax Theater (& 018 05 44 44)

20.00: Blue Man Group –The Show

StageTheater des Westens (& 018 05 44 44)

18.30: Mamma Mia! –Das Musical mit den Hits

vonABBA

Toast Hawaii (Danziger Str.1)

19.00: Vidura Rajapaksa’sComedySpecial (Vidura

Rajapaksa)

Wühlmäuse (& 30 67 30 11)

20.00: Wandelmut (Bodo Wartke)

KLASSIK

Konzerthaus Berlin (& 203 09 21 01)

14.00: Espresso-Konzert

20.00 Gr.Saal: Humboldts Philharmonischer Chor &

Humboldts Studentische Philharmonie, Anne Bretschneider

(Sopran), Günter Papendell (Bariton), Ltg.Constantin

Alex, Wagner:Vorspiel und „Isoldes Liebestod“

aus „Tristan und Isolde“; Brahms: „Ein deutsches

Requiem“ für Soli, Chor und Orchester op. 45

KALENDER

Lukaskirche Steglitz (& 795 50 51)

18.00: Markus Epp (Orgel)

Philharmonie (& 25 48 83 01)

20.00: Cristian Lanza (Tenor), Silvia Rampazzo (Sopran),

Giulio Boschetti (Bariton), Chor und Orchester

der Milano Festival Opera, Verdi-Nacht, Chöre und

Melodien aus „Nabucco“, „Der Troubadour“, „Rigoletto“,

„La traviata“ und „Aida“

Pierre Boulez Saal (& 47 99 74 11)

19.30: Sir András Schiff (Klavier,Moderation),

Einführung zum Wohltemperierten Klavier,Band II, in

dt. Sprache

KINDER

Alte Dorfschule Rudow (& 66 06 83 10)

14.00: Kinderferienprogramm: Gummibärchendruck,

Workshop mit Christiane Boese (ab 6J.)

Amerika-Gedenkbibliothek (& 902 26 -0)

10.00 Kinderbibliothek: Im Märchenschloss ist

Hochzeitsball: Christian Rau und FredyConrad,

Märchenlieder freinach Grimm (ab 4J.)

15.00 Kinderbibliothek: Ferienprogramm: Ferienspaß

mit Igel Felix,Basteln und Vorlesen

(ab 4J.)

17.00 Kinderbibliothek: Wortschätze für die Kleinsten,

mit Erzählzeit e.V.(ab 3J.)

Atze Musiktheater (& 81 79 91 88)

10.00 Studio: Oh wie schön istPanama (4 bis 8J.)

10.30: Ferdi und die Feuerwehr (ab 4bis 8J.)

Computerspielemuseum (& 60 98 85 77)

10.00: Aufschlag Games. Wiedigitale Spiele in unser

Leben traten, Videogames

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

14.00: Familienführung: Forscherdrang und Wissensdurst.

Zwei Brüder vermessen die Welt –Wilhelm und

Alexander vonHumboldt

FELD –Theater für junges Publikum

(& 54 08 69 48) 10.00: Bau-Workshop, Berlocken

Theaterkollektiv (ab 6J.). Anm. erf.

FEZ/Astrid-Lindgren-Bühne (& 53 07 12 50)

11.00: Die Reise zum Mittelpunkt der Welt (ab 6J.)

FEZ Berlin (& 530 71 -0)

10.00: FEZ–Kinder und Familien: Das Zauberschloss

–Wissenschafft Magie. Berlins beste Ferien!

Figurentheater Grashüpfer (& 53 69 51 50)

10.00: HerrEichhornund der erste Schnee, puppen

etc., Puppentheater (ab 3J.)

Gemäldegalerie (& 266 42 42 42)

10.00: Kinder-Reich in der Gemäldegalerie. Die

Werkstatt des Malers

Jaro Theater (& 341 04 42)

10.30: Sei mutig,kleiner Pfeil, Puppen- und Schauspiel

(ab 3bis 8J.)

Jugendmuseum Schöneberg (& 902 77 61 63)

14.00: Villa Global. The Next Generation

14.00: Wunderkammern–Wunderkisten

Labyrinth Kindermuseum (& 800 93 11 50)

9.00: Natürlich heute!, Umweltausstellung für Kinder

MACHmit! Museum für Kinder (& 74 77 82 00)

10.00: Aufdem Holzweg,Ausstellung über Holz

10.00: Willkommen im Tischlerschuppen

14.00: Brenn das Jo-Jo, Bezahlwerkstatt: 3€

Museum für Film und Fernsehen (& 300 90 30)

11.00: Winterferienprogramm: Der Schatz aus dem

Bergwerk!. Anm. erf.

Planetarium am Insulaner (& 790 09 30)

10.30: Der Regenbogenfisch undseine Freunde

Puppentheater Felicio (& 44 67 35 30)

10.00, 16.30: Peter und der Wolf (ab 4J.)

Puppentheater Firlefanz (& 283 35 60)

16.00: Der Froschkönig (ab 4J.)

Schaubude (& 423 43 14)

10.00, 15.00: ¡Ver-rückt!,ForscherTheater-Produktion

der Schaubude mit TUKI Bühne,Objekt- und

Materialtheater mit Soundcollagen (ab 4bis 8J.)

Schloss Charlottenburg (& 32 09 14 40)

10.00 Gruppenkasse im Ehrenhof: Zu Gast beim

König,Ferienworkshop (ab 7bis 12 J.)

Filmpremiere

Hälfte

des

Lebens

Am 11. September 1806

wird der 36-jährige Friedrich

Hölderlin gegen seinen

Willen in die psychiatrische

Abteilung einer Tübinger Klinik

eingeliefert. ZumPflegefall

abgestempelt, lebt der Dichter

weitere36Jahrelang in der Familie

des Tischlermeisters

Ernst Zimmer. Die Hälfte seines

Lebens. Der Dokumentarfilm

von Hedwig Schmutte

und Rolf Lambert montiert

Spielszenen und Aufnahmen

von Originalschauplätzen mit

Kommentaren renommierter

Literaturexperten wie Durs

Grünbein und Daniela Danz.

Er rekonstruiertdie Lebensgeschichte

eines Dichters, dessen

Sprachkunst seine Zeitgenossen

überforderte. Der Film

anlässlich des 250. Geburtstages

von Hölderlin läuft im

Märzauf Arte.ImAnschluss an

die Voraufführung findet ein

Gespräch mit der Regisseurin

statt. Frank Junghänel

Friedrich Hölderlin: Dichter sein.Unbedingt!

19.30Uhr,LiteraturhausBerlin,

Fasanenstraße 23

Wiederentdeckte

Verlierer der

Musikgeschichte

Beethoven hier,vollkommen

Unbekanntes dort –und das

überraschende Gastspiel

eines fabelhaften

Originalklang-Ensembles

Das Ensemble Correspondances kommt mit englischer Barockmusik in den Kammermusiksaal.

Oft habe ich an dieser

Stelle beklagt, dass im

Berliner Musikleben eine

zweifelhafte Identitäts-

Ideologie herrscht: Tschechische Dirigenten

werden für tschechische

Musik gebucht, russische Pianisten

spielen nur noch russische Musik,

entsprechendes gilt für Franzosen,

Engländer, Polen, und Musiker anderer

Nationen bringen entsprechend

Musik ihrer Herkunftsländer

zu Gehör, die bislang musikgeschichtlich

im Schatten standen,

vermutlich „zu Unrecht“, wie man

dann eilig beteuert.

In dieser Woche kommt es zu einer

kuriosen Ausnahme: Das Ensemble

Correspondances, gegründet

und geleitet von dem Cembalisten

Sebastien Daucé, veröffentlicht

im AkkordAufnahmen französischer

Barockmusik. Es sind fabelhafte Aufnahmen

eines äußerst speziellen Repertoires.

Französische Barockmusik

hat musikgeschichtlich gegen die

italienische verloren: Das Ausdrucksprinzip

der Italienier, ihre

Freiheit gegenüber Normen und ihre

Virtuosität waren einflussreicher als

die französische Orientierung an

Tanz, Regel und höfischer Contenance.

Sohat sich das Interesse der

historisch informierten Aufführungspraxis

auch erst seit einigen

Jahren mit Macht und Resonanz auf

den französischen Barock gerichtet:

seit es in Italien und den vorwiegend

italienisch geprägten Kulturräumen

England und Deutschland nichts

mehr zu entdecken gab.

Aber der Weg zueiner französischen

Spielweise ist schwierig: Eine

besondereRhythmik, die Integration

der vielen Verzierungen in die melodische

Linie und der Verzicht auf

musikalische Zuspitzung stellen den

unbeleckten –und das heißt: unbewusst

italienisch geprägten –Interpreten

vor gewaltige Herausforderungen.

Daher ist es kein Wunder,

dass vorallem Franzosen in französischer

Barockmusik reüssieren. Am

Rande ist interessant, dass der Anstoß

zur aufführungspraktischen Beschäftigung

aus den USA kam, mit

dem Frankreich-Übersiedler William

Christie und seinem Ensemble

Les Arts Florissantes – so wie die

französische Barockmusik in erheblichem

Umfang ausgerechnet voneinem

Italiener definiert wurde: Gio-

Peter Uehling

versucht es immer wieder

mit französischer Barockmusik:

Farben, Rhythmen, Eleganz sind doch eigentlich

ganz schön –aber gegen

die eigene deutsche Prägung anzuhören,

ist nicht leicht…

KINO

CHARLOTTENBURG

Astor Film Lounge (& 883 85 51) Little Women

14.30,17.20,20.15

Cinema Paris (& 881 31 19) Les miserables

15.00, 20.30; Les miserables (OmU) 17.45

Delphi Filmpalast (& 312 10 26) Little Women

14.00, 17.00, 20.00

Delphi LUX (& 322 93 10 40) Jojo Rabbit (OmU)

16.00,21.00; Jojo Rabbit (OF) 18.30; 1917 –Der

Film (OmU) 20.30; Das geheime Leben der Bäume

15.20; Parasite 17.40; Ein verborgenes Leben

14.20, 20.00; Sorry We Missed You (OmU) 17.40;

1917 –Der Film 14.40, 17.20, 20.00; Judy 13.30,

16.00, 18.40; Judy (OmU) 21.15; Knives Out

(OmU) 20.50; Knives Out (OF) 18.00; Vom Gießen

des Zitronenbaums 15.20; Einsam zweisam 16.30;

Freies Land13.40; The Peanut Butter Falcon (OmU)

19.00; Queen &Slim (OmU) 21.15

Filmkunst 66 (& 882 17 53) Das Vorspiel 17.45,

20.15;Crescendo#makemusicnotwar 20.00;Pavarotti

(OmU) 17.30

Kant Kino (& 319 9866) Die fantastische Reise

des Dr.Dolittle 13.20,15.40,18.20,20.45; Knives

Out20.30;Das Vorspiel 18.00; Die Heinzels 14.00,

15.20; Sorry We Missed You 15.50, 18.10, 20.30;

ARainy Day InNew York 16.15; Spione Undercover

14.00; Latte Igel und der magischeWasserstein

13.30; Lindenberg! 17.10, 20.00; Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 20.00; Knives Out17.10;Das

Vorspiel 15.00

Zoo Palast (& 018 05/222966) Atmos: Bad Boys

for Life 22.30; Atmos, Preview: Birds of Prey: The

Emancipation of Harley Quinn 19.30; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 13.40; 3D, Atmos:

StarWars IX 16.10; 3D: Die fantastische Reise des

Dr. Dolittle 17.15; Die Hochzeit 22.30; Jumanji

14.30;Die Eiskönigin II 15.00;Die Hochzeit 20.15;

JojoRabbit17.40,23.10; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 20.30, 23.00; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 15.00; Die Hochzeit 17.30;

Bad Boys for Life 17.20, 20.10; Die Hochzeit14.30;

Lindenberg! 23.00; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 14.30;Jojo Rabbit20.20; Lindenberg! 17.15;

Parasite 23.00; Knives Out 16.30, 22.45; Lindenberg!

19.30;Vier zauberhafte Schwestern 14.00

FRIEDRICHSHAIN

b-ware!Ladenkino (& 20 07 88 88) 2020 Oscar

Nominated Short Films (OmenglU) 11.00; 2040

–Wir retten die Welt! (OmU) 12.45; The Farewell

(OmenglU) 16.50; Der Leuchtturm (OmU) 22.30;

Lindenberg! 18.30; Queen &Slim 14.30; Les miserables

20.45;

ARainy DayInNew York (OmU) 16.00;Der geheime

Roman des Monsieur Pick 11.00; Lara (DFmenglU)

12.45; Mystify (OmU) 14.15; Queen &Slim (OmU)

22.00; Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao

(OmU) 19.40; Systemsprenger (DFmenglU) 17.40;

Die Eiskönigin II16.45; Freies Land (DFmenglU)

11.00; Joker (OmU) 22.30; Die Kunst der Nächstenliebe

(OmU) 18.30; Parasite (OmenglU) 20.15;

Das Vorspiel (OmenglU) 13.10; Weathering With

You: Das Mädchen,das die Sonne berührte 14.50

Tilsiter-Lichtspiele (& 426 8129) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 16.00; Das geheime Leben

der Bäume 14.00, 18.15; Lindenberg! 20.15; Parasite

(OmU) 22.45; Aretha Franklin (OmU) 20.00;

Der marktgerechte Mensch 14.00; Midsommar –

Director‘s Cut (OmU) 21.45; Schönheit &Vergänglichkeit

18.20; Systemsprenger 16.00

UCI Luxe Kino Mercedes-Platz IMAX: 1917 –Der

Film 14.00, 17.00, 20.00; 3 Engel für Charlie

20.10; Bad Boys for Life 14.40, 16.50, 17.30,

19.30; Preview: Birds of Prey: The Emancipation

of Harley Quinn 20.00; Countdown 18.15, 20.40;

Die Eiskönigin II14.30; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 14.45, 17.45, 20.30; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 14.10, 16.45, 20.45;

DasgeheimeLeben derBäume 17.30; Die Heinzels

13.50, 16.00; Die Hochzeit 14.30, 17.20, 20.15;

Ich war noch niemals inNew York 14.30; Jojo Rabbit

17.10, 19.50; Jumanji 13.50, 17.45, 21.00;

Kartoffelsalat 315.10, 17.30; Latte Igel und der

magische Wasserstein 15.00; Lindenberg! 17.15,

20.30; Little Women 14.20, 17.20, 20.45; Little

Women (OF)20.00; SpioneUndercover14.45; Star

Wars IX 17.40, 21.00; Die Wolf-Gäng 15.00

Zukunft (& 01 76/57 861079) Das geheime Leben

der Bäume 18.00; Knives Out (OmU) 20.00;

Der Leuchtturm (OmU) 22.30; Darkroom (DFmenglU)

22.15; Systemsprenger (OmenglU) 18.00; Vom

Gießen des Zitronenbaums (OmU) 20.20

HELLERSDORF

CineStar (& 04 51/703 02 00) Bad Boys for Life

16.20, 20.00; Preview: Birds of Prey: The Emancipation

of Harley Quinn 20.00; Die Eiskönigin II

14.15, 16.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 13.50, 16.30, 19.20; Die Heinzels 13.40,

16.50; Die Hochzeit 13.50, 17.00, 19.30; Jumanji

16.45, 19.30; Knives Out 19.45; Lindenberg!

19.50; Spione Undercover 14.00; Vier zauberhafte

Schwestern 14.00; DieWolf-Gäng 14.15,17.10

Kino Kiste (& 998 74 81) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 18.25; Cats 20.30; Die Eiskönigin

II 13.00; Latte Igel und der magische Wasserstein

16.55; Die schönste Zeit unseres Lebens 14.50

HOHENSCHÖNHAUSEN

CineMotion (& 038 71/211 4109) 1917 –Der

Film 17.15;Die Addams Family12.40; BadBoysfor

Life 17.00, 20.00; Preview: Birds of Prey: TheEmancipation

ofHarley Quinn 20.00; Countdown 17.45,

20.10; Die Eiskönigin II 10.20, 12.10, 14.20; Preview:Enkel

für Anfänger 20.15; 3D: Die fantastische

Reisedes Dr.Dolittle 15.10, 17.40, 20.15; Diefantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.00, 14.30; Die

Heinzels 10.30, 12.15,14.40,16.50; Die Hochzeit

15.00, 17.10, 19.45; Jumanji 16.50; Der kleine

Rabe Socke 10.40; Der König der Löwen 12.20;

Latte Igel und der magische Wasserstein 12.45,

14.45;Lindenberg! 19.40; Dasperfekte Geheimnis

19.30; Pettersson und Findus 10.50; 3D: Spione

Undercover 12.40; Spione Undercover 14.45; 3D:

Star Wars IX16.45; Star Wars IX 19.50; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

10.20; Vier zauberhafte Schwestern 12.30, 14.50;

Die Wolf-Gäng 12.30,14.50,17.20

KREUZBERG

Babylon (& 61 60 96 93) A Jojo Rabbit (OmU)

16.50, 21.40; Sorry We Missed You (OmU) 19.20;

B Mystify –Michael Hutchence (OmU) 16.10; Parasite

(OmU) 18.30; Sorry We Missed You (OmU)

21.20

fsk amOranienplatz (& 614 24 64) Sorry We

Missed You (OmU) 17.45, 19.45, 21.45; Das Vorspiel

18.00; Les miserables (OmU) 20.00, 22.15

Moviemento (& 692 47 85)Als Hitlerdas rosaKaninchen

stahl 14.15; Darkroom 21.15; Darkroom

(OmenglU) 23.15; Die Kunst der Nächstenliebe

19.00; Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU)

16.45; Jojo Rabbit (OmU) 10.00, 12.30, 15.00,

17.30, 20.00; Die Kunst der Nächstenliebe (OmU)

22.30; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 17.00;

Hilfe, unser Lehrer ist ein Frosch! 10.00; Die Kunst

der Nächstenliebe 14.45; Der Leuchtturm (OmU)

21.45; Thomas und seine Freunde: Große Welt!

Große Abenteuer! 12.45;Vom Gießen des Zitronenbaums

(OmU) 19.30

Sputnik (& 694 11 47) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (OmenglU) 16.00; Judy (OmU) 20.00;

Parasite (OmenglU) 22.00; Porträt einer jungenFrau

in Flammen (OmU) 18.00; Shaun das Schaf: Der

Film: UFO-Alarm 14.30;The Farewell (OmU) 22.00;

Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) 20.00;

Der marktgerechte Mensch 16.00; Die Sehnsucht

der Schwestern Gusmao 17.45; Weathering With

You: Das Mädchen, das die Sonne berührte 14.00;

Kinobar im Sputnik Aretha Franklin (OmU) 20.30

Yorck (& 78 91 32 40) Das geheime Leben der

Bäume 15.00; Little Women 17.20, 20.15; New

Ein verborgenes Leben 16.00; Die Heinzels 14.15;

Parasite 19.40

KÖPENICK

Kino Spreehöfe (& 5389590) DieAddamsFamily

10.00; Bad Boys for Life 20.30; Die Eiskönigin II

10.00, 13.00, 15.00; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 17.30, 20.00; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.30, 15.00; Die Heinzels

12.00, 14.00; Die Hochzeit 17.30, 20.00; Kartoffelsalat

316.00, 18.15; Knives Out 17.15, 20.15;

Latte Igel und der magischeWasserstein10.00;Lindenberg!

20.15; Spione Undercover 10.00,12.45;

Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 12.30, 15.15;

Die Wolf-Gäng 15.30,17.45

Union Filmtheater (& 65 01 31 41) Crescendo

#makemusicnotwar 10.30; Das geheime Leben der

Bäume 15.30; Der Junge muss an die frische Luft

15.20; Lindenberg! 10.00, 17.45; Little Women

12.30, 17.30, 20.15; Romys Salon 10.15; Spione

Undercover 15.15; Systemsprenger 13.00, 20.30;

Das Vorspiel 13.00, 17.45

MARZAHN

UCI Kinowelt am Eastgate (& 93 03 02 60) 1917

–Der Film 17.10, 19.50; Bad Boys for Life 17.20,

20.10; Preview: Birds of Prey: The Emancipation

of Harley Quinn 20.00; Die Eiskönigin II 11.45;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 15.00,

17.30, 20.00; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

12.30; Die Heinzels 11.45, 14.15, 16.45; Die

Hochzeit14.00, 17.05, 19.55; Holop –Servant (OF)

11.30; Ich war noch niemals in NewYork 14.30; Jumanji

14.10; Kartoffelsalat 311.35, 14.30, 16.55;

KnivesOut 19.45;Latte Igel und dermagische Wasserstein

11.50; Lindenberg! 17.15; Little Women

16.30, 20.00; Das perfekte Geheimnis 20.30; Star

Wars IX 14.10; DieWolf-Gäng 11.40, 14.05

MITTE

Acud (& 44 35 94 98) But Beautiful –Nichts

existiert unabhängig (OmU) 18.30; Freies Land

(OmenglU) 20.45; Latte Igel und der magische

Wasserstein 17.00; Gundermann Revier (OmenglU)

18.00; Mystify –Michael Hutchence (OmU) 19.45;

Die Wache –Au poste! (OmU) 21.45

Babylon (& 242 5969) ARainy Day In New York

(OmU) 18.00; Lubitschs Geliebte: Ehekomödie –

That Uncertain Feeling (OF) 22.00; Fellini 100!:

Fellinis Das süße Leben –Ladolce vita (OmenglU)

19.30; Fellini 100!: Fellinis Die Nächte der Cabiria

–Lenotti di Cabiria (OmenglU) 17.45;

Fellini 100!: Fellinis La Strada –Das Lied der Straße

(OmenglU) 20.00; Fellini 100!: Ginger und Fred –

Ginger eFred (OmenglU) 22.45; Kinderwagenkino:

The Peanut Butter Falcon 11.00; Kinderwagenkino:

The Peanut Butter Falcon (OmU) 11.00; Lubitschs

Geliebte: Rendezvous nach Ladenschluss – The

Shop Around the Corner (OmU) 17.30; Lubitschs

Geliebte: Sein oder Nichtsein –ToBeOrNot To Be

(OmU) 20.00; Lubitschs Geliebte: Serenade zudritt

–Design For Living (OF) 22.00

Central Hackescher Markt (& 28 59 99 73) Die

Kunst der Nächstenliebe (OmU) 14.30, 19.15;

Queen &Slim (OmU) 16.30, 21.30; Fritzi –Eine

Wendewundergeschichte 15.00; Fünf Freunde

10.30; Joker (OmU) 19.00; Der Leuchtturm (OmU)

21.45; Thomas und seine Freunde: Große Welt!

Große Abenteuer! 13.15;Vom Gießen des Zitronenbaums

(OmU) 16.45

CineStar CUBIX (& 04 51/703 02 00) 1917 –Der

Film 20.45; 1917 –Der Film (OF) 18.20, 23.00;

3Engel für Charlie 23.15; Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl 11.30; Bad Boys for Life 16.40,

20.10,22.50;Bad Boys forLife(OF) 19.20,22.20;

Preview: Birds ofPrey: The Emancipation ofHarley

Quinn 20.00; Preview: Birds of Prey: The Emancipation

ofHarley Quinn (OF) 20.00; Die Eiskönigin

II 11.15, 13.50, 16.45; Die Eiskönigin II–Frozen

2(OF) 15.00; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 12.20, 14.15, 17.30, 20.10, 23.00; Die

Heinzels 11.00, 13.15, 15.30; Die Hochzeit 13.50,

17.10, 20.00; Joker 23.00; 3D: Jumanji 17.50;

Jumanji 11.45; Kartoffelsalat 311.20, 14.40; Knives

Out 16.50; Knives Out (OF) 19.20; Latte Igel

und der magische Wasserstein 11.10; Lindenberg!

16.10; Spione Undercover 13.40; 3D: Star Wars IX

22.30;Star Wars IX 13.00;Star Wars IX –StarWars:

The Rise ofSkywalker (OF) 21.15;Vier zauberhafte

Schwestern 11.15; DieWolf-Gäng 13.20,15.50

Hackesche Höfe (& 283 46 03) 1917 –Der Film

(OmU) 16.30, 19.00; Ein verborgenes Leben –A

Hidden Life (OmU) 21.15; DasVorspiel (teilw.OmU)

14.45; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.30;

Lindenberg! 21.15; Miles Davis: Birth of the Cool

(OmU) 14.00; Das Vorspiel (teilw.OmU) 19.00; Ein

verborgenes Leben –AHidden Life (OmU) 14.00;

Jojo Rabbit (OmU) 17.15, 19.30; Little Joe –Glück

ist ein Geschäft (OmU) 21.45; Sorry We MissedYou

(OmU) 14.30, 19.00; Les miserables (OmU) 16.45,

21.15; Jojo Rabbit (OmU) 22.15; Little Women

(OmU) 14.00, 16.45, 19.30

International (& 24 75 60 11) Jojo Rabbit (OmU)

21.00; Lindenberg! 15.00; Little Women (OmU)

18.00

Zeughauskino (& 20 30 47 70)Der Apfel ist ab

20.00

NEUKÖLLN

Cineplex NeuköllnArcaden (& 01 80/505 06 44)

1917 –Der Film 16.50, 19.50; Baba Parasi (OmU)

19.45; Bad Boys for Life 16.30, 19.55; Preview:

Birds ofPrey: The Emancipation ofHarley Quinn

20.00; Countdown 20.30; Die Eiskönigin II12.00,

14.20, 17.15; Eltilerin Savasi (OmU) 20.15; 3D:

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 12.00,

14.20,16.45, 19.30,19.55; Die fantastischeReise

des Dr. Dolittle 15.00, 18.10; Die Heinzels 12.00,

14.00, 16.05; Die Hochzeit 17.00; Jumanji 12.00,

17.20; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem

verlorenen Schatz 12.00; Rafadan Tayfa 2: Göbeklitepe

(OmU) 12.30, 14.45, 17.10; Die schönste

Zeit unseres Lebens 15.00; Spione Undercover

12.00,14.15;Türkler Geliyor –Adelatin Kilici (OmU)

19.45; Vier zauberhafte Schwestern 12.00, 14.45;

DieWolf-Gäng 12.00, 14.00, 17.30

IL KINO (& 91 70 29 19) Als Hitler das rosa Kaninchen

stahl (DFmenglU) 16.00; The Farewell

(OmenglU) 10.00;Der kleineRabeSocke 3–Suche

nach dem verlorenen Schatz 14.30; Die Sehnsucht

der Schwestern Gusmao (OmU) 12.00; Cinephilia:

Überraschungsfilm (OmenglU) 20.00; Vom Gießen

des Zitronenbaums (OmU) 18.10; Les miserables

(OmU) 21.50

Neues Off (& 62 70 95 50) Queen &Slim (OmU)

16.30,19.30; Queen &Slim (OF) 22.30

Passage (& 68 23 70 18) Little Women (OmU)

14.40, 17.30, 20.30; 1917 – Der Film (OmU)

15.00, 17.45, 20.30; Knives Out 21.00; Lindenberg!

15.20, 18.10; Joker (OmU) 18.30, 21.00;

Judy (OmU) 16.00

Rollberg (& 62 70 46 45) Little Women (OF)

14.45, 17.45, 20.45; Parasite (OmenglU) 17.20,

20.15; 1917 –Der Film (OF) 17.00, 19.45, 22.30;

Les miserables (OmenglU) 17.00, 19.30, 22.00;

Jojo Rabbit (OF) 16.30,19.00, 21.30

UCI Luxe Gropius Passagen (& 66 68 12 34)

1917 –Der Film 17.30, 20.15; Bad Boys for Life

16.40, 19.50; Preview: Birds of Prey: The Emancipation

ofHarley Quinn 20.15; Die Eiskönigin II

11.50, 14.20; 3D: Die fantastische Reise des Dr.

Dolittle 14.50, 17.20, 20.10; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.20; Die Heinzels 12.30,

15.05, 17.10; Die Hochzeit 16.30, 19.40; Ich war

noch niemals in New York 14.30; Jumanji 11.45,

17.00; Kartoffelsalat 314.15; Der kleine Rabe Socke

3–Suche nach dem verlorenen Schatz 12.10;

Knives Out 19.30; DieWolf-Gäng 12.00,14.40


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 17

· ·

·······················································································································································································································································································

Tagestipp

KALENDER

KLASSIK

Ensemble Correspondances 7. 2., 20

Uhr,Kammermusiksaal, Herbert-von-Karajan-Str.1

Daniel Barenboim 8. 2., 19 Uhr,Pierre

Boulez-Saal, Französische Str.33d

Vogler-Quartett 8. 2., 20 Uhr,Konzerthaus

am Gendarmenmarkt

JungeKammerphilharmonie 9. 2., 20

Uhr,Kammermusiksaal

WWW.ENSEMBLECORRESPONDANCES.COM

vanni Battista Lulli, der als Jean Baptiste

Lully über die Hofmusik von

Louis XIV.herrschte.

Das Ensemble Correspondances

nun, das Unmengen von französischer

Musik ausgegraben hat, tritt

nun im Kammermusiksaal mit –

englischer Barockmusik auf. Typisch

für den explorativen Charakter Sebastien

Daucés ist jedoch die Wahl

des Zeitraums zwischen John Dowland

und Henry Purcell. Wer kennt

schon heute noch Robert Ramsey,

William Lawes oder Nicholas Lanier?

Diebekanntesten Namen des vorallem

der Liedkunst gewidmeten Programms

tragen Matthew Locke und

John Blow, wichtige Komponisten

britischer Szenenmusik, auf die sich

Purcell später berufen wird. Allenfalls

in ihnen begegnet der Einfluss

des Dowlandschen Melancholie-

Kults einem gewissen Widerstand –

aber sonst ist der Name der Veranstaltung

Programm: „Perpetual

Night“.

Es gibt ansonsten in der kommenden

Woche nicht viel anzukündigen.

Sonnabend ist Beethoven-

Tag, da müssen wir wohl oder übel

noch mehrfach durch in diesem Jubiläumsjahr:Daniel

Barenboim setzt

seinen Beethoven-Sonaten-Zyklus

fort, unter anderem mit „Sturm“-

und „Waldstein“-Sonate. Amselben

Tag spielt das Vogler-Quartett die

mittlerweile gängige Mischung aus

frühem, mittlerem und spätem Beethoven-Quartett,

darunter das einmalig

schroffe in f-Moll op. 95mit

seinen fast nur angerissenen schnellen

Sätzen und dem langen, aber

harmonisch instabilen Adagio.

Justin Doyle,der Chefdirigent des

Rias-Kammerchores,steht am Sonntag

vor der Jungen Kammerphilharmonie

Berlin, einem vonden Jungen

Förderernder Berliner Philharmoniker

getragenen und eingetragenen

Verein, der 2015 von Studenten verschiedener

Fachrichtungen gegründet

wurde. Auf dem Programm steht

äußerst seltene Musik: Derungetrübt

tonalen, bemerkenswert komplizierten

Sinfonietta op. 5von Sergej Prokofjew

bin ich ebensowenig im Konzert

begegnet wie den „Marosszéker

Tänzen“ von Zoltan Kodály. Und die

Dritte vonJeanSibelius wirdebenfalls

selten aufgeführt, wohl weil ihr Klassizismus

nicht zum Klischee des nordischen

Brüters passt.

Kunst

Jenseits

der

Idylle

Esgibt ein Bild des Malers

Hugo Vogel (1855–1934),

das seine Frau Maria ineinem

Kahn am Rand des Wannsees

zeigt. Im Hintergrund liegen

Segelboote im Wind, das Ehepaar

aber scheint sich auf eine

gemächliche Sommerfahrt

eingerichtet zu haben. Für ihren

das Bild malenden Mann

hält VariaVogel einen Sonnenhut

bereit. DasGemälde befindet

sich derzeit in der Liebermann-Villa

amWannsee zu sehenden

Ausstellung „Sehnsucht

nach Idylle“. Die

Sommerfrische hatte zahlreiche

Künstler angelockt, und

am Wannsee wurden zugleich

ganz neue Lebensformen erprobt.

Martina Weiland vom

Stadtmuseum Berlin fragt dabei

insbesondere nach dem

Wirken von Künstlergattinnen

wie Marie Begas, Maria Vogel,

Martha Franck, Martha Liebermann

oder auch der Porzellansammlerin

Hermine

Feist. HarryNutt

Frauen am Wannseeum1900,18Uhr,

Liebermann-Villa am Wannsee

Schwartzsche Villa (& 902 99 22 12)

10.30: Däumelinchens Reise, Maria Mägdefrau (ab

4bis 9J.)

Theater Mirakulum (& 449 08 20)

10.00: Kasper rettetden kleinen Eisbär,Thomas

Mierau, Puppentheater (ab 4bis 13 J.). Anm.erf.

Theater MorgensternimRathaus Friedenau

(& 92 35 59 50) 11.00: Diegroße Wörterfabrik

(ab 5J.)

Zeiss-Großplanetarium (& /42 18 45 10)

13.30: Mit Raketen zu Planeten

LITERATUR/VORTRAG

Brotfabrik (& 471 40 01)

19.30: Zwischen Wespen an der Decke, Diebes-Holz

und Startrampen, Lesung und Gespräch mit Kathrin

Bach, Martina Hefter undJohn Sauter

Café Manstein (& 54 46 49 86)

20.00: Textetisch: Ritter, Tod&Teufel

Columbia Theater (Columbiadamm 9-11)

20.00: LiveTour:2020 Nerdification. Kack &Sachgeschichten

–Der Podcast mit Klugschiss, Fred, Tobi

und Richard, Podcast Live

Koreanisches Kulturzentrum (& 26 95 20)

18.00 Space GODO: Lesekreis: „Die Brandstifter“,

R.O.Kwon, Lesung undDiskussion. Anm. erf.

Literaturforum im Brecht-Haus (& 282 20 03)

20.00: Die chinesische Orchidee, Luo Lingyuan,

Lesung und Gespräch, Mod.: Holger Teschke

Pfefferberg Theater (& 939 35 85 55)

20.00: Literatur Live: Vegan-Klischee ade!, Niko

Rittenau

Urania (& 218 90 91)

20.00: DLF Nova Podcastfestival Berlin: Und was

machst Du so? /Eine Stunde History

FÜHRUNG

Akademie der Künste am Pariser Platz

(& 200 57 10 00) 18.00: Bilderkeller

Botanischer Garten Berlin (& 83 85 01 00)

14.00: Manche mögen’sheiß –Pyrophyten, auf

Brände angewiesen, Dipl. Biologin Beate Senska,

Treff: Eingang Königin-Luise-Straße

Bärentouren (& 015 20 -5 22 67)

14.00: Das Berliner Schloss und seine Peripherie:

Schlossführung über Geschichte, Ausgrabung und

Wiederaufbau, Treff: Granitschale,Lustgarten. Anm.

erf.

16.00: Architektursprache und Geomantie: Historische

Bauten als Brückeindie Vergangenheit und ihre

Wirkung aufuns, Treff: Reiterstandbild „Friedrich der

Große“, Unter d. Linden. Anm. erf.

20.00: „Ghostwalk“ Berlin auf dem Geisterpfad:

Mystikführung zu Parapsychologie, Gespensternund

Spukerscheinungen, Treff: Kl. Springbrunnen, Oranienburger

/EckeMonbijoustr.. Anm. erf.

Deutsches Historisches Museum (& 20 30 40)

16.00: Wilhelm und Alexander vonHumboldt,

Öffentliche Führung

18.00: Liebe! Flirts, süße Geheimnisse und Erotik an

den Höfen der frühen Neuzeit, MichaelAdam, Treff:

Zeughaus

Gipsformerei (& 32 67 69 11)

10.00: DieProduktions- undLagerstätten im

historischen Stammhaus der Gipsformerei, Treff:

Verkaufsraum

Hamburger Bahnhof /Museum für Gegenwart

Berlin (& 39 78 34 11) 12.00, 16.00: Kunst und

Politik, Treff: Foyer

Individuelle Stadtspaziergänge (& 892 13 38)

14.00: Kultur- und Wissenschaft in Dahlem, Rundgang

FU,JennySchon, Treff: Dahlem, U-BahnhofFreie

Universität, Kiosk. Ausgang Südwest. Anm. erf.

Museum für Naturkunde (& 889140-8591)

12.30, 14.00: Ferienführungen zu den Ausstellungshighlights

Neukölln ReinholdSteinle (& /85 73 23 61)

13.00: Rathaus(turm) Neukölln, Reinhold Steinle,

Treff: Neukölln-Info-Center (im Rathaus)

Olympiastadion (& 30 68 86 18)

11.00: Tour durchs Olympiastadion

11.30: Tour durchs Olympiastadion (in English)

PalaisPopulaire (& 202 09 30)

13.00: Lunch+, PalaisLecture

Stadt im Ohr (& 20 07 88 41)

10.00: Werkstatt Wedding.Hörspaziergang durch die

Bilder einer Stadt,stadt im ohr,Treff und Ausgabe

der Audioguides: BaobabCafé, Soldiner Straße 41,

13359 Berlin

10.00: Hörspaziergang Friedrichshain, Treff und

Ausgabe des Audioguides: Cafe Sibylle, Karl-Marx-

Allee 72

11.00: Wege nach Queertopia. Gehen, wie wir leben

wollen, Treff und Ausgabe des Audioguides: Café

Blume an derHasenheide, Fontanestr.32

11.00: Zwischen Schlangeund Schwan. Audiospaziergang

über das Leben in DDR-Baudenkmälern, stadt

im ohr,Treff und Ausgabe des Audioguides: Concierge,

Platz der Vereinten Nationen 1

12.00: Audiotour Mitte-Schritte –Hörspaziergang

durch Berlins historisches Zentrum, stadt im ohr,Treff

und Ausgabe des Audioguides:ausberlin –Kaufhaus

für Berlinprodukte, Karl-Liebknecht-Str.9

KONZERT

A-Trane (& 313 25 50)

21.00: Kokotob,Flying Heart

Arcanoa (& 67 96 26 51)

21.00: SpielleuteSession –Mittelalter-Musik

ART Stalker (& 22 05 29)

20.00: Franz de Byl+Band, TomWaits àlacarte

b-flat (& 283 31 23)

21.00: Robin’sNest Jam Session

Berghain/Kantine (Rüdersdorfer Str.70)

20.00: Madanii&L:Lucid, Mentrix

Café Lyrik (& 44 31 71 91)

19.30: Django’s Music mit Bernd Huber &Gästen

Eschschloraque Rümschrümp (Rosenthaler Str.39)

22.00: Alien Ghost

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

20.00: Wurst

Orania.Berlin (& 69 53 96 80)

20.00: Orania.Piano Series: Benedikt Jahnel

PrivatClub (& 61 67 59 62)

20.00: Vant

Rickenbacker’s (& 81 89 82 90)

21.00: Jovi’sMainstream Session –Rock &Pop

Schokoladen Mitte (& 282 65 27)

19.00: The Somnambulist (RecordRelease Party) +

The Usual Boys, Lofi-Lounge

Wild At Heart (& 611 70 10)

21.00: DoomSparrow, Wild Wednesday

Yorckschlösschen (& 215 80 70)

21.00: Big JoeStolle Bluesband

CLUB

Cassiopeia (& 47 38 59 49)

23.00: Bass Station, Bass Station Berlin, SelektaMik

Crack BellmerBar (Revaler Str.99)

20.00: Herz &Leber,Clara Sun, Seelea

Kulturbrauerei/Alte Kantine (& 44 31 50)

22.00: PingPong Club

Monster Ronson’sIchiban Karaoke

(& 89 75 13 27) 21.00: Piano Bar with Jacu &King

Josephine

Solar Berlin (& 016 37 65 27 00)

17.00: Relax Your Soul, Sash Moustache

Tresor Club (KöpenickerStr.70)

23.59: Tresor NewFaces w/ Esther Duijn, Niamh,

Lilith. b2b Objector Trax

BALLROOM

Kulturbrauerei/Frannz (& 726 27 93 33)

19.00: El Ocaso –TangoArgentino

KINO

Wolf (& 921 03 93 33)Flussfahrtmit Huhn 16.30;

Little Joe –Glück ist ein Geschäft (OmU) 18.50;

Sorry We Missed You (OmU) 16.40, 21.00; Vom

Gießen des Zitronenbaums (OmU) 19.00; Les miserables

(OmU) 21.10

PANKOW

Blauer Stern Pankow (& 47 61 18 98)Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 13.30, 15.50, 18.10,

20.15; Little Women 20.30; Die Heinzels 13.40,

15.30; Lindenberg! 17.20

PRENZLAUER BERG

FT am Friedrichshain (& 42 84 51 88) Little Women

14.30, 17.20, 20.15; Das geheime Leben der

Bäume 17.40; Die Heinzels 14.00, 15.50; Parasite

20.00; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

13.40, 16.00, 18.20, 21.15; 1917 –Der Film

(OmU) 20.40; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.40; Sorry WeMissed You 16.40, 19.00;

Ein verborgenes Leben 19.45; Knives Out 17.00;

Spione Undercover 14.45

Kino inder Kulturbrauerei (& 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film (OmU) 16.45, 20.00, 22.45; Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.45; Preview:

Birds of Prey: The Emancipation ofHarley Quinn

(OmU) 20.00; Ein verborgenes Leben –AHidden

Life (OmU) 21.45; Die Eiskönigin II 14.15; Das

geheime Leben der Bäume 18.45; Die Heinzels

14.15, 16.30; Jojo Rabbit (OmU) 14.00, 20.00;

Jojo Rabbit (OF) 16.45,22.30; Judy (OmU) 17.00;

Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 14.15; Knives Out (OmU) 19.45;

Lindenberg! 21.45; Little Women 13.45; Little Women

(OmU) 19.30; LittleWomen (OF) 16.45; Parasite

21.45; The Peanut Butter Falcon (OmU) 16.30;

Queen &Slim (OmU) 22.45; Sorry WeMissed You

(OmU) 19.15; Spione Undercover 14.15; StarWars

IX –Star Wars: The Rise of Skywalker (OF) 22.45;

Vier zauberhafte Schwestern 14.30; Vom Gießen

des Zitronenbaums (OmU) 16.15; Das Vorspiel

19.00;Die Wolf-Gäng 13.45;Les miserables (OmU)

23.00

Krokodil (& 44 04 92 98) Gott existiert, ihr Name

ist Petrunya –Gospod postoi, imeto i‘ePetrunija

(OmU) 21.15; Gundermann Revier 19.30; Swimmingpool

am Golan –Eine deutsche Familiengeschichte

(teilw.OmU) 18.00

Lichtblick-Kino (& 44 05 81 79) Darkroom 22.30;

Parasite (OmenglU) 18.00; Die Sehnsucht der

Schwestern Gusmao (OmU) 20.15

UCI Kinowelt Colosseum (& 44 01 92 00) 1917

–Der Film 17.05,19.40,22.30; 3Engel für Charlie

22.40; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 19.55;

Bad Boys for Life 17.00, 19.55, 22.40; Preview:

Birds ofPrey: The Emancipation of Harley Quinn

20.00; Countdown 19.55, 22.30; Die Eiskönigin II

12.10, 14.40, 17.20; 3D: Die fantastische Reise

desDr. Dolittle 12.00, 14.20, 17.00, 19.45, 22.45;

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 14.30; Das

geheime Leben der Bäume 17.05; The Grudge

22.40; Die Heinzels 12.15, 14.30, 16.50; Die

Hochzeit 12.00,16.45,19.50; 3D: Jumanji 17.00;

Jumanji 14.15; Kartoffelsalat 314.40,17.00; Knives

Out 22.45; Latte Igel und der magische Wasserstein

14.30; Lindenberg! 19.40; Little Women

16.50, 19.45; Mein Lotta-Leben –Alles Bingo mit

Flamingo! 12.10; Shaun das Schaf: Der Film: UFO-

Alarm 12.10; Spione Undercover 12.15; 3D: Star

Wars IX 22.45; Star Wars IX 14.15, 19.40; Thomas

und seine Freunde: Große Welt! Große Abenteuer!

12.10;Underwater –Esist erwacht 22.45;Vierzauberhafte

Schwestern 14.45; Die Wolf-Gäng 12.00,

14.35

REINICKENDORF

CineStar Tegel (& 04 51/703 02 00) 1917 –Der

Film 16.35,19.40; Bad Boys forLife 17.05,20.10;

Preview: Birds of Prey: The Emancipation of Harley

Quinn 20.00; Countdown 20.25; Die Eiskönigin II

11.30, 14.10, 16.55; 3D: Die fantastische Reise

des Dr. Dolittle 11.40, 14.20, 17.10, 19.50; Die

Heinzels 11.20, 13.30,15.40; Die Hochzeit 11.15,

14.10, 16.45, 19.35; Jojo Rabbit 20.00; Jumanji

13.55, 17.15; Kartoffelsalat 314.10, 18.00; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 11.45; Knives Out 16.55; Latte Igel und der

magische Wasserstein 11.55; Lindenberg! 16.25;

Das perfekte Geheimnis 20.15; Spione Undercover

11.05, 13.45; 3D: Star Wars IX 19.30; Star Wars

IX 13.40; Vier zauberhafte Schwestern 11.00; Die

Wolf-Gäng 12.05,14.40

SCHÖNEBERG

Cinema amWalther-Schreiber-Platz (& 852 30 04)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 14.00, 17.00;

Lindenberg! 20.00

Cosima (& 85 07 58 02) Judy 18.00, 20.15

Odeon (& 78 70 40 19) Jojo Rabbit (OmU) 18.00;

Little Women (OmU) 15.00, 20.30

Xenon (& 78 00 15 30) Cunningham (OmU)

18.00;Jonathan AgassiSaved My Life(OmU) 20.15

SPANDAU

Cineplex Spandau (& 01 80/505 02 11) 1917

–Der Film 16.35, 19.50; Bad Boys for Life 16.50,

19.30; Preview: Birds ofPrey: The Emancipation of

HarleyQuinn 20.15; Die Eiskönigin II 12.20,14.05;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 17.00,

20.20; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

10.00, 12.00, 14.25; Die Heinzels 10.00, 12.15,

14.30; Die Hochzeit 16.40; Jumanji 17.25; Der

kleine Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 10.00; Knives Out 19.45; Die schönste Zeit

unseres Lebens 15.00; Vier zauberhafte Schwestern

12.15; Die Wolf-Gäng 10.00, 12.10,14.25

Kino im Kulturhaus Spandau (& 333 60 81) Als

Hitler das rosa Kaninchen stahl 13.45, 18.00; Der

geheime Roman des Monsieur Pick 16.00; Judy

20.15

STEGLITZ

Adria (& 01 80/505 07 11) Little Women 14.00,

17.00, 20.00

Cineplex Titania Palast (& 01 80/505 0520)

1917 –Der Film 17.50, 20.00, 22.55; Bad Boys

for Life 20.45, 23.00; Preview: Birds of Prey: The

Emancipation of Harley Quinn 20.00; Die Eiskönigin

II10.00, 12.15, 14.25; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 10.00, 12.20, 14.45, 17.20,

19.50, 22.35; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.25,17.30; Das geheime Leben der Bäume

16.50; Die Heinzels 10.00, 11.50, 13.45, 15.45;

Die Hochzeit 17.05, 19.45, 22.50; Jojo Rabbit

20.00, 22.45; Jumanji 16.50; Knives Out 17.00,

19.50, 22.35; Latte Igel und der magische Wasserstein

10.00, 12.15; Die schönste Zeit unseres

Lebens 15.00; Spione Undercover 10.00, 12.00,

14.30; Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 12.15,

14.30; Die Wolf-Gäng 10.00,12.10

Thalia Movie Magic (& 774 34 40) Bad Boys for

Life 20.30; Preview: Birds ofPrey: The Emancipation

of Harley Quinn 20.30; Die Eiskönigin II 12.00,

14.00; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

12.00,18.15,20.30; Die fantastische Reise desDr.

Dolittle 10.00, 14.00, 16.00; Die Heinzels 10.00,

14.00, 16.00; Die Hochzeit 18.00, 20.30; Jumanji

18.00; Der kleine Rabe Socke 3–Suche nach

dem verlorenen Schatz 10.00; Lindenberg! 17.45;

Spione Undercover 12.00, 14.00; Vier zauberhafte

Schwestern 12.00, 15.45; Die Wolf-Gäng 10.00,

16.00

TIERGARTEN

Arsenal (& 26 95 51 00) 70mm: Joker(OF) 20.00;

Gaumont: Le fils durequin –The Son of the Shark

(OmU) 19.30

CinemaxX Potsdamer Platz (& 040/80 806969)

1917 – Der Film 13.30, 16.30, 19.30, 22.40,

22.55; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.10,

16.45; Bad Boys for Life 16.50, 19.45, 22.50;

Preview: Birds of Prey: The Emancipation ofHarley

Quinn 20.00, 20.30, 22.40, 23.00; Countdown

17.40, 21.00, 23.10; Die Eiskönigin II 14.10;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 13.30,

13.40, 17.00, 19.30, 20.00, 20.15; Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 14.00, 16.30; Das geheime

Leben der Bäume 17.10; The Grudge 22.10;

Die Heinzels 14.10, 16.15; Die Hochzeit 15.50,

18.00, 20.10, 22.30; Jojo Rabbit 16.40, 19.50,

22.50; Joker 20.00; Jumanji 13.45, 17.20, 20.00,

23.00; Kartoffelsalat 314.15, 17.15; Knives Out

16.45, 20.30, 22.50; Lindenberg! 16.40, 19.00;

Little Women 13.30, 15.00, 16.30, 19.40, 19.45,

22.30; Parasite 19.15; Das perfekte Geheimnis

19.45; Queen &Slim 19.00; Spione Undercover

13.20; 3D: StarWars IX 16.15; StarWars IX 13.10,

19.30, 22.30; Underwater –Es ist erwacht 23.00;

Vier zauberhafte Schwestern 14.40; Die Wolf-Gäng

14.10

TREPTOW

Astra (& 636 1650) Bad Boys for Life 17.15,

20.00, 22.30; Preview: Birds ofPrey: The EmancipationofHarleyQuinn

20.00, 22.30;Die Eiskönigin

II 12.30; Preview: Enkel fürAnfänger 20.30, 22.30;

3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle 17.30,

20.00, 22.30; Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

10.00, 12.30, 15.00; Das geheime Leben der

Bäume 15.00, 18.00, 22.30; Die Heinzels 10.00,

12.00, 14.00, 16.00; Die Hochzeit 17.30, 20.00;

Jumanji 18.00; Spione Undercover 10.00, 15.00;

Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 12.15, 14.00;

DieWolf-Gäng 10.00,12.00, 16.00

Casablanca (& 677 5752) ARainy Day InNew

York 18.30; Gundermann 20.30; The Peanut Butter

Falcon 16.30

CineStar –Treptower Park (& 04 51/703 02 00)

1917 –Der Film 17.00, 20.10; Bad Boys for Life

17.00, 20.00; Preview: Birds ofPrey: The Emancipation

of Harley Quinn 20.00; Countdown 20.20;

Die EisköniginII11.40,14.20; 3D: Diefantastische

Reise des Dr. Dolittle 11.30, 14.10, 17.10, 20.00;

Die Heinzels 11.50, 14.15, 16.30; Die Hochzeit

14.10, 17.00, 19.55; 3D: Jumanji 20.00; Jumanji

14.05, 17.15; Kartoffelsalat 314.40,17.20;

Der kleine Rabe Socke 3 – Suche nach dem verlorenen

Schatz 12.00; Knives Out 19.30; Latte Igel

und der magische Wasserstein 11.55; Lindenberg!

17.10; Das perfekte Geheimnis 19.45; 3D: Spione

Undercover 11.30; Spione Undercover 14.20; 3D:

Star Wars IX 11.30; Thomas und seine Freunde:

Große Welt! Große Abenteuer! 11.45; Vier zauberhafte

Schwestern 14.15, 16.50; Die Wolf-Gäng

12.00,14.45

WEDDING

Cineplex Alhambra (& 01 80/505 03 11) 1917

–Der Film 17.30, 19.45; Bad Boys for Life 16.50,

20.00; Preview: Birds of Prey: The Emancipation of

HarleyQuinn 20.00; Die Eiskönigin II 12.00,14.15;

Eltilerin Savasi (OmU) 20.15; 3D: Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 12.00, 14.20, 16.45, 20.15;

Die Hochzeit 16.50; Jumanji 14.10; Rafadan Tayfa

2: Göbeklitepe (OmU) 12.00, 14.15, 16.10, 18.10;

Die schönste Zeit unseres Lebens 15.00; Spione

Undercover 12.00; Star Wars IX 17.00;Türkler Geliyor

–Adelatin Kilici (OmU) 20.10; Vier zauberhafte

Schwestern 12.00; Die Wolf-Gäng 12.00, 14.15

City Kino Wedding (& 01 77/270 19 76) The Farewell

19.00; Oscar-Fieber: Parasite (OmU) 21.00

WEISSENSEE

BrotfabrikKino (& 4714001) An der Bruchkante –

Imker in Mecklenburg 19.30; Klavierstunden –Making

the Grade (OmU) 18.00; Swans –Where Does

ABody End? (OmU) 21.45

Toni &Tonino (& 92 79 12 00) Die fantastische

Reise des Dr. Dolittle 9.45, 12.00, 14.15, 16.30,

18.45,21.00; Die Eiskönigin II12.30; Lindenberg!

17.00,19.45; Romys Salon 14.45; Wunder 10.00

WILMERSDORF

Bundesplatz-Kino (& 85 40 60 85) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 15.30; Miles Davis: Birth of

the Cool (OmU) 20.30; Das Vorspiel 18.00

Eva-Lichtspiele (& 92 25 53 05) Als Hitler das

rosa Kaninchen stahl 13.00; Der alte deutsche

Film: Es leuchten die Sterne 15.45; Das geheime

Leben der Bäume 18.00; The Peanut Butter Falcon

(OmU) 20.15

ZEHLENDORF

Bali (& 811 4678) But Beautiful –Nichts existiert

unabhängig 20.30; Ein Licht zwischen den Wolken

18.00

Capitol (& 831 6417) Das geheime Leben der

Bäume 15.00; Little Women 17.20, 20.15

POTSDAM

Filmmuseum Potsdam (& 03 31/271 81 12) Bis

dann, mein Sohn 19.30; Burning –Beoning (OmU)

17.00; Invisible Sue –Plötzlich unsichtbar 10.00

Thalia Potsdam (& 03 31/743 7020) Alkohol

18.45; Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 16.00;

Crescendo #makemusicnotwar14.00;Ein verborgenes

Leben 21.00; Die Eiskönigin II10.00; Preview:

Enkel für Anfänger 20.30; Das geheime Leben der

Bäume 13.45, 18.30; Das Geheimnis des grünen

Hügels 10.30; Die Heinzels 10.30, 13.45; Jojo

Rabbit 15.30, 18.00; Latte Igel und der magische

Wasserstein 13.45; Lindenberg! 18.00,20.45;Sorry

We MissedYou 20.45; Unsere große kleine Farm

10.00;Vom Gießen des Zitronenbaums 15.45; Das

Vorspiel 16.30

UCI Luxe Potsdam Center (& 03 31/233 70)

1917 –Der Film 17.10, 20.15; Bad Boys for Life

16.50,20.00; Preview: Birds of Prey: The Emancipation

ofHarley Quinn 20.00; Die Eiskönigin II 11.00,

13.50; 3D: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

14.00,17.00, 20.00; Die fantastische Reisedes Dr.

Dolittle 11.00; Die Heinzels 11.10, 13.40, 15.45;

Die Hochzeit 11.00, 14.10, 16.40, 19.50; Jumanji

16.50; Kartoffelsalat 311.15, 14.20, 17.45; Knives

Out 19.50; Little Women 16.30, 19.40; Shaun

das Schaf: Der Film: UFO-Alarm 11.15; 3D: Star

Wars IX 20.00; StarWars IX 13.45;Vier zauberhafte

Schwestern 11.15, 14.15; Die Wolf-Gäng 11.00,

14.00,17.10

UMLAND

ALA Falkensee (& 03322/279 88 77)Die fantastischeReisedes

Dr.Dolittle17.00, 20.00;FilmcafÈ:

Die schönste Zeit unseres Lebens 15.00

Capitol Königs Wusterhausen (& 033 75/46 97 77)

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl 20.00; Der kleine

Rabe Socke 3–Suche nach dem verlorenen

Schatz 15.00; Marianne &Leonard 17.00

Filmpalast Bernau (& 033 38/70 54 54) Bad

Boys for Life 20.30; Preview: Birds of Prey: The

Emancipation of HarleyQuinn 20.30;Die Eiskönigin

II 10.00; 3D: Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

12.00,18.00; Die fantastische Reise des Dr.Dolittle

10.00,13.45, 16.00; Die Heinzels 12.00, 14.15,

16.00; Die Hochzeit 17.45, 20.30; Lindenberg!

17.45; Vier zauberhafte Schwestern 10.00, 14.00;

DieWolf-Gäng 12.00, 15.45

Movieland Erkner (& 033 62/36 68) Als Hitler

das rosa Kaninchen stahl 18.15; Bad Boys for Life

20.45; Die Hochzeit 17.15, 20.00; Latte Igel und

der magische Wasserstein 16.15; Spione Undercover

15.00


18 Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

·························································································································································································································································································

TV-Programm

ARD

5.30 (für HG) ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG)

Tagesschau 9.05 (für HG) Livenach Neun 9.55

(für HG) Sturmder Liebe 10.45 (für HG) Meister

des Alltags 11.15 (für HG) Werweiß denn

sowas? 12.00 (für HG) Tagesschau 12.15 (für

HG) ARD-Buffet 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 (für HG) Tagesschau 14.10 (für HG)

Rote Rosen 15.00 (für HG) Tagesschau 15.10

(für HG) Sturmder Liebe 16.00 (für HG)

Tagesschau 16.10 (für HG) Verrückt nach Meer

17.00 (für HG) Tagesschau 17.15 (für HG)

Brisant 18.00 (für HG) Werweiß denn sowas?

18.50 (für HG) Rentnercops 19.45 (für HG)

Wissen voracht 19.50 (für HG) Wetter 19.55 (für

HG) Börse 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) Sportschau

DFB-Pokal. Achtelfinale: FC Bayern

München –TSG 1899 Hoffenheim, live/

Zsfg: Bayer04Leverkusen –VfB Stuttgart

/SCVerl–1.FCUnion Berlin /1.FC

Saarbrücken –Karlsruher SC

23.30 (für HG) Sportschau Club

0.00 (für HG) Nachtmagazin

0.20 (für HG) Mord in bester Gesellschaft:

Die Nächte des Herrn Senator

Krimireihe, D/A 2008. Mit Fritz Wepper,

Sophie Wepper

1.53 Tagesschau

RTL

5.25 Exclusiv –Das Starmagazin 5.35 Explosiv

–Das Magazin 6.00 Guten Morgen Deutschland

8.30 (für HG) Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Daily

Soap 9.00 Unter uns. Daily Soap 9.30 (für HG)

Alles was zählt 10.00 Der Blaulicht Report 11.00

Der Blaulicht Report 12.00 Punkt 12 –Das

RTL-Mittagsjournal 14.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 15.00 Die Superhändler –

4Räume, 1Deal 16.00 Die Superhändler:

Lieblingsdeals 17.00 Herz über Kopf. Telenovela

17.30 Unter uns. Daily Soap 18.00 Explosiv –

Das Magazin 18.30 Exclusiv –Das Starmagazin

18.45 RTL Aktuell 19.03 RTL Aktuell –Das Wetter

19.05 (für HG) Alles was zählt 19.40 (für HG)

Gute Zeiten, schlechteZeiten. Daily Soap

20.15 Der Bachelor

Dateshow. Mit vier Frauen verbringt der

Bachelor einen TagamStrand und auf

Flyboards, bevoresmit einer Ladyfestlich

wird: Gemeinsam gehen Sebastian und

sie auf Zeitreise.

22.15 sternTV

U. a.: Milde Gehörtder „Vollrauschparagraf“

abgeschafft? /Tiernotärzte im

Einsatz /Wunschgroßelterngesucht

0.00 RTL Nachtjournal /Wetter

0.30 (für HG) CSI: Vegas

Krimiserie. Vergissmeinnicht

MDR

15.15 Gefragt –Gejagt 16.00 (für HG) MDR um

4 17.45 (für HG) MDR aktuell 18.05 (für HG)

Wetter für 3 18.10 MDR extra. Thüringens Zukunft

–Fragen an den Ministerpräsidenten 18.25 (für

HG) Brisant 18.54 (für HG) Unser Sandmännchen

19.00 Regionales 19.30 (für HG) MDR

aktuell 19.50 (für HG) Tierisch tierisch 20.15 (für

HG) Exakt 20.45 (für HG) Endstation Hartz IV?

21.15 (für HG) Die Spur der Täter 21.45 (für HG)

MDR aktuell 22.05 (für HG) Tatort: Racheengel.

Krimireihe, D2007 23.33 MDR aktuell 23.35

(für HG) Sedwitz 0.05 (für HG) Nuhr im Ersten

Bayern

13.30 Polizeiinspektion 1 14.00 Polettos

Kochschule 14.45 (für HG) Gefragt –Gejagt

15.30 (für HG) Schnittgut 16.00 (für HG)

Rundschau 16.15 (für HG) WirinBayern 17.30

Regionales 18.00 (für HG) Abendschau 18.30

(für HG) Rundschau 19.00 (für HG) Stationen

19.30 (für HG) Dahoam is Dahoam 20.00 (für

HG) Tagesschau 20.15 (für HG) jetzt red i 21.00

(für HG) Kontrovers 21.45 (für HG) Rundschau

Magazin 22.00 (für HG) DokThema 22.45 (für

HG) Der weiße Rabe –Max Mannheimer.

Dokumentarfilm, D2008 0.05 kinokino

Vox

5.20 CSI: NY 6.00 Bones –Die Knochenjägerin

6.55 CSI: Vegas 8.45 Verklag mich doch! 10.50

VoxNachrichten 10.55 Mein Kind, dein Kind

–Wie erziehst du denn? 12.00 Shopping Queen

13.00 Zwischen Tüll und Tränen 14.00 Mein

Kind, dein Kind –Wie erziehst du denn? 15.00

Shopping Queen 16.00 Salonfähig –Wer macht

schöner? 17.00 Zwischen Tüll und Tränen 18.00

First Dates –Ein Tisch für zwei 19.00 Das

perfekte Dinner 20.15 (für HG) Law&Order:

Special Victims Unit 0.00 VoxNachrichten 0.20

Snapped –Wenn Frauen töten

Super RTL

9.40 Thomas &seine Freunde 10.05 PawPatrol

10.30 Sammy 11.00 Die Dschungelhelden

11.25 Grizzy &die Lemminge 11.50 Go Wild!

12.15 Trolls 12.45 Friends 13.10 Sally

Bollywood 13.35 Angelo! 14.00 Die Tomund

JerryShow 14.25 Voll zu spät! 14.45 Dragons

15.15 Scooby-Doo! 15.40 Alvinnn!!! 16.15 Mr.

Magoo 16.40 Dennis &Fletscher 17.10 Go

Wild! 17.35 Voll zu spät! 18.00 Die Tomund

JerryShow 18.30 Woozle Goozle 19.00

Alvinnn!!! 19.30 Angelo! 20.15 (für HG) Dr.

House 0.00 Comedytotal 0.30 Infomercials

Sport1

16.00 Cajun Pawn Stars –Pfandhaus Louisiana

16.30 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.00 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.30 StorageWars –Die Geschäftemacher

17.45 Eishockey 18.15 Scooore! –Internationales

Fußball Magazin 19.00 Volleyball. Bundesliga

der Frauen: Rote Raben Vilsbiburg –USC

Münster,live 21.00 Inside United Volleys 21.30

Die PS Profis –MehrPower aus dem Pott 22.00

Die PS Profis –MehrPower aus dem Pott 23.00

Die PS Profis –ImEinsatz 0.00 SportClips

ZDF

5.15 (für HG) hallo deutschland 5.30 (für HG)

ARD-Morgenmagazin 9.00 (für HG) heute Xpress

9.05 (für HG) Volle Kanne –Service täglich

10.30 (für HG) Notruf Hafenkante 11.15 (für

HG) SokoWismar 12.00 heute 12.10

drehscheibe 13.00 (für HG) ZDF-Mittagsmagazin

14.00 heute –inDeutschland 14.15 Die

Küchenschlacht 15.00 (für HG) heute Xpress

15.05 (für HG) Bares für Rares 16.00 (für HG)

heute –inEuropa 16.10 (für HG) Die Rosenheim-Cops

17.00 (für HG) heute 17.10 (für HG)

hallo deutschland 17.45 (für HG) Leute heute

18.00 (für HG) SokoWismar 18.54 Lotto am

Mittwoch 19.00 heute 19.20 Wetter 19.25

BlutigeAnfänger.Dramaserie. Tödliche Affäre

20.15 Der Kommissar und das Meer –

Der wilde Jack

Krimireihe,D/S 2018. Mit Walter Sittler.

Sein 24. Fall führtKommissar Robert

Anders zu einer Familie, in der Gewalt

und Missbrauch tägliche Praxis sind.

21.45 (für HG) heute journal

22.15 auslandsjournal

22.45 (für HG) ZDFzoom: Glanz um

jeden Preis

Kinderarbeit für die Glitzerkosmetik

23.15 (für HG) Markus Lanz

0.30 heute+

Sat.1

5.30 Sat.1-Frühstücksfernsehen 10.00 Im

Namen der Gerechtigkeit –Wir kämpfenfür Sie!

11.00 Im Namen der Gerechtigkeit –Wir

kämpfen für Sie! 12.00 Anwälte im Einsatz

13.00 Anwälte im Einsatz 14.00 AufStreife

15.00 AufStreife –Die Spezialisten 16.00 Klinik

am Südring.Doku-Soap 17.00 Klinik am Südring

–Die Familienhelfer.Doku-Soap. Eine selbstbewusste

Fünfjährigeisoliertsich seit zwei Wochen

in der Kita. Wasist vorgefallen, dass das

Mädchen kaum noch mit den anderen Kindern

spricht? 17.30 Klinik am Südring /oder Sat.1

Regional-Magazine 18.00 AufStreife –Die

Spezialisten 19.00 Genial daneben –das Quiz

19.55 Sat.1 Nachrichten

20.15 111 verrückte Familien!

Ob an Weihnachten, auf der Hochzeitsfeier,zum

gemeinsamen Spieleabend,im

Urlaub oder einfach nur zu Kaffee und

Kuchen –wenn die ganze Familie

beisammen ist, kann einiges schiefgehen.

22.25 111 verrückte Feste! Die witzigsten

Partyknaller der Welt

0.25 111 verrückte Familien!

2.20 Auf Streife –Die Spezialisten

3.05 Auf Streife –Die Spezialisten

4.00 Auf Streife

4.45 Auf Streife

WDR

9.10 Aktuelle Stunde 9.55 Westpol: Eins zu eins

10.25 Regionales 10.55 Planet Wissen 11.55

Nashorn, Zebra &Co. 12.45 WDR aktuell 13.05

Elefant, Tiger&Co. 13.55 Aufgepasst, der Profi

kommt! 14.25 Um Himmels Willen 16.00 WDR

aktuell 16.15 Hier und heute 18.00 WDR aktuell

/Lokalzeit 18.15 Servicezeit 18.45 Aktuelle

Stunde 19.30 Regionales 20.00 Tagesschau

20.15 Markt 21.00 Doc Esser 21.45 WDR

aktuell 22.10 Heilung nicht lieferbar 22.55 Die

Schlacht im Hürtgenwald 23.40 Geheimnis Burg

Vogelsang 0.25 Eifelgeschichten

NDR

13.10 (für HG) In aller Freundschaft –Die jungen

Ärzte 14.00 (für HG) NDR Info 14.15 (für HG)

die nordstory 15.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

16.00 (für HG) NDR Info 16.20 (für HG) Mein

Nachmittag 17.10 (für HG) Leopard, Seebär &

Co. 18.00 Regionales 18.15 (für HG) Wiegeht

das? 18.45 (für HG) DAS! 19.30 Regionales

20.00 (für HG) Tagesschau 20.15 (für HG)

Expeditionen ins Tierreich 21.45 (für HG) NDR

Info 22.00 (für HG) Großstadtrevier 22.50 (für

HG) extra 3 23.20 (für HG) Zapp 23.50 (für HG)

7Tage... 0.20 Kümo Henriette

Kabel eins

5.25 Abenteuer Leben Spezial 5.50 (für HG)

Castle 6.40 (für HG) The Mentalist 7.35 (für HG)

Navy CIS: L.A. 8.35 Navy CIS 9.25 Blue Bloods

11.10 Numb3rs 12.10 (für HG) Castle 13.00

(für HG) Castle 13.55 (für HG) The Mentalist

14.55 (für HG) Navy CIS: L.A. 15.50 Kabel Eins

News 16.00 Navy CIS 16.55 Abenteuer Leben

täglich 17.55 Mein Lokal, Dein Lokal –Der Profi

kommt 18.55 Achtung Kontrolle!Wir kümmern

uns drum 20.15 (für HG)Das Kartell.Thriller,USA

1994 23.10 (für HG) Zodiac –Die Spur des

Killers. Thriller,USA 2007 2.10 Watch Me

RTLZWEI

5.20 PrivatdetektiveimEinsatz 6.00 PrivatdetektiveimEinsatz

7.00 Die Straßencops Süd –Jugend

im Visier 8.00 Frauentausch 10.00

Frauentausch 12.00 Frauentausch 14.00 Die

Reimanns 15.00 Die Reimanns 16.00 Hartz und

herzlich –Tag für TagRostock 18.05 Köln 50667

19.05 Berlin –Tag &Nacht 20.15 Die Wollnys

–Eine schrecklich große Familie! 21.15

Teenie-Mütter –WennKinder Kinder kriegen

22.15 Babys! Kleines Wunder –Großes Glück

23.15 Armes Deutschland –Stempeln oder

abrackern? 1.10 Die Forensiker

Eurosport 1

8.30 Tennis. Australian Open: Das Finale der

Frauen 9.30 Tennis. Australian Open: Das Finale

der Männer 10.30 Skispringen. Einzelspringen

(HS137) 11.30 Skispringen. Einzelspringen

(HS137) 13.00 Snooker.World Grand Prix in

Cheltenham:1.Runde 13.55 Snooker.World

Grand Prix in Cheltenham: 2. Runde, live 18.00

Leichtathletik 19.00 Nachrichten 19.05 Snooker.

WorldGrand Prix in Cheltenham: 2. Runde 19.55

Snooker.World Grand Prix in Cheltenham: 2.

Runde, live 0.00 Nachrichten 0.05 Radsport

TV-Tipps

ARTE, 20.15 UHR HISTORIENFILM

Lou Andreas-Salomé

Die deutsche Dichter-und Denker-Landschaft des 19. Jahrhunderts war

geprägt von Männern. Umso beeindruckender ist die Geschichte der

1861 in Sankt Petersburggeborenen Lou Andreas-Salomé. DerFrau gelang

der Sprung in die maskulin beherrschte Denkerwelt. Regisseurin Cordula Kabitz-Post

zollt dieser Frau inihrem Werk Respekt. Sieerläutertdie Geschichte

der Denkerin in Rückblicken, erzählt von der von Nicole Heesters gespielten

Lou selbst. Die72Jahrealte Dame behandelt die wichtigsten Stationen

ihres Lebens. Dabei geht es unter anderem um die Begeisterung der jungen

Lou (nun von Liv Lisa Fries dargestellt) für die Philosphie.Von ihrer Mutter

kritisch beäugt, schreibt sie bald eigene Gedichte. Die erste Liebe findet Lou

später in Rainer MariaRilke.

(D, CH/2016)

Foto: ZDF

KABEL 1, 23.10 UHR THRILLER

Zodiac –Die Spur des Killers

NORMALVARIANTE mittel

NORMALVARIANTE –MITTEL

2 4

7 8

3 5 6 4

5

2 1 3

1 8

4 5 6

9 2

1 7 9

MitDIAGONALEN-schwer

MIT DIAGONALEN –SCHWER

6 3 9

8 7 4

9

3 2 8

6 1

7 1 5

Inden 60er-Jahren leben die Menschen

in SanFrancisco in Angst und

Schrecken: Ein Mörder,den die Polizei

Zodiac nennt, treibt dortsein Unwesen.

Er sucht sich gezielt junge Paare

aus und tötet sie kaltblütig. Anschließend

lässt er der Polizei und einigen

Zeitungen verwirrende Briefezukommen,

in denen er mit seiner Tatprahlt

und weitereankündigt. Das Spielzieht

sich über Monate.Einige Beamte sind

von dem Fall besessen und stellen

sogar ihr Privatleben hintenan. Unter

anderem hat es sich Inspector William

Armstrong (Anthony Edwards) zur Aufgabe

gemacht, den Killerzufassen.

(USA/2007) Foto: WARNER BROS

SUDOKU

7

AUFLÖSUNG Auflösung

vom VOM 4.2.2020

2020

MITTEL mittel

8 2 1 7 6 3 4 5 9

4 3 7 5 2 9 1 6 8

6 5 9 8 1 4 3 2 7

1 4 8 6 3 5 9 7 2

5 9 2 4 8 7 6 3 1

7 6 3 1 9 2 8 4 5

2 1 6 3 5 8 7 9 4

9 8 4 2 7 6 5 1 3

3 7 5 9 4 1 2 8 6

AUFLÖSUNG

Auflösung

vom

VOM 4.

4.2.2020

2. 2020

SCHWER schwer

6 1 8 2 9 4 5 7 3

2 9 3 7 5 1 4 6 8

4 7 5 8 3 6 1 2 9

3 4 6 1 2 9 7 8 5

1 5 7 6 8 3 2 9 4

9 8 2 5 4 7 6 3 1

8 6 4 9 1 2 3 5 7

5 2 1 3 7 8 9 4 6

7 3 9 4 6 5 8 1 2

RBB

5.15 (für HG) Berlin erwacht –Winter 5.30

Eisbär,Affe &Co. 6.20 zibb 7.20 (für HG) Brisant

8.00 (für HG) Brandenburg aktuell 8.30 (für HG)

Abendschau 9.00 (für HG) In aller Freundschaft

10.30 (für HG) Rote Rosen 11.20 (für HG) Sturm

der Liebe 12.10 (für HG) Hauptstadtrevier 13.00

rbb24 13.10 (für HG) Verrückt nach Meer 14.00

(für HG) Tiere bis unters Dach 14.30 (für HG)

Bezaubernde Marie. Familienfilm, D2007 16.00

(für HG) rbb24 16.15 (für HG) Gefragt –Gejagt

17.00 (für HG) rbb24 17.05 Eisbär,Affe &Co.

17.55 (für HG) Unser Sandmännchen 18.00 rbb

wetter 18.02 rbb UM6 18.27 zibb 19.27 rbb

wetter 19.30 (für HG) Abendschau /Brandenburg

aktuell 20.00 (für HG) Tagesschau

20.15 (für HG) rbb Praxis

Zwei vondrei ErwachseneninDeutschland

leiden immer wiederunter

Kopfschmerzen. Diagnose und Therapie

haben sich in den vergangenen Jahren

immer mehr differenziert.

21.00 (für HG) Die Bewegungs-Docs

21.45 (für HG) rbb24

22.00 (für HG) Babylon Berlin

Krimiserie

22.45 (für HG) Babylon Berlin

23.30 Talk aus Berlin

0.00 (für HG) McMafia

ProSieben

5.05 Mom. Sitcom 5.45 The Middle. Comedyserie

6.25 (für HG) Twoand aHalf Men. Sitcom

7.45 (für HG) The Big Bang Theory. Sitcom 9.05

(für HG) HowIMet Your Mother.Sitcom 10.55

Mike&Molly.Sitcom. Mikedenkt nach 11.15

Fresh Off the Boat. Sitcom. Yinund Yang 11.45

Last Man Standing.Comedyserie. Qual der Wahl

12.10 2BrokeGirls. Sitcom. Babyund andere

Dinge 12.40 Mom. Sitcom 13.30 (für HG) Two

and aHalf Men. Sitcom 14.45 The Middle.

Comedyserie 15.40 (für HG) The Big Bang Theory.

Sitcom. Sheldon 2.0 /Die Erdnuss-Reaktion /

Schrödingers Katze 17.00 taff 18.00 Newstime

18.10 (für HG) Die Simpsons. Zeichentrickserie.

G.I. Homer /Das literarische Duett 19.05 Galileo

20.15 (für HG) Das Ding des Jahres

Zehn Erfindungen, davonerstmals zwei

Jugend-Erfindungen pro Show, stellen

sich dem Jury-Test und der Entscheidung

der Zuschauer.Welche Erfindung hat das

Zeug zum Ding des Jahres?

22.50 Big Brains –Geniale Erfindungen

23.50 (für HG) Das Ding des Jahres

2.00 Big Brains –Geniale Erfindungen

2.45 ProSieben Spätnachrichten

2.50 2Broke Girls

3.10 Mike &Molly

3.30 Last Man Standing

Arte

9.30 (für HG) Aufbruch in die Neue Welt 11.00

(für HG) Wildnis am LagoMaggiore 11.45 Rituale

der Welt 12.15 Re: 12.50 Arte Journal 13.00

Stadt Land Kunst 13.45 (für HG) Lauf Jungelauf.

Drama, D/F 2013 15.30 Medizin in fernen

Ländern 16.00 (für HG) AbenteuerKaribik 16.50

Xenius 17.20 Rituale der Welt 17.50 Stromaufwärts!

Europas Wasserwege 18.35 Amur 19.20

Arte Journal 19.40 Re: 20.15 (für HG) Lou

Andreas-Salomé. Historienfilm, D/CH 2016

22.00 Wahnsinn! Nietzsche! 22.55 Rückkehr

ans Meer.Drama, F2009 0.20 Bad Banks

3Sat

9.05 Kulturzeit 9.45 nano 10.15 (für HG) Anne

Will 11.15 Der Traum vomneuen Leben ... und

seine Schattenseiten 12.00 (für HG) Zwangseinweisungen

in die Psychiatrie 12.30 Der Tod–das

letzte Tabu 13.00 (für HG) ZIB 13.20 Traumorte

14.05 Namib 14.50 Das Wüstenparadies 16.15

Die neue Wildnis 18.30 nano 19.00 (für HG)

heute 19.20 Kulturzeit 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 Wunderwaffe Mikrobiom

21.05 Schmerz lass nach 22.00 (für HG) ZIB 2

22.25 Im falschen Leben. Drama, D/A 2011

23.55 Schlaflos in Saarbrücken 0.25 10 vor10

Phoenix

13.15 Facettenreiches Frankreich–Kultur und

Politik 14.00 phoenix vorort 14.45 Zoll im

Einsatz 15.15 Polizei im Einsatz 16.00

Klimafluch und Klimaflucht 16.45 Das Geschäft

mit der Welternährung 17.30 phoenix der tag

18.00 Tierschutz, Tierwohl, Tierrecht 18.30 (für

HG) Peking –Metropole der Macht 19.15 (für

HG) Immer an der Mauer lang 20.00 (für HG)

Tagesschau 20.15 (für HG) Russlands versteckte

Paradiese 21.00 (für HG) St. Petersburg 21.45

(für HG) heute journal 22.15 Phoenix Runde

23.00 phoenix der tag 0.00 Phoenix Runde

Kika

12.55 Mirette ermittelt 13.15 (für HG) 41/2

Freunde 13.40 (für HG) Die Pfefferkörner 14.10

Schloss Einstein –Erfurt 15.00 Du bist Style!

15.25 Max &Maestro 15.50 Die Abenteuerdes

jungen Marco Polo 16.40 SimsalaGrimm 17.30

(für HG) Der kleine Prinz 17.55 Shaun das Schaf

18.15 Marinette 18.40 Wolkenkinder 18.47

Baumhaus 18.50 Unser Sandmännchen 19.00

(für HG) Wickie und die starken Männer 19.25

(für HG) Anna und die wilden Tiere 19.50 (für

HG) logo! 20.00 (für HG) Kika Live 20.10 Die

Jungs-WG 20.35 Die Mädchen-WG

Dmax

6.50 Infomercial 8.50 Hardcore Pawn 9.20

BaggageBattles 9.50 Infomercial 10.15 House

Hunters 10.45 Haus gesucht in Alaska 11.15

Deutschland 24/7 12.15 Steel Buddies 13.15

Railroad Alaska 14.15 Die Schatzsucher –Goldrausch

in Alaska 16.15 Border Control 17.15

SteelBuddies 18.15 Asphalt-Cowboys 19.15 A2

–AbenteuerAutobahn 20.15 Die Schatzsucher

–Goldrausch in Alaska 22.15 Undercover

Billionaire 23.10 DMAX News 23.15 Undercover

Billionaire 0.10 DMAX News

Tagesschau 24

5.00 Tagesschau 5.02 Hessenschau 5.30

ARD-Morgenmagazin 9.00 Tagesschau-Nachrich

ten 9.15 Mehr als nur vier Wände 10.00

Tagesschau-Nachrichten 10.15 Wohnung weg

und was kommt dann? 11.00 Tagesschau-

Nachrichten 13.00 ZDF-Mittagsmagazin 14.00

Tagesschau-Nachrichten 19.15 Markt 20.00

Tagesschau 20.15 SehnsuchtsortBerlin: Wem

gehörtdie Stadt? 20.45 Panorama –Die

Reporter 21.15 Tagesschau 21.17 Fakt ist!

22.15 Tagesthemen 22.22 Markt 23.07

Tagesthemen 23.15 Tagesschau vor20Jahren

23.30 Kontrovers –das Politikmagazin 0.15

defacto 1.00 Nachtmagazin 1.20 extra 3

ONE

10.35 Lindenstraße 11.05 Familie Dr.Kleist

11.50 Sturmder Liebe 12.35 Sturmder Liebe

13.25 Um Himmels Willen 14.15 Das Leben ist

ein Bauernhof. Komödie, D2012 15.40 Familie

Dr.Kleist 16.30 Bezaubernde Jeannie 16.55

Bezaubernde Jeannie 17.20 Lindenstraße 17.50

Hartaber herzlich 18.40 Sturmder Liebe 19.25

Sturmder Liebe 20.15 Agatha Christies Marple:

Ein Schritt ins Leere.Krimireihe, GB 2009 21.50

Alfred Hitchcock präsentiert:Das Geständnis

22.10 Agatha Christies Poirot 23.00 Agatha

Christies Poirot 23.50 Agatha Christies Marple:

Ein Schritt ins Leere.Krimireihe, GB 2009 1.25

Alfred Hitchcock präsentiert:Das Geständnis

ZDF NEO

5.00 (für HG) Das Mysterium vonAngkor 5.45

(für HG) Mythos Burg 6.30 (für HG) Mythos Burg

7.15 (für HG) Ein TagimMittelalter 8.00

Topfgeldjäger 8.55 (für HG) Stadt, Land, Lecker

9.40 (für HG) Bares für Rares 10.30 (für HG)

Bares für Rares 11.25 Dinner Date 12.10 (für

HG) Monk 12.50 (für HG) Monk 13.35 Psych

14.15 Psych 14.55 (für HG) Monk 15.35 (für

HG) Monk 16.20 Psych 17.00 Psych 17.45 (für

HG) Bares für Rares 18.35 Dinner Date 19.20

(für HG) Bares für Rares 20.15 (für HG) Wilsberg

Kein Wegzurück. Krimireihe,D2015 21.45 (für

HG) Ein starkes Team: Alte Wunden. Krimireihe, D

2014 23.15 Der Pass 0.05 (für HG) Der Pass

ZDF INFO

8.13 heute Xpress 8.15 Mordakte Mittelalter

11.55 ZDF-History. Geköpft, gerädert, gehenkt:

WasamRichtplatz geschah 12.40 History360°

–Geschichteder Menschheit 15.45 ZDF-History.

Die Superhelden der Geschichte:Von Odysseus

bis Mandela 16.30 ZDF-History. Blutiges Erbe

–Geheimnisvolle Schlachtfelder im Osten 17.15

ZDF-History.3000 Jahre Schlachtfeld Deutschland

18.00 ZDF-History. Deutschland 1945 von

oben 18.45 ZDF-History. Krieg der Zeichner

19.15 ZDF-History. Das Ende -Die letzten100

Tage des Zweiten Weltkiegs 20.15 (für HG) Ein

TaginAuschwitz 21.45 Die Jahreschronik des

Dritten Reichs 0.40 heute journal

Radio

KLASSIK

18.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Opernführer Richard Strauss –Der Rosenkavalier.Mit

Matthias Käther,ca. 56 Min.

20.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Konzert Kammermusikmarathon Venus Ensembl

Berlin: Das Werk vonJosef Suk (2/2): Vier Stück

für Violine und Klavier op. 17: „Erlebtes und

Erträumtes“, Klavierstückeop. 30 (Auszüge),

Klavierquintett g-Moll op. 8, ca. 87 Min.

20.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Alte Musik Spezial Spurensuche in der

Renaissance –Das Ensemble Doulce Memoire.

Mit Bernhard Schrammek, ca. 56 Min.

21.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6.4 MHz)

Alte Musik Angelico Maestro: Der Mythos um

Giovanni Battista Pergolesi. VonBernhard

Schrammek, ca. 30 Min.

HÖRSPIEL

14.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Lesung Rohstoff (13/20). VonJörg Fauser /

Gelesenvon Lars Eidinger,ca. 30 Min.

20.30 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Lesezeit Peter Schneider liest aus „Vivaldi und

seine Töchter“ (2/2), ca. 30 Min.

21.05 Deutschlandfunk (97.7 MHz)

Querköpfe Kabarett,Comedy&schrägeLieder:

Wahlgesänge–Der Klavierkabarettist William

Wahl. Ein Porträt vonAchim Hahn, ca. 55 Min.

22.03 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Hörspiel Die weite weite Sofalandschaft. Von

Malte Abraham /Regie: der Autor /Mit: Esther

Hilsemer,Lea Ostrovskiy,ca. 57 Min.

MAGAZIN

18.30 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Weltzeit „Niemand gibt mir eine Chance“:

Obdachlos in Istanbul. VonEmre Calak und

Nicole Graaf, ca. 30 Min.

19.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Kulturtermin Seenot-Retteraus Berlin: Eine

Bestandsaufnahme, ca. 26 Min.

19.05 Deutschlandfunk Kultur (89.6 MHz)

Zeitfragen. Kultur und Geschichte Der Gürtel

des Kahimemua Nguvauva: Eine deutsch-namibi

sche Kolonialgeschichte. VonChristiane

Habermalz, ca. 55 Min.

JAZZ /BLUES

19.30 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

The Voice Die kubanische Musikerin Yilian

Cañizares. Mit Lothar Jänichen, ca. 30 Min.

21.04 RBB KULTURRADIO (92.4 MHz)

Neue Musik Ultraschall Berlin –Festival für neue

Musik 2020, Konzertaufnahmevom 16.01.2020

im HeimathafenNeukölln, ca. 56 Min.


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 – S eite 19 *

·························································································································································································································································································

Sport

UrsFischer wirkte in Dortmund zwischenzeitlich entsetzt, wie sich der 1. FC Union in sein Schicksal ergab.

IMAGO IMAGES/LACI PERENYI

Ohne Zwang

Der 1. FC Union geht als großer Favorit in das DFB-Pokal-Achtelfinale. Deshalb ist Trainer Urs Fischer bemüht, die Bedeutung dieser Partie richtig einzuordnen

VonMax Ohlert

Urs Fischer sah entspannt

aus. Überraschend entspannt,

könnte man beinahe

sagen. Denn unmittelbar

nach der 0:5-Niederlage

gegen Borussia Dortmund am vergangenenWochenende

war der Trainer

des 1. FC Union sichtlich unzufrieden.

Nicht etwa allein der fünf

Gegentore wegen, sondern vornehmlich,

weil sich seine sonst so

engagierte Mannschaft passiv und

ängstlich vom Meisterkandidaten

hatte vorführen lassen und erschreckend

wenig Gegenwehr leistete.

„Das Thema ist abgehakt“, sagte

der Schweizer keine 48 Stunden später,vor

dem Spiel inVerl am Mittwoch

(18.30/Sky). Man habe sich die komplette

Partie nochmals angeschaut,

Fehler analysiert, mögliche Lösungen

für die Zukunft besprochen und

„schlussendlich“, wie Fischer, 52,

gerne sagt, einen Haken gesetzt.

Dortmund war gestern,Verl ist heute.

Und der geneigte Fußball-Beobachter

würde wohl behaupten,

dass das Pokalduell mit dem Viertligisten

für die Eisernen zum rechten

Zeitpunkt kommt. Ein willkommener

Anlass, nach den eher durchwachsenen

Wochen des in der Bundesliga

Mitlaufens endlich mal wieder

einem Spiel den eigenen Stempel

aufzudrücken. Um dann am Sonnabend

gestärkt das wichtige Duell

bei Werder Bremen anzugehen.

Zwiespältige Situation

Rotation: Urs Fischer wird

das Spiel gegenVerlnutzen,

um einigen Spielernaus der

Reserve Spielpraxis zu geben.

Kandidaten sind Julian

Ryerson und Ken Reichel.

Doch genau hier wich die offensichtliche

Lockerheit Fischers dem analytischen

Realismus, der den Schweizer

Übungsleiter der Köpenicker in

der Vergangenheit so erfolgreich hat

arbeiten lassen. „Mir wäre eslieber,

wenn wir die Spiele in Dortmund

und Bremen mal vondem in Verl lösen“,

sagte der Schweizer und erklärte

warum: „Wir sprechen hier

über zwei verschiedene Paar Schuhe.

In der Meisterschaft haben wir noch

so einige Spiele vor uns. InVerl haben

wir die in dieser Saison einmalige

Chance, inein Viertelfinale einzuziehen.

Wenn wir verlieren, sind

wir raus.“

Waswie ein Fischer-Plädoyer für

den Erfolg im DFB-Pokal klang, der

Union immerhin satte 1,4 Millionen

Euro Preisgeld in die Kassen spülen

würde, hat in Wirklichkeit eine gegenteilige

Bedeutung für die Eisernen.

Denn der Schweizer ist sich der

zwiespältigen Situation, in der sein

CHANCE FÜR DIE ZWEITE GARDE

Rückkehr: Kein Thema sei

jedoch Grischa Prömel, der

in Dortmund die Rückkehr

nach seiner Verletzung feierte.

„Grischa benötigt noch

Zeit“, so Fischer

Rasen: Auch, weil das Geläuf

in Verl alles andere als

gesundheitsfreundlich sein

soll. Fischer:„Die Platzverhältnisse

sind nicht optimal,

aber Passspiel ist möglich.“

Team sich derzeit befindet, absolut

bewusst.

Wenige Wochen vor der Winterpause

hatten die Köpenicker nach

einer ebenso überraschenden wie

harterarbeiteten Stärke-Phase einen

gefühlt kaum noch zu verspielenden

Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Doch nach mehreren Punktverlusten

und einer erstarkenden Konkurrenz

schmolz dieser zusammen.

Dem Entlastungssieg gegen Augsburg

folgte schließlich die Lehrstunde

in Dortmund. Eine Achterbahnfahrt

ist derzeit kalkulierbarer

als die wöchentliche Punktausbeute

der Eisernen. Weshalb Fischer auch

weit davon entfernt ist, das Pokalspiel

gegen den unterklassigen Gegner

als Pflichtsieg zu sehen.

VerlsStärken

Erschwerend hinzu kommt nämlich,

dass der SC Verl keinesfalls nur aus

purem Glück so spät im Pokal-Wettbewerb

noch auf die Eisernen trifft.

„Die haben Augsburg und Kiel geschlagen,

einen Erst- und Zweitligisten“

erinnerte Fischer, der deshalb

am vergangenen Freitag selbst ein

Ligaspiel der Westfalen scoutete und

dort ein Team sah, „das immer wieder

hoch anläuft, sehr schnelle Leute

auf dem Flügel und Offensivspieler

hat, die auch sehr gut verteidigen

können.“

Wenn der Trainer das Pokalspiel

also von den Ligapartien „loslösen“

will, steckt dahinter auch dieVorstellung,

den mentalen Zustand des

Teams nicht vomResultat in Verl abhängig

zu machen. Das Duell soll

weder von der herben Klatsche in

Dortmund beeinflusst werden, noch

einen Einfluss auf die Partie in Bremen

haben. Die Eisernen reisen, im

Falle einer erneuten Pleite,weder als

„Versager“ weiter nach Bremen,

noch sind die Probleme, die das

Team in den vergangenen Monaten

in der Liga hatte, verflogen, wenn

Union in Verl ins Viertelfinale einzieht.

Kurz: Der Pokal ist der Pokal,

nicht mehr und nicht weniger.

Für Fischer ist diese

Herangehensweise wichtig, weil sich

die Eisernen eben in einer sehr entscheidenden

Phase ihrer Bundesliga-Premierensaison

befinden. Jederzeit

kann es für Union steil nach

oben, aber eben auch steil nach unten

gehen. Und die Köpenicker sind

in der Vergangenheit stets am besten

gefahren, wenn sie sich auf ihre jeweils

nächste Aufgabe fokussierthaben

und nicht auf das große Ganze.

Die Tragik des Pokals

Hertha BSC führt bis zur 75. Minute des Pokal-Achtelfinalspiels bei Schalke 04. Dann jedoch schlägt das Pech der Berliner in diesem Wettbewerb wieder einmal voll zu

VonDaniel Theweleit, Gelsenkirchen

So langsam nimmt die Pokalgeschichte

von Hertha BSC Berlin

tragische Züge an. Seit 1985 wirddas

Finale des wichtigsten nationalen

Pokalwettbewerbs nun in der Hauptstadt

ausgetragen, aber die Herthaner

waren noch nie dabei. „Die

Sehnsucht nach einem Pokalsieg im

eigenen Stadion kann ich absolut

nachvollziehen.“, hatte Trainer Jürgen

Klinsmann vor dem Achtelfinalspiel

in Gelsenkirchen erklärt, und

die Fans entrollten vor dem Anpfiff

auf Schalke ein riesiges Transparent.

„Der Traum lebt weiter“, stand dort,

und sie hatten tatsächlich ausgiebig

träumen können im Verlauf des

Abends. Mit 2:0 führten die Berliner

bis in die Schlussphase der regulären

Spielzeit hinein und verloren

schließlich noch durch einen Treffer

vonBenito Raman mit 3:2 nach einer

dramatischen Verlängerung.

Am Ende war es ein wunderbares

Pokaldrama, das nach seiner Vorgeschichte

in dieser Form eher nicht zu

erwarten war. Das Duell Hertha gegen

Schake hatte ja bereits am vorigen

Freitag mit einem trostlosen 0:0

in der Bundesliga begonnen, und zunächst

passierte auch an diesem

Abend nur wenig: Beide Mannschaften

verteidigten ordentlich, wussten

aber nur wenig mit dem Ball anzufangen,

wenn kreative Lösungen auf

dem Wegzum gegnerischen Torgefragt

waren. Jedenfalls bis Berlins

Krzysztof Piatek einen klugen Diagonalball

auf den rechten Flügel zu Marius

Wolf schlug; der Flügelspieler

passte vors Tor, wo Pascal Köpke den

Ball geschickt über die Linie schob

(12.). Der Sohn des Bundestorwarttrainers

Andreas Köpke stand zum

ersten mal in der Berliner Startelf

und hatte sofortgetroffen.

Es war überhaupt ein Abend der

Debütanten. Bei Berlin feierte auch

Piatek, der in der Winterpause für 23

Millionen Euro vomACMailand verpflichtet

wurde, seine Premiere als

Teil der ersten Elf. Und bei den Gelsenkirchenern

tauchten mit Ahmed

Kutucu, Jean-Clair Todibo sowie

Jordan Torunarigha dreht in der Verlängerung durch und sieht Rot.

Nassim Boujellab gleich drei Profs

erstmals in dieser Saison in der Liste

der Startelfspieler auf. Besonders die

Wahl des Personals von Schalkes

Trainer David Wagner hatte alle

überrascht, weil mit Ozan Kabak und

Benito Raman zwei tragende Säulen

der vergangenen Wochen fehlten.

Und das rächte sich. Nach vorne

klappte in der ersten Halbzeit wenig,

während die Defensive immer wie-

GETTY IMAGESX

der schlecht sortiert wirkte. Der einzige

wirklich gefährliche Schalke

Schuss der ersten Hälfte war Amine

Haritgelungen, aber Jordan Torunarigha

klärte den von Torhüter Rune

Jarstein bereits etwas verlangsamten

Ball gerade noch auf der Linie (14.).

Lange Zeit agierte die Berliner

Defensive beeindruckend stabil gegen

diese Schalker,und die gute Ordnung

führte immer wieder zu guten

Balleroberungen. So wie nach 39 Minuten,

als das Sturmduo Köpke/Piatek

bei einem Konter erneut viel

Raum hatte. Köpke fand den richtigen

Moment für ein Abspiel auf seinen

polnischen Kollegen, dessen

Schuss Alexander Nübel im Schalker

Tor nicht mehr halten konnte, es

stand 0:2. An allen Ecken fehlte den

Schalkern die stabilisierende Präsenz

von Ozan Kabak, und in der

Pause korrigierte Wagner seine Aufstellung.

Der türkische Innenverteidiger

spielte nun für Todibo, der im

Januar vom FCBarcelona ausgeliehen

wurde, und den Lothar Matthäus

für eines der größten Innenverteidigertalente

Europas hält. Aber

mit Kabak wurde Schalke immer

besser.

Mit einem mal entstand wieder

diese besondere königsblaue Energie,

die Schalke derzeit so stark

macht. Miteiner großeWiderstandskraft

stemmten sie sich gegen die

drohende Niederlage, und der Anschlusstreffer

war typisch für den FC

Schalke der laufenden Saison: Miteinem

Akt des Willens setzte sich Daniel

Caligiuri ander Grundlinie gegen

Maximilian Mittelstädt durch

und traf aus sieben Meternzum wild

umjubelten 1:2 (76.). Nun war

Schalke da, Amine Haritgelang nach

einem Querpass Caligiuris schnell

das 2:2 (82.), es gab eine turbulente

Verlängerung.

Die Partie wogte hin und her,

Schalke war überlegen, aber die Hertha

hielt wehrte sich mit großer Leidenschaft.

Allerdings sah Torunarigha

eine gelb-rote Karte, nachdem

er am Spielfeldrand eine Kiste auf

den Boden geworfen hatte,die Emotionen

kochten. Und David Wagner

musste sogar mit einer roten Kartein

die Kabine, weil der Videoschiedsrichter

eine Tätlichkeit des Trainers

gesehen hatte (102.), der Torunarigha

aber eigentlich nur beruhigen

wollte. Den Schlusspunkt setzte

dann der eingewechselte Benito Raman,

der einen Konter mit einem

Sprint übers halbe Spielfeld und einem

Schuss durch die Beine vonJarstein

krönte (115.).


20 * Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5 . F ebruar 2020

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Sport

Mehr Geld,

neue

Plattformen

Handballer profitieren von

modifiziertem Medienvertrag

Soviel Geld gab es im Handball

noch nie. Mindestens eine halbe

Milliarde Euro spült der neue Medien-

und Marketingvertrag in die

Kassen der Europäischen Handballföderation

EHF. Sogar 600 Millionen

Euro kann der Rekordvertrag, der

seit Beginn des Jahres läuft, durch

Klauseln einbringen. Und auch für

dieVereine und nationalenVerbände

soll es dank der Abmachung mit dem

Rechtevermarkter Infront und dem

Streamingdienst DAZN mehr Geld

geben. Was der Zehnjahresvertrag

für die deutschen Handballfans bedeutet,

ist aber nur zum Teil klar.

Gut sieht es bei den Europameisterschaften

aus.Mindestens bis zum

Heimspiel 2024 laufen die deutschen

EM-Spiele ohne Zusatzzahlung im

frei zu empfangenden Fernsehen.

Die Agentur SportA hat von Infront/DAZN

die TV-Rechte für ARD

und ZDF erworben. Zusätzlich haben

die öffentlich-rechtlichen Sender

vom Handballweltverband die

WM-Rechte 2021, 2023 und 2025 gekauft.

Die Champions League wird hingegen

mit großerWahrscheinlichkeit

auch zukünftig im Bezahlbereich

laufen, so wie bis zum Ende der Saison

beim Pay-TV-Sender Sky. „Bei

den Klub-Wettbewerben läuft der

Vergabeprozess der Rechte“, sagte

EHF-Präsident Michael Wiederer.

„Da werden Gespräche mit Sky genauso

geführt wie mit allen anderen.“

Obwohl DAZN den Rekordvertrag

gemeinsam mit der Agentur Infront

abgeschlossen hat, kommt es

zu einem Kuriosum. „DAZN ist einer

wie alle anderen auch“, sagte Wiederer:

„Infront verhandelt selbst für

den deutschen Markt.“ DAZN ist

auch als Agentur tätig und hat offensichtlich

ein Mitspracherecht. Zumindest

hatte der Infront-Manager

Deutsche EM-Spiele sind langfristig im

Free-TV empfangbar. IMAGO IMAGES/MARCO WOLF

Julien Ternisien vergangene Woche

beim Kongress SpoBis gesagt: „Wir

entscheiden zusammen.“

Die Chancen auf Champions-

League-Spiele im Free-TV erscheinen

gering. „Das ist nicht verpflichtend“,

sagte der EHF-Boss. „Wir

brauchen eine große Abdeckung,

und die ist für manche Sender

schwer zu erreichen. Möglicherweise

wird es zu Kombinationen

kommen.“ Wiederer brachte die

ARD ins Spiel, die beim Handball bereits

mit Sky kooperiert und einen

gemeinsamen Bundesliga-Vertrag

hat.

So oder so,für dieVereine soll sich

der Rekordvertrag auszahlen. „80

Prozent der Einnahmen werden an

die Klubs gehen, 20 Prozent erhält

der Verband“, sagte der EHF-Präsident.

Die Vereine würden damit

rund viermal so viel Geld erhalten

wie bisher. Den Rekordvertrag bezeichnet

der Verbands-Chef als „Riesenschritt

für die Entwicklung des

europäischen Handballs“. Es gehe

dabei „nicht nur um das Geld, sondern

auch um ganz neue Plattformen,

auf denen Handball künftig gezeigt“

werde. Neben den Europameisterschaften

und der Champions

League gehören auch die anderen

Europapokal-Wettbewerbe und

Beachhandball zum Kontrakt. (dpa)

Flicks erstes Finale

Der Bayern-Trainer erhält Bestnoten und strebt nun gegen Hoffenheim in die nächste Runde des DFB-Pokals

VonMaik Rosner,München

Begonnen hatte der Dienstag

eigentlich mit guten

Nachrichten für Hansi

Flick. Doch als der Trainer

des FC Bayern am frühen Nachmittag

vor die Medien trat, musste er

erst einmal von einer schlechten

Nachricht für ihn und die Münchner

insgesamt berichten. „Imersten Moment

ein Schock“, sagte Flick, sei die

Verletzung des zuletzt formstarken

Ivan Perisic gewesen, der sich kurz

zuvor im Training einen Knöchelbruch

zugezogen hatte.Verschraubt

werden müsse die Fraktur, soFlick,

nach rund vier Wochen Heilungsphase

werde das Aufbautraining beginnen.

Perisic fällt lange aus

Bayern-Trainer Hansi Flick muss ohne Ivan Perisic auskommen.

LACI PERENYI/IMAGO

„Ich finde, dass er exzellente Arbeit macht,

und das sage ich nicht nur, weil wir die drei

Spiele in diesem Jahr gewonnen haben, sondern

auch wegen unserer Spielweise.“

Herbert Hainer würde als Präsident des FC Bayern Hansi Flick gerne

langfristig an den Verein binden.

Alles unter Kontrolle

Bis Perisic wieder voll belastbar ist,

dürfte es also Aprilwerden. Dass der

Kroate durch einen Tritt von Real

Madrids Leihspieler Álvaro Odriozola

verletzt wurde,verlieh dem Ausfall

vordem Pokalachtelfinale an diesem

Mittwoch gegen die TSG Hoffenheim

(20.45 Uhr, das Erste) eine

pikante Note. Einen Rechtsverteidiger

und einen Flügelspieler hatte

Flick in der Vorbereitung ja als Verstärkungen

gefordert. Bekommen

hat er den Rechtsverteidiger Odriozola,

für den er bisher allerdings

noch keine Verwendung gefunden

hat.

Zudem hat Flick nun durch Odriozola

einen Flügelspieler verloren.

Immerhin sei dafür Serge Gnabry

„absolut 100 Prozent fit“, sagte Flick,

zudem könne Kingsley Coman voraussichtlich

am Sonntag im Ligagipfel

gegen RB Leipzig wieder im

Kader stehen. Bereits gegen Hoffenheim

wird der zuletzt ebenfalls länger

verletzte Defensivspieler Lucas

Hernández erstmals wieder zum

Aufgebot zählen.

Bevor sich Perisic mittelfristig in

den Krankenstand verabschiedete,

hatte der Dienstag für Flick noch

sehr erfreulich begonnen. „Wir wollen

erfolgreichen und bezaubernden

Fußball spielen, so wie jetzt unter

Hansi Flick“, hatte Präsident Herbert

Hainer laut Passauer Neue Presse bei

einem Fanklubbesuch gesagt und

dem Trainer eine Beschäftigung über

das Saisonende hinaus sehr deutlich

in Aussicht gestellt. „Wenn er weiter

so gewinnt, dann gibt es keine Alternative“,

sagte Hainer,„ich finde,dass

er exzellente Arbeit macht, und das

sage ich nicht nur, weil wir die drei

Spiele in diesem Jahr gewonnen haben,

sondern auch wegen unserer

Spielweise.“

Viel mehr Lob ging kaum. Allerdings

weiß Flick bei aller Freude über

die Komplimente vor seinem ersten

Finale, „dass das beim FC Bayern

von Woche zu Woche anders sein

kann“. Anders als die bisherigen 13

Partien in der Bundesliga und

Champions League gehe er seine

K.o.-Spiel-Premiere allerdings nicht

an. UndseineVergangenheit als Trainer

(2000 bis 2005) bei der TSGspiele

für ihn ebenfalls keine Rolle, auch

nicht die weniger erfolgreiche Zusammenarbeit

als Geschäftsführer.

Am 1. Juli 2017 hatte er diese Aufgabe

bei den Hoffenheimern angetreten,

ausgestattet mit einem Vertrag über

fünf Jahre. Doch bereits Ende Februar

2018 trennte man sich bereits

wieder.

„Es war keine erfreuliche Zeit,

aber ich möchte sie nicht missen“,

sagte Flick. Für seine Entwicklung sei

diese Erfahrung gut gewesen, „ich

bin damit vollkommen im Reinen“.

Zumal er nun beim FC Bayern wieder

jenen Job ausüben darf, in dem

er sich am wohlsten fühlt. „Ich

glaube,das ist meine Berufung, Trainer

zu sein“, sagte Flick. In dieser

Rolle geht es für ihn nun darum, den

nächsten Schritt auf demWegzuden

angestrebten Titeln zu gehen. Auch,

um seine Aufgabe über den Sommer

hinaus ausüben zu dürfen. „Wir wollen

das Spiel gewinnen und natürlich

auch nach Berlin“, sagte Flick,

also zum Pokalfinale im Olympiastadion.

„Zutrauen in die Qualität“

Vernommen haben sie beim FC Bayerndurchaus,dass

sich auch Hoffenheims

Trainer Alfred Schreuder den

Pokaltitel vordem Spiel in München

forsch zum Ziel gesetzt hat. „Wir fahrendahin

und wollen gewinnen, weil

wir Pokalsieger werden wollen“,

hatte der Niederländer gesagt und

auf eben jene selbstbewusste „Ausstrahlung

und Überzeugung“ verwiesen,

die man gegen eine große

Mannschaft haben müsse, umdiese

bezwingen zu können. Wie bereits

im Oktober, als die TSG 2:1 in München

gewann.

Damals allerdings spielten sie

auch bei einer verunsicherten Bayern-Elf,

die noch von Niko Kovac

trainiert wurde. Nun aber habe die

Mannschaft „wieder Zutrauen in

ihre Qualität“, sagte Flick. „Das ist

das, was eine Mannschaft ausmacht

–gerade diese.“ Daran soll auch der

Ausfall vonPerisic nichts ändern.

Der Hamburger SV wird gegen den Karlsruher SC als erster Profiklub Pyrotechnik abbrennen, der DFB stimmt zu

Sonnabend, kurz vor 13 Uhr. Im

Volksparkstadion haben sich

rund 50 000 Fans versammelt. Es flackert

vor der Nordkurve, Rauch

steigt auf –mit Genehmigung von

ganz oben. Der Hamburger SV wagt

ein bundesweit beachtetes Experiment

und darf als erster Profiklub

vor einem Pflichtspiel Pyrotechnik

kontrolliert abbrennen. Wie der

Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte,haben

die zuständigen Behörden

der Hansestadt und die Kommission

für Prävention, Sicherheit

und Fußballkultur des Verbands einen

entsprechenden Antrag auf eine

Ausnahmegenehmigung bewilligt.

Vor dem Anpfiff des Zweitliga-

Duells gegen den Karlsruher SC werden

unter Beteiligung von Fans

„zehn Rauchtöpfe außerhalb der Zuschauerbereiche

unter Aufsicht einer

Fachfirma kontrolliert“ abgebrannt,

schrieb der DFB. Monatelang

hatte der HSV im Hintergrund

an seinem Vorhaben gearbeitet. Bei

der Erlaubnis handelt es sich „um

eine einmalige Ausnahmegenehmigung

auf Basis der behördlichen Zustimmung

für diesen Spieltag“.

Unkontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik lehnt der HSV weiter ab.

DasThema Pyrotechnik beschäftigt

den deutschen Fußball seit Jahren,

entsprechend genau schauen

die Bundesligavereine hin, die regelmäßig

zur Kasse gebeten werden,

wenn ihre Fans unerlaubt auf der

Tribüne zündeln. Die Hamburger

waren dabei in den vergangen beiden

Saisons trauriger Strafenkönig.

Mehrmals musste der Traditionsverein

für dieVergehen seiner Anhänger

IMAGO IMAGES

sechsstellige Summen aufbringen.

So etwa nach dem Derby gegen

St. Pauli. Lösungen waren bislang

nicht in Sicht.

Die Hamburger gehen mit ihrem

Vorstoß nun auf die aktive Fanszene

zu, für die Pyrozum Stadionerlebnis

dazugehört. Aber der HSV grenzt

sich auch ganz klar von den Anhängern

ab, die im Block mit dem gefährlichen

Feuerwerk hantieren.

„Wir verstehen uns nicht als Anwälte

bei der Pyro-Diskussion dieser 20

durchgeknallten Straftäter, denen

Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen

egal ist, wenn sie unkontrolliert

Pyro zündeln“, sagt HSV-

Chef BerndHoffmann: „Umdas klar

zu sagen: Hier gilt eine absolute

Null-Toleranz-Politik.“

Vor dem Spiel gegen Karlsruhe

werde laut DFB das Abbrennen

„durchgehend von einem Pyrotechniker

vor Ort begleitet und überwacht“,

jegliche Gefahr soll ausgeschlossen

werden. Feuerlöscher und

Löscheimer stehen bereit. Hinter

den beteiligten Fans wird jeweils ein

Ordner postiert. Die Feuerwehr

muss abhängig von der Wetterprognose

noch ein finales Okay geben,

auch eine Absage ist weiter möglich.

„Generell gilt, dass die Vereine zum

Schutz der Zuschauer dafür zu sorgen

haben, dass keine Pyrotechnik

ins Stadion gebracht wird“, teilte der

DFB mit. Ausnahmegenehmigung

bleiben möglich, solange der Veranstalter

„Haftung und Verantwortung

für den kontrollierten Einsatz von

Pyrotechnik“ übernehme. (sid)

NACHRICHTEN

Spandauer Wasserballer

sind in UngarnAußenseiter

WASSERBALL. Rekordmeister Spandau

04 startet am Mittwoch (19.00

Uhr) bei Ungarns Spitzenteam Szolnoki

VSK in die Rückrunde der

Champions League-Hauptrunde.

Aktuell sind die Gastgeber nach den

sieben Partien der Hinrunde mit 12

ZählernVierter,Spandau ist Sechster

(5).Vier Mannschaften erreichen das

Final 8des Königswettbewerbs im

Juni in Genua.

Eisbär Constantin Braun fällt

wochenlang aus

EISHOCKEY. Verteidiger Constantin

Braun steht den Eisbären Berlin in

der Deutschen Eishockey Liga (DEL)

voraussichtlich bis zum Ende der

Hautrunde nicht mehr zur Verfügung.

DerfrühereDEB-Nationalspieler

hat sich am Sonntag im Spiel

gegen den ERCIngolstadt (6:2) eine

Innenbandteilruptur im Knie zugezogen.

Dasgab der Klub am Dienstagabend

bekannt.Braun fällt damit

mindestens sechs Wochen aus.Die

DEL-Hauptrunde endet bereits am

8. März, die Vor-Play-offs beginnen

am 11. März, das Viertelfinale am 17.

März.

Leipzigs Handballerndroht

eine Hallensperre

HANDBALL. Bundesligist SC DHfK

Leipzig droht wegen des undichten

Dachs der Arena eine Sperrung seiner

Spielstätte.„Diese Maßnahme,

die auch in der Spielordnung des

Deutschen Handball-Bundes so verankertist,

steht derzeit im Raum“,

sagte Andreas Wäschenbach, Spielleiter

der Handball-Bundesliga

(HBL), der Deutschen Presse-Agentur.

Alba Berlin überrascht mit

Sieg gegen Mailand

BASKETBALL. Alba Berlin hat sein

Auswärtsspiel in der Euroleague gegen

das italienische Spitzenteam

Olimpia Milano überraschend mit

102:96 (27:25, 18:20, 30:28, 27:23) gewonnen.

DasTeam vonTrainer Aito

Garcia Reneses überzeugte gegen

das italienische Starensemble von

Anfang an und ließ sich vonden großen

Namen beim Gegner nicht beirren.

Bester Werfer der Albatrosse war

der Schwede Marcus Eriksson mit 22

Punkten. Peyton Siva steuerte zwölf

Punkte und sieben Vorlagen bei.

Schwedische Olympia-Dritte

unter Dopingverdacht

RINGEN. Dieschwedische Ringerin

Jenny Fransson ist positiv auf eine

verbotene Substanz getestet worden.

Nach Angaben des Schwedischen

Olympischen Komitees wurden

bei ihr Spuren des anabolen Steroids

Methyltestosteron gefunden.

Mitden Ergebnissen der B-Probe

wirdimLaufe der nächsten Woche

gerechnet. Fransson wurde bis auf

Weiteres suspendiert, ihr droht eine

vierjährige Dopingsperre. Fransson

ist Vizeweltmeisterin in der Gewichtsklasse

bis 68 Kilogramm, zudem

holte sie 2016 Olympia-Bronze

und 2012 WM-Gold.

ZAHLEN

Fußball

DFB-Pokal, Achtelfinale

Eintracht Frankfurt-RBLeipzig 3:1

1. FC K’lautern-Fort. Düsseldorf 2:5

FC Schalke04-Hertha BSC

3:2 n.V.

Werder Bremen -Bor.Dortmund 3:2

BayerLeverkusen -VfB Stuttgart Mi., 18.30 Uhr

SC Verl -1.FCUnion

Mi., 18.30 Uhr

FC Bayern -TSG Hoffenheim Mi., 20.45 Uhr

1. FC Saarbrücken -Karlsruher SC Mi., 20.45 Uhr


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 21

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Netzwerk

NACHRICHTEN

Gericht untersagt Check24

Jubiläumsangebote

WERKSTATT

Mobilgeräte

richtig

reinigen

VonDaniel Dangelmaier

Handys, Smartphones und Tablet-PCs

sind Gebrauchsgegenstände

und werden, wie jedes andere

Alltagsgerät, mit der Zeit auch

schmutzig. Für die Optik genügt es

Männern oft, schnell das Hemd aus

der Hose zu ziehen und mit dem Stoff

über den Bildschirmzuwischen. Damit

sind fettige Fingerabdrücke und

Schlieren schnell entfernt. Frauen

greifen häufiger zum Papiertuch.

Eine regelmäßige Reinigung ist

allerdings empfehlenswert, denn ein

Mobilgerät sollte nicht nur aus ästhetischen

Gründen sauber sein:

Durch die Nutzung entsteht auf der

Oberfläche ein Schmutzfilm, auf

dem sich Krankheitserreger ausbreiten

können. Deswegen ist es sinnvoll,

Touchscreens regelmäßig zumindest

mit einem Mikrofasertuch und mit

kreisenden Bewegungen von Fettspuren

zu befreien. Erweisen sich die

Flecken als hartnäckig, verrichtet ein

leicht befeuchtetes Tuch die Arbeit.

Doch Vorsicht: Nässe und Elektronik

sind bekannterweise nicht die besten

Freunde. Das zu säubernde Gerät

sollte aus diesem Grund ausgeschaltet

und das Tuch wirklich nur mit wenigen

TropfenWasser benässt sein.

Scharfe Reinigungsprodukte oder

Alkohol sind keine Alternativezureinem

Wasser. Sie greifen die dünne

fett- und schmutzabweisende Beschichtung

des Touchscreens an.

Allzu aggressive Mittel bewirken einem

schnellen Abrieb der Schicht,

wodurch es zu Problemen bei der

Bedienung bis hin zu Beschädigungen

des Displays kommen kann.

Stattdessen ist die Verwendung

eines Desinfektionsmittels aus der

Drogerie empfehlenswert. Es beseitigt

nicht nur Verunreinigungen,

sondern tötet Keime und Bakterien

ab,die auf der Ummantelung sitzen.

Die Flüssigkeit sollte auf ein Putztuch

gesprüht oder sparsam geträufelt

werden, damit nichts ins Innere

des Geräts gelangt.

Das Reinigen des Gehäuses oder

einer physischen Handy-Tastatur ist

auch mit einer antibakteriellen Reinigungsmasse

möglich. Dabei handelt

es sich um einen leicht klebrigen

Knetgummi, der durch seine Elastizität

in jede Ritze gelangt. Auf die

Oberfläche gedrückt, nimmt er

Staub, Hautpartikel und andere

kleine Krümel auf. Die Masse, die

durch zugesetzte Inhaltsstoffe auch

Krankheitserreger bekämpft, wirdab

rund fünf Euro in Fachgeschäften

und im Internet angeboten.

Bei Mobilgeräten sitzt der Dreck

gerne an und in den Kopfhörer-und

USB-Anschlüssen, die mithilfe von

Wattestäbchen gesäubert werden

können. In ihnen verfangen sich Flusen

und Dreckpartikel, die in die

Auslassungen geraten sind.

Mit Zahnstochern lassen sich

Schmutzteilchen ebenfalls herauskratzen.

Außerdem eignen sich die

spitzen Holzstäbchen hervorragend,

um enge Rillen zwischen Gehäuseteilen

vonAblagerungen zu befreien.

Dabei muss der Anwender mit Fingerspitzengefühl

agieren, denn wer

den Zahnstocher zu stark aufdrückt

oder zu tief in eine Ritze drückt, riskiert

Kratzer und Beschädigungen.

Unddie sind schlimmer als Flecken.

Daniel Dangelmaier

beginnt in diesem Jahr früh

mit dem Frühjahrsputz.

Ende Januar nahmen auch in Genf viele Menschen an einem weltweiten Protesttag gegen die fünfte Mobilfunkgeneration teil.

Kleines Land, große Bedenken

In der Schweiz ist der 5G-Ausbau weit vorangekommen, aber die Proteste werden auch größer

VonChristiane Oelrich

Kaum ein Land der Welt

drückt beim 5G-Ausbau so

auf das Tempo wie die

Schweiz. Vom5G-Musterland

schwärmte die Zeitschrift Connect.

Dabei sind die Grenzwerte für

Mobilfunkstrahlung der Antennen

zehnmal schärfer als anderswo. Das

wirdnun zum Problem.

Erschöpfung und Schlafprobleme

Zwar gelten allgemein für Mobilfunksendeanlagen

Immissionsgrenzwerte

vonbis zu 61Volt proMeter.

Zusätzlich hat die Schweiz aber

Grenzwerte für Anlagen in der Nähe

vonWohnungen, Schulen, Krankenhäusern,

Arbeits- und Spielplätzen

erlassen. Dort gelten höchstens

sechs Volt pro Meter. Inden Städten

sind die meisten Anlagen deshalb

bereits am Limit. Wirtschaft und Telekomverband

(Asut) fürchten aus

diesem Grund um den Spitzenplatz.

Sie verlangen eine Lockerung der

strengen Grenzwerte – während

gleichzeitig aus Furcht vor mehr

Strahlung der Widerstand gegen

neue Antennen wächst.

Einige Kantone in der Westschweiz

haben schon ein Moratorium

gegen den Bauweiterer 5G-Antennen

erlassen. Am Protesttag gegen

5G demonstrierten Ende Januar

laut Verein „Schutz vorStrahlung“ in

16 Städten 2000 Bürger.

Wenn die Grenzwerte nicht gekippt

werden, sei Schluss mit Musterländle,

warnt der Industrieverband

Economiesuisse: „Wenn in der

Schweiz kein Netz zur Verfügung

steht, werden neue Produkte,

Dienstleistungen und Innovationen

an einem anderen Ortentstehen.“

Wenn die Grenzwerte bleiben,

seien zu den 26 000 jetzigen Antennenstandorten

gut 12 300 weitere

nötig, hat eine Arbeitsgruppe des

Umweltministeriums errechnet. Der

Zeitbedarf für den Bau? „20 bis 30

Jahre.“Das Netz könne aber mit vorhandenen

Standorten international

konkurrenzfähig ausgebaut werden,

wenn der Grenzwert pro Anbieter

auf elf oder für eine Anlage auf 20

Volt proMeter erhöht werde.

Dasist eine Horrorvorstellung für

die Kritiker. Jeder zehnte Bürger

habe Symptome einer Elektrosensibilität,

die sich durch Erschöpfung,

Schlafstörungen, Herzbeschwerden

oder Muskelverspannungen bemerkbar

machen könne, sodie Bürgerinitiative,

die eine Volksabstimmung

für einen gesundheitsverträglichen

und stromsparenden Mobilfunk

anstrebt. Viele Auflagen sollten

verschärft werden, meint sie. Sosollen

Firmen bei der Planung von

neuen Anlagen oder der Erhöhung

der Leistung bestehender Anlagen

künftig die schriftliche Einwilligung

der Menschen brauchen, die im Umkreis

von 400 Metern wohnen. Die

beiden größten Schweizer Anbieter,

Swisscom mit einem Marktanteil

von rund 60 Prozent am Mobilfunk

und Sunrise mit etwa 26 Prozent,

treiben den 5G-Ausbau dennoch unbeirrtvoran.

„Es wird indrei, vier Jahren

Anwendungen geben, die wir uns heute

noch gar nicht vorstellen können.“

Armin Schädeli, Sprecher der Schweizer Swisscom, über die Zukunft von 5G

Wieso haben die Schweizer im

Vergleich zu Deutschland bei 5G die

Nase so weit vorn?Zum einen wegen

der frühen und fairen Lizenzvergabe,

sagt ein Branchenkenner. Nach der

Versteigerung Anfang Februar 2019

begann der Betrieb im April. Da war

in Deutschland gerade erst die Auktion

gestartet. Zudem sei die Regierung

nicht Milliardengewinnen

nachgejagt. „Wenn Betreiber astronomische

Beträge für die Lizenzen

hinlegen müssen, bleibt weniger

Geld für den Netzausbau“, sagt der

Branchenkenner. Zum anderen geben

die Schweizer so viel Geld wie

Das Dilemma der Landwirte

DPA/KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

kaum ein anderes Land für Informations-

und Kommunikationstechnik

aus, verlangen dafür aber auch die

besten Netzeund die neuesten Standards.

Das fordert die Anbieter. „In

anderen Märkten reagieren Konsumenten

stärker auf Preisunterschiede“,

sagt Sunrise-Sprecher Rolf

Ziebold.

Tipps der Stiftung Warentest

Das 5G-Netz soll viel mehr Bandbreite,

größere Übertragungsraten

und kürzere Reaktionszeiten möglich

machen. Das über Mobilfunknetze

transportierte Datenvolumen verdoppelt

sich nach Branchenschätzungen

etwa alle 18 Monate.„Es wird

in drei, vier Jahren Anwendungen geben,

die wir uns heute noch gar nicht

vorstellen können“, meint Swisscom-

Sprecher Armin Schädeli.

Die deutsche Stiftung Warentest

unterzog die Argumente der 5G-Kritiker

im Herbst einem Faktencheck.

Fazit: Nach aktuellem Stand der Forschung

„besteht kaum Grund zur

Sorge“, dass Handystrahlung Krebs

verursache oder Spermien schade.

Auch durch den 5G-Ausbau seien

keine großen Veränderungen zu erwarten.

Wersich davon nicht beruhigen

lässt, kann die Strahlenbelastung

mit simplen Methoden reduzieren.

So helfe es, beim mobilen TelefonierenAbstand

zu halten. Bereits wenige

Zentimeter Sicherheitsabstand zwischen

Ohr und Handy senken demnach

die Strahlenbelastung deutlich.

Deshalb empfehlen die Warentester

ein Headset oder eine Freisprechanlage.

(dpa)

Mit digitaler Technik ließe sich der Arbeitsaufwand reduzieren, aber die Investitionssummen sind für viele Bauern zu hoch

In der Landwirtschaft könnten

ohne menschliche Hilfe Kühe gemolken,

Hühner gefüttert, die Ställe

gesäubert werden. Mit moderner

Technik ließen sich auch Wasser,

Dünger und Saatgut sparen.

Nur: „Die Margen in der Landwirtschaft

sind ziemlich schmal“,

sagt Wilhelm Uffelmann, Partner

bei der Münchner Unternehmensberatung

Roland Berger und Fachmann

für die Landwirtschaft. „Für

kleine Bauern lohnen sich hohe Investitionen

in die Digitalisierung

meistens nicht, denn die Kosten

übersteigen bei weitem das Ertragspotenzial.“

Undteuer ist fast alles.So

kostet ein Melkroboter eine sechsstellige

Summe,die Anlagen sind für

Betriebe ab etwa 80 Kühen aufwärts

ausgelegt. So große Ställe haben

viele Milchbauernnicht.

„Bedeutsam ist die Digitalisierung

in der Landwirtschaft vor allem für

große Unternehmen mit vertikal integrierten

Wertschöpfungsketten“, sagt

Uffelmann. Vertikal integrierte Wertschöpfungskette

bedeutet, dass ein

Unternehmen sämtliche Schritte von

der Aussaat bis zumVerkauf steuert.

„So lassen deutsche Einzelhandelsketten

etwa Obst und Gemüse in

Spanien und Nordafrika anbauen.

Alle Prozesse –vom Anbau bis zur

Lieferung –werden so digital gesteuert

und kontrolliert. Und das ist

wichtig, denn je größer die Betriebe

werden, desto schwerer können sie

alles überblicken und steuern.“

Die Mehrheit der Bauern inEuropa

ist von solchen Wertschöpfungsketten

weit entfernt. Seit Jahrzehnten

stehen die Landwirte voreinem

Dilemma, dem ein geflügeltes

Wort Ausdruck verleiht: „Wachsen

oder weichen.“ Entweder den Hof

vergrößernoder aufhören.

Was noch dazukommt: Neue

Zahlen der europäischen Statistik-

Behörde Eurostat zeigen einem Zeitungsbericht

zufolge, dass das Einkommen

der deutschen Bauern und

ihrer Beschäftigten im Schnitt stark

schwankt und deutlich niedriger ist

als das ihrer europäischen Kollegen.

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung

am Dienstag berichtete, liegt

Deutschland seit 2015 im Eurostat-

Index der Einkommensentwicklung

in der Branche deutlich unter dem

EU-Durchschnitt. DerIndex, der die

Nettogewinne eines landwirtschaftlichen

Betriebes auf die Landwirte

und ihre Familienangehörigen umlegt

und so ein europaweit vergleichbares

Maß für die Entwicklung der

Einkommen liefert, lag demnach in

Deutschland nach vorläufigen Zahlen

für 2019 bei einem Wert von

100,47. Das sei deutlich unter dem

europäischen Schnitt von133,73.

(dpa, AFP)

DasLandgericht München Ihat dem

Vergleichsportal Check24 das Anbieten

sogenannter Jubiläumsdeals

beim Abschluss vonVersicherungen

untersagt. Im Rechtsstreit zwischen

dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute

(BVK) und dem

Internetportal gab das Gericht dem

klagenden Verband in einem am

Dienstag verkündeten Urteil vollumfänglich

recht, wie ein Gerichtssprecher

sagte.Anlass für die Klage des

BVKwaren „Versicherungsjubiläumsdeals“

des Vergleichsportals

im Jahr 2018. Nach Auffassung des

Verbands verletzte Check24 damit

das gesetzliche Sondervergütungsverbot,

indem es Kunden bei einem

neuen Versicherungsabschluss die

Auszahlung vonbis zu zwölf Monatsprämien

versprach. DerVerband

argumentierte dabei, dass das

Sondervergütungsverbot Verbraucher

vorfalschen Anreizen zum Abschluss

vonVersicherungsverträgen

schützen soll. BVK-Präsident MichaelHeinz

begrüßte das Urteil als

wichtigen Sieg für den Verbraucherund

Vermittlerschutz. DieEntscheidung

habe Signalcharakter für die

Branche. (AFP)

Blackberry:Aus für

Smartphones im August

Smartphones der Traditionsmarke

Blackberrywerden voraussichtlich

Ende August endgültig vomMarkt

verschwinden. Derchinesische Hersteller

TCL, der sie seit 2016 produziert,

wirddenVerkauf mit Auslaufen

der Lizenz einstellen. Kundenservice

für verkaufte Geräte solle es bis zum

31. August 2022 geben, wie TCLin

der Nacht zum Dienstag ankündigte.

Daskanadische Unternehmen

Blackberrywar mit seinen Tastaturtelefonen

einst ein Vorreiter im

Smartphone-Markt, verlor aber den

Anschluss,nachdem Apples iPhone

und Geräte mit Googles Android-

System Touchscreens populär gemacht

hatten. Blackberrygab das

hauseigene Betriebssystem auf und

lagerte die Entwicklung und Produktion

vonGeräten komplett an TCL

aus.Blackberrykonzentrierte sich

nach dem Abschied vomMobiltelefon

komplett auf das Geschäft mit

Softwarefür Unternehmen. (dpa)

Blackberry-Handys mit Tastatur waren

vor Jahren noch Luxusgeräte.

Sonyhebt Jahresprognose

dank Bildsensorenen

Derjapanische Elektronikkonzern

Sony hat dank starker Nachfrage

nach Bildsensoren für Smartphones

seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr

weiter angehoben. Der

Nettogewinn dürfte sich zum Bilanzstichtag

31. Märzauf 590 Milliarden

Yen(4,9 MrdEuro) belaufen, teilte

das Unternehmen am Dienstag mit.

Daswären 50 Milliarden Yenmehr

als zuletzt erwartet. DerElektronikriese

geht davon aus,dass die Nachfrage

nach seinen Bildsensoren groß

genug ist, um die Absatzeinbußen

bei Spielesoftware, Fernsehernund

Digitalkameras wettzumachen.

Sony-Konzernchef KenichiroYoshida

investiertstarkinBildsensoren.

DerGeschäftsbereich profitiert

davon, dass Smartphonehersteller

wie Apple mehr Kameras in die Geräte

einbauen und damit die Nachfrage

nach Bildsensoren deutlich zunimmt.

Sony ist der weltweit größte

Hersteller vonBildsensoren. (dpa)

AFP


Berlin im Herzen.

Und aufdem Handy

SO SCHREIBT MAN BERLIN.

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Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 23

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Wissenschaft

Mancher lügt,

um ehrlich

zu wirken

Interessante Tests mit

Anwälten und Studenten

Menschen lügen manchmal, um

ehrlich zu erscheinen. Wenn

die Wahrheit zu „gut ist, um wahr zu

sein“, greifen sie lieber zur Lüge. Das

haben Wissenschaftler aus Israel und

den USA mit einer Reihe von Experimenten

gezeigt. Ihre Versuchspersonen

nahmen sogar finanzielle Einbußen

in Kauf, um glaubwürdig zu erscheinen,

berichten die Forscher im

Journal of Experimental Psychology.

Für Lügen gebe es viele Gründe,

schreiben sie.Einer sei der finanzielle

Vorteil. So schmälerten Menschen ihr

Einkommen in der Steuererklärung.

Ein anderer sei die Absicht, anderen

zu helfen oder nett zu sein. Ärzte teilten

Patienten oft nicht die ganze

Wahrheit über ihren Zustand mit, um

sie zu schonen. Ein weiterer Grund –

den die Forscher jetzt untersuchten –

erscheint zunächst merkwürdig: Es

handelt sich um die Sorge, unehrlich

zu erscheinen.

Die Wissenschaftler führten dazu

verschiedene Experimente mit Testpersonen

durch. Unter anderem baten

sie 115 israelische Anwälte, sich

vorzustellen, als Anwalt einen Auftrag

übernommen und dabei den Klienten

gesagt zu haben, sie würden dafür

–jenach Arbeitsaufwand –zwischen

60 und 90 Stunden in Rechnung stellen.

Einem Teil der Probanden sagten

die Forscher,sie hätten dem Szenario

zufolge 60 Stunden gearbeitet. Der

andereTeil soll 90 Stunden gebraucht

haben. Der Kunde könne diese Angabe

nicht überprüfen. Die Testpersonen

sollten nun angeben, wie viel

sie ihrem Kunden in Rechnung stellen

würden.

Die Anwälte der 60-Stunden-

Gruppe berechneten im Schnitt 62,5

Arbeitsstunden. Interessanter aber

war folgendes Ergebnis: In der 90-

Stunden-Gruppe wurden durchschnittlich

88 Stunden in Rechnung

gestellt. 18 Prozent der Teilnehmer logen

und stellten weniger Stunden in

Rechnung, als sie tatsächlich gearbeitet

hatten –trotz finanzieller Einbußen.

Siehandelten laut eigener Erklärung

aus Sorge, der Kunde könne sich

betrogen fühlen.

In einem anderen Experiment

sollten 149 Studenten im Geheimen

am Computer würfeln und das Ergebnis

den Forschern mitteilen. Für

jede Fünf oder Sechs bekamen sie

Geld. Allerdings hatten die Wissenschaftler

das Programm so manipuliert,

dass die Hälfte der Teilnehmer

perfekte Würfe erzielte, also vier

Fünfen oder Sechsen hintereinander.24Prozent

dieser Probanden gaben

daraufhin ein weniger perfektes

Ergebnis an. Sienahmen ebenfalls in

Kauf, weniger Geld zu bekommen.

In der Gruppe,bei denen die Würfel

tatsächlich zufällig fielen, logen

nur vier Prozent der Teilnehmer.„Einige

Probanden überwanden ihre

Abneigung, zu lügen und verzichteten

auf Geld, nur um ehrlich gegenüber

der einen Person zu erscheinen,

die das Experiment durchführte“,

sagte Shoham Choshen-Hillel, die

Studienleiterin von der Hebrew University

of Jerusalem. DieForscher untermauerten

den Zusammenhang

mit weiterenVersuchen und sind sich

sicher, dass Menschen in der realen

Welt ähnlich handeln. (dpa/fwt)

Werschummelt denn, weil er es peinlich

findet, zu gut zu würfeln? IMAGO STOCK &PEOPLE

Die Möglichkeiten der modernen Medizin sind ein Segen für unzählige Patienten. Doch sie werfen auch viele Fragen auf, unter anderem ethische.

Zwischen Leben und Tod

Der Berliner Mediziner Timo Fischer hat einen Kriminalroman aus Insidersicht geschrieben

Ein Unternehmer erpresst einen

Klinikdirektor, seinem

kranken Sohn eine neue Leber

zu transplantieren. Patientendaten

werden vertauscht, um

den Sohn auf derWarteliste nach vorn

rücken zu lassen. Im Medizinkrimi

„Die Stufe der höchsten Dringlichkeit“

geschieht Beunruhigendes. Neben

illegalen Machenschaften aus

verschiedenen Motiven geht es um

Kostendruck an Krankenhäusern,

Pflegenotstand, Einflussnahme der

Pharmaindustrie auf medizinische

Entscheidungen und Ethik im Medizinbetrieb.

Der Autor Timo Fischer –

ein in Berlin praktizierender Arzt –

spricht darüber, wie weit sein Buch

mit der Realität zu tun hat.

Herr Fischer, wie kamen Sie auf die

Idee, einen Krimi zu schreiben, der zugleich

eine Generalkritik des deutschen

Gesundheitswesens ist?

Timo Fischer: Dass das Buch eine

Generalkritik geworden ist, stellt vielleicht

eine akzeptable Interpretation

dar.Die Themen, die mir aber besonders

am Herzen lagen und auch die

Hauptmotivation für den Roman darstellen,

sind Depression, Transplantation

und Wachkoma. Um sie möglichst

attraktiv zu lancieren, habe ich

sie in einen Krimi gepackt. Die Idee

dazu kam mir, als ich das Lehrbuch

„Gastroenterologie für Hausärzte“

schrieb, das 2018 bei Thieme erschien.

Den verarbeiteten Stoff habe

ich über Jahregesammelt. DiePersonen

des Romans sind frei erfunden.

Haben Sie ähnliche Fälle erlebt, wie

Sie sie in Ihrem Buch beschreiben?

ZumBeispiel illegale Manipulationen

durch Transplantationsärzte?

Ichhabe nie in einer Transplantationsklinik

gearbeitet. Insofern ein

klares Nein zu dieser Frage. Die Verfahren

zur Transplantation sind auch

transparent und allgemein bekannt.

Dass aber dennoch manipuliert werden

kann, wurde in diversen Transplantationsskandalen

bewiesen.

Liest man Ihren Roman, erscheint ein

Mord an einer Klinik leicht durchführbar.Sie

beziehen auch den den spektakulären

Fall eines Krankenpflegers

aus Niedersachsen mit ein, der mehr

als hundertPatienten zu Tode brachte.

Istesdenn wirklich so einfach?

Der Fall des niedersächsischen

Krankenpflegers ist in der Kriminalgeschichte

der Bundesrepublik beispiellos.

Mit großem Entsetzen habe

ich die Ereignisse rund um diesen Fall

verfolgt. Vielen befreundeten Ärzten

ging es ähnlich. Erklärungen, wie so

etwas möglich war, liefert auch mein

Roman, und offenbar war es einfach.

Das Buch soll zugleich zeigen, wie

wichtig KontrollmechanismenanKliniken

sind.

Die ethische Debatte um Leben und

Todist heikel. Siemischen sich mit Ihrem

Buch intensiv ein. Dabei geht es

um den Umgang mit Grenzfällen.

Sollte ein Mensch unter bestimmten

Umständen sterben dürfen? ZumBeispiel,

wenn er imWachkoma liegt, das

ja offiziell apallisches Syndrom heißt?

In der Tatist dies eins der großen

Themen des Romans. Ich hoffe sehr,

dass er anschaulich die ethischen,

aber auch die menschlichen und

emotionalen Aspekte trifft. Ich habe

mich darum bemüht, dass jede Meinung

zu diesem Thema ausreichend

zu Wort kommt. Menschen sollten

sich mit diesen Fragen auch aktiv

auseinandersetzen. Leider wird der

Todallzu oft verdrängt. Es wäre aber

viel besser, der Mensch hätte vorher

und möglichst früh für sich entschieden,

was in bestimmten Fällen mit

ihm geschehen soll –zum Beispiel in

der Form einer Patientenverfügung.

Diese kommt oft zu spät. Das bundesweite

wissenschaftliche Projekt

„beizeiten begleiten“, das ich auch im

Buch erwähne,ergab bereits vorJahren:

Nur wenige Menschen würden

im Falle des Wachkomas und ohne

Aussicht auf Verbesserung ihres Zustandes

weiterleben wollen.

ZUR PERSON

Siestoßen im Krimi auch die Gerechtigkeitsdebatte

an. Kann es überhaupt

Gerechtigkeit geben in der Medizin?

DasGesundheitswesen ist imWesentlichen

gerecht organisiert. Jeder

Patient bekommt grundsätzlich eine

dem wissenschaftlichen Standard

entsprechende Behandlung, die für

alle Patienten gleich ist. Der einzige

echte Mangel, den es gibt, ist der

Mangel an Organen, die für eine

Transplantation zur Verfügung stehen.

Eine gerechte Verteilung von

Organen entspricht daher der Quadratur

des Kreises. Eine Ursache des

Mangels sind die fehlenden Organspender.Dazu

gab es ja jetzt im Bundestag

eine Entscheidung, die ich

sehr unbefriedigend finde: die Förderung

der Organspende über Behördengänge

statt einer Widerspruchslösung.

Ich habe einen dritten

Wegvorgeschlagen: Nur wer Organspender

ist, kann auch

Organempfänger werden. Man

könnte die Bedingungen einer Organspende

für sich selbst definieren

und dann zum Beispiel auch akzeptieren,

als Wachkoma-Patient Organe

zu spenden.

Timo Fischer wurde 1976 geboren und wuchs imWesentlichen in Eberbach am Neckar auf. Er

studierte in Marburg Medizin und arbeitete als Assistenzarzt an Kliniken in Kassel und Berlin.

Seit 2010 ist er Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Er lebt in Berlin und arbeitet

als Arzt für die Vivantes Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). 2018 veröffentlichte er

das Lehrbuch „Gastroenterologie für Hausärzte“ (Thieme-Verlag). Im gleichen Jahr erkrankte

er selbst an einer Depression. In seinem Roman geht es auch um dieses Thema.

Sie kritisieren auch den Einfluss der

Pharmafirmen, die ärztliche „Mietmäuler“

alsVortragende auf Kongressen

bezahlen, um bestimmte Forschung

und Medikamente zu pushen.

Isteswirklich so extrem? Gibt es

keine wissenschaftliche Neutralität

in der medizinischen Forschung

mehr?

DiePharmaindustrie gibt sehr viel

Geld für das Marketing von Medikamenten

aus. Dazu gehört die mitunter

sehr großzügige Honorierung von

Vorträgen und Teilnahme an AdvisoryBoards

und dazu gehörtauch die

Finanzierung von Fortbildungsveranstaltungen.

Würde sich das nicht

auf dieVerschreibungspraxis vonÄrzten

auswirken, würde es auch nicht

gemacht werden. DieForschung wird

damit aber nicht beeinflusst, die ist ja

mit einem zugelassenen Medikament

abgeschlossen.

GETTY IMAGES/SHAPECHARGE

An vielen Stellen des Buchs beschreiben

Sie die verheerenden Folgen der

Durchökonomisierung der Kliniken.

Istesüberhaupt noch eine an Bedürfnissen

der Menschen orientierte Medizin,

wenn eine Klinik an verstorbenen

Herzinfarktpatienten mehr verdient

als an überlebenden?

Es ist richtig, dass das Bezahlsystem

nach diagnosebezogenen Fallgruppen

–das DRG-System –zuFehlversorgung

geführt hat und auf die

Bedürfnisse von Patienten nicht angemessen

Rücksicht nimmt. Einerseits

wird viel zu viel gemacht, um

Technik und Methoden anzuwenden

–bis hin zu sehr teuren, aber völlig

sinnlosen Behandlungen. Jeder Fachbereich

hat Prozeduren, die er,sofern

irgendwie medizinisch rechtfertigbar,anwendet.

Icherwähne unter anderem

die Kniespiegelung, andere

Beispiele sind Herzkatheter oder Kaiserschnitte.Andererseits

haben Ärzte

und Pflegekräfte kaum noch Zeit für

Patienten. Kliniken unterliegen strengen

Kennziffern wie der unteren

Grenzverweildauer, die etwa vorschreibt,

dass jemand mit Durchfall

möglichst nach drei Tagen entlassen

werden soll. Krankenschwesternund

Pfleger haben kaum noch Gelegenheit,

sich um die Patienten zu kümmern.

Siekönnen nicht mehr an Visiten

teilnehmen. Für die Behandlung

wäre es aber wichtig, zu erfahren,

welchen Eindruck die Pflege vomPatienten

hat. Niemand wird auch

ernsthaft bestreiten, dass Fehler passieren.

Dasbeginnt schon damit, dass

zum Beispiel Antibiotika nicht in dem

strengen Zeittakt gegeben werden, in

dem sie gegeben werden müssten.

Wasmuss sich ändern?

DieFrage habe ich mir auch schon

oft gestellt. Dasist aber eine schwieriger

zu beantwortende Frage. Zumindest

das DRG-System hat sich in meinen

Augen nicht bewährt und sollte

als Ganzes infrage gestellt werden.

Was aber an dessen Stelle treten

sollte,das vermag ich nicht zu sagen.

Die Rückkehr zu Pflegesätzen –bei

denen das Krankenbett erst wieder

neu belegt wird, wenn ein neuer Patient

vor der Tür steht –würde andere

Ungerechtigkeiten hervorrufen.

Muss sich die Medizin generell ändern?

Sollte sie mitunter auch mal

nichts tun, verbunden mit menschlicher

Zuwendung? Dies beschreiben

Sieals älteste Tugend der Medizin.

Die Medizin hat genug Ökonomisierung

und Verfahrens-Optimierung

erfahren. Sie muss wieder humaner

werden. Es ist eine gute Medizin, die

so wenig wie möglich macht. Es wäre

ohne Qualitätseinbußen möglich,

weniger zu operieren, zu diagnostizieren

und zu verschreiben. Es würde

Ressourcen freisetzen für mehr

Menschlichkeit.

DasGespräch führte Torsten Harmsen.

Timo Fischer: Die

Stufeder höchsten

Dringlichkeit. Seemann

Publishing,Alhamade

Murcia,2019. 199Seiten.

12,90 Euro. Das

Buch ist nur überAmazon

und Google Books

zu beziehen.

Bessere

Spermaqualität

durch Fischöl

Dänische Untersuchung

bestätigt Zusammenhang

Seit Jahrzehnten verschlechtert

sich die Spermaqualität und damit

die Zeugungsfähigkeit vonMännern

in den Industrieländern. Als

mögliche Ursachen dafür werden

Lebensstil, Umwelteinflüsse und Ernährung

diskutiert. Präparate mit

Omega-3-Fettsäuren haben sich bei

der Behandlung von Unfruchtbarkeit

bei Männernals wirksam erwiesen.

Einen Zusammenhang zwischen

der Einnahme solcher essentiellen

mehrfach ungesättigten Fettsäuren

und der Spermaqualität

haben dänische Forscher jetzt auch

bei gesunden jungen Männern festgestellt,

wie sie im Fachblatt Jama

NetworkOpen berichten.

An der Studie der University of

Southern Denmark inOdense beteiligten

sich 1679 dänische Männer im

Alter von durchschnittlich 19 Jahren.

Bei jenen, die mindestens 60 Tage

lang Fischölpräparate konsumiert

hatten, war das Volumen der produzierten

Samenflüssigkeit um 0,64 Milliliter

größer als bei denen, die keine

Nahrungsergänzungsmittel eingenommen

hatten. Wurden die Präparate

weniger als 60 Tage genutzt, war

das Volumen im Schnitt nur noch um

0,38 Milliliter erhöht. Beiden Fischölkonsumenten

wurden auch eine höhere

Gesamtzahl an Spermien und

größereHoden gemessen.

Aus anderen Untersuchungen ist

bekannt, dass Männer mehr und beweglichere

Spermien produzieren,

wenn sie mehr Fisch konsumieren

oder mehr Omega-3-Fettsäuren einnehmen.

Die Zellmembran der reifen

Spermien weist einen besonders

hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten

Fettsäuren auf, die dem Körper

mit der Nahrung zugeführt werden

müssen. Daher wäreein direkter

Zusammenhang zwischen der Einnahme

von Fischölkapseln und der

Spermaqualität auch bei gesunden

Männernplausibel. (wsa)

Nashorn-Wilderei

in Südafrika

geht zurück

Erfolge durch den Einsatz

von Spezial-Einheiten

Die Zahl der vonWildererngetöteten

Nashörner in Südafrika ist

im Jahr 2019 deutlich zurückgegangen.

Landesweit sank sie im Vergleich

zumVorjahr von769 auf 594Tiere, wie

Umweltministerin Barbara Creecy

jetzt bekannt gab. „Die seit fünf Jahrenanhaltende

Abnahme bei derWilderei

reflektiert die gute Arbeit der

Frauen und Männer, die täglich im

Kampf gegen die Nashorn-Wilderei

ihr Leben aufs Spiel setzen“, schreibt

sie in einer Mitteilung, die Arbeit der

Anti-Wilderer-Einheiten betreffend.

Auch die Naturschutzorganisation

WWF begrüßte die Entwicklung als

Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen

von Regierung, Privatwirtschaft,

Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen.

„Die neuen

Zahlen sind ein großer Erfolg und verschaffen

den Nashörnern eine kleine

Verschnaufpause“, sagte Katharina

Trump, Expertin für Wildereibekämpfung

beimWWF.Sie betonte zugleich:

„Gelöst ist das Problem damit

aber noch nicht.“ Nurdurch internationale

Kooperation gebe es eine

Chance, der globalen Wildtier-Mafia

das Handwerkzulegen.

In Asien, vorallem inVietnam und

China, ist das Horn der Nashörner als

Inhaltsstoff traditioneller Medizin beliebt

und kostet etwa so viel wie Gold.

In Afrika soll es noch rund 20 000

Breitmaulnashörner und 5000 Spitzmaulnashörner

geben. (dpa)


Berliner Zeitung · N ummer 30 · M ittwoch, 5. Februar 2020 – S eite 24

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Panorama

LEUTE

NACHRICHTEN

Madonna (61) fürchtet sich nicht vor

dem feuchtfröhlichenVollkontakt mit

ihrem Publikum. Beieinem Konzert

im Londoner Palladium rückte die

Sängerin jetzt einem französchen Fan

besonders nah auf die Pelle: Siestieg

die Bühne herab,drängte sich neben

den Mann auf den Stuhl, nahm ihm

die Bierflasche aus der Hand, genehmigte

sich einen kräftigen Schluck

und gurgelte sodann die französische

Nationalhymne.Soist’s auf einemVideo

zu sehen und, wohlgemerkt, zu

hören, das Madonna auf Instagram

postete.Dabei erfahren wir auch,

dass sich die Amerikanerin vortrefflich

aufs Parlieren in Französisch versteht.

Unddass sie bemerkt, wie ihr

Witz falsch verstanden werden

könnte,schließlich vergreift sich die

Gurgelei nicht nur an einem nationalen

Kulturgut ersten Ranges,sondern

ist mit ihrer bierhaltigen Unterlegung

auch ein Affront gegen die große

Wein-und-Cuisine-Nation. Undso

folgen eine Entschuldigung sowie ein

pflichtschuldiges Bekenntnis:„Ich

liebe die Franzosen. Meine Kinder gehen

auch auf eine französische

Schule und sprechen Französisch.

Undich liebe Baguette!“

Lady Gaga (33) hat sich womöglich

neu verliebt, überschlägt sich gerade

der Boulevard. Okay,wir sind dabei:

Am Sonntag wurde die Sängerin beim

Superbowl in Miami mit einem feschen

Kerl an ihrer Seite und Hand in

Hand gesehen. Nunveröffentlichte

die Amerikanerin auch noch ein Foto

auf Instagram, das sie,offenbar auf einer

Jacht, innig umschlungen mit

eben jenem Herren zeigt. Dazu

schrieb sie:„Wir hatten so viel Spaß in

Miami. Ichsende Liebe an all meine

kleinen Monster und Fans,ihr seid

die Besten!“ Undsetzte ein rotes

Herzsymbol hintendran.

JeremyMeeks (35) hat

sein Herz verloren. Und

zwar in Köln: „I love Cologne,especially

the

Dome“, sagte das

amerikanische Model

jetzt am Rande

einer Promi-Party in

der Domstadt. Es sei

unglaublich, dass

der Grundstein für

die weltberühmte

Kirche vorüber 700

Jahren gelegt wurde:

„It’swonderful“. And

so adorable …Halleluja!

(schl.)

Begeistertsich als Amerikaner

für alt-europäische

Dinge.

AFP

TIERE

Nicht gerupft, sondernnoch nicht

flügge –und gerettet. AFP/JUNI KRISWANTO

Sehet, welch ein Geschöpf: ein Furchenhornvogel

(Rhyticeros undulatus)inden

gummihandschuhbewehrten

Händen eines indonesischen

Zollbeamten. Daszur Familie

der Nashornvögel gehörende Tier,

quasi noch ein Baby,wurde gemeinsam

mit Dutzenden anderer,allemal

bedauernswerter Kreaturen in der

Hafenstadt Surabaya beschlagnahmt

und am Dienstag der Öffentlichkeit

vorgeführt. Schande! (schl.)

Untragbar:Magermodels bei Victoria’sSecret im Jahre 2018 bei der alljährlichen Show in NewYork–seitdem fand das Kult-Event nicht mehr statt.

Männerwirtschaft

Nach den Enthüllungen über den Missbrauch bei Victoria’sSecret befindet sich das Label im freien Fall

VonSebastian Moll

Es ist mittlerweile acht Jahre

her, dass sich die NewYorker

Mode-Kolumnistin

Hadley Freeman im Londoner

Guardian in einem vernichtenden

Artikel über Victoria’s Secret äußerte.

Das Frauen-Bild, das von

dem Unterwäsche-Label in seinen

Katalogen und vor allem von seiner

hoffnungslos überschätzten

jährlichen Modeschau ausgehe,so

Freeman damals, sei „beleidigend

rückwärtsgewandt“. Das Marketing

vonVictoria’s Secret sei zudem

vollkommen verlogen. Man verkaufe

die Modeschau als Kulturereignis,

dabei gehe es einzig und alleine

um Sex.Victoria’s Secret sei nichts anderes,

so Freemans Verdikt, als die

mehr oder weniger zeitgenössische

Version der Playboy-Villa.

Nachdem amWochenende nun in

einem langen Artikel der New York

Times die frauenfeindliche Unternehmenskultur

von Victoria’s Secret

und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten

der Markeoffengelegt wurden,

meldete sich Hadley Freeman noch

einmal zu Wort.„Ichkann nicht glauben,

dass es so lange gedauerthat, bis

bei Victoria’s Secret endlich die Dinge

aus dem Ruder laufen.“

„Soft-Porno-Müll“

Für die Journalistin und für viele andere

Beobachterinnen waren die

Meldungen über eine Kultur der systematischen

sexuellen Belästigung

bei dem Dessous-Label keine Überraschung.

Die gesamte Marke habe

auf der Ausbeutung vonMännerfantasien

perfekter junger Frauenkörper

beruht. Freeman bezeichnete

das Image von Victoria’s Secret als

„Soft-Porno-Müll“. Vor allem aber,

dass die verantwortlichen Männer

der Firma, der Besitzer Les Wexner

und sein Marketingchef Ed Razek,

nicht nur nichts gegen den Missbrauch

unternahmen, sondern ihn

auch noch beförderten, sei bekannt

gewesen.

Problematisch ist für Beobachterinnen

wie Freeman auch, dass die

Modebranche so lange diese Kultur

getragen habe.Erst jetzt, im Jahr drei

Als Label für Reizwäsche

und Damen-Unterwäsche

wurde das amerikanische

Unternehmen Victoria’sSecret

1977 gegründet. Weitere

Produktbereiche sind

Nachtwäsche, Oberbekleidung,Bade-

und Sportbekleidung,Schuhe

sowie Kosmetikprodukte.

der Metoo-Bewegung und in der dritten

Woche des Prozesses gegen Harvey

Weinstein, werde endlich genau

hingeschaut, wie es bei dem weltweit

größten Label für Frauen-Unterwäsche

hinter den Kulissen zugeht.

DasBild der Unternehmenskultur,

das in dem Artikel der NewYorkTimes

gezeichnet wird, ist vernichtend: Für

Ed Razek, den Erfinder des Modeschau-Kults

bei Victoria’s Secrets,waren

die Models nicht viel mehr als

Freiwild. Wersich gegen seine Avancen

sperrte, wurde bestraft. So berichtete

die Times,dass er den Frauen

dabei zuschaute, wie sie sich umzogen.

Er ließ sie in Unterwäsche auf

seinem Schoß sitzen und begrapschte

sie. Und als Models sich

weigerten, mit ihm ein Wochenende

in seiner Villa in der Karibik zu ver-

DIE MARKE

Bekannt ist dasUnternehmenvor

allem auchfür die

jährlichstattfindende „Victoria’sSecret

Fashion Show“ in

NewYork und seineTopmodels,die

sogenanntenVictoria’sSecret

Angels. Auch das

deutsche Model Heidi Klum

warfür das Label schonals

„Engel“ im Einsatz.

Aufsehen erregte Gisele

Bündchen, als sie 2000 einen

Vierjahresvertrag im Wert

von25Millionen Dollarunterschrieb

und somitder bisher

bestbezahlte „Engel“ ist.

2007 erhielten dieVictoria's-

Secret-Engelals einzigerMarkennameeinen

Stern am

Hollywood Walk of Fame.

Sexualstraftäter JeffreyEpstein. AP Label-Chef Les Wexner. AP

bringen, wurden sie für die nächste

Modeschau nicht berücksichtigt.

Doch die Kultur der Ausbeutung

hörte nicht bei Razek auf. Beschwerden

bei der Personalabteilung wurden

nicht bearbeitet. Frauen, die mit

Klagen über sexuelle Belästigung

beimVorstand vorsprachen, wie etwa

die PR-Managerin Monica Mitro,

wurden vordie Tür gesetzt.

Am verstörendsten am Bericht der

Times ist jedoch die enge Verbindung

zwischen Les Wexner und Jeffrey Epstein,

der wegen der Prostitution Jugendlicher

angeklagt wurde und im

vergangenen Sommer in einem New

Yorker Gefängnis Selbstmordbeging.

Wexner vertraute wie viele andere

Prominente aus unerklärlichen

Gründen Epstein bis zuletzt die Verwaltung

seines Vermögens an. Und

AFP/TIMOTHY A. CLARY

Epstein benutzte fortan den Model-

Pool bei Victoria’s Secret, um Frauen

für seinen Prostitutionsring zu rekrutieren.

Berichte über Epsteins Aktivitäten

waren Wexner bereits Ende der

90er-Jahre zu Ohren gekommen,

doch der Wäsche-Mogul ignorierte

sie beharrlich.

„Toxische Männlichkeit“

So entsteht eine Unternehmenskultur,

inder jene „toxische Männlichkeit“,

die durch die MeToo-Bewegung

ins öffentliche Bewusstsein

und auf die Anklagebank gerückt ist,

ein fruchtbares Biotop gefunden

hatte. Und Victoria’s Secret machte

keinen Hehl daraus –das gesamte

Geschäft des Labels beruhte auf

eben jenem Frauenbild, das seit

nunmehr knapp drei Jahren unter

Beschuss geraten ist.

So ist es auch kein Zufall, dass die

Firma ungefähr seit jener Zeit mit

wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu

kämpfen hat. Der Börsenkurs der

Markeist seit 2015 um 75 Prozent abgestürzt.

Rund um die Welt mussten

Filialen geschlossen werden, im vergangenen

Jahr fiel sogar erstmals die

Kult-Show aus. Der Absturz der

Markebegann nicht zuletzt mit abfälligen

Äußerungen Wexners über

transsexuelle Frauen und darüber,

dass selbst in der Modebranche zunehmend

andereFrauentypen als die

klassischen, abgemagerten Models

einen Platz finden. In einem Interview

mit Vanity Fair gab Wexner zum

Besten, „dass es noch nie eine Frau

gegeben hat, die sich einer Schönheitsoperation

unterzogen hat, um

fetter zu werden“.

Die Äußerungen zeigen, wie sehr

Victoria’s Secret aus der Zeit gefallen

war, die Kunden und Kundinnen

wollten das nicht mehr mittragen.

Nun versucht der Mutter-Konzern

vonVictoria’s Secret, Limited Brands,

verzweifelt die Wäsche-Marke abzustoßen.

Doch nach den Meldungen

der vergangenen Tage gilt das Label

als „toxische Anlage“. Daseinstige Erfolgsunternehmen

ist zusammen mit

seiner hypersexistischen Verkaufsstrategie

dabei, auf dem Müllhaufen

des amerikanischen Kapitalismus zu

landen.

SAP-Gründer sagt

Semperopernball ab

SAP-Gründer Dietmar Hopp verzichtet

aus Angst vorAnfeindungen

auf den Orden des Dresdner

Semperopernballs.Erhabe seine

Teilnahme abgesagt, da er nicht

wolle,dass er oder seine Familie „zur

Zielscheibe vonHass und Bedrohung“

werden, teilte der Unternehmer

am Dienstag mit. Vorallem die

Attacken auf Moderatorin Mareile

Höppner hätten ihn bewogen, doch

nicht zu dem Ball zu kommen.

Durchdie Vergabe des St.-Georgs-

Ordens an Ägyptens Machthaber

Abdel Fattah al-Sisi habe sich „ein

dunkler Schatten“ über den Opernball

gelegt. Nach der Absage Hopps

und der vonLaudator und Fußballmanager

UliHoeneß hatte der Ballverein

am Montag erklärt, dass beim

Semperopernball an diesem Freitag

keine Orden verliehen werden. (dpa)

Australien erhält viele nicht

immer hilfreiche Spenden

Bitte keine Stoffbeutel für verwaiste

Kängurubabys mehr.Auch selbst gestrickte

Handschuhe für verletzte

Koalapfoten werden aktuell nicht gebraucht:

das sagen australische

Hilfsorganisationen. Sieerleben angesichts

der verheerenden Buschbrände

eine große Spendenbereitschaft.

Siewünschen sich aber lieber

Geld als Sachspenden oder Gebasteltes.Seit

Monaten wüten in Australien

riesige Feuer,besonders im Südosten.

Mindestens 12 Millionen

Hektar sind zerstört, das entspricht

mehr als einem Drittel der Fläche

vonDeutschland. Nach einer Schätzung

vonWissenschaftlernstarben

mehr als eine Milliarde Tiere. (dpa)

Dauerregen sorgt für

Überschwemmungen

Die Freiwillige Feuerwehr pumpt Wasser

ab in der Gemeinde Aach bei Trier. DPA

Heftige Regenfälle haben im Südwesten

Deutschlands zahlreiche Rettungseinsätzeausgelöst.

In der Region

umTrier in Rheinland-Pfalz wurden

Straßen überspült und gesperrt.

In Trier selbst liefen laut Stadtverwaltung

in der Nacht zum Dienstag mehrere

Keller voll, weil die Kanalisation

den Regen nicht mehr aufnahm. In

der saarländischen Hauptstadt Saarbrücken

wurde die Stadtautobahn

wegen Hochwassers gesperrt. (AFP)

Vermisste 85-Jährige

vergnügt sich in Spielothek

Eine als vermisst gemeldete 85-jährige

Bewohnerin einer Seniorenresidenz

im hessischen Rüsselsheim hat

sich bis tief in die Nacht in einer Spielothek

vergnügt.Weil die gehbehinderte

und auf Medikamente angewiesene

Frau nach demVerlassen ihres

Heims auch am späteren Montagnachmittag

noch nicht zurückgekehrtwar,verständigte

das Personal

die Polizei, wie die am Dienstag in

Darmstadt mitteilte.Als die Beamten

die Seniorin endlich fanden, zeigte

die sich unbeirrt: Siehabe erklärt,

dass sie gernnoch bis Ladenschluss

weiterspielen würde.Amfrühen Morgen

sei sie dann müde,aber glücklich

ins Heim zurückgekehrt. (AFP)

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